1959# 10-12

Am Sonntag Einweihung der ersten evangelischen Kirche
Am 4. Oktober wird das erste evangelische Gotteshaus im Kreis Bogen den Gläubigen übergeben – Hohe Würdenträger der evangelischen Kirche haben ihr Erscheinen zugesagt

Bogen. Allen anfänglichen Schwierigkeiten zum Trotz reckt sich die neue evangelische Kirche – im Westen von Bogen, am Fuße des Weinbergs – nach einem knappen Baujahr erhaben über die Häuser empor. Selbst die größten Optimisten hätten nicht zu hoffen gewagt, daß dieser imposante Sakralbau termingemäß fertig wird. Unendlich viel Arbeit galt es für den Pfarrvikar Sommer, die Kirchenvorstandschaft, die Gläubigen, die Firmen sowie die Behörden zu bewältigen, um diesen Bau stilvoll wie praktisch in der kurzen Zeit hinzustellen.
Der Bau ist sehr geräumig. Das Kircheninnere ist betont schlicht gehalten. Ueber dem Altar hängt ein schlichtes Holzkreuz. Die Kanzel ist ebenso schlicht. Sie ist rechts neben dem Altar aufgestellt. Ein einziges großes Fenster, rechts vom Altar, läßt geheimnisvolles Licht ins Innere fluten. Die Decke des Kirchenschiffs wurde nicht verschalt; man sieht die rohen Balken. Diese betonte Geradigkeit und Einfachheit harmoniert in stilvoller Weise.
Schon beim Betreten strebt der Blick unwillkürlich hin zum Altar. Feierliche Andacht erfüllt den Kirchenbesucher. Der Chor ist ebenfalls sehr geräumig und schlicht. Man erreicht ihn, ohne durchs Kirchenschiff gehen zu müssen. An der Hinterfront der Kirche schließt sich der Gemeindesaal an. Klapptüren ermöglichen es, bei starker Besucherzahl den Gemeindesaal durch Zurückklappen der Türen mit dem Kirchenschiff zu verbinden. Im ersten Stock über dem Gemeindesaal befinden sich noch zwei Räume, die für die Jugend gedacht sind. Unter dem Kirchenschiff wurde eine Wohnung eingebaut, die Pfarrvikar Sommer bezogen hat. Im Turm hängen vier Glocken, die schon seit einiger Zeit ihren schönen Ruf erschallen lassen. Auch die Uhr am Turm zeigt schon lange den Kauf der Zeit an. In den letzten Tagen wurde das Bild um die Kirche noch verschönt durch einen passenden Naturzaun. Ein Bild friedlicher Harmonie strahlt nun das Gotteshaus aus.
Gestern waren den ganzen Tag fleißige Hände damit beschäftigt, Kränze zu winden, um die Kirche für die Einweihung prächtig zu schmücken. Die Einwohnerschaft Bogens wird gebeten, mitzufeiern und ihre Häuser zu beflaggen und zu schmücken.
Für die Einweihung am Sonntag ist ein schönes, umfangreiches Programm vorgesehen:
13.45 Uhr Sammeln der Ehrengäste im Gasthaus Hafner; anschließend Sammeln der Gemeinde in der katholischen Pfarrkirche; kurzer Abschiedsgottesdienst in der katholischen Kirche; danach Festzug zur neuen evangelischen Kirche.
Der Festzug gruppiert sich wie folgt: Schuljugend, Pfadfinder und Gemeindejugend, Militär, Kirchenchor, Geistliche, der Kirchenvorstand Straubing-Bogen mit Ehrengästen, die Gemeinde.
Vor der evangelischen Kirche feierliche Schlüsselübergabe, anschließend der Einweihungsgottesdienst, gefeiert von Oberkirchen rat Koller (Regensburg); dann Weihe und Predigt von Dekan Greifenstein.
Nach dem Gottesdienst fahren die Ehrengäste mit Omnibussen in den Hafner-Saal zum Festmahl (Dankansprachen, Glückwunschansprachen). Anschließend das Abendessen für die Ehrengäste.
Um 19.30 Uhr ein Gemeindeabend im Staudinger-Saal. (Die evangel. Jugend führt Lustspiele auf.) Die Feier wird verschönt durch die Kirchenchöre Bogen/Straubing und die Posaunenchöre aus Neutraubling und Straubing.

Zur Einweihung der evangelischen Kirche
Omnibus-Fahrplan für 4. 10. 1959
1. Bus Berger I:
13.00 Uhr ab Oberalteich-Furth Abensberger Siedlung.
2. Bus Berger II: 12.30 Uhr ab Loham, Gasthaus Neimaier, 12.45 Uhr ab Niederwinkling, Gasthaus Eibauer, weiter nach Schwarzach.
3. Bus Berger III: 12.30 Uhr ab Perasdorf, Kirche, weiter nach Schwarzach.
Bus II und III gemeinsam: 13.00 Uhr ab Schwarzach, Marktplatz, über Degernbach nach Bogen.
4. Bus Kwade I: 11.30 Uhr ab Rißmannsdorf, Haltestelle Kwade, 12.00 Uhr ab Rattenberg, Kirche. 12.15 Uhr ab Konzell, Kirche. 12.30 Uhr ab Haibach, Kirche, 12.45 Uhr an Mitterfels, Abzweigung Steinburger Straße.
5. Bus Kwade II: 12.00 Uhr ab Stallwang, Haltestelle Kwade, 12.15 Uhr ab Rattiszell, Haltestelle Kwade, fährt über Ascha nach Mitterfels. 12.35 Uhr an Mitterfels, Abzweigung Steinburger Straße, 13.00 Uhr Steinburg, Brauerei Berger, 13.15 Uhr ab Hunderdorf, Bahnhof, über Hofdorf, Bärndorf nach Bogen.
Quelle: Bogener Zeitung 03.10.1959


Morgen wird das Steinburger Schulhaus eingeweiht
Ein Herrliches Werk von Architekt Schnierle – Pontifikalmesse Sr. Exc. des Hochwürdigsten Herrn Weihbischofs Jos. Hiltl in der neuen Schule

Steinburg. Die Gemeinde Steinburg und der Schulsprengel der Volksschule feiern am Dienstag das Fest der Schulhausweihe.
50 Jahre lang lebte schon der Gedanke, ein neues Schulhaus zu erbauen, immer wieder auf. Die Zeitumstände mit ihren Schwierigkeiten ließen es jedoch nicht zu. Im Jahr 1957 griff die Gemeindeverwaltung den Plan wieder auf und durch allseitige Unterstützung der Behörden und Gönner der Gemeinde wurde Wirklichkeit.
13 >Firmen haben daran gearbeitet, den genialen Plan des Herrn Architekten Schnierle-München Wirklichkeit werden zu lassen. Nicht minderes Lob gebührt auch der örtlichen Bauleitung, die Herr Architekt Johannes Hirsch-Hunderdorf übernahm. Die Einweihung krönt viele gemeinsame Arbeiten.

Das Programm der Feier:
1. Empfang Sr. Exc. des Hochwürdigsten Herrn Weihbischofs Josef Hiltl-Regensburg und der Ehrengäste vor dem Schulhaus.
2. Vorstellung der Ehrengäste, Einzug in das Schulhaus und Platzverteilung zur Feier der hl. Pontifikalmesse.
3. „Dem Hirten laßt erschallen“. (Lob Gottes Seite 169)
4. Hl. Messe: Gebete der ersten Singmesse, Lieder der Singmesse von Franz Schubert.
5. Choral der Musik.
6. „Lobe den Herren“. (Lob Gottes Seite 534)
7. Ansprache des Hochw. Herrn Weihbischofs.
8. Asperges (Kirchenchor Hunderdorf
9. Gebete und Weihe der Kreuze und des Hauses.
10. „Herrgott, wir danken dir“. (Gedicht)
11. „Großer Gott, wir loben dich“.
12. „Segne die Maria“. (Lob Gottes Seite 417)

Weltliche Feier:
1. Begrüßungsgedicht.
2. Begrüßung der Festgäste durch 1. Bürgermeister Berger.
3. „Gotte mit dir, du Land der Bayern“ (Lied).
4. Festansprache des Schirmherrn Herr Landrat Hafner-Bogen.
5. Das neue Haus (Gedicht).
6. Ansprachen der Ehrengäste.
7. Uebergabe der Schlüssel durch Architekt Schnierle und Dankansprache der Schulleitung.
8. Ansprache des Elternvertreters Herr Kunz-Steinburg.
9. Bundeshymne.
10. Gang durch das Schulhaus. Im Anschluß begeben sich die Festgäste in den Saal der Brauerei Berger-Steinburg.

Das neue Schulhaus steht am Eingang des Steinburger Perlbachtales, sich einfügend in den bewaldeten Rücken des Buchaberges und bildet in seier Form eine gedachte Fortsetzung des hanges hin zu den großen Auen der Bogenbacher-Bucht.
Der erste Eindruck des fremden Beschauers kann nicht mit einem Worte ausgedrückt werden. Mit der Farbe unseres bayerisch-blauen Himmels zeigt sich das Gebäude dem Beschauer, dessen erster Eindruck vielleicht ist – sehr modern –, und in seiner Architektur eigenwillig. „Die äußere Form des Hauses muß sich ausschließlich der zweckmäßigen Raumgestaltung unterordnen, ohne dabei das harmonische Gesamtbild zu beeinträchtigen“, sind die Gedanken des Planers Schnierle.
Alle Besucher, die sehr zahlreich (an manchen Tagen über 50) das Innere des Hauses besichtigen, sind von der räumlichen Gestaltung und der Größe überrascht. Durch ein Atrium (Vorhof, der seitlich von zwei Gebäudeflügeln begrenzt wird) gelangt man in die große Eingangshalle. Welche als Pausenhalle bei schlechtem Wetter benützt werden wird. Der linke Gebäudeflügel beherbergt die Geschäftsräume der Gemeinde mit Gemeindesaal, Warteraum und Kanzlei. Gegenüber liegt der hervorragend ausgestattet Werk- und Handarbeitsraum, an welchen sich eine Schulküche anschließt.
Weiterschreitend findet der Besucher die Zentralheizungsanlage, welche aus zwei Oefen besteht, wovon einer eine Heizkraft von 38 400 cal. Erzeugt. Durch eine Lichtschalterdrehung werden die Oefen in Tätigkeit gesetzt und Spezialbrenner pumpen und spritzen das Heizöl in die Oefen. Zur Beschleunigung des Dampfes stehen noch zwei Umwälzpumpen bereit, die es ermöglichen, in erstaunlich kurzer Zeit die normale Zimmertemperatur zu erreichen. Ausdehnungsgefäße und Ventile regeln den Druck der Wärmeleitung automatisch. Durch Raumthermostate kann der Einsatz der Oefen vollautomatisch gesteuert werden, ohne einen Handgriff zu tun. Notwendige Nebenräume füllen das Erdgeschoß aus.
Eine fast graziöse Treppe führt in den ersten Stock, in welchem sich die eigentlichen Schulräume befinden. Wieder empfängt uns eine geräumige Halle, welche einen Ueberblick über das ganze Gebäude bietet.
Die Klassenzimmer zählen zu den modernsten in ganz Bayern. Durch Oberlichtfenster, welche mit jeder Raffinesse versehen sind, wird eine zweiseitige Belichtung erzeugt, sodaß sich niemals auf den Schreibtischen ein Schatten bilden kann. Die in sauberster Ausführung vorhandenen Vorhänge stellen einen Schmuck aller Räume dar. Der räumliche Eindruck wird durch die stilvolle Einrichtung aller Zimmer erhöht.
Das neue Schulhaus steht am 11. Oktober 1959 von 8 bis 11 Uh rund von 13 bis 18 Uhr für jeden Besucher offen.
Die Gemeinde Steinburg und der Schulsprengel der Volksschule sind stolz, ihren Kindern dieses Haus geschaffen zu haben.
Die Gäste der Schulhauseinweihung werden gebeten, das „Lob Gottes“ mitzunehmen, damit sie auch die Einweihung mitfeiern können. Weitere Texthefte werden verteilt!
Quelle: Bogener Zeitung 05.10.1959


Windberg. (82. Geburtstag) Morgen feiert der Heimatvertriebene Vinzenz Maik sein 82. Wiegenfest. Der Jubilar stammt aus Ratibor in Oberschlesien und ist trotz seines hohen Alters noch sehr rüstig. Er wohnt bei der Tochter Ottilie Gruhn und ist ein eifriger Leser der Heimatzeitung.
Quelle: Bogener Zeitung 06.10.1959


Hunderdorf. (Neubauten) Die Bauarbeiten am Wohnhaus des Herrn Oberlehrer Maier haben begonnen. Bäckermeister Hastreiter wird ebenfalls noch heuer den Rohbau seines Wohnhauses erstellen.
Quelle: Bogener Zeitung 06.10.1959


1. Preis für Kälberaufzuchtwettbewerb
Xaver Fruhstorfer, Sollach, erhielt beim Landesentscheid in München einen 1. Preis für das Kalb „Rola“

Hunderdorf. Um das Interesse der Landjugend frühzeitig für die Aufzucht von gesunden u. leistungsfähigem Vieh zu wecken, veranstalten die Tierzuchtämter jährlich einen Kälberaufzuchtwettbewerb der Landjugend auf Landkreis-, Tierzuchtamt- und Landesebene. Es ist selbstverständlich, daß dabei die Preisgerichte einen sehr kritischen Maßstab anweden und nur wirklich gute Tiere prämiert werden. Um so höher ist der Erfolg einzuschätzen, den der 12jährige Xaver Fruhstorfer aus Sollach bei diesen 2 Wettbewerben erzielte. Beim Ortsentscheid in Pfelling, der den besten Kälbernachwuchs des Landkreises zu wählen hatte, konnte X. Fruhstorfer bereits mit dem Kalb „Rola“ den 1. Preis erringen. Als dann auch in Regen beim Entscheid des Tierzuchtamtes wieder ein 1a-Preis auf das Kalb entfiel, da war die Einladung zur Beteiligung am Landesentscheid, der anläßlich des Zentrallandwirtschaftsfestes in München ausgetragen wurde, gesichert. Zwar war der Xaverl, der mit einem weiß-blauen Strickl am Freitag in München sein Kalb zur Prämierung führte, der Kleinsten einer, doch als am nächsten Tag durch den Landwirtschaftsminister Dr. Dr. Hundhammer die Preise vergeben wurden, da konnte er sich von den 43 Spitzentieren mit seinem Kalb wieder in das erste Drittel einreihen und damit wieder einen 1. Preis gewinnen. Neben dem großartigen züchterischen Erfolg wurde ihm außerdem ein schönes Preisgeschenk zuteil. Als jüngster Teilnehmer am Kälberaufzuchtwettbewerb erhielt er außerdem aus der Hand des Landwirtschaftsministers eine schöne Armbanduhr als Ehrenpreis.
Dieser 1. Preis ist auch für die Zuchtgenossenschaft Hunderdorf-Sollach ein schöner Erfolg, da sich das Vatertier des Preiskalbes der Stier „Hofer“, ein „Horex“-Sohn, sich damals im Besitz der Zuchtgenossenschaft befand.
Quelle: Bogener Zeitung 06.10.1959


Hunderdorf. (Den Bund fürs Leben) schlossen am Samstag die Geschäftstochter Gertraud Hornberger von hier und der Vertreter Retzer von Straubing. Die kirchliche Trauung vollzog Herr Geistl. Rat Kiermaier.
Quelle: Bogener Zeitung 07.10.1959


Setze o Herr das Zeichen des Heils diesem Haus
Weihbischof Hiltl erteilte der neuen Steinburger Schule die Weihe – Ein Lebenswerk von Bürgermeister Berger und Schulleiter Müller –
Der Bau, wohl das schönste Schulhaus von Niederbayern, kostete 200 000.- DM – Regierungsoberschulrat Zintl fordert, daß die Schüler für den Kampf der Weltanschauungen gerüstet sind.

