1961# 09-10

Wer baut wo und was?
Bogen.
Beim Landratsamt sind nachstehende Baugesuche eingereicht worden: … Härtenberger Karl, Hunderdorf, Einbau eines Lufterhitzers … Bugl Otto, Hoch, Gde. Hunderdorf, Neubau einer Stallung, Silo und Jauchegrube … Obermeier Anni, Eglsee, Gde. Hunderdorf, Neubau eines Wohnhauses in Apoig …
Quelle: Bogener Zeitung, 02.09.1961


Kluge verlangt geistig offensive Außenpoltik
MdL Waldemar Kluge sprach auf Wahlversammlungen der Gesamtdeutsche Partei
Hunderdorf.
Auf zwei Versammlungen der GdP in Neukirchen und Hunderdorf machte Landtagsabgeordneter Waldemar Kluge seine Zuhörer zunächst mit der Parteiorganisation der GDP (DP-BHE) bekannt. Allein die 82 Bundes- und Landtagsabgeordneten, 11 Staatsministern und Staatssekretären, 4 stellvertretenden Ministerpräsidenten und 4 stellv. Landtagspräsidenten aus den Reihen dieser Partei dokumentieren nicht nur die große Zahl der Wähler und Anhänger, sie geben auch Zeugnis von der aktiven Mitarbeit in der Bundesrepublik.  Allerdings waren die Interessen der GdP auch immer gesamtdeutsch und aus dieser Einstellung heraus mußte sie damals auch gegen das Saarstatut Stellungbeziehen. Sie sprach sich gegen die Meinung Adenauers für den Verbleib der Saar bei Deutschland aus. Das bedeutete jedoch für die Partei den Austritt aus der Koalition. Auch die Oppositionspartei hat die GdP kontruktiv gearbeitet und weiterhin den Gesetzen und Verordnungen, die nach ihrer Meinung dem gesamten deutschen Volk von Vorteil waren, zugestimmt. Heute geht die GdP noch konform mit dem außenpolitischen Kurs des Kanzlers. Sie verlang aber eine geistig offensive Form der Außenpolitik, die auf eigener Initiative in der Frage der Wiedervereinigung beruht. Man soll hier weniger die Angebote aus dem Osten abwarten und erst dann Stellungbeziehen, oder sich allein auf die Vorschläge der westlichen Partner verlassen. Die Bundesrepublik muß als der deutsche Rechtsstaat die gesamtdeutschen Fragenbehandeln und der Welt darlegen. Daß hier nichts geschehen ist, daran sind die Parteien der CDU/CSU, SPD und FDP in gleicher Weise schuld. Die GdP lehnt den Gedanken, über Gräber in die alte Heimat zu gehen, grundsätzlich und mit aller Deutlichkeit ab; sie will aber auch für die deutsche Frage die Erfüllung des Rechtsstandpunktes und fordert nicht weniger Gerechtigkeit und freie Selbstbestimmung, wie sie etwa den afrikanischen Nationen zugebilligt wird. Aus dieser Verantwortung heraus, wird die GdP immer das mahnende Gewissen der deutschen Nation bleiben.
Innenpolitisch erstrebt die GdP einen sozialen Rechtsstaat. Die gegenwärtige soziale Gesetzgebung kann nicht als befriedigend angesehen werden. Der Ausbau unseres Schulsystems muß vorwärts getrieben werden, soll nicht eines Tages durch das qualifizierte Überangebot aus dem Osten das deutsche Bildungssystem ins Hintertreffen geraten. Aus diesem Grunde ist auch die Errichtung einer 4. Landesuniversität in Regensburg, die als Nachfolgerin der Karls-Universität in Prag große Aufgaben hätte, unbedingt anzustreben.
Als besonderes Positivum der Wahlrede darf angeführt werden, daß sich der Redner jeder Polemik gegen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und der Parteien enthielt, um damit, wie er selbst ausführte, die gegenwärtig ernste außenpolitische Situation nicht durch inneres Zerwürfnis und gehässige gegenseitige Angriffe noch trostloser zu machen.
Quelle: Bogener Zeitung, 02.09.1961


Gewerkschaft Holz
Verwaltung Hunderdorf
EINLADUNG
zur
Tanzveranstaltung
heute Samstag, 2. September im
Gasthaus Solcher, Steinburg/
Bahnhof. Wir freuen uns auf
Uhren Besuch!
Gewerkschaft Holz
Gastwirt Solcher
Quelle: Bogener Zeitung, 04.09.1961


Hunderdorf. (Gesangverein übt wieder) Morgen Dienstag werden um 20 Uhr die Übungsabende des Gesangvereins in der Gastwirtschaft Sandbiller aufgenommen. Alle aktiven Sänger werden gebeten, zu diesem ersten Abend zu erscheinen, da eine Sichtung und Auswahl des neu angeschafften Notenmaterials erfolgt.
Quelle: Bogener Zeitung, 04.09.1961


Schwerer Verkehrsunfall am Ortseingang von Hunderdorf
Fahrer schwer verletzt
Leihauto völlig demoliert
Hunderdorf.
Gestern Sonntag gegen 8 Uhr bauten am Ortseingang von Hunderdorf zwei 20jährige Bäckergehilfen einen schweren Autounfall. Der Fahrer Albert Hormann wurde dabei schwer verletzt und sein Beifahrer Willi Meindorfer erlitt leichtere Verletzungen. – Beide Insassen, die sich in Straubing einen VW-Leihwagen ausgeborgt hatten, befanden sich auf dem Weg von ihrer Arbeitsstelle in Straubing nach St. Englmar, wo sie beheimatet sind. Infolge hoher Geschwindigkeit mußte der Fahrer in der leichten Kurve vor dem Ortseingang bei Sperl stark abbremsen. Hierbei geriet der Wagen ins Schleudern, kippte um und wurde nach dem Anprall an einem Straßenbaum über die kleine Böschung gegen den Zaun des Grundstücks Sperl geschleudert. Infolge des Aufpralles flog der Fahrer durch die Windschutzscheibe und landete im hölzernen Gartenzaun, der durch die Wucht des Aufpralls zerbrochen wurde. Der Fahrer erlitt schwere Verletzungen im Gesicht und am ganzen Körper. Der Beifahrer kam glücklicherweise mit leichteren Verletzungen davon. Das Auto wurde schwer demoliert. Auch am Zaun entstand größerer Sachschaden. Die Verkehrspolizei der Großraumstation Bogen war sofort nach dem Unfall zur Stelle, da sich der Wagen der Verkehrsstreife unmittelbar hinter dem Unglückswagenbefand. Die beiden Verunglückten wurden ins Kreiskrankenhaus Bogen eingeliefert.
Quelle: Bogener Zeitung, 04.09.1961


Das Wasser ist rationiert
Hunderdorf.
Der durch die Schönwetterperiode verursachte Wassermangel zwingt den Wasserverband zu einer Beschränkung der Wasserentnahme. Bis auf weiteres kann nur in der Zeit von 5-14 Uhr der Wasserverbrauch gestattet werden, da die übrige Zeit wieder zur Auffüllung des Hochbehälters gebraucht wird. Gleichzeitig mahnt die Gemeinde alle Wasserabnehmer zu einer Einschränkung des Wasserverbrauchs und verbietet bis auf weiteres die Verwendung von Leitungswasser zum Waschend er Autos und zum Gießen des Gartens und sonstiger Grünanalgen. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß Zuwiderhandlungen strafrechtlich verfolgt werden. Angesichts des großen Wassermangels muß die Gemeinde zu dieser Maßnahme schreiten, wenn nicht die Wasserversorgung gänzlich zusammenbrechen soll. Ein Trost ist die Aussicht, daß heuer noch der Tiefbrunnen an das Leitungsnetz angeschlossen wird und dies damit der letzte „trockene“ Sommer für Hunderdorf sein dürfte.
Quelle: Bogener Zeitung, 05.09.1961


Hunderdorf. (Wieder Bücherstunden) am Sonntag findet nach dem Hauptgottesdienst zwischen 10 und 11 Uhr in der Gemeindekanzlei wieder die erste Bücherstunde nach den Ferien statt. Die Gemeindebücherei kann jetzt den Lesern 50 neue Leihbände anbieten, die besonders auch für die Jugend geeignet sind. Bücher, die vor den Ferien nichtmehr abgegeben wurden, müssen zur Vermeidung von Nachgebühren nun abgeliefert werden.
Quelle: Bogener Zeitung, 05.09.1961


Windberg. (Zur letzten Ruhe) Viele Trauergäste versammelten sich auf dem Windberger Friedhof, um Georg Kronfeldner aus Windberg die letzte Ehre zu erweisen. Dieser wurde am 11. Oktober 1888 in Au vorm Wald geboren; der Erste Weltkrieg sah ihn in Rußland und Frankreich. Am 13. Mai 1919 heiratete der Caroline Bayer von Windberg. Zum großen Schmerz der Eltern fiel ihr Sohn Ludwig 1944 in Italien. Nach kurzer Krankheit starb nun Gg. Kronfeldner, der sich allgemein wegen seines Fleißes und seiner Arbeitsamkeit und nicht zuletzt wegen seiner großen Hilfsbereitschaft großer Achtung und Hochschätzung erfreute. Pfarrprovisor Pater Ephraim übergab den Sarg der geweihten Erde und sprach für die Hinterbliebenen trostreiche Worte. Der Windberger Kirchenchor sang ein schönes Grablied.
Quelle: Bogener Zeitung, 05.09.1961


Windberg. (Gelungene Tanzveranstaltung) Die SPD lud ein und mehrere hunderte Menschen, jung und alt, kamen zum Tanzvergnügen zum Wochenende ins Gasthaus Wagner-Deschl. Bundestagskandidat Otto Wittmann wurde mit stürmischen Beifall empfangen. Er richtete freundliche Worte an die Versammelten mit dem Wunsch ihm und somit der Partei, die diesen netten Tanzabend mit dem Bundesbahntanzorchester arrangiert habe, am 17. 9. Die Stimme zu geben. Kandidat Wittmann, die Kreisräte Hofmarksrichter, Ueckermann, Unger und auch Gemeinderäte aus den Nachbargemeinden fanden noch Gelegenheit, trotz der Strapazen des Wahlkampfes sich einige Stunden im Tanze zu drehen.
Quelle: Bogener Zeitung, 06.09.1961


MdB Lermer spricht in Hunderdorf
Hunderdorf.
Auf einer Wahlversammlung der CSU wird am Freitag MdB Lermer zum Thema „Auch morgen in Freiheit leben“ sprechen. Die Versammlung findet in der Gastwirtschaft Georg Baier statt und beginnt um 20 Uhr.
Quelle: Bogener Zeitung, 06.09.1961


Straße nach Windberg wird immer schlechter
Hunderdorf.
 Es wird kaum eine Straße im Landkreis Bogen geben, die neben einer so starken Frequenz auch in so miserablem Zustand ist wie die Straße von Hunderdorf nach Windberg. Ausbesserungsarbeiten, die an dieser Straße immer wieder durch die Wegewarte der Gemeinden Hunderdorf und Windberg erfolgen, haben nur für kürzeste Zeit Nutzen; denn jeder stärkere Gewitterregen wäscht die Straße wieder aus bis auf die Rollierung. Querrinnen und Längsrinnsale verleiden jedem, der sein Fahrzeug schonen will, diesen Weg und lieber nimmt er einen großen Umweg in Kauf. Dabei führt gerade diese Straße zu einem der landschaftlich schönsten Teile des Landkreises Bogen und immer wieder sieht man Besucher, die in eigenen Wagen oder mit Omnibussen kommen, eingehüllt in Staubfahnen, mühsam den Berg hochklettern. Daneben ist diese Straße auch als Verbindungsweg zwischen den Landstraßen durch Hunderdorf und der Straße nach Persasdorf und St. Englmar äußerst wichtig. Täglich kann man eine Zahl von rund 250 Fahrzeugen, wie die letzte Zählung ergab, diese Straße passieren sehen. Schon vor einigen Monaten haben die beiden Gemeinden Hunderdorf und Windberg in einem Gesuch an den Kreistag gebeten, daß die Straße, die bisher Gemeindeweg war, vom Kreis übernommen und ausgebaut wird. Es ist bekannt, daß maßgebende Stellen in der Landkreisverwaltung dieses Vorhaben als gerechtfertigt billigen und selbst am Ausbau dieser Straße interessiert sind. Es ist zu hoffen, daß es auch die finanzielle Seite endlich zuläßt, daß man dieses miserable Stück Straße, das so oft von in- und ausländischen Besuchern des Klosters Windberg und des Vorwaldes benützt wird, so instandsetzt, daß man bei diesem Besuch nicht bedauern muß, dabei vielleicht sein Fahrzeug ruiniert zu haben.
Quelle: Bogener Zeitung, 06.09.1961


Nach Gottes hl. Willen verschied nach kurzer, schwerer Krankheit mein lieber Mann, Vater, Großvater, Bruder, Schwager, Onkel, Schwiegervater und Pate
Herr Wolfgang Preböck
Bundesbahnbeamter i. R., Kriegsteilnehmer 1914/18
Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr
und des Krieger- und Veteranenvereins
nach Empfang der hl. Sterbesakramente im Alter von 74 Jahren.
Windberg, München, Milwaukee USA, 4. September 1961
In tiefer Trauer:
Centa Preböck, geb. Wagner, Gattin
Lieselotte Hornberger mit Familie
Hilde Amann mit Familie
Beerdigung am Donnerstag, 7. September um ½ 10 Uhr in Windberg.


