1923

Hunderdorf, 18. Jan. (Diebstahl.) In der Nacht vom Montag auf Dienstag wurden dem Söldner Michael Gütlhuber in Rammersberg mittels Einbruchs aus dem Getreidespeicher etwa 6 Zentner Roggen gestohlen. Vor einigen Wochen wurden ihm schon 2 Zentner Roggen entwendet. Vom Täter fehlt jede Spur.
Quelle: Straubinger Tagblatt 20.01.1923

Bogen, 16. März. (Aus der Sitzung der Bezirksbauernkammer Bogen vom 8. März.) … – Auf Antrag (Schwarzmüller) wurde zur Abwanderung der landw. Dienstboten beschlossen, das Bez.-Amt zu ersuchen, die Gemeinden anzuweisen, die Ausstellung von Ausweisen bei Abwanderung von landw. Arbeitern in Industriegebiete zu Gelegenheits- und Saisonarbeiten zu verweigern, bezw. nur solchen Personen diese auszustellen, die nachweisen können, welcher Beschäftigung sie sich zuwenden, und von welcher Zeitdauer diese voraussichtlich sein kann. – …
Quelle: Straubinger Tagblatt, 24.03.1923

Hunderdorf, 27. März. (Einbruch.) Als der alleinstehende Oekonom Rupert Zwickenpflug von Starzenberg nach längerer Krankheit am Josefitag wieder einmal zur Kirche ging, wurde in seiner Abwesenheit bei ihm ein Einbruch verübt. Durch Ausheben des Winterfensters und Eindrücken einer Scheibe des Sommerfensters gelangte der Dieb in die Wohnstube. Gestohlen wurden etwa 300 000 M Bargeld, ein größeres Quantum Geselchtes, Anzug- u. Hemdenstoffe. Vom Täter fehlt jede Spur.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 31.03.1923

Todes-Anzeige
Gott, dem Allmächtigen hat es gefallen, gestern nachm. 5 Uhr unsere liebe Tochter und Schwester, die tugendsame Jungfrau
Therese Barth,
Schuhmachermeisterstochter in Hunderdorf,
infolge schwerer Operation, schnell und unerwartet, nach Empfang der hl. Sterbsakramente, im Blütenalter von 17 Jahren in die ewige Heimat abzuberufen.
Um stilles Beileid bitten:
Hunderdorf, Kleintettau, Sollach, Reibersdorf und Siedling, den 12. April 1823.
Die tieftrauernden Eltern
Xaver u. Therese Meier
nebst Geschwistern und übriger Verwandtschaft.
Die Beerdigung am Samstag, 14. April vorm. 9 Uhr mit darauffolgenden Gottesdiensten in Hunderdorf.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 13.04.1923

Todesanzeige.
Allen unseren Verwandten und Bekannten bringen wir hiermit die traurige Nachricht, daß heute unser innigstgeliebter Gatte, Vater u. Schwiegervater, der ehrengeachtete
Herr Xaver Fellinger,
Ausnahmsbauer in Sollach,
nach längerem, schwerem Leiden, versehen mit den hl. Sterbsakramenten, im 74. Lebensjahre selig im Herrn verschieden ist. Um stilles Beileid bitten:
Sollach, Hunderdorf, Reibersdorf u. München, 4. Mai 1953
Die tieftrauernde Gattin Rosina Fellinger
nebst Kindern und Verwandtschaft.
Die Beerdigung mit darauffolgendem Gottesdienste findet am Montag, 7. Mai vorm. 8 1/2 Uhr in der Pfarrkirche zu Hunderdorf statt.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 06.05.1923

Todes-Anzeige.
Nach Gottes hl. Willen verschied heute halb 4 Uhr Morgens nach kurzer Krankheit unsere geliebte Schwester, Schwägerin und Tante,
Fräulein Therese Hofmarksrichter,
Hauptlehrerin von Hunderdorf,
im 60. Lebensjahre wohl vorbereitet durch den Empfang der heil. Sterbsakramente.
STRAUBING den 12. Mai 1923.
Die tieftrauernden Geschwister u. Verwandten.
Beerdigung und Seelengottesdienst in Hunderdorf am Montag den 14. Mai vormittags 10 Uhr.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 13.05.1923

Bogen, 18. Mai. (Neue Pfarrei.) Nach Erledigung aller Vorverhandlungen mit den maßgebenden Stellen  und Behörden wurde nun auch die angestrebte Errichtung der Pfarrei Bogen Tatsache. Die Marktgemeinde Bogen scheidet aus dem Verbande der kath. Pfarrei Bogenberg aus und bildet nunmehr die neue Pfarrei Bogen; die Dotation ist gebildet aus der bisherigen Benefiziumsstiftung sowie neueren Zustiftungen, die zu erweiternde St. Florianskirche dient als Pfarrkirche. Die Pfarrei Bogen wird vom Bischofe von Regensburg verliehen.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 20.05.1923