Steinburg (Eigener Bericht) Es ist, als wollte Steinburg mit seinen herrlichen Schulhausbau die Nachbargemeinde Hunderdorf übertrumpfen. Architekt Schnierle schuf hier ein Werk, das man die schönste Schule Niederbayern nennen möchte. Die Architektur ist „aus eine Guß“, so einheitlich und einfach, so zweckmäßig und bequem. Mit diesem Werk, das auf 200 000 DM kommt, haben sich Bürgermeister Berger und Schulleiter Müller ein bleibendes Denkmal gesetzt und sich die Schulgemeinde und die Zukunft zum Dank verpflichtet. Weihbischof Josef Hiltl erteilte gestern Dienstag dem schönen Werk den Segen der Kirche nach einer Pontifikalmesse in dem neuen Haus, bei dem „der Herrgott selbst als höchster Ehrengast war“, wie der Schulleiter betonte. Mit diesem Bau wurde der 13. Schulhausbau im Landkreis Bogen vollendet.

Unter den langen Schritten der Feuerwehrmänner hinweg schritt Weihbischof Josef Hiltl beim Empfang vor dem Schulhaus auf die Kinder zu und zeichnete den Kleinsten ein Kreuzlein auf die Stirne. Hinter den Abc-Schützen mit ihren großen Schultüten. Leuchtete das Transparent „Groß ist die Freude, größer unser Dank.“ Der Weihbischof zelebrierte in dem großen Pausenraum eine Pontifikalmesse, während der die Deutsche Messe von Schuberth unter Bläserbegleitung gesungen wurde. Nach dem Evangelium wandte sich Bischof Hiltl an die Kinder und legte ihnen drei Sätzlein ans Herz: „An Gottes Segen ist alles gelegen“ – „Ohne Schweiß kein Preis“ – und „Bet‘ und arbeit“.
Nach der Messe brachten zwei Buben und zwei Mädchen vier Kreuze auf weißem Kissen zur Weihe.
In seiner Ansprache vor der Weihe des Schulhauses betonte Weihbischof Hiltl, daß dieses Haus erst seiner Bestimmung übergeben werden kann, wenn das feierliche Morgengebet bei der Feier des Mep0pfers gesprochen ist. Nun flehe die Kirche: „Setze auf, o Herr, das Zeichen des Heils diesem Hause und laß nicht zu, daß der Geist der Verneinung, der Widersacher einkehre.“ Die Kreuze bedeuten ein Dreifaches: 1. Den Schutz Gottes, 2. Daß dieses Haus stehen soll unter dem Gesetz der Ehrfurcht, und stehen soll 3. Unter dem Gesetz der Liebe zum Gekreuzigten und der Liebe untereinander. In der Kirche ist nichts äußerlich, betonte der Festprediger, sondern alles tief fundiert. Christus soll Besitz ergreifen von diesem Haus, denn er ist der eigentliche Eigentümer. Es braucht dazu nicht eine Grundbriefverbuchung. Das Gesetz der Ehrfurcht ist ein Grundgesetz der Erziehung und Bildung. Ohne Ehrfurcht vor Gotte gibt es keine wahre Ehrfurcht vor dem Erzieher, vor dem Kinde, ohne die drei ersten Gebote keine Ehrfurcht den übrigen sieben Geboten. Dieses Bewußtsein der Verantwortung weiß, daß hinter jedem dieser Kinder ein Leben, eine Ewigkeit steht. Es ist etwas Großes, wenn ein Bildhauer mit seinem Meißel das Bild formt und aus dem Material eine herrliche Figur gestaltet. Weit größer ist die Kunst dessen, der Menschenkinder bildet, der die Seelen der Kinder nach oben führt. „Diese herrliche Aufgabe ist Euch, Ihr Priester und Lehrer gegeben.“
„Ich gratuliere allen“, sagte der Weihbischof, „die dieses Schulhaus besuchen dürfen, allen Eltern, allen Schülern.“ Der Gemeinde, dem Pfarramt sprach er im Namen des Erzbischofs die Glück- und Segenswünsche aus. Hierauf erteilte der Weibischof den vier Kruzifixen den Segen, schritt weihend und segnend um den Bau und durch alle Räume, wo die Kreuze aufgehängt wurden.
Nach dem Tedeum begrüßte Bürgermeister Berger die Festgäste alle. Unter ihenn den Abgeordneten Alois Rainer und Landrat Hafner, Oberschulrat Ernst Zintl (Landshut), Schulrat Heribert Westermayer und stellv. Schulrat Hauptlehrer Zeuner, Geistl. Rat Kiermaier, die Architekten Adolf Schnierle und Johannes Hirsch, Hauptmann Pentner und viele namhafte Ehrengäste aus Bogen und Umgebung.
Landrat Xaver Hafner, der Schirmherr des Schulbaues, ging als Festredner zunächst auf eines der schlimmsten Symptome unsere unterentwickelten Gebietes ein, die nicht genügende Ausbildung unserer Menschen und die sehr oft ungenügenden, desolaten Schulverhältnisse. Die wirtschaftliche Förderung kann nur von Dauer sein, wen auch die geistige Entwicklung Schritt damit hält. Solange die Handarbeit allein ausschlaggebend war, konnte auch der Dümmste ein tüchtiger Bauer werden. Heute aber, wo der Landwirt ein halber Wissenschaftler und Kaufmann sein soll, glaube ich nicht, daß man ohne gute Volksschulbildung auskommen kann. Dazu sind moderne Schulen und die besten Lehrkräfte notwendig. Die Gemeinde Steinburg hat dies erkannt und baut noch neben dieser Schule ein Lehrerwohnhaus. Mit dem Glückwunsch an die Gemeinde Steinbirg verband der Landrat den Dank an den Abg. Rainer, der die großen finanziellen Schwierigkeiten im letzten Moment beseitigen konnte. Die Leistung der Gemeinde ist um so größer, als neben dem Schulhaus und Lehrerwohnhaus auch noch die Wasserversorgung und mehrere große Straßenbauten eine enorme Last bedeuten. Die Entwicklung der Gemeinde Steinburg beweise die zunehmende Bevölkerungszahl. Kurz streifte der Landrat den großen Kampf um den Bauplatz und betonte: „Ich freue mich, daß Verschiedene, die sich so eingesetzt haben, noch so gesund und am Leben sind. Es ist schier unglaublich, daß es noch Menschen gibt, die bei solchen Schwierigkeiten es wagen, noch so große Werke zu planen und durchzuführen.“ Mit Stolz stellte der Landrat fest, daß der neue Bau das 13. Schulhaus im Landkreis Bogen sei und daß noch acht Schulhäuser geplant sind. Er gratulierte der Gemeinde Steinburg, daß sie den Schulhausbau schon vollendet habe, denn sie würde sich schwertun, in der Zukunft die Gelder noch zu bekommen.
Oberschulrat Ernst Zintl, Landshut, übermittelte zunächst die Grüße und Wünsche des Regierungspräsidenten Hopfner und des Regierungsdirektors Wittmann. Zintl Fragte. „Woher nimmt die Gemeinde die Kraft, die notwendig ist zu einem solchen Entschluß?“ und antwortete: „Es ist um die Zukunft der Kinder schlecht bestellt, wenn dafür nichts getan wird.“ Die betonte Sachlichkeit und Nüchternheit, das Helle beweisen bereits die neue Zeit. Das Kind muß für den Kamp der Weltanschauungen ausgerüstet werden. Das erfordert die Vorbereitung der Zukunft. Eine Jugend, die im Ewigen eingebettet ist, wird auch die Persönlichkeit und Freiheit verteidigen.
Schulrat Heribert Westermayer erinnerte an das alte baufällige Wasserschloß in Au. Da Leben sei anspruchsvoller geworden. „Die Schuljugend zieht um.“ Die lichten, luftigen Räume und sanitären Anlagen werden der Gesundheit zuträglicher sein. Der Bogener Schulrat äußerte den Wunsch, es möge dieses Haus eine echte Lebensstätte der Kameradschaft, der Freundschaft und Gemeinschaft, eine gute Bildungsstätte des frohen Lernens und Schaffens, eine wahre Erziehungsstätte werden, aus der charaktervolle, heimattreue, dankbare junge Christen den Sprung ins Leben machen.
Abgeordneter Alois Rainer äußerte seine Freude darüber, daß dies die erste Schule in seinem Heimatlandkreis sei, für die er wirken und arbetien durfte. Auch er spendete dem Bürgermeister und Lehrer Müller Anerkennung für ihre Ausdauer. Er hab esich Gedanken gemacht über die ablehnende Haltung des Bundes im Falle Steinburg. (Bekanntlich wurden keine Bundesgrenzmittel für diesen Abu gegeben.) Um so größeres Lob konnte er der bayerischen CSU-Regierung spenden für ihre Kulturpolitik. Das Gebäude stelle für den gesamten Landkreis und Niederbayern eine künstlerische Bereicherung dar. Er schloß mit dem Wunsch, dieses Schulhaus als Friedenssymbol der Gemeinde Steinburg und der Gemeinde au zu betrachten.
„Selten noch, bei allen meinen bisher geplanten Schulhäusern“, erklärte Architekt Adolf Schnierle, „war ein derart reizvolles Grundstück verfügbar wie hier in Steinburg, und vielleicht erinnern Sie sich noch meiner Begeisterung, mit der ich mich damals an die Planung machte. Ein aufgeschlossener Gemeinderat gab mir die Ermächtigung, eine Gebäudegruppe zu planen, bestehend aus dem Schulhaus mit Gemeindeverwaltung und dem Lehrerwohnhaus, das ebenfalls bereits begonnen ist. Ich versuchte dieser Aufgabe nach den Erkenntnissen des modernen Schulbaues gerecht zu werden. Zwei quadratische Klassen, eine davon mit Gruppenraum, bekamen die Form und die Belichtung, die ich schön lange zu verwirklichen suchte, ein neuartiger, intimer Klassentyp, der in Skandinavien seit mehreren Jahren schon die größte Zustimmung der Schulbehörden gefunden hat. Hier in Steinburg, wo sich die Möglichkeit dazu bot, durfte ich ihn verwirklichen.“
Architekt Schnierle überreichte hierauf die Schlüssel an die Schulleitung und die Lehrkräfte.
Schulleiter Alfred Müller sprach den Dank der Schulleitung aus: „Wie wissen, daß alle Mühe und alles Geld für ein Schulhaus durch die Kinder der Gemeinde, dem Staat und dem Volk reichlich Zinsen bringt. Noch lange nach uns wird die Grundsteinurkunde bezeugen, daß in unseren Jahren etwas für die Kinder geschaffen wurde.“
Die Gäste waren bei der Besichtigung des Baues des Lobes voll. Die neue Schule in Steinburg ist nicht nur ein moderner Bau, sondern ist ein Kunstwerk aus modernem Geist, ein Werk, das nicht veraltet, nicht ein Steinhaufen mit Fensterstöcken, sondern Licht und Luft und Wärme im Architektonischen eingefangen.      SR

Unsere Bilder: Hauptm. Hans Pentner bewundert die hellen Räume – Weihbischof Josef Hiltl, assistiert von Gestl. Rat Kiermaier, segnet die Kruzifixe – Architekt Adolf Schnierle (links) bei der Uebergabe der Schlüssel. (Neben ihm Lehrer Müller, Bürgermeister Berger und Frau Lehrerin Naimer) – Bürgermeister Berger überreicht dem Initiator des Schulhausbaues Alfred Müller, sein eigenes Konterfei – Eine Außenaufnahme der Schule.
Quelle: Bogener Zeitung 07.10.1959


Doppelhochzeit
Windberg.
Heute schließen in der Pfarrkirche Windberg gleich zwei Paare den Bund für Leben. Das eine Paar ist Herr Alfons Haimerl aus Dambach bei Windberg und Fräulein Anna Plattenschläger aus Windberg. Herr Haimerl ist bekannt geworden als beliebter Brautführer und hatte sich als Gstanzlsänger einen guten Ruf erworben. Er stand lange der Kath. Landjugend Windbergs vor, deren Theatergruppe verliert in dem Brautpaar zwei gern gesehene Hauptdarsteller. Die weltliche Feier ist im engen Familienkreise. Das andere Paar sind Herr Adolf Kellermeier aus Windberg und Fräulein Helga Theresia Track aus Hunderdorf. Dieses Paar feiert seine Eheschließung im Gasthaus Loibl in Windberg. Wir wünschen beiden Brautpaaren viel Glück und Segen.
Quelle: Bogener Zeitung 10.10.1959


Hunderdorf. (Zweimal Richtfest) Am Wohnhausneubau des Fuhrunternehmers Myrtek und am Neubau des Geschäftshaueses des Elektromeisters Hieninger in Apoig konnte das Richtfest gefeiert werden.
Quelle: Bogener Zeitung 12.10.1959