Quelle: Bogener Zeitung, 06.09.1961

Windberg. (Feierliche Einkleidung) Morgen wird die Prämonstratenserabtei Windberg zwei neue Novizen aufnehmen können. Im Rahmen des Konventgottesdienstes, der um 10 Uhr beginnt, findet die feierliche Einkleidung statt, die Administrator Pater Calixtus van Veghel vornehmen wird.
Quelle: Bogener Zeitung, 07.09.1961


80 Jahre alt
Meidendof.
Den 80. Geburtstag kann heute die Gastwirtsgattin Maria Grüneisl in geistiger Frische begehen, wenn sie auch körperlich nicht mehr hohe Ansprüche stellen kann. Zwölf Kindern schenkte die Mutter das Leben und sechs davon mußte sie ins Grab betten. Sechs Kinder, fünf Enkel und fünf Urenkel zählen zu ihren liebsten Gratulanten neben den Schwiegersöhnen. Der Leitspruch von Frau Grüneisl ist: „Nur der Zufriedene ist glücklich!“ – und das war sie bis heute trotz der harten Schicksalsschläge. Sie schätzt sich besonders glücklich, daß sie ihrem Lebensgefährten Anton Grüneisl, ehem. Schmiedemeister, 84 Jahre alt, noch Stütze sein kann. Das Ehepaar, das das 60. Hochzeitsjubiläum bereist hinter sich hat, ist seit langen Jahren eifriger Leser unseres Heimatblattes und wir gratulieren deshalb besonders herzlich.
Quelle: Bogener Zeitung, 07.09.1961


Wer baut wo und was?
Bogen.
 Beim Landratsamt sind folgende Baugesuche eingereicht worden: … Josef Schießl, Gaishausen, Neubau eines Kamins … Therese Kaspar, Stetten, Gde. Hunderdorf, Neubau einer Stallung …
Quelle: Bogener Zeitung, 08.09.1961


Vom Standesamt
Bogen nahm in einem Monat um 124 Personen zu
Bogen.
Das Standesamt Bogen verzeichnete im August 20 Geburten, drei Eheschließungen und sechs Todesfälle. Geburten: … Ingeborg theresia Schreiner, Steinburg … Helmut Alfons Riedl, Steinburg … Roswitha Theresia Treimer, Lintach … Rudolf Matthäus Wanninger, Windberg … Roswitha Elfriede Popp, Ehren … Todesfälle: … Georg Kronfeldner, Windberg, 725 Jahre … – Im Monat August meldeten sich 127 Personen in Bogen an und 23 ab, das bedeutet einen Zuwachs von 124.
Quelle: Bogener Zeitung, 08.09.1961


MdL Franz Sichler-Schwandorf spricht in Hunderdorf
Hunderdorf.
Heute 20 Uhr findet im Gasthaus Sandbiller eine Wahlversammlung der SPD statt, in der der Landtagsabgeordnete Frz. Sichler sprechen wird. MdL Franz Sichler ist auch Mitglied des Grenzlandausschusses des Bayerischen Landtags und als solches gerade mit den Sorgen und Nöten unseres Gebietes auf das beste vertraut. Die Bevölkerung ist zu dieser Versammlung höflich eingeladen.
Quelle: Bogener Zeitung, 08.09.1961


Windberg. (Dö gmüatlichen Waldler) Heute ist Vereinsabend mit Plattlerprobe (Hermann Mühlbauer) im Vereinslokal. Es hat sich ein Gastverein zu Besuch angemeldet. Guter Besuch erwünscht.
Quelle: Bogener Zeitung, 09.09.1961


Ehrenbürger Norbert Wurm gestorben
Windberg.
 Wie ein Lauffeuer verbreitete sich am Samstag die Kunde, daß Norbert Wurm, Gemeindesekretär und Verwalter der Raiffeisenkasse plötzlich durch einen Herzschlag verscheiden sei. Norbert Wurm erwarb sich durch seine Tätigkeit vor allem auf dem Gebiet des Obstbaues und der Heimatpflege weit über Windberg hinausgrößte Verdienste. Die Beerdigung findet morgen 9.30 Uhr in Windberg statt.
Quelle: Bogener Zeitung, 11.09.1961


Am Grabe von Wolfgang Preböck
Windberg.
Eine große Trauergemeinde stand am Donnerstag am Grabe des allseits angesehenen und beliebten Bundesbahnbeamten i. R. Wolfgang Preböck. H. Pater Friedrich übergab den Sarg der geweihten Erde, assistiert vom Windberger Ehrenbürger Pater Lambert Winters aus Holland. Preböck wurde 1887 in Sandweg, Gemeinde Windberg geboren. Im ersten Weltkrieg war er Kriegsteilnehmer in Frankreich und wurde schwer verwundet. 1921 heiratete er Kreszenz Wagner von Oberbucha. Als langjähriger Gemeindediener arbeitete er zum Wohle der Gemeinde. Er starb an den Folgen eines Gehirnschlags. Der Kirchenchor sang ein Grablied, viele Vereine legten Kränze nieder.
Quelle: Bogener Zeitung, 11.09.1961


Stets für Frieden und Sicherheit
CSU-Versammlung mit Landrat Hafner und MdB Lermer
Hunderdorf.
In einer gutbesuchten Wahlversammlung der CSU sprachen am Freitagabend Landrat Hafner und MdB Lermer in der Gastwirtschaft Baier. MdL Rainer, CSA-Kreisvorsitzender Niedermeier und der Vorsitzende der Jungen Union, Ritschl, waren ebenfalls anwesend. Karl Härtenberger begrüßte im Namen des CSU-Ortsvorsitzenden die Gäste und gab seiner Hoffnung Ausdruck, daß die junge CSU-Ortsgruppe Hunderdorf durch den Besuch der prominenten Referenten einen neuen Auftrieb erhalten möchte.
Landrat Hafner betonte, die CSU verfolge eine Politik des Friedens und der Sicherheit und wolle eine gesunde Wirtschaft und Sozialpolitik. Daß die bisherige  Regierung unter Adenauer fähig ist, diesen Kurs zu gehen, beweise nicht nur das große Ansehen, das Deutschland 16 Jahre nach dem totalen Zusammenbruch wiedererworben hat, das beweise schließlich auch die blühende Wirtschaft im Lande und der hohe Lebensstandard, der auch nicht in der „guten, alten Zeit“ erreicht wurde. Besonders ging dann Landrat Hafner auf die Aufbauarbeit innerhalb des Kreises ein und das eindrucksvolle Zahlenmaterial, das er dabei bieten konnte, zeigte von einem noch nie dagewesenen Aufschwung. Zu dieser günstigen Entwicklung trug auch der bisherige Bundestagsabgeordnete Lermer bei, der sich für die Grenzlandförderung besonders einsetzte. In ihm hatte der Landkreis Bogen stets einen tatkräftigen Fürsprecher.
MdB Lermer befaßte sich anschließend kurz mit der Lage in der Zone und erklärte, daß man dort mit Stacheldraht und Betonmauern die Unfähigkeit des Systems zu verdecken versucht. Wegen der besonnenen Haltung der Bundesregierung und des Kanzlers in der Berlin-Krise sei es nicht zu unbedachten Handlungen mit den schwerwiegendsten Folgengekommen.
Im einzelnen setzte sich der Referent noch mit der Krankenkassenreform, der Kriegsopferversorgung und den Maßnahmen für die Landwirtschaft auseinander. Die CSU habe auch vor der Wahl den Mut, weniger Wahlversprechungen zu geben. Die Erfahrungen, Erfolge und Leistungen der Bundesregierung, die den heutigen Wohlstand geschaffen haben, sprechen für sich. „Wohlstand für alle, Sicherheit und Freiheit“ seien die Richtlinien des CSU-Programms und die steigenden Erfolge der Regierungspartei bei den vorausgegangenen Wahlen haben immer wieder gezeigt, daß das deutsche Volk mit diesem Kurs zufrieden ist.
CSA-Kreisvorsitzender Niedermeier befaßte sich anschließend kurz mit dem Programm der Arbeitnehmergruppe. Die Vollbeschäftigung, die Anstrebung des Familienlohnes und die Eigentumsbildung bei den Arbeitnehmern seien die hervorstechenden Merkmale einer gesunden Sozialpolitik, wie sie durch die derzeitige Bundesregierung angestrebt und durchgeführt wurden. Diesem Streben und diesem Erfolg vertrauend, dürfe es bei der kommenden Wahl keien Zweifel geben, wem die Stimme des Arbeitnehmers gehöre. – Eine ausführliche Diskussion schloß sich den Referaten an.
Quelle: Bogener Zeitung, 11.09.1961


Heute Bürgerversammlung
Windberg.
Heute findet um 19.30 Uhr im Gasthaus Deschl in Windberg eine wichtige Bürgerversammlung statt. Auf dem Programm stehen u. a. Verbundungsstra0e Windberg – Hunderdorf, Schulhausneubau, Forsterhebung und sonstige, alle Bürger interessierende Fragen. Besonders ist zu begrüßen, daß zu dieser Versammlung Landrat Hafner und Landtagsabg. Rainer erscheinen werden.
Quelle: Bogener Zeitung, 11.09.1961


Maria Weinzierl 75 Jahre
Hunderdorf.
Heute kann Frau Maria Weinzierl ihr 75. Wiegenfest feiern. Mehr als 40 Jahre war die Jubilarin in ihrem Geschäft am ehemaligen unteren Schulhaus tätig und dadurch in der engeren und weiteren Umgebung von Hunderdorf bestens bekannt. Sie selbst, eine geborene Kronfeldner von Au vorm Wald, hatte nach dem Tod ihres Mannes im Jahre 1944 das Geschäft weitergeführt, bis es ihr Gesundheitszustand nicht mehr gestattete. Ihr Mann, Johann Weinzierl, den sie 1912 ehelichte, stammte von Autsdorf (Bogenberg), und obwohl beide aus der Landwirtschaft kamen, fanden sie sich bald in ihrem Geschäft zurecht. Von den fünf Kindern starben schon zwei in jungen Jahren. Zwei Söhne und eine Tochter werden mit ihren Angehörigen und den Enkeln das Jubelfest verschönern. Ihre ganze Liebe gilt ja den Kindern und Kindeskindern, auf deren Besuch sie sich seit Tagen schon freut. Leider stellte sich in der letzten Zeit ein Beinleiden ein, das sie mehr und mehr an das Haus fesselt. Bei ihrem sonstigen guten Allgemeinbefinden ist jedoch zu hoffen, daß sich bald wieder eine Besserung einstellt. Für ihren Lebensabend wünschen wir der Jubilarin noch recht viel Gesundheit und glückliche Tage im Kreise ihrer Angehörigen.
Quelle: Bogener Zeitung, 11.09.1961


Nach Gottes hl. Willen verscheid plötzlich und unerwartet mein lieber Mann, mein guter Vater, Großvater, Schwager und Cousin
Herr Norbert Wurm
Geschäftsführer der Raiffeisenkasse Windberg
Kriegsteilnehmer 1914/18
Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und des Kriegervereins
nach Empfang der Letzten Ölung im Alter von 63 Jahren
Windberg, Meidendorf, Straubing, Niederaichbach,
den 9. September 1961
In tiefer Trauer:
Maria Wurm, geb. Höfelschweiger, Gattin
Anna Haimerl,  Tochter
und übrige Verwandtschaft
Beerdigung am Dienstag, den 12. 9. 1961, vormittags ½ 10 Uhr vom Leichenhause aus in Windberg; anschließend Trauergottesdienst.
Quelle: Bogener Zeitung, 11.09.1961


Fatimafeier und Patrozinium
Windberg.
Heute Mittwoch versammeln sich am Wallfahrtsort Heilig Kreuz wieder viele Pilger zur Fatimafeier. Um 13.30 Uhr verläßt die Prozession Windberg und betet den Kreuzweg bis zum Kirchlein, wo dann die Marienfeier mit Predigt ist. Das Fest der Kreuzerhöhung ist das zweite Patrozinium (14. September) von Heilig Kreuz. Es wird am Sonntag wieder festlich begangen. Um 9 Uhr ist Festgottesdienst mit Predigt eines Windberger Prämonstratenserpaters. Um 14 Uhr feierliche Andacht mit Kreuzesprozession für den Frieden der Welt und für die Wiedervereinigung.
Quelle: Bogener Zeitung, 13.09.1961


