1913

Hunderdorf, 2. Jan. (Besitzwechsel.) Der ehemalige Kaufmann Herr Leonhard Schierlinger von hier erwarb durch Kauf ein schönes Privathaus in Gangkofen um den Preis von 3000 M. Herr Schierlinger beabsichtigt, in seinem neuen Heime wieder ein Spezereigeschäft anzufangen.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 04.01.1913


Hunderdorf, 21. Jan. (Aus dem kath. Vereinsleben.) Die Generalversammlung des kathol. Burschenvereins Hunderdorf nahm bei fast vollzähliger Beteiligung der aktiven und passiven Mitglieder einen sehr angenehmen Verlauf. Der Vorstand Herr Johann Feldmeier eröffnete die Versammlung und hieß alle Erschienenen herzlich willkommen. Herr Kassier Härtenberger erstattete den Kassenbericht. An Einnahmen sind zu verzeichnen 228,05 M., an Ausgaben 154,80 M., es ergibt sich sonach ein Kassenbestand von 73,25 M. Dem vom Schriftführer Herrn Xav. Barth erstatteten Jahresberichte ist zu entnehmen: Der Mitgliederstand beträgt 39; Ehrenmitglieder hat der Verein 6, außerordentliche Mitglieder 5. Versammlungen fanden jeden Monat statt, jedesmal mit Vorträgen, die teils vom Hochw. Herrn Präses, teils von Mitgliedern gehalten wurden. Der Verein hatte heuer zwei Präsides zu verabschieden, den Hochw. Herrn Kooperator Senft und Hochw. Herrn Kooperator Rath. Den Bericht über die Frequenz der Vereinsbibliothek erstattete Herr Ant. Härtenberger als 1. Bibliothekar. Demselben ist zu entnehmen, daß im verflossenen Jahre 150 Bücher meist unterhaltsamen Inhalts zur Ausgabe gelangten. Die Bibliothek wurde im verflossenen Jahre um einige Neuanschaffungen vermehrt. Bei der Vorstandswahl wurde einstimmig Hr. Jos. Eichmeier von Eglsee als Vorstand gewählt.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 24.01.1913


Hunderdorf, 22. Jan. (Die freiw. Feuerwehr) hielt in ihrem Stammlokale, in der Gastwirtschaft Baier ihre ordentliche Generalversammlung ab. Nach Besprechung verschiedener Vereinsangelegenheiten wurde statutengemäß alle 3 Jahre vorzunehmenden Vorstandsneuwahl geschritten. Es wurden folgende Herren in den Ausschuß gewählt: als Vorstand: Anton Steckler, Messerschmiedmeister von hier; als Kommandant: Jos. Hösl, Zimmerpalier von hier; als Kassier: Xav. Baier, Bauer von Hofdorf; als Adjudant: Josef Schmidt, Schlossermeister von hier; als Steigerriegenführer: A. Härtenberger, Schreinereigeschäftsinhaber; als Spritzenriegenführer: Xav. Seitz, Maurerpalier von Hofdorf; als Vereinsdiener: Jos. Mauthner, Privatier von Eglsee; als Fahnenjunker: Xav. Mittereder, Söldnerssohn von Hoch. Die Wehr zählt zur Zeit 56 Mitglieder.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 24.01.1913


Hunderdorf, 28. Jan. (Brand.) Als gestern der Krieger- und Veteranenverein im Baier’schen Gasthause seinen Ball abhielt und abends ½ 8 Uhr die Gäste, weit über 100 Personen, beim Mahl saßen, ertönte plötzlich Feueralarm. Im Dorfe selbst, nicht unweit vom genannten Gasthause entfernt war im Anwesen des Herrn Bull (vormals Martin Weber) auf bis jetzt unaufgeklärte Weise Feuer ausgebrochen, das das ganze hölzerne Wohnhaus mit drangebauten Stadel vernichtete. Herr und Frau Bull waren auch auf dem Balle. Den schnell herbeigeeilten Männern der Nachbarschaft ist es größtenteils zu danken, daß der im Bette schlafende 70 Jahre alte Vater Martl und das zweijährige Kind gerettet wurden; gerade gelang auch noch die Rettung der zwei Kühe. Alles Inventar wurde ein Raub der Flammen, auch soll im Hause Geld in Gold und Silber aufbewahrt gewesen sein. Durch die schnell herbeigeeilten Feuerwehren Hunderdorf, Windberg und Steinburg konnte das Feuer auf seinen Herd beschränkt werden. Herr Bull ist nur gering versichert und so erwächst ihm ein großer Schaden, da sie nichts mehr retten konnten als die Kleider, die sie am Leibe trugen.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 30.01.1913


Windberg, 27. Jan. (Wegneubau.) Gestern genehmigte die Gemeidnebürgerversammlung Windberg den Rest für die Herstellung eines Verbindungsweges Windberg-Apoig. Es wird damit ein Wert geschaffen, das viele Verdrießlichkeiten beseitigt, den beiden beteiligten Gemeinden Hunderdorf und Windberg alle Ehre macht und nur durch die andauernden Bemühungen des Kgl. Bezirksamtes Bogen erreicht wurde.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 30.01.1913


Au vorm Wald, 4. Febr. (Besitzwechsel.) Grundbesitzer Xaver Wagner von Au vrkaufte sein zweites Oekonomie-Anwesen in Au mit 6 Tagwerk guten Grundes an den Austragssöldner und Schuhmachermeister Josef Dorfner von Schafberg. Als Kaufpreis werden 5900 M. genannt. Notarielle Verbriefung hat bereits stattgefunden.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 06.02.1913