Schülermannschaft aus Au blieb siegreich
Hunderdorf.
Mit großer Spannung wurde in diesen Tagen der Ausgang des Fußballspiels zwischen der Schülermannschaft aus Au und der Mannschaft aus Hunderdorf von beiden Schulen erwartet. Nachdem sich beide Mannschaften auf dem kleinen Sportplatz in Au in der vorigen Woche mit einem 1:1 unentschieden getrennt hatten, erwartete man nicht ohne Hoffnung den Rückkampf auf dem eigenen Platz in Hunderdorf. Der größere Platz in Hunderdorf bildete aber für die Mannschaft aus Au gegen jede Erwartung keine Schwierigkeit, sondern erbrachte bereits in der ersten Halbzeit eine 2:0-Führung. Obwohl nach der Halbzeit Hunderdorf mächtig auf einen Ausgleich grängte und teilweise recht überlegen war, konnten die Schüler aus Au bis zum Spielschluß durch einige Mängel in der Hintermannschaft der Hunderdorfer auf 4:2 davonziehen. Nicht unbedeutend am Sieg der Gäste aus Au war jedoch die Beteiligung von zwei Spielern, die bereits der Berufsschule angehören.
Quelle: Bogener Zeitung 13.10.1959


91. Geburtstag
Windberg. Heute Montag kann der Rentner Johann Haimerl von Gottesberg seinen 91. Geburtstag feiern. Körperlich ist der Jubilar noch ziemlich rüstig. Jedoch das Augenlicht hat schon arg nachgelassen. Er wird von seiner Tochter, von den Enkeln und Urenkeln aufopfernd betreut. Der Jubilar wurde am 19. Oktober 1888 in Steinburg geboren und lebte seit der Verheiratung in Gottesberg. Seine Gattin ist jedoch schon vor vielen Jahren gestorben. Es ist der älteste Bürger der Gemeinde Windberg. Wir gratulieren ihm daher besonders herzlich!
Quelle: Bogener Zeitung 19.10.1959


Hunderdorf. (Vom Theaterring) Freunde der leichten Muse haben am 31. Oktober Gelegenheit, die Operette „Die ideale Geliebte“ von Hermann Hermecke und Gerhard Winkler im Stadttheater Regensburg zu sehen. Ein Omnibus wird bei genügender Beteiligung die Teilnehmer aus Hunderdorf und Bogen nach Regensburg und zurück bringen. Anmeldungen sind an Rektor Hösl zu richten. Dort erhalten sie auch weitere Auskunft über Abfahrtszeit, Preis usw.
Quelle: Bogener Zeitung 20.10.1959


Windberg. (Zur letzten Ruhe) Eine große Trauergemeinde hatte sich am Montag auf dem Windberger Friedhof versammelt, um der allseits angesehenen und beliebten Kreszenz Dietl aus Meidendorf diel etzte Ehre zu erweisen. H. Pfarrer Ach übergab den Sarg der geweihten Erde, assistiert von Kooperator Pater Ephraim und Pater Wolfgang, und widmete der Verstorbenen einen ehrenden Nachruf. Frau Dietl wurde am 3. November 1874 als Tochter der Familie Feldmeier in Meidendorf geboren. Nach ihrer Verheiratung mit Herrn Hans Dietl führte sie eine Krämerei in Meidendorf; zuletzt war sie Rentnerin . Der Kirchenchor Windberg sang am offenen Grab ein Abschiedslied.
Quelle: Bogener Zeitung 21.10.1959


85. Wiegenfest
Hunderdorf. Die älteste Einwohnerin des Ortsteils Hofdorf und wahrscheinlich auch der Gemeinde, Frau Franziska Meier, geb. Gigler, begeht heute das Fest des 85. Geburtstags. Ihre Wiege stand in Weingarten bei Mitterfels. Nach ihrer Heirat mit dem Landwirt Andreas Meier wurde ihr Rainfurt bei Degernbach zur neuen Heimat und Wirkungsstätte. Sechs Kindern schenkte sie das Leben. Während ein Sohn bereits im Kindesalter starb. Mußte sie zwei weiteren Kindern im Laufe der letzten Jahre ins Grab sehen. Auch der Krieg forderte sein Opfer, er entriß ihr einen Sohn und raubte ihr damit die letzte Stütze ihres Alters, da ja bereits in früheren Jahren eine Tochter und ein Sohn nach Amerika auswanderten. Im Jahre 1943 nahm der Tod ihren Mann nach langer Ehe von ihr. Nun ist es einsam um sie geworden; doch hin und wieder finden sich Enkel, Urenkel und Verwandte ein und dann wird die Meier-Mutter wieder jung und weiß mit erstaunlichem Gedächtnis aus ihrem Leben zu erzählen. Zu ihrem Jubelfest gehen der Jublarin die herzlichsten Wünsche für einen gesunden und noch recht langen Lebensabend zu.
Quelle: Bogener Zeitung 23.10.1959


Es wird eifrig gebaut

Hunderdorf. Nachdem bereits in den letzten Wochen zwei Wohnhäuser im Rohbau erstellt wurden, konnte in dieser Woche Richtfest am Wohnhaus des Bäckermeisters Hastreiter in Hunderdorf und am Einfamilienhaus von Herrn Schleinkofer in Apoig gefeiert werden. Heute wird am Wohnhausneubau von Oberlehrer Maier der Richtbaum aufgesteckt.
Quelle: Bogener Zeitung 24.10.1959


Hunderdorf unterlag im Tennis
Hunderdorf.
Die 9:3-Niederlage, die von der jungen Hunderdorfer Tischtennismannschaft in dieser Woche bei einem Vergleichskampf mit Bogen eingesteckt werden mußte, fiel etwas zu hoch aus. Zwar war am Sieg der Gäste nie zu rütteln, doch einige Spiele endeten nur knapp oder erst nach Verlängerung zugunsten der Gäste. Mehr Training bei der Hunderdorfer Mannschaft dürfte auch hier bald Abhilfe schaffen.
Quelle: Bogener Zeitung 24.10.1959


Endlich wird die Straße gebaut
Windberg. Kaum ein Problem hat die Gemeinde Windberg in den letzten fünfzig Jahren so sehr beschäftigt wie der Straßenbau Windberg – Irenzfelden. Seit dem letzten Krieg wurde es immer wieder aufgerollt; 1950 war bereits eine eigene Interessengemeinschaft gegründet worden. – Seit einigen Wochen sind nun Arbeiter der Baufirma Wanninger in Cham mit dem Bau dieser für die Gemeinde so wichtigen Stra0e beschäftigt.

Die Gemeindebürger hatten durch Hand- und Spanndienste bereits eine große Eigenleistung aufgebracht. Unter anderem wurden auf diese Weise rund 1500 cbm Steine bereitgestellt. Dank der guten Witterung der letzten Monate haben die Erdarbeiten, von Irenzfelden ausgehend, schon fast Windberg erreicht. Sehr gerühmt wird die gute Zusammenarbeit zwischen den Arbeitern und dem Leiter, Inspektor Grill, sowie Bauführer Oberberger. So besteht Anlaß zu der Hoffnung, daß wenigstens die Planierungsarbeiten in diesem Jahr noch beendet werden.
Die Neue Straße beendet einen untragbaren Zustand. Zwar ist Irenzfelden seit dem vorigen Jahr durch die neue Straße über Meidendorf an das Straßennetz angeschlossen, aber nach wie vor gab es keine Verbindung nach Windberg, das kaum mehr al s1 km entfernt ist. Zwischen den Ortschaften Windberg (418 m) und Irenzfelden (479 m) liegen der Bühler Berg (490 m) und die Schlucht des Dambachs (350 m) . So ergab sich bisher bei einer Entfernung von 500 m eine Steigung von rund 140 m. Dieser steile Weg wurde bei Regenfällen vollständig sudgeschwemmt, so daß ein Befahren des Weges infolge der Granitblöcke des Untergrundes nichtmehr möglich war. Weiterhin ist Windberg Sitz der Gemeinde, Pfarr- und Schulort. Hier ist das Lagerhaus und auch die Kelterei. Ueber Windberg führt der Weg zum Bahnhof Hunderdorf. Zahlreiche Arbeiter benützen diesen Weg. Der Leichentransort zum Friedhof in Windberg ist in ungünstigen Jahreszeiten sehr schwierig. Die größten Schwierigkeiten liegen auf wirtschaftlichem Gebiet. Das Gebiet um Irenzfelden-Meidendorf ist 6 km vom Bahnhof Hunderdorf entfernt, zu dem die landwirtschaftlichen Produkte und das Holz angeliefert werden müssen. Auch müssen die landwirtschaftlichen Bedarfsgüter von dort abgeholt werden. Die derzeit kürzeste Verbindung führt über Hunderdorf – Bärndorf – Waltersdorf (16 km).
Die neue Straße wird über Herrnbirket und Gartenhaus gebaut. Da sie sich bis in das Tal des Dambachs senkt, sind grße Erdbewegungen erforderlich. Zeitweise war ein Bau über Fahenloh und Wassergraben vorgesehen, der den Vorteil einer geraderen und ebeneren Straßenführung gehabt hätte. – Der Gemeinderat hat beschlossen, wenn noch Mittel zur Verfügung stehen, im nächsten Jahr die ganze Straße von Meidendorf bis Windberg zu teeren.
Wie uns der Vorstand des Wasserbeschaffungsverbandes, Gemeinderat Anton Kittenhofer, mitteilte, wurde im Zuge des Straßenbaues in einiger Tiefe eine auch in der letzten Trockenperiode recht ergiebige Quelle entdeckt. Sie ist bereits gefaßt und soll demnächst an das Versorgungsnetz Windberg-Hunderdorf angeschlossen werden.
Die Straße wird sicherlich viel zur wirtschaftlichen Hebung des Gemeindegebietes und des Landkreises beitragen. Nicht zuletzt wird Windberg, dieses klösterliche Zentrum, mit seinen vielen kulturhistorischen Bauten und Denkmälern weiter dem Fremdenverkehr erschlossen werden.
Quelle: Bogener Zeitung 24.10.1959


Groß ist die Arbeit, sie ehrt auch den Mann
Windberg.
Seit vierzig Jahren ist der Maurer Josef Schmiedbauer von Windberg bei der Firma Feldmeier in Meidendorf beschäftigt. Schon allein diese hohe Zahl an Dienstjahren ist ein beredtes Zeugnis. In einer Zeit, wo sich alle Firmen um die Maurer reißen und wo noch nie so viel gebaut wurde, ist diese Treue um so bewundernswerter. Schmiedbauer ist als guter. fleißiger und zuverlässiger Arbeiter bekannt und genießt das volle Vertrauen seiner Firma. Wir gratulieren zu dem Arbeitsjubiläum!
Quelle: Bogener Zeitung 24.10.1959


Eltern und Tochter feiern Hochzeitsjubiläum
Hunderdorf.
Der heutige Dienstag ist ein besonderer Festtag für die Familie Grundert; können dich die Eltern Max und Maria Grundert auf fünfig Jahre glückliche Ehe, u. zugleich die älteste Tochter der Familie, Editg, und ihr Mann Erwin Wudtke auf das silberne Hochzeitsjubiläum zurückblicken. Vor fünfzig Jahren reichten sich in Breslau der Installateur Max Grunert und Maria Glatzel die Hand zum Bund fürs Leben. Sieben Kinder schenkte der Herr ihrer Ehe. Der Krieg entriß ihnen zwei Söhne und nach ihrer Vertreibung aus der schlesischen Heimat mußten sie auch den dritten Sohn hier in Hunderdorf der geweihten Erde übergeben. Zwei Töchter sind verheiratet. Die älteste, Edith Wudtke, und ihr Mann Erwin sind vielen Hunderdorfern von früher her noch bekannt. Der einzige Sohn, welcher der Familie noch geblieben ist, lebt mit seiner Frau in Hamburg; die jüngste Tochter bei ihren Eltern in Hunderdorf. Das Jubelpaar, das sich noch bester Gesundheit erfreut, und überall gerne gesehen ist, lebt seit seiner Ausweisung in Hunderdorf, das ihnen zur geliebten zweiten Heimat geworden ist. Max Grunert ist seit Jahren aktiv in der Arbeiterwohlfahrt tätig und trotz seine 74 Jahre fest täglich als Inkassovertreter der Witwen – und Waisenkasse mit dem Fahrrad unterwegs. Seine Freizeit gehört aber seinem Garten, den er mit besonderer Liebe und auch mit großem Erfolg pflegt. Zu ihrem Jubeltag die besten Glückwünsche!
Quelle: Bogener Zeitung 27.10.1959


Der Gmeinwieservater 85 Jahtre alt
Windberg.
Heute Dienstag feiert Herr Anton Gmeinwieser in voller Rüstigkeit sein 85. Wiegenfest. Er ist in Schellenbach, Gem. Perasdorf, geboren und kam mit neun Jahren nach Windberg. In den Jahren 1894-96 leistete er in Regensburg seinen Militärdienst ab. Den ganzen ersten Weltkrieg erlebte er in Belgien und Frankreich. Der Jubilar ist allgemein angesehen und beliebt, deshalb war er lange Jahre Gemeinderat und erwarb sich dabei große Verdienste. Einen großen Schmerz brachte ihm der zweite Weltkrieg: sein einziger Sohn fiel in Littauen. Er verrichtet noch alle landwirtschaftlichen Arbeiten. Es ist eine Freude, ihn noch ganz allein ackern zu sehen. Wir wünschen dem Jubilar noch viele gesunde Jahre.
Quelle: Bogener Zeitung 27.10.1959


Hunderdorf. (Burschenversammlung) am Donnerstag treffen sich die Mitlgieder des Katholischen Burschenvereins zu einer Versammlung im Gasthaus Baier.
Quelle: Bogener Zeitung 28.10.1959


Hunderdorf. (Schulpflegschaftssitzung) Am Sonntag um 8.45 Uhr treffen sich die Mitglieder der Schulpflegschaft in der Gemeindekanzlei zu einer Besprechung.
Quelle: Bogener Zeitung 30.10.1959


Hunderdorf. (Neubau bezogen) Siegmund Wölfl hat mit seiner Familie seinen Neubau in Hunderdorf bezogen.
Quelle: Bogener Zeitung 30.10.1959


Bei den Altern ist man gehalten
Windberg.
In der Generalversammlung des Heimat- und Volkstrachtenvereins im Gasthaus Deschl gedachte man zuerst der verstorbenen Mitglieder. Die vorjährige Vorstandschaft wurde bis auf den Schriftführer wiedergewählt: das Schriftführeramt wurde Erwin Feldmeier übertragen. Erster Vorstand blieb Auerbacher sen., Erster Kassier Siegfried Wagner und Erster Vorplattler Hermann Mühlbauer.
Quelle: Bogener Zeitung 30.10.1959


