1980# 04

„Ablehnung immer bedauerlich“
MdL Geisperger sprach bei SPD-Veranstaltung über die Flurbereinigung
Hunderdorf.
Die Frage, ob die Vorteile einer Flurbereinigung die Nachteile überwiegen, stand kürzlich im Mittelpunkt einer sehr sachlichen Diskussion, die von Gemeinderat Xaver Diewald, dem SPD-Ortsvorsitzenden, mit großem Geschick geleitet wurde.
Gemeinderat Ludwig Fellinger wies auf das Problem des Bogenbachtales hin. Er meinte, das Tal müßte grundlegend saniert werden. Die Bachwiesen würden nämlich sogar durch geringe Hochwasser überschwemmt. Wenn die Flurbereinigungsdirektion Klarheit über die zukünftige Gestaltung des Bogenbachtales schaffen würde, wäre ein Hauptargument gegen die allgemeine Flurbereinigung beseitigt, sagte Fellinger. Es sei unverständlich, warum für den geplanten Übungsplatz im „Sollinger Loch“ wertvollste Ackerböden verwendet würden. Dabei habe die CSU-Regierung oft erklärt, daß für derartige Zweck weniger wertvolle landwirtschaftliche Nutzflächen verwendet werden sollten. Anscheinend gelte dieser Grundsatz im „Sollinger Loch“ nicht. Mit der am 13. 12. 1979 angeordneten Flurbereinigung hätten die Hunderdorfer wenig Freude.
Unproblematisch sei die Unternehmensflurbereinigung im Zusammenhang mit dem Autobahnbau nach Paragraph 87, erklärte Gemeinderat Xaver Reiner. Viele Bürger seien aber der Meinung, daß die allgemeine Flurbereinigung nach den Paragraphen eins und vier in Hunderdorf nicht notwendig sei, weil die Flur jetzt bereits wenig zerstückelt sei.
Landtagsabgeordneter Fritz Geisperger, der in seinem Referat einen Überblick über Vorteile und Probleme der Flurbereinigung gab, wies darauf hin, daß auf jeden Fall eine Vorstandschaft gewählt werden müsse. Durch die Anordnung einer allgemeinen Flurbereinigung neben der Unternehmens-flurbereinigung sei noch nichts verloren, betonte Geisperger. Wichtig sei, daß bei der nächsten Teilnehmerversammlung eine Vorstandschaft gewählt werde, in der die Gruppe der Haupterwerbs- und der Nebenerwerbslandwirte ebenso wie die Gruppe der übrigen Grundbesitzer vertreten sei. Die besten Leute seien für die Vorstandschaft gerade gut genug. Die Vorstandschaft könne ohne weiteres beschließen, daß außer der Flurbereinigung im Zusammenhang mit dem Autobahnbau keinerlei andere Maßnahmen durchgeführt würden. Dann würden auch keine Kosten entstehen.
Geisperger wies allerdings darauf hin, daß etwa 75 Prozent der entstehenden Kosten durch Zuschüsse abgedeckt würden. Die Beträge, die bei einer allgemeinen Flurbereinigung zu zahlen seien, könnten auf acht bis zwölf Jahre verteilt werden. Außerdem könnten die Beteiligten, die dazu Zeit und Lust hätten, Arbeiten leisten, die mit rund 10 DM pro Stunde vergütet würden. So könnten die Landwirte Straßenbankette anlegen und einsäen, beim Vermessen mithelfen oder Drainagegräben zuschütten. Die Hunderdorfer Bürger sollten sich nicht länger gegen die Anordnung des allgemeinen Flurbereinigungsverfahrens nach den Paragraphen eins und vier wenden. Die Erfahrung habe nämlich gezeigt, daß in anderen Gemeinden bei ähnlichen Verfahren schließlich doch der Wunsch nach besseren Feldwegen oder Hofzufahrten entstanden sei. Außerdem könnten im Rahmen der Flurbereinigung Flächen für den öffentlichen Bedarf ausgewiesen werden, und das Bogenbachtal neu gestaltet werden. Dabei wäre die landwirtschaftliche Nutzung des Bogenbachtales sicherlich nicht gefährdet. Zwischen den Wünschen der Naturschützer und der Landwirte sei bei gutem Willen auf beiden Seiten durchaus ein Kompromiß möglich.
Es sei immer bedauerlich, erklärte Geisperger weiter, wenn eine Gemeinde die Flurbereinigung ablehne, weil die Bürger auf diese Weise mögliche Zuschüsse herschenkten. In Hunderdorf gehe es um runde fünf Millionen Mark, die an Zuschüssen in die Gemeindeflur fließen würden. Nach einigen Jahren seien die Aufregungen der Flurbereinigung vergessen, und man sehe nur mehr die Vorteile. Niemand wolle den Hunderdorfern aber die Flurbereinigung aufdrängen. Erst kürzlich sei im Landwirtschaftsausschuß des Landtags der Eingabe einer Gemeinde entsprochen worden, die die angeordnete Flurbereinigung nicht haben wollte. Andere Gemeinden hätten sich darüber gefreut. Es gebe nämlich viele Gemeinden, die seit vielen Jahren auf die Bereinigung ihrer Flur warten würden, weil dadurch nicht nur die Bewirtschaftung der Felder erleichtert werde, sondern die gesamten Lebensverhältnisse in der Gemeinde verbessert würden. Auf jeden Fall müsse man von der Flurbereinigungsdirektion verlangen, daß die Bürger eingehend aufgeklärt würden. Den Gemeindebürgern müsse die Überzeugung vermittelt werden, daß die Verbesserung der Lebensverhältnisse in der Gemeinde das oberste Ziel der Flurbereinigung sei.
Quelle: Bogener Zeitung, 01.04.1980


Mühlhiasl, der Prophet aus dem Walde
Vieles ist schon über den Mühlhiasl geschrieben worden. Viele nennen ihn gleichzeitig auch im Zusammenhang mit einem gewissen Matthias oder Andreas Stormberger von Rabenstein bei Zwiesel. Diese Verwechslung oder Gegenüberstellung kommt nicht von ungefähr, da in der Zwieseler Gegend der Wortlaut vieler Prophezeiungen mit dem des Mühlhiasl übereinstimmt. Aus der Zeit, in der der Mühlhiasl, genau Matthias Lang von Apoig, gelebt hat, gibt es keine schriftlichen Zeugen. Was man heute so hört und erzählt, wurde viel später niedergeschrieben. Wie bei allem mündlich Überlieferten wurde sicher vieles dazugedichtet oder weggelassen, so daß die heute bekannten Weissagungen sicher nicht immer mit denen des Mühlhiasl übereinstimmen.
Prophezeiungen haben schon immer nachhaltige Wirkungen beim ländlichen Volke hinterlassen. So ist es auch nicht verwunderlich, daß diese immer wieder gerne gehört und weitererzählt werden.
Was wissen wir genaues über den Mühlhiasl? Er ist am 16.9.1753 auf der Mühle in Apoig zur Welt gekommen. Sein Vater Matthias Lang, Geburtsjahrgang 1722 oder 1725 war das einzige Kind des Müllers Simon Lang. Er heiratete 1745 eine Maria Iglberger, Bauerstochter von Grub und starb 1789. Vom Mühlhiasl will man wissen, daß er acht Kinder gehabt haben soll, die zwischen 1789 und 1800 geboren wurden. Seine Frau hieß Barbara Lorenz und stammte von Recksberg aus der Pfarrei Haselbach.
Die Mühle von Apoig war dem Kloster Windberg grundhörig. Durch Spekulationen mit schlechtem Getreide, so berichtet P. Norbert Backmund vom Kloster Windberg, verdarb er sich das Geschäft und machte beim Kloster Schulden. Im Jahre 1801 verkaufte er die Mühle an einen Josef Ettl von Irlbach, der sie nach zwei Jahren mit hohem Gewinn weiterverkaufte. Zu dieser Zeit soll ein Bruder des Mühlhiasl auf der Klostermühle beschäftigt gewesen sein.
Als angeblicher Mühlrichter durchstreifte Mühlhiasl die weite Umgebung, ohne einen festen Wohnsitz aufweisen zu können. Diesem Umstand ist es zuzuschreiben, daß man bis heute nicht weiß, wo er gestorben ist und begraben wurde.
Auf seiner unruhigen Wanderung durch die Waldgegend kam er viel unter die Leute, denen er beim „Hoagarten“‚ seine Prophezeiungen erzählte. Da diese für die damalige Zeit recht seltsam und unwahrscheinlich klangen, wurde er nicht selten ausgelacht und manchmal sogar verspottet. Besonders die Patres des Klosters Windberg mochten ihn wenig leiden und suchten ihm seine Weissagungen auszureden. Verärgert über solche Demütigung, sagte er ihnen die Auflösung des Klosters voraus: „So gewiß, als ich jetzt da heraus muß, so gewiß müßt ihr auch bald heraus!“ Im Jahre 1803 mußte das Kloster bei der Säkularisation aufgegeben werden.
Die Mühlhiaslweissagungen werden von Paul Friedl, genannt Baumsteftenlenz, und dem Zwieseler Heimatforscher Reinhard Haller als Aufzeichnungen der Stormberger –  Prophezeiung gedeutet. Alle Nachforschung haben jedoch bisher die Indentität eines Stormberger nicht erbringen können und müssen, so auch die Meinung von P. Backmund Norbert, ihn als eine legendäre Person erscheinen lassen. Expositus Hofmann konnte beim langen Studium der pfarramtlichen Matrikel auf keinen Matthias oder Andreas Stormberger stoßen. Reinhard Haller gibt auch schließlich zu, daß Stormberger historisch nicht fixierbar sei. So kann Stormberger nur ein erfundener Name sein. Es gibt auch eine andere Deutung des Namens Stormberger. Man nimmt an, daß sich der Mühlniasl auf seinen weiten Wanderungen durch den Wald als „, Stoaberger“ (wie der Name Steinburg damals ausgesprochen wurde) ausgegeben haben konnte, denn Schloß Steinburg und seine Besitzer waren zur damaligen Zeit weithin bekannt. Aus diesem Namen könnte der Name Stormberger entstanden sein. Das aber sind nicht nachweisbare Vermutungen. Im Jahre 1923 hat schon Pfarrer Landsdorfer im Straubinger Tagblatt einen heimatkundlichen Beitrag veröffentlicht, dem wir einige Auszüge entnehmen: „Da mir aus dem Munde des im Wald und Vorwald wohlbekannten 93 jährigen Priestergreises Gg. Mühlbauer, ehemaligen Pfarrers von Achslach und Oberalteich, dessen 96 jähriger Vater noch ein spezieller Freund des Mühlhiasl gewesen, manches eigenartige Wort eingeprägt worden war, nahm ich mir einmal die Mühe noch das Weitere zusammenzutragen, was in der Erinnerung der ganz alten Leute fortlebte. Die Persönlichkeit ergibt das Bild eines ausgesprochenen Originals, eines seltsamen und eigenartigen, gemütstiefen und treuherzigen Sonderlings. Freizügig und sorgenlos durchstreifte er Gottes Welt, im ganzen Wald bekannt, überall daheim, überall wohlgelitten, nirgends vergessend, den Leuten fleißig von der Zukunft zu erzählen. – Seine Redensweise ist von kraftvoller Treffsicherheit und farbensatter Urwüchsigkeit, ausgesprochen natürlich in den breiten Kernlauten tiefster Waldvolksmundart, die sich leider ohne Kraft- und Saftverlust nicht ins Hochdeutsche übertragen läßt. Sein Vorsehen und Vorhersagen betraf die nahe und ferne Zukunft. Die fernsehenden Ankündigungen sind beherrscht von der Grundidee eines bevorstehenden großen „Weltabräumens“. Selbst seinen Tod hat er vorausgesagt: „ Ich komm auch als Toter noch aus!“
Verlautbarungen des eigentümlichen Mannes zu denken, was ihm beliebt, sie erstaunlich, bemerkenswert oder bedeutungslos und lächerlich zu finden. Seine Weissagungen wollen wir in einer anderen Nummer dieses Blattes veröffentlichen.
(Quellen : Straubinger Kalender 1960, 1973 – Heft „, Bayerwald“ 1961.) K. Klar
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 11.04.1980


Bei der Verwaltungsgemeinschaft Hunderdorf eingereichte Baugesuche:
Gemeinde Hunderdorf
Höcherl Alois, Ellaberg 23, Hunderdorf, Aufstockung des bestehenden Wohnhauses
Watzl Arnold, Friedenstr. 14, Hunderdorf, Teleskop- Gittermast für Funkzwecke
Sieber Rudolf, Bauernholz 15, Hunderdorf, Errichtung eines Ersatzwohnhauses
Erbengemeinschaft Bäumel – Schampel – Weigersdorfer – Öd 42 ¼, Anbau eines Treppenhauses, Renovierung und teilweise Änderung der Fassade.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 11.04.1980


