1917

Hunderdorf 28. Jan (Versammlung.) Heute fand in der Baierschen Gastwirtschaft dahier eine zahlreich besuchte Versammlung statt, in der Hochw. Herr Pfarrer Hirtl über die Lebensmittelversorgung sprach. In klaren Worten schilderte der Redner die Not unter welcher besonders die Bevölkerung der größeren Städte zu leiden hat und legten den anwesenden Landwirten dar, wie durch Ablieferung aller entbehrlichen Lebensmittel und wäre es auch nur ein kleines Quantum auch dem Vaterland ein Dienst erwiesen werde. Gilt es doch hier in erster Linie, für die minderbemittelte Bevölkerung in den Städten die unbedingt notwendigen Lebensmittel zu beschaffen. Es wurde sodann ein Komitee gebildet, das die Sammlung aller entbehrlichen Lebensmittel in die Hand nimmt und jedes, auch das kleinste Quantum bei den Produzenten abholen lässt. An der Spitze des Komitees steht hochw. Herr Pfarrer Hirtl; als Komiteemitlgieder gehören aus der Gemeinde Hunderdorf an: Bürgermeister Diewald, Hauptlehrer Scheininger, Fräulein Hauptlehrerin Hofmarksrichter und Frau Oekonomensgattin Schleinkofer; aus der Gemeinde Au: Bürgermeisterstellvertreter Hilmer und Frl. Lehrerin Barth: aus der Gemeinde Gaishausen: Bürgermeister Venus und Frau Bahnagentensgattin Kalm; aus der Gemeinde Steinburg: Bürgermeister Zitzelsberger und Waldaufseher Huber. Als Sammler wurden bestimmt für die Gemeinden Hunderdorf und Gaishausen: Hausbesitzer Josef Mauthner von hier, für die beiden anderen Gemeinden die Gütlerswitwe Dorfner von Au. Die Sammelstelle befindet sich bei Herrn Ökonomen Joseph Groß dahier und übernimmt Letzterer auch das Verpacken und Versenden der gesammelten Lebensmittel.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 30.01.1917

Hunderdorf 28. Jan (Todesfall.) Heute starb die älteste Person unserer Pfarrei nämlich die Musikerswitwe Anna Klein von Thananger. Dieselbe erreichte ein Alter von fast 93 Jahren.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 30.01.1917

Hunderdorf 12. Feb (Vermißt.) wurden gemeldet: Infanterist Eduard Holmer, Ökonomenssohn von Stockwies, Unteroffizier Ignaz Edenhofer, Ökonomenssohn von Hunderdorf, Franz Haimerl, Ökonomenssohn von Au v. W.  und Theodor Feldmeier, Söldnerssohn von Ried. — (In Gefangenschaft)  Chevauleger Johann Schötz von Hofdorf befindet sich in englischer, Xaver Kronfeldner von Apoig und Georg Stumbeck, Söldner von Brandstatt in französischer Gefangenschaft.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 14.02.1917

Hunderdorf, 4. März (In Gefangenschaft.) Der Infanterist Johann Schreiner, Bauerssohn von Rammersberg, der seit Kriegsbeginn im Felde stand, und seit November 1916 vermißt wurde, befindet sich in französischer Gefangenschaft. — Der Unteroffizier Xaver Meier, Söldnerssohn von Eglsee, der ebenfalls seit Kriegsbeginn im Felde stand und Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Kl. und des Militärverdienstkreuzes mit Krone und Schwertern ist, galt seit August 1916 als vermißt. Nach gestern hier eingetroffener Nachricht befindet er sich in englischer Gefangenschaft.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 06.03.1917


Hunderdorf, 10. März (Kriegsopfer.) Der seit eingigen Wochen im Felde stehede Infanterist Siegfried Maier von Gaishausen ist infolge Erkrankung in einem Feldlazarett im Alter von 21 Jahren gestorben. — (Beförderung und Auszeichnung) Der Unteroffizier Franz Xaver Seitz von Hofdorf wurde zum Vizefeldwebel befördert. Seitz ist bereits Inhaber des Eisenen Kreuzes. — Der seit zwei Jahren im Felde stehende Ersatz-Reservist Johann Bräuherr von Bauernholz wurde für tapferes Verhalten vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 13.03.1917

