1984# 01

FFW besichtigte Schloßbrauerei
Baron Poschinger-Bray und Braumeister Ebelt führten die Steinburger durch die Brauerei
Steinburg/Irlbach. Am Mittwoch besichtigten Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Steinburg die Schloßbrauerei Irlbach. Baron Poschinger-Bray hieß die Besucher im Familienbetrieb willkommen, Braumeister Fritz Ebelt führte durch die Flaschenfüllerei, die Mälzerei, das Sudhaus, den Gär- und Lagerkeller.

Die Steinburger Feuerwehr mit Kommandant Häusler und Bürgermeister Härtenberger besichtigten am Mittwoch die Schloßbrauerei Irlbach.

Kommandant Anton Häusler bedankte sich bei Baron Poschinger mit einem Bierkrügerl der FFW Steinburg, erster Bürgermeister Karl Härtenberger mit einem Wappen der Gemeinde Hunderdorf für die Einladung. Max Gürster hatte die Feuerwehrmitglieder, darunter Bürgermeister Härtenberger im Bus nach Irlbach chauffiert. Die Schloßbrauerei Irlbach ist ein kleines Unternehmen, dessen Produkte aber dessen der großen Brauereien ebenbürtig sind, sagte Baron Poschinger, der auf das seit 1519 geltende Reinheitsgebot einging. Danach dürfe Bier in Bayern nur aus reinen Produkten hergestellt werden. Dies seien Hopfen, Hefe, Malz und Wasser.
Poschinger erläuterte kurz die Situation in Europa und Brüssel bezüglich Reinheitsgebot. Klar sprach er sich gegen den Einsatz von Chemie bei der Herstellung von Bier aus. Die Brauerei erzeuge jährlich 100 000 Hektoliter Bier und 20 000 Hektoliter alkoholfreie Getränke. Anschließend führte Braumeister Fritz Ebelt die Besucher durch die Firma und erklärte die Herstellung des edlen Gerstensaftes zu erklären.
Nach Besichtigung der Brauerei dankte Kom-mandant Häusler für die Führung und überreichte Baron Poschinger-Bray ein Erinnerungskrügerl der Freiwilligen Feuerwehr Steinburg. Bürgermeister Karl Härtenberger übergab das Wappen der Gemeinde Hunderdorf. Anschließend lud Baron Poschinger die Besuchsgruppe der Freiwilligen Feuerwehr zusammen mit Gebietsleiter Neidenbach auf eine zünftige Brotzeit und Bierprobe ins Gasthaus Auer ein. Ludwig Hieninger erntete hier mit dem Mundartgedicht „’s Iribacher Bier“ viel Beifall.
Quelle: Bogener Zeitung, 02.01.1984


Der Leser hat das Wort:
Auch Gemeinde Hunderdorf dagegen
Zu unserem Bericht vom 31. 12. 83 ging uns folgender Leserbrief zu:
„Zu dem sehr einseitigen, unsachlichen und von Renate Schmid verfaßten Artikel „Landwirte kämpfen gegen eine neue Straße“ vom 31. 12. 1983 ist folgendes richtigzustellen:
1. Die Verlegung der Staatsstraße 2139 im Bereich Steinburg ist keineswegs etwas Neues. Schon Anfang der siebziger Jahre wurden die Gemeinden Steinburg und Hunderdorf über die Trassenpläne informiert, um ggf. Bauvorhaben im vorgesehenen Trassenbereich zu vermeiden. Die frühere Gemeinde Steinburg hat in ihrem Flächennutzungsplan die jetzige Raumordnungstrasse bereits aufgenommen und damit akzeptiert. Diese Tatsache beweist, daß die damaligen Gemeinderäte in Steinburg vom geplanten Bau der Umgehungsstraße informiert waren und keine ablehnende Haltung zeigten. Wenn einige dieser Herren heute unter anderem auch an meiner Person einen Veranlasser dieser Straßenbaumaßnahme finden wollen, so kann ich mich über ein solches Ansinnen nur wundern.
2. Bei einem Ortstermin bezüglich der Umgehungsstraße Hunderdorf-Steinburg wurde ich von den Vertretern des Straßenbauamtes Deggendorf gefragt, was ich von den zwei Trassenvorschlägen im Bereich Steinburg halte. Meine Antwort war sinngemäß: Wenn aus verkehrstechnischen Gründen eine Umgehung des Ortes Steinburg notwendig ist, dann halte ich persönlich die großzügigere Trassenführung für sinnvoll. Ich bemerkte dazu, daß diese Aussage meine persönliche Meinung ist und nicht als offizielle Stellungnahme der Gemeinde Hunderdorf zu werten ist.
3. Als der Gemeinde Hunderdorf die Unterlagen zum Raumordnungsverfahren der geplanten Umgehungsstraße mit der Bitte um Stellungnahme vorgelegt wurden, habe ich — um die Meinung der betroffenen Bürger kennenzulernen — zu einer Aufklärungsversammlung am 23. 2. 1983 eingeladen. Bei dieser Informationsversammlung kam von den anwesenden Bürgern klar zum Ausdruck, daß sie eine Umgehungsstraße wegen der notwendigen Grundstücksverluste ablehnen.
Als im Laufe dieser Versammlung eine Abstimmung gefordert wurde, habe ich diese abgelehnt, da es sich um eine Informationsversammlung und nicht um eine Gemeinderatssitzung gehandelt hat. Die Veranlasser des o. g. Zeitungsartikels waren z.T. selbst schon Mitglieder des Gemeinderates Steinburg und müßten deshalb die einfachsten Regeln der Gemeindeordnung kennen. Wenn behauptet wird, ich hätte einen Gemeinderatsbe-schluß abgebogen, dann werte ich diese Aussage als eine unverschämte Unterstellung.
4. Am 10. März 1983 fand eine Gemeinderatssitzung mit dem Tagesordnungspunkt „Stellungnahme zum Raumordnungsverfahren Staatsstraße 2139″ statt. Die Niederschrift hierzu, welche an die Regierung von Niederbayern weitergeleitet wurde, hat folgenden Wortlaut: „Bürgermeister Härtenberger erläuterte den Sachverhalt und verlas zudem die vier schriftlichen Eingaben der Interessengemeinschaften. Nach Beratung beschloß der Gemeinderat einstimmig auf Vorschlag des Bürgermeisters folgende Stellungnahme Im Zuge des Raumordnungsverfahrens abzugeben: „Der Gemeinderat Hunderdorf nimmt im Zuge des Raumordnungsverfahrens zur Verlegung der Staatsstraße 2139 im Bereich Hunderdorf-Au vorm Wald und Steinburg wie folgt Stellung: Der Bau einer Umgehungsstraße in Hunderdorf und Steinburg wird von seiten der Gemeinde. Hunderdorf abgelehnt. Gründe: Zum Bau der Bundesautobahn wurden in der Gemeinde Hunderdorf 96 Tagwerk und zum Bau des Truppenübungsplatzes ca. 220 Tagwerk landwirtschaftliche Nutzfläche beansprucht. Eine weitere Reduzierung der landwirtschaftlich genutzten Flächen kann den Landwirten in unserer Gemeinde nicht zugemutet werden. Im Zusammenhang mit der im Raumordnungsverfahren geplanten Straßenverlegung haben sich vier Interessengemeinschaften gebildet, welche sich gegen die geplanten Raumordnungsstraßen bzw. Alternativtrassenführungen aussprechen. Beweis für die ablehnende Haltung der betroffenen Gemeindebürger sind vier Unterschriftslisten mit , insgesamt 502 Unterschriften. Begründungen und Unterschriftslisten sind in Ablichtung der Stellungnahme der Gemeinde Hunderdorf als Anlage beizufügen.“
5. Es muß auch erwähnt werden, daß es im Bereich Steinburg zwei Interessengemeinschaften mit Unterschriftslisten gibt und zwar eine Gruppe, welche sich für die Raumordnungstrasse und eine Gruppe, welche sich gegen die Raumordnungstrasse ausspricht.
Ich bin nach wie vor der Meinung, daß es Aufgabe eines Bürgermeisters ist, die Interessen aller Gemeindebürger zu vertreten. Wenn im vorgenannten Artikel vorwurfsvoll erwähnt wird, daß ich mich neuerdings aus dieser Angelegenheit heraushalte, so darf ich dazu feststellen, daß ich zu all dem, was ich bisher gesagt, veranlaßt und mitbeschlossen habe, nach wie vor stehe.
Auch eine Kläranlage sowie die Ausweisung eines Baugebietes ist von den Veranlassern des vorgenannten Artikels mitangesprochen. Wer von kommunaler Planung ein klein wenig Ahnung hat, der weiß, daß der Bau einer Kläranlage in keinem Zusammenhang mit einer Umgehungsstraße steht. An mich wurde schon des öfteren die Bitte herangetragen, auch für eine weitere Bebauung im Bereich Steinburg zu sorgen, was aber unter den jetzigen Umständen nicht möglich ist. Wenn man in diesem Zusammenhang auch die Flurbereinigung noch mit anspricht, so muß ich doch zum wiederholten Male erwähnen, daß die Gemeinde Hunderdorf aufgrund der ablehnenden. Haltung der Landwirte einer Flurbereinigung keinen Vorschub geleistet hat. Im Bereich Steinburg und Gaishausen wird es nicht anders sein, wenn die Landwirte auch dort eine Flurbereinigung ablehnen.
Abschließend darf ich feststellen, daß es wünschenswert wäre, wenn sich zum Artikel „Land-wirte kämpfen gegen eine neue Straße“ auch die Regierung bzw. das Straßenbauamt Deggendorf und die zweite Interessengemeinschaft Steinburg äußern würden, damit sich der Leser ein objektives Urteil bilden kann.
Karl Härtenberger
1. Bürgermeister der Gemeinde Hunderdorf
Quelle: Bogener Zeitung, 03.01.1984


Der Leser hat das Wort:
„Landwirte kämpfen gegen neue Straße”
Im Artikel „Landwirte kämpfen gegen eine neue Straße“ vom 31. 12. 1983 wird im Zusammenhang mit der geplanten Verlegung der Staatsstraße zwischen Hunderdorf und Steinburg die Behauptung aufgestellt, daß die Politiker Landrat Ingo Weiß, stellvertretender Landrat Franz Buchner und Bundestagsabgeordneter Ernst Hinsken die Landwirte im Stich gelassen hätten. Dieser Vorwurf ist nicht berechtigt. Das Landratsamt Straubing-Bogen hat sich gegen die Planungen des Straßenbauamtes Deggendorf ausgesprochen.
Die Regierung von Niederbayern hatte im Januar 1983 das Landratsamt zu einer Stellungnahme zu den Planungen. des Straßenbauamtes Deggendorf aufgefordert. Das Landratsamt lehnte mit Schreiben vom 31. 3. 1983 sowohl die Umgehung von Hunderdorf als auch die große Umgehung von Steinburg ab. Es sprach sich für die kleine Verlegung in Steinburg in Verbindung mit dem Ausbau der vorhandenen Straßenführung aus. Die vorgesehenen Maßnahmen wurden auch durch den regionalen Planungsverband behandelt. Vom Landkreis sind in diesem Gremium neben dem Landrat die Kreisräte Deschl, Heindl, Pongratz und Bürger-meister Weinzierl, Straßkirchen, vertreten. Bei der Sitzung des Ausschusses vom 14. Juli 1983 in Plattling setzte ich mich dafür ein, daß Hunderdorf nicht umgangen und in Steinburg die kleine Lösung verwirklicht werden soll. Der Planungsausschuß stellte sich darauf einstimmig auf den Standpunkt, daß wegen des umfangreichen Landverbrauchs und erheblicher Eingriffe in die naturnahe Auenlandschaft die Umgehungen vermieden werden sollten.
Die Regierung von Niederbayern hat am 22. Dezember 1983 mitgeteilt, daß die Verlegung der Staatsstraße 2139 im Streckenabschnitt Hunderdorf-Steinburg den Erfordernissen der Raumordnung und Landesplanung entspricht, wenn folgende Maßgaben beachtet werden:
1. Die Umgehung von Hunderdorf soll auf der Raumordnungsstraße verwirklicht werden; jedoch nur dann, wenn ein werkehrlicher Bedarf für diesen Straßenneubau nachgewiesen werden kann.
2. Die Umgehung von Steinburg soll baldmöglich auf der Raumordnungsstraße verwirklicht werden. Nach Auffassung der Regierung soll also in Steinburg die große Umgehung erfolgen.“
Weiß
Landrat
Quelle: Bogener Zeitung, 04.01.1984


Große Investitionen im neuen Jahr
Gemeinde Hunderdorf gab 1,7 Millionen Mark für Baumaßnahmen aus — Dank für gute Zusammenarbeit
Hunderdorf .
Die Jahresabschlußsitzung des Gemeinderates Hunderdorf fand kürzlich im Gasthaus Gierl in Rammersberg statt. Dabei beschloß der Gemeinderat die Grenzregelung für das Gewerbegebiet „Thananger Straße“ sowie die Änderung des Bebauungsplanes „Apoig“ und „Bahnhofsiedlung-Erweiterung Ill“. Im anschließenden Jahresbericht gab Bürgermeister Härtenberger einen Rückblick über das abgelaufene Jahr, das aus Sicht der Gemeinde positiv verlaufen sei. Es wurden Investitionsmaßnahmen, durchgeführt in Höhe von rund 1.7 Millionen Mark, sagte er.
Bürgermeister Härtenberger legte dem Gemeinderat den Grenzregelungsveränderungsnachweis für das Gewerbegebiet „Thananger Straße“ vor. Der Gemeinderat beschloß, die neuen Grenzen festzusetzen, wie sie vom Vermessungsamt Straubing ausgewiesen wurden. Ebenso wurde der Quadratmeterpreis, auf dem der Flächenausgleich zu erfolgen hat, festgelegt.
Kenntnis nahm der Gemeinderat vom Deckblatt Nr. 8 des Bebauungsplanes „Apoig“ sowie vom Deckblatt Nr. 3 des Bebauungsplanes „Bahnhofsiedlung-Erweiterung III“. Der Gemeinderat billigt die Entwürfe und beschloß deren öffentliche Auslegung. Gleichzeitig wurde beschlossen, von der vorgezogenen Bürgerbeteiligung abzusehen, da sich die Änderungen auf das Plangebiet und die Nachbargebiete kaum auswirken. Die Deckblattänderungen beinhalten die Zulassung von Dachgaupen unter bestimmten Voraussetzungen, die Zulässigkeit von größeren Dachüberständen sowie Regelungen für Härtefälle. Zudem wurde in der Bahnhofsiedlung für ein Baugrundstück die Mindestgröße auf 500 Quadratmeter festgesetzt.
Härtenberger informierte den Gemeinderat über die Bewilligung von Zuschüssen des Landkreises. So wurden für den Unterhalt des schweren Atemschutzes der FFW Hunderdorf 800 Mark gewährt und für die Eigenmittel der Gemeinde zur Erschließung des Baugebietes „Thananger Straße“ eine Zuwendung von 16 000 Mark zugesagt. Weiterhin gab er den Prüfbericht des Bezirks-Kaminkehrermeisters wegen des Heizkamins im Lehrerwohn-haus Steinburg bekannt, worauf der Gemeinderat den Auftrag für die Verkleinerung des Kamin-durchmessers erteilte. Der Gemeinderat will ab April eine weitere ABM-Maßnahme beantragen. Im Zuge dieser Maßnahme sollen drei Arbeiter zusätzlich beschäftigt werden.
Nach dieser Arbeitssitzung hieß Härtenberger zu seinem Jahresbericht besonders Pfarrer Anton Högner, Schulleiter Alois Czerwenka und die Feuerwehrkommandanten sowie die Gemeindebediensteten, willkommen. In seinem Rückblick über das abgelaufene Jahr betonte das Gemeindeoberhaupt, daß im Haushalt keine Mehrausgaben zu verzeichnen seien. Besonders positiv wertete Härtenberger, daß die Gemeinde heuer 1,7 Millionen Mark investiert. Dabei nannte er besonders die Dachsanierung der Grundschule für 42 500 Mark, die Innenrenovierung der Kapelle in Hofdorf mit 40 300 Mark sowie die Restabwicklung für den Kindergarten-Neubau mit 22 600 Mark. Abgeschlossen sei ferner die Erschließung im Baugebiet „Hochfeld-Süd“ sowie der Gehweg am Quellenweg. Für den Straßenausbau Lindfeld seien 169 000 Mark ausgegeben worden, davon 70 000 Mark Zuschuß. Für Ausbesserungsarbeiten an Ortsstraßen seien zusätzlich 158 000 Mark aufgewendet worden. Der Bürgermeister nannte als weitere Maßnahmen die Erschließung des Breitfelder Weges/Eichenfeldstraße mit Ausgaben von rund 150 000 Mark und die Erschließung des Gewerbegebietes „Thananger Straße“ mit etwa 150 000 Mark. Als weitere Baumaßnahme führte Härtenberger den Bauhofneubau mit Ausgaben von 480 000 Mark an.
Insgesamt bewegte sich das Haushaltsvolumen auf rund 7,9 Millionen Mark, der Schuldenstand wurde weiter gesenkt, sagte er. So belaufe sich am Ende des Jahres 1983 die Pro-Kopf-Verschuldung auf 586 Mark, was erheblich unter dem Durchschnitt liege. „Wir sind den Aufgaben gerecht geworden und finanziell gut über die Runden gekommen“, sagte Härtenberger.
In seiner kurzen Ausschau auf das Jahr 1984 meinte er, daß weiterhin Investitionen notwendig sind, wobei jedoch der Haushalt aufgrund hoher Umlagen und verminderter Gewerbesteuer-Einnahmen besonders belastet werde. Hohe Investitionen können nicht getätigt werden, meinte Härtenberger. Als vordringliche Aufgaben nannte er die Fortführung der Straßenausbesserungsarbeiten Hunderdorf-Thananger-Bahnhof-Steinburg und in der Baugenossenschaftssiedlung sowie die weitere Ausweisung von Baugebiet im Anschluß an „Hochfeld-Süd“.
Abschließend stellte Härtenberger fest, daß das Jahr 1983 ohne große Schwierigkeiten abgeschlossen werden konnte und auch bestes Einvernehmen mit den Behörden und örtlichen Institutionen beherrschte. Schulleiter Alois Czerwenka und Pfarrer Högner betonten die angenehme Zusammenarbeit, mit Bürgermeister und Gemeinderat. 2. Bürgermeister Egon Weinzierl dankte dem Bürgermeister für das gute Miteinander im Gemeinderat sowie dessen Einsatz, durch den der Gemeinde Hunderdorf wieder ein erfolgreiches Jahr beschieden war.
Quelle: Bogener Zeitung, 05.01.1984


Der Leser hat das Wort:
„Landwirte kämpfen gegen Straße“
Aus Ihrem Bericht „Landwirte kämpfen gegen eine neue Straße“ gewinnt der unbefangene Leser den Eindruck, als hätten sich bekannte und allgemein sehr geschätzte Kommunalpolitiker wie Beamte inkorrekt verhalten. Wir waren z. B. bei etlichen öffentlichen Sitzungen zum Thema anwesend. Herr Bürgermeister Härtenberger sowie Herr Bauoberrat Kagel haben sich bei Schilderung der vorliegenden Gegebenheiten mit viel Geduld absolut sachlich, korrekt und vollkommen neutral verhalten. Jedesmal unterbrochen von der unsinnigen Fetzerei der Herren Ecker, Retzer und Gaudianhang. Dabei sind wir gleichfalls der Überzeugung, daß sich die Herren Hinsken und Weiß genau so sachlich, korrekt und zurückhaltend verhalten haben. Im Bericht wird nachträglich durch Provokation versucht, den Gemeinderat schwerstens zu belasten und damit zu beeinflussen. So gehen Volontäre ohne Faktensammlung nun üblicherweise vor, nur — das kann in’s Auge gehen! Denn nach ausreichender und persönlicher Beobachtung können wir das redliche und damit meinen wir pflichtgemäßm Verhalten des gesamten Gemeinderates nur anerkennend bestätigen.
Die Herren Ecker, Schötz und Retzer vertreten keinesfalls die Interessen der Steinburger Einwohner, wie man dem Bericht entnehmen sollte, sondern sie vertreten lautstark das Anliegen einiger Bürger der Ortschaft „Au v. Wald“. Mit der innerörtlichen Vertretung der Einwohner von Steinburg sind wir durch zahlreiche Unterschriften legitimiert. 108 Unterschriften von wahlberechtigten (! ) Bürgern liegen beim Straßenbauamt Deggendorf im Original vor. Wir können leichtens bei einer wiederholten Aktion die Unterschriftenzahl verdoppeln, denn jeder Einwohner weiß, es geht um seine und die Gesundheit seiner Kinder und Enkel.
Die Steinburger Bürger sind aus folgenden Gründen an einer Verlegung der Zubringerstraße „Trassenführung westliche Umgehung v. Au“ interessiert:
1. Das derzeitige Verkehrsaufkommen umfaßt bereits weit über 3 400 Fahrzeuge. Bei zu erwartendem Verkehrsaufkommen wird die Lärmbelästigung unerträglich zunehmen und die Abgase sich innerhalb einer so kleinen Ortschaft schädlich verdichten, gleichzeitig sich die Unfallträchtigkeit für ältere Bürger, Kinder, Feriengäste erheblich potenzieren.
2. Die sogenannte „kleine Lösung“, Abzweigung Gasthaus Solcher, ist schon planerisch als unglückliche Lösung zu bezeichnen, da die unfall-trächtigen Kurven nicht wesentlich entschärft werden und das erhöhte Verkehrsaufkommen keinesfalls aus dem Ortskern herausführt. Gebäudeabrisse müßten erfolgen, ein vollerwerbslandwirtschaftlicher Betrieb müßte entschädigt oder verrentet, gleichfalls ein nebenerwerbslandwirtschaftlicher Betrieb eingestellt werden. Vermieter, die mit ihren Mietern längerfristige Mietverträge geschlossen haben, müßten mit berechtigten Kündigungen und Schadenersatzforderungen rechnen. Gleichzeitig wäre dieser Wohnraum nicht oder nur zu schlechtesten Bedingungen vermietbar. In diesen Härtefällen könnte man von einer realen Existenzgefährdung sprechen!
3. Die „Trassenführung westliche Umgehung v. Au“ würde für Steinburg eine erhebliche Verkehrsentlastung bedeuten. Abgase könnten auch bei größter Verkehrsdichte ungehindert atmosphärisch verdunsten, der erheblich gesteigerte Motorenlärm einer Zubringerstraße dürfte wohl kaum die Ortschaft erreichen. Zudem entspräche diese Trassenführung modernen verkehrsplanerisch und ökologischen Gesichtspunkten.
Weiterhin zur Sachlage: Nach unseren Recherchen wären bei der von der Landesregierung und dem Straßenbauamt Deggendorf veranschlagten. Trassenführung nur ca. 16 Grundstückseigner betroffen — und nicht, wie lauthals beschrien, 25 bis 30 Anlieger. Hier sollte einmal exakt recherchiert werden!
Dabei ist interessant, daß von diesen Grundstückseigentümern 14 Nebenerwerbslandwirte sind und ihr Haupteinkommen bei der Fa. Nolte verdienen. Also von Existenzgefährdung kann kaum eine Rede sein, es sei denn, die Fa. Nolte macht Konkurs. Weiterhin haben wir aufgrund verschiedener Gegebenheiten entsprechende Fachleute befragt. Ergebnis: Nach vorliegendem Lageplan würden einige Grundstückseigentümer maximal nicht mehr als 100 Quadratmeter mit entsprechender Entschädigung einbüßen, wenn man von 6,50 Meter Straßenbreite plus Grabenabdämmung ausgeht. Davon könnte man keine, Ziege fett machen, geschweige der Ertrag könnte für eine Kuh als Beifutter reichen. Gutachten von Biologen und Forstleuten würden die Bodenbeschaffenheit „als nicht besonders ertragfähigen Boden“ abqualifizieren. Warum nun dieses Geschrei? Hier wird bewußt von etlichen Leuten Augenwischerei betrieben, um damit eine höchstliegende Vermarktung (Entschädigung) zu erzielen. Das ist einerseits menschlich verständlich, nur die Methoden sind unlauter und fragwürdig.
Nach den Aussagen im Bericht hätte es seit 30 Jahren keinen Unfall mehr gegeben! Aber rein oberflächlich rekapitulieren wir fünf Todesfälle, etliche Schwerverletzte, die ungezählten Blechschäden nicht zu rechnen. Wir sollten nicht mit Behauptungen, Verdächtigungen und mit Unflat herumwerfen, sondern gerade jetzt versuchen, ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis zu pflegen!
Interessengemeinschaft
Trassenführung westl. Umgehung v. Au
i. Bevollmächtigung
J. Errmann & K. Holmer
Quelle: Bogener Zeitung, 05.01.1984