Bayerisches Modernisierungsprogramm
Das Landratsamt weist darauf hin, daß im Bayerischen Modernisierungsprogramm noch genügend Darlehensmittel für das Rechnungsjahr 1980 zur Verfügung stehen. Im Hinblick auf die schlechte Mittelsituation beim Modernisierungsprogramm des Bundes und der Länder, wird, soweit die Voraussetzungen erfüllt sind, empfohlen, Anträge bei der Bayerischen Landesbank, 8000 München2, Sonnenstr, 13, zu stellen. Interessenten erhalten Unterrichtung und Information ebenfalls bei der Bayerischen Landesbank. Der nachfolgende Bericht gibt in wenigen Worten Auskunft über die von der Landesbank verwalteten Darlehensprogramme.
Richtlinien der Bayer. Versicherungskammer für Zwecke der Brandverhütung gemäß Bekanntmachung des Bayer. Staatsministeriums des Innern v. 11.11.1977:
I. VERWENDUNGSZWECK:
Diese Darlehensmittel sind zweckbestimmt und zwar für nachstehend aufgeführte Baumaßnahmen:
1. Einbau von Zentralheizungsanlagen anstelle von Einzelöfen
2. Erneuerung veralteter, brandgefährlicher elektrischer Installationen
3. Erneuerung schadhafter Kamine
4. Umbau von Treppenanlagen, Geschoßdecken und Raumtrennungen zur Erfüllung bauaufsichtlicher, der Verbesserung des Brandschutzes dienender Vorschriften
5. Einbau von Elektro-Speicheröfen anstelle von Einzelöfen
6. Freiwilliger Anschluß an Fernheizungsanlage, wenn gleichzeitig vorhandene Feuerstellen beseitigt werden.
7. Aufbringen von Flammschutzanstrichen zur Schwerentflammbarmachung hölzerner Dachkonstruktionen
8. Beseitigen von brennbaren Einbauten in Dachgeschoßen
9. Einbau von Lüftungsziegeln und Feuerschutzklappen in Treppenräumen
10. Einbau von Brandschutztüren
11. Ersatz von brennbaren Bedachungen und Außenwandverkleidungen durch solche aus nicht brennbaren Baustoffen
12. Bau neuer sowie Erneuerung veralteter Blitzschutzanlagen
13. Errichtung neuer Brandwände sowie Verbesserung bestehender unzureichender Brandwände
II. VERWENDUNGSZWECK — MODERNISIERUNG VON ALTBAUWOHNUNGEN:
Instandsetzung und Modernisierung – außer reinen Schönheitsreparaturen – von Altbauwohnungen in erhaltungswürdigen Wohngebäuden, die vor dem 21.6.1948 bezugsfertig geworden sind, um die allgemeinen Wohnverhältnisse vor allem einkommensschwacher Bevölkerungsschichten zu verbessern. Bereits begonnene oder durchgeführte Maßnahmen dürfen nicht finanziert werden. Umschuldungen sind nicht statthaft. Für dieselbe Wohneinheit können neben Darlehen dieses Programmes nicht gleichzeitig Förderungsmittel aus anderen Programmen in Anspruch genommen werden.
II. ANTRAGSBERECHTIGUNG:
Antragsberechtigt sind natürliche Personen und juristische Personen des privaten Rechts. Bei der Vergabe der Darlehen werden Antragsteller in nachstehender Reihenfolge berücksichtigt:
1. Natürliche Personen, deren Gesamtbruttoeinkommen (Einkommen aller im Haushalt lebenden Familienangehörigen) innerhalb der in § 25 des Zweiten Wohnungsbaugesetzes bestimmten Grenze liegt, das sind DM 18.000 für den Eigentümer zuzüglich DM 9.000 für ein zweites Familienmitglied. Abweichend vom § 25 dürfen für im Haushalt lebende Kinder auf DM 8.400 erhöhte Zuschläge gerechnet werden. Bei jungen Ehepaaren (keiner der Ehegatten über 40 Jahre) erfolgt ebenfalls ein erhöhter Zuschlag auf DM 9.600, sofern die Eheschließung bei Antragsstellung nicht länger als 5 Jahre zurückliegt. Bei Schwerbehinderten (mindestens 50 v. H.) erhöht sich die Einkommensgrenze gem. § 25 um je 4.200 DM.
2. Natürliche Personen, deren Gesamtbruttoeinkommen (Einkommen aller im Haushalt lebenden Familienangehörigen) die vorgenannte Grenze um nicht mehr als 40 v.H. übersteigt,
3. sonstige natürliche Personen,
4. juristische Personen des privaten Rechts.
Hinweis: Der Ordnung halber muß jedoch erwähnt werden, daß wegen der knappen Mittelzuweisung in den vergangenen, Jahren nur der unter Ziffer 1 genannte Personenkreis berücksichtigt werden konnte. Nach unseren Erfahrungen wird sich an dieser Situation auch in den kommenden Jahren kaum etwas ändern. Befindet sich das Anwesen im Besitz mehrerer Eigentümer, dürfen sämtliche Eigentümer die jeweilige Einkommensgrenze nicht übersteigen. Bei Eigentumsänderungen, z. B. durch Übergabe, Erbschaft oder Verkauf, kann das Darlehen nur belassen werden, wenn auch alle neuen Eigentümer die Einkommensgrenzen nicht überschreiten.
Nähere Einzelheiten können aus dem Merkblatt bei der Verwaltungsgemeinschaft Hunderdorf ersehen werden, Antragsformulare können gegen eine Gebühr von 3,00 DM bei der Bayer. Landesbank erhalten werden.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 11.04.1980


Behördenbesprechung in Sachen Flurbereinigung mit den Flurbereinigungsgegnern im Verwaltungsamt Hunderdorf
Es waren anwesend:
VERSAMMLUNGSLEITERIN: MdL Ida Krinner
FLURBEREINIGUNGSDIREKTION: Präsident Krimmer, Baudirektor Zitzelsberger, Bauoberrat Rauprich und Behr
BAYERISCHER BAUERNVERBAND: Geschäftsführer Hanisch, Direktor Steiger, Dipl.—Agraringenieur Bauer
AMT FÜR LANDWIRTSCHAFT: Direktor Gottschalk, Fachberater Högerl
GEMEINDE HUNDERDORF: 1. Bürgermeister Härtenberger, 2. Bürgermeister Weinzierl, Gemeinderat Anleitner.
FLURBEREINIGUNGSGEGNER: Klaus Geiger, Otto Bugl
VERWALTUNGSGEMEINSCHAFT HUNDERDORF: Verwaltungsangsstellter Kern.
FLURBEREINIGUNGSPRÄSIDENT KRIMMER sprach eingangs den Presseartikel an. Hierzu stellte er fest, daß die Flurbereinigungsdirektion bemüht ist, viel Information zu geben. Sollte etwas versäumt worden sein, so werde dies bei jeder Gelegenheit gerne nachgeholt. Die landeskulturellen Nachteile im Zuge des § 87 zu beseitigen, sei eine unmögliche Forderung. Die Flur Hofdorf allein sei nicht geeignet, eine Flurbereinigung nach § 87 zu tragen. Es treffe nicht zu, daß die Flur Hunderdorf voll arrondiert sei, ebenso nicht, daß sie bereits voll erschlossen sei. Der Präsident räumte ein, daß die Argumente hinsichtlich der Abflußverhältnisse beim Bogenbach zu verstehen seien. Hier habe jedoch die Flurbereinigung auch die Pflicht, Verbesserungen herzustellen. Die Landschaft und den Naturhaushalt zu erhalten sei eben Aufgabe der. Flurbereinigung. Bei der Verpachtung von Grundflächen bringe ebenfalls die Flurbereinigung Vorteile, da größere Flächen verpachtet werden können und so eine maschinelle und wirtschaftliche Nutzung möglich ist. Desweiteren gebe es bei der langfristigen Verpachtung die Befreiung von den Flurbereinigungskosten, die staatlicherseits zusätzlich getragen werden.
Die Autobahn und die Ortsumgehungsstraße verändern die Flächen. Desweiteren sei die Verbesserung der Agrarstruktur vorrangig. Sie werde auch mit erheblichen Staatsmitteln bezuschußt. Die Flurbereinigung gehe so über die persönlichen Interessen des Einzelnen hinaus. Es sei deshalb unsachlich, wenn behauptet werde, die Flurbereinigung bringe nur Kosten und keine Vorteile. Bei einem Flurbereinigungsverfahren auch nach § 1 und 4 könnte jedoch den Vorstellungen der örtlichen Wünsche weitgehendst entgegengekommen werden. Es sei jedoch kurzsichtig, wenn das Verfahren nicht durchgeführt würde im gegenwärtigen Zeitpunkt.
BÜRGERMEISTER HÄRTENBERGER sagte, die Versammlung sollte dazu dienen, bestehende Bedenken auszuräumen. Die Gemeinde habe sich nicht einseitig festgelegt und man sei auch nicht bestrebt, ein Flurbereinigungsverfahren zu fordern, gegen den Willen der Betroffenen. Härtenberger zweifelte an der Objektivität der mit 85 bis 90 % genannten Flurbereinigungsgegner. Zur Aussage der Flurbereinigungsgegner, durch die Flurbereinigung will die Gemeinde zu billigem Bauland kommen, sei eine Unterstellung, da sich die Gemeinde bisher, gegenwärtig und auch zukünftig selbst bemüht bzw. bemühe, Selbstverständlich wäre die Gemeinde bei einem Flurbereinigungsverfahren daran interessiert, Bauland zu tauschen bei entsprechenden, von seiten der Gemeinde einzubringenden Grundstücken. Daß die Straßen bestens ausgebaut sind, treffe ebenso nicht zu, da von 47 km an Gemeindestraßen nur 23 km ausgebaut sind, wobei sich die Ausbauzeit auf 20 Jahre erstreckte. Aufgrund der angespannten Finanzen kann sich die Gemeinde zukünftig nicht mehr so viel auf dem Ausbausektor leisten. Die Grundstücke sind nicht immer um das Anwesen, sondern es bieten sich zahlreiche Bereinigungsflächen an. Auch bei Nachbargemeinden sei die Flurbereinigung, obwohl sie die gleiche Struktur aufweisen, durchgeführt worden. Härtenberger äußerte den Wunsch, daß Vor- und Nachteile einer Flurbereinigung objektiv abgewogen werden. Es solle später nicht der Vorwurf erhoben werden können, es sei etwas versäumt worden.
KLAUS GEIGER wies darauf hin, daß rund 84 % der betroffenen Landwirte unterschrieben haben und demnach gegen die Flurbereinigung seien. Geiger betonte, die Flurbereinigungsgegner seien der Überzeugung, daß aufgrund der gegebenen Strukturierung (Einzelhöfe, kleine Anwesen oder Nebenerwerbsbetriebe) die Flurbereinigung keine Vorteile bringen kann. Zur angesprochenen Verpachtung sagte der Sprecher, sei es tatsächlich so, daß aufgrund. der kleinen Flächen und der teilweise bergigen Gegend keine Pächter gefunden werden. Zum Straßennetz sagte Geiger, „unter der Erschließung eines jeden Hofes müsse nicht verstanden werden, daß jeder Hof als Zufahrt eine Teerstraße habe”. Die im Zuge der Flurbereinigung zu erreichenden Verbesserungen stehen nicht im vernünftigen Verhältnis zu den Kosten und Belastungen, die die Grundbesitzer zu tragen haben.
DIREKTOR STEIGER kam auf die Unterschriften zu sprechen und sagte, warum sollten die Landwirte zu ihrem Glück gezwungen werden, wenn sie es sich überlegt haben, daß sie die Flurbereinigung nicht wollen. Desweiteren bestehe die Schwierigkeit, beim Bogenbach etwas zu machen. Steiger gab zu bedenken, man sollte mit den Landwirten öfter reden, jedoch nicht überreden. Vorläufig sollte nach § 87 angeordnet werden und ggf. dieses Verfahren bei eingeengten Verhältnissen durchgeführt werden.
HERR RAUPRICH, der Vorsitzende der künftigen Teilnehmergemeinschaft sagte, wenn neben dem Verfahren nach § 87 nach § 1 und 4 angeordnet werde, können auch in diesem allgemeinen Bereinigungsgebiet Gebietsteile vom Flurbereinigungsverfahren ausgeschlossen werden. Bei der Unternehmensflurbereinigung könne jedoch im Einzelfall keine Ausdehnung über die festgelegten Grenzen hinaus erfolgen. Die Anordnung nach § 1 und 4 biete die Möglichkeit an, eine vernünftige Planung zu machen; wenn z. B. nur eine Straße im Norden für erforderlich gehalten werde, so tragen nur die unmittelbaren Angrenzer die Kosten. Es ist Sache der Vorstandschaft, hier im laufenden Verfahren zu entscheiden.
MdL KRINNER sagte, den Landwirten müsse klar sein, daß die Chance von der Straßenerschließung her nur jetzt geboten ist. Die großen Sorgen beim Bogenbach seien zu verstehen.
BAUDIREKTOR ZITZELSBERGER sagte, daß der Flächenbedarf für die Autobahn gesichert ist und ein diesbezüglicher Abzug nicht erforderlich wird. Zum Truppenübungsplatz stellte der Referent fest, daß hierfür die Flurbereinigung nicht „Handlanger” ist und diese Bedarfsflächen nur über das Landbeschaffungsgesetz erworben werden können.
HERR GOTTSCHALK meinte, die rd. 200 Leute, die gegen die Flurbereinigung unterschrieben haben, werden sich sicher nicht in letzter Konsequenz mit den Argumenten auseinandergesetzt haben. In Zukunft werden Flächen sicher nur dann optimal bewirtschaftet werden können, wenn Wege die Flur erschließen und gut zu bewirtschaftende Grundflächen gegeben sind. Wenn die Flurbereinigung abgelehnt werde, sei diesbezüglich der Zug abgefahren für die Zukunft. Es könne später der Vorwurf kommen, daß hier etwas versäumt worden sei.
Hierzu sagte ZITZELSBERGER, daß bei der Flurbereinigung eine Fehlbedarfsfinanzierung gegeben sei, d. h. der Satz bleibe auch bei Steigerung der Baupreise der gleiche. Nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit würde sich der Betrag von 910,00 DM errechnen, wobei jedoch noch verschiedene Punkte in Abzug gebracht werden könnten, so daß der Endbetrag sich nur auf 750,- DM je ha belaufe. Die Ortsumgehung Hunderdorf müßte in einem Verfahren nach § 87 abgewickelt werden und ist also nicht Gegenstand der allgemeinen Flurbereinigung.
STEIGER fragte an, welche Maßnahmen im Rahmen des § 87 durchgeführt werden?
Hierzu sagte ZITZELSBERGER, daß die zu bereinigenden Flächen im Zuge des Planfeststellungsverfahrens bereits festgelegt worden sind. Wegen weiterhin verbleibender entfernt gelegener Flächen wäre auch ein normales Verfahren erforderlich. Der Baudirektor warnte davor, jetzt grundsätzlich das allgemeine Flurbereinigungsverfahren auszuschließen, da dann die Zukunft gänzlich verbaut werde.
Nach verschiedenen Aussagen kam man schließlich überein, eine weitere Informationsversammlung bezüglich der Flurbereinigung abzuhalten, wobei nochmals eine eingehende Aufklärung erfolgt. Desweiteren werden die einzelnen Widersprüche nach dieser Versammlung in sog. Ortschaftsweisen Gesprächen mit den jeweiligen Landwirten behandelt, wobei als Vertreter der Landwirte zudem möglichst der Bayerische Bauernverband teilnehmen soll. MdL Ida Krinner, die die Diskussion ausgezeichnet leitete, sagte im Schlußwort allen Rednern Dank für die sachlichen Beiträge. Sie versicherte, daß alles getan werde, um das Bestmögliche zu erreichen. Sie werde diesbezüglich auch mit dem Ministerium in Verbindung treten, inwieweit das Verfahren nach § 87 ausgedehnt werden kann. Wenn hier konkrete Ergebnisse vorliegen, sollte die vorher angeregte Versammlung stattfinden. Krinner meinte abschließend, ein Kompromiß müßte möglich sein auf der Basis, daß die notwendigsten Maßnahmen getroffen werden und § 87 möglichst weit ausgedehnt wird.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 11.04.1980


Schöne Heimat
Man geht an ihnen vorbei, man beachtet sie kaum, einige sind dem Verfall preisgegeben, andere wurden unter großem Kostenaufwand wiederhergestellt und bewohnbar gemacht oder verkauft.
Gemeint sind die vielen alten Bauernhäuser unserer Heimat. Das Holz, aus dem meistens das Obergeschoß besteht, hat viele Jahrzehnte, oft Jahrhunderte überdauert. Ich bin in alte Häuser eingeladen worden, in denen es wohnlich und gemütlich eingerichtet war. So ein Haus finden wir in Schafberg. Nur 100 Meter abseits der Hauptstraße steht dieses alte Haus, an dem die Jahreszahl 1726 zu lesen ist, Der jetzige Besitzer Otto Bethke hat es im alten Stil erneuert und zu einem Schmuckkästchen gemacht. Die bunten Fensterläden, der geschnitzte Balkon und die kleinen Fenster bilden eine harmonische Einheit. Gerne bleibt man vor so einem Haus stehen Und beneidet den Besitzer. — Vor 1977 gehörte das Haus den Familien Häuslmeier und Bielmeier.
K. Klar
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 11.04.1980