Steinburg, 7. Febr. (Die Freiw. Feuerwehr) hielt in der Brauerei Berger ihre ordentliche Generalversammlung ab. Der Besuch der aktiven und passiven Mitglieder war sehr gut. Nach Verbescheidung verschiedener Vereinsangelegenheiten wurde zu der statutengemäß alle 3 Jahre vorzunehmenden Vorstandsneuwahl geschritten. Es wurden folgende Herren in den Ausschuß gewählt: Bierbrauereibesitzer Johann Berger als Vorstand; Söldner Xaver Hanner von Steinburg als Kassier; Oekonom und Bürgermeister Josef Kronfeldner von Au vorm Wald als Adjutant; Grundbesitzer Lorenz Altschäffl von Steinburg als Spritzenmeister; Gutspächter auf Schloß Steinburg Johann Solcher als Fahnenjunker; Privatier Johann Pfeffer von Ehrn als Steigerriegenführer; gräfl. Waldaufseher Xav. Huber und Großgrundbesitzer von Steinburg als Spritzenriegenführer; als Kommandant wurde zum dritten Mal Tischlermeister Georg Huber von Steinburg wieder gewählt.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 09.02.1913


Hunderdorf, 18. Febr. (Der Kriegerbund Hunderdorf) hielt am 18. Februar in der Speckner‘schen Restauration die erste Jahresmitgliederversammlung ab, die sehr gut besucht war. Der 1. Vorstand, Herr Rothammer, Hofbesitzer in Sollach, dankte den Anwesenden für ihr zahlreiches Erscheinen und für das rege Interesse und die Opferwilligkeit, die sie im vergangenen ersten Vereinsjahre gezeigt haben. Hierauf wurde vom Schriftführer Herrn Hauptlehrer Scheininger der Stand des Vereins bekannt gegeben. Gegründet wurde der Verein am 19. März 1912 mit 34 Mitgliedern, heute gehören 90 Mitglieder dem Verein an. Der Kassier, Herr Hofbesitzer Sträußl in Sollach, erstattete hierauf den Kassabericht. An Einnahmen hatte der Verein 994,30 M,  an Ausgaben 946,56 M, somit verbleiben als Aktivrest 47,74 M. Dieser Bericht wurde von der Versammlung mit Befriedigung entgegengenommen. Mit einem Hoch auf S. K. Hoh. Prinzregent Ludwig von Bayern wurde die Versammlung geschlossen.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 20.02.1913


Hunderdorf, 24. Febr. (Vom Darlehensverein.) Kürzlich fand in der Gastwirtschaft des Herrn Baier die Generalversammlung des Darlehenskassenvereins Hunderdorf und Umgebung statt. Der Besuch der Versammlung war ein sehr guter; auch sehr viele Mitglieder nahmen an der Versammlung teil. Der Vorstand, Herr Oekonom Johann Fuchs von Ramersberg, eröffnete die Versammlung und dankte den Mitgliedern für ihr Erscheinen. Sodann erteilte er dem Rechner, Herrn Ludwig Poiger, das Wort zur Erstattung des Rechenschaftsberichts. Aus diesem ist zu entnehmen, daß der Verein einen Gesamtumsatz von 55.526,63 Mk. hatte und einen Reingewinn von 564,80 Mk. erzielte. Von diesem Betrage wurden ,50 Mk. als Stiftungsfonds angelegt und 214 Mk. als Reservefonds. Am Schluß des vergangenen Geschäftsjahres zählte der Verein 43, im Vorjahre 29 Mitglieder.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 27.02.1913

Quelle: Straubinger Tagblatt, 11.03.1913


Beerdigung des Grafen Hippolyt von Bray-Steinburg.
Irlbach, 10. März.

Gestern nachmittags 4 Uhr wurde die Leiche des am 7. März zu München plötzlich verstorbenen K. Kämmerers, kais. Deutschen Wirkl. Geheim-Rats und Gesandten a. D., erblichen Reichsrates der Krone Bayern, Ehrenritters des souveränen Malteser-Ordens, Inhabers der höchsten inländischen und ausländischen Orden und Gutsherrn auf Schloß Irlbach per Bahn von München über Regensburg nach Irlbach überführt, um dort auf dem Friedhofe in der gräfl. Familiengrabstätte zur letzten Ruhe bestattet zu werden. Der Sarkophag traf nachmittags 1 Uhr 09 Min. auf der Station Straßkirchen ein und wurde von dort per Axe unter Begleitung der Feuerwehren Irlbach, Straßkirchen und Schambach nach Irlbach verbracht. Außerhalb der Ortschaft Irlbach wurde die sterbliche Hülle des Verlebten von dem hochw. Pfarrer Weinl und dem hochw. Hrn. Schloßkaplan, der Schuljugend, der Gemeindevertretung, der Gesellschaft Eintracht, dem kath. Burschenverein sowie von vielen Einwohnern Irlbachs empfangen und zunächst in die Gartenhalle des Schlosses Irlbach geleitet. Dem Zuge hatten sich noch angeschlossen: Herr Regierungspräsident Excellenz Frhr. v. Andrian-Werburg aus Landshut, Bezirksamtmann Regierungsrat Poschenrieder-Straubing, der Fach- und Krankenunterstützungsverein der Maurer und Steinmetzen in Straubing sowie der Athleten-Klub Straubing, deren Protektor der hohe Verlebte war, weiters der Gärtnerverein Straubing und der Verein Bayerwald, denen der Dahingeschiedene als Ehrenmitglied angehörte, endlich viele Herren und Damen aus Straubing. Dem Sarge folgten ferners die Herren Domänenpächter, die Beamten der Gutsverwaltung, das gräfl. Forstpersonal usw. Der imposante Trauerzug wurde am Eingange zum Schloßparke von der Gemahlin des Verstorbenen nebst den beiden Söhnen und Töchtern, sowie den übrigen hohen Verwandten empfangen und weiter zur Gartenhalle des Schlosses geleitet, von wo es nach Aussegnung der Leiche hinüberging zum Friedhofe. Die ganze Einwohnerschaft des Pfarrdorfes Irlbach nebst Umgebung nahm innigen Anteil an der letzten Ehrenerweisung für ihren geliebten und hochverehrten dahingeschiedenen Gutsherrn. Vor der offenen Familiengruft widmete Herr Pfarrer Weinl-Irlbach dem Andenken des verstorbenen Herrn tief zu Herzen gehende Worte. In kurzen, aber prägnanten Zügen entwarf er ein treues Lebensbild des Verstorbenen, wies auf dessen einfachen und biederen Charakter hin, der trotz seiner hohen Lebensstellung im Auslande seinen Landsleuten stets ein warm fühlendes Herz entgegenbrachte, der sich der Hilfsbedürftigen annahm; mehr als einmal habe Derselbe Hilfsbedürftige namentlich Kinder in sein Haus und seine Familie aufgenommen. Sein Dahinscheiden war für seine Familie ein unersetzlicher Verlust; er war ein überzeugungstreuer Christ; er ging mit gutem Beispiele voran in dem Besuche des sonntäglichen Gottesdienstes, täglich betete er in seiner Hauskapelle; er hielt gewissenhaft die Fastengebote, und empfing auch außerhalb der österlichen Zeit mehrmals das hl. Sakrament. Beim Gebete senkten sich die Fahnen und Standarten der voraufgeführten Vereine und nach Beendigung der kirchlichen Offizien ertönte ein von der Lehrerschaft der Umgebung in vollendeter Weise gesungenen herrliches Lied. Eine überreiche Anzahl von prächtigen Kränzen wurde noch zum Schlusse von den Vereinen, der Gemeinde Irlbach, den Verwandten und vielen anderen dem nun selig Entschlafenen nahestehenden Personen am Familiengrabe niedergelegt. Damit hatte die Trauerfeier am Grabe des hohen Verlebten ihr Ende erreicht. Heute, Dienstag, vormittags 8 Uhr fand in der Pfarrkirche zu Irlbach der feierliche Gottesdienst für den allgeliebten Gutsherrn statt, an welchem die Einwohnerschaft des Ortes sowie die von Straßkirchen und den umliegenden Ortschaften in außerordentlich großer Anzahl teilnahmen.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 12.03.1913