90. Geburtstag
Windberg. Morgen Samstag feiert Frau Oberin Callista Wols aus Windberg ihren 90. Geburtstag. Sie ist seit 50 Jahren im Dienst des Roten Kreuzes. Während des Weltkrieges war sie in der Türkei. Sie wurde mit vielen Orden und Ehrungen ausgezeichnet. Sie war Oberin in Bamberg, Empfing und Marquartstein. Seit einigen Jahren lebt die Jubilarin in München-Grünwald in einem Schwesternheim. Wenn ihr Gesundheitszustand es erlaubt, wird sie ihren Geburtstag in ihrem Elternhaus bei Familie Hornberger in Windberg feiern.
Quelle: Bogener Zeitung 30.10.1959


Hunderdorf. (Fleißige Sparer) Die letzte Entleerung des Schulsparkassen anläßlich des Weltspartages erbrachte bei 113 Sparern 1103 DM. Im Jahr 1959 haben damit die Schulkinder nicht weniger als 3999 DM auf die „hohe Kante“ gelegt. Ein schöner Erfolg der kleinen Sparer!
Quelle: Bogener Zeitung 31.10.1959


Windberg. (Geburtstagsfeier) Zu seinem 85. Geburtstag erhielt Anton Gmeinwieser von der Gemeinde, da er jahrelang Mitglied des Gemeinderats war, als Anerkennung für seine geleisteten Arbeiten ein Geschenk, das ihm vom Bürgermeister überreicht wurde.
Quelle: Bogener Zeitung 31.10.1959


Bibliothek wieder geöffnet
Windberg.
Dieser Tage wurde die wertvolle Bibliothek im Jugendheim Windberg wieder für den Leihverkehr geöffnet. Der Grund zu dieser Bibliothek legte vor vielen Jahren der Rechner der Raiffeisenbank Windberg, Norbert Wurm. Von einem kleinen Grundstock aus erweiterte dieser die Sammlung durch viele Neuerscheinungen immer mehr, bis endlich den Lesern eine stattliche Vielzahl interessanter Bücher aus allen Bereichen zur Verfügung stand. Norbert Wurm bot diese Sammlung im Jahre 1952 zum Verkauf an. Der damalige Leiter des Jugendheims. H. H. Pater Siard, kaufte sie, damit diese wertvolle Sammlung der Gemeinde nicht verloren gehe. Alle Bücher wurden damals sorgsam instandgesetzt; viel Neues kam hinzu. Seither entwickelte sich ein lebhafter Leihverkehr. Der neue Kooperator, H. Pater Ephraim, hat sich inzwischen der Bücher angenommen und so steht jetzt eine Bücherei mit rund 900 Bänden bereit. Einen großen Raum nehmen die Romane und Erzählungen ein. Auch Bücher bester ausländischer Schriftsteller sind vertreten. Kriminalromane und Reiseschilderungen werden jeden Leser begeistern. An diese Bücherei ist die Jugendbibliothek angeschlossen. – Die Bibliothek ist für Erwachsene jeden Sonntag nach dem Jugend- und Konventgottesdienst, für Erwachsene und Kinder jeden Dienstag und Samstag von 13 Uhr ab geöffnet.    wp
Quelle: Bogener Zeitung 02.11.1959


Die Blume, die sich selber schmückt, die schmücket auch den Garten (5)
Schmucke Häuser und schöner Blumenschmuck

Ein Vorbild und Muster für Architekten und Kreisbaumeister und für Baulustige ist das neue Haus des Zahnarztes Dr. Hugo Kvech in Hunderdorf-Apoig, das jedem Autofahrer auffällt, der nach Hunderdorf fährt. Hier ist der alte und der neue niederbayerische Stil in allen Einzelheiten deutlich ausgeprägt. Da auch der Garten vorbildlich angelegt wurde, kommt das Haus noch besser zur Geltung.
Quelle: Bogener Zeitung 02.11.1959


Ein malerischer Winkel vom Verfall bedroht
Windberg. Von den Denkmälern, die uns aus der Zeit des alten Klosters Windberg erhalten sind, ist zweifellos einer der schönsten die St. Nepomukkapelle. Sie steht am Eingang des Ortes und begrüßt so als erstes den ankommenden Besucher. Die Kapelle ist das einzige, was  uns Abt Norbert Schrank (1732 – 1735) hinterlassen hat.
Sie wurde im Jahr 1733 erbaut und dem Hl. Nepomuk geweiht. Dieser wurde im 18. Jahrhundert besonders verehrt; die Andacht zu ihm kam aus Böhmen herüber und wurde damals in Bayern recht populär, weil die Königin eine bayerische Prinzessin war. Überall, zumal an den Brücken, wurden dem Heiligen Standbilder errichtet. Um das Jahr 1880 hatte die Gemeinde die Kapelle restaurieren lassen. Damals wurde nach dem Feste des Heiligen am 16. Mai alljährlich einen Monat lang abends an der Kapelle eine Volksandacht gehalten, die aber später mehr und mehr durch die Maiandachten verdrängt wurde. Im Laufe der Zeit verfiel die Kapelle immer mehr, bis sie im Jahre 1937 aufs neue durch die Bemühungen des Norbert Wurm auf Gemeindekosten wiederhergestellt wurde. Auf Vermittlung des Klosters, besonders durch den um die Erforschung der Geschichte unserer Heimat so verdient gewordenen Prämonstratenserchorherrn Pater Norbert Backmund, wurde die Kuppel, die bis dahin mit Sternen bemalt war, von dem bekannten Kunstmaler Fabius von Gugel mit einem prächtigen Fresko geschmückt. Es stellt den Heiligen in der Glorie dar und paßt sich dem barocken Charakter der Kapelle trefflich an.
Die vier Eckgemälde stellen Szenen aus dem Leben des Heiligen dar. Dieser war Domherr in Prag und trat als solcher offen gegen die Lebensweise König Wenzel IV. auf. Die Königing, die bayerische Prinzessin, hatte ihn zum Beichtvater erwählt. Das erste der vier Bilder zeigt, wie die Königin gerade beim Domherrn beichtet. König Wenzel, der sehr argwöhnisch gegen seine Gemahlin war, ließ Johannes, wie das zweite Bild zeigt, kommen und suchte ihn mit Gewalt zur Aussage über die Beichte der Königin zu zwingen. Das nächste Gemälde stellt dar, wie zwei Schergen den Heiligen mit Fackeln brennen. Da er sich weigert, das Beichtgeheimnis preiszugeben, wird er auf Befehl des Königs in die Moldau geworfen, in deren Wellen ihn das letzte Bild zeigt.
In den letzten Jahren hat die Kapelle recht gelitten. Sie dienste oft als Kinderspielplatz. Die schmiedeeisernen Gitter, soweit sie überhaupt noch vorhanden sind, kamen dabei in einen recht kläglichen Zustand. Um größere Reparaturen zu vermeiden, müßte auch der bauliche Zustand in nächster Zeit überprüft werden.
Die Windberger Nepomukkapelle bildet, zumal wenn im Frühjahr die Kastanien daneben blühen, mit dem alten Bauernhaus im Hintergrund ein ungemein reizvolles Bild und sie gehört zu den immer seltener werdenden malerischen Winkeln unserer Dorfstraßen.
Quelle: Bogener Zeitung 04.11.1959


Noch kein Badebetrieb
Hunderdorf.
Um weiteren Anfragen vorzubeugen, teilt die Gemeinde mit, daß der Badebetrieb im Schulhaus vorläufig noch nicht aufgenommen werden kann. Eine Rücksprache mit dem Wasserbeschaffungsverband ergab, daß der augenblickliche Wasserbestand noch keine ausreichende Reserve aufweist, um den öffentlichen Badebetrieb wieder aufnehmen zu können. Der Eröffnungstermin wird rechtzeitig bekannt gegeben.
Quelle: Bogener Zeitung 06.11.1959


Hunderdorf. (Versammlung des Trachtenvereins) Die Mitglieder des Trachtenvereins „Die lustigen Perlbachtaler“ treffen sich am Samstag abend im Vereinslokal Baier zu einer wichtigen Versammlung.
Quelle: Bogener Zeitung 06.11.1959


Hunderdorf. (Alle Mitglieder des Gesangvereins) wollen sich heute 20 Uhr vollzählig zum Sängerabend einfinden, da das Programm für die Weihnachtsfeier besprochen wird.
Quelle: Bogener Zeitung 10.11.1959


FFW erhielt neue Motorspritze
Hunderdorf.
Schon seit einigen Jahren trachtete die FFW Hunderdorf nach einer neuen Motorspritze, da das alte Gerät nichtmehr zuverlässig war. Daß sich die Feuerwehr Hundedorf unter dem rührigen Kommandanten Härtenberger diese neue Anschaffung verdient, zeigt der Eifer, mit dem die Feuerwehrmänner gerade in letzter Zeit ihren Dienst erfüllten. In wochenlanger Vorarbeit und durch viele Übungsstunden schufen sie die Voraussetzung für die Ablegung des Feuerwehrleistungsabteichens. Gleichsam als Belohnung für diesen unermüdlichen Dienst machte nun auch die Gemeinde ihr Versprechen wahr und verhalf ihrer Wehr zu einer neuen Motorspritze, die am Sonntag in Anwesenheit von Bürgermeister Reiner, Kreisbrandinspektor Baier, Bogen und Kommandant Härtenberger von der Firma Paul Ludwig, Bayreuth, der Feuerwehr übergeben wurde. Di Spritze weist eine Leistung von 800 1-Min auf und ist mit einem VW-Motor ausgestattet. Din Ingenieur der Firma unterwies die Maschinisten in der Bedienung und gab Anleitungen für ihre Pflege. Der Betrag für diese neue Spritze in Höhe von ca. 4 000 DM wurde zum Teil von der Gemeinde und durch Zuschüsse vom Staat, dem Kreistag und der Versicherung gedeckt. Anfangs Dezember soll im Rahmen einer größeren Feier die Spritze die kirchliche Weihe erhalten; gleichzeitig werden auch zwei Löschgruppen, die sich der Leistungsprüfung unterzogen, mit dem Leistungsabzeichen ausgezeichnet.
Quelle: Bogener Zeitung 11.11.1959


Schnell und unerwartet verschied am 10. November 1959 mein guter Vater, Großvater und Schwiegervater
Herr Ludwig Holmer
versehen mit der hl, Ölung im Alter von 81 Jahren.
Thananger, Camens, Esperstedt, Ottobrunn.
In tiefer Trauer:
Johann, Sohn, mit Familie
und übr. Verwandtschaft
Beerdigung und Gottesdienst: Donnerstag 9 Uhr in Hunderdorf.
Quelle: Bogener Zeitung 11.11.1959


Sänger bereiten Weihnachtsfeier vor
Hunderdorf.
Bei der Versammlung der Liedertafel kam man überein, auch heuer wieder eine interne und eine öffentliche Feier zu veranstalten. Die offizielle Weihnachtsfeier wird am zweiten Weihnachtssonntag stattfinden und ist vor allem für die Bevölkerung bestimmt. Programmvorschläge wurden unterbreitet, doch soll erst später eine endgültige Zusammenstellung erfolgen. Von der Möbelfabrik Nolte wurde ein Schrank zur Unterbringung des Notenmaterials gestiftet.
Quelle: Bogener Zeitung 12.11.1959


Hunderdorf. (VdK-Versammlung) Am Sonntag hält der VdK um 15 Uhr im Gasthaus Sandbiller eine Versammlung mit dem Thema „Kriegsopferreform“, Invalidenversicherung und Krankenversicherung“.
Quelle: Bogener Zeitung 12.11.1959


Hunderdorf. (Neuer Vorstand) Bei der Versammlung der Modellbaugruppe wurde für den scheidenden Vorstand Frisch, der wegzieht, als kommissarischer Vorstand Küfner bis zur Hauptversammlung gewählt. Zweiter Vorstand bleibt weiterhin Zimmer.
Quelle: Bogener Zeitung 12.11.1959


Windberg. (Trachtenverein) Der Heimat- und Volkstrachtenverein fährt am Samstag abend zu einer Plattlerprobe nach Elisabethszell; es sind noch einige Plätze frei. Auch Nichtmitglieder können mitfahren.
Quelle: Bogener Zeitung 12.11.1959


Elternbesprechung im Kindergarten
Hunderdorf.
Am Sonntag werden die Mütter der Kindergartenjugend gebeten, um 14.30 Uhr sich im Kindergarten einzufinden. Es soll neben einer Aussprache über allgemeine Angelegenheiten auch zu einer Besprechung der Weihnachtsfeier im Kindergarten kommen. Hausschuhe sind mitzubringen.
Quelle: Bogener Zeitung 13.11.1959


Hunderdorf. (Die Gemeinde) weist erneut mit allem Nachdruck darauf hin, daß alle Straßenanlieger ihre Gräben noch im Laufe der nächsten Tage zu reinigen haben, damit eine Ueberschwemmung der Wege bei starken Regenfällen oder eine Stauung von Abwässern an Durchlässen vermieden werden. Sollten die Anlieger der Aufforderung nichtnachkommen, so müßten die Arbeiten durch die Gemeinde auf Kosten der Angrenzer durchgeführt werden.
Quelle: Bogener Zeitung 13.11.1959


Hunderdorf. (Schweinehaltungskurs) Wie die Gemeindeverwaltung mitteilt, wird am 18. Und 19. November im Nebenzimmer des Gasthauses Sandbiller ein Schweinehaltungskurs durch das Tierzuchtamt durchgeführt.
Quelle: Bogener Zeitung 13.11.1959


Hunderdorf. (Beerdigung) Gestern wurde der im Alter von 81 Jahren verstorbene Ludwig Holmer von Thananger zur letzten Ruhe geleitet. Trotz hohen Alters kam für Hilmer der Tod überraschend. H. H. Geistl. Rat Kiermaier spendete dem Verstorbenen die letzten kirchlichen Segnungen und widmete ihm einen ehrenden Nachruf.
Quelle: Bogener Zeitung 13.11.1959


Hunderdorf. (Von der Schule) Durch Gemeinderatsbeschluß wurde Hausmeister Schneider mit den Aufgaben eines Schuldieners betraut.
Quelle: Bogener Zeitung 13.11.1959


Hunderdorf. (Zur Oberlehrerein ernannt) Die Lehrerin der 1. Klasse der Volksschule, Frau Berta Gaschler, wurde von der Regierung zur Oberlehrerin ernannt. Unseren Glückwunsch!
Quelle: Bogener Zeitung 13.11.1959


