1920

Au v. Wald, 27. Januar. (Diebstahl.) Am 25. ds. Mts. nachts wurde dem Gastwirt Joh. Wagner von hier ein noch gut erhaltenes Laufgeschirr mit Nickelbeschlag im Werte von 1000 Mark gestohlen. Vor Ankauf wird gewarnt. Sachdienliche Mitteilungen werden an die nächstliegende Gend.-Station erbeten.
Quelle: Straubinger Tagblatt 31.01.1920


Hunderdorf, 14. Febr. (Heimkehr.) Aus französischer Gefangenschaft in die Heimat zurückgekehrt ist der Fabrikarbeiter Josef Eder, Sohn des Händlers Gg. Eder dahier.
Quelle: Straubinger Tagblatt 17.02. 1920


Hunderdorf, 2. März. (Der Kriegerbund) hielt vergangenen Sonntag in der Sanbillerschen Restauration dahier seine diesjährige Generalversammlung ab, die von den Mitgliedern sehr zahlreich besucht war. Nachdem der Schriftführer des Vereins, Herr Briefträger Wölfl, den Jahresbericht erstattet hatte, trug Herr Kassier Sträußl den Rechenschaftsbericht vor. Die Einnahmen des Vereins im abgelaufenen Berichtsjahre betrugen 7020 M, die Ausgaben rund 6000 M. Der Verein errichtete im August v. Js. ein Kriegerdenkmal. Hiezu spendeten die Mitglieder durch freiwillige Gaben rund 5000 M. Nachdem verschiedene Angelegenheiten geregelt waren, wurde noch Herrn Vorstand Rothammer, sowie Herrn und Frau Kalm von Steinburg der Dank für überwiesene, größere Geldbeträge ausgesprochen. Mit Worten der Aufmunterung, stets so zahlreich wie heute bei den Veranstaltungen des Vereins oder bei Leichenbegängnissen von Mitgliedern zu erscheinen, schloß der Vorstand die Generalversammlung.
Quelle: Straubinger Tagblatt 05.03. 1920


Hunderdorf, 2. März. (Der kath. Burschenverein) versammelte heute seine Mitglieder, um an Stelle des bisherigen Vorstandes Anton Poiger, der als Oekonomieverwalter auf ein größeres Gut berufen wurde, einen anderen Vorstand zu wählen. Die Wahl fiel auf den Maschinisten Ludwig Poiger von hier. Dem bisherigen, verdienstvollen Vorstande wurde seitens des Kassiers Hans Feldmeier der Dank des Vereins ausgesprochen.
Quelle: Straubinger Tagblatt 05.03.1920


Todes-Anzeige.
Nach Gottes unerforschlichen Ratschlusse ist gestern nachmittags halb 5 Uhr unser inniggeliebter Sohn, Bruder und Neffe,
Jüngling Johann Baier,
Gastwirtssohn von Hunderdorf,
nach 18-monatlicher französischer Gefangenschaft, von der er am 14. Februar 1920 in die Heimat zurückkehrte, im Garnisonslazarett an der Grippe, die er sich in Frankreich geholt hatte, im Alter von 20 Jahren 10 Monaten nach Empfang der hl. Sterbesakramente verschieden.
Nur 9 Tage durfte er nach so langer Trennung im Elternhause verleben, nun hatte der unerbittliche Tod ihn uns für immer entrissen. Um stilles Beileid in ihrem großen Schmerze bitten
Hunderdorf, Hofdorf, den 4. März 1920
Die tieftr. Eltern: Johann und Kreszenz Baier
nebst Geschwistern und Verwandtschaft.
Die Beerdigung findet Samstag, 6. März vormittags 9 Uhr mit darauffolgendem Gottesdienste zu Hunderdorf statt. Der 7. und 30. findet am Montag, 8. März vorm. 9 Uhr dortselbst statt.
Quelle: Straubinger Tagblatt 06.03.1920