Verpachtung des Flurstücks Nr. 334 der Gemarkung Hunderdorf
Der Flurbereinigungsverband Landau a.d. Isar hat mitgeteilt, daß das o.a. Grundstück, gelegen in Thananger/Stockwies, der Gemarkung Hunderdorf zur Verpachtung oder evtl. zur Bewirtschaftung freisteht.
Interessierte Landwirte erhalten nähere Auskunft bei der Verwaltungsgemeinschaft Hunderdorf bzw. beim Flurbereinigungsverband Landau a. d. Isar, Tel 09951/661.
Hunderdorf, 31.3.1980
Verwaltungsgemeinschaft Hunderdorf, I. A. Kern
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 11.04.1980


Eine Zahnärztin für Hunderdorf
Die langjährigen Bemühungen der Gemeinde Hunderdorf zur Wiederbesetzung der verwaisten Zahnarztpraxis sind nunmehr von Erfolg gekennzeichnet. Die Zahnärztin Gisela Sandmann hat zugesichert, ihre Praxis in Hunderdorf zu eröffnen. Eine vertragliche Regelung hinsichtlich der Räumlichkeiten ist bereits getroffen. Die künftige Praxis wird sich demnach im neuen Raiffeisenbank-Gebäude am Quellenweg befinden, Die Praxiseröffnung findet voraussichtlich am 1. März 1981 statt. ‚Auch die Kassenzahnärztliche Vereinigung Niederbayerns steht der Eröffnung der Zahnarztstelle durch Frau Sandmann zustimmend gegenüber. Es dürfte so der Wiederbesetzung der Zahnarztpraxis in Hunderdorf nichts mehr im Wege stehen. Es ist erfreulich, daß sich Frau Sandmann für Hunderdorf entschieden hat und somit die diesbezüglichen Bestrebungen von Bürgermeister Härtenberger mit Gemeinderat positiv zum Abschluß gebracht werden konnten. Es kann so demnächst im hiesigen Bereich die wünschenswerte zahnärztliche Versorgung wieder sichergestellt werden.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 11.04.1980


Ein Gemeindewappen für Windberg
In der kürzlich im Gemeinderat Windberg stattgefundenen Sitzung des Gemeinderates Windberg wurde die Annahme eines eigenen Gemeindewappens beschlossen. Dem Wappenvorschlag, der im Benehmen mit der Generaldirektion der staatlichen Archive Bayerns in München erarbeitet wurde, fand allgemeine Zustimmung. Zugrunde lag ein Entwurf des Graphikers Max Reinhart aus Passau (siehe Bild), der von der Generaldirektion auch bereits gebilligt wurde, Die Wappenbeschreibung lautet wie folgt:
„Gespalten von Silber und Blau; vorne auf grünem Dreiberg ein linksgewendeter springender roter Windhund, hinten über zwei schräg gekreuzten silbernen Kerzen eine goldene heraldische Lilie.”
Der rote Windhund ist dem Wappen des Klosters Windberg — das für die Geschichte der Gemeinde bestimmend war — entnommen. Der Dreiberg symbolisiert die geographische Lage der Gemeinde (Hügel) und redet gemeinsam mit dem Windhund für den Gemeindenamen. Die heraldische Lilie weist auf das Marienpatrozinium der Klosterkirche hin, die beiden gekreuzten Kerzen erinnern an den hl. Blasius, der als Nebenpatron in der Gemeinde eine besondere Verehrung genießt. Die Farben Silber und Blau nehmen Bezug auf die für die Frühgeschichte Windbergs bedeutsame Familie der Grafen von Bogen, deren Wappenbild (die silbernen und blauen Rauten) zum heraldischen Symbol Bayerns wurden.
Der Wappenannahme dürfte somit nichts mehr im Wege stehen. Der Graphiker Reinhart wird nunmehr die erforderlichen Reinzeichnungen herstellen. Anschließend ist noch eine staatliche Genehmigung zur Wappenführung einzuholen. So wird. Künftig auch die Gemeinde Windberg, wie die meisten Gemeinden im Landkreis, ein selbständiges Wappen führen.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 11.04.1980


Vom Gemeinderat Windberg, Sitzung am 25.3.1980
FLURBEREINIGUNGS VERSAMMLUNG GEFORDERT
Eingehend befaßte sich der Gemeinderat mit der Flurbereinigung im Bereich Windberg. Nach eingehender Beratung und Diskussion wurde festgestellt, daß eine weitere Informationsversammlung erfolgen sollte, wobei möglichst konkrete Aussagen über den evtl. Verfahrensablauf getroffen werden sollten. Desweiteren sollte den Landwirten Gelegenheit gegeben werden zur Äußerung.
ÄNDERUNG DES BEBAUUNGSPLANES „HOCHGARTEN-RIEDFELD“
Die Behandlung der Bedenken und Anregungen in Sachen Baugebietsänderung Hornberger wurde wie folgt vorgenommen:
Landratsamt Straubing-Bogen: Die vorgebrachten Anregungen hinsichtlich des Lärmschutzes sind zu berücksichtigen.
Ortsplanungsstelle: Die ortsplanerischen Bedenken wurden zurückgestellt. Baulücken im Bereich Windberg sind effektiv nicht vorhanden, da die Grundflächen im Baugebiet bereits an Bauinteressenten verkauft sind. Das geplante Vorhaben führt nicht zu einer schweren Störung des Ortschafts- und Landschaftsbildes. Die zur Errichtung vorgesehenen Wohnhäuser werden im besonderen Maße den besonderen Gegebenheiten angepaßt und im ländlichen Baustil erstellt. Das Landesamt für Denkmalpflege hat bei einem Ortstermin dem Vorhaben zugestimmt. Das Wasserwirtschaftsamt Deggendorf, die Energieversorgung Ostbayern AG sowie die Oberpostdirektion haben keine Bedenken gegen die Bebauungsplanänderung vorgebracht.
Der Gemeinderat beschloß einstimmig die Änderung des Bebauungsplanes „Hochgarten-Riedfeld“ durch Deckblatt Nr. 6 entsprechend § 10 BBauG und Art. 107 Abs. 4 BayBO als Satzung. Von seiten der Gemeinde wurde so grünes Licht für die Errichtung von sechs Wohnhäusern gegeben. Die Deckblattänderung bedarf noch der rechtsaufsichtlichen Genehmigung durch das Landratsamt Straubing-Bogen.
NEUE HAUSNUMMERN WERDEN ZUGETEILT
Abschließend behandelte der Gemeinderat auch die Neubenennung von Straßen- und Hausnummernbezeichnungen im Bereich der Gemeinde Windberg. Lediglich wegen des Straßenneubaues in Irensfelden wird für diesen Ort die Neuzuteilung vorerst zurückgestellt. Die neuzugeteilten Hausnummern werden demnächst den einzelnen Grundstückseigentümern mitgeteilt. Dabei wird auch von seiten der Gemeinde bzw. Verwaltungsgemeinschaft eine Sammelbestellung angeboten. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, die neuen Nummern selbst zu beschaffen. In den Ortschaften wird von seiten der Gemeinde empfohlen, auch den Namen des Ortsteiles neben der Hausnummer anzubringen. Die neuen Straßen- und Hausnummernbezeichnungen sollen spätestens ab 1. Juli 1980 angebracht und offiziell verwendet werden. Die Aufstellung der entsprechenden Straßennamensschilder und die Hinweistafeln für die einzelnen Ortschaften werden von der Gemeinde Windberg vorgenommen. Desweiteren wurde beantragt, den Landkreis Straubing-Bogen zu bitten, daß auf den Ort “Irensfelden“ Hinweisschilder aufgestellt werden in Meidendorf und Hunderdorf.
STRARENBAU IRENSFELDEN — NETZSTUHL
Dem Gemeinderat wurde das Submissionsergebnis für die o. a. Maßnahme mitgeteilt. Hiernach ist billigster Angebotssteller die Firma Rothammer in Parkstetten mit 881.969 DM. Von seiten des Kreises erfolgt die Kfz-Mitteizuteilung erst Mitte April d. J. Es ist so derzeitig die Finanzierung der Maßnahme noch nicht gesichert. Die Vergabe wurde deshalb bis zur Verteilerausschußsitzung zurückgestellt.
AUFSTELLUNG EINES FLÄCHENNUTZUNGSPLNES
Der Gemeinderat beschloß einstimmig für das Gebiet der Gemeinde Windberg einen Flächennutzungsplan aufzustellen. Der Flächennutzungsplan ist ein vorbereitender Bauleitplan und soll die künftige Entwicklung der Gemeinde Windberg aufzeigen. Insbesondere von seiten des Landratsamtes wurde die Aufstellung eines Flächennutzungsplanes empfohlen, da ansonsten für die Gemeinde eine positive Entwicklung nicht mehr möglich sei. Da auch die Gemeinde Neukirchen derzeitig die Planaufstellung in Auftrag gegeben habe, ist die Gemeinde Windberg daran interessiert, diesbezüglich eine Koordinierung anzustreben. Bürgermeister Kleikamp wurde beauftragt, ein entsprechendes diesbezügliches Kostenangebot einzuholen und die staatlichen Zuwendungen hierzu zu beantragen.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 11.04.1980


AC — Altenclub Hunderdorf
25. April 1980 15.00 Uhr Altennachmittag in der Fichtenstr. 28. Die Senioren werden auf Wunsch geholt und nach Hause gebracht. Tel. 1964 (Diakon H. Tepp).
VORANKÜNDIGUNGEN:
3. Mai Ausflug zum Pfahl beim Viechtach für Jungscharkinder aus Schwarzach und Hunderdorf.
10 Mai Ausflug des Jugendtreff zum Pfahl.
Für die Freizeit am 12./13. Juli am Watzmannhaus sind noch einige Plätze frei. Unkosten: 25,— DM. Bei dieser Wanderung sind auch Eltern herzlich miteingeladen.
Prospekt und Anmeldung bei Diakon H. Tepp.
Für die Jugendfreizeit Anfang August und für die Freizeit der Jungscharkinder im September sind nur noch wenige Plätze frei, Diakon Tepp bittet um baldige Anmeldung. Preis der 10-tägigen Freizeit: Je 98,— DM.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 11.04.1980


Jahreshauptversammlung der FFW Gaishausen
Zur Jahreshauptversammlung fanden sich zahlreiche aktive u. passive Mitglieder der FFW Gaishausen kürzlich im Gasthaus Solcher ein.
Kommandant Joh. Dietl, der die Versammlung eröffnete, konnte auch 2. Bürgermeister Egon Weinzierl u. Gemeinderat Max Höcherl begrüßen. Bevor der Kommandant mit der Tagesordnung begann, forderte er die Anwesenden auf, sich zu einer Gedenkminute für die in den vergangenen Jahren verstorbenen Kameraden, von den Plätzen zu erheben.
Die Versammlung nahm ihren Fortlauf mit dem Tätigkeitsbericht des Kommandanten u. dessen Stellvertreter für das Jahr 1979. Die angesetzten Übungen lt. Übungsplan wurden vom 2. Kommandanten Kricke u. Löschmeister Kronberger plangemäß abgehalten u. waren zufriedenstellend. Es wurde auch für 1980 der Übungsplan bekanntgegeben, sowie die Leistungsprüfungen in Silber u. Vorstufe in Gold zum Ziel gesetzt. Die FFW Gaishausen wurde im vorigen Jahr nur einmal zu einem Brandeinsatz alamiert.
Im Verlauf der Versammlung berichtete der Kommandant von der Teilnahme an dem Staffellauf des LG- Tanne Hunderdorf, wobei der 3. Platz belegt wurde u. an dem Kegelturnier des Kegelclubs Hunderdorf. Es wurde beschlossen auch heuer wieder an den bevorstehenden Feuerwehrfesten u. den Veranstaltungen der umliegenden Ortsvereine teilzunehmen, sowie auch wieder einen Maibaum aufzustellen.
Als nächster Punkt der Tagesordnung folgte der Kassenbericht des Kassiers Max Fendl. Die beiden Kassenprüfer Bergbauer u. Fuchs bescheinigten eine ordentliche u. fehlerfreie Kassenprüfung.
Der Kommandant berichtete dann vom Höhepunkt im Geschehen der FFW Gaishausen im vergangenen Jahr, nämlich dem 50jährigen Gründungsfest mit Gerätehauseinweihung. Es waren hierzu viele Vorbereitungen u. Ausschußsitzungen notwendig. Der Kommandant dankte vor allem Vorstand Egon Weinzier| für seine Bemühungen, dem Festwirt Karl Solcher für die Ausrichtung, Bürgermeister u. Kreisrat Karl Härtenberger für die Übernahme der Schirmherrschaft, allen Beteiligten u. nicht zuletzt den Kameraden des Festausschusses für ihren unermüdlichen Einsatz, welcher wesentlich zum Gelingen dieses Festes beitrug. Kdt. Dietl gab bekannt, daß demnächst eine kleine Nachfeier abgehalten, sowie Ehrungen der langjährigen Mitglieder durchgeführt werden. Ein besonderer Erfolg war auch der Feuerwehrball u. der Kappenabend, jeweils mit Tombola.
Als letzter Punkt wurden noch Probleme wie Dienstkleidung, Besuche von Mitgliedern im Krankenhaus, Ausflug usw. besprochen. Kdt. Dietl bedankte sich für die Aufmerksamkeit u. gute Zusammenarbeit u. wünschte noch ein geselliges Beisammensein.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 11.04.1980


Reinerlös vom SPD-Schafkopfturnier 180,— DM für Kinderspielplatz!
Bei dem erst kürzlich veranstalteten Schafkopfturnier des SPD-Ortsverein Hunderdorf begrüßte der Ortsvorsitzende Xaver Diewald die Schafkopffreunde und wünschte Ihnen viel Glück beim Spiel. So ging man an neun Tischen zum Kampf um Punkte über. Als nach 2 mal 30 Spielen die Punkte ausgewertet waren, wurden die Preise an die Sieger verteilt. Ortsvorsitzender Xaver Diewald bedankte sich bei den Spendern, Möbel und Matratzen Kapfenberger Ludwig, Elektro-Reiner Xaver, Schmidt Wenz, Kapfenberger Michael und Cafe-Weinzierl Richard, die dazu beigetragen hatten für den Reinerlös von 180, DM. 1. Preis Küchenfriteuse gewonnen von Schötz Rudi, Rankam; 2, Preis Kaffeeservice gewonnen von Feldmeier Erwin, Hunderdorf; 3. Preis Rautenbierkrügerl und Wandteller mit Schnupftabakdose gewonnen von Wirth Rudi, Spar und weitere 15 Preise wurden verteilt.
Den Trostpreis der Besten von hinten belegte Hans Grill und bekam einen Ring Salami mit einem Laiberl Brot, als Wegbrotzeit zum Lehrgang für Schafkopf. Zum Schluß bedankte sich der Vorsitzende Xaver Diewald für das Kommen der Schafkopffreunde und versprach, bei passender Gelegenheit sich auch in gleicher Weise daran zu beteiligen.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 11.04.1980


