1858

Historische Daten über das alte  Prämonstratenserkloster Windberg

 


Nichtpolitische Zeitung.
In Hofdorf (Niederbayern) warf eine Kuh am 12. Febr. ein Doppelkalb. Die zwei Köpfe waren ganz ausgebildet, vereinigten sich bei der gemeinsamen Brust und wurden von vier Vorderfüßen getragen. Vom Vereinigungsstandpunkte der Hinterfüße mit dem Rückgrate bilden sich zwei Rückgrate, die sich immer mehr trennten, und in erwähnte ganz gleich gezeichnete Köpfe ausliefen. Zwei Schweife, an ihrer Wurzel hufeisenförmig, mit dem einzigen Paar Hinterfüße verbunden, liefen auf beiden Fortsätzen des Beckenausschnittes aus, so daß der After unbedeckt blieb. Alle inneren Organe waren zweifach vorhanden, und erst unmittelbar vor dem Austritt vereinigten sich die Gedärme in einem gemeinsamen After. Leider mußte die Mutterkuh getödtet werden.

Quelle: Neue Würzburger Zeitung, 23.02.1858


37stes Schwurgericht für Niederbayern.
Straubing, den 6. März 1858.
9. und letzter Fall.
Präsident des Schwurgerichts: Appellationsgerichtsrath Miller. Richter neben ihm: Gleitsmann und Erras, Bezirksgerichts-Räthe: v. Savoye und Rabe, Bezirksgerichts-Assessoren. Protokollführer: Bezirksgerichts-Sekretär Mennacher. Staatsanwalt: der II. Staastanwalt Doule. Vertheidiger: die Rechtspraktikanten Hölzl und Popp.
Als Geschworene fungieren die Herren: Stahl Peter, Böhm Georg, Zettl Bartholomä, Zellner X., Buchbeck Friedr., Hoffschuster M., Koller Xaver, Maier Wolfg., Wurm Joseph, Dr. Maier Joseph, Stöberl Jos. Und Rietsch Joh. Ferdinand.
Auf der Anklagebank befinden sich 1) Jobst Jos., 23 Jahre alt, lediger Häuslerssohn von Lintach und 2) Bräu Joseph, 21 Jahre alt, lediger Taglöhnerssohn von Furth, welche des unter erschwerenden Umständen verübten Verbrechens des Raubes angeklagt sind. Joseph Jobst ist überdieß zweier Verbrechen der gerichtlichen Verläumdung durch falsches eidliches Zeugnis angeklagt.
Die öffentliche Verhandlung läßt folgendes Sachverhältniß entnehmen:
Am 9. Juli 1857, Morgens 6 Uhr, kamen plötzlich zwei Bursche in das Wohnzimmer des Bauern Michael Ramel von Heldenberg, und verlangten von der Schwiegermutter desselben, welche sich allein im Zimmer befand, die Ehefrau verweilte gerade im Stalle, in barschem Tone eine Suppe; da ihnen eine solche nichtverabreicht werden konnte, weil keine vorhanden war, forderten sie in gleich ungestümer Weise eine Milch.
Die Tochter, welche diese Bursche ins Haus hereingehen sah, und nichts Gutes ahnte, brachte sogleich eine Schüssel voll Milch nebst Brod. Als sie einige Löffel voll verzehrt hatten, begab sich einer derselben an die Wand, nahm von derselben einen mit 14 Stück Vierundzwanzigern versehenen Janker mit den Worten „Der gehört mein!“ und noch einige andere Kleidungsstücke, alles im Werthe von 17 fl. 18 kr. Die Bäuerin und ihre Mutter wollten ihm diese Gegenstände wieder entreissen, da trat plötzlich der andere Bursche vor und hielt der Mutter der Ehefrau des Ramel sein bereit geladenes Terzerol mit dem Zurufe hin: Rührt Euch, da seht Ihrs“ drohend vor, um dieselben zu schrecken und entfernten sich hierauf mit den gestohlenen Kleidern.
Auf den Hilferuf der Beraubten eilten mehrere Männer herbei, worunter auch Ramel und verfolgten die Fliehenden. Als sie in deren Nähe gekommen, warf der eine die minder werthvollen Gegenstände weg, und hielt den Verfolgern sein Terzerol mit Drohungen entgegen: „Geh´mir keiner her, oder ich erschieße ihn“ und so gelang es ihnen zu entkommen, ohne von Jemanden erkannt worden zu sein.