Altes Kirchlein im neuen Gewand
Au vorm Wald
. Inmitten der Häuser steht das alte Schloß von Au. Der schmucklose, verputzte Bau gehört der Spätrenaissance an. Der das Schloß umgebende ehemalige Wassergraben ist besonders im Osten und Norden noch deutlich erkennbar. Wo einst ein tiefer Wassergraben das Schloß vor unerwünschten Gästen schützte, rinnt heute in kleines, schmutziges Wässerlein, in dem die Enten und Hühner im Schatten von krüppeligen Erlen und Weiden nach Würmern und Schlammtierchen suchen.
An die Südwand lehnt sich die Kapelle an. Bis vor kurzem trug sie noch ein unansehnliches Kleid. Wer heute durch den Ort, der in letzter Zeit durch viele Neubauten an Größe und Ausmaß gewann, wandert, wird an der kleinen Kirche Wohlgefallen finden.  Der ursprünglich spätgotische Bau, der in der Barockzeit wesentlich verändert wurde, erstrahlt im neuen Glanz. Maurer und Schindeldecker haben in wochenlanger Arbeit der Kapelle ein neues Gesicht verliehen.
Die ehem. Schloßkapelle ist dem hl. Valentin geweiht und ist eine Nebenkirche von Hunderdorf.
Mit der Renovierung des Kirchleins hat Au zur Verschönerung des Ortsbildes wesentlich beigetragen. Wer ins Innere der Kapelle geht, wird den Besuch nicht bereuen. Das Altärchen ist eine Arbeit der Spätgotik, das im 17. Jahrhundert einen Aufsatz im Spätrenaissancestil erhielt. Das Altarbild zeiht die Muttergottes mit dem Jesukind und dem Schutzpatron der Kirche, den hl. Valentin. Reicher Figurenschmuck und der in chinesisch-rot gehaltene Farbengrund geben ein einmaliges und vielseitiges Bild ab. Hinterglasmalerei, eine volkstümliche Schöpfung des 18. Jahrhunderts, Holzfiguren und zwei Votiv-Kreuze verleihen dem kleinen Raum wohltuende Wärme.
Quelle: Bogener Zeitung 13.11.1959


Hunderdorf. (BRK-Abend) Heute Asamstag um 19.30 Uhr treffen sich die Mitglieder der BRK-Ortsgruppe im Gasthaus Sandbiller. Als Uebung ist ein Katastropheneinsatz geplant. Anschließend wird Herr Novak einen Lichtbildervortrag halten.
Quelle: Bogener Zeitung 14.11.1959


Hunderdorf. (Versammlung des Obstbauvereins) Heute Samstag findet um 20 Uhr im Gsthaus Edbauer eine Versammlung des Obstbauvereins statt. Kreisfachberater Kilger wird einen Lichtbildervortrag halten und aktuelle Fragen beantworten.
Quelle: Bogener Zeitung 14.11.1959


Kriegsopfer am Wirtschaftswunder nicht beteiligt
Hunderdorf.
Im überfüllten kleinen Saal der Gastwirtschaft Sandbiller eröffnete 1. Kreisvorsitzender Otto Unger am Sonntag nachmittag eine Aufklärungsversammlung des Ortsverbandes Hunderdorf. Anläßlich des Volkstrauertages wurde zu Beginn eine Gedenkminute eingelegt. Eine öffentliche Gedenkfeier findet am kommenden Sonntag nach dem Gottesdienst vor dem Kriegerdenkmal statt.
Seit eineinhalb Jahren führte Kamerad Unger in seinem Referat „Kriegsopferversorgung, Sozial- und Krankenversicherung“ aus, wird um die Erhöhung der Grundrente gerungen. Wohl sind in dieser Zeit von den verschiedenen Parteien Gesetzentwürfe eingebracht worden, wohl weiß und spricht man an den maßgebenden Stellen von den gerechten Ansprüchen und Forderungen der Kriegsopfer, doch konnte bis heute noch kein Gesetz verabschiedet werden, aus diesem Personenkreis, der die Auswirkungen des Krieges heute noch am meisten verspürt, gerecht würde. Vielleicht ist heute nicht mehr genügend bekannt, welch ungeheures Leid noch die Kriegsopfer zu tragen haben. Man solle einmal zur Kenntnis nehmen, daß es 680 000 Schwerbeschädigte, 7 000 Blinde, 67 000 schwer Kopfverletzte und 71 000 schwer tuberkulös Erkrankte gibt, 1500 Menschen bettlägerig sind, daß es 125 000 Beinamputierte gibt. Besonders schwer ist das Schicksal von 1000 Kriegsblinden, die zugleich beide Hände verloren haben.
Bei einer kommenden Neuordnung der Versorgung muß daher unbedingt das Schwergewicht auf die Erhöhung der Grundrenten liegen, wenn sie als eine auf die Dauer befriedigende Lösung angesehen werden soll.
Ausführlich berichtete Kam. Unger dann auch noch über die Sozial- und Krankenversicherung. Gerade für die Sozialrentner hat der Verband unendlich viel geleistet; es ist daher erstaunlich, daß dieser Personenkreis noch immer zum Teil abseits steht. Aus Beispielen von Streitfällen vor dem Sozialgericht zeigte der Referent auf, wie wichtig hier die Unterstützung durch den Verband sein kann.
Anschließend wurde Kamerad Ernst Sacher für Windberg zum Kassier bestimmt. Für die Sammlung „Helft Wunden heilen“ wurden Sammler eingeteilt.
Quelle: Bogener Zeitung 17.11.1959


Hunderdorf. (Orchesterprobe) Am Samstag um 20 Uhr wird das Orchester zum Winterhalbjahr seine Proben aufnehmen. Es wurde die erste Probe auf den Samstag verlegt, da bis einschl. Freitag bei Sandbiller der Schweinehaltungskurs stattfindet. Um pünktliches Erscheinen aller Mitglieder wird ersucht. In Zukunft finden dann wieder alle 14 Tage Uebungsabende am Freitag statt.
Quelle: Bogener Zeitung 19.11.1959


Hunderdorf. (Versammlung des Trachtenvereins) Am Samstag um 20 Uhr treffen sich alle Mitglieder des Trachtenvereins im Gasthaus Baier. Es wird über die Beteiligung an der Feier zum Volkstrauertag am Sonntag gesprochen.
Quelle: Bogener Zeitung 20.11.1959


Hunderdorf. (Neue Stempelzeiten) Die Gemeindeverwaltung macht darauf aufmerksam, daß ab 11. November neue Meldezeiten für Arbeitslose gelten. Der Meldeplan für Hunderdorf und Steinburg ist an der Amtstafel angeschlagen.
Quelle: Bogener Zeitung 23.11.1959


Volkstrauertag – Mahnung und Verpflichtung
Hunderdorf.
Gestern versammelten sich nach dem Hauptgottesdienst viele Bürger der Gemeinde vor dem Kriegerdenkmal, um in einer kurzen, eindrucksvollen Gedenkstunde den Volkstrauertag zu begehen. Nach dem Libera, das H. Kooperator Krottenthaler hielt, wies der Vorsitzende des VdK-Kreisverbandes Bogen, Otto Unger, auf den Sinn des Volkstrauertages hin, der neben dem Gedenken an die Gefallenen, Vermißten und Opfer des Bombenkrieges auch die Verpflichtung einschließt alles zu tun, um eine Wiederholung dieses grauenhaften Geschehens zu verhindern. In den 54 Ländern der Erde erinnern die Gedenkstätten und Heldenfriedhöfe an die gefallenen Soldaten beider Weltkriege. Es gibt kaum eine Familie, die heute nicht mit schmerzlicher Wehmut und stiller Trauer eines Opfers aus diesen Völkermorden gedenkt. Dieser Tag soll in Willen zur Friedensbereitschaft läutern wie eine heilige Flamme, die nie verlöschen darf, wollen wir nicht einen neuen Weltbrand heraufbeschwören, der in seinen Folgen die Grauen der letzten Kriege weit übertreffen würde. Unger schloß mit den Worten: „Bevor wir nach dieser Stunde des Gedenkens auseinandergehen, verneigen wir uns in Ehrfurcht und Achtung vor den Kameraden, die auf den Schlachtfeldern beider Weltkriege ihr Leben gegeben haben. Kameraden, ihr seid nicht vergessen, ihr lebt in uns und wir tragen Euer Vermächtnis im Herzen. Wir versprechen Euch, unser immerwährendes Bemühen gilt der gerechten Versorgung Euerer Frauen, Mütter und Kinder, gilt der Erhaltung des Friedens und der Verständigung unter den Völkern“.
Als die Kapelle Bugl das Lied vom guten Kameraden intonierte, senkten sich die Fahnen des VdK-Kreisverbandes, der Feuerwehren Hunderdorf, Steinburg, Gaishausen und Au, sowie des Trachtenvereins Hunderdorf, die zu dieser Gedenkfeier Abordnungen entsandt hatten. Namens des VdK-Ortsverbandes Hunderdorf legte Vorstand Unger einen Kranz nieder. Auch die Bürgermeister der Gemeinden Hunderdorf, Steinburg und Gaishausen widmeten den Kriegsopfern ihrer Gemeinden einen Kranz zum Gedenken.
Quelle: Bogener Zeitung 23.11.1959


Tödlich verunglückt
Windberg.
Vorgestern verunglückte der 23jährige Elektriker Armin Schmidbauer aus Windberg bei Ausübung seines Berufes in Eigenbach bei Landshut tödlich. Schmidbauer arbeitete an einem elektrischen Leitungsmasten. Am Haltegurt brach plötzlich ein Haken und der 23jährige stürzte einige Meter in die Tiefe. Er war sofort tot. Schmidbauer war bei der Starkstromanlagen-AG. Landshut beschäftigt.
Quelle: Bogener Zeitung 04.12.1959


Hunderdorf. (Nikolaus bei den Trachtlern) Am Samstag um 20 Uhr steigt die Nikolausfeier des Trachtenvereins im Vereinslokal Baier.
Quelle: Bogener Zeitung 04.12.1959


Hunderdorf. (Ernennung) Mit Wirkung vom 1. Dezember wurde Frau Lehrerin Opalka, die seit fünf Jahren an der hiesigen Volksschule unterrichtet, von der Regierung zur Oberlehrerin ernannt. Unsere Glückwünsche.
Quelle: Bogener Zeitung 04.12.1959


Auferstehen ist unser Glaube,
Wiedersehen unsere Hoffnung,
Frommes Andenken unsere Liebe.
Gott, der Herr, hat am Mittwoch, den 2. Dezember 1959, durch einen tragischen Unfall unseren lieben Sohn, Bruder, Bräutigam, Enkel, Neffen und Cousin
Armin Schmidbauer
Mitglied der Freiwilligen Feierwehr,
des Katholischen Burschenvereins
und des Trachtenvereins Windberg

im Alter von 23 Jahren nach Empfang der Letzten Ölung zu sich in ein besseres Jenseits abberufen.
Windberg, den 4. Dezember 1959.
In tiefer Trauer:
Barta und Josef Schmidbauer, Eltern
Martina und Dietmar Schmidbauer
Geschwister
Braut und übrige Verwandtschaft
Rosenkranz heute, Freitag, 17 Uhr; Beerdigung am Samstag, 9.30 Uhr vom Leichenhause aus mit darauffolgendem Trauergottesdienst in der Pfarrkirche zu Windberg.
Quelle: Bogener Zeitung 17.12.1959


Hunderdorf. (Dienstabend der RK-Gruppe) Heute treffen sich um 19.30 Uhr die Mitglieder der RK-Ortsgruppe im Gasthaus Sandbiller zur Vorbereitung der Weihnachtsfeier. Zu dem Mitte Januar beginnenden Erste-Hilfe-Kurs werden Anmeldungen in der Gemeindekanzlei und bei Friseur Hofmann entgegengenommen.
Quelle: Bogener Zeitung 05.12.1959


Hunderdorf. (Sängerabend erst am Mittwoch) Infolge des Feiertages am kommenden Dienstag wird der Gesangverein erst am Mittwoch seinen Übungsabend halten. Um vollzählige Beteiligung aller Mitglieder muß dringend ersucht werden, da die Proben für die Weihnachtsfeier durchgeführt werden.
Quelle: Bogener Zeitung 05.12.1959


Pfelling. (Beerdigung) Unter sehr großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde gestern der ehrengeachtete Bauer Xaver Kiefl von Anning zu Grabe getragen. Kiefl stand im 50. Lebensjahr, als er einer plötzlichen Herzschwäche auf dem Weg zum Krankenhaus erlag. H. Pferrer Hierl sprach zu den Hinterbliebenen Worte des Trostes. Der Verblichene war ein hilfsbereiter Mensch und großzügiger Förderer der Vereine. Als Dank für die erwiesene Treue legten der Krieger- und Veteranenverein und die FFW dem guten Kameraden Kränze am offenen Grabe nieder. Der Kirchenchor umrahmte die Trauerfeier mit Grabliedern, während eine Musikkapelle das Lied „Vom guten Kameraden“ intonierte.
Quelle: Bogener Zeitung 08.12.1959