Hunderdorf  14. März (Todesfall.) Der im 50. Lebensjahre stehende Anwesensbesitzer und Zimmerpalier Josef Hösl von Hofdorf, der vor 2 Monaten schwer erkrankte und vor 14 Tagen in das Distriktskrankenhaus Bogen verbracht worden war, ist vorgestern dort seinem Leiden erlegen. Die Leiche wurde heute nach Hunderdorf überführt. Der Verblichene erfreute sich in der ganzen Pfarrei und Umgebung eines großen Ansehens. Er war auch Vorstand der hiesigen freiw. Feuerwehr. Zur Trauerfeier hatten sich die hiesige Feuerwehr sowie die Feuerwehr Steinburg, ferner der Krieger- und Veteranenverein Hunderdorf mit Musik eingefunden. Hochw. Herr Pfarrer Hirtl widmete dem Verstorbenen, der ein braver und bescheidener Mann und hilfsbereit in jeder Weise war, einen ehrenden Nachruf.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 17.03.1917

Steinburg 16. März (Auszeichnung.) Für hervorragende Tapferkeit vor dem Feinde erhielt der Gefreite Joseph Stelzer, Müllers- und Schneidsägebesitzerssohn von Steinburg das Eiserne Kreuz 2. Kl. Stelzer steht schon 12 Monate im Feld.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 20.03.1917


Hunderdorf, 1. April (Besitzwechsel.) Das Wohnhaus der Frau Landstorfer in Hofdorf ging samt Garten in den Besitz des Binders Peter Semmelmann von Apoig um die Kaufsumme von 1200 m über. — Das Santl’sche Wohnhaus samt Garten erwarb der Strohflechter Josef Weindl von Thananger um 12oo Mark. — Der Gütler Geith von Großlintach verkaufte sein Anwesen an den Schuhmacher Riederer von Blaibach um die Summe von 7300 M, Geith erwarb das Anwesen den Bogner’schen Schwestern ebendort für 5000 M. Notarielle Verbriefung hat in allen vier Fällen bereist stattgefunden.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 04.04.1917


Hunderdorf 6. April (Heldentod.) Die Familie Edenhofer dahier erhielt vom Roten-Kreuz die Mitteilung, daß nach Aussage eines in England gefangenen Soldaten ihr Sohn Ignaz, Unteroffizier in einem Infanterie-Regiment, der schon übers Jahr vermißt wird, von einer Granate verschüttet worden sei.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 08.04.1917


Hunderdorf 27. April (Vermißt.) Der seit 2 Jahren im Feld stehende Ers.-Res. Johann Feldmeier von Thananger wird seit 16. April vermißt. — (Auszeichnung.) Mit dem Militärverdienstkreuz 3. Klasse mit Krone u Schw. wurde der seit Kriegsbeginn im Feld stehende Pionier Johann Feldbauer von Oberhunderdorf ausgezeichnet. — (Besitzwechsel.) Das Anwesen der Söldnerswitwe Maria Santl in Rammersberg ging samt lebenden und totem Inventar im Verkaufswege an den Güterhändler Buxbaum über. Als Kaufpreis wurden 10 500 M genannt. Das Anwesen umfaßt 17 Tagwerk Ökonomie und wird zertrümmert werden.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 29.04.1917


Großlintach 9. Mai (Verhaftet.) Die 32 Jahre alte Taglöhnersgattin Anna Dorfner von hier war seit 4. April h. Jahres spurlos verschwunden. Nun wurde ihre Leiche bei Passau geländet und der Ehemann als des Gattenmordes verdächtig verhaftet.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 11.05.1917


Hunderdorf 9. Mai (Freiwillig in den Tod gegangen.) Die in Reibersdorf bedienstete, ca. 34jährige Magd Maria Spranger von Lintach hat aus Gram darüber, daß ihr die Dienstherrschaft den Dienst gekündigt hat, freiwillig den Tod in der Donau gesucht. Ihre Leiche wurde bereits bei Irlbach geländet. — (Vermißt.) Die Infanteristen Max Kronfeldner von Hofdorf, Sebastian Lehner von Riglberg, Josef Heinrich von Ebenthann und Anton Dorfner von Hofdorf wurden als vermißt gemeldet.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 11.05.1917