Älteste Geschichte unserer Heimat
Über die Besiedlung unserer Gegend und des Bayerischen Waldes, der früher „Nortgau“ hieß, in vorgeschichtlicher Zeit, wissen wir nur wenig, da kaum Bodenfunde vorliegen. Das Gebiet des Bayer. Waldes war eine Urwaldwildnis, in der nur wenige Menschen in der Urzeit gelebt und gewohnt haben.
Bei der Erweiterung des Neukirchner Friedhofes im Jahre 1898 ist man auf eine unterirdische Wohngrube mit Gängen gestoßen, die aber weiter nicht untersucht worden ist. Nach Mitteilung des verstorbenen Bierbrauers Edbauer hat dieser bei der Erbauung des Bräuhauses in Obermühlbach eine ähnliche Wohngrube ausgegraben. So manche unterirdischen Gänge sind auch anderorts im Gebiete des Bayerischen Waldes zu finden. So bei Dietl in Unterwachsenberg und bei Höpfl in Autsdorf. Man nennt sie Schratzenlöcher (Schratt= Waldgeist); sie reichen zum Teil in die Frühzeit des Menschengeschlechtss zurück. Die meisten sind jedoch im Mittelalter entstanden und dienten als Unterschlupf bei kriegerischen Überfällen.
Die ältesten Bewohner unserer Gegend waren die Kelten, die keltischen Bojer. Viele Fluß- und Bergnamen stammen aus dieser Zeit. Namen wie Donau, Bogen, Böbrach, Menach, Kinsach sind keltischen Ursprungs.
Auf einem Acker des Schloßgutes Haggn, auf der Nußbaumhöhe, wurde ein Steinhammer aus der Steinzeit ausgeackert. Schloßpächter Kölnberger schenkte denselben dem historischen Museum in Straubing.
Romanische Namen suchen wir im Walde vergebens. Wir wissen, daß die Römer in den drei Jahrhunderten, in denen sie das Gebiet zwischen den Alpen und der Donau besetzt hielten, die Donau niemals dauernd überschritten haben. Nirgends hat sich die Spur einer Niederlassung auf dem linken Donauufer nachweisen lassen.
Als um die Mitte des 6. Jahrhunderts, in der Zeit der sogenannten Völkerwanderung, unsere Vorfahren die Bayuwaren, später Bayern, von Südosten her einwanderten, machten sie halt vor dem großen Nordwald. Als Urheimat der Bayern ist der böhmische Kessel anzunehmen. Nach ihrer Auswanderung bevorzugten sie im 5. Jahrhundert die bereits gerodeten Gebiete südlich der Donau. Von da an begann dann später die Besiedlung des rauhen Nordwaldes. In dieser Einwanderungszeit entstanden die ing-Orte: Pfelling, Winkling, Mariaposching. Diese Orte sind sehr alt. Die anderen Orte auf -ing sind später entstanden und liegen tiefer im Wald: Notzling, Höfling.
Das Gebiet des Bayerischen Waldes war demnach auch im 7. Jahrhundert, als das Flachland an der Donau schon stark besiedelt war, ein wildes, nur spärlich bewohntes Land, ein Waldland mit Urwäldern und Mooren.
Die ersten Pioniere und Kulturträger des Waldes waren die Mönche. Herzog Odilo (735-748) aus dem Hause der Agilolfinger gründete am Südrande des Nordwaldes das Kloster Pfaffenmünster (Münster). Dieses Kloster hat das Hauptverdienst für die Kultivierung und Besiedlung des Kinsachtales. Dann folgen in der Karolingerzeit die Klöster in Metten und Niederalteich. Die Kolonisationsarbeit dieser Klöster erschöpfte sich nicht in den Kulturen ihrer engeren Klöstergemarkung. Sie drangen immer mehr und tiefer in den Wald ein. Durch Brand- und Stockrodung schufen sie die ersten Voraussetzungen für eine spätere Ansiedlung von Menschen. Zu ihren Blockhütten gesellten sich bald die Siedlungen von Laien. Die Siedlungen aus dieser Zeit tragen Namen mit der Endung -dorf. Für die Gegend von Neukirchen durfte die Einführung des Christentums und für die Besiedlung das Kloster Metten in Betracht kommen.
Einen entscheidenden Schritt für die Besiedlung unseres Raumes hatten dann die Grafen von Bogen eingeleitet. Ihren Hauptsitz verlegten sie von Windberg nach Bogen, wo sie um 1100 eine Eigenkirche auf dem Bogenberg errichteten: Von da aus bauten sie sich in mühseliger Kleinarbeit einen Herrschaftsbereich auf, in dem sie mit ihren Ministerialen rodend und siedelnd in das Waldgebiet vorstießen. Sie gründeten die Klöster Oberalteich und Windberg und verschwägerten sich mit bedeutenden Königs- und Herzogsfamilien. Durch diese Bemühungen haben die Grafen von Bogen dem Lande Bayern das Waldgebiet nicht nur wirtschaftlich und kulturell erschlossen, sondern haben sich ein weiträumiges Grafschaftsgebiet erworben, das reich an Macht, Ansehen und Reichtum war. In dieser Zeit heiratete die Gräfinwitwe Ludmilla von Bogen den bayerischen Herzog Ludwig I., den Kelheimer. Durch die Verbindung dieser beiden Uradelshäuser gingen die weiß-blauen Rauten der Bogener in das Landeswappen ein.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 05.01.1984


Jahresabschlußzahlen 1983
Gemeinde, Geburten, Sterbefälle, Eheschließungen
Hunderdorf 29 (35), 37 (21), 20 (25)
Neukirchen 22 (19), 13 (15), 13 ( 8)
Windberg 10 ( 9), 14 ( 9), 10 ( 8)
VG-Bereich 61(31), 64 (45), 43 (41)
*) in Klammern die Zahlen des Vorjahres

Gemeinde, Einwohner 82, Einwohner 83, Einwohner +/-
Hunderdorf 2.797, 2.813, + 16
Neukirchen 1.464, 1.478, + 14
Windberg 810, 805, + 5
VG-Bereich 5.071, 5.096, + 25

Gemeinde, Beugesuche davon Vorbescheide, davon Tektur.
Hunderdorf 54 (70), 7 (4), 5 (8)
Neukirchen 35 (44), 3 (4), 8 (10)
Windberg 19 (19), 5 (1), 2 (3)
VG-Bereich 108 (133), 15 (9), 15 (21)

VG-Bereich: Ausstellung von Ausweisen und, Fischereischeinen:
Personalausweise: 232 (296)
Einzelreisepässe: 190 (174)
Familienpässe: 9 (8)
Kinderausweise: 56 (78)
Insgesamt: 487 (556)
Jugendfischereischeine: 7 (10)
Jahresfischereischeine: 1 (4)
5-Jahresfischereisch.: 18 (15)
10-Jahresfischereisch.: 5 (2)
Insgesamt: 31(31)
*) in Klammern die Zahlen des Vorjahres

Vom Standesamt:
Beurkundete Sterbefälle:
33 (davon 16 Sterbefälle Gemeinde Hunderdorf,
7 Sterbefälle Gemeinde Neukirchen
8 Sterbefälle Gemeinde Windberg
2 Sterbefälle von auswärtigen Gemeinden
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 05.01.1984


Fundmeldung
Hunderdorf – Am Donnerstag, dem 29. 12. 1983 wurde am Kirchberg (zur Reinigung) ein Geldschein gefunden. Der Verlierer kann diesen bei der Verwaltungsgemeinschaft Hunderdorf, Zimmer 1, abholen.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 05.01.1984


Anträge auf Gewährung der Gasölverbilligung sowie Bodenerhebung 1984
Hunderdorf/Neukirchen/Windberg
Ab sofort können alle Landwirte, die im Jahre 1983 Gasöl (Dieselkraftstoff) bezogen und diesen für landwirtschaftliche Arbeiten verbraucht haben, Antrag auf Gasölverbilligung stellen. Die Gasölrechnungen bzw. Lieferbescheinigungen sowie Bescheinigungen über Nachbarschaftshilfe und Maschinenringabrechnungen sind mitzubringen.
Das Auszahlungsverfahren wurde seitens des Landwirtschaftsamtes umgestellt. Der Verbilligungsbetrag wird in einer Summe (einmalige Zahlung) bis zum1. Juli des auf den Abrechnungszeitraum folgenden Jahres gezahlt. Neben der Umstellung des Auszahlungsverfahrens wurden weitere Änderungen vorgenommen: Der bisherige Antrag auf Anerkennung der Verbilligungsberechtigung entfällt. Der Landwirt braucht in Zukunft nur noch einen Antrag auf Gewährung der Verbilligung bis zum 15. Februar für das vorangegangene Kalenderjahr zu stellen. Gleichzeitig werden alle Landwirte im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft Hunderdorf mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von mindestens 1 ha gebeten, bezüglich der Bodennutzungshaupterhebung vorzusprechen.
Die Antragstellung erfolgt für die
Gemeinde Hunderdorf: ab sofort bis spätestens 31. 1. 1984 während der allgemeinen Dienstzeiten im Verwaltungsamt Hunderdorf
Gemeinde Neukirchen (einschl. Obermühlbach): ab sofort bis spätestens 31. 1. 1984 während der allgemeinen Dienststunden im Gemeindeamt Neukirchen
Gemeinde Windberg: jeden Mittwochnachmittag bis einschl. 1. 2. in der Außenstelle Windberg sowie während der allgemeinen Dienststunden bis 31. 1. 1984 im Verwaltungsamt Hunderdorf.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 05.01.1984


Bei der Gemeinde Hunderdorf gemeldete Veranstaltungen
Am 6. 1. 1984 Stammtisch Hunderdorf -Lintach: Hausball bei Schlecht/Plötz
Am 7. 1. 1984 FFW Gaishausen, Ball bei Solcher, Ehren
Am 13. 1. 1984 Frauenbund: Pfarrball im Gasthaus Baier-Edbauer
Am 14. 1. 1984 Bayerwaldverein: Ball bei Berger-Höfelsauer
Am 21. 1. 1984: FFW Au vorm Wald, Ball bei Wagner-Freudenstein
Am 28. 1. 1984: FFW Hunderdorf: Ball bei Sandbiller
Am 3. 2. 1984: Trachtenverein : Interner Ball bei Baier-Edbauer
Am 4. 2. 1984: FFW Steinburg: Ball bei Berger-Höfelsauer
Am 11.2. 1984: Sportverein : Ball bei Sandbiller
Am 18. 2. 1984: Bayerwaldverein: Interner Ball bei Sandbiller
EC Steinburg: Ball bei Wagner-Freudenstein
Am 25. 2. 1984: BRK Hunderdorf: Ball bei Wagner-Freudenstein
Am 2. 3. 1984: Trachtenverein: Faschingsball bei Berger-Höfelsauer
Am 5. 3. 1984: FFW Hunderdorf: Rosenmontagsball bei Baier-Edbauer
Am 25. 3. 1984: Trachtenverein: Generalversammlung
Am 22. – 25. 6. 1984: FFW Steinburg, Gründungsfest sowie Kirchweihfest Steinburg, Festwirt: Gottfried Höfelsauer
Am 3. – 6. 8. 1984: Volksfest Hunderdorf mit Festwirt Richard Weinzierl
Am 8. 12. 1984: Trachtenverein: Christbaumversteigerung bei Baier-Edbauer um 19.30 Uhr
Am 9. 12. 1984: Trachtenverein: Adventfeier bei Sandbiller um 14. Uhr
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 05.01.1984


Evang.-Luth. Kirchengemeinde Bogen
Gottesdienst in Hunderdorf, Friedenskirche, am Sonntag, dem 8. Jan. , 9 Uhr (Diakon Berger) Gemeindenachmittag „20 Jahre evang. Kirche Hunderdorf“ am Samstag, 21. Jan. 1984, ab 15 Uhr in der Friedenskirche.
Jugendarbeit in Hunderdorf: ab Schulbeginn wieder jeden Freitag, ab 16 Uhr fröhliche Jungscharstunde für alle Mädchen und Buben in der Kirchwohnung.
in Bogen: Mittwoch, 18. Jan. , 19 Uhr Jugendtreff für alle Konfirmierten im Jugendraum der Erlöserkirche in Bogen.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 05.01.1984


Besinnliche Feier der Sportlerfamilie- Gelungene Weihnachtsfeier der Schüler
Was Weihnachtsfeiern für einen Verein bedeuten können, zeigten die großen Besucherzahlen bei den Feiern des Hauptvereins und der Fußballschüler.
Vors. Heinz Hentschirsch konnte zur Weihnachtsfeier des Gesamtvereins eine äußerst stattliche Zahl von Mitgliedern begrüßen. Sein besonderer Gruß galt Diakon Schrank, 1. Bürgermeister Karl Härtenberger mit Gattin, 2. Bürgermeister Egon Weinzierl, den Gemeinderäten Xaver Diewald und Johann Schaubeck, dem 2. Vorsitzenden Hans Grill mit Gattin, Kassier Gerhard Scherz mit Gattin, Schriftführer Hans Fellinger, den Abteilungsleitern Josef Ammer, Max Leonhardt, Kornelius Klar, Jürgen Tanne, Adolf Reisinger. Hentschirsch wertete  die große Besucherzahl als Zeichen der Verbundenheit mit dem Verein.
Nachdem die Akkordeongruppe des Musikvereins Hunderdorf unter Leitung von E. Baumgartner den besinnlichen Teil eröffnet hatte, meinte der 1. Vorsitzende, daß die Anwesenheit Vorbereitungszeit auf Weihnachten sei, ganz gleich, ob man Weihnachten als weltliches oder dem Ursprung entsprechend als christliches Fest feiere. Es sei aber fraglich geworden, ob die Menschen bei soviel Hektik und Terminen noch die Ruhe finden, echte Adventseinkehr und Weihnachtsfreude zu empfinden. Zum Frieden in einer Sportlergemeinschaft gehörten Zusammenhalt der Mitglieder, das Verständnis für den anderen, Kameradschaft und Kollegialität. Der Vorsitzende gab seinem Wunsch darüber Ausdruck, daß diese Grundlagen des Vereinsfriedens weiterhin erhalten bleibe. Sein Dank am Ende der Begrüßungsworte richtete sich an alle Mitglieder, die Funktionäre, Gönner und Freunde des Vereins.
Als das Lied „Tochter Zion“ gespielt von der Akkordeongruppe, verklungen war, richtete Diakon Schrank (Pfr. Högner hatte sich aus gesundheitlichen Gründen entschuldigt) Gedanken zu Weihnachten an die Versammelten. Er stellte die Geburt Christi in den Mittelpunkt jeglicher Weihnachtsfeier. Könne man die Geburtstagsfeier eines Jubilars feiern, ohne daß er selbst etwas davon wisse, ohne daß er selber eingeladen sei? fragte Schrank. Er wünschte dem Verein Frieden und Erfolg.
Hermine Axinger las dann eine Weihnachtsgeschichte von Gertrud von Le Fort. Anschließend wurde es sehr ruhig; die jüngsten Mitglieder im Verein brachten ein musikalisches Krippenspiel zur Aufführung, welches Ingrid Hentschirsch einstudiert hatte. Gekonnt und voll bei der Sache sangen bzw. sprachen das hl. Paar, die Hirten, die Engel und die Könige ihre Lieder bzw. ihre Texte.
1. Bürgermeister Karl Härtenberger gab seiner Freude darüber Ausdruck über die gelungene Weihnachtsfeier des Sportvereins. Er sei immer gerne bei den Sportlern und wisse die Arbeit des Vereins zu schätzen. Er dankte allen für ihre Arbeit und überreichte den Fußballern einen Wettspielball. Mit dem Lied „O du fröhliche“ wurde der besinnliche Teil beendet.
Nach einem gemeinsamen Essen erschien der Nikolaus (H. Grill) mit seinem Krampus (G. Scherz). Er sprach in Versen die Vereinsführung und die Abteilungsleiter an. Er wußte aber auch über die einzelnen Sportler in den verschiedenen Abteilungen „Lob und Tadel“. Doch seinem Wesen entsprechend verteilte er auch Geschenke. Eine besondere Überraschung bedeutete es für die weiblichen Mitglieder, als sie vom Nikolaus mit einer roten Rose, überbracht von den Abteilungsleitern und organisiert von Rudi Höpfl, bedacht wurden.
Ebenfalls sehr zahlreich hatten sich die Gäste bei der Schülerweihnachtsfeier im Gasthaus Sandbiller eingefunden. Schülerleiter Josef Zitzelsberger konnte neben den Schülerspielern und Bambinos die Eltern, die Vorstandschaft, den Fußballabteilungsleiter und ganz besonders Pater Johannes Sinot begrüßen. Zitzelsberger gab zunächst einen Rückblick über die sportlichen Ereignisse. Dabei konnten recht ordentliche Zahlen über die Leistungen der Schüler genannt werden. Neben sportlichen Wettkämpfen wies der Verantwortliche der Schüler auch auf andere Veranstaltungen hin, die für die Schülerspieler etwas brachten: Zeltlager, Flohmarkt, Besuch des Hallenbades in Dingolfing.
Recht kindgemäß wandte sich P. Sinot an die jungen Kicker des SV Hunderdorf. Den Stall in Bethlehem verglich er mit der Schülermannschaft und verteilte die Aufgaben in entsprechender Weise. Die humorvolle, doch besinnliche Darstellung kam bei den Buben recht gut an. Kameradschaft und Zusammenhalten hob Pater Johannes, ehemals selber Schüler- und Jugendleiter im SV Hunderdorf, besonders hervor. 1. Vorsitzender Heinz Hentschirsch zeigte auf, daß der einzelne allein nichts schaffen könne, Streit untereinander ebenfalls nicht zum Gewinn eines Spieles beitrage. Den Eltern versicherte er, daß ihre Buben in der Schülerabteilung des SV Hunderdorf gut aufgehoben seien. Er dankte der Schülerleitung ganz besonders für ihren Einsatz und vergaß auch nicht allen Helfern für ihre Mühen Anerkennung auszusprechen. 2. Bürgermeister Egon Weinzierl überbrachte die Grüße und Wünsche des 1. Bürgermeisters und des Gemeinderates. Er schätze ebenfalls die Arbeit, gerade die Arbeit für die jungen Leute in der Gemeinde, die ein Sportverein übernommen habe und so ausgezeichnet wie der Sportverein Hunderdorf leiste. Nachdem die Schülerspieler ihre neue Spielkleidung und ihre neuen Freizeitanzüge, bei deren Anschaffung von der Schülerabteilung ein erheblicher Zuschuß geleistet wurde, vorgeführt hatten, begannen die Geschwister Schmelmer aus St. Englmar ihre musikalischen Darbietungen auf Zither, Hackbrett und Gitarre. Werner Zitzelsberger, Mitglied der Schülermannschaft, brachte weihnachtliche Weisen auf dem Akkordeon. Ein Krippenspiel hatten Erwachsene (Frauen der Abteilungsleiter und Betreuer) einstudiert und führten den Anwesenden das Weihnachtsgeschehen vor, wobei auch auf die Verhältnisse unserer Zeit angespielt wurde. Reichlicher Beifall belohnte alle, die zur Weihnachtsfeier beigetragen hatten, für ihre Mühen.
Gespannt waren die Buben auf das Erscheinen des hl. Nikolaus und Knecht Ruprecht (H. Grill, K. Grill), wußte doch dieser über jeden etwas. In einem mit viel Liebe gefertigten Säckchen waren die Gaben des Bischofs enthalten. Besonderes Lob und besondere Anerkennung spendete der hl. Besuch den Leuten, die sich um die Schülerarbeit große Verdienste im abgelaufenen Jahr erworben hatten. Neben Schülerleiter Josef Zitzelsberger, Trainer Hans Hüttinger, Bambini-Betreuer Josef Hainz und Anton Bogner, waren dies auch die Familie Buchs, die Familie Jobst, Marielle Zitzelsberger, Brigitte Ehrl, Hanna Hüttinger und Hans Greßler. Die Arbeit dieser Leute und anderer Helfer wurden auch vom 1. Vorsitzenden und vom Fußballabteilungsleiter gewürdigt. Die Buben selber überraschten ihre Leute mit Geschenken. 2, Bürgermeister Egon Weinzierl erhielt für seine gönnerhafte Art dem SV Hunderdorf gegenüber in Form einer Wandkachel eine kleine Anerkennung. Eine reichhaltige Tombola rundete neben einem Essen die äußerst gelungene Weihnachtsfeier der Schüler ab.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 05.01.1984


Ludwig Schmidbauer 70 Jahre alt
Am 20. 12. 1983 wurde Bäckermeister Schmidbauer 70 Jahre alt. Der gebürtige Alburger ist in Hunderdorf als tüchtiger Meister seines Faches und geschätzter Mitbürger bekannt. Noch heute hilft er im Betrieb seines Sohnes aktiv mit. Ludwig Schmidbauer war gerade in den Anfangsjahren des Sportvereins ein großer Gönner desselben. Auch heute sieht man den Jubilar als eifrigen Zuschauer am Fußballplatz. 1. Vorsitzender H. Hentschirsch und 2. Vorsitzender H. Grill überbrachten im Namen des Sportvereins die besten Glück- und Segenswünsche an den Jubilar.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 05.01.1984


Leichtathleten waren erfolgreich
Am vorletzten Lauf im Jahre 1983 nahmen die die Aktiven an einer Sportveranstaltung in Arnstorf teil. Acht Buben und Mädchen der Leichtathletikabteilung LC Tanne im SV Hunderdorf beteiligten sich dabei und errangen folgende Plätze: Schüler A: Martin Kraus 5. Platz, Schießl Thomas 6. Platz, Martin Tanne 11. Platz.
In der Mannschaftswertung erreichten die drei Läufer sogar den 1. Platz.
Weibliche Jugend B: Rosi Schlecht 4. Platz, Silvia Schießl 5. Platz. Der jugendliche Josef Schießl errang in seiner Altersgruppe den 2. Platz. Josef Schießl ist derzeit der beste Mittelstreckler.
Eine besondere Auszeichnung konnte das Aushängeschild der Hunderdorfer Leichtathleten, der Hochspringer Stefan Kraus, erfahren. Bei der Weihnachtsfeier des Gesamtsportvereins wurde ihm, der gerade von einem Sichtungslehrgang aus München zurückgekommen war, vom 1. Vorsitzenden die Ehrennadel in Gold vom Deutschen Leichtathletikverband überreicht. Stefan Kraus wird auch im nächsten Jahr weiterhin für den SV Hunderdorf starten. Dabei wird er auch vom Gesamtverein eine materielle Unterstützung erfahren. In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt, daß die Gemeinde Hunderdorf einen Zuschuß in Höhe von 300 DM zur Unterstützung des Spitzensportlers gewährt. Stefan Kraus muß zu seinen Wettkämpfen oftmals hunderte von Kilometern fahren und hat einen Trainingsplan vorliegen, der ihm tägliches Training vorschreibt. Von dieser Betrachtung aus sei es dem jungen Sportier vergönnt, wenn ihm unter die Arme gegriffen wird.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 05.01.1984


