1971# 11-12


Ein Moped wurde gestohlen
Hunderdorf.
In der Nacht vom Donnerstag zum Freitag wurde in Hunderdorf ein an einer Hauswand angelehntes Moped („Gigant Goebel“, Fahrgestellt-Nr. 15 304) gestohlen. Die Landpolizei bitte, vertrauliche Hinweise auf den Täter oder den Verbleib des Mopeds zu geben.
Quelle: Bogener Zeitung, 01.11.1971


Bogen/Steinburg. Dienst- und Ausbildungsabend der Bergwacht am Freitag um 20 Uhr in der Brauereigaststätte Berger, Steinburg. Thema des Abends: Vorbereitung zum Erwerb des Leistungsabzeichens.
Quelle: Bogener Zeitung, 03.11.1971


Meidendorf/Windberg. Der Dienstabend der RK-Gruppe Meidendorf findet am kommenden Freitag, 20 Uhr, statt. Die Windberger Gruppe trifft sich am Freitag, 12. November bei Wagner. Für kommenden Samstag werden freiwillige Helfer zum Ausbau der Unfallhilfsstelle benötigt.
Quelle: Bogener Zeitung, 04.11.1971


Keine Geburt im Oktober
Hunderdorf.
Das Standesamt beurkundete im Monat Oktober vier Eheschließungen und zwei Sterbefälle. Geburten wurden nicht registriert. Eheschließungen: Kraftfahrzeugmechaniker Alois Scheibenthaler, Apoiger Straße und Hausgehilfin Irmgard Elisabeth Bugl, Apoiger Straße (am 15. Okt.), Installateur Günter Max Georg Hirtreiter, Lindfelderweg und Bürogehilfin Theresia Gottswinter, Saulburg (am 22. Okt.), Schreiner Josef Schlecht, Eglsee und Krankenpflegerin Margareta Hammer, Ursensollen, Krs. Amberg (am 23. Okt.), Bäckergehilfe Anton Spanfeldner, Falkenfels und Justizsekretärin Isolde Elisabeth Jacobi, Breitfeld (am 30. Okt). Sterbefälle: Anton Amann, Landwirt, Windberger Str., 79 Jahre (verst. am 14. Okt.), Franziska Hirtreiter, geb. Holmer, Austragslandwirtin, Stockwies, 79 Jahre (verst. am 16. Okt).
Quelle: Bogener Zeitung, 04.11.1971


Silber für die Steinburger Wehr
Steinburg.
Am Sonntag stellte sich die erste Gruppe der FFW Steinburg zur Abnahme des Leistungsabzeichens in Stufe II (Silber). Als Schiedsrichter waren die Herren Pellkofer (Wiesenfelden), Löw (Perasdorf) und Hess (Pilgramsberg) anwesend. Unser Bild zeigt die erfolgreiche Mannschaft. 1. Reihe v. 1. n. r.: Anton Häusler (Kommandant), Alfons Pflügl (Maschinist), Adolf Ecker (LTM I), Hans Wolf (WTM I) und Michael Kapfenberger (STM I). 2. Reihe v. 1. n. r.: Xaver Häusler (Melder), Max Häusler (LTM II, Uwe Volstedt (WTM II) und Wolfgang Altmann (STM II).
Quelle: Bogener Zeitung, 04.11.1971


Hunderdorf. Samstag, 6. November, 20 Uhr, im Gasthof. Sandbiller Preisverteilung der Brieftauben-Reisevereinigung Straubing und Umgebung. Zum gemütlichen Teil des Abends trägt der Trachtenverein Hunderdorf mit Darbietungen bei. Die Bevölkerung ist eingeladen.
Quelle: Bogener Zeitung, 05.11.1971


Meidendorf. Schießsaisonbeginn der „Hubertusschützen“ Meidendorf am Samstag um 19 Uhr im Vereinslokal Schießl.
Quelle: Bogener Zeitung, 05.11.1971


Seine Bereitschaft kennt keine Grenzen
Pater Norbert Backmund: Dolmetscher und Betreuer spanischer Gastarbeiter

Bogen.
Die spanischen Gastarbelter in Bogen und Umgebung haben in dem Windberger Pater Norbert Backmund einen gütigen Helfer, wie ihn wohl Gastarbeiter in Deutschland selten vorfinden.
Wiederholt appellierte er in unserer Zeitung an die Hilfsbereitschaft

Unterhaltung auf südländisch: Pater Norbert Backmund inmitten von Spaniern

deutscher Mitbürger, sie möchten den aus den ärmsten Gegenden stammenden ausländischen Arbeitern vor allem Möbel spenden, damit sie die ihnen zugewiesenen Wohnungen ausstatten könnten. Auch persönlich nahm und nimmt sich der hochgelehrte Pater — er spricht neben anderen Fremdsprachen fließend spanisch — der Gäste aus dem Ausland an. Er steht ihnen mit Rat und Tat bei.
Wir begegneten Pater Norbert Backmund auf dem Stadtplatz, als gerade eine Schar Spanier —festlich gekleidet — ihn umgaben und zu ihm wie zu ihrem Vater sprachen. Sie brauchten wieder einmal Hilfe, diesmal beim Landratsamt, wie uns der menschenfreundliche Pater sagte. — Wir staunten, wie fließend die Unterhaltung ging, so als wäre der Pater ein perfekter Spanier.
Quelle: Bogener Zeitung, 05.11.1971


Irensfelden
Am Samstag. den 6. 11., und
Sonntag, den 7. 11. 1971
Letztes altes Bier
Hierzu erlauben wir uns, Sie
mit Ihren werten Angehörigen
freundlichst einzuladen.
Familie Hilmer
Quelle: Bogener Zeitung, 05.11.1971


Tanzlokal Wagner
Au vorm Wald

Am Samstag, den 6. November 1971,
Eröffnung des vergrößerten Tanzsaales!
Es spielt für Sie die Spitzenkapelle
„The-Tel-Stars“
aus Passau

Besuchen Sie unser gemütlich eingerichtetes Lokal. Es freuen sich auf Ihren
Besuch:
Familie Wagner – Freudenstein
Quelle: Bogener Zeitung, 05.11.1971


Hunderdorf. Der Gesangsabend für die Liedertafel findet am kommenden Dienstag, 20 Uhr, im Gasthof Sandbiller statt.
Quelle: Bogener Zeitung, 06.11.1971


Thomas Lechner 86 Jahre alt
Hunderdorf.
Heute kann der Rentner Thomas Lechner, Hauptstraße, sein 86. Wiegenfest bei guter körperlicher und geistiger Verfassung feiern. Lechner stammt aus Boxberg (Kreis Krumau, Schlesien). Nach dem 1. Weltkrieg verbrachte er sechs Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft in Sibirien, wo er sich auch ein Beinleiden zuzog, das ihm immer noch zu schaffen macht. 1932 hatte er mit Maria Heidinger den Bund fürs Leben geschlossen. Nach dem 2. Weltkrieg wurde er aus der geliebten Heimat ausgewiesen. Seit dieser Zeit wohnt er im Landkreis Bogen, davon seit 10 Jahren in Hunderdorf. Im Kreise der Familie, zu der neben Sohn und Tochter mit ihren Ehepartnern sechs Enkel gehören, wird Lechner heute zahlreiche Glückwünsche entgegennehmen.
Quelle: Bogener Zeitung, 06.11.1971


Die „Grafenjäger“ eroberten ihr Publikum im Sturm
Ehrenabend der „Jäger der Grafen von Bogen“ wurde zu einem vollen Erfolg

Bogen. (wkg) Was für viele von vornherein feststand, wurde am Samstag abend bei dem Benefiz-Abend der Blaskapelle „Jäger der Grafen von Bogen“ zu einer feststehenden Tatsache: Die Kapelle eroberte die Herzen aller Anwesenden im Sturm und wurde sowohl hinsichtlich ihrer Darbietungen als auch in ihrer neuen Tracht vollauf anerkannt. Einhelliges Urteil aller: Die Stadt Bogen darf stolz darauf sein, nunmehr eine solche Kapelle zu besitzen, eine

Max Ibel bei seiner Ansprache, daneben vier der Jagdhornbläser in ihrer neuen Tracht

Vereinigung von Idealisten, die dem Guten, dem Schönen und dem alten Brauchtum dient, die darüber hinaus aber auch befähigt ist, den Namen der Stadt und des Landkreises bei jeder sich bietenden Gelegenheit würdig zu vertreten. Sepp Schiller und seine Mannen dürfen stolz auf den Erfolg ihres Debüts in den neuen Uniformen sein, nicht minder aber auch der Initiator und in der Durchführung dieser „Uniformaktion“ wohl Aktivste, nämlich Max Ibel. Ihnen allen gebühren Lob, Dank und Anerkennung und ein „Waidmannsheil“ für ihr weiteres Wirken!
Der größte Saal Bogens, der Saal der Gastwirtschaft „Heuwischer Hof“ (Eckl) war bis zum letzten Platz gefüllt, als mit dem Jagdsignal „Begrüßung“ der Abend seinen Anfang nahm. Die Kapelle hatte hinter dem Vorhang in der neuen Tracht Aufstellung genommen, und als der Vorhang sich öffnete, wurde sie von all den vielen Anwesenden begeistert begrüßt. Wir versagen es uns, all die Prominenten des Abends aufzuzählen, die das Benefiz-Konzert der „Jäger der Grafen von Bogen“ und zugleich auch ihr Debut besuchten, weil wir ihre Anwesenheit als Selbstverständlichkeit ansehen in Anbetracht dessen, daß es galt, etwas aus der Taufe zu heben, das dem Brauchtum, der Stadt und dem Landkreis gleichermaßen dienen will und auch dient.
Man hatte den Ablauf des Abends in drei Teile eingeteilt: 1. Jagdsignale, geblasen mit Fürst-Pleß- und Parforcehörnern und Ventilhörnern; Jagdliche Musik (mit denselben Instrumenten geblasen) und 3. Unterhaltungsmusik der Blaskapelle. Es waren insgesamt 20 Einzelnummern, die in ausgezeichneter Manier zu Gehör gebracht wurden und zugleich zeigten, daß der Klangkörper unter seinem unermüdlichen Leiter Sepp Schiller in allen Sätteln gerecht und in der Lage ist, allen Anforderungen an ihn gewachsen zu sein. Mit geradezu frenetischem Beifall wurden die einzelnen Darbietungen belohnt und dieser Beifall war auch in jeder Beziehung verdient.
Gleich zu Beginn des Abends hatte Max Ibel all die Anwesenden willkommen geheißen und darauf hingewiesen, daß das Jagdhorn im jagdlichen Brauchtun einen breiten Rahmen ein-nehme. Zur jagdlichen Gesellschaft und zur Geselligkeit gehöre auch die jagdliche Musik.
Trotz heftiger Gegenwehr, unverständlicher und zum .Teil unsachlicher Einwände einiger weniger sei es im Verlauf von drei Monaten gelungen, rund 9 000 DM zur Ausstattung dieser Kapelle beizubringen. Der heutige Abend sollte nun die Restfinanzierung ermöglichen. Den Namen „Jäger der Grafen von Bogen“ habe man deshalb gewählt, damit wenigstens die Ge schichte von Stadt und Landkreis Bogen nicht in Vergessenheit geraten, wenn man schon gezwungen werde, die Eigenständigkeit des Landkreises aufzugeben. Die Jagdfarben aber (Grün und Braun) seien auch in den Jahren 900-1200 als die Grafen von Bogen und deren Jäger lebten, schon als Tarnfarben Grün und Braun gewesen und hätten sich bis in die heutige Zeit nicht geändert.
„Möge dieses Bläserkorps, die Blaskapelle „Jäger der Grafen von Bogen“, den beschrittenen Weg mit seinem einmaligen und unermüdlichen Leiter Sepp Schiller fortsetzen und das bleiben, was es ist und seither war, eine Verbindung von Freundschaft und Kameradschaft.“
Abschließend dankte Max Ibel allen, die an dem Zustandekommen der Uniformierung tätig mitgeholfen haben.
Quelle: Bogener Zeitung, 08.11.1971


Das Standesamt Bogen im Oktober
Bogen.
Im Oktober verzeichnete das Standesamt Bogen 13 Geburten, vier Eheschließungen und sieben Todesfälle. Geburten: … Johann Zitzelsbergcr, Windberg … Josef Drexler, Oberhunderdorf (Gde. Hunderdorf) … Gestorben sind: Hilmer Theresia, Rentnerin, Herrnbirket (Gemeinde Windberg), 85 Jahre …
Quelle: Bogener Zeitung, 09.11.1971


Großlintach. Die am Donnerstag fällige Rotkreuzversammlung findet erst am 18. November 1971, um 20 Uhr im Gasthaus Schlecht in Großlintach statt.
Quelle: Bogener Zeitung, 09.11.1971


Hunderdorf. Die Rotkreuzversammlung ist am Freitag, um 20 Uhr im Cafe Weinzierl.
Quelle: Bogener Zeitung, 10.11.1971


Kammersieger und zweiter Landesbester
Bogen.
Bei seiner in Deggendorf vor der Handwerkskammer Passau abgelegten Gesellenprüfung konnte vor wenigen Wochen der Maschinenbauerlehrling Josef Dielt (unser Bild) mit hervorragenden Leistungen und Noten als Kaminerbester abschneiden, als er als Gesellenstück eine Bohrvorrichtung mit Exzenter-Spannung vorlegte. Er wurde damit auch zugleich Bester von Niederbayern. Bei dem Ausscheidungswettbewerb der Kammerbesten auf Landesebene, die in Passau stattfand, wurde er Zweiter. Er wird nunmehr am morgigen Freitag in Passau noch besonders geehrt werden, nachdem ihm der Kammersieg schon eine vierzehntägige Südfrankreichreise mit allem Drum und Dran eingebracht hatte. Der Landkreis Bogen darf auf diesen strebsamen und fleißigen Junggesellen besonders stolz sein. Josef Diet1 ist 18 Jahre alt und stammt aus dem Obermühlbacher Ortsteil Taussersdorf. Sein Vater ist Landwirt und Maurer. Gelernt hat der Achtzehnjährige bei der Firma Albin Kunststoffverarbeitung in Hunderdorf.
Quelle: Bogener Zeitung, 11.11.1971


Arbeitskollegin bestohlen
Hunderdorf.
Eine jugoslawische Arbeiterin drang am Sonntag mit Hilfe eines Nachschlüssels in die Wohnung einer Arbeitskameradin ein, brach im Wohnzimmer die Schranktür und dann ein Sparschwein auf und stahl den ganzen Inhalt. Sie beschädigte den Plattenspieler und ließ noch sechs Schachteln jugoslawische Zigaretten mitgehen.
Quelle: Bogener Zeitung, 11.11.1971


Windberg. Am Freitag um 20 Uhr Versammlung der Rotkreuzgruppe bei Wagner.
Quelle: Bogener Zeitung, 11.11.1971


Fatima in Hl. Kreuz
Windberg.
Am Samstag findet in Hl. Kreuz die Fatima-Feier statt. Um 13.30 Uhr Rosenkranz, um 14 Uhr Predigt mit Marienfeier. Die Kirche ist geheizt.
Quelle: Bogener Zeitung, 12.11.1971


Lehmspur wurde zum Verhängnis
Hunderdorf.
Am Mittwoch, gegen 16.50 Uhr, kam ein 34jähriger Pkw-Fahrer auf der Staatsstraße 2139 wegen einer Lehmspur auf der Fahrbahn nach rechts von der Straße ab und prallte gegen Betonabwasserrohre, die neben der Straße lagerten. Er wurde verletzt und mußte ins Krankenhaus gebracht werden. An seinem Fahrzeug entstand ein Sachschaden von ca. 2 000 DM.
Quelle: Bogener Zeitung, 12.11.1971


Flüchtiger VW-Fahrer gesucht
Steinburg/Mitterfels.
Die Straßenmeisterei der Landpolizeiinspektion Bogen teilt jetzt mit, daß der flüchtige Fahrer eines grauen VW-Käfers mit SR-Kennzeichen als Unfallflüchtiger gesucht wird. Am 30. 10. Gegen Mitternacht sei er auf der Staatsstraße 2147, von Steinburg nach Mitterfels fahrend, in der Linkskurve bei Höllmühle auf der Gefällstrecke vermutlich wegen zu hoher Geschwindigkeit ins Schleudern gekommen und zuerst nach links, dann nach rechts abgekommen. Dabei beschädigte der Pkw die Leitplanken erheblich. Nach Ausbiegen der Stoßstange des VW fuhr er mit einem Mitfahrer weiter. Der Unfallfahrer möchte sich bei der Landpolizei melden.
Quelle: Bogener Zeitung, 12.11.1971


Steinburg. Samstag, 13. Nov. 19 Uhr, im Gasthaus Berger Bauernversammlung, Referent: Stadler (Oberwinkling). Anschließend Wahl des Ortsobmanns.
Quelle: Bogener Zeitung, 12.11.1971


Hunderdorf. Am Dienstag findet im Gemeindeamt um 19 Uhr eine Sitzung des Gemeinderates statt. Auf der Tagesordnung sind nachstehende Punkte vorgesehen. 1. Erstellung eines Bebauungsplanes für die zweite Erweiterung der  Bahnhofsiedlung, 2. Informationen, 3. Verschiedene Angelegenheiten, 4. Vergabe von Heizgeräten.
Quelle: Bogener Zeitung, 15.11.1971


VdK-Kreisvorsitzender Felix Dachauer:
Nur die Einigkeit führt zu Erfolgen
Forderungen des VdK voll berechtigt – VdK-Ortsverband Hunderdorf feiert nächstes Jahr Jubiläum
Hunderdorf.
Am Samstag fand im Vereinslokal Sandbillcr in Hunderdorf die Mitgliederversammlung des VdK-Ortsverbandes Hunderdorf-Windberg statt. 1. Vorsitzender Otto Unger konnte neben den sehr zahlreichen Mitgliedern auch Kreisvorsitzenden Felix Dachauer, den Kreiskassier Otto Schotte aus Bogen und den Gemeinderat Xaver Neumeier begrüßen.
Der kurze Bericht über die Ortsverbandsangelegenheiten fand den Beifall der Versammlungsteilnehmer. Nicht so beifällig wurde die vom Verbandstag beschlossene Beitragserhöhung ab 1. 1. 72 auf 4 DM monatlich aufgenommen. Die eingetretene Preissteigerung zeigte eben auch in der Verbandsarbeit finanzielle Auswirkungen.
Dachauer behandelte im Hauptreferat das 3. Anpassungsgesetz zum Bundesversorgungsgesetz sowie die neuen Rentensätze ab 1. Januar 1972. Wie berechtigt die Forderungen des VdK seien verdeutlichte der Redner an den nach oben laufenden Preisen, die die Rentenangleichungen um 6,3 Prozent für die Kriegsopfer bereits eingeholt hätten. Eine gerechtere Anpassung müsse gewährleistet werden. Die zunehmende Teuerung auf allen Gebieten der Lebenshaltung dürfe nicht allein auf dem Rücken der Kriegsopfer und Rentner ausgetragen werden, die bestimmt nicht für diese Entwicklung verantwortlich gemacht werden könnten.
Weiter befaßte sich der Referent mit der flexiblen Altersgrenze. Der VdK halte es für erforderlich, daß für die Schwerbeschädigten eine besondere Altersgrenze eingeführt werde, die es ihnen ermögliche, schon wesentlich früher, ohne finanzielle Benachteiligung, aus dem Erwerbsleben auszuscheiden.
Kreisgeschäftsführer und Ortsvorsitzender Unger sprach allen Mitgliedern sowie seinen Mitarbeitern seine volle Anerkennung für die geleistete Arbeit und Treue zum Verband aus und sprach den Wunsch aus, daß sich noch mehr Außenstehende an die große VdK-Gemeinschaft anschließen mögen. Daß die Mitgliederzahl im laufenden Jahr konstant geblieben ist, ergibt sich daraus, daß sich die Mitglieder in Verband gut vertreten wissen.
Anschließend wurden die freiwilligen Sammler für die Sammlung ,.Helft Wunden heilen“ die in der Zeit vom 13. bis 23. November stattfindet — auf die einzelnen Ortsteile eingeteilt. Unger appellierte noch an die Bevölkerung, den VdK bei der Hilfsaktion zu unterstützen, damit jenen Menschen geholfen werde könne, die durch widrige Umstände und Krankheit in Not geraten seien. Im vorigen Jahr konnten bei Sammlung 535,60 DM eingebracht werden, wovon die Hälfte beim Ortsverband blieb, der wiederum diesen Betrag an bedürftige Mitglieder ausgegeben hat
Daß große Ereignisse ihre Schatten vorauswerfen, konnte man bei der anschließenden kurzen Vorstandschaftssitzung noch mitbekommen. Feiert doch der Ortsverband im nächsten Jahr 25 Jahre VdK-Ortsverband Hunderdorf. Man will zu diesem Fest sämtliche nach auswärts verzogene ehemalige Mitglieder einladen und so die Verbundenheit zum VdK-Ortsverband Hunderdorf – zur alten Heimat – dokumentieren. Wenn Zeit und Geld reichen, will man auch eine kleine Chronik über den Ortsverband herausgeben. Die Vorarbeiten dazu sind bereits schon angelaufen.
Quelle: Bogener Zeitung, 15.11.1971


