1908

Hunderdorf, 13. Jan. (Besitzwechsel.) Das bisher dem Güterhändler Buxbaum gehörende ehem. Edenhofer-Anwesen ging vor einigen Tagen durch Kauf an Albert Laschinger, Schuhmachermeister dahier über. Als Kaufpreis wurden 6500 Mark genannt.
Quelle: Straubinger Tagblatt 15.01.1908


Hunderdof, 7. Febr. (Der Veteranen- und Kriegerverein) hielt am letzten Sonntag im Vereinslokal seine statutengemäße Generalversammlung ab. Dem Jahresberichte war zu entnehmen, daß der Verein 180 Mitglieder zählt und im abgelaufenen Jahre 4 Mitglieder durch Tod verloren hat, während der Austritt von weiteren 2 Mitgliedern durch Domizilwechsel veranlaßt war. Das Vereinsvermögen beläuft sich auf über 600 Marl. Nächstes Jahr wird der Verein das 25jährige Jubiläum seines Bestehens verbunden mit der Weihe der neuen Fahne, festlich begehen. Der Veteranen- und Kriegerverein Hunderdorf dürfte wohl einer der stärksten Vereine seiner Art auf dem Lande sein.
Quelle: Straubinger Tagblatt 07.02.1908


Todes-Anzeige.
In Gottes unerforschlichem Ratschlusse war es gelegen, heute vormittags 10 Uhr unsere innigstgeliebte, treubesorgte Gattin, Mutter, Schwester, Schwägerin und Base, die ehrengeachtete
Frau Rosina Laschinger,
Ausnahmerestaurateurs-Gattin in Steinburg,

nach 10monatlichem, mit größter Geduld ertragenem Leiden, jedoch schnell und unerwartet, im Alter von 55 Jahren 10 Monaten in ein besseres Jenseits abzuberufen.
Steinburg, Straubing, 9. Februar 1908
Der tieftrauernde Gatte
Michael Laschinger.
Joseph Laschinger, Sohn,
Maria Laschinger,
Schwiegertochter,
nebst übrigen Verwandten
Die Beerdigung findet Hindernisse halber erst statt am Mittwoch den 12. Februar vormittags 9 Uhr mit darauffolgendem Gottesdienst in Hunderdorf.
Quelle: Straubinger Tagblatt 11.02.1908


Hunderdorf, 27. März. (Lichtbildervorstellung.) Der katholische Burschenverein, wohl der rührigste unter den hiesigen Vereinen, hielt am Josephitag eine große Lichtbildervorstellung mit Vortrag über die Reise nach Lourdes ab. Herr Kooperator Fuchs in Mintraching, ein geborener Degernbacher, war der Arrangeur des Ganzen und kann unser Verein auf einen derartigen Besuch stolz sein. Der Burschenverein hat nun von Herrn Kooperator Fuchs den Projektionsapparat angekauft, was ermöglichte, am Feste Maria Verkündigung nochmals eine Vorstellung zu geben. Es werden von nun ab das Jahr hindurch mehrere Vorstellungen abgehalten. Am Feste Mariä Verkündigung hatten sich einige Burschen aus Pfelling eingefunden, welche beabsichtigen, in nächster Zeit auch einen Burschenverein ins Leben zu rufen, sodaß wohl die Möglichkeit immer näher rückt, einen Gauverband bilden zu können.
Quelle: Straubinger Tagblatt 28.03.1908


Todes-Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen heute nachm. ½ 2 Uhr unsere innigstgeliebte Mutter, Großmutter und Schwester,
Frau Karolina Kittenhofer,
Viehhändlerswitwe von Hunderdorf,

nach 2tägiger Krankheit und Empfang der hl. Sterbsakramente im Alter von 50 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Um stilles Beileid bitten
Die tieftrauernden Geschwister Kittenhofer.
Die Beerdigung findet am Samstag 18. April vorm. 9 Uhr in Hunderdorf statt, die hl. Seelengottesdienste werden am Ostermontag u. Dienstag jedesmal vorm. ½ 10 Uhr dortselbst abgehalten.
Quelle: Straubinger Tagblatt 18.04.1908


Hunderdorf, 21. April. (Große Sterblichkeit.) Vom Karfreitag auf Karsamstag waren 4 Leichen Erwachsener aufgebahrt, darunter 2 von 20jährigen lungensüchtigen Mädchen.
Quelle: Straubinger Tagblatt 23.04.1908