Mädchen der kath. Landjugend in Windberg
Windberg.
Am 5./6. Dezember trafen sich 38 Mädchen der Kath. Landjugend des Kreises Bogen, die meist verantwortlich in der Jugendarbeit stehen, in Windberg zu einem Einkehr- und Schulungstag. Es war erfreulich, daß sich gleich zum ersten Treffen dieser Art eine so große Anzahl aufgeschlossener junger Leute bereitgefunden hat. Sie alle haben damit bewiesen, daß viele unserer jungen Leute noch den Mut haben, in die Stille zu gehen und das Wesentliche zu suchen.
Das Kloster Windberg hat nun dankenswerterweise sein Jugendheim für solche Veranstaltungen geöffnet, um auch im Vorwald eine Stätte der Jugendbildung zu schaffen. Die Mädchen waren gut untergebracht und wurden von der Klosterküche gut und reichlich versorgt.
Dieses besinnliche Wochenende bot nun eine Fülle von Anregung für eine katholische Persönlichkeitsgestaltung. Der Samstag war besonders der Selbstbesinnung und Selbsterkenntnis, – von jeher als die schwerste menschliche Kunst bekannt, – gewidmet. Der Vortrag gab wichtige Weisung zur Gewissensprüfung, Gewissenspflege und zur Beichte.
Beim abendlichen Adventsingen lernten die Mädchen eine Auswahl unserer schönen bayerischen Advents- und Weihnachtslieder kennen. Er war geradezu ermutigend, mit welcher Freude und mit welchem Gespür für echtes Volksgut die Mädchen immer mehr davon kennenzulernen wünschten. Das Thema der Abendrunde war „Rettet den Sonntag“ und sollte dieses besondere Anliegen der kath. Landjugendarbeit der Mädchen besonders ans Herz legen.
Der Sonntag begann mit einer gemeinsamen Kommunionmesse im Kapitelsaal des Klosters. Als Familie rund um den Tisch des Herrn wurde die Messe gefeiert und als Bet-Singmesse gestaltet.
Das Morgensingen leitete zur reichen geistigen Arbeit des Tages über, die besonders der heurigen Jahresarbeit der Landjugend wie mit den Themen: „Brot für das Leben der Welt“ (Erziehung zum rechten Einbau der Eucharistie in den Lebensplan) und „Vermassung – christliche Selbständigkeit“ (zur Überwindung der ärgsten Zeitkrankheit) und „Christus im Leben des jungen Christen“.
Der Abschlußvortrag gab Anregungen und Wege zur christlichen Selbstverantwortlichkeit und für die Arbeit in den Gruppen draußen im Heimatdorf, – Segen und Sendung für die besondere Verantwortung des kath. Laien in der Jugendarbeit.
Die. H. H. Patres von Windberg und Dekanatsjugendseelsorger Franz Pickl geben bei diesem Einkehrtag das geistige Rüstzeug und die Mädchen waren dankbare und aufmerksame Zuhörer und Mitschaffende.
Am kommenden Samstag/Sonntag sind die Burschen der Kath. Landjugend des Landkreises zu einem ähnlichen Einkehrtag nach Windberg eingeladen.
Quelle: Bogener Zeitung 09.12.1959


Hunderdorf. (Weihnachtsbeihilfe) Die Gemeinde weist darauf hin, daß die Fürsorgeempfänger am Freitag von 8-9 Uhr auf der Gemeindekanzlei die Weihnachtsbeihilfen abholen können.
Quelle: Bogener Zeitung 10.12.1959


Kanalisation in Hunderdorf vordringlich
Hunderdorf.
Mit einer Reihe von Anträgen hatte sich der Gemeinderat am Dienstag zu beschäftigen. Das Gesuch eines Vereins um Ermäßigung der Gemeindeabgabe für eine Tanzveranstaltung in der kommenden Faschingssaison wurde dahingehend beantwortet, daß man jedem Ortsverein einmal im Jahr eine Veranstaltung zum halben Preis gewährt. Die Anträge dazu sind jeweils rechtzeitig an die Gemeindeverwaltung zu richten.
Der Katholische Burschenverein ersuchte um die Ueberlassung eines geeigneten Raumes für die Versammlungsabende. Für diese Zwecke wird dem Burschenverein bis auf weiteres der große Nebenraum (früherer Schulsaal) im Gemeindehaus zur Verfügung gestellt. Der Raum kann geheizt werden. Der monatliche Mietpreis wurde auf 10 DM festgesetzt.
Im nächsten Punkt der Tagesordnung stimmte der Gemeinderat einem Antrag des Kindergartens auf eine einmalige Unterstützung zum Weihnachtsfest zu. Der Gemeinderat bewilligte eine Spende in Höhe von 50 DM für die Kinderbescherung bei der Weihnachtsfeier.
Im weiteren beschloß der Gemeinderat die alten Schulbänke, die größtenteils ein eisernes Gestell besitzen, zu verkaufen. Von den Firmen, die sich daran interessiert hatten, erhielt der Schmiedemeister Beck – Hunderdorf den Zuschlag. Der Erlös von 120 DM fließt in die Gemeindekasse.
Der letzte und umfassendste Punkt galt der Errichtung einer Kanalisation in Hunderdorf. Besonders aktuell wird hier die Frage nach der Kanalisation der Neubauten zwischen Betzlbacher und Weinzierl. Hier ergibt sich insofern eine größere Schwierigkeit, als das Gelände fast kein Gefälle aufweist. Die Gemeinde will in der nächsten Zeit geeignete Schritte unternehmen und einen Plan für die Kanalisation erstellen lassen.
Quelle: Bogener Zeitung 10.12.1959


Weihnachtsspiel der Schulkinder
Hunderdorf.
Am Sonntag spielen die Schulkinder um 15 Uhr in der Halle des Schulhauses Weihnachtsspiele. Die Bevölkerung ist dazu eingeladen.
Quelle: Bogener Zeitung 11.12.1959


Hunderdorf. (Impfung) Kinder, die zwischen 1952 und 1959 geboren wurden, können auf der Gemeinde sofort zur Schutzimpfung gegen Kinderlähmung, Diphterie und Wundstarrkrampf angemeldet werden. Bedürftige Kinder können von den Unkosten befreit werden.
Quelle: Bogener Zeitung 11.12.1959


Niederbayerische Industrie (2)
Rohre und Lockenwickler nach Afrika und Australien
Marktanteil am gesamten Kunststoffrohrgeschäft beträgt 22 Prozent – Fortschrittliche Entwicklung des Werkes innerhalb von fünf Jahren – 1954: 23 Beschäftigte; 1959: über 290 Beschäftigte und 100 Heimarbeiter – 10 Prozent der gesamten Lockenwicklerproduktion gehen nach England – Kunststoffrohre für die gesamte Bundesrepublik und europäische Länder in Ost und West

Bogen. (Eig. Bericht) Im Landkreis Bogen fehlt es wie in ganz Niederbayern an Industrien. Was nützen aber alle Bestrebungen eines Landratsamtes, wenn die Gemeindevertreter innerhalb des Kreisgebietes keine Einsicht haben und sie dadurch manche krisenfeste Betriebe zur Seßhaftmachung in anderen Gebieten zwingen.
Um so erfreulicher ist es, wenn man einen Industriebetrieb vorfindet, dessen Aufwärtsentwicklung seit Jahren fortschreitet und wo Hunderte von Menschen ihren ständigen Arbeitsplatz haben.
Kaum wiederzuerkennen ist das Kunststoffwerk der Gebr. Anger G.m.b.H. & Co. in Bogen. Die äußere Form des Betriebes mit seinem hohen Schornstein ist im wesentlichen dieselbe geblieben; nur da und dort findet man, daß bauliche Veränderungen vorgenommen wurden. Gleich neben dem Eingang rechts entsteht ein 45 m lange und 15 m breite Versandhalle, die am 1. Dezember in Betrieb kommt. Schon hier fällt ins Auge, daß man in diesem Werk mit aller Kraft arbeitet; denn gleich hinter dieser neuen Halle befinden sich die Lagerplätze, auf denen Tausende von fertigen Kunststoffrohren aller Abmessungen und Längen aufgestapelt liegen. Ing. Nießner, dem die Produktionsleitung untersteht, geht mit uns durch den Betrieb oder besser gesagt, durch das technische und chemische Wunderland,  das sich innerhalb von fünf Jahren mit zu einer der größten wirtschaftlichen Faktoren des Landkreises Bogen entwickelte, werden doch hier monatlich ca. 80 000 DM Arbeitslöhne ausgezahlt. Eine Akkordarbeit, so wird uns versichert, gibt es bei der Fa. Anger nicht. Wenn auch von außen keine großen Veränderungen zu sehen sind, so muß doch festgestellt werden, daß sie innen bei weitem größer sind, als es sich der Beschauer vorstellen kann. Schon beim Betreten der chemischen Mischabteilung, die vor zwei Jahren keinerlei Raummangel aufwies, fällt dies auf. Die alte Mischmaschine ist verschwunden und an ihre Stelle ist eine neue automatische „Materialaufbereitungsanlage“ gekommen. Eine weitere Anlage wird z. Z. montiert. Im Rohstofflager liegt mehr Material als früher. Nun ist die Abteilung zu sehen, in der das weltberühmte blaue Gabadur-Rohr Tag und Nacht aus den Maschinen hervorquillt und seinen Weg in die gesamte Bundesrepublik sowie den Ländern Dänemark, Schweden, Norwegen, Holland, Belgien, England, Schweiz und Griechenland antritt. In sehr großem Maßstab werden Berling und Belgisch-Kongo beliefert. – Was aber in der ganzen Welt bekannt ist, scheint sich im Landkreis Bogen doch noch nicht durchgesetzt zu haben; denn man sieht bei Wasserleitungsbauten, daß überwiegend Metallrohre zur Verwendung kommen. Anscheinend hat auch hier das alte Sprichwort Gültigkeit, daß der Prophet im eigenen Lande nichts gilt; denn ausgerechnet beim Umleitungsbau an der Kreisstraße (Strecke Bayerwaldstraße-Kaserne), die unmittelbar an der Firma Anger vorbeiführt, verwendete man Gußrohre. Sie lagen tagelang offen in den ausgehobenen Gräben und dokumentierten den von der Arbeit kommenden u. zur Arbeit gehenden Belegschaftsmitgliedern der Firma, daß der Landkreis Bogen anscheinend ihre Arbeitsstelle vergessen hatte!
In der Rohrabteilung, wo 1957 zwei Rohrfertigungsautomaten standen, und man noch wegen der gähnenden Leere in dieser Halle hätte Fußball spielen können, ist jetzt kein Zentimeter ungenützter Platz zu finden. Heute stehen viel solcher Automaten in einer Reihe, die unermüdlich Rohre aller Kaliber bis zu einem Durchmesser von 210 mm ausstoßen. Ein weiterer Automat, der Rohre bis zu 300 mm anfertigt, kommt in Kürze zur Aufstellung. Früher wurde der chemische Rohstoff mit der Hand in den Automaten gegeben; jetzt geschieht dies automatische, wodurch jegliche Staubentwicklung verhindert wird. Das Abschneiden der Rohre auf die vorgesehene Länge geschieht z. Z. noch mit der Hand. Doch soll dies in Kürze auch ein Automat machen.
Vorbei an Rohrprüfanlagen stoßen wir in dieser großen Werkhalle auf eine neue Abteilung: hier wird die Gabadur-Spezial-Steckkupplung mittels einer hydraulischen Presse eruegt. Bevor wir diese Halle verlassen, gibt Ing. Nießner zu verstehen, daß trotz der Größe und Weiträumigkeit dieser Betriebsstätte der Platz bei weitem nicht ausreicht und deshalb eine weitere Vergrößerung dieser Halle von 40:12 m im kommenden Jahr vorgesehen sei. Es werden noch mehrere Rohrautomaten aufgestellt. Dadurch will die Werkeleitung eine Produktionssteigerung auf mehrere Hundert Tonnen PVC-Rohr monatlich erreichen. Obwohl bei der Fa. Anger
in drei Schichten gearbeitet
wird, kann der Bedarf an PVC-Rohren nicht gedeckt werden. Weiter geht der Weg über die Schlosserei, wo auch die Werkzeugmaschinen zugenommen haben, in die Spritzgußabteilung. Es ist eine neuangebaute Werkhalle, die man wohl als die schönste dieser Fabrikanlage bezeichnen kann. Hier flutet reichlich Tageslicht herein und die Werkleitung sorgte für eine gute Raumgestaltung, indem Decken und Wände freundliche Pastellfarben erhielten. Hier werden die Lockenwickler hergestellt, die ebenfalls den Weg in alle Welt wie Europa, Kanada, Amerika, Asien und Australien antreten. Von den hier durch Frauenhand maschinell erzeugten verschiedenfarbigen Lockenwicklern gehen
10 Prozent der Gesamtproduktion nach England.
Etwas Neues ist hier zu finden, nämlich die Herstellung der Spritzgußformstücke, die mittels eines Riesenautomaten, Duomat genannt, die Werksprache hierfür ist „Dampflok“, in einem Arbeitsgang, bloß nicht ganz so groß, soll zur Aufstellung kommen, da auch hier die Nachfrage größer ist als die Erzeugungskapazität.
Platz bis unter dem Dachboden ausgenützt
Nun geht es in den ersten Stock des Betriebes, wo Abflußrohre in Handarbeit entstehen. Es ist überdies imgesamten Fabrikationsbetrieb die einzige Abteilung, wo man keinerlei Maschinen oder Automaten vorfindet. Von hier aus geht es in die Polyäthylenabteilung, in die Geburtsklinik der Druckleitungsrohre. Hier findet man jetzt mehrere Vollautomaten, die unermüdlich das schwarze Kunststoffrohr ausstoßen. Wie überall ist man auf Rationalisierung und präzise Abwicklung des Arbeitsprogrammes bedacht, wobei jeder Quadratmeter Boden ausgenutzt wird. Ja, sogar unterm Dach dieses Fabrikgebäudes liegen Rohre zur Verabreitung in rauhen Mengen.
Damit die angelieferten Rohstoffe laufend überprüft werden können, errichtete die Firma ein eigenes Labor. Ebenso ist eine neue Dauerprüfanlage vorhanden, in der man Rohre von 20 bis zu 150 Atü prüfen kann. Neu ist ebenfalls das Konstruktionsbüro.
Soweit der Gang durch den Betrieb, der Fortschritt und Aufschwung zeigt, der aber auch zugleich vor Augen führt, welch ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor die Firma Gebr. Anger G.m.b.H. & Co. München, Werk Bogen, für den Landkreis und für das Bundesgebiet ist. Mit der Anfertigung von Plastikbrillen fing es 1954 23 Beschäftigten an; im Frühjahr 1956 kam die Rohrproduktion dazu und 1958 die Spritzgußerzeugung. Heute sind hier über 2900 Arbeiter und Angestellte sowie 100 Heimarbeiter beschäftigt. Wir konnten aber erfahren, daß der Aufbau noch weitergeht, da der Bedarf so groß ist, daß sich die Firma zu Erweiterungsbauten gezwungen sieht. Dies bedeutet, daß weitere 30 bis 50 Menschen nächstes Jahr in Bogen Arbeit finden. Der Marktanteil der Firma Gebr. Anger betrug 1958
22 Prozent des gesamten Kunststoffrohrgeschäfts
in der Bundesrepublik und mit Gewißheit kann man annehmen, daß er 1959 noch höher liegt.
Kunststoffrohe beim Atomreaktor
Vom Betriebsleiter, Dipl.Chem. Sieber, war zu erfahren, daß beim Atomreaktorenbau in München und in Berlin Anger-Kunststoff-Ablußrohre verlegt worden sind. Dies zeigt, welche Qualität die in Bogen erzeugten Rohre aufweisen, da bei derartigen Bauten nur erstklassiges material verarbeitet werden kann und darf.  Außerdem bestehen beim Atommeilerbau die schärfsten Sicherheitsbestimmungen. Wir erfuhren ferner, daß die Verbesserungen und Neuentwicklungen weitergehen. Hierfür ist eine eigene Versuchsabteilung eingerichtet, deren ausgereifte Arbeiten in Kürze in das Produktionsprogramm mit aufgenommen werden, z. B. ein neuer Lockenwicklertyp und eine neue Lockenwell-Klammer Alles dies sind Bestrebungen zur Verschönerung des natürlichen Schmuckes der Frau, des Haares, seit ca. fünf Monaten wird der „Gabo-Lock“ (Lockenklipp) und die Ueberschnapphülle für den Lockenwickler hergestellt. Das Hauptprogramm der Forschungsarbeiten liegt jedoch bei der ständigen Verbesserung der Rohrqualitäten durch Einsatz neuer Materialien und Ermittlung der Optimalen und rationellsten Fabrikationsbedingungen.
Zum Schluß noch eine Erläuterung: Be dem Namen „Gabo“ für die Erzeugnisse der Firma Anger hat keineswegs Greta Garbo Pate gestanden. Er ist eine Zusammensetzung aus den Firmennamen G ebrüder A nger Bo gen, so daß gewissrmaßen für Bogen in aller Welt Reklame gemacht wird.
Quelle: Bogener Zeitung 11.12.1959