Lammfelle aus Auto gestohlen
Hunderdorf.
In der Nacht zum Samstag brach ein bisher Unbekannter das Schwenkfenster eines in einem nicht umfriedeten Hof abgestellten VW auf und stahl zwei rohweiße Lammfelle. Vertrauliche Hinweise auf den Diev nimmt Landpolizei Bogen entgegen.
Quelle: Bogener Zeitung, 16.11.1971


Zaun beschädigt und weitergefahren
Hunderdorf.
Am Freitag zwischen 8 und 14.35 Uhr beschädigte am Quellenweg ein LKW-Fahrer zwei Zäune und fuhr weiter, ohne sich um den Schaden zu kümmern. Wer kann auf den Fahrer oder den LKW der Polizei Hinweise geben?
Quelle: Bogener Zeitung, 16.11.1971


Elternseminar mit reichhaltigem Programm
Hunderdorf.
Das Amt für Erwachsenenbildung der Diözese Regensburg bietet Jahr für Jahr eine Reihe von Vorträgen für Eltern und Erzieher an, die bereits von vielen Pfarreien immer wieder gerne und mit viel Erfolg angenommen wurden. Der Pfarrgemeinderat Hunderdorf hat nun ein Programm für ein Elternseminar zusammengestellt mit vier Vorträgen in zwei Wochen, den beiden ersten Adventswochen. Jede Woche, Dienstag und Samstag um 19.30 Uhr, ist ein Vortrag mit Gelegenheit zur Aussprache. Die Vorträge finden jeweils im Jugendheim statt und beginnen jeweils nach den Abendgottesdiensten. Die Dauer der Vorträge beträgt jeweils ca. 45 Minuten.
Karten zum Besuch dieser vier Abende für ein Elternpaar sind zum Preis von vier Mark bereits jetzt im Vorverkauf im Pfarrhof zu erhalten.
Dienstag: 30. 11. um 19.30 Uhr spricht Herr Dorner über: „Kinder vor dem Bildschirm“ (Fernsehen – Chance und Gefahr)
Samstag, 4. 12. 71 um 19.30 Uhr spricht Herr Korman über „Unsere Kinder gehorchen nicht mehr“ (Autorität und Gehorsam)
Dienstag: 7. 12. 71 um 19.30 Uhr spricht Frau Wolf über: „Kindliches Spiel ist mehr als Spielerei“ (Bedeutung des Spiels für die Entwicklung des Kindes)
Samstag: 11. 12. 71 um 19.30 Uhr referiert Herr Mergel über: „Erziehen ohne Strafe“ (Vom sinnvollen Loben und Strafen)
Quelle: Bogener Zeitung, 17.11.1971


Ein Kratzer brachte es an den Tag
Hunderdorf.
Die von uns am 12. 11. gemeldete Unfallflucht eines Lkw-Fahrers ist geklärt. Ein leichter Kratzer des Lkw, der nach der Beschädigung eines Zaunes weitergefahren war, brachte ihn auf. Der Fahrer behauptet, er hätte Unfall nicht bemerkt.
Quelle: Bogener Zeitung, 18.11.1971


Hunderdorf. Heute, 18.30 Uhr, für alle aktiven Senioren und Junioren Training am Sportplatz. Anschließend Spielerversammlung mit Bekanntgabe des Winterprogrammns.
Quelle: Bogener Zeitung, 19.11.1971


Steinburg-Bahnhof
Tanzlokal Solcher

Am Samstag, den 20. November 1971,
TANZ
Es faszinieren Sie
„The Flippers“
Auf Ihren Besuch freut sich Fam. Solcher
VORANZEIGE: 27. November 1971,
Tanz mit den „Blizzards“.
Quelle: Bogener Zeitung, 19.11.1971


STATT KARTEN
Gasthaus Wagner
Au vorm Wald

Am Samstag. den 20. 11. 1971
und Sonntag. den 21. 11. 1971
Letztes altes Bier
Hierzu laden freundlichst ein:
Familien Wagner-Freudenstein.
Sonntag ab 11 Uhr
Mittagstisch.
Quelle: Bogener Zeitung, 19.11.1971


Au vorm Wald. Freiwillige Feuerwehr: Sonntag, 21. November, 8.30 Uhr, Feier zum Heldengedenktag am Feuerhaus.
Quelle: Bogener Zeitung, 20.11.1971


Hunderdorf. Zum Heldengedenktag am Sonntag nehmen die Vereine VdK, Krieger- und Soldatenkameradschaft, Trachtenverein, FFW Gaishausen, Hunderdorf und Steinburg um 9.30 Uhr beim Gasthof Josef Baier Aufstellung
Quelle: Bogener Zeitung, 20.11.1971


Hunderdorf. Heimat- und Volkstrachtenverein: Samstag, 20. November, 19.30 Uhr, Vereinsabend im Gasthaus Sandbiller.
Quelle: Bogener Zeitung, 20.11.1971


Steinburg. Freiwillige Feuerwehr: Sonntag. 21. November, 8.45 Uhr. Abfahrt zur Heldengedenkfeier in Hunderdorf am Gasthaus Berger.
Quelle: Bogener Zeitung, 20.11.1971


Gruppenberatung durch das Forstamt
Steinburg/Hunderdorf.
Ans Dienstag veranstaltet das Forstamt Mitterfels für die Waldbesitzer der Gemeinden Steinburg, Gaishausen und Hunderdorf eine Gruppenberatung. Die Teilnehmer treffen sich uns 13.30 Uhr beim Gasthof Berger in Steinburg. Revierförster Wittmann behandelt u. a. die Forst HSK, die Borkenkäferbekämpfung, den Forstwegebau und örtliche Fragen.
Quelle: Bogener Zeitung, 20.11.1971


Altkleidersammlung am Donnerstag
Hunderdorf.
Am kommenden Donnerstag wird eine Altkleidersammlung zugunsten des Roten Kreuzes durchgeführt. Die Altkleider sind bis 8 Uhr früh gut sichtbar, gebündelt und gegen Nässe geschützt, vor das Haus bzw. an den Straßenrand zu legen. Spender außerhalb der Ortschaft Hunderdorf (z. B. Hoch, I.intaeh usw.) werden gebeten, die Kleiderbündel bei Martha Hofmann, Hauptstraße 10, abzuliefern.
Quelle: Bogener Zeitung, 20.11.1971


Neues Land für Bauwillige in Sicht
Ausbau der Sollacher Straße kostet 320 000 DM – Aus der Gemeinderatssitzung
Hunderdorf.
Der Gemeinderat befaßte sich in seiner Sitzung am Dienstag mit einer evtl. zweiten Erweiterung des Bebauungsgebietes Bahnhofsiedlung. Eine Ausdehnung des Baugebietes würden zahlreiche Bauwillige begrüßen. Zudem würde eine weitere, bauliche Aufwärtsentwicklung der Gemeinde gefördert.
Bürgermeister Härtenberger unterrichtete den Gemeinderat über die Besprechungen mit den Grundstückseigentümern. Diese sind zum Verkauf der Grundstücke an die Gemeinde bereit. Der Gemeinderat beschließt, vorerst einen Bebauungsplan für die II. Bahnhofsiedlung-Erweiterung vom Architekturbüro Hans Kritschel, Landshut, anfertigen zu lassen. Die Kosten betragen ca. 2 000.- DM. Die endgültigen Grundstücksverhandlungen werden erst durchgeführt, wenn die Finanzierung gesichert ist. Ferner soll ein Baulandbeschaffungsdarlehen beantragt werden.
Bürgermeister Härtenberger informierte den Gemeinderat über einen Kostenvoranschlag für den Ausbau der 2,4 km langen Straße nach Sollach. Nach dieser Berechnung — wobei mit wenigen Änderungen die Trassen belassen und die jetzige Straße als Unterbau verwendet wird —belaufen sich die Kosten auf ca. 320 000 DM. Der Gemeinderat kam zu der Feststellung, daß die Baumaßnahme 1972 nur zur Ausführung kommt, wenn mit einem ausreichenden Zuschuß des Landkreises aus Kfz-Mitteln gerechnet werden kann.
Die Gemeinderäte konnten zur Kenntnis nehmen, daß am 10. Dezember 1971 im Gasthaus Baier-Edbauer eine Bürgerversammlung abgehalten wird, des weiteren ein Dankschreiben der Evang.-Luth. Kirchengemeinde Bogen. Der Bürgermeister gab ferner bekannt, daß die Regierung für den Ausbau der Ortskanalisation weitere 85 000 DM als Zuschuß vorgesehen hatte. Da der Staat diesen Betrag jedoch als Darlehen aufnehmen mußte, kam der versprochene Zuschuß nur mit 98,00 Prozent zur Auszahlung. Dies bedeute immerhin einen Verlust von 1 700 DM.
In der nichtöffentlichen Sitzung erhielt die Fa. Hans Hieninger den Zuschlag für die Lieferung von Durchlauferhitzern in das neue Schulhausgebäude.
Quelle: Bogener Zeitung, 20.11.1971


Rotkreuz-Winterarbeit gestartet
Großlintach.
Bei  der letzten Rotkreuzversammlung im Gasthaus Schlecht durfte Kolonnenführer Rupert Niedermeier fast alle Helferinnen und Helfer begrüßen. Der Sprecher wertet den guten Besuch als gutes Omen für die beginnende Winterarbeit, die wieder intensiv und erfolgreich durchgeführt werden soll. Als Nahziel stellte sich die Gruppe die Bewältigung des Leistungsvergleichs der Stufe I im Dezember, spätestens im Januar 1972.
In seinem Vortrag beschäftigte sich Niedermeier mit Erkennen des Schocks, Schockbekämpfung, insbesondere Blutstillung. Schocklage, Kontrolle von Puls und Atmung und sachgcmäßem Transport. Die anschließenden praktischen Übungen waren fast ausschließlich auf diesen Themenkreis abgestellt.
Die durch Eheschließung und Wegzug der bisherigen Gruppenführerin Erna Bogner vakante Stelle wurde durch Frau Rosa Schlecht wieder besetzt. Alfons Riedl jr. wurde als aktives Mitglied in die Rotkreuzgruppe Großlintach aufgenommen. Der Dienstabend fand mit einem kameradschaftlichem Beisammensein seinen Abschluß.
Quelle: Bogener Zeitung, 22.11.1971


Pressefreiheit auch für den Leser
Schulreform im Landkreis Bogen
Zu der ganz besonderen Schulreform im Landkreis Bogen nach den Vorstellungen des MdB Rainer und MdL Dick möchte ich folgendes bemerken:
Beim Schulverband Mitterfels-Haselbach hat sich Herr Dick weiß Gorr nicht verdient gemacht. Warum hat Herr MdL Dick es nicht für nötig befunden, auf die Anfragen des Schulverbandsvorsitzenden, Herrn Stahl, zu antworten, sondern nur einen ausweichende Antwort zu geben? Oder gibt es für Herrn Staatssekretär Dick wieder verschiedene Klassen? Zuerst die prominenten CSU-Leute wie Herrn Rainer, dann das andere CSU-Volk und zuletzt das übrige Volk? Sollte es etwa eine Verzögerungstaktik sein? Sollte der Schulverband Mitterfels-Haselbach, die betroffenen Eltern und Schüler  hinters Licht geführt und vor vollendete Tatsachen gestellt werden? Für wie dumm hält man uns eigentlich? Wahrscheinlich sollte dem Herrn MdB Alois Rainer, Bürgermeister von Haibach und, wie man so allgemein hört, zukünftigen Landratskandidaten der CSU, Schützenhilfe geleistet werden?
Es wäre doch eine Riesenblamage für einen Herrn Rainer, wenn er zugeben müßte, daß das leider viel zu großzügig gebaute Schulhaus in Haibach eine Fehlinvestition ist. Sozusagen eine Vergeudung unserer Steuergelder. Um dem Gipfel die Krone aufzusetzen, ließen sie die Herren Dick und Rainer in Gemeinschaft mit Herrn Landrat Hafner anläßlich des Richtfestes beim Schulhausneubau Hunderdorf wohlwollend lächelnd fotografieren. Ich frage diese Herren: „Hatten Sie sich auch der Kamera gestellt, wenn über dem Bild als Überschrift gestanden wäre: „Schon wieder eine neue Fehlinvestition!“ Wahrscheinlich wären Sie dann schön zu Hause geblieben,
Schildbürgerstreich Nr. 1 ist das viel zu groß gebaute Schulhaus in Haibach, Schildbürger streich Nr. 2 ist der Schulhausneubau in Hunderdorf und Schildbürgerstreich Nr. 3 wäre, wenn man den gutfunktionierenden Schulverband Mitterfels-Haselbach auflösen würde. Und dies nur, damit sich ein gewisser Herr Rainer aus Haibach nicht blamiert und damit er sein Schulhaus bekommt.
Vielleicht hegt man auch noch den Gedanken, den einzigen SPD-Bürgermeister des Landkreises Bogen, Herrn Uekermann aus Mitterfels, unmöglich zu machen, damit man hinterher sagen kann, er hätte es nicht einmal geschafft, in einem Kleinzentrum eine Hauptschule zu er halten.
Mußte deshalb das Schulhaus m Hunderdorf gebaut werden, weil für die Kinder in Hunderdorf der Weg nach Bogen, trotz der neuen Verbindungsstraße, viel zu nah ist?
Soll es unseren Kindern zugemutet den wesentlich weiteren Weg nach Bogen und. Haibach auf sich zu nehmen, nur damit Herr Rainer recht bekommt? Obwohl die Straßenverhältnisse nach Haibach so günstig sind, daß bei Begegnen zweier Busse einer den Straßengraben als Ausweichstelle benutzen muß!
Meine Herren, Sie können Streiche machen, so viel Sie wollen, wenn sie diese aus eigener Tasche bezahlen und nicht auf den Rücken der Steuerzahler, unseres Schulverbandes u. unserer Kinder abwälzen!!! Meint Herr Rainer und Herr Dick, die CSU braucht nur etwas zu beschließen, und dann ist alles o. k. Wir setzen uns dagegen entschieden zur Wehr. Das lassen wir uns nicht bieten! Es wird endlich Zeit, daß die Freunderlwirtschaft zwischen Herrn Rainer und Herrn Dick, Herrn Lederer (zuständig für Schulprobleme in Niederbayern) und Herrn Biederer (Regierung Niederbayern) ans Licht der Öffentlichkeit kommt.
Annemarie Anlauf, 8441 Haselbach
Quelle: Bogener Zeitung, 24.11.1971


Der Herr über Leben und Tod nahm am 22. November 1971 unseren geliebten Vater, Opa und Bruder
Herrn Paul Lehmann
aus Reichenbach in Schlesien
jetzt in Au vorm Wald
im Alter von 63 ½ Jahren, infolge Unglücksfalles, zu sich in sein Reich.
Au vorm Wald, 23. 11. 1971
In liefern Schmerz:
Margarete Lehmann, Tochter,
mit Sohn Dieter
und Verwandten
Beerdigung am Donnerstag, 25. 11. 1971, nachmittags 15 Uhr im Friedhof Hunderdorf.
Quelle: Bogener Zeitung, 24.11.1971


Am Sonntag wieder Kreisjugendsingen
Steinburg.
Zum achten Male treffen sich am kommenden Sonntag die Gesangs- und Musik-gruppen des Landkreises Bogen zu einem musikalischen Wettbewerb. Die Veranstaltung findet im Bergersaal in Steinburg statt und beginnt um 14 Uhr. Das Kreisjugendsingen wird, so wie in den vergangenen sieben Jahren, auch heuer wieder zu einem schönen Erlebnis und zu einer Einstimmung in die Adventszeit werden. Die Leitung der Großveranstaltung liegt in den bewährten Händen von Oberlehrer Josef Illner, Niederwinkling. An die gesamte Bevölkerung des Landkreises Bogen ergeht freundliche Einladung. Der Eintritt ist frei.
Quelle: Bogener Zeitung, 25.11.1971


Starb der heilige Wolfgang im Gäu?
Pfarrer i. R. Leger nimmt Piebing als Sterbeort des Heiligen an

Oberpiebing.
Noch beanspruchen die Österreicher den heiligen Wolfgang für sich. Pfarrer i. R. Lecker (Oberpiebing) will diesen Mißstand in der Geschichtsschreibung beseitigen und den Heiligen wieder für Bayern sichern. Vor vierzig Jahren erfuhr im beim Essen das erste Mal etwas von dieser Geschichte, sagte er. Dekan Reiser machte mich damals schon darauf aufmerksam. daß dieses Puopinga wahrscheinlich nicht jenes bei Linz sei, sondern meine heutige Pfarrei Piebing (früher auch Puopingu). Um Streitigkeiten zu vermeiden, dauerte das Stillschweigen vierzig Jahre. Aber nun sind genug Beweise vorhanden, um an die Öffentlichkeit zu treten.
Am 31. Oktober 994, nach unserem heutigen Gregorianischen Kalender am 12. November, starb der Heilige Wolfgang von

Der „Heilige Wolfgang“ hängt in der Kirche von Oberpiebing neben dem Altar.

Regensburg in Puopinga im Donaugebiet. Von diesen geschichtlichen Fakten ausgehend, entwickelte Pfarrer Lecker eine eigene Hypothese über den wahren Sterbeort des heiligen Mannes. ,,Pupping bei Linz gilt heute als Sterbeort von St_ Wolfgang; aber — nie kam er dorthin? Erst im 15. Jahrhundert entstand im Kloster Mondsee die Wolfgangs-Legende. Der Legendenerzähler kannte aber nur Pupping bei Linz. Seiner Ansicht nach machte sich Wolfgang per Schiff auf den Weg, die hochstiftlichen Güter in Niederösterreich zu visitieren. Aber zur damaligen Zeit reiste man nicht im November und dazu noch im offenen Kahn. Die „Ulmer Schachtel“, geradezu komfortabel mit Unterstand, fuhr nur einmal im Jahr nach Wien, um dort als Bretterholz verkauft zu werden. Wie aber hätte der 70jährige Bischof zurückkehren sollen? Der Legendenerzähler, der den Einsiedler vom Wolfgangsee mit dem Bischof von Regensburg identifiziert, beachtet diese unwahrscheinliche Winterfahrt einfach nicht. In der neuesten Nokturn vom St. Wolfgang von Regensburg heißt es: „Er wurde bei der Visitation der weiten Diözese im Orte Pupping (damals Puopinga vom Tode ereilt“. Puopinga-Piebing ist in der Diözese, Pupping bei Linz nicht. In Piebing hatte St. Wolfgang eine Besitzung, wo er sich bei Krankheit oder schlechtem Wetter aufhalten konnte, bei Linz hatte er nichts dergleichen. Dazu war Piebing nur einen Tagesritt von Regensburg entfernt. Wenn Pfarrer Leckers -Beweise anerkannt werden, gewinnt Piebing ein Stück Geschichte und die Touristenführer am Wolfgangsee müssen sich etwas Neues einfallen lassen.
Quelle: Bogener Zeitung, 25.11.1971


Hunderdorf. Krieger- und Soldatengemeinschaft: Sonntag, 28. November, 8.15 Uhr, Abfahrt zur Heldengedenkfeier in Steinburg.
Quelle: Bogener Zeitung, 26.11.1971


Neben der Bahnhofssiedlung entsteht ein neues Viertel
1971 bereits 60 Baugesuche, davon 21 auf Erstellung von Wohnhäusern – Bebauuunsgplan für Erweiterung beschlossen

Hunderdorf
. Baumaßnahmen über Baumaßnahmen kennzeichnen das Ortsbild von Hunderdorf. Neben dein Ausbau der Hauptschule und der Ortskanalisation ist auch eine rege Bautätigkeit im Bebauungsgebiet Bahnhofsiedlung-Erweiterung zu verzeichnen. Dort sind in diesem Jahr elf neue Wohnhäuser im Rohbsau erstellt bzw. bezugsfertig ausgebaut worden. Ferner konnte die dortige Erschließungsstraße mit einer Teerdecke versehen werden. Auch im nächsten Jahr wird eine rege Bautätigkeit vorzufinden sein, da in diesem Jahr zahlreiche Bauwillige bereits Baupläne eingereicht haben, und im Frühjahr des kommenden Jahres den Wohnhausneubau in Angriff nehmen werden.

