1956#01-03

Gastwirt Sandbiller 80 Jahre
Hunderdorf.
Gestern konnte der Gasthofbesitzer Josef Sandbiller in Apoig in erstaunlicher körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische seinen 80. Geburtstag feiern. Herr Sandbiller, der vor 50 Jahren die beim Bahnhof in Apoig liegende Gastwirtschaft übernommen hat, kann im Hinblick auf die Führung seines Betriebes als vorbildlicher Gastronom des Vorwaldes gelten, da er sich in keiner Weise den Fortschritten seines Berufszweiges verschlossen hat. Auch jetzt noch, nachdem sein Sohn seit Jahren in die Fußstapfen des Vaters getreten ist, kann man die vorsorgliche Hand des „Opa“ überall spüren. Zu seinem Jubeltag wünschen wir ihm noch viele gesunde Jahre im Kreise seiner Familie und der Gäste.
Quelle: Bogener Zeitung 02.01.1956


Hunderdorf. (Gemeinderatssitzung) Am Mittwoch um 19 Uhr findet in der Gemeindekanzlei eine öffentliche Gemeinderatssitzung statt. Auf der Tagesordnung stehen: 1. Abschluß des Kaufvertrages über das neue Schulgrundstück, 2. Einholung von Angeboten für den Kauf eines elektrischen Bohrhammers, 3. Dieselmotor oder Starkstrom als Kraft für Bohrhammer, 4. Verschiedenes.
Quelle: Bogener Zeitung 02.01.1956


Hunderdorf. (Wichtig für Landwirte) Am 6. Januar wird im Gasthaus Baier um 15 Uhr ein Vortrag mit Lichtbildern stattfinden, bei dem der zuständige Sachbearbeiter vom Rindergesundheitsdient in Cham über die Bekämpfung der Rinder-Tbc sprechen wird. Tierarzt Dr. Roßkopf aus Bogen wird ebenfalls anwesend sein.
Quelle: Bogener Zeitung 02.01.1956


Hunderdorf. (Jahresversammlung) Am Freitag findet im Vereinslokal Baier die Jahresversammlung des Katholischen Burschenvereins statt. Neben der Neuwahl der Vorstandschaft wird Koop. Lobinger das Jahresprogramm der Vereinsarbeit bekannt gegeben. Beginn 15 Uhr. Am Sonntag ist im Anschluß an die Nachmittagsandacht im Gasthaus Edbauer eine Monatsversammlung des Katholischen Werkvolks.
Quelle: Bogener Zeitung 04.01.1956


Hunderdorf. (1955 in der Statistik) Im Monat Dezember wurden auf dem Standesamt fünf Geburten (Sieglinde Lichey-Eglsee, Regina Helga Lauschner-Hofdorf, Helmut Klaus Ferdinand Englberger-Hunderdorf, Hermann Josef Fellinger-Sollach, Otto Schlecht-Apoig), eine Eheschließung (Schuhbauer-Hochmuth-Apoig) und ein Todesfall (Franz Xaver Bornschlegl-Hofdorf).
Quelle: Bogener Zeitung 04.01.1956


Gott, der Herr über Leben und Tod, nahm heute früh ½7 Uhr unseren lieben Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Paten
Herrn
Johann Fellinger
Ausnahmsbauer von Sollach
nach längerem Leiden und Empfang der heiligen Sterbesakramente im 68. Lebensjahr zu sich in sein Reich.
Sollach, Schloß Blutenburg, Inderbogen, Dürnhart, Furth bei Bogen und Pilling, den 3. Januar 1956.
In tiefer Trauer:
Ludwig und Johann Fellinger, Söhne
Therese Hilmer
Kathi Zollner
Maria Fellinger,
Töchter
Schwiegersöhne, Schweigertöchter und übrige Verwandte
Am Donnerstag, den 5. Januar 1956, Trauergottesdienst in der Pfarrkirche Hunderdorf, anschließend Beerdigung.
Quelle: Bogener Zeitung 04.01.1956


Nach Gottes heiligem Willen verscheid am 4. 1. 56 nach schwerem Keiden, das sie sich durch einen Unglücksfall zugezogen hatte, unsere liebe Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante
Jungfrau
Reserl Hastreiter
Landwirtstochter

nach Empfang der heiligen Sterbesakramente im Alter von 21 Jahren selig im Herrn.
Lindfeld, Stetten, Plattling, Stocke, 5. Januar 1956
In tiefer Trauer:
Eltern, Geschwister
und übrige Verwandtschaft
Gottesdienst und Beerdigung findet am Samstag, den 7. 1. 1956, in Hunderdorf statt.
Quelle: Bogener Zeitung 05.01.1956


 Grundstück für die neue Schule gekauft
Hunderdorf.
Am Mittwoch abend eröffnete BürgermisterReiner die erste GR-Sitzung dieses Jahres und machte die Anwesenden mit demStand der Verhandlungen über den Grundstückskauf für ein neues Schulhausbekannt. Bäckermeister Hastreiter hatte dazu ein im Mittelpunkt des Ortesgelegenes Grundstück von 1 Tgw. zur Verfügung gestellt, das vom Bauamt Bogenals baureif erklärt wurde. Nach einer längeren Aussprache wurde eineNiederschrift gefaßt, in der vorgesehen ist, daß das Grundstück zu einem Preisvon 5000.- DM von der Gemeinde zum Zwecke eines Schulhausneubaues angekauftwird, wobei 2500 DM bei der Verbriefung und die zweite Hälfte des Betragesinnerhalb von 6 Monaten von der Gemeinde zu zahlen sind. Weiter wurde in derNiederschrift vermerkt, daß beim Bau des Schulhauses der Wasseranschluß bis zurWasseruhr der Bäckerei Hastreiter auf Kosten der Gemeinde erstellt werden mußund Herr Hastreiter an die vorgesehene Kanalanlage anschließen darf. DieVermessungs- und Verbriefungskosten sind von der Gemeinde zu tragen.
Damit hat die Gemeinde den ersten Schritt auf dem Weg zu einem neuen Schulhausgetan und Rektor Hösl regte an, vor den weiteren Planungen noch einigeneuerbaute Schulhäuser zu besichtigen und sich dort über die Kosten,Einrichtungen usw. zu informieren. Diesem Vorschlag wurde zugestimmt.
Die Gemeindevertreter hatten sich wieder einmal mit der Zahlung derGastschulbeiträge für die ev. Kinder aus Sollach, die die ev. Schule in Bogenbesuchen, zu befassen. Man beschloß erneut, die Klage des Schulverbandes Bogenund der Stadt Bogen zurückzuweisen. Dann diskutierte man eifrig die Vorteileeines Starkstromanschlusses oder eines Aggregates als Antrieb eines Tiefbohrersim Steinbruch. Da in der Gemeinde Unterdorf an zwei Stellen Steine gebrochenwerden können, war man versucht, ein fahrbares Benzin-Aggregat anzuschaffen,stellte jedoch diese Maßnahme noch zurück, bis man Aufschlüsse überDieselaggregate, Kraftstromverbrauch und Anschaffungskosten eingeholt hat. WieKostenvoranschläge ergaben, käme ein Starkstromanschluß in Hofdorf auf 700-900DM, während ein fahrbares Benzinaggregat 1600 DM kosten würde. Die Anfahrt zumSteinbruch in Hofdorf soll einen soliden Unterbau erhalten, weil der Weg insHochwassergebiet kommt und mit Aufschüttungen nicht gedient wäre.
Leider mußte bei der folgenden Debatte über die Ausbesserung der Gemeindewegenach Lintach festgestellt werden, daß sich einige Angrenzer weigern, schmaleGrenzstreifen für die Erweiterung der Straße abzutreten. Weitere Verhandlungensind vorgesehen.
Quelle: Bogener Zeitung 06.01.1956


Gute Bilanz der Volksbücherei
Hunderdorf.
Einen schönen Anfangserfolg konnte die im letzten Jahr wiedereröffnete Volksbücherei Hunderdorf aufweisen. Der Bestand von 138 Büchern konnte zunächst durch die Spende der Gemeinde im Rahmen der Jugendbuchaktion auf 170 erweitert werden. Innerhalb des Jahres wurden dann weitere Bücherspenden abgegeben. Herr Legler und Frl. Oberlehrerin Reitberger schenkten der Volksbücherei verschiedene Bände, so daß am Jahresende der Bestand 183 Bücher war. Insgesamt entlehnten 48 Leser (darunter 30 Leserinnen) 234 Bücher. Leider ist die Inanspruchnahme der Bücherei durch die Erwachsenen nicht so groß als durch die Schüler, obwohl der Großteil der Bücher ausgesprochene Erwachsenenlektüre ist. Auch in diesem Jahr wird die Bücherstunde wieder am Sonntag von 10 bis 11 Uhr sein. Sollte dieser Zeitpunkt jedoch für mansche ungünstig und eine weitere Bücherstunde während der Woche gewünscht sein, so könnten entsprechende Wünsche beim Büchereileiter (oberes Schulhaus) abgegeben werden.
Quelle: Bogener Zeitung 06.01.1956