VdK-Ortsverband Hunderdorf
Wie die Vorstandschaft mitteilte, werden mit sofortiger Wirkung die Sprechzeiten in der VdK-Kreisgeschäftsstelle in Straubing wie folgt geändert. Montag, Donnerstag und Freitag jeweils von 9 bis 13 Uhr. Aus zwingenden Gründen und für Berufstätige sind erforderliche Vorsprachen auch außerhalb der festgelegten Sprechzeiten nach telefonischer Vereinbarung (Tel. 09421/1506) mit dem Kreisgeschäftsführer Oswald Maier möglich. Selbstverständlich können auch Nichtmitglieder an den grundsätzlich angegebenen Sprechzeiten Auskünfte beim VdK einholen. Der VdK-Sprechtag in Bogen findet jeweils nur jeden Dienstag im Landratsamtgebäude, Stadtplatz, Erdgeschoß, Zi. Nr. 5 von 8.30 bis 13 Uhr statt. Tel. 961 Landratsamt Bogen.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 11.04.1980


10 Jahre Ski—-Club Hunderdorf
In einer gut besuchten Feier zum zehnjährigen Bestehen des Ski—Clubs Hunderdorf begrüßte Abteilungsleiter Illmann 2. Bürgermeister Egon Weinzierl mit einigen Gemeinderäten, Vorstand Kaldonek mit den Vorstandsmitgliedern und die Mitglieder und Freunde des SC-Hunderdorf.
Ilmann gab einen kurzen Rückblick auf die vergangenen 10 Jahre. Mit 24 Mitgliedern wurde die Abteilung 1970 gegründet. Heute zählt der Ski-Club über 130 Mitglieder. Als Abteilungsleiter fungierte Joachim Kaldonek. Ihn unterstützten der Kassier Otto Sachs und der Schriftführer Kornel Klar. Die Aktiven des jungen Vereins fahren fast regelmäßig zu Übungsfahrten in das Gebiet um St. Englmar. Höhepunkte der Wintersaison waren die Vereinsmeisterschaften. Erster Vereinsmeister wurde Kornelius Klar. Ihn löste Joachim Kaldonek ab. Viele Jahre blieb Dieter Leonhardt ungeschlagen. Heuer gewann Armin Altmann den Titel des Vereinsmeisters. Nur vereinzelt nahmen Läufer an Veranstaltungen anderer Vereine teil. Ein fester Bestandteil des Winterprogramms waren die Skigymnastik und die Skikurse, bei denen junge Menschen das Skifahren erlernten.
In den Sommermonaten fanden Wanderungen in die nähere Umgebung statt. Einmal im Jahr wurde eine Wochenendfahrt nach Österreich. veranstaltet.
1977 gelang unter der Leitung von Abteilungsleiter Leonhard Max der Erwerb einer Skihütte in Ahornwies, die als „Ziesleralm“ zum beliebten Ziel vieler Wintersportler wurde. Mitglied Josef Ziesler stellte dazu zwei Wohnräume zur Verfügung.
Für zehnjährige Mitgliedschaft im SV Hunderdorf wurden mit Urkunden und der Bronzenadel geehrt: Adolf Fries, Inge Gertitschke, Albert, Inge und Karin Hastreiter, Willi Hieninger, Klaudia Leonhardt, Therese Mauthner, Margarete Sachs und Heribert Wirth.
Für zehnjährige Mitgliedschaft im Ski-Club wurden mit Urkunden geehrt: Herbert Exner, Herbert Fuchs, ‚Arno Gerhardt, Heinz Gertitschke, Hans Greßler, Johann Grill, Joachim Kaldonek, Kornel und Kornelius Klar, Max Leonhardt, Josef Mauthner, Rudi Müller, Josef Osen, Gerhard Peschke, Johann und Karl Riepl, Otto Sachs, Adolf Sandbiller, Otto Schlecht und Wenzel Schmidt.
Joachim Kaldonek, Otto Sachs, Max Leonhardt, Josef Helmbrecht, Kornel Klar, Heinz Gertitschke, Hans Grill und Kurt Illmann erhielten für ihre Arbeit als Mitglieder der Vorstandschaft Bierkrüge als Anerkennung. Mit gleichen Geschenken wurden die Skilehrer Joachim Kaldenek, Kornelius Klar, Josef Helmbrecht, Ziesler Josef und die Geschwister Kaldonek geehrt.
Ein besonderes Geschenk überreichten Hans Grill und Kornel Klar an alle bisherigen Abteilungsleiter in Form von Erinnerungsbildern.
Illmann dankte der Gemeinde für die bisher gewährte Unterstützung und allen, die beim Bau der Skihütte tatkräftig mitgeholfen haben. Vorstand Kaldonek war mit der Arbeit der Ski-Abteilung recht zufrieden. Er dankte Illmann für die Organisation der Feier, sein Dank galt auch allen Mitgliedern und Förderern. Er richtete an die Verantwortlichen den Apell, mehr für die Jugendarbeit zu tun.
Im Namen des verhinderten 1. Bürgermeisters überbrachte 2. Bürgermeister Egon Weinzierl die Grüße der Gemeinde. Das rege Vereinsleben habe keinen unwesentlichen Beitrag bei der Ernennung der Gemeinde zum Kleinzentrum geleistet. Er dankte allen, die am Aufbau und an der Erhaltung der Abteilung mitgewirkt haben. Die Gemeinde sei stolz auf den Sportverein und wird auch weiterhin die Arbeit des SVH unterstützen. Die Feier wurde vom Alleinunterhalter Skrabel aus Konzell musikalisch umrahmt.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 11.04.1980


FFW Hunderdorf; Jahreshauptversammlung und Mitgliederehrung
FFW-Vorstand Anleitner konnte zur Jahreshauptversammlung besonders begrüßen Landrat Ingo Weiß, Bürgermeister Härtenberger, KBI Wanninger, Fahnenmutter Maria Fruhstorfer, sowie die Gemeinderäte Baier, Dietl, Hamberger, Höcherl und Schaubeck. Der Vorstand berichtete, bei der Feuerwehr habe sich einiges auf der aktiven Seite getan. Es seien auch eigene Veranstaltungen wie z. B. Christbaumversteigerung, Faschingsball organisiert worden, Anleitner dankte allen Mitgliedern für die gute Unterstützung bei allen Veranstaltungen und Einsätzen. Besonders erfreulich wertete es der FFW-Vorstand, daß zehn junge Mitglieder neu aufgenommen werden konnten und man so den Nachwuchs gesichert sehe. Abschl. betonte Anleitner auch das gute und freundschaftliche Verhältnis zu den weiteren Wehren im Gemeindebereich. Kommandant Ferdl Hartmannsgruber erinnerte in seinem Jahresrückblick auf die abgehaltenen Ausbildungsübungen, desweiteren an die Ablegung von Leistungsprüfungen der Stufe „silber” und “gold“. Fünfmal sei man auch zu Brandeinsätzen alarmiert worden. Ferner sei die Feuerwehr tätig geworden bei Hochwasser, Kanalspülungen, Sportplatzbewässerung u. ä. Für das Jahr 1980, so Hartmannsgrüber, seien weitere Leistungsabzeichen angestrebt, und verschiedene Ausrüstungsgegenstände bedürfen einer Ergänzung. Auch fünf Gründungsfeste sollen besucht werden.
Dann wartete Kassier Hans Schaubeck mit Finanzbericht auf und erläuterte dabei die Einnahmen und Ausgaben im Berichtszeitraum. Bürgermeister Härtenberger betonte, die Gemeinde sei erfreut, wenn junge Leute sich in den Dienst der Sache stellen und so den Fortbestand der freiw. Wehren gewährleisten. Härtenberger sagte, von seiten der Gemeinde sei man bestrebt, die Feuerwehren bestmöglich zu unterstützen, wobei im Gemeindebereich vier Wehren zu bedienen sind. Die jeweiligen Ausrüstungen werden je nach Bedarf und Dringlichkeit ergänzt. Der Bürgermeister schloß seine Ausführungen ab mit einem Dank an alle, die aktiv bei den Übungen und Einsätzen dabei sind.
Kreisbrandinspektor (KBI) Wanninger stellte die Notwendigkeit von Übungen heraus. Man sei dankbar, wenn aktiver Dienst mitgemacht werde. Gerade im Hinblick auf das zur Anschaffung vorgesehene Tanklöschfahrzeug rief Wanninger dazu auf, großes Interesse aufzubringen für die richtige Handhabung der Ausrüstungsgegenstände. Der KBl sprach für die gute Unterstützung Dank aus an Bürgermeister Härtenberger und den Gemeinderat und bat, auch künftig ein Augenmerk auf die Feuerwehren zu legen.
Die freiw. Feuerwehren sind nicht nur wertvolle Stütze, sondern unersetzlich geworden beim Brandschutz und auch in vielen anderen Hilfsdiensten, sagte Landrat Ingo Weiß. Den Führungskräften und allen Wehrmännern, sowie den Förderern dankte der Landrat. Der heutige Tag, so der Landrat weiterhin, sei durch die Mitgliederehrung mit ein Höhepunkt bei der FFW. Nicht nur die geehrten Männer, sondern auch die Kameraden und die Gemeinde könne stolz sein. Nach einem Gedicht von „Jungfeuerwehrmann“ Stephan Härtenberger nahm der Landrat die Ehrung der verdienten Kameraden für den Freistaat Bayern im Namen von Innenminister Tandler vor. Es konnten in Empfang nehmen für treue Dienste:
Das Ehrenzeichen in Silber mit Urkunde für 25jährigen aktiven Dienst Xaver Baier, Alois Beck, Paul Feldmeier, Albert Grill (entschuldigt) Georg Hagn, Ferdl Hartmannsgruber, Xaver Häusler, Jakob Petzendorfer und Josef Weber.
Das Ehrenzeichen in Gold mit Urkunde für 40jährige aktive Dienstzeit erhielten Hans Schaubeck und Ludwig Schmidbauer. Als Anerkennung seiner langjährigen Dienste als ehemaliger Kommandant und jetziger Vorstand der Feuerwehr überreichte der Landrat zudem an Xaver Anleitner einen Landkreiswappenteller.
Desweiteren wurde durch Bürgermeister Härtenberger die Ehrung von Feuerwehrkameraden für langjährige Mitgliedschaft vorgenommen. Mit einem Dank für das Geleistete überreichte das Gemeindeoberhaupt Ehrenurkunden für 50jährige FFW-Zugehörigkeit an Johann Zitzelsberger, Sepp Schaubeck, Ludwig Maier, Xaver Groß, Otto Edbauer. Für 40jährige Mitgliederschaft wurden geehrt Hans Meier, Xaver Bauer, Hans Bornschlegel, Sepp Drexler, Ludwig Feldbauer, Sebastian Gmeinwieser, Karl Geiger, Rupert Herrnberger, Max Kronfeldner, Anton Obermeier, Hans Pollmann, Xaver Rinkl, Hans Schötz, Franz Sträußl und Sepp Weinzierl. Desweiteren konnten für 25jährige FFW-Angehörigkeit Ehrenurkunden in Empfang nehmen Xaver Schuhbauer und Georg Bielmeier.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 11.04.1980


Vortragsabend für Eltern
Hunderdorf. „Einmal umschalten — musische Bildung bereichert das Leben“ ist das Thema des Elternabends, der am Donnerstag, den 17. April, um 19.30 Uhr im Hauptschulgebäude in Hunderdorf stattfindet. Oberstudiendirektor Clement Utz wird in diesem Vortrag darauf eingehen, wie das Kind zu den Werten musischer Bildung hingeführt werden kann. Schwerpunktmäßig wird er dabei die Gebiete, Sprache, Spiel, Lektüre, angewandte und bildende Kunstgebiete und -techniken, vokales und instrumentales Musizieren, Sport und Gymnastik behandeln.
Quelle: Bogener Zeitung, 15.04.1980


Hunderdorf. Volksschule: Heute, Donnerstag, 19.30 Uhr, Elternabend mit Vortrag: „Einmal umschalten — musische Bildung bereichert das Leben“.
Quelle: Bogener Zeitung, 17.04.1980


„Wir müssen selber in die Jugend gehen“
Kreisvertreterversammlung der Jungen Union Straubing-Bogen — Alfred Reisinger weiter Kreisvorsitzender — Lob der CSU
Straubing-Bogen. „Wir, Junge Union und CSU, müssen künftig noch intensiver an die echten Probleme junger Leute, beispielsweise im Bereich Schule, Arbeit und Umwelt, herangehen, mit der Jugend reden und selber in die Jugend gehen. Wir dürfen nicht die Hände in die Hosentaschen stecken und abwarten, bis die Jugendlichen vielleicht von selbst kommen.“ Dieses Postulat stellte Kreisvorsitzender Alfred Reisinger am Freitagabend bei der Kreisdelegiertenversammlung der Jungen Union des Landkreises in den Mittelpunkt seines Rechenschaftsberichtes. Reisinger, der bei den Neuwahlen mit 79 von 80 Stimmen in seinem Amt bestätigt

Zahlreiche CSU-Vertreter hatten sich zur Kreisdelegiertenversammlung der Jungen Union in Niederwinkling eingefunden, darunter auch Landrat Ingo Weiß, Bundestagskandidat Ernst Hinsken, sowie die Kreisräte Alfons Wolf, Heinz Steindl und Heidi Watzl.

wurde, befürchtete sonst die Gefahr, daß junge Leute linken Ideologen nachliefen oder sich auch dem Wunschdenken der Grünen zuwendeten. Die Jugend erwarte außerdem von den Parteien Antwort auf die aktuellen Fragen unserer Zeit. Der Kreisvorsitzende bekräftigte, die Junge Union müsse und werde auch künftig für die Belange der jungen Generation Ansprechpartner und Interessenvertreter in der Öffenlichkeit und innerhalb der CSU sein.
Jugendpolitik bedeutet deshalb nach den Worten Reisingers für die Junge Union treuhänderisches und partnerschaftliches Eintreten für die Interessen der junge Menschen. Die Junge Union habe sich in den vergangenen zwei Jahren um eine gute und intensive Zusammenarbeit mit den Gruppen der kirchlichen Jugendarbeit (KLJB, BDKJ) sowie mit dem Kreisjugendring Straubing-Bogen