Die im Jahre 1971 errichteten Wohnhäuser im Bebauungsgebiet „Bahnhofssiedlung-Erweiterung“

Gerade in letzter Zeit hat es sich gezeigt, daß die Ausweisung von neuem Baugelände von großem Nutzen ist und damit eine bauliche und bevölkerungsmäßige Aufwärtsentwicklung in der Gemeinde gefördert wird. Überhaupt hat die Bautätigkeit in diesem Jahr einen neuen Rekord erreicht. Bis November dieses Jahres wurden schon 60 Baugesuche bei der Gemeindeverwaltung Hunderdorf zu Vorbehandlung und Weiterleitung an das Kreisbauamt eingereicht. Davon waren 21 Anträge auf Errichtung eines neuen Wohnhauses; das sind 35 Prozent der Bauanträge. Dagegen waren es im Vorjahr nur 46 Bauanträge mit nur 7 Baugesuchen zur Erstellung von Wohnhäusern (15,2 Prozent). Da großes Interesse am Grundstückskauf besteht, hat der Gemeinderat beschlossen, einen weiteren Bebauungsplan aufzustellen, um den Bauwilligen wieder Bauland zu verschaffen. Die Ausweisung von neuen Bauplätzen ist im An schluß an die bestehende Bahnhofsiedlung Erweiterung in Richtung Bahnlinie vorgesehen. Das Architekturbüro Hans Kritschel wurde mit der Anfertigung des entsprechenden Bebauungsplanes beauftragt. Hunderdorf wird von den Bauplatzsuchenden gerne bevorzugt, weil es als Kernsiedlungsgemeinde vorgesehen ist und eine Bahn- und Poststation, eine vollgegliederte Hauptschule und gute Einkaufsmöglichkeiten bietet.
Quelle: Bogener Zeitung, 26.11.1971


Steinburg. Freiwillige Feuerwehr: Sonntag. 28. November, 9.30 Uhr, Heldengedenktag mit Gottesdienst in der Volksschule.
Quelle: Bogener Zeitung, 27.11.1971


Neue Methoden in der Jugendarbeit
Kreisjugendring Bogen veranstaltete einen Wochenendlehrgang für Gruppenleiter
Windberg.
Der Kreisjugendring Bogen veranstaltete in Windberg eine Schulung für Gruppenleiter und solche, die es werden wollen. Leider war die Resonanz in den Jugendgruppen nicht sehr erfreulich. Die Leitung der Schulung hatte Jugendpfleger Josef Griesbeck aus Neuötting. Er verstand es, die Tage in Windberg zu einem Erlebnis werden zu lassen.
Zunächst wurden neue Methoden in der Jugendarbeit erläutert. Die Methode des „Brainstorming“: Früher sei bei einer Versammlung ein Vortrag zum besten gegeben worden. Dabei habe man sich darauf verlassen müssen, daß der Referent alles zum Thema ausgesagt hat, was es zu sagen gab. Andererseits habe diese Methode dazu beigetragen, daß alle Teilnehmer zur Passivität gezwungen wurden, weil der eine für sie ja alles machte. Die Methode „Brainstorming“ aktiviert alle Teilnehmer zum Mitmachen. Alle Teilnehmer sagen zu dem Thema alles, was ihnen einfällt. Die Höchstdauer für jeden einzelnen beträgt zehn Minuten. Dabei dürfe keine Kritik an einer anderen Aussage geübt werden. Alle Aussagen wurden, möglichst nach verschiedenen Gesichtspunkten; aufgeschrieben. Dann erfolge die Auswahl.
Anschließend wurde die „Party für den Abend“ vorbereitet. Es wurden neue Gags für eine Gruppenparty erarbeitet, neue Tänze, Sketches und Kurzszenen einstudiert. Die Feuerzangenbowle war schließlich der Höhepunkt der Samstagabendparty.
Am nächsten Tag wurden die Formen der Meditation geübt: Die Bildmeditation verfolge das Ziel: Sicher, heiter, bei sich selbst sein. „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“; meinten seit langem die Chinesen. Ein Bild meditieren heiße, bildliche Darstellungen zum Reden zu bringen als gruppenpädagogische Verbindung von Einzelbesinnung; die jeder für sich zunächst betreibt, und gemeinsamer nachbetrachtender Gruppenerfahrung. Als Beispiel wurde das Bild von Zacharias „Der Gang nach Emaus“ meditiert. Eine weitere Form der Meditation war das autogene Training mit Einführung und mit praktischen Übungen. Ebenso die Objekt-Meditation wurde mit der „Rolltreppe‘ eingelernt. Sehr anspruchsvoll wirkte die Disco-Meditation. Dazu wird nach religiöser Musik getanzt, unterdessen werden Dias an die Wand geworfen. Derartige Meditationsformen eignen sich sehr für Advents- und vorweihnachtliche Feiern, bei einem Jugendgottesdienst im Wortgottesdienst statt einer Predigt oder bei einer religiösen Feierstunde oder sonstigen besinnlichen Stunden.
Zum Abschluß des Lehrganges wurden die Teilnehmer zur „Schulungskritik“ aufgefordert. Dabei kam zum Ausdruck, daß derartige Schulungstage vorher in den Jugendgruppen besser bekannt gemacht werden sollten. Der 1. Vorsitzende Rudi Landstorfer dankte allen Teilnehmern für ihre aktive Mitarbeit, ebenso sprach der Jugendpfleger Griesbeck den Dank der Teil-nehmer und die Hoffnung aus, ihn bald wieder im Landkreis Bogen begrüßen zu dürfen.
Quelle: Bogener Zeitung, 27.11.1971


Hunderdorf. Gesangsverein: Dienstag, 30. 11., 20 Versammlung im Gasthaus Sandbiller.
Quelle: Bogener Zeitung, 29.11.1971


Windberg. Katholische Landvolkbewegung: Donnerstag, 2. 12., 19.30 Uhr, Kreisversammlung im Jugendzentrum Windberg.
Quelle: Bogener Zeitung, 29.11.1971


Keine Sorge um Sänger- und Musikantennachwuchs
Singen und Musizieren wird im Landkreis Bogen groß geschrieben – Auch das 8. Kreisjugendsingen wieder ein voller Erfolg – 16 Gruppen stellten sich einem beifallfreudigen Publikum

Bogen/Steinburg.
„Drei Gründe haben uns auch heuer wieder zum 8. Kreisjugendsingen zusammengeführt“, sagte Oberlehrer Josef Illner, Oberwinkling, „nämlich die Freude am Singen und Musizieren, das Erlebnis der Gemeinschaft mit Gleichgesinnten und das Bemühen um neue Eindrücke und Anregungen für das weitere Üben daheim.“ Nicht weniger als 16 Gruppen stellten sich im übervollen Bergersaal in Steinburg einem beifallfreudigen Publikum. Es wäre ungerecht, die eine oder andere Gruppe besonders herauszustellen.

Der Haselbacher Schülerchor stand unter der Leitung von Konrektor Hans Baier

Wenn die Spielgruppe Hinterdegenberg mit ihrem Leiter, Lehrer Konrad Karl, doch schon eingangs erwähnt wird, dann deshalb, weil dieser seine Schützlinge im außerschulischen Bereich zu diesen musikalischen und gesanglichen Leistungen führen mußte, denn die einklassige Volksschule in Hinterdegenberg hat aufgehört zu bestehen.
Rudi Landstorfer, der Vorsitzende des Kreisjugendringes Bogen, begrüßte die über 300 Gäste. Einen besonderen Willkommensgruß entbot der Sprecher Landrat Xaver Hafner, Bezirksrat Willi Ammer,


Die „Mitterfelser Ministranten“ bewiesen, daß Ministranten auch singen und spielen können.

den Kreisräten Alfred Müller und Rupert Sagmeister, JU-Kreisvorsitzenden Ernst Hinsken, der Vorstandschaft der Katholischen Landjugend und nicht zuletzt den sehr zahlreich erschienenen Geistlichen aus dem ganzen Kreisgebiet.
Landrat Hafner freute sich in seinem Grußwort über das außerordentlich große Interesse, das seit acht Jahren diesem Kreisjugendsingen beigemessen werde. Solange die Jugend mit einem so großen Eifer dabei sei, brauche uns um unsere Heimat nicht bange zu sein. Gerne fördere der Landkreis diese Bemühungen, weil es nicht zuletzt auch darum gehe, das Leben auf dem Lande lebenswert zu machen.
Oberlehrer Illner bedauerte, daß eine Reihe von Gruppen nicht mehr zum diesjährigen Kreis-jugendsingen zugelassen werden konnten, weil dies weder räumlich noch zeitlich möglich gewesen wäre.


Für seine großen Verdienste um den Kreisjugendring Bogen wurde H. Pfarrer Groß zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Rudi Landstorfer verlieh ihm die Urkunde.

Während der Pause mußte sich KJR-Vorsitzender Rudi Landstorfer einer unerfreulichen Pflicht entledigen, nämlich Pfarrer Josef Groß, Elisabethszell, zu verabschieden, der viele Jahre dem Kreisjugendring vorstand und ihre zwei größten Jahresveranstaltungen, nämlich das „Quiz für junge Staatsbürger“ und das „Kreisjugendsingen“ ins Leben rief. Laut einstimmigem Beschluß der Kreisvorstandschaft wurde Pfarrer Groß ob seiner großen Verdienste zum „Ehrenvorsitzenden des Kreisjugendringes Bogen“ ernannt.
Zunächst war es die Schülerkapelle Niederwinkling, die mit dem Marsch ,,Mit klingendem Spiel“ sowie mit dem Landler „Kirta-Tanz“ aufwartete. Viel Freude bereitete das „Mittcrfelser Trio“ mit der kleinen Ilse Weinbacher, Schwester M. Melanie und Diakon Franz Stich. Das Lied „Schön ist es auf der Welt zu sein“ wurde von der kleinen Ilse treffend interpretiert. Nicht minder gut kam auch die „Akkordeongruppe Bogen“, bestehend aus den Geschwistern Dachauer und Jürgen Maier, an, die den Marsch „Die kleinen Musikanten“ und „Der Postillon“ großartig zu Gehör brachten. Die Gebrüder Eiglsperger dürfen ebenfalls schon als kleine „Routiniers“ bezeichnet werden. Mit den Stücken „Der kleine Muck“ und „Züricher Jugend-marsch“ bewiesen sie, daß sie fleißig üben und musikalische Fähigkeiten in sich tragen. Ab-wechslung brachten


Auch die drei Mädchen aus Bogen war „auf Draht“

anschließend die Kinder- und Jugendtrachtengruppe aus Mitterfels, die unter der Leitung von Lisl Wacker mit wunderschönen Volkstänzen aufwarteten. Die Brüder Wacker brachten dazwischen lustige Mundartgedichte, verfaßt von ihrer unermüdlichen Mutti.
Aus Oberaltaich kam ein Akkordeonduo, nämlich die Brüder Rudolf und Franz Listl. Mit dem „Bayerischen Landler“ und dem „Bandltanz“ spielten sie sich in die Herzen ihrer aufmerksamen Zuhörer. Als „alte Hasen beim Kreisjugendsingen“ durften die Brüder Hermann und Klaus Schedlbauer aus Steinburg bezeichnet werden. Mit ihren zwölf und 13 Jahren haben sie sich unter der Anleitung ihres Vaters ein umfassendes musikalisches Repertoire angegeignet, über das man sich nur wundern kann. Hermann greift wie ein großer in die Zithersaiten. Klaus beherrscht sein Akkordeon ebenso bravorös. Oberwinkling konnte neben der Schülerkapelle auch nicht mit einem „Spielequartett“ aufwarten, das mit der „Perle Tirols“ und „Butterfly“ erfreute.
Der zweite Teil war fast ausschließlich auf die eben begonnene Adventszeit abgestimmt. Zunächst war es der „Kostenzer Kinderchor“ mit Pater H. Gallus, der in die vorweihnachtliche Zeit einzustimmen versuchte. Besonders beeindruckt waren die Zuhörer von den von Frl. Marianne Stempfhuber vorgetragenen Solo. Der Chor wurde von Pater H. Gallus auf der Orgel begleitet.
Klein, aber oho, könnte man zur „Singgruppe Bogen“ mit Edith Mirwald (Zither), Manuela Hafner und Irmgard Klein sagen, die sich mit dem Lied „Leise rieselt der Schnee“ auf die Bühne wagten. Als „Gäste aus Straubing“ durfte OL Illner die Volksmusikschule Straubing mit ihrem Leiter, Oberlehrer Dietl, begrüßen. Die jugendlichen Sänger brachten nuch tnur Musik mit zum Teil selbstgebauten Instrumenten zu Gehör, sondern auch die Lieder „Drinnen im Wald“ und „Es wird so glei dumper“. Mit viel Beifall wurde der „Haselbacher Schülerchor“ bedacht, der unter der unsichtigen von Konrektor Hans Baier stand. Man Spürte, daß in dieser Sing- und Spielgruppe fleißig geübt wird und daß sie in Hans Baier einen begabten und einfühlenden Leiter hat. Pfarrer Ludwig Pramps aus Mitterfels hatte gleich 18 Ministranten mitgebracht, noch dazu Ministranten, die wirklich singen konnten. „Mach, o Herr, die Tore auf“ und „Wir sagen Euch an den lieben Advent“ waren die Darbietungen dieser schneidigen Gruppe, die von kleinen Akkordeonspielern begleitet wurde. Das Jugendrotkreuz Oberalteich sang unter der fachkundigen Leitung von Hauptlehrer Hans Hofmann.
Den Schluß- und Höhepunkt setzte die „Spielgruppe Hinterdegenberg“ mit einem Menuett und Trio aus einer Sonate von W. A. Mozart.
Quelle: Bogener Zeitung, 29.11.1971


„Liebe” ist ihr Name, „Friede“ sei ihr Geläute
Angehörige der evangelischen Diaspora Bogen erlebten den Guß der ersten Glocke für Hunderdorfs Friedenskirche

Bogen.
(wkg) Angehörige der Diaspora Bogen fuhren  unter Leitung von Pfr. Burkert nach Kempten, um in der Glockengießerei Gehhard den Guß der ersten Schwester des Dreiergeläutes für die Hunderdorfer Friedenskirche der evangelischen Gemeinde, der Glocke „Friede“ mitzuerleben, die vermutlich in den Weihnachtstagen dieses Jahres zum erstenmal ihr Geläute

Die Fahrtteilnehmer vor der Kemptener Glockengießerei

anstimmen wird. Nicht nur die Fahrt nach Kempten wurde zu einem Erlebnis, mehr noch die Vorbereitungen zum Guß der Glocke selbst, ein Vorgang, der sich durch die Jahrhunderte hindurch in seiner Form und seinem Ritus erhalten hat.
Der Zufall wollte es, daß zusammen mit der Hunderdorfer Glocke auch die „Patrona-Bava-riae-Glocke“ gegossen wurde, eine Glocke, die nun in der Zukunft auf dem Zionsberg in Jerusalem ihre Stimme ertönen lassen wird. Wir hatten Gelegenheit, uns in Kempten vor und nach dem Glockenguß mit Dompfarrmesner Richard. Binder aus Augsburg zu unterhalten, der uns erzählte, daß der finanzielle Grundstock zur Stiftung dieser Glocke anläßlich eines Gottesdienstes im März dieses Jahres in Jerusalem von einer Pilgergruppe aus Bayern gelegt wurde, die bei dieser Gelegenheit erfuhr, daß die sogen. „Bayernglocke“ im Krieg 1948 zerstört worden war.
In der wechselvollen und schicksalsschweren Geschichte des Zionberges füllen die Glocken der Dormitio-Abtei einige Seiten. An der Stätte, die an den Heimgang Mariens erinnert, wurde zu Beginn dieses Jahrhunderts eine Kirche mit einem 47 m hohen Glockenturm gebaut. Unter größten Schwierigkeiten der Regierung — es sollte verhindert werden, daß neben dem Davidgrab auf dem Zionsberg Glocken einer katholischen Kirche läuten! — wurden im Jahre 1909 vier Glocken von einer deutschen Pilgergruppe auf den

Die Arbeiter sind mit den Gußvorbereitungen beschäftigt.

Turm befördert. Die zweitgrößte Glocke mit einem Gewicht von 1 375 kg war die Stiftung der Bayern. Diese Patrona-Bavariae-Glocke wurde im Krieg 1948 total zerstört und nun am vergangenen Freitag in Kempten in gleicher Größe und im Ton „e“ gegossen. Von dem Bildhauer Wachter in Kempten gefertigt, wurden überdies in künstlerischer Form die Bistumspatrone Bayerns auf der Glocke verewigt, zusammen mit dem bayerischen Staatswappen. Die Weihe dieser Glocke soll in der letzten Woche des Monats Februar anläßlich einer Frühjahrspilgerreise auf dem Zionsberg erfolgen.
So wurde eigentlich der Glockenguß am Freitag ohne aktives Zutun der beiden Konfessionen zugleich zu einer ökumenischen Handlung, die gerade an der Schwelle der Adventszeit gelegen war, zu versöhnlichem Nachdenken aufzufordern. So waren auch alle, die dem Glockenguß anwohnten, tief beeindruckt von  dem Ritus, der die Vorbereitungen zum Guß begleitete, und der sich in der Gilde der Glockengießer bis zum heutigen Tag erhalten hat. Da wurden die Laufgräben für die Gußmasse fein säuberlich von allem Schmutz freigemacht, die die Temperatur der Gußmasse genau überwacht — sie muß 1 150 Grad erreichen —. die beiden riesigen Öfen, die rechts und links den in der Mitte sich befindlichen Kessel für die Gußmasse begrenzten, mit langen Buchenholzscheiten gespeist. Am Ende all dieser Vorbereitungen stand dann noch eine kurze Erklärung des Glockengießermeisters, und ein stilles Gebet. Dann wurde mit dem Spruch „In Gottes Namen! — Fangen wir an!“ mit einer Eisenstange der den großen Gußkessel verschließenden Spund eingestoßen und die glühende Erzlava ergießt sich in die Kanäle, wo sie von Gehilfen in die einzelnen Öffnungen zu den Einlaufkanälen geleitet wurde, unter denen sich die Formen für die Glocken befinden. Eine knappe Viertelstunde dauerte der gesamte Gießvorgang – eine relativ knappe Zeit in Anbetracht all der Vorbereitungen, die im August dieses Jahres bereits begonnen hatten.
Ca. zehn Tage wird es nun dauern, bis die Glocken von ihrem Lehmmantel befreit werden können, dann wird auch die Glocke „Liebe“ der Hunderdorfer Pfarrei mit ihrem Gewicht von 100 kg und ihrer im Vergleich zu ihrer Schwester vom Zionsberg bescheidenen Abmessung von 61 cm zum Vorschein kommen. Sie ist auf den Ton „d“ abgestimmt, ihre noch – hoffentlich bald! – nachfolgenden Schwestern „Glaube“ und „Hoffnung“ werden auf den Ton „h“ und „e“ abgestimmt werden, wobei besonders darauf Rücksicht genommen wurde, daß dieser Dreiklang zu dem Geläute der katholischen Kirche in Hunderdorf paßt. — Noch während der Vorweihnachtszeit wird die Glocke angeliefert werden, so daß man hoffen darf, daß sie am Heiligen Abend schon ihre Stimme ertönen lassen kann.
Für die Teilnehmer der Fahrt aus der Diaspora Bogen war dieser Tag zu einem großen Erlebnis geworden, das wohl für immer in ihrer Erinnerung wachbleiben wird! — Vielleicht führt diese Tatsache dazu, daß sich das eine oder andere der Diasporamitglieder bemüßigt fühlt, noch einen kleinen finanziellen Beitrag auf das Glockenkonto (6353 Kreissparkasse Bogen) abzuführen, damit der Rest der Kaufsumme für die erste Glocke (sie kostet 8 000 Mark) zusammenkommt und zugleich auch ein Fonds für die beiden weiteren Glocken geschaffen werden kann!
Quelle: Bogener Zeitung, 01.12.1971


