1955#10-12

Hunderdorf. (Todesfall) Nach kurzer, schwerer Krankheit starb gestern früh der Rentner Josef Weinzierl von Lintach. Weinzierl, der im 80. Lebensjahr stand, lebte in den letzten Jahren bei der Familie Kuffner.
Quelle: Bogener Zeitung 05.10.1955


Hunderdorf. (Der Standesbeamte) registriert im September zwei Geburten (Anton Michael Bugl-Hoch und Thekla Theresia Köderl-Thananger), Todesfälle und Eheschließungen: keine.
Quelle: Bogener Zeitung 05.10.1955


Volksschüler bauen Sportplatz
Hunderdorf.
Während vor einigen Jahren der Landkreis Bogen noch an die zehn Sportvereine mit eigenen Sportplätzen zählte, ist heute dir Zahl der den Fußballsport betreibenden Vereine auf einige wenige zusammengeschrumpft. Damit ging das Verschwinden der großen Sportplätze parallel. Auch in Hunderdorf war mit der Auflösung des Fußballclubs der ehemalige Sportplatz verloren. Besonders empfindlich macht sich dieser Mangel für die Schuljugend bemerkbar, die durch die Ausbreitung des Ortes zahlenmäßig nur knapp hinter der Volksschule Bogen steht, für die Betreibung des Schulsports jedoch nur ein kleines, unebenes und häufig überschwemmtes Wiesengrundstück zur Verfügung hatte.
Die wiederholten Bemühungen des Schulleiters, von der Gemeinde ein größeres Grundstück zur Verfügung zu bekommen, scheiterten. Nun wurde durch Rektor Hösl erreicht, daß von einer am Straßenbau beteiligten Firma das Planiergerät dazu eingesetzt wurde, den bisherigen Schulsportplatz einzuebnen. Durch das Entgegenkommen des Gastwirts Sandbiller konnte der bisherige Platz wesentlich vergrößert werden, so daß ein Sportplatz von 75×50 m angelegt werden kann. Die Knaben der Oberstufe waren die letzten Tage unter Leitung von Lehrer Maier damit beschäftigt, den neuen Platz einzuebnen, Gräben aufzufüllen, die Weidensträucher zu roden und die neue Anlage abzustecken. Auch Tore sind bereits eingesetzt worden. Im weiteren Verlauf der Arbeiten soll nun noch eine Sprunggrube und eine 75-Meter-Bahn angelegt werden.
Mit dem Erstehen des neuen Sportplatzes scheint in Hunderdorf die Liebe für den alten Sportverein wieder zu erwachen. Es haben sich bereits einige Sportfreunde gefunden, die daran denken, einen Fußballclub, dem auch andere Sparten angeschlossen werden sollen, zu gründen.
Quelle: Bogener Zeitung 07.10.1955


Lektor der evang. Kirchengemeinde scheidet
Hunderdorf.
Am 15. Oktober verläßt das aus Breslau stammende heimatvertriebene Ehepaar Hedwig und Willy Großer Hunderdorf, um nach Tübingen in Württemberg umzusiedeln, wo Herr Großer als ehemaliger Behördenangestellter wieder eine Anstellung erhält. Der Wegzug läßt hier einen doppelten Verlust entstehen, da Herr Großer ehrenamtlich als Lektor und evang. Kirchengemeindepfleger und gleichzeitig als Verwalter der hiesigen Siedlung tätig war. Auf Grund seines aufrechten und hilfsbereiten Wesens hat sich Herr Großer außerordentlicher Beliebtheit erfreut, so daß sein Scheiden allgemein bedaiuert wird. Die evang. Gemeinde nahm am Sonntag Gelegenheit, ihn durch einen Abschiedsgottesdienst zu ehren. In warmen Worten des Dankes und der Anerkennung würdigte Kirchenrat Rohn-Straubing die Verdienste, die sich Herr Großer um die eveng. Gemeinde gemacht hat, und bat ihn, auch in seiner neuen Heimat sich wieder in den Ehrendienst der Kirche zu stellen. Herzlich dankte der Scheidende für das Vertrauen, das ihm entgegengebracht wurde. Auch die Gemeinde Hunderdorf wünscht Herrn Großer für die weitere Zukunft alles Gute.
Quelle: Bogener Zeitung 12.10.1955