Hunderdorf 11. Mai (Heldentod.) Unteroffizier Franz Xaver Wagner von Au ist, nachdem er 31 Monate im Feld gestanden, zufolge eingegangener Nachricht auf dem Felde der Ehre gefallen.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 13.05.1917


Hunderdorf 14. Mai (Auszeichnung. – Beförderung.) Dem Pionier Johann Falk, Ökonomenssohn von Rammersberg, wurde für hervorragende Tapferkeit vor dem Feinde das Militärverdienstkreuz mit Krone und Schwertern verliehen. Ein Bruder desselben, Alois Falk, wurde zum Unteroffizier befördert.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 16.05.1917


Hunderdorf 18. Mai (Auszeichnung.) Der Gefreite Joseph Haggn von Bauernholz, ein Sohn des Eisenhändlers Johann Haggn, der seit Kriegsbeginn im Felde steht und bereits mit dem Militärverdienstkreuz mit Krone und Schwertern ausgezeichnet wurde, erhielt nunmehr das Eiserne Kreuz.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 22.05.1917


Hunderdorf, 15. Juni. (Auszeichnung.) Der Unteroffizier Joseph Schedlbauer, Maurerssohn in Apoig, erhielt für tapferes Verhalten das Eiserne Kreuz 2. Klasse und wurde auch zum Vizefeldwebel vorgeschlagen. Zwei Brüder des Genannten haben sich das Eiserne Kreuz bezw. das Verdienstkreuz 2. Kl. erworben.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 17.06.1917


Hunderdorf 15. Juni. (Auszeichnung.) Der seit Kriegsbeginn im Feld stehende Gefreite Anton Härtenberger wurde für tapferes Verhalten vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet nachdem er bereits früher das bayer. Militärverdienstkreuz erhalten hat. — (In Gefangenschaft.) Die bisher als vermißt gemeldeten Infanteristen Max Kronfeldner und Anton Dorfner von Hofdorf und Benno Lehner von Riglberg befinden sich eingegangener Nachricht zufolge in französischer Gefangenschaft.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 17.06.1917


Hunderdorf, 26. Juni. (Auszeichnungen.) Dem Unteroffizier Joseph Wölfl, Briefträger von hier, und dem Infanteristen Xaver Hien, Ökonom von hier wurden für besondere Tapferkeit vor dem Feinde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 28.06.1917


Hunderdorf, 26. Juni. (Auszeichnungen.) Dem Unteroffizier Joseph Wölfl, Briefträger von hier, und dem Infanteristen Xaver Hien, Ökonom von hier wurden für besondere Tapferkeit vor dem Feinde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 28.06.1917


Hunderdorf, 28. Juni. (Brand.) Heute früh 3 Uhr brach im Heuboden des Ökonomen Xaver Fruhstorfer in Sollach Feuer aus, dem das Wohnhaus samt dem Inventar zum Opfer fiel. Das Vieh konnte gerettet werden. Herrn Fruhstorfer verbrannten auch 500 M in Papiergeld.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 01.07.1917


Hunderdorf, 12. Juli. (Besitzwechsel.) Das Anwesen der Bauerswitwe Franziska Buchner in Grabmühl ging mit 75 Tagwerk Grund und dem gesamten lebenden und toten Inventar an Herrn Wollenreich in Straubing über. Der Kaufpreis beträgt 45 000 M. Notarielle Verbriefung hat bereist stattgefunden. — (In Gefangenschaft.) Der Bauerssohn Johann Schreiner von Rammersberg war seit 17. November v. Js. als vermißt gemeldet. Vor einigen Tagen erhielten dessen Eltern von ihm eine Karte mit der Mitteilung, daß er sich seit dem obengenannten  Datum in rumänischer Gefangenschaft befindet. Die Karte war am 22. Januar geschrieben, brauchte also fast ein halbes Jahr, bis sie hierher kam. — Der Gütlerssohn Johann Obermeier von Wegern geriet in französische Gefangenschaft.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 14.07.1917