Der Leser hat das Wort:
„Hauptschule Hunderdorf existenzberechtigt“
In letzter Zeit wurden verschiedene Berichte und Leserbriefe bezüglich der Schulgliederung im Raume Mitterfels — Haselbach in der Bogener Zeitung veröffentlicht. Diesen Berichten war zum Teil direkt und zum Teil zwischen den Zeilen zu entnehmen, daß der Bau einer Hauptschule in Hunderdorf nicht berechtigt und deshalb als Fehlinvestition oder Schildbürgerstreich zu beurteilen sei. Ich will mit meinen folgenden Feststellungen — nicht von Emotionen getragen — allen Lesern auch einmal einige Argumente aus der Sicht des Schulverbandes Hunderdorf aufzeigen. Hunderdorf ist einer der stärksten Schulverbände im Landkreis Bogen mit derzeit 680 Schülern. Diese Zahl wird sich nach dem Bezug des neuen Schulgebäudes auf rund 750 erhöhen. Was die sogenannte Zweizügigkeit betrifft, ist der Schulverband Hunderdorf die bestgegliederte Hauptschule neben Schwarzach. Frau Anlauf aus Haselbach dürfte in ihrem Leserbrief sicher auch übersehen haben, daß es sich beim Schulverband Hunderdorf nicht nur um die Gemeinde Hunderdorf allein handelt, sondern auch um die Gemeinden Windberg, Steinburg. Gaishausen, Neukirchen und Obermühlbach. Betrachtet man den großen Einzugsbereich dieser sechs Gemeinden, dann wird die immer wieder betonte „Nähe zur Stadt Bogen“ sofort anders zu bewerten sein. Ich verstehe es selbstverständlich, daß Mitterfels als künftiges Kleinzentrum um den Bestand der Hauptschule kämpft. Niemand von den Kritikern der Hauptschule Hunderdorf hat aber bisher objektiver Weise erwähnt, daß auch die Gemeinde Hunderdorf laut Bayernprogramm I als Kernsiedlungsgemeinde Unterzentrum sein soll, wie Mitterfels. Warum, so frage ich mich, verübelt man uns den Sitz einer Hauptschule? Haben wir — wenn wir auch von der Presse nicht soviel Gebrauch gemacht haben — nicht dasselbe Recht? Die nüchterne Tatsache. daß der Schulverband Hunderdorf die notwendige Schülerzahl aufweist, verkehrstechnisch gut erschlossen und Hunderdorf im Landkreis Bogen keine unbedeutende Gemeinde ist, hat sicher auch unsere Mandatsträger veranlaßt, seinerzeit den angestrebten Hauptschulsitz zu unterstützen, wofür wir auch dankbar sind. Es ist meines Ermessens leicht. Gott und die Welt zu verdammen und über Persönlichkeiten herzufallen, die letztlich nicht nur den Bürgermeister von Hunderdorf vertreten haben, sondern immerhin einige Tausend Bewohner im Schulverband Hunderdorf, die ihre Interessen genauso gewahrt wissen wollen, wie alle anderen Bürger auch. Auch uns ist der Hauptschulsitz nicht in den Schoß gefallen. Wir mußten genauso zäh darum ringen. Allerdings haben wir nicht alle anderen für unsere schwierige Situation verantwortlich gemacht, sondern vielmehr den Hebel rechtzeitig bei uns in unserem Raum angesetzt. Was veranlaßt verschiedene Leute im Raume Mitterfels — Haselbach zu den ständigen Seitenhieben auf den Schulverband Hunderdorf? Wollen sie eine gute Sache zerschlagen, um für sich etwas herauszuholen? Ich persönlich halte solche Absichten – sollten sie bestehen — der ganzen Schulverbandsangelegenheit Mitterfels nicht für dienlich.
Frau Anlauf z. B. hätte sich erst einmal bei uns erkundigen sollen. Wir hätten dieser streitbaren und mit Polemik nicht sparenden Dame eine ganze Menge Unterlagen über den ausgezeichnet funktionierenden und notwendigen Schulverband Hunderdorf zur Hand geben können. Ich bin überzeugt, daß dann ihr Urteil anders ausgefallen wäre.
Karl Härtenberger
Vorsitzender des Schulverbandes
Hunderdorf
Quelle: Bogener Zeitung, 02.12.1971


Herr oder Sklave des Fernsehens?
Elternseminar der Pfarrei Hunderdorf nahm mit 100 Zuhörern guten Auftakt
Hunderdorf.
Nahezu hundert Interessenten konnte am Dienstagabend der Pfarrgemeinde-ratsvorsitzende Willi Hornberger begrüßen, als Studienrat Dorner aus Wiesent die Vortragsreihe mit „Kinder vor dem Bildschirm“ begann. In diesem Elternseminar, so führte Hornberger aus, sollen die Probleme der Kinder besser durchleuchtet, und in vier Vorträgen durch Referate und anschließenden Diskussionen manche Verhaltensweise unserer Kinder erörtert, ausgelegt und besprochen werden.
Studienrat Dorner warf zunächst einmal die Frage auf, ob die Erwachsenen überhaupt das Fernsehen bewältigt haben. Wie ist die Situation in der Familie, wie verhalten sich die Eltern zum Angebot des Fernsehens, sind wir Allesseher? Wir selber stünden noch zu sehr im Banne dieses modernen Kommunikationsmittels, als daß wir uns dieses Einflusses voll entziehen könnten.
Der Referent ging auf die Chancen und Gefahren ein, die sich für das Kind ergeben. Zu langes Sitzen vor dem Zauberkasten könne unter Umständen zu schlechter Haltung, Kreislaufschäden und sogar Schwächung der Augen führen, vor allem dann, wenn Abstand und Ausleuchtung des Bildschirmes nicht richtig seien. Besonders aber sei während dieser Zeit der kindliche Bewegungsdrang eingeengt, der sich unter Umständen nach den Sendungen doppelt bemerkbar machen könne.
Durch Erhebungen an Schulen wurde festgestellt, daß zu langes Sitzen täglich vor dem Gerät auch die Konzentrationsfähigkeit der Kinder beschränkt, daß die Fantasie durch das Vorhandensein von Bild und Ton wesentlich weniger gefördert werde, als etwa bei Hörspielen oder Erzählungen. Im weiteren könne es durch das Fernsehen beim Kind zum Aufbau einer Scheinwelt kommen, die Konfliktsituationen innerhalb der eigenen Familie heraufbeschwöre. Zugleich aber gehe von verschiedenen Sendereihen ein gewisser Trend zur Verrohrung aus, der bei Untersuchungen in den Vereinigten Staaten erkennen ließ, daß „eifrige Fernsehkinder“ hier eine gewisse Ansteckung oder Abhängigkeit zeigten. Dabei konnte man auch feststellen, daß sexuelle Probleme weniger nachhaltige Wirkung als Brutalität und Grausamkeit hatten.
Ganz allgemein waren die Vorschläge, die Herr Dorner den Eltern mitgab. Dazu gehört, daß Kinder im Vorschulalter am besten nicht fernsehen, daß Fernsehen nur in Frage kommt, wenn vorher die Hausaufgabe gemacht ist, daß nicht auch beim Essen der Apparat läuft, daß Kinder nie alleine fernsehen sollen, wo sie mit unbewältigten Fragen und Antworten auf das Geschehen bleiben und schließlich, daß eine gezielte Programmauswahl von den Eltern getroffen werden soll. Nicht zu vergessen ist dabei aber die positive Seite des Fernsehens, denn gerade die Möglichkeit der Information, die Möglichkeiten der Weiterbildung, die Sendungen für die Schule und die Studienprogramme kommen dem Bildungsbedürfnis weit besser nach, als dies bisher in einem Kommunikationsmittel möglich war. Richtiges Abwägen der Sendungen, gezielte Auswahl, Toleranz bei der Programmaussuche und zeitlich begrenzte Sitzen vor dem Bildschirm müssen unbedingt in der Familie getroffen werden. Die Eltern müssen sich dabei einig sein und hier ihre eigene Situation zuerst prüfen und schließlich zu einer kinder- und familiengerechten und zumutbaren Auswahl der Sendungen kommen.
Im Anschluß an das Referat zielten die Fragen vor allem auf die „Schauzeit“ für die einzelnen Altersstufen, die Zumutbarkeit verschiedener Sendereihen für die Kinder und die Programm-gestaltung der Anstalten im Hinblick auf die >Schüler ab.
Quelle: Bogener Zeitung, 03.12.1971


Hunderdorf. Rotes Kreuz: Samstag, 4. Dezember, 19.30 Uhr, Dienstabend im Salon Hoffmann.
Quelle: Bogener Zeitung, 03.12.1971


Hunderdorf. CSU: Am Sonntag politischer Frühschoppen mit MdB Alois Rainer um 10 Uhr im Gasthaus Edbauer-Baier.
Quelle: Bogener Zeitung, 04.12.1971


Hunderdorf. Gesangsgruppe: Dienstag, 7. Dezember, 20 Uhr, Gesangsabend im Gasthof Sandbiller.
Quelle: Bogener Zeitung, 04.12.1971


Steinbauer-Mutter feierte 80. Geburtstag
Hunderdorf.
Am Freitag konnte Anna Steinbauer, wohnhaft in Hofdorf, ihr 80. Geburtsfest feiern. Harte Arbeit, schwere Krankheiten und Schicksalsschläge zeichneten das Leben der noch immer humorvollen Frau. Geboren wurde die Jubilarin in Hofdorf. Sie ist eine gebürtige Obermeier. Am 22. 10. 1917 ehelichte sie Josef Steinbauer (Nachdem der 1. Ehemann im Weltkrieg im Jahre 1915 gefallen war). Gefeiert wurde der Ehrentag im Familienkreis, zu dem neben den zwei Kindern mit ihren Ehegatten auch fünf Enkel gehören. Zu den Gratulanten gehörte auch Bürgermeister Härtenberger, der die Glückwünsche der Gemeinde Hunderdorf übermittelte und einen Geschenkkorb überreichte.
Quelle: Bogener Zeitung, 06.12.1971


In Vorfahrtsstraße eingefahren — 4 000 Mark Schaden
Hunderdorf.
Am Sonntag gegen 10.30 Uhr übersah ein Kfz-Fahrer bei der Ausfahrt aus der Nolte-Fabrik einen PKW, der auf der Staatsstraße von rechts kam. Der PKW-Fahrer mußte ausweichen, geriet ins Schleudern, kam nach rechts ab und prallte gegen eine Betonmauer. Der Schaden am PKW betrug ca. 4 000 Mark.
Quelle: Bogener Zeitung, 07.12.1971


Nach Gottes heiligem Willen verschied am 6. 12. 1971 mein lieber Gatte, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager, Onkel und Pate
Herr Alois Mühlbauer
Landwirt
langjähriger Gemeindediener, Mitglied der Marianischen Männerkongregation Straubing, FFW Gaishausen, Krieger- und Soldatenkameradschaft Hunderdorf

im Alter von 63 ½ Jahren, selig im Herrn.
Hochholz, Weinberg, Aholfing, Ellaberg, Ottering, Tananger, den 6. 12. 71
In stiller Trauer:
Maria Mühlbauer, Gattin
Maria Schuhmann, Tochter mit Kindern
Alois Mühlbauer, Sohn mit Familie
Rupert Mühlbauer, Sohn mit Familie
Geschwister und übrige Verwandtschaft
Trauergottesdienst am Mittwoch, den 8. 12. 1971, um 15 Uhr, in Hunderdorf, mit anschließender Beerdigung. Sterberosenkranz heute um 16 Uhr.
Quelle: Bogener Zeitung, 07.12.1971


Weitere Preissteigerungen gefährden Arbeitsplätze
CSU-Frühschoppen mit MdB Rainer – Urkunden an Pfarrer Ruhs und Alois Beck für 25jährige Mitgliedschaft
Hunderdorf.
Bei einer CSU-Versammlung stellte MdB Rainer fest, die jetzige Bundesregierung habe ihre Wahlversprechen nicht in die Tat umsetzen können. So lange der Schießbefehl an der Mauer anhalte, könne auch von einer Entspannungspolitik keine Rede sein. Die CSU-Devise laute deshalb: „Um noch mehr Schaden zu vermeiden, soll die jetzige Regierung möglichst bald abgelöst werden.“.
Der CSU-Ortsverbandsvorsitzende Willi Hornberger konnte zum politischen Frühschoppen am Sonntag im Gasthaus Baier MdB Alois Rainer, Bürgermeister Härtenberger und zahlreiche Freunde der CSU begrüßen.
Über die wirtschaftliche Situation der Bundesrepublik führte der Referent, MdB Rainer, aus: „Mit dem von der Bundesregierung herausgegebenen Halbzeltbericht hat sich gezeigt, daß die Koalitionsparteien selbst nach zwei Jahren Regierungszeit viele Vorstellungen nicht verwirklichen konnten. Die Unsicherheit im deutschen Volke zeigt sich in allen Bereichen.“ Die Regierung könne den Preissteigerungen nicht wirksam entgegentreten und bringe dadurch auch die Arbeitsplätze in Gefahr. Wo nehme sie den Mut her, um im Zehnerclub über eine 14prozentige DM-Aufwertung zu diskutieren? Würden sich noch die USA zu einer Aufwertung entschließen, so werde die Aufwertung nicht elf Prozent betragen, sondern sogar noch höher sein.
Wer in fünf Jahren noch in der Landwirtschaft arbeiten könne, werde kaum unter diesen Umständen am Lebensstandard der übrigen Bevölkerung teilhaben können. Es sei auch gänzlich unmöglich, daß die von den Gewerkschaften für die Arbeitnehmer ausgehandelten Lohnerhöhungen infolge der Preissteigerungen sichtbar würden. Die jetzige Regierung wage es, bei der Rentengesetzgebung zu sagen, daß eine 6,5prozentige Rentenerhöhung besser sei als eine 11prozentige. Man lehne eine Erhöhung um 11 Prozent nicht aus finanziellen Gründen, sondern aus Konjunkturgründen ab.
„Was von der CSU in all den Jahren ausgebaut wurde, ist in den letzten zwei Jahren von der SPD-FDP-Regierung erheblich gestört worden. Unsere CSU-Devise ist deshalb: Um noch mehr Schaden zu vermeiden, ist es wichtig, die jetzige Regierung zum nächstmöglichsten Zeitpunkt, spätestens 1973, abzulösen. Sonst wird es noch schlimmer im Hinblick auf die Schaffung von neuen Strafgesetzen, der Abschaffung des § 218 usw., die eine Staatsmoral zerstören. Wir müssen die Jugend vor Schaden in späteren Zeiten bewahren“, sagte Rainer wörtlich.
Auf die Außenpolitik der Regierung eingehend, meinte der Bundestagsabgeordnete, „Alle Abmachungen der Entspannungs- und Friedenspolitik sollen den Frieden 100prozentig bejahen. Den Frieden von morgen will jeder. So lange aber der Schießbefehl der Deutschen auf Deutsche und so lange die Mauer undurchlässig ist, kann von einer Entspannungspolitik nicht die Rede sein.“
Auch die Opposition solle Einsicht in die Ostverträge nehmen können, bevor die Zustimmung gegeben werde. Mit Verträgen mit dem Ostsektor solle man äußerst vorsichtig sein, denn man wisse genau, wie dort die Dinge lägen. Rainer erinnerte an den Einmarsch der Warschauer Pakt-Staaten in die CSSR.
Die anschließende Diskussion brachte folgende interessante Bemerkung des Bundestagsabgeordneten Rainer: Die Autobahn Regensburg – Passau wäre früher zum Bau gekommen, wäre die CSU an der Regierung. Nach dem jetzigen Stand sei mit dem Ausbau jedoch vor 1975 nicht zu rechnen.
MdB Alois Rainer überreichte für 25jährige CSU-Mitgliedschaft an Pfarrer Georg Ruhs sowie an Alois Beck sen. je Urkunde und eine Ehrennadel. Für 10jährige Mitgliedschaft und als Gründungsmitglied der Jungen Union konnte Franz Neumaier eine Urkunde in Empfang nehmen.
Quelle: Bogener Zeitung, 08.12.1971


Geschenke für die Jugendbetreuer
Hunderdorf.
Am Samstag hatte für die Damen-, Schüler- und Jugendabteilung des SV Hunderdorf bereits die Weihnachtsfeier stattgefunden. Jugendleiter Karl Hirtreiter begrüßte hierzu besonders die Vorstandschaft, G. Peschke, M. Leonhardt, Ehrenvorstand H. Maier. sowie zahlreiche Gäste.
Vorstand Peschke dankte dem Nachwuchs des Vereins für den sportlichen Einsatz und für den sportlichen Einsatz und richtete die Bitte an ihn, auch im kommenden Jahr bestrebt zu sein, den Verein erfolgreich zu vertreten. Schüler-Spielführer Klaus Hirtreiter bedankte sich bei Trainer Gustav Hamberger und Alfred Bugl für die Mühe in diesem Jahr und überreichte ein Geschenk. Xaver Kern, Spielführer der 1. Jugendmannschaft übergab im Namen seiner Kameraden Geschenke an Jugendbetreuer Karl Hirtreiter, Kornel Klar jun. und Xaver Diewald, sowie an Frau Hirtreiter als Dank für die Verdienste um die Jugendmannschaften.
Quelle: Bogener Zeitung, 08.12.1971


Dem Kind Entscheidungsfreiheit lassen
Elternseminar befaßte sich mit Autorität und Gehorsam
Hunderdorf.
Das Elternseminar der Pfarrei Hunderdorf wurde am Wochenende mit dem Referat „Unsere Kinder gehorchen nicht mehr“ (Autorität und Gehorsam) fortgesetzt. Auch für diesen Vortrag zeigten die Erwachsenen wieder erstaunliches Interesse.
Referent Kormann stellte eingangs seines Referates die Ursachen für viele Erziehungs-schwierigkeiten heraus, die teils in zerrütteten Ehen, in einer labilen Erziehung und in der In-konsequenz der Erziehung zu finden seien. Für eine funktionierende Erziehung sei Ordnung in der Ehe, in der Familie, im Bereich des Hauses und der Religion notwendig. Die Kinder sollten die Liebe der Ehegatten zueinander spüren, sie sollten merken, daß sich die Eltern in den wichtigen Fragen einig seien. Ordnung und Ehrlichkeit müßten Kindern gegenüber von den Eltern selbst vorgelebt werden. Dabei sollte man von ihnen nicht mehr verlangen, als man selber leisten könne.
Erziehung zum Gehorsam sei auch heute noch notwendig. Gewöhnung, gutes Vorbild und das Aufstellen von Werten und Grenzen im Bereiche des täglichen Lebens, der Religion usw. seien dazu notwendig. Wichtig sei dabei, daß man mit den Kindern spreche, sich selbst über ihre Angelegenheiten informiere, sich weiterbilden, zu seiner Überzeugung stehe und auf die Problem, der Kinder eingehe. Die Haupterziehungslast liege heute immer mehr bei den Eltern, da Kirche und Schule mehr und mehr ausscheiden. Das Kind müsse das Interesse der Eltern spüren, wenn es mit Fragen aus seinem Lebensbereich zu ihnen komme. Auch die Strafe sei noch nicht aus dem Erziehungsprogramm wegzudenken, wenn auch körperliche Strafe kein geeignetes Erziehungsmittel sei. Schließlich sei auch die Technik des Befehlens von Bedeutung. Bei gut ausgeführten Befehlen müsse auch das Lob kommen und sollte das Ergebnis des Befehls trotz der aufgebrachten Mühe nicht zufriedenstellend sein, so sei unbedingt eine Bewährung zu geben. Das Kind solle aber auch an den Entscheidungen teilnehmen, und es soll ihm Spielraum gegeben werden, es soll lernen, sich in Freiheit zu bewähren.
In der anschließenden Diskussion tauchten die Fragen auf, ob Buben und Mädchen das gleiche lernen sollen, wie hoch das Taschengeld sein soll und inwieweit Kinder auch zu häuslichen Tätigkeiten herangezogen werden sollen.
Am kommenden Samstag wird das Elternseminar mit einem Vortrag des Leiters der Erwachsenenbildung in der Diözese „Erziehen ohne Strafe“ abgeschlossen.
Quelle: Bogener Zeitung, 08.12.1971


Großlintach. Rotes Kreuz: Mittwoch, 8. Dezember, 19.45 Uhr, Versammlung im Gasthaus Schlecht.
Quelle: Bogener Zeitung, 08.12.1971