Ehrenbürger Norbert Wurm beigesetzt
Die Sorgen der Waldlerbauern lagen ihm besonders am Herzen
Windberg.
Viele Trauergäste aus dem Landkreis und darüber hinaus gaben dem Ehrenbürger Wurm das letzte Geleit. Pater Norbert Backmund schilderte den Lebensweg des Verstorbenen. Wurm wurde vor 63 Jahren in Meidendorf geboren. Im ersten Weltkrieg wurde er schwer verwundet. 1926 heiratete er Maria Höfelschweiger aus Niedraibach. Seit 1929 verwaltete er die Raiffeisenkasse, seit 1934 war er Gemeindesekretär. Die Lücke, die er hinterlasse, sei kaum zu schließen. Er war ein guter Familienvater; allseits beliebt und angesehen nicht zuletzt wegen seiner nimmermüden Hilfsbereitschaft.
Mit bewegten Worten verabschiedete sich nach dem Lied des Kirchenchores Bürgermeister Anton Kittenhofer von seinem Freund und Mitarbeiter: „Einen Wurm Bertl bekommen wir nicht mehr“. Er dankte für die Hilfe und Arbeit, die der Verstorbene während der dreißig Jahre als Gemeindekassier und Sekretär leistete.
„Er war einer unserer Besten, ein guter Freund, auf den Verlaß war“ betonte Landrat Hafner in seiner Ansprache. Er wies vor allem auf die Verdienste hin, die sich Herr Wurm um den Landkreis erwarb, um die Pflege edes Obstbaus, bei der Elektrifizierung, der Wasserbeschaffung, dem Straßenbau und vor allem durch die Arbeit im Raiffeisenverein. Die Errichtung der Obstkelterei, der einzigen aller Raiffeisenvereine des Kreises. Sei eine seiner größten Leistungen für den Kreis, abgesehen von der Errichtung des großen Lagerhauses in Windberg. Sein nimmermüder Fleiß habe seine Gesundheit vorzeitig untergraben. Er habe den Landkreis wirtschaftlich und kulturell gefördert. Abschließend dankte Landrat Hafner dem Verstorbenen für die langjährige Freundschaft.
Ein angeborenes Gefühl der Hilfsbereitschaft und Fürsorge bezeugte der Bezirksrevisor Krug Herrn Wurm. Die Raiffeisenkasse Windberg verdanke ihre heutige Bedeutung allein ihm. Weiter sprachen noch am offenen Grab ein Vertreter der Baywa. Letzte Grüße überbrachten ferner der Windberger Raiffeisenverband, die Dachziegelwerke Bogen, der Obst- und Gartenbauverein, die Feuerwehr, der VdK und der Veteranenverein.
Die große Anteilnahme aus der Bevölkerung zeigte die große Wertschätzung: Jeder aus der Gemeinde konnte sich beim Wurm Bertl zu jeder Zeit Rat und Hilfe holen. Er erledigte ebenso schwierige Eingaben an Behörden und wie er durch seinen unbeugsamen Humor jeden wieder aufrichtete. Er war ein ehrlicher Vermittler in manchen Streitigkeiten; die Gemeinde erlitt mit dem Tode ihres Ehrenbürgers einen Verlust, der noch lange spürbar bleiben wird.
Ergreifend ist der Nachruf des Kreisverbandes für Obst- und Gartenbau: „Von der Ferne ragt ein Haus, über’s ganze Dorf hinaus …“ Diese Worte eines alten vergessenen Volksliedes muß man sich zu eigen machen, wenn man den Menschen und die Persönlichkeit des lieben Heimgegangenen in kurzen Strichen zeichnen soll. Weit über’s Dorf ragte er hinaus mit seiner Hilfsbereitschaft und Tüchtigkeit und seiner großen Wertschätzung. Das hohe Lied vom braven Mann wie vom guten Kameraden paßt gleichermaßen gut auf ihn. Dabei hat er nie den Vordergrund gesucht im Leben, immer blieb er bescheiden, war bereit zu dienen statt zu befehlen und hatte immer einen guten Rat und viel Verständnis für die Sorgen und Fehler seiner Mitmenschen. Er war nicht Bürgermeister, sondern nur Gemeindeschreiber, er war nicht Vorstand, sondern nur Rechner der Raiffeisenkasse, er war nur Geschäftsführer und helfendes Mitglied bei so vielen Dingend es privaten und des öffentlichen Lebens, – und doch wußte jeder, was er war: Er war der, der die sauere Arbeit tat bei allen Planungen und Projekten, der Streitende zu schlichten verstand und der immer nur den Weg zum Fortschritt und zur Einigkeit beschritt. Schwer lagen ihm die Schwierigkeiten und die Sorgen der heimischen Landwirtschaft am Herzen, die kleinen Waldlerbauern hatten es ihm besonders angetan. Aus dieser Sorge um die Kleinbetriebe und aus großer Naturverbundenheit war er ein Berater und Fachmann im Obst- und Gartenbau geworden. In diesem Verein war er selber Vorstand gewesen, hatte Kurse und Lehrfahrten abgehalten, veranstaltete trauliche Heimatabende und bemühte sich um die Verschönerung der Heimat. Den schweren Absatzkrisen im Obstbau trat er mit Erfolg entgegen und baute im Rahmen der Raiffeisenkasse eine heute allgemein anerkannte Kelterei. Es gibt keinen Zweifel darüber, daß ihn die Schwierigkeiten im Obstabsatz Jahre seiner Gesundheit kosteten. Über all das hinaus hatte er einen feinen Sinn für das Schöne im Leben und obwohl er tagsüber mit Kunstdünger und Baustoffen handeln mußte, so verlor er nie die Liebe zu Blumen und Blüten, zu schöner Volksmusik und zu den heimatlichen Bergen. Auf seinen großen Ausflugsfahrten gab er allen Proben seines goödenen Humors. Sein gutes Herz, das nun so früh versagte, machte ihn zum 15. Nothelfer in allen Lebensfragen. Der Nimmermüde, der im Leben keinen Feierabend kannte, ist nun zum großen Feierabend eingerückt. Der Reiseleiter von Windberg, unser aller guter Freund und Kamerad, ist uns vorausgegangen in die Ewigkeit.
Quelle: Bogener Zeitung, 14.09.1961


Materielles Los der Vernachlässigten verbessern
SPD-Landtagsabg. Franz Sichler – Schwandorf sprach in Hunderdorf
Hunderdorf.
In einer Wahlversammlung im Gasthaus Sandbiller bot die zweitgrößte Partei der Bundesrepublik ihren Anhängern Gelegenheit, sich mit ihren Zielen und Aufgaben vertraut zu machen. Ortsvorstand Schmettlach eröffnete die Versammlung. Er konnte vor allem den Landtagsabg. Franz Sichler aus Schwandorf begrüßen. Sichler ging in seinen Ausführungen auf das Programm der SPD ein und stellte in Anlehnung an die Ausführungen des Kanzlerkandidaten Willy Brandt dar, wie sehr sich bei dem Wertzuwachs in der Bundesrepublik die Kluft zwischen den Rieseneinkommen einerseits und dem Einkommen der Arbeitnehmer und Mittelständlern vergrößert hat. Der Referent wies vor allem auch darauf hin, daß bei uns die schwächeren Schichten steuerlich härter, besonders gut Situierte jedoch wesentlich milder behandelt werden als dies in anderen westlichen Ländern der Fall ist. Noch immer liege das Familieneinkommen nicht über 600 D-Mark, vielfach weit darunter. Dabei ist aber erwiesen, daß die Gewinne der großen Unternehmen doppelt so stark wachsen wie die Aufbesserung der Löhne und Gehälter. Es ist bedenklich, wenn heuet die Zahl der Millionäre in der Bundesrepublik auf weit über 10 000 angestiegen ist und sich bei einem relativ geringen Teil der Bevölkerung ein Kapital angesammelt hat, das mehr als die Hälfte des Volksvermögens ausmacht. Bedenklich stimmt dabei die Tatsache, daß in den letzten 4 Jahren die Kursgewinne der Aktiengesellschaften mehr betragen haben als die Lohn- und Gehaltssumme des ganzen Jahres 1960. Gerade diese wirtschaftlich so begünstigten Kreise gilt es mehr als bisher zu steuerlichen Veranlagungen heranzuziehen. Er zitierte in diesem Zusammenhang ein Wort von Präsident Kennedy: „Ein Staat, der nicht genügend für die schwächeren Schichten sorgt, wird auf die Dauer auch die Reichen nicht schützen können.“ Dazu könne vor allem auch eine den wirtschaftlich schwächeren Schichten gerechte Steuerpolitik führen, eine Mindestrente für alte Mitbürger von 225 DM und eine Rente von 75 Prozent des Arbeitslohnes bei Anspruch auf Altersversorgung. Sehr oft werde von der Gegenseite dieser Forderung der SPD entgegengehalten, daß diese Forderung nicht durchführbar sei und die Sozialpolitik der SPD ein Wunschtraum sei. Diese Leistungen können aber erbracht werden, wenn nicht die Erträge gemeinsamer Arbeit ausschließlich privater Bereicherung zukommen. Kreisvorsitzender Hofmarksrichter zeigte anschließend eine Farblichtbilderserie, die anläßlich der Reise von Bürgermeister Brandt durch Niederbayern gemacht wurde. Mit einer kurzen Diskussion nahm die Versammlung ihr Ende.
Quelle: Bogener Zeitung, 16.09.1961


Wer baut wo und was?
Bogen.
… Wittmann Frieda, Thannanger, Gde. Hunderdorf, Neubau einer Garage und Fenstervergrößerung am Wohnhaus …
Quelle: Bogener Zeitung, 16.09.1961


Bekommt Windberg ein neues Schulhaus?
Windberg.
Landrat Hafner und MdL Rainer plädierten sehr für einen sofortigen Bau des Schulhauses, jedoch scheint es, als ob die Windberger gar nicht anbeißen wollen, wenigstens nicht in naher Zukunft. Man Sprach von einigen Jahren „theoretioscher“ Vorarbeit und dann von der praktischen Durchführung etwa 1965.
Schon seit vielen Jahren ist die Verbindungsstraße nach Hunderdorf eine der großen Sorgenkinder der Gemeinde. Nicht minder groß sind die Probleme, die das alte, unzureichende Schulhaus aufwirft. So war es kein Wunder, daß Bürgermeister Kittenhofer im Gasthaus Deschl im überfüllten Raum eine überaus große Zahl interessierter Bürger begrüßen konnte. Zur allgemeinen Freude war auch Landrat Hafner und Landtagsabgeordneter Rainer erscheinen. Zum Gedächtnis des gerade verstorbenen Gemeindesekretärs Norbert Wurm erhoben sich alle Anwesenden von den Plätzen. Das Fehlen dieser „Seele der Gemeinde“, wie sich Landrat Hafner ausdrückte, überschattete die ganze Versammlung.
In seinem Referat befaßte sich der Landrat zuerst mit dem Problem der Straße Windberg – Hunderdorf. Die Gemeinden seien mit dem Straßenbau sehr belastet. In den letzten 10 Jahren wurden im Kreisgebiet große Anstrengungen im Straßenbau unternommen. Während in der Zeit von 1870 bis 1950 umgerechnet etwa 4,5 Millionen aufgewendet wurden, waren es in den letzten zehn Jahren 32 Millionen, die nicht zuletzt der großen Hilfe der Abgeordneten zu verdanken seien. Um die Gemeinde zu entlaste, wird der Kreis rund 20 km Gemeindestraßen übernehmen, da er seinerseits Straßen an das Land und diese Straßen an den Bund abgeben kann. Welche Straßen nun vom Kreis den Gemeinden abgenommen werden können, liege in der Entscheidung des Kreistages. In fünf bis sechs Jahren werden alle Kreisstraßen staubfrei sein. In diesem Jahr wurden im Kreis acht Straßenbaumaßnahmen durchgeführt. Es sei schon recht schwierig, die nötigen Baufirmen zu erhalten. Eine besondere Schwierigkeit bereitet die große flächenmäßige Ausdehnung des Kreisgebietes, das ferner mit 6 000 Siedlungen weit vor vergleichbaren Landkreisen stehe. Die Straße Windberg-Hunderdorf ist seit vielen Jahren besonders in dem Stück, das über Hunderdorfer Gemeindegebiet führt, untragbar. Landrat Hafner zeigte volles Verständnis für dieses Anliegen und versprach seine Unterstützung.
Bürgermeister Kittenhofer erläuterte dann die Pläne für ein neues Schulhaus. Das alte entspricht in keiner Hinsicht mehr den Anforderungen und wurde schon mehrfach beanstandet. Bisher war es aus finanziellen Gründen nicht möglich, das Projekt in Angriff zu nehmen. Die Grenzlandhilfe biete jetzt günstige Mittel, betonte Landrat Hafner; in diesem Jahr würden 7 neue Schulen vorbereitet, nach deren Fertigstellung im Landkreis die stolze Zahl von 26 neuen Schulen gebaut worden sei. Voraussetzung für den Bau ist die Bereitstellung eines Geeigneten Grundstückes – der Baustil könne von der Gemeinde bestimmt werden. Die Kosten für einen Schulsaal belaufen sich auf 80 bis 10 000 DM. Schulleiter Hammes erklärte, die jetzige Raumknappheit zwinge zum Schichtunterricht – Windberg benötigt vier Klassenzimmer. Zusammenfassend sagte Landrat Hafner, ein Schulhausbau sei jetzt für Windberg möglich; Zuschüsse könnten erreicht werden vom Bund, vom Land, vom Bezirksverband und vom Landkreis. Die Einweihung sei gegebenenfalls 1964 möglich. Ein Schulhausbau sei für die Gemeinde am dringendsten, weil die Kinder das höchste Gut der Gemeinde seien.
Quelle: Bogener Zeitung, 16.09.1961