Hunderdorf, 14. Juli. (Auszeichnungen.) Die seit Kriegsbeginn im Felde stehenden Infanteristen Johann und Anton Amann, Ökonomenssöhne von Apoig, erhielten Auszeichnungen und zwar ersterer das Eiserne Kreuz 2. Kl., letzterer das Militärverdienstkreuz mit Krone und Schwertern. Beide wurden gleichzeitig zu Unteroffizieren befördert.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 17.07.1917


Hunderdorf, 22. Juli. (Beförderung.) Der Vizefeldwebel Xaver Schedlbauer, ein Sohn der Maurerseheleute Schedlbauer in Apoig, wurde zum Offiziersstellvertreter befördert.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 24.07.1917


Todes-Anzeige
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute vormittags 10 Uhr unsere innigsgeliebte Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante, die ehrengeachtete
Frau Ottilie Trum,
Bauerswitwe von Apoig,
nach längerem schweren Leiden und öfteren Empfang der hl. Sterbesakramente im Alter von 36 Jahren 3 Monaten zu sich in die Ewigkeit abzurufen.
Um stilles Beileid bitten
Apoig, Stetten, Englmar, Gottesberg, Ittling, den 26. Juli 1917
Die tieftrauernden 4 Doppelwaisen im Namen der übrigen Verwandtschaft.
Die Beerdigung findet von Apoig aus in Windberg am Samstag den 28. Juli 1917 vormittags 9 Uhr (neue Zeit) statt. Der Siebente und Dreißigste werden am darauffolgenden Montag vormittags 9 Uhr (neue Zeit) in Windberg abgehalten.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 28.07.1917


Hunderdorf, 31. Juli. (Besitzwechsel.) Das 70 Tagwerk umfassende Bauernanwesen des Johann Schreiner in Rammersberg ging durch Kauf samt lebenden und totem Inventar in den Besitz des Gastwirtes Heinrich Fischer in Bogen über. Als Kaufpreis werden 55 000 M genannt. Schreiner erwarb durch Kauf ein Bauernanwesen in Waltendorf um 35 000 M. Notarielle Verbriefung ist in beiden Fällen erfolgt.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 03.08.1917


Hunderdorf, 3. Aug. (Besitzveränderungen.) Der Gütler Joseph Bielmeier in Tahnnanger verkaufte sein Anwesen mit 10 Tagwerk Grund an Johann Ketterl von Muckenwinkling um 10 000 M. Bielmeier erwarb das Niedermeier’sche Anwesen in Bauernholz mit 14 Tagwerk Ökonomie für 15 000 M. — Das Anwesen des Gütlers Fürst in Bauernholz mit 12 Tagwerk Grund ging durch Kauf an den Gütler Joseph Stelzer von Dürnhart um 8 000 M über.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 05.08.1917


Mitterfels, 13. Aug. (Auszeichnung.) Dem Infanteristen Josef Heinrich, Oekonomenssohn von Ebenthan, wurde wegen hervorragender Tapferkeit vor dem Feinde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 15.08.1917


Hunderdorf, 20. Aug. (Besitzwechsel.) Das 7 Tagwerk umfassende Gütleranwesen des Herrn Joseph Steckler in Bauernholz ging samt lebenden und toten Inventar durch Kauf in Bestz des Wachmann von Dürnhart über. Alls Kaufpreis werden 8000 M genannt. Notarielle Verbriefung ist bereits erfolgt.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 22.08.1917


Todes-Anzeige
Den Heldentod fürs Vaterland starb am 22. Juli 1917 durch Infanterieschuß mein treuer Gatte, unser guter Vater, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel
Herr Alois Bornschlögl,
Hausbesitzer in Hofdorf, Soldat bei einem Landsturm-Infanterie-Bataillon,
im Alter von 30 Jahren 1 Monat. Um stilles Beileid bittet:
Hofdorf, Wolfersdorf, Windberg, Kloster Aiterhofen, Birkland und Frankreich, den 24. August 1917.
Die tieftrauernde Gattin Cäcilia Bornschlögl
mit ihren 4 unmündigen Kindern,
nebst Mutter, Geschwister und übrigen Verwandten.
Trauergottesdienste finden Montag 27. Aug. 1917 in der Pfarrkirche zu Hunderdorf statt. Um halb 9 Uhr wird vom Hause aus gebetet. Auch wird gebeten, es möchten sich die beurlaubten Soldaten beteiligen.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 25.08.1917