Stetten, 13. März. (Besitzwechsel.) Güterhändler Mann aus München vertauschte das 8 Tagw. Grund umfassende ehemalige Sixsche Anwesen in Lindenbrunn, mit dem Anwesen des Joseph Hinkofer von Obermotzing mit 8 Tagw. Grund und dem Inventar. Herr Hinkofer bekam 1500 M Aufzahlung. Notarielle Verbriefung hat bereist stattgefunden.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 15.03.1913


Steinburg, 25. März. (Der Bienenzuchtverein) Steinburg und Umgebung hielt gestern in der Brauerei des Johann Berger seine Hauptversammlung ab. Das Wetter war schlecht, der Regen ging in Schnürrln hernieder und doch war’s im großen Saale wie in einem Bienenkorbe. Dieser große Andrang mußte jeden Freund der Bienenzucht erfreuen. Manche hatten sehr weite Wege. Die Arbeitsfreudigkeit und die Begeisterung der Vorstandschaft erweckt den Eifer und erhält die Treue der Mitglieder. Allgemeines Interesse erzielte das Referat des Taubstummenlehrers Herrn Gumpert aus Straubing über Bienenzucht. Hierauf wurde zur Neuwahl der Vorstandschaft geschritten und wurden folgende Herren in den Ausschuß gewählt: als Vorstand Herr Johann Berger, Bierbrauereibesitzer dahier; als Kassier Herr Josef Ecker, Oekonom von Schafberg; als Beistzer: Herr Hauptlehrer Scheininger von Hunderdorf; Herr Wolfgang Pfeffer, Schmiedmeister von Steinburg; Herr Xaver Hahner, Söldner von Steinburg; Herr Leonhard Zistlsperger, Bürgermeister von Oberwegern.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 28.03.1913


Hunderdorf, 21. April. (Unfall.) Las heute die 12jährige Kaufmannstochter Maria Fuchs von Apoig in das neue Schulhaus zum Handarbeitsunterrichte gehen wollte, kam sie so unglücklich zu Fall, daß sie sich am rechten Arm schwere Quetschwunden zuzog. Aerztliche Hilfe mußte sofort in Anspruch genommen werden.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 24.04.1913


Windberg, 23. April. (Die neue Straße) von Apoig nach Windberg, die in den nächsten Tagen fertig wird, erregt allgemein großes Wohlgefallen. Der Straßenbauunternehmer Herr Greipl von Kirchdorf i. W. sowie der Distriktstechniker Herr Geisler haben ein Werk geschaffen, das Allen Ehre bereitet. Es ist gegen früher ein leicht fahrbarer Weg, der fast überall weiten Ausblick gewährt, eine trockene Fahrbahn mit geringer Steigung bietet. Der Verkehr nach Windberg mit Fuhrwerk ist damit bedeutend erleichtert. Von Windberg nach Irenzfelden ist gleichfalls ein neuer Fuß- und Fahrweg geplant und bis Fischbehälter ausgeführt. Auch dieser Weg ist als Verbindungsweg sehr praktisch.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 25.04.1913


Steinburg, 7. Mai. (Heimische Bauweise.) Gehen wir vom malerisch gelegenen Dorfe Steinburg zur Bahnhaltestelle, so grüßt uns aus nicht allzuweiter Ferne ein recht hübscher Neubau. Herrlich fügt er sich in die waldumsäumte Landschaft! Im Hintergrund die blauenden Forste, vor uns das freundliche Tal des Perlbachs. Es ist das der nun fast fertige villenartige Bau des Herrn Privatiers Benno Solcher dahier, ehem. Gräfl. Schloßgutspächter in Steinburg. Die traulichen Erker und der herrliche Garten bieten einen schönen Anblick. Mit Freuden gewahren wir da, daß auch der schlichte Mann Schönheitssinn besitzt, trotz unseres ganz materialistisch gesinnten Zeitgeistes. Der biedere Landwirt soll nicht Verzicht leisten auf die Schönheit und Güte seiner Wohnung, eines der wichtigsten Mittel, um die gerade in unserer Zeit so gefährliche Landflucht einzudämmen, die Liebe zum Landleben und wahre, innige Anhänglichkeit an Haus und Herd zu fördern. Ist es nicht ein großer Vorzug, wenn der Bauer abends todmüde in ein schönes, behagliches Heim zurückkehren kann? Gerade dieser Bau zeigt, daß unser Mittelstand noch Lebenskraft und edles Streben besitzt und daß er es mit einigem guten Willen zu etwas bringen kann. Wir können dem Bauherrn unsere volle Anerkennung nicht versagen und wünschen ihm Glück zum Unternehmen.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 09.05.1913


