1987# 12

Adventnachmittag beim VdK
Hunderdorf/Windberg.
Ver Verband der Kriegs- und Wehrdienstopfer, Behinderten und Sozialrentner (VdK) verband am Sonntag die Adventsfeier mit einem Kurzausflug. über 70 Mitglieder und Freunde des Verbandes konnte der 1. Vorsitzende im Gasthaus Anleitner in Gneißen begrüßen. Das Programm für die Nachmittagsfeier wurde in zwei Teile gegliedert, in einem besinnlichen und lustigen Teil. Mit einem besinnlichen Musikstück eröffnete auch gleich das Waldler-Duo die Feier. Mit ernsten und lustigen Beiträgen warteten die Mitglieder Martha Hofmann und Franz Gruber auf und sorgten damit für die nötige Abwechslung und Auflockerung im Programm. Ganz stad wurde es im großen Saal als Gruber die Briefe eines Soldaten aus Stalingrad, betitelt „Sein letztes Lebenszeichen“, vortrug. Für Unterhaltung sorgte auch das Duo Mühlbauer/Obermeier.
Quelle: Bogener Zeitung, 01.12.1987


Bürger wünschen Rad- und Gehweg
Friedhofsatzung bei Informations- und Diskussionsstunde der Freien Wählergemeinschaft kritisiert
Hunderdorf.
Vor allem in Hinblick auf mehr Sicherheit halten es zahlreiche Gemeindebürger für notwendig, zwischen Hunderdorf und Steinburg einen Rad- und Gehweg zu bauen. Dieser dringende Wunsch wurde am Sonntag bei einer Informations- und Diskussionsveranstaltung der Freien Wählergemeinschaft Hunderdorf-Steinburg-Gaishausen im Gasthof Sandbiller geäußert. Kritisiert wurde, daß die Friedhofsatzung zu wenig eigene Gestaltungsfreiheit lasse.
Vorsitzender Johann Feldmeier begrüßte unter den Anwesenden besonders den I. Bürgermeister Egon Weinzierl, die Gemeinderäte Johann Dietl, Max Höcherl, Josef Schießl und Georg Spielbauer. Er bedauerte, daß zu dieser Veranstaltung, die für die Hunderdorfer Bürgerinnen und Bürger gedacht war, nicht mehr Besucher gekommen waren, meinte aber, man könne dies auch als Zeichen der Zufriedenheit bei den Bürgern auffassen.
Zunächst zeigte 1. Bürgermeister Weinzierl in einem detaillierten Bericht die Maßnahmen und Tätigkeiten während dieses Jahres auf. Sie reichten von großen Aufgaben wie Straßen- und Wegebau, Baugebietserweiterungen, Kanalisation Gaishausen, Feuerwehrgerätehaus Steinburg über Renovierungsarbeiten an der Volksschule Hunderdorf, der Kapelle Rammersberg und der Pumpenanlage im Klärwerk bis hin zu kleineren Anschaffungen wie ein Boiler für das Sportheim Hunderdorf, Handsprechfunkgeräte für die Freiwillige Feuerwehr Au vorm Wald, ein Kompressor und ein Steckgerüst als weitere Ausstattung des Bauhofes der Verwaltungsgemeinschaft Hunderdorf. Trotz dieser umfangreichen Leistungen liege man mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von derzeitig 475 Mark keinesfalls ungünstiger als viele Gemeinden mit ähnlicher Einwohnerzahl. Erfreulich sei es, so der Bürgermeister, daß des öfteren Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde auch ein Lob aussprächen, vor allem für den sehr guten Zustand der Gemeindestraßen und der öffentlichen Wege, aber auch für die freundliche und zuvorkommende Art beim Verwaltungspersonal. Hierbei bestätige sich, so Weinzierl, daß der Grundsatz der Freien Wählergemeinschaft, bürgernah und bürgerfreundlich zu sein, doch ein richtiger sei.
Vorsitzender Feldmeier dankte dem 1. Bürgermeister für seine Ausführungen, der auch von den Versammelten anerkennenden Beifall erhielt und leitete zur Diskussion einzelner Inhalte und Vorschläge über. Generell wurde die Notwendigkeit eines Rad- und Gehweges zwischen den Gemeindeteilen Hunderdorf, und Steinburg hervorgehoben. So ein Weg würde zu mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer beitragen, hieß es. Dabei denke man besonders an Personen und Kinder des Gemeindebereiches Steinburg, die zu kirchlichen Anlässen, zur Sportanlage oder zur Gemeindeverwaltung doch die Staatsstraße nach Hunderdorf nehmen müssen.
Ebenso einhellig stieß die derzeit gültige Friedhofsatzung auf Kritik. Sie sei zu eng ausgerichtet, wenn z. B. keine dunklen, geschliffenen (jedoch pflegeleichten) Grabsteine, aber auch keine Grabplatten zulässig seien. Hier sei eine Satzungsänderung erforderlich, die dem Bürger größere Spielräume ermögliche.
Klargestellt wurde, daß die Größe des Feuerwehrgerätehauses in Steinburg deshalb erforderlich sei, da etwa 40 Prozent der Räumlichkeiten die Gemeinde selbst benötige, z. B. als Wahllokal, als Versammlungsraum (z. B. Mütterberatung), aber auch als Schulungsraum für die Jugendorganisationen einzelner Vereine. In diesem Zusammenhang wurde auch zugesichert, daß innerhalb der nächsten zwei Wochen auch das Feuerwehrfahrzeug, das zur Zeit bei einem Fuhrunternehmen eingestellt ist, wieder auf seinen angestammten Platz kommen wird. Gefragt wurde außerdem, ob sich in der Gemeinde die Veranstaltungstermine der Vereine und Verbände nicht besser koordinieren ließen. Dies könne nicht Aufgabe der Freien Wählergemeinschaft sein, die Vereine selbst müßten hier auf bessere Koordination achten. Letztlich ließen sich aber bei der großen Anzahl von Interessengruppen innerhalb der Gemeinde Terminüberschneidungen nicht immer ausschließen.
In diesem Zusammenhang fiel auch das Stichwort „FWG-Kappenabend“, dessen Terminierung und Planung jedoch dem Ausschuß der Freien Wählergemeinschaft zugewiesen wurde. Nach weiteren Aussprachen zu verschiedenen Punkten dankte Feldmeier allen Anwesenden für die entgegengebrachte Aufgeschlossenheit und für die faire Art der Diskussion.
Quelle: Bogener Zeitung, 02.12.1987


Sitzung des Gemeinderates
Hunderdorf.
In der am Donnerstag, dem 3. Dezember, 19.30 Uhr, im Sitzungssaal Hunderdorf stattfindenden Gemeinderatssitzung stehen folgende Punkte auf der Tagesordnung: Bericht des Rechnungsprüfungsausschusses und Feststellung der Jahresrechnung 1986, Vorkaufsrechtsanfragen, Zuschußgesuch Trachtenverein und Sonstiges.
Quelle: Bogener Zeitung, 02.12.1987


Patrozinium wird festlich gestaltet
Frater Anselm Scholz erhält Diakonweihe —1988 Firmung in der Pfarrei Hunderdorf
Hunderdorf. Die Mitglieder des Pfarrgemeinderates Hunderdorf trafen sich zu einer Arbeitssitzung im Gasthaus Baier-Edbauer. Nach der Begrüßung durch die stellvertretende Vorsitzende Ingrid Hentschirsch sprach Pfarrer Anton Högner über die Bedeutung des Kranzes, der symbolisch als Siegeszeichen gelte, und erläuterte die Bedeutung des Adventskranzes näher.
Nachdem Schriftführerin Therese Schießl das Protokoll über die letzte Sitzung vorgetragen hatte, hielten die Versammlungsteilnehmer Rückschau auf das abgelaufene Herbstprogramm. Dann besprach das Gremium die Gestaltung des in den Advent fallenden Festes des hl.

Bischof Nikolaus. Die Figur steht in der Hunderdorfer Pfarrkirche.

Nikolaus, des Kirchenpatrons der Pfarrkirche in Hunderdorf. Ein Choramt um 9.30 Uhr wird am 6. Dezember den Festtag entsprechend herausheben. Am Nachmittag werden um 14 Uhr im Rahmen einer Vesperandacht der Kirchenchor, der Kinderchor und junge Bläser aus der Pfarrei anstelle eines Adventssingens diese Feierstunde gestalten. Nach der Aussetzung des Allerheiligsten sind die Anbetungsstunden festgelegt, die um 17 Uhr mit einer Schlußandacht enden. Die Pfarrangehörigen sind zur Mitfeier eingeladen.
Auch in der diesjährigen Adventszeit werden sich die jungen Leute aus der Pfarrei zur sogenannten Frühschicht jeweils an den Sonntagen um 8 Uhr im Pfarrheim treffen. Bei gemeinsamem Gebet und Gesang und anschließendem Frühstück wollen sich die Teilnehmer auf die Feier der Geburt Christi vorbereiten. Mitglieder der KLJB werden am Sonntag, 13. Dezember, ab 13 Uhr Aas schon traditionelle „Altensingen“ durchführen. Kranke und Bettlägerige der Pfarrei werden mit einem Besuch erfreut. Am Heiligen Abend werden KLJB-Mitglieder wieder ihr Ideenstandl aufbauen und ihre zum Teil selbstgebastelten Gegenstände zum Verkauf anbieten.
Bei weiteren Terminabsprachen gab Pfarrer Högner bekannt, daß der ehemalige Pfarrassistent Frater Anselm Scholz am 12. Dezember um 10 Uhr in Vilsbiburg seine Diakonweihe erhalten werde. Interessierte Pfarrangehörige müßten mit Privatautos dorthin fahren. Die Gottesdienstzeiten an Weihnachten, Silvester und Neujahr bleiben so wie im vergangenen Jahr. Erfreulicherweise haben sich Mitglieder der KLJB und des PGR bereit erklärt, bei den vielen Vorbereitungsarbeiten in der Pfarrkirche mitzuhelfen. So werden am Dienstag, 22. Dezember, ab 8.30 Uhr Frauen zur gründlichen Reinigung des Gotteshauses gebeten, während ab 16 Uhr an diesem Tag Christbaumschmuck und Krippe angebracht bzw. aufgebaut werden. Bezüglich der Pfarrheimbenützung erklärte Pfarrer Högner, daß die Heizung ab dem kommenden Wochenende in Betrieb sei. Für die gründliche Sauberhaltung des Hauses sollte eine feste Person bestimmt werden. Aus einer Hausordnung, die demnächst erstellt würde, könnten alle Benützer ersehen, wie man sich in einem öffentlichen Gebäude verhalten sollte.
Ein weiterer Tagesordnungspunkt befaßte sich mit der Vorschau auf das Frühjahr 1988. Da im kommenden Jahr in der Pfarrei Hunderdorf das Sakrament der Firmung gespendet werden wird, möchte sich der Pfarrgemeinderat bemühen, einen passenden Referenten zum Thema Firmung für einen Vortragsabend zu finden. Dabei denken die Verantwortlichen daran, insbesondere die Eltern der Firmlinge und soweit möglich die Firmpaten einzuladen.
Die Mehrzahl der anwesenden Räte war mit dem Vorschlag einverstanden, in der Fastenzeit, eventuell am Wochenende 18./19. März, einen Einkehrtag zu besuchen. Pfarrer Högner werde deshalb versuchen, in Schweiklberg für diesen Zeitpunkt Quartiere zu bekommen. Die Priesterweihe von Frater Anselm wird am 4. Juni 1988 sein, während der Neupriester seine Primiz am 12. Juni in Hunderdorf feiern wird. Am 26. Juni 1988 begeht der Kath. Frauenbund Hunderdorf sein 20jähriges Bestehen.
Quelle: Bogener Zeitung, 03.12.1987


1.000 Mark für Kostenzer Kinderhaus
Junge Union Straubing-Bogen überreichte Spende aus dem Erlös des Schafkopfturniers
Straubing-Bogen. Die Junge Union des Landkreises Straubing-Bogen überbrachte dem St. Johannes Kinderheim in Kostenz den Erlös des traditionellen Schafkopfturniers. Die Leiterin des Hauses Schwester Rita bedankte sich bei der Jungen Union für die 1 000-Mark-Spende und für das Engagement in den zurückliegenden Wochen. Der Kreisvorsitzende Franz Schedlbauer dankte Max Löw dafür, daß dieser die Schirmherrschaft bei dem Turnier übernommen hatte. Seinen herzlichen Dank richtete er auch an Kreisrat Josef Breu, der die bisherigen zehn Schafkopfturniere geleitet hat.
Bei der Übergabe des Erlöses konnte der JU-Kreisvorsitzende Franz

Mitglieder der Jungen Union und Kreisvorsitzender Franz Schedlbauer zusammen mit Schwester Rita, Schirmherrn Max, Löw und Turnierleiter Josef Breu.

Schedlbauer zahlreiche JU-Mitglieder begrüßen. Sein besonderer Gruß galt dem Schirmherrn des Turniers, Kreisrat und Bürgermeister von Schwarzach Max Löw und dem Leiter der bisherigen JU-Schafkopfturniere Josef Breu. Schedlbauer wies darauf hin, daß der Erlös des Preisschafkopfturniers in der Vergangenheit immer karitativen Einrichtungen im Landkreis und der Stadt Straubing gespendet worden sei. Bisher wurde der Erlös der zehn durchgeführten Turniere, von insgesamt 10 000 Mark, gespendet. Schedlbauer übergab Schwester Rita einen Scheck in Höhe von 1 000 Mark und wies darauf hin, daß sich die Junge Union in den vergangenen Wochen sehr stark für das St. Johannes Kinderheim eingesetzt habe. Mit einer kleinen Aufmerksamkeit bedankte sich Schedlbauer bei Josef Breu, der bisher die zehn Turniere so erfolgreich geleitet hat. Einen Dank vom JU-Kreisvorsitzenden erhielt auch Max Löw, daß er die Schirmherrschaft für das JU-Preisschafkopfturnier übernommen und die Junge Union mit einer Spende unterstützt hat.
Löw wies in seinen Ausführungen darauf hin, daß das Turnier ein finanzieller Erfolg war. Er bedankte sich bei der Jungen Union für die soziale Einstellung. Er sei froh, daß die Junge Union im Landkreis so aktiv sei. Dies zeige auch der Einsatz für das St. Johannes Kinderheim in Kostenz. Die Junge Union habe in ihrer Resolution für das St. Johanneskinderheim „scharf geschossen“: Das Kreiskinderhaus in Straubing soll statt bisher vier- nur noch dreizügig ausgebaut werden.
Schwester Rita bedankte sich bei der Jungen Union für die Spende. Da Kostenz nahe am Skigebiet von Sankt Englmar liege, finde ein Teil der Spende sicherlich hier Verwendung. Sie zeigte den Mitgliedern der Jungen Union bei einem Rundgang durch das Haus die verschiedenen Einrichtungen. Schwester Rita erläuterte dabei, daß das Kinderheim zur Zeit nicht voll belegt sei und zwei Gruppen mit rund 20 bis 25 Kindern kurzfristig aufgenommen werden könnten.
Quelle: Bogener Zeitung, 03.12.1987


Paukenschlag bei Nolte:
250 Beschäftigte müssen bis Juni 88 gehen
Umstellung der Produktion ausschließlich auf qualitativ hochwertige Echtholzmöbel — Zweifel am Erfolg
Hunderdorf. Mit einem Paukenschlag endete gestern-nachmittag die emotional aufgeladene, nervöse Betriebsversammlung der Möbelfabrik Nolte in Hunderdorf: Bis 30. Juni des kommenden Jahres werden 250 Arbeitsplätze abgebaut! Dies teilte der aus Germersheim angereiste

Ratlos stehen die betroffenen Mitarbeiter vor dem Firmengebäude, um die Hiobsbotschaft zu vernehmen.

Geschäftsführer Arnold der aufgebrachten Belegschaft mit. Der Beschluß fiel bereits am Mittwochabend auf einer Sitzung der Geschäftsleitung im Pfälzer Hauptwerk. Damit haben sich die Gerüchte bestätigt, die schon seit längerer Zeit die Runde machten. Mit Wut, Verzweiflung und bitterem Humor nahmen die Beschäftigten bei Nolte diese Hiobsbotschaft zur Kenntnis. Und sie hegen den Verdacht, daß dies nur eine weitere Etappe auf dem Weg zur endgültigen Schließung des Werkes darstellt. Zwar beteuert Geschäftsführer Arnold, daß mit der Umstellung der Produktion ausschließlich auf wertvollere Echtholzmöbel, die mit dem Personalabbau einhergeht, das Hunderdorfer Werk nicht aufgegeben werde. Doch die Mitarbeiter sind skeptisch, ob sich die Firma auf dem hart umkämpften Möbelmarkt wird behaupten können.
Donnerstagnachmittag, gegen 15 Uhr, auf dem Betriebsgelände ,der Firma Nolte in Hunderdorf: Ratlos herumstehende Männer und Frauen vom Fließband, Sekretärinnen darunter, auf dem Vorplatz vor den Werksgebäuden. Nervös sind sie alle, wütend und unsicher, wie es weitergehen soll. „Wos soi i mit meine 51 Jahr jetzt macha?“, fragt einer der Arbeiter. „Mi nimmt doch neamd mehr. I konn doch net den ganzen Tog spazierngeh‘: Da soen d’Leit, Schaut’s doch den faulen Hund o. Der tuat den ganzen Tog nix“, macht sich der aufgebrachte Mann Luft. Verzweiflung spricht aus ihm, ebenso wie aus den verbitterten

Mit einem Totenkopf, Symbol für das sterbende Werk, demonstriert dieser junge Mann.

Wortfetzen, die hin- und herfliegen. Manche nehmen es scheinbar auf die leichte Schulter. Machen makabre Witze, um ihre Betroffenheit zu überspielen. Lachen, gaudieren zum Teil auch, doch merkt man deutlich, daß dies nur aufgesetzte Fassade ist.
Dann öffnen sich Werkstore, und heraus strömen gut weitere 100 Arbeiter. Sie kommen gerade von der Betriebsversammlung, die auf Wunsch des Betriebsrates für gestern nachmittag einberufen worden ist, um endlich Klarheit zu schaffen. Voraus ging dem eine Mitteilung der Geschäftsleitung in Germersheim, die am Abend zuvor beschloß, Hunderdorf zu einem reinrassigen Echtholzwerk auszubauen, nicht, Wie jetzt; da die Produktion zur einen Hälfte mit Kunststoffmöbel und die andere mit Echtholz abgewickelt wird. „Um damit“, wie sich Geschäftsführer Arnold bei der anschließenden Pressekonferenz ausdrückte, „eine Anpassung der Betriebsgröße und der Belegschaft an das Echtholzvolumen vorzunehmen. Das läuft auf eine Halbierung des/Betriebes hinaus.“ Das war die Mitteilung heute an die Belegschaft.
Dabei schien es Mitte September bei Nolte Hunderdorf wieder aufwärts zu gehen. Eine Pressekonferenz wurde damals eigens einberufen, um der Öffentlichkeit mitzuteilen, daß im Hunderdorfer Werk zehn Millionen Mark investiert würden, um den Betrieb zu modernisieren, umzustellen und damit letztendlich zu erhalten. Ein Dreijahresplan bis 1989 sei, wie

Spießrutenlaufen durch das Spalier der Angestellten für den Geschäftsführer, der die bittere Entscheidung mitteilen mußte.