Hofdorf i. bayer. Walde, 22. April. (Orkan.) Ein orkanartiger Sturm stürzte in der Nacht von Ostersonntag auf -Montag das mit hohen Kosten erst neuerbaute Gartenhaus des Privatiers Michael Landgraf zusammen. Der Krach, den der Zusammenbruch der Villa verursachte, versetzte die Nachbarn in nicht geringen Schrecken.
Quelle: Straubinger Tagblatt 24.04.1908


Hunderdorf, 22. April. (Radlerpech.) Zwei Sportsfreunde radelten am Ostermontag die steile Anhöhe zwischen Pürgl und Haggn hinunter. Der vordere Radler fuhr dabei unabsichtlicherweise auf einen Stein, was zur Folge hatte, daß er mit dem Straßenboden Bekanntschaft machte. Da nun sein Freund unmittelbar hinter ihm fuhr, konnte derselbe nicht mehr bremsen oder ausweichen und kam infolgedessen auch zu Fall. Beide erlitten nicht unbedeutende Verletzungen. Die Maschinen wurden dabei selbstverständlich beschädigt und mußten von ihren Besitzern nach Hause geschoben werden.
Quelle: Straubinger Tagblatt 24.04.1908


Hunderdorf, 28. April. (Der Obstbauverein) hielt am letzten Sonntag im Deschlschen Gasthause in Hofdorf Generalversammlung, verbunden mit Verlosung von Obstbäumen ab. Der Vorstand, hochw. Herr Pfarrer und Distriktschulinspektor Gruber, eröffnete dieselbe und hielt einen kurzen Rückblick auf das verflossene Vereinsjahr. Ferner empfahl er die Gerätschaften des Vereins zur eifrigen Benützung; insbesondere wies Redner auf die Raupenvertilgung hin. Sodann nahm der Oekonom Poiger in Stetten die Obstbaumverlosung vor. Es waren 34 Stück Aepfel-, Birn- und Kirschbäume, welche aus den Müllerschen Baumschulen in Karlstadt bezogen wurden.
Quelle: Straubinger Tagblatt 30.04.1908


Hunderdorf, 3. Mai. (Verlegung der Postagentur.) Kaum zu glauben aber war es, als wir vor einigen Tagen hörten, daß die hiesige erledigte Postagentur nach dem ¼ Stunde entfernten Orte Apoig verlegt wird. Was mag wohl der Grund dazu sein? Wären doch auch hier im Orte Lokalitäten und auch Stellenbewerber vorhanden gewesen. Hunderdorf, der Sitz eines Pfarramtes und einer Distriktschulinspektion, einer Kirchen- und Armenverwaltung, von 16 ansässiger Gewerbetreibenden, hat gewiß genügend Grund, gegen die Verlegung der Postagentur nach Apoig Einspruch zu erheben. Bei 30 Zeitungen konnten täglich von den Abonnenten selbst abgeholt werden, was den meisten von jetzt ab wegen der Entfernung nicht mehr möglich ist. Für die Umgebung wurden die Zeitungen von den Schulkindern abgeholt. Dies wird in Zukunft auch nicht mehr möglich sein, da die Kinder ohnehin schon einen Schulweg von ½ – 1 Stunde zu machen haben. Man wird nun geltend machen wollen, die Verlegung sei mit Rücksicht auf Windberg geschehen. Das dürfte nicht ganz zutreffend sein, da Windberg ja ohnehin eine öffentliche Telephonstelle besitzt und täglich eine zweimalige Postzustellung gewährt war. Vor elf Jahren erhielt Hunderdorf eine Posthilfsstelle, welche 1903 in eine Agentur umgewandelt wurde. Mit der Agentur wurde auch eine öffentliche Telephonstelle eingerichtet, die ebenfalls verlegt wurde. Einsam sieht man noch den Briefkasten hängen; ob der noch dem Dorf erhalten bleibt? Die Bewohner des Dorfes protestieren gegen die Verlegung der Postagentur nach Apoig, da dieses ohne Rücksicht auf erstere geschehen ist. Vielleicht wäre es dem kgl. Oberpostamte möglich, hier Abhilfe zu schaffen und einen die Einwohnerschaft zufriedenstellenden Ausweg zu finden.
Quelle: Straubinger Tagblatt 05.05.1908