SV Neukirchen-Steinburg e.V.
Harmonische Weihnachtsfeier des SVN

Mit „Oh du fröhliche …“ begannen die Sportler heuer ihre Weihnachtsfeier im Gasthaus Hiebl. Die zahlreich erschienenen Mitglieder trugen alle zu einem recht harmonischen Verlauf dieser Feier bei. Nach der Begrüßung durch Vorstand Manfred Meier wurde für das leibliche Wohl gesorgt. Gut gestärkt erwartete man den Weihnachtsmann. In netter Versform wurden die Funktionäre getadelt oder gelobt. Auch Knecht Rupprecht war dabei. Er mußte so manchem seine Rute zeigen. Doch, so hatte  der Nikolaus zu berichten, haben sich alle sehr große Mühe gegeben und er brauchte keinen mitzunehmen. Anschließend verteilte der Nikolaus an alle nette Päckchen. Trainer Dindaß hielt im Anschluß eine kleine Rückschau. In seiner Rede lobte er vor allem den großen Trainingsfleiß, der Voraussetzung für den Erfolg ist. Der lustige Einakter der Jugendrotkreuzgruppe Neukirchen mußte leider wegen Krankheit abgesagt werden. Im anschließenden „Hörer-Wunschkonzert“ erfüllte der hervorragende Alleinunterhalter Edenhofer Ludwig, der die Weihnachtsfeier musikalisch umrahmte, die Musikwünsche der Anwesenden.
SVN-Informationen
Herzlichen Dank an alle Mitglieder und Freunde des SVN, sowie die Organisatoren, die die Christbaumversteigerung wieder einen vollen Erfolg werden ließen. Sollte der SVN im Hallenturnier in Straßkirchen die Endrunde erreichen, so wird am 6. 1. 1984 (HI.-Drei-König) um den Turniersieg gespielt.
Am 17. 2. 1984 geht’s auf zum Sportlerball mit den Bavarian Flippers und einer großen, reichhaltigen Tombola.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 05.01.1984


Der Leser hat das Wort:
„Landwirte kämpfen gegen Straße”
Wenn auch im Leserbrief von Errmann und Holmer behauptet wird, der Großteil der Bürger von Steinburg sei für eine Umgehungsstraße westlich von Au, bedauere ich sehr, daß die Regierung von Niederbayern den Einwänden des Landratsamtes, des Regionalplanungsausschusses, des Bayerischen Bauernverbandes und anderer nicht entsprochen hat. Ich habe stets den Standpunkt vertreten, Umgehungsstraßen sollten da gebaut werden, wo Verkehrsaufkommen zusammen mit den innerörtlichen Verhältnissen dies gebieten. In allen anderen Fällen sind auch Bundes- und Staatsstraßen dazu da, um Orte aneinanderzubinden. In Aiterhofen waren bis Ende der sechziger Jahre Bundesstraße 8, Bundesstraße 20 und Zielverkehr Stadt Straubing auf einer Straße durch das Dorf vereinigt. Trotz erheblicher Grundstücksopfer, die uns Landwirten aufgebürdet wurden, haben wir zum Umgehungsstraßenbau nicht nein gesagt, weil sonst Aiterhofen im überörtlichen Verkehr erstickt wäre. In Steinburg aber wäre, meines Erachtens, die sog. kleine Lösung ausreichend und in Hunderdorf reicht die jetzt benutzte, früher gebaute Umgehungsstraße, vollkommen aus. Straßen seien Lebensadern für Orte und nicht Begrenzungslinien. So klärte uns 1960 im Straubinger Rathaus der damalige Leiter des Straßenbauamtes Deggendorf, OBR Füßl, auf den Einwand hin, daß Straubing und Alburg über die neue B 8 hinweg bald zusammenwachsen werden, auf. Ganz besonders möchte ich aber die Landwirte vor dem Vorwurf in Schutz nehmen, sie wollten durch Widerstand nur erreichen, daß die Grundstücke möglichst teuer und die Entschädigungen sehr hoch werden. Im Bereich von Hunderdorf wird durch Übungsplatzerweiterung, durch Autobahnbau und durch Wohn- und Gewerbegebietsausweisung soviel landwirtschaftlicher Grund verbraucht, daß es kein Wunder ist, wenn die Landwirte vor neuen Inanspruchnahmen die Gänsehaut bekommen.
Ich habe kürzlich beim Bauernjahrtag in Neukirchen darauf hingewiesen, daß in der Bundesrepublik heute kaum noch 20 Ar landwirtschaftlicher Nutzfläche auf einen Kopf der Bevölkerung treffen. Wehe, wenn wir die Landwirtschaft vernachlässigen wollten und die Zulieferung vom Ausland her nicht mehr gegeben wäre!
Auch weiß ich als Betroffener, welche unabänderlichen Folgen der Umgehungsstraßenbau durch Grundstücksdurchschneidungen, Unterbindung des natürlichen Wasserabflusses, Einfließen des Regenwassers von der undurchlässigen Straße in die Felder, usw. mit sich bringt.
Die Verhinderung der Luftverschmutzung durch Autos muß anders gelöst werden, als durch den Bau von Umgebungsstraßen; und die Verkehrsunfälle und die Verkehrstoten vermindert man erfahrungsgemäß durch den Bau von Umgehungsstraßen nicht.“
Franz Buchner
Stellv. Landrat und Kreisobmann
des Bayer. Bauernverbandes
Quelle: Bogener Zeitung, 06.01.1984


IN DIESER WOCHE
Trassen—Debatte
Es geht um das von der Regierung von Niederbayern abgeschlossene Raumordnungsverfahren für die Verlegung der Staatsstraße 2139 im Bereich Hunderdorf/Steinburg: Dessen Ergebnis und die landesplanerische Beurteilung dazu veröffentlichten wir in der Ausgabe vom 22. Dezember. Sind schon im Laufe dieses Verfahrens viele Möglichkeiten einer demokratischen Rechtsordnung — Informationsveranstaltungen, Ortstermine, Anhörung von Bürgern, Interessengemeinschaften, Gemeinderäten und Bürgermeistern u. a. — angewandt und das (oft genug gegensätzliche) Vorgebrachte beim Abwägen aller landesplanerischen Vorgaben berücksichtigt worden, so setzte sich nach dieser Veröffentlichung der demokratische Meinungsprozeß fort: Die Debatte über das Thema war längst nicht ausgestanden, man beugte sich keineswegs ergeben dem obrigkeitlichen Urteil! Und da waren einige, die sich „hilfesuchend“ an die Heimatzeitung wandten, um ihre Meinung über die Biertischkante hinweg kundtun zu können .. .
So kam es zur Reportage in unserer Silvesterausgabe mit dem Titel: „Landwirte kämpfen gegen eine neue Straße“. Ihr folgte in dieser Woche eine Reihe von Leserbriefen, im Inhalt teilweise zur Sache, teilweise aber auch kritisch in bezug auf Form und Inhalt dieser Reportage. Dazu eine Anmerkung: Nachricht/Bericht, Reportage, Kommentar — das sind drei Paar Stiefel. Haben sich Nachricht und Bericht ausschließlich an Tatsachen zu halten ( „objektiv“), kann die Reportage durchaus eine Mischung von Tatsachen, persönlichen Eindrücken und daraus folgernder eigener Meinung („subjektiv“) des Autors sein, was schon durch volle (bekennende) Namensnennung des Autors, Redakteurs oder Berichterstatters deutlich wird. Wie im Kommentar ohnehin, können sich auch in der Reportage zur eigenen Meinung des Autors durchaus „polmische“ (kriegerische) und „provokatorische“ (herausfordernde) Elemente gesellen, eben um die Gegenseite zu „provozieren“, sich ebenfalls der Öffentlichkeit zu stellen und damit den Meinungsprozeß fortzusetzen.
Daß sich das Medium Tageszeitung (Medium = Mitte, Vermittler) zum öffentlichen Austausch von Meinungen (Debatte, Diskussion) geradezu anbietet, hat die Leserbrief-Reaktion auf diese Silvester-Reportage wieder einmal deutlich gezeigt. Und wenn sich dabei auch emotionelle, kritische, gelegentlich auch bissige Bemerkungen einschlichen, so bleiben diese Reaktionen im Kern doch der Sache dienlich. Denn noch ist ja das Raumordnungsverfahren nicht gleichzusetzen mit Baubeginn der Straße, noch bestehen Auflagen, noch gibt es rechtliche und gesetzliche Möglichkeiten im Rahmen dieser Trassen-Debatte, die Dinge so zu steuern, daß letztlich der Mehrheit gedient ist.
Die Leserbriefe in dieser Woche haben erkennen lassen: Bürgermeister Härtenberger und der Gemeinderat von Hunderdorf, Landrat Weiss und das Landratsamt sowie eine Interessengemeinschaft von Steinburg sind gegen die Raumordnungstrasse, eine andere dafür. Auch die meisten betroffenen Grundstücksbesitzer sind dagegen, daß Straßenbauamt Deggendorf und die Regierung von Niederbayern sind dafür. Das Spektrum der Meinungen und die Möglichkeit, sie öffentlich vorzutragen, sind doch bemerkenswerte Elemente einer lebendigen Demokratie! Die Wahrung der Würde des Andersdenkenden freilich auch!
Mit großer Wahrscheinlichkeit werden die Autofahrer aus Straubing, aus dem Gäu, über-haupt alle, die von Süden — vom nächsten Jahr also auch von der Autobahnausfahrt Bogen — her kommen, herzlich und für alle Zeiten dankbar sein, wenn sie in Hunderdorf und Steinburg nicht auf „fünfzig“ herunter und mit größter Aufmerksamkeit fünf zum Teil unübersichtliche Kurven in beiden Ortschaften durchsteuern müssen. Die Nicht-Hunderdorfer und Nicht-Steinburger freilich kann man nicht befragen. Aber, bitte, das ist ja auch nur ein Aspekt in dieser Trassen-Debatte.
Fritz Röhn
Quelle: Bogener Zeitung, 06.01.1984


Gemeinderats-Kandidaten stehen fest
CSU – Freie Wähler stellen Liste für Gemeinderat Sepp Breu ist Bürgermeisterkandidat
Hunderdorf.
Bei einer weiteren Nominierungsversammlung der „CSU – Freie Wähler“ im Gasthaus Baier-Edbauer konnte CSU-Ortsvorsitzender und Bürgermeisterkandidat Sepp Breu eine ausgewogene Bewerberliste für den Gemeinderat vorstellen, die dann auch mit großer Mehrheit angenommen wurde. Breu rief zur Geschlossenheit und zu sachbezogener Gemeindepolitik im Interesse der weiteren Fortentwicklung der Gemeinde auf.
Eingangs legte Breu eine vorbesprochene Bewerberliste für den Gemeinderat vor, die er als „soweit wie möglich ausgewogen“ in der Alters-, Berufs- und Gebietsstruktur bezeichnete. Breu rief dazu auf, Geschlossenheit zu zeigen. Es gelte, die Gemeinde auch weiterhin mit Umsicht und Sorgfalt zu leiten. Der Wahlvorschlag CSU – Freie Wähler solle das Vertrauen der Bürger erhalten, damit auch nach dem 18. März mit entsprechender Mehrheit die kontinuierliche Entwicklung der Gemeinde gewährleistet sei. CSU-Bezirksgeschäftsführer Josef Zängl bemerkte, daß die Bewerber auf der Liste Einsatz, Leistung und Können mitbringen. So könne gute Arbeit für die Gemeinde und ihre Bürger geleistet werden. Die Kandidatenliste der „CSU und Freien Wähler“ lautet wie folgt: 1. Karl Härtenberger sen., Hunderdorf; 2. Josef Breu, Hunderdorf; 3. Hans Hamberger, Lintach; 4. Heidi Watzl, Hunderdorf; 5. Johann Petzendorfer, Wegern; 6. Xaver Groß, Hofdorf; 7. Johann Altschäffl, Lintach; 8. Josef Baier, Hunderdorf; 9. Jürgen Tanne, Hunderdorf; 10. Helmut Piening, Hunderdorf; 11. Franz Baumgartner, Ebenthann; 12. Ferdinand Hartmannsgruber, Hunderdorf; 13. Heribert Wirth, Hofdorf; 14. Josef Hornberger jun., Starzenberg; 15. Josef Ziesler, Hunderdorf; 16. Xaver Anleitner, Hunderdorf; 17. Johannes Mauermayer, Schafberg; 18. Johann Söldner, Hunderdorf; 19. Josef Ahartinger, Hunderdorf; 20. Alfons Riedl, Lintach; 21. Roswitha Häringer, Au vorm Wald; 22. Ludwig Schuhbauer, Hoch; 23. Josef Diewald, Ellaberg; 24. Horst Hagn, Hunderdorf; 25. Josef Bugl, Hunderdorf; 26. Waldfriede Holzapfel, Steinburg; 27. Josef Schuhbauer, Lindfeld; 28. Xaver Hagn, Hunderdorf.
Quelle: Bogener Zeitung, 09.01.1984


Für fairen, sachlichen Wahlkampf
Freie Wählergemeinschaft Hunderdorf-Steinburg-Gaishausen stellte Kandidatenliste auf
Hunderdorf/Steinburg/Gaishausen.
Einstimmig wurde bei einer weiteren öffentlichen Versammlung der Freien Wählergemeinschaft Hunderdorf-Steinburg-Gaishausen im, Gasthaus Josef Solcher in Wegern die Bewerberliste für den Gemeinderat angenommen. Den zwölf Gemeinderatskandidaten aus Hunderdorf, den zehn aus Steinburg und den sechs Kandidaten aus Gaishausen gaben die 61 Stimmberechtigten ihre einhellige Zustimmung.
Johann Feldmeier, der die Liste wieder anführt, betonte, es gelte einen fairen Wahlkampf zu halten, sachlich zu bleiben und keine Personen anzugreifen. Mit über das Abstimmungsergebnis kann sich der Bürgermeisterkandidat der FWG, Egon Weinzierl, freuen, der in der Geschlossenheit einen starken Rückhalt in der Auseinandersetzung mit dem Gegenkandidaten der CSU-Freien Wähler um das Bürgermeisteramt, Sepp Breu, sieht.
Bei der Aufstellung der Listenplätze für die Gemeinderatskandidaten der FWG in der Gemeinde Hunderdorf wurde auf Ausgewogenheit für die Orte Hunderdorf, Steinburg und Gaishausen geachtet, die mit zwölf, zehn und sechs Gemeinderatskandidaten sich am 18. März 1984 dem Wählervotum stellen werden. Feldmeier betonte, daß es unter diesen Orten keine Reibereien geben dürfe. Jeder Kandidat solle in seinem Bereich werben. Nachdem in diesem Gemeinderat vier Kandidaten der FWG beim ersten Anlauf als Gemeinderäte gewählt worden seien, seien diesmal bei entsprechendem Zusammenhalt wie vor Jahren nun mit einem eigenen Bürgermeisterkandidaten, der Zugkraft Egon Weinzierls, weitere Erfolge möglich. Rupert Kronfeldner, der diesmal aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kandidiert, betonte, daß die anfangs gegenüber Weinzierl gezeigte Skepsis abgebaut sei. Beifall fand Feldmeiers Vorschlag, die Kandidaten für das Amt des Landrats wieder zu einer gemeinsamen Diskussion einzuladen.
Die Freie Wählergemeinschaft Hunderdorf-Steinburg-Gaishausen hat folgende Kandidatenliste einstimmig aufgestellt: 1. Hans Feldmeier (St), 2. Egon Weinzierl (G), 3. Georg Spielbauer (Hu), 4. Josef Helmbrecht jun. (Hu), 5. Franz Retzer (St), 6. Max Fendl (G), 7. Josef Aumer (Hu), 8. Josef Schießl (St), 9. Max Höcherl (G), 10. Ludwig Fellinger (H), 11. Walter Sagstetter (St), 12. Alois Winter (H), 13. Johann Dietl (G), 14. Manfred Mauermayer (St), 15. Adolf Ecker (Hu), 16. Josef Kronfeldner (G), 17. Johann Fuchs (St), 18. Ludwig Berger (Hu), 19. Helmut Waas (G), 20. Johann Kraus (St), 21. Johann Häusler (Hu), 22. Gerhard Kronfeldner (St), 23. Max Hornberger (Hu), 24. Johann Breu jun. (St), 25. Franz Hafner (Hu), 26. Alois Freudenstein (St), 27. Heinrich Schwürzinger (Hu) und 28. Franz Schedlbauer (Hu). Ersatz sind: 29. Heinrich Schießl (St), 30. Josef Drexler (Hu) und 31. Ludwig Bugl (G). Als Vertrauensmann fungierte Gerd Altmann, als Ersatz Heinrich Schießl.
Quelle: Bogener Zeitung, 11.01.1984


Der Leser hat das Wort:
„Ziel: Landverbrauch gering halten“
Der am 31. 12. 1983 im Straubinger Tagblatt veröffentlichte Artikel „Landwirte kämpfen gegen eine neue Straße“ stellt die Position der Gegner einer Umgehung von Steinburg im Zuge der Staatsstraße 2139 dar. Er war Anlaß zu einer noch andauernden Leserbriefaktion, bei der sich Gegner und Befürworter der neuen Trasse sowie eine Reihe von maßgebenden Kommunalpolitikern unseres Raumes äußerten. Im Interesse einer umfassenden Information der Öffentlichkeit möchte sich nun auch das Straßenbauamt Deggendorf als Planungsträger zu Wort melden und die Fakten zur Notwendigkeit, zu den Auswirkungen und zur Vorgeschichte der geplanten Umgehungsstraße darlegen.
Zur Verkehrsbedeutung der St 2139 ist festzustellen, daß sie einen wichtigen Teil des Mittleren Bayerischen Waldes mit den Zentren Lam, Viechtach und Sankt Englmar mit dem Donautal und den von dort in Richtung Regensburg/Nürnberg, Passau und München/Landshut weiterführenden überregionalen Verkehrsachsen verbindet. Besonders wichtig ist sie dabei für die Erschließung des Fremdenverkehrsgebietes um Sankt Englmar. Entsprechend der Funktion und Netzlage der Staatsstraße liegt die Verkehrsbelastung erheblich über dem bayerischen Durchschnitt und beträgt bereits heute im Steinburg nahezu 4 000 Kraftfahrzeuge pro Tag. Es ist zu erwarten, daß mit dem Lückenschluß Straubing-Deggendorf im Zuge der Autobahn A 3 Regensburg — Passau 1984 und der Eröffnung der im Bau befindlichen Donaubrücke bei Hofweinzier der Verkehr erheblich zunehmen. wird. Als Ursache hierfür sind einerseits Verkehrsumlagerungen im Netz, andererseits der Attraktivitätsgewinn des über die St 2139 erschlossenen Fremdenverkehrsgebietes aufgrund der besseren Erreichbarkeit, insbesondere auch für Gäste aus dem Nürnberger und Landshut/Münchner Raum, zu nennen.
Zur Aufnahme dieses Verkehrs ist die über ein Kilometer lange, kurvenreiche und zum Teil enge und unübersichtliche Ortsdurchfahrt Steinburg nicht geeignet. Zahlreiche Zufahrten, mehrere scharfe Kurven und unübersichtliche Kreuzungen beziehungsweise Einmündungen und die nah am Fahrbahnrand stehende Bebauung beeinträchtigen nicht nur die Flüssigkeit, sondern vor allem auch die Sicherheit des Verkehrs. Besonders gefährdet sind die Fußgänger und Radfahrer. Beim Gasthaus Solcher befindet sich eine Unfallhäufungsstelle, die bei der alljährlichen Überprüfung im Rahmen der Verkehrsschau regelmäßig Anlaß zu Überlegungen über mögliche Abhilfemaßnahmen ist. Die Meinung, daß sich in der Ortsdurchfahrt seit 30 Jahren keine Unfälle mehr ereignet hätten, entspricht daher nicht den Tatsachen. Allein in den letzten sieben Jahren, von 1977 bis 1983, sind hier 66 Unfälle mit 29 Verletzten und einem Toten passiert.
Neben der Verkehrssicherheit ist für die Anwohner der gesamten Ortsdurchfahrt von Hasenquanten über Wegern bis Steinburg besonders die Umweltsituation beeinträchtigt. Etwa 50 Anwesen liegen nach den Feststellungen des Straßenbauamtes in einem Abstand von weniger als 42 Metern von der Straße und sind damit einem nächtlichen Lärm ausgesetzt, der über dem für Wohngebiete zulässigen Immissionsgrenzwert von 52 dB liegt. Dazu kommt die Belästigung durch die Fahrzeugabgase, die im Bereich dichter Bebauung in Folge der mangelhaften Durchlüftung langsamer abgebaut werden.
Die ungünstigen Verhältnisse in der Ortsdurchfahrt Steinburg haben schon Anfang der 60er Jahre zu Überlegungen über eine Herauslegung der Straße aus dem Ort geführt. Die vom Straßenbauamt anfangs geplante ortsnahe Westumgehung, die zwischen Au v. W. und Steinburg vorgesehen war, stieß jedoch bei den Betroffenen und der Gemeinde auf großen Widerstand und wurde nach einer Eingabe von Bürgern und Gemeinderäten an den Beschwerdeausschuß des Bayerischen Landtages endgültig aufgegeben. Daraufhin wurde eine beide Ortschaften im Westen umgehende Trasse erarbeitet, die der jetzigen Raumordnungstrasse entspricht. Sie wurde 1970 nachrichtlich in den Flächennutzungsplan der früheren Gemeinde Steinburg aufgenommen, der auch heute noch rechtsverbindlich ist. Die Gemeinde richtete ihre Bauleitplanung auf die neue Trasse aus. Sie wies den Bereich der früheren ortsnahen Trasse als Baugebiet aus und ließ ihn teilweise zubauen.
In den Raumordnungsunterlagen war als Alternative zur großräumigen Westumgehung lediglich eine kleinere Straßenverlegung zwischen dem Gasthaus Solcher und der Abzweigung nach Mitterfels enthalten. Diese Trasse war bereits vor über 20 Jahren vom früheren Landkreis Bogen als damaligem Straßenbaulastträger untersucht worden, wurde aber vom Straßenbauamt wegen gravierender Nachteile nicht weiterverfolgt.
Gegen diese, von der Interessengemeinschaft gegen die Westumgehung empfohlene Verlegung, sprechen aus der Sicht des Straßenbauamtes insbesondere folgende Gründe:
• Auf etwa 0,8 Kilometer Länge würde die Straße weiterhin in der Ortsdurchfahrt beziehungs-weise im bebauten Gebiet verlaufen, so daß die Nachteile in bezug auf Unfallsituation und Verkehrslärm erhalten blieben
• Am nördlichen Ortsausgang von Steinburg bei der Kreuzung mit der alten Staatsstraße sowie beim Gasthaus Solcher würden neue Kreuzungen beziehungsweise Einmündungen mit mangelhaften Sichtverhältnissen entstehen. Wegen der zu erwartenden höheren Geschwindigkeiten wäre hier mit einer stärkeren Unfallgefahr zu rechnen
• Die Straßenverlegung würde in unmittelbarer Nähe der bestehenden Bebauung beziehungsweise mitten durch ein vorgesehenes Baugebiet verlaufen. Die Anzahl der vom Lärm belästigten Anwesen würde sich daher gegenüber der bestehenden Straße noch erhöhen
• Aufgrund der zügigen Einfahrt in die verbleibende Ortsdurchfahrt zwischen Wegern und Hasenquanten besteht die Gefahr von regelmäßigen Überschreitungen der zulässigen Geschwindigkeit. Es ist daher zu befürchten, daß sich die Zufahrt zum Ortsteil Au v. W., die in einer unübersichtlichen Innenkurve liegt, zum neuen Unfallschwerpunkt entwickeln würde
• Die bauliche Entwicklung beiderseits der Staatsstraße würde durch den Lärm der vom starken Durchgangsverkehr belasteten Straße beeinträchtigt werden. Außerdem hätte diese Trasse einen erheblichen Trennungseffekt für die Orte Steinburg und Au v. W.
• Es müßten Gebäude abgebrochen werden, und aus Hochwasserschutzgründen wäre ein auf-wendiges 140 Meter langes Brückenbauwerk über den Bogenbach notwendig. Dadurch entstünden fast genauso hohe Kosten, wie bei der Raumordnungstrasse. Der entstehende Straßenzug hätte aber trotz dieser Aufwendungen nur geringe Verkehrsqualität, so daß die sogenannte kleine Verlegung auch aus wirtschaftlichen Gründen nicht vertretbar ist.
Im Raumordnungsverfahren hat die Regierung von Niederbayern in einem eingehenden und gründlichen Verfahren alle im Zusammenhang mit dem Straßenbauprojekt erkennbaren Probleme überprüft. Der sorgfältige und umfassende Abwägungsprozeß drückt sich allein schon im Umfang der landesplanerischen Beurteilung von 18 Seiten aus. Dabei hat sich bestätigt, daß die Westumgehung auf der Raumordnungstrasse die einzige brauchbare Lösung darstellt. Um allen Belangen soweit wie möglich Rechnung zu tragen, wurde von der Regierung eine Reihe von Maßgaben festgelegt, die vom Straßenbauamt bei der Detailplanung zu berücksichtigen sind. Außerdem wurden in einem sonst nicht üblichen Anhang dem Straßenbauamt weitere Hinweise für die Planung gegeben.
Nach den Ermittlungen des Straßenbauamtes werden für die Straßenbaumaßnahme insgesamt etwa 3,6 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche benötigt, die im Eigentum von rund 30 Landwirten stehen. Um die Nachteile für die Agrarstruktur und den Flächenverlust für den einzelnen Landwirt möglichst gering zu halten, verlangt die Regierung in der landesplanerischen Beurteilung die Durchführung einer Unternehmensflurbereinigung. Das Straßenbauamt strebt an, schon vor Einleitung der Einleitung der Flurbereinigung in möglichst großem Umfang Ersatzflächen zu erwerben, damit der Landabzug klein gehalten werden kann. Auch darüber hinaus wird sich das Straßenbauamt bemühen, den Belangen der betroffenen Landwirte, des Naturschutzes und der Jagd im möglichen Umfang Rechnung zu tragen. Zielvorstellung ist dabei, mit einer flächensparenden Planung den Landverbrauch gering zu halten und die Straße durch Vermeidung hoher Dämme und tiefer Einschnitte sowie durch standortgerechte Bepflanzung harmonisch in die umgebende Landschaft einzubinden.
Das Straßenbauamt hofft, mit dieser Darstellung zur Versachlichung der Diskussion beitragen zu können und die Einsicht in die Notwendigkeit der Umgehungsstraße für Steinburg zu fördern.
Lazar,
Baudirektor
Quelle: Bogener Zeitung, 13.01.1984