Arnold versicherte, zusammen mit den Banken aufgestellt worden, um die Investition abzustützen. Diese Entscheidungen seien in der Annahme gefällt worden, daß ein Produktionsvolumen von etwa 85 bis 90 Millionen Mark erreicht werde. Dieser Investitionsentscheid habe auch vorausgesehen, daß sich der Echtholzbereich weiter positiv entwickele und Ende 1987 etwa 70 bis 75 Prozent des gesamten Umsatzes mit Echtholz erzielt werde. Tatsächlich liegt jedoch der Echtholzanteil bei 50 Prozent, und deshalb hätten die Umsatzpläne revidiert werden müssen. „Wir passen jetzt das Werk an den verbleibenden Echtholzumsatz an“. Damit müßten auch die Investitionspläne geändert und dem reduzierten Umsatzvolumen angeglichen werden.
Ernsthafter Versuch zum Neuanfang?
Wie Geschäftsführer Arnold versicherte, sei der Vorschlag, der für Hunderdorf erarbeitet worden ist, ein „ernsthafter Versuch“, ein Echtholzwerk zu betreiben auf der Basis der halben Betriebsgröße. Das setze Investitionen für die Echtholzproduktion voraus. Er räumte gleichzeitig ein, daß die Umstrukturierung „mit einigen Risiken behaftet“ ist. Das Ziel des Versuches sollte sein, zumindest die vollen Kosten zu decken.
„Wir spielen alles oder nichts!“
Betriebsratsmitglied Rückert erklärte, daß der Betriebsrat nicht gewillt sei, die Kündigungen hinzunehmen. Die Betriebsratsseite sei bisher davon ausgegangen, daß ein weiteres Gespräch stattfinden werde, um zusammen zu versuchen, die Belegschaft von derzeit rund 450 Beschäftigten zu halten. Mit gedämpftem Optimismus erhofft sich der Betriebsrat immer noch, daß dieses Gespräch zustandekomme. Rückert versicherte auch, daß der Betriebsrat nicht bereit sei, dieses von der Werksleitung erarbeitete Konzept, das in seinen Augen nicht ausgereift und daher wenig vielversprechend sei, mitzutragen.
Hans Sagstetter
Quelle: Bogener Zeitung, 04.12.1987


Gemeinderat über Nolte-Entlassungen bestürzt
Er will alles versuchen, um den Möbelbetrieb zu erhalten — Resolution wird erlassen — Darlehen für Kanalisation
Hunderdorf.
Mit den bevorstehenden Entlassungen bei der Firma Nolte befaßte sich der Gemeinderat bei einer Sitzung am Donnerstagabend. Einstimmig entschied der Gemeinderat, die vielen Beschäftigten und den Betriebsrat zu unterstützen und eine Resolution an den Firmenchef und an die Politiker zu verfassen, um die Betriebsverlagerung und die Massenentlassung abzuwenden. Des weiteren nahm der Gemeinderat Kenntnis vom Prüfbericht der Jahresrechnung 1986. Nachdem es keine Beanstandungen gab, beschloß der Gemeinderat einstimmig die Feststellung der Jahresrechnung 1986 mit 5 121 419 Mark.
Betroffen reagierte der Gemeinderat auf den Beschluß der Nolte-Geschäftsleitung, bis 30. Juni 1988 250 Arbeitsplätze abzubauen und in Hunderdorf nur mehr die Echtholzmöbelproduktion fortzuführen. Nachdem bereits 1986 rund 200 Arbeitsplätze abgebaut wurden und nunmehr auch die Kunststoffmöbelproduktion, die 50 bis 60 Prozent ausmacht, nach Gemersheim verlagert werden soll, teilte der Gemeinderat einmütig die Befürchtung des Betriebsrates und der Beschäftigten, daß dies nur ein weiterer Schritt auf dem Weg zur völligen Schließung des Werkes darstelle. Bestürzte Gemeinderatsmitglieder wiesen auch darauf hin, daß das Hunderdorfer Werk nicht das große Defizit im Noltekonzern verursacht habe. Zudem wurde für einen Betrieb in der Größenordnung von nur 200 Beschäftigten nur wenig Chancen gesehen, auf Dauer bestehen zu können. Die Geschäftsleitung, wurde kritisiert, habe kein brauchbares Firmenkonzept entwickelt, nachdem es noch Mitte September geheißen hatte, bei Nolte Hunderdorf gehe es wieder aufwärts und es würden zehn Millionen Mark investiert. Der Gemeinderat erklärte, alles zu versuchen, den Möbelbetrieb unter Beibehaltung der Kunststoffmöbelproduktion zu erhalten. Absolut kein Verständnis zeigten die Gemeinderäte, daß — wie uns Informationen zu vermuten sei — die Betriebsverlagerung zugunsten des Werkes Germersheim geschieht. Die Gemeinde wird eine entsprechende Resolution an den Firmenchef Georg Nolte richten, ebenso an den Wirtschaftsminister und die Politiker dieses Raumes.,
Gemeinderat Breu gab dann in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses den Prüfbericht der Jahresrechnung 1986 bekannt. Es waren keine besonderen Prüfvermerkungen festgestellt. Einwendungen wurden nicht erhoben und so stellte der Gemeinderat einstimmig die Jahresrechnung 1986 fest, die im Gesamthaushalt mit bereinigten Solleinnahmen in Höhe von 4 88 701 Mark gegenüber Sollausgaben in Höhe von 5 121 419 Mark.
Zur Kenntnis nahm der Gemeinderat auch einen Zuschußantrag des Trachtenvereins Hunderdorf, aufgrund dessen der Gemeinderat einen Zuschuß von 300 Mark für die Kinder- und Jugendarbeit bewilligte. Zur Kenntnis gegeben wurde dem Gemeinderat die Aufstufungsvereinbarung mit dem Landkreis. Demnach wird im Bereich der Gemeinde Hunderdorf mit Wirkung zum 1. Januar 1988 die Verbindungsstraße Hunderdorf – Sollach – Kleinlintach zur Kreisstraße aufgestuft. Die Strecke beginnt bei der Staatsstraße 2139 bei Betzlbacher, führt über die Hauptstraße, Quellenweg und Sollacher Straße zum Autobahnlängsweg. Der Gemeinderat stimmte der Vereinbarung einstimmig zu. Schließlich hatte er diese Aufstufung beantragt.
Des weiteren stimmte der Gemeinderat der Aufnahme eines bewilligten zinsgünstigen Darlehens in Höhe von 300 000 Mark für die Kanalisation Gaishausen — Hunderdorf zu. Dieses zinsgünstige Geld wurde von der Gemeinde aus einem Sonderprogramm des Staates beantragt. Für den Zweckverband zur Unterhaltung Gewässer dritter Ordnung wurde als weiterer Verbandsrat neben Bürgermeister Weinzierl Gemeinderat Max Höcherl bestimmt, sein Vertreter ist Gemeinderat Georg Spielbauer. Zugestimmt wurde vom Gemeinderat der Erweiterung der Straßenbeleuchtung in Steinburg um eine weitere Brennstelle. Ebenso soll für eine zusätzliche Straßenleuchte in Hofdorf ein Kostenangebot eingeholt werden. Der Gemeinderat wurde auch über. das Arbeitsprogramm der Flurbereinigung informiert. Demnach ist für den Bereich Gaishausen — Steinberg , (Staatsstraße 2139 Umgehung Steinburg) die Anordnung des Flurbereinigungsverfahrens nunmehr für 1990 vorgesehen. Der Gemeinderat beschloß anzufragen, ob es sich hierbei um eine Unternehmensflurbereinigung oder um eine allgemeine Flurbereinigung handelt.
Quelle: Bogener Zeitung, 05.12.1987


Skikurse der Skiabteilung
Hunderdorf.
Die Skiabteilung des Sportvereins Hunderdorf führt auch in diesem Winter wiederum Skikurse für Kinder und Erwachsene durch. Als Termine sind geplant, wenn die Teilnehmerzahl entsprechend groß ist: Erster Kurs: 26. 12. bis 30. 12.; zweiter Kurs: 2. 1. bis 6. 1. Bei der Anmeldung sollte auf dem Anmeldeformular der gewählte bzw. gewünschte Termin angekreuzt werden, damit die Abteilungsleitung rechtzeitig und entsprechend planen kann. Da die Skiabteilung über genügend ausgebildete Übungsleiter verfügt, können zahlenmäßig kleine Gruppen gebildet werden. Zudem ist für die Betreuung in der vereinseigenen Skihütte gesorgt. In den Gebühren sind auch Fahrtkosten und Verpflegung enthalten. Die Abfahrt erfolgt, wie jedes Jahr, um 9 Uhr am Schulhof in Hunderdorf. Die Skisachen können während des Skikurses in der Skihütte gelassen werden. Erstmals führt der Skiclub Hunderdorf auch einen Kurs für Langlauf durch. Auskünfte erteilt Abteilungsleiter Max Leonhardt (Tel. 09422/336). Anmeldungen sind ab sofort beim Abteilungsleiter und bei Heinz Hentschirsch (Tel. 09422/3915) möglich.
Quelle: Bogener Zeitung, 08.12.1987


ENDGÜLTIG AUS MIT DEM SCHIENENVERKEHR ist es auf der seit November 1986 stillgelegten Bundesbahnstrecke Steinburg-Bogen. Der seit einiger Zeit vorgenommene Gleisabbau von Konzell her hat am Dienstag im Bereich Gaishausen-Thananger die Gemeinde Hunderdorf erreicht. Am Mittwoch wurden die Gleise bei Hunderdorf in Richtung Hofdorf entfernt. Ein schwerer Kran der Deutschen Bundesbahn hob die Gleise aus dem Schotterbett im Bahndamm. Es erfolgte Verladung auf bereitgestellte Güterwaggons. Damit vollzog die Bundesbahn den letzten Akt der Bahnstillegung in diesem Gebiet, in dem die Eisenbahn über 90 Jahre lang fuhr.
Quelle: Bogener Zeitung, 11.12.1987


Standesamtliche Nachrichten
Bogen.
Das Standesamt Bogen meldet für den Monat November:
Geburten: Verena Maria Wenninger, Mariaposching, Fahrndorf; Susanne Reinhardt, Bogen, Stifterstraße 15; Dragana Suljid, Mitterfels, Bayerwaldstraße 26; Verena Schultz, Bogen, Ulrichstraße 3; Kathrin Regina Dietl, Steinach, Rotham 5; Andreas Eisenreich, Straßkirchen, Jägerweg 18; Maximilian Anstett, Wörth, Bergfeld la, (Ldkrs. Erding); Tobias Fritz Störmer, Bogen, Stadtplatz 23; Karina Schuh, Haibach, Roßhaupten 4; Elke Maria Fuchs, Bogen, Haid 17; Diana Hartmannsgruber, Windberg, Hauptstr. 4; Daniela – Hartmannsgruber, Windberg, Hauptstr. 4.
Eheschließungen: Knut Karl Maria Hellenbroich, Parkstetten, Schmiedfeld 36 und Maria Eva Schmalzl, Parkstetten, Schmiedfeld 36.
Sterbefälle: Rosina Schreiner, geb. Neidl, Steinach, Agendorf, Mitterfelser Str. 18; ,Theres Leitl, geb. Sepaintner, Schwarzach, Albertsried 3; Augusta Lipp, geb. Schwarzmüller, Mariaposching, Moos 111; Amalie Anna Rosenkranz, geb. Prestele, Straubing, Wittelsbacherstr. 16; Hedwig Schultz, geb. Wymetal, Bogen, Bayerwaldstr. 4; Paul Ernst Buhl, Bogen, Alexander-von-Humboldt-Str. 15; Cäcilia SchecIlbauer, Bogen, Stifterstr. 8; Friedrich Studener, Bogen, Irrn 6; Josef Fink, Mitterfels, Waldeckstr. 18; Theres Feldmeier, Bogen, Dr. Martin-Luther-Straße 2; Johanna Rothenöder, Bogen, Dr. Martin-Luther-Str. 2.
Quelle: Bogener Zeitung, 11.12.1987


Vergessenes Brauchtum – der „blutige Thamerl“
Der Monat Dezember mit den Adventswochen war früher reich an alten Bräuchen. Der „wilde Niklo“ (6. Dez.) mit seinem gefürchteten Knecht Ruprecht, die „wilde Luzia“ (13.Dez.) und der „blutige Thamerl“ (21. Dez.) waren der Schrecken der Kinder. In diesem letzten Monat des Jahres, wo die langen Nächte den Tag verdrängten, waren die Los- und Rauhnächte mit viel Aberglaube erfüllt.
Der Volksglaube zählte sie zu den wichtigsten Nächten des Jahres. In den Losnächten konnte man Fragen an das Schicksal und die Zukunft richten. Das Wort Los beinhaltet die Bedeutung von losen, wahrsagen. Das Losen wurde auf vielfältige Weise durchgeführt: Man warf einen Pantoffel zur Tür; schaute die Schuhspitze zum Ausgang, mußte nächstes Jahr jemand zur Tür hinaus. Das bedeutete Tod oder eine weite Reise. Junge Leute nahmen einen Arm voll Holzscheite. Ergab die Zahl der Scheite eine Paarzahl, so wurde bald geheiratet. Bleigießen und Zwetschgenbaumschütteln waren weitere Losspiele.
Mit dem 21. Dezember, am Tag mit der längsten Nacht im Jahr, feierte man den Sieg des Lichtes über die Finsternis, da von da an die Tage wieder länger wurden. Auf diesen Tag hat auch die Kirche das Fest des heiligen Thomas gelegt, der im Volke auch der „ungläubige Thomas“ genannt wird. Der „bluadige Thomerl“, auch „Damerl“, spielte als Schreckgespenst für die Kinder eine ähnliche Rolle wie die „wilde Luzia“. Man sprach vorn „Thama mit’m Hamma“ und erinnerte so an den hammerschwingenden Donar, den Gott der Germanen, der mit dem Hammer gegen die Wolken schlug und so den Donner verursachte. Mit diesem Hammer erschien der „wilde Thamerl“ in den Stuben der bösen Kinder, schlug damit auf den Tisch und drohte, den Bösewichten den Kopf einzuschlagen. In der Thomasnacht durften junge Mädchen im Traum den künftigen Geliebten schauen, wenn sie um Mitternacht im Bett aufknieten und sprachen:
„Strohsack, i druck di,
Hl. Thomas, i bitt di,
laß mir erscheinen
mit dem ich mich werde
auf ewig vereinen!“
In Niederbayern war es früher üblich, kurz vor Weihnachten ein Schwein zu schlachten, um beim großen Fest reichlich Fleisch und Mettenwürste zu haben. Dieses blutige Ereignis fand auch Niederschlag im Brauchtum um den „bluatigen Thamerl“. In manchen Gegenden erschien er mit einem blutbesudelten Bein, das er in den Spalt der geöffneten Tür steckte, ohne die Stube zu betreten. An anderen Orten kam er mit einem blutigen Schlachtmesser, mit der er bösen Buben drohte, ihnen die Köpfe abzuschneiden, wenn sie sich bis nächstes Jahr nicht besserten.
Auch dieser Brauch erinnert an das Brauchtum der Germanen und Kelten, die einst einen weißen Eber opferten und dann rituell verspeisten.
Mit der Thomasnacht beginnen die Rauhnächte, die am Dreikönigstag ihr Ende finden. Manche Bauern räucherten in der Thomasnacht Haus und Stall mit Weihrauch aus, um das Gebäude und die darin wohnenden Personen und Tiere vor „Unholden“ zu schützen. Diese Bräuche gehören heute in das Reich des Hören-Sagens, sind in einigen Gegenden nur Kinderschreck, als Brauchtumsgestalten jedoch im allgemeinen aus der Übung.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 11.12.1987


Der neue Reisepaß
Die Gemeindebürger werden gebeten, etwaige Reisepässe ihre Gültigkeit hin zu überprüfen, da ab Januar 1988 Verlängerung nicht mehr möglich ist. Eine vorzeitige Verlängerung um weitere 5 Jahre kann bereits 6 Monate vor Ablauf der Gültigkeitsdauer erfolgen. Z. B. sollte Ihr Paß noch bis Mai 1988 gültig sein, kann er noch in diesem Jahr um weitere 5 verlängert werden. Gebühr: 5,- DM.
Ab 1.1.1988 wird der neue Reisepaß eingeführt.
Die Antragsfrist beträgt ca. 4 Wochen, da der neue Reisepaß einheitlich von der Bundesdruckerei gefertigt wird. Es deshalb zweckmäßig, den neuen Paß frühzeitig zu beantragen. Die Gebühr beträgt künftig 30,- DM bzw. 15,- DM für Antragsteller bis zum 26. Lebensjahr.
Außerdem wird darauf hingewiesen, daß ab Januar 1988 für Ausstellung eines vorläufigen Reisepasses eine Gebühr 15,– DM erhoben wird mit einer Gültigkeitsdauer von 1 Jahr.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 11.12.1987


Terminsbestimmung
Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das im Grundbuch des Amtsgerichts Straubing in Gaishausen Band 13 Blatt 417 eingetragene Grundstück FlNr. 274/7 in Gaishausen; Grünland zu 0,3404 ha am Montag, den 07.03.1988, 9,00 Uhr, II.Stock, Raum 224 des Amtsgerichts Straubing, Kolbstraße 11 versteigert werden.
Der Versteigerungsvermerk ist am 16.07.1986 in das Grundbuch eingetragen worden.
Eingetragener Eigentümer war damals: Hoffmann Edeltraud, geb. Solcher, in Bogen.
Reichte, die zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerks aus dem Grundbuch nicht ersichtlich waren, sind spätestens im Versteigerungstermin vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten anzumelden und, wenn der Gläubiger widerspricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls sie bei der Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt und bei der Verteilung des Versteigerungserlöses – dem Anspruch des Gläubigers und – den übrigen Rechten nachgesetzt werden.
Es ist zweckmäßig, schon zwei Wochen vor dem Termin eine genaue Berechnung der Ansprüche an Kapital, Zinsen und Kosten der Kündigung und der die Befriedigung aus dem Grundstuck bezweckenden Rechtsverfolgung mit Angabe des beanspruchten Ranges schriftlich einzureichen oder zu Protokoll der Geschäftsstelle zu erklären.
Wer ein Recht hat, das der Versteigerung des Grundstücks oder des nach § 55 ZVG mithaftenden Zubehörs entgegensteht, wird aufgefordert, vor der Erteilung des Zuschlags die Aufhebung oder einstweilige Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der Versteigerungserlöse an die Stelle des versteigerten Gegenstandes tritt.
Verkehrswert nach § 74 a Abs. 5, § 85 a Abs. 2 Satz 1 Z VG: 17.015,– DM.
Biederer, Rechtspfleger
Für den Gleichlaut der Ausfertigung
8440 Straubing, den 2.12.1987
Niedermeier, JHS
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 11.12.1987


Sicherung der Gehbahnen im Winter durch Grundstücksanlieger
Die Räum- und Streupflicht für den Fußgänger kann durch Gemeindeverordnung auf die Anlieger abgewälzt werden (Art. 51 Abs. 5 BayStrWG). Der überwiegende Teil der bayer. Gemeinden hat diese Verordnung erlassen, so auch die Gemeinden Hunderdorf, Neukirchen und Windberg. Die Satzung beinhaltet insbesondere, daß die Räum- und Streupflicht für den Fußgängerverkehr nicht die Gemeinde durchzuführen hat, sondern der jeweilige Grundstücksanlieger. Die Grundstücksanlieger werden im eigenen Interesse und zur Vermeidung von Haftungsansprüchen gebeten, der Räum- und Streupflicht der Gehwege im Winter nachzukommen.
Besondere Punkte sind hierbei zu beachten:
Innerhalb der geschlossenen Ortslage sind für den Fußgängerverkehr die Gehwege oder, wenn kein solcher Gehweg besteht, der Rand öffentlicher Straßen in der für den Fußgängerverkehr erforderlichen Breite und die Fußgängerüberwege zu räumen und zu streuen.
Beginn: Vor Einsetzen des Haupt- oder Berufsverkehrs an Werktagen ab 7.00 Uhr, an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen ab 8.00 Uhr.
Ende: Aufhören des Tagesverkehrs (ca. 20.00 Uhr).
Regelmäßig: d.h. immer wieder, soweit erforderlich.
Breite: ein Streiten, der der Verkehrsfrequenz entspricht.
Außerhalb: Außerhalb der geschlossenen Ortslage besteht grundsätzlich keine Verpflichtung zum Räumen und Streuen.
Ausnahme: besondere Verkehrsumstände (z. B. Weg zum Bahnhof, Schulen).
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 11.12.1987