Hunderdorf, 4. März. (Auch ein Kriegsopfer.) Am 14. Februar ist der Gastwirtssohn Johann Baier von hier aus französischer Gefangenschaft zurückgekehrt, in die er im August 1918 geraten war. Nach erfolgtem Waffenstillstand mußte er im zerstörten Gebiete arbeiten. Ganz besonders schwer hat ihm aber der vergangene Winter zugesetzt. Die meiste Zeit im Wasser stehend, mußte er schwer arbeiten; ungenügende Verpflegung und ganz miserable Lagerverhältnisse legten bei dem nicht besonders kräftigen, jungen Manne den Krankheitskeim. Völlig gebrochen kam er zu den Seinigen zurück. Er glaubte mit Eintritt wärmerer Witterung Genesung zu finden. Doch schon nach einigen Tagen mußte er sich ins Garnisionslazarett nach Straubing begeben zwecks ärztlicher Behandlung. Gestern abends 5 Uhr nun ist er im Alter von 21 Jahren seinem Leiden erlegen. Die Leiche wird hierher überführt.
Quelle: Straubinger Tagblatt 07.03.1920


Hunderdorf, 20. März. (Heimkehr aus französischer Gefangenschaft.) Nunmehr sind sämtliche Krieger unserer Pfarrei die in französischer Gefangenschaft sich befanden, in die Heimat zurückgekehrt. Es sind dies: Anton Dorfner und Max Kronfeldner von Hofdorf, Georg Obermeier von Wegern, die beiden Brüder Steineck von Ellaberg, Johann Betzendorfer von Schafberg, Josef Hagn von Bauernholz, Xaver Kronfeldner von Apoig, Johann Hackl von Hoch und Johann Baier von hier. Letzterer ist nach kaum 14tägigem Hiersein an der Grippe gestorben. Insgesamt waren aus hiesiger Pfarrei 20 Kriegsteilnehmer gefangen; davon befanden sich 7 in englischer, 1 in amerikanischer und 12 in französischer Gefangenschaft. Außerdem kamen während des Krieges 4 Schwerverwundete resp. Schwerkranke (2 aus englischer und 2 aus französischer Gefangenschaft) als Austauschgefangene zurück.
Quelle: Straubinger Tagblatt 02.04.1920


Todes-Anzeige
Nach Gottes hl. Willen verschied gestern mittag 12 Uhr unsere unvergeßliche treubesorgte Gattin, Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante
Frau Theresia Kalm,
Privatiere,
nach 5jährigem, langen Leiden, öfters versehen mit den hl. Sterbesakramenten im Alter von 34 Jahren 7 Monaten selig im Herrn. Wer die Liebe und Treue zu den Ihrigen Kannte, wird unseren Schmerz zu würdigen wissen.
Um stilles Beileid und frommes Gedenken im Gebete bittet:
Eglsee, Weiden, München, Dengling, Schafberg, 10. April 1920:
Der tieftrauernde Gatte,
mit seinen 2 unmündigen Söhnen, nebst übr. Verwandtschaft.
Die Beerdigung findet Dienstag, 13. April vorm. 9 Uhr vom Hause aus mit darauffolgendem hl. Sterbegottesdienste in Hunderdorf statt.
Quelle: Straubinger Tagblatt 13.04.1920


Hunderdorf, 12. April. (Opfer des Krieges.) Nachdem jetzt die Gefangenen als aus Feindesland zurückgekehrt sind, läßt sich übersehen, was der Krieg von unserer Pfarrei an Opfern gefordert hat. Auf dem Schlachtfelde sind geblieben 59 Krieger; 3 Mann sind infolge Unglücksfalles gestorben; 2 Kriegsteilnehmer sind einige Zeit nach ihrer Entlassung resp. Rückkehr aus der Gefangenschaft an den Folgen der erlittenen Strapazen gestorben. Das sind zusammen 65 Todesopfer. Vermißt sind 7 Krieger und wird über deren Schicksal vielleicht niemals mehr Klarheit geschafft werden können. In Gefangenschaft sind geraten 23 Mann: davon kamen während des Krieges 5 als Austauschgefangene zurück. Ein Mann ist aus französischer Gefangenschaft entflohen und am 4. August v. Js. glücklich in der Heimat angekommen. Rechnet man die Vermissten zu den Toten, so betragen die Kriegsopfer in unserer Pfarrei 2,3% der Gesamtbewohnerschaft.
Quelle: Straubinger Tagblatt 14.04.1920