Franz Kleikamp kandidiert wieder
Versammlung der CSU und Freien Wählergemeinschaft Windberg in Irensfelden
Windberg.
Am Donnerstag wurden im Gasthaus Hilmer in Irensfelden der Bürgermeisterkandidat sowie die Gemeinderatskandidaten der CSU und der Freien Wählergemeinschaft aufgestellt. Die Versammlung war gut besucht.
Bürgermeister Kleikamp gab einen kurzen Überblick über die letzte Ligislaturperiode und erwähnte besonders den Bau der Fernwasserversorgung sowie den Ausbau der Straßen Irensfelden-Netzstuhl und Meidendorf. Dank der Unterstützung von Landrat Weiß seien diese Maßnahmen ermöglicht worden. Ferner wies Kleikamp auf die Renovierung der Kapelle Heilig-Kreuz und der Nepomuk-Kapelle in Windberg hin. Diese beiden Objekte konnten durch Zuschüsse saniert werden, ohne daß die Kasse der Gemeinde belastet wurde, sagte er. Weiterhin erwähnte er den Kauf eines Unimogs und eines Feuerwehrautos für die Gemeinde Windberg.
Für die kommende Legislaturperiode stellte der Bürgermeister schwerpunktmäßig die Erweiterung des Orts- und Wegenetzes im Rahmen der Flurbereinigung sowie die Dorferneuerung in Aussicht. Bei einem Besuch im Bayerischen Landwirtschaftsministerium sei ihm bestätigt worden, daß die Finanzierung der Straße vom Haimerlhof -Feiertaghof nach Irensfelden gesichert sei. Auch für die Dorferneuerung würden ihm hohe Zuschüsse von derzeit 70 Prozent der Gesamtkosten bereitgestellt. Weitere Zuschüsse sind aus dem Fond des Zonenrandgebietes, dem Amt für Denkmalpflege und dem Bezirksrat zu erwarten, so daß auf die Bevölkerung nur eine minimale Belastung zukommen werde.
Abschließend bat Kleikamp um weiteres Vertrauen für sich und seine Gemeinderatskollegen. Sie wollen ihre Arbeit so erfolgreich fortsetzen, wie sie es in den letzten elfeinhalb Jahren unter Beweis gestellt haben, betonte er. Der vorgelegte Wahlvorschlag wurde von der Bevölkerung einstimmig angenommen. Bürgermeisterkandidat bleibt Franz Kleikamp, er führt zu-gleich die Liste der Gemeinderatskandidaten an. 2. Helmut Feldmeier (Maurermeister), 3. Helmut Haimerl (Landwirt), 4. Josef Wurm (Landwirt), 5. Martin Mühlbauer (Kfz-Meister), 6. Hans Schmidbauer (Student), 7. Josef Fischer (Polizeibeamter), 8. Josef Diewald (Wirtschaftsingenieur), 9. Alfons Haimerl (Landwirt), 10. Helga Christl (Bürogehilfin), 11. Karl Bauer (Landwirt), 12. Walter Auerbacher (Facharbeiter), 13. Otto Häusler (Rentner), 14. Eugen Anneser (Facharbeiter), 15. Helga Staudinger (Näherin) und 16. Wilfried Seidler (Kfz-Mechaniker).
Quelle: Bogener Zeitung, 14.01.1984


VdK-Ortsverband zog Jahresbilanz
Sammlung brachte ansehnlichen Betrag— Über Sozialbeschlüsse referiert
Hunderdorf/Windberg.
Jahresrückblick und Vorschau hielt der Ortsverband der Kriegs- und Wehrdienstopfer, Behinderten und Sozialrentner. Über 500 Mark bekam der Ortsverband bei der Haus- und Listensammlung „Helft Wunden heilen“ zusammen. Dies berichtete der Vorsitzende des VdK-Ortsverbandes Hunderdorf/ Windberg. Tätigkeitsberichte und Informationen über die neuen Sozialbeschlüsse standen weiter im Mittelpunkt der Versammlung.
Anna Heilmann berichtete zunächst ausführlich über die Kassenlage, die sich in Verwaltungs- und Fürsorgekonten gliedert. Der VdK-Ortsverband zählt derzeit 141 Mitglieder. Friedrich Nagel, Maria Miethanner, Karl Reiner, Johann Meergans, Hermann Rother, Kreszenz Huber, Kreszenzia Wanninger, Kreszenz Preböck und Walburga Reichardt habe man zu Grabe geleiten müssen.
Durch die Spendenfreudigkeit der Hunderdorfer und Windberger Einwohner sei im November bei der Haus- und Listensammlung „Helft Wunden heilen“ ein ansehnlicher Betrag zusammengekommen. Allen Spendern und freiwilligen Helfern dankte Vorsitzender Rudolf Karl im Namen des Verbandes. Aufgrund des guten Ergebnisses könnten Seniorenbetreuung und Geburtstagsaktionen wieder intensiver betrieben werden. Im abgelaufenen Jahr seien drei Vorstandssitzungen sowie eine Mitglieder- und Aufklärungsversammlung abgehalten worden. Viel Wert habe man auch auf die Alters- und Mitgliederehrung gelegt. Neben der Mitgliederbetreuung habe der Ortsverband auch an verschiedenen gemeindlichen sowie kirchlichen Aktionen teilgenommen. Der Tagesausflug zur IGA und der Nachmittagsausflug in die Grenzstadt Furth im Wald hatten das Vereinsleben motiviert.
Die Regelung, statt der Kranzniederlegung ein hl. Amt für verstorbene Mitglieder zelebrieren zu lassen, wird auch im kommenden Jahr beibehalten. Einige Anwesende regten an, den Kontakt zu den Mitgliedern zu verstärken. Der Nachmittagsausflug, der sehr positiv in der Altenbetreuung angekommen war, wird im nächsten Jahr wieder durchgeführt.
Anschließend informierte der Vorsitzende. u. a. über die neuen Sozialbeschlüsse und Gesetzesänderungen ab 1. Januar 1984. Die Sozial-, Unfall- und Kriegsopferrenten werden zum 1. Juli 1984 der Entwicklung der Einkommen angepaßt, d. h., die Sozialrenten werden nach Abzug von zwei Prozentpunkten für die Krankenversicherung etwas über 1,2 Prozent erhöht. Wie Karl weiter berichtete, wurde die Wartezeit für das Altersruhegeld wegen Vollendung des 65. Lebensjahres von bisher 15 Versicherungsjahren auf fünf festgelegt. Da sich sehr viele Gesetze im Sozialbereich geändert haben, werden die Mitglieder gebeten, sich Auskunft und Beratung beim VdK-Kreisverband Straubing-Bogen, Telefon 09421/1506, einzuholen.
Quelle: Bogener Zeitung, 14.01.1984


Trainingsterrain wird benötigt
Jahreshauptversammlung des Motorsportclubs Meidendorf nicht ohne Sorgen
Meidendorf
Nicht ganz sorgenfrei verlief die Jahreshauptversammlung des Motorsportclubs Meidendorf im Gasthaus Hilmer, Irensfelden. Zwar konnte Vorsitzender Josef Wurm von zahlreichen sportlichen Erfolgen der Mitglieder berichten, er mußte aber auch mitteilen, daß dem Verein immer noch kein geeignetes Trainingsterrain zur Verfügung stehe.
Josef Wurm gab einen ausführlichen Bericht über das vergangene Sportjahr. Vier Großveranstaltungen waren dabei besonders erwähnenswert, sie verlangten den aktiven Mitgliedern eine Menge Arbeit ab. Höhepunkt der abgelaufenen Saison sei die Fahrt des MSC nach Prag und anschließend nach Marienbad zum Sandbahn-Finale gewesen. Auch bei Veranstaltungen anderer Vereine habe sich der MSC Meidendorf erfolgreich beteiligt. Einige clubeigene Fahrer seien sogar bei Veranstaltungen zur deutschen Moto-Cross-Meisterschaft erfolgreich gewesen.
Ziel des MSC Meidendorf sei es, sich der Öffentlichkeit zu verpflichten. Dazu sollen auch im neuen Jahr eine Anzahl von Veranstaltungen durchgeführt werden. Hier sehe sich aber die Vorstandschaft mit „dem Rücken zur Wand stehen“. Obwohl es dem MSC mit Hilfe seiner Gönner und Freunde bisher immer wieder gelungen sei, kurzfristig ein Terrain für Rennen zur Verfügung zu stellen, könne er seinen aktiven Mitgliedern kein geeignetes Trainingsgelände anbieten. Josef Wurm sieht hierin einen Umstand, der sich für den Fortbestand des Vereins als entscheidender Nachteil erweisen könnte. Über 90 Prozent aller Trainingsfahrten fänden außerhalb des MSC-Bereiches statt. Die Folge seien hohe Trainingsgebühren, Fahrtkosten und meist Zwang zum Vereinswechsel bei Rennteilnehmern.
Wurm baut aber auf die bisherige gute Zusammenarbeit mit Grundstücksbesitzern und Landkreisbehörden. Er ist zuversichtlich, daß bei einer erneuten Zusammenarbeit aller Beteiligten diesem Nachteil abgeholfen werden kann. Ein vereinseigenes Gelände sei auch Grundstein für den Nachwuchs, dem nicht zugemutet werden könne, durchschnittlich 40 Kilometer zur nächsten Trainingsstrecke zurückzulegen. Gerade viele Nachwuchsfahrer unterlägen dem Reiz, sich in Wald und Flur motorsportlich zu betätigen. Wild gewöhne sich, wie unlängst durchgeführte Studien im Bereich von Truppenübungsplätzen ergaben, weit besser an örtlich gebundene Einrichtungen als an örtlich und zeitlich unregelmäßige Störungen.
Nachdem über diese Probleme ausreichend diskutiert worden war, ging es weiter zur Entlastung der bisherigen Vorstandschaft sowie des Kassiers. Es wurde festgestellt, daß alle Beteiligten ausgezeichnete Arbeit geleistet haben. Die anschließende Neuwahl der Vorstandschaft brachte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender: Josef Wurm, Meidendorf, 2. Vorsitzender: Martin Mühlbauer, Irensfelden, 1. Schriftführer: Hans Weber, Bogen, 2. Schriftführer: L. Berger, Hunderdorf, 1. Kassier: Josef Stegbauer, Degernbach, 2. Kassier: Reinhard Breu, Furth, 1. Sportleiter: Wilfried Seidler, Meidendorf, 2. Sportleiter: Franz Klimmer, Mitterfels. Ausschußmitglieder: Manfred Hiller, Windberg, und Ferdinand Schötz, Bogen. Gerätewart: Elmar Maier, Gossersdorf, Pressewart: Adolf Kellermeier, Bogen, Jugendwart: Albert Schwarzensteiner, Loham. Vertreter für Abteilung Moto-Cross: Stefan Dendl, Straubing, Vertreter für Abteilung Trial: Max Schuster, Ascha. Zum Abschluß wünschte 1. Bürgermeister Franz Kleikamp der neuen Vorstandschaft eine gute Zusammenarbeit und eine erfolgreiche Motorsport-Saison 1981. Zudem versicherte er, den MSC Meidendorf bei seinen Vorhaben tatkräftig zu unterstützen.
Quelle: Bogener Zeitung, 16.01.1984


Schulverbandsetat umfaßt 630 000 DM
Die Umlage je Schüler in Hunderdorf nur wenig erhöht – Aus der Ausschußsitzung
Hunderdorf.
Bei der letzten Sitzung des Schulverbandsausschusses im Verwaltungsamt Hunderdorf wurde der Haushaltsplan 1984 angenommen. Das Gesamthaushaltsvolumen beziffert sich auf 630 300 Mark. Die Schulverbandsumlage wurde auf 904,66 Mark je Schüler festgesetzt. Sie ist damit geringfügig höher als im Vorjahr.
Zu dieser Sitzung hieß Vorsitzender Karl Härtenberger neben den Verbandsmitgliedern der drei Gemeinden besonders Schulleiter Alois Czerwenka willkommen. Eingangs nahm der Schulverbandsausschuß Kenntnis von den vorgetragenen Abschlüssen der einzelnen Haushaltspositionen der Jahresrechnung 1983. Einwände gegen die Jahresrechnung wurden nicht erhoben. Sodann wurde die Prüfung vom Schulverbandsausschuß vorgenommen. Da keine Prüfungserinnerungen der Jahresrechnung 1983 erhoben wurden, stellte das Schulverbandsgremium das Ergebnis im Gesamthaushalt mit 757 777 Mark fest, wobei ein Übertrag von rund 60 000 Mark verzeichnet werden konnte.
Verbandsvorsitzender Härtenberger trug dann den Haushaltsplanentwurf des Jahres 1984 vor. Nach Beratung beschloß der Gemeinderat, den Haushaltsplan mit den darin enthaltenen Ansätzen und Abschlußziffern aufzustellen und die entsprechende Haushaltssatzung zu erlassen. Demnach beträgt der Schulhaushaltsetat für 1984 im Verwaltungshaushalt in den Einnahmen und Ausgaben 569 300 Mark und im Vermögenshaushalt in den Einnahmen und Ausgaben 61 000 Mark. Der durch sonstige Einnahmen nichtgedeckte Bedarf wurde auf 388 100 Mark festgesetzt, der als Schulverbandsumlagebetrag von den Gemeinden einzubringen ist.
Bei 429 Verbandsschülern ergibt sich je Schüler ein Schulverbandsbeitrag von 904,66 Mark (Vorjahr: 893,39 Mark bei 469 Schülern). Für die Gemeinde Hunderdorf beläuft sich die Schulverbandsumlage bei 273 Schülern auf 246 972 Mark. Die Gemeinde Windberg hat für 85 Schüler 76 896 Mark zu zahlen. Auf die Gemeinde Neukirchen entfällt ein Schulverbandsanteil für 71 Schüler von 64 231 Mark. Bei der Etataufstellung 1984 wurde im Benehmen mit der Schulleitung wieder versucht, den Grundsätzen der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit Rechnung zu tragen.
Als größere Einnahmen des Schulverbandes sind eingeplant die Schulverbandsumlage mit 388 100 Mark, Zuweisung für die Schülerbeförderung mit 109 000 DM und die Entnahme aus der Rücklage mit 61 000 Mark. Die gewichtigen Ausgaben des Schulverbandes sind die Personalkosten mit 122 700 Mark, die Bewirtschaftungskosten einschließlich Heizung, Strom und ähnliches mit 140 100 Mark, die Schulhausmiete mit 126 300 Mark, Lehr- und Unterrichtsmittel mit 6 000 Mark, Lernmittel 13 000 Mark sowie die Schülerbeförderungskosten mit 120 000 Mark.
Weiterhin wurde beschlossen, daß der Schulverband Hunderdorf zum Zwecke der zusätzlichen Berufsunfähigkeit sowie Alters- und Hinterbliebenenversorgung Mitglied bei der Zusatzversorgungskasse der bayerischen Gemeinden wird.
Quelle: Bogener Zeitung, 16.01.1984


Mannschaft Riedl verdienter Sieger
Hunderdorf-Au.
Ein internes Fußball-Hallenturnier veranstalteten die Mitglieder des Stammtisches Au in der Dreifachturnhalle in Bogen. Dabei setzte sich die Mannschaft um Heribert Riedl im Finale verdient mit 6:2 Toren durch. Die Siegerehrung fand im Vereinslokal Wagner-Freudenstein statt. Dabei bedankte sich Vorsitzender Johann Hornberger jun. besonders bei den beiden Organisatoren Hans-Peter Jungbauer und Helmut Kronfeldner.
Quelle: Bogener Zeitung, 17.01.1984


Am Sonntag, 15. Januar 1984, verstarb im 66. Lebensjahr, völlig unerwartet
Herr Franz Miksch
Meidendorf/München
, 18. Januar 1984
In stiller Trauer:
Die Geschwister
und Christa und Armin Bögerl

Trauergottesdienst am Donnerstag, 19. Januar 1984, um 15.00 Uhr, in der Pfarrkirche Windberg, mit anschließender Beerdigung.
Quelle: Bogener Zeitung, 17.01.1984


Der Leser hat das Wort:
„Glücklicherweise keine Autobahn“
Zum Leserbrief der Herren Schötz und Ecker: Sicher bin ich, wie mir vorgeworfen, ein sogenannter „Zuagroaster“. Dankbar bin ich besagten Herren für ihre differenzierte Formulierung mich z. B. nicht auch noch als „Preißn“ tituliert. Zumal meine Familie väterlicherseits nachweislich seit 1785 in Nürnberg und Umgebung als Kaufleute, Landwirte, Metzger und Viehhändler ansässig ist. Darum gelten mein besonderes Verständnis und meine Liebe der Mentalität des barocken (bayerischen) Menschen und der wunderschönen Landschaft. Nie habe ich bestritten, daß meine Interessen berührt werden. Es wäre doch fast eine Eulenspiegelei, wenn sich nichtbetroffene Einwohner engagieren würden. Herr Ecker z. B. ist auch kein Grundstückseigner, er hat nur ein winziges Fleckchen Wiese gepachtet — heizt aber lamentierend und vollkommen unsachlich mehr oder weniger betroffene Personen zur Stimmungsmache an. Weiterhin habe ich Landwirte weder beleidigt noch verunglimpft. Solches entspräche weder meiner soziologischen Herkunft, meiner geistigen Haltung noch meinem Berufsethos. Man sollte im eigenen Interesse künftig derartige Diffamierungen tunlichst unterlassen.
Dabei sollte man sich an den alten Spruch. „Quieta non movere“, „Ruhendes nicht in Bewegung bringen“, halten. Gerne warten wir mit einer computergerechten Kostenanalyse wie Marktpreis und Bonitätsklasse des abzutretenden Bodens, Entschädigungen für Gebäudeeinrisse und für zwei stillgelegte Betriebe, Mietminderungen für Vermieter und Entschädigungen für Vermieter mit langfristigen Mietverträgen, Unfallaufkommen der letzten zehn Jahre mit Hochrechnung der zu erwartenden Unfallziffer gemäß dem potenzierten Verkehrsaufkommen x Verkehrsdichte Länge der Trasse (kleine Lösung) usw.
Mein Beruf zwingt mich, mit Fakten zu operieren, und nicht, wie Schötz und Ecker meinen, mit philosophischen Betrachtungen. Mit dem Raumordnungsverfahren der St. 2139 „westl. Umgehung v. Au“ hat die Landesregierung aufgrund vorliegender Gutachten mit absoluter Sicherheit eine zweckmäßige und damit auch ökologische verkehrsplanerische richtige Entscheidung getroffen. Zukunftsträchtig und ökologisch planen, spart Steuermittel und dient den nachfolgenden Generationen, denen wir alle verantwortlich sind. Gemeinnutz muß in unserer Gesellschaft vor Eigennutz den Vorrang haben. Das entspricht auch der traditionellen christlichen Haltung. Seien wir doch alle froh, daß keine Autobahn unsere Landschaft durchschneidet, denn irgendwelche Kompromisse müssen wir in unserem Leben immer schließen. Und kämpferisches Getue dient nie einer Sache. Abwägen der Fakten, sich gründlichst mit der Materie befassen, sich informieren durch Gespräche mit Fachleuten und Betroffenen. Dann erst wächst das Pflänzchen, welches man Einsicht und Verständnis nennt.
Interessengemeinschaft westliche Umgehung v. Au
J. Errmann
Quelle: Bogener Zeitung, 18.01.1984