Sie wurden jedoch schon in der Nacht vom 13. Auf 14. Juli 1857 durch die kgl. Gendarmerie mit ihren Beihälterinnen in der Nähe von Bernzell, Ldg. Mitterfels, in ihrer im Freien errichteten Lagerstätte überrumpelt und zu Gericht geliefert.
Joseph Jobst stellt in der heutigen öffentlichen Verhandlung nicht in Abrede, den ihn zur Last gelegten Raub verübt zu haben und ist insbesondere geständig, daß er den Janker genommen und Bräu die Terzerole vorgehalten habe, daß er und Bräu das Gestohlene miteinander getheilt und daß sie schon öfters miteinander aufs Stehlen ausgegangen seien.
Joseph Bräu gibt zu, im Ramel´schen Hause die Aeußerung gemacht zu haben, daß er den Janker brauche, widerspricht aber die Aeußerung: „Rührt Euch, seht Ihrs“. Von der verabredeten Verbindung zur Verübung des in Frage stehenden Verbechens des Raubes wollen jedoch beide Angeklagte nichts wissen, obwohl die obwaltenden Umstände nicht im Mindesten daran zweifeln lassen, daß der Raub in verabredeter Verbindung geschehen sei. Anbelangend die weitere Anklage gegen Joseph Jobst wegen zweier Verbrechen der gerichtlichen Verläumdung durch falsches eidliches Zeugnis ist derselbe geständig, daß der die beim jgl. Landgerichte Vilsbiburg gemachte eidliche Aussage, daß Jos. Bräu am 5. Mai 1857 ihn mit einem Prügel zu Boden geschlagen und in diesem Zustande der Vergewaltigung einen Pack Kleider und einiges Geld entwendet, sowie, daß Anton Kerscher gepackt, mit vorgehaltenem Messer zu erstechen gedroht, wenn er schreie und ihm hiebei eine Uhr und einen Geldbeutel entwendet, wissentlich falsch gemacht habe, aus Rache, um dieselben unschuldig in Strafe zu bringen. Der wahre Sachverhalt sei vielmehr der, es hätte sich zwischen ihm, Kerscher und Bräu bei einer Theilung gestohlener Gegenstände ein Streit entsponnen, in Folge dessen er von Bräu geschlagen worden sei, aus Rache hätte er nun obige falsche Angaben gemacht.
Ueberdieß sind die beiden Angeklagten äußerst schlecht beleumundet, theils überwiesen und theils geständig, sich seit Jahren bettelnd und stehlend in Niederbayern herumgetrieben zu haben und schon vielfach wegen Diebstählen gestraft worden zu sein.
Bei dieser Sachlage hielt die kgl. Staatsbehörde die Anklage aufrecht, die Vertheidiger bestritten zumeist das Complott und beantragte die Vertheidigung des Jos. Bräu eventuell denselben nur eines Raubes II. Grads für schuldig zu erachten.
Den Geschworenen wurden drei Fragen vorgelegt, die ersten zwei waren auf das Verbrechen des Raubes III. Grades im Complotte, die dritte auf die zwei Verbrechen der Calumnie gerichtet. Die Geschworenen beantworten unter ihrem Obmanne, Hrn. Koller Xaver, sämmtliche mit Ja, worauf die beiden Angeklagten zur Kettenstrafe verurtheilt wurden.
Quelle: Landshuter Zeitung, 10.03.1858


Ediktal-Ladung.
Untersuchung gegen Johann Kaspar, Söldnerssohn von Hunderdorf, u. Kompl. wegen Diebstählen betr.
Joseph Hirtreiter, 26 Jahre alt, lediger Inwohnerssohn und Schiffknecht aus Zinzenzell, k. Ldgs. Mitterfels, beschuldigt des erschwerten Diebstahlsverbrechens, verübt in der Nacht vor dem 6. Juli l. Js. zu Entau an dem Wirthe Simon Kronberger dortselbst, wird aufgefordert,
binnen 30 Tagen
bei dem unterfertigten Bezirksgerichte zu erscheinen und sich wegen des bezeichneten Verbrechens zu verantworten, widrigenfalls die Aburtheilung in seiner Abwesenheit erfolgen würde.
Straubing den 28. Juli 1858.
Königliches Bezirksgericht Straubing.
Der königl. Director beurlaubt.
Paur.
c. Langenmantel.
Quelle: Neue Münchener Zeitung (Münchener politische Zeitung), Abendblatt 03.08.1858