Fatimafeier in Heilig Kreuz
Windberg.
Bei der Fatimafeier in Heilig Kreuz konnte man wieder sehen, wie sehr die Treue zur Gottesmutter in unserem gläubigen Bayernvolke wurzelt. Es ist aber ebenso erschütternd festzustellen, daß es meist einfache, ja arme Leute sind, die zu diesem Opfer bereit sind. So kamen schon mittags Wallfahrer aus drei Stunden Entfernung nach Windberg, während für die Begüterten und die in guten Stellungen, diesem Anscheine nach wenigstens, das Christentum bloß ein Mittel und ein Garant zur Erhaltung und zum Schutze des Besitzes und eigentums gilt. Auch aus Straubing stellten sich zwei Omnibusse voll Wallfahrern ein. Um ½ 2 Uhr sammelten sich die Marienverehrer in der Kirche. Dann zog die Prozession zunächst den hl. Kreuzweg betend, von Windberg nach Heilig Kreuz hinauf, wo dann die Marienfeier mit Predigt war. H. P. Norbert Backmund, dieser ausgezeichnete Vertreter Windbergs und seines Ordens, verstand es, die Gläubigen in diesen kritischen Zeiten anzueifern, daß sie ihr ganzes Vertrauen auf Maria werfen, sich an die Hilfe der Christen wenden, wodurch Heilig Kreuz zu einem Orte des Gebetes und der Buße und Sühne im Geiste von Fatima wird.
Quelle: Bogener Zeitung, 18.09.1961


Windberg. (Zwei Brautpaare) In der letzten Woche traute der Windberger Ehrenbürger Pater Lambert Winters in der Pfarrkirche Bogenberg Frl. Anna Bugl von Schwarzach und Johann Zitzelsberger, Verwalter im Kloster Windberg. Am Samstag heirateten Frl. Ingrid Sacher und Herr Hermann Paukner.
Quelle: Bogener Zeitung, 18.09.1961


76,49 Prozent für Lermer im Landkreis Bogen
Bei der gestrigen Bundestagswahl gingen 81,41 Prozent der Wähler, das sind 19 116 Wähler von 23 482, zur Wahl. Von den 18 234 gültigen Erststimmen entfielen 76,49 Prozent, das sind 13 947, auf den bisherigen Bundestagsabgeordneten Josef Lermer. 3 015 Wähler, d. h. 16,54 Prozent, gaben dem SPD-Kandidaten Otto Wittmann ihr Vertrauen. 474 Stimmen oder 2,6 Prozent entfielen auf den FDP-Kandidaten Joachim Lottmann. 464 Stimmen, d. h. 2,54 Prozent, auf den Kandidaten der GDP Waldemar Kluge, 130 Stimmen, d. h. 0,71 Prozent, auf Kurt Fricke von der DFU, 204 Stimmen, d. h. 1,12 Prozent auf die DRP und deren Kandidaten Fridolin Dirmann.
An Zweitstimmen wurden 17 529 gültige Stimmen abgegeben. Auf die CSU entfielen 13 346, d. h. 76,14 Prozent, auf die SPD 2 808 bzw. 16,92 Prozent, auf die FDP 534, dass sind 3,05 Prozent, auf die GDP 463, das sind 2,64 Prozent, auf die DFU 158, das sind 0,90 Prozent, auf die DG 17 oder 0,09 Prozent, auf die DRP 203 bzw. 1,16 Prozent. …
Steinburg: Wahlberechtigt 368, Zahl der Wähler 321, gültig 301 – 261, ungültig 20 – 60. CSU 230 – 184, SPD 46 – 48, FDP 8 – 14, GDP 7 – 6, DFU 5 – 7, DG 0 – 0, DRP 3 – 4.

Gaishausen: Wahlberechtigt 259, Zahl der Wähler 198, gültig 183 – 176, ungültig 15 – 22.
CSU 150 – 143, SPD 20 – 16, FDP 4 – 5, GDP 7 – 9, DFU 0 – 2, DG 0 – 0, DRP 1 – 1.

Hunderdorf:
Wahlberechtigt 1153, Zahl der Wähler 927, gültig 903 – 894, ungültig 24 – 33. CSU 565 – 563, SPD 275 – 267, FDP 16 – 18, GDP 23 – 22, DFU 7 – 7, DG 0 – 0, DRP 17 – 17.

Windberg: Wahlberechtigt 519, Zahl der Wähler 408, gültig 384 – 371, ungültig 24 – 37. CSU 281 – 270, SPD 60 – 54, FDP 17 – 14, GDP 15 – 16, DFU 3 – 6, DG 0 – 0, DRP 8 – 11.

Quelle: Bogener Zeitung, 18.09.1961


Fest der Kreuzerhöhung in Heilig Kreuz
Windberg.
Am Sonntag wurde das Fest Kreuzerhöhung in Heilig Kreuz feierlich begangen. Vormittags war Festgottesdienst mit Predigt. H. Pater Friedrich schilderte in ergreifenden Worten den Sinn des heiligen Kreuzes, das Kreuz im Leben des Christen, das Halt und Stütze ist und Führer zum ewigen Leben. Er schilderte auch die Entstehung der Wallfahrt zum Heil. Kreuze, die Auffindung des Heil. Kreuzes im Schwedenkrieg in Regensburg unter einem Schutthaufen und die feierliche Erhöhung in Heilig Kreuz bei Windberg. Um 14 Uhr war in Heilig Kreuz Kreuzes-Prozession, wobei der Priester nach altem Herkommen das Kreuz vorantrug. Den Rosenkranz betend zog die Prozession um den halben Berg herum. Zu den vielen Männern und Frauen hatten sich auch Mitglieder des Klosterkonvents Windberg gesellt. Möchte auch in Zukunft der Eifer anhalten für die religiösen Feiern in Heilig Kreuz!
Quelle: Bogener Zeitung, 20.09.1961


Älteste Hofdorferin ist 89 Jahre
Hunderdorf.
Die älteste Einwohnerin von Hofdorf und eine der ältesten der Gemeinde Hunderdorf, Frau Josefa Weishart, kann heute ihr 89. Wiegenfest feiern. Arbeit war ihr Lebenselexier, das sie jung und rüstig erhielt und auch heute noch würde sie gerne noch auf dem Felde mitarbeiten, wenn es ihre Gesundheit erlauben würde. Doch so nahe am Neunziger wird es schon etwas schwer und so macht sie sich eben noch im Hause nützlich, wo es geht. Vor genau 60 Jahren trat sie ein den Ehestand und im Jahre 1951, kurz vor der Feier des goldenen Hochzeitsjubiläums verlor sie ihren Ehemann, mit dem sie eine überaus glückliche Ehe geführt hatte. Von den 2 Kindern aus ihrer Ehe starb eine Tochter im Blütenalter von 20 Jahren. Das Lesen und Schreiben kann die Weishart-Mutter noch immer ohne Brille und darum soll sie auch in ihrer Heimatzeitung den Glückwunsch zu ihrem Jubeltag finden.
Quelle: Bogener Zeitung, 20.09.1961


Müller auf der Mühl-Hiasl-Mühle
Hunderdorf.
Man sieht es dem Müller Josef Hobmeier nicht an, daß er schon 85 Jahre auf dem Buckel hat. Er ist scheinbar aus jenem Holz geschnitzt, dem das Alter nicht viel anhaben kann. Noch immer geht er der Arbeit auf seinem Anwesen nach, das er mit seiner Tochter bewirtschaftet. Wenn der Feierabend kommt, dann genehmigt er sich gerne eine Halbe oder eine Maß und dazu darf die Virginia und der Schmalzler nicht fehlen, weil ihm ja sonst das Bier und der „Dischkurs“ am Stammtisch auch keine Freude machen würden. Geboren ist der Jubilar auf der Panzermühle bei Neufahrn und als er 1908 Frl. Maria Aschenbrenner heiratete, hat er die Mühl-Hiasl-Mühle in Apoig übernommen. Von den 5 Kindern aus dieser Ehe leben heute noch 2 Töchter, von denen eine das Anwesen führt, die andere in Mailand verheiratet ist. Ein Sohn blieb 1942 in Rußland. 1945 starb seine Frau, die ihm 37 Jahre eine brave Ehegefährtin war. Wenn der Müller in Apoig morgen seinen 85. Geburtstag feiern kann, dann fehlt es bestimmt nicht an zahlreichen Glückwünschen. Auch wir wollen uns mit dem Wunsch für einen schönen und gesunden Lebensabend anschließen.
Quelle: Bogener Zeitung, 20.09.1961


Wer baut wo und was?
Bogen.
Beim Landratsamt sind nachstehende Baugesuche eingereicht worden: Esterl Josef, Öd, Gde. Steinburg, Einbau einer Garage … Petzendorfer Jakob, Schafberg, Gde. Steinburg, Anbau einer Garage … Baier Josef, Hunderdorf, Neubau eines Schlachthauses …
Quelle: Bogener Zeitung, 22.09.1961


Bunter Abend
Hunderdorf.
Der Trachtenverein bringt morgen um 15 Uhr und um 20 Uhr im Gasthaus Baier einen Bunten Abend zur Aufführung. Neben den Einaktern „Lustiges Manöver“ und „Die Autoprüfung“ wird auch ein Quiz den Zuschauern Gelegenheit geben, mit ihrem Wissen zu glänzen. Die Leitung des Abends liegt bei Herrn Obl. Maier.
Quelle: Bogener Zeitung, 23.09.1961