Hunderdorf, 10. Juni. (Die Schützengesellschaft) hielt kürzlich in der Bahnhofsrestauration des Herrn Speckner ihr Endschießen mit Preisverteilung ab. Abends fand im schön dekorierten Saale ein Tanzkränzchen statt, wobei die Kapelle Grünthanner aufspielte. Schöne, wertvolle Preise haben sich folgende Herren erworben: 1. Schmiedmeister Hans Schröttinger von Apoig; 2. Aufseher ind er Tonwarenfabrik Berndorf, Johann Schötz von Hofdorf; 3. Hilfslehrer Josef Felmeier von Hunderdorf; 4. Xaver Klein, junior, von Wassergraben; 5. Josef Schötz, Schneidermsiter von hier; 6. Kaufmann Jakob Sträußl von hier; 7. Aufseher in der Tonwarenfabrik Berndorf Joseph Bornschlegl von Hofdorf; 8. Wagnermeister Joseph Fuchs von Apoig; 9. Gastwirt Speckner; 10. Oekonom Bergbauer von Breitfeld; 11. Klein, senior, Musikmeister von Wassergraben; 12. Müllermeister Hobmeier von Apoig; 13. Privatier Speckner, senior, von hier; 14. (Ehrenpreis) Hr. Xaver Schötze; Geschäftsreisender von Hofdorf.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 12.06.1913


Hunderdorf, 7. Juli. (Das erste Jahresfest) feierte am Sonntag der Kriegerbund Hunderdorf in besonders feierlicher Weise. Das Fest begann mit Tagreveille und Böllersalven. Um 10 Uhr vormittags war Kirchenzug, an dem sich der Kriegerverein Windberg und der kath. Burschenverein Hunderdorf mit Fahnen beteiligten. In der Pfarrkirche wurde nach einer Ansprache des Hochw. Herrn Kooperators Ebneth an die Krieger und Veteranen ein ehl. Messe gelesen. Nach dem Gottesdienste erfolgte der Rückzug durch die reich beflaggten Straßen zum Vereinslokal, in die Bahnhofsrestauration des Herrn Speckner. Mittags 12 Uhr war Festessen, nachmittags und abends Konzert, ausgeführt von der Kapelle Klein, Hunderdorf. Herr Kalm, Eglsee, gab komische Szenen und Vorträge zum Besten. Um 4 Uhr nachmittags war die Festrede. Auf Einladung hin hatte sie Herr Oekonom Christl aus Chamerau übernommen. Es gedachte in seiner fast einstündigen Rede des 25-jährigen Regierungsjubiläums Sr. Maj. Des deutschen Kaisers Wilhelm II. Am Schluß der Rede erklang ein dreifaches Hoch auf S. K. Hoheit, Prinzregent Ludwig von Bayern, worauf die Königshymne folgte. Der 1. Vorstand es Vereins, Herr Rothammer von Sollach verteilte an die folgenden Herren das 25jährige Ehrendienstzeichen: Joh. Schreiner, Bauer von Rammersberg, Xav. Kronfeldner, Bauer von Hodforf und Xaver Schötz, Oekonom von Hofdorf. Hierauf wurde zur Neuwahl eines 2. Vorstandes geschritten, da Herr Privatier Ludwig Rothammer von hier verzogen ist. Diesem wurde der Dank des Vereins für seine eifrige ersprießliche Tätigkeit ausgesprochen, an seiner Stelle wurde einstimmig gewählt Herr Joseph Buchner von Stetten.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 11.07.1913


Sollach. 15. Juli (Besitzwechsel.) Herr Privatier Ludw. Rothammer von Sollach erwarb durch Kauf das schöne Bauernanwesen des Hrn. Maier in Tettenkofen samt lebendem und totem Inventar mit 42 Tagwerk schönen IWesen und Feldern. Als Kaufpreis werden 40 600 Mark genannt.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 17.07.1913


Hunderdorf, 15. Juli. (Unfall.) Die Gütlersehefrau M. Probst von Großlintach fiel beim Heuaufladen so unglücklich von der Fuhre, daß sie sich schwere Verletzungen am Kopfe und am Rücken zuzog und infolgedessen schwer krank darniederliegt. Äerztliche Hilfe mußte bereits in Anspruch genommen werden.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 17.07.1913


Hunderdorf, 15. Juli. (Jahresfest.) Am kommenden Sonntag, den 20 Juli, feiert der Burschenverein Hunderdorf sein7. Jahresfest. Um halb 10 Uhr ist Kirchenparade mit Musik, hernach Vereinsmesse. Nachmittags 3 Uhr im Vereinslokal (Baiersches Gasthaus) gesellige Unterhaltung mit Theater, komischen Vorträgen und Konzert.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 17.07.1913


Hunderdorf, 15. Juli. (Zur Heidelbeerernte). Die Heidelbeeren sind heuer in unseren Waldungen nur wenig vorhanden. Es haben sich bereits in allen Ortschaften fremde Händler niedergelassen, welche für das Pfund 18 bis 22 Pfg. bezahlen, währned sie im Vorjahr 9 bis 14 Pfg. zahlten.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 17.07.1913


Mitterfels, 15. Juli. (Kauf.) Herr Xaver Bugl, Oekonomenssohn von Gaishausen bei Hunderdorf und Frl. Kräh, Oekonomenstochter von Schambach, erwarben durch Kauf das schöne Bauernanwesen des Herrn Wallner von Okstetten samt lebendem und totem Inventar und 50 Tagwerk Wiesen, Feldern und Wald. Als Kaufpreis werden 17 000 M genannt.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 17.07.1913