Flurbereinigung Breitenweinzier, Stadt Bogen;
hier: Niederlegung des Flurbereinigungsbeschlusses vom 10.11.1987
Der Flurbereinigungsbeschluß vom 10.11.1987 mit Begründung und Flurstücksverzeichnis wird am 10.12.1987 im Verwaltungsamt Hunderdorf, Kirchgasse 8, 8447 Hunderdorf niedergelegt. Am Tag der Niederlegung und zwei Wochen lang danach liegt der Anordnungsbeschluß mit o.a. Anlagen zur öffentlichen Einsichtnahme während der allgemeinen Dienstzeit aus.
Hunderdorf, den 30.11.1987
Gemeinde Hunderdorf
Weinzierl, 1. Bürgermeister
PS. Mit dem Beschluß wird der Verfahrenszweck nach § 87 FlurbG auf das Unternehmen „Landbeschaffung für einen zweiten Übungsplatz der Bundeswehr im sog. Sollinger Loch für den Standort Bogen einschl. der Zufahrt von der Staatsstraße 2139 zum Übungsplatz“ erweitert.
Ausgehängt am 10.12.1987
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 11.12.1987


Fundanzeige
Vor der Raiffeisenbank Hunderdorf wurde ein Schlüsselbund in weinrotem Lederetui gefunden. Die Fundsache ist im Verwaltungsamt Hunderdorf, Kirchgasse 8, abzuholen.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 11.12.1987


Flurbereinigung Hofdorf – Sollach, Gemeinde Hunderdorf;
hier: Niederlegung des Flurbereinigungsbeschlusses vom 10.11.1987
Der Flurbereinigungsbeschluß vom 10.11.1987 mit Begründung und Flurstücksverzeichnis wird am 10.12.1987 im Verwaltungsamt Hunderdorf, Kirchgasse 8, 8447 Hunderdorf niedergelegt. Am Tag der Niederlegung und zwei Wochen lang danach liegt der Anordnungsbeschluß mit o.a. Anlagen zur öffentlichen Einsichtnahme während der allgemeinen Dienstzeit aus.
Hunderdorf, den 30.11.1987
Gemeinde Hunderdorf
Weinzierl, 1. Bürgermeister
PS.
Mit dein Beschluß wird der Verfahrenszweck nach § 87 FlurbG auf das Unternehmen „Landbeschaffung für einen zweiten Übungsplatz der Bundeswehr im sog. Sollinger Loch für den Standort Bogen einschl. der Zufahrt von der Staatsstraße 2139 zum Übungsplatz“ erweitert. Zugleich wird das Verfahrensgebiet geringfügig geändert.
Ausgehängt am 10.12.1987
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 11.12.1987


Nr. A/R – V 7533 -67
Flurbereinigung Hofdorf-Sollach Gemeinde Hunderdor f, Land kreis Straubing-Bogen
hier:
1. Geringfügige Änderung des Flurbereinigungsgebiete
2. Weiterer Verfahrenszweck und weiterer Unternehmensträger
3. Flurbereinigungsbeschluß
Die Flurbereinigungsdirektion Landau a. d. Isar erläßt folgende Anordnungen
I. Geringfügige Änderung des Flurbereinigungsgebietes
Die mit Flurbereinigungsbeschluß vorn 13. April 1984 Nr. A/R-V 7533-30 festgestellte Grenze des Flurbereinigungsgebietes Hofdorf-Sollach wird nach § 8 Abs. 1 FlurbG geändert. Es wird das Flurstück 564/4 der Gemarkung Hunderdorf in die Flurbereinigung Hofdorf-Sollach zum Verfahrenszweck nach 87 FlurbG einbezogen.
Die sofortige Vollziehung wird angeordnet.
II. Weiterer Verfahrenszweck und weiterer Unternehmensträger
Der Flurbereinigungsbeschluß vom 13A.1984 Nr. A/R-V 7533-30 zur Anordnung der Flurbereinigung Hofdorf-Sollach nach § 87 des Flurbereinigungsgesetzes -FlurbG- in der Fassung der Bekanntmachung vom 16. März 1976 (BGBI I S. 546) wird ergänzt. Der Verfahrenszweck nach § 87 FlurbG wird auf das Unternehmen „Landbeschaffung für einen zweiten Übungsplatz der Bundeswehr im sogenannten Sollinger Loch für den Standort Bogen einschließlich der Zufahrt von der Staatsstraße St 2139 zum Übungsplatz“ erweitert.
Die Bundesrepublik Deutschland -Bundeswehrverwaltung-, vertreten durch das Bundesvermögensamt Passau, ist ein weiterer Unternehmensträger neben der Bundesrepublik Deutschland -Bundesstraßenverwaltung-, vertreten durch die Autobahndirektion Südbayern.
III. Flurbereinigungsbeschluß
Der Flurbereinigungsbeschluß vom 13. April 1984 Nr. A/R-V 7533-30 gilt in der Fassung dieser Anordnung.
1. Anordnung der Flurbereinigung
Zur Durchführung der Unternehmen „Bundesautobahn A3“ und „Zweiter Standortübungsplatz der Bundeswehr im sogenannten Sollinger Loch für den Standort Bogen einschließlich der Zufahrt“ wird nach § 87 des Flurbereinigungsgesetz -FlurbG- die Flurbereinigung Hofdorf-Sollach angeordnet.
Die neu gefaßte Anordnung der Flurbereinigung gilt für von der Flurbereinigungsdirektion Landau a. d. Isar am heutigen Tage festgestellte Flurbereinigungsgebiet.
Zum Flurbereinigungsgebiet gehören Flurstücke der Gemarkung Hunderdorf.
Die beteiligten Flurstücke sind im anliegenden Verzeichnis aufgeführt, das Bestandteil des entscheidenden Teils dieses Flurbereinigungsbeschlusses ist.
Unternehmensträger im Verfahren sind:
die Bundesrepublik Deutschland – Bundesstraßenverwaltung – vertreten durch die Autobahndirektion Südbayern für die „Autobahn A3″
die Bundesrepublik Deutschland – Bundeswehrverwaltung – vertreten durch das Bundesvermögensamt Passau „Landbeschaffing für einen zweiten Übungsplatz der Bundeswehr im sogenannten Sollinger Loch für den Standort Bogen einschließlich der Zufahrt von der Staatsstraße St 2139 zum Übungsplatz“.
Der besondere Zweck der Unternehmensflurbereinigung nach § 87 FlurbG besteht darin, die von den Unternehmensträgern erworbenen Flächen in die Trasse der Autobahn A 3 sowie in den Standortübungsplatz und in die Ausgleichsflächen zu verlegen und Nachteile für die allgemeine Landeskultur zu vermeiden. Die Eigentümer der zum Flurbereinigungsgebiet gehörenden Grundstücke sowie die den Eigentümern gleichstehenden Erbbauberechtigten sind Teilnehmer am Flurbereinigungsverfahren. Die Teilnehmer bilden die Teilnehmergemeinschaft. Die Teilnehmergemeinschaft entsteht mit dem Flurbereinigungsbeschluß und ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts (§ 16 FlurBG), die den Namen Teilnehmergemeinschaft Flurbereinigung Hofdorf-Sollach führt und ihren Sitz in der Gemeinde Hunderdorf hat. Sie steht unter der Aufsicht der Flurbereinigungsdirektion Landau a. d. Isar.
2. Anordnung der sofortigen Vollziehung
Gemäß § 80 Abs. 2 Nr. 4 der Verwaltungsgerichtsordnung -VwGO- wird die sofortige Vollziehung dieses Beschlusses angeordnet mit der Folge, daß Widerspruch und Anfechtungsklage keine aufschiebende Wirkung haben.
3. Rechtsbehelfsbelehrung
Widersprüche gegen diese Anordnungen – 1. Geringfügige Änderung des Flurbereinigungsgebiete, 2. Weiterer Verfahrenszweck und weiterer Unternehmensträger, 3. Flurbereinigungsbeschluß – können binnen zwei Wochen nach dem Tag ihrer öffentlichen Bekanntmachung bei der Flurbereinigungsdirektion schriftlich oder zur Niederschrift vorgebracht werden.
Postanschrift:
Flurbereinigungsdirektion Landau a. d. Isar
Postfach 69
8380 Landau a. d. Isar
ist über den Widerspruch innerhalb einer Frist von sechs Monaten nicht entschieden worden, ist die Klage ohne ein Vorverfahren zulässig. Die Erhebung der Klage ist in diesen Fällen nur bis zum Ablauf von weiteren drei Monaten schriftlich zum Bayerischen Verwaltungsgerichtshof -Flurbereinigungsgericht in München 34, Ludwigstraße 23, zulässig.
Postanschrift:
Bayer. Verwaltungsgerichtshof
Postfach 34 01 48
8000 München 34
Die Klage muß den Kläger, den Beklagten (Freistaat Bayern) und den Streitgegenstand bezeichnen und soll einen bestimmten Antrag enthalten. Die zur Begründung dienenden Tatsachen und Beweismittel sollen angegeben werden. Der Klage und allen Schriftsätzen sollen drei Abschriften für die übrigen Beteiligten beigefügt werden.
IV. Hinweise zu den Anordnungen und zum Flurbereinigungsbeschluß
1.1 Öffentliche Bekanntmachung der Anordnungen und des Flurbereinigungsbeschlusses mit Verzeichnis der zum Flurbereinigungsgebiet  gehörenden Flurstücke durch Niederlegung Dieser Beschluß wird durch Niederlegung nach § 2 Bekanntmachungsverordnung in der Stadt Bogen und der Verwaltungsgemeinschaft Hunderdorf öffentlich bekanntgemacht.
Je ein Abdruck dieses Beschlusses mit einem Verzeichnis der zum Flurbereinigungsgebiet gehörenden Flurstücke und mit Begründung liegt zur Einsichtnahme für die Beteiligten am Tag der öffentlichen Bekanntmachung und anschließend zwei Wochen lang danach in der Geschäftsstelle der Verwaltungsgemeinschaft Hunderdorf für die Flurbereinigungsgemeinde Hunderdorf und den angrenzenden Gemeinden Neukirchen und Windberg sowie im Rathaus der Stadt Bogen für die angrenzende Gemeinde Stadt Bogen aus (§36 Abs. 3 FlurbG).
1.2 Öffentliche Bekanntmachung der Anordnungen und des Flurbereinigungsbeschlusses mit Verzeichnis der zum Flurbereinigungsgebiet gehörenden Flurstücke im Amtsblatt
Dieser Beschluß mit den Hinweisen zu den Anordnungen und zum Flurbereinigungsbeschluß wird im Amtsblatt der Verwaltungsgemeinschaft Mitterfels (Mitterfels und Haselbach als angrenzende Gemeinden) öffentlich bekanntgemacht (§ 6 Abs. 2, § 110 FlurbG, Art. 27 Abs. 2, Art. 26 Abs. 2 Gemeindeordnung – GO -).
Eine Ausfertigung des Beschlusses mit seiner Begründung und den Hinweisen zu den Anordnungen und zum Flurbereinigungsbeschluß liegt in der Geschäftsstelle der Verwaltungsgemeinschaft Mitterfels zwei Wochen lang nach dem Tag der öffentlichen Bekanntmachung zur Einsichtnahme für den Beteiligten aus (§6 Abs. 3, § 115 Abs. 1 FlurbG).
2. Aufforderung zur Anmeldung unbekannter Rechte Rechte, die aus dem Grundbuch nicht ersichtlich sind, aber zur Beteiligung am Flurbereinigungsverfahren berechtigen, sind innerhalb von drei Monaten nach dem Zeitpunkt dieser öffentlichen Bekanntmachung bei der Flurbereinigungsdirektion anzumelden.
Werden Rechte erst nach Ablauf der Frist angemeldet oder nachgewiesen, so kann die Flurbereinigungsdirektion die bisherigen Verhandlungen und Festsetzungen gelten lesen (§ 14 FlurbG).
3. Aufforderung zur Grundbuchberichtigung
Die Angaben über Rechtsverhältnisse an den Einlagegrundstücken erholt die Flurbereinigungsdirektion aus dem Grundbuch. Um Nachteile zu vermeiden, wird den Grundbesitzern dringend empfohlen, die Eintragungen im Grundbuch zu überprüfen und erforderliche Berichtigungen zu beantragen. Dazu genügt es in der Regel, den Grundbuchämtern die entsprechenden Urkunden wie Erbschein, Erbvertrag, Testament, Zuschlagsbeschluß oder Enteignungsbeschluß vorzulegen.
Grundbucheinsicht und Auskünfte sind gebührenfrei. Für die Berichtigung des Grundbuchs sind in bestimmten Fällen gebührenrechtliche
Vergünstigungen vorgesehen.
4. Zeitweilige Einschränkungen des Eigentums
4.1 Von der Bekanntgabe dieses Beschlusses an bis zur Unanfechtbarkeit des Flurbereinigungsplans gelten folgende Einschränkungen:
a) In der Nutzungsart der Grundstücke dürfen ohne Zustimmung der Flurbereinigungsdirektion nur Änderungen vorgenommen werden, die zum ordnungsgemäßen Wirtschaftsbetrieb gehören (§34 Abs. 1 Nr. 1 FlurbG).
b) Bauwerke, Brunnen, Gräben, Einfriedungen, Hangterrassen, Kies-, Sand- oder Lehmgruben u. ä. Anlagen dürfen nur mit Zustimmung der Flurbereinigungsdirektion errichtet, hergestellt, wesentlich verändert oder beseitigt werden (§34 Abs. 1 Nr. 2 FlurbG).
Sind entgegen den Bestimmungen nach a) und b) Änderungen vorgenommen oder Anlagen hergestellt oder beseitigt worden, so können diese im Flurbereinigungsverfahren unberücksichtigt bleiben. Die Flurbereinigungsdirektion kann den früheren Zustand auf Kosten des betreffenden Beteiligten wieder herstellen lassen, wenn dies der Flurbereinigung dienlich ist (§ 34 Abs. 2 FlurbG).
c) Obstbäume, Beerensträucher, einzelne Bäume, Hecken, Feld- und Ufergehölze dürfen nur in Ausnahmefällen, soweit landeskulturelle Belange, insbesondere des Naturschutzes und der Landschaftspflege, nicht beeinträchtigt werden, mit Zustimmung der Flurbereinigungsdirektion beseitigt werden (34 Abs. 1 Nr. 3 FlurbG). Bei Verstößen gegen diese Vorschrift muß die Flurbereinigungsdirektion Ersatzpflanzungen auf Kosten des Veranlassers vornehmen lassen (§ 34 Abs. 3 FlurbG).
d) Holzeinschläge in Waldgrundstücken, die den Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung übersteigen, bedürfen der Zustimmung der Flurbereinigungsdirektion. Diese wird nur im Einvernehmen mit dein Forstamt erteilt (§ 85 Nr. 5 FlurbG).
Das gleiche Verfahren gilt für die Erstaufforstung von Flächen, die aus der landwirtschaftlichen Nutzung ausgeschieden sind oder ausscheiden sollen.
4.2 Von der Bekanntgabe dieses Beschlusses bis zur Ausführungsanordnung bedürfen Holzeinschläge in Waldgrundstücken, die den Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung übersteigen, der Zustimmung der Flurbereinigungsdirektion. Diese wird nur im Einvernehmen mit der Forstaufsichtsbehörde erteilt (§ 85 Nr. 5 FlurbG).
Das gleiche Verfahren gilt für die Erstaufforstung von Flächen, die aus der landwirtschaftlichen Nutzung ausgeschieden sind oder ausscheiden sollen.
Bei unzulässigen Holzeinschlägen kann die Flurbereinigungsdirektion anordnen, daß die abgeholzte oder gelichtete Fläche nach den Weisungen der Forstaufsichtsbehörde wieder ordnungsgemäß in Bestand gebracht wird (§85 Ni. 6 FlurbG). Zuwiderhandlungen gegen die nach 4.1 und 4.2 getroffenen Anordnungen sind gemäß § 154 Abs. 1 FlurbG ordnungswidrig. Ordnungswidrigkeiten können mit einer Geldbuße geahndet werden. Im übrigen gelten die Bestimmungen des Gesetzes  über Ordnungswidrigkeiten (OWiG) i. d. F. vom 2.1.1975, BGBl I S. 80, (ber. S. 520).
5. Begründung
– zum Flurbereinigungsbeschluß vom 13.4.1984 Nr. A/R-V 7533-30
Das Verfahren Hofdorf-Sollach wird nach § 87 FlurbG mit dem Zweck angeordnet, die durch den Bau der Bundesautobahn A 3 den Betroffenen entstehenden Nachteile zu beseitigen und die vom Unternehmensträger erworbenen Flächen in die Trasse der BAB zu verlegen. Die zu beteiligenden Behörden und Organisationen wurden gehört (Schreiben der Flurbereinigungsdirektion vom 23.7.1983 Nr. A-V 7533-6). In der Aufklärungsversammlung am 29.21984 wurden die Grundeigentümer auf den besonderen Zweck der Flurbereinigung hingewiesen (§ Nr. 1 FlurbG); Bedenken dagegen wurden nicht vorgebracht.
Die Regierung von Niederbayern hat für die Bundesautobahn A 3 für den Teilabschnitt Bogen – Offenberg von km 146,430 bis km 156.830 am 29.9.1978 den Planfeststellungsbeschluß und am 29.9.1978 einen Änderungsfeststellungsbeschluß erlassen. Für den Teilabschnitt Steinach-Bogen von km 136.650 bis km 146.430 erfolgte die Planfeststellung mit Beschluß der Regierung vom 20.12.1978. Der Neubau der Tank- und Rastanlage Bayerischer Wald zwischen km 143.900 und km 144.920 wurde mit Beschluß der Regierung von Niederbayern vom 7.12.1983 planfestgestellt.
Das Landratsamt Straubing-Bogen hat mit den Schreiben vom 23.2.1978, vom 10.7.1978, vom 15.11.1979 und vom 10.4 1984 die Anordnung von Flurbereinigungen nach §§87 – 89 FlurbG beantragt.
Die Hauptgeschäftsstelle des Bayerischen Bauernverbandes hat mit Schreiben van 8.3.1979 das Einvernehmen zur Verteilung des Landverlustes nach §87 Abs. 1 FlurbG erteilt
– zum ergänzten Flurbereinigungsbeschluß vom 10.11.1987 Nr. A/R-V 7533-67
Weiterer Unternehmenszweck ist nunmehr die Landbeschaffung für den zweiten Standortübungsplatz der Bundeswehr im sogenannten Sollinger Loch für den Standort Bogen einschließlich der Zufahrt von der Staatsstraße St 2139 zum Übungsplatz.
Das Raumordnungsverfahren für den zweiten Standortübungsplatz wurde von der Regierung von Niederbayern mit der landesplanerischen Beurteilung vom 21.10.1976 abgeschlossen. Nach § 1 Abs. 3 des Gesetzes über die Landbeschaffung für Aufgaben der Verteidigung (Landbeschaffungsgesetz – LBG) vom 23.2.1957 hat der Bundesminister der Verteidigung mit Schreiben vom 21.5.1980 Nr. U 7 – Az 45-10-04-06 das Vorhaben wie folgt bezeichnet:
„Landbeschaffung für einen zweiten Übungsplatz der Bundeswehr im sogenannten „Sollinger Loch für den Standort Bogen.“
Die Bundesrepublik Deutschland – vertreten durch das Bundesvermögensamt Passau – beantragte mit Schreiben vom 8.12.1986 eine Unternehmensflurbereinigung nach §§ 87 ff. mit dem Zweck, die durch die Errichtung des zweiten Standortübungsplatzes und der Zufahrt benötigten Flächen bereitzustellen und dadurch den betroffenen entstehenden Landverlust auf einen großen Kreis von Eigentümern zu verteilen (§ 72 Landbeschaffungsgesetz -LBG- in Verbindung mit § 16 Abs. 2 Finanzverwaltungsgesetz – BGBl 1971, I Seite 1427 ff) Das Bundesvermögensamt teilte weiter mit, daß
– der zweite Standortübungsplatz den Zwecken der Verteidigung nach § 1(1) Nr. 1 LBG dient,
– für diesen Beschaffungszweck die Enteignung zulässig ist (§ 10 LBG).
Die Hauptgeschäftsstelle des Bayerischen Bauernverbandes hat mit Schreiben vom 6.7.1987 das Einvernehmen § 87 Abs. 1 FlurbG erteilt.
Die für das Vorhaben benötigten Flächen hat der Unternehmensträger im Flurbereinigungsgebiet und in den angrenzenden Flurbereinigungen weitestgehend bereits erworben.
In der Aufklärungsversammlung am 15.9.1987 wurden die Grundeigentümer auf den zusätzlichen Unternehmenszweck der Flurbereinigung hingewiesen (§87 Abs. 4, § 88 Nr. 1 FlurbG).
Die Flurbereinigungsdirektion hält auf Grund des oben dargestellten Sachverhalts die Voraussetzungen für die Flurbereinigung Hofdorf-Sollach mit dein bisherigen Unternehmenszweck Bundesautobahn A 3 und dem zusätzlichen Unternehmenszweck Zweiter Standortübungsplatz sowie das objektive Interesse der Beteiligten für gegeben.
– zur sofortigen Vollziehung
Die sofortige Vollziehung ist notwendig, um das Flurbereinigungsverfahren nach § 87 FlurbG mit dem zusätzlicher Unternehmenszweck fortzuführen, ohne daß ein Widerspruch oder eine Anfechtungsklage gegen den Flurbereinigungsbeschluß aufschiebende Wirkung haben (§ 80 Abs. 2 Nr. 4 Verwaltungsgerichtsordnung vom 21.1.1960 – VwGO, BGBl III 340-1). Die Autobahn A 3 ist im Gebiet dieser Flurbereinigung fertiggestellt, die Eingriffe in die landwirtschaftlich genutzte Grundstücke sind daher so gravierend, daß das Verfahrensziel durch die sofortige Vollziehung des Flurbereinigungsbeschlusses erreicht werden kann. Auch innerhalb des Standortübungsplatzes sollen baldmöglichst die vorgesehenen Maßnahmen durchgeführt werden, so daß auch hier eine sofortige Vollziehung veranlaßt ist. Die rasceh Herbeiführung der angestrebten Verbesserungen nach § 87 FlurbG liegt im öffentlichen Interesse der Teolnehmer.
Landau a. d. Isar, den 10.11.1987
Krimmer, Präsident.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 11.12.1987