Hunderdorf, 10. April. (Der kath. Burschenverein) trat am Ostersonntag nach längerer Pause wieder einmal mit einem Theaterstück in die Oeffentlichkeit. Ueber die Bretter gingen: „Die Junggesellensteuer“, Schwank in 3 Aufzügen und „Da Burgamoasta von Lamplhaus’n“, Lustspiel in 3 Aufzügen. Vor dichtbesetzten Hause erledigten sich die Spieler wacker ihrer Aufgabe und ernteten auch den wohlverdienten Beifall.
Quelle: Straubinger Tagblatt 14.04.1920


Hunderdorf, 18 Mai. (Einbruchdiebstahl.) Bei dem Oekonomen Rupert Zwickenpflug wurde gestern nachmittags 4 Uhr eingebrochen. Der Dieb entwendete aus dem im Wohnzimmer befindlichen Kleiderkasten mehrere Männerkleider und etliche hundert Mark Bargeld. Zwickenpflug befand sich um diese Zeit nur einige Minuten vom Wohnhause entfernt bei der Arbeit. Die Polizei wurde sofort verständigt und ist dem Täter bereist auf der Spur.
Quelle: Straubinger Tagblatt 21.05.1920


Hunderdorf, 29. Mai. (Einbruchdiebstahl.) Bei dem Oekonomen Lukas Feldmeier in Apoig wurde zu einer Zeit, da niemand zu Hause war, eingebrochen; die Diebe durchsuchten alle Kästen und nahmen sämtliche, der kürzlich verstorbenen Frau gehörige Schmucksachen und außerdem 900 M Geld mit. Die Täter sind unbekannt.
Quelle: Straubinger Tagblatt 01.06.1920


Hunderdorf, 14. Juli. (Ein Veteran von 1866 und 1870/71), der weit und breit bekannte Privatier Herr Jakob Schneider von Apoig, früher Austragsbauer von Röhrnau, verschied vorgestern nach längerer Krankheit. Er war ein Mann von echtem Schrot und Korn. Im Feldzuge1870/71 wurde er schwer verwundet. – (Besitzwechsel.) Der Privatier Hr. Jos. Achatz, ehemaliger Anwesensbesitzer in Apoig, erwarb durch Kauf das Privathaus des Hrn. Neubauer in Bogen um den Preis von 6000 Maerk. – Die Privatierseheleute Kronfeldner in Apoig kauften um den Preis von 6000 M das Privathaus des Hrn. Steininger in Oberalteich.
Quelle: Straubinger Tagblatt 15.07.1920


Haggn, 20. Juli. (Leopold v. Schrenk-Notzing +.) Am Samstag abend entschlief sanft und ruhig auf seinem Schlosse zu Haggn Herr Baron Leopold von Schrenk-Notzing, Gutsbesitzer und Major a. D. Ein tapferer Mann von 66 und 70 ist in Walhall eingezogen; 85 gottgegnadete Jahre alt. „Der Herr Baron hat ein goldenes Herz“, sagte der verstorbene Pfarrer Schindler einst. Wahrlich ein goldenes Herz hat für immer aufgehört zu schlagen. Einfach, schlicht und anspruchslos für sich, für seine Mitmenschen aber voll lieber Worte. Brach Leid aus in einer Familie; der erste wars, der süßen Trost spendete, und neuen Mut einflößte, er war’s, der auch mit finanzieller Hilfe nicht kargte. „Da muß man helfen“ war seine Entschuldigung. Lag ein alter Armer auf dem Krankenbette: er ließ ihm Essen und Wäsche zukommen. Ja, als er noch besser zu Fuße war, machte er persönliche Besuche; mit ihm kamm wieder Licht und Sonnenschein in begrängte Hütten. Einen schweren Verlust erleidet durch des Guten Heimgang auch die Künstlerwelt. So manchem Talent hat er die Wege geebnet zur Kunst. Mit dankbaren Herzen gedenkt auch die Heimatgemeinde Neukirchen des Verblichenen. Durch sein tatkräftiges Bemühen erhielt Haggn eine Postagentur und eine Gendarmeriestation. Und sein Lebenswerk krönte er durch ein großes lokales Werk: unter Weggabe bedeutendes Geldes ließ er im Urberhof eine elektrische Lichtanlage erbauen. Das Andenken des Verstorbenen, der sich so sehr verdient gemacht, wird für immer in Ehren gehalten werden.
Quelle: Straubinger Tagblatt 23.07.1920