Grußworte sprachen auch MdB und CSU-Kreisvorsitzender Alois Rainer, JU-Bezirksvorsitzender, MdL Erwin Huber und stellvertretender Landrat Alfons Schäffer (am Pult). Im Bild außerdem der stellvertretende JU-Kreisvorsitzende Korber und JU-Kreisvorsitzende Alfred Reisinger.

bemüht. Daß es zwischendurch auch zu Spannungen oder unterschiedlichen Betrachtungsweisen gekommen sei, sollte nicht verschwiegen werden. „Wir haben in mehreren, teils sehr harten Gesprächen unsere Standpunkte und Vorstellungen zur Jugendarbeit im Landkreis sowie zum Verhältnis „Jugend und Politik“ dargelegt, unterstrich der Kreisvorsitzende. Man sei auch der Meinung gewesen, daß Jugendarbeit nicht in einer unverbindlichen „Spielwiese“ praktiziert werden dürfe, sondern in ihren Angeboten und. Programmen einen starken Bezug zu anderen Lebensbereichen, wie Schule, Eltern, Freizeit, aber auch und besonders zur Politik haben müsse. Die Junge Union sei, wenn man sie eingeladen habe, bei Versammlungen und Veranstaltungen der Jugend präsent gewesen. Bei all diesen Gesprächen und Kontakten habe man eine Basis gefunden, die eine künftige fruchtbringende Zusammenarbeit im Interesse der jungen Menschen dieses Raumes erwarten lasse.
Auseinandersetzungen nicht gescheut
Über den politischen Gegner merkte Reisinger an, die Junge Union habe die Auseinandersetzung mit Jungsozialisten, Jungdemokraten oder deren Mutterparteien sowie mit der DGB-Jugend nicht

Die neue Führungsspitze der Jungen Union des Landkreises (von links): stellvertretender Kreisvorsitzender Sepp Breu, Schatzmeister Josef Ehrl, Kreisvorsitzender Reisinger, Geschäftsführer Walter Wagner sowie die beiden stellvertretenden Kreisvorsitzenden Hermann Korber und Willi Solleder. Fotos: fabo

gescheut. „Wir sind diese Auseinandersetzungen eingegangen, wenn es im Interesse der Sache notwendig war“, unterstrich der JU-Chef. Festzustellen sei in diesem Zusammenhang, daß Jusos oder Judos im Raum Straubing-Bogen nur ein Schattendasein führten, politische Sacharbeit zu leisten nicht bereit seien und gelegentlich nur durch unqualifizierte Angriffe gegen Personen, beispielsweise beim Anti-Strauß-Tag in Bogen, Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erheischen wollten. „Uns dagegen geht es vielmehr darum, eine Politik zu betreiben, welche darauf abzielt, die Lebensverhältnisse dieses Raumes und seiner Bevölkerung spürbar zu verbessern. Dafür treten wir ein und opfern unsere Freizeit“, meinte Reisinger.
Gutes Verhältnis zur CSU
Das Verhältnis zwischen Junger Union und CSU bezeichnete der Kreisvorsitzende als sehr gut, harmonisch und vertrauensvoll. Wenn es politische Meinungsverschiedenheiten gegeben habe, so seien diese in sachlicher Weise ausdiskutiert und nicht in „Juso-Manier“ Schlagzeilen produziert worden. Die Junge Union sei auch im CSU-Kreisvorstand gut vertreten und habe dort zahlreiche Vorstellungen eingebracht.
Als besonders vorteilhaft empfand es Reisinger, daß sich im vergangenen Jahr die beiden Kreisvorstandschaften von CSU und der Jungen Union zu einer gemeinsamen Aussprache in Rattiszell über anstehende Fragen und Probleme der innerparteilichen Zusammenarbeit zusammengefunden hätten. Derartige Zusammenkünfte sollten öfters stattfinden. Sie böten sich auch auf Ortsebene an.
Die Integration von JU-Mitgliedern in die Mutterpartei läßt nach Aussage des Kreisvorsitzenden jedoch noch zu wünschen übrig. Derzeit gehörten etwa 170 Mitglieder (= ein Drittel der JU-Mitglieder) gleichzeitig der CSU an. Im Interesse einer besseren Durchsetzbarkeit der JU-Vorstellungen wäre es dringend erforderlich, daß Mitglieder der Jungen Union — soweit noch nicht geschehen —auch in die CSU eintreten würden. Im Kreistag Straubing-Bogen seien derzeit folgende JU-Mitglieder vertreten: Heidi Watzl (Hunderdorf), Alfons Wolf (Utzmansdorf) und Karl Wanninger (Kirchroth). Dem Jugendwohlfahrtsausschuß, einem für die kommunale Jugendarbeit sehr wichtigen Gremium auf Landkreisebene gehörten Heidi Watzl, Alfons Wolf, Wolfgang Folger und Ignaz Hiendl an. In 14 Gemeinden des Landkreises hätten JU-Mitglieder beziehungsweise ehemalige JU-Mitglieder das Amt des Jugendsprechers im Gemeinderat übernommen.
Mitgliederzahl erhöht
Wie Reisinger weiter berichtete, hat sich die Mitgliederzahl des JU-Kreisverbandes wieder er-höht, nachdem man vor zwei Jahren die Mitgliederkartei von sogenannten Karteileichen gesäubert habe. Dadurch sei die Mitgliederzahl auf unter 500 gesunken, heute habe man aber wieder 540, was auch auf eine verstärkte Werbetätigkeit zurückgehe. In der Mitgliederzahl liege der Kreisverband unter den zwölf niederbayerischen Kreisverbänden an vierter Stelle. Ortsverbände bestünden im Landkreis 19. Erst kürzlich sei in Wiesenfelden ein schlagkräftiger Ortsverband aufgebaut worden. „Von seiten des Kreisverbandes waren wir stets um guten Kontakt mit den JU-Ortsverbänden und deren Vorsitzenden bestrebt“, stellte der JU-Chef weiter fest. Dies sei auch dadurch verdeutlicht worden, daß die Ortsvorsitzenden zu allen Kreisverbandsausschuß-Sitzungen geladen worden seien und hier die Möglichkeiten gehabt hätten, die Vorstellungen und Forderungen der Basis direkt einzubringen. Es müsse aber auch klar herausgestellt werden, daß nach wie vor die Hauptarbeit in den Ortsverbänden, welche die demokratischen Keimzellen in der JU darstellten, geleistet werden müsse. Hier solle der Willensbildungsprozeß einsetzen. Nur wenn dieser Unterbau stimme, dann könne auch ein Kreisverband oder ein Bezirksverband fruchtbringende Arbeit leisten.
Dank für die Mitarbeit
Reisinger, der abschließend einen kurzen Überblick über die Schwerpunkte der JU-Arbeit gab, dankte den JU-Mitgliedern und den Vertretern der Kreisvorstandschaft für ihre ausgezeichnete Arbeit und Unterstützung. Er erinnerte noch, daß seit kurzem die Mitgliederzeitung „JU-Direkt“ herausgegeben werde und jetzt auch die Broschüre „Für eine gesunde und lebenswerte Umwelt in unserem Landkreis“ herausgebracht worden sei. Das darin enthaltene Programm sei das Ergebnis einer umfassenden Debatte über die Themen Energie und Umwelt im Frühjahr.
Appelle an die Jugend
Zu Appellen an die Jugend wurden die Grußworte der zahlreichen Ehrengäste. Sie forderten die JU-Mitglieder dazu auf, beizutragen, daß bei der Bundestagswahl im Herbst Franz Josef Strauß Kanzler werde. JU-Bezirksvorsitzender, und MdL Erwin Huber, der dem Kreisverband eine hervorragende Arbeit innerhalb der Jungen Union bescheinigte, meinte, es sei mit die Aufgabe der JU, die Erstwähler an die Wahlurne zu bringen. Landrat Ingo Weiß unterstrich die aktive Mitarbeit der Jungen Union in der Kreispolitik. „Von ihnen sind viele Anregungen und Initiativen gekommen“, betonte er. Das hebe die JU wohltuend von dem ab, was der politische Gegner produziere.
„Haben Sie Vertrauen zur Arbeit der Kreistagsfraktion“, bat CSU-Kreistagsfraktionsvorsitzender Pongratz. Die Ereignisse um den Kreisjugendring und das Jugendtagungshaus würden ihm Veranlassung zu dieser Bitte geben. Er meinte hier, die hätten mehr für die Jugend getan, die das Jugendtagungshaus von Anfang an auf ordentliche Füße gestellt hätten. „Wir haben auch eine Million Mark für das Jugendtagungshaus im Kreishaushalt eingeplant“, erklärte er. Vom Kreistag her seien die Weichen so gestellt, „daß wir uns vor der Jugend sehen lassen können“. Sein Abschlußwunsch an die Junge Union: „Wirken Sie hinein in die Jugend, auch durch die Versachlichung der politischen Aussage!“
Stellvertretender Landrat und Bürgermeister von Niederwinkling, Alfons Schäffer, forderte dazu auf, zusammenzustehen und tatkräftig für den Sieg der Union bei der Bundestagswahl zu arbeiten. Staatsminiter Alfred Dick unterstrich in einem Grußtelegramm die Arbeit der Jungen Union des Landkreises.
Rainer: Bündnis wichtig
Die Bedeutung des westlichen Verteidigungsbündnisses stellte MdB Alois Rainer in seinem Kurzreferat heraus. In diesem Zusammenhang sprach er von einer Verpflichtung, darüber nachzudenken, ob wir in Zukunft noch so frei leben könnten wie in den vergangenen Jahrzehnten. Denn in den letzten Jahren hätten wir uns vom Bündnis wegbewegt, dies durch die Schuld der SPD-Regierung unter Schmidt, Brand, Bahr und Wehner. Darum gelte es auch, bei der Bundestagswahl alle Kräfte zu mobilisieren, um Strauß zum Kanzler zu machen. Dabei komme der Jugend eine besondere Bedeutung zu, da mit ihr die Wahl gewonnen werden könne. Der Bundestagsabgeordnete betonte noch, das Selbstbewußtsein, diese Wahl siegreich zu beenden, müsse größer werden. Und die Chancen für einen Wahlgewinn stünden gut.
Neue Vorstandschaft gewählt
Reibungslos verliefen die Neuwahlen der Kreisvorstandschaft und der Delegierten zu den übergeordneten Gremien. Kreisvorsitzender Alfred Reisinger wurde mit 79 von 80 Stimmen in seinem Amt bestätigt. Ebenfalls wiedergewählt wurde der stellvertretende Kreisvorsitzende Hermann Korber (Aiterhofen). Neu im Amt dagegen sind die beiden weiteren Vertreter des Kreisvorsitzenden, Sepp Breu (Hunderdorf), und Willi Solleder (Geiselhöring). Im Amt bleibt auch Kreisgeschäftsführer Walter Wagner (Irlbach). Neuer Schatzmeister wurde Josef Ehrl (Niederwinkling). Als Beisitzer in die Kreisvorstandschaft wurden gewählt: Wolfgang Folger (Schwarzach), Herbert Blindzellner (Bogen), Karl Mühlbauer (Steinach), Lydia Fuchs (Hunderdorf), Rudolf Gilch (Niederwinkling) und Josef Schwaiger (Straßkirchen). Als Delegierte zur Landesversammlung wurde Herbert Blindzellner nominiert, sein Ersatzmann ist Josef Ehrl, Kassenprüfer Rupert Müller (Oberschneiding) und Heidi Watzl (Hunderdorf); Delegierte zum Bezirksparteitag: Wolfgang Folger, Josef Breu, Walter Wagner, Georg Steger (Haibach), Christa Fey (Irlbach), Christine Sporrer-Dorner (Parkstetten), Hans Stadler (Geiselhöring) und Ignatz Hiendl (Bogen). – fabo-
Quelle: Bogener Zeitung, 21.04.1980


Willi Wagner jetzt Dorfsprecher
Aus der Jahresversammlung des Bürgervereins — Verein hat beratende Funktion
Steinburg.
Gut besucht war die Jahresversammlung des Steinburger Bürgervereins im Vereinslokal Josef Solcher in Wegern. Die umfangreiche Tagesordnung wurde sachlich erörtert. Neben ersten Vorsitzenden Johann Feldmeier gab auch die Schriftführerin des Vereins, Heidi Altmann, einen Rückblick. Für die sorgfältige Führung der Kasse dankte Feldmeier Resi Schießl. Als zweiter Vorsitzender wurde Johann Hornberger vorgestellt und als Dorfsprecher wurde Willi Wagner einstimmig gewählt. Die weitere Arbeit im Ausschuß wurde dargelegt. Daß der Bürgerverein die Pflege örtlicher Tradition und Gemeinschaft ernst nimmt, wurde bei dieser Jahresversammlung deutlich.
Zunächst gab Vorsitzender Johann Feldmeier die umfangreiche Tagesordnung bekannt und berichtete zusammen mit der Schriftführerin Heidi Altmann über die Vorstandssitzungen und den Informationsaustausch mit der Aktionsgemeinschaft demokratischer Gemeindegebietsreform.
Weiter wurde über die Wahl Johann Hornbergers zum zweiten Vorsitzenden und die Wahl Willi Wagners zum Dorfsprecher sowie über die notwendige Satzungsänderung berichtet. Den einstimmig Gewählten dankte Johann Feldmeier für die Annahme ihrer Ämter. Die Arbeit der Schriftführerin Heidi Altmann und der Kassiererin Resi Schießl, hob der Vorsitzende lobend hervor.
Dann stellte er die Aufgaben des Bürgervereins heraus. Zunächst wies er dabei auf die beratende Funktion des Vereins hin, der sich aller Probleme annehme. Beispielsweise setze er sich für die Errichtung eines Bolzplatzes und einer Schulbushaltestelle in Wegern ein. Außerdem trete er insbesondere für das örtliche Vereinsleben ein und pflege die Tradition und Gemeinschaft. Jeder Bürger könne mit seinem Anliegen sich an den Bürgerverein wenden, der zwar keine politische Macht habe, sich aber um soziale Anliegen bemühe. Feldmeier sprach sich dafür aus, daß die Bürger von dieser Möglichkeit mehr Gebrauch machen sollten.
Weiter folgten sachliche Ausführungen zu Anträgen an die Gemeinde, aber auch eine kurze Information zur Gemeindegebietsreform. Das Thema Schulbuswartehäuschen fand reges Interesse und zahlreiche Befürworter. Die Vorschläge, Mitglieder ab 70 Jahren zu ehren und einen Familienabend zu halten, fanden ein positives Echo. Fragen der Bachräumung unter der Steinburger Brücke, der Flurbereinigung und Kanalisation wurden sehr sachlich besprochen. Der neue Dorfsprecher Willi Wagner, und andere Mitglieder begrüßten es, daß der Bürgerverein vor allem auch gesellschaftliche Aufgaben übernimmt, um die Dorfgemeinschaft zu fördern. Vorsitzender Johann Feldmeier sprach sich deshalb für die Werbung neuer Mitglieder aus, um gemeinsam auftauchende Probleme rechtzeitig und besser lösen zu können.
Quelle: Bogener Zeitung, 22.04.1980