Todes-Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute früh 5 Uhr meine geliebte Mutter, die ehrengeachtete
Frau Barbara Gruber,
Bauerswitwe von Löwendorf,

im Alter von 84 Jahren, wohlvorbereitet durch öfteren Empfang der hl. Sterbsakramente, zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Um gütige Anteilnahme an unserem Schmerze wird gebeten.
Hunderdorf, 7. Mai 1908.
Der Sohn Pfarrer Wolfgang Gruber,
Kammerer, Kgl. Distriktschulinspektor.
Die Enkelin Babette Roider.
Die Beerdigung mit Vigil, Libera und Seelengottesdiensten findet Samstag 9 Uhr in Hunderdorf statt.
Quelle: Straubinger Tagblatt 09.05.1908


Hunderdorf, 11. Mai. (Sport.) Mit Beginn des Frühjahrs setzen auch die sportlichen Veranstaltungen ein. Ruder-, Rad- und Pferdesport leben wieder auf und auch die – Hunderennen sind dann nichts seltenes mehr. Allerdings kommt diesen wenig Bedeutung zu, wenn auch vor kurzer Zeit ein Verein zur Züchtung reiner Hunderassen gegründet worden ist, dessen Sitz in Regensburg sich befindet. Doch kann daraus geschlossen werden, daß in Zukunft der Zucht von Sportshunden mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden wird. Der als Hunde-Traineur bestgekannte Oekonom Johann Dietl in Münster kann sich rühmen, auf dem Gebiete der Züchtung reiner Hunderassen große Erfolge zu haben. Seine Hunde zeichnen sich durch große Gelehrsamkeit aus und erringen in vielen Renner Preise. Es wäre zu wünschen, daß auf diesem Gebiete mehr geschehen würde, da doch schöne Hofhunde dem einsamen stillen Dorfbilde einen gewissen Reiz verleihen würden.
Quelle: Straubinger Tagblatt 13.05.1908


Hunderdorf, 4. Juni. (Zur Verlegung der Postagentur) wird uns geschrieben: Gegen die Verlegung der Postagentur in die Restauration ist bekanntlich Protest erhoben worden. Die Gründe, die angeführt werden, sind verschieden und mögen auch berechtigt sein. Aber trotzdem muß betont werden, daß die Postagentur nicht blos für Hunderdorf allein da ist, sondern daß die Bürger anderer Orte ein Interesse an einer bequemen Postzustellung haben. Es ist ihnen daher nicht zu verargen, wenn sie, um eine solche zu erreichen, der Verlegung der Postagentur in den Zentralpunkt von Hunderdorf gänzlich abhold sind. Der drittgrößte Ort im Postbezirke dürfte wohl auch Anspruch auf das haben, was entlegenen Einöden schon längst gewährt ist. Der Wunsch, die Straubinger Zeitungen noch am Erscheinungstage zu bekommen, dürfte kein allzu anspruchsvoller, sondern durchaus recht und billig sein. Denn es gibt auch Gewerbetreibende und Bürger, die aus einer rechtzeitigen Postzustellung Nutzen ziehen können.
Quelle: Straubinger Tagblatt 06.06.1908


Hunderdorf, 19. Juni. (Theater.) Der kath. Burschenverein gibt am Sonntag, 21. Juni, eine Theatervorstellung mit Konzert. Zugleich ist Namensfestfeier des hochw. Herrn Präses, Kooperator Alois Wiesner. Zur Aufführung gelangt: „Der letzte Streich eines Leutnantsburschen“; „Ein fideler Kellner“ und „Die drei Ohnefurcht“.
Quelle: Straubinger Tagblatt 21.06.1908


Hunderdorf, 19. Juni. (Einbruch.) Bei Hrn. Restaurateur Sandbiller wurde im Eiskeller eingebrochen. Das Schloß war mit einer Eisenstange weggesprengt. Bei der großen Hitze ist es kein Wunder, daß es die Diebe zumeist auf das Boer abgesehen hatten, wozu Leberkäse und Würste auch nicht schlecht schmecken. Die vielen Diebstähle in unserer Gegend lassen vermuten, daß man es mit einer organisierten Diebesbande zu tun habe.
Quelle: Straubinger Tagblatt 21.06.1908