Hunderdorf, 30. Aug. (Der Veteranen- und Kriegerverein  ) hielt gestern sein herkömmliches Jahresfest ab. Damit war die feierliche Enthüllung von Gedenktafeln verbunden, die zum Andenken an die 63 gefallenen Krieger der Pfarrei vom Veteranen- und Kriegerverein in der Kirche aufgestellt worden ist. Ein Zapfenstreich am Vorabend sowie Kanonensalven und Weckruf am frühen Morgen verkündeten die Bedeutung des Tages. Unter Vorantritt der Kapelle Klein marschierte der Verein vollzählig und in Begleitung des kath. Burschenvereins zur Pfarrkirche, woselbst Herr Kooperator Holmer, nachdem er der gefallenen Helden in herzlichen Worten gedachte, die Benediktion der Gedenktafeln vornahm. Nach dem Gottesdienste fand eine Ehrung am Grabe des in Gefangenschaft erkrankten und kurz nach seiner Heimkehr gestorbenen Gastwirtssohnes Johann Baier statt. Vor dem Vereinslokal nahm nach einem sinnigen Festprolog Schreinermeister Härtenberger das Wort. In ergreifenden, tief empfundenen Worten erinnerte er ebenfalls an den Heldentod so vieler tapferer Krieger, gedachte der Vermißten und streifte dabei das Los der Gefangenen. Anschließend fand für die aus der Gefangenschaft heimgekehrten Mitglieder ein Festmahl statt. Musikstücke, Prologe und theatralische Aufführungen füllen den Nachmittag aus.
Quelle: Straubinger Tagblatt 03. 09. 1920


Ramersberg. Sonntag, den 3. Oktober
Namensfest-Nachfeier
und Ausschank von 8% Vollbier
Hiezu ladet freundlichst ein
Michl Schiederer, Ramersberg.
Quelle: Straubinger Tagblatt   02. 10 1920


Todes-Anzeige
Nach Gottes heiligem Willen verschied heute Samstag, 2. Oktober, Vormittag 8 Uhr der
Hochwürdige Herr Leonhard Hirtl,
Pfarrer in Hunderdorf,
nach langem, schweren Leiden und öfter. Empfang der hl. Sterbesakramente in einem Alter von 45 Jahren.
Um stilles Beileid bitten
Haindling, Hunderdorf, Amerang, Schramberg (Württ.), Eching, den 2. Oktober 1920
Die in tiefster Trauer Hinterbliebenen.
Die trauernde Pfarrgemeinde: Joh. Kolmer, Kooperator.
Die Beerdigung findet Dienstag, 5. Oktober 1920 um 10 Uhr vormittags mit darauffolgenden Gottesdiensten statt.
Quelle: Straubinger Tagblatt   3. 10 1920