Hunderdorf. Zum Pfarrball begrüßte die Vorsitzende des Frauenbundes Hunderdorf, Angela Söldner, im Gasthaus Baier-Edbauer zahlreiche Besucher, besonders Pfarrer Högner, die Bürgermeister Härtenberger und Weinzierl, Pfarrgemeinderatsvorsitzende Hentschirsch, die Vorsitzenden vom Trachtenverein und vom Bayerwaldverein, der CSU, von Kirchenchor u. Landjugend. Zum Tanz und zur Unterhaltung spielten die beliebten Musikanten Bruno und Dietmar. Der von zwei Mitgliedern des Frauenbundes gespielte Einakter „Der Ehestreit“ (unser Bild) kam beim Publikum sehr an. Auch die Landjugend brachte eine musikalische Einlage. Die Musikanten Bruno und Dietmar sorgten für Bombenstimmung, so daß einige Gäste bis in die frühen Morgenstunden aushielten.
Quelle: Bogener Zeitung, 18.01.1984


Hunderdorf. SPD: Freitag, 20. 1., 19.30 Uhr, öffentliche Versammlung der SPD und Parteilosen Wählergemeinschaft zur Aufstellung der Bewerberliste für die Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen im Nebenzimmer, Gasthaus Sandbiller.
Quelle: Bogener Zeitung, 18.01.1984


Windberg. SV: Heute, Mittwoch, 19 Uhr, Wochenversammlung im Vereinslokal Amann.
Quelle: Bogener Zeitung, 18.01.1984


Der Leser hat das Wort:
„Landwirte kämpfen gegen die Straße“
Es ist erfreulich, daß zu der,,Westumgehung Steinburg“ Interessengruppen, Politiker, Einzelpersonen und Behörden ihre Meinung äußern und ihr Dafür und Dagegen mit mehr oder minder stichhaltigem Zahlenrnaterial zu belegen versuchen.
Als Steinburger Bürger (neuerdings mit Wohnsitz in Steinburg), als Vater und als Steuerzahler möchte ich weniger mit Statistik und mehr mit Logik zu einer Westumgehung Steinburg meine Meinung sagen. Es ist meine Überzeugung, und zu diesem Ergebnis sind eigentlich alle Beteiligten gekommen, die ihre Meinung kundtaten, daß eine kleine Lösung wirklich keine Lösung ist.
Ob die sogenannte große Lösung (siehe veröffentlichte Trassenführung in einer früheren Ausgabe der Zeitung) den gewünschten Erfolg bringt, nämlich Beseitigung von Gefahrenpunkten, Abbau der Lärmbelästigung, bessere Anknüpfung des Erholungsraumes St. Englmar an die Bundesautobahn, gezieltere und zügigere Bebauung des Ortes Steinburg und Verringerung der Abgasbelastung, ist äußerst fragwürdig.
Selbstverständlich liegt mir als Vater und auch Autofahrer daran, daß echte Gefahrenschwer-punkte, wenn möglich, sinnvoll beseitigt werden. Es wird von einer ganzen Reihe von Unfällen geschrieben, mit verletzten und gar getöteten Personen. Damit aber die Statistik nicht einseitig wirkt, sollten doch auch die Unfallursachen dazu genannt werden. Überwiegend sind nicht die Kurven unserer Straße schuld, sondern menschliches Versagen oder Fehlreaktionen.
Gefahrenzonen innerhalb von Ortschaften können wirksam verringert werden, durch ausgebaute Geh- und Radfahrwege, durch gute Beschilderung und vor allem durch verkehrsgerechtes Verhalten aller Verkehrsteilnehmer. Wenn Anzahl und Auswirkungen der Unfälle innerhalb der Ortschaft Steinburg wiederholt aufgezeigt wurden, dann muß doch auch genannt werden, wieviele Schwerverletzte und Getötete zwischen den Ortsschildern Steinburg und Neukirchen, also auf einer Umgehungsstraße, zu beklagen sind. Außerdem kann niemand garantieren, daß Umgehungsstraßen keine Gefahrenzonen aufweisen, um bloß einmal die Reibersdorfer Kreuzung, die Kreuzung Bärndorf und die Einfahrt Breitenweinzier zu nennen. Es ist geradezu unlogisch, anzunehmen, eine Gefahr beseitigen zu können, indem ich ihr durch Umgehungsstraßen freien Lauf lasse (vgl.: Die Volksgesundheit ist nicht zu steigern durch die Erhöhung der Bettenzahl in den Kliniken).
Unfallursachen Nr. 1 sind überhöhte Geschwindigkeit und ein nicht der Verkehrssituation angepaßtes Verhalten. Eine Westumgehung Steinburg bedeutet ja geradezu eine Einladung zum schneller Fahren! Die Höchstgeschwindigkeit auf den Highways ist in den meisten Staaten der USA auf 90 km/h festgelegt, und in unseren Städten wird derzeitig von vielen Personen und Interessengemeinschaften eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h angestrebt. Ebenso ist ein Tempolimit auf Autobahnen und Schnellstraßen wieder häufiger im Gespräch. Und in Steinburg ist den Autofahrern auf 0,8 km nicht zuzumuten, sich an die vorgeschriebenen 50 km/h zu halten?
Zur Lärmbelästigung, die zugegebenermaßen eine ganze Reihe meiner Nachbarn unmittelbarer betrifft als mich (unser Wohnhaus ist etwa 30 m von der Straße weg, hat aber eine der gefährlichsten Zufahrten, vor allem aus Richtung Mitterfels und Neukirchen kommend), möchte ich sagen, daß es wirklich laut ist, wenn an Wochenenden im Winter die Wintersportler und Ausflügler unseren Ort passieren müssen. Hier tritt wiederum ein Verkehrsaufkommen nur verstärkt auf an den Sonntagen, spätnachmittags (Rückreiseverkehr, ca. 3 Std.), während sich der Hinreiseverkehr besser verteilt.
Die Frage ist nun, ob sich der Aufwand einer Westumgehung Steinburg lohnt, wegen einer erhöhten Lärmbelästigung an maximal 12 Sonntagen mit je 3 Std. pro Jahr! Zudem wird der Lärm wegen einer Umgehung nicht geringer, sondern nur anderen Personen zugemutet. Die geplante neue Trasse durchquert ein Tal, welches im Osten von den Hügeln Windberg, Kreuzberg, Buchaberg, Schloßberg und im Westen von Lintach, Hoch, Ellaberg, Buchberg und Riegelberg abgegrenzt ist. Mag die Lärmbelästigung in der Ortschaft Steinburg durch die Umgehungsstraße abnehmen, so wird eine steigende Lärmbelästigung dem gesamten Gebiet zuteil, vor allem den Anwohnern auf den o. g. Hügeln. Wer sich Schnellstraßen, z. B. die B 85 im Verlauf durch Täler „angehört“ hat, weiß, wie laut eine auch kilometerweit entfernte Straße sein kann.
Völlig unverständlich ist, daß bei uns in Steinburg die Lärmbelästigung als einer der Hauptgründe gelten soll, während im Nachbarort Neukirchen/Haggn an einer Teilstrecke der gesamten Umgehung ein Bebauungsgebiet bebaut und ein weiteres, genehmigterweise, ausgewiesen ist. Allerdings, das muß man dazu sagen, nicht so dicht an der Straße, wie einige in Steinburg, aber dafür ist in Neukirchen etwa das doppelte Verkehrsaufkommen zu registrieren, da die Fahrzeuge aus zwei verschiedenen Staatsstraßen kommen (Mitterfels und Steinburg).
Wenn in den bisher veröffentlichten Stellungnahmen von ca. 4 000 Fahrzeugen pro Tag die Rede ist, dann müßte auch die Information dazugeliefert werden, zu welchen Zeiten (Spitzenaufkommen) und an welchem Standort (nach der Straßengabelung) ermittelt wurde? Außerdem wird unbewiesenermaßen einfach davon ausgegangen, daß nach der Inbetriebnahme der gesamten Autobahrstrecke Regensburg/Passau das Verkehrsaufkommen in Steinburg ansteigen wird. Es wird die Ausfahrt Steinach sicherlich nicht gemieden werden, wenn es eine Westumgehung Steinburg gibt und es können genausogut durch die Fertigstellung der Auto-bahn mehr Verkehrsteilnehmer die Ausfahrten Deggendorf oder Aicha vorm Wald benützen.
Jeder, der sich mit dieser Angelegenheit beschäftigt, weiß, daß es nicht unwesentlich um den Fremdenverkehr im Gebiet St. Englmar geht. Ich bin auch der Meinung, daß mit Solidarität innerhalb einer Region evtl. bessere Wettbewerbsverhältnisse für den Fremdenverkehr in unserem Landkreis geschaffen werden sollen, wenn dies sinnvoll ist. Unsolidarisch ist es aber, wenn Landwirte, ob im Haupterwerb oder Nebenerwerb, Nachteile und Wettbewerbseinbußen hinnehmen sollen, zum Nutzen irgendwelcher Hoteliers oder gar fremder Personen (nur aus steuerlicher Sicht gesehen). Niemand kann ernsthaft der Meinung sein, daß ein Reiseveranstalter oder ein Urlauber dem Gebiet St. Englmar deshalb den Vorzug verweigert, weil die Ortschaft Steinburg keine Westumgehung hat. Auch dürfte dem Straubinger Wochenendhäuschenbesitzer kaum das Wochenende vermiest werden, weil er in Steinburg drei echte Kurven durchfahren muß. Und wenn es schon in einem Leserbrief hieß, es sind nur überwiegend Nebenerwerbslandwirte betroffen, die ihr Haupteinkommen bei der Fa. Nolte verdienen, dann ist nur zu hoffen, daß dies möglichst immer so bleiben möge. Die Garantie wird und kann keiner geben. Aber was ist, wenn…? Gab es da nicht schon vor einigen Jahren ein subventioniertes Modell „Ferien auf dem Bauernhof“ speziell für industrie- und gewerbeschwache Gebiete? Haben andere Ortschaften, teilweise als Erholungsgebiete staatlich anerkannt, ein Recht auf Zuerwerb oder Haupterwerb durch den Fremdenverkehr, ich denke dabei an die Orte Windberg, Hunderdorf/Steinburg, Mitterfels, Neukirchen, Elisabethszell? Diese Orte müßten dann allesamt umgangen werden, weil sie ein paar Straßenkurven aufweisen!
Zur zügigeren und gezielteren Bebauung im Ort Steinburg ist zu sagen, daß eine solche seit der Durchführung der Gebietsreform (ich möchte keine Wunden aufreißen) zum Erliegen kam, weil die Erstellung von Wohngebäuden nur noch im Sonderbaurecht (Austragshäuser) oder nach Abbruch bestehender Bausubstanz möglich waren. Erst seit kurzer Zeit (Herbst ’83) wurde Steinburg von der Gemeinde als Mischgebiet ausgewiesen aufgrund eines Steinburger Antragstellers. Die Westumgehung Steinburg, ob die kleine oder die große Lösung, wäre am sinnvollsten gewesen, wenn überhaupt, vor 20 Jahren. Dann hätte sich eine Bebauung danach richten können, aber nicht umgekehrt, daß dies Angrenzenden gebaut oder renoviert haben, d. h., eine Bebauung weitgehend abgeschlossen ist, und jetzt macht man sich erneut Gedanken über einen alten Plan.
In diesem Punkt bin ich auch der Meinung, daß Straßen Menschen und Ortschaften verbinden, nicht trennen sollten. Immer schon wurden Flüsse Bäche, Straßen und Eisenbahnlinien als natürliche, oder geschaffene Hindernisse oder Trennungslinien betrachtet. Der Gemeinschaftssinn der Großgemeinde und Pfarrei Hunderdorf wird nicht gestärkt, wenn eine Westumgehung Steinburg die Ortschaften Hunderdorf und Gaishausen westlich und Windberg, Au vorm Wald und Steinburg östlich, voneinander trennt.
Es klingt beruhigend, wenn von zuständigen Personen zugesichert wird, daß der Landverbrauch gering gehalten wird (wenn auch nicht so gering, daß es nur um einige hundert Quadratmeter geht). Es wird voraussichtlich eine Fläche von 3,6 ha genannt für die Straßenführung. Verschwiegen werden aber die Flächen, die bei der Durchführung der Flurbereinigung geopfert werden müssen (nur dann ist nach Ansicht der Planungsbehörden eine Umgehung sinnvoll), die Flächen für Ab- und Zufahrten, die eine Umgehung erst sinnvoll machen für ein Gewerbegebiet Hunderdorf oder ein Erholungsgebiet Steinburg, Flächen für eine evtl. erforderliche Kläranlage für die Gemeindeteile Gaishausen und Steinburg und eine Flächenabtretung für eine evtl. Bachbegradigung, um die Hochwassersituation in den Griff zu kriegen. Daß die Reinhaltung der Luft, verursacht durch Autoabgase, nicht durch zusätzliche Straßenbaumaßnahmen erreicht wird, bedarf wohl keiner weiteren Erörterung.
Ich meine, daß heutzutage genügend Flächen zugeteert und zubetoniert sind, wobei im Fall Westumgehung Steinburg kein einziger Quadratmeter rekultiviert werden kann.
Das Argument Arbeitsplätze? Es sind zur Erhaltung unseres Lebensraumes genausoviele erforderlich, wie zur weiteren Bebauung unserer Grünflächen; der Finanzier (Steuerzahler) ist derselbe! Eine ganze Reihe von Fragen in diesem Zusammenhang blieben bisher unbeantwortet oder wurden nicht gestellt. So stelle ich hier die Frage an das Gemeindeparlament, wie es mit o. g. Kanalisation und Bachbegradigung aussieht, von der zeitlichen und örtlichen Planung her? Von Herrn von Poschinger hätte ich gerne erfahren, ob die bestehende Straßenführung die Nutzungsabsichten des Steinburger Schlosses beeinträchtigt? Von den Herren Hinsken und Weiß vermisse ich den bewährten Einsatz gegen die Streckenstillegungsabsichten der Bahn, wo doch eine Westumgehung Steinburg so vielfältige Vorteile zu Lasten der Bahn, für den Straßenverkehr beinhaltet? Und von Herrn Hafner, Landrat a. D., erhoffe ich einen klärenden Beitrag zur gesamten Angelegenheit. Daß ein Zusammenhang zwischen der Ortsumgehung Steinburg und der im Bau befindlichen Donaubrücke bei Breitenweinzier besteht, ist eindeutig. Mir wurde auf Anfrage berichtet, daß die ausschlaggebendsten Gründe für den Standort dieser Donaubrücke das Bundesverteidigungsministerium hatte. Stimmt das?
Johannes Fuchs
Steinburg 17, 8447 Hunderdorf
Quelle: Bogener Zeitung, 19.01.1984


Großer Umgehung Riegel vorschieben
Zum Leserbrief von Herrn Baudirektor Lazar vom 13. 1. 84: Aus seinem Leserbrief muß man folgern, daß er die ganze Angelegenheit nur von seinem Schreibtisch aus beurteilt und nicht den tatsächlichen Gegebenheiten auf den Grund geht. Die Skizzen vom 22. 12. 83 und 31. 12. 83 sind irreführend.
1. Eingangs Hunderdorf, bei der Tankstelle Betzelbacher, ist in der Skizze eine scharfe Kurve eingezeichnet. In Wirklichkeit verläuft die Straße hier in einem großen Radius.
2. Im Jahre 1958 ist, die SR 2147 (Mitterfels-Neukirchen) als Umgehung von Steinburg ausgebaut worden. Die Straße verläuft seit 1958 in einem großen Radius. Bei diesem Ausbau wurde die Straßendecke so hoch, aufgeschüttet, daß man in das Huber-Haus (Steinburg) eine Stufe hinabsteigen muß, während vorher 3 Stufen zur Haustür emporführten. Dadurch wurde das Haus bis zum 1. Stock feucht. Das Straßenbauamt hätte längst diesen Schaden durch einen Neubau an anderer Stelle ersetzen müssen. Einem Abbruch dieses Gebäudes bei Wahl der „kurzen“ Umgehung würde nichts im Wege stehen. Ein Fahrradweg ließe sich bis Hunderdorf unterbringen. Bürgersteig ist von Steinburg bis Schafberg vorhanden.
3. Es ist eine Irreführung der Öffentlichkeit, daß man in der Skizze die Anwesen der Familien Liebl, Schießl, Feldmaier und Meyer einfach weggelassen hat, damit nicht in Erscheinung tritt, daß man die sogenannte und vielgerühmte „große Umgehung“ diesen Familien einfach vor die Nase baut. Die „große Umgehung“ ist eine Verlegung der Straße von einem Haus weg zum anderen hin!
4. „Wenn man den Artikel von Herrn Lazar so liest, kann ein Außenstehender den Eindruck gewinnen, daß die 2139 die einzige Verbindung nach St. Englmar und der einzige Zubringer zur Autobahn ist und wenn noch der Brückenschlag bei Hofweinzier fertig ist, wird alle Vernunft über den Haufen gerannt!
5. Die Bundesstraße 20 ist bei Agenclorf eine Autobahnausfahrt und Verbindung zur B 85 und Zufahrt nach St. Englmar. Weiter besteht von dieser Autobahnausfahrt eine Verbindung über Mitterfels, Haselbach, Elisabethszell, Grün und St. Englmar. Dabei sind die letztgenannten Ski-Gebiete noch mit eingeschlossen. Auch kann man über Mitterfels, Steinburg, Grün nach St. Englmar fahren.
6. Von der künftigen Autobahnausfahrt bei Bärndorf muß man nicht unbedingt über Hunderdorf, Steinburg nach St. Englmar fahren, sondern den kürzeren Weg über Waltersdorf, Perasdorf. Auch die von der künftigen Donaubrücke Kommenden werden den kürzeren Weg nach St. Englmar nehmen, wenn das früher vorhandene Hinweisschild wieder angebracht wird, welches früher an anderer Stelle war. Die künftige Autobahnausfahrt Winkling bietet über Schwarzach ebenfalls eine Zufahrt nach St. Englmar. Ebenso ist eine Zufahrt zu den Ski-Gebieten St. Englmar über Metten/Kalteck/B 85 möglich. Außerdem kann man vom Autobahnkreuz Deggendorf zur B 85 in die Skigebiete gelangen. Speziell die Münchener und Landshuter werden diese Route wählen.
7. Bei der 0,8 km langen Umgehungsstrecke ab Wegern (Gasthaus Solcher) ist einschl. Bachbrücke ein Hochwassergebiet von ca. 50 m Breite zu überqueren. Dagegen ist bei der vielgepriesenen „großen Umgehung“ einschl. Bachbrücke zusätzlich ca. 1 km Hochwassergebiet zu überbrücken. Zur Zeit ist die Flur-Nr. 112 im Bereich des Einzugsgebiets der Straßenplanung wieder überflutet.
8. In Haggn und auf der Au führt dieser Straßenzug ja auch wieder durch den Ort. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung hat sich erwiesenermaßen als zusätzl. Verkehrssicherheit bewährt. Dagegen ist der ausgebaute Straßenzug nach Grün wesentlich unfallträchtiger. Bei Ausführung der Umgehung als die „große Lösung“ wird unwillkürlich eine neue Rennstrecke geschaffen, welche das überqueren mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen zum Problem macht.
9. Das Verkehrsaufkommen durch Steinburg hat sich in letzter Zeit nicht mehr erhöht. Die Angaben von Herrn Lazar, die Anzahl der Fahrzeuge sei von 3 000 auf täglich 4 000 gestiegen, ist einfach wahrheitswidrig. Die Wirklichkeit sieht anders aus.  Man gab sich die Mühe, zu zweit vom Balkon aus auch an besonders verkehrsreichen Sommertagen den tatsächlichen Durchgangsverkehr durch Steinburg zu zählen. Wir kamen an einem Tag auf 2 326 Fahrzeuge und am anderen Tag (ebenfalls verkehrsreich) auf 2 293 Fahrzeuge pro Tag. Dieses kann eidesstattlich bestätigt werden. Die Verkehrsschilder wurden so gestellt, daß der Verkehr durch Steinburg geht, um das Verkehrsaufkommen künstlich zu steigern.
10. Am 25. 1. 83 schreibt Herr Umweltminister Dick in einem Zeitungsartikel: „Eingriffe in die Landschaft gering halten.“ Weiter wird ständig ermahnt, Feuchtgebiete zu erhalten. Herr Minister, es liegt an Ihnen, dem Straßenbauamt Deggendorf durch die Oberste Baubehörde diese Wahnsinnsplanung der „großen Umgehung“ zu untersagen.
R. Meyer, Steinburg
Mitglied der Interessengemeinschaft
Gegner der geplanten Großumgehung
der Staatsstraße 2139
Quelle: Bogener Zeitung, 19.01.1984

Vor 60 Jahren Wiedergründung des Klosters Windberg –
Geschichte des Mutterklosters van Berne

Bei der Säkularisation 1803 wurden die Mönche des Prämonstratenserordens Windberg aus dem Kloster vertrieben, der Besitz des Konvents zertrümmert und verkauft. Der Staat kassierte das Geld und überließ bedenkenlos ein jahrhundertealtes Kulturgut dem Verfall, denn die neuen Besitzer waren nicht in der Lage, die mächtigen Gebäude instandzuhalten. 120 Jahre waren die Mönche verbannt. Niemand glaubte mehr in Windberg an die Wiedergeburt des geliebten

Das Foto zeigt das Mutterkloster van Berne, entstanden aus dem sog. „Spielhaus“ im Jahre 1923

Klosters. Pfarrer Kugler ergriff die Initiative und suchte unermüdlich nach Möglichkeiten, das Kloster wieder seiner ursprünglichen Bestimmung zurückzuführen.
Wieder waren es Prämonstratenser, diesmal vom Mutterkloster Berne in Holland, die nicht nur Interesse, sondern auch das Geld besaßen, das Kloster zurückzukaufen.
Bevor wir uns jedoch der Wiedergründung widmen, wollen wir uns das Mutterkloster Berne ansehen, jenen Ort, der bereit wer, seine Mönche in das weit entfernte Bayern zu schicken, um wieder mönchisches Leber; im verwüsteten Kloster entstehen zu lassen.
Kloster Berne ist eines der etwe 50 ehemaligen Prämonstretenserklöster in Holland, das sich bis in das 20. Jahrhundert herüberretten konnte. Reformation und Revolution haben auch dieses Kloster erschüttert, nicht aber in die Knie gezwungen. Ähnlich wie in Windberg war ein Graf namens Fulco van Berne, der 1134 sein Schloß Heusden in ein Kloster verwandelte und selbst als Laienbruder tätig war. Im Dreißigjährigen Krieg blieb der Konvent nicht verschont, und die Brüder wurden vertrieben. Auch in ihrem Zufluchtsort Hertogenbosch fanden sie keine endgültige Bleibe. Nach einer Zwischenstation im sogenannten „Spielhaus“ in Heeswijk kehrten sie ins Mutterhaus zurück. 1648 wurden ihre Güter beschlagnahmt. Sie flüchteten nach Vilvoorden in Belgien. Nach der französischen Revolution kehrten sie nach Holland zurück und lebten zerstreut in verschiedenen Pfarreien.
Unter diesen Umständen war es schwer, einen Nachwuchs auszubilden und der Orden hatte Mühe, zu überleben. 1843 zählte er nur noch 16 Mitglieder, die als Pfarrherren und Kooperatoren tätig waren.
Im Jahre 1856 gelang es dem 57. Abt das frühere Haus in Heeswill zu erwerben, das nun den Namen van Berne erhielt. Nun begann ein reger Aufschwung, und das alte Chorgebet wurde wieder aufgenommen. Die zu klein gewordenen Gebäude erfuhren bald verschiedene Erweiterungen und die Zahl der Brüder wuchs. Sogar in Amerika entstanden 1894 Niederlassungen der Prämonstratenser, die in 17 Pfarreien 49 Mitglieder zählten.
1923 hatte die Prämonstratenserabtei in Berne sogar ein eigenes Gymnasium mit etwa 75 Studenten, das vom Stiftsherren Garlacus von den Elsen gegründet wurde. Neben der Seelsorgetätigkeit widmeten sich die Prämonstratenser dem sozialen Leben und gründeten in Holland katholische Vereine, die unter ihrer Leitung große Erfolge erzielt haben. Gleichzeitig wurde eine segensreiche Missionsarbeit in Englisch-Indien entfaltet. Bei diesem aktiven Einsatz um den christlichen Glauben ist es nicht verwunderlich, daß die Prämonstratenser von Berne auch die Gelegenheit ergriffen, die in Deutschland verwaisten Klöster wiederzugründen. Die Nachricht, daß in Windberg ein altes Kloster billig zu erwerben sei, hatte einen regen Briefaustausch zur Folge.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 20.01.1984