Steinburg. (Die Omnibuslinie Berger) führt ab sofort die bisherige Fahrtstrecke Rattenberg – Straubing nurmehr bis nach Krieseszell. Die Abfahrtszeiten sind demnach wie folgt: Steinburg ab 5.49 Uhr, Krieseszell an 6.49 Uhr. Krieseszell ab in Richtung Straubing 7.08 Uhr, Straubing an 8.45 Uhr. Straubing ab 15.30 Uhr Richtung Krieseszell. Krieseszell ab Richtung Steinburg 17.20 Uhr und in Steinburg an 18.28 Uhr. Die Linie wird weiterhin jeden Montag, Mittwoch und Samstag gefahren. Die Abfahrtszeiten an den übrigen Haltestellen sind im wesentlichen wie bisher.
Quelle: Bogener Zeitung 12.10.1955


Herbstkonzert war ein voller Erfolg
Hunderdorf.
Man mußte gründlich sein Urteil über „musikalische Aufführungen auf dem Lande“ revidieren, wenn man am Sonntag Gelegenheit hatte, sich das Herbstkonzert der Liedertafel Hunderdorf anzuhören. Chor und Orchester, sowie die Solisten vollbrachten erstaunlich gute Leistungen, die für Amateure auf einem überraschend hohen Niveau lagen. So bedeutete es auch für den Vorstand des Gesangvereins, Herrn Höhn, eine dankbare Aufgabe, die zahlreich erschienenen Zuhörer, unter denen sich auch viele Gäste aus Bogen und Mitterfels befanden, zu begrüßen und mit den Vortragenden bekanntzumachen. Mit den Liedern „An die Musik“ (Schubert), „Im Volkston“ (Rabe), „Hochsommernacht“ und „Saat und Ernte“ (Ebel) und „Jägerchor“ (Weber) und dem „Sirenenzauber“-Walzer (Waldteufel), die der gemischte Chor unter der Stabführung von Rektor Hösl darbot, gab die Liedertafel erneut einen Beweis großartiger sängerischer Disziplin. Eine angenehme Ueberraschung war für alle die ausgezeichnete Leistung des neuerstandenen Bogener Orchesters, das den „Florentiner Marsch“ von Fucik, „Im Reiche des Indra“ von Lincke, den „Jap. Laternentanz“ von Joshitome, den „Hoch- und Deutschmeister“-Marsch von Ertl zum Vortrag brachte. Gekonnt war der Klaviervortrag von Frau und Herrn Hösl „allegro spirituoso“ v. Joseph Haydn. Die Harmonika-Solis von Herrn Feller gefielen ausgezeichnet. Als die überzeugenste Leistung des Abends dürften die Violinvorträge von Herrn Weber gewertet werden, der sich hiermit dem Hunderdorfer Publikum zum zweitenmal vorstellte und mit „Csardas“ von Monto Sonderbeifall verdiente. Es wäre nur zu wünschen, wenn sich diese Aufführungen für Hunderdorf in kürzeren Zeitabständen wiederholen würden.
Quelle: Bogener Zeitung 12.10.1955


30jähriges Ehejubiläum
Hunderdorf.
Am 19. Oktober feiern Karl und Emma Höhn aus Peiskersdorf in Schlesien das 30jährige Hochzeitsjubiläum. Das Ehepaar Höhn, das in Lindfeld wohnt, erfreut sich großer Beliebtheit. Herr Höhn steht seit Jahren der Liedertafel Hunderdorf  als Vorstand zur Verfügung und man weiß dort sein ausgeglichenes Wesen sehr zu schätzen. Die Tochter des Jubelpaares ist seit 1950 mit dem Bauern Johann Hornberger von Hunderdorf verheiratet. Wir wünschen Frau Höhn und ihrem Gatten, der in seiner Heimat Peiskersdorf mehrere Jahre Bürgermeister war, zum Jubiläum noch recht viele Jahre gemeinsamen Lebensweg.
Quelle: Bogener Zeitung 14.10.1955


Hunderdorf. (Angestelltenversicherung) Es wird auf einem wichtigen Aushang an der Anschlagtafel gegenüber der Gemeindekanzlei aufmerksam gemacht.
Quelle: Bogener Zeitung 14.10.1955


Hunderdorf. (Bautätigkeit) Das Lagerhaus Betzlbacher istfertiggestellt und reiht sich als repräsentatives Gebäude gut in die neue Durchgangsstraße ein. Auch bei dem Anbau der Bäckerei Schmidbauer konnte Richtfest gefeiert werden. Die Maurerarbeiten führte die Bau-Fa. Erber-Bärndorf, die Zimmererarbeiten die Firma Dilger-Hunderdorf aus. Die Werkstatt des Schmiedemeisters Beck ist im Rohbau fertiggestellt.
Quelle: Bogener Zeitung 14.10.1955