Zweites Todesopfer eines Unfalls
Hunderdorf.
Großes Leid haben vergangenes Jahr zwei Verkehrsunfälle über die Familie Hastreiter in Lindfeld gebracht. Während ein Sohn im Herbst bei einem Motorradunfall einen komplizierten Beinbruch davontrug, der jetzt noch nicht ausgeheilt ist, erlag der Sohn Josef den schweren Verletzungen, die er sich im Sommer letzten Jahres zugezogen hatte. Am Mittwoch verscheid die 21jährige Tochter Therese, die gemeinsam mit ihrem Bruder den Unfall erlitt und seit dieser Zeit vollkommen gelähmt im Krankenhaus Straubing lag. Der Familie wendet sich die Anteilnahme der Bevölkerung zu.
Quelle: Bogener Zeitung 06.01.1956


Schulungstage der Jugendleiter
Windberg
. Die Jugendleiter des Kreises Bogen trafen sich im Jugendheim zu einem dreitägigen Schulungskurs. Wie bisher, war es auch diesmal dem ersten Vorsitzenden des Kreisjugendringes Bogen, H. H. Pater Siard Meier, gelungen, den Teilnehmern ein umfassendes und vielseitiges Programm zu bieten. Jedoch beteiligten sich an diesem Kurs nur Burschen; für Mädchen wird ein gleichzeitiger Kurs im Jugendheim Bogen geplant, der leider wegen technischen Schwierigkeiten aufgeschoben werden mußte.
Kein Unbekannter war den Teilnehmern Toni Detterbeck aus Straubing, der den musischen Teil übernommen hatte. Unter seiner fachkundigen Leitung wurden alte Lieder wieder aufgefrischt, neue dazugelernt und ein wesentlicher Beitrag auch zur gesanglichen Bildung der Teilnehmer geleistet, die dann umso leichter in ihren Gruppen den Gesang pflegen können. Am ersten Tag sprach Lehrer Fritz Stahl aus Bogen über Spiel und Sport. Ist Sport auf dem Lande überhaupt möglich? Herr Stahl bejahte diese Frage und zeigte an vielen praktischen Beispielen die Durchführbarkeit dieses Gedankens auch mit einfachsten Mitteln. Den Abend füllten Heimspiele aus, die alle gut geeignet sind, auch in den Gruppen gezeigt zu werden.
Aktuelle religiöse Fragen behandelte Kurat Haberl aus Heilbrunn recht anschauend und fesselnd; er sprach über Fragen wie „Ich habe eine Braut“, „Christus, die Lebensaufgabe eines Jungführers“ und vieles andere; auch eine religiöse Quizstunde stand auf dem Programm. Für den letzten Tag übernahm dann Diözesanjugendführer und Obmann der kath. Landjugend im Bistum Regensburg F. Harlander die Leitung. Er sprach vor allem über Fragen und Schwierigkeiten der Jugendpflege und konnte viele Hinweise und Wissenswertes vermitteln. Recht lebhafte und sachliche Diskussionen stellten noch manches besonders heraus, das ebenfalls noch besprochen und geklärt wurde. Ein bunter Abend unter seiner Leitung, der sowohl aus seinem unerschöpflichen Vorrat wie durch Beiträge aus den Reihen der Teilnehmer gestaltet wurde, war zum Abschluß noch ein schönes Erlebnis.   (wp)
Quelle: Bogener Zeitung 11.01.1956


Hunderdorf. (Beerdigung) Viele Trauergäste waren gekommen, um der Familie Hastreiter aus Lindfeld aufrichtige Anteilnahme bei der Beerdigung ihrer 21jährigen Tochter Therese zu bezeigen. Dekan Kiermeier würdigte in der Grabrede die große Ergebenheit, mit der die bei einem Motorradunfall so schwer Verunglückte ihr Leid trug und sprach der schwergeprüften Familie Trost zu. Der Kirchenchor schloß die Trauerfeier mit einem ergreifenden Grablied.
Quelle: Bogener Zeitung 11.01.1956


Hunderdorf. („Das tönende Farblichtbild“) Wie stehen Naturwissenschaft und Religion zueinander? Das ist das große Thema der tönenden Farblichtbildserie, das am Sonntag, (15. Januar) um 15 Uhr im Baiersaal behandelt wird. In 150 eindrucksvollen Farblichtbildern, durch Tonbandaufnahmen erläutert, werden interessante und wichtige Fragen behandelt.
Quelle: Bogener Zeitung 11.01.1956


Willi Steckler wieder Vorstand
Hunderdorf.
Die Jahresversammlung des Katholischen Burschnvereins war nicht gerade übermäßig besucht und vor allem vermißte man die Mitglieder aus Au und Steinburg. Nach den Begrüßungsworten, die Vorstand Willi Steckler an Mitglieder, Präses Koop. Lobinger und mehrere Gäste richten konnte, gab Kassier Max Neuberger einen kurzen Ueberblick über die Einnahmen und Ausgaben und konnte mit einem Bestand von 376 DM eine durchaus günstige Bilanz nachweisen. Als Präses sprach Kooperator Lobinger den Dank an die Vorstandschaftsmitglieder und die Burschen für ihre eifrige Mitarbeit aus. Das vergangene Jahr stand zwar nicht im Zeichen großer Veranstaltungen, dafür aber der intensiven Kleinarbeit. In Vorträgen zum Jahresthema „Das christliche Menschenbild“ wurde versucht, den Blick der Zeit, der den Menschen nach seinem Besitz einschätzt, hinzuwenden zu dem Verhältnis Mensch und Gotte, vor dem im Ursprung alle gleich sind. Für das neue Jahr ist als Fortsetzung dieser Arbeit „Das christliche Weltbild“ als Thema vorgesehen. Die Neuwahl brachte mit großer Stimmenmehrheit die Wiederwahl des bisherigen 1. Vorstandes, Willi Steckler, der damit im 8. Jahr dem Verein vorsteht. Zweiter Vorstand wurde Josef Plötz, Kassier Neumaier Franz, Schriftführer bleibt Josef Plötz und Fahnenjunker wurde Karl Kastl. Die nächste Monatsversammlung ist am 19. Januar.
Quelle: Bogener Zeitung 11.01.1956


Hunderdorf. (Generalversammlung der Sänger) Heute findet um 20 Uhr im Nebenzimmer des Gasthauses Sandbiller die Generalversammlung der Liedertafel statt.
Quelle: Bogener Zeitung 11.01.1956



Windberg bekommt Ortsbeleuchtung
Windberg.
Die Mitglieder des Wasserbeschaffungsverbandes Windberg trafen sich am Sonntag im Gasthaus Loibl. Der überaus verdiente und rührige Vorstand Anton Kittenhofer erläuterte u. a. auch den Vertrag mit dem an die Windberger Leitung angeschlossenen Hunderdorf. Dann kam man auf ein neues Vorhaben zu sprechen. Es wurde erklärt, daß in Windberg schon in nächster Zeit an sechs wichtigen Punkten Ortsbeleuchtungen erstellt werden. Wie H. Kittenhofer ausführte, ist der Verband bereit, die Vorfinanzierung zu übernehmen. In diesem Zusammenhang wurde von den Anwesenden auch die Notwendigkeit einer Kanalisation betont. Kassier Wurm referierte über die Kassenabrechnung, die von den Mitgliedern mit Zufriedenheit aufgenommen wurde. Dann wurden für die ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder X. Förg-Ried und Norbert Zitzelsberger-Windberg gewählt. – Wasserwart wurde Anton Kittenhofer jun.
Quelle: Bogener Zeitung 11.01.1956


Windberg. (Welträtsel – Weltwunder) Die Katholische Jugend Windberg lud die Bevölkerung zu einem sehr interessanten Lichtbildervortrag ins Jugendheim ein. Dieses „tönende Farblichtbild“ wird im Rahmen des Jahresthemas der Katholischen Landjugendbewegung veranstaltet, das sich mit dem Thema „Das christliche Weltbild“ befaßt. So ging der Vortrag über das Thema „Naturwissenschaft und Religion“. Das tönende Farblichtbild behandelt diese Frage in eindrucksvoller und entschiedener Weise. Diözesanjugendführer Florian Harlander gab die Einführung zu diesem Vortrag der an Hand von 150 Meisterphotos einen Einblick in den Mikrokosmos und in den Makrokosmos gewährte und in seiner leicht faßlichen Art den überfüllten Saal begeisterte. Der Vortrag wird am 15. Januar auch in Degernbach, Hunderdorf, Bogen und Ittling stattfinden. –  (wp)
Quelle: Bogener Zeitung 11.01.1956