JU-Ortsvorsitzender Breu zur sicherheitspolitischen Lage:
„Ein Jahrzehnt der großen Unruhe“
Mitgliederversammlung der Jungen Union — Vortrag zum Einmarsch der Russen in Afghanistan
Hunderdorf.
Zur Mitgliederversammlung der Jungen Union Hunderdorf im Gasthaus Berger konnte Ortsvorsitzender Breu außer zahlreichen Mitgliedern auch einige junge Gäste begrüßen. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Vortrag des Ortsvorsitzenden zur augenblicklichen sicherheitspolitischen Situation angesichts des Überfalls der Sowjetunion auf Aufghanistan. Vertieft wurden diese Ausführungen durch einen Videofilm.
Breu führte aus, daß sich die Welt augenblicklich am Rande eines neuen Weltkrieges befinde. Die immer wieder aufflammenden Unruhen im südlichen Afrika und die Bürgerkriege in Mittelamerika verdeutlichten, daß auch dieses Jahrzehnt keineswegs eines der Ruhe und des Friedens sei. Ebenso stelle sich die Lage in Europa nicht so stabil dar, wie man es unter dem Eindruck der sozialliberalen Entspannungseuphorie gern sehen möchte. Zum einen bezögen die Länder der westlichen Welt etwa Dreiviertel ihrer Energieversorgung und ebensoviel lebenswichtige Rohstoffe aus den Unruhegebieten der Erde. Zum anderen sei ein Arsenal modernster Waffen mit unvorstellbaren Reichweiten auf Ziele in unserem Land und im westlichen Europa gerichtet. Allein diese beiden Punkte könnten die Freiheit und Unabhängigkeit bedrohen. Der Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan sollte den Westen veranlassen, den Blick für die Sicherheitsinteressen des freien Teils der Erde wieder zu schärfen. Der Redner betonte, mit dieser militärischen Aktion hätten die Sowjets wieder klar gezeigt, daß sie nicht von einer seit Jahrzehnten verfolgten außenpolitischen Strategie abgerückt seien. Die Unterwerfung Afghanistans sei vielmehr nur ein weiterer logischer Schritt im Rahmen ihres gesamtstrategischen Konzepts, der der Vorbereitung der Kontrolle über die arabischen Ölfelder und der Schaffung eines zusammenhängenden Einflußbereiches vom Norden Afghanistans bis zu den Grenzen Südafrikas diene. Die Sowjets hätten dabei ein langfristig angelegtes, mit Beharrungsvermögen und trotz aller Rückschläge unbeirrt verfolgtes Konzept: Den marxistisch-leninistischen Utopismus, verbunden mit einem aus der Zarenzeit übernommenen Expansismus, vor dessen Hintergrund man die UdSSR als die einzige, im weltweiten Maßstab imperialistische Großmacht bezeichnen könne. Der Ortsvorsitzende zeichnete die Mittel auf; derer sich die Kommunisten im einzelnen bedienen: Durch militärische Drohungen von außen und durch die Unterstützung und Gründung kommunistischer Organisationen von innen nähmen sie Einfluß auf politisch instabile Staaten, bis hin zum offenen überfall, die im Beispiel Afghanistan geschehen. Durch Kolonisierung von Ländern oder der Monopolisierung der Energie- und Rohstoffquellen übten sie zusätzlich wirtschaftlichen Druck aus.
Ein weiteres Mittel, die Einflußsphäre der Sowjets auszudehnen, sei schließlich die geistige und kulturelle Unterwanderung, die auch an uns nicht spurlos vorübergehe.
Als Reaktion auf die geschilderte Lage hielt Breu ein großes Umdenken für unbedingt erforderlich. Er forderte, daß viel mehr getan werden müsse, um dem Bürger die außenpolitischen Ziele der UdSSR wieder bewußt zu machen, um ihn in die Lage zu setzen, die Gefahren zu erkennen, die sich daraus für die westliche Welt, für unser Land und für den einzelnen selbst ergäben. Gerade bei der jungen Generation komme es auf die Belebung des Willens an, unser Land und unsere Freiheit geistig, politisch und militärisch verteidigen zu wollen. Im Anschluß besah man sich den Videofilm, der die Ausführungen bestätigte und zu einer regen Diskussion Anlaß gab. Schließlich besprach man sich noch über weitere Aktivitäten des Ortsverbandes.
Quelle: Bogener Zeitung, 24.04.1980


Schloß Haggn, ehemalige Wasserburg
Man sagt von Bayern, es sei ein Land der Kirchen. Es ist auch ein Land der Burgen und Schlösser. Wenn auf Hügeln und Bergen Burgen oder Kirchen in unser Blickfeld geraten, sind wir zu großer Ergriffenheit bereit. Es ist Verehrungswürdiges um eine Kirche, es ist dramatische Melodie, die eine Burg in uns erklingen läßt.

Schloß Haggn nach einem Stich von Wening

Schon die Kelten der vorchristlichen Zeit bauten Fliehburgen. Die Wälle solcher Befestigungen sind auf dem Bogenberg zu sehen. Die Römer bauten Kastelle, in denen die Soldaten, von Mauern geschützt, im Feindesland die Sicherheit suchten. Die meisten Burgen jedoch wurden im Mittelalter gebaut. Zur Abwehr der Ungarn wurden die Städte mit Mauern befestigt. Zur Zeit des Rittertums war es modern, Burgen zu bauen. Wer zum Ritter geschlagen wurde, hatte das Recht, sich eine befestigte Anlage zu errichten. Mit der Erfindung des Schießpulvers verloren die Burgen und Schlösser ihre Bedeutung, denn gegen die Eisenkugeln waren auch die dicksten Mauern kein Schutz.

Schloß Haggn im Jahre 1928

So ist es nicht verwunderlich, daß die meisten Burgen mit der Zeit aufgegeben wurden. Das Mauerwerk verfiel, nur Ruinen geben Zeugnis einstiger Macht und Größe.
Der Bayerische Wald war früher auch reich an Burgen und Schlössern. Nur wenige haben die Jahrhunderte ohne größere Schäden überstanden. Zu diesen gehört auch Schloß Haggn bei Neukirchen.
In einer bachdurchflossenen Talmulde am Fuße des Buchaberges liegt von Bäumen umschlossen das malerische Schloß Haggn. Früher war es eine Wasserburg. Von dem ehemaligen Ringgraben ist nur noch ein kleiner Weiher hinter dem Schloß übriggeblieben. Der im Spätmittelalter errichtete Bau aus dem 14. Jahrhundert mit seinen Türmen und Erkern ist ein selten gut erhaltenes Denkmal einer längst vergangenen Epoche.
Durch den Eingang an der Ostseite gelangt man in eine Vorhalle mit zwei Freipfeilern. In der Südwestecke führt eine Stiege zum Obergeschoß. Das in der Südostecke des Erdgeschosses befindliche Wohnzimmer hat eine flache Decke mit schlichtem Rahmenstuck. Die nach Süden ausspringende Kapelle hat ein Altärchen aus der Zeit des Frührokoko (um 1730).
Die Wohnräume im Schloß beherbergen eine große Zahl von Altertümern und künstlerisch wie geschichtlich wertvollen Einrichtungsgegenständen. Kunstvoll verzierte und bemalte Kachelöfen

‚hoben Eisenstäben. Das etwa 3,20 m hohe Kunstwerk ist eine hervorra=
‚gende Leistung der Töpferkunst aus der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts.

aus der Renaissancezeit, schöne alte Truhen und Schränke, Ahnenporträts aus dem 18. und 19. Jahrhundert und verschiedene Ölgemälde erfreuen das Auge des Besuchers. Diese Schätze machen Schloß Haggn zu einem kleinen Museum, dessen Bestand wir der treusorgenden Besitzerin Frau Marilies Falck zu verdanken haben.
Schloß Haggn kann auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurückblicken. Es war im 14. Jahrhundert Sitz der uradeligen Steinberger auf Steinburg, die in Oberalteich ihr Erbbegräbnis hatten. Nach dem Erlöschen des Geschlechts ging Haggn an die Zenger und von diesen an das oberpfälzische Adelsgeschlecht derer von Waldau zu Waldau und Waldthurn bei Vohenstrauß über. Von diesen erbte die Hofmark Haggn der herzogliche Pfleger zu Mitterfels Balthasar Thürriegl zu Riegelstein. 1559 kam Haggn an den degenbergischen Pfleger zu Schwarzach Balthasar Kürmreuther, welcher das benachbarte Schloß Pürgl dazu erwarb. 1681 kamen Haggn und Pürgl an die Herren von Rehlingen von diesen 1738 durch Erbschaft an die Freiherrn von Asch, die beide Schloßgüter bis 1857 inne hatten. Wieder durch Erbschaft wurden nun die Freiherrn v. Schloß Haggn (im Vordergrund) und der Ort Neukirchen (im Hintergrund) auf einem alten Bild Schrenck-Notzing Besitzer von Haggn

Schloß Haggn (im Vordergrund) und der Ort Neukirchen (im Hintergrund) auf einem alten Bild

und Pürgl, von denen sich beide Schloßgüter 1920 an die freiherrliche Familie von Berchem vererbten.
Jetzige Eigentümerin ist Frau Marilies Falck, geb. Freiin von Berchem. Die Freiherrn und Grafen von Berchem sind ein seit 1491 beurkundetes Kölnisches Rats- und Handelsherrengeschlecht, dem im Jahre 1676 in Bayern die Edelmannsfreiheit verliehen, das 1683 in den Reichsfreiherrnstand und 1772 in den Reichsgrafenstand erhoben wurde.
Das vor Jahren renovierte Schloß ist durch seine Türme mit den netten Kuppelhauben und das mächtige Satteldach mit den Holzschindeln ein Schmuckkästchen unserer Heimat.
(Quellen: Kulturdenkmäler Bayerns, Berichte in den Tageszeitungen)   K. Klar
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 25.04.1980


Schöne alte Heimat.
Als die Postkutsche die Post beförderte.
Es sind jetzt gute acht Jahrzehnte her, daß die Eisenbahn von Bogen nach Konzell gebaut wurde. Vorher war unsere Gegend der Postexpedition Bogen unterstellt. Mit der Postkutsche, auch Personen wurden damit befördert, kam die Post nach Haggn. Von dort nahm ein in Englmar stationierter Postbote die Postsachen für Obermülbach und Englmar ab. Nach 1897 erhielt Steinburg eine Postagentur.
Aus dieser Zeit stammt unser Foto. Auf dem Bild sehen wir die “Restauration Steinburg von Xaver Solcher” mit einer Postkutsche davor. Die Scheune links vom Hauptgebäude mußte beim Bau der Eisenbahnlinie 1897 abgerissen werden.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 25.04.1980


Bei der VG Hunderdorf eingereichte Baupläne
GEMEINDE HUNDERDORF:
Drexler Josef, Oberhunderdorf 5, Hunderdorf, Vorbescheid auf Errichtung von Fertiggaragen
Fuchs Johann, Wegern, Steinburg, Ausbau des Dachgeschosses
Lichtl Angela und Josef, Lindfeld 3, Hunderdorf, Neubau eines Wohnhauses mit Garage
Deschl Georg, Hofdorf 1, Hunderdorf, Abbruch der bestehenden ‚Scheune und Anbau eines Zweifamilienwohnhauses
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 25.04.1980


Hallenbad wieder geöffnet:
Ab sofort ist das Hallenbad Hunderdorf wieder jeden Freitag für die Öffentlichkeit von 18.00 – 21.00 Uhr zugänglich.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 25.04.1980


Baugrundstück zur Verfügung
Im Baugebiet „Hochfeld-Süd“ der Gemeinde Hunderdorf sind derzeitig noch zwei Baugrundstücke zu verkaufen. Es handelt sich dabei um Grundstücke, für die eine Bebauung E + 1 zwingend festgelegt ist. Interessenten erhalten nähere Auskunft bei der Geschäftsstelle der Verwaltungsgemeinschaft Hunderdorf, Kirchgasse 8, Tel. 09422/1763
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 25.04.1980

Sach-Beschädigung beim Bahnhof
Der Bahnhof in Hunderdorf wurde kürzlich in den Abendstunden mutwillig beschädigt. Wie der Bahnhofsvorsteher mitteilt, ist deshalb der Warteraum wieder geschlossen worden, was verstanden werden kann. Die Bundesbahn ist jedoch bereit, nach Ermittlung der Täter den Bahnhofswarteraum wieder zu öffnen. Die Bevölkerung wird gebeten, entsprechende Hinweise zu geben an die Polizeiinspektion Bogen oder an die Gemeinde Hunderdorf.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 25.04.1980