Hunderdorf, 22. Juni. (Namensfestfeier.) Eine wohlgelungene Theatervorstellung veranstaltete der katholische Burschenverein am Namenstage seines Hochw. Herrn Präses. Von den Dilettanten wurden die Stücke zur Zufriedenheit aller Anwesenden aufgeführt und reicher Beifall lohnte die Bemühungen der Mitspielenden. Der Besuch war ein über Erwarten großer. Auf vielseitiges Verlangen wird am Sonntag, den 28. Juni nochmals eine Vorstellung mit geändertem Programm gegeben, um auch jene, welche diesmal am Erscheinen gehindert waren, Gelegenheit zu geben, sich die Vorstellung anzusehen. Es wird gewiß niemand unbefriedigt den Saal verlassen.
Quelle: Straubinger Tagblatt 23.06.1908


Aus dem Vorwalde, 1. Juli. (Diebesbande.) Schon wieder ein Einbruch! In erschreckender Weise mehren sich in neuerer Zeit die Einbrüche in unserer Gegend. Beim Gastwirt Zollner in Neukirchen wurden seit kurzer Zeit zum zweitenmale und zwar am vergangenen Samstag die Vorräte im Keller einer gründlichen Revision unterzogen. Diesmal kamen die Sukzen an die Reihe. Schier 30 Stück davon fielen den „Herren Einbrechern“ zum Opfer. Zum Transporte derselben beraubten sie ein Kopfkissen ihres Ueberzuges, in welchen sie die Fleischstücke taten. Zur Stillung ihres Durstes nahmen sie 15 Kracherl mit. Dann wünschten sie dem Wirte noch schriftlich eine „gute Mahlzeit“ und entfernten sich wieder durchs Fenster, dessen Eisenstangen sie mit einem Prügel ausgewogen hatten. Unzweifelhaft steht fest, daß diese Einbrüche nicht von einer, sondern von mehreren Personen verübt werden, zumal sie einem Wirte in Obermühlbach zwei Fäßlein Bier in einer Nacht forttrugen. Ferners ist nicht zu bezweifeln, daß dieser Bande eine lokalkundige Person angehört. Hoffentlich gelingt es bald, dieser Bande habhaft zu werden; es ist dies um so mehr zu wünschen, als gerade jetzt, zur Heuernte und folgenden Getreideernte die Leute so vielfach von ihrem Hause abwesend sind und in beständiger Angst um ihr Hab und Gut sein müssen.
Quelle: Straubinger Tagblatt 02.07.1908


Hunderdorf, 30. Juni. (Erstochen.) Eine schreckliche Kunde durchlief vorgestern abends 8 Uhr unseren sonst so stillen Ort. Schuhmachermeister Xaver Barth ist von dem Oekonomen Joseph Gigler erstochen worden, hieß es. Niemand wollte es glauben, aber leider konnte man sich selbst davon überzeugen. Nach einem kaum nennenswerten Spielstreite und zweimaligem ernstem Wortwechsel mit Barth verließ Gigler das Gasthaus, um sich nachhause zu begeben. Barth eilte ihm nach. Unmittelbar außerhalb der Haustüre versetzte Gigler dem nacheilenden Barth den verhängnisvollen Stich in die Herzgegend. Der Schwerverletzte taumelte mit den Worten: „Ich glaube, er hat mich gar gestochen!“ noch in das Gastzimmer zurück, wo er sofort zusammenstürzte. Anwesende Gäste wollten ihn in seine Wohnung verbringen, nach einigen Minuten und Empfang der heil. Letzten Oelung war er jedoch verschieden. Barth hinterläßt eine Frau mit fünf Kindern. Der Täte Oekonom Gigler wurde von der hievon telephonisch in Kenntnis gesetzten Gendarmerie in Bogen sofort verhaftet.
Quelle: Straubinger Tagblatt 02.07.1908


Hunderdorf, 2. Juli. (Besitzwechsel.) Der ehemalige Besitzer von Breitfeld, Johann Blasini, hat nun um den Preis von 9500 Mark das 11 Tagwerk umfassende Kittenhofer Anwesen käuflich erworben. Die notarielle Verbriefung hat bereits stattgefunden.
Quelle: Straubinger Tagblatt 04.07.1908