Burschen auf dem Wege der Besinnung
Windberg.
Nach den Mädchen trafen sich an diesem Wochenende auch die Burschen in dem nun zum Kloster gehörenden Jugendheim zu einem Einkehrtag. 25 Burschen aus den verschiedenen Pfarreien des Kreises sind dem Rufe zu diesem von der Kath. Landjugend angeregten und mit Unterstützung des Kreisjugendringes durchgeführten Einkehr- und Schulungstag gefolgt. Diese 25 Burschen, die ersten, die sich zu einem besinnlichen Wochenende trafen, bereuten ihr Kommen nicht; war doch die Unterbringung im Jugendheim vorzüglich und das Essen aus der Klosterküche gut und reichlich. Außerdem wurden für die Arbeit in den Gruppen und vor allem für eine katholische Persönlichkeitsgestaltung eine Fülle von Anregungen gegeben.
Der Samstag galt vor allem der Selbstbesinnung und der Selbsterkenntnis. In den Vorträgen wurden Weisungen zur Gewissensprüfung und zum richtigen Verstehen der Beichte gegeben. Mit der gemeinsamen Kommunionmesse im Kapitelsaal des Klosters begann der Sonntag. Es war eine Freude, dem kräftigen Gebet und Gesang der Burschen, durch das stille Kloster hallend, zu lauschen. Der erste Vortrag behandelte das Jahresthema der kathol. Jugend; „Brot für das Leben der Welt“, Erziehung zum rechten Verständnis der Eucharistie. In zwei weiteren Vorträgen ging es um das große Uebel unserer Zeit, die Vermassung; „Christus im Leben des jungen Christen“ und „Vermassung oder christliche Selbständigkeit“ waren die Themen. Der Abschlußvortrag brachte Anregungen für die Arbeit in den Gruppen und behandelte die Jahresaufgabe: „Sonntagsheiligung“. Die Vorträge gehgalten von den H. Patres vom Kloster und Dekanatsjugendseelsorger Pickl (bogen), waren äußerste wertvoll für die jungen Burschen. Es ist geplant, diese Einkehrtage im Frühjahr, in der Fastenzeit, zu wiederholen.
Quelle: Bogener Zeitung 16.12.1959


Weihnachtliche Spiele der Schulkinder
Hunderdorf.
Wieder einmalerwies die große Pausenhalle im neuen Schulhaus ihre vielseitige Verwendbarkeit, als am Sonntag nachmittag die Schulkinder für die Bevölkerung ein Weihnachtsspiel aufführten. Als Bühne und für Zuschauer reichte die Halle aus. Auch vom Gang des 1. Stockwerkes aus hatte man noch einen guten Blick auf die Bühne.
Der Einladung des Schulleiters Rektor Hösl waren viele Eltern gefolgt. Viele Kinder aus allen Klassen haben sich mit ihren Lehrkräften bemüht, den Eltern für einige Stunden eine frohe und besinnliche Weihnachtsfeier zu bereiten. Wenn der Zeitpunkt etwas früh angesetzt war, dann deswegen, um nicht mit den „Weihnachtsfeiern“ von Vereinen gleichzeitig auftreten zu müssen.
Die Kinder der Unterstufe spielten sodann ein vorweihnachtliches Spiel, in dem zwei kleine Kinder schon vorwitzig die Weihnachtskiste öffneten und damit eine große Überraschung erlebten. Die für das fest verpackten Heinzelmännchen, Wichtel, Engel und Püppchen wurden lebendig und führten einen lustigen Reigen nach dem andern auf. Da packte die beiden Neugierigen doch eine späte Reue und sie fürchteten, zu Weihnachten leer auszugehen. Schließlich endete das Spiel aber doch noch zu ihren Gunsten und sie brauchten auf ihre Geschenke nicht zu verzichten.
Die Schüler der Oberstufe warteten mit dem Krippenspiel „Der Stern überm Stall“ auf und stellten das Geschehen der Heiligen Nacht in einigen Bildern dar. Besonders beeindruckte dabei Herodes, der in seinem Haß auf das neugeborene Gotteskind nicht vor dem grausamen Kindermord in Bethlehem zurückschreckte. Als er seine ungeheure Tat einsieht, überwältigt ihn selbst das Grauen über seine böse Tat.
Die Zuschauer spendeten nicht nur den Kleinen für ihr Spiel viel Beifall, sondern füllten mit ihren freiwilligen Beiträgen auch die Schulkasse etwas auf.
Quelle: Bogener Zeitung 16.12.1959


Neue Motorspritze wird geweiht
Hunderdorf.
Am Sonntag kann die FFW einen großen Tag begehen. Neben der Weihe der neuen Motorspritze werden an zwei Einsatzgruppen die Leistungsabzeichen verteilt. Um 13.30 Uhr sammeln sich die Feuerwehrmänner vor dem Feuerhaus. Nach dem Gottesdienst findet gegen 14.45 Uhr die kirchliche Weihe der neuen Motorspritze statt. Anschließend wird Kreisbrandinspektor Baier im Gasthaus Baier die Verleihung der Leistungsabzeichen vornehmen.
Quelle: Bogener Zeitung 17.12.1959


25 000 DM Brandschaden in der Töpferei
Schneller Einsatz der Feuerwehren verhinderten Totaschaden

Hunderdorf. In der Töpferei Feldmeier im Ortsteil Thannanger brach gestern Mittwoch früh gegen 2 Uhr ein Brand aus, dessen Ursache wahrscheinlich beim Brennofen der Töpferei zu suchen ist. Das Anwesen fiel dem roten Hahn zum Teil zum Opfer, da die Löschwasserversorgung sich außerordentlich schwierig gestaltete.
Nur dem schnellen Einsatz der Feuerwehren aus Hunderdorf, Steinburg, Bogen, Gaishausen, Windberg und Straubing war es zu verdanken, daß es zu keinem Totalschaden kam. Die Löscharbeiten gestalteten sich besonders schwierig, da das Löschwasser aus dem ca. 400 Meter entfernten Bach entnommen werden mußte. Mehrere Motorspritzen mußten hintereinander geschaltet werden. Da die Töpferei unmittelbar mit dem Wohnhaus, dem Stall und dem Geräteschuppen verbunden ist, bestand große Gefahr für das gesamte Anwesen. Den Feuerwehren gelang es schließlich, bis zum Morgen den Brand einzudämmen. Die Töpferei, der Trockenraum sowie der Ofenwurden fast vollständig vernichtet, das Wohnhaus brannte im oberen Stockwerk zum Teil aus. Der Gesamtschaden wird auf 20 000 bis 25 000 DM geschätzt.
Quelle: Bogener Zeitung 17.12.1959


Hunderdorf. (Vom Trachtenverein) Am Samstag findet um 19 Uhr im Gasthaus Baier eine Ausschußsitzung des Trachtenvereins statt. Ab 20 Uhr treffen sich dann alle Mitglieder zu einem Vereinsabend. Um rege Beteiligung aller Mitglieder wird ersucht.
Quelle: Bogener Zeitung 19.12.1959


Neue Hunderdorfer Motorspritze geweiht
Verleihung des Leistungsabzeichens an zwei Löschgruppen
Kommandant Härtenberger schuf leistungsfähige Wehr

Hunderdorf. Man darf wohl ohne Uebertreibung sagen, daß die FFW Hunderdorf gegenwärtig den höchsten Leistungsstand seit ihrem Bestehen erreicht hat. Diese Behauptung rechtfertigen zwei Umstände. Die am Sonntag Anlaß zu einer besonderen Feier gaben: Die Weihe und Uebergabe der neuen Motorspritze an die Feuerwehr und die Tatsache, daß zwei Löschgruppen das Leistungsabzeichen des Landesamtes für Feuerschutz überreicht werden konnte. Kommandant Härtenberger und sein Stellvertreter X, Anleitner haben mit ihren Männern in vorbildlichem Einsatz die Wehr zu einem leistungsfähigen Instrument gemacht, das erst beim letzten Brand in Thannanger seine schnelle und zuverlässige Einsatzbereitschaft bewies.
Die Männer der FFW und viele Zuschauer hatten sich am Sonntag nachmittag vor dem Feuerhaus eingefunden, als Kommandant Härtenberger in kurzen Worten die Notwendigkeit der Neuanschaffung einer leistungsfähigen Motorspritze aufzeigte und H. Dekan Kiermaier bat, die kirchliche Weihe vorzunehmen.
Der Pfarrherr führte in seiner kurzen Ansprache vor der Segnung aus, daß der Weihe ein doppelter Sinn zugrunde liegt. Es möchte der Herr verhüten, daß Feuer dem Menschen zum Schaden werde und daß alle Männer der FFW, die einmal an diesem Gerät zum Wohle der Menschen im Einsatz stehen, vor Unglück verschont bleiben möchten. Zu hoffen ist, daß die neue Motorspritze im Interesse aller möglichst selten zu Einsatz kommt.
Die offizielle Uebergabe der Spritze an die Feuerwehr wurde sodann in Abwesenheit des Erste Bürgermeisters vom Zweiten Bürgermeister Maier durchgeführt. Er ob in seinen Worten an die Wehr die Unbeirrbarkeit des Kommandanten Härtenberger hervor, der unablässig drängte, eine neue Motorspritze anzuschaffen, nachdem das alte Gerät, dem ein Fabrikfehler anhaftete, dauernd Mängel beim Einsatz gab. Die Wehr selbst habe aber auch gezeigt, daß sie dieser neuen Anschaffung durchaus würdig sei. Sie habe in unermüdlichen Eifer gerade in den letzten Monaten die Einsatzbereitschaft durch viele Uebungen verbessert. Wenn heute eine Feuerschutzabgabe von allen verlangt wird, die nicht Angehörige der Wehr sind, so sei da noch lange kein Ausgleich für die vielen Stunden, die der Feuerwehrmann für seine Uebungen opfert, für die abgenutzte Kleidung und den gefährlichen Einsatz im Ernstfall selbst. Die Gemeinde Hunderdorf blicke daher mit Stolz auf seine junge Wehr, die sich einer wirklich gründlichen Ausbildung unterzogen hat.
Anschließend verlieh Kreisbrandinspektor Baier folhenden Wehrmännern das Leistungsabzeichen: Karl Härtenberger, Xaver Anleituner, Xaver Hagn, Otto Weinzierl, Otto Schlecht, X. Baier, Josef Schröttinger, Jakob Miedaner, Rudolf Bugl, Hans Spranger, Alois Beck, Fritz Eichmeier, Karl Zollner, Rudolf Höpfl, Georg Baier, Anton Wanninger, Josef Drechsler, Max Plötz. Das Leistungsabzeichen stellt an die Gruppe hohe Anforderungen. Innerhalb von 160 Sek. muß die Mannschaft einen vollkommenen Gruppenaufbau machen und zum Einsatz bereit sein. Diese harte Schulung gewährt sich aber im Ernstfall, wie das gerade in Hunderdorf schon beweisen wurde. KBI Baier führte aus, daß es heute unbedingt notwendig sei, daß auch die Ortsfeuerwehren gut ausgerüstet und einsatzbereit sind, da sie ja ihrer Lage entsprechend die ersten seien, die im Notfall das Feuer zu bekämpfen haben. Die neue Motorspritze werde dazu beitragen, den Einsatz zu beschleunigen. Die Mittel für ihre Anschaffung wurden wie folgt aufgebracht: Staat 980 DM, Kreis 500 DM, Brandversicherung 150 DM, Feuerwehrverein 200 DM, Gemeinde ca. 2000 DM.
Kommandant Härtenberger oblag es sodann, allen, die an der Anschaffung der neuen Spritze beteiligt waren, zu danken und zu bitten, daß sie auch weiterhin der FFW ihre Unterstützung gewähren. Sein besonderes Lob galt den Männern, die mit viel Idealismus und Opferbereitschaft weder Zeit noch Mühe gescheut haben, sich den Vorbereitungen zur Prüfung zu unterziehen.
Quelle: Bogener Zeitung 22.12.1959