Memoiren eines Steinburger Bürgers
24.
Zurück ins Heimatlazarett Landsberg

In Göppingen war das Essen für das letzte Kriegsjahr dementsprechend noch gut und ich konnte mich auch weiterhin wieder erholen. Hier muß ich noch eine Spaßepisode anführen. Die Oberschwester in unserem dritten Stock war eine Diakonissin, eine recht regierische, d. h. äußerst tüchtige, auf strenge Lazarettordnung sehende Schwester, die einmal wegen ihres strengen Ordnungssinnes von einem schwerverwundeten Kameraden hereingelegt wurde. Das kam so: Die entleerten Getränkeflaschen der bettlägerigen Kameraden sammelte sie immer weg, wobei sie aus Neugier die verschlossenen Flaschen öffnete und durch riechen feststellte, was darin war. ,,Warte nur, Schwester Sophie“, so hieß sie, prophezeite ihr einmal ein Bettnachbar von mir, das Riechen an den Flaschen wirst du bald unterlassen“. Gesagt, getan. Ein leeres solches Ding nahm er unter die Bettdecke und nun hörten wir einen ganz schönen hohlen Knall in das entleerte Objekt, sowie das Knacken des Verschlusses, dann stellte er es wieder zu den anderen Flaschen dazu. Und wir alle harrten gespannt auf die Dinge, die darauf kommen würden. Wie erwartet, und gewohnt, öffnete sie den Verschluß, um daran zu riechen, was sie jedoch sofort unterließ und hochrot vor Zorn dasselbe wegschleuderte. Dieses Schauspiel beobachteten wir alle erwartungsvoll unter dem Bettzipfel, es war für uns eine Genugtuung, für die vielen Rügen, welche wir von ihr wegen vieler Kleinigkeiten einstecken mußten.
In Zukunft mußten aber die Putzerinnen die entleerten Flaschen einsammeln und Schwester Sophie hat wohl zeitlebens den heilsamen Parfümgeruch kaum vergessen.
Solche ergötzlichen Späße waren ja meist ein Bedürfnis von uns Verwundeten zum Zeitvertreib. Wie schon angeführt, machte hier meine Genesung so gute Fortschritte, daß ich auf Krücken in den Achselhöhlen gestützt, wieder einmal Gehversuche machen konnte.
Nun hatte ich endlich den schwierigsten Leidensabschnitt hinter mir, und ich freute mich schon sehr, endlich einmal in die liebe Heimat den ersten Erholungsurlaub machen zu dürfen. Freilich bedurfte es noch einiger Wochen eifrigen Trainings, bis man mich dann in das Heimatlazarett nach Landsberg am Lech überweisen konnte.
Diese Reise konnte ich nun endlich mit einem Sanitäter in einem Lazarettzug antreten. Das Datum weiß ich nun nach 51 Jahren nicht mehr genau. Ich war schon reisefertig mit einem kleinen Karton Habseligkeiten, abschiedsbereit von meinen Kameraden, als mir die schon erwähnte Schwester die Gummis an den Krücken abnehmen wollte wogegen ich scharfen Protest einlegte, sie sagte aber ebenso energisch, die Krückengummis würden dem Lazarett gehören, ich erwiderte ihr nun ebenso unerbittlich, daß ich wegen der Gefahr des Ausgleitens die Reise gar nicht antreten würde. Bei dieser scharfen Auseinandersetzung blieb ich vorerst Sieger.
Einem Sergeant, der schon lange Zeit hier im Bette lag, gefiel dieser Streit, er sagte, seit er hier wäre, mußte noch jeder Kamerad von der Schwester Sophie die Krückengummis abnehmen lassen. Also Adje Kameraden, und mit dem Aufzug landete ich parterre an der Pforte.
Doch da stand schon der Pförtner und nahm mir in telefonischem Auftrag von der Schwester Sophie die Krückengummis herunter. Damit geriet ich erst recht ins kämpferische Element. Ich fragte nun den Sanitäter, wo der behandelnde Stabsarzt sein Dienstzimmer habe, worauf er antwortete, hier würde es sein, einige Zimmer rechts vorne. Ich suchte nun dessen Asyl, trat noch einige Schritte zurück und dann rutschte ich aus, das gab einen solchen Krach, weil die eine Krücke dabei einige Meter vor mir auf den Boden flog.
Nun riß der Arzt die Türe auf der Sanitäter holte die Krücken herbei und der Stabsarzt half mir in die Höhe. Der gute Sturz war mir geglückt, wenn es auch nicht gerade wohl tat. Nun mußte ich noch zitternd vor Schreck den ganzen Hergang der Sache erzählen. Er sagte nur, ich solle jetzt mit dem Aufzug wieder nach oben fahren und mir von der Schwester Sophie die Krückengummis wieder zurückgeben lassen.
Also wieder zur Schwester Sophie im dritten Stock zurück, mit dem dienstlichen Befehl vom Stabsarzt zur Rückgabe der Gummis, war für mich ein freudiges, spannendes Ereignis. Militärisch dienstlich entledigte ich mich bei Schwester Sophie meines Auftrages, worauf sie mir puterrot wie ein gereizter Truthahn die Gummis vor die Füße warf.
Natürlich konnte ich mich nicht selber darum bücken, bis mir es ein Putzmädchen aushändigte. Bei diesem Schauspiel flogen vom Saal her beide Flügeltüren auf, so daß es bei dieser Szene auch Zuschauer gab. Der Sergeant winkte mich nochmals zu sich ans Bett und dankte mir lachend für den gelungenen Auftritt. Befriedigt über alles kam ich abends mit dem Lazarettszug   in Landsberg am Lech an, und wurde dort in der ehemaligen Kreisackerbauschule, nunmehr Lazarett, einquartiert, wo ich wohl eineinhalbes Jahr lang meine weitere Erholungszeit verbrachte. Anderntags wurden wir vom Lazarettarzt über unseren Zustand untersucht, wobei er mir die Sonde wieder bis zum Fistelgrunde im Stumpf vorstieß. Darauf sagte er, diese tiefe Wunde müsse noch einmal operativ ausgeputzt werden, was ich wohl nur ungern als vierte Stumpfoperation zulassen wollte, doch Gott sei Dank war das später nicht mehr nötig. Hierüber weiteren Bericht.
Vorerst jedoch erklärte er, habe er jedoch noch nicht Zeit dazu, weshalb er mir vier Wochen Urlaub zur Erholung anbot. Dieses Angebot nahm ich natürlich mit Freuden entgegen. Waren es doch fünfeinviertel Jahre her, daß ich als gesunder jungen Bursche die Heimat verlassen hatte, um sie zu verteidigen und mir nun mehr Gelegenheit geboten wurde, als elender, abgemagerter, verstümmelter junger Krüppel zur selben zurückzukehren. Doch die Heimat des Menschen ist und bleibt seine Heimat, zumal man als junger Invalide, dem Tode oftmals entronnen und noch schwer von erlittenen Lazarettstrapazen gezeichneter Heimkehrer die Gelegenheit eines ersten Heimaturlaubes geboten wird. Wer würde wohl ein solches Angebot nicht  annehmen, wenn er sich ein erstes Wiedersehen mit all seinen Lieben in der geliebten Heimat sehnlichst schon längst erwünschte?
Also, den Urlaubstag weiß ich ja nun nicht mehr, aber mit dem befriedigendem Gefühl, wieder einmal zurückzukehren, stapfte ich auf zwei Schulterkrücken mit einem Feldpostpäckchen in der Hand dem Bahnhof Landsberg zu.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 20.01.1984


Ab 1984 keine unentgeltliche Beförderung Schwerbehinderter bei Bahn mehr
Durch das Haushaltsbegleitgesetz 1984 wurde das Recht auf unentgeltliche Beförderung im öffentlichen Personenverkehr (Freifahrtberechtigung) geändert. Die unentgeltliche Beförderung im Schienenverkehr der Deutschen Bundesbahn – ausgenommen die S-Bahn – wurde mit Wirkung vom 1.1.1984 an gestrichen. Somit entfällt die bisher durch das Bundesbahn-Streckenverzeichnis ermöglichte Freifahrt im Eisenbahnverkehr. Von dieser Einschränkung der Freifahrt sind alle Freifahrtberechtigten – also auch Schwerkriegsbeschädigte und Blinde – betroffen. Die unentgeltliche Beförderung im sonstigen Nahverkehr (z.B. Straßenbahn, Omnibus, U-Bahn) bleibt weiter bestehen. Auch die notwendige Begleitperson eines Schwerbehinderten (Merkzeichen „B) wird wie bisher im Nah- und Fernverkehr unentgeltlich befördert. Über die weiteren Änderungen im Bereich der Freifahrt zum 1.4.1984 ergeht rechtzeitig durch das Versorgungsamt eine weitere Information. Darüber hinaus werden die betroffenen Personen einzeln über diese Änderungen und das künftige Verfahren informiert.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 20.01.1984


Zuwendungen zu den Kosten der Übungsleiter in Sportvereinen
Der Freistaat Bayern gewährt entsprechend der Richtlinien des Bayer. Staatsministeriums für Unterricht und Kultus vom 25.2.1981 Nr. V/7-4a/11 246 (KMBl I S. 162, StAnz – Beilage zu Nr. 12), geä. mit Bek. vom 19.9.1983 Nr. VI/7-4a/125219 (StAnz Nr. 38) Zuwendungen zu den Kosten für Übungsleiter in Sportvereinen.
Die Antragsunterlagen können beim Landratsamt Straubing-Bogen (Zi. Nr. 216, Tel. 09421/300 144) angefordert werden.
Die Anträge für die Übungsleiterzuwendungen 1983 sind in 2-facher, die Anlagen in 1-facher Ausfertigung vor dem 1. März 1984 beim Landratsamt einzureichen.
Anträge, die nach diesem Termin eingehen oder zu diesem Termin nicht vollständig sind, können nicht berücksichtigt werden (Ausschlußfrist!).
Außerdem wird darauf hingewiesen, daß je anerkannten Übungsleiter höchstens 300 Übungsstunden im Jahr berücksichtigt werden.
Für Übungsleiter, die bei mehreren Vereinen tätig sind und dabei in der Summe mehr als 300 Übungsstunden geleistet haben, werden die Zuschüsse für zusammen höchstens 300 Stunden auf die einzelnen Vereine nach dem Verhältnis der bei ihnen geleisteten Übungsstunden aufgeteilt, wenn die beteiligten Vereine sich nicht auf eine andere Aufteilung im Rahmen der höchstmöglichen 300 Übungsstunden einigen und die Kreisverwaltungsbehörde davon verständigen. Falls die Haushaltslage es erfordert, kann die Jahreshöchstzahl der förderfähigen Übungsstunden je Übungsleiter auch auf eine unter 300 liegende Zahl festgesetzt werden. Die Reduzierung der Höchstzahl ist mindestens 3 Monate vor Ablauf des Abrechnungsjahres bekanntzugeben.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 20.01.1984


Bekämpfung der Nadelholzborkenkäfer
Gemeinsame Anordnung der Regierung von Niederbayern vom 10. November 1983 Nr. 250 – 1639 a 27 und der Regierung der Oberpfalz vom 3. November 1983 Nr. 200 – 1090 b 148 a
Die Regierung von Niederbayern und die Regierung der Oberpfalz erlassen auf Antrag der Oberforstdirektion Regensburg gemäß § 5 Abs. 2 Pflanzenschutzgesetz in Fassung vom 2. Oktober 1975 (BGBI IS. 2591), geändert durch Gesetz vom 16. Juni 1978 (GBGl I S. 749), und gemäß §§ 2, 3, 4 und 6 Landesverordnung zur Bekämpfung der schädlichen Insekten in den Wäldern vom 2. Dezember 1965 (GVBI S. 365), zuletzt geändert durch Verordnung vom 20. Dezember 1978 (GVBl 1979 S. 65), folgende Anordnung:
1. Gefährdungs- und Befallsgebiete:
Die Nadelwälder (Rein- und Mischbestände) und die Grundstücke, auf denen innerhalb einer Entfernung von 500 m von diesen Wäldern unentrindetes Nadelholz lagert, werden in den Regierungsbezirken Niederbayern und Oberpfalz zu Gefährdungs- und Befallsgebieten erklärt. Diese Anordnung gilt nicht für den Bereich des Nationalparks Bayerischer Wald.
2. Maßnahmen in den Gefährdungs- und Befallsgebieten:
Sämtliche Maßnahmen sind sachgemäß nach dem Stand der Technik, und zwar nach den mit Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vom 15. November 1979 Nr. W 1 — FG 511 — 59 (StAnz Nr. 48) erlassenen „Richtlinien für die Überwachung und Bekämpfung der Nadelholzborkenkäfer in den nichtstaatlichen Waldungen“ durchzuführen. Die Richtlinien liegen bei den betroffenen Gemeinden sowie bei den zuständigen Forstämtern und Forstdienststellen zur Einsicht auf.
2.1 Überwachung
Die in Nummer 1 genannten Wälder und die Grundstücke, auf denen innerhalb einer Entfernung von 500 m von diesen Wäldern unentrindetes Holz lagert, in den Gefährdungs- und Befallsgebieten sind von den Eigentümern oder Nutzungsberechtigten bis 31. März 1984 mindestens einmal, in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1984 mindestens einmal monatlich auf Käferbefall zu kontrollieren.
2.2 Bekämpfung
Auftretende Nadelholzborkenkäfer sind von den Eigentümern oder Nutzungsberechtigten der Wälder und der Grundstücke, auf denen innerhalb einer Entfernung von 500 m von diesen Wäldern unentrindetes Holz lagert, sachgemäß und wirksam nach den Grundsätzen in den o. a. Richtlinien zu bekämpfen.
2.3 Anzeigepflicht
Bei Borkenkäferbefall haben die Eigentümer oder Nutzungsberechtigten der Wälder und der Grundstücke, auf denen innerhalb einer Entfernung von 500 m von diesen Wäldern unentrindetes Holz lagert, sofort die zuständige untere Forstbehörde zu verständigen.
2.4 Ersatzvornahme
2.4.1 Erklärt ein Eigentümer oder Nutzungsberechtigter eines als von Nadelholzborkenkäfern gefährdet oder befallen erklärten Waldes oder eines Grundstückes, auf dem innerhalb einer Entfernung von 500 m von diesem Wald unentrindetes Holz lagert, nicht spätestens bis zum 15. Februar 1984 gegenüber der zuständigen unteren Forstbehörde (staatliches Forstamt) schriftlich oder zur Niederschrift, daß er die vorgeschriebene Bekämpfung selbst durchführt oder durch einen Dritten durchführen läßt, so kann die zuständige Forstbehörde die Bekämpfung auf Kosten des Eigentümers oder Nutzungsberechtigten durchführen oder durch einen Dritten durchführen lassen. In diesem Fall haben die Eigentümer oder Nutzungsberechtigten die Überwachung und Bekämpfung zu gestatten und die erforderlichen Hilfsdienste zu leisten. Die Kosten werden von der zuständigen Forstbehörde festgestellt und auf die betreffenden Eigentümer und Nutzungsberechtigten anteilmäßig umgelegt.
2.4.2 Die gleiche Regelung tritt ein, wenn der Eigentümer oder Nutzungsberechtigte trotz seiner Erklärung die erforderlichen Maßnahmen
— während der gesetzten Frist nicht oder nicht sachgemäß oder nicht wirksam durchgeführt hat oder
— die zuständige Kreisverwaltungsbehörde auf Antrag der Forstbehörde die Ersatzvornahme gemäß § 5 Abs. 2 Pflanzenschutzgesetz angeordnet hat.
3. Bußgeldvorschrift
Wer dieser Anordnung vorsätzlich oder fahrlässig zuwiderhandelt, kann gemäß § 25 Abs. 1 Nrn. 1 und 3 und Absatz 2 Pflanzenschutzgesetz in Verbindung mit § 7 der Landesverordnung zur Bekämpfung der schädlichen Insekten in den Wäldern mit einer Geldbuße bis zu 10.000 DM belegt werden.
4. Sofortige Vollziehung
Wegen bestandsbedrohender Gefahr für Nadelwälder infolge Massenvermehrung der Nadelholzborkenkäfer in den betroffenen Gebieten und im Hinblick auf die Notwendigkeit einer einheitlichen Schädlingsbekämpfung wird gemäß § 80 Abs. 2 Nr. 4 Verwaltungsgerichtsordnung vom 21. Januar 1960 (BGBl I S. 17), zuletzt geändert durch Gesetz vom 20. Dezember 1982 (BGBl. I S. 1834), die sofortige Vollziehung dieser Anordnung als im öffentlichen Interesse geboten angeordnet.
5. Inkrafttreten und Geltungsdauer
Diese Anordnung tritt am Tage nach ihrer Veröffentlichung im Bayerischen Staatsanzeiger in Kraft.
Sie gilt bis 31. Dezember 1984.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 20.01.1984


Stellenausschreibung
Die Gemeinde Hunderdorf stellt voraussichtlich ab dem Frühjahr 1984 einen qualifizierten Gemeindearbeiter für sämtliche Gemeinde- und Bauhofarbeiten ein. Führerschein Klasse II erwünscht.
Seitens der Gemeinde wird die neugebaute Bauhofwohnung (rd. 90 qm Wohnfläche) zur Anmietung gestellt. Die Entlohnung erfolgt nach Tarif BMTG II.  Bewerber sollen im Gemeindebereich Hunderdorf wohnhaft sein.
Bewerbungen ggf. mit Nachweisen über besondere berufliche Kenntnisse sind bis spätestens 10. Februar 1984 an die Gemeinde Hunderdorf, Kirchgasse 8, 8447 Hunderdorf, zu richten.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 20.01.1984


Jahresabschluß-Sitzung des Gemeinderates Hunderdorf
Die Jahresabschlußsitzung des Gemeinderates Hunderdorf fand diesmal im Gasthaus Gierl in Rammersberg statt.
Eingangs legte Bürgermeister Härtenberger dem Gemeinderat den Grenzregelungsveränderungsnachweis für das Gebiet „Thananger Str.“ vor. Nach Beratung beschloß der Gemeinderat  die neuen Grenzen, wie sie vom Vermessungsamt Straubing ausgewiesen wurden, festzusetzen. Ebenso wurde der Quadratmeterpreis auf dem der Flächenausgleich zu erfolgen hat, festgelegt.
Bebauungspläne geändert
Kenntnis nahm der Gemeinderat vom Deckblatt Nr. 8 zur Änderung des Bebauungsplanes „Apoig“ sowie vom Deckblatt Nr. 3 de; Bebauungsplanes „Bahnhofsiedlung-Erweiterung III“. Der Gemeinderat billigt die Entwürfe des jeweiligen Deckblattes und beschloß deren öffentliche Auslegung. Gleichzeitig wurde beschlossen, von der vorgezogenen Bürgerbeteiligung abzusehen, da sich die Änderungen auf das Plangebiet und die Nachbargebiete nur unwesentlich auswirken. Die Deckblattänderungen beinhalten insbesondere die vom Gemeinderat bereits beschlossene Entscheidung über die Zulassung von Dachgaupen bei bestimmten Voraussetzungen sowie die Zulässigkeit von größeren Dachüberständen sowie die Erteilung von Ausnahmen in besonderen Härtefällen. Zudem wurde in der Bahnhofsiedlung für ein Baugrundstück die Mindestgrundstücksgröße auf 500 qm festgesetzt sowie im Baugebiet „Apoig“ eine Festsetzungsänderung für vorhandenen Baubestand vorgenommen.
Landkreis gewährte Zuschüsse
Bürgermeister Härtenberger informierte den Gemeinderat über die Bewilligung von Zuschüssen des Landkreises. So wurden für die Unterhaltungskosten für den schweren Atemschutz der FFW Hunderdorf 800,– DM gewährt sowie für die Eigenmittel der Gemeinde Hunderdorf zur Erschließung des Baugebietes „Thananger Str.“ eine Zuwendung von 16.000 DM zugesagt.
Weiterhin gab Härtenberger den Prüfbericht des Bezirkskaminkehrermeisters wegen des Heizkamins im Lehrerwohnhaus Steinburg bekannt, worauf der Gemeinderat den Auftrag für die Verkleinerung des Kamindurchmessers erteilte. Zudem wurde vom Gemeinderat zur Kenntnis genommen, das Schreiben des Bayer. Bauernverbandes wegen der Ehrung landwirtschaftlicher Arbeitsjubilare.
AB-Maßnahme und Stellenausschreibung
Ausgesprochen hat sich der Gemeinderat ab April 1984 eine weitere ABM-Maßnahme zu beantragen. Im Zuge dieser Maßnahme sollen weitere zusätzliche Arbeiten im Gemeindebereich durchgeführt werden, wobei drei Arbeiter zusätzlich beschäftigt werden sollen. Gleichzeitig entschied sich der Gemeinderat dafür, die Stelle eines weiteren festangestellten Gemeindearbeiters demnächst im Gemeindeblatt auszuschreiben (Siehe Stellenangebot in dieser Ausgabe)
Härtenberger: Positive Jahresbilanz
Nach dieser Arbeitssitzung hieß Bürgermeister Härtenberger zu seinem letzten Jahresbericht insbesondere Pfarrer Anton Högner, Schulleiter Czerwenka und die Feuerwehrkommandanten sowie die Gemeindebediensteten willkommen. In seinem Rückblick über das abgelaufene Jahr betonte das Gemeindeoberhaupt, daß der Haushalt ziemlich planmäßig abgewickelt werden konnte, und keine Mehrausgaben zu verzeichnen seien. Besonders positiv wertete es Härtenberger auch, daß im heurigenJahr die Gemeinde 1,7 Mill. DM investieren konnte. Dabei nannte Härtenberger u. a. die Dachsanierung der Grundschule mit Ausgaben von 42.500 DM, die Innenrenovierung der Kapelle in Hofdorf mit 40.300 DM sowie die Restabwicklung für den Kindergartenneubau mit 22.600 DM, wobei auch noch eine Zuschußanhebung um 11.000 DM seitens des Staates bewilligt wurde. Fertiggestellt sei auch worden die Erschließung im Baugebiet „Hochfeld-Süd“ sowie der Gehweg am Quellenweg. Für den Straßenausbau Lindfeld seien 169.000 DM ausgegeben worden, wobei ein Zuschuß von 70.000 DM vereinnahmt werden konnte. Die restliche Finanzierung sei im nächsten Jahr abzuwickeln. Für Ausbesserungsarbeiten an verschiedenen Ortsstraßen seien zusätzlich 158.000 DM aufgewendet worden, berichtete Bürgermeister Härtenberger weiterhin.
Er nannte als weitere Maßnahmen die Erschließung des Breitfelder Weges / Eichenfeldstraße mit Ausgaben von 150.000 DM und die Erschließung des Gewerbegebietes „Thananger Straße“ mit rd. 150.000 DM, wozu leider auch die entsprechenden Erschließungsbeiträge nach dem Bundesbaugesetz von den erschlossenen Grundstücken erhoben werden mußten, ebenso wie im Baugebiet „Hochfeld-Süd“. Als weitere Baumaßnahme führte Härtenberger den Bauhofneubau mit Ausgaben von 480.000 DM an.
Haushalt nahezu 8 Millionen DM
Insgesamt bewegte sich das Haushaltsvolumen auf rd. 7,9 Mill. DM, wobei auch der Schuldenstand weiter gesenkt werden konnte. So bezifferte sich am Ende des Jahres 1983 die Pro-Kopf-Verschuldung nur noch auf 586,– DM, was erheblich unter dem vergleichbaren Durchschnitt sei. Härtenberger wörtlich: “ Wir sind den Aufgaben gerecht geworden und finanziell gut über die Runden gekommen“.
Ausblick auf 1984
In seiner kurzen Ausschau auf das Jahr 1984 meinte Härtenberger, daß weiterhin Investitionen notwendig seien, wobei jedoch der Haushalt aufgrund hoher zu zahlender Umlagen und verminderter Gewerbesteuereinnahmen einer besonderen Belastung unterzogen wird. Es könnten wohl besonders hohe Investitionen nicht getätigt werden, meinte Härtenberger. Als vordringliche Aufgaben nannte Härtenberger die Fortführung der Straßenausbesserungsarbeiten Hunderdorf-Thananger-Bahnhof Steinburg und in der Baugenossenschaftssiedlung sowie die weitere Ausweisung von Baugebiet im Anschluß an „Hochfeld-Süd“.
Worte des Dankes
Abschließend stellte Härtenberger fest, daß das Jahr 1983 ohne große Schwierigkeiten abgeschlossen werden konnte und auch bestes Einvernehmen mit den Behörden und örtlichen Institutionen herrschte. So dankte Härtenberger insbesondere Pfarrer Högner, Schulleiter Czerwenka, Gemeinderat, 2. Bürgermeister, den Feuerwehren, dem Verwaltungspersonal und den Gemeindearbeitern für die gute Zusammenarbeit. Abschließend lud Härtenberger zum Jahresabschlußessen ein.
Schulleiter Alois Czerwenka betonte die angenehme Zusammenarbeit mit Bürgermeister und Gemeinderat und sprach die besten Wünsche für das Jahr 1984 aus. Die gute Zusammenarbeit stellte auch Pfarrer Anton Högner heraus, der bemerkte, daß auch die Gemeinde immer ein offenes Ohr für die Pfarrangelegenheiten hatte. 2. Bürgermeister Egon Weinzierl dankte dem Bürgermeister für das gute Miteinander im Gemeinderat sowie für dessen Einsatz für die Gemeinde, durch den der Gemeinde Hunderdorf wieder ein erfolgreiches Jahr beschieden war.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 20.01.1984