Todes-Anzeige.
Gotte dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere innigstgeliebte Mutter und Schwiegermutter, die ehrengeachtete
Frau Kreszenz Bräuherr,
Müllerswitwe in Gaishausen,

heute früh halb 7 Uhr nach längerem schmerzl. Leiden und öfteren Empfang der hl. Sterbsakramente im 56. Lebensjahre zu sich in ein besseres Jenseits abzuberufen.
Um stilles Beileid bitten
Gaishausen, Bogen, Uttendorf, 19. Juli 1908.
Die tieftrauernden Kinder:
Joseph Bräuherr, Müller,
Johann Bräuherr,
Xaver Bräuherr,

Balbina Gall, geb. Bräuherr,
Therese Bräuherr, geb. Baumgartner,
Kath. Bräuherr, geb. Bielmeier, Schwiegertöchter.
Josef Gall, Schwiegersohn.
Die Beerdigung findet am Dienstag den 21. Juli vormitt. 9 Uhr vom Hause aus nach Hunderdorf statt. Der Siebente und Dreißigste werden am Mittwoch den 22. Juli früh 9 Uhr in der Pfarrkirche dortselbst abgehalten.
Quelle: Straubinger Tagblatt 02.07.1908


Hunderdorf, 7. Aug. (Der Kampf um die Postagentur) dauert fort. Die Lage ist ernst genug geworden. Der weitaus größte Teil des Postbezirks will die Agentur in der Restauration haben. Der Kampf dürfte insoferne so schnell nicht zu Ende gehen, als erst kürzlich Vertreter der Ortschaften bezüglich der Verlegung der Postagentur beim Kgl. Bezirksamte vorstellig geworden sind. Auch vom Herrn Reichs- und Landtagsabgeordneten Schefbeck wurde Auskunft über diese Angelegenheit erholt. Ob es sich aber überhaupt verlohnt, dem jetzigen Agenturinhaber die Agentur wegzunehmen, nur um sie etwa 6 Minuten weiter nach Norden zu bringen, das muß mehr als zweifelhaft erscheinen. (Im übrigen mischen wir uns in dem Kampf der Parteien gar nicht ein. Red.)
Quelle: Straubinger Tagblatt 09.08.1908


Hunderdorf, 11. Aug. (Der Kampf um die Postagentur.) Gegenüber dem Artikel vom 7. Aug. möchte man doch fragen, mit wem wird denn eigentlich der Kampf geführt? Hunderdorf hat ja nur bei der Verlegung der Postagentur sein volles Recht verlangt, da dieselbe für Hunderdorf und nicht für Windberg mit Apoig, genehmigt wurde. Da Windberg ohnehin zweimalige Zustellung durch die Post hat und eigenes Telephon besitzt, so wird doch niemand mehr behaupten wollen, daß die Agentur mit Telephon in dem Orte Apoig bleiben soll. Der größte Teil der hiesigen Geschäftsleute bezieht seine Bedürfnisse von auswärts und die Bestellungen u. dgl. Machen einen großen Prozentsatz der täglichen Korrespondenzen aus. Auch das Telephon wird von Geschäftsleuten zumeist in Anspruch genommen. An Geschäftsleuten hat außerdem Hunderdorf wohl einen größeren Prozentsatz als Windberg und Apoig aufzuweisen. Hier befindet sich außer dem Dekanat, die Distriktschulinspektion etc. etc. 20 ansässige Gewerbetreibende, wovon wohl kaum einer für den Verbleib der Agentur in der Restauration zu Apoig eintreten wird. Daß die Postagentur wieder nach Hunderdorf zurückverlegt wird, dafür hat auch die Umgebung großes Interesse. Es wird dadurch vielen wieder möglich, ihre Zeitungen durch die Schulkinder abholen zu lassen, was sonst nicht der Fall sein kann, da die Kinder immerhin schon einen beschwerlichen Weg zur Schule haben und man von diesen nicht verlangen will, daß sie in der jetzt ¼ Stunde entfernten Agentur die Zeitungen holen. Möge die Angelegenheit bald einen günstigen der Allgemeinheit entsprechenden Abschluß finden.
Quelle: Straubinger Tagblatt 13.08.1908


