1870

Bezirksgerichtliche Verhandlungen.
Am 4., 5. Und 7. Februar.

… Freigesprochen wurden:
1) Anna Högerl von Holzhaus von der Anschuldigung des Verhegens des Diebstahls; 2) Margaretha Eisenschink, Häuslerin von Hunderdorf, von der Anschuldigung des Vergehens des Felddiebstahls und der Ehrenkränkung; 3) Marg. Hirtreiter, led. Inwohnerin von Hunderdorf, von der Anschuldigung des Vergehens des Bettels.
Quelle: Straubinger Zeitung 17.02.1870


Bezirksgerichtliche Verhandlungen.
Am 25. Und 28. Februar.


Freigesprochen wurden:
1) Franz Hienberger, Inwohner von Hunderdorf, von den Vergehen der Schlägerei und Hausfriedensstörung; 2) Blasius Hirtreiter, Dienstknecht von Hofdorf, von der gegen ihn erhobenen Anschuldigung.
Quelle: Straubinger Zeitung, 06.03.1870


Bezirksgerichtliche Verhandlungen.
Am 4., 5. Und 7. März.
Verurtheilt wurden: 1) ….
4) wegen Vergehens des Diebstahls: Josef Bornschlägl, Häusler von Schönstein, zu 1 Monat Gefängniß, Beno Altschäfl, Inwohner von Bauernholz, zu 5 Monaten Gefängniß, wovon jedoch 1 Monat als bereits erstanden in Abrechnung zu bringen ist,  …
Quelle: Straubinger Zeitung, 13.03.1870


Todes-Anzeige.
Dem unerforschlichen Rathschluße Gottes hat es gefallen, den hochwürdigen
Herrn Joseph Luschner,
Jubelpriester und seit 26 Jahren Pfarrer in Hunderdorf,

heute Abends, versehen mit den hl. Sterbsakramenten, im 76. Jahre seines Lebens zu sich in die Ewigkeit abzurufen.
Diese Trauerkunde den Freunden und Bekannten des Dahingeschiedenen mittheilend, empfiehlt denselben dem frommen Andenken im Gebete
Hunderdorf am 11. April 1870
Joh. Fehlner, Cooperator.
Quelle: Regensburger Morgenblatt, 14.04.1870


Auswärts Gestorbene.
… – Hunderdorf: Josef Luschner, Pfarrer. – …
Quelle: Kurier für Niederbayern, 15.04.1870


Bezirksgerichtliche Verhandlungen.
Am 20., 21. Und 23. Mai.
Verurtheilt wurden: 1) …
3) wegen Vergehens des Diebstahls: Anna Weindl, Häuslerstochter von Großlintach, zu 2 M. 3 Tg. Gef. …
Quelle: Straubinger Zeitung, 01.06.1870


Verlassenschaft des k. Pfarrers Herrn Josef Luschner in Hunderdorf betr.
Alle, welche an den Rücklaß des verlebten hochwürdigen Herrn Pfarrers Josef Luschner in Hunderdorf Forderungen zu machen haben, werden ersucht, selbe innerhalb 4 Wochen bei den unterfertigten Testaments-Exekutoren geltend zu machen, widrigenfalls sie bei der Auseinandersetzung der Erbschaftsmasse nicht mehr berücksichtigt werden könnten.
Hunderdorf, den 21. Juni 1870.
Maßl, k. Seminar-Präfekt in Straubing.
Bauer, gräfl. Rentenverwalter in Irlbach.
Quelle: Straubinger Zeitung 23.06.1870, am 26.06.1870 und am 05.07.1870


Bezirksgerichtliche Verhandlungen.
Verurtheilt wurden: Wegen Diebstahls: Albrecht Knauer, Schuhmachergeselle von Eiting, zu 6 M. Gef., Barbara Wagner, Dienstmagd in Bogen, 2 M. 2 T. Gef. Und Stellung unter Polizeiaufsicht, Anton Würz, led. Schmidgeselle von Neukirchen, 2 M. 3 T. Gef., Franziska Vogl, Näherin von Bärndorf, 2 M. 15 T. Gef., qovon 1 M. 1 T. als erstanden in Abrechnung zu bringen sind; Johann Zöllner, Wirthssohn und Metzgergeselle von Haunkenzell, 9 M. Gef., Georg Traurig, Inwohner von Eck, 2 M. 5 T. Gef.; wegen Diebstahls und Hehlerei: Simon Stuber, Zimmergeselle von Schierling, zu 3 J. 6 M. Gef., Michael Wochslander, Häuslerssohn von dort, 4 J. Gef. Theres Stuber, Häuslerstochter von dort, 3 M. Gef.; wegen Mißhandlung: Vinzenz Hartmannsgruber, Inwohnerssohn von Neukirchen, zu 20 T. Gef., wegen Vergehens der Körperverletzung: Alois Winter, Söldner von Engelshütt, z. Z. in Lamm, zu 1 M. Gef.; wegen Gewatthätigkeit und Widersetzung: Johann Forster, Inwohnerssohn von Grub, zu 3 M. Gef., Josef Zenz, Häusler von Münster, 14 T. Gef. Verworfen wurden die Berufungen der Kreszenz Fischer, Söldnerin von Gaishausen, gegen das Urtheil wegen Vergehens der Ehrenkränkung und des Josef Englram, Hausbesitzers von Mitterfels, gegen das Urtheil wegen Vergehens der Körperverletzung.
Quelle: Straubinger Zeitung, 01.07.1870