Besinnliche Weihnachtsfeier der Liedertafel
Hunderdorf.
Das „Goldene Sonntag“ war bei vielen Hunderdorfern nicht als Einkaufssonntag vorgemerkt: er galt der Weihnachtsfeier des Gesangvereins im Sandbiller Saal. Mit viel Liebe und Fleiß hatte man auch heuer wieder die Vorbereitungen getroffen, um den Gästen eine besinnliche Feier zu bieten. Chor und Orchester gaben wie immer unter Leitung von Rektor Hösl ihr Bestes und schufen den würdigen Rahmen für die Darbietungen. Erfreulicherweise hörte man auch wieder den Männerchor, um den sich Herr Unkrodt angenommen hat, mit einer wesentlich verbesserten Leistung. Die Kinder warteten mit einigen Weihnachtsgedichten auf und sie taten es mit wirklich echter und teilweise rührender Hingabe. Besonderer Dank gebührt hier Frau Hormann, die sich die Mühe gemacht hatte, die Einstudierung des Krippenspiels zu übernehmen. Herr Kellner, Degernbach, überraschte die Zuhörer mit zwei Weihnachtsliedern „Brich an, o schönes Morgenlicht“ v. J. S. Bach und „Christbaum“ von P. Cornelius.
In seiner Weihnachtsansprache erinnerte Herr Höhn an die tiefere Bedeutung des Festes, die leider in unserer Wirtschaftswunderzeit so häufig im maßlosen Wünschen und Schenken gesehen wird. Dieser Verfälschung des Weihnachtsfestes entgegen zu arbeiten sei schließlich auch Zweck der Weihnachtsfeiern im Gesangverein. Die Symbole der Weihnacht: Glaube, Hoffnung und Liebe gelte es auch heute noch zu bewahren und in den Mittelpunkt des Festes zu stellen. Mit den Worten des Lieds „Heil’ge Nacht, o gieße du Himmelsfrieden in dies Herz“ ist das ausgesagt, was wir uns in dieser Stunde alle sehnlichst erwarten.
Als dann das „Stille Nacht, heilige Nacht“ aufklang, spürte man richtig, welch schönes Geschenk die Liedertafel mit diesen besinnlichen Stunden bereitet hatte.
Es war daher dem Vorstand der Sänger, Herrn Lang ein Bedürfnis allen zu danken, die sich selbstlos und bereitwillig eingesetzt hatten, um diese Feier zu ermöglichen.
Quelle: Bogener Zeitung 22.12.1959


Bürgermeister Amann zum Ehrenbürger ernannt
Wirtschaftsweg Irenzfelden – Windberg wird im nächsten Jahr fertiggestellt

Windberg. In einer gutbesuchten Gemeindebürgerversammlung am Sonntag im Gasthaus Huber in Meidendorf wurde auf Grund des Gemeinderatsbeschlusses vom 22. November dem langjährigen verdienten Bürgermeister der Gemeinde Windberg, Karl Amann, durch den Zweiten Bürgermeister Rupert Feldmeier das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde Windberg verliehen und die Urkunde überreicht.
Bürgermeister Amann ist am 5. Juni 1892 in Windberg geboren und besuchte die Volksschule seines Heimatortes. Er wurde 1913 Soldat und im Laufe des Ersten Weltkrieges zum Unteroffizier befördert. 1925 schloß er die ehe mit Franziska Schötz aus Neukirchen. Zwei Kinder, die in geordneten Verhältnissen leben, gingen aus dieser Ehe hervor. Karl Amann wurde im Juni 1945 durch die Militärregierung in Bigen als Bürgermeister der Gemeinde Windberg eingesetzt und ist seit dieser Zeit immer wieder von der Bevölkerung in seinem Amt bestätigt worden. Viele harte Jahre hat der Jubilar seit seiner Amtsübernahme durchgemacht und in uneigennütziger Weise seine Gesundheit geopfert. Gleich nach Kriegsende kamen viele Heimatvertrieben nach Windberg, die von Bürgermeister Amann untergebracht werden mußten. Da die Wasserversorgung des Dorfes Windberg unzureichend war, regte er den Wasserleitungsbau an. Mit einem Kostenaufwand von 14 000 DM wurde ein neues Feuerhaus erbaut. Der seit 70 Jahren bestehende Wunsch der Gemeindebürger, eine Verbindungsstraße von Windberg nach Meidendorf zu erhalten, wurde während der Amtszeit von Bürgermeister Amann Wirklichkeit. Das Teilstück Meidendorf – Irenzfelden wurde am 13. 11. 1958 dem Verkehr übergeben, die Reststrecke Irenzfelden – Windberg wird im kommenden Jahr fertiggestellt. – Diese Leistungen sind seit Bestehen der Gemeinde Windberg noch von keinem Bürgermeister erreicht worden, und dies mußte auch seine Gegner überzeugen, daß der von Bürgermeister Amann eingeschlagene Weg richtig war. Bürgermeister Amann dankte für die ihm zuteil gewordene Ehrung und erwähnte, daß zum Stra0enbau noch Steine im Scharwerk gefahren werden müßten. Er lobte die gute Zusammenarbeit mit seinem Stellvertreter Feldmeier, mit den Gemeinderäten, mit Gemeindeschreiber Wurm und mit Gemeindediener Grotz. – Abschließend wünschte er allen Gemeindebürgern frohe Weihnachten und ein glückliches neues Jahr.
Quelle: Bogener Zeitung 22.12.1959


Jugendrotkreuz bereitete Weihnachtsfreude
Hunderdorf.
Ein wichtiger Grundsatz im Jugendrotkreuz ist die Hilfe am Nächsten. Getreu diesem Wahlspruch sammelten die Kinder der JRK-Klassen an der Volksschule Gebrauchsgegenstände, Süßigkeiten und Geld und sandten an einen deutschen Jungen in Oberschlesien ein Paket. Es wurde auch an die Weihnachtsbescherung im Kindergarten gedacht und eine Schülergruppe überreichte der Kinderschwester allerhand Naschwerk für bedürftige Kinder. Diein der Schule durchgeführte Sammlung ergab an Sachwerten, Gebäck und Süßigkeiten einen Betrag von ca. 30 DM.
Quelle: Bogener Zeitung 24.12.1959


Weihnachtsspiel im Kindergarten
Hunderdorf.
Auch die Kleinsten waren in den letzten Wochen unter der Leitung von Sr. M. Adolphine fleißig am Werk und werden am Stefanietag um 14.30 Uhr in einer kleinen Feierstunde die „Huldigung an der Krippe“ darbringen und mit einigen Weihnachtsliedern und Versen aufwarten. Da der Raum im Kindergarten nur sehr beschränkt ist, möchten nur die Eltern der Kinder kommen, die in den Kindergarten gehen.
Quelle: Bogener Zeitung 24.12.1959


Hunderdorf. (Weihnachtsfeier) Die BRK-Ortsgruppe hält am 26. 12. um 215 Uhr im Gasthaus Sandbiller eine Weihnachtsfeier.
Quelle: Bogener Zeitung 24.12.1959


Hunderdorf. (Rentenversicherung) Die Gemeindeverwaltung macht alle Rentenversicherten darauf aufmerksam, daß bis Ablauf des Jahres 1959 noch ein wichtiger Termin in der Versicherung besteht. Ratsuchende können sich um Auskunft an die Gemeindeverwaltung wenden.
Quelle: Bogener Zeitung 28.12.1959


Rorkreuzgruppe bereitete Weihnachtsfreude
Hunderdorf.
Am Samstag beschloß die junge RK-Gruppe Hunderdorf den Reigen der Weihnachtsfeiern mit einer Bescherung im Gasthaus Sandbiller. Alle Mitglieder und viele Freunde versammelten sich um den Christbaum. Gruppenführer Ludwig Niedermeier und Frau Hofmann hatten zwölf alte und bedürftige Leute eingeladen und Weihnachtsgeschenke bereitet. Nach der Begrüßung der Gäste durch den Vorstand brachten Kinder der Mitglieder Weihnachtslieder und -gedichte und ernteten dankbaren Applaus. Nach gemeinsam gesungenen Weihnachtsliedern gab es für alle Kakao und Weihnachtsgebäck, das von den RK-Mitgliedern gespendet wurde. Vorstand Niedermeier wies darauf hin, daß die RK-Gruppe es sich zur Aufgabe gemacht habe, nicht nur Hilfe für die Verletzten und Verunglückten zu bringen, sondern allen zu helfen, die in Not geraten sind.
Quelle: Bogener Zeitung 29.12.1959


Bekommt Hunderdorf eine Arztstelle?
Tiefbrunnen soll Wasserversorgungsprobleme lösen

Hunderdorf. Wichtigster Punkt der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung am Samstag war die Trinkwasserversorgung. Von den vielen Vorschlägen muß der Bau eines Tiefbrunnens als die beste, wenn auch teuerste Lösung betrachtet werden. Vom Bayerischen Landesamt für Wasserversorgung wurden der Gemeinde sieben Angebote von Firmen unterbreitet, die Kostenvoranschläge für eine Versuchsbohrung bis 100 m Tiefe enthielten. Die Angebote bewegten sich alle zwischen 65 000 und 70 000 DM. Die Bohrung schließt jedoch das Risiko ein, daß bei einem unzureichenden Grundwasserfund die Kosten der Bohrung trotzdem von der Gemeinde getragen werden müßten. Als wahrscheinlich fündige Bohrstelle wurde von den Geologen das Landesamtes das Gebiet längs des Weges von Lindfeld nach Hofdorf bezeichnet. Es ist jedoch auch das Gelände hinter der Möbelfabrik in Richtung Au in Betracht gezogen. Eine endgültige Zusage an eine Firma konnte noch nicht gemacht werden, da sich die Gemeinde noch beim Landesamt über die Möglichkeiten der Zuschüsse und Darlehen erkundigen will. Es sollen auch die Gemeindeteile Lindfeld, Hofdorf, Thannanger, Oberhunderdorf und Eglsee an das Leitungsnetz angeschlossen werden.
Nach einem Schreiben der Krankenkasse Bogen ist die Zulassung eines weiteren Ortes für den Landkreis Bogen geplant. Da Hunderdorf als zweitgrößte Gemeinde des Landkreises und mit einem Industriebetrieb von 600 Arbeitern und Angestellten keine arztstelle besitzt, stimmte der Gemeinderat einmütig für den Erhalt dieser Arztstelle.
Quelle: Bogener Zeitung 29.12.1959


Rückblick und Vorschau an der Jahreswende
Hunderdorf.
An der Schwelle des Jahres stehend, lohnt es sich nochmal einen Blick auf jene Ereignisse des abgelaufenen Jahres zu werden, die einen erfreulichen Fortschritt in der Gemeinde bildeten, aber auch die großen Aufgaben zeigten, die ihrer noch harren. Der glanzvolle Höhepunkt des Jahres war die Einweihung und der Einzug ins neue Schulhaus, das im Lauf des Jahres nicht nur den Gemeindevätern zum Stolz – und im Hinblick auf die Kosten auch zu Sorgen – gereichte, sondern auch Lehrern und Schülern zur Freude wurde und darüber hinaus immer wieder vielbeachteter Anziehungspunkt für baulustige Gemeinden war. Neben dem Schulhausbau war die Errichtung des Kindergartens durch H. H. Geistl. Rat Kiermaier Zeugnis einer verantwortungsvollen und caritativen Einstellung in der Erziehung der Kinder.
Ein besonderes Ereignis gesellschaftlicher Art bildete die Jubiläumsfeier zum zehnjährigen Bestehen der Liedertafel Hunderdorf, das nicht weniger als 4 Gastvereine aus Bogen, Straubing, Geiselhöring und Mitterfels verschönern halfen und zu einem beachtlichen musikal. Ereignis werden ließen. Die Gründung einer Modellbaugruppe für Segelflug- und Motormodelle brachte gerade bei vielen jungen Menschen Begeisterung und Freude an dieser Beschäftigung. Die bei einem Wettbewerb erzielten Preise lassen auch hier eine günstige Weiterentwicklung erwarten.
Die dringend notwendige Neuanlage eines Friedhofes wurde von der Kirchenverwaltung mit Energie fortgeführt und da die Hauptarbeiten geschehen sind, darf mit einer Fertigstellung im kommenden Jahr gerechnet werden. Im Zusammenhang mit diesen Arbeiten ließ die Gemeinde auch vor dem Friedhof den Ausbau der Straßenkreuzung vornehmen und eine Stück Kanalisation errichten. Auch in Apoig wurde nach Aufhebung verschiedener Bahnübergänge ein neues Straßenstück gebaut, das zugleich auch neues Siedlungsgelände erschließen half. Die Übergabe einer neuen Motorspritze an die FFW war nicht nur eine notwendige Verbesserung der Einsatzkraft unserer Wehr, sie war auch Anerkennung für die harte Ausbildung für das Leistungsabzeichen, der sich die Männer unterzogen.
Neben diesen positiven Ereignissen stehen aber auch Ereignisse, die Angst und Schrecken verbreiteten. Ein Blitzschlag forderte ein junges, hoffnungsvolles Menschenleben, der Verkehrstod holte sich seine Opfer und eine Feuersbrunst verheerte die Töpferei Feldmeier. Die Hitzewelle im Spätsommer brachte eine erschreckende Wasserknappheit, neue Sorgen für die Gemeinde und schwere Bedenken der Landwirte für die Winterfütterung.
Die Aufgaben des neuen Jahres zeichnen sich vielfach schon ab und sind mehr oder weniger Folgen der Entwicklung des Ortes. Der Bau einer ausreichenden und eigenen Wasserversorgung ist unumgänglich angesichts der vielen Neubauten und des katastrophalen Wassermangels im letzten Jahr. Ein Tiefbrunnen dürfte die einzige Chance für eine ausreichende Versorgung darstellen. Bei einem günstigen Ergebnis dürfte auch für die Gemeindeteile Lindfeld, Hofdorf, Thannanger und Eglsee endlich gutes Wasser zur Verfügung stehen. Nicht weniger dringend wird die Kanalisation der Ortschaft, wenn man eine Ansammlung der Abwässer  in den offenen Gräben vermeiden will. Der Ausbau der Orts- und Gemeindestraßen wäre im Hinblick auf den augenblicklichen Zustand kein Luxus und vielleicht wird heuer der Kreis mit seinen Maschinen die versprochene Hilfe leisten. Die seit langem geplante Satzung für Hand- und Spanndienste könnte auch hier die Voraussetzung schaffen, um die Bevölkerung zur Arbeit heranzuziehen und damit die Ausgaben der Gemeinde zu verringern. Der Turnplatz unterhalb des Schulhauses bedarf ebenfalls noch einer Planierung und eines Ausbaues, wenn der Turnbetrieb reibungslos ablaufen soll. Vielleicht gibt dann diese Möglichkeit zur sportlichen Betätigung wieder Aufschwung und Lust zur Neugründung des eingegangenen Sportvereins. Leider ist auch im Aufbau der Tischtennisriege wieder eine Stagnation eingetreten, obwohl Vergleichskämpfe mit Bogen einen günstigeren Ausgang zeigten als man von der jungen Mannschaft erwarten konnte. Ein besonderes Anliegen der Gemeindeväter bildet dann auch noch die für Bogen bewilligte Arztstelle, welche für Hunderdorf dringend notwendig wäre-.
Alle Hoffnungen wird das neue Jahr sicher nicht erfüllen, noch sollte uns das nicht davon abhalten, sie herzhaft anzugehen. Gerade das Jahr 1959 hat gezeigt, daß immer wieder Hilfe kommt, wenn die finanzielle Not der Gemeinde groß ist.
Quelle: Bogener Zeitung 31.12.1959

 

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