Hunderdorf. (Wanderbühne gastiert) Ab heute finden im Saale der Gastwirtschaft Sandbiller Vorführungen einer oberösterreichischen Wanderbühne statt.
Quelle: Bogener Zeitung 14.10.1955


Hunderdorf. (Der Ruf nach Wasser) ist in den letzten Wochen öfters laut geworden, wenn in den Vormittagsstunden die Hausfrauen vor den Wasserhähnen vergeblich auf das Naß warteten. Niemand hatte eine Wasserabschaltung angekündigt, niemand konnte erklären, warum das Wasser abgesperrt war. Als zuständige Stelle sollte der Wasserverband Windberg seinen Kunden wenigstens Miteilung über die Abschaltung machen.
Quelle: Bogener Zeitung 14.10.1955


Hunderdorf. (Die Bausparkasse Wüstenrot) veranstaltet am Sonntag im Gasthaus Sandbiller in der Zeit von 10 bis 19 Uhr eine Modellschau.
Quelle: Bogener Zeitung 14.10.1955


Hunderdorf. (Bunter Abend) Die Liedertafel breitet nach dem erfolgreichen Herbstkonzert einen „Bunten Abend“ vor.
Quelle: Bogener Zeitung 14.10.1955


Adolf Schöninger 80 Jahre
Hunderdorf.
Die Liedertafel Hunderdorf ließ es sich nicht nehmen, für Herrn Adolf Schöninger, der vor wenigen Tagen seinen 80. Geburtstag feierte, einen Gratulationsabend zu arrangieren. Der Jubilar zählt trotz seines hohen Alters noch immer zu den eifrigsten passiven Mitgliedern und er scheut nicht den Weg von Waltersdorf nach Hunderdorf, um bei der Vereinsveranstaltung anwesend zu sein. H. Schöninger, der in Gießhübl, Kreis Karlsbad, im Sudetenland beheimatet war, kam nach seiner Vertreibung nach Waltersdorf, wo er seit dem Tode seiner Frau in väterlicher Sorge das Anwesen Artmeier betreut. Dem Jubilar zu seinem Ehrentag alles Gute!
Quelle: Bogener Zeitung 14.10.1955


Gemeindeweg erneuert
Hunderdorf.
Wieder konnten von der Vielzahl der Gemeindewege im Bereich der Gemeinde Hunderdorf zwei wichtige Verbindungsstraßen erneuert werden. Der von Stetten nach Lintach führende Weg, der teilweise auch in den Gemeindebereich von Oberalteich fällt, wurde von beiden Anliegergemeinden ausgebessert. Auch das von Apoig bis zur Gemeindegrenze Windberg führende Straßenstück wurde mit einer neuen Schotterauflage versehen und mit Verbindungsmaterial abgedeckt. Zur Zeit werden auch die verschlammten Gräben freigelegt, die das Regenwasser nicht mehr aufnehmen konnten.
Quelle: Bogener Zeitung 15.10.1955


Hunderdorf. (Ernennung) Der an der hiesigen Volksschule tätige Lehrer Ludwig Häusler wurde mit Wirkung vom 1. Oktober zum Beamten auf Lebenszeit ernannt.
Quelle: Bogener Zeitung 15.10.1955


Hunderdorf. (Ortsverschönerung) Herr Lehrer Maier hat neben seinem an der Ortstraße liegenden Grundstück eine Birkenallee angepflanzt, die einmal wesentlich zur Verschönerung des Ortsbildes beitragen dürfte. Die Grundstücksnachbarin, Frau Schötz, wird sich dem Beispiel anschließen.
Quelle: Bogener Zeitung 15.10.1955


Rupert Häusler kehrt heim
Windberg.
Am gestrigen Freitag traf die Nachricht ein, daß sich Herr Rupert Häusler aus Meidendorf, Gemeinde Windberg, bei einem der Heimkehrertransporte befindet. Damit ist der letzte in Rußland zurückgehaltene Kriegsgefangene aus dem Landkreis Bogen, mit dem Postverbindung bestand, zurückgekehrt. Das Landratsamt und die Gemeinde Windberg haben einen würdigen Empfang vorbereitet. Es ist anzunehmen, daß Rupert Häusler im Laufe des heutigen Tages in seiner Heimat eintreffen wird. Mit ihm und seinen Angehörigen freut sich die ganze Bevölkerung.
Quelle: Bogener Zeitung 15.10.1955