Viertes Schullandheim kommt nach Englmar
Die Schuljugend von Oberpfalz und Niederbayern hilft sich selbst
Bogen.
Der Schullandheimverein für Niederbayern – Oberpfalz hat seit 1952 die Schulland heime Pleystein (Landkreis Vohenstrauß – Oberpfalz) Solla (Landkreis Grafenau – Niederbayern) und Eschenbach (Oberpfalz) neuerbaut. In diesem Jahr wird der Bau des zweiten niederbayrisch. Schullandheims in Englmar begonnen.
Bereist das erste für Niederbayern geplante Schullandheim sollte im Landkreis Bogen erbaut werden u. schon damals – 1952 – war als Standplatz Englmar in Aussicht genommen. Der Initiative des Landrats Hafner war es gelungen, die für die Erbauung der Schullandheime verantwortlichen Stellen von der einmalig schönen Lage dieser höchstgelegenen Bayerwaldgemeinde zu überzeugen. Daß der Plan damals scheiterte lag an der fehlenden Licht- und Wasserversorgung. Auf Grund der Pläne für das Englmarer Schullandheim wurde das Schullandheim in Pleystein erbaut und der Bau eines Schullandheims im Landkreis Bogen zurückgestellt. Zwischenzeitlich hat nun Englmar seine Wasserversorgung und Elektrifizierung durchgeführt. Es hatten sich aber auch noch andere Gemeinden innerhalb des Landkreises Bogen um die Errichtung eines Schullandheimes beworben. – Zwar hat der Schullandheimverein sein Versprechen gehalten und den Landkreis Bogen zum Zuge kommen lassen, aber bei der Wahl des Standplatzes stellte sich heraus, daß auch die anderen Objekte nicht so ohne weiteres von der Hand zu weisen waren. Mitterfels, Markt Schwarzach und die stadt Bogen zusammen mit der Gemeinde Bogenberg hatten sich schon beworben und Plätze in landschaftlich wirklich sehr schönen Lagen zur Verfügung gestellt. Wenn auch Schwarzach und Mitterfels bald aus der engeren Wahl ausschieden, so schwankte zwischen dem Bogenberg und der Gemeinde Englmar der Zeiger der Waage sehr lange. War es auf der einen Seite die landschaftlich schöne Höhenlage inmitten eines Skiparadieses von über 1000 m, so waren es auf anderen Seite die prähistorische Vergangenheit, die Geschichte und die schöne Aussicht nach Gäuboden und Bayerwald, die zur Erstellung auf dem Bogenberg verlockten. Schließlich und endlich entschied man sich für Englmar.
Bisher konnten 85 Stadt- und Landklassen aus Niederbayern und der Oberpfalz  einen 3-4-wöchigen Schullandheimaufenthalt genießen. – Lehrer, Eltern und Schüler haben immer wieder die großen gesundheitlichen, unterrichtlichen, erziehlichen und sozialen Vorteile eines solchen Heimaufenthalts begeistert bestätigt. Die Mittel für den Bau und Betrieb der Schullandheime sind durch die von der Regierung in Regensburg an allen Volksschulen genehmigten alljährlichen „Sammlungen für Schullandheime“ aufgebracht worden.
Auch der Bau und die Einrichtung des Schullandheimes Englmar sollen in der Hauptsache durch die
6. Sammlung für die Schullandheime vom 13. bis 18. Januar
ermöglicht werden, Es ist eine Selbstverständlichkeit, daß der Landkreis Bogen in diesem Falle beispielgebend in dem Sammelergebnis erscheinen muß; denn all das, was von jedem Einzelnen gegeben wird, kommt in mehrfacher Auflage wieder in den Landkreis zurück. Gebe aus diesem Grunde. Wenn in diesen Tagen die Kinder mit ihren Zehnerl-Sammelblättchen an die Tür kommen, keiner eine abweisende Antwort! Spende jeder, denn es kommt unseren Kindern und – unserem Landkreis zugute!  (bk)
Quelle: Bogener Zeitung 14.01.1956


Langjährige VdK-Mitglieder wurden geehrt
7 goldene und 3 silberne Treueabzeichen verliehen
Hunderdorf.
Einen äußerst guten Besuch hatte die am Sonntag beo Sandbiller einberufene Jahreshauptversammlung des VdK-Ortsverbandes Hunderdorf aufzuweisen, die vom Ortsvorsitzenden Unger eröffnet wurde. Er gab einen kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr und dankte vor allem den Vereinsfunktionären und den Mitgliedern für die gute Mitarbeit. Ein besonderer Gruß galt dem Kreiskassier Schotte, Bogen. In dem Bericht über den Mitgliederstand wurde hervorgehoben, daß der Ortsverband mit 202 Zugehörigen zu den stärksten des Kreises zählt. Im vergangenen Jahr waren 12 Abgänge durch Umzug zu verzeichnen, während 4 Mitglieder gestorben sind. Einer Anregung der Mitglieder zufolge, wird bei Beerdigungen von Mitgliedern eine Musikkapelle teilnehmen, die vom Verband bezahlt wird. Zur Deckung dieser Ausgaben ist pro Mitglied ein zusätzlicher Jahresbeitrag von 1 DM zu entrichten. Bei Beerdigungen von Kriegsteilnehmern soll außerdem ein Ehrensalut abgegeben werden.
Mit Interesse wurden die Ausführungen des Kameraden Unger über den gegenwärtigen Stand der 5. Novelle des BVG und der Sozialreform aufgenommen. Der Redner teilte mit, daß der Kreisverband Bogen in dieser Hinsicht an MdB Lermer ein Schreiben gerichtet hat, das auf eine Intervention beim Bundestag über die Wiederaufnahme der Verhandlungen hinzielt.
Feierlich wurden dann bei den Klängen der Kapelle Sagstetter an folg. Mitglieder für 25jährige Verbandsmitgliedschaft das goldene Treueabzeichen verliehen: Hainz Xaver, Hunderdorf, Obermeier Xaver, Bauernholz, Tremml Anton, Lintach, Loichinger Josef, Windberg, Wurm Norbert, Windberg, Hafner Therese, Windberg, Tächl Josef, Windberg, Söldner Xaver, Hunderdorf, Bornschlegl Xaver Hofdorf, Den Mitgliedern Preböck Wolfgang, Windberg, Schmidt Albert, Apoig, und Groß Josef, Hofdorf, wurde das silberne Treueabzeichen verliehen. Eine Anerkennung der Verdienste des Vorsitzenden Unger um die Belange des Kreisverbandes fand darin ihre Würdigung, daß er die goldene Ehrennadel des VdK erhielt. Wie abschließend noch festgestellt wurde, konnten bei der Verleihung der Treueabzeichen einige langjährige Mitglieder noch nicht berücksichtigt werden, da die Anträge noch nicht oder zu spät eingereicht wurden.
Im Anschluß an die Jahreshauptversammlung fand der Faschingsball des VdK statt, dert ebenfalls sehr gut besucht war.
Quelle: Bogener Zeitung 18.01.1956


Hunderdorf. (Verkehrserziehung bei Baier) Die Aufklärungsversammlung des BBV und der Verkehrspolizei findet nicht bei Edbauer statt, sondern im Gasthaus Baier.
Quelle: Bogener Zeitung 21.01.1956


Hunderdorf. (Trachtlerball) Am Sonntag ist im Gasthaus Baier der Faschingsball des Trachtenvereins „Die gemütlichen Perlbachtaler“. Ab 17 Uhr spielt eine gute Musikkapelle zum Tanz.
Quelle: Bogener Zeitung 21.01.1956


Hunderdorf. (Film) Heute Samstag, 20 Uhr, zeigen die Bayerwaldlichtspiele im Baier-Saal den Film „Der weiß-blauer Löwe“.
Quelle: Bogener Zeitung 21.01.1956


Windberg. (Die Gemeinde meldet:) Die Landwirte, die Milch ab Hof verkaufen, sollen noch heute in die Gemeindekanzlei kommen. Ferner findet am Dienstag und Donnerstag die Feuerbeschau statt.   (wp)
Quelle: Bogener Zeitung 23.01.1956