Nikolaus kam zum Trachtenverein
Hunderdorf.
Im Gasthaus Sandbiller fand die Nikolausfeier des Heimat- und Volkstrachtenvereins Hunderdorf statt. Der Nikolaus fand lobende Worte für den Verein und erfreute die Kleinen mit einer Tüte voller Süßigkeiten (unser Bild). Als Ehrengäste konnte Vorstand Ernst Sacher Pfarrer Ruhs, Prior Pater Wolfgang, Kaplan Rainer, Pater Thomas, die Gemeinderäte Anleitner und Neumaier sowie viele Vereinsmitglieder mit ihren Familienangehörigen willkommen heißen. Kaplan Rainer wies in seiner Festansprache auf den Sinn und die Bedeutung der Adventszeit hin. Sie sei eine Zeit für die Erwachsenen zum Nachdenken und zur Besinnung, für die Kinder eine Zeit der Erwartung und der Freude. Prior Pater Wolfgang freute sich besonders, als Ehrenmitglied im Kreise der Trachtenfamilie sein zu dürfen. Prior Wolfgang bekräftigte die Worte des Kaplans und regte an, die Vorbereitung auf die Weihnachtszeit zu überlegen. Pfarrer Ruhs betonte, daß er sich im Trachtenverein wohlfühlt und „daheim“ ist, denn die Pfarrei habe mit dem Trachtenverein vieles gemeinsam. Ernst Sacher nahm die Gelegenheit zum Anlaß, Pfarrer Ruhs zum Geburtstag alles Gute zu wünschen und eine kleine Aufmerksamkeit zu überreichen.
Quelle: Bogener Zeitung, 08.12.1971


Maria Zollner wurde 80 Jahre
Gaishausen.
Am 6. Dezember vollendete Frau Maria Zollner, Austragsbäuerin von Gaishausen, bei noch guter Gesundheit ihr 80. Lebensjahr. Im Haushalt der Tochter macht sich Frau Zollner durch eifrige Mithilfe noch nützlich. Zum Ehrentag gratulierten neben vielen Bekannten auch die Gemeindeverwaltung mit einem Geschenkkorb durch Bürgermeister Gall und Michl, die der Jubilarin noch viele ungetrübte Jahre wünschten.
Quelle: Bogener Zeitung, 08.12.1971


90. Rosenhammer im begnadeten Alter
Der drittälteste Bürger der Gemeinde feierte seinen 90. Geburtstag
Haselbach. Vor 90 Jahren erblickte Xaver Rosenhammer aus Unterwiesing in Buchaberg bei Windberg als Landwirtssohn das Licht der Welt. Seine Eltern verzogen aber alsbald nach Landasberg, wo sie das heutige Kirchbauernanwesen erwarben. Nach seiner Volksschulentlassung erlernte er in Loham das Schneiderhandwerk. Diesen Beruf übte er noch bis vor einigen Jahren aus. 1912 verehelichte er sich mit der Landwirtstochter Anna Seign von

Unser Bild zeigt Bürgermeister Mandl (rechts) mit dem drittältesten Gemeindebürger, dem 90jährigen Xaver Rosenhammer

Steckenhof, Gemeinde Haselbach, und verzog nach Unterwiesing, wo er eine kleine Landwirtschaft erwarb. Von seinen sechs Kindern leben noch vier, eine Tochter starb, während ein Sohn noch immer seit dem Zweiten Weltkrieg als vermißt gilt. 1955 übergab er die Landwirtschaft seiner Tochter Maria Lehner. Acht Enkelkinder und fünf Urenkel erschienen neben den eigenen Kindern zur Gratulation am Donnerstag. Leider ist dem Jubilar seine Gattin vor einem Jahr verstorben. Er hat sie jahrelang in rührender Weise gepflegt. Heute liest er noch ohne Brille jeden Tag seine Heimatzeitung, die ihm auch alles Gute wünscht.
Der Haselbacher Schülerchor mit Konrektor Baier brachte dem Drittältesten der Gemeinde ein Geburtstagsständchen dar. Bürgermeister Mandl überbrachte ihm einen prächtigen Geschenkkorb und gratulierte im Namen der Gemeinde Haselbach.
Quelle: Bogener Zeitung, 09.12.1971


Schulverbandsausschuß-Sitzung
Hunderdorf.
Am kommenden Montag findet im Gemeindeamt Hunderdorf eine Sitzung des Schulverbandsausschussess statt. Die Tagesordnung sieht vor: 1. Aufnahme eines Darlehens für Schulmöbelierung, 2. Informationen, 3. Schulneugliederung. 4. Einstellung eines Hausmeisters und 5. Verschiedenes.
Quelle: Bogener Zeitung, 10.12.1971


Hunderdorf. Ski-Club: Sonntag, 12. Dezember, 18 Uhr, vorweihnachtliche Feier im Clublokal Sandbiller.
Quelle: Bogener Zeitung, 10.12.1971


Hunderdorf. Heimat- und Volkstrachtenverein: Samstag. 11. Dezember, 20 Uhr, Vereinsabend im Gasthaus Sandbiller.
Quelle: Bogener Zeitung, 10.12.1971


Das Standesamt Bogen im November
Bogen.
Im November verzeichnete das Standesamt Bogen 23 Geburten, zwei Trauungen und neun Todesfälle. Geburten: … Max Alfrd Fellinger, Sollach, Gde. Hunderdorf; Jürgen Michael Fronauer, Wegern, Gde. Steinburg … Robert Markus Hornberger, Schafberg, Gde. Steinburg … Günther Alfons Hilmer, Schambach … Todesfälle: … Niemaier Maria, Geschäftsinhaberin. Bogen, Stadtplatz 4, 74 Jahre …
Quelle: Bogener Zeitung, 10.12.1971


Bergwachtler legen Prüfung ab
Steinburg
. Am heutigen Samstag, 19 Uhr, findet in der Brauereigaststätte Berger, Steinburg, die Abnahme der Prüfung für das Leistungsabzeichen des Bayerischen Roten Kreuzes in Bronze statt. Bereits um 18 Uhr ist Vorstandssitzung der Vorstandschaft der BRK-Bergwacht des Landkreises Bogen.
Quelle: Bogener Zeitung, 11.12.1971


Hunderdorf. Bayerischer Bauernverband: Sonntag. 12. Dezember, 14 Uhr, Mitgliederversammlung im Gasthaus Deschl. Tagesordnung: Wahl der Ortsvorstandschaft für die kommenden fünf Jahre. Aussprache der „Reisig-Hack-Gemeinschaft“.
Quelle: Bogener Zeitung, 11.12.1971


Au vorm Wald. Freiwillige Feuerwehr: Sonntag, 12. Dezember, Christbaumversteigerung im Gasthaus Wagner.
Quelle: Bogener Zeitung, 11.12.1971


Die ersten Bronze-Leistungsabzeichen
Rotkreuz-Kreisverband Bogen begann mit Leistungsprüfungen – 18 Bergwachtler bestanden

Bogen/Steinburg.
Seit mehreren Wochen laufen im Rotkreuz-Kreisverband Bogen die Vorbereitungen für die Ablegung der Leistungsprüfungen der Stufe I in Bronce. Die für die einzelnen Gruppen verantwortlichen Kolonnenführer haben nichts unversucht gelassen, ihre Helferinnen und Helfer auf dieses Ziel hinzuführen und sie sowohl in der Theorie als auch in der Praxis fit zu machen. Die Schwierigkeit besteht insbesondere darin, daß die Kandidaten zwar den großen Rahmen der Leistungsprüfung kennen, nicht aber die Einzelaufgaben. die sie lösen müssen.
Hauptziel dieses Wettbewerbs ist nicht die Erringung des


Die Bergwachtkameraden mit ihren Schiedsrichtern nach bestandener Leistungsprüfung

Leistungsabzeichens als solches, sondern den Helfer und die Helferin zu befähigen, im Ernstfall gekonnte lebensrettende Ersthilfe am Unfallort zu leisten. Selbstverständlich soll jeder, der das Leistungsabzeichen errungen hat, dieses mit Stolz tragen und damit nach außen hin kund tun, daß er ein qualifizierter Helfer im Bayerischen Roten Kreuz ist.
Die Bergwachtabteilung im Roten Kreuz war die erste Gruppe, die sich am vergangenen. Samstagabend dem Schiedsrichterkollegium. bestehend aus Bergwachtsarzt F. Sauckel, Kreiskolonnenführer Klar, BRK-Instruktor Rupert Niedermeier, Kreisgeschäftsführer Rudi Nowak und Kolonnenführer Bernd Molter im Bergersaal in Steinburg stellte.
Kreiskolonnenführer Klar, der als Prüfungsleiter fungierte, hieß die Erschienenen herzlich willkommen und sagte, daß diese erste Leistungsprüfung im Landkreis als Testprüfung angesetzt wurde. Mit den aus dieser gewonnenen Erfahrungen wolle man in den nächsten Wochen in die einzelnen Gruppen hinausgehen und versuchen, die große Zahl der Kandidaten zum gesteckten Ziel hinzuführen.
Zunächst hatten die 18 Bergwachtmänner die Testbögen auszufüllen, die schon ein umfangreiches theoretisches Wissen erforderten. Sodann galt es, bei sechs praktischen Fällen das Können am „Verletzten“ zu beweisen. Die Aufgaben wurden vorher ausgelost, so daß keiner der Prüflinge vorher wußte, welchen „Fall“ er erstehilfemäßig zu versorgen hatte.
Dank des guten Zusammenspiels des Schiedsrichterkollegiums konnten noch am gleichen Abend die Ergebnisse bekanntgegeben werden. Vorher nahmen die Schiedsrichter zu den einzelnen Aufgaben Stellung und zeigten die kleinen Mängel auf, die da und dort festzustellen waren. Bergwachtsarzt Fr. Sauckel beleuchtete die einzelnen Arbeiten aus der Sicht des Arztes. Mit den Leistungen der Kandidaten war er sichtlich zufrieden.
Schließlich durfte Kornel Klar unter großem Beifall bekannt geben, daß alle Teilnehmer das Prüfungsziel erreicht hätten. Mit herzlich gehaltenen Glückwünschen händigte er die am gleichen Tag in Bogen eingetroffenen Leistungsabzeichen in Bronce aus. BW-Arzt Sauckel überraschte seinerseits die Rotkreuz- bzw Bergwachtausbilder Klar, Niedermeier, Nowak, Lob-meier, Hermann, Müller und Wühr mit dem Leistungsabzeichen, das diese schon vor längerer Zeit in Regensburg bzw. in der BW-Hütte in Grün ablegen mußten.
Sie konnten als erste Kandidaten im Landkreis Bogen das Leistungsabzeichen in Bronce erringen: Alois Kronfeldner. Jakob Heßler, Anton Pacher, Walter Behring, Reinhard Wurm. Rudi Nowak ju., H. Schmitz, Rudi Heilmann, Rudi Stöger, Ludwig Kaufmann, Josef Gilch, Peter Kippke, Max Gierl, Josef Niemeier, Karl Katzendobler, Jakob Himmer, Josef Wurm und Alfons Pielmeier.
Quelle: Bogener Zeitung, 13.12.1971


Mühlbauers verdienstvolles Wirken
Große Gratulationscour für den Kreisbrandinspektor – Landrat und Feuerwehrkommandanten gratulierten

Bogen/Hunderdorf.
Im zweiten Teil der am vergangenen Samstagnachmittag im Sandbillersaal in Hunderdorf stattgefundenen Herbstversammlung der Feuerwehrkommandanten des Landkreises Bogen ehrten Landrat Hafner, Außenstellenleiter Rohmann und die Chefs der Ortsfeuerwehren ihren verdienten Kreisbrandinspektor Stefan Mühlbauer anläßlich der Verleihung des Steckkreuzes zum Feuerwehrehrenzeichen durch den Regierungspräsidenten Johann Riederer.

Landrat Hafner beglückwünschte KBI Mühlbauer zur Verleihung des Steckkreuzes zum Feuerwehrehrenzeichen

In seiner Laudatio würdigte Landrat Hafner das verdienstvolle Wirken Stefan Mühlbauers, den er als einen „Feuerwehrmann mit Leib und Seele“ und einen achtungsvollen Chef der Feuerwehren des Landkreises Bogen bezeichnete.
Stefan Mühlbauer kam im Jahre 1950 zur Freiwilligen Feuerwehr Siegersdorf, die ihn bereits ein Jahr später zu ihrem Kommandanten wählte. Dieser Wahl folgte im Jahre 1954 die Bestellung zum Kreisbrandmeister und 1962 die Bestätigung zum stellvertretenden Kreisbrandinspektor. Im Jahre 1968 wählten ihn die Feuerwehrkommandanten zum Kreisbrandinspektor. Die Regierung bestätigte Mühlbauer auf Vorschlag des Landrats am 1. 1. 1969 in diesem Amt.
Dieser rasche Aufstieg sei darauf zurückzuführen, sagte Hafner, daß man sehr bald seine großen fachlichen Kenntnisse und die Fähigkeit zur Menschenführung erkannt habe. Ob seines aufrichtigen und redlichen Charakters habe sich Stefan Mühlbauer sehr schnell das Vertrauen seiner Feuerwehrkameraden und der Behörden erworben. Wie ernst der Kreisbrandinspektor seine Aufgaben nehme, zeige der Erfolg, der ihm und damit uns allen beschieden sei. Stefan Mühlbauer sehe seine Aufgabe nicht nur darin, das Feuerlöschwesen in technischer Hinsicht zu verbessern, sondern die Wehren auch ausbildungsmäßig in einen hohen Stand zu versetzen. Für ihn sei es schon Selbstverständlichkeit geworden. für die Freiwilligen Feuerwehren seine Freizeit zu opfern, sagte Landrat Hafner, der ihm auch eine hervorragende Zusammenarbeit mit den Behörden bescheinigen durfte.
„Wir alle preisen uns glücklich, daß die Leistungen des Kreisbrandinspektors auch höheren Orts anerkannt worden seien. Diese Anerkennung fand in der Verleihung des Steckkreuzes zum Feuerwehrehrenzeichen durch das Bayerische Staatsministerium des Innern seinen würdigen Niederschlag“ sagte Hafner. Seinen Glückwünschen schloß sich Außenstellenleiter Bohmann (Bayerisches Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz) an. Kreisbrandmeister Werner Lang machte sich zum Sprecher der Feuerwehrkommandanten und dankte KBI Mühlbauer für seine Einsatzfreudigkeit und sein kameradschaftliches Verhalten in allen Bereichen. Landrat Hafner überreichte namens des Landkreises an Stefan Mühlbauer einen hübschen Zinnteller.
Quelle: Bogener Zeitung, 13.12.1971


Kindliches Spiel im Vorschulalter
Elternseminar der Pfarrei setzte die Reihe der Aufklärungsvorträge fort
Hunderdorf.
,.Lernen und Erziehen im Vorschulalter“ war das Thema des Vortrages, mit dem das Elternseminar der Pfarrei Hunderdorf die Reihe der Aufklärungsvorträge fortsetzte. Ursprünglich war für diesen Abend die Sozialpädagogin Frau Wolf vorgesehen mit dem Referat .,Kindliches Spiel ist mehr als Spielerei“ doch wegen einer Erkrankung sprang Sozialreferent Gerhard Wolf (Caritas-Verband der Diözese Regensburg) ein mit einem Thema, das seinem Inhalt nach nur wenig von dem vorgesehenen Referat abwich. Der Referent betonte, daß das kindliche Spiel im Vorschulalter von großer Bedeutung für die Entwicklung sei. Alle Anlagen unserer Kinder müßten nach Möglichkeit ausgebaut und dürften in keinen Bereich vernachlässigt werden. Die Spielinhalte müßten unserer modernen Weit angepaßt sein und sollten nicht aus dem vorigen Jahrhundert stammen.
„Wir erziehen unsere Kinder für morgen und nicht für gestern“ sagte Wolf. Also hätten manche Dinge, mit denen unsere Großeltern gerne spielten, für unsere Kinder keine Bedeutung und Beziehung mehr. Kindliches Spiel entwickle sich auch am Vorbild, an den Eltern, den Großeltern oder der Kindergärtnerin. Die Psychologie habe erkannt, daß Begabung nicht etwas Unveränderliches sei, sie könne entwickelt, gefördert oder vernachlässigt werden. Vorhandene Anlagen und Begabungen müßten, daher gefördert werden, wenn sie nicht verkümmern sollen. Das Kind im Vorschulalter müsse sich sein Wissen im Spiel konkret erarbeiten. Lernen bedeute dabei, sein Verhalten ändern. Durch das Spiel lerne das Kind die Umwelt und sich selbst erkennen.
Man unterscheide in dieser Zelt verschiedene Spielphasen. Im 1. Lebensjahr beginne die Lust des Kindes an der Tätigkeit. Es suche die Koordination der Bewegung beim Greifen, Sitzen, Gehen und Stehen. Die Rassel sei das richtige Spielzeug, aber auch der Greifring und der Beißring sollten nicht fehlen. Neben dein Holzspielzeug habe sich auch gutes Plastikspielzeug bewährt. Das Spielzeug solle wenige, aber gute Farben aufweisen, die nicht lösbar sind.
Eine 2. Spielphase beginne nach dem 2. Lebensjahr, wenn bereits Rollen- oder Deutungsspiele an der Reihe sind. Ein Stück Papier werde zum Teiler, eine Schachtel zum Auto, also „wirkliche Symbolsetzung“. Gegenstände würden auch mit Persönlichkeitscharakter versehen.
Die 3. Spielphase beginne im 3. Lebensjahr. Nun trete die Funktionslust bei den Kindern ein. Die Gegenstände würden nunmehr sachgerecht gebraucht, die „Werkreife“ beginne. Der Baukasten werde nun in allen Formen zu einem wichtigen Spielzeug. Das Kind begreife und beherrsche bereits einfache sachgerechte Verbindungen. Gruppenspiele mit Wettbewerbscharakter und Regelspiele begännen. Am Ende dieser Phase setze die Schulreife ein.
Wolf stellte auch einige Grundregeln für das Spiel der Kinder im Vorschulalter heraus:
1. Das Kind braucht für sein Spiel Platz, seine eigene Ecke.
2. Das Kind soll lange spielen dürfen. Es lernt dabei Konzentration und Leistungsfähigkeit.
3. Zu viel Spielzeug stellt das Kind vor eine kaum zu bewältigende Entscheidung.
4. Das geliebte alte und oft unschöne Spielzeug soll das Kind behalten dürfen, auch wenn es nicht mehr dem Schönheitsbegriff der Eltern entspricht.
5. Das Spielzeug soll durchschaubar sein, soll die Funktion erkennen lassen, soll auch zerlegbar sein.
6. Man soll das Kind selber finden und erfassen lassen, wo dies möglich ist.
7. Regale sind zum Aufräumen besser als Spielkisten, in denen alles nur- unübersichtlich untergebracht werden kann.
Zum Schluß wies der Referent noch auf einige gute Schriften hin, die den Eltern die Auswahl des Spielzeugs erleichtern können.
Quelle: Bogener Zeitung, 13.12.1971


Nach Gottes heiligem Willen verschied am 10. 12. 1971 meine liebe, gute Gattin, meine treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Oma, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante
Frau Maria Solcher
Viehkaufmannsgattin

im Alter von 49 Jahren, selig im Herrn.
Steinburg (Bahnhof), den 11. 12. 1971
In tiefem Schmerz:
Willi Solcher, Gatte
Edeltraud Hofmann, Tochter mit Familie
und übrige Verwandtschaft.
Trauergottesdienst am Montag, den 13. 12. 1971, um 15 Uhr, in Hunderdorf mit anschließender Beerdigung.
Quelle: Bogener Zeitung, 13.12.1971


Langfinger zog ohne Beute ab
Hunderdorf.
In der Nacht zum Samstag drang ein bisher Unbekannter durch das Abortfenster in das Bahnhofsgebäude Hunderdorf ein, brach dort ein Expreßgutpäckchen auf, fand aber nicht das „Richtige“. Er schlich sich wieder durch das Abortfenster hinaus. Zeugen, die Hinweise auf den langfingrigen Nachtbesucher geben können, möchten sich bei der Landpolizei Bogen melden. Die Aussagen werden vertraulich behandelt.
Quelle: Bogener Zeitung, 14.12.1971


Bringt Gemeindereform auch eine Feuerwehrreform?
Außenstellenleiter Bohmann: So nahe wie möglich am Objekt, dennoch Überlegungen über Konzentration anstellen

Bogen/Hunderdorf.
Bei der Herbstversammlung der Feuerwehrkommandanten und Stellvertreter des Landkreises Bogen im Gasthaus Sandbiller in Hunderdorf trat der Leiter der Außenstelle des Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz, Bohmann (Landshut), zwar für eine Reform innerhalb der Feuerwehren ein, nicht aber für eine Auflösung der Ortsfeuerwehren im Zuge der im kommenden Jahr in Kraft tretenden Gebietsreform. Zur raschen Brandbekämpfung seien auch in der Zukunft die Ortsfeuerwehren in besonderer Weise berufen, denen darüber hinaus auch die Ortskenntnis und viele andere Faktoren zugute kämen. Einige Feuerwehren im Landkreis


Karl Härtenberger erhielt als erster Bürgermeister das Leistungsabzeichen in Gold. Ihm gratulierte Landrat Hafner, Außenstellenleiter Bohmann und KBI Mühlbauer.