Steinburg, 15. Juli. (Ertrunkenes Kind.) Gestern abends stürzte ein 1½jähriges Mädchen des Herrn Bäuml in Schafberg in den beim Hause befindlichen Wassergrand und ertrank. Alle Wiederbelebungsversuche waren erfolglos.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 17.07.1913


Hunderdorf, 17. Juli. (Das Jahresfest) des kath. Burschenvereins findet nicht, wie gestern berichtet wurde, am 20. Juli, sondern am Sonntag den 10. August statt.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 18.07.1913


Todes-Anzeige.
Nach Gottes hl. Willen verschied heute früh ½ 3 Uhr unsere innigstgeliebte gute Gattin, Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin u. Tante
die erhengeachtete
Frau Therese Schröttinger,
geb. Eibauer,
Oekonomensgattin von Apoig,

nach längerem Leiden und öfteren Empfang der hl. Sterbsakramente in einem Alter von 32 Jahren. Um stilles Beileid in Ihrem großen Schmerze bitten
Apoig, Weingarten, Steinburg, Hofdorf, den 21. Juli 1913.
Der tiefbetrübte Gatte Josef Schröttinger
nebst 3 unmündigen Kindern und übriger Verwandtschaft.

Die Beerdigung findet statt am Mittwoch den 28. Juli vormittags 9 Uhr mit darauffolgenden Gottesdiensten in Windberg. Der 7. Und 30. Werden am Donnerstag, 24. Juli vormittags 9 Uhr in der Pfarrkirche dortselbst abgehalten.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 22.07.1913


Hunderdorf, 21. Juli. (Die Schützengesellschaft Altfröhlich) hielt gestern im Baierschen Gasthause ihr Endschießen mit Preisverteilung ab. Nachmittags fand Konzert statt, ausgeführt von der Kapelle Klein-Hunderdorf. Es erhielten folgende Mitglieder schöne, wertvolle Preise: 1. Joseph Wieser, Maurer von Stetten; 2. Ludwig Poiger, Mineralwasserfabrikant von hier; 3. Baier, Gastwirt; 4. Xaver Zisselsperger, Grundbesitzer von hier; 5. Hösl, Fischermeister von hier; 6. Steckler, Kaufmann von hier; 7. Steckler, Tabakfrabrikant dahier; 8. Anton Härtenberger, Schreinergehilfe dahier; 9. Joseph Kraus, Getreidehändler, dahier; 10. Musikmeister Xav. Klein von Eglsee; 11. Schuhmachermeister Maier dahier; 12. Schlossermeister Schmidt dahier; 13. Viehhändler Johann Hafner von hier, Beim Freischießen erhielten folgende Herren Preise: 1. Joseph Wieser, Maurer von Stetten; 2. Dobmeier Sebastian, Musikmeister; 3. Maier Xav., Schuhmachermeister; 4. Schreinereigeschäftsinhaber Karl Härtenberger von hier; 5. Schlossermeister Joseph Schmidt von hier; 6. Kapellmeister Xaver Klein von Eglsee.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 23.07.1913


Hunderdorf, 27. Juli. (Besitzwechsel.) Gestern ging das ehem. Weinzierl’sche Oekonomieanwesen, derzeitiger Besitzer Herr Privatier Fuchs, Straubing, mit 15. Tagw. Grund käuflich ohne Inventar an Herrn Fürst von Aiterhofen über. Als Kaufpreis werden 6600 Mark genannt. Notarielle Verbriefung hat bereist stattgefunden. Herr Fürst beabsichtigt, das Anwesen weiter zu bewirtschaften.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 29.07.1913


Aus dem bayerischen Walde, 27. Juli. (Beerenernte.) Der Ertrag der Heidelbeerernte läßt im Vergleich zum Vorjahre gar sehr zu wünschen übrig. Dies ist namentlich auf die vielen Nachtfröste, welche sich zur Zeit der Heidelbeerblüte einstellten, zurückzuführen. Aber auch an Güte und Zuckergehalt sollen sie den vorjährigen nachstehen. Da der Bedarf an Heidelbeeren bei weitem nicht gedeckt werden kann, so hat der Preis für dieselben eine derart enorme Höhe erreicht wie noch nie. Man bezahlt bereist an Orten, welche nicht an der Bahn liegen, für das Pfund bis zu 20 Pfg. Hingegen verspricht die Himbeer- und auch Preiselbeerernte, so weit sich dies natürlich jetzt übersehen läßt, besseren Ertrag. Dies ist umsomehr wünschenswert, als der Beerenverkauf für minderbemittelte Leute, namentlich aber für Kinder ein schönes Verdienst bildet. So haben sich beispielsweise im Vorjahr manche kindergesegneten Familien durch Himbeerpflücken täglich Beträge bis zu 20 M verdient.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 29.07.1913


Hunderdorf, 3. August. (Besitzwechsel.) In Ramersberg ging vorgestern durch Kauf das ganz neuerbaute Oekonomie-Anwesen des Herrn Alois Zankl, samt lebenden und toten Inventar, mit 17 Tagwerk schönen Wiesen, Aekern und Wald, an Herrn Joh. Maier in Leiblfing und an Frl. Katharina Fendl, Gütlerstochter von der Holzkammer über. Als Kaufpreis werden 10,600 M genannt. Notarielle Verbriefung hat gestern stattgefunden.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 06.08.1913


Hunderdorf, 10. Aug. (Ein Tauschgeschäft.) Letzte Woche ging die Bahnhofsrestauration Hunderdorf, Besitzer Herr Franz Speckner, durch Tausch samt lebendem und totem Inventar und Oekonomie in den Besitz des Herrn Bierbrauereibesitzers Neumayer, Straubing, über. Eingetauscht wurde ein Bauernhof in Geßmannszell bei Saulburg. Der Hof umfaßt 80 Tagwerk Wiesen, Aecker, Weise und 20 Tagwerk Wald. Herr Speckner beabsichtigt, den Hof weiterzubewirtschaften. Notarielle Verbriefung hat bereits stattgefunden.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 13.08.1913