Der Name „Hunderdorf” soll ins Telefonbuch
In der Sitzung am 16.4. informierte Bürgermeister Härtenberger den Gemeinderat über eine neue Möglichkeit im Telefonbucheintrag. Hiernach könnten die Einordnungen der Telefonanschlußinhaber in die Ortsbereiche Bogen und Mitterfels entfallen und für sämtliche Anschlüsse würde der Eintrag unter dem Gemeindenamen „Hunderdorf” erfolgen. Der Gemeinderat beschloß einstimmig, diesen Gemeindeeintrag zu beantragen.
Die Bürger werden hiermit über diese Absicht informiert. Es wird bemerkt, daß gegen diesen geplanten Gemeindeeintrag innerhalb eines Monats nach erfolgter Bekanntmachung bei der Geschäftsstelle der Verwaltungsgemeinschaft Hunderdorf, Kirchgasse 8, 8441 Hunderdorf schriftlich oder mündlich Einwände erhoben werden können.
Nähere Hinweise zum Gemeindeeintrag können ersehen werden aus dem nachstehend veröffentlichten Informationsblatt. Ein praktisches Beispiel für einen Gemeindeeintrag ist zu finden im jetzigen gültigen Fernsprechbuch Nr. 69 unter dem Gemeindeeintrag „Drachselsried“.
Informationsblatt über Voraussetzungen und Bedingungen von Gemeindeeinträgen im Amtlichen Fernsprechbuch (AFeB)
1. Was ist ein Gemeindeeintrag ?
Das AFeB ist bisher grundsätzlich nach Ortsnetzen gegliedert (Ortsnetzuame ist Name des Ortes mit dem Sitz der Wählvermittlungsstelle der Post). In diese alphabetische Ordnung sind alle übrigen Orte mit Fernsprechanschlüssen eingestreut. Dabei wird auf das zugehörige Ortsnetz verwiesen. Künftig kann die Gemeinde unter ihrem Gemeindenamen – so wie bisher die Ortsnetze – in das AFeB eingetragen werden, auch wenn sich im Gemeindebereich keine Wählvermittlungsstelle der Post befindet, d.h. auch wenn die Fernsprechteilnehmer dieser Gemeinde an verschiedene Ortsnetze angeschlossen sind.
2. Welche Vorteile hat ein Gemeindeeintrag für den Fernsprechteilnehmer ?
Der Fernsprechteilnehmer findet alle Teilnehmer einer Gemeinde zusammengefaßt unter dem Gemeindeeintrag. Das Zusammensuchen aus ggf. mehreren Ortshetzeinträgen entfällt.
Für den Bereich des Landkreises, innerhalb dem ein großer Teil der. Telefongespräche stattfindet, ist – auch nach einer Buchteilung – jeweils nur ein Fernsprechbuch nötig. Die künftigen Teilungsregeln sind so, daß sich das neue AFeB durch die Gemeindeeinträge den Landkreisgrenzen anpaßt. Das AFeB folgt dadurch auch bei mehrmaliger Teilung den strukturellen Gegebenheiten.
3. Weicher Nachteil kann durch einen Gemeindeeintrag für den Fernsprechteilnehmer entstehen ?
Durch den Eintrag unter dem Namen der Gemeinde wird die Zugehörigkeit der Fernsprechteilnehmer zu dem jeweiligen Ortsnetz – in der Regel gehören die Fernsprechteilnehmer einer Gemeinde zu verschiedenen Ortsnetzen – nicht berührt, Sie werden deshalb von Teilnehmern außerhalb ihres Ortsnetzes nur über die jedem Ortsnetz zugeteilte Ortsnetzkennzahl (Vorwählnummer) erreicht.
Allen Fernsprechteilnehmern einer bestimmten Gemeinde eine eigene und gemeinsame Ortsnetzkennzahl zuzuteilen, ist aus technischen Gründen nicht möglich. Im Gemeindeeintrag muß deshalb unterschieden werden, zu welchem Ortsnetz jeder Teilnehmer dieser Gemeinde gehört. Das geschieht durch eine in Fett-Druck angegebene Abkürzung der Ortsnetznamens unmittelbar vor der Rufnummer des betreffenden Teilnehmers. Im Kopfeintrag des AFeB (d. i. nach dem Namen der Gemeinde in weißer Schrift auf schwarzem Grund) und an den oberen Blatträndern des Teilnehmerverzeichnisses selbst sind die zu den einzelnen Ortsnetzen gehörenden Kennzahlen zum schnelleren Auffinden wiederholt.
4. Was bewirkt ein Gemeindeeintrag nicht ?
Der Gemeindeeintrag bewirkt keine Änderung von Gebührentarifen und er bewirkt auch keine Änderung derOrtsnetzkennzahlen.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 25.04.1980


Vom Gemeinderat Hunderdorf
Sitzung am 16.4.1980
Jahresrechnung 1979 gebilligt
Bürgermeister Härtenberger trug den Prüfungsbericht zur Jahresrechnung 1979 vor, wobei sich Beanstandungen nicht ergeben haben. Der Gemeinderat stellte einstimmig die Jahresrechnung 1979 fest mit insgesamt 5.118.935 DM in den Solleinnahmen und Sollausgaben.
Gebietsänderung zugestimmt
Erneut zu befassen hatte sich der Gemeinderat mit der Gemeindegebietsänderung im Bereich Birkhof und Rimbach, wobei es Wunsch der dortigen Bürger ist, nach Neukirchen umgegliedert zu werden, da dorthin die Verbindungen bestehen.
Nach eingehender Beratung beschloß der Gemeinderat einstimmig, im Interesse der betroffenen Bürger dieser Gebietsbereinigung zuzustimmen, wobei noch eine kleine Grenzkorrektur erfolgt.
Desweiteren ist Voraussetzung, daß eine Schulsprengeländerung zwischen den Gemeinden Hunderdorf und Neukirchen erfolgt, wonach künftig die Gemeindegrenzen auch mit der jeweiligen Schulsprengelabgrenzung identisch sind.
Stellungnahme zum Regionalplan
Kenntnis genommen hat der Gemeinderat den Entwurf des Teilabschnitts “Regionalplanerische Aufgaben der Gemeinden” und die Stellungnahme des Landratsamtes hierzu. Hiernach ist Hunderdorf für Mittelpunktsaufgaben vorgesehen, der auch den Bereich der Wohnsiedlungstätigkeit einschließt. Desweiteren ist die Qualifikation „Freizeit und Erholung“ im Nachgang zur Zuordnung vorgesehen. Der Gemeinderat stellte hierzu sein Einvernehmen fest und beantragte ferner die Festlegung mit dem Kriterium „Fremdenverkehr” im Hinblick auf den Fremdenverkehrsort Steinburg.
Sportplatzbetrieb geregelt
Zum künftigen Sportplatzbetrieb stellte der Gemeinderat generell folgende Regelung fest.
Stockbahnen:: Unterhalt und Reinigung von den beiden Eisstockelubs in gegenseitiger Absprache, Termine sind abzusprechen und einvernehmlich festzulegen.
Tennis: Die Pflege und Instandhaltung übernimmt die SV-Tennisabteilung. Aufnahme von Auswärtigen soll vorerst ein Jahr lang nicht erfolgen.
Fußballplatz: Die Rasenpflege übernimmt die Gemeinde. Linierung obliegt dem Sportverein. Das Hauptspielfeld kann bei trockenem Wetter bespielt werden, etwa im 14tägigen Turnus.
Desweiteren soll hinsichtlich der Kostenregelung das erste Betriebsjahr abgewartet werden. Als Platzwart wurde für das Jahr 1980 in Nebentätigkeit Xaver Anleitner bestimmt.
Dieses Probebetriebsjahr soll auch Aufschluß darüber geben, ob die künftige Betreuung nebenberuflich oder hauptamtlich zweckmäßig ist. Der Kioskbetrieb wurde ebenso Anleitner zugesprochen, wobei die an Reinigungsarbeiten im Sportheim mitverbunden sind.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 25.04.1980


18 Straßennamen im Gemeindebereich festgelegt
Vom Gemeinderat Windberg wurde die Neuordnung der Straßen- und Hausnummernbezeichnungen vorgenommen. Diese ist abgeschlossen und den einzelnen Grundstückseigentümern zwischenzeitlich mitgeteilt worden. Die neuen Hausnummernbezeichnungen sollen ab 1.7. d. J. offiziell verwendet werden. Für den Bereich Windberg wurden folgende Straßennamen festgelegt:
Bergstraße, Dorfplatz, Hochgarten, Hunderdorfer Straße, Klostergasse, Kreuzbergstraße, Meidendorfer Straße, Pfarrplatz, Prangerweg, Schmiedfeld, Schulgasse, Riedfeld, Riefeldplatz.
Desweiteren wurden im Ortsteil Meidendorf festgelegt Geißenbergweg, Girletweg, Hauptstraße, Walpersberger Weg, Windberger Straße.
Auch auf die weiteren Ortsteile, die nur eine neue Hausnummer zugeordnet bekamen, wird die Gemeinde mit entsprechenden Wegweisern bei der jeweiligen Abzweigung hinweisen. Es soll so eine Erleichterung für den Ortsunkundigen erreicht werden, sowie ein besserer Einsatz bei Notfällen wie z.B. Feuerwehr, Polizei, Arzt).
Von seiten der Gemeinde bzw. Verwaltungsgemeinschaft wird darauf hingewiesen, daß die Grundstücksbesitzer bei Interesse an der Sammelbestellung den blauen Bestellzettel rechtzeitig bis Ende April zurückgeben. Desweiteren wird gebeten, daß die Hauseigentümer die evtl. Mieter über die Neuzuteilung der Straßen- oder Hausnummernbezeichnungen unterrichten.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 25.04.1980


Kath. Pfarramt Hunderdorf

Wallfahrt des Altenclubs nach Altötting: Montag, den 5. Mai, Abfahrt um 7.30 Uhr beim Pfarrheim. Anmeldungen bei Frau Martha Hofmann bis 30. April. Fahrtpreis 12,— DM.
Muttertagsfeier des Altenclubs zusammen mit dem Frauenbund am Samstag, dem 10. Mai 15.00 Uhr im Pfarrheim.
Chorproben: Um die Proben effektiver zu machen, gilt auf weiteres folgender Terminplan für die Erwachsenen: Erster Montag (21. April): 19.00 Uhr Sopran, Tenor, Baß 20.00 Uhr Alt; Zweiter Montag (28. April): 19.00 Uhr Gesamtchor.
Proben für die Schülergruppen: Dienstag 14.30 Uhr Gruppe 2, Dienstag 15.00 Uhr Gruppe 1
Der Chor singt: Samstag, 26. April 13.00 Uhr Trauung Achatz-Lahn
Freitag, 2. Mai 11.00 Uhr Trauung Grill-Fendl
Freitag, 2, Mai 14.00 Uhr Trauung Hornberger-Wittmann
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 25.04.1980


Evang.—Luth. Jugend Hunderdorf
Donnerstag, 24.4.80 15.00 Uhr Kindergruppe in der Fichtenstraße
Freitag, 25.4.80 20.00 Uhr Nachtwanderung des Jugendtreffs(Konfirmierte) Start um 20 Uhr in der Fichtenstr. 28 Rückkehr je nach Witterung zwischen 1 und 3 Uhr. Würstchen und Brot zum Rösten werden von den Teilnehmern selbst mitgenommen.
Mittwoch, 30.4.80 16.30 Uhr  Jungschar in der Fichtenstraße
Mittwoch, 30.4.80 19.00. Uhr Jugendtreff in Oberalteich (Teilnahme der Jugendtreffmitglieder an einer Kreisjugendringsitzung) Abfahrt in Hunderdorf, Fichtenstr, – 18.15 Uhr
Samstag, 3.5.80  9.00 Uhr Abfahrt der Jungschar zu einem Ausflug zum Pfahl bei Viechtach. Rückkehr ca. 15 Uhr, Würstchen und Brot zum Rösten werden von den Teilnehmern mitgenommen.
Mittwoch, 7.5.80 16.30 Uhr Jungschar in der Fichtenstraße
Donnerstag, 8.5.80 15.00 Uhr Kindergruppe in der Fichtenstraße
Samstag, 10.5.80 9.00 Uhr. Abfahrt des Jugendtreffs zum Pfahl. Rückkehr ca. 15 Uhr, Verpflegung mitnehmen.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 25.04.1980


AC — Altenclub Hunderdorf
25. April 1980 15.00 Uhr Altennachmittag in der Fichtenstr. 28. Die Senioren werden auf Wunsch geholt und wieder nach Hause gebracht. Tel.— 1964 (Diakon Tepp)
Wenn möglich: Ein Ferienausflug der Evang.-Luth. Jugend.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 25.04.1980


Osterfest der ev. Gemeinde Hunderdorf
Das Osterfest – einmal ganz anders – begingen 25 junge Leute der evang.-Luth Kirchengemeinde Bogen. Diakon Tepp hatte sich mit ihnen intern auf eine Auferstehungsfeier vorbereitet. Nachts um 4 Uhr (Sommerzeit) versammelten sich die Jugendlichen mit einigen Eltern in den Räumen der Fichtenstraße 28 in Hunderdorf. Die Räume waren nur spärlich erleuchtet, passend zum ersten Thema der Wohltaten Gottes an uns Menschen, der Schöpfung, Orgelmusik mit Werken Pachelbels leitete die liturgische Nacht ein.
Nachdem Bruder Tepp die Osternachtsgäste begrüßt hatte, wurde die Schöpfung gelesen, Zwischen den Schöpfungstagen erklang Musik von Gheorghe Zamfir auf der Panflöte. Ein Dialog zwischen Mann und Frau mit dem Thema „Warum ist diese Nacht anders als andere Nächte” schloß sich an. Ihm folgte die Geschichte aus Exodus 1-33, die Errettung, Heimführung aus Ägypten in das gelobte Land. Der siebenarmige Leuchter wurde entzündet und ein Teilnehmer sang das Siegeslied, Psalm 114, Die Geschichte, die von den Teilnehmern gelesen wurde, umrahmte Wechselgesang und Kirchenlieder.
Letzter großer Teil war die Erzählung von der Auferstehung Christi. Mit ihr kam das Licht der Christen in die Welt und in den Räumen wurden Dutzende von Kerzen entzündet. Edward Griegs Morgendämmerung unterstrich die biblische Überlieferung. In seiner Ansprache ging Diakon Tepp besonders auf die große Angst der Menschen ein, die Jesus besiegt hat, den Tod. Wie durch ein Meer schritt er hindurch, das um so unbeugsam, herrschend scheint, das uns Respekt, Angst, Abneigung und Haß abnötigt. Er geht hindurch, durch dieses Meer, das wir Tod nennen, führte Diakon Tepp aus.
Er ist auferstanden. Immer wieder wird es Menschen geben, die diese Hand nicht mehr loslassen, die nach vorne sehen, voller Hoffnung.
Dem liturgischen Teil schloß sich ein Morgenmahl an. Danach feierte die Gruppe das Agapemahl als Erinnerungsmahl den letzten Abend Christi mit den Seinen und als Erinnerung für das, was Gott uns Menschen selbst tat.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 25.04.1980


Ein Ferienausflug der evang. Jugend
Der Wetterbericht lautete: Nachts Durchzug eines Regengebietes, am Morgen aufklarend. Die Voraussetzungen für eine Ferienwanderung schienen gegeben. Und so versammelten sich trotz Regens ein Dutzend Jungschar- und Jugendtreffmitglieder zu einer Ferienwanderung mit Bruder Tepp in Hunderdorf. Um 9 Uhr sollte die Strecke angegangen werden. Man wartete noch etwas auf das „Aufklaren“ und als es dann tatsächlich etwas zu regnen. nachließ, machte sich die Gruppe auf den Weg. Im Dorf holte sie die Nässe wieder ein, so daß nochmals Regenschirme ausgegeben wurden.
Da der Diakon sich auf die Vorhersage verließ, lehnten einige Wackere die „Damenbekleidung“ gegen den Regen ab. Außerdem würde es ja doch bald aufhören.
Über den Hasenquanten, Au vorm Wald ging es nach Steinburg, wo sich die letzten Regenverächter anschlossen. Hinein in das Perlbachtal führte der Weg. Leider hat die Gemeinde noch gar nichts am Wanderweg gerichtet, sodaß bereits hier die ersten Bekanntschaft mit einem „grundlosen” Weg machten. Nachdem der eine und andere auch einmal ausrutschte, stieg die Stimmung. Ein gar zu großer „Guß“ wurde unter dem Vordach des Sägewerkes Schickergrub abgewartet. Mit einigen trockenen Latten unter dem Regenschutz des Diakons machte sich die Gruppe mit Humor an die weitere Strecke. Im Hohlweg vor Rimbach ging es dann um die „Indianerehre“ des Bruder Tepp. Es galt, bei strömendem Regen ein Feuer zu entfachen. Mit Hilfe einiger Regenschirme und dreiviertelstündigem Blasen gelang es schließlich dem aufgetürmten nassen Holz soviel Flammen zu entlocken, daß das mitgebrachte Brot, Würstchen und Kartoffeln im Feuer geröstet werden konnten. Die Kartoffeln wurden fast gar.
Über Buchaberg, Oberbucha, vorbei an der Kreuzbergkapelle wanderte die nasse Gesellschaft durch Windberg zurück nach Hunderdorf. Gerüchten zufolge soll es einige gegeben haben, die noch trocken waren. Nach Meinung aller war es ein „dufter Ausflug“, trotz des Regens. Bei schönerem Wetter sollte alles wiederholt werden. Leider kam es dazu in diesen Osterferien nicht mehr. Nun, sie werden auf einen besseren Wetterbericht und auf die Pfingstferien hoffen.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 25.04.1980