Wertvolle Ratschläge für die Bauern
Windberg.
In den Nachmittagsstunden des Freitags fand im Gasthaus Hilmer in Irenzfelden eine gutbesuchte Gemeindeversammlung statt. Bürgermeister Amann begrüßte die Gemeindemitglieder und erteilte dem ersten Referenten, Herrn Seidl vom Tierzuchtamt Regen das Wort. Dieser gab wertvolle Ratschläge für die Landwirte, über die Kälberaufzucht und andere Fragen des Stalles. In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, wie wichtig die richtige Stalltemperatur von etwa 14 Grad für die Tiere sei und welche Bedeutung der ordnungsgemäßen Klauenpflege selbst für die Milchleistung zukomme.
Anhand von farbigen Lichtbildern erläuterte dann Dr. Bormann, ebenfalls vom Tierzuchtamt Regen, die Entwicklung der Tierzuchtverbände im Bayerischen Wald und zeigte, welch schöne Erfolge selbst in der näheren Umgebung bereits erzielt worden sind. Er zeigte auch die Entwicklung der Rassen im Bayerischen Wald. So wies er besonders darauf hin, daß nur gesunde Tiere eine gute langjährige Leistung geben könnten. Der weitere Teil des Vortrages beschäftigte sich mit der Rindertuberkulose. Die Bekämpfung der Tbc sei eine dringende Notwendigkeit. Er gab den anwesenden Landwirten viele wertvolle Hinweise.
Die Tierzucht sei ein Schatz, den es erst noch zu heben gilt, betonte dann Landwirtschaftsrat Bauer aus Mitterfels. Als Voraussetzung dazu nannte er Verbessrung der Zucht und empfahl weiterhin die Möglichkeit des Beitritts zur Milchleistungsprüfung. Große Möglichkeiten biete auch der Winterfruchtzwischenanbau sowie eine ausreichende Düngung auch der Wiesen. Weiterhin sei besonders bei Trockenheit der Maisanbau empfehlenswert. Besonders bezahlt mache sich die Anwendung eines Silos, das eine Vereinfachung der Fütterung bedeute, Platz sparen helfe und schon mit den einfachsten Mitteln anzufertigen sei. An vielen Orten habe sich auch der genossenschaftliche Schlachtviehabsatz gut bewährt. Zum Schluß gab er noch einige Ratschläge über die Aufnahmemöglichkeit verbilligter Darlehen und weitere wichtige Hinweise.    (wp) 
Quelle: Bogener Zeitung 23.01.1956


Ehren b. Steinburg. (Landwirtschaftliche Versammlung) Das Landwirtschaftsamt Mitterfels hält morgen um 14 Uhr im Gasthaus Karl Solcher, Restauration Steinburg, eine landwirtschaftliche Versammlung ab. Die Vortragsthemen sind: Fütterung – Futterwirtschaft, sowie Geflügelhaltung und Kückenaufzucht im Bauernhof. (Mit Lichtbildern.) Vortragende sind: Landwirtschaftsassessor Boyen und Oberlehrer Kranzoch. Herr Rösch vom Geflügelhof Saulburg wird ebenfalls anwesend sein.
Quelle: Bogener Zeitung 23.01.1956


Jahresfest des Bauernhilfsverein
Windberg.
In dieser Woche feierte der BHV in Windberg seinen Jahrestag. Am Vormittag bewegte sich ein stattlicher Zug zur Pfarrkirche, wo H. H. Pfarrer Ach einen feierlichen Gottesdienst zelebrierte und eine Ansprache an den Verein richtete. Am Mittag fand dann im Gasthaus Deschl ein Mahl statt.
Am Nachmittag fand eine recht zahlreich besuchte Versammlung statt, zu der u. a. auch Landrat Hafner erschienen war. Georg Wagner aus Oberbucha begrüßte die Ehrengäste und die Bauern und gab dann noch den Kassenbericht den Jahresbericht. Es wurden dann verschiedene neue Mitglieder in den Verein aufgenommen. Als erster Referent ergriff dann Landwirtschaftsrat Bauer das Wort. Er setzte sich einleitend mit dme Problem der Beziehungen Landwirtschaft – Industrie auseinander. Die Arbeiten in der Landwirtschaft müßten jetzt von einer viel kleineren Zahl von Arbeitskräften geleistet werden: Erleichterung könne nur durch eine fortschreitende Mechanisierung erreicht werden. Weiterhin forderte als Erleichterung auch den viel engeren genossenschaftlichen Zusammenschluß der landwirtschaftlichen Betriebe; dies sei keine Vorbereitung für die Kolchosenwirtschaft, sondern die einzige Möglichkeit zur Aufrechterhaltung der Rentabilität der Betriebe. Die Obstverwertung in Windberg stellte er als Vorbild heraus, nach deren Muster auch eine genossenschaftliche Absetzung für Milch, Fleischerzeugnissen usw. zu fordern sei. Ferner empfahl der auch den genossenschaftlichen gemeinsamen Saatkartoffelbau, für den der Boden recht geeignet sei und der recht gute Aussichten biete, die nicht zu versäumen seien. Er meinte: „Warum sollte das in einer Gemeinde wie Windberg, die den Gemeinschaftssinn durch die Errichtung des Bauernhilfsvereins bewiesen hat, nicht möglich sein?“
Eine praktische und neuzeitliche Gestaltung des bäuerlichen Wohnens schilderte Landwirtschaftslehrerin Kranzoch aus Mitterfels. U. a. gab sie den Bäuerinnen wertvolle Ratschläge zur Vorratshaltung und viele andere wertvolle Winke.  Ueber Fragen der Milchverwertung berichtete dann der Leiter der Molkerei Niederwinkling. Ein stabiler Milchpreis werden besonders bei einem genossenschaftlichen Absatz gewährleistet. Im Interesse der Landwirte empfahl er den Anschluß an die Milchleistungskontrolle sowie die Beteiligung an der Tbc-Bekämpfung. Die Bemühungen des BBV um einen angemessenen Milchpreis schilderte dann Geschäftsführer Ebner aus Straubing. Besonders eindringlich warnte er die Bauern vor jeglichem Kommunismus. Das Schicksal der Bauern in der Ostzone und in den kommunistischen Ländern spreche eine deutliche Sprache. – In seinem weiteren Vortrag wies er auch auf die Unfallgefahr in der Landwirtschaft hin und erläuterte an vielen Beispielen, daß 80 Prozent der Unfälle hätten vermieden werden können. Die steigende Unfallziffer bringe natürlich auch höhere Versicherungsgebühr mit sich. Abschließend wies er auf verschiedene Zinsverbilligungsmöglichkeiten hin, warnte aber davor, planlos Kredite in Anspruch zu nehmen.
Abschließend ergriff dann Landrat Hafner das Wort. Unter anderem betonte er die Dringlichkeit des Verbindungsweges Windberg – Irenzfelden – Meidendorf. In Steuer- und Kreditfragen wußte er noch viele wertvolle Hinweise zu geben. Er beklagte sich auch über die umfangreiche Abwanderung aus dem Kreis Bogen. Er wünschte dann dem BHV in Windberg für das kommenden Vereinsjahr alle Gute.
Quelle: Bogener Zeitung 28.01.1956


Hunderdorf. (Todesfall) Nach längerem schweren Leiden verschied am Samstag der Landwirt Andr. Meier von Hofdorf im 61. Lebensjahr.
Quelle: Bogener Zeitung 30.01.1956


Hunderdorf. (Vom Kath. Werkvolk) Die Mitglieder des Katholischen Werkvolks treffen sich am Sonntag nach der Nachmittagsandacht im Gasthaus Edbauer zur Monatsversammlung.
Quelle: Bogener Zeitung 30.01.1956


Hunderdorf. (Schulgrundstückskauf wurde verbrieft) Nach längeren Verhandlungen der Gemeinde mit dem Verkäufer konnte nun endlich die Verbriefung des Grundstückskaufs für einen Schulhausneubau abgeschlossen werden. Die Gemeinde will sofort die notwendigen Unterlagen zur Planung und Finanzierung beschaffen.
Quelle: Bogener Zeitung 30.01.1956


Todesanzeige
Nach Gottes heiligem Willen verscheid am Samstag abends um ½11 Uhr nach längerem Leiden mein guter Gatte, mein lieber Sohn, Bruder, Schwager, Onkel und Pate
Herr
Andreas Meier
Landwirt in Hofdorf

nach öfterem Empfang der heiligen Sterbesakramente im Alter von 61 Jahren selig im Herrn.
Hofdorf, Amerika, Waltersdorf
In tiefer Trauer:
Lina Meier, geb. Wagner, Gattin
Franziska Meier, Mutter
Geschwister und übrige Verwandtschaft
Gottesdienst und Beerdigung finden am Dienstag, den 31. 1., um 9 Uhr in Hunderdorf statt.
Quelle: Bogener Zeitung 30.01.1956


Hunderdorf. (Obstbauverein) Heute findet um 20 Uhr im Gasthaus Edbauer ein Familienabend des Obstbauvereins statt. Dabei wird es für alt und jung manch nette Abwechslung geben.
Quelle: Bogener Zeitung 01.02.1956