Bogen täten aber gut, sich alsbald mit ihren Nachbarwehren zusammenzuschließen. Bohmann sprach hierbei die Wehren an, die meinten, daß es notwendig sei, innerhalb einer Gemeinde mehrere Feuerwehren haben zu müssen.
Kreisbrandinspektor Stefan Mühlbauer lobte in seiner Begrüßungsansprache den überaus guten Besuch und hieß als Ehrengäste Landrat Xaver Hafner, Bürgermeister und Kreisrat Karl Härtenberger, Außenstellenleiter Bohmann, Landshut, Regierungsamtmann Toni Heitzer (Sachbearbeiter für Feuerlöschwesen im Landratsamt Bogen), stellv. KBI Emil Wanninger, den stellv. KBI von Viechtach, Vogel, und nicht zuletzt die Kreisbrandmeister Heß, Jungmayer, Lang, Löw und Pellkofer herzlich willkommen.
In seinem Bericht über die Kreisbrandinspektorentagung am 18. und 19. September in Straubing meldete auch Mühlbauer Bedenken dagegen an, daß die Feuerwehren keine „A-Boote“ erhalten sollen. Insbesondere wies er darauf hin, daß es nicht sinnvoll sei, THW-Ortsverbände zu gründen, wenn bereits in diesem Einsatzbereich Feuerwehren zur Verfügung stünden. Vor allem müßte auch noch die Frage der Doppelmitgliedschaft dort geklärt werden, wo innerhalb des Gemeindebereichs sowohl ein THW-Ortsverband als auch eine Freiwillige Feuerwehr bestehen und Helfer gleichzeitig bei beiden Organisationen tätig sind.
Der Sprecher befaßte sich auch mit den Leistungsprüfungen, insbesondere der Jugendgruppen. Hier sei eine acht- bis zehnmonatige Wartezeit zu erfüllen, bevor die Jugendlichen das Jugendleistungsabzeichen ablegen können, fuhr der Kreisbrandinspektor fort.
Mit Interesse verfolge man die derzeitigen Bemühungen des Deutschen Feuerwehrverbandes, meinte der KBI, die Lohnfortzahlung für die Feuerwehrkameraden zu sichern, die sich bei  einem Feuerwehreinsatz einen Schaden zuzögen.
Mit der auch im Landkreis Bogen beginnenden „Bausteinaktion“ soll die Erweiterung des Feuerwehrheimes in Bayrisch Gmain um 60 Betten ermöglicht werden. „Bausteine“ im Wert von zwei und fünf Mark wurden bei der Versammlung an die Kommandanten ausgegeben, die ihrerseits versuchen sollen, diese an Freunde und Förderer der Ortsfeuerwehr zu verkaufen.
Auf das „Verhalten der Feuerwehrmänner an Brandstellen“ eingehend meinte Mühlbauer, daß es notwendig sei, sich dessen zu erinnern, daß man einer zwar freiwilligen aber doch öffentlichen Einrichtung angehöre, deren Image es überall zu wahren gelte.
Besonderes Augenmerk sei Bränden in Lagerhäusern zuzuwenden, da bei Bränden von Kunstdünger Gase und Dämpfe entstünden, die giftig und ätzend seien.
Auch im Landkreis-Bogen werde der Winterschulung großer Wert beigemessen, meinte der Referent. Gerade für Feuerwehren mit weniger Branderfahrung und mit neuen Fahrzeugen, die ja einen bedeutenden Wert darstellten, sei es von großer Bedeutung, daß diese Geräte nun zweckdienlich eingesetzt würden. Eine intensive Schulung, auch in der Winterzeit, sei daher unumgänglich.
KBI Mühlbauer ging auch auf die diesjährige Feuerschutzwoche ein. Die Einsatzübungen seien durchaus befriedigend verlaufen. Große Bedeutung wolle man darüber hinaus auch den Frühjahrsübungen beimessen, die zum größten Teil als Alarmübungen auf größerer Ebene stattfinden werden.

Die Reihe der Ehrengäste mit denneuen Trägern der Leistungsabzeichen in Gold der FW Hunderdorf.

Zu den Bemühungen des Bundesverbandes für den Selbstschutz, im Hinblick auf den Katastrophenschutz Unterricht bei den Feuerwehren zu erteilen, meinte Mühlbauer, daß die Feuerwehr nicht der Personenkreis sei, der für den BVZ zuständig sei. Aufgabe dieses Vereins sei es, in erster Linie die Zivilbevölkerung für den V- und K-Fall auszubilden.
Aus dem „Brandbericht 1971″ war zu erfahren, daß im Landkreis Bogen im Berichtsjahr 16 Brände zu bekämpfen waren und weitere technische Hilfeleistungen vorgenommen werden mußten.
Mühlbauer mußte seine Kommandanten zum wiederholten Male darum bitten, die „Brandberichte“ bei ihm einzureichen, da diese nicht nur zu statistischen Zwecken gebraucht würden, sondern auch als Unterlagen für die Zuschußbewilligung der übergeordneten Dienststellen.
Mit Freude gab Mühlbauer bekannt, daß sich im Jahre 1971 wieder 53 Löschgruppen den Leistungsprüfungen unterzogen und zwar 18 in Bronze, 15 in Silber, zehn in der Zwischenstufe Gold und zehn in Gold. Sein großer Dank galt hierbei den Ausbildern, die sich samt und sonders große Mühe mit der Vorbereitung gemacht hatten. Schiedsrichter Heß gab zu den einzelnen Leistungsprüfungen einen interessanten „Erfahrungsbericht“.
Stellvertretender Kreisbrandinspektor Emil Wanninger beschäftigte sich in einem Kurzreferat mit dem Thema „Die Feuerwehren im Winter“. Aus reicher Erfahrung konnte er viele praktische Hinweise dafür geben, daß Fahrzeug und Löschgeräte jederzeit, auch im kältesten Winter, einsatzbereit sein müssen.
Außenstellenleiter Bohmann befaßte sich anschließend mit dem Thema „Feuerwehren und Gebietsreform“. Die Gebietereform werde am Bestand der Ortsfeuerwehren nichts ändern, weil es darum gehe, die Wehr so nahe wie möglich am Objekt zu haben. Was nütze eine schlagkräftige Stützpunktfeuerwehr, wenn sie lange Anfahrtswege habe und ankomme, wenn das Gebäude in hellen Flammen stehe. Der Ortsfeuerwehr komme neben der Ortsnähe auch die Ortskenntnis zugute, meinte Bohmann weiterhin.
Der Sprecher setzte sich allerdings dafür en, daß das Löschwesen innerhalb einer Gemeinde mehr als bisher konzentriert werde. Es sei zu vertreten, daß in einer Gemeinde zwei oder mehrere Wehren vorhanden seien, die es zu unterhalten und zu betreuen gelte. Man sollte aus einem engstirnigen Vereinsdenken herauskommen und sich in kameradschaftlicher Weise zu vereinigen versuchen.
Bohmann anerkannte die enormen Aufbauleistungen in den Feuerwehren im Landkreis Bogen und lobte die Feuerwehrfreundlichkeit sowohl des Landrats als auch der Kreisorgane die Jahr für Jahr Zuschüsse bereitstellten, wie das anderwärts kaum festzustellen sei.
Landrat Hafner freute sich über die anerkennenden Worte des Leiters der Außenstelle des Landesamtes für den Brand- und Katastrophenschutz und dankte seinerseits allen Feuerwehrmännern für ihre Einsatzbereitschaft und Treue. „Seien wir froh“, meinte der Landrat „über so viel Freiwilligkeit und Ehrenamtlichkeit, die mit jeder Reform geringer wurde. Nicht weniger als 2 200.Bürger unseres Kreises leisten derzeit in den über 60 Feuerwehren freiwillig Dienst. Gäbe es diese Freiwilligkeit nicht, müßte die Steuerschraube noch um ein Vielfaches angezogen werden.“ Feuerwehrmänner seien darüber hinaus auch Wahrer unseres Vermögens und  unserer Existenz. Auf die Zuschußgewährung hinweisend meinte der Landrat, daß sowohl Gemeinden, Landkreis und auch der Staat bestrebt seien, den Feuerwehren so gut wie nur möglich zur Hand zu gehen, um sie wichtigen Aufgaben für die Allgemeinheit erfüllen zu lassen.
Schließlich überraschten Landrat Hafner und Kreisbrandinspektor Mühlbauer mit der Mitteilung, daß Karl Härtenberger der erste Bürgermeister im Landkreis Bogen sei, der die Leistungsprüfung in Gold abgelegt habe. Beide beglückwünschten das Gemeindeoberhaupt zu diesem schönen Erfolg und gaben der Hoffnung Ausdruck, daß dieses Tun seine Nachahmung finde.
Mit dem Bürgermeister erhielten auch noch die Hunderdorfer Feuerwehrkameraden Georg Baier, Xaver Schlecht, Xaver Groß, Otto Weinzierl und Otto Sachs diese wertvolle Auszeichnung.
Bürgermeister Härtenberger machte sich zum Sprecher der Geehrten und meinte, daß Feuer-wehrdienst für sie nie eine Last gewesen sei, sondern eine selbstverständliche Bürgerpflicht.
Quelle: Bogener Zeitung, 14.12.1971


Nachruf
Unser Freund und Mitarbeiter
HERR MICHAEL RENG
ist von uns gegangen.
Lange Jahre leitete er verantwortungsbewußt und gewissenhaft unsere Abteilung Einzelfertigung. Selbstlos und aufopfernd war sein Einsatz als Lehrlingsausbilder. Er war uns allen ein guter Freund in schwerer Zeit
Wir werden ihn nie vergessen.
Werkstätten für Möbel und Kunstgewerbe
Franz-Xaver Baier und Belegschaft

Quelle: Bogener Zeitung, 14.12.1971


Hunderdorf. Sportverein: Freitag. 17. Dezember, 20 Uhr, Vereinsabend im Clublokal Sandbiller.
Quelle: Bogener Zeitung, 15.12.1971


Windberg. Bayerisches Rotes Kreuz: Freitag. 20 Uhr, Dienstabend in der neuen Unfallhilfsstelle bei Wagner, zugleich Adventsstunde.
Quelle: Bogener Zeitung, 15.12.1971


Steinburg. Freiwillige Feuerwehr: Sonntag. 19. Dezember, 14.30 Uhr, Weihnachtsfeier im Gasthaus Berger.
Quelle: Bogener Zeitung, 15.12.1971


Der Herr über Leben und Tod holte am 11. 12. 1971 meinen lieben, guten Gatten, unseren treusorgenden Vater, Sohn, Schwiegersohn und Schwager
HERRN FRANZ HORNBERGER
Landwirt

+26. 4. 1932               +11. 12. 1971
heim in sein Reich.
Hunderdorf, Alburg, den 15. 12. 1971
In tiefem Schmerz:
Rita Hornberger, Gattin
Monika, Franz, Rita und Petra, Kinder
Ludwig und Monika Hornberger, Eltern
Max und Maria Wild, Schwiegereltern
Wir haben ihn gestern in aller Stille beerdigt.
Trauergottesdienst heute, Mittwoch, 15. 12. 1971, um 8 Uhr, in der Pfarrkirche zu Hunderdorf.
Quelle: Bogener Zeitung, 15.12.1971


Ski-Club hatte Weihnachtsfeier
Hunderdorf.
Zur vorweihnachtlichen Feier des Ski-Clubs im Gasthaus Sandbiller waren zahlreiche Mitglieder erscheinen. Abteilungsleiter Kaldonek gab das Programm dieser Saison bekannt. Jeden Mittwoch ist entweder in Maibrunn oder Grün Skilauf, wenn es die Schneeverhältnisse zulassen. Zu einem passenden Zeitpunkt werden auch zwei Skirennen durchgeführt. Am 8. Januar 1972 wird der „Brettlhuperball“ im Sandbiller-Saal abgehalten.
Quelle: Bogener Zeitung, 16.12.1971


Ortsobmann Meier wiedergewählt
Hunderdorf.
Bei der gutbesuchten Versammlung des Bayerischen Bauernverbandes am Sonntag im Gasthaus Deschl in Hofdorf begrüßte Ortsobmann Hans Meier den Verbandsobmann Willi Köglmeier, Bürgermeister Karl Härtenberger und die Ortsbäuerin Maria Fruhstorfer besonders. Bei der Wahl des neuen Ortsobmannes für die Dauer von 5 Jahren wurde einstuimmig Johann Meier, Hofdorf, wieder zum 1. Vorstand gewählt. Sein Vertreter ist Franz Neumaier, Bauernholz. Als Beisitzer wurden gewählt: Georg Spielbauer, Sollach, und Max Hornberger, Hunderdorf. Johann Meier dankte den Mitgliedern für ihr Vertrauen, das sie ihm in den letzten Jahren und durch die Wiederwahl zum Obmann entgegengebracht haben. In einer Gedenkminute wurde der verstorbenen Mitglieder gedacht. Verbandsobmann Köglmeier referierte über Landabgaberente.
Quelle: Bogener Zeitung, 16.12.1971


Nächstes Jahr im neuen Schulhaus
Auf Rechtsverordnung der Regierung wird gewartet – Darlehen mußte aufgenommen werden
Hunderdorf.
Am Montag fand eine Sitzung des Schulverbandsausschusses statt. Anwesend waren u. a. Kreisangestellter Lex und Konrektor Klar. Das neue Schulgebäude soll sofort nach Beginn der Weihnachtsferien eingerichtet werden. Zum Teil wird das Mobiliar aus den Schulen Steinburg und Windberg übernommen. Diese Gemeinden geben die Schulmöbel jedoch erst ab, wenn die Rechtsverordnung der Regierung vorliegt.
Zu Beginn gab der Vorsitzende, Karl Härtenberger die Nachricht vom Ableben des Schulverbandsausschußmitgliedes Franz Hornberger, Hunderdorf, bekannt. Ihm zum Gedenken wurde eine Trauerminute eingelegt.
Anschließend stand die Aufnahme eines Darlehens (200 000 DM) für die Finanzierung der Schulhausmöbelierung zur Debatte. Aus den vorliegenden Angeboten von verschiedenen Kreditinstituten wurden die Konditionen der Raiffeisenbank Hunderdorf als günstig angesehen. Der Vorsitzende informierte die Anwesenden über die Aufstellung von Wartehäuschen, bei den Schulbushaltestellen. Hiernach ist mit der Aufstellung noch in dieser Woche zu rechnen. Ferner gab Härtenberger bekannt, daß die Haltestellen neu festgelegt wurden und diese den Kindern bekannt seien. Desweiteren einen Antrag auf Errichtung einer Schulbushaltestelle in Hasenquanten, der an die zuständige Verkehrsbehörde zur Begutachtung weitergeleitet wurde.
Eine Anregung zur Verbesserung der Verhältnisse für die Schulkinder aus dem Raume Neu-kirchen, Obermühlbach kam von Bürgermeister Primbs. Er wies darauf hin, daß die Kinder bereits um 7 Uhr früh vom Schulbus abgeholt werden. Da die Kinder zum Teil einen weiten Anmarschweg zur Haltestelle zurücklegen müssen, sei es notwendig, die Abfuhrzeiten zu verschieben. Ferner bemängelte Primbs, daß es vorgekommen sein soll, daß Kinder in Steinburg aus dem Schulbus aussteigen und zu Fuß nach Neukirchen gehen mußten. Der Schulverbandsvorsitzende wurde gebeten, die Angelegenheit zu überprüfen.
Konrektor Klar stellte fest, daß nach den Weihnachtsferien eine spätere Abfahrt des Schulbusses aus dem Gebiet Obermühlbach möglich sei. Wenn Hunderdorf allein Schulort sei, würden die Zubringerfahrten zu den verschiedenen Schulorten entfallen. Zu Beginn der Weihnachtsferien sollte dass neue Schulgebäude eingerichtet werden. Schulmobilar aus den Schulen Windberg und Steinburg sollte verwendet werden. Da jedoch die Rechtsverordnung der Regierung über die Aufhebung der Schulorte Windberg und Steinburg noch nicht eingegangen ist, sind diese Gemeinden nicht bereit, früher die Schulmöbel abzugeben.
Herr Lex gab bekannt, daß er eine Aussprache mit Lederer (Regierung von Niederbayern) geführt habe. Dieser habe ihm versichert, daß die Rechtsverordnung noch vor Weihnachten herausgegeben werde. Sie sehe vor, daß Standort nur mehr Hunderdorf sei; d. h. daß die Grundschulen Steinburg und Windberg nicht mehr bestehen werden.
Mit der Bezugsfertigkeit des neuen Schulhauses wird auch die Einstellung eines Hausmeisters notwendig. Von vier Bewerbern wurde einer ausgewählt. Dem Antrag des Sportvereins Hunderdorf wurde stattgegeben. Er erhält jährlich eine Entschädigung in Höhe von 300 DM für die Benützung des Sportplatzes und der Umkleidekabinen durch die Schulkinder.
Quelle: Bogener Zeitung, 16.12.1971


Nach Gottes heiligem Willen verschied am 14. Dezember 1971 unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester und Tante
Frau Therese Häusler
geb. Schießl
von Hof – früher wohnhaft Gut Klinglbach

im Alter von 86 Jahren, selig im Herrn.
Röhrnau, Zipflwies, Zellwies, den 16. Dezember 1971
In tiefer Trauer:
Maria Häusler, Tochter
Therese Bielmeier, Tochter mit Familie
Katharina Häusler, Schwester
und übrige Verwandtschaft
Trauergottesdienst am Freitag, den 17. Dezember 1971, um 13 Uhr, in Hunderdorf, mit anschließender Beerdigung.
Quelle: Bogener Zeitung, 16.12.1971


Hunderdorf. Krieger und Soldatenkameradschaft: Nach der Beerdigung des Xaver Solcher Weihnachtsfeier mit Tombola im Gasthaus Sandbiller.
Quelle: Bogener Zeitung, 17.12.1971


Hunderdorf. Sportverein: Sonntag, 19. Dezember, 14.30 Uhr. Christbaumversteigerung im Gasthaus Sandbiller.
Quelle: Bogener Zeitung, 17.12.1971


Der Leser hat das Wort:
Hafner: CSU hat mich noch nicht befragt
„Mit Interesse habe ich von der Ankündigung „Mit der Gemeinde wachsen auch ihre Aufgaben“ – Straubinger Tagblatt vom 16. 12. 71 – Kenntnis genommen, daß sich Bürgermeister MdB Alois Rainer auf einer gemeinsamen Sitzung der CSU-Kreisvorstandschaft von Bogen, Straubing-Land und Mallersdorf in Geiselhöring bereit erklärt hat, eine Kandidatur als Land-rat für den künftigen Landkreis Straubing-Bogen anzunehmen. Ich bin verwundert darüber, daß der CSU-Kreisverband Bogen mich als amtierenden Landrat noch nicht befragt hat, ob ich bereit bin, im neuen Großlandkreis Straubing-Bogen als Landrat zu kandidieren. Auch ich wurde schon in mehreren Versammlungen, zuletzt bei der Versammlung der Feuerwehrkommandanten, aufgefordert, mich ab 1. Juli 1972 im neuen Großlandkreis als Landrat zur Verfügung zu stellen“.
Hafner
Landrat
Quelle: Bogener Zeitung, 17.12.1971


Feuerwehrkommandanten möchten Xaver Hafner als Landrat
Bogen/Hunderdorf.
Bei der Herbstversammlung der Feuerwehrkommandanten des Landkreises Bogen wurde Landrat Xaver Hafner wiederholt gebeten, sich für eine Kandidatur als Landrat des Großlandkreises Straubing-Bogen zur Verfügung zu stellen. Unter großem Beifall erklärte sich Landrat Hafner bereit, sich entweder bei der Christlich Sozialen Union oder in einer Christlichen Wählergemeinschaft als Kandidat den Wählern zu präsentieren. Landrat Hafner meinte zwar, daß die Versammlung der Feuerwehrkommandanten nicht dazu geeignet sei, sich mit politischen Fragen auseinanderzusetzen. Mit Genugtuung nehme er aber die Willensäußerung der ersten Repräsentanten der Feuerwehren zur Kenntnis.
Quelle: Bogener Zeitung, 17.12.1971


Der Herr über Leben und Tod holte am 15. Dezember 1971 meinen lieben, guten Gatten, unserem treusorgenden Vater, Schwiegervater, Sohn, Opa, Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Onkel und Paten
HERRN XAVER SOLCHER
Fuhrunternehmer
Kriegsteilnehmer 1939/45
Mitglied der FFW Steinburg und der Krieger- und Soldatenkameradschaft Hunderdorf

geb. 14. 5. 1920                      gest. 15. 12. 1971
heim in sein Reich.
Steinburg, Straubing, den 17. Dezember 1971
In tiefem Schmerz:
Maria Solcher, Gattin
Franz Solcher, Sohn mit Familie
Ilse Solcher, Tochter
Berta Solcher,  Mutter
Paula Biendl, Schwester mit Familie
und übrige Verwandtschaft
Trauergottesdienst am Samstag, den 18. Dezember 1971, um 15 Uhr in der Pfarrkirche Hunderdorf mit anschließender Beerdigung.
Quelle: Bogener Zeitung, 17.12.1971


Franz Hornberger wurde beerdigt
Hunderdorf.
Plötzlich und unerwartet war 2. Bürgermeister und Landwirt Franz Hornberger im 39. Lebensjahr verstorben. Geschätzt bei seinen Freunden und Kollegen wegen seiner ruhigen, bedächtigen Art, geliebt in der Familie wegen seiner umfassenden Fürsorge und Um-sicht, war er viel zu früh für immer von dieser Welt gegangen. Er hinterläßt Frau und vier Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren.
Die Beerdigung fand in aller Stille statt. Neben den leidgeprüften Angehörigen begleiteten auch Bürgermeister Härtenberger, die Gemeinderatskollegen, die Feuerwehrkameraden und seine Freunde den Verstorbenen zur letzten Ruhestätte. Der Kirchenchor umrahmte die Trauerfeier.
In hohem Maße hat sich Franz Hornberger um die politische Gemeinde verdient gemacht. Seit Mai 1966 stand er der Gemeinde Hunderdorf als 2. Bürgermeister vor. Im Gemeinderat wurden seine Vorschläge geschätzt und dankbar angenommen. Verdienstvolles hat er auch für die Pfarrgemeinde geleistet. Er gehörte seit langem dem Kirchenchor und der Kirchenverwaltung an. Seine Tätigkeit war stets gekennzeichnet von großem Verantwortungsbewußtsein und beispielhafter Pflichterfüllung. Treue, Sachkenntnis und Hilfsbereitschaft hatten Franz Hornberger geprägt und ihn für die Seinen und die Mitmenschen unvergeßlich werden lassen.
Quelle: Bogener Zeitung, 18.12.1971


Steinburg. Freiwillige Feuerwehr: Samstag. 18. Dezember, 15 Uhr. Beerdigung von Xaver Solcher in Hunderdorf.