Hunderdorf, 20. Mai. (Plötzlicher Tod.) Vergangenen Dienstag wurde die am Sonntag früh infolge Herzlähmung verstorbene, allseits beliebte und geachtete Bäuerin Franziska Poiger von Stetten zur letzten Ruhe bestattet. Welcher Wertschätzung sich die Verstorbene erfreute, bewies die überaus große Anteilnahme bei der Beerdigung. Denn noch nie hat dahier eine Leichenfeier unter so starker Beteiligung stattgefunden. Möge der Verblichenen, die stets ein warmes Herz für die Not der nächsten und eine offene Hand für die Armen hatte, die Erde leicht sein.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 25.05.1923

Steinburg, 20. Mai. (Brand.) Am Mittwoch früh gegen 4 Uhr brach in der Berger’schen Brauerei Feuer aus. Der Brand entstand wahrscheinlich in der Malzdarre und wurde erst bemerkt, als der Dachstuhl bereits in hellen Flammen stand. Es gelang der Ortsfeuerwehr, den Brand sogleich niederzuschlagen, sonst wäre wohl das ganze Gebäude ein Raub der Flammen geworden. Da auch ein größerer Teil Gerste und Malz vernichtet wurde, erwächst Herrn Berger immerhin ein Schaden von mehreren Millionen Mark. Die Entstehungsursache ist bis heute noch nicht geklärt.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 25.05.1923

Hunderdorf, 11. Juni. (Gründung eines Hilfsvereins.) Am vergangenen Samstag fand im Baier’schen Gasthause dahier eine stark besuchte Versammlung zwecks Gründung eines Bauernhilfsvereins statt. Bürgermeister Fruhstorfer begrüßte als Einberufer die Erschienenen und erteilte Herrn Landtagsabgeordneten Wartner das Wort. Dieser erläuterte in längeren und klaren Ausführungen Ziele und Zwecke des Vereins. Bei den heutigen Verhältnissen ist es keinem Menschen mehr möglich, sich seine Immobilien zeitgemäß versichern zu lassen. Da ist es eben notwendig, zur Selbsthilfe zu schreiten. In einem Brandfalle wird dann der Hilfsverein sofort helfend einspringen, Getreide und Futtermittel ersetzen, Hand- und Spanndienste leisten und auch bei sonstigen elementaren Ereignissen, wie Sturm- und Wasserschäden, den Betroffenen Unterstützung zuteil werden lassen. Nach Verlesung der Statuten meldeten sich sofort hundert Anwesensbesitzer von den Gemeinden Hunderdorf und Gaishausen zur Aufnahme. Alsdann wurde zur Ausschußwahl geschritten: Schöfer-Sollach und Härtenberger-Hunderdorf und als Ersatzleute: Kringschneider-Hofdorf und Landstorfer Hoch, für Gaishausen: Schneider-Röhrnau und Maier-Rammersberg. Ersatzleute: Kronfeldner-Gaishausen und Gütlhuber Josef-Rammersberg. Im Ortsausschuß wurden gewählt: Fruhstorfer-Sollach, Maier-Hofdorf und Wieser-Stetten, ferner Bugl-Gaishausen, Fuchs-Rammersberg und Weinzierl-Röhrnau, sowie die nötigen Ersatzmänner. Der Verein schließt sich dem in Oberalteich an.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 19.06.1923

Windberg, 23. Juni. (Klosterbrauerei Windberg.) Wie wir erfahren, wurde vergangene Woche die ehemalige Klosterbrauerei Windberg von Prämonstratenser-Brüdern aus Holland käuflich erworben. Die notarielle Verbriefung fand bereits statt. So viel wir hören, ist beabsichtigt, die Gebäulichkeiten wieder ihrem früheren Zwecke zurückzuführen, um wieder als Kloster zu dienen. Um- und Neubauten sind in Aussicht genommen und ist deren Inangriffnahme bald zu erwarten.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 24.06.1923