Hunderdorf. (Beerdigung) Bei starker Beteiligung der Bevölkerung wurde gestern der im 61. Lebensjahr verschiedene Landwirt Andreas Meier aus Hofdorf beigesetzt. Die Grabrede von Dekan Kiermeier, die vielen Trauergäste und die Kränze zeugten von der allgemeinen Beliebtheit des Verschiedenen. Kameraden der Feuerwehr und Gleichgesinnte aus der Rosenkranzbruderschaft erwiesen ihrem treuen Mitglied die letzte Ehre.
Quelle: Bogener Zeitung 01.02.1956


Hunderdorf. (Beim Schlittenfahren) verunglückte am Sonntag der 16jährige Schlosserlehrling Armin Schitto so schwer, daß er mit einem dreifachen Beinbruch in das Krankenhaus Straubing eingeliefert werden mußte.
Quelle: Bogener Zeitung 01.02.1956


Windberg. (Vortrag beim Burschenverein) Morgen, Donnerstag, nach der Abendmesse spricht im Rahmen der Winterarbeit des Kath. Burschenvereins Kurat Haberl aus Heilbrunn. Der Vortrag ist mit einem religiösen Quiz verbunden. Der Burschenverein hat zu d8iesemVortrag auch die Mädchengruppe eingeladen.   (wp)
Quelle: Bogener Zeitung 01.02.1956


Hunderdorf. (Film) Die Bayerwaldspiele zeigen am Sonntag im Baiersaal „Don Camillos Rückkehr“.
Quelle: Bogener Zeitung 03.02.1956


Schulhausbau in Hunderdorf beschlossen
Acht Klassenzimmer notwendig – Geschätzte Kosten 320 000 DM
Hunderdorf.
Der Sitzungsraum und die Gemeindekanzlei waren bis auf den letzten Platz besetzt, als am Dienstag um 19 Uhr Bürgerm. Reiner die Gemeinderatssitzung eröffnete. Es waren auch die zum Schulverband gehörenden Gaishausener Gemeinderäte, Landrat Hafner, Kreisbaumeister Kraus, Architekt Hirsch u. die Lehrkräfte der Volksschule erschienen. Bgm. Reiner umriß kurz das Problem und erbat sich die Unterstützung der Versammelten, insbesondere die des Landrats.
Landrat Hafner gab seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß sich der Schulverband zu dem Bau entschlossen habe. Seine Ausführungen befassten sich vor allem mit den Finanzierungsmöglichkeiten des Schulhausneubaues, der bei acht Klassenzimmern auf ca. 320 000 DM kommen dürfte. Von den Gemeinden dürften die Eigenleistungen zwar nicht in Form von Bargeld, doch als Darlehen in Frage kommen. Sie würden sich etwa auf 140 000 DM belaufen, wenn man, wie angenommen, etwa 100 000 DM aus dem Finanzausgleich und aus Bundessanierungsprogramm erhalten könnte. Weiterhin bestehe die Möglichkeit, Gelder vom bayerischen Staat oder vom Bezirksverband zu bekommen. Zusammenfassend bezeichnete er die gegenwärtigen Finanzierungsmöglichkeiten noch als sehr günstig und er ersuchte daher die Gemeinde, schon jetzt mit dem Projekt zu beginnen.
Kreisbaumeister Kraus gab einen kurzen Rückblick auf die bisherigen Vorarbeiten. Das Grundstück, das vor einiger Zeit von der Gemeinde gekauft wurde, sei schon bei der Erstellung des Ortsplanes für diesen Zweck vorgesehen gewesen. Das Lehrerwohnhaus solle separat erstellt werden, da es auch einer eigenen Finanzierung bedürfe. Man müsse schon jetzt für den Fall eines weiteren Anstiegs der Schulkinderzahl, der ja in Hunderdorf angesichts der Erweiterung der Möbelfabrik und der bedingten Zuzüge sehr wahrscheinlich ist, eine Ausbaumöglichkeit beim Schulhaus schaffen.
Es erfolgte die Gründung eines Bauausschusses, der nun die nötigen Vorarbeiten zu erledigen hat. Die Gemeinderäte von Hunderdorf und Gaishausen beschlossen einstimmig den Bau des Schulhauses.
Quelle: Bogener Zeitung 03.02.1956


Wasserleitungsbau für Au v. Wald und Wegern
Au v. Wald.
Bei der gutbesuchten Gemeindeversammlung kam es in Anwesenheit von Baurat Schmid und Ingenieur Fleischmann vom WWA Deggendorf, Landrat Hafner und Kreisbaumeister Kraus, Bürgermeister Stumhofer und der Gemeinderäte zu einer erneuten Aussprache über den bereits seit zwei Jahren geplanten Bau einer Wasserversorgung für Au und Wegern. Bürgermeister Stumhofer und Schulleiter Müller waren die treibenden Kräfte für die Wiederaufnahme der Planungen und Verhandlungen, nachdem vor einiger Zeit der Gemeinderat diese Frage zurückgestellt hatte.
Ingenieur Fleischmann führte aus, daß sich das Wasserwirtschaftsamt erst dann einschalten könne, wenn die Gemeinde die Trägerschaft übernimmt. Im bereits bestehenden Vorentwurf ist die Zusammenfassung der Quellen in Brandstatt vorgesehen, welche die Gemeinde erworben hat. Dort käme auch der Hochbehälter zu stehen, von dem aus die Hauptleitung nach Wegern, Au und mit einer Anschlußmöglichkeit nach Steinburg führt. Die Rohrdimensionen würden so gewählt, daß über die augenblickliche Planung hinaus noch weitere Wasserabnehmer angeschlossen werden könnten. Die Kapazität des Hochbehälters berücksichtige auch den Feuerschutz. An Aufwendungen für die gesamte Wasseranlage werden 110 000 DM nötig sein, wobei 10 000 DM von den Anschließern zu tragen sind. Da jetzt schon 23 Wasserabnehmer gemeldet sind und noch weitere folgen werden, kann für Anschlußkosten ein Durchschnittsbetrag von 300 DM bis 400 DM gerechnet werden. Der Wasserzins dürfte inklusive Ausgaben für den Wasserwart, Wartung und Rücklagen pro hl auf 5 Pfg. kommen.
Der Bürgermeister schilderte noch einmal die unzureichende Wasserversorgung der beiden Orte und forderte die Anwesenden auf, nicht mit Zustimmung für den Bau zu zögern. Baurat beleuchtete die augenblicklich günstigen Möglichkeiten, da dieses Projekt bereits in den Haushaltsplan aufgenommen sei. Eine weitere Verschiebung wurde den Zuschuß von mehr als 90 Prozent der Gesamtkosten sehr in Frage stellen. Gemeindekassier Feldmaier erhielt auf seine Frage, ob später ein Anschluß für Steinburg möglich wäre, positiven Bescheid.
Landrat Hafner riet sodann eindringlich zu dem Vorhaben. In finanzieller Hinsicht sei durch den Zuschuß des Landes von 80 000 DM und die Grundförderung von 9000 DM die günstigste Voraussetzung geschaffen worden. Gemeinderat Petzendorfer äußerte, es sei selbstverständlich, daß man sich die Wasserleitung nicht entgehen lassen dürfe. Zum Schluß verwies Landrat Hafner auf die für Samstag, 16. Februar, 15 Uhr, im Gasthaus Berger, Steinburg, angekündigte Landwirte-Versammlung.
Quelle: Bogener Zeitung 10.02.1956


Windberg. (Zur letzten Ruhe) Am Donnerstag fand auf dem Windberger Friedhof die Beerdigung von Frau Anna Diewald statt. Sie wurde vor 57 Jahren als Kind der Familie Huber in Irenzfelden geboren. Aus der Ehe mit Josef Diewald gingen zwei Kinder hervor. Den Sarg der Verstorbenen übergab H. H. Pfarrer Ach der geweihten Erde, der Kirchenchor sang ein schönes Grablied.   (-wp-)
Quelle: Bogener Zeitung 11.02.1956


Hunderdorf. (SPD-Versammlung) Am Sonntag um 15 Uhr treffen sich im Gasthaus Sandbiller alle Mitglieder und Wähler der SPD zur Kandidatenaufstellung. Als Referent erscheint Regierungsrat i. R. Laumer.
Quelle: Bogener Zeitung 18.02.1956


Hunderdorf. (Beerdigung) Bei lebhafter Anteilnahme der evangelischen Gemeinde fand die Beerdigung der im 75. Lebensjahr verstorbenen Frau Achtnichts statt. Die Verstorbene war Heimatvertriebene aus Schlesien und lebte hier seit Jahren bei ihrer Tochter.
Quelle: Bogener Zeitung 18.02.1956


Hunderdorf. (Kino) Heute läuft um 20 Uhr im Baier-Saal „Entscheidung vor Morgengrauen“.
Quelle: Bogener Zeitung 18.02.1956