Windberg. Freiwillige Feuerwehr: Sonntag. 19. Dezember, 19 Uhr, Übergabe des Goldenen Leistungsabzeichens im Gasthaus Wagner.
Quelle: Bogener Zeitung, 18.12.1971


Hunderdorfs Rekordhaushalt mit drei Millionen Mark
Bürgermeister Härtenberger sprach in einer Bürgerversammlung über die Haushaltssituation – Hafner über die Lage des Landkreises
Hunderdorf.
In Anwesenheit des Landrates, der Mehrheit der Gemeinderäte und zahlreicher Zuhörer fand im Gasthaus Baier-Edbauer die diesjährige Bürgerversammlung der Gemeinde Hunderdorf statt. In seinem Rechenschaftsbericht legte Bürgermeister Härtenberger die Zahlen des Haushaltes 1970 vor, wobei für den ordentlichen Haushalt 680 000 DM und für den außerordentlichen 862 000 DM aufgewendet werden mußten. Allein der Schulhausbau erforderte 1970 ca. 574 000 DM, der Ausbau der Friedenstraße ca. 23 000 DM, die Straße nach Hoch ca. 190 000 DM und die Erweiterung der Bahnhofsiedlung 75 000 DM. Im Haushaltsjahr 1971 belaufen sich die geplanten Ausgaben im ordentlichen Haushalt auf ca. 600 000 DM und im außerordentlichen Haushalt auf ca. 2,1 Millionen.
An wichtigen Einnahmen wird in diesem Rechnungsjahr mit 23 000 DM aus der Grundsteuer A, mit 30 000 DM aus der Grundsteuer B, aus der Gewerbesteuer mit 120 000 DM und an Schlüsselzuweisungen mit 160 000 DM gerechnet.
In den Ausgaben steht der Schulhausneubau bei den außerordentlichen Maßnahmen mit 1,5 Millionen DM wieder an der Spitze. Der von Bund und Land in Aussicht gestellte Zuschuß von 1,1 Millionen ist nur in einer Höhe von 600 000 DM gegeben worden. Die restlichen 500 000 DM mußte die Gemeinde in Form eines Darlehens aufnehmen, dessen Verrentung allerdings vom Staat übernommen wird, während der Gemeinde jährlich noch ca. 5 000 DM angelastet werden. Der Restbetrag von 100 000 DM wird aus dem außerordentlichen Haushalt und mit einem Darlehen von 200 000 DM aufgebracht.
Für den Ausbau der Kanalisation waren 620 000 DM vorgesehen, jedoch konnten wegen der ungeeigneten Witterung nurmehr 220 000 DM verbaut werden. Für die Straße nach Hoch wurden insgesamt 360 000 DM aufgebracht, wobei der Gesamtzuschuß sich auf 230 000 DM belief.
Das Pro-Kopf-Steueraufkommen liegt in Hunderdorf derzeit bei 88,6 DM und übersteigt damit den Kreisdurchschnitt von 64 DM um einiges. Die Pro-Kopf-Verschuldung hält sich mit 400 DM noch in Grenzen, wenn man den Kreisdurchschnitt mit 536 DM damit vergleicht.
Als künftige Maßnahmen im Straßenbau bezeichnete Härtenberger die Verbindungsstraße über Sollach nach Bogen, den Weg über Bauernholz nach Lintach, den Weg in Breitfeld und den Weg nach Starzenberg. Die 20 Bauparzellen des Bebauungsgebietes sind bereits vergeben, und die Gemeinde will bis Herbst 1972 weitere 30 Bauparzellen im Anschluß an dieses Bebauungsgebiet ausweisen. Der Schulhausneubau wird bis Weihnachten bezugsfertig, die Turnhalle jedoch erst im Laufe des kommenden Jahres. Der Ausbau des Lehrschwimmbeckens bedarf noch der offiziellen Genehmigung der Regierung. Die Gesamtkosten des Schulhauses mit Nebenanlagen dürften auf ca. 3,8 Millionen zu stehen kommen. Am 1. 1. 1971 werden bereits die Kinder aus Windberg und Steinburg, die dort noch in den Schulhäusern untergebracht sind, in Hunderdorf unterrichtet, und im September 1972 rechnet man dann auch mit den Klassen aus Neukirchen. Rund 750 Kinder werden dann in den beiden Schulhäusern in Hunderdorf den Unterricht besuchen. Etwa 41 Prozent der Kinder stammen aus der Gemeinde Hunderdorf und 59 Prozent aus den übrigen Gemeinden des Schulverbandes. Da das Schulhaus an den Schulverband vermietet wird, entfällt auf die Gemeinde Hunderdorf nur der Anteil von 41 Prozent der laufenden Kosten des Schulgebäudes. Im Kanalbau, meinte der Bürgermeister, kommen auf den einzelnen Bürger große Belastungen zu. Im Abschnitt I ist die Errichtung der Kläranlage vorgesehen, der Ausbau des gesamten Siedlungsgebietes, der Bahnhofstraße, des Quellenweges, der Hochfeld-Siedlung und der Windberger Straße. Im Zeitraum 1972/73 sollen diese Arbeiten durchgeführt werden.
Härtenberger wies darauf hin, daß ab 3. 1. 1972 von Dr. Lichte eine Arztpraxis eröffnet wird. Die Praxisräume wurden einstweilen im Gemeindeamt ausgebaut, das früher als Werkraum der Schule diente. Als ländliches Kleinzentrum hat Hunderdorf durch diese Arztpraxis und eine nachfolgende Apotheke gewisse Grundvoraussetzungen erfüllt.
Landrat Hafner ging in seinem Referat auf die Probleme des bisherigen Landkreises Bogen und des Großlandkreises Straubing-Bogen ein. Um wertgleiche Lebensbedingungen in Stadt und Land zu schaffen, so führte er aus, müsse das Wirtschaftswachstum unseres Gebietes vorangetrieben werden. Rund 44 Millionen DM seien an Baumaßnahmen in der Gemeinde Hunderdorf geleistet worden, im Landkreis 850 Millionen.
Das Steueraufkommen in der Gemeinde Hunderdorf sei um 942 Prozent gestiegen, während in der gleichen Zeit im Kreis ein Anstieg von nur 400 Prozent zu verzeichnen gewesen sei. Zwar seien die Zuwachsraten auf allen Gebieten ziemlich groß gewesen, doch sei der Nachholbedarf immer noch vorhanden. Beim Ausbau des Landkreises könne man erst von einer „Halbzeit“ sprechen. „Die Versprechungen, die bei einer Gebietsreform für unseren Landkreis gemacht worden sind, müssen unbedingt eingehalten, sollen wir nicht wieder bei dem aufsteigenden Kreis zurückbleiben. Nicht nur bis 1976,auch später müßten wir als Zonenrandgebiet mit den Vergünstigungen dieses Gebietes bedacht werden.“
Skeptisch wandte sich Hafner gegen Worte in der Laber-Zeitung, „Wir werden den Bogenern schon helfen“, wenn dies der Auftakt für die Zusammenarbeit im neuen Großlandkreis sein soll. Hafner forderte den Bau eines Donauhafens oder einer Lände bei Sand oder Oberaltaich, den Ausbau der Autobahn, die Erhaltung der Bahnlinie Straubing – Miltach und den Bau einer Donaubrücke bei Reibersdorf.
In der anschließenden Diskussion wurden Fragen nach der Höhe der Verwaltungskosten in der Gemeinde, nach der Möglichkeit der Ansiedlung eines weiteren Industriebetriebes, nach dem Ausbau des Kindergartens und der Kandidatur von Landrat Hafner für den Großlandkreis gestellt.
Quelle: Bogener Zeitung, 18.12.1971


Der Leser hat das Wort:
CSU-Landrat aus dem Raum Bogen

Herr Landrat Xaver Hafner hat am 17. Dezember 1971 in einem Leserbrief die anstehende Landratskandidatenaufstellung angesprochen; ergänzend ist dazu festzustellen:
1. Der Landratskandidat der CSU wird von der Kreisdelegiertenversammlung des künftigen Kreisverbandes Straubing-Bogen nominiert. Die Wahl der Vertreter der CSU-Ortsverbände hat eben erst begonnen. Deshalb ist eine Festlegung der CSU erst nach Abschluß dieser Wahlen in etwa zwei Monaten möglich. Da der CSU-Kreisverband Bogen keinen eigenen Kandidatenvorschlag machen wird, ist auch auf dieser Ebene diese Frage bisher nicht erörtert worden. Es ist aber durchaus möglich, daß der Kreisvorstand der CSU Bogen sich in nächster Zeit damit beschäftigen wird und mit einer Entscheidung zur Meinungsbildung beiträgt.
2. Dagegen haben sich die CSU-Kreisvorstände von Mallersdorf, Straubing und Bogen in gemeinsamen Beratungen während der vergangenen Monate mit anstehenden Fragen befaßt und diese einer Entscheidung zugeführt. So wurde im Mai 1971 beschlossen, einen neuen Großlandkreis mit dem Raum Mallersdorf und dem gesamten Landkreis Bogen (Ausnahme Bernried) anzustreben. Dies war für die nunmehr getroffene Entscheidung von großer Bedeutung.
Im Oktober 1971 wurde in Geiselhöring u. a. die Landratskandidatenfrage erörtert. Dabei wurde von den meisten der Anwesenden MdB Alois Rainer zur Kandidatur bei der Landrats-wahl aufgefordert. Grund dafür war die Erkenntnis, daß der Landkreis Bogen als größter Teil des künftigen Landkreises den Landrat stellen sollte und die Tatsache, daß sich MdB Alois Rainer in seiner langjährigen politischen Arbeit stets für alle Bürger gleichmäßig eingesetzt und sein politisches Leistungsvermögen eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat. MdB Rainer selbst erklärte sich zu einer Kandidatur und im Falle seiner Wahl zum Verzicht auf das Bundestagsmandat bereit, falls dies der Wunsch der CSU-Kreisvertreterversammlung sein sollte. Landrat Xaver Hafner, der an dieser Zusammenkunft teilgenommen hatte, hatte dort diesen Vorschlag gut geheißen.
3. Landrat Xaver Hafner hat sich bis jetzt noch nicht erklärt, ob er noch einmal bereit ist, sich als Kandidat zur Verfügung zu stellen. Er hat dies für die ersten Tage des kommenden Jahres angekündigt. Er hat aber am 4. 12. 1971 in Rattenberg klar zum Ausdruck gebracht, daß er einer anderen Partei als der CSU für eine Kandidatur nicht zur Verfügung steht. Er hat darüber hinaus zum Ausdruck gebracht, daß er eine Kandidatur von Alois Rainer als Landrat unter-stützen würde und auch bereit sei, dies durch eine eigene Kreistagskandidatur auf der CSU-Liste unter Beweis zu stellen.
CSU-Geschäftsstelle Straubing
Josef Zängl
Quelle: Bogener Zeitung, 18.12.1971


Heute früh ist meine liebe Mutti, meine gute Schwiegertochter
Frau Lucie Lange
geb. Walter

im Alter von 64 Jahren von ihrem schweren Leiden erlöst worden.
Hunderdorf, Friedensstraße 36
Im Namen der Hinterbliebenen:
Paul Lange, Gatte
Erna Lange, Schwiegermutter
Die Beerdigung findet am Montag, den 20. 12. 1971, um 15.00 Uhr auf dem Friedhof in Hunderdorf statt.
Quelle: Bogener Zeitung, 18.12.1971


Der Leser hat das Wort:
„Halbe Wahrheiten werden Unwahrheiten“

Landrat Hafner ließ uns folgende Erwiderung auf den Artikel in der Zeitung vom 18. 12. 1971 „CSU-Landrat aus dem Raum Bogen“ zukommen:
„Wenn Herr Zängl verschiedenes nicht verschwiegen hätte, dann könnte ich ihm zustimmen. Unterlassungen ergeben aber ein falsches Bild und halbe Wahrheiten können zu Unwahrheiten werden. Ich kann und will darauf vorerst nicht näher eingehen, denn ich hoffe, daß ein persönliches Gespräch hierüber Klarheit bringt“.
Hafner, Landrat
Quelle: Bogener Zeitung, 21.12.1971


Nach Gottes heiligem Willen verschied am 19. Dezember 1971 unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Oma, Schwester, Schwägerin, Tante und Patin
Frau Maria Knott
geb. Zizlsberger

im Alter von 74 Jahren, selig im Herrn.
Hunderdorf, Aufroth, Münchszell, Mitterberg. Obermühlbach, Gaishausen, den 20. Dezember 1971
In stiller Trauer:
Willi Knott, Sohn
Ludwig Knott, Sohn mit Familie
Alois Knott, Sohn mit Familie
Josef Knott, Sohn
Maria Feldmeier, Tochter mit Familie
Cilli Bauer, Tochter mit Kindern
Geschwister und übrige Verwandtschaft
Sterberosenkranz am Dienstag, den 21. Dezember 1971, um 16 Uhr.
Trauergottesdienst am Mittwoch, den 22. Dezember 1971, um 15 Uhr in der Pfarrkirche Hunderdorf, mit anschließender Beerdigung.
Quelle: Bogener Zeitung, 21.12.1971


Vorverlegung der Amtsstunden
Gaishausen.
Wegen der Feiertage werden die Amtsstunden der nächsten beiden Samstage jeweils auf den vorhergehenden Mittwochnachmittag von 14 bis 18 Uhr vorverlegt.
Quelle: Bogener Zeitung, 22.12.1971


Große und kleine Darsteller erfreuten
Weihnachtsfeier der FFW bot vielseitiges Programm – Bürgermeister Berger dankte scheidenden Kaplan

Steinburg.
Als gelungen muß auch heuer die Weihnachtsfeier der FFW im Berger-Saal am Sonntagnachmittag bezeichnet werden, bei der große und kleine Darsteller unter der Leitung von Anton Häusler ein vielseitiges Programm zeigten und jung und alt begeisterten. Zudem sprach Bürgermeister Berger dem scheidenden Kaplan Wolfgang Voß Dank und Anerkennung für sein Wirken aus.
Zunächst hießen Vorstand A. Berger und Kommandant A. Häusler

Volksschüler der unteren Klassen erhielten großen Beifall für die Aufführung eines Weihnachtsspiels

die Geistlichkeit, Pfarrer Rus, den scheidenden und neuen Kaplan, Lehrerin Frl. Holzapfel, die Feuerwehren von Au und Gaishausen und die Bevölkerung willkommen. Nach einem musikalischen Auftakt wurde ein lustiger Einakter von Frau Häusler und Herrn Ecker zum besten gegeben, so daß jung und alt wiederholt in Lachsalven ausbrachen, die auch beim Verlesen der vom Heimatdichter L. Hieninger verfaßten „Steinburger Nachrichten“ nicht verebben wollten.
Umso stiller und heimeliger wurde es im Saal nach einer musikalischen Einlage, als einige Volksschülerinnen und Schüler der untersten Klassen unter der Leitung von Frl. Holzapfel ein Weihnachtsspiel aufführten, das den größten Beifall fand wegen der deutlich vernehmbaren Stimmen, die da sangen: „Friede auf Erden“.
Danach überreichte Bürgermeister Berger dem scheidenden Kaplan Pater Wolfgang Voß, ein Erinnerungsgeschenk als Anerkennung für sein Wirken in der Gemeinde und Schule.
Nicht unerwähnt dürfen die zwei Schüler bleiben, die weihnachtliche Weisen vortrugen und so wie Hermann Mühlbauer und die Kapelle „The blue Diamonds“ das von Anton Häusler mit viel Geschick zusammengestellte Programm umrahmten.
Quelle: Bogener Zeitung, 22.12.1971


Diskussion anstelle des Vortrags
Am vierten Abend des Elternseminars wurde experimentiert – In Form eines Gespräches über „Erziehen ohne Strafe“ referiert
Hunderdorf.
Die vierteilige Vortragsreihe des Elternseminars wurde am Samstag mit dem Referat „Erziehen ohne Strafe“ abgeschlossen. Der Leiter des Diözesanwerkes für Erwachsenenbildung, Mergel aus Regensburg, benutzte hier nicht den üblichen Stil des Vortragenden. Er regte gleich zu Beginn seiner Ausführungen das gegenseitige Gespräch, die gegenseitige Aussprache zu Problemen an, die er kurz anschnitt. Wider Erwarten verlief dieses Experiment recht gut und die Zuhörer, die wieder in großer Zahl gekommen waren, machten erfreulich eifrig mit.
Der Kern seiner Ausführungen beinhaltete in etwa folgende Erziehungsgrundsätze: das Kind braucht eine liebevolle, aber konsequente Führung. Was dem Kind verboten ist, darf den Eltern nicht erlaubt sein. Wenn aber Verbote aufgestellt werden, soll man auch überwachen, ob sie eingehalten werden. Das Kind soll diese Gebote auch nicht heimlich übertreten können. Grundsätzlich sollen nur Verbote aufgestellt werden, wenn das Kind gegen die Ordnung handelt und nicht, wenn der Erzieher gerade schlecht aufgelegt ist. Das Kind soll spüren, daß der Erzieher es gut meint mit ihm, auch wenn er straft. Kinder müssen zur unbedingten Ehrlichkeit erzogen werden. Das hat natürlich zur Folge, daß auch der Erziehende immer ehrlich ist. Keine versteckten Lügen wie z. B. Papa ist nicht da, wenn etwa unliebsamer Besuch kommt usw.
Kinder sollen mit 6 Jahren bereits Taschengeld bekommen. Hier sind etwa 50 Pfg. in der Woche angebracht. Es soll im Laufe der Jahre mehr werden. Das Kind lernt dabei den Umgang mit Geld und das richtig Einteilen. Gerade mangelndes Taschengeld kann bei Kindern ein Schlüsselpunkt für Schwindeleien, Unrechtmäßigkeiten oder gar für kleine Entwendungen mit allen Konsequenzen der Notlüge usw. werden. Arbeiten und Hilfen sollen nicht von den Eltern entlohnt werden. Das Kind soll es für selbstverständlich halten, den Eltern zu helfen und seine Aufgaben sorgfältig zu erfüllen.
Abschließend ist zu sagen, daß die Vortragsreihe im Elternseminar eine große Resonanz bei der Bevölkerung gefunden hat und jeder Vortragsabend von ca. 100 Zuhörern besucht war. Dem Pfarramt und dem Pfarrgemeinderat als Initiatoren unseren Glückwunsch!
Quelle: Bogener Zeitung, 22.12.1971