Vom Gemeinderat Hunderdorf
(03.12.87)

Bei der am Donnerstag Abend stattgefundenen Sitzung befaßte sich der Gemeinderat außerplanmäßig mit der Betriebsumstrukturierung der Fa. Nolte und der damit verbundenen Entlassung von 250 Beschäftigten. Einstimmig entschied der Gemeinderat, die vielen Beschäftigten und den Betriebsrat zu unterstützen und eine Resolution an den Firmenchef und an die Politiker zu verfassen, die Betriebsverlagerung und Massenentlassung abzuwenden. Desweiteren nahm der Gemeinderat Kenntnis vom Prüfbericht der Jahresrechnung 1986. Nachdem keine besonderen Prüferinnerungen bestanden, beschloß der Gemeinderat einstimmig, die Feststellung der Jahresrechnung 1986 mit 5.121.419,- DM.
Abweichend von der Tagesordnung befaßte sich der Gemeinderat bereits eingangs mit dem an diesem heutigen Donnerstag verkündeten Beschluß der Nolte-Geschäftsleitung, bis 30. Juni 1988 250 Arbeitsplätze abzubauen und in Hunderdorf nur mehr die Echtholzmöbelproduktion fortzuführen. Nachdem bereits 1986 rund 200 Arbeitsplätze abgebaut wurden und nunmehr auch die Kunststoffmöbelproduktion, die 50 – 60 % ausmacht, nach Germersheim verlagert werden soll, teilte der Gemeinderat einmütig die Befürchtung des Betriebsrates und der Beschäftigten, daß dies nur ein weiterer Schritt auf dem Weg zur völligen Schließung des Werkes darstellt. Von betroffenen Gemeinderatsmitgliedern wurde auch vorgebracht, daß das Hunderdorfer Werk nicht das große Defizit im Noltekonzern verursacht habe. Es werde für einen Betrieb in der Größenordnung bei nur 200 Beschäftigten wenig Chancen eingeräumt, den Bestand zu sichern. Für die Betroffenen, so wurde ausgeführt, sei kein verständliches Konzept der Geschäftsleitung zu erkennen, nachdem es noch Mitte September geheißen hatte, bei Nolte Hunderdorf gehe es wieder aufwärts und es würden 10 Mill. DM investiert. Der Gemeinderat war abschließend der Meinung, alles zu versuchen, den Möbelbetrieb zu erhalten unter Beibehaltung der Kunststoffmöbelproduktion. Man habe kein Verständnis, wie aus Informationen zu vermuten sei, daß die Betriebsverlagerung zugunsten des Werkes Germersheim geschieht. Die Gemeinde wird eine entsprechende Resolution an den Firmenchef, Georg Nolte, richten, ebenso an den Wirtschaftsminister und die Politiker dieses Raumes.
Fortfahrend in der Tagesordnung gab Gemeinderat Breu in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses den Prüfbericht der Jahresrechnung 1986 bekannt, hierin waren keine besonderen Prüfvermerkungen festgestellt bzw. durch weitere Aufklärung erledigt. Einwendungen wurden nicht erhoben und sodann vom Gemeinderat einstimmig die Jahresrechnung 1986 festgestellt im Gesamthaushalt mit bereinigten Solleinnahmen von 4.882.701,- DM gegenüber Sollausgaben von 5.121.419,- DM.
Zur Kenntnis nahm der Gemeinderat auch einen Zuschußantrag des Trachtenvereins Hunderdorf, auf Grund dessen der Gemeinderat einen Zuschuß von 300,- DM für die Kinder- und Jugendarbeit bewilligte. Zur Kenntnis gegeben wurde dem Gemeinderat die Aufstufungsvereinbarung mit dem Landkreis, hiernach wird im Bereich der Gemeinde Hunderdorf mit Wirkung zum 1.1.1988 die Verbindungsstraße Hunderdorf – Sollach – Kleinlintach zur Kreisstraße aufgestuft. Die Strecke beginnt bei der Staatsstraße 2139 bei Betzlbacher, führt über die Hauptstraße – Quellenweg – Sollacher Straße und Autobahnlängsweg. Der Gemeinderat stimmte der Vereinbarung einstimmig zu, nachdem diese Aufstufung auch seitens der Gemeinde beantragt wurde. Desweiteren stimmte der Gemeinderat der Aufnahme eines bewilligten zinsgünstigen Darlehens in Höhe von 300.000 DM für die Kanalisation Gaishausen-Hunderdorf zu. Dieses zinsgünstige Geld wurde von der Gemeinde beantragt aus einem Sonderprogramm des Staates. Für den Zweckverband zur Unterhaltung Gewässer III. Ordnung wurde als weiterer Verbandsrat neben Bürgermeister Weinzierl Gemeinderat Max Höcherl bestimmt, sein Vertreter ist Gemeinderat Georg Spielbauer.
Zugestimmt wurde vom Gemeinderat der Erweiterung der Straßenbeleuchtung in Steinburg um eine weitere Brennstelle. Ebenso soll für eine zusätzliche Straßenleuchte in Hofdorf ein Kostenangebot eingeholt werden. Zur Kenntnis gegeben wurde dem Gemeinderat auch das Arbeitsprogramm der Flurbereinigung. Hiernach ist für den Bereich Gaishausen – Steinburg (Staatsstraße 2139-Umgehung Steinburg) die Anordnung des Flurbereinigungsverfahrens nunmehr für 1990 vorgesehen. Der Gemeinderat konstatierte hierzu, anzufragen, ob es sich hierbei um eine Unternehmensflurbereinigung oder um eine allgemeine Flurbereinigung handelt.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 11.12.1987


Vom Gemeinderat Windberg
(23.11.1987)

Bei dieser am Freitag Abend im Sitzungssaal Windberg stattgefundenen Sitzung beschloß der Gemeinderat die Neufassung der Entwässerungssatzung sowie der Beitrags- und Gebührensatzung hierzu. Die Anschlußbeiträge werden dadurch künftig etwas höher, dagegen bleiben die laufenden Kanalbenutzungsgebühren unverändert. Befürwortet wurde vom Gemeinderat auch die Abhaltung eines Gelöbnisses durch die Bundeswehr in Windberg.
Eingangs befaßte sich der Gemeinderat mit der Neufassung der Entwässerungssatzung sowie der Beitrags- und Gebührensatzung, nachdem sich hier die Mustersatzungen geändert hatten und auch die Beitragssatzung auf Grund Rechtsprechungen in Teilbestimmungen nichtig war. Nach Beratung, wobei insbesondere auch die Finanzierung der Anschlußmaßnahmen des Baugebietes „Steinhöhe“ angesprochen wurde, beschloß der Gemeinderat einstimmig, die Annahme des vorgelegten Satzungsentwurfes der Entwässerungssatzung sowie der Beitrags- und Gebührensatzung hierzu. Neu ist in der Gebührensatzung, daß künftig auch Keller und ausbaufähige Dachgeschoße mit der vollen Fläche herangezogen werden. Bisher wurden nur zu Wohn- oder Gewerbezwecken genutzte Keller herangezogen, Dachgeschoße nur, soweit sie ausgebaut waren. Der Quadratmeter pro Grundstücksfläche wurde nunmehr auf 2,75 DM angehoben, bisher 1,50 DM. Der Geschoßflächenbeitrag beziffert sich nunmehr auf 10,00 DM (früher 24,00 DM). Unverändert beibehalten wurde die laufende Benützungsgebühr von 0,90 DM je cbm Abwasser. Beraten wurde auch über die Vergabe der Erschließungs- und Anschlußmaßnahmen für das Baugebiet „Steinhöhe“. Eine Entscheidung wurde bis zur nächsten Sitzung vertagt. Beschlossen wurde einstimmig, die Aufparzellierung des neuen Baugebietes beim Vermessungsamt Straubing zu beantragen. Für eine Gaststätte am Dorfplatz wurde auch die Sperrzeit am Wochenende verlängert. Einverstanden zeigte sich der Gemeinderat auch mit der Abhaltung des Bundeswehrgelöbnisses in Windberg, wobei die Gemeinde anschließend einen kleinen Empfang geben wird. Weiterhin befaßte sich der Gemeinderat vorberatend mit dem Grunderwerb für einen etwaigen Bolzplatz sowie mit der Neubeschaffung eines Unimogs. Ferner wurde dem Gemeinderat der neue Räum- und Streuplan des gemeindlichen Winterdienstes vorgelegt. Der Planentwurf fand die einstimmige Billigung durch die Gemeindevertreter. Genehmigt wurden vom Gemeinderat auch die ersten Kaufverträge vom Baugebiet „Steinhöhe“, wonach bereits 5 Bauparzellen veräußert werden konnten.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 11.12.1987


Bürgerversammlung in Windberg
(20.11.1987 Gasthaus „Kirchenwirt“)

Zu der am Freitag Abend anberaumten diesjährigen Bürgerversammlung hatten sich rd. 100 interessierte Bürgerinnen und Bürger eingefunden. Bürgermeister Dietmar Schmidbauer gab dabei in seinem einstündigen Vortrag einen Überblick über die Finanzwirtschaft sowie über die gemeindlichen Maßnahmen. Er zeigte auch auf, welche Maßnahmen zukünftig nach den Vorstellungen des Bürgermeisters und des Gemeinderates Priorität haben sollen. In der anschließenden Diskussion wurden insbesondere Straßenausbaumaßnahmen erörtert sowie die Dorferneuerung angesprochen.
Bürgermeister Dietmar Schmidbauer hieß eingangs die doch recht zahlreich gekommenen Bürgerinnen und Bürger willkommen, insbesondere auch Pfarrer Ephrem, die Bürgermeistervertreter Schuster und Bruckmüller sowie die Gemeinderatsmitglieder. Einleitend sagte Bürgermeister Schmidbauer, daß gerade im Leben einer Gemeinde bewußt werde, daß keiner für sich allein lebe und es dürfe in einer Gemeinde nicht die Passivität, sondern Bürgersinn herrschen. In diesem Sinne berichtete der Bürgermeister sodann über die gemeindlichen Maßnahmen und welche Projekte im Interesse der Allgemeinheit zukünftig verwirklicht werden sollen. Zunächst gab Schmidbauer einen Überblick über die Finanzwirtschaft der Gemeinde, zu der er bemerkte, daß der Haushalt in etwa eingehalten werden konnte und wie schon in den Vorjahren weder Steuer noch Gebühren erhöht wurden. Sodann nannte Schmidbauer die gewichtigeren Zahlen der Jahresrechnung 1986 sowie des Haushaltsplanansatzes 1987. Demnach betrugen für die allgemeine Verwaltung die Ausgaben 44.041,00 DM und für 1987 seien 61.300,00 DM veranschlagt, für den Brandschutz gebe die Gemeinde rd. 8.000,00 DM aus, wobei 4.300,00 DM aus Feuerschutzeinnahmen gegenüberstehen. Die Schulverbandsumlagen bezifferten sich auf rd. 79.000,00 DM im Jahre 1986 und lt. Haushaltsansatz 1987 auf 7.900,00 DM. An Straßenunterhaltszuschüssen konnte die Gemeinde 42.000,00 DM vereinnahmen, 1987 50.000,00 DM. Für den Straßenunterhalt betrugen die Ausgaben 1986 13.300,00 DM, im heurigen Jahr sind 18.800,00 DM angesetzt. Für Fahrzeugunterhalt und Werkzeuge wurden 1986 rd. 15.000,00 DM ausgegeben, heuer sind 19.000,00 DM eingeplant. Desweiteren bezifferten sich die jährlichen Ausgaben für die Straßenbeleuchtung auf rd. 7.500,00 DM. Desweiteren rechnet die Gemeinde im laufenden Haushaltsjahr mit Grundsteuereinnahmen von 60.000,00 DM. Die Einkommensteuerbeteiligung für die Gemeinde beziffert sich auf 220.300,00 DM und die staatl. Schlüsselzuweisung auf 399.000,00 DM. Abzuführen hatte die Gemeinde die Kreisumlage mit 193.000,00 DM, die VG-Umlage mit 56.800,00 DM sowie für Zinsausgaben 50.200,00 DM. An Investitionsmaßnahmen wurden 1986 abgeschlossen: die Neuasphaltierung der Sommerstockbahnen mit Ausgaben von 3.000,00 DM, die Restfinanzierung der Straßenausbaumaßnahmen Netzstuhl – Ochsenweiher – Irensfelden mit 39.000,00 DM gegenüber Einnahmen von 20.000,00 DM und Wasserversorgungsanschlußmaßnahmen mit 11.300,00 DM an Ausgaben.
Für 1987 sind insbesondere folgende Maßnahmen im Haushaltsplanansatz:
Instandsetzung FFW-Gebäude 8.000,00 DM;
Feuerlöschzisterne in Hohenthann 15.000,00 DM;
Zuschuß für Jugendbildungsstätte 8.000,00 DM;
Baugebietserschließung „Steinhöhe“ 327.000,00 DM an Ausgaben gegenüber 295.000,00 DM an Einnahmen; Grundstücksrestabwicklung Gemeindeverbindungsstraßen Irensfelden-Netzstuhl 47.000,00 DM;
Ankauf von verschiedenen Arbeitsgeräten 15.000,00 DM und für Grundstücksangelegenheiten allgemein 330.000,00 DM. Nachdem die veranschlagten Haushaltsmaßnahmen zum Teil nicht in dem geplanten Umfang verwirklicht werden können, sei auch eine außerordentliche Tilgung in Höhe von 240.000,– DM möglich geworden, so der Bürgermeister. Der Schuldenstand von 887,00 DM je Einwohner zu Beginn des Jahres belaufe sich nunmehr zum Jahresende 1987 auf 566,00 DM. Auf einzelne Maßnahmen eingehend sagte der Bürgermeister, daß nunmehr im heurigen Jahr die Gemeindeverbindungsstraße Oberbucha-Untermühlbach im Rahmen der laufenden Flurbereinigung begonnen werden konnte. Die Gemeinde habe jetzt einen Anteil von 148.500,00 DM zu erbringen, wobei mit einem Landkreiszuschuß aus Kfz.-Steuermittel in Höhe von 104.300,00 DM gerechnet werden könne. Als Kompromisslösung nunmehr der Ausbau bei einer Fahrbahnbreite von 4 m, bei einem beiderseitigen Bankett in Höhe von 0,50 m, so daß insgesamt die Kronenbreite nicht größer geworden sei. Erfreulich wertete es der Bürgermeister, daß durch die Flurbereinigung das Wegenetz in der Gemeinde ausgebaut wurde und die im nächsten Jahr noch fortgesetzt werde. So seien heuer rd. 2 Mill. DM verbaut worden, im nächsten Jahr sei eine weitere Million vorgesehen.
Die Flächennutzungsplanung ansprechend berichtete der Bürgermeister, daß 1986 die Landschaftsplanung in Auftrag gegeben wurde, nachdem ansonsten keine Flächennutzungsplangenehmigungen zu erreichen sei, diese jedoch für das künftige Baugebiet unablässig sei. Voraussichtlich zu Beginn des nächsten Jahres werden Flächennutzungsplan und Landschaftsplan öffentlich ausgelegt.
Zum Baugebiet „Steinhöhe“ berichtete Schmidbauer über die fortgeschrittene Bebauungsplanaufstellung. Für das nächste Jahr seien nunmehr die Erschließungsmaßnahmen zur Ausführung vorgesehen. Wie geplant, so Schmidbauer, seien es 12 Bauparzellen und einige Bauparzellen konnten bereits verkauft werden.
Desweiteren wies der Bürgermeister auf den heurigen Besuch der südfranzösischen Partnergemeinde Abos in Windberg hin, bei dem bestehende Freundschaften gestärkt und neue gegründet wurden. Im nächsten Jahr sei die Gemeinde nunmehr wieder nach Frankreich eingeladen. Der Bürgermeister bat wiederum um zahlreiche Beteiligung. Guten Anklang, so berichtete der Bürgermeister weiterhin, habe die 1986 beschlossene Ehrung von treuen Urlaubsgästen gefunden. Es konnten bei verschiedenen Ehrenabenden schon zahlreiche Urlaubsgäste mit Urkunden und Ehrennadeln ausgezeichnet werden. Desweiteren erinnerte der Bürgermeister die Bürger an die Räum- und Streupflicht im Innerortsbereich für Gehwege. Gleichzeitig bat er um Verständnis dafür, daß der gemeindliche Unimog in der Früh nicht überall sein könne und nachgeordnete Straßen später geräumt werden. Es werden auch nicht alle neu ausgebauten Flurbereinigungsstraßen geräumt und gestreut, desweiteren werde weniger Streusalz verwendet. Desweiteren sagte der Bürgermeister, daß nunmehr ein Grundstück im Ortsbereich Windberg für einen Kinderspielplatz in Aussicht stehe. Desweiteren sei die Gemeinde um ein Grundstück für einen Bolzplatz bestrebt, da ein derartiger Bau im Rahmen der Flurbereinigung gut gefördert würde. Desweiteren verwies der Bürgermeister auf die beschlossene bzw. anstehende Neufassung der Kanal- und Wasserbeitragssatzung. Hierbei mußten auf Grund der Rechtsprechung und der vorgegebenen Mustersatzung die Beitragssätze anders gestaffelt werden, jedoch ist insgesamt die Anschlußgebühr im bisherigen Rahmen. Die Kanalbenützungsgebühr selbst bleibt unverändert, dagegen mußte die laufende Wasserbezugsgebühr der Wasserversorgungsanlage Meidendorf-Irensfelden auf 1,30 DM angehoben werden.
Abschließend dankte Bürgermeister Dietmar Schmidbauer allen, insbesondere Staatsminister Dick, MdB Hinsken, Landrat Weiß, dem Kreistag und den Bediensteten des Landratsamtes sowie den verschiedenen Ämtern und Behörden für die Unterstützung. Sein Dank galt auch den Bürgermeisterstellvertretern und den Gemeinderäten, der Kirche und dem Kloster, dem Verwaltungspersonal, sowie den Gemeindearbeitern, der Feuerwehr und allen örtlichen Vereinen und Verbänden. Besonders herzlichen Dank sagte Schmidbauer auch allen Bürgern, die für die gemeindlichen Maßnahmen Unterstützung bzw. Verständnis entgegengebracht hatten.
In der anschließenden Diskussion wurden insbesondere Anfragen zur Dorferneuerung gestellt, insbesondere auch, wie evtl. die Bürger belastet würden, nachdem in anderen Dörfern keine Umlegungen erfolgten. Der Bürgermeister verwies darauf, daß vom Gemeinderat bisher nicht beschlossen wurde, ob und welche Maßnahmen durchgeführt würden. Hierzu sei nunmehr zunächst vom Planungsbüro die Planung und die Kostenschätzung vorzulegen. Der Bürgermeister meinte, daß durch die Gemeinde bzw. auch die Bürger Eigenleistungen möglich seien und auch nicht finanziell stark belastende Beiträge auf die Beteiligten zukommen werden. Ein Redner zeigte sich nicht glücklich über einige Straßenausbaumaßnahmen wegen der Abholzungen sowie wegen einer nunmehr evtl. erforderlichen Stützmauer. Desweiteren wurde wegen der Schülerbeförderung angefragt. Zu den Straßenbauten konstatierte der Bürgermeister, daß die Kronenbreite auch durch den 4 m Fahrbahnstreifen nicht breiter wurde und nicht der gesamte Waldeinschlag mit den Straßenbau zu tun habe. Eine etwaige Stützmauer in Dambach sei Sache der Flurbereinigung. Im übrigen sei im Gemeindebereich in den letzten Jahren verstärkt Wald angepflanzt worden, wurde von Gemeinderäten und auch aus der Versammlung konstatiert und gute Zufahrts- und Verbindungswege seien für die Betroffenen notwendig.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 11.12.1987