Hunderdorf. (Gemeindeversammlung) Heute findet um 19 Uhr im Gasthaus Baier eine Gemeindeversammlung statt, in der der frühere Landtagsabg. Weinzierl-Bogen sprechen wird. – Anschließend Aufstellung des Wahlvorschlags der CSU für die Gemeindewahlen.
Quelle: Bogener Zeitung 22.02.1956


Steinburg. (Bei einem Vortrag) des Rindergesundheitsdienstes über die Tuberkulosebekämpfung haben sich 15 Betriebe dem staatlich geförderten Verfahren angeschlossen. Staatlich anerkannt ist bereits Feldmeier Josef: tbc-feei ist und vor der Anerkennung steht der Betrieb vom Hanner Karl, Steinburg.
Quelle: Bogener Zeitung 22.02.1956


Laumer sprach bei SPD-Versammlung
Hunderdorf.
Bei einer SPD-Versammlung sprach Regierungsrat a. D. Laumer zu einer bescheidenen Anzahl von Besuchern von der Arbeit seiner Partei seit der Gründung und stellte dabei besonders die mit Beteiligung der SPD erreichten Sozialreformen heraus. Auch heute sei das Programm der SPD im besonderen auf die Hebung des Lebenstandards der unteren Schichten des Volkes bedacht. Die Forderung nach einer Gemeinschaftsliste beid er Gemeindewahl wurde von den Versammlungsteilnehmern anerkannt. Die SPD-Ortsgruppe wird vorschlagen: Schmettlach, Wölfl, Karpfenberger und Schitto.
Quelle: Bogener Zeitung 24.02.1956


Wählergemeinschaft gebildet
Hunderdorf.
Auf einer sehr gut besuchten Gemeindeversammlung sprach am Mittwochabend im Gasthaus Baier der ehemalige CSU-Abgeordnete Alois Weinzierl-Bogen über die gegenwärtigen politischen Verhältnisse in der Bundesrepublik. Er warnte vor allem vor einer erneuten Ausbreitung des Parteiensystems und sprach sich für eine gesunde Kommunalpolitik innerhalb der Gemeinde aus. In der Diskussion, bei der die Meinungen ziemlich hart aufeinanderprallten, wies Hermann Maier darauf hin, daß die Wahl der Gemeindevertreter weiniger eine Sache der Parteien als eine Angelegenheit der Bürgerschaft sein solle. Einer Aufforderung der Versammlung entsprechend, gab Bürgermeister Reiner einen kurzen Tätigkeitsbericht, der mit dem Bau der Wasserleitung den Höhepunkt zu verzeichnen hatte. In der Beratung über die Aufstellung der Kandidatenliste einigte man sich auf eine die CSU und den BHE umfassende Gemeinschaftsliste mit dem Kennwort „Christliche Wählergemeinschaft“. Bei der Wahl zur Aufstellung des Bürgermeisterkandidaten konnte BM Reiner die höchste Stimmenzahl verbuchen. Kandidatenliste der Gemeinderäte: 1. Edbauer Otto, 2. Baier Xaver, 3. Maier Hermann, 4. Fuchs Xaver, 5. Schäfer Roland, 6. Schöfer Alois, 7. Höhn August, 8. Hornberger Ludwig, 9. Steckler Josef, 10. Michl Franz, 11. Schmidbauer Ludwig, 12. Gütlhuber Josef, 13. Eichmeier Josef, 14. Gugl Jakob, 15. Eichinger Franz, 16. Schaubeck Johann, 17. Baier Georg, 18. Spranger Johann, 19. Kvech Hugo, 20. Hainz Johann. Als Vertreter der Heimatvertriebenen behielt sich August Höhn vor dem Hinblick auf die ungünstige Plazierung der zwei Flüchtlingsvertreter Rücksprache mit dem Obmann zu nehmen über den Verbleib in dieser Liste oder die Aufstellung eines eigenen Wahlvorschlages.
Quelle: Bogener Zeitung 24.02.1956


Mein lieber Gatte, unser lieber Vater, Onkel und Pate
Herr Alois Knott
Landwirt von Hunderdorf
Kriegsteilnehmer 1914/18
Mitglied der Männerkongregation

ist heute vormittag 9 Uhr nach längerem schweren Leiden und Empfang der heiligen Sterbesakramente im Alter von 74 Jahren und 4 Monaten von uns gegangen.
Hunderdorf, Hirschkofen, Starnberg, den 23. Februar 1956
Die tieftrauernde Gattin
mit Kindern und übriger Verwandtschaft
Beerdigung am Samstag um 9 Uhr in Hunderdorf vom Leichenhaus aus.
Quelle: Bogener Zeitung 24.02.1956


Lintach zum Straßenbau bereit
Hunderdorf.
Bei der GR-Sitzung im Januar war vomBürgermister geäußert worden, daß in Lintach keine Einigung über die Grundabtretungfür einen Wirtschaftswegebau erzielt worden sei. Dazu erhalten wir aus Lintachfolgende Zuschrift: „Wir Lintacher Grundbesitzer möchten Bürgermeister Reinerund dem GR antworten, daß wir 1. noch niemals gefragt wurden und 2. alle bereitsind, für einen Straßenbau freiwillig Grund abzutreten. Von den leerenVersprechungen des Bürgermeisters haben wir jetzt endlich genug. Wenn BM reinerbehauptet, daß es keine Zuschüsse gebe, so stellen wir dem entgegen, daß wirvon Landrat Hafner darüber unterrichtet sind, daß es für solche Wegebauten sehrwohl Zuschüsse gibt. Wir wissen, daß Hunderdorf ein neues Schulhaus benötigt,aber was nützt es, wenn ein Teil der Schüler auf dem Weg zur Schule im Schlammerstickt. Deshalb bitten wir die Gemeinde Hunderdorf, mit dem Wegebau endlichErnst zu machen.“
Quelle: Bogener Zeitung 25.02.1956


Steinburg. (Lagerhaus wechselte den Herrn) Der frühere Geschäftsführer und Pächter Marian Kuroszick hat das Lager am Bahnhof mit der dazugehörigen Konservenfabrik vom bisherigen Besitzer Ludwig Stoffel-Straubing käuflich erworben.
Quelle: Bogener Zeitung 25.02.1956


Hunderdorf. (Burschenversammlung) Am Donnerstag findet um 19.30 Uhr im Gasthaus Baier eine Versammlung des Katholischen Burschenvereins statt, in der Amtsgerichtsrat Dr. Fischer-Mitterfels über Rechtsfragen des Alltags sprechen wird. Am Sonntag treffen sich bei Edbauer die Mitglieder des Katholischen Werkvolks zu ihrer Monatsversammlung.
Quelle: Bogener Zeitung 27.02.1956


Hunderdorf. (Sprechstunden des Flüchtlingsamtes) Am Mittwoch hält das Flüchtlingsamt Bogen von 8.30-11.30 und von 13-16.30 Uhr im Cafe Weinzierl Dienststunden ab. Bei dieser Gelegenheit können auch Anträge auf Vertriebenenausweise gestellt werden.
Quelle: Bogener Zeitung 27.02.1956


Hunderdorf. (Zu Grabe getragen) wurde am Samstag der Landwirt Alois Knott von Hunderdorf. Ein schweres Leiden hatte ihn vor längerer Zeit auf das Krankenbett geworfen, das nun zu seinem Totenbett wurde. Der Verblichene, der im Alter von 74 Jahren stand, war Mitglied der Männerkongregation und Kriegsteilnehmer von 1914 bis 1918. Namens des VdK-Ortsverbandes legte Rudolf Karl einen Kranz ans Grab des verstorbenen Mitglieds.
Quelle: Bogener Zeitung 27.02.1956


Hunderdorf. (Drei Wahlvorschläge) Nachdem ursprünglich die Aufstellung einer Einheitsliste geplant war, haben sich die Verhandlungen zwischen der SPD, dem BHE und der Unabhängigen Christlichen Wählergemeinschaft zerschlagen, so daß nun neben der Liste der SPD und der Christlichen Wählergemeinschaft auch vom BHE ein Wahlvorschlag eingereicht wurde. Die drei Wahlvorschläge können während der Dienststunden auf der Gemeindekanzlei eingesehen werden.
Quelle: Bogener Zeitung 27.02.1956


Hunderdorf. (Trachtenverein spielt Theater) Am Sonntag finden um 15 Uhr und 20 Uhr im Gasthaus Baier Theatervorstellungen des Trachtenvereins „Perlbachtal“ statt. Neben dem Hauptspiel „Die Brüder vom Erlenhof“ wird noch ein Einakter zu sehen sein.
Quelle: Bogener Zeitung 29.02.1956