1. Satzung zur Änderung der Satzung über die Erhebung von Gebühren für die Benützung der vom Schulverband Hunderdorf betriebenen und unterhaltenen Badeanlage
Der Schulverband Hunderdorf erläßt aufgrund des Art. 55 des Volksschulgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 2.5.1977 (GVBl. S. 239) in Verbindung mit Art, 8 des
Kommunalabgabengesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 4.2.1977 (GVBl. S. 82) folgende, vom Schulverbandsausschuß in seiner Sitzung am 6.3.1980 beschlossene und mit Schreiben des Landratsamtes Straubing-Bogen vom 28.3.1980 Nr. 11/1a-552/2 genehmigte 1. Satzung zur Änderung der Hallenbad-Gebührensatzung:
§ 1
Neufassung von Gebührensätzen
§ 3 wird wie folgt geändert:
Abs. (1) Die Gebühr für eine Stunde Badezeit beträgt bei einer Einzelkarte für
a) Personen über 18 Jahre 2,00 DM
b) Kinder ab 6 Jahren und für Jugendliche vor vollendetem 18. Lebensjahr 1,50 DM
c) Schüler, Studenten, Schwerbeschädigte und Lehrlinge (nur gegen Vorlage eines Ausweises) 1,50 DM
Abs. (2) Bestimmt der Badegast im voraus eine zweistündige Badezeit, so hat er die doppelte Gebühr des Abs. 1 oder 4 zu entrichten.
Abs. (3) Die Gebühr einer Zehnerkarte (insgesamt 10 Stunden Badezeit) beträgt für
a) Personen über 18 Jahre 17.00 DM
b) Kinder ab 6 Jahren und für Jugendliche vor vollendetem 18. Lebensjahr 12.00 DM
c) Schüler, Studenten, Schwerbeschädigte und Lehrlinge (nur gegen Vorlage eines Ausweises) 12,00 DM
Abs. (4) Für geschlossene Gruppen beträgt die Gebühr je Badegast der Gruppe 1,50 DM, jedoch je Gruppe mindestens 25,00 DM pro Stunde.
§ 2
Inkrafttreten
Diese Änderungssatzung tritt am 1. April 1980 in Kraft.
Hunderdorf, 12.3.1980
Schulverband Hunderdorf
Härtenberger, Vorsitzender
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 25.04.1980


Rotkreuz-Kolonnenabend
Bei einer Führerbesprechung der Kolonne Hunderdorf erörterte man mit Kolonnenführer Rosenhammer die Situation des Roten Kreuzes in den einzelnen Gruppen. Es wurde vereinbart, am Freitag, 25.4.1980 um 20 Uhr in der Gaststätte Höfelsauer in Steinburg einen Kolonnenabend abzuhalten. Auf dem Programm stehen ein Arztvortrag, ein Diavortrag über die Genfer Konventionen und praktische Vorführungen. Die Rotkreuzgruppen aus Hunderdorf, Meidendorf, Steinburg und Windberg sind dazu herzlich eingeladen. Erscheinen in Dienstkleidung.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 25.04.1980


Den Ernstfall geprobt
Beim letzten Dienstabend des Roten Kreuzes Windberg wurden Übungen für den Ernstfall geprobt. Da für den Herbst eine große Übung in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr geplant ist, mußten die Helfer Hilfsmaßnahmen bei Gasvergiftungen vorführen. Da Kohlenmonoxyd explosionsgefährlich ist, mußte auf diese Tatsache Rücksicht genommen werden. Die häufigsten Verletzungen sind Wunden und damit verbunden starke Blutungen. Mit dem Dreiecktuch und der Binde wurden Druckverbände und Abbindungen angelegt. Besondere Sorgfalt ist bei Rückgratverletzungen zu üben. Die dabei notwendigen Hebe- und Tragegriffe zeigten, daß diese oft recht schwierig sind und daher immer wieder geübt werden müssen. Der Leiter des Abends, Bereichsleiter Klar, war mit den gezeigten Leistungen recht zufrieden und sieht optimistisch der Katastrophenübung entgegen. Zum Schluß wurde noch der Alarmplan auf Vollständigkeit überprüft.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 25.04.1980


Neues Fahrerlaubnisrecht für motorisierte Zweiräder
28. Februar 1980 Ab 1. April wird sich einiges im Fahrerlaubnisrecht für Zweiradfahrer ändern. Nicht nur, daß der „Mofa-Führerschein neu eingeführt wird, auch die Führerscheinprüfung für das Kleinkraftrad sowie für Moped und Mokick wird höhere Anforderungen stellen. Ein Blick auf die Unfallstatistik zeigt Grund für die bundesweiten Neuregelungen: 1978 sind allein auf Bayerns Straßen 486, meist jugendliche, Zweiradfahrer zu Tode gestürzt. 99 davon waren mit dem Mofa unterwegs. An Verletzten waren in diesem einen Jahr 15 332 zu beklagen, darunter 3 649 Mofa-Fahrer.
Das neue Fahrerlaubnisrecht, so hofft Innenminister Gerold Tandler, wird mehr Verkehrssicherheit für die besonders stark gefährdeten und bei Unfällen wenig geschützten Zweiradfahrer bringen. Hier einige Hinweise zu. den wesentlichen Neuerungen (zu Einzelheiten, vor allem bei Zweifelsfällen für die Übergangszeit, geben die Landratsämter, kreisfreien Städte und Regierungen sowie die Dienststellen des Technischen Überwachungsvereins Auskunft):
1. Mofa 25
Wer ab 1. April 15 Jahre alt wird, braucht für das Mofa-Fahren einen „Mofa-Führerschein“. Er wird in einer theoretischen Prüfung erworben. Der TÜV Bayern wird ab Anfang März 1980 in nahezu allen Landkreisen und kreisfreien Städten Mofa-Prüfungen anbieten. Die Prüfungstermine sind bei der örtlichen TÜV-Stelle zu erfragen; sie werden auch rechtzeitig in der örtlichen Presse bekanntgegeben.
Das Prüfungsverfahren ist unbürokratisch gestaltet. Ein förmlicher Antrag ist nicht erforderlich. Es genügt, wenn der Bewerber im Prüfungstermin seine Identität durch einen Lichtbildausweis (z. B. Kinderausweis, Schülerausweis, Zeitkarte für öffentliche Verkehrsmittel) nachweist und ein Lichtbild (Größe 36 mm x 47 mm) für die Prüfbescheinigung mitbringt. Wer die 20 Fragen des Fragebogens beantwortet und – bei einer möglichen Gesamtfehlerpunktzahl von 65 – nicht mehr als sechs Fehlerpunkte erreicht, hat die Prüfung bestanden. Die Mofa-Prüfung samt Prüfbescheinigung kostet 10,- DM zuzüglich Mehrwertsteuer.
2. Kleinkrafträder
Für Kleinkrafträder (bis 50 ccm ohne bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit), wird ab 1. April ein Führerschein der Klasse 1 erforderlich. Neben der bislang geforderten theoretischen muß also in Zukunft auch eine praktische Prüfung abgelegt werden. Der Führerschein kann auch auf das Kleinkraftrad beschränkt werden (neue Klasse 1b). Vorteil: Die praktische Prüfung ist nicht auf der schweren Maschine der Führerscheinklasse 1 abzulegen, sondern auf dem leichteren Kleinkraftrad. Dieser Führerschein der Klasse 1b ist vor allem für Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren interessant, weil die unbeschränkte Klasse 1, die auch schwere Motorräder umfaßt, erst mit 18 Jahren erworben werden kann.
Wer zum 1. April bereits im Besitz des Führerscheins der bisherigen Klasse 4 ist, kann damit auch künftig sein Kleinkraftrad fahren.
3. Mopeds und Mokicks
Bei Mopeds und Mokicks (bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h) wird ab 1. April 1980 der Prüfungsbogen von bisher 20 auf 25 Fragen erweitert und dabei auf die Gefahrenlehre sowie den mopedspezifischen Bereich erstreckt. Auch hier gilt: Wer am 1. April bereits den Führerschein der bisherigen Klasse 5 in der Tasche hat, kann damit auch künftig Moped oder Mokick fahren.
Ab 1. Januar 1981 ist zum Erwerb des Führerscheins der neuen Klasse 4 für Moped und Mokick zusätzlich eine praktische Prüfung erforderlich.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 25.04.1980


Musische Bildung: Bereicherung fürs Leben
Oberstudiendirektor Clement Utz referierte anläßlich eines Elternabends in der Volksschule Hunderdorf
Hunderdorf.
„Einmal umschalten — musische Bildung bereichert das Leben“, war das Thema des Elternabends in der Volksschule Hunderdorf, zu dem Elternbeiratsvorsitzender Josef Breu viele Eltern, Bürgermeister Härtenberger, Rektor Czerwenka, Konrektorin Kohlbeck sowie einige Lehrkräfte und den Referenten des Abends, Oberstudiendirektor Clement Utz (Cham), begrüßen konnte. Schwerpunktmäßig behandelte der Referent die Gebiete Sprache, Spiel, Lektüre, angewandte und bildende Kunstgebiete und -techniken, das vokale und das instrumentale Musizieren, den Sport und die Gymnastik.
Eingangs brachte der Referent ein Zitat des früheren Bundespräsidenten Walter Scheel über das weite Feld menschlicher Gaben und Begabungen, die der Mensch von Natur aus mitbekomme, die es im Sinne einer ganzheitlichen Bildung aller Kräfte und Regungen des heranwachsenden Menschen zu fördern und zu entwickeln gebiete.
Es schloß sich eine Klärung des Begriffes „musisch“ an, wobei, ausgehend vom Hintergrund der neun Musen in der griechischen Mythologie, vier Schwerpunktbereiche für die Betrachtung im Vortrag benannt wurden: Das sprachliche Feld, der heute als „bildende und gestaltende Künste“ bekannte Sektor, alle unter Sport einzuordnenden Aspekte und schließlich der Gesamtbereich musischen Tuns. Ausgangspunkte musischen Tuns seien dabei regelmäßig drei „Haus“-Bereiche, nämlich Elternhaus, Gotteshaus und Schulhaus.
Im Zusammenhang mit den Unterschiedsmerkmalen zwischen passivem („zuschauen, zuhören“) und aktivem (selbst spielen, werken, singen) musischen Tun kam es dann zur Darstellung vieler musischer „Tatorte“ wie Kindergarten, Jugendgruppe, Pfarrei, Verein, Urlaub, Krankheitszeiten, Ruhestand usw., bis hin zur Warnung vor Müßiggang, in den oft so vielen Freizeitstunden unserer heutigen Zeit. Auch der Unterschied im Angebot zwischen musischer Beschäftigung allein oder in Gemeinschaft, also der soziale Aspekt, kam zur Sprache.
Der Redner wies auf die möglichen Gefahren sehr deutlich hin, die beim menschlichen Hang nach immer neuen Sensationen entstünden, auf die Gefahr der Reizüberflutung, die zum Bedeutungsverlust des einzelnen, sehr wertvollen Gegenstandes führen könnte. Viel Lob spendete Utz dem kindlichen „Spiel“Wunsch als Ausgleich zu den täglichen Lernstunden. Sehr eindringlich erinnerte er die Zuhörer daran, daß des Erwachsenen liebste Freizeitbeschäftigung doch auch das Spiel in irgendeiner Form sei: „Lernen und Spielen sind keine Gegensätze. Man sollte Menschen jeden Alters genügend Spiel“-Raum zubilligen“, meinte der Redner.
Besonders angesprochen wurde das für die Leseentwicklung entscheidende Jahrzehnt zwischen dem siebten und dem siebzehnten Lebensjahr, in Einzeldarstellungen das weite Feld der Literatur unserer Zeit, ausgehend vom Vorlese- und Bilderbuch über die Jugendliteratursparten bis hin zum Fach- und Sachbuch, zur Fachzeitschrift, zur Tageszeitung, aber auch zum Werk des Dichters früherer Jahrhunderte und unserer Zeit. Ein abschließender Ausblick galt hier der Möglichkeit, durch Lesen auch Freude am Theater, ja am Theaterspielen entwickeln zu helfen.
Die lebensgestaltenden Seiten der Teilbereiche Zeichnen, Malen, Modellieren, Schnitzen, Polieren usw. boten Gelegenheit, auch die enge Verbindung zwischen Handwerk, Kunsthandwerk und künstlerischer Tätigkeit schlechthin aufzuzeigen. An vielen Einzelbeispielen wurde der überzeugende Beweis aufgeführt, wie die Anleitung in der Jugend zur Ausübung im Erwachsenenleben führen kann und soll. Die Entwicklung der Bildsprache gab Ausblicke auf die Kunstgeschichte, Kunstbetrachtung und der Denkmalpflege. Der Hinweis auf das Spiel mit z. B. selbstgefertigten Masken und Puppen gab schließlich Anknüpfungspunkte auf den bereits genannten Theaterbereich, aber auch auf tänzerische Bühnendarstellungsmöglichkeiten.
Von hier führte der Weg für die Zuhörer weiter zur Gymnastik, und zu den vielfältigen Möglichkeiten sportlichen Aktivseins. Vom „Kampf“ gegen den Bewegungsmangel, vom Erwerb sozialer Erfahrungen und Einsichten im „Team“ führte der Referent zu Einzelbeispielen der „life-time-Sportarten“ wie Schwimmen, Skilauf, Tennis, Tischtennis, Federball.
Der Schlußteil des Referates begann mit dem Hinweis, daß Musik früher nie so präsent war, wie in der Gegenwart. Es ging auch darum, eine Reihe weitverbreiteter Irrtümer beseitigen zu helfen, welche Faktoren berücksichtigt werden müßten, wenn man von „musikalisch“ oder „unmusikalisch“ spreche (Kelhkopf, Ohr, rhythmisches Gespür usw.). Es folgten die Erklärung des absoluten und relativen Gehörs und Ratschläge über die Wahl des richtigen Instruments für den jeweiligen Begabungsfall.
Nach der Ermunterung der Eltern, auch besondere finanzielle Aufwendungen für die Förderung musischen Tuns bei ihren Kindern nicht zu scheuen, wie Utz auf die in der Bayerischen Verfassung stehenden Bildungsziele hin: auch Herz und Charakter zu bilden und Aufgeschlossenheit für alles Wahre, Gute und Schöne entwickeln zu helfen.
Quelle: Bogener Zeitung, 28.04.1980

Aus alten Zeitungen und Druckwerken

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