Hunderdorf, ??. Aug. (Jahresfest.) Der kath. Burschenverein feierte am vergangenen …. das 7. Gründungsfest, … verbunden war. Wenn- … , erfreute sich das Fest … Es fanden sich der … die freiw. Feuer- …. enverein Hunderdorf und … gelegenen Festorte ein. Während des Hauptgottesdienstes fand die Mitglieder-Generalkommunion statt und nachmittags ging es in festlichem Zuge durch das schmucke Walddorf, voran die Musikkapelle Klein-Hunderdorf. Später erfolgten theatralische Darbietungen wie „Das lustige „Kleeblatt“ und andere komische Szenen; sie bildeten den würdigen Abschluß der wohlgelungenen Feier.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 17.08.1913


Steinburg, 16. Aug. (Günstige Getreideernte.) Wenn die passable Witterung anhält, haben bis Ende kommender Woche die meisten Oekonomen hier und Umgebung fast vollständig eingeerntet. In quantitativer und qualitativer Beziehung befriedigt die Getreideernte sehr und man hört allgemein nur Worte der Zufriedenheit. Von der Klee- und Grasheuernte ist das gleiche zu berichten. Obst gibt es äußerst wenig. Die Birnen haben durch die naßkalte Witterung gelitten und sind rissig. Der geschleuderte Honig dürfte gerade zur Winterfütterung hinreichen. Freilich kann bei andauernd schöner Witterung, wie wir sie uns zur Zeit noch erhoffen, immer noch Besserung in Bezug auf die Honigtracht eintreten. Von unserem Bienenzuchtverein erhält auch heuer wieder jedes Mitglied für den Stock 10 Pfund steuerfreien Zucker; auch können auch heuer Nichtmitglieder vom Verein Bienenzucker beziehen. Kommenden Monat findet eine Gratisverlosung von Bienenzucker für die Mitglieder statt.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 19.08.1913


Hunderdorf, 31. August. (Besitzwechsel.) Herr Falter von Hoch verkaufte sein 9 Tagw. Umfassendes Oekonomie-Anwesen samt lebendem und totem Inventar an Herrn Güterhändler Stelzer um 6500 M. Stelzer beabsichtigt das Anwesen weiterzubewirtschaften.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 02.09.1913


Hunderdorf, 9. Sept. (Abschiedsfeier.) Ein schöner Abschied war es, den der Kriegerbund Hunderdorf und die Gemeindebürger von hier und Umgebung dem Bahnhofrestaurateur und Posthalter Herrn Franz Speckner veranstalteten. Die Lokalitäten waren bis auf den letzten Platz belegt. Der 1. Vorstand des Kriegerbundes Herr Gutsbesitzer Rothammer, Sollach, nahm deshalb auch Veranlassung, dem Scheidenden ein herzliches Lebewohl zuzurifen. Der Vorstand hatte recht, wenn er in seiner Rede hervorhob, daß Herr Speckner, vom fernen Walde stammend, sich in die hiesigen Verhältnisse sehr gut einlebte und daß ihm die Bevölkerung der Umgebung in jeder Beziehung stets Hochachtung und Vertrauen entgegenbringen konnte; sei doch Herr Speckner seinen Mitbürgern stets als ein charakterfester Ehrenmann entgegengetreten. Wenn auch der neue Wirkungskreis des Scheidenden weit von hier im fernen Westen Deutschlands liege, so möge doch der Scheidende die hiesige Gegend nicht vergessen.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 11.09.1913


Hunderdorf, 15. September. (Vereinsgründung.) „Zeit ist es, Bauern. Bauern einigt euch.“ So tönt es jetzt von allen Seiten. „Organisation des Bauernstandes, das ist die Lösung. Von der Organisation kommt Kraft und Einigkeit und diese braucht der Bauernstand heutzutage umsomehr, da er nicht mehr die Mehrheit bildet im Lande und sich nicht mehr die genügende Geltung verschaffen kann. Immer mehr kommen auch unsere Bauern zur Einsicht, daß sie sich, wie alle anderen Stände, zusammenschließen, organisieren müssen, um gemeinsam und mit Nachdruck ihre Interessen vertreten zu können. Zu diesem Zwecke hatte sich letzten Sonntag eine beträchtliche Anzahl von Bauern in der Deschlschen Wirtschaft zu Hofdorf versammelt; auch H. H. Dekan Gruber hatte uns mit seiner Anwesenheit beehrt. Nach einigen Ausführungen über Zweck und Aufgabe des Bauernvereins und über die zahlreichen Vorteile, welche er seinen Mitgliedern bietet, wurde zur Gründung einer Obmannschaft geschritten. Daß die Anregung auf fruchtbaren Boden gefallen war, zeigt sich dadurch, daß sofort 31 Mitglieder sich einzeichneten. Als Obmann wurde fast einstimmig Herr Joseph Buchner von Stetten, als Ersatzobmann Herr Joseph Fruhstorfer von Hofdorf gewählt. Nun gilt es, die junge Obmannschaft immer mehr auszubreiten durch Erwerbung neuer Mitglieder und innerlich zu stärken durch Aufklärung und Belehrung in Versammlungen und Vorträgen zum Nutzen und Wohle unseres Bauernstandes.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 17.09.1913


Hunderdorf, 18. Sept. (Tötlich verunglückt.) Heute abends kam aus Mülheim bei Essen (Ruhr) an die hiesige Heimatgemeinde ein Telegramm folgenden Inhalts: der noch ledige 26jährige Xaver Söldner sei unter die Eisenbahnräder gekommen und wurde total zermalmt. Der Verunglückte ist ein Sohn des Austragsökonomen Herrn Josef Söldner von Egern. Ob der Getötete dort in der Arbeit stand oder nicht, kann vorerst noch nicht festgestellt werden, denn er ist schon ca. 5 Jahre von hier fort. Der stille fleißige Bursche wird allgemein bedauert. Die Beerdigung findet in Mülheim statt.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 20.09.1913