Wahlvorschläge der SPD und des BHE
Hunderdorf.
Der Gesamtdeutsche Block/BHE hat für die Gemeinderatswahlen in Hunderdorf folgende Kandidaten auf seinen Wahlvorschlag gesetzt: 1. HöhnAugust, 2. Ritschel Walter, 3. Anders Walter, 4. Myrtek Walter, 5. Müller Josef, 6. Trautmann Erna, 7. Kalka Paul. Auf der Liste der SPD erscheinen folgende Kandidaten: 1. Schmettlach Fritz, 2. Wölfl Karl, 3. Ludwig Karpfenberger, 4. Rudolf Karl, 5. Worbs Margarete, 6. Buhl Martin, 7. Wenzel Johann.
Quelle: Bogener Zeitung 29.02.1956


Zwei Bewerber um den BM-Posten
Windberg.
In der Gemeinde Windberg bewerben sich zweiKandidaten um das Bürgermeisteramt, und zwei Listen für die Gemeinderäte wurdeneingereicht. Im Gasthaus Roßmeier in Windberg versammelte sich die Wählergruppe„Union“ und stellte als BM-Kandidat Ludwig Zitzelsberger von Windberg auf. AlsGemeinderatskandidat wurden aufgestellt: Anton Kittenhofer, Alfons Frankl,Josef Huber, Peter Faldl, Girl Karl, Heinrich Greipl, Max Hafner, Peter Hilmer,Karl Böhm, Alfons Hilmer.
Beim Schmiedwirt in Windberg gab Bgm. Karl Amann, der wieder kandidiert, einen Rechenschaftsberichtüber seine Amtszeit seit 1945. Im Jahre 1946 sei die Elektrifizierungeingeleitet worden, so daß beinahe schon das ganze Gemeindegebiet angeschlossensei. Mit einem Zuschuß von 2500 DM sei 1949 das Schulhaus renoviert worden. Miteinem Kostenaufwand von 14 000 Mark wurde im Oktober 1954 das Feuerhaus gebaut.Der Zuschuß betrug 4150 Mark. Ein beträchtlicher Zuschuß sei auch in dieGemeinde geflossen, als der Wasserbeschaffungsverband die Wasserleitung einrichtete.Für das Schulhaus seien neue Bänke nageschafft worden und immer wieder hättenKanalisierungsarbeiten ausgeführt werden müssen. Unter dem Kennwort „Parteilos“bewerben sich folgende Kandidaten als Gemeinderäte: Johann Schindelmeier,Rupert Feldmeier, Xaver Förg, Johann Schmiedbauer, Johann Schuster, Josef Höfl,Xaver Hafner, Johann Weinzierl.   (wp)
Quelle: Bogener Zeitung 29.02.1956


Windberg. (Fastenvorträge) Im Wallfahrtskirchlein Hl. Kreuz bei Windberg finden jeden Freitag Fastenvorträge statt. Es predigt Dr. M. v. d. Hagen, Prior des Klosters Windberg. Trotz der großen Kälte erfreuten sich die Vorträge bereits eines regen Besuches. Sie beginnen jeweils um 7.30 Uhr.
Quelle: Bogener Zeitung 29.02.1956


Hunderdorf. (Monatsmeldung) Im Februar verzeichnete der Standesbeamte eine Geburt (Helmut Heinz Stadler, Apoig), zwei Eheschließungen sowie zwei Todesfälle. Die Gemeinde gibt bekannt, daß laut Gemeinderatsbeschluß ein Teil des Abkürzungsweges, welcher vor der Ortstraße (Härtenberger) zum Friedhof führt, aufgelassen wurde. Etwaige Beschwerden können innerhalb 14 Tagen bei der Gemeindeverwaltung eingereicht werden.
Quelle: Bogener Zeitung 03.03.1956


Hunderdorf. (Todesfall) An den Folgen eines Schlaganfalles starb Frau Ursula Groß von Lintach. Die Verstorbene zählte mit 88 Jahren zu den ältesten Einwohnern der Umgebung.
Quelle: Bogener Zeitung 03.03.1956


Steinburg. (Omnibuslinie verlegt) Die Omnibusse der Firma Berger fahren ab sofort nicht mehr die alte Straße Hunderdorf – Bogen, sondern die neue Straße über Bärndorf.
Quelle: Bogener Zeitung 03.03.1956


Briefe sollten Mörder dingen
Steinburg.
Geschäftsneid oder Mißgunst mögen wohl die Triebfederfür jene Briefschreiber gewesen sein, die in wiederholten Schreiben vonStraubinger Zigeunern das „Beiseiteräumen“ von zwei Brüdern, die in Au alsGeschäftsleute tätig sind, forderten. Daß man dabei aber an die falsche Adressegeriet, bewies die Anzeige, welche die Empfänger der Briefe in Straubing beider Kriminalpolizei machten. Nun sind die Untersuchungen durch die Kripo imGange, um die anonymen Briefschreiber zu ermitteln. Es ist begreiflich, daß dieBevölkerung wegen dieser Vorgänge nicht sehr beunruhigt, sondern auch höchstempört über derartige Methoden ist. Daß es sich dabei nicht um einen Scherzhandelt, beweist die Tatsache, daß mehrere der handschriftlichen Aufforderungenmit genauen Angaben über mitgeführte Geldbeträge und übliche Wege der zuUeberfallenden abgesandt wurden.
Quelle: Bogener Zeitung 03.03.1956


Hunderdorf. (Uebungsplan der FFW) Für das laufende Jahr hat die Vorstandschaft dr FFW Hunderdorf folgenden Uebungsplan aufgestellt: 11. März Schulungsübung, 15. April Einsatzübung, 13. Mai Einsatzübung, 10. Juni Schulungsübung, 9. Sept. Einsatzübung, 14. Okt. Einsatzübung, 11. Nov. Schulungsübung, 9. Dez. Schulungsübung. Treffpunkt ist das Feuerhaus; die Zeit 13 Uhr.
Quelle: Bogener Zeitung 03.03.1956


Hunderdorf. (Todesfall) Wie ein Lauffeuer verbreitete sich gestern früh die Nachricht vom plötzl. Ableben der Frau Anna Magdalena Dulich. Im 57. Lebensjahr hat sie der Tod von der Seite ihres Mannes gerissen. Im Jahre 1952 war sie als Schlesierin mit ihrem Mann nach Hunderdorf gekommen. Durch ihre vornehme Art hatte sie sich die Sympathien ihrer Mitmenschen gewonnen. Dem Gatten wendet sich die allgemeine Anteilnahme zu.
Quelle: Bogener Zeitung 14.03.1956


Windberger  Obstverein aktiv
Windberg.
Der Obstbauverein hielt am Sonntag nachmittag in derGastwirtschaft Hilmer in Irenzfelden seine Generalversammlung ab. Norbert Wurm,der verdienstreiche Vorstand des Vereins, begrüßte die recht zahlreicherschienenen Obstbauern und die Referenten. Anschließend gab er den Geschäfts-und Kassenbericht, die einen interessanten Einblick in das letzte Vereinsjahrgaben. Der Windberger Verein zählt zur Zeit an die hundert Mitglieder und istsomit einer der größten im ganzen Landkreis.
Ueber Düngungsfragen in der Landwirtschaft sprach dann VerwalterZirngibl-Bogen. Er betonte besonders die bodengerechte Düngung und gab denLandwirten wie den Obstbauern viele wertvolle Ratschläge und Hinweise.Kreisfachberater Kilger referierte über obstbauliche Tagesfragen. Er betontedie Wichtigkeit des Obstbaues, der natürlich nicht die Möglichkeit biete,Reichtümer zu erwerben, sondern in vielen Fällen überhaupt dieExistenzgrundlage darstelle. Entscheidend für einen guten Absatz sei vor allemdie richtige Sortierung und Zubereitung des Obstes. Hierüber gab auch einLichtbildervortrag Aufschluß, der auch noch herrliche Farbaufnahmen über dieSchönheit unserer Heimat zeigte. Den Abschluß bildete ein Vortrag über dasThema „Wie wird gewählt!“
Quelle: Bogener Zeitung 14.03.1956


Am Dienstag, 13. März 1956, früh 6.30 Uhr ist meine innigstgeliebte Frau, meine treue Lebensgefährtin
Frau Anna Dulich
geb. Lehmann

ganz plötzlich und unerwartet im Alter von 57 Jahren für immer von mir ins himmliscche Reich gegangen.
In tiefer Trauer:
Karl Dulich
Hunderdorf, den 14. 3. 1956
Beerdigung findet am Freitag, den 16. 3. 1956, in Bayreuth, Friedhof St. Georgen, um 11.30 Uhr statt. Es war der Wunsch der Verstorbenen, in Bayreuth zur letzten Ruhe gebettet zu werden.
Quelle: Bogener Zeitung 16.03.1956


Elf neue Bürgermeister im Landkreis Bogen
Im Landkreis Bogen gingen die Wahlen am gestrigen Sonntag reibungslos vor sich.In den Gemeinden wurden elf neue Bürgermeister gewählt. Gegen Mitternacht lagenbeim Landratsamt die Wahlergebnisse aus 40 Gemeinden vor. Die ersten Gemeindenhatten die Ergebnisse schon um 19 Uhr gemeldet.