Mühlhiasl-Prophezeiung – „gesamtdeutsche“ Wandersage?
Heute steht fest: Den Stormberger Mühlhiasl hat es nicht gegeben – Voraussagen gehen auf die „Große Weissagung“ zurück
Die düstere Prophetie des „Sehers des Waldes“, des Mühlhiasl büßt an Glaubwürdigkeit ein. Stammen die Weissagungen überhaupt von ihm? Ist die Geschichte des Mühlhiasl nur Wandersage, die vom Volke gerne aufgenommen und weitergegeben wurde? Sind der Apoiger Mühlhiasl und der Rabensteiner Matthias Stormberger identisch? Das sind die Fragen, mit denen sich Pater Norbert Backmund, Windberg, eingehend beschäftigt hat. Er kommt zu aufschlußreichen Ergebnissen.
Immer wieder tauchen im Bayerischen Wald die Prophezeiungen des „Mühlhiasl“ auf, des großen Schauers kommender Dinge, dessen Voraussagen sich über einhundertfünfzig Jahre hinweg im ostbayerischen Grenzgebirge erhalten haben. Seine originellen, mitunter drastischen und auch derben Aussprüche werden noch heute zitiert und gedeutet und geben nicht selten den Anlaß zu weiteren, zumeist düsteren Prognosen. Es fällt schwer, Dichtung und Wahrheit in den Weissagungen des „Propheten des Bayerischen Waldes“ voneinander zu unterscheiden. Man muß sich über eines im klaren sein: Vieles wird dem Mühlhiasl unterschoben, was er sicherlich nicht gesagt hat, vieles aber auch dürfte in Vergessenheit geraten sein. Der „Prophet“ selbst hat der Nachwelt keine schriftlichen Aufzeichnungen hinterlassen.
In den Vordergrund der neuen Mühlhiaslforschung ist die Suche nach der Person gerückt, die sich hinter dieser seltsamen Erscheinung des Bayerischen Waldes verbirgt, deren Voraussagen sich mehr als einhundertfünfzig Jahre lang von Mund zu Mund fortgepflanzt haben, bezweifelt, belächelt, abgelehnt, aber auch geglaubt und geschätzt, weil viele der Einzelheiten in geradezu auffallender Weise eingetreten sind. Wer war also dieser Mühlhiasl, der für sich in Anspruch nehmen kann, mit seinen Weissagungen Generationen, selbst noch unsee Gegenwart zu beschäftigen?
Zunächst stehen sich die Aufzeichnungen der Mühlhiaslforscher (Hormann-Schönau) zwei Auffassungen gegenüber: Für die Person des Mühlhiasl werden zwei Namen genannt, einmal Matthias Starnberger, (Stormberger) von Rabenstein bei Zwiesel, dann Matthias Lang von der Apoigmühle bei Hunderdorf. Nur einer von ihnen kann der Mühlhiasl sein, der „Seher des bayerischen Waldes“. Das eigenartige ist, daß die sogenannte Stormberger- und die Lang-Prophezeiung in den Einzelheiten übereinstimmen. Man hat sich diese Tatsache zunächst damit zu erklären versucht, daß sich der Stormberger in der Windberger Gegend und der Matthias Lang in der Zwieseler Gegend vorübergehend aufgehalten habe. Den neueren Forschungen nach findet sich jedoch für diese Erklärung keine Grundlage.
Von dem geheimnisvollen Matthias Stormberger wird berichtet, er sei um 1740/50 als Findelkind bei einem Sturm in Rabenstein aufgetaucht und habe sich als Waldhirte und Aschenbrenner recht und schlecht fortgebracht. Der Volksmund erzählt von ihm, daß er bei einem Kampf mit einem Bären verletzt wurde und die letzten Jahre seines Lebens zumeist hinter dem Ofen dösend und „hintersinnig“ verbracht habe. Er hätte versprochen, noch im Tode ein Zeichen zu geben. So wird weiter erzählt, der Stormberger habe dieses Zeichen auch gegeben. Bei der Überführung seines Leichnams polterte auf der Zwieseler Brücke der Sarg zu Boden und es sprang der Deckel auf. Als Todesjahr wird 1806 angegeben. Expositus Hofmann-Schönau konnte jedoch beim Studium der pfarramtlichen Matrikel auf den keinen Matthias Stormberger stoßen. Auch die Durchsicht der Sterbebücher zwischen 1800 und 1850 ließ keine Eintragung feststellen. Die die immer geheimnisvoller erscheinende Person zu erkennen gibt.
So kommt Norbert Backmund in seiner Forschung zu dem Ergebnis: Den Matthias Stormberger hat es nie gegeben!
Im Sterbebuch der Pfarrei Zwiesel ist unter dem 17. März 1828 das ableben des ehemaligen Windberger Paters, Blasius Pfeifer vermerkt, zuletzt Schloßkaplan in Rabenstein. Von dem im Alter von 81 Jahren verstorbenen Pate aus Windberg ist bekannt, daß er als Kastner, d. h. Verwalter der Einkünfte und Ausgaben des Klosters zu Windberg den Klostermüller Matthias Lang gekannt hat. Nach Auffassung von Pater Norbert ist diesem Blasius Pfeifer das Bindeglied zwischen Matthias Lang und Matthias Stormberger zu sehen. Fest steht, daß P. Blasius Pfeifer die Weissagungen des Mühlhiasl von Rabenstein aus verbreitet hat. Auch Expositus Hofmann zweifelt die Existenz eines Stormberger nicht ohne Begründung an. Er hält es aber immerhin für möglich, daß in Rabenstein ein Sonderling lebte, der manches über die Zukunft vorausgesagt hat. Möglicherweise ist P. Blasius Pfeifer aber erst dadurch veranlaßt worden, die Mühlhiaslprophezeiungen zu verbreiten.
Die Weissagungen des Mühlhiasl erscheinen erst sehr spät im „Straubinger Tagblatt“ im Druck (1923), andere handschriftliche Überlieferungen gehen in weitaus frühere Zeiten zurück und vieles von dem, was dem sicherlich mit hellseherischen Fähigkeiten ausgestatteten Mühlhiasl in den Mund gelegt wurde, findet man zur selben Zeit und fast mit gleichen Worten anderer Hellseher im Rheinland, in Westfalen, und an der Nordsee für ihren Landstrich ebenso vorausgesagt.
Nach Meinung von P. Norbert ist die Mühlhiaslprophezeiung möglicherweise eine Schilderung der Ereignisse der Napoleonzeit. Alle diese Prophezeiungen aber gingen aus die „Große Weissagung“ zurück, die durch die Jahrhunderte geistert und die in der Apokalypse des Johannes ihren Ursprung hat. Es ist durchaus möglich, daß die Mühlhiaslgeschichte eine Wandersage ist, die vom Volke gern aufgenommen und weitergetragen wurde.
Ganz im Gegensatz zu den „Propheten von Rabenstein“ bieten sich nach den Forschungsergebnissen bei Matthias Lang reichliche Ansatzpunkte, von denen aus die Person des Mühlhiasl gefaßt werden kann. Dieser Matthias Lang wurde am 16. September 1753 auf der Apoigmühle zwischen Hunderdorf und Windberg geboren. In der Eintragung des Pfarrmatrikels ist nachträglich mit Bleistift vermerkt „Mühlhiasl“. Er dürfte der eigentliche Urheber der „Mühlhiasl-Prophezeiungen“ sein. Frühere Forscher geben an, Matthias Lang wäre ein spätgeborenes Kind der Müllersleute Matthias Lang und Maria geb. Iglberger gewesen, das von den angeblich lange kinderlosen Eltern bei einer Mission in Windberg erbetet worden sei. Matthias Lang hatte jedoch sieben Geschwister, ein Bruder war Hüter in Apoig und heiratete 1789. Bereits 1778 hatte Matthias Lang die Mühle seines Vaters übernommen und er schloiß am 19. August 1788 mit der Halbbauerstochter Barbara Lorenz von Recksberg (Haselbach) den Bund fürs Leben, der mit acht Kindern gesegnet war. Matthias Lang scheint jedoch kein guter Wirtschafter gewesen zu sein. Er kaufte schlechtes wurmiges Getreide und verdarb sich das Geschäft. 1799 nahm er vom Kloster Windberg ein Darlehen von 75 Gulden auf. Obgleich er wegen seiner Armut keinen Zins zu entrichten hatte, sah er sich außerstande, jährlich fünf Gulden zurückzuzahlen. Matthias Lang mußte von der Mühle weichen. Nach einem Verkaufsbrief vom 19. Februar 1801 ging die Mühle für 3 450 Gulden an einen Müller Josef Leitl von Irlbach über, der sie nach zwei Jahren für 7 550 Gulden weiterveräußerte. Über Matthias Lang herrscht von diesem Zeitpunkt Ungewißheit, auch über die Familie. Sie scheint wir ausgelöscht zu sein. Eintragungen in den Sterberegistern naher Pfarreien wurden bisher nichtgefunden. Man nimmt an, daß es sich bei den Aussprüchen des Matthias Lang zunächst um Einzelzitate handelte, die erst später zusammengefaßt wurden und als „Prophezeiungen des Mühlhiasl“ sich fast in der ganzen Welt verbreiteten. Sicher hat Matthias Lang die außerordentliche Gabe eines Sehers gehabt; er ist damit zu einer der merkwürdigsten Persönlichkeiten des Bayerischen Waldes geworden, zum geheimnisumwitterten, legendenumrankten – Mühlhiasl.    -me-
Das Buch von P. Norbert Backmund „Hellseher schauen in die Zukunft“. Eine kritische Studie, erschienen im Poppe-Verlag Kloster Windberg bei Bogen. Preis 3,50 DM.
Quelle: Bogener Zeitung, 23.09.1961


Hunderdorf. (RK-Gruppenabend) Heute findet um 20 Uhr im Cafe´ Weinzierl ein Gruppenabend der RK-Ortsgruppe Hunderdorf statt. Die Wahl der Bereitschaftsleiterin erfolgt am Freitag um 20 Uhr bei Sandbiller.
Quelle: Bogener Zeitung, 02.10.1961


Hunderdorf. (30jähriges Berufsjubiläum) Frau Martha Hofmann konnte ihr 30jähriges Berufsjubiläum im Friseurhandwerk feiern. Seit acht Jahren führt Frau Hofmann ihren Friseursalon in Hunderdorf. Auch ihre Töchter haben diesen Beruf gewählt und die älteste Tochter Ursula hat in der vergangenen Woche ihre Gehilfenprüfung in Straubing mit der Note „sehr gut“ abgelegt. Sie wird nun im elterlichen Betrieb arbeiten.
Quelle: Bogener Zeitung, 03.10.1961


Von Standesamt Bogen
Bogen.
Im Standesamt Bogen wurden im august 31 Geburten, 4 Trauungen und 6 Todesfälle verzeichnet. Geburten: … Horst Herbert Sagstetter, Hunderdorf 138 … Josef Gmeinwieser, Stetten 74 ¼ … Werner Procksch, Hunderdorf 165 … Gestorben: Josef Maier, Lintach 90, 72 Jahre …
Quelle: Bogener Zeitung, 04.10.1961


Ausflug der FFW Hunderdorf
Hunderdorf.
Am kommenden Sonntag führt die FFW Hunderdorf ihren seit langem geplanten Herbstausflug in die Oberpfalz durch. Die Reise geht zum Kohlebergwerk in Schwandorf sowie nach Kelheim und Weltenburg. Der Fahrpreis beträgt 8.- DM, für Mitglieder ist eine Ermäßigung vorgesehen. Anmeldungen sind umgehend an Vorstand Härtenberger zu richten. Die Abfahrt erfolgt am Sonntag um 6 Uhr beim Gasthaus Baier.
Quelle: Bogener Zeitung, 04.10.1961


Hunderdorf. (Gemeinderatssitzung) Heute um 19 Uhr findet in der Gemeindekanzlei eine öffentliche Sitzung des Gemeinderats statt. Tagesordnung: Bildung eines Steuerausschusses und Bau eines Lehrerwohnhauses.
Quelle: Bogener Zeitung, 06.10.1961


Wer baut wo und was?
Beim Landratsamt sind nachstehende Baugesuche eingereicht worden: …
Quelle: Bogener Zeitung, 07.10.1961


Hunderdorf. (Auf Fasane geschossen) Von einem Jäger wurden zwei Bundeswehrangehörige beobachtet, wie sie von ihrem Dienstwagen aus auf Fasane schossen. Die Bogener Polizei führte die Ermittlungen durch.
Quelle: Bogener Zeitung, 07.10.1961


Windberg. (Neue Gottesdienstordnung) Morgen Sonntag tritt in der Pfarrkirche Windberg eine neue Ordnung für Gottesdienste in Kraft: Die Frühmesse beginnt um 7 Uhr, der Hauptgottesdienst ist um 8.30 Uhr und das Kloster feiert den Konventgottesdienst um 10 Uhr. Die Nachmittagsandacht ist weiterhin um 14 Uhr.
Quelle: Bogener Zeitung, 07.10.1961


Schwerer Diebstahl
Steinburg.
Unbekannte Täter drangen in ein alleinstehendes Anwesen bei Steinburg ein, bauten einen Dachständer mit Sicherungskasten ab und nahmen diese Sachen mit einem Satz Gewichte mit. Der Schaden beträgt 100.- DM.
Quelle: Bogener Zeitung, 07.10.1961


