1894

Nachruf.
Am 3. l. Mts. ist der hochwürdige Pfarrer Herr Wolfgang Gruber von uns geschieden, um dem Rufe unseres hochwürdigsten Oberhirten folgend die Pfarrei Hunderdorf anzutreten.
Zwei Jahre vier Monate hat er unter uns gewirkt, mit treuester Sorgfalt seines Priesteramtes gewaltet und sich durch seine Liebenswürdigkeit und Menschenfreundlichkeit so aller Herzen zu gewinnen gewußt, daß uns der Abschied doppelt schwer fällt. Wohl der Pfarrei Hunderdorf, die einen so würdigen Priester, eifrigen Seelsorger und edeldenkenden Menschenfreund ihr Eigen nennen darf!
Wir aber wünschen dem hochwürdigen Herrn Pfarrer Gruber von ganzem Herzen, daß es ihn recht wohl ergehen und in seinem neuen Wirkungskreise recht wohl gefallen möge.
Am 5. Juli 1894.
Im Namen und Auftrage der dankbaren
Expositurgemeinde Hohenwarth
Sickl, Bürgermeister, Brandl, Bürgermeister, Kolbeck, Bürgermeister.
Quelle: Straubinger Tagblatt  10.07.1894


Todes-Anzeige
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute vormittags halb 10 Uhr unsere innigstgeliebte Gattin, Mutter und Schwester, die hochgeachtete
Frau Anna Edbauer
Gastwirthsehefrau von Hunderdorf,
im Alter von 40 Jahrennach langem Leiden und öfterem Empfange der hl. Sterbesakramente zu sich in ein besseres Jenseits abzurufen.
Tieferschüttert Allen diese Trauerkunde bringend, bittet um stilles Beileid
Hunderdorf, Windberg, Arach, Kirchroth, Obermühlbach, den 24. April 1894.
Der tieftrauernde Gatte:
Georg Edbauer, Gastwirth
mit seinen 4 unmümd. Kindern
und den übrigen Verwandten.
Die Beerdigung findet am Donnerstag den 28. April Vormittags halb 10 Uhr zu Hunderdorf mit darauffolgendem Gottesdienste statt. Der Siebente und Dreißigste werden am darauffolgenden Freitag vormittags halb 10 abgehalten.
Quelle: Straubinger Tagblatt  26.04.1894


Pfelling, 22. Febr. Am hiesigen Ufer verhaftete heute die Gendarmerie Bogen 2 jugendliche Räuber, 12 bis 14 Jahre alt, aus der Gemeinde Hunderdorf. Dieselben hatten in einem Hause in der Buglau bei Waltendorf 70 Mark gestohlen; der eine hatte einen Theil noch im Sack, der Andere wollte es versteckt haben, es wurde jedoch am bezeichneten Orte nicht gefunden. In Oberwinkling sollen die jungen Strolche bei einem Diebstahlsversuch beim Bauern Bukl auf die dazu kommende Tochter mit Terzerol geschossen haben. Dieselben wollten ans jenseitige Ufer, wurden aber noch rechtzeitig ertappt.
Quelle: Straubinger Tagblatt  25.02.1894


In Haggn-Windberg hat Herr Hauptmann a. D. Leop. Frhr. v. Schrenk einen „Waldbau-Verein“ gegründet und haben der k. bayer. Gesandte Hr. Graf Bray, Hr. Bezriksamtmann Neumüller von Bogen und Hr. Forstmeister Wallnreiter von Schwarzach die Ehrenmitgliedschaft angenommen. Der Verein, der eine ordentliche Pflege des Waldes anbahnt, zählt jetzt 44 Mitglieder und hat auch Hr. Graf Hyppolit v. Bray-Steinburg, deutscher Gesandter in Lissabonn, seinen Beitritt erklärt. Vorstand ist Frhr. v. Schrenk auf Haggn, dem fünf Ausschußmitglieder, ein Schriftführer (Herr Lehrer Hermann Mayr von Neukirchen) und eine technischer Beirath (Herr herrschaftlicher Förster M. Bauer) beigegeben sind.
Quelle: Straubinger Tagblatt  25.02.1894


Nachruf!
Am 15. ds. Mts. schied aus unserer Mitte der Hochwürdige Herr Joseph Rädlhammer, um die ihm verliehene Pfarrei Haindling anzutreten. Sein eifriges Wirken in der Seelsorge, Schule und Gemeinde wird den Pfarrangehörigen von Hunderdorf in stetem Andenken bleiben. Den Armen half er so viel als seine Kräfte es erlaubten. Den Kindern war Herr Rädlhammer ein liebender Vater, der es verstand, die Herzen der Kleinen zu erobern. Den politischen Wirren blieb er ferne und kümmerte sich nicht um das Parteigetriebe. Herr Pfarrer Rädlhammer ist daher ein Priester nach dem Wohlgefallen Gottes.
Möge Gott ihm alles Gute, das die Pfarrgemeinde aus der Hand dieses Priesters erhielt, tausendfach vergelten.
Der Pfarrgemeinde Haindling kann gratulirt werden, einen solchen Priester erhalten zu haben.
Indem Herrn Pfarrer Rädlhammer ein herzliches „Lebewohl“ nachgerufen wird, wird die Bitte gestellt: Herr Pfarrer Rädlhammer wolle der Pfarrei Hunderdorf im Gebete gedenken.
Hunderdorf, den 18. Februar 1894.
Die dankbare Pfarrgemeinde:
Schütz, Kirchenverwalter.
Jospef Rothammer, Bürgermeister,
Johann Niemaier, “
Joseph Eisenschink, “
Joseph Kraus, “
Quelle: Straubinger Tagblatt  20.02.1894


 

 

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