Bei der der Stimmenauszählung kam es in Albertsried zu einem Zwischenfall, alsfeststand, daß der Gegenkandidat des bisherigen Bürgermeisters gewählt wordenwar. Der Bürgermeister und Wahlleiter verließ das Wahllokal und niemand wußte,welche Stimmen nun eigentlich ausgezählt werden sollten. Erst nach Einholenentsprechender Anweisungen vom Landratsamt konnte das Auszählen derKreistagsstimmen erfolgen. Interessieren dürfte, daß BürgermeisterNeueder-Bogen und Bürgermeister Dietl-Mitterfels mit fast 95 Prozent allerWahlberechtigten gewählt wurden und daß Bürgermeister Edbaier-Schwarzach 98Prozent mehr Stimmen erhielt als der bisherige Bürgermeister Hofmeister.
Albertried: Nadler Fridolin
Ascha: Max Gigler
Bärnzell: Xaver Simmerl
Gaishausen: Karl Hastreiter
Gittendsdorf: Anton Zollner
Rattenberg: Hans Miethaner
Rattiszell: Xaver Rothammer
Schönstein: Johann Prommersberger
Niederwinkling: Anton Schäfer
Obermühlbach: Ludwig Edbauer
Pfelling: Xaver Geiger
Siegersdorf: Johann Schedlbauer
Stallwang: Michael Wurm
Wiesenfelden: Alois Heindl
Windberg: Karl Amann
Zinzenzell: Nikolaus Artmann
Neukirchen-Haggn: Johann Primbs
Landorf: Ludwig Amann
Mitterfels: Albert Dietl
Irschenbach: Peter Schmid
Konzell: Heinrich Schwarzer
Landasberg: Stefan Edenhofer
Haibach: Alois Rainer
Haunkenzell: Georg Lindl
Heilbrunn: Xaver Weber
Waltendorf: Adolf Faltl
Degernbach: Albert Meier
Bernried: Kurt Kartmann
Bogen: Franz Xaver Neueder
Bogenberg: Josef Grill
Elisabethszell: Alois Santl
Englmar: Karl Spindler
Felkenfels: Josef Waas
Gossersdorf: Fritz Fuchs
Haselbach: Alois Mandl
Loitzendorf: Adolf Engl
Mariaposching: Josef Berger
Oberalteich: Josef Landstorfer
Saulburg: Alois Wolf
Schwarzach: Josef Eibauer
Dachsberg: Feldmeier Gottfried
Hunderdorf: Rainer Karl
Prünstfehlburg: Huber Josef
Steinburg: Alfons Berger
Quelle: Bogener Zeitung 19.03.1956


Der Herr über Leben und Tod hat unseren lieben Bruder
Herrn Hans Winter
Händler von Eglsee bei Hunderdorf

nach Empfang der letzten Oelung im 59. Lebensjahr zu sich in die erige Heimat abgerufen.
Straubing, den 18. März 1856
Die tieftrauernden Geschwister
nebst übriger Verwandtschaft
Beerdigung: Dienstag, den 20. März nachmittags ½3 Uhr.
Quelle: Bogener Zeitung 19.03.1956


Windberg. (Die Fastenpredigt) im Wallfahrtskirchlein Heilig Kreuz findet in dieser Woche nicht am Freitag, sondern schon morgen Donnerstag um 7.30 Uhr statt.    (wp)
Quelle: Bogener Zeitung 21.03.1956


Schlechte Obsternte zu erwarten
Hunderdorf.
Am Montag konnte der Vorstand deshiesigen Obstbauvereins, Franz Neumeier-Sollach im Gasthaus Edbauer eineansehnliche Anzahl von Mitgliedern und Interessenten des Vereins begrüßen, zudenen Kreisfachwirt Hans Kilger gekommen war, um über die derzeitige Lage imObstbau zu referieren.
Kilger führte aus, daß in den letzten drei Jahren der Obstbau schwereRückschläge zu verzeichnen hatte und durch den diesjährigen strengen Winterdurch die Frostschäden 70 Prozent aller Blüten vernichtet wurden. Aeußerlichsei dieser Schaden kam merkbar, doch zeige sich, daß bei näherer Untersuchungdas Fruchtholz braun und schwarz geworden sei. Besonders seien dabei dieZwetschgen- und Kirschbäume in Mitleidenschaft gezogen worden, wobei aber dieGröße des Schadens von der Lage des Baumbestandes abhänge. Dadurch sei imkommenden Herbst mit einem spürbaren Obstmangel zu rechnen, der um soempflindlicher werde, als auch das ausländische Obst in gleicher Weise von demFrost betroffen wurde. Das Zurückschneiden der Aeste bis zu den gesundenStellen – ohne Rücksicht auf die dabei leidende Schönheit der Kronen – sei aberaugenblicklich der oberste Grundsatz für alle Obstbaumzüchter.
Richtige Pflege, Düngung mit Kunstdünger oder verdünnter Lauche seien jetzt geradezuArzneien für die betroffenen Bestände. Größte Vorsicht sei auch beim Kauf vonjungen Obstbäumen anzuwenden, denn auch hier seien die Schäden groß. Auf Grundder Schäden stellte Hans Kilger fest, daß Buschbäume für unsere Gegend wenigergeeignet seien, als Halbhochstämme. Im weiteren gab er noch bekannt, daß mitder Förderung des Obstbaues durch den Bund zu rechnen sei.
Seinen Ausführungen schloß sich eine sehr lebhafte Diskussion an, in der sichdie Anwesenden besonders für die gebräuchlichen Kunstdünger für Obst- undGemüsegärten interessierten. Sehr eingehend debattierte man auch über dieGefahren durch Wasseradern und Reizstreifen. Nach der Vorführung von sehrschönen Lichtbildern, die aus unserer Gegend stammten, brachte VorstandNeumeier die lehrreiche Versammlung zum Abschluß.
Quelle: Bogener Zeitung 23.03.1956


Gemeinderatsstühle sind neu besetzt

Hunderdorf. Mit überwältigender Stimmenmehrheit wurde der bisherige Bürgermeister Karl Reiner – Landwirt in Lindenbrunn – (676 Stimmen) wiedergewählt. Max Wittmann-Lindfeld erhielt 51 und Hermann Maier 20 Stimmen. Der neue GR: Christl. Wählergemeinsch. 7, SPD 2 und BHE 1 Sitze. Otto Edbauer 813, Xaver Baier 704, Hermann Maier 646, Xaver Fuchs 531, Josef Steckler 510, Ludwig Hornberger 494, Roland Schäfer 478, Fritz Schmettlach 398. Ludwig Kapfenberger 340, August Höhn 334.
Windberg. Der bisherige Bürgermeister Karl Amann wurde wiedergewählt. Für den GR erhielt der Wahlvorschlag Union 2976, die Liste Parteilos 2458 Stimmen. GR: Union: Anton Kittenhofer 434, Peter Faltl 388, Josef Huber 386, Heinrich Greipl 367. Parteilos: Rupert Feldmeier 518, Xaver Förg 459, Johann Schindlmeier 451, Johann Schmidbauer 442.

Quelle: Bogener Zeitung 23.03.1956


Abschied von Missionsschwester
Windberg.
In den letzten Tagen nahm Windberg Abschied vonSchwester Patricia Antonie Kallus aus Fürstenberg, Gde. Windberg. Sie wirdbereits in den nächsten Wochen nach Afrika zu ihrer neuen Wirkungsstättegelangen. Der Weg führt sie über Rom, Port Said, Mombassa undDar-es-Salam zu ihrem Ziel, nach Ndanda im Staate Tanganyika in Ostafrika.Antonie Kallus wurde 1930 in Neu-Ohlen in Oberschlesien geboren. 1945 mußte siedie Heimat verlassen und kam nach Windberg. Vor fünf Jahren wurde sie inTutzing im Kloster der Missionsbenediktinerinnen eingekleidet und erhielt denOrdensnamen Patricia. Die ewige Profeß legte die am 2. Oktober 1955 ab. Vorihrem endgültigen Gang in die Mission besuchte sie noch einmal ihre Familie inWindberg. Auch wir wünschen Schwester Patricia Gottes Segen für ihren weiterenLebensweg.   (wp)
Quelle: Bogener Zeitung 26.03.1956

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