Bei der Gemeinde Hunderdorf gemeldete Veranstaltungen
21.1.84 FFW Au vorm Wald : Ball bei Wagner-Freudenstein
28.1.84 FFW Hunderdorf : Ball bei Sandbiller
3.2.84 Trachtenverein : Interner Ball bei Baier-Edbauer
4.2.84 FFW Steinburg : Ball bei Berger-Höfelsauer
11.2.84 Sportverein : Ball bei Sandbiller
11.2.84 Freie Wählergemeinschaft Hunderdorf-Steinburg-Gaishausen : Kappenabend im Gasthaus Wagner-Freudenstein
18.2.84 Bayerwaldverein : Interner Ball bei Sandbiller
18.2.84 EC Steinburg : Ball bei Wagner — Freudenstein
19.2.84  Krieger- und Soldatenkameradschaft: Jahreshauptversammlung bei Sandbiller um 14.00 Uhr
24.2.84 Schützenverein : Kappenabend im Gasthaus Deschl
25.2.84 BRK Hunderdorf: Ball bei Wagner-Freudenstein
2.3.84 Trachtenverein: Faschingsball bei Berger, Höfelsauer
5.3.84 FFW Hunderdorf: Rosenmontagsball bei Baier-Edbauer
25.3.84 Trachtenverein : Generalversammlung
1.5.84 Gewerkschaft Bausteine-Erden : Maifeier b. Sandbiller um 9.30 Uhr
14.-16.6.84 Schützenverein : Ortsmeisterschaft
17.6.84 Schützenverein : Gartenfest bei Deschl
22.-25.6.84 FFW Steinburg : Gründungsfest sowie Kirchweihfest Steinburg, Festwirt : Gottfried Höfelsauer
7. u. 8.7.84 Bayerwaldverein : Wandertag
3.-6.8.84 Volksfest Hunderdorf : Festwirt Richard Weinzierl, Terminänderung ?
3.-6.8.84 Rammersberger Kirchweihfest : Festwirt : Gierl Terminänderung ?
1.12.84 Krieger- u. Soldatenkameradschaft : Christbaumversteigerung im Gasthaus Sandbiller um 14.00 Uhr
2.12.84 Bayerwaldverein : Weihnachtsfeier bei Sandbiller
8.12.84 Trachtenverein : Christbaumversteigerung bei Baier-Edbauer um 19.30 Uhr
9.12.84 Trachtenverein : Adventfeier bei Sandbiller um 14.00 Uhr
9.12.84 FFW Au v. Wald : Christbaumversteigerung bei Wagner-Freudenstein
14.12.84 Bayerwaldverein : Christbaumversteigerung bei Sandbiller
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 20.01.1984


Jahresrückblick der Gemeinde Windberg
Zur Jahresabschlußsitzung traf sich der Gemeinderat Windberg gam 30. 12. 1983 im Gasthaus Mühlbauer. Bürgermeister Kleikamp begrüßte besonders Pfarrer Ephrem, sowie die Mitglieder des Gemeinderats, Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Helmut Piening, die Beschäftigten der Gemeinde und die örtlichen Vereinsvorstände und Helfer, die sich insbesondere beim Besuch der französischen Partnerschaftsgemeinde Abos engagiert haben.
In einem kurzen Jahresrückblick faßte Bürgermeister Kleikamp zusammen, daß zwar im Jahre 1983 keine größere Maßnahme begonnen wurde, jedoch einige Maßnahmen fertiggestellt wurden und ein Abbau der Verschuldung erreicht wurde. So konnten die anfänglichen Schulden in Höhe von 360.000 DM für die Straße in Meidendorf abgebaut werden. Für die nunmehr fast abgeschlossene Renovierung in Hl. Kreuz mit Gesamtkosten von 500.000 DM konnten im Jahr 1983 noch Zuschüsse von 60.000 DM angenommen werden. Für das Jahr 1984 schlug der Bürgermeister vor, in Zusammenarbeit mit Pfarrer und Pfarrgemeinderat den Abschluß der Arbeiten mit einem kleinen Fest zu würdigen.
Für das Jahr 1984 ist von Seiten der Flurbereinigung der Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße Oberbucha-Irensfelden geplant. Der von der Gemeinde zutragende Anteil wird ca. 100.000 DM betragen. Zum Stand der Dorferneuerungsplanung führte Bürgermeister Kleikamp aus, die Planung schreite voran und mit den ersten Entwurfs-Ausfertigungen ist im Frühjahr zu rechnen. Sein besonderen Dank sprach Bürgermeister Kleikamp abschließend den Vorständen der Vereine für die geleistete Arbeit aus. „Der gute Geist der Gemeinde wird in den Vereinen gepflegt“ führte der Bürgermeister aus.
Bei der anschließenden Aussprache mit den Vereinsvorständen wies der Bürgermeister nochmals auf das gute Gelingen des Französischen Abends im Klosterhof hin und dankte allen für ihre Mitarbeit. Die Vereinsvorstände sprachen sich für einen Gegenbesuch in der Partnerschaftsgemeinde Abos aus. Die Fahrt soll voraussichtlich in der letzten Augustwoche stattfinden. Den genauen Reiseablauf und die Finanzierung wird man noch gemeinsam erarbeiten.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 20.01.1984


Vom Schulverband Hunderdorf
(Sitzung am 2. 1. 1984)

Bei der kürzlich im Verwaltungsamt Hunderdorf stattgefundenen Sitzung des Schulverbandsausschusses wurde der Haushaltsplan 1984 angenommen. Das Gesamthaushaltsvolumen beziffert sich auf 630.300 DM. Die Schulverbandsumlage wurde auf 904,66 DM je Schüler festgesetzt. Sie ist damit geringfügig höher als im Vorjahr.
Jahresrechnung 1983 geprüft
Eingangs nahm der Schulverbandsausschuß Kenntnis von den vorgetragenen Abschlüssen der einzelnen Haushaltspositionen der Jahresrechnung 1983. Einwände gegen die Jahresrechnung wurden nicht erhoben. Sodann wurde die Prüfung vom Schulverbandsausschuß vorgenommen. Nachdem keine Prüfungserinnerungen der Jahresrechnung 1983 erhoben wurden, stellte das Schulverbandsgremium das Ergebnis im Gesamthaushalt mit 757 777 DM fest, wobei ein Übertrag von rd. 61.000 DM verzeichnet werden konnte.
Haushaltsplan 1984 angenommen
Verbandsvorsitzender Härtenberger trug dann den Haushaltsplanentwurf des Jahres 1984 vor. Nach Beratung beschloß der Gemeinderat den Haushaltsplan mit den darin enthaltenen Ansätzen und Abschlußziffern aufzustellen und die entsprechende Haushaltssatzung zu erlassen. Demnach beträgt der Schulhaushaltsetat für 1984 im Verwaltungshaushalt in den Einnahmen und Ausgaben 569.300 DM und im Vermögenshaushalt in den Einnahmen und Ausgaben 61.000 DM. Der durch sonstige Einnahmen nichtgedeckte Bedarf wurde auf 388.100 DM festgesetzt, der als Schulverbandsumlagebetrag von den Gemeinden aufzubringen ist.
Schülerzahl sinkt weiter
Bei 429 Verbandsschülern ergibt sich je Schüler ein Schulverbandsbeitrag von 904,66 DM (Vorjahr : 893,39 DM bei 469 Schülern). Für die Gemeinde Hunderdorf beläuft sich die Schulverbandsumlage bei 273 Schülern auf 246,972 DM. Die Gemeinde Windberg hat für 85 Schüler 76.896 DM zu zahlen. Auf die Gemeinde Neukirchen entfällt ein Schulverbandsanteil für 71 Schüler von 64.231 DM. Bei der Etataufstellung 1984 wurde im Benehmen mit der Schulleitung versucht, den Grundsätzen der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit Rechnung zu tragen.
Größere Einnahmen und Ausgaben
Als größere Einnahmen des Schulverbandes sind eingeplant die Schulverbandsumlage mit 388.100 DM, Zuweisung für die Schülerbeförderung mit 109.000 DM und die Entnahme aus der Rücklage mit 61.000 DM. Die gewichtigen Ausgaben des Schulverbandes sind die Personalkosten mit 122.700 DM, die Bewirtschaftungskosten einschl. Heizung, Strom und dgl. mit 140.100 DM, die Schulhausmiete mit 126.300 DM, Lehr- und Unterrichtsmittel mit 6.000 DM, Lernmittel 13.000 DM sowie die Schülerbeförderungskosten mit 120.000 DM.
Zusatzversorgung beantragt
Weiterhin wurde beschlossen, daß der Schulverband Hunderdorf zum Zwecke der zusätzlichen Berufsunfähigkeit sowie Alters- und Hinterbliebenenversorgung Mitglied bei der Zusatzversorgungskasse der Bayer. Gemeinden wird.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 20.01.1984


Hunderdorfer Schützen feierten Meisterschaft
Kürzlich konnte 1. Schützenmeister Ludwig Wagner die Mannschaft der Schützenkameradschaft Hunderdorf zu einer kleinen Feier im Vereinslokal in Hofdorf begrüßen. Anlaß hierfür war der 1. Platz bei den Rundenwettkämpfen 1983 der Gauklasse C Wald. Nach viel Fleiß, hartem Training und einer großen Portion Glück war es den Hunderdorfer Schützen zum 1. Mal seit Bestehen des Vereins gelungen, diesen Platz zu erreichen. Auch dieses Jahr war es lange Zeit ungewiß, wer den Meister stellt. Mitfavoriten auf den ersten Plätzen waren die Welchenberger Schützen, die aber im entscheidenden Kampf gegen Hunderdorf keine Chance hatten, da die Hunderdorfer Schützen bei diesem Kampf das beste Mannschaftsergebnis in ihrer Klasse mit 1065 Ringen und das beste Einzelergebnis mit 280 Ringen (durch Egon Höcherl), schossen und dadurch die Tabellenführung übernahmen und auch hielten.
Ende November führ die Mannschaft dann zu den Aufstiegskämpfen nach Straubing. Sie konnte aber leider nur den 4. Platz belegen, der für einen Aufstieg in die höhere Klasse wohl nicht ganz reichen wird. Davon ließen sich die Schützen jedoch die gute Laune nicht verderben und feierten ihren ersten Platz bei einer Brotzeit und Bier.
Mit dem Aufstellen einer 2. Mannschaft und einer Jugendmannschaft für die kommende Saison will man nun die Schützen zu noch mehr Fleiß und Training anspornen, um auch in Zukunft mit guten Leistungen aufwarten zu können.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 20.01.1984


VdK-Ortsverband zog Jahresbilanz
Sammlung brachte ansehnlichen Betrag
Mitgliederstand ging zurück

Jahresrückblick und Vorschau hielt der Ortsverband der Kriegs- und Wehrdienstopfer, Behinderten und Sozialrentner. Über 500,– DM konnte der Ortsverband bei der Haus- und Listensammlung „Helft Wunden heilen“ für sich verbuchen. Dies berichtete der Vorsitzende des VdK-Ortsverbandes Hunderdorf/Windberg. Tätigkeitsberichte und Informationen über die neuen Sozialbeschlüsse standen weiter im Mittelpunkt der Versammlung.
Anna Heilmann berichtete zunächst ausführlich über die Kassenlage, die sich in Verwaltungs- und Fürsorgekonten gliedert. Der VdK-Ortsverband zähle derzeit 141 Mitglieder. Friedrich Nagel, Maria Miethanner, Karl Reiner, Johann Meergans, Hermann Rother, Kreszenz Huber, Kreszentia Wanninger, Kreszenz Preböck und Walburga Reichardt habe man zu Grabe geleiten müssen.
Durch die Spendenfreudigkeit der Hunderdorfer und Windberger Einwohner sei im November bei der Haus- und Listensammlung „Helft Wunden heilen“ ein ansehnlicher Betrag zusammengekommen. Allen Spendern und freiwilligen Helfern dankte Vorsitzender Rudolf Karl im Namen des Verbandes. Aufgrund des guten Ergebnisses könnten Seniorenbetreuung und Geburtstagsaktionen wieder intensiver betrieben werden. Im abgelaufenen Jahr seien 3 Vorstandssitzungen sowie eine Mitglieder- und Aufklärungsversammlung abgehalten worden. Viel Wert habe man auch auf die Alters- und Mitgliederehrung gelegt. Neben der Mitgliederbetreuung habe der Ortsverband auch an verschiedenen gemeindlichen sowie kirchlichen Aktionen teilgenommen. Der Tagesausflug zur IGA und der Nachmittagsausflug in die Grenzstadt Furth im Wald hatten das Vereinsleben motiviert.
Die Anregung, statt der Kranzniederlegung ein hl. Amt für verstorbene Mitglieder zelebrieren zu lassen, wird auch im kommenden Jahr beibehalten. Einige Anwesende regten an, den Kontakt zu den Mitgliedern zu verstärken. Der Nachmittagsausflug, der sehr positiv in der Altenbetreuung angekommen war, wird im nächsten Jahr wieder durchgeführt.
Anschließend informierte der Vorsitzende u. a. über die neuen Sozialbeschlüsse und Gesetzesänderungen ab 1. Jan. 1984. Die Sozial-, Unfall- und Kriegsopferrenten werden zum 1. Juli 1984 der Entwicklung der Einkommen angepaßt, d. h. die Sozialrenten werden nach Abzug von 2 Prozentpunkten für die Krankenversicherung etwas über 1,2 Prozent erhöht. Wie Karl weiter berichtete, wurde die Wartezeit für das Altersruhegeld wegen Vollendung des 65. Lebensjahres von bisher 15 Versicherungsjahren auf 5 festgelegt. Da sich sehr viele Gesetze im Sozialbereich geändert haben, werden die Mitglieder gebeten, sich Auskunft und Beratung beim VdK-Kreisverband Straubing-Bogen, Tel. 09421/1506, einzuholen.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 20.01.1984


Jahreshauptversammlung der FFW
Windberg— Bei der traditionell am Dreikönigstag stattfindenden Jahreshauptversammlung der FFW Windberg, konnte 1. Vorstand Karl Holmer neben den zahlreich erschienenen Feuerwehrkameraden auch Bürgermeister Kleikamp begrüßen.
Zu Beginn der Versammlung gedachte man der verstorbenen Kameraden. Im anschl. Rechenschaftsbericht gab Vorstand Karl Holmer einen kurzen Überblick über wichtige Ereignisse und über die Tätigkeit der Vorstandschaft im Jahre 1983. Kassier Norbert Zitzelsberger konnte trotz vieler Ausgaben über einen befriedigenden Kassenbestand berichten.
Im Rechenschaftsbericht des 1. Kommandanten Helmut Haimerl spielten die Auswirkungen und Veränderungen, die das neue Feuerwehrgesetz mit sich bringen wird, eine große Rolle. Haimerl erläuterte der Versammlung die wichtigsten Neuerungen. Auch die Windberger Wehr müsse sich den Forderungen dieses neuen Gesetzes anpassen, stellte der Kommandant fest. Daß die notwendigen Änderungen mit Bedacht und ohne Zeitdruck vorgenommen werden, meinte Haimerl, sei selbstverständlich.
In einem kurz gehaltenen Grußwort dankte Bürgermeister Franz Kleikamp den Feuerwehrmännern für ihren freiwilligen Dienst und sagte auch für die Zukunft jede mögliche Hilfe der Gemeinde zu. Traditionell bei der Jahreshauptversammlung der Windberger Feuerwehr ist auch der Besuch der Hl. Drei Könige, mit dem die harmonische Versammlung einen gelungenen Abschluß fand.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 20.01.1984


Heute Gemeindenachmittag
Hunderdorf.
Die evangelische „Friedenskirche“ in Hunderdorf steht nun 20 Jahre. Sie wurde im Dezember 1963 eingeweiht. Der Festgottesdienst fand am 2. Weihnachtsfeiertag statt. Nun findet heute, Samstag, ab 15 Uhr ein Gemeindenachmittag statt, zu dem alle Gemeindemitglieder eingeladen sind. Der Posaunenchor und der Kirchenchor von Bogen wirken mit. Nach einer Andacht, den Grußworten und einer Ehrung leitet der Posaunenchor mit lustigen Variationen zum lockeren Teil über. Es folgt ein Gemeinde-Quiz und ein musikalisches Rätsel. Der Nachmittag schließt mit alten Dias von der Entstehung der Hunderdorfer Kirche, welche sicher für die „alten“ Gemeindeglieder interessant sind.
Quelle: Bogener Zeitung, 21.01.1984


Windberg. Winithschützen: Sonntag, 22. 1., 14 Uhr, Generalversammlung mit Neuwahlen im Vereinslokal Hüttinger.
Quelle: Bogener Zeitung, 21.01.1984


Windberg. Winith-Schützen: Sonntag, 22. 1., 14 Uhr, im Gathaus Hüttinger ordentliche Generalversammlung mit Wahl des Schützenmeisters und des Ausschusses.
Quelle: Bogener Zeitung, 21.01.1984


20 Jahre evangelische Kirche Hunderdorf
Andacht und kleiner Festakt — Mesnerin Else Wittwer geehrt – Pfarrer Söllner: Jesus, Fundament der Kirche und des Glaubens
Hunderdorf. Im Rahmen eines Gemeindenachmittags feierte am Samstag die evangelische Kirchengemeinde das zwanzigjährige Bestehen des Gotteshauses in Hunderdorf. Pfarrer Söllner bezeichnete Jesus Christus als Fundament der Kirche und des christlichen Glaubens. Der katholische Pfarrer Anton Högner und Bürgermeister Härtenberger sprachen Grußworte. Der Posaunenchor, der Kirchenchor und die Flötengruppe wirkten mit und boten einen ansprechenden Rahmen der Jubiläumsandacht und -feier.
Eröffnet wurde der Gemeindenachmittag mit einer Intrade des

Bürgermeister Karl Härtenberger bei seinen Grußworten.

Posaunenchores unter Leitung von Kirchenvorsitzendem Ehlers (Bogen). Ehlers hieß sodann die Gemeindemitglieder aus Hunderdorf, Bogen und Mitterfels willkommen und sprach einleitende Worte. In seiner Kurzpredigt während der folgenden Andacht sagte Pfarrer Hans Söllner (Bogen): „Häuser brauchen wir, wo wir zu Hause sind, wo wir hingehören. Ein Haus, das wir Kirche nennen, ist aber nicht nur ein Gebäude, das man sehen kann. Kirche ist vielmehr nicht zu sehen und steht über der ganzen Welt ohne Rücksicht auf Hautfarbe und Rasse. Mit der Taufe hat man das Wohnrecht bei Gott erworben.“ Der Prediger weiterhin: „Das Fundament der

Ein Blick auf einen Teil der Ehrengäste.

Kirche und unseres Glaubens ist Jesus Christus.“ Daß die Kirche in Hunderdorf immer stehen möge, wünschte Pfarrer Söllner zum Schluß.
Nach der Andacht nahm Pfarrer Söliner die offizielle Begrüßung der Ehrengäste vor. Dabei entbot der Seelsorger insbesondere ein herzliches Willkommen dem katholischen Pfarrer Anton Högner, der Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Ingrid Hentschirsch mit Pfarrgemeinderatsmitgliedern, 1. Bürgermeister Karl Härtenberger, 2. Bürgermeister Egon Weinzierl und dem Gemeinderat, dem evangelischen Pfarrer i. R. Schwenker sowie Kirchenrat Rauh.
Pfarrer Anton Högner führte aus, die katholischen und evangelischen Christen gehörten einem Gott. Pfarrer Högner sagte:


Der Posaunenchor umrahmte die Feier musikalisch.