Bau eines Lehrerwohnhauses
Straße nach Lintach wird zum Hauptwirtschaftsweg
Hunderdorf.
Der wohl wichtigste und am ausführlichsten besprochene Punkt der Tagesordnung auf der letzten Sitzung des Gemeinderates war der Bau eines Lehrerwohnhauses. Noch vor dem Umbau der beiden alten Schulhäuser hatte Hunderdorf drei Dienstwohnungen verschiedener Ordnung zur Verfügung. Heute besteht nur mehr eine Dienstwohnung im 1. Stock der Gemeindekanzlei. Dabei wäre es erforderlich, daß die Gemeinde für zwei Drittel der am Schulort vorhandenen Planstellen Wohnungen beschafft. Im Falle Hunderdorf besteht dazu zur Zeit aber gar keine Notwendigkeit, da mehrere Lehrkräfte ein Haus besitzen, andere privat ganz gut untergebracht sind. Während eine Lehrkraft die Dienstwohnung inne hat, ist jedoch für den Schulleiter keine Dienstwohnung vorhanden. Dabei ist ihm beim Bau des neuen Schulhauses des öfteren vom Gemeinderat die Zustimmung gegeben worden, daß ein Lehrerwohnhaus erstellt wird. Nur mit dieser Zusage hat der Schulleiter damals die ihm angebotene Wohnung im 1. Stock des Kindergartens angenommen. Da diese Notlösung sich nun zu einem Dauerzustand auszuweiten droht, stellte die Schulleitung Antrag auf den Bau eines Lehrerwohnhauses. Dabei wird nicht etwa nur auf die derzeitigen Verhältnisse Rücksicht genommen, man geht zugleich von der Überlegung aus, daß sich die Änderungen in der Schulstellenbesetzung größte Schwierigkeiten mit der Unterbringung anderer Lehrkräfte ergeben würden. Bei fast allen Schulneubauten des Kreises hat man mit dem Schulhausbau zugleich einen Neubau oder Ausbau der Dienstwohnungen durchgeführt, während man das in Hunderdorf unterlassen hat.
In einem Schreiben des Landratsamtes an die Gemeinde wurde diese ersucht, nach Möglichkeit einem solchen Bau zuzustimmen. Rektor Hösl gab nach dem Beispiel von Steinburg einen Überblick über die dort durchgeführte Finanzierung des Projektes. Danach würde für die Gemeinde pro Wohneinheit jährlich etwa eine Belastung von 500 DM entstehen, da die übrigen Gelder für die anfallende Verzinsung der Darlehen und Kredite durch die Miete gedeckt würden. Zu diesen Kosten kämen noch die Unterhaltskosten und evtl. Reparaturen. Angesichts des Wertzuwachses wäre der jährliche Aufwand der Gemeinde nicht allzu hoch und nach Tilgung der Darlehen würden sich die Dienstwohnungen als rentierliche Maßnahmen erweisen. Als Grundstück für das Lehrerwohnhaus käme eine 90 Dezimal große Fläche hinter dem ehemaligen Meier-Anwesen neben der Siedlung in Frage, da dieser Platz  von der Gemeinde gekauft wurde.
Der Gemeinderat zeigte für das Problem durchaus Verständnis und im Grunde keine Abneigung gegen den Bau. Allerdings wäre man angesichts des bevorstehenden Wasserleitungsbaues und der zu erstellenden Kläranlage mit Kanalisation froh, wenn man hier eine gute Zwischenlösung finden würde. Zur Freimachung der bestehenden Dienstwohnung für den Schulleiter wurde den Lehrkräften, die sich mit der Absicht tragen, selbst ein Wohnhaus zu bauen, eine Bauparzelle von ca. 23 Dezimalen vom Gemeindegrund in Aussicht gestellt. Die Gemeinde würde sich jedoch zwei Bauparzellen für den späteren Bau eines Lehrerwohnhauses vorbehalten.
Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde die Bildung eines neuen Steuerausschusses für die Gemeinde Hunderdorf beraten. Einstimmig wurde von den Versammelten Karl Härtenberger, 2. Bürgermeister und Xaver Neumaier in den Ausschuß gewählt.
Der Wirtschaftswegebau nach Lintach war ein weiterer Verhandlungspunkt. Hier hatte die Gemeinde den Beschluß zu fassen, daß dieser als Hauptwirtschaftsweg mit einer Breite von 4,5 Metern auszubauen ist. Dieses Vorhaben, das bereits auf der Dringlichkeitsliste steht, wird voraussichtlich im nächsten Jahr projektiert und im Jahre 1963 verwirklicht. Gerade diese Baumaßnahme ist eine der dringendsten, wenn man sich die gegenwärtigen Verhältnisse auf diesem Weg vor Augen führt. Auch Landrat Hafner hat sich bereits in mehreren Sitzungen für diese Maßnahme ausgesprochen und nicht zuletzt sind es die Lintacher, die mit Recht immer wieder auf die unerträglichen Anfahrtswege hinweisen und eine Abhilfe fordern. Die Entschädigung für den Wasserwart wurde mit Wirkung vom 1. September auf 70 DM monatlich festgesetzt und beschlossen, daß bereits für die Augusteinhebung, die in den ersten Septembertagen durchgeführt wird, dieser Betrag ausgezahlt wird.
Dem Antrag der Kindergärtnerin auf einen Weihnachtszuschuß wurde stattgegeben und man wird in diesem Jahr einen Betrag von 70 DM zur Verfügung stellen.
Abschließend wurde noch die Anfrage gestellt, wer von den einreichenden Firmen den 1. Bauabschnitt  der Wasserversorgung, der den Ausbau des Tiefbrunnens und den Anschluß an die Hauptleitung vorsieht, bei der am 3. Oktober stattgefundenen Angebotseröffnung in München den günstigsten Kostenvoranschlag gemacht hat. Trotz telefonischer Rückfrage der Gemeinde beim Landesamt für Wasserversorgung konnte hier noch keine verbindliche Auskunft gegeben werden. Man rechnet damit, daß die Angebote in den nächsten Tagen bei der Gemeinde einlaufen. Erst dann kann über die Vergabe entscheiden werden. Die Arbeiten selbst sollen unmittelbar darauf in Angriff genommen werden.
Quelle: Bogener Zeitung, 10.10.1961


Brandursache ungeklärt
Steinburg.
 Gestern gegen 18 Uhr brach im Anwesen Eibauer (Wagner) gegenüber der Brauerei Berger in Steinburg ein Brand aus. Die Besitzerin, die erst im Laufe des Jahres verstorben ist, hatte das Haus an ihre Tochter vererbt. Da sich niemand im Haus befand, ist die Brandursache ungeklärt. Die rasch anrückenden Wehren aus Steinburg und der näheren Umgebung konnten nicht eingreifen, da das alte Holzhaus dem Feuer gute Nahrung bot.
Quelle: Bogener Zeitung, 10.10.1961


Steinburg. (Mit Pkw in den Straßengraben) In einer unübersichtlichen Rechtskurve geriet ein Pkw-Fahrer aus dem Landkreis Viechtach auf der Staatsstraße 2147, außerhalb der Ortschaft Mitterfels, zu weit nach Rechts neben die Fahrbahn. Der Wagen streifte einen Begrenzungsstein und geriet in den Straßengraben. Schaden: 400 DM, den die Funkstreife Bogen bei der Ermittlung des Unfalls feststellte.
Quelle: Bogener Zeitung, 10.10.1961


Vermutlich Brandstiftung
Steinburg.
Am Montag gegen 17.50 Uhr brach im Anwesen von Frau Meyer aus bisher unbekannten Gründen Feuer aus, dem, wie bereits gestern berichtet, das alte, unbewohnte Wohnhaus mit ausgebautem Stall und der Scheune zum Opfer gefallen sind. Der Brandschaden dürfte ungefähr 5 000 Mark ausmachen. Die Polizei vermutet Brandstiftung. Die Ermittlungen sind noch im Gange.
Quelle: Bogener Zeitung, 11.10.1961


Windberg. (Vom Trachtenverein) Am Samstag um 18 Uhr Generalversammlung. Anschließend Vereinsabend. Vollständiges Erscheinen ist erwünscht.
Quelle: Bogener Zeitung, 12.10.1961


Ein Jahr Fatimawallfahrt
Windberg.
Am 13. Oktiber wird es ein Jahr, daß eine Fatimafeier in der Wallfahrtskirche Heilig Kreuz bei Windberg feierlich eingeweiht wurde. Seither versammelte sich an jedem Dreizehnten eine immer größer werdende Zahl von Pilgern an der ehrwürdigen Wallfahrtsstätte. Besonders festlich  soll morgen …
Quelle: Bogener Zeitung, 12.10.1961


Hunderdorf. (Grober Unfug) Zwei Lehrlinge hängten eine Gartentür aus, montierten ein Wagenrad ab und bewarfen Passanten und ein Haus mit Steinen. Die Bogener Polizei konnte die Rowdies ermitteln und stellte Anzeige wegen groben Unfugs.
Quelle: Bogener Zeitung, 13.10.1961


Leutnant wilderte seit Ende August
Brauereibesitzer aus Steinburg lieh dem Wilderer ein Kleinkalibergewehr
Fasanen in der Kühltruhe aufbewahrt
Bogen.
(AP/Lb) Gegen zwei Offiziere und drei Stabsunteroffiziere der Bundeswehr von der Pioniereinheit in Bogen sind Ermittlungen wegen schwerer Wilddieberei im Gang. Nach Mitteilung der Landpolizei Bogen steht im Mittelpunkt der Wilderer-Affäre, über den wir bereits gestern berichtet haben, ein Leutnant, der bereits ein Geständnis abgelegt hat.
Der Leutnant war, der polizeilichen Darstellungen zufolge, verschiedentlich zum Wildern gefahren. Er hatte sich von seinen Unteroffizieren im Dienstwagen auf die Jagd fahren lassen und hatte in voller Uniform vom Dienstwagen aus auf Fasane und Rebhühner geschossen.
Ein Hauptmann der Bundeswehr ist ebenfalls in den Fall verwickelt, wie die Polizei mitteilte.
Die Ermittlungen der Landpolizei Bogen haben bis Donnerstag abend ergeben, daß der am 4. Oktober von dem Jagdaufseher Rudolf Loster auf frischer Tat ertappte 24jährige Leutnant bereits seit Ende August laufend in mindestens vier Jagdrevieren Fasanen geschossen hat. Der Leutnant fuhr in voller Uniform und im Dienstwagen, der abwechselnd von einem Feldwebel und zwei Stabsunteroffizieren gesteuert wurde. Als Jagdwaffen benutzte er ein aus gesammelten Geldern beschafftes kompanieeigenes Kleinkalibergwehr mit Zielfernrohr und ein Kleinkalibergewehr, das ihm ein Brauereibesitzer aus Steinburg zu diesem Zweck geliehen hatte. Die geschossenen Fasanen wurden zu dem Brauereibesitzer gebracht, dessen Schwester sie in ihrer Kühltruhe aufbewahrte.
Der Leutnant gab bei seiner Vernehmung durch die Polizei an, er sei von seinem Kompaniechef, einem 33jährigen Hauptmann zum Wildern angestiftet worden. Der Hauptmann bestritt dies, gab jedoch zu, daß er wiederholt Fasanen von seinem Untergebenen angenommen und auch verzehrt habe. Mehrere Unteroffiziere behaupteten, sie hätten nur „auf Befehl“ gehandelt und seien als Fahrer „eingeteilt“ worden.
Quelle: Bogener Zeitung, 13.10.1961


Meidendorf
Zum
Kirchweihtanz
im Gasthaus Grüneisl
am 15. Oktober 1961
ladet freundlichst ein.
E. Huber
Beginn 17 Uhr.
Quelle: Bogener Zeitung, 13.10.1961


Steinburg – Bahnhof
Sonntag, 15. Oktober
Kirchweihtanz
Freundlichst ladet dazu ein:
Cilli Solcher
Quelle: Bogener Zeitung, 13.10.1961


Apfelbäume blühen
Hunderdorf.
Das ungewöhnlich warme Herbstwetter hat besonders bei Apfelbäumen bewirkt, daß sich heuer noch eine zweite Blüte einstellte. So haben bei Sporrer in Lintach, bei Steineck in Ellaberg und auch bei Obermeier in Zierholz Apfelbäume ihren Blütenschmuck aufgeseteckt. Eine alte Bauernregel besagt, daß eine Herbstblüte auch einen schlimmen Winter bringt.
Quelle: Bogener Zeitung, 14.10.1961


Neues Textilgeschäft
Hunderdorf.
Das bekannte Textilgeschäft Troidl, das einige Monate in einem Notraum untergebracht war, zieht am Montag in die neuen, eigenen Verkaufsräume ein. Zwei große Schaufenster geben den Passanten Gelegenheit, die neuesten Modeangebote zu bewundern. Die Innenausstattung ist modern und si eingerichtet, daß der Kunde beim Kauf eine große und freie Auswahl hat. Mit der Eröffnung dieses neuen Geschäfts erhielt Hunderdorf eine weitere günstige Einkaufsmöglichkeit.
Quelle: Bogener Zeitung, 14.10.1961


Siedlungshäuser in neuem Kleid
Hunderdorf.
Vor wenigen Tagen ließ die Wohnungsbaugenossenschaft die Siedlungshäuser renovieren. Die verschiedenen zarten Pastelltöne geben den Wohnblöcken ein recht freundliches Aussehen. Dadurch ist auch das Gesamtbild des Ortes wieder verschönert worden.
Quelle: Bogener Zeitung, 14.10.1961


Markenautomat aufgestellt
Hunderdorf.
Lobenswert war das Entgegenkommen der Bundespost, die nun am Raiffeisenlagerhaus einen Briefmarkenautomaten angebracht hat. Dadurch wird gerade den Einwohnern im oberen Dorf so mancher Weg zur Post erspart. Auch ein neuer Briefkasten hängt nun an der gleichen Stelle. Es ist nur schade, daß daran nicht die neuen Leerungszeiten angebracht sind.
Quelle: Bogener Zeitung, 14.10.1961