Hunderdorf, 6.Okt. (Beerdigung.) Unter überaus zahlreicher Beteiligung von nah und fern fand gestern dahier die Beerdigung unseres Hochw. Herrn Pfarrers Leonhard Hirtl statt. Ein schier endloser Leichenzug bewegt sich durch die Ortsstraße dem Kirchhofe zu. Voran die Schuljugend von Hunderdorf und Au und die Jungfrauenkongregation, dann der kath. Burschenverein, die freiwill. Feuerwehren von hier und Steinburg, der Veteranen- und Kriegerverein, der Kriegerbund, die Kirchenverwaltung, der Gemeinderat Hunderdorf sowie die Bürgermeister von Au, Gaishausen und Steinburg. Ihnen folgte eine stattliche Anzahl Geistliche des Dekanats und der näheren Umgebung; auch die Lehrerschaft der Umgebung war zahlreich vertreten. Der Sarg getragen von vier Mitgliedern des Burschenvereins, wurde von der Einwohnerwehr, dessen Gründungsmitglied der Verstorbene war, begleitet. Die Einsegnung der Leiche nach Hochw. Herr Dekan und Stadtpfarrer Elser von Deggendorf vor. In der Leichenrede wies derselbe darauf hin, daß mit dem Verstorbenen das jüngste Mitglied des Kapitels Deggendorf zu Grabe getragen wurde. Hochw. Herr Pfarrer Hirtl wurde 1875 zu Heindling geboren und 1900 zu Regensburg zum Priester geweiht. Während des Krieges war derselbe als Feld-, Lazarett- und zuletzt in Amberg als Militärgeistlicher tätig. Im Juli 1916 wurde ihm die Pfarrei Hunderdorf übertragen. Durch seinen offenen Charakter und sein leutseliges Wesen gewann der schon bald die Herzen seiner Pfarrkinder. Bereits vor Jahresfrist begann die bislang so rüstige Pfarrherr zu kränkeln. Ein langwieriges, schweres inneres Leiden raffte ihn nun in der Vollkraft der Jahre dahin. Während der Sarg in die Erde gesenkt wurde, ertönten auch die drei Ehrensalven. Am offenen Grabe widmete Herr Lehrer Graiminger von Au dem Verstorbenen einen herzlichen Nachruf. Er brachte noch den Dank der Schulkinder und der Eltern zum Ausdruck und hob das stets gute Einvernehmen hervor, das zwischen Herrn Pfarrer und der Lehrerschaft geherrscht hat. Ergreifend waren seine Worte, als er namens der hiesigen Krieger sprach und dieselben Aufforderte, ihren verstorbenen Kameraden niemals zu vergessen. Seine Worte gipfelten in dem Wunsche: „Möge nun unserem verstorbenen Kriegskameraden das zuteil werden, was er so vielen in der Todesstunde erflehte oder erflehen wollte.“ Den Dank der Kinder brachte auch ein Mädchen in Gedichtform zum Ausdruck. Wohl die meisten Pfarrkinder nahmen tränenfeuchten Auges Abschied am offenen Grabe von ihrem geliebten und geachteten Seelsorger, der ihnen stets ein liebevoller Berater gewesen. Die Pfarrei Hunderdorf wird dem Verstorbenen stets ein treues Andenken bewahren.
Quelle: Straubinger Tagblatt   9. 10 1920


Danksagung.
Wir fühlen und gedrängt, für die so zahlreich. Beweise herzl. Anteilnahme während der langen Krankheit, dem Hinscheiden u. der Beerdigung unseres leider allzufrüh verst. Bruders, Schwagers u. Onkels, des
Hochw. Herrn Leonhard Hirtl,
Pfarrer in Hunderdorf,
unseren tiefgefühlten Dank auszusprechen. Insbesondere danken wir Hochw. Herrn Geistl. Rat u. Dekan Elser v. Deggendorf für die warm empfundenen Worte am Grabe, Hochw. Herrn Kammerer Eidenschink von Bogen u. Hochw.Herrn Pfarrer Kugler v. Windberg für die oftmalogen Krankenbesuche, Hochw. Herrn Kooperator Kolmer für seine hingebende, mitbrüderliche Liebe, den Hochw. Herren des Kapitels Deggendorf, den Hochw. Herren Kurskollegen und allen Hochw. Herren des Kapitels Deggendorf, und weiteren Umgebung für die so überraschend zahlreiche Beteiligung, Herrn Bezirksschulrat Friedl v. Bogen, den Herren Lehrern v. Hunderdorf u. der Umgebung für den erhebenden Grabgesang, insbesonders Herrn Lehrer Granninger v. Au für den erhebenden Nachruf. Ferner danken wir von Herzen den Ge,eindeverwaltungen und der Kirchenverwaltung, den verehrl. Vereinen, der Marian. Jungfrauenkongegration, sowie sämtlich. Angehörigen der Pfarrei für die so erhebende Beteiligung am Leichenbegängnisse und für die vielen, schönen Kranzspenden. Hunderdorf, den 12. Oktober 1920.
Die tieftrauernd Hinterbliebenen.
Quelle: Straubinger Tagblatt   13. 10 1920