Niederbayerisches.
Unterm 8. Sept. ist …. der 2. Schulgehilfe Ferdinand Sontheimer von Schöllnach nach Hunderdorf, K. Ldg. Bogen; der Schulgehilfe Melchior Mehrwald von Hunderdorf nach Innernzell; und der 1. Schulgehilfe Xaver Kieser von Schöllnach nach Windberg versetzt worden.
Quelle: Landshuter Zeitung 12.09.1858; Donau-Zeitung, 14.09.1858


Niederbayern. Dienstesnachrichten. … Gehilfe Ed. Brabetz von Metten nach Schöllnach, B. Winterl von Innernzell nach Schöllnach, Bernh. Lukas von Windberg nach Metten, Ferd. Sontheimer von Schöllnach nach Hunderdorf, Melch. Rohrwald von Hunderdorf nach Innernzell und Xav. Kieser von Schöllnach nach Windberg versetzt worden.
Quelle: Bayerische Schulzeitung 16.09.1858


Bekanntmachung.
In der Streitsache der ledigen Söldnerstochter Barbara Eckl von Hunderdorf und deren Kindeskuratel gegen den Schuhmacherssohn Joseph Hofbauer von Schorndorf wegen Alimentation wird dem abwesenden Beklagten das Duplikat des vom k. Advokaten Hölzl zu Straubing im Namen der Klägerin unterm 16. Präs. 30. Juli lfd. Js. eingereichten Imploration durch öffentlichen Anschlag am Gerichtsbrette unter dem Auftrage mitgetheilt, die schuldigen vom 17. April 1857 bis dahin 1858 verfallenen Alimente zu 15 fl. nebst Schulgeld zu 1 fl. 36 kr. und den durch diese Zahlungs-Saumsal veranlaßten und aug 6 fl. 35 kr. richterlich festgesetzten Kosten
binnen 14 Tagen
zu bezahlen oder binnen der nämlichen Zeit ausschließenden Frist seine allenfallsigen Einreden bei Vermeidung des Ausschlusses hierorts anzubringen.
Der Beklagte Joseph Hofbauer wird zugleich beauftragt, binnen der nämlichen Frist einen im hiesigen Gerichtsbezirke domizilirenden Insinuations-Mandatar hierorts um so sicherer zu benennen, als widrigenfalls alle künftigen Dekrete lediglich an der Gerichtstafel insinuirt und als ihm rite insinuirt erachtet würden.
Cham den 3. September 1858.
Königliches Landgericht Cham.
Der königliche Landrichter:
v. Pigenot.
E.-Nr. 3206
Quelle: Neue Münchener Zeitung (Münchener politische Zeitung), Abendblatt 11.10.1858


Niederbayerisches.
Unterm 24. Okt. 1858 ist  …
dann der Schuldienst-Exspektant Joseph Benedikt von Hofdorf, k. Landgerichts Bogen, als Schulgehilfe in Wörth a/I. bestimmt worden. …
Quelle: Landshuter Zeitung, 29.10.1858; Donau-Zeitung, 31.10.1858


Regensburg. (Oeffentliche Sitzung des Stadtmagistrats Regensburg am 5. November 1858.) … – Abgewiesen werden die Ansässigmachungs- und Verehelichungsgesuche: des Fabrikarbeiters Joseph Dichtl von Strahlfeld; – des Hammerschmidgesellen Johann Fichtl von hier; – des Taglöhners Adam Ströbl von hier;  – des Hafnergesellen Theordor Haimerl von Hunderdorf.
Quelle: Bayerisches Volksblatt (Regensburger Morgenblatt), 06.11.1858


Niederbayerisches:
Dienstliches: …
Unterm 12. Nov. 1858 ist der Schulgehilfe resp. Schulverweser Ant. Fischer von Waldhäuser, k. Ldg. Grafenau, auf Ansuchen vom Schuldienste temporär enthoben, und der Schuldienst-Exspektant Jos. Benedikt von Hofdorf, k. Ldg. Bogen, zum Schulgehilfen in Waldhäuser bestimmt worden.

Quelle: Landshuter Zeitung, 16.11.1858; Donau-Zeitung, 19.11.1858

 

 

 

 

 

 

 

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