Nur den Betern kann es noch gelingen …
… das Schwert ob unseren Häuptern aufzuhalten – Fatima-Jubiläum in Heilig Kreuz
Windberg.
 Seit einem Jahr pilgern an jedem Dreizehnten viele Gläubige zur Wallfahrtsstätte Heilig Kreuz bei Windberg. Am 13. Oktober 1960 war die Statue der Gottesmutter geweiht worden. Und in jedem Monat seither war es ergreifend, zu sehen, wie viele einfache und schlichte Menschen ihre Sorgen und Nöte mitbrachten auf den Berg, um sie hier im Gebet der Gottesmutter vorzutragen. Besonders festlich wurde nun am Freitag das Jubiläum begangen. Am Vormittag zelebrierte Pater Michael van der Hagen, Prior im Windberger Kloster, die Pilgermesse. Eine stattliche Prozession führte am Nachmittag der Einsiedler Frater Konrad von Windberg aus zum Kreuzberg. Hier wies Dekanats-Jugendseelsorger Pfarrer Pramps aus Perasdorf auf die Notwendigkeit des Rosenkranzgebetes angesichts der Gefahr aus dem Osten hin. „Nur den Betern kann es eigentlich noch gelingen, das Schwert ob unseren Häuptern aufzuhalten“ (Reih. Schneider). Maria habe in Fatime im Jahre der russischen Revolution den Ausweg für die Christenheit in Gebet und Buße gezeigt. Die Sorge um den Weltfrieden war auch das Thema der Predigt, die am Abend Pater Friedrich in der Windberger Pfarrkirche hielt. Die Sünde habe die Völker entzweit, das Gebet, vor allem der völkerverbindende Rosenkranz, könne sie wieder zusammenführen. Den Rosenkranz betend zog nach der Abendmesse nochmals eine Prozession mit Kerzen zur Wallfahrtskirche. Eine kurze Andacht beendete hier die festliche Jubiläumsfeier.
Quelle: Bogener Zeitung, 16.10.1961


Eine Tote, drei Schwerverletzte
Todesfahrt einer Einundzwanzigjährigen – Auf freier Strecke frontal gegen Lastzug aus Metten
Bogen.
Bei einem Verkehrsunfall zwischen Straubing und Bogen wurde, wie in einem Teil der gestrigen Ausgabe bereits berichtet, in der Nacht zum Montag die 21jährige Verkäuferin Anna Wittmann aus Lindfeld bei Hunderdorf getötet. Drei andere Insassen ihres Volkswagens erlitten schwere, lebensgefährliche Verletzungen.
Die in der Firma Spiess in Hunderdorf tätige Verkäuferin fuhr mit ihrem Volkswagen von Parksteten in Richtung Bogen. Kurz vor Lenach stieß sie, wie die polizeilichen Ermittlungen ergaben, bei hoher Geschwindigkeit mit einem entgegenkommenden Lastwagen, den der Sohn des Fuhrunternehmers Urmann aus Metten steuerte, zusammen. Wie der Fahrer des Lastzuges sagte, sei der VW etwa 50 Meter vor dem Lastzug nach links gefahren. Der Lastwagen befand sich auf der äußersten rechten Fahrbahn. Der Zusammenstoß erfolgte fast frontal und zwar so gewaltig, daß sich der VW um seine eigene Achse drehte und völlig zerschlagen in den Straßengraben geworfen wurde. Die Fahrerin war auf der Stelle tot. Ein Mitfahrer schwebt in Lebensgefahr und zwei weitere Personen wurden ebenfalls sehr schwer verletzt. Alle drei Personen wurden in das Kreiskrankenhaus Bogen eingeliefert.
Quelle: Bogener Zeitung, 17.10.1961


Infolge eines schweren Unglücksfalles wurde uns unsere liebe Tochter, unsere gute Schwester und Enkelkind
Jungfrau
Annerl Wittmann
Verkäuferin
im Blütenalter von 21 ½ Jahren, jäh aus unserer Mitte gerissen.
Lindfeld, 15. Oktober 1961
In unsagbaren Leid:
Max Wittmann, Vater
Anna Wittmann, Mutter
Max Wittmann, Bruder
Kreszenz Holzapfel, Oma
und übrige Verwandtschaft
Beerdigung am Mittwoch, vormittags 9 Uhr in Hunderdorf mit darauffolgendem Gottesdienst
Quelle: Bogener Zeitung, 17.10.1961


Nicht der Vater, sondern der Sohn und die Tochter
Steinburg.
„Es trifft nicht zu, daß der Bürgermeister von Steinburg, der zugleich Eigentümer der dortigen Brauerei ist, einem Wilderer ein Gewehr zur Verfügung gestellt hat. Gegen den Bürgermeister läuft auch kein Ermittlungsverfahren. Er hat niemals ein Gewehr besessen, er ist und war selbst auch kein Jäger“, heißt es in einer Erklärung, die uns der Bürgermeister von Steinburg Alfons Berger zukommen läßt.
Anmerkung der Redaktion: In der LB-Meldung der Deutschen Presseagentur vom 12. Oktober war berichtet worden, daß ein Brauereibesitzer aus Steinburg dem wildernden Leutnant ein Kleinkalibergewehr zu diesem Zwecke geliehen hatte. Die geschossenen Fasane wurden zu dem Brauereibesitzer gebracht, dessen Schwester sie in ihrer Kühltruhe aufbewahrte. Auch in der gestrigen AP-Meldung „Sieben Personen im Wildererskandal der Bundeswehr verwickelt“ war von einem Brauereibesitzer die Rede. Wie wir selber in der Zwischenzeit dazu erfahren konnten, obwohl die Bogener Polizei sich in diesem Falle sehr reserviert zeigte, handelt es sich nicht um den Bürgermeister Alfons Berger sen. aus Steinburg, sondern um dessen Sohn. „Seine Schwester“, die die Jagdbeute der uniformierten Jäger in einer Kühltruge aufbewahrte, ist folglich nicht die Schwester des Bürgermeisters Berger sen. sondern Tochter.
Quelle: Bogener Zeitung, 17.10.1961


Kraftfahrer zu schnell – Radlerin zu unvorsichtig
Hunderdorf.
Ein VW-Fahrer aus Elisabethszell fuhr von Steinburg her auf Hunderdorf zu. Nach Ermittlungen der Polizei dürfte die Geschwindigkeit seines Pkws nicht den getrübten Sichtverhältnissen entsprochen haben, so daß er eine entgegenkommende Radfahrerin, die nach links abbog, übersah und vor ihr nicht mehr rechtzeitig anhalten konnte. Die Radfahrerin hinwiederum hatte kein Zeichen der Richtungsänderung gegeben und hatte auch sonst ohne besondere Umsicht die Straße überquert. Das ereignete sich auf der Bo 2 am nördlichen Ortsausgang von Hunderdorf. Die Funkstreife der Bogener Polizei ermittelte und stellte Anzeichen eines Vergehens der fahrlässigen Körperverletzung (die Radfahrerin mußte verletzt ins Krankenhaus gefahren werden) sowie wegen Übertretung der Straßenverkehrsordnung. Der gesamte Schaden wurde auf 400 DM geschätzt.
Quelle: Bogener Zeitung, 18.10.1961


Ältester Windberger 93 Jahre
Windberg.
Der älteste Einwohner der Gemeinde Windberg, Herr Johann Haimerl von Gottesberg begeht heute Donnerstag sein 93. Wiegenfest. Er wurde am 19. Oktober 1868 in Steinburg geboren. Lange Jahre war er Knecht in der Gegend von Rosenheim, dann Lohnkutscher bei Klarl in Bogen. 1908 heiratete er Katharina Falter von Perasdorf; zu seinem großen Leidwesen starb diese schon im Jahre 1934. Das ganze Leben des Jubilars war ein Leben der Arbeit und der Sorge um die Angehörigen. Als 1943 der Mann seiner einzigen Tochter starb, lag auf dem 70jährigen nochmals die ganze Last des Hofes. Seinem nimmermüden Arbeitseifer beschränkte erst ein immer heftiger werdendes Asthmaleiden, die langsame Erblindung während der letzten Jahre setzte diesem dann ganz ein Ende. Aber ungebrochen ist trotz allem sein guter Humor. Seine Lieblingsbeschäftigung ist nun der Rosenkranz; zwischendurch setzt er sich gelegentlich ans Radio und dann erinnert er sich wieder der altbekannten Lieder, die man nur am Österreichischen Sender hören kann, und singt eines nach dem anderen. Sein Lebenselexier sieht Herr Haimerl darin, daß er bis vor wenigen Jahren noch jeden Tag barfuß gelaufen sei und in dem schlichten und einfachen Leben. Zu seinem Ehrentag gratulieren dem Jubilar seine Tochter, drei Enkelkinder und 10 Urenkel. Wir schließen uns ihnen an und wünschen ihm noch viele Jahre seines gesegneten Alters.
Quelle: Bogener Zeitung, 19.10.1961


Annerl Wittmann beerdigt
Hunderdorf.
Am Mittwoch vormittag wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung die am Sonntag tödlich verunglückte Verkäuferin Anna Wittmann aus Lindfeld beigesetzt. Im Blütenalter von 21 Jahren wurde das Mädchen vom Verkehrstod aus dem Leben gerissen. H. Pater Wolfgang Vos erteilte der Verstorbenen die letzten kirchlichen Segnungen. Eine große Zahl von Kränzen bezeugte das tiefe Mitgefühl der Verwandten und Bekannten für die Verblichene und die Familie Wittmann.
Quelle: Bogener Zeitung, 20.10.1961


Die Feuerwehr ist bereit
Windberg.
Dicke Rauchschwaden stiegen am Sonntag aus dem Anwesen Wurm in Meidendorf. In kürzester Zeit war die Feuerwehr zur Stelle und konnte erfolgreich eingreifen. Glücklicherweise war kein Brand ausgebrochen. Die Feuerwehren aus Windberg, Perasdorf, Hunderdorf und Obermühlbach hielten vielmehr nur eine Großübung ab. Das Brandobjekt, der Stadel im Anwesen Wurm 450 m von der Wasserstelle entfernt. Deshalb galt es, den Einsatz langer Schlauchleitungen zu erproben. Die andere praktische Aufgabe bestand darin, zu zeigen, wie Wohnhaus und Stallung wirksam vor dem Übergreifen der Flammen geschützt werden können. Die Übung erfreute sich einer regen Anteilnahme der Bevölkerung. Kreisbrandinspektor Baier – Bogen inspizierte die Übung und zeigte sich mit den Leistungen recht zufrieden. Besonders lobte er den schnellen und präzisen Aufbau der langen Leitungen. Innerhalb von 5-6 Minuten war die ganze Anlage aufgebaut und einsatzbereit. Die ganze Übung wurde vom Kommandanten der Windberger FFW, Holmer – Ried, geleitet.
Quelle: Bogener Zeitung, 24.10.1961


Nun trockenen Fußes zur Bahn
Freundliches Entgegenkommen der Bundesbahn
Hunderdorf.
Noch vor einem Jahr war angesichts des ungepflegten Vorplatzes und des unansehnlichen Bahnhofsgebäudes der Eindruck den ein Reisender der Bundesbahn von Hunderdorf bekam, nicht gerade der beste. Die ganze Anlage war und wirkte wie aus den Pionierzeiten der Waldlerbahn und konnte weder äußerlich noch seinen Räumen nach den Wünschen der reisenden entsprechen. Dieses Bild hat sich nun grundlegend geändert. Neben der Errichtung des neuen Bahnhofsgebäudes mit den modernen Betriebsräumen und dem ausreichenden Warteraum ist auch der Vorplatz und der Bahnsteig in einen ordentlichen Zustand gebracht worden. An diesem Wochenende wurden nun als Abschluß dieser Arbeiten auch der Bahnsteig und ein Teil des Bahnhofsplatzes geteert. Sicher werden diese Neuerung alle Hunderdorfer und auch die Reisenden zu schätzen wissen, da sie nun trockenen Fußes die Züge erreichen können. Die gesamte Anlage wirkt nun freundlich und sauber und sicher wird bei den nächsten Teerungsarbeiten in Hunderdorf die Gemeinde auch noch jenes Stück des Vorplatzes übernehmen, das jetzt noch vor dem Bahnhof ungeteert blieb, weil es Gemeindegrund ist.
Quelle: Bogener Zeitung, 25.10.1961


Nicht der Vater, auch nicht Sohn und Tochter nicht
Steinburg.
Zu dem Wildererskandal in Hunderdorf, in den Offiziere der Bundeswehr verwickelt sind, teilt uns der Brauereibesitzer Berger sen. mit, daß in dem dpa-Bericht die Bezeichnung „ein Brauereibesitzer aus Steinburg“ falsch war; denn der Brauereibesitzer habe noch niemals ein Gewehr besessen und konnte daher auch keines ausleihen. Der Sohn des Brauereibesitzers, der die Brauereianlagen nur pachtweise bewirtschaftet, besaß ein schlechtzielendes Kleinkalibergwehr. Der in den Berichten genannte Leutnant B. kam bei normalen Gaststättenbesuchen auch öfters in die Brauereigaststätte in Steinburg und wurde dadurch im Ort bekannt. Da nun in einem Gespräch der Sohn des Brauereibesitzers die Fehler seines Kleinkalibergewehres erwähnte, die man beim Schießen auf tote Fische auch praktisch feststellte, erbot sich Leutnant B,. das Gewehr zu reparieren und auf dem Schießstand einzuschießen. So übergab man ihm das Gewehr nach Treu und Glauben, in der Annahme, daß es gerichtet werde. Der Besitzer hätte im Traum nicht daran gedacht, daß das Gewehr zum Wildern verwendet würde. Wer würde sich auch ein Gerät von einem Bekannten reparieren lassen, wenn es ihm angetragen wird und die Arbeiten von einem Fachmann und obendrein kostenlos ausgeführt werden? Obendrein besaß der Offizier einen Waffenschein und so konnte ihm unbedenklich das Gewehr übergegen werden. Zur Mitbeteiligung der Tochter teilt uns Brauereibesitzer Berger sen. mit: „Wohl jedes Gasthaus verfügt über eine Kühlanlage. Wiederholt schon haben Dorfbewohner verderbliche Waren in der Kühltruhe aufbewahrt. In der gleichen Weise ersuchte der Offizier, ob er nicht ein Paket mit verderblicher Ware für kurze Zeit in der Kühltruhe aufbewahren könnte. Seine Bitte wurde selbstverständlich erfüllt. Die Tochter nahm das verschnürte Paket und legte es in die Kühltruhe. Es war nur ein Paket, nicht mehrere Pakete.“
Quelle: Bogener Zeitung, 26.10.1961