Hunderdorf, 28. Aug. (Unfall.) Beim Aushacken von Kartoffeln kam heute Frau Klement von Lindach zu Fall und brach sich den Arm, sodaß ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 30.08.1917


Voll  Mut bist in den Krieg gezogen,
Voll Hoffnung auf die Wiederkehr.
Doch Gott hat anders es erwogen
Und nahm dich auf ins Himmelsheer.
Du hast gekämpft fürs Vaterland
Wie war der Abschied schwer
Nun ruhst Du im Feindesland,
Wir sehen Dich nicht mehr.

Todes-Anzeige
Fern von der Heimat und seinen Lieben starb am 2. August 1917 unser lieber, guter Sohn, Bruder, Schwager, Neffe und Enkel, der tugendsame
Jüngling Joseph Stelzer,
Mühlpächterssohn von Steinburg,
Soldat in einem bayer. Res.-Inf.-Regt., Inhaber des Eis. Kreuzes 2. Kl.,
im Alter von 28 Jahren infolge eines Granatschusses den Heldentod fürs Vaterland. Sein Leichnam ruht in Feindesland. Um stilles Beileid und frommes Gedenken bitten
Steinburg, Straubing, Bogen, München, den 26. August 1917
Die tieftrauernden Eltern Michael und Barbara Stelzer
nebst vier Geschwistern und übrige Verwandtschaft.
Die Trauergottesdienste finden am Donnerstag den 30. August vormittags 8 Uhr (neue Zeit) in der Pfarrkirche zu Hunderdorf statt. Vom Hause aus wird gebetet. Auch wird die Bitte gestellt, es möchten sich die beurlaubten feldgrauen Kameraden beteiligen.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 28.08.1917


Hunderdorf, 28. Aug. (Besitzwechsel.) Das 32 Tagwerk umfassende Anwesen des Michael Eckl von Ellaberg ging samt lebenden und totem Inventar um die Summe von 22 000 Mark an den Darlehenskassenverein Hunderdorf über. Das Anwesen wird zertrümmert.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 31.08.1917


Hunderdorf, 28. Aug. (Auszeichnung und Beförderung.) Vizefeldwebel Franz Seitz von Hofdorf wurde zum Leutnant befördert u. mit dem bayr. Militärverdienstkreuz mit Krone und Schwertern ausgezeichnet. Leutnant Seitz ist bereits Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse. – (Den Heldentod) starb infolge eines Kopfschusses der 20jährige Infanterist Ferdinand Rath von hier, nachdem kurz vorher ein älterer Bruder von ihm gefallen ist.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 31.08.1917