„Gott ist es, der uns das Fest schenkt, mitten unter uns ist und Sinn unseres Glaubens und Lebens ist.“ Der katholische Geistliche wünschte zum Schluß, daß es weiterhin mit dem Glauben gut gehe und der Herr alle gemeinsam zu einem guten Ziel führen möge.
Bürgermeister Härtenberger erinnerte in seinen Grußworten daran, daß die Einweihung der Kirche im Dezember 1963 für die evangelischen Neubürger in der Gemeinde ein denkwürdiger Tag gewesen sei, durch den die ganze Kirchengemeinde zur verstärkten Aktivität auf dem Fundament des christlichen Glaubens angeregt worden sei. Härtenberger weiterhin wörtlich: „In einer Zeit der enormen Aufwärtsentwicklung der Gemeinde, der Integration vieler unterschiedlicher Interessen hat auch die evangelische Kirche als stabilisierender Faktor gewirkt und sich deshalb um die gesamte Gemeinde verdient gemacht.“ Der Gemeindechef richtete für die unermüdliche Arbeit ein besonderes Dankeschön an den jetzigen Pfarrer Söllner und Diakon Schrank. Erfreulich wertete es Härtenberger, daß von der evangelischen Kirchenleitung in den letzten Jahren ein Diakon eingesetzt worden sei, durch den die Betreuung älterer Mitbürger und der Jugend ausgeweitet und intensiviert worden sei. Abschließend wünschte Bürgermeister Härtenberger der evangelischen Kirchengemeinde, daß vom Gotteshaus auch in Zukunft viel Segen und Trost für die Kirchenmitglieder und die ganze Gemeinde ausgehen möge.
Dann ehrte Pfarrer Hans Söllner die langjährige Mesnerin Else Wittwer und überreichte ihr in Dankbarkeit eine Silberbrosche. Söllner führte in einer kurzen Laudatio aus, Else Wittwer sei jetzt 23 Jahre als Küsterin — also länger als die evangelische Kirche in Hunderdorf stehe — tätig und habe den Dienst immer zur Zufriedenheit erfüllt. Der Pfarrer wünschte für die Zukunft Gottes Segen und alles Gute. Er sprach die Hoffnung aus, daß Else Wittwer noch möglichst lange als Kirchendienerin zur Verfügung stehen möge.
In seinem Rückblick „20 Jahre Kirche Hunderdorf“ führte Pfarrer Söllner aus, daß im Jahre 1945 auch in Hunderdorf eine starke

Pfarrer Hans Söllner ehrte die verdiente Mesnerin Else Wittwer.

evangelische Gemeinde entstanden sei, als durch Vertreibung aus den deutschen Ostgebieten viele Schlesier, Ostpreußen und Angehörige anderer deutscher Volksstämme in das Gebiet des Bayerischen Waldes und des Vorwaldes gekommen seien. Unter schwierigsten Umständen sei lange Zeit die evangelische Kirchengemeinde von Kirchenrat Rohn betreut worden. Söllner rief in Erinnerung, daß anfänglich Gottesdienste in der katholischen Nebenkirche in Hofdorf, dann im Gasthaus Sandbiller und später in der katholischen Pfarrkirche gefeiert worden seien. Nach dreimaliger Planänderung sei es dann unter Pfarrer Sommer zum evangelischen Kirchenbau in Hunderdorf gekommen. Am 9. September 1963 sei von der Firma Schuhbauer mit den Bauarbeiten begonnen worden. Dreizehn Tage später sei die Grundsteinlegung erfolgt und nach erstaunlich kurzer viermonatiger Bauzeit sei das Werk vollendet gewesen. Bereits am 21. 12. 1963 sei die Kirche im Beisein von zahlreichen Ehrengästen eingeweiht worden. Oberkirchenrat Koller nahm die eindrucksvolle Weihehandlung vor, berichtete Pfarrer Söllner. Er sagte weiterhin, daß das Altarkreuz in der Kirche vom damaligen katholischen Ortsgeistlichen Pfarrer Ruhs zur Einweihung als Geschenk übergeben wurde mit den Worten: „Der Gekreuzigte ist die stärkste Verbindung zwischen den Religionsgemeinschaften.“
Zum Kirchenbau selbst bemerkte Söllner, daß der Kirchenraum achteckig, der Kirchenturm 14 Meter hoch ist und 50 Sitzplätze aufweist und auch eine kleine Kirchenglocke hat. Abschließend betonte Pfarrer Söllner, daß damals Pfarrer Sommer eingeführt habe, alle 14 Tage in der neuen Kirche Gottesdienst zu feiern und daß diese Regelung über den Zeitraum von 20 Jahren bis heute unverändert beibehalten worden sei. In einem Diavortrag zeigte Pfarrer Söllner die Stationen des Kirchenneubaues auf.
Die Andacht und der kleine Festakt beim Gemeindenachmittag wurden eindrucksvoll umrahmt und ausgestaltet vom Posaunenchor mit Dirigent Ehlers, vom Kirchenchor unter der Leitung von Frau Baumann sowie von der Flötengruppe. Ein Gemeinde-Quiz, wobei sich Diakon Rolf Schrank als Quiz-Master betätigte, rundete den ansprechenden, gelungenen Gemeindenachmittag ab.
Quelle: Bogener Zeitung, 24.01.1984


Schloßkapelle wird renoviert
Pfarrer und Bevölkerung für Innenrestaurierung – Gottesdienstraum vor Verfall gerettet
Hunderdorf/Steinburg.
Zu einer Informationsversammlung hatte kürzlich Pfarrer Anton Högner ins Gasthaus Berger-Höfelsauer eingeladen. Es ging darum, ob die Schloßkapelle Steinburg heuer renoviert werden und für Gottesdienst-Feiern wieder zur Verfügung gestellt werden soll. Als Ergebnis konnte Pfarrer Högner und Baron von Poschinger-Bray zusammenfassen, daß die Bürger Interesse an der Renovierung der Schloßkapelle haben und entsprechende Meßfeiern am Schloßberg in einem würdigen Rahmen dankbar annehmen würden.
Pfarrer Högner eröffnete die Versammlung. Er sagte, es sei möglich, die Schloßkapelle wieder gottesdienstlichen Zwecken zuzuführen. Grundsatzfrage sei, ob die Nutznießer der Kapelle für die Renovierung seien oder nicht. Baron von Poschinger-Bray stellte fest, daß die Familie Poschinger, die Kapelle wieder hübsch herrichten will, damit sie der Bevölkerung wieder zur Verfügung steht. Zwischen Kirche und Eigentümer müßte dann eine entsprechende Nutzungsvereinbarung notariell abgeschlossen werden. „Nur wenn Pfarrer und Bevölkerung dahinterstehen, ist die Renovierung möglich und beabsichtigt“, sagte er.
Architekt Kammerl stellte kurz das Projekt vor und er erläuterte den vorläufigen Finanzierungsplan. Kammerl führte aus, daß nach der Außenrenovierung vor einigen Jahren (Kosten 226 000 Mark) nunmehr die Innenrestaurierung folgen soll, um den desolaten Zustand der Schloßkapelle zu beseitigen, sie vor dem Verfall zu retten. Die Gesamtkosten betragen rund 300 000 Mark. Neben einer etwa dreißigprozentigen Förderung aus Kirchensteuermitteln seien überwiegend Zuschüsse, besonders aus Mitteln zur Erhaltung von Kulturgut eingeplant, von verschiedenen staatlichen und kommunalen Institutionen. Auch von der Gemeinde und den Bürgern erhoffe man sich einen Anteil.
Kammerl erläuterte, daß auch der Zugang zur Kapelle neu angelegt und Parkplätze geschaffen würden. Auch die Zufahrt müßte gesichert und ausgebaut werden. Hier stelle sich die Frage nach der Baulast und der künftigen Unterhaltslast. Man hoffe auf Entlastung durch die Gemeinde.
Die Besprechung zeigte, daß die Bürger mit der Renovierung der Schloßkapelle einverstanden sind. Bürgermeister Härtenberger dankte Baron von Poschinger-Bray für die Aufwertung des Ortes Steinburg durch die Schloßrenovierung. Die Gemeinde begrüßte auch die Restaurierung der Schloßkapelle. Man werde sich bei der Mitfinanzierung nicht verschließen und entsprechende Möglichkeiten im Gemeinderat beraten.
Bürgervereinsvorsitzender Hans Feldmeier meinte, die Gemeinde soll auch bei der Bau- und Unterhaltslast des Zufahrtsweges sowie beim künftigen Gebäudeunterhalt finanziell einspringen. Feldmeier dankte im Namen der Steinburger Bürger Pfarrer Högner und Baron von Poschinger-Bray, daß sie die Initiative zur Renovierung ergriffen haben. FFW-Kommandant Anton Häusler sagte, „es gilt, das Alte zu erhalten“ und meinte, daß die Steinburger Vereine sicher ihren Beitrag zur Renovierung leisten werden.
Quelle: Bogener Zeitung, 26.01.1984


Einmütiges Vertrauen für Peschke
SPD und Parteilose Wählergemeinschaft Hunderdorf stellten gemeinsame Wahlliste auf
Hunderdorf.
Die SPD und Parteilose Wählergemeinschaft stellten in einer öffentlichen Wahlveranstaltung im Gasthaus Sandbiller in Hunderdorf ihren Wahlvorschlag für die Kommunalwahlen am 13. März, zusammen.
Ortsvorsitzender und Gemeinderat Diewald begrüßte eine stattliche Anzahl interessierter Bürgerinnen und Bürger. Ein besonderer Gruß galt dem Geschäftsführer der SPD, Erich Stegmann. Diewald erinnerte in seiner Einführung, daß die SPD und Parteilose Wählergemeinschaft sich seit 1960 als politische Kraft in Hunderdorf betätigten. Mit einem eigenen Bürgermeisterkandidaten und einer guten Liste gelte es, möglichst viele Gemeinderatssitze zu erringen. Dann stellte Diewald die einzelnen Kandidaten vor. Es seien dies Frauen und Männer, die bereit seien, sich für die Bevölkerung einzusetzen. Sie kämen aus den verschiedenen Ortsteilen der Gemeinde.
Nach Bildung eines Wahlausschusses erklärte der Wahlleiter Erich Stegmann die verschiedenen Abstimmungsmöglichkeiten. Bei der Wahl zum Bürgermeisterkandidaten wurde bei nur einer Stimmenthaltung Gerd Peschke gewählt. Der vorbereitete Wahlvorschlag der Gemeinderatsliste wurde einstimmig angenommen. Peschke dankte für das entgegengebrachte große Vertrauen. Er bezeichnete dieses Ergebnis als Anreiz, sich mit Engagement für die gemeinsame Sache voll einzusetzen. Zum Wesen einer Demokratie gehöre es auch, Wahlverantwortung zu tragen. Nicht Machtansprüche und Parteipolitik dürften im Vordergrund stehen. Die Zielsetzungen der SPD und Parteilosen-Wählergemeinschaft seien Sachlichkeit und mehr Gleichheit, Gerechtigkeit und mehr Menschlichkeit. An die Fairness brauche man die Wählergemeinschaft nicht zu erinnern. Wie unfair und persönlich der Ortsvorsitzende Diewald angegriffen worden sei, dürfte noch gut in Erinnerung sein. Der geleisteten Arbeit der Gemeinderäte Diewald und Reiner gebühre besondere Anerkennung.
Die festgelegte Plazierung der Gemeinderatskandidaten: 1. Gerd Peschke, 2. Xaver Diewald, 3. Xaver Reiner, 4. Xaver Neumeier, 5. Günther Baierl, 6. Emil Gerhard, 7. Max Leonhard, 8. Georg Pflügl, 9. Hans Grill, 10. Katharina Scheibenthaler, 11. Rudolf Bayer, 12. Alfons Hilmer, 13. Josef Hanner, 14. Georg Meinberger, 15. Johannes Baumgartner, 16. Ludwig Wagner, 17. Hermann Mühlbauer, 18. Hans Engl, 19. Alois Hupf, 20. Eckhard Rähse, 21. Ludwig Kapfenberger, 22. Willi Schießl, 23. Horst Achtnichts, 24. Arno Gerhard, 25. Uschi Kapfenberger, 26. Josef Eichmeier, 27. Hans Glas, 28. Rosina Meyer, Ersatz Albert Scheibenthaler und Hans Hastreiter.
Quelle: Bogener Zeitung, 26.01.1984


Neues Wappen für die Gemeinde Hundedorf
Symbole von Steinburg und Gaishausen aufgenommen – Stromvertrag mit OBAG abgeschlossen
Hunderdorf. Hunderdorf hat ein neues Gemeindewappen. Einen entsprechenden Beschluß faßte der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung. In dem neuen Wappen sind die Symbole der ehemaligen

Das neue GemeindewappenDas neue Gemeindewappen

Gemeinden Steinburg und Gaishausen sowie von Hunderdorf enthalten. Weiterhin stimmte der Gemeinderat einem Stromlieferungsvertrag mit der OBAG zu.
Eingangs gab Bürgermeister Härtenberger neue Stromlieferungsverträge, die seitens der OBAG vorgelegt wurden, zur Kenntnis. Gegenüber dem bestehenden Vertrag aus dem Jahr 1972 seien, so teilte die OBAG mit, aufgrund der Kartellprüfung zwei Änderungen des Vertrages erforderlich. Der Gemeinderat billigte den Abschluß des neuen Zustimmungs- und Elektrizitätsversorgungsvertrages sowie des entsprechenden Straßenbeleuchtungsvertrages. Als Vertragsdauer, so entschied der Gemeinderat, sollen jedoch nur grundsätzlich 20 Jahre festgelegt werden anstelle der im Entwurf enthaltenen Laufzeit von teilweise 50 Jahren.
Gebilligt wurde vom Gemeinderat auch die Baueingabe für das Aufstellen einer Werbeanlage und eines Verkaufscontainers in Grabmühl durch Erdbeer-Krinner. Die Anlagen sollen laut Antrag in der Zeit von Anfang Juni bis Ende Juli aufgestellt werden.
Bürgermeister Härtenberger präsentierte dem Gemeinderat den Entwurf eines neuen Gemeindewappens, der von Heraldiker Reinhart aus Passau gefertigt wurde. Der Gemeinderat beschloß einstimmig nach diesem Entwurf das Wappen für die Gemeinde Hunderdorf anzunehmen anstelle des bisherigen Wappens. Im neuen Wappen ist insbesondere auch ein Symbol des Gemeindewappens der ehemaligen und nach Hunderdorf eingegliederten Gemeinden enthalten. Das Gemeindewappen wird so symbolisch der Geschichte des jetzigen gesamten Gemeindegebietes gerecht. Die Generaldirektion der staatlichen Archive Bayerns hatte den Wappenentwurf bereits gutgeheißen. Die Darstellungen im neuen Wappen haben folgende Beziehungen.
Hunderdorf: Springender Windhund; er deutet auf die enge Beziehung Hunderdorfs zum Kloster Windberg hin., in dessen Wappen ein Windhund ausgewiesen ist.
Gaishausen: Stufenkreuz; es weist auf die eng verbundene Geschichte mit der benachbarten Hofmark Steinburg hin und ist dem Wappen der am frühest nachgewiesenen Besitzer von Steinburg, den Herren von Steinberg, entnommen.
Steinburg: Arm mit Pfeil; er stellt in der auf das Wesentliche zurückgeführten Form die Verbindung zum Wappen der Adelsfamilie im 18. Jahrhundert „Schuß von Peilstein“ dar und versinnbildlicht den engen Zusammenhang mit der geschichtlichen Entwicklung Steinburgs.
Zugleich entschied sich der Gemeinderat für die Annahme einer eigenen Gemeindefahne mit der Farbenfolge rot-weiß-blau. In diese Fahne ist auch das Gemeindewappen mitaufzunehmen. Abschließend wurde der Bürgermeister beauftragt, das entsprechende ministerielle Zustimmungsverfahren einzuleiten.
Die Zustimmung des Gemeinderates fand auch eine beantragte Teilung eines Baugrundstückes im Baugebiet „Bahnhofsiedlung-Erw. III“. In diesem Zusammenhanguhr wurde auch die notwendige Bebauungsplanänderung beschlossen. Im weiteren nichtöffentlichen Teil der Sitzung befasste sich der Gemeinderat insbesondere mit verschiedenen Änderungen zur Erschließungsbeitragserhebung sowie mit verschiedenen Grundstücksangelegenheiten.
Quelle: Bogener Zeitung, 27.01.1984


Die Polizei im Einsatz:
… Unachtsamkeit war die Ursache eines Unfalls, der sich am Samstag um 13.40 Uhr in Steinburg ereignete. Ein Pkw-Fahrer wollte nach links in Richtung Mitterfels abbiegen und übersah dabei einen entgegenkommenden Personenwagen. Es kam zum Zusammenstoß, wobei eine Frau leicht verletzt wurde. Der Schaden beträgt nach Angaben der Polizei rund 5 000 Mark.
Quelle: Bogener Zeitung, 30.01.1984


Sicherheit und Resozialisierung
Informationsbesuch der Jungen Union in der Justizvollzugsanstalt Straubing
Straubing-Bogen. Rund 50 Mitglieder des Kreisverbandes der Jungen Union Straubing-Bo-gen fanden sich zu einer Besichtigung der Justizvollzugsanstalt in Straubing ein. Der Führung durch die

Die JU-Mitglieder in der Justizvollzugsanstalt.

Anstalt ging ein ausgedehntes Gespräch mit Leitendem Regierungsdirektor Dr. Stärk voraus. Dr. Stärk informierte die Teilnehmer darüber, daß die 1898 unter Prinzregent Luitpold erbaute Strafanstalt lange Zeit zu den modernsten Einrichtungen dieser Art in Europa zählte, wurden doch die Zellen bereits damals mit Wasserklosetts ausgestattet. Derzeit seien ständige Sanierungsmaßnahmen erforderlich, um der Anstalt ein zeitgemäßes Gepräge geben zu können.
Nach den Worten Dr. Stärks gilt die JVA Straubing mit derzeit 1 020 Inhaftierten zu den größten Anstalten in der Bundesrepublik Deutschland. In Straubing „sitzen“ insbesondere Straftäter mit Freiheitsstrafen von mindestens fünf Jahren, alle Sicherheitsverwahrten und ,,Lebenslänglichen“ Bayerns.
Zur Beaufsichtigung und Betreuung der Inhaftierten stehen über 350 Personen rund um die Uhr im Einsatz. Dr. Stärk ging auch auf die umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen ein. Er betonte, daß im Rahmen des heutigen Strafvollzugs neben der Sicherheit für die Bevölkerung insbesondere Resozialisierungsmaßnahmen, das heiße Maßnahmen zur Wiedereingliederung des Strafgefangenen in das tägliche Leben, große Bedeutung zukomme. Dabei den Gefangenen zugebilligte Freiheiten wie Ausgänge und Urlaub seien nur sehr gering mißbraucht worden.
An die Aussprache schloß sich ein Rundgang durch die Arbeitsbereiche, die Großküche, die Bäckerei, die Zellenbereiche sowie schließlich durch die Anstaltskirche an. Dr. Stärk führte dabei die Gruppe persönlich und gab hierzu interessante Ausführungen. Kreisvorsitzender Reisinger bedankte sich abschließend bei ihm für diesen „interessanten Blick hinter die Mauern“.
Quelle: Bogener Zeitung, 30.01.1984


Goldene Hochzeit im Hause Schötz
Hunderdorf.
Das Fest der „goldenen Hochzeit“ konnte am Donnerstag das Ehepaar Hans und Helene Schötz aus Thananger, Gemeinde Hunderdorf, feiern. Kreisrätin Heidi Watzl übermittelte die Grüße von Landrat Weiß, des Kreistages und des gesamten Landkreises und überreichte ein Präsentpaket. Alles Gute wünschte auch Bürgermeister Härtenberger im Namen der Gemeinde Hunderdorf. Härtenberger übergab einen Geschenkkorb. Hans Schötz (72 Jahre alt) wurde in Hofdorf geboren. Helene Schötz, eine gebürtige Seiderer (71 Jahre alt), stammt aus Altrandsberg. Am 26. Januar 1934 hatte sich das Paar vor dem Traualtar in Hunderdorf das Ja-Wort für ein künftiges gemeinsames Leben gegeben. Seither sind 50 Jahre vergangen, in denen sie sich Glück und Freude, aber auch Leid und Sorge teilten. Der Ehe entstammen zwei Söhne und eine Tochter. Mittlerweile kann sich das Jubelpaar über sieben Enkel und einen Urenkel freuen. Hans Schötz arbeitete als Schlosser. Zuletzt war er aber 23 Jahre bei der Firma Nolte beschäftigt, wobei er 20 Jahre als Heizer tätig war. Helene Schötz arbeitete nach der Schulzeit in der Landwirtschaft. Die Eheleute übernahmen auch das kleine Anwesen in Thananger von den Schwiegereltern, das sie lange Zeit bewirtschafteten. Das Haus ist zwischenzeitlich an Sohn Hans und Schwiegertochter Christa übergeben, von der sie auch liebevolle Betreuung erfahren. Die Eheleute Schötz erfreuen sich guter Gesundheit. Das Bild zeigt Hans und Helene Schötz mit Enkelin Michaela, Kreisrätin Heidi Watzl und Bürgermeister Karl Härtenberger.
Quelle: Bogener Zeitung, 30.01.1984


FWG erarbeitet ihr Wahlprogramm
Egon Weinzierl: Flurbereinigung verhindern, aber Wegebau vorantreiben!
Hunderdorf/Steinburg/Gaishausen.
Am Sonntagvormittag stellten sich im Gasthaus Karl Solcher in Ehren die Kandidaten für die Gemeinderatswahl am 18. März 1984 vor, die auf der Liste der Freien Wählergemeinschaft Hunderdorf-Steinburg-Gaishausen um die Stimmen der Wähler werben. Bei dieser öffentlichen Versammlung wurden erste Grundlinien eines Wahlprogramms angesprochen, diskutiert und für ein Wahlprogramm vorgemerkt.
Johann Feldmeier gab zu Beginn seiner Ausführungen einen Überblick über die von der FWG vor sechs Jahren erzielten guten Ergebnisse im Bereich Steinburg und Gaishausen. Um solche Ergebnisse in Hunderdorf zu erreichen, sei es notwendig, die Vorstellungen der FWG dieses Mal besonders auch in Hunderdorf deutlich zu machen. „Bei den Gemeinderatskandidaten treten bei der FWG sechs Unternehmer, fünf Vollerwerbs-, vier Nebenerwerbslandwirte und dreizehn Arbeiter und Angestellte zur Wahl an”, sagte Feldmeier, der alle zu einer Aussprache über ein Wahlprogramm aufforderte.
Die Aussprache eröffnete Bürgermeisterkandidat Egon Weinzierl: „Mein Hauptanliegen ist es, gegen die Flurbereinigung zu arbeiten, den Wegebau aber in Angriff zu nehmen.“ Zum Durchgangsverkehr in Steinburg gelte es, Meßergebnisse abzuwarten, wenn die Autobahn fertig sei. Solange eine Dauerbelastung nicht bewiesen sei, müßte man sich gegen die Umgehungsstraße wehren, betonte Weinzierl, der zum wiederholten Male die immer wieder nach der Gebietsreform aufkommenden Gerüchte entkräftete. Weinzierl forderte im Hinblick auf ein gutes Zusammenwachsen aller Gemeindeteile alle zum Zusammenhalten auf. Johann Kraus und Johann Dietl jun. stellten fest, daß der Bürgermeisterkandidat der Freien Wählergemeinschaft ein Mann sei, der für jedermanns Anliegen ein offenes Ohr habe, die Interessen aller Gemeindebürger aufgrund einer reichen kommunalpolitischen Erfahrung vertreten könne.
Beklagt wurde bei dieser Versammlung, daß die Deutsche Bundespost nicht bereit ist, für einen besseren Fernsehempfang in Steinburg Sorge zu tragen, ohne die Fernsehbesitzer zur Kasse zu bitten. Auch die Schließung der Steinburger Poststation und die Verschlechterung bei der Zustellung wurde allgemein angeprangert. Die Erstellung eines Wahlprogramms wurde lange und breit erörtert. Dazu wurde ein Ausschuß berufen, der die Vorschläge, die unterbreitet wurden, nach Möglichkeit ins Programm aufnehmen soll. Unhaltbare Versprechungen wurden dabei einhellig abgelehnt. Außerdem wurde betont, fair zu sein, weil der Wähler selbst entscheiden könne, wer die einschlägigen Sachkenntnisse mitbringe.
Die nächste öffentliche Versammlung findet im Gasthof Sandbiller in Hunderdorf am 5. 2., 10 Uhr, statt.
Quelle: Bogener Zeitung, 31.01.1984

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