Hunderdorf, 24. September (Der Krieger- und Veteranenverein) feierte am Sonntag sein 29. Jahresfest. Früh 5 Uhr grüßten Kanonensalven den Festtag. Um 9½ Uhr war Kirchenparade, an der auch der kath. Burschenverein teilnahm. Der Kapelle Klein, Hunderdorf, war der musikalische Teil übertragen. Während des Gottesdienstes hielt Hochw. Herr Kooperator Ebneth einer der Feier angemessene Anrede. Nach dem Gottesdienst wurde der verstorbenen Kameraden gedacht. In der Gastwirtschaft Baier angekommen, hielt der Vorstand Kraus die Festrede. Zum Schlusse überreichte er das Ehrenzeichen für 25-jährige Zugehörigkeit zum Verein. Dasselbe erhielt Herr Joseph Mauthner, Privatier dahier.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 26.09.1913


Hunderdorf, 1. Okt. (Unfall.) Der Kaufmann und Hilfspostbote Herr Alois Fuchs von Apoig hatte heute während er im Stadel arbeitete, das Unglück, das Schlüsselbein zu brechen. Aerztliche Hilfe wurde sofort in Anspruch genommen.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 03.10.1913


Hunderdorf, 15. Okt. (Der kath. Burschenverein) veranstaltete seinen zum Militär einberufenen Mitgliedern eine äußerst gelungene Abschiedsfeier. Die Mitglieder des Vereins sowie ein großer Teil der Bürgerschaft hatte sich hiezu im Baier’schen Gasthause zusammengefunden. Herr Schneidermeister Feldmeier von Steinburg brachte einen sehr gelungenen Vortrag über die Erlebnisse „Napoleoons-Bonaparte“. Im Laufe des Nachmittags gab Herr Bader Mauhart von hier komische Szenen zum Besten, welche die Lachmuskeln in Bewegung setzten. Mauhart erntete großen Beifall. Den Abschied beehrte auch Hochw. Herr Präses Kooperator Ebneth mit seinem Besuche und widmete den Scheidenden im Verlaufe des Abends schöne Worte des Abschiedes. Ein im weiteren Verlauf der Unterhaltung von Herrn Bader Mauhart ausgebrachtes Hoch auf die erschienenen Gäste aus dem Bürgerstande Hunderdorf fand lebhaftes Echo. Die Feier wird allen Teilnehmern in angenehmster Erinnerung bleiben.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 17.10.1913


Steinburg, 14. Oktober. (Die Kartoffelernte) ist hier nun so ziemlich beendet. Ueber das Ergebnis derselben ist man fast allseits befriedigt. Ist auch die Anzahl der früchte in einem Stocke keine so große wie in früheren Jahren, so sind doch die einzelnen Exemplare fast durchgehend gut geraten und, was die Hauptsache ist, gesund. Begünstigt durch die in den letzten Tagen herrschende gute Witterung ist es gelungen, sie auch gut unter Dach und Fach zu bringen.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 17.10.1913


Hunderdorf, 21. Oktbr. (Bauernvereinsversammlung.) Am kommenden Sonntag, den 26. Oktober nachmittags 3 Uhr findet in der Deschl’schen Gastwirtschaft in Hofdorf eine Bauernvereinsversammlung statt, in der Herr Vereinssekretär St. Bühl aus Landshut über sehr wichtige bäuerliche Angelegenheiten, unter anderem auch über Krankenversicherung, Steuerveranlagung, Wehrbeitrag usw. sprechen wird. Zahlreicher Besuch erwünscht.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 23.10.1913


Großlintach, 22. Okt. (Besitzveränderung.) Hr. Michael Hornauer von der Wolchdroßl verkaufte vorgestern sein 12 Tagw. Umfassendes Söldneranwesen samt lebendem und totem Inventar an Herrn Franz Arnold, Oekonomenssohn von Lintach und an Frl. Kath. Hornauer, Oekonomenstochter von der Wolchdroßl. Der Kaufpreis beträgt (ohne Austrag der beiden Hornauerschen Ausnahmseheleute) 6300 M. Notarielle Verbriefung hat bereits stattgefunden.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 24.10.1913


Hunderdorf, 27. Oktbr. (Bauernversammlung.) Die junge Obmannschaft Hunderdorf hatte für Sonntag den 26. ds. Mts. eine Bauernversammlung in der Deschl’schen Wirtschaft in Hofdorf einberufen. Bald war das Lokal ganz überfüllt, auch die Nachbarobmannschaften Lintach und Windberg waren gut vertreten. Nach 3 Uhr eröffnete der Obamnn H. Buchner die Versammlung mit herzlichem Gruß und Dank für das zahlreiche Erscheinen und erteilte das Wort dem H. Kreissekretär Bühl aus Landshut. Der H. Redner verstand es nun in fast 3stündigem Vortrag, die Aufmerksamkeit der Anwesenden zu spannen, so daß sie lautlos auf die interessanten Ausführungen lauschten und von Zeit zu Zeit ihren Beifall zollten. Der H. Redner legte zuerst die Gründe dar, weshalb sich endlich auch die Bauern zusammenscharen müssen, was ja vor ihnen schon alle Stände getan haben, um sich Recht und Geltung zu verschaffen. Hernach führte H. Sekretär näher aus die Vorteile der gegenwärtigen Einkommenssteuer gerade für die bäuerliche Bevölkerung. Wenn es über die Steuererklärung so viele Klagen gibt, so liegt das nicht im Gesetze, sondern es fehlte bisher an der nötigen Aufklärung und an der gerechten Behandlung durch den Steuerausschuß. Vor allem regte der Redner an, die Bauern sollen doch Aufschreibungen machen über ihre Einnahmen und Ausgaben, dann wird die Steuererklärung eine Leichtigkeit sein. H. Bühl bot sich auch an für die Obmannschaftsmitglieder einen Buchführungskurs abzuhalten, was die Beistimmung der Anwesenden fand. Interessant waren auch die Ausführungen über den Wehrbeitrag sowie über die Krankenversicherung, Orts- und Landkrankenkasse. Nachdem noch einige Aufnahmen in den Verein stattgefunden, wurde die schön verlaufene Versammlung mit dem Dank an den H. Redner geschlossen. Die Bauern haben hier wieder gezeigt, daß eine ruhige Aufklärung ihm immer willkommen ist und wir wünschen nur, daß uns hiezu im Verein noch öfter Gelegenheit gegeben wird.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 29.10.1913