Schwarzach, 30. Aug. (Richtigstellung.) Da ich die Distriktsausschußsitzung vom 28. August abwarten wollte, bin ich erst heute in der Lage, die Ausführungen in Nr. 191 des „Straub. Tagbl.“ bezüglich der Obstankaufsgenossenschaft von Bogen auch meinerseits richtig zu stellen: Um einen genossenschaftlichen Zusammenschluß von Obsthändlern kann es sich nicht handeln, weil sich nicht ein einziger Obstgroßhändler in der Genossenschaft befindet. Dies werden mit die Rentämter Mitterfels und München bestätigen auf Grund der Steuerlisten. Wer von den sechs Genossenschaftern hat Steuer vom Obsthandel bezahlt und wieviel? Der frühere Bezirksbaumwart Herr Naimer ist erst später in die Genossenschaft aufgenommen worden, weil er noch mit einigen Obsthändlern den Obstankauf selbständig betätigen wollte, wodurch die Genossenschaft bedeutend geschädigt worden wäre: andererseits benötigte man ein Dekorationsstück und einen Mann, der auch etwas pomologische Kenntnisse hatte , die den anderen Genossenschaftern fehlen und auch dem Herrn Direktor König, der nunmehr in der Erwiderung als erster oder zweiter Geschäftsführer figuriert. Dieser Herr hat sich noch nie mit Obsthandel beschäftigt, noch nie eine Steuer dafür bezahlt, daher es unbegreiflich ist, wie derselbe einen Großhandelsschein für Beeren und Obst erhalten konnte, ja sogar einen Zulassungsschein zum Handel für Lebens- und Futtermittel, nachdem doch ausdrücklich bestimmt ist, daß nur Leute, die vor dem Jahre 1914 als Obsthändler besteuert waren, zugelassen werden dürfen. Herr König hat allerdings schon eine Schirm- und Stockgeschäft sowie einen Huthandel betrieben, auch sich mit der Fabrikation elektrischer Haarwellen beschäftigt, ferner eine bayerische Kartenbriefgesellschaft gegründet sowie ein Plakatinstitut ins Leben gerufen. Er war in letzter Zeit auch Direktor und Geschäftsführer der Kuchler-Gesellschaft, die in München einen Milchwagen herumfahren ließ – und an welchen Unternehmen er in letzter Zeit mit 2100 M beteiligt war – also gewiß ein vielseitiger Herr. Aber all diese Gründungen dürften ihn nicht zum Obstgroßhändler und Leiter einer solchen Genossenschaft befähigen. Selbst die Mitglieder der Genossenschaft haben über Herrn König als geeignete kaufmännische Kraft ein anderes Urteil. Man hat ein kurzes Gedächtnis, wenn man sich nicht mehr erinnern will, daß Herr König mit höheren Empfehlungen ausgestattet in den Bezirk eingeführt wurde! Dies wurde auch in der Distriktsausschußsitzung konstatiert. Wie sollte er auch nach Bogen gekommen sein? Also keine Fabel! Daß die Gründung der Genossenschaft ganz im Stillen über Hals und Kopf erfolgte, kann nicht bestritten werden. Weder der Kommunalverbandsausschuß noch der Distriktsrat wußten davor andere Leute erst recht nicht. In ganz Niederbayern wurden keine so niederen Preise bezahlt wie von der Genossenschaft Bogen und ihren Einkäufern:  man möge uns die Leute angeben, die die Höchstpreise erhalten haben; ein einziger hat für etwa 30 Pfd. Aepfel – fein verpackt und gut sortiert – den Höchstpreis bis dahin erhalten. Durchschnittlich waren die Preise für Aepfel und Birnen bis zum Erscheinen unseres Artikels 12, 16, 20 M. Daß die Leute nicht informiert waren und es noch nicht sind, daß es ganz und gar an der Organisation auch von unten fehlt, ist eine allgemeine Klage. Wenn man behauptet, daß noch keine Beschwerden eingelaufen seien, so mag sein, daß das Bezirksamt noch nie mit einer solchen belästigt wurde – handelt es sich doch um eine private Genossenschaft. Hörte man nichts von den Auftritten im Lagerhaus, die mehr als Beschwerden waren? Zeugen stehen zur Verfügung. Nach Bekanntmachung der Landesstelle für Obst vom 6. August 1917 Ziff. 4 hatten die Erzeuger für den Zentner Fallobst sieben Mark zu erhalten. Die Kosten der Beförderung zur nächsten Bahnstation hat der Großaufkäufer zu tragen, da er für den Zentner Fallobst 8,50 M erhielt. Dem Erzeuger wurden aber nicht 7 M, sondern 6 und 5 M ausbezahlt, sowie die Transportkosten bis zur nächsten Bahnstation seitens der Einkäufer in Abzug gebracht. Dies wurde auch in der Distriktsausschußsitzung konstatiert. Was die Schlußscheine betrifft, so versteht es sich von selbst, daß ohne Schlußscheine oder dergleichen Einrichtungen eine Kontrolle unmöglich ist und sollen auch Blockzettel in dreifacher Ausfertigung eingeführt werden, nachdem beschlossen wurde, den Obsthandel zu kommunalisieren, um Herr im eigenen Hause zu sein, sowie den Herrn Neumeier als Geschäftsführer aufzustellen – eine anerkannt tüchtige kaufmännische Kraft – die erst vor kurzer Zeit einen Ruf  nach andernorts erhalten hat mit einem Gehaltsangebot von jährlich 10 000 M. Eine solche Kraft möchte man auch dem Oberleiter der niederbayer. Kommunalverbände, Reg.-Rat Auer in Landshut, dringend wünschen als Beihilfe. Durch die neue Regelung ist zu erhoffen, daß im Bezirke wieder alles seinen geregelten Gang nimmt wie früher; denn wenn man den Kommunalverbänden alle möglichen Lasten aufbürdet, z. Bsp. die Mehrausgaben der einzelnen Rentner für Holz, Licht, Schreibmateralien etc., wenn in neuester Zeit der „K. Bayerische Staatsanzeiger“ den Gendarmeriestationen zum Abonnement vorgeschrieben wird, die Bezahlung derselben aber den Kommunalverbänden aufgehalst wird, ohne sie natürlich auch nur zu fragen, so muß der Kommunalverband auch für die Einnahmen sorgen. Wenn aber der Distrikt für Wohlfahrtszwecke einen geringen Betrag aus den Erübrigungen des Kommunalverbandes verwenden will, so wird dies oben abgelehnt. Die neue Regelung des Obstankaufes wird im Bezirk angenehm empfunden werden und es ist zu erwarten, daß die Sache hiermit ihren Abschluß gefunden hat. Gerne wird zugegeben, daß nicht bloß unten, sondern auch oben der gleiche Wirrwarr herrscht, da eine Verordnung die andere schlägt. Herrn Direktor König wünschen wir aber in Zukunft mehr Glück zu seinen Gründungen; geht’s in der Oberpfalz besser wie in Niederbayern!
Dr. Gäch.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 02.09.1917