Straßenaufstufungen im Landkreis Bogen
Kreisstraßen werden zu Staatsstraßen, Gemeindestraßen zu Kreisstraßen umgestuft
Es gab Zuschüsse zum Feuerlöschwesen, für Straßen und Bäderbau
Bogen.
In einer Kreisausschußsitzung unterrichtete Landrat Xaver Hafner die Ausschußmitglieder …
Mit Wirkung vom 1. Januar 1962 wird nun das Land Bayern vom Landkreis Bogen folgende Straßen übernehmen:
1. Kreisstraße Bogen-Bärndorf-Hunderdorf-Steinburg; 2. Die Kreisstraße Kirchroth-Saulburg-Wiesenfelden; 3. Die Kreisstraße Stallwang-Landorf-Konzell-Landkreisgrenze Viechtach.
Nach Rücksprache mit dem Straßenbauamt Deggendorf wurde beschlossen, folgende Gemeindestraßen als Kreisstraßen zu übernehmen: 1. Seiderau-Waltendorf Fähre; 2. Staatsstraße 2147 (Venus)-Kreuzstraße; 3. Gossersdorf-Streitberg-Edenhof; 4. Ascha-Falkenfels; 5. Bruck-Weiherhäusl; 6. Apoig-Windberg-Meidendorf. – …
Der Kreisausschuß hat auch den Grundstückstauschverträgen zwischen der Bundesbahn und dem Landkreis Bogen, die anläßlich des Straßenbaues in Richtung Bärndorf-Hunderdorf erforderlich waren, zugestimmt. …
Quelle: Bogener Zeitung, 26.10.1961


Nach Gottes hl. Willen verscheid am Mittwoch unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Tante und Patin
Frau Anna Gütlhuber
Austragslandwirtswitwe
im Alter von 86 Jahren selig im Herrn.
Rammersberg, Vorderbuchberg, Scheibelsgrub, 25. Oktober 1961
In tiefer Trauer:
Albert Gütlhuber, Sohn; mit Familie
Leopold Gütlhuber, Sohn, mit Frau
Therese Schedlbauer, Tochter, mit Familie
Cäcilie Probst, Tochter, mit Familie
und übrige Verwandtschaft
Gottesdienst und Beerdigung am Freitag um 9 Uhr in Hunderdorf.
Quelle: Bogener Zeitung, 26.10.1961


Hochzeit im Reich der Gauwitzen
Au vorm Wald.
Am Dienstag verehelichte sich der Landwirt und Maurer Johann Breu von Neidau mit der Hilfsarbeiterin Anneliese Köppl von Neukirchen. Die kirchliche Trauung fand in der Pfarrkirche zu Hunderdorf statt. Am Nachmittag versammelte sich eine ansehnliche Zahl von Hochzeitsgästen im Gasthaus Max Wagner in Au vorm Wald, um mit dem Brautpaar den weltlichen Teil der Feier zu begehen. Die Hochzeitsfeier war eine echte Bauernhochzeit alten Stils. Als Hochzeitslader fungierte Bertl Altschäffl. Ihm zur Seite stand der Brautführer Alfons Meier – Brandstatt, der „Brautführerkönig“. Auch dieses Mal unterhielt er die Gäste mit seinen treffenden, originellen und vielbelachten Gstanzln. Das Paar übernimmt das landwirtschaftliche Anwesen des Bräutigams inmitten der weitläufigen Auer-Wiesen, in denen die Kibitze, im Volksmund „Gauwitzen“ genannt, ihren Standort haben. Für die weitere Zukunft dem Brautpaar alles Gute!
Quelle: Bogener Zeitung, 27.10.1961


Windberg. (Vom Trachtenverein) Morgen abend Vereinsabend mit Besprechung der Gauversammlung.
Quelle: Bogener Zeitung, 27.10.1961


Bahnhofgelände wurde geteert
Steinburg.
Während der letzten Wochen waren Eisenbahner fleißig bei der Arbeit, die große Verladestraße des Bahnhofes Steinburg zu teeren und eine Einfassung aus Granitsteinen zu errichten. Wer den Zustand der früheren Straße kannte und sie auch benützen mußte, ist der Bundesbahn sehr dankbar, daß sie hier eine Verbesserung vornahm, die den Kunden der Bundesbahn zugute kommt. Anstoß zum Ausbau wird wohl die große Verladearbeit der Fa. Nolte, Möbel, Hunderdorf gegeben haben, welche täglich viele Waggons mit erstklassigen und hochwertigen Möbeln beladen. Aber auch sonst erfreut sich der Bahnhof Steinburg eines regen Güterverkehrs, hervorgerufen durch das Verladen von Schleif- und Grubenholz, sowie durch die Lagerhäuser der näheren und weiteren Umgebung. Auch bei Fremden und Sonntagsgästen macht die neue Straße einen guten Eindruck, denn die Schlamm- und Wasserpfützen sind verschwunden. Wenngleich alle Beteiligten am Bahnhof Steinburg nun eine große Freude über die neue Straße haben, können sie noch nicht ohne einen weiteren Wunsch bleiben und das betrifft den Bahnhof selbst. Vergleichen mit den schönen Bahnhöfen in Hunderdorf und Mitterfels, stellt er einen bescheidenen, abgetragenen und unscheinbaren Mittelpunkt dar. Vielleicht wäre das Bahnhofsgebäude einer gründlichen Verschönerung wert, denn es darf angenommen werden, daß die Einnahmen der Bundesbahn beim Bahnhof Steinburg größer sind, als bei seinen schon genannten Nachbarn.
Quelle: Bogener Zeitung, 27.10.1961


Hunderdorf
Samstag, 28. Oktober und
Sonntag, 29. Oktober 1961
Letztes altes Bier
Hierzu ladet freundlichst
ein:
Familie Sandbiller
Quelle: Bogener Zeitung, 27.10.1961 


Wer baut wo und was?
Aufstellung der eingereichten Baugesuche
… Fa. Nolte GmbH., Hunderdorf, Einbau eines Kamins in die transportable Baracke … Konrad Wanninger, Apoig, Gde. Hunderdorf, Anbau des Wohnhauses …
Quelle: Bogener Zeitung, 28.10.1961


Max Köderl wurde 86 Jahre alt
Hunderdorf.
Heute Dienstag kann der Rentner Max Köderl seinen 86. Geburtstag feiern. – Schon in jungen Jahren lernte er die schwere Arbeit kennen. Mit 12 Jahren trug er Dachziegel aus dem Ziegelofen, später arbeitete er in der Tongrube in Sollach und schließlich in der Ziegelei Bärndorf. Auch beim Bau der Bahnlinie Straubing-Miltach war er dabei. Der erste Weltkrieg brachte ihm eine Verwundung an der linken Hand und eine Gasvergiftung. Das Schicksal hatte aber noch eine schwere Prüfung für ihn bereit: 1953 verlor er das Augenlicht. Trotzdem trug Max Köderl sein Geschick mit Demut und Fassung. Seit geraumer Zeit aber fesselte ihn die Altersschwäche ans Bett und sein sonst so reges Interesse an den Geschehnissen läßt nach. Unser Wunsch zu seinem Jubeltag gilt daher einer guten Besserung und einen gesunden Lebensabend.
Quelle: Bogener Zeitung, 31.10.1961


Rohrleitung und Brunnenschacht kosten 64 000 DM
1. Bauabschnitt der neuen Wasserversorgung vergeben – Ausschreibung für Maschinenanlage liegt auf – 43,7 km Gemeindewege werden katkalogisiert
Hunderdorf.
 In einer mehrstündigen Sitzung hatten am Wochenende die Gemeindeväter über wichtige Gemeindeprobleme zu beraten. Im ersten Punkt der Tagesordnung war über den Antrag einer Lehrkraft zu beraten, die um Grunderwerb auf dem von der Gemeinde angekauften Grundstück neben der Baugenossenschaftssiedlung ansuchte. Dieses ca. 90 Dezimal große Grundstück soll zur Hälfte für den Bau einer Lehrerdienstwohnung reserviert werden und zur anderen Hälfte an bauwillige Lehrer verkauft werden. Grundsätzlich stimmte die Gemeindevertretung diesem Antrag zu, doch soll vorher noch Rücksprache mit dem Kreisbauamt über die Art der Grundverteilung und Bebauung geführt werden. Als Preis wurde ein Betrag von 200 DM je Dezimal vorgeschlagen. Ein Tauschangebot mit dem sogenannten Pfarrerweiher wurde abgelehnt, da dieses Grundstück kleiner und wegen einer notwendigen Auffüllung zur Verwendung als Bauplatz kostspielig ist.
Zum Bau des 1. Abschnittes der Wasserversorgung aus dem Tiefbrunnen, der die Verlegung von ca. 1 000 m Rohrleitung zum Wasserhauptstrang in der Nähe des Gasthauses Sandbiller und den Bau des Brunnenvorschachtes vorsieht, waren mehrere Angebote eingegangen. Man entschied sich für das Angebot der Firma Riepl aus Regensburg, die den günstigsten Preis gemacht hatte.  Diese Arbeiten zum Preis von ca. 64 000 DM sollen bereits in Kürze aufgenommen werden. Anschließend an diesen Bauabschnitt soll der Einbau der Maschinenanlage erfolgen. Die Unterlagen sehen eine Unterwasserpumpe vor, die das Wasser durch die Hauptleitung zum Hochbehälter treibt. Im weiteren ist eine Schaltuhr vorgesehen, die bei Wassermangel in Betrieb genommen wird. Ein Strömungsschalter wird die Wasserzufuhr wieder unterbinden. Die Unterlagen für diese Ausschreibungen liegen in der Gemeindekanzlei auf und können dort von interessierten Firmen eingesehen werden.
Den Hauptteil der vorhandenen Zeit nahm die Beratung über den Vorentwurf zum Bestandsverzeichnis der Gemeindewege nach dem Bayerischen Wegegesetz ein. Danach sind alle sind er Gemeinde vorhandenen Wege als Ortsverbindungsstraßen, Ortsstraßen, öffentliche Feld- und Waldwege und als beschränkt öffentliche Wege zu katalogisieren. Gemeindeangestellter Höhn hatte mit Unterstützung von Bürgermeister Reiner und Kassier Pollmann dazu in langwieriger Kleinarbeit die verschiedenen Wege bezeichnet, eingestuft und dem Gemeinderat zur Beratung vorgelegt. Danach haben die 13 Ortsverbindungsstraßen eine Länge von 17,3 km, die 12 Ortstraßen von 3,4 km, die 22 öffentlichen Feld- und Waldwege 16 km und die 14 beschränkt öffentlichen Wege 7 km. Insgesamt wiesen diese Gemeindewege eine Länge von 43,7 km auf. Daraus ist zugleich ersichtlich, welch großes Wegenetz die Gemeinde zu erhalten hat. Während für die Orts- und die Ortsverbindungsstraßen jedoch die Gemeinde verantwortlich ist, haben die Anlieger an öffentlichen Feld- und Waldwegen in Zukunft selbst für die Instandsetzung dieser Wege zu sorgen. Allen Anliegern wird dazu eine entsprechende Einwilligungserklärung zugehen.
Die Frage einer Wasserringleitung, die heuer im Frühjahr schon an der Zustimmung der eingeladenen Gemeinden scheiterte, wurde wieder einmal besprochen. Die Gemeinde Hunderdorf, die diesem Projekt damals seine Zustimmung gegeben hat, kann jedoch nicht umhin, zunächst für sich selber zu sorgen. Die Vorbereitung einer eventuellen Ringleitung, die mit erheblichen Mehrkosten verbunden wäre, ist daher unter den gegebenen Umständen zur Zeit nicht möglich.
Auch im geheimen Teil der Sitzung hatte man noch längere Zeit mit Steuerfragen zu verhandeln.
Quelle: Bogener Zeitung, 31.10.1961 

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