Vom Lande, 28. Nov. (Die allgemeine Unsicherheit auf dem Lande) nimmt derart zu, daß man auf den Gedanken kommt, man lebe in der Raubritterzeit und nicht in einem Rechtsstaat. Kein Tag vergeht, an dem nicht irgend ein harmloser Straßenpassant oder ein Fuhrwerk von einem Straßenräuber angefallen und dessen Lenker bedroht wird. Das Treiben dieser nichtswürdigen Verbrecher geht so weit, selbst am hellichten Tage in Städten Fuhrwerkslenker anzufallen, wie das kürzlich in Dingolfing der Fall war. Da drängt sich denn doch die Frage auf, wo steckt da die hohe Polizei? Schläft sie oder fürchtet sie sich selbst? Man sieht die fragwürdigsten Elemente, Leute, denen man das Verbrechertum und die Sicherheitsgefährlichkeit auf den ersten Blick ansieht, herumstreunen und unbehelligt ihre Wege gehen, ohne Kontrolle, ohne nach Waffen durchsucht zu werden. Allerdings, solches Verbrechergesindel zu kontrollieren ist gefährlich, sehr gefährlich. Diese Lumpen scheuen vor nichts zurück. Und wehe, wenn so einem Menschen, und sei es auch in Notwehr auch nur ein Härlein gekrümmt wird. Eine langwierige Untersuchung, vielleicht gar eine Anklage wegen versuchter Körperverletzung mit möglicher Todesfolge ist für den Polizeimann, der sich seiner Haut erwehrt hat, unausbleiblich. Das soll und dar es aber nicht geben. Wer Mine macht, sich zu widersetzen oder zur Waffe zu greifen, der verdient keine Schonung, er verdient es, womit er seine Nebenmenschen unausgesetzt bedroht, er gehört erschossen! Nur der rücksichtslose Kamp gegen das Lumoen- und Verbrechertum vor allem strengste Kontrolle aller zweifelhaften Elemente, vermag der immer mehr zunehmenden Unsicherheit Einhalt zu tun. Es wäre tatsächlich traurig um uns bestellt, wenn wir uns der gegenwärtigen unhaltbaren Zustände nicht erwehren könnten. Jene aber die so sehr nach Entwaffnung unserer Einwohnerwehren schreien, mögen doch dafür Sorge tragen, daß in erster Linie das Verbrechertum entwaffnet wird.
Quelle: Straubinger Tagblatt   1. 12 1920


Hunderdorf, 12. Dezember. (Postalische Mißstände.) Seit mehr als 10 Jahren hatte man dahier die zweimalige Postzustellung. Aus uns nicht bekannten Gründen wurde am 1. Dez. ds. an Stelle der zweimaligen die einmalige Zustellung eingeführt. Eine diesbezügliche Bitte an die Oberpostdirektion Regensburg wurde abschlägig verbeschieden, obgleich diese Maßnahme eine schwere Schädigung der Bewohnerschaft, insbesondere der Gewerbetreibenden bedeutet. Wenn man bedenkt, daß Briefsachen, die abends7 Uhr hier eintreffen 19 Stunden bei der Postagentur liegen bleiben, bis sie dem Empfänger zugestellt werden, ebenso die Zeitungen, so verspürt man wenig von wohlwollendem Entgegenkommen der Oberpostdirektion. Und wie häufig kommt es vor, daß die hier zumeist gelesene Zeitung, das „Straubinger Tagblatt“, erst am Abend eintrifft. Und ist es erst ein Samstag, so bleibt die Zeitung volle 43 Stunden bei der Post liegen, bis der Abonnent sie ausgehändigt bekommt. Was nützten da die Todesanzeigen in der Presse wenn die Beerdigung bis zum Eintreffen der Zeitung meist vorüber ist? Früher, da der Omnibus den Verkehr vermittelte, hatte man noch am Abend die Zeitung bekommen können, spätestens wurde sie vormittags zugestellt, und jetzt, wo wir Post- und Bahnstation im Orte haben, bekommen wir die Zeitung anderntags nachmittags. Vielleicht tragen diese Zeilen dazu bei, daß diesem Mißstande abgeholfen wird.
Quelle: Straubinger Tagblatt   15. 12 1920


Sparr.
Montag, den 27. Dezember gibt es bei Unterzeichnetem
Namensfeier mit Konzert.
Hiezu ladet freundlichst ein
Johann Michl, Brauereibesitzer.
Quelle: Straubinger Tagblatt   24. Dezember 1920

 

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