Nach Gottes hl. Willen verschied am 21. 12. 1971 meine liebe, gute Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Oma, Schwägerin, Schwiegertochter, Tante und Patin
Frau Mathilde Schaubeck
geb. Kastenmeier

im Alter von 86 Jahren selig im Herrn.
Thananger, Steinburg, Klingenberg, Rosenheim, Straubing, 21. 12. 1971
In tiefer Trauer:
Josef Schaubeck, Gatte
Josef Schaubeck; Sohn mit Frau
Sohn Alfred mit Familie
Katharina Berger, Tochter mit Familie
und übrige Verwandtschaft
Überführung heute um 13 Uhr, anschließend Sterberosenkranz.
Trauergottesdienst am Donnerstag, 23. 12. 1971, um 15 Uhr, in der Pfarrkirche Hunderdorf mit anschließender Beerdigung.
Quelle: Bogener Zeitung, 22.12.1971


Ballonwettflug-Preise verteilt
Hunderdorf.
Mit schönen Sachpreisen wurde die Teilnahme der Schule Hunderdorf beim JRK-Ballonwettfliegen dieses Jahres belohnt. 40 Schüler konnten an der Preisverteilung teilnehmen. Gerade rechtzeitig vor Weihnachten trafen die Preise ein. Nachdem zu Beginn des Sommers dieses Jahres die Kinder ihre Ballone von Windberg aus in die Lüfte geschickt hatten, waren allmählich die Antwortkarten gekommen. Wieder waren es viele Finder aus den Ostblockländern. Freilich haben die Preise nur in zweiter Linie Bedeutung. Vornehmlich soll erreicht werden, daß die Kinder den Findern Antwort geben und Kontakte mit den Menschen der Nachbarländer aufnehmen. Nur so wird diese Aktion dem Zweck gerecht, mitzuwirken an einer allgemeinen Völkerverständigung. An Preisen kamen zur Verteilung: Goldmünzen, Armbanduhren, Fotoapparate, Reisenecessaires, Reisewecker, Frotteegarnituren, Bücher, Gesellschaftsspiele, Schreibmappen, Taschentücher usw.
Quelle: Bogener Zeitung, 23.12.1971


Auch Betriebsfeuerwehr feierte
Au vorm Wald.
Im Gasthaus Wagner in Au konnte Alois Hien, der Kommandant der Betriebsfeuerwehr Nolte, die Feuerwehrkameraden zu einem gemütlichen Beisammensein in der Vorweihnachtszeit willkommen heißen. Thomas Gürster und Hermann Mühlbauer sorgten für musikalische Umrahmung und begleiteten den Sänger Herbert Hien auf ihren Instrumenten. Mit Kaffee und Kuchen dankten die Feuerwehrmänner schließlich ihren Frauen für ihr Verständnis, wenn die Männer nach Dienst weiter im Dienst der Feuerwehr stehen müßten.
Quelle: Bogener Zeitung, 23.12.1971


Verdiente Mitglieder wurden geehrt
Aufruf zur Mitgliederwerbung – Jahreshauptversammlung der Krieger- und Soldatenkameradschaft

Hunderdorf.
Im Gasthaus Sandbiller fand die Jahreshauptversammlung der Krieger- und Soldatenkameradschaft statt. Vorstand Leo Gaschler überreichte dabei an die jüngeren Mitglieder eine Urkunde sowie eine Ehrennadel. Er rief auch zur Mitgliederwerbung auf, denn ohne Neuzugänge habe der Verein kein Fortbestehen mehr.
Auf das Vereinsgeschehen 1971 zurückblickend, hatte Gaschler nur die sehr mäßige Beteiligung der Mitglieder bei der diesjährigen Heldengedenkfeier zu bemängeln. Gaschler mahnte: „Wenn wir für den Frieden sind, dann müssen wir an diesem Tag auch zeigen, daß wir unsere toten Kameraden nicht vergessen huben. Sonst hat der

Vorstand Leo Gaschler im Kreis der geehrten Mitglieder der Krieger- und Soldatenkameradschaft Hunderdorf

Gedenktag keinen Sinn.“ Folgende Mitglieder konnten eine Ehrenurkunde und Ehrennadel entgegennehmen: Gerhard Peschke, Josef Osen, Albert Scheibenthaler, Xaver Kalm, Anton Grüneisl, Egon Weinzierl, Josef Laschinger, Hermann Schlecht, Josef Amann und Johann Wittmann.
Im Namen der Geehrten bedankte sich Gerhard Peschke und hoffte zugleich, daß dieses Beisammensein auch dazu beiträgt, das Verhältnis zwischen den jüngeren und älteren Mitgliedern zu verbessern. Die Kameraden mit Kriegserfahrung sind den jungen Soldaten bisher skeptisch gegenüber gestanden. Peschke meinte: „Wir sind nicht da, einen Krieg zu führen, sondern einen Krieg zu verhindern und somit dem Frieden zu dienen.“
Schriftführer Jakob Hirtreiter hielt die Rückschau auf das verflossene Jahr. Vereinskassier Retzer konnte berichten, daß der Verein z. Zt. 181 Mitglieder zähle und der Beitragssatz von 8 DM trotz der erhöhten Ausgaben beibehalten werden kann. Der Kassier fand lobende Worte für ausgezeichnete Vereinsführung durch Vorstand Gaschler. Anschließend fand die Weihnachtsfeier statt, bei der Tombola und Christbaumversteigerung den Höhepunkt bildeten.
Quelle: Bogener Zeitung, 23.12.1971


Quelle: Bogener Zeitung, 24.12.1971


Max Knott ein rüstiger 75iger
Hunderdorf.
Körperlich und geistig sehr rüstig kann heute der Schneidermeister Max Knott, wohnhaft in Hunderdorf, Bahnhofstraße 5, seinen 75. Geburtsfest feiern. Der Jubilar, wegen seines sonnigen Humors bei den Hunderdorfern geschätzt und beliebt, erfreut sich auch in Haselbach eines großen Bekanntenkreises und hoher Wertschätzung. Geboren wurde Max Knott am 27. Dez. 1896 in Haselbach. Wie sein Vater. so erlernte er das Schneiderhandwerk. Er war Kriegsteilnehmer im Weltkrieg 1914/18 sowie im 2. Weltkrieg. 1923 führt er Therese Knott, geb. Stelzer zum Traualtar. Diese Ehe wurde mit einer Tochter gesegnet. Seinen Lebensabend verbringt der Jubilar mit seiner Ehefrau bei Tochter Anni und Schwiegersohn Otto. Zur Zeit weilt der Jubilar jedoch in Radmos, Gemeinde Haibach. Wir wünschen noch viele geruhsame Lebensjahre bei bester Gesundheit.
Quelle: Bogener Zeitung, 28.12.1971


Hunderdorf. Schützenverein: Donnerstag, 30. Dezember, 19 Uhr Schießabend im Sportheim.
Quelle: Bogener Zeitung, 28.12.1971


Am Mittwoch Jahresabschlußsitzung
Hunderdorf.
Am kommenden Mittwoch. 29. Dezember findet um 18 Uhr im Gemeindeamt die letzte Sitzung des Gemeinderates in diesem Jahr statt. Auf der Tagesordnung stehen: 1. Vereidigung eines neuen Gemeinderatsmitgliedes. 2. Aufnahme eines Baulandbeschaffungsdarlehens, 3. Bebauungsplan Bahnhofsiedlung – Erweiterung II, 4. Kostenerhöhung für Straße Hoch, 5. Verschiedenes, 6. Informationen. Anschließend Jahresabschlußessen im Gasthaus Sandbiller.
Quelle: Bogener Zeitung, 28.12.1971


Sie feiert heute 82. Wiegenfest
Windberg.
Heute kann Therese Schröttinger von Ried bei Windberg ihren 82. Geburtstag in körperlicher und geistiger Frische feiern. Wir wünschen ihr noch viele Jahre in bester Gesundheit.
Quelle: Bogener Zeitung, 29.12.1971


Jetzt Dieselverbilligungsanträge stellen
Windberg.
Die Dieselverbilligungsanträge sind eingetroffen und sind vom 1. 1. bis 15.1.72 zu stellen mit Vorlage einer Lieferbescheinigung.
Quelle: Bogener Zeitung, 29.12.1971


Irensfelden. Bayerischer Bauernverband: Donnerstag, 30. Dezember, 14 Uhr, Versammlung im Gasthaus Hilmer.
Quelle: Bogener Zeitung, 29.12.1971


Gold und Silber für die Feuerwehr Windberg
KBI Mühlbauer überreichte die Abzeichen – Gute Ausrüstung der Wehren erforderlich

Das Leistungsabzeichen in Gold erhielten von links nach rechts sitzend: Hermann Bruckmüller, KBI Mühlbauer, Heinrich Hartmannsgruber, Otto Schötz: stehend: Xaver Förg, Siegfried Häusler, Eugen Anneser, Willi Häusler, Rudolf Hofmann, Helmut Hartmannsgruber.
Das Abzeichen in Silber erhielten von links nach rechts sitzend: Walter Hornberger (S), KBI Mühlbauer, Otto Huber (G), Josef Feldmeier (W) stehend: Otto Zitzelsberger (W), Alfons Schroll (W), Karl Kräh (W), Kurt Hornberger (S), Alfons Hornberger (W).


Windberg. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Windberg unter ihrem Kommandanten Helmut Haimerl waren wieder bereit, so manche Freizeitstunde zu opfern und zu den Übungen für die Ablegung einer Leistungsprüfung zu kommen. KBI Mühlbauer konnte nunmehr in einer kleinen Feierstunde die Leistungsabzeichen mit Urkunde in Gold und Silber überreichen sowie die Urkunden für Wiederholungsprüfungen. In einer kurzen Ansprache brachte er zum Ausdruck, daß es zur Verhütung von großen Brandschäden immer nötig sei, eine gut ausgerüstete Wehr zu haben. Es sei aber auch notwendig, gut ausgebildete Feuerwehrkameraden zu haben, die dann im Ernstfall schnell einsatzbereit seien.
Quelle: Bogener Zeitung, 29.12.1971


Der Leser hat das Wort:
„Ich kandidiere, wenn man herantritt“

Der Artikel in der Bogener Zeitung vom 24. 12.71, S. 8, und im Straubinger Tagblatt vom 27. 12. 71 „CSU Bogen für Rainer als Landratskandidat — Landrat Hafner soll Platz 1 auf der CSU-Kreistagsliste erhalten“ hat so viele Anfragen bei der Bevölkerung ausgelöst, daß ich mich gezwungen sehe, in Form eines „Leserbriefes“ Erläuterungen hierzu zu geben.
Ich habe in Steinburg u. a. erklärt, daß es der Wunsch eines großen Teils der Bevölkerung ist, daß Rainer Abgeordneter bleibt und ich wieder als Landrat kandidiere. Diesem Wunsch werde ich nachkommen, wenn man an mich herantritt. Diesen Antrag habe ich auch eingebracht, aber bei der Mehrheit der Vorstandschaft keine Zustimmung gefunden, da sich Straubing und Mallersdorf schon auf Rainer festgelegt hätten. Das schien mir etwas sonderbar, da, als die Gebietsreform ins Gespräch kam, von seiten der Partei immer wieder betont wurde, daß der zukünftige Kandidat nur Hafner heißen kann. Auch Herr Staatssekretär Dick hat mir das in Windberg im Beisein hochgestellter Persönlichkeiten anläßlich der 800-Jahrfeier bestätigt. Auch jetzt noch treten laufend Gruppen und Wähler aus Bogen und Straubing an mich heran, zu kandidieren. Der angebliche Grund, warum ich nach Ansicht der Parteispitze nicht mehr kandidieren soll, sei nicht stichhaltig; als Landrat des Kreises Bogen, so meinen Bogener und Straubinger Bürger, sei es nicht nur mein Recht, sondern sogar meine Pflicht, für den Landkreis Bogen so viel wie möglich herauszuholen. Auch hier ging die Vorstandschaft zur Tagesordnung über, so daß der o. a. Beschluß zustande kam.
Dieser Beschluß sollte jedoch erst der Öffentlichkeit bekanntgemacht werden, wenn mir dieser vorher zur nochmaligen Einsichtnahme zugeschickt wird und die Straubinger und Mallersdorfer Stellung genommen haben. Leider hat der Schreiber trotz meiner Bitten darauf keine Rücksicht genommen. Dieser hat auch falsch interpretiert, wenn er schreibt, daß meine Befürchtungen, in verantwortlicher Stelle nicht mehr mitarbeiten zu können, ausgeräumt seien, da sind nicht meine Befürchtungen, sondern die meiner Wähler. Es sind auch weitere Fragen noch offen, die von den Vorstandschaften und dem Landratskandidaten geklärt werden und mir schriftlich bestätigt werden sollen.
Erst dann kann ich meine Entscheidung, ob ich diese Vereinbarung annehme, der ich vorerst zugestimmt habe, also auf Liste 1 der Kreistagsliste oder als Landrat kandidiere bzw. aus der Kommunalpolitik ganz aussteige, treffen.
Hafner
Landrat
Quelle: Bogener Zeitung, 29.12.1971


Christbaumfeier

Jedes Jahr und so a heuer,
hat jeds Dorf a Christbaumfeier.
Dort beim Wirt, da komma’s zam,
da bleibt neamand gern dahoam.

Dort, da Sepp mit seiner Letschn
spielt scho zünfti mit da Quetschn
lauter schöne alte Weisn,
ja, den Mo, den muaß ma preisn.

Allweil mehra  Leutl komma
und da letzte Platz wird gnomma.
Endli packt mit voller Lung
oana dö Versteigerung.

Steigern kannst do schönstn Sachn,
ja, es is fei scho zum Lachen:
Damenstrümpf‘ und Thermosflaschn,
guate Erdnußkern‘ zum Naschn.

Büstnhalter. Kleiderbügl,
guate Schokoladenriegl,
Schnuller für dö kloana Kinder
Schnupftabak für alte Sünder.

Wein und Rauchfleisch gibts zum Steigern,
wer möcht sowas scho voweigern?
Wer koan Wein mag, is a Blöder
und a Gselchts mag a gwiß jeder.

Ja, a so a Christbaumfeier
kimmt so manchem wirkli teuer,
denn da Gipfi kost‘ ganz klar
dreißig, vierzg Mark, s‘ is wirkli wahr.

Langsam gehn dann d’Leit nach Haus
denn dö Feier is jetz aus;
alles ja sei End doch nimmt,
D’Hauptsach is, dö Kasse stimmt!

Ludwig Hieninger

Quelle: Bogener Zeitung, 30.12.1971


Praxiseröffnung
am 3. 1. 1972
Dr. med. Jürgen Lichte
praktischer Arzt
8441 Hunderdorf
Kirchgasse 8, Tel. 09422/441
Sprechstunden: tägl. 7.30-11.00 und 17.00-18.30
außer Mittwoch und Samstagnachmittag
und nach Vereinbarung
Alle Kassen
Quelle: Bogener Zeitung, 30.12.1971


Meidendorf. Schützenverein: Freitag, 31. Dezember, 19 Uhr. Silvesterfeier mit Strohbauschenschießen und Feuerwerk.
Quelle: Bogener Zeitung, 30.12.1971


Xaver Anleitner neuer 2. Bürgermeister
Der Gemeinderat gedachte in seiner Jahresschlußsitzung des verstorbenen Franz Hornberger

Hunderdorf.
Die letzte Gemeinderatssitzung des Jahres 1971 hatte wegen des Todes von Franz Hornberger, dem bisherigen 2. Bürgermeister, eine Neuwahl zur Folge, aus der Xaver Anleitner als neuer zweiter Bürgermeister hervorging. Neues Gemeinderatsmitglied wurde Willi Sagstetter aus Lintach.
Zum Abschluß dieses Jahres lud Bürgermeister Härtenberger nochmals zu einer Gemeinderatssitzung ein, bei der ihm die traurige Aufgabe oblag, das plötzliche Hinscheiden des erst 39jährigen 2. Bürgermeisters und Gemeinderates Franz Hornberger zu würdigen. Hornberger, so führte der Bürgermeister auf, sei stets ein aufrechter und objektiver Mitarbeiter im Gemeinderat gewesen und sein Tod ist für alle ein schwerer Verlust. Ihm zu Ehren wurde eine Gedenkminute eingelegt.
Anschließend nahm Härtenberger die Vereidigung des neuen Gemeinderates Willi Sagstetter vor. Bei der anschließenden Wahl

Hunderdorfs neuer zweiter Bürgermeister: Xaver Anleitner

des 2. Bürgermeisters wurde seitens der CSU-Fraktion Xaver Anleitner, von der SPD-Fraktion Xaver Neumeier vorgeschlagen. Die Wahl ergab eine Stimmenmehrheit für X. Anleitner, der auch als Kommandant der FFW Hunderdorf tätig ist.
Einstimmig beschloß dann der Gemeinderat die Aufnahme eines Baulandbeschaffungsdarlehens für die Erweiterung der Bahnhofssiedlung. Die Ausweisung dieses neuen Siedlungsgeländes war notwendig geworden, da das bisherige Erweiterungsgebiet relativ schnell verkauft wurde. Das neue Siedlungsgelände weist 30 Bauparzellen auf und ein Bebauungsplan liegt bereits dazu vor. Für das Straßenprojekt Hoch wurde von der ausführenden Baufirma wegen der gestiegenen Materialkosten eine Kostenerhöhung von 10,5 Prozent auf die gesamte Bauleistung 1971 gefordert. Der hierfür notwendige Mehrbetrag beläuft sich auf ca. 12 000 bis 13 000 DM. Man will vorerst aber noch einen Gesamtüberblick über die, noch zu entrichtenden Baukosten nach den vertraglichen Bedingungen abwarten, bevor man im Gemeinderat eine endgültige Entscheidung treffen wird. Weiterhin beschloß der Gemeinderat eine kooperative Mitgliedschaft zur Bergwacht einzugehen und einen Jahresbeitrag von 50.- DM zu leisten.
Zum Abschluß des Jahres waren noch 5 000 DM Kreiszuschuß für den Schulhausbau zugesagt worden, für den Kanalbau wurden 85 000 DM zugesagt und der Staat hat für den Schulhaus zugesagt und der Staat hat für den Schulhausbau ein Darlehen von 500 000 DM genehmigt, dessen Verrentung fast ausschließlich von ihm übernommen wird.
Bürgermeister Härtenberger dankte zum Schluß für die allseits gute Zusammenarbeit im Gemeinderat und gab seiner Hoffnung Ausdruck, daß dies auch im kommenden Jahr der Fall sein möge. 2. Bürgermeister Anleitner dankte für das ihm durch die Wahl bewiesene Vertrauen und versprach, seine Aufgaben nach besten Kräften und gewissenhaft auezuführen, wenn sein Einsatz notwendig sei. Als Sprecher der CSU-Fraktion dankte er dem Bürgermeister und wünschte ihm auch für das kommende Jahr dieselbe Schaffenskraft. Für die SPD-Fraktion betonte Unger die gerechte und objektive Zusammenarbeit innerhalb des Gemeinderates, gratulierte Anleitner zu seiner Wahl und wünschte allen ein glückliches 1972 und Kraft und Energie, um weiterhin zum Nutzen und zum Wohle der Gemeinde arbeiten zu können.
Quelle: Bogener Zeitung, 31.12.1971


Prinzenpaar kommt nach Hunderdorf
Hunderdorf.
Der noch junge Bayerwaldverein Hunderdorf tritt am 1. Tag des neuen Jahres mit einem Faschingsball an die Öffentlichkeit. Dem Vorstand Jakob ist gelungen, zu diesem Abend das Prinzenpaar der Faschingsgesellschaft „Teckonia“ Deggendorf und die Prinzengarde in einer Stärke von zwölf Mädchen zu bekommen. Außerdem werden auch Mitglieder des Elferrates aus Deggendorf anwesend sein. Erstmals wird in Hunderdorf bei einem Ball ein Faschingsprinzenpaar und die Garde anwesend sein und sicherlich wird dieses Ereignis seine Anziehungskraft auf das Publikum nicht verfehlen. Zum Tanz spielen die „Kolibris“ aus Straubing auf.
Quelle: Bogener Zeitung, 31.12.1971

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