Windberg, 30. Juli. (Kloster Windberg wieder von Ordensleuten bewohnt.) Unter freundlicher Mithilfe des für alles edle begeisterten hochwürdigen Hrn. Pfarrers Johann Kugler gelang es nach Ueberwindung großer Schwierigkeiten holländischen Prämonstratensern, den Konventbau des ehemaligen Klosters, der als Brauerei und Gastwirtschaft Verwendung hatte, nebst der Oekonomie von ungefähr 30 Tagwerk aus Privathänden zu erwerben. Vor Kurzem sind in den großen Bau ein Pater und zwei Laienbrüder dieses Ordens eingezogen, denen es obliegt, die Räume etwas wohnlich zu gestalten. Der Teil, in welchem von den Privatbesitzern die Brauerei eingerichtet worden ist, hat ein ruinöses Aussehen, erinnert aber noch in Einzelheiten an seine ehemalige Bestimmung. Dort war der Kapitelsaal und die Festräume des Klosters. Besonders traurig wird der Besucher gestimmt, wenn er den Raum sieht, der ehemals für die wertvolle Klosterbibliothek diente. Die Decke ist eingestürzt, nur ein kleiner Teil derselben erinnert noch an die ehemalige Pracht. Besser ist noch jener Gebäudeteil erhalten, wo der bisherige Besitzer wohnte und sein Geschäft ausübte. Zwei Gemälde auf Leinwand aus der Klosterzeit hängen noch an der Gangmauer. Das eine stellt den Papst Hadrian IV. dar, der als Mitglied des Prämonstratenserordens erklärt ist, das andere einen seligen Abt des Prämonstratenserordens, wie er einen Schwerkranken heilt. Die Ordensleute in ihrem vollständig weißen Habite sind fleißig bei der Arbeit, um die Räume zu tünchen und wohnbar zu machen. Bei der stets gerühmten Gastfreundlichkeit dieses Ordens mußten wir am Mittagstische teilnehmen, wobei Erbsensuppe und Pfannenkuchen, beides nach hölländischer Art mit Einlage von geröstetem Specke, gereicht wurde. Es besteht der Wunsch, wiederum eine deutsche Abtei des Prämonstratenserordens in Windberg zu errichten, wie es früher war: möge sie den alten Glanz wieder erreichen, wozu allerdings die Zeit nicht mehr günstig ist! Der letzte Abt von Windberg, Ignatius Breu, der nach der gewaltsamen Aufhebung des Klosters am 1. April 1803 das Kloster verlassen und sich nach Straubing zurückgezogen hatte, hielt bei der Jubiläumsfeier der Wallfahrt Maria Heimsuchung auf dem Bogenberg, welch ein den letzten Tagen des Juni und den ersten des Juli im Jahr 1816 stattfand, am ersten Tage das Pontifikalamt. Es wird erzählt, daß er nach dem Gottesdienste in der Unterhaltung äußerte, er habe heute der Gottesmutter die Bitte vorgetragen, sie möchte sein liebes Kloster Windberg bald wieder erstehen lassen. Jetzt nach 100 Jahren sind Mitglieder seines Ordens wieder in das alte Heiligtum eingezogen, begrüßt vom Geiste der ehemaligen Mönche. Auch wir begrüßen diese Söhne des heil. Norbert und heißen sie herzlich willkommen. Wie unsere Gebete die Verhandlungen bezüglich Wiedererwerbung des Klosters begleiteten, so werden sie auch geltendem Neuaufblühen des Klosters, auf daß es ebenso der Gegend zum Segen gereiche wie in alten Zeiten.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 01.08.1923

Todes-Anzeige.
Nach Gottes heiligem Willen verschied heute früh 5 Uhr mein innigstgeliebter Gatte, unser guter, treubesorgter Vater, Schwiegervater, Bruder u. Schwager,
Herr Lorenz Altschäffl,
Söldner in Steinburg,
nach längerem, mit größter Geduld ertragenem Leiden, wohlvorbereitet durch öfteren Empfang der hl. Sterbsakramente im 54. Lebensjahre.  Um stilles Beileid bittet
Steinburg, Au v. W., Straubing, Unterperasdorf, 25. August 1923
Die tieftrauernde Gattin
nebst Kindern und übriger Verwandtschaft.
Die Beerdigung findet am Montag den 27. August 1823, vormittags 9 Uhr vom Hause aus in Hunderdorf statt.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 26.08.1923

Steinburg, 18. Okt. (Für die Armen.) Die Mitglieder des genossenschaftlichen Lagerhauses Steinburg haben mit Rücksicht auf die Not der Armen anläßlich der Trauung des Herrn Lagerhausverwalters Fuchs ca. 16 Zentner Weizenmehl an die Gemeinden Neukirchen, Obermühlbach, Steinburg, Gaishausen, Au, Elisabethszell und Englmar verteilt.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 20.10.1923

Todes-Anzeige.
Nach Gottes hl. Willen verschied gestern abends 7 Uhr mein innigstgeliebter Gatte, unser guter Vater, Bruder und Onkel, der ehrengeachtete
Herr Hohann Weindl,
ehem. Krämer & Schuhmacher von Hofdorf,
schnell und unerwartet im Alter von 73 Jahren.
Um stilles Beileid bitten
Hofdorf, Elisabethszell, München, Straubing, New-York, Chicago (Amerika), den 29. Oktober 1923
Die tieftrauernde Gattin nebst Kindern
und übriger Verwandtschaft.
Die Beerdigung findet am Mittwoch, 31. Oktober vormittags halb 10 Uhr mit darauffolgendem Gottesdienst in Hunderdorf statt.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 31.10.1923

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