Hunderdorf, 17. Aug. (Feuerwehr-Ehrenzeichen.) Das durch Allerhöchste Verordnung vom 24. Juni 1884 gestiftete Ehrenzeichen für Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren wurde an nachfolgende Feuerwehrmänner verliehen und am Feste Mariä Himmelfahrt von Herrn Bürgermeister Joseph Rothammer mit einer zweckentsprechenden Ansprache an die Brust geheftet: Jos. Baier, Kaufmann von hier; Wolfgang Dierfeldner, Oekonom von Thananger; Georg Schötz, Bahnexpeditor von Apoig; Johann Staudinger, Oekonom von Hofdorf; Rupert Härtenberger, Schreinermeister von hier; Johann Diewald Oekonom von Lindfeld; Johann Hornberger Oekonom von hier; Joseph Schleinkofer, Oekonom von hier und Xaver Dorfner, Maurermeister von Apoig. Bei gemütlicher Unterhaltung und unter den Klängen der Musikkapelle Klein wurde sodann der Abend verbracht. Herr Vorstand Joseph Hösl dankte dem Herrn Bürgermeister für seine Bemühungen und brachte ein dreifaches Hoch auf die geehrten Feuerwehrmänner aus. Ein von Herrn Bürgermeister Joseph Rothammer ausgebrachtes Hoch galt dem Protektor der freiwilligen Feuerwehren, Sr. Kgl. Hoheit dem Prinzregenten.
Quelle: Straubinger Tagblatt 19.08.1908


Hunderdorf, 27. Aug. (Gewerkschaftsversammlung.) Am kommenden Sonntag nachmittags 3 Uhr findet im Baierschen Gasthause eine Gewerkschaftsversammlung des christlichen Keramarbeiterverbandes statt; da auch sozialdemokratische Redner erscheinen werden, dürfte die Versammlung sehr interessant werden und eine zahlreicher Besuch zu erwarten sein.
Quelle: Straubinger Tagblatt 29.08.1908


Hunderdorf, 27. August. (Die Postagentur) bleibt nach einer von der höchsten zuständigen Stelle dem jetzigen Agenturinhaber gewordenen Mitteilung, wie vorauszusehen war, in der Restauration zu Apoig. Mit dieser behördlichen Verfügung können wohl alle die nicht gar zu anspruchsvoll sind, zufrieden sein.
Quelle: Straubinger Tagblatt 29.08.1908


Hunderdorf, 31. Aug. (Brand.) Wie bereits kurz gemeldet, ist Freitag früh der Stadel des Metzgerhofes im benachbarten Grub abgebrannt. Es wird Brandstiftung vermutet und wurde der Tat dringend verdächtig ein alter Mann aus der Wetzelsberger Gegend im bayer. Wald von der telephonisch verständigten Gendarmerie verhaftet.
Quelle: Straubinger Tagblatt 01.09.1908


Steinburg, 8. Septbr. (Obstverpackungskurs.) Allgemeinen Wunsche entsprechend, wird am Dienstag, den 15. September, vormittags 8 Uhr beginnend, in der Brauerei dahier Herr Kreiswanderlehrer Grill einen eintägigen Obstverpackungskurs abhalten. Die Vorträge werden unentgeltlich ausgeführt. Der Zweck der Zusammenkunft wird sein, den Bewohnern des obstreichen Bayerwaldes einmal die rechte Art und Weise der Verpackung durch praktische Unterweisungen und Demonstrationen vor Augen zu führen. Es gibt allerdings Leute, welche diesen Kursus als nutzlos betrachten, was jedoch nicht zutrifft. Es ist ja bekannt, daß in unseren Gegenden ein herrliches Obst wächst, das auf dem Obstmarkt von vielen Obstbauern und Einheimischen weit unterschätzt wird. Es gedeihen bei uns Aepfel ec. der besten und edelsten Obstsorten; trotzdem geht es schwer, auf den großen Obstmärkten für unser Produkt einen entsprechenden Preis zu bekommen, weil nämlich unsere Leute die Aberntung des Obstes und die weitere Behandlung nicht begreifen wollen resp. Zu wenig verstehen. Es ist dieses aber ein wesentlicher Umstand, der sich sehr stark in die Preisbildung bemerkbar macht.
Quelle: Straubinger Tagblatt 11.09.1908


Todes-Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute vorm. 9 Uhr unsere innigstgeliebte, treubesorgte Gattin, Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante, die ehrengeachtete
Frau Maria Sträußl,
Hofbesitzers-Gattin von Sollach,

nach Empfang der hl. Sterbsakramente in einem Alter von 30 Jahren sanft und ruhig zu sich in ein besseres Jenseits abzurufen.     Um stilles Beileid bittet
Sollach, Neran, Hofdorf, 25. Sept. 1908.
Der tieftrauernde Gatte
Joseph Sträußl
mit einen 3 unmündigen Kindern

zugleich im Namen der übr. Verwandten.
Die Beerdigung findet am Montag, 28. ds. vorm. 10 Uhr mit 2 Leichengottesdiensten in Hunderdorf statt. 2 hl. Aemter mit Vigil u. Libera werden am Dienstag, 29. ds. vorm. Halb 10 Uhr dortselbst abgehalten.
Quelle: Straubinger Tagblatt 27.09.1908