Steinburg, 31. Aug. (Auszeichnung.) Mit dem Militär-Verdienstkreuz wurde für hervorragende Tapferkeit ausgezeichnet der Müllerssohn und landwirtschaftl. Arbeiter Karl Miethaner aus Birgl bei Steinburg, zur Zeit bei einer bayer. Munitionskolonne.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 02.09.1917


Todes-Anzeige
Allen lieben Freunden und Bekannten bringen wir die Trauerkunde, daß unser lieber, guter, unvergeßlicher Sohn, Bruder, Enkel und Neffe,
Jüngling Wolfgang Maier
Hofbesitzerssohn von Brandtstadt, Soldat in einem Reserve-Infant.-Regiment,
nach 5-monatiger treuer Pflichterfüllung im Blütenalter von 19 Jahren für sein Vaterland den Heldentod erlitt. Sein Leichnam ruht in Feindesland. Um stilles Beileid und ein frommes Gedenken für den Gefallenen im Gebete bitten:
Brandtstadt, Frankfurt und Blaibach, den 5. September 1917
Die tieftrauernden Eltern nebst Geschwistern
und übrige Verwandschaft.
Die Trauergottesdienste werden am Samstag den 15. September vormitt. 9 Uhr in der Pfarrkirche zu Hunderdorf abgehalten. Vom Hause aus wird gebetet.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 09.09.1917


Hunderdorf, 16. Sept. (Auszeichnung.) Dem Infanteristen Otto Dorfner, Sohn des Korbflechters Martin Dorfner von Hofdorf, wurde das Eiserne Kreuz verliehen.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 18.09.1917


17. Sept 1917 Todesanzeige Steckler Antonie

Todes-Anzeige
Heute Nachmittag verschied sanft und ruhig unsere innigsgeliebte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Tante, die ehrengeachtete
Frau Antonie Steckler,
Messerschmiedmeisterswitwe von Hunderdorf,
im Alter von 75 Jahren. Um frommes Gedenken im Gebete bitten:
Hunderdorf, Frankreich, Ittling, Amerika, Kanada, München, den 17. September 1917
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 19. September vorm. 9 Uhr in Hunderdorf, der 7. und 30. am Donnerstag den 20. Sept. vorm. 9 Uhr dortselbst statt.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 19.09.1917