Franziska Neumaier 80 Jahre
Gesund und rüstig konnte Franziska Neumaier aus Bauernholz, Gemeinde Hunderdorf am Mittwoch ihr achtzigstes Geburtsfest begehen. Im Namen der Gemeinde gratulierte Bürgermeister Egon Weinzierl recht herzlich und überreichte einen Geschenkkorb. Für Pfarrer Högner und den Pfarrgemeinderat überbrachte PGM Martha Hofmann die besten Glück- und Segenswünsche und erfreute ebenso mit einen Geburtstagspräsent.
Die Jubilarin, eine gebürtige Späth, erblickte am 3.11.1907 in Lemming bei Furth i. Wald das Licht der Welt. Mit sieben weiteren Geschwistern wuchs sie dort auf und arbeitete im elterlichen Anwesen bis zur Eheschließung im Jahre 1929 mit Josef Neumaier von Kuchlhof. 1930 erwarben sich die Eheleute das Anwesen in Bauernholz. Dreizehn Kindern schenkte sie das Leben und war ihnen eine fürsorgende Mutter. Eine Tochter verschied im Jugendalter. Bis in’s hohe Alter arbeitete die seit 1951 verwitwete Jubilarin auch noch in der Landwirtschaft mit. Das Anwesen wurde 1971 an Sohn Franz übergeben. Auch heute führt Franziska Neumaier den Haushalt noch selbst, arbeitet gerne im Garten und verfolgt interessiert die Nachrichten. Gerne liest sie auch die Heimatzeitung und geht auch noch zu Fuß zur Kirche. In’s Herz geschlossen hat sie auch ihre 18 Enkelkinder. Gefeiert wird der Geburtstag am Wochenende und die Jubilarin freut sich, wenn alle Kinder mit Familienangehörigen gemeinsam wieder zusammenkommen.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 11.12.1987


Verdiente Sieger beim Fußball-Hallenturnier
Au v. Wald. Zu einem internen Fußball-Hallenturnier am vergangenen Samstag die Mitglieder des Au’inger Stammtisches aufgerufen. Ausgetragen wurde das Turnier wiederum in der Dreifach-Sporthalle der Bundeswehr Bogen. Erstmals erfolgte keine Gruppeneinteilung, sondern es wurde nach dem K.O.-System gespielt. Die fünf teilnehmenden Mannschaften wurden bereits einige Wochen vorher durch Losen ermittelt.
Wiederum großen Anklang fand das diesjährige Fußball-Hallenturnier des Au’inger Stammtisches. Da die bisherigen Turniere dieser Art immer große Erfolge waren beschloss man bei der letzten Mitgliederversammlung, heuer wieder ein internes Turnier auszutragen. Die Verantwortlichen konnten dafür dreißig Mitglieder engagieren. Gespielt wurde jeweils mit vier Feldspielern und einem Torwart. Auch zwei Damenmannschaften konnten zusammen gestellt werden. Die Zusammensetzung der einzelnen Teams erfolgte mittels Losentscheid bereits einige Zeit vorher. Um ein Zusammentreffen der besten Fußballer zu vermeiden, wurden die „Profis“ und jeweils ein Torwart bereits gesetzt. Die restlichen Mitspieler wurden dann jeweils hinzugelost, so daß sich letzten Endes relativ gleichwertige Mannschaften gegenüberstanden. Die Voraussetzungen für spannende unterhaltsame Spiele waren also gegeben.
Pünktlich um 12.45 Uhr konnte die 1. Partie in der Turnhalle der Bundeswehr Bogen angepfiffen werden. Ab Schiedsrichter fungierten Johann Breu jun. und Johann Breu sen., die die einzelnen Spiele mit viel Umsicht und zur Zufriedenheit aller leiteten. Für jede Spiel waren 2 x 10 Minuten vorgesehen. Durch das K.O.-System war sichergestellt, daß nicht allein die Taktik die Spiele bestimmten. An Ende setzte sich die Mannschaft um Karl Hanner knapp (1 Tor mehr) durch. Auch die Damen des Au’inger Stammtische boten ein spannendes und kampfbetonte Spiel. Insgesamt fielen 64 Tore, wobei Hans-Peter Jungbauer mit 11 Treffern vor Karl Hanner (10) der erfolgreichste Schütze war.
Nach dem Turnier traf man sich dann zur Siegerehrung im Vereinslokal Wagner-Freudenstein. 1. Vorstand Johann Hornberger bedankte sich bei allen Teilnehmern für die faire und disziplinierte Verhalten. Sein besonderer Dank galt den beiden Organisatoren, Hans-Peter Jungbauer und Helmut Kronfeldner sowie den beiden Schiedsrichtern. Den Teilnehmern wurden Medaillen und kleine Präsente überreicht.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 11.12.1987


Gedenkstein für Ludwig Kapfenberger
Gedenken auch an verstorbene Gewerkschaftsmitglieder
„Seinem Wirken verdanken wir vieles. Ein Vorbild für gewerkschaftliche Arbeit. Zur Erinnerung an Ludwig Kapfenberger, Betriebsratsvorsitzender, Ehrenvorsitzender der GHK-Hunderdorf sowie allen verstorbenen Mitgliedern“, so lautet die Aufschrift am Gedenkstein, den die Gewerkschaft Holz und Kunststoff, Verwaltungsstelle Hunderdorf am Schulgrundstück errichtet hat und der am Samstagabend die kirchliche Weihe durch Pfarrer Anton Högner erhielt. Bezirksleiter Hubert Ganz, München der GHK Südbayern hob in seiner Ansprache das verdienstvolle Wirken von Ludwig Kapfenberger hervor. Zum Gedenken und in Anerkennung der besonderen Verdienste um die gewerkschaftliche Arbeit des im Jahre 1986 verschiedenen Ludwig Kapfenberger ließ die Gewerkschaft Holz und Kunststoff, Verwaltungsstelle Hunderdorf einen Gedenkstein aus heimischen Granit mit Bronzegußschrift erstellen. Mit Zustimmung der Gemeinde fand der Gedenkstein, mit dem auch aller anderen verstorbenen Gewerkschaftsmitglieder gedacht wird, auf den Schulgrundstück neben dem Floriansbrunnen seinen Standplatz. Am Samstagabend erteilte Pfarrer Anton Högner dem Gedenkstein den kirchlichen Segen. Anschließend fand in der Pfarrkirche ein Gottesdienst für den verstorbenen Ludwig Kapfenberger und die verstorbenen Gewerkschaftsmitglieder statt. Bei der Einweihungsfeier dabei waren u .a. der Bezirksleiter der GHK Südbayern, Hubert Ganz aus München, DGB-Kreisvorsitzender Kay Weber, Geschäftsführer Willi Dirl, für die Nolte-Geschäftsleitung Ernst Zerban, Bürgermeister Egon Weinzierl und Gemeinderatsmitglieder sowie viele Gewerkschaftskolleginnen und Kollegen.
In seiner Gedenkrede zeigte GHK-Bezirksleiter Hubert Ganz das verdienstvolle Wirken von Ludwig Kapfenberger auf, der sich in besonderer Weise in den 30 Jahren seiner Tätigkeit ab Vorsitzender des Betriebsrates der Firma Nolte-Möbel Hunderdorf tagtäglich und engagiert eingesetzt hat. Bezirksleiter Ganz wörtlich: „Seit seinem 25. Lebensjahr war Ludwig Kapfenberger für Arbeitnehmerinteressen mit Entschiedenheit eingetreten, indem er Mitbegründer der GHK-Verwaltungsstelle Hunderdorf und über 25 Jahre lang deren Vorsitzender war, ehe er auf Grund seines schweren Herzleidens den Gewerkschaftsvorsitz in die Hände von Luitpold Zißler legte“. Dessen ungeachtet, so der Redner weiter, sei Kapfenberger über Jahre aktives Mitglied im Bezirksvorstand Südbayern, Sprecher seiner Kolleginnen und Kollegen in der großen Tarifkommission und kritischer Mahner in den Organen der Holz-Berufsgenossenschaft, wobei er dies immer in ehrenamtlicher, unentgeltlicher Funktion mit ganzem Einsatz für seine Kolleginnen und Kollegen getan habe.“ Ludwig Kapfenberger sei und bleibe ein Beispiel für den geraden Weg eines aufrechten und fürsorglichen Gewerkschaftlers, konstatierte Bezirksleiter Hubert Ganz, der dann betonte, „daß Kapfenbergers gewerkschaftlicher Einsatz, sein Mut und seine Tatkraft Anstoß und Vorbild für uns alle bleibe“. Kapfenberger, so der GHK-Bezirksleiter Südbayern, habe sich um seine Kolleginnen und Kollegen in der Gewerkschaft Holz und Kunststoff in Bayern und insbesondere in diesem niederbayerischen Raum in einem besonderen Maße verdient gemacht. Seitens der Nolte-Geschäftsleitung sprach sodann Betriebs-Leiter Ernst Zerban. Er betonte, daß Ludwig Kapfenberger das Geschehen im Betrieb mitgeprägt habe. Zerban würdigte die Fairneß des Gespräches und die Kompromißbereitschaft, nach Wegen zu suchen und Lösungen anzubieten. Bei der abschließenden Zusammenkunft im Gasthaus Sandbiller sprach Luitpold Zißler als 1. Vorstand der GHK-Verwaltungsstelle Hunderdorf Dank aus an Pfarrer Högner für die Weihe und den Gottesdienst sowie an Bürgermeister und Gemeinderat für die Bereitstellung des Platzes für den Gedenkstein. Sein weiterer Gruß und Dank galt Bezirksleiter Hubert Ganz, der Betriebsleitung der Fa. Nolte, und dem DGB-Kreisvorsitzenden Kay Weber.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 11.12.1987


Advent beim VdK-Ortsverband

Der 1. Vorstand Rudolf Karl bei seiner Ansprache über die Bedeutung der staaden Zeit.
Mitglieder bei der Adventfeier

Der Verband der Kriegs- und Wehrdienstopfer, Behinderten und Sozialrentner (VdK), Ortsverband Hunderdorf/Windberg war gut beraten und verband am Sonntag die Adventfeier mit einem Kurzausflug in den Bayerischen Wald. Über 70 Mitglieder und Freunde des Verbandes konnte der erste Vorsitzende im Gasthaus Anleitner in Gneißen willkommen heißen. Er bedankte sich am Anfang bei allen Teilnehmern der Fahrt und Adventfeier. Das Programm für die Nachmittagsfeier wurde in zwei Teile gegliedert, in einen besinnlichen und stad lustigen Teil. Mit einem besinnlichen Musikstück eröffnete auch gleich das Waldler-Duo die Feier. Mit ernsten und lustigen Beiträgen warteten die Mitglieder Martha Hofmann und Franz Gruber auf und sorgten damit für die nötige Abwechslung und Auflockerung im Adventprogramm. Ganz staad wurde es im großen Saal als Mundartsprecher Gruber die Briefe eines Soldaten aus Stalingrad an seine Eltern, betitelt „Sein letztes Lebenszeichen“, vortrug. Für die musikalische Unterhaltung sorgte weiterhin das Duo Mühlbauer/Obermeier. Der Nachmittag sollte mit einem gemütlichen Beisammensein auch wieder dazu beitragen, so der Vorsitzende, daß sich die VdK-Mitglieder und Freunde des Ortsverbandes unter gleichgesinnten Mitmenschen wohlfühlen und Erinnerungen austauschen. Die Besucher zeigten ihre Dankbarkeit mit reichem Beifall. Gastgebern wie Gästen wird dieser Adventnachmittag gewiß in angenehmer Erinnerung bleiben.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 11.12.1987


„Der Friede bedarf einer ständigen Anstrengung“
Unter großer Beteiligung der Ortsvereine wurde die Gedenkfeier begangen.
Der Friede bedürfe einer ständigen Anstrengung, er sei keine Selbstverständlichkeit. Die Partnerschaft zwischen den Völkern könne jedoch stark dazu beitragen, betonte Bürgermeister Schmidbauer bei seiner Ansprache.
Otto Häusler, der Vorsitzende der KSK-Windberg, erinnerte an die Unmenschlichkeiten der Weltkriege, insbesondere die unsagbaren Opfer, die erlitten werden mußten.
Nach dem von Pfarrer Ephrem v. Helvoirt in der Pfarr- und Klosterkirche Windberg zelebrierten Gottesdienst, den die Schola mit der Friedensmesse umrahmt hatte, zogen die Gläubigen unter starker Beteiligung der Ortsvereine zum Denkmal. Pfarrer Ephrem hielt die Trauerfeier.
Danach richtete Bürgermeister Schmidbauer einen Friedensappell, verbunden mit einer Rückschau auf die Grausamkeiten der Kriege, an die Zuhörer. Die schreckliche Vergangenheit habe der Menschheit die Sinnlosigkeit von Gewalt und Haß nicht genügend gelehrt. Noch immer fänden Kriege und gewalttätige Auseinandersetzungen statt. Die zunehmende Freundhaft der Völker untereinander könne jedoch einen wichtigen Beitrag zum Frieden leisten. „Der Friede ist nicht selbstverständlich, er bedarf einer ständigen Anstrengung“, sagte der Bürgermeister, und legte einen Kranz nieder.
Der Vorsitzende der KSK, Otto Häusler, erinnerte an die schrecklichen Opfer, die gebracht worden seien, und damit verbunden an unsagbares Elend. Der Volkstrauertag mahne uns, diese Vergangenheit nicht zu vergessen. Danach legte er zu Ehren der gefallenen Kameraden einen Kranz nieder.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 11.12.1987


Ingo Weiß und Weinzierl kämpfen um Erhalt der Firma Möbel-Nolte
Straubing-Bogen.
Am Mittwoch dieser Woche fand im Landratsamt ein Gespräch zwischen Landrat Weiß und Vertretern der Nolte-Möbel GmbH statt. Teilnehmer waren Bürgermeister Weinzierl aus Hunderdorf, Wirtschaftsförderungsreferent Reisinger, von der Firma Nolte Gesellschafter und Geschäftsführer Georg Nolte, Geschäftsführer Arnold sowie H. Galinke vom Werk in Germersheim. Landrat und Bürgermeister hatten Georg Nolte um ein persönliches Gespräch gebeten.
Weiß brachte seine Bestürzung über den geplanten Abbau von mindestens 200 Arbeitsplätzen zum Ausdruck. Er verwies darauf, daß Georg Nolte noch im Sommer dieses Jahres beteuert hatte, das Werk Hunderdorf aufgrund des Fleißes und der Treue der Belegschaft weiterzuführen. Nach den Investitionsvorhaben von etwa 10 Millionen Mark schien diese Absicht auch realisierbar. Eine Massenentlassung habe schlimme Auswirkungen auf die Betroffenen, die Gemeinde und den Landkreis. Für die Entlassenen stünden keine Ersatzarbeitsplätze zur Verfügung.
Der Landrat forderte den Weiterbestand des Werkes in Hunderdorf. Es dürften nur so viele Beschäftigte entlassen werden, wie unbedingt nötig sei. Dies könnten nach seinen Erkundigungen viel weniger als die geplanten 200 sein, wenn man auch das Werk Germersheim mit einbeziehe. Dort seien keine Entlassungen geplant. Vielmehr solle die Produktion gutgehender Möbel von Hunderdorf nach Germersheim verlegt werden. Bürgermeister Weinzierl appellierte an die Nolte-Vertreter, die Zugeständnisse der Gemeinde Hunderdorf an die Firma nicht zu vergessen.
Insbesondere Georg Nolte machte nochmals die Gründe für die geplante Entlassung klar. Er verwies auf die schlechte Absatzlage und den damit einhergehenden drastischen Umsatzrückgang. In Hunderdorf seien erhebliche Verluste gemacht worden. Nachdrücklich beteuerte er, in Hunderdorf nicht ganz schließen zu wollen. Man wolle dort künftig eine reine Echtholz-Produktion aufbauen. Voraussetzung sei ein leistungsfähiger Mitarbeiterstamm und die Gewinnung weiterer Marktanteile auf dem Echtholzsektor. Zu weiteren Zugeständnissen war er nicht bereit.
Landrat Weiß bat ‚Nolte eindringlich, unverzüglich nach Hunderdorf zu kommen und persönlich den Beschäftigten Rede und Antwort zu stehen.
Quelle: Bogener Zeitung, 12.12.1987


Bemühen um Nolte-Arbeitsplätze
Intensiv, sowohl schriftlich als auch mündlich, habe ich mich in den vergangenen Tagen sofort nach Bekanntwerden für die Erhaltung der Arbeitsplätze bei der Firma Nolte in Hunderdorf eingesetzt. Leider brachten diese Kontakte mit der Firmenleitung bisher nicht den gewünschten Erfolg. Bedauernswert ist, daß ich zu einer vom DGB hierzu durchgeführten Versammlung, bei der mein Kollege Leidinger starke Worte von sich gab, leider nicht geladen war. Dies erfüllt mich mit Befremden, und ich finde solches Vorgehen nicht richtig. Vorwürfe, ich würde mich um diese Angelegenheit zu wenig kümmern, sind deshalb nicht im geringsten angebracht. Auch ich will weiterhin helfen, die in unserer Heimat dringend notwendigen Arbeitsplätze zu erhalten.
Ernst Hinsken, MdB
Haibach/Bonn
Quelle: Bogener Zeitung, 16.12.1987