Apoig, 28. Okt. (Reiche Krauternte.) Die Ernte in Weißkraut ist heuer in unsere, schönen Waldlertal ganz besonders reich ausgefallen. Vor jedem Bauernhause liegen große Haufen der prächtigsten Krautköpfe, wirkliche Prachtware, die den Kühen als Futter gegeben wird. Recht üppig ist auch der Ertrag an Rüben. Dieselben haben fast alle eine sehr respektable Größe und die kleineren werden verfüttert. Eine Nachfrage nach Kraut und Rüben ist hier nicht zu konstatieren, da jedermann seinen Bedarf durch Eigenbau erzielt.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 30.10.1913


Vom Lande, 3. November. (Sonntagsruhe.) Nichts merkt man fast auf dem Lande von der doch gesetzlich eingeführten Sonntagsruhe. Während des ganzen Vormitags geht die Ladentüre auf und zu – ein gar nicht erfreulicher Anblick für den, der noch etwas christlichen Sinn hat. Diesem Uebelstande könnte wohl durch eine strengere Vorschrift und genauere Handhabung derselben abgeholfen werden, würde sie allgemein beachtet. Niemand käme zu Schaden.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 05.11.1913


Hunderdorf, 8. Nov. (Ein trauriger Akt) vollzog sich am letzten Sonntag auf dem Friedhofe. Unter überaus zahlreicher Teilnahme von Leidtragenden aus Hunderdorf und den umliegenden Ortschaften, dann auch aus Straubing wurde die sterbliche Hülle der nach achttägiger Krankheit verschiedenen, allgemein geschätzten Musikersehefrau Maria Klein von Thananger zur ewigen Ruhe bestattet. Die im 30. Lebensjahre stehende Frau gebar vor etlichen Tagen das 15. Kind und mußte nun sterben. 8 Tage nach der Geburt des Kindes, das sie wieder mit sich nahm. Den Grabhügel umstanden neben den trauernden Verwandten und dem Gatten neun lebende Kinder, alle in einem unversorgten Alter.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 05.11.1913


Hunderdorf, 3. Nov. (Zinsfußerhöhung.) Der Spar- und Darlehensverein Hunderdorf hat ab 1. November 1912 den Zinsfuß für Einlagen von 3 ½ auf 4 ¼ % erhöht und jenen für Darlehen auf 5 ¼ .
Quelle: Straubinger Tagblatt, 06.11.1913


Steinburg, 4. Nov. (Vom Bienenzuchtverein.) Am Sonntag den 9. November hält der Bienenzuchtverein Steinburg und Umgebung nachmittags 3 Uhr eine große Versammlung in der Brauerei Berger ab. Als Redner ist Herr Bienenzüchter Sindl aus Regensburg gewonnen. Der Vortrag wird durch Lichtbilder erläutert. Alle Mitglieder und Gönner des Vereins sind zur Versammlung freundlichst eingeladen.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 06.11.1913


Hofdorf, 18. Nov. (Fischwasserkauf.) Das Fischwasser in der Bogen von der oberen Hofdorferbrücke bis zur Geigermühle ging durch Kauf von Herrn Offiziant Benedikt Schmid in München an Herrn Metzgermeister Albert Brandl in Straubing über. Notarielle Verbriefung ist bereits erfolgt.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 20.11.1913


Steinburg, 20. Nov. (Vom Bienenzuchtverein.) Welche rege Tätigkeit im Bienenzuchtvereine Steinburg und Umgebung herrscht, davon gab die am vergangenen Sonntag in der Brauerei Berger abgehaltene Herbstversammlung beredtes Zeugnis. Die Mitglieder des Vereins waren fast vollzählig erschienen, auch hatten sich sehr viele Nichtmitglieder an der Versammlung beteiligt, so daß der große Saal voll besetzt war. Dem Vorsteher des Vereins ist es gelungen, als Referent der Versammlung einen Praktiker zu gewinnen, nämlich Groß-Bienenzüchter Herrn Sindl aus Regensburg. Dieser hielt seinen angekündigten Lichtbildervortrag über die Rentabilität der Bienenzucht mit über 100 Lichtbildern aus seinem eigenen Großbetriebe, in welchem er über 500 Völker hat. Der Vortragende erntete reichen Beifall und Dank.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 22.11.1913


Oberhunderdorf, 27. Nov. (Abgestürzt.) Der in den 40er Jahren stehende Anwesensbesitzer Xaver Kiefl von Oberhunderdorf fiel im Stadel so unglücklich vom Gerüst auf die Tenne, daß er schwere innere Verletzungen erlitt. Äerztliche Hilfe mußte sofort gerufen werden. Gestern wurde Kiefl noch mit den hl. Sterbsakramenten versehen. An seinem Aufkommen wird gezweifelt.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 29.11.1913


Hunderdorf, 5. Dezbr. (Theateraufführung.) Am kommenden Sonntag den 7. Dezember und Montag den 8. Dezember bringt die Theatergesellschaft Hunderdorf folgende Theaterstücke zur Aufführung: „Bayerische Einquartierung im Feindesland“; sodann „Der Schergen-Kaspar“ von Schorndorf. Die Aufführung findet im Baier’schen Gasthause statt; Beginn nachmittags ½ 3 Uhr.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 07.12.1913

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