Todes-Anzeige
Im stillen Schmerze bringen wir unseren Verandten und Bekannten die Trauernachricht, daß nach Gottes heiligen Willen unser innigstgeliebter, braver, unvergeßlicher, heißgeliebter, guter, edler Sohn und Bruder,
der tugendreiche
Jüngling Xaver Hornberger,
Bauernsohn von Hunderdorf, Soldat in einem bayer. Inafant.-Regt.,
im Alter von 20 Jahrenden Heldentod fürs Vaterland gestorben ist. Er wurde durch einen Granatsplitter am Kopfe schwer verwundet und liegt in einem Soldatenfriedhof begraben.
Hunderdorf, Frankreich, Galizien, den 19. Oktober 1917.
Die tieftrauernden Eltern Johann & Anna Hornberger
nebst 3 Brüdern, wovon noch 2 im Felde stehen, und Schwester.
Der Trauergottesdienst für den treuen Helden findet am Mittwoch, den 24. Oktober vormittags 9 Uhr in der Pfarrkirche zu Hunderdorf statt. Vom Trauerhause aus wird gebetet.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 21.10.1917


Hunderdorf, 28. Okt. (Auszeichnungen.) Herrn Hauptlehrer Egid Scheininger von hier wurde das König Ludwig-Kreuz verliehen. Der Inf. Jakob Gierl von Schafberg erhielt für tapferes Verhalten vor dem Feinde das Militärverdienstkreuz 3. Kl. mit Krone und Schwertern. Gierl kämpft im Südosten und wurde schon zweimal verwundet. — (Besitzwechsel.) Das Eckl’sche Anwesen in Ellaberg ging durch Kauf in den Besitz des Herrn Joseph Steckler über. Notarielle Verbriefung hat bereits stattgefunden.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 30.10.1917


Hunderdorf, 4. Nov. (Auszeichnung.) Dem Unteroffizier Anton Obermeier Söldnerssohn von Zierholz wurde das Milität-Verdienstkreuz 3. Kl. mit Krone und Schwertern verliehen.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 06.11.1917


Au v. Wald, 4. Nov. (Einbruchdiebstahl.) Beim Korbflechter Sebastian Obermeier in Wegern wurde am Sonntag während der Kirchenzeit, da niemand zu Hause war, eingebrochen und aus dem Schrank 950 M gestohlen. Dem Täter ist man auf der Spur. — (Auszeichnung.) Dem Infanteristen Max Mauthner, Oekonomenssohn von Unterbucha, der bereist 2 Jahre im Felde steht, wurde das Eiserne Kreuz 2. Kl. verliehen.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 07.11.1917


Steinburg, 7. Nov. (Einbruchdiebstahl.) Bei dem Privatier Anton Pflügl in Wegern wurde während die Leute auf dem Felde beschäftigt waren, eingebrochen und aus einem Schrank 20 M in Gold, ferner Papier- und Silbergeld sowie Wäsche gestohlen. Vom Täter fehlt bis jetzt jede Spur.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 09.11.1917


Hunderdorf, 11. Nov. (Auszeichnung.) Dem Unteroffizier Alois Falk, Oekonomenssohn vom Rammersberg, wurde das Militärverdienstkreuz mit Krone und Schwertern verliehen; zugleich wurde derselbe zum Vizefeldwebel befördert. — Der Infanterist Xaver Obermeier, Sohn des Korbflechters Seb. Obermeier dahier, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Kl. Der Genannte befindet sich derzeit schwer verwundet in einem Lazarett.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 14.11.1917


Steinburg, 15. Nov. (Besitzwechsel.) Bader und Drogist Wirnhier von Haggn kaufte das Haus der Austragskrämerin Hilmer um 3000 M. Verbriefung hat bereist stattgefunden.
Quelle:  Straubinger Tagblatt 17.11.1917


Hunderdorf, 4. Dez. (Auszeichnung.) Dem Infanteristen Ludwig Sieber, Oekonomenssohn von Hoch, erhielt für besondere Tapferkeit vor dem Feinde das Eiserne Kreuz 2. Kl. verliehen.

Quelle:  Straubinger Tagblatt 06.12.1917

Aus alten Zeitungen und Druckwerken

12