Hunderdorf, 4. Okt. (Unglücksfall.) Der Gütler Josef Mandlinger von Hoch hatte sich in den Sollingerschen Tongruben in Berndorf durch Ueberanstrengung eine schwere innere Verletzung zugezogen. Von ärztlicher Seite wurde ihm nun gedeutet, daß er sich einer Operation unterziehen müsse. Mandlinger begab sich daher zu diesem Zwecke nach Bogen, wo die Operation zwar glücklich vollzogen wurde, jedoch den Tod des Mandlinger herbeiführte.
Quelle: Straubinger Tagblatt 06.10.1908


Hunderdorf, 4. Okt. (Stiftungsfest.) Der kath. Burschenverein begeht am Sonntag den 8. November sein 2. Stiftungsfest, zu welchem auch Hochw. Herr Expositus Braun, Redakteur des Burschenblattes, sein Erscheinen zugesagt hat.
Quelle: Straubinger Tagblatt 06.10.1908


Hunderdorf, 6. Nov. (Burschenfest.) Morgen Sonntag, 7. November, feiert der Burschenverein sein 2. Stiftungsfest. Alle Nachbarsvereine sind zu diesem Fest geladen. Das Festprogramm lautet: Früh ½ 7 Uhr Generalkommunion; ½ 8 Uhr Frühschoppen im Edbauerschen Gasthause; 9 Uhr Festgottesdienst mit Festpredigt, gehalten von Hochw. Herrn Pfarrer und Dekan Wolfgang Gruber. Nachmittags 3 Uhr im Vereinslokal große Festversammlung. Referent Hochw. Herr Expositus Braun, Redakteur des Burschenblattes. Hierauf gesellige Unterhaltung mit Konzert und komischen Vorträgen. Das Fest verspricht großartig zu werden, so daß auch von seiten der Bürger ein starker Besuch zu erwarten sein dürfte.
Quelle: Straubinger Tagblatt 08.11.1908


Hunderdorf, 10. Dez. (Der kath. Burschenverein) hielt am Feste Mariä Empfängnis seine statutengemäße Jahresversammlung ab. Dieselbe war von Mitgliedern zahlreich besucht und konnten alle Punkte der Tagesordnung glatt erledigt werden. Dem Jahresberichte des Schriftführers Johann Staudinger war zu entnehmen, daß die Gründung des Vereins mit 18 Mitgliedern erfolgte, und 22 Neuaufnahmen erfolgten. Ausgetreten sind 3 Mitglieder. Die Zahl der außerordentlichen Mitglieder beträgt 3, sodaß der Verein jetzt 40 Mitglieder stark ist. Der Kassabericht wurde von Rup. Härtenberger erstattet. Die Einnahmen betrugen 216,05 Mark, denen Ausgaben im Betrage von 191,57 Mark gegenüber stehen, sodaß ein Aktivrest von 24,18 Mark verbleibt. Die Neuwahl der Vorstandschaft ergab folgendes Resultat: Vorstand Karl Härtenberger, Kassier Johann Staudinger; weitere Vorstandsmitglieder und Kassenrevisoren sind: Jakob Hien, Joseph Fruhstorfer, Johann Feldmeier und Xaver Barth. Zum Schriftführer wurde Rupert Härtenberger gewählt. Der hochw. Herr Präses, Kooperator Alois Wiesner stellte dem Verein Jugendschriften zur Verfügung, welche an die Mitglieder zum Lesen abgegeben wurden.
Quelle: Straubinger Tagblatt 12.12.1908


Hunderdorf, 20. Dez. (Gnadengeschenk.) Die Gütlerswitwe Franziska Kerscher von Hoch bei Hunderdorf, deren Ehemann vor einigen Wochen im Walde des Herrn Kommerzienrat Dendl von einem umfallenden Baumstamme erschlagen wurde erhielt von der kgl. Hofkasse ein Gnadengeschenk von 50 Mark.
Quelle: Straubinger Tagblatt 22.12.1908

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