JU-Vorstand Windberg neu gewählt
Windberg.
Bei der Jahreshauptversammlung der Jungen Union Windberg im Gasthaus Hüttinger wurde die Vorstandschaft neu gewählt. Bisheriger und neuer JU-Vorsitzender ist Dr. Johann Schmidbauer. JU-Kreisvorsitzender Franz Schedlbauer hob in seinem Referat die Bedeutung der jungen Wähler für kommende Wahlen hervor.
Zur Jahreshauptversammlung der JU Windberg konnte JU-Ortsvorsitzender Johann Schmidbauer besonders den stellvertretenden Bürgermeister Siegfried Schuster und den JU-Kreisvorsitzenden und Kreisrat Franz Schedlbauer begrüßen. JU-Ortsvorsitzender Schmidbauer ging in seiner Begrüßungsrede kurz auf den Washingtoner Gipfel und auf die Steuerreform ein. Im Hinblick auf die Vertragsunterzeichnung über den Abbau der atomaren Mittelstreckenwaffen sprach Schmidbauer von einer hoffnungsvollen Skepsis, da dies zwar ein Schritt in die richtige Richtung sei, nach diesem Vertrag aber immer noch 93 Prozent der 55 000 Atomsprengköpfe beider Seiten erhalten bleiben.
JU-Kreisvorsitzender Franz Schedlbauer hob in seinem Referat die Bedeutung der jungen Wähler für kommende Wahlen hervor. Wer die Jugend von heute nicht gewinne, werde die Regierung von morgen nicht mehr stellen. Deshalb wird sich die CSU in Verbindung mit der JU verstärkt für Umweltschutz sowie in Fragen der Friedens- und Abrüstungspolitik, der sozialen Gerechtigkeit und Sozialpolitik einsetzen.
Als Arbeitsschwerpunkte der Jungen Union den nächsten zwei Jahren führte Schedlbauer unter anderem die verstärkte Mitsprache in der Kommunalpolitik, die erhöhte Mitarbeit mit Jugendorganisationen sowie die verstärkte Auseinandersetzung mit Fragen und Problemen junger Familie auf. Abschließend informierte er noch über geplante Aktivitäten des JU-Kreisverbandes.
Die anschließende Neuwahl der Vorstandschaft erbrachte folgendes Ergebnis: Ortsvorsitzender Dr. Johann Schmidbauer, Stellvertreter Josef Förg Kassier Robert Schötz, Schriftführer Joachim Schuster. Vorstandschaftsmitglieder wurden Franz Holmer, Christiane Nächster, Josef Völkl und Erwin Zitzelsberger, Kassenprüfer wurde Florian Hafner.
Quelle: Bogener Zeitung, 17.12.1987


Die Senioren mit Programm erfreut
Hunderdorf. Im Gasthaus Baier-Edbauer fand die Adventfeier der Senioren der Gemeinde Hunderdorf statt. Nach einem gemeinsam gesungenen Lied begrüßte die Vorsitzende des Seniorenclubs, Martha Hofmann, die Frauen und Männer. Ihr besonderer Gruß galt Pfarrer Anton Högner, Bürgermeister Egon Weinzierl, Pfarrgemeinderatsvorsitzendem Wolfgang Schmeller und Pfarrassistentin Anna Ebner.
Dem Gedichtsvortrag „Friedenslied“ folgte ein Kanon, gesungen vom Kinderchor. Pfarrer Högner las eine Geschichte mit dem Titel „Die Brücke“ vor. Die Flötengruppe brachte dann ein Instrumentalstück und im Anschluß las ein Mädchen der Kinderchorgruppe die Geschichte „Zwiegespräch an der Krippe“ vor. Frau Hofmann erzählte noch vom Weihnachstabend eines Menschenfreundes.
Jakobi verfaßte in Gedichtform einen Jahresbericht für den Seniorenclub, den Frau Fruhstorfer vortrug. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Schmeller dankte Frau Hofmann für die hervorragende Betreuung der Senioren. Der Pfarrassistentin Ebner dankte Schmeller ebenfalls für die musikalische Gestaltung der Feier durch den Kinderchor. Auch Bürgermeister Egon Weinzierl sprach Dankesworte an die Seniorenbetreuerin.
Frau Hofmann bedankte sich seitens des Seniorenclubs beim Bürgermeister und der Gemeinde, sowie beim Landkreis für die stete Bezuschussung der Adventsfeier. Abschließend wurde gemeinsam das Lied „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ gesungen.
Quelle: Bogener Zeitung, 17.12.1987


Weiß appelliert an Georg Nolte, sich der Belegschaft zu stellen
Straubing-Bogen.
Der Kreistag Straubing-Bogen hatte sich — wie berichtet — in seiner Sitzung am 14. Dezember eingehend mit der beabsichtigten Personalreduzierung der Firma Nolte in Hunderdorf beschäftigt und dabei einstimmig einen Beschluß gefaßt, in dem das Gremium eindringlich an die Firma appellierte, die Entscheidung zu Lasten des Werks in Hunderdorf noch einmal zu überdenken. Nun hat Landrat Ingo Weiß nochmals Geschäftsführer Georg Nolte in Germersheim einen Brief geschrieben, in dem es heißt, „wir richten an Sie den Appell, alles zu tun, damit das Werk Hunderdorf gesichert und möglichst viele Arbeitsplätze erhalten werden können. Der Betriebsrat des Werkes Hunderdorf hatte mich zu einem Gespräch eingeladen. Der Betriebsrat wollte vor allem über das Ergebnis unseres Gespräches vom vergangenen Mittwoch im Landratsamt unterrichtet werden. Ich habe Ihren Betriebsräten die Standpunkte der Geschäftsführung und meine Meinung dazu dargelegt. Im Anschluß an die Aussprache erwartete mich auf dem Betriebsgelände eine aufgebrachte Menge von Belegschaftsmitgliedern. Die Arbeiter forderten mich auf, gemeinsam mit Ihnen für den Erhalt der Arbeitsplätze zu kämpfen. Ein langjähriger, treuer Mitarbeiter Ihrer Firma konnte sich in einem Gespräch unter vier Augen der Tränen nicht erwehren.
Sehr geehrter Herr Nolte, dies hat mich tief getroffen! Ich habe seit dieser Begegnung noch mehr Verständnis für die Sorgen der betroffenen Menschen um ihren Arbeitsplatz. Man glaubt nicht mehr an den Fortbestand der Firma Nolte. Jeder fürchtet, seine Arbeit zu verlieren. Ich ersuche Sie und Ihre Mitgeschäftsführer daher um so nachdrücklicher, Ihre Pläne nochmals zu überdenken und gemeinsam mit dem Betriebsrat nach einer akzeptablen Lösung zu suchen. Meine und die Unterstützung der verantwortlichen Politiker sage ich Ihnen zu. Es wurde wiederum gefordert, daß Sie persönlich dem Betriebsrat und der gesamten Belegschaft Rede und Antwort stehen. Ich glaube, das ist nicht zuviel verlangt. Die Belegschaft verbindet mit Ihnen als dem Sohn des Gründers des Werkes in Hunderdorf den Namen Nolte. Ich richte deshalb nochmals die große Bitte an Sie, nach Hunderdorf zu kommen.“
Quelle: Bogener Zeitung, 18.12.1987


Die Polizei im Einsatz:
– Unfallflucht beging ein bisher unbekannter Fahrer, der in der Nacht auf Donnerstag in Hunderdorf, Thanangerstraße, insgesamt acht Zaunsäulen überfahren hatte und dabei den Zaun auf einer Länge von 15 Metern beschädigte. Es entstand ein Schaden von 1 500 DM. Der Täter fuhr einen orangen Opel Manta älteren Baujahrs. Hinweise erbittet die.Polizei in Bogen. –
Quelle: Bogener Zeitung, 19.12.1987


1987 Kanalbau und Baugebietserschließung
Bürgermeister Weinzierl zog positive Bilanz – Jahresabschlußsitzung des Gemeinderates 1988 Beginn des Rathaus-Neubaus
Hunderdorf .
Bei der Jahresabschlußsitzung am Donnerstagabend im Gasthaus Sandbiller ließ Bürgermeister Egon Weinzierl das Gemeindegeschehen 1987 Revue passieren. Der Bürgermeister: „Begonnenes konnte fertiggestellt oder weitergeführt sowie neue Investitionsmaßnahmen angefangen werden.“ Er sprach insbesondere die Restfinanzierung von Straßenbaumaßnahmen, den Neubau des FFW-Gerätehauses und die Kanalbaumaßnalune Gaishausen sowie die Baugebietserschließung an. Insgesamt wurden 1,7 Mio. DM investiert. Für 1988 seien die Aufgaben bereits programmiert, so Weinzierl, und es stünden insbesondere an die Fertigstellung der Kanalbaumaßnahme und des Baugebiets sowie der Beginn des Rathaus-Neubaus an. Der besondere Einsatz müsse auch dem Erhalt der Arbeitsplätze sowie dem Grunderwerb für die Ansiedelung von neuen Gewerbebetrieben gelten.
In seinem Rückblick stellte Bürgermeister Weinzierl die größeren Investitionsmaßnahmen der Gemeinde, die im Jahre 1987 begonnen, fortgeführt oder abgeschlossen wurden, vor. Demnach wurden für die Rathausplanung 40 700 DM ausgegeben, für den Neubau des FFW-Gerätehauses Steinburg 132 000 DM, wozu ein, Zuschuß in Höhe von 50 000 DM erhalten werden konnte. Für neue Funkgeräte der FFW Au vorm Wald wurden 3 900 DM bezahlt und für die Restabwicklung der Renovierung der Kapelle in Rammersberg wurden Ausgaben von 17 100 DM getätigt und hierzu Einnahmen von 11 700 DM verbucht.
Die Dachausbesserung am Turnhallentrakt bei der Hauptschule kostete 7 000 DM. Die neue Heizungsanlage in der Grundschule erforderte Ausgaben von 35 200DM. Für das Baugebiet „Hochfeld-Süd-Erweiterung“ wurden für die Straßenerschließung 308 200 DM ausgegeben, denen Erschließungsbeiträge in Höhe Aron 139 000 DM gegenüberstehen sowie der Kanalisationsbau mit 127 000 DM an Ausgaben und eingenommene Kanalanschlußbeiträge in Höhe von 61 300 DM.
Die Restabwicklung der Siedlungsstraße/Ringstraße steht mit Ausgaben von 30 000 DM zu Buche, die Restfinanzierung der GVStr. Lintach-Oberstetten mit Ausgaben von 72 800 DM und GVStr. Hoch-Rammersberg, BA II mit Ausgaben von 44 400 DM. Für die Kanalisationsbaumaßnahme Gaishausen wurden bisher 562 000 DM ausgegeben und Zuschüsse von 183 000 DM vereinnahmt. Die Restabwicklung der Friedhofserweiterung erforderte Ausgaben von rd. 40 000 DM und für die Vermessungen der Straßen Brandstatt-Schafberg, Lintach-Starzenberg und Grub-Ellaberg wurden rd. 25 000 DM ausgegeben. Für den Grunderwerb und die Vermessung der GVStr. Lindfeld konnte noch ein Kfz.-Mittel-Zuschuß des Landkreises in Höhe von 8 900 DM als Einnahme verbucht werden.
Für den Unterhalt und die Ergänzungsbeschaffungen der Feuerwehren wurden 32 000 DM ausgegeben. Nachdem die Kanalbaumaßnahme Gaishausen nicht soweit fortgeschritten ist wie geplant, im Baugebiet erfreulicherweise mehr Baugrundstücke veräußert werden konnten als eingerechnet und auch Grunderwerbe für das Gewerbegebiet noch nicht abgeschlossen sind, mußte die bis zu 1 Mill. DM vorgesehene Darlehensaufnahme überhaupt nicht beansprucht werden.
So konnte Weinzierl bekanntgeben, daß sich der Schuldenstand zu Beginn des Jahres mit 453 DM pro Einwohner, zum Jahresende auf etwa 410 DM verringert. Allerdings bleiben Kostenverschiebungen auf das Jahr 1988 nicht aus. Den momentanen Stand der Jahresrechnung 1987 bezifferte Weinzierl auf knapp 4,7 Mill. DM.
Nach den Worten des Bürgermeisters war neben diesen Investitionsmaßnahmen der Gemeinderat auch in anderen Punkten gefordert mit gewichtigen Entscheidungen wie z.B. mit der Neufassung der Beitrags- und Gebührensatzung zur Kanalsatzung aufgrund neuerer Rechtsprechung und der Billigung des Eingabeplanes für den Rathausneubau und die Beantragung der entsprechenden Zuschußmittel. Weiterhin sei die Ablehnung der Klärschlammdeponie in Kleinlintach im Zuge des Planfeststellungsverfahrens erfolgt, da negative Auswirkungen des bereits stark belasteten Raumes Sollach und Umgebung zu befürchten sind.
Gefaßt wurde auch ein Grundsatzbeschluß für die Neunumerierung der Hausnummern im Bereich Steinburg-Gaishausen sowie der Beitrittsbeschluß zur Mitgliedschaft beim Zweckverband „Unterhaltung Gewässer 3. Ordnung“. Zugestimmt würde ferner der Erweiterung der Straßenbeleuchtung in Grub, im Baugebiet „Hochfeld-Süd-Erweiterung“ und in Steinburg sowie dem Abschluß der Gemeindepartnerschaft mit der Gemeinde St. Johann am Wimberg in Österreich.
Entscheidungen mußten auch gefällt werden bei der Aufstellung des Bebauungsplanes „Gewerbegebiet Thananger Straße-Erweiterung“ und bezüglich dem Bemühen um Grunderwerb für diese benötigten Gewerbeflächen und um Betriebsansiedelungen, ferner für die Planung der Sanierung des Hauptschulgebäudes und dem Bau eines Naturlehrpfades Steinburg-Neukirchen. Weiterhin erfolgte die Antragstellung zur Aufstufung der Straße Sollach-Autobahnlängsweg zur Kreisstraße, der positiv entsprochen wurde sowie die Unterstützung der Nolte-Beschäftigten mit einer Resolution bezüglich der weiteren Massenentlassung an den Betriebs-Chef, wobei Abdrücke mit der Bitte um Unterstützung verschiedenen Politikern zugeleitet wurden.
Dann wartete Bürgermeister Weinzierl mit einigen statistischen Zahlen auf, wonach 1987 bisher 25 Geburten (Vorjahr 38), 29 Sterbefälle (31) und 17 Eheschließungen (23) registriert wurden. Bei den Einwohnern gab es ein Plus von 15, denn die Einwohnerzahlen stiegen von 2 813 auf 2 828. Eingereicht wurden 56 Baugesuche (Vorjahr 41), davon 4 Vorbescheide (2) und 5 Tekturpläne (4).
Er sprach dann Maßnahmen und Probleme an, die für 1988 anstehen. Demnach ist die Fertigstellung der Kanalisation Gaishausen mit Ableitungskanal Hunderdorf vorzunehmen, wobei Ausgaben von ca. 1,3 Mill. DM anfallen. Weiter ist die Restabwicklung der Erschließungs- und Anschlußmaßnahmen des Baugebietes „Hochfeld-Süd-Erweiterung“ zu veranlassen und die Ausweisung des Gewerbegebietes „Thananger-Straße-Erweiterung“ und Sicherung des Grunderwerbs zu tätigen. Ebenso soll mit dem Bau des Rathauses (Gesamtkosten von rd. 2 Mill. DM) begonnen werden und ggf. eine Anteilsfinanzierung zum Straßenausbau im Zuge der Unternehmensflurbereinigung Sollach-Hofdorf erbracht werden. Der besondere Einsatz, so Weinzierl, müsse dem Erhalt der Arbeitsplätze und die Ansiedelung von neuen Gewerbebetrieben gelten. Anstehe auch eine Entscheidung über die Mittelbeantragung für den Kanalbauabschnitt 02 Steinburg, die Errichtung des Kinderspielplatzes „Hochfeld-Süd“ sowie die Instandsetzung Tennis- bzw. Trainingsplatz.
Quelle: Bogener Zeitung, 19.12.1987


„Nolte soll klare Aussage machen“
CSU Hunderdorf will sich an den Firmenchef wenden —Friedhofsgestaltung diskutiert
Hunderdorf.
Die Situation bei der Firma Nolte, die durch eine Produktionsverlagerung in Hunderdorf rund 250 Arbeitskräfte freisetzen will, die geplante Änderung der Friedhofsatzung und die Gestaltung des Bahngeländes in Hunderdorf, das nach der Einstellung des Bahnbetriebs ungenutzt ist, waren die Themen der letzten CSU-Versammlung.
Nach einem kurzen Rückblick auf die Aktivitäten des Ortsverbandes im letzten Halbjahr berichtete Ortsvorsitzender Kreisrat Josef Breu, daß von Seiten der Gemeinde und des Landkreises sowie des Abgeordneten Hinsken alles versucht werde, die Entscheidung der Firmenleitung der Firma Nolte, wonach vom Hunderdorfer Betrieb im nächsten Jahr rund 250 Arbeitsplätze nach Germersheim verlagert werden sollen, rückgängig zu machen. In der gegenwärtigen Situation würde ein großer Teil der Betroffenen mit einer langandauernden Arbeitslosigkeit rechnen müssen, wenn das verwirklicht werde, was geplant sei, zumal niemand so recht glaube, daß der Betrieb mit den restlichen zweihundert Arbeitern weitergeführt werden könne. Die CSU-Mitglieder waren sich darin einig, daß man sich aus Solidarität zu den betroffenen Arbeitnehmern auch von seiten des Ortsverbandes an den Firmenchef wenden solle. Vor allem soll er gebeten werden, über die Zukunft des Hunderdorfer Betriebes eine klare Aussage zu treffen, um die berechtigten Zweifel auszuräumen und die Leute, die sich durch eine jahrzehntelange Betriebstreue ausgezeichnet haben, nicht länger im Ungewissen zu lassen.
Zu der geplanten Änderung der Friedhofsatzung äußerte Breu, daß man nun nicht alles über den Haufen werfen solle, was in den letzten fünfzehn Jahren durch die Vorgaben in der Friedhofsatzung geschaffen worden sei. Niemand wolle die Bürger in der Auswahl der Grabmale allzusehr einengen. Man solle aber nicht übersehen, daß durch die Verwendung heimischer Steine die erste Erweiterung des Friedhofs einen schönen Anblick biete. Mehrheitlich waren sich die CSUler einig, daß ein Kompromiß zwischen der allgemeinen Freigabe der zu verwendenden Steinarten und der Übertragung der der geltenden Satzung auch auf die zweite Erweiterung darin gefunden werden könne, daß man in der südlichen Fortsetzung des alten Friedhofs alle Steine zulasse und in der südlichen Fortführung der ersten Erweiterung nur heimische Steine zugelassen würden. Eventuell sollten beide Bereiche durch eine Hecke abgetrennt werden.
Breiten Raum nahm die Diskussion über die künftige Verwendung des Bahngeländes in Hunderdorf ein. Allgemein sieht man nach der Stillegung der Bahnstrecke eine einmalige Chance, das größtenteils jahrelang ungenutzte Gelände zu gestalten und zu beplanen und die Ortsdurchfahrt der Staatsstraße so auszubauen, daß die geplante Ortsumgehung unnötig werde. Im einzelnen sollte an der Kreuzung Lindfelder Straße/Windberger Straße und bei der Einmündung der Hauptstraße ausreichende Abbiegerspuren sowie Fußgänger- und Radfahrerunterführungen gebaut werden. Beidseitig der Straße müßte je eine Omnibushaltestelle außerhalb des Verkehrsraumes geschaffen werden. Da der Pendlerverkehr eine immer größere Rolle spiele, sollte ein Teil des Platzes dazu verwendet werden, eine ausreichende Zahl von öffentlichen Parkplätzen zu schaffen, was als Ausgangspunkt für Radwanderungen von Vorteil wäre. Auch die aufgestellten Altstoffcontainer könnten in die Anlage eingebunden und mit einem Sichtschutz versehen werden.
Quelle: Bogener Zeitung, 22.12.1987