Dienstes-Nachrichten.
Se. Maj. Der König haben geruht …
Die kath. Pfarrei Hunderdorf, BA. Bogen, dem Prst. J. Zeindl, Beichtvater u. Instituts-Inspektor in Niederviehbach, BA. Dingolfing, zu übertragen. …
Quelle: Münchener Bote für Stadt und Land, 04.08.1870


Landshut, 3. Aug. Se. Majestät der König haben Sich allergnädigst bewogen gefunden, die katholische Pfarrei Hunderdorf, Bezirksamts Bogen, dem Priester Joh. Nepomuk Zeindl, Beichtvater und Institutsinspektor im Kloster Niederviehbach, Bezirksamts Dingolfing, zu übertragen.
Quelle: Landshuter Zeitung, 04.08.1870, Bayerischer Kurier, 20.08.1870


Ehre, wem Ehre gebührt.
In der Pfarrkirche zu Hunderdorf wurde ein neuer Hochaltar dieser Tage aufgestellt. Derselbe ist in romanischen Style nach dem Plane des Herrn Max Merz, Kunst- und Faßmalers in Straubing, gebaut. Bei Betrachtung des Altares weiß man nicht, ob man mehr die gelungene Wahl der Farben und die Reinheit der Vergoldung beim Altare, oder die kunstvolle Damaszierung bei den Heiligenstatuen bewundern soll.
Herr Merz zeigte, daß er ein Meister ist und hat vor Anderen noch voraus, daß er auch sehr billig arbeitet.
Am 24. August 1870.
Die Kirchenverwaltung Hunderdorf.
Johann Zeindl, Pfarrer.
Hofmann, Kirchenpfleger.
Johann Schwarzensteiner.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 27.08.1870, Landshuter Zeitung, 29.08.1870


Aus dem Bogener Bezirksmate, 6. Okt. Für die Krieger und deren Familien sind bei den Frauen- und Männer-Vereinen von Gemeinden und Privaten außer den unlängst gemeldeten Summen weiters eingegangen von: Bogen (Feuerwehr) 21 fl., Dachsberg 9 fl., Degernbach 28 fl., Elisabethszell 35 fl., Englmar 63 fl., Gaishausen 15 fl., Haibach 28 fl., Hunderdorf 32 fl., Irenzfelden 7 fl., Konzell 50 fl., Neukirchen 16 fl., Oberalteich (Nachtrag) 2 fl., Pilgramsberg 9 fl., Rattenberg 17 fl., Schwarzach (Musik-Produktion) 41 fl., Wiesenfelden 123 fl. (darunter abermals 50 fl. v. Hrn. Grafen M. v. Otting); ferner 50 fl. v. Sr. Durchl. Fürst Cantacuzenos auf Loham und ca. 20 fl. von verschiedenen Vereinsmitgliedern. Diese Geldspenden waren fast durchgängig begleitet von ansehnlichen Naturalien, als Leibwäsche, Charpie, Lebensmittel und dgl., worunter auch eine Kiste Wäsche von Ihrer Durchlaucht, der Fürstin Cantacuzenos aus Schloß Mezdiritz gesendet.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 08.10.1870


Niederbayerisches.
Bogen, 9.Dez.
Zu der gestern auf dem Bogenberge abgehaltenen Katholiken-Versammlung fanden sich in Prozession die Pfarreien Oberalteich, Pfelling, Degernbach, Waltendorf, Hunderdorf und Windberg ein, wodurch die geräumige Kirche gedrängt voll Andächtiger wurde, welche mit gespannter Aufmerksamkeit den Worten des Predigers lauschten und dem darauffolgenden Hochamte mit feierlichem Ernste beiwohnten. Auch der Empfang der hl. Sakramente war ein sehr zahlreicher. Nur Schade, daß wegen Winterszeit es den mehr entfernten Wohnenden unmöglich ward, zu erscheinen; der so beliebte Wallfahrtsort hätte sonst eine Versammlung gesehen, die an Großartigkeit ihres Gleichen weit und breit gesucht hätte.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 13.12.1870


Von allen Seiten laufen noch immer Berichte ein von bald kleineren, bald größeren Wallfahrten und Katholikenversammlungen, welche am 8. Dec. Abgehakten wurden, um von dem Abscheu der Katholiken Bayerns vor der Gewaltthat an Rom und von ihrer Hingebung für das Oberhaupt ihrer Kirche öffentlich, feierlich und kräftig Zeugniß zu geben. So hatten am gedachten Tage auch acht benachbarte Pfarrgemeinden Unterfrankens zu Spalt einen solchen gemeinsamen Katholikentag abgehalten, an dem nahe bei 5000 Männer sich betheiligten. Auch die kleine Pfarrgemeinde Illwang (in der Oberpfalz) hatte den 8. Dezember in besonderer Weise dem hl. Vater geweiht, ebenso war eine Katholiken-Versammlung auf dem Bogenberg bei Straubing, bei der sich Prozessionen der Pfarreien Oberalteich, Pfelling, Degernbach, Waltendorf, Hunderdorf und Windberg einfanden.
Quelle: Neues bayerisches Volksblatt, 14.12.1870

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