Gespräch um Nolte-Arbeitsplätze
Straubing-Bogen.
Auf Initiative von MdB Hinsken trafen sich am Dienstag Vertreter der Firma Nolte mit Staatssekretär Alfons Zeller im Wirtschaftsministerium in München. An der Gesprächsrunde nahmen auch Staatsminister Dick und Landrat Weiß teil. Ausführlich wurde über die wirtschaftliche Situation der Firma und die Möglichkeiten gesprochen, so viele Arbeitsplätze wie möglich in Hunderdorf zu halten.
Die örtlichen Politiker wiesen auf die schlimmen Folgen der geplanten Entlassungen für den Arbeitsmarkt und für jeden einzelnen betroffenen Mitarbeiter hin. Die Herren Nolte und Arnold von der Geschäftsführung der Firma Nolte-Möbel GmbH legten dar, daß alles versucht worden sei, den Betrieb aufrechtzuerhalten, gegen den Rat des Unternehmensberaters Berger im Jahr 1985, das Hunderdorfer Werk zu schließen. Insbesondere Herr Nolte verwies darauf, daß schon 1985 der Unternehmensberater wegen der äußerst ungünstigen Marktentwicklung empfohlen hätte, das gesamte Werk Hunderdorf zu schließen. In der gesamten Möbelbranche seien von 1980 bis 1986 21 Prozent aller Betriebe verschwunden, 25 Prozent der Beschäftigten entlassen worden. Herr Nolte führte aus, daß er entgegen diesem Rat unter Einsatz erheblicher finanzieller Mittel das Werk in Hunderdorf noch zwei Jahre gehalten habe. Er wollte es auf reine Echtholzproduktion umstellen. Dieses Ziel sei nicht erreicht worden. Der Echtholzanteil betrage zur Zeit 50 Prozent des Umsatzes. Die Geschäftsleitung sehe deshalb keine andere Möglichkeit, als die Produktion diesem Umsatzanteil anzupassen. Dies sei unabdingbar, um die vollständige Schließung von Hunderdorf und damit den V4lust von 450 Arbeitsplätzen zu verhindern. Nolte und Arnold legten dar, daß auch dieser mutige Schritt mit erheblichen Risiken verbunden sei. Es sei auf keinen Fall geplant, die Echtholzproduktion von Hunderdorf wegzulagern.
Anschließend wurde ausgiebig über die verfügbaren staatlichen Fördermittel diskutiert. Staatssekretär Zeller und Staatsminister Dick boten jede mögliche Hilfe an. Nach den Ausführungen der Herren Nolte und Arnold besteht aber selbst unter Ausschöpfung aller angebotenen Hilfen keine Möglichkeit, das Hunderdorfer Werk in der bisherigen Größenordnung fortzuführen.
Quelle: Bogener Zeitung, 23.12.1987


Weihnachtsmessen in Hunderdorf
Hunderdorf.
Einige musikalische Leckerbissen bietet der Kirchenchor Hunderdorf den Gottesdienstbesuchern zu den Festtagen an: Hl. Abend um 22 Uhr Christmette: „Missa in honorem St. Josephi“ von Ignatz Mitterer; „Es ist ein Ros entsprungen“, Satz von Michael Prätorius; „Heilige Nacht“ von Joh. Fried. Reichardt; „Russischer Vesperchor“ von Dom. Portnjanski. – 1. Weihnachtsfeiertag um 9.30 Uhr Festgottesdienst: „Missa brevis in C-Dur“ (Orgelsolomesse) von W.A. Mozart; „Heute ist uns ein Kind geboren“ Weihnachtschor aus „Der Messias“ von Georg Friedrich Händel; „Ich steh‘ an deiner Krippe hier“, Satz von Michael Prätorius. – Stephanitag um 9.30 Uhr: Gestaltung des Gottesdienstes durch die Musikkapelle des Musikvereins Hunderdorf, dazu Lieder aus dem Gotteslob. – Epiphanie (Erscheinung des Herrn): „Missa in G-Dur“ von G. B. Casali – deutsches Proprium von J. Pretzenberger, Satz von Joh. Seb. Bach. – Taufe Christi: Lieder aus dem Gotteslob zusammen mit der Bläsergruppe der Jugend.
Quelle: Bogener Zeitung, 24.12.1987


Windberg. SV: Montag 28.12., bis Donnrstag 31.12., Skikurs für alle Interessierten. Anmeldung und Auskunft bei Helmut Auerbacher, Tel. 09422/3601.
Quelle: Bogener Zeitung, 24.12.1987


Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger!
Das Jahr 1987 nähert sich seinem Ende und wird in wenigen Tagen abgelaufen sein. Wie in jedem Jahr ist das Grund und Anlaß, Bilanz zu ziehen, zu überlegen, was haben wir getan und bewirkt und was sollen wir uns für die kommende Zeit vornehmen?
Jeder von uns tut dies in seinem privaten Bereich. Wenn wir uns an dieser Stelle an Sie wenden, gelten diese Betrachtungen naturgemäß den öffentlichen Belangen.
Was wir in den vergangenen zwölf Monaten zum Nutzen unserer Gemeinden planen und erreichen konnten, war wiederum größtenteils der Verdienst gemeinsamer Arbeit.
So konnte im jetzt ablaufenden Jahr bereits Begonnenes fertiggestellt und weitergeführt, sowie Neues angefangen werden. Überall war das Werk fleißiger Hände zu erkennen und wir sind sicher, daß sich unsere Gemeinden fortentwickelt haben und sich auch in den nächsten Jahren zu ihrem Vorteil verändert haben werden.
Obwohl nicht alles wie geplant ablief und auch Ärger und manche Enttäuschung nicht erspart blieben, können wir doch aus kommunaler Sicht mit dem Jahr 1987 zufrieden sein.
Am Ende des Jahres sei all denen, die sich – in welcher Form auch immer – in den Dienst unserer Gemeinde gestellt haben, ein herzliches Wort des Dankes gesagt. Unser Dank gilt besonders den Mitgliedern des Gemeinderates und allen Bediensteten der Verwaltungsgemeinschaft, der Gemeinden, der Schule sowie den Pfarrherren. Ein herzliches Dankeschön aber auch den Angehörigen der kommunalen und staatlichen Verwaltung und den Politikern dieses Raumes für Ihre Unterstützung.
Besondere Anerkennung gebührt auch den Aktiven in den verschiedenen Vereinen und Organisationen, den vielen Einzelpersonen, die immer wieder für das Wohl der Gemeinschaft tätig werden.
Unser Mitgefühl gilt allen Bürgerinnen und Bürgern, die schwere Schicksalsschläge im zu Ende gehenden Jahr hinnehmen mußten.
Wenn wir nun an der Schwelle zu einem neuen Jahr stehen, wollen wir nicht nur Rückschau halten, sondern uns auch für das kommende Jahr rüsten. Die Aufgaben und damit verbundenen Probleme sind bereits vorprogrammiert. Wir sind sicher und zuversichtlich, daß wir sie auch 1988 wieder größtenteils lösen werden.
Der Schlüssel zu erfolgreicher Arbeit wird nicht im Gegeneinander, sondern im Miteinander zu finden sein und gerade hierauf gründet sich auch unsere Zuversicht. Wollen wir also bereit sein, uneigennützig zum Wohle unserer Heimatgemeinde weiterzuarbeiten.
An dringend notwendigen Investitionsmaßnahmen wird es nicht fehlen. Unsere Sorge und Einsatz gilt auch dem Bemühen, bestehende Arbeitsplätze zu erhalten und neue zu schaffen.
Möge Ihnen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest innere Ruhe vermitteln und Ihnen frohe Stunden im Kreise Ihrer Angehörigen bescheren. Für das Jahr 1988 wünschen wir Ihnen Glück und Erfolg und vor allem Gesundheit.
Dietmar Schmidbauer, 1. Bürgermeister, Windberg
Heinrich Lobmeier, 1. Bürgermeister, Neukirchen, (Gemeinschaftsvorsitzender)
Egon Weinzierl, 1. Bürgermeister, Hunderdorf, (stellvertr. Gemeinschaftsvorsitzender)
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 24.12.1987


Zauber der Weihnachtskrippe
Wenn am Vorabend des ersten Weihnachtstages in den Stuben die Lichter am Weihnachtsbaum die Augen der Kinder zum Glänzen bringen, wenn vor der „großen Bescherung“ Advents- und Weihnachtslieder erklingen, dann steht unter dem geschmückten Tannenbaum auch eine Weihnachtskrippe, in der die Geburt des Jesuskindes figürlich dargestellt wird.
Wochen vor dem Fest holen Väter und Mütter, wenn die Kinder in der Schule sind, die alten Krippen hervor und bringen sie in Ordnung oder basteln neue, denn jeder möchte „seine“ Krippe bauen, damit sie sich von den Krippen anderer unterscheidet. Jeder Krippenbauer gerät in Eifer, wenn er seinen Werkraum betritt, wo er aus Holz, Pappe, Moos und anderen Materialien aus alter Tradition sein Werk vollendet. In Bayern und Tirol ist die Zahl der Krippenbauer erstaunlich groß. In vielen Orten gibt es sogar Krippenvereine, bei denen man sich Anregungen holen kann. Offene und geschlossene Krippen, solche in Höhlen, Stadtruinen aber auch vor Schlössern und im Stall von armen Leuten werden oft kunstvoll hergestellt. In den letzten Jahren sind Krippen beliebt, die sich den landschaftlichen Bauten anpassen. So wird ein alter Bauernhof als heimatliche Landschaftskrippe gebastelt. Belebt wird die Weihnachtskrippe mit Figuren, die das Weihnachtsgeschehen bei der Geburt Christi darstellen. Neben Maria, Joseph und dem Jesuskind stehen Hirten mit ihren Herden, Ochs und Esel und die Heiligen Drei Könige in orientalischen Prachtgewändern betend in der Runde.
In den Schulen und Kindergärten, aber auch bei Weihnachtsfeiern vieler Vereine werden Krippenspiele aufgeführt, in denen das Gehehen vor fast 2000 Jahren nachvollzogen wird. Einem ähnlichen Krippenspiel verdanken wir die Entstehung der Krippe. In der Christnacht des Jahres 1223 feierte Franziskus von Assisi im Dorf Greccio in Italien mit Genehmigung des Papstes die Geburt Jesu. Mit einer Gruppe von Gläubigen führte er das Erlebnis der Heiligen Nacht von Bethlehem auf. Beim Fackelschein gruppierten sich die Bewohner als Joseph und Maria, als Hirten und drei Könige verkleidet, um ein Baby, das zwischen Esel und Ochsen in einer Höhle auf Stroh gebettet war. Dieses Ereignis war so außergewöhnlich, daß es fortan überall Nachahmer fand. Die erste Weihnachtskrippe war geboren.
Die erste bekannte Krippe in unserer Heimat wurde um 1600 in München aufgestellt. Künstler, namentlich Holzschnitzer, nahmen sich besonders dieses Brauches an und trugen durch ihre kunstvollen Schnitzereien wesentlich zur Verbreitung des Krippenbaues bei. Von Tirol und Bayern über Böhmen und Schlesien bis in die Ostgebiete verbreitete sich der Brauch der Krippendarstellung.
Jahr für Jahr pilgern immer mehr Christen nach Italien, um dort die prachtvolle Krippe in Roms höchstgelegener Kirche „Ara Coeli“ auf dem Kapitol zu sehen. Der Sage nach ist die Figur Christi aus dem Holz eines Olivenbaumes vom Berg Gethsemane geschnitzt und vor über 600 Jahren nach Rom gebracht worden. Weil mit der Figur im Mittelalter der Papst die Pestseuche abwehrte, wird sie als wundertätig verehrt. Während der Adventszeit wird das „heilige Kind“ nackt und bloß in der Krippe gezeigt, sonst aber in einem Kasten aus Panzerglas mit Gold und Juwelen behängt ausgestellt.
Krippenausstellungen, oft internationaler Prägung, zeigen Kunstwerke aus allen Ländern und Erdteilen. Die frommen Besucher erleben dabei neben Freude auch das Spiegelbild des Glaubens der Christen dieser Welt.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 24.12.1987


Die Verwaltungsgemeinschaft Hunderdorf stellt voraussichtlich zum 1.9.1988 einen Auszubildenden für den Ausbildungsberuf
Verwaltungsfachangestellte/r
Fachrichtung allgemeine innere Verwaltung  des Freistaates Bayern und Kommunalverwaltung ein. Bewerber aus dem Bereich der Verwaltungsgemeinschaft werden bevorzugt.
Bewerbungen sind bis spätestens 1. März 1988 zu richten an die Verwaltungsgemeinschaft Hunderdorf, Kirchgasse 8, 8447 Hunderdorf.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 24.12.1987


Jahrgänge 1927 bis 1934 sollen Kindererziehungszeiten melden
Die Rentenversicherungsträger fordern nunmehr alle Mutter und Väter der Jahrgänge 1927 bis 1934 auf, die Anerkennung der Kindererziehungszeiten zu beantragen. Mütter, die bereits eine Versicherungsnummer der gesetzlichen Rentenversicherung haben, werden von Amts wegen angeschrieben und brauchen sich daher nicht selbst zu melden. Aufgerufen sind auch die Berechtigten der Jahrgänge 1921 bis 1926, die sich bisher noch nicht gemeldet haben. Der Aufruf der Jahrgänge ab 1935 erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. Zeiten der Kindererziehung bis zu einem Jahr je Kind können bei Personen der Geburtsjahrgänge 1921 und später als Versicherungszeit beitragslos rentenbegründend und rentensteigernd berücksichtigt werden.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 24.12.1987


Bekanntmachung über die Auslegung eines Bebauungsplanes
Der Gemeinderat hat am 30. Juli 1987 beschlossen, für das Gebiet Gewerbegebiet Thananger – Erweiterung das wie folgt umgrenzt ist:
bestehendes Gewerbegebiet im Osten, Richtung Thananger im Westen, Thananger Str. im Süden, Bahnlinie im Norden und folgende Grundstücke umfaßt:
FlNr. 304, 303, 270, 271 und Tfl. aus 281/2
einen Bebauungsplan im Sinne des § 30 – Abs. 1 BauGB aufzustellen. Ein Planentwurf ist von Architekturbüro Walter Hornberger, Bogen, ausgearbeitet worden. Er wurde mit der Begründung in der Fassung vom 28.10.1987 vorn Gemeinderat am 28. Oktober 1987 gebilligt.
Der Entwurf des Bebauungsplanes mit Begründung liegt in der Zeit vom 5.1.1988 bis 5.2.1988 im Rathaus in den Amtsräumen der Verwaltungsgemeinschaft Hunderdorf, Kirchgasse 8, 8447 Hunderdorf Zimmer Nr. 1 öffentlich aus. Während der Auslegungsfrist können Bedenken und Anregungen (schriftlich oder zur Niederschrift) vorgebracht werden. Hunderdorf, 21.12.1987 Gemeinde Hunderdorf
Weinzierl, 1. Bürgermeister
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 24.12.1987


Jahresabschlußsitzung des Gemeinderates Hunderdorf am 17.12.1987
Bürgermeister zog Bilanz und sprach Dankesworte
Einen umfassenden Jahresrückblick gab Bürgermeister Weinzierl bei der Jahresabschlußsitzung des Gemeinderates Hunderdorf im Gasthof Sandbiller. Weinzierl rief die gewichtigeren Maßnahmen und Gemeinderatsentscheidungen in Erinnerung und gab einen Überblick über die anstehenden Aufgaben und Probleme, wobei Prioritäten gesetzt werden müssen. Sodann stellte Bürgermeister Weinzierl die größeren Investitionsmaßnahmen der Gemeinde, die im Jahre 1987 begonnen, fortgeführt oder abgeschlcssen wurden, vor. Dies waren vor allem:

Weitere Beschlüsse des Gemeinderates
Neben diesen Investitionsmaßnahmen so Bürgermeister Weinzierl war der Gemeinderat auch in anderen Punkten gefordert mit gewichtigen Entscheidungen wie z. B.:
– die Auftragsvergabe für die Kanalbaumaßnahme Gaishausen-Hunderdorf, wobei die Auftragsvergabe für einen zunächst zurückgestellt wurde, bis die Einsprüche bezüglich des Regenüberlaufes in Gaishausen abgeklärt waren
– die Neufassung der Beitrags- und Gebührensatzung zur Kanalsatzung aufgrund neuerer Rechtsprechung
– die Billigung des Eingabeplanes für den Rathausneubau und die Beantragung der entsprechenden Zuschußmittel
– die Ablehnung der Klärschlammdeponie in Kleinlintach im Zuge des Planfeststellungsverfahrens, da negative Auswirkungen des bereits stark belasteten Raumes Sollach und Umgebung zu befürchten sind
– der Grundsatzbeschluß für die Neunumerierung der Hausnummern im Bereich Steinburg-Gaishausen
– der Beitritt zum Zweckverband „Unterhaltung Gewässer 3. Ordnung“
– die Erweiterung der Straßenbeleuchtung in Grub, im Baugebiet „Hochfeld-Süd-Erweiterung“ und in Steinburg
– das Eingehen einer Gemeindepartnerschaft mit der Gemeinde St. Johann am Wimberg in Österreich
– die Aufstellung des Bebauungsplanes „Gewerbegebiet Thananger Straße-Erweiterung“ und das Bemühen um Grunderwerb für diese benötigten Gewerbeflächen und um Betriebsansiedelungen
– die Planungseingabe 1988 und Zuschußeingabe für die Sanierung des Hauptschulgebäudes; Problembereiche sind Schäden am Flachdach, Pausenplatz, Absicherung der Stützmauer und Putzschäden
– die Zustimmung zum Naturlehrpfad Steinburg-Neukirchen
– die Antragstellung zur Aufstufung der Straße Sollach-Autobahnlängsweg zur Kreisstraße, dem positiv entsprochen wurde
– die Resolution bezüglich der weiteren Massenentlassung bei der Fa. Nolte an den Betriebs-Chef, wobei Abdrücke mit der Bitte um Unterstützung zugeleitet wurden dem Wirtschaftsminister, Umweltminister, den beiden Bundestagsabgeordneten, den Landtagsabgeordneten und dem Bezirksrat mit dem Ziel, alles zu tun, um diese dringend benötigten Arbeitsplätze zu erhalten.
Weniger Geburten 1987
Zur Information gab Weinzierl auch noch ein paar statistische Zahlen:

Einwohnerzahlen stiegen von 2.813 auf 2.828. Eingereicht wurden 56 Baugesuche (Vorjahr 41), davon 4 Vorbescheide (Vorjahr 2) und 5 Tekturplane (Vorjahr 4).
Der Bürgermeister dankt
Zum Jahreschluß dankte Bürgermeister Weinzierl insbesondere den Bürgermeisterstellvertretern, den Mitgliedern des Gemeinderates und allen Bediensteten der Verwaltungsgemeinschaft, der Gemeinde und des Schulverbandes, aber auch dem Schulleiter und der gesamten Lehrerschaft.
Ein besonderes Vergelts-Gott sagte Weinzierl an Pfarrer Anton Högner für die gute Zusammenarbeit. Besondere Anerkennung gebührt, so Weinzierl weiter, auch den Aktiven in den Feuerwehren sowie in den Vereinen und Organisationen sowie den vielen Einzelpersonen, die immer wieder für das Wohl der Gemeinschaft tätig werden. Dank richtete Weinzierl auch an Landrat Weiß und die Politiker dieses Raumes sowie den Angehörigen der kommunalen und staatlichen Verwaltung für ihre Unterstützung.
Mein Dank, so das Gemeindeoberhaupt abschließend, gilt auch allen Bürgerinnen und Bürgern für die Aufgeschlossenheit und für das Verständnis gegenüber gemeindlichen Maßnahmen und für die Teilnahme am kommunalen Geschehen.
Aufgaben für 1988 bereits vorprogrammiert
„Wenn wir nun an der Schwelle zu einem neuen Jahr stehen, wollen wir nicht mehr Rückschau halten, sondern uns auch für das kommende Jahr rüsten, wobei die Aufgaben und die damit verbundenen Probleme bereits vorprogrammiert sind“, konstatierte Bürgermeister Weinzierl.
Er sprach dann insbesondere Maßnahmen und Probleme an, die für 1988 voraussichtlich anstehen. Der Bürgermeister dachte dazu insbesondere an folgende Maßnahmen und Probleme: – die Fertigstellung der Kanalisation Gaishausen mit Ableitungskanal Hunderdorf Ausgaben: 1,3 Mill. DM
– die Restabwicklung des Baugebietes „Hochfeld-Süd-Erweiterung“
– den Baubeginn des Rathausneubaues mit Gesamtkosten von rd. 2 Mill. DM
– an die Ausweisung des Gewerbegebietes „Thananger-Straße-Erweiterung“ und Sicherung des Grunderwerbs
– die Anteilsfinanzierung zum Straßenausbau im Zuge der Unternehmensflurbereinigung Sollach-Hofdorf
– den Einsatz um den Erhalt der Arbeitsplätze, insbesondere bei der Fa. Nolte und die Ansiedelung von neuen Gewerbebetrieben
– die Durchführung der Straßen-/Hausnummerierung Steinburg u. Gaishausen
– die Mittelbeantragung für den Kanalbauabschnitt 02 Steinburg
– Kinderspielplatz Hochfeld-Süd
– Instandsetzung Tennis- bzw. Trainingsplatz
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 24.12.1987


Otto Hähndel 85 Jahre alt
Seit wenigen Monaten ist Otto Hähndel Bürger der Gemeinde Hunderdorf. Am 12.12. feierte er seinen 85. Geburtstag. Er wurde in Breslau geboren. Nach der Volksschule absolvierte er die Lehre eines Installateurs und Klempners. 1940 wurde er zur Heimatflak ins Rheinland einberufen, geriet in französische Gefangenschaft und wurde 1947 entlassen. In Meinkofen, wo seine Familie als Flüchtlinge untergebracht war, arbeitete er im Baugewerbe. Bei einem Arbeitsunfall wurde sein rechtes Bein schwer verletzt. 1953 siedelte er nach Neckarweihingen in Württemberg über, wo er zunächst als Hilfsarbeiter und später als Angestellter tätig war. Mit 66 Jahren ging er in die Rente. Nebenbei übte er das Amt eines Hilfskassiers und Jugendbetreuer im dortigen Sportverein aus, wofür er mit der goldenen Vereinsnadel ausgezeichnet wurde. Im September dieses Jahres übersiedelte er zu seiner Tochter Ruth Klar nach Hunderdorf. Trotz seiner Gehbehinderung unternimmt der Jubilar täglich einen längeren Spaziergang. Wir wünschen ihm weiterhin Gesundheit im Kreise seiner Familie.
Bürgermeister Egon Weinzierl beglückwünschte persönlich den Jubilar. Landrat Ingo Weiß und der VdK-Ortsverband übermittelten die Glückwünsche zum Geburtstag.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 24.12.1987


Gemeldete Veranstaltungen in der Gemeinde Hunderdorf
02.01.1988:
FFW Gaishausen: Ball im Gasthaus Solcher, Ehren
09.01.1988:
FFW Au v. Wald: Ball im Gasth. Wagner-Freudenstein
09.01.1988:
Stammtisch Hunderdorf-Lintach: Stammtisch- und Hausball im Gasthaus Plötz-Schlecht‘
15.01.1988:
FWG Hunderdorf-Steinburg-Gaishausen: Kappenabend im Gasthaus Wagner-Freudenstein
Der Kappenabend des VdK Steinburgs im Gasthaus Solcher, Wegern, entfällt.
16.01.1988:
Bayerwaldverein: Vereinsball im Gasthaus Sandbiller
EC Steinburg: Ball im Gasthaus Solcher, Ehren
22.01.1988:
Schützenverein Großlintach: Ball im Gasthaus Plötz-Schlecht
23.01.1988:
Hausball Karl Solcher, Ehren
30.01.1988:
FFW Hunderdorf: Ball im Gasthaus Sandbiller
06.02.1988:
FFW Steinburg: Ball im Gasthaus „Zum Berger-Bräu“
Sportverein Hunderdorf: Faschingsball im Gasthaus Sandbiller
12.02.1988:
Trachtenverein: Ball im Gasthaus Wagner-Freudenstein
13.02.1988:
Stammtisch Au v. Wald: Ball im Gasthaus Wagner-Freudenstein
15.02.1988:
Stammtisch Lintach/Hunderdorf: Rosenmontagsball im Gasthaus Plötz-Schlecht
Fremdenverkehrsverein Steinburg e.V.: Kappenabend mit Tombola im Gasthaus „Zum Berger-Bräu“
05.03.1988:
Trachtenverein: Generalversammlung im Gasthaus Baier-Edbauer
30.04.1988:
Fremdenverkehrsverein Steinburg Maibaumaufstellen beim Gasthaus „Zum Berger-Bräu“
17. – 20.06.1988:
FW Steinburg: 115-Jahrfeier mit Kirchweihfest
24.06.1988:
Fremdenverkehrsverein Steinburg e.V.: Sonnwendfeuer in Steinburg, Nähe Anwesen Petzendorfer
25.- 26.06.1988:
Kath. Frauenbund: 20-Jahrfeier
10.07.1988:
Bayerwaldverein: Wandertag
15. – 18.07.1988 oder 22. – 25.07.1988:
Hunderdorfer Volksfest
17.07. 1988 oder 24.07.1988:
Trachtenverein: Gartenfest
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 24.12.1987


Adventfeier des SPD Ortsvereines
Bei der kürzlich wie alle Jahre stattgefundenen Adventsfeier des SPD Ortsvereine Hunderdorf konnte die Seniorenbeauftragte Kathi Scheibenthaler eine große Anzahl von Seniorinnen und Senioren begrüßen. Ein besonderer Gruß galt dem Ortsvorsitzenden und Gemeinderat Xaver Diewald. Sie konnte sich für die eingegangenen Spenden und bei der Kuchen- und Plätzchenbäckerin Frau Diewald bedanken. Bei leisen Klängen der Adventsmusik gab es Kaffee und Kuchen. Die Nirschl-Sängerinnen umrahmten den Nachmittag. Frau Diewald und die kleine Astrid Achatz trugen mit ihren Gedichten zum besinnlichen Teil bei. Auch der Nikolaus mit seinem Krampus besuchten die Adventfeier.
Sehr gefallen haben die Beiträge der Senioren Pfrogner-Diebl Emmerich und Erich Jacobi. Abgerundet wurde der Nachmittag mit lustigen Weisen auf der Ziehharmonika durch Müller Hans. Man war sich allgemein einig, bei einer schönen und gut gelungenen Adventfeier dabei gewesen zu sein und man nahm sich vor weiter die Seniorennachmittage zu pflegen.
Zum Schluß dankte der Ortsvorsitzende und Gemeinderat Xaver Diewald allen, die zum Gelingen der Adventsfeier beigetragen hatten, besonders der Seniorenbeauftragten Kathi Scheibenthaler für ihren Einsatz und ihre Mühe.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 24.12.1987


Eigenbeteiligung bei Kuren
Darauf hat kürzlich der Verband der Kriegs- und Wehrdienstopfer, Behinderten und Sozialrentner (Vdk), Ortsverband Hunderdorf/Windberg bei der Arbeitssitzung hingewiesen. Der erste Vorsitzende konnte dazu alle Vorstandsmitglieder begrüßen und er freute sich für die rege Mitarbeit bei allen Tätigkeiten im Ortsverband.
Seit einigen Jahren müssen die Versicherten und Rentner sich mit einem Betrag von 10 Mark pro Tag an den Kosten von Kuren der gesetzlichen Rentenversicherung beteiligen. Von dieser Vorschrift gibt es jedoch eine Reihe von Ausnahmen und Härtefallregelungen, die jeder kennen sollte. Im folgenden deshalb einige Hinweise über diese Regelungen im einzelnen:
Mit 10 Mark pro Tag an der Kur beteiligen muß sich grundsätzlich jeder, der während der Kur seinen Lohn oder sein Gehalt weiterbezieht.
Ist der Anspruch auf Arbeitsentgelt jedoch abgelaufen, wegen Erwerbsunfähgikeit zum Beispiel, und der Rentenversicherungsträger zahlt deshalb als Lohnersatz ein Übergangsgeld, so ist keine Eigenbeteiligung fällig. Der Grund: Das Übergangsgeld ist niedriger als der vorherige Nettoverdienst, womit bereits eine Beteiligung an den Kurkosten erbracht ist.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 24.12.1987


Strohsterne als Kirchenschmuck gebastelt
„Was unser Herz erfreut, soll alle erfreuen,“ so könnte man wohl mit einem deutschen Dichter sagen. Denn der katholische Frauenbund Windberg bastelte mit viel Freude und Geschick Strohsterne für den Weihnachtsschmuck in der Pfarrkirche. Diese übergab man dann anläßlich einer kleinen Adventfeier dem Ortspfarrer und geistl. Beistand des Vereins H. H. P. Ephrem. Die 1. Vorsitzende Hannelore Poiger bedankte sich bei allen Vereinsmitgliedern, die während des ganzen Jahres so zahlreich die Veranstaltungen und Aktionen des Frauenbundes durchführten und besuchten. Diese reichten 1987 von Vorträgen über gesellige Bastelabende bis hin zur Mitgestaltung des Basares am Weltmissionssonntages.
Nach diesem kurzen Jahresrückblick ging man bei selbstgebackenen Plätzchen und Glühwein in den geselligen Teil des Abends über, der musikalisch umrahmt von Fam. Bauer, aber auch zum Nachdenken über „Weihnachten heute“ einlud.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 24.12.1987


Eisenbahn ade!
Mit dem Entfernen der Eisenbahnschienen zwischen Konzell und Bogen ging eine 90jährige Geschichte des „Bayerwaldbockerls“, wie die Bahn im Wald gern genannt wurde, zu Ende.
In den ersten beiden Dezemberwochen wurden Schienen und Schwellen im Raum der Gemeinde Hunderdorf entfernt. Das unter großen Mühen gegen Ende des 19. Jahrhunderts errichtete Eisenbahnstück Straubing-Cham hat damit für immer ausgedient. Die Schienen und die daran befestigten Eisenschwellen wurden von einem Spezialkran der Eisenbahn gehoben und mit einem Schienentransporter auf die 18 Waggons befördert. Je fünf Schienenpaare mit Schwellen fanden auf einem Transportwaggon mit einer Traglast von 26 t und einer Länge von 21 m Platz. Von zwei Diesellokomotiven gezogen ging die Arbeit schnell voran.
Der nun schienenlose Bahndamm soll, wenn man den Politikern glauben kann, zu einem Wander- und Fahrradweg ausgebaut werden. Der Personentransport findet seit über einem Jahr mit Bahnbussen statt. Mit dem Abbau der Eisenbahnlinie ist ein Stück der guten alten Zeit verlorengegangen.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 24.12.1987


Die Schule muß mit der Familie zur Familie erziehen
Mit Nachdruck wandte sich der Staatssekretär im Kultusministerium, Dr. Gebhard Glück, gegen Tendenzen, Familie und Schule gegeneinander in Front zu stellen. Man dürfe die Familie weder in Kampfstellung gegen die Schule als „Zwangsveranstaltung“ bringen, noch dürfe man einer „emanzipatorischen Erziehung“ in ihrem Versuch freie Hand lassen, die Kinder mit Hilfe der Schule vom Elternhaus zu lösen, erklärte Dr. Glück vor dem Verbandstag des Deutschen Familienverbandes, Landesverband Bayern, in Burglengenfeld.
Die Schule würde, so Dr. Glück, ihren Erziehungsauftrag völlig verfehlen, wollte sie z.B. der kürzlich in einer Jugend-Broschüre veröffentlichten Ideologie folgen und die Eltern zum Angriffsziel machen: „Ideologische Strömungen, die Ehe und Familie als antidemokratische, repressive Institutionen, als Hindernisse für Freiheit und Selbstverwirklichung verketzern und ihre Austauschbarkeit durch andere Institutionen und Lebensformen postulieren, haben in der Schule nichts zu suchen – im Gegenteil, die Schule muß ihnen gegebenenfalls mit Nachdruck entgegentreten!“, forderte der Staatssekretär.
Die Familienerziehung in Bayerns Schulen sei, so erläuterte Dr. Glück, vorrangig auf eine Erziehung zur Familie ausgerichtet, und sie solle verstanden werden als Erziehung mit Familie. Die Schule habe die Aufgabe, die Familie in ihren Bemühungen um die Bildung und Erziehung der Kinder zu unterstützen; sie müsse die gesellschaftliche Funktion der Familie verdeutlichen und zeigen, welchen Wert die Familie in der Gesellschaft und für die Gesellschaft besitzt. Daher müsse sich auch schulische Erziehung Entwicklungen entgegenstellen, die unter dem vorgeblichen Anspruch von Freiheit und Selbstverwirklichung einen radikal individualistischen Freiheitsbegriff propagieren, der die eheliche und familiäre Bindung als Widerspruch zu den persönlichen Vorstellungen von Unabhängigkeit, Freiheit und Selbstverwirklichung abwertet; dies seien Ausflüsse eines radikalen Egoismus und Antihumanismus und somit zutiefst unmenschlich.
Im weiteren hob Dr. Glück hervor, daß Schule die Familie weder ersetzen könne noch dürfe. Es gebe Staaten, in denen die Erziehung der Kinder so früh wie möglich von der Familie weg auf staatliche Institutionen übertragen werde, um so die Kinder von Anfang an in die staatlich gewünschte „Orientierung“ zu leiten. „Eine freiheitliche Demokratie aber muß die Akzente anders setzen; zur freiheitlichen Demokratie gehört die Freiheit der Familie“, unterstrich Dr. Glück. Schule müsse akzeptieren, daß der Schwerpunkt der Erziehung in der Familie liegt – gleichzeitig müsse sie das ihr Mögliche dazu beitragen, daß Erziehung in der Familie gelingt. Dies liege im ureigensten Interesse der Schule, denn ihr erzieherischer Erfolg sei in hohem Maße vom Gelingen der Erziehung in der Familie abhängig: „Die Schule hat in der intakten Familie ihren besten Partner. Wo die Familienverhältnisse nicht in Ordnung sind, wird die schulische Arbeit ungeheuer schwierig; das ist für unsere Lehrer heute eine bittere Alltagserfahrung.“ Familienerziehung sei für die Schule der Auftrag, Partnerarbeit „mit der Familie zur Familie zu erziehen.“
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 24.12.1987


Franz Xaver Baier zum 80. Gratuliert
Falkenfels.
Am zweiten Weihnachtsfeiertag fanden sich in der Hotelgaststätte auf der Burg in Falkenfels zahlreiche Gratulanten ein, um das 80. Wiegenfest des ehemaligen Schloßbesitzers Franz Xaver Baier zu feiern. Aus allen Himmelsrichtungen waren sie gekommen, um dem beliebten Jubilar ihre Aufwartung zu machen, Pfarrer Gunar Mälzer, Bürgermeister Paulus, sämtliche Vereinsvorstände, Verwandte, Betriebsangehörige, Freunde aus Straubing, Vertreter des Jagdverbandes Niederbayern, die Bläsergruppe Straubing-Bogen,  viele Jäger und Jagdfreunde.
Schulleiter Geier umriß in einer sehr humorvollen Laudatio den Lebensweg des Jubilars. Baier wurde als Metzgersohn am 25. Dezember 1907 in Hunderdorf geboren und wuchs im Kreise von zwölf Kindern auf. Nach der Schulzeit erlernte er nicht den Beruf seines Vaters, sondern machte bei Schreiner Härtenberger in Hunderdorf eine Lehre. Nach der Ausbildung wechselte er in die Kunstschreinerei Geislinger nach Straubing. Diesen Betrieb übernahm er später.
Seine handwerklichen und künstlerischen Fähigkeiten wurden alsbald weithin bekannt. So ergab es sich, daß er sein Können sogar im Glaspalast in München zeigen durfte. Dies brachte ihm zwei große Aufträge ein, die Ausstattung der damaligen deutschen Botschaft in Rom und die Lieferung der Einrichtung für Obersalzberg. Nach dem Krieg erweiterte er seinen Betrieb und kaufte die Burg Falkenfels, welche sich in einem desolaten Zustand befand. Diese renovierte er und eröffnete die Schloßgaststätte.
Bürgermeister Paulus erinnerte daran, daß Baier durch die Renovierung der alten Burg ein touristisches Zentrum für Falkenfels geschaffen und dadurch dem Ort eine besondere Note verliehen habe. Für die Gemeinde sei Baier stets ein aufgeschlossener Gesprächspartner gewesen. Der Jagdvorsteher von Saulburg und die Vertreter der Jägerschaft überbrachten ebenfalls ihre Glückwünsche. Sie lobten Baier nicht nur als treues Mitglied, sondern auch als Gründungsmitglied der Jägerschaft Niederbayern-Oberpfalz. Der Jubilar sei kein gewöhnlicher Jäger, man könne ihn als Jägeridol bezeichnen, als einen wahren Jäger und Heger.
Alle übrigen Gratulanten hoben ebenfalls die Verdienste und das Engagement des Jubilars hervor und wünschten ihm, der durch den Verkauf der Burg auch Abschied von Falkenfels nahm, alles Gute für seinen Lebensabend. Sichtlich gerührt bedankte Baier für die Gratulation (Foto), während die Bläsergruppe Straubing-Bogen ihrem treuen Jagdgenossen nochmal schneidig aufspielte.
Quelle: Bogener Zeitung, 29.12.1987


Umstrukturierung zwingend notwendig
Firmenchef Georg Nolte begründete in einem Antwortschreiben bevorstehende Entlassungen
Hunderdorf.
Unmittelbar nach dem Bekanntwerden, daß bei der Firma Nolte in Hunderdorf drastisch Personal abgebaut wird, richtete die Freie Wählergemeinschaft Hunderdorf-Steinburg-Gaishausen an Georg Nolte, den Firmenchef, einen Brief, in dem .sie ihre Betroffenheit darüber zum Ausdruck brachte. In einem Antwortschreiben rechtfertigte Nolte die Maßnahme mit „zwingenden wirtschaftlichen Gründen“. Er versicherte, „daß alle Mitarbeiter und ich alles Erdenkliche unternehmen, um bei der Umstrukturierung auf Echtholz so wenig wie möglich Arbeitsplätze zu verlieren.“ In der vorweihnachtlichen Zeit sind noch keine Kündigungen ausgesprochen worden. In Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat werde über einen Interessenausgleich verhandelt, der die wirtschaftliche und soziale Härte mildern helfen werde.
Johann Feldmeier, der erste Vorsitzende der Freien Wählergemeinschaft Hunderdorf-Steinburg-Gaishausen, hatte sich mit folgendem Schreiben, datiert vom 5. Dezember 1987, an den Firmeninhaber Georg Nolte gewandt: „Mit tiefer Betroffenheit entnahmen wir der Lokalpresse, daß im Werk Hunderdorf etwa 250 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren sollten. Gerade für diesen Teil des Landkreises Straubing-Bogen, der strukturell schwach ausgestattet ist, bedeutet die geplante Maßnahme einen regelrechten Schicksalsschlag. Wie sie wissen, war und ist Ihr Betrieb in unserer Gegend der alleinige von Bedeutung, da durch eine bereits 1951 getroffene vertragliche Regelung zwischen Ihnen und der Gemeinde (und dem Landkreis), eine Ansiedlung yon weiteren größeren Betrieben ausgeschlossen wurde.
Der überwiegende Teil Ihrer Arbeiter und Angestellten im Werk Hunderdorf hat deshalb auch keine Alternative und hat sich wegen des Arbeitsplatzes in der näheren Umgebung angesiedelt, d. h., daß viele ihr Häuschen innerhalb der Gemeinde Hunderdorf erstellt und vielleicht noch nicht getilgt haben, ihre Kinder sind hier eingeschult und mit ihren Familien sind sie hier beheimatet. Besonders für die ungelernten Arbeiter, für Familienväter und die nicht mehr jungen Beschäftigten, – letztlich für alle, die von der Maßnahme betroffen sein sollten, – bedeutet der Verlust des Arbeitsplatzes eine soziale Tragödie.
Nach der bereits 1985 erfolgten Entlassungswelle glaubten nun die 450 Beschäftigten, doch einen für die Zukunft sicheren Arbeitsplatz zu haben. Soweit uns bekannt ist, könnte dies auch so bleiben, wenn das Werk Hunderdorf zum Bereich Echtholzmöbel die Hauptabteilung Kunststoffmöbelproduktion behalten könnte.
Die Freie Wählergemeinschaft Hunderdorf-Steinburg-Gaishausen fühlt sich schon deshalb verpflichtet, an Sie zu appellieren, da sie die größte Fraktion im Gemeinderat Hunderdorf stellt und vor allem die zu erwartenden menschlichen und sozialen Härten nicht bagatellisieren will und kann.
Da schon vor zwei Jahren nach einem sogenannten Sozialplan rund 150 Arbeitsplätze abgebaut wurden, kann bei der neuen, geplanten Maßnahme dies keine sinnvolle Anwendung mehr finden, werden die 250 Betroffenen doch allesamt zu sozialen Härtefällen. In großer Sorge bitten wir Sie, Herr Nolte, doch vom Abzug der Kunststoffmöbelproduktion (Druck) abzusehen, damit die bisherige Kapazität Ihres Hunderdorfer Betriebes erhalten bleibt und somit auch die 450 Arbeitsplätze.“
Quelle: Bogener Zeitung, 29.12.1987

 

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