Geschenke und Festmahl für den Heimkehrer
Windberg.
Am Samstag vormittag traf der sehnlich erwartete Rußlandheimkehrer Rupert Häusler von Meidendorf in Straubing ein. Ueber den Empfang am Bahnhof berichten wir im Straubinger Stadtteil der Ausgabe Landrat Hafner ließ den Heimkehrer durch seinen Vertreter, Herrn Kippke, begrüßen und mit seinem Wagen abholen. Auch Kreisrat Buchner aus Ittling stellte sein Fahrzeug zur Verfügung.
In Windberg begrüßte die Bevölkerung den Heimkehrer am Ortseingang. Landrat Hafner verlieh in herzlichen Worten seiner Freude darüber Ausdruck, daß das lange Warten endlich von Erfolg gekrönt worden sei. Der Heimkehrer könne immer mit weitreichender Hilfe und Unterstützung des Kreises und des Landrats rechnen. Dann überreichte Landrat Hafner ein wertvolles Geschenk. Bürgermeister Karl Amann begrüßte an der Spitze einer Abordnung des Gemeinderates den Heimkehrer im Namen der Gemeinde und wünschte ihm viel Glück und ein gutes Einleben in der Heimat. H. H. Pfarrer Ach hieß sein Pfarrkind willkommen und empfahl es Gottes Schutz, Das Kloster war durch Pater Subprior und Pater Norbert vertreten. Unter Leitung von Fräulein Griesbeck sang die Volksschule ein schönes Lied, Christl Taynor und Gerta Blüml sprachen ein Gedicht.
Zu Ehren des Heimkehrers fand dann in der Gastwirtschaft Loibl ein Festmahl statt. Bürgermeister Amann dankte allen, die sich um einen würdigen Empfang des Heimkehrers bemüht hatten und schloß in seinem Dank auch die ein, die sich für eine Rückkehr der Gefangenen einsetzten. Auch er überreichte dem Heimkehrer ein Geschenk. Die Grüße und Wünsche des Roten Kreuzes überbrachten Kreisgeschäftsführer Raschauer und Kolonnenführerin Baumann, deren Tochter einen Prolog vortrug. Fürsorgerin Frau Hopf überreichte ein Geschenk. Außer ihr war vom Fürsorgeamt Bogen Herr Dachauer anwesend. Böllermister Linus Wirth schoß einen Ehrensalut.
Nach der Feier fuhr der Heimkehrer zu seinem Elternhaus in Meidendorf, wo ihn Bürgermeister Amann der hochbeglückten Familie übergab. Mit bewegten Worten dankte der Heimkehrer allen, die sich so große Mühe gemacht hatten, den Empfang in der Heimat so schön wie möglich zu gestalten. Wie Bürgermeister Amann mitteilte, wird die Gemeinde dem Heimkehrer in nächster Zeit eine Wiedersehensfeier veranstalten.   (wp)
Quelle: Bogener Zeitung 17.10.1955


Abschiedskonzert mit W. Pelke
Hunderdorf.
Am Samstag findet um 20 Uhr ein Konzert statt. Das Herr Wilhelm Pelke, der seit Jahren in Hunderdorf als Postangestellter tätig war, anläßlich seines Abschiedes mit seiner Eisenbahnerkapelle aus Straubing aufführt. Herr Pelke, der früher hauptberuflich bei einem Wehrmachtsmusikzug beschäftigt war, hatte bisher neben seiner Tätigkeit auf der Poststelle in Hunderdorf auch die Eisenbahnerkapelle Straubing dirigiert. Da Herr Pelke beim Musikzug des neuen Bundesheeres Aufnahme findet, wird er seinen Dienst bei der Post quittieren. Die Hunderdorfer werden sich einerseits den musikalischen Genuß und zum andern den letzten Abend mit ihrem immer aufmerksamen und freundlichen Postzusteller nicht entgehen lassen. Anschließend an das Konzert spielt die Kapelle zum Tanz.
Quelle: Bogener Zeitung 19.10.1955


Schwerer Arbeitsunfall
Hunderdorf.
In der Möbelfabrik Nolte ereignete sich ein Unfall, bei dem Hilfsarbeiter Gottfried Grimm ein Oberschenkel abgedrückt wurde. Ein Zugmaschinenanhänger stürzte beim Ankoppeln um, Herr Grimm kam zu Fall und der Anhänger stürzte auf sein Bein. Der Verletzte wurde in das Straubinger Krankenhaus eingeliefert.
Quelle: Bogener Zeitung 19.10.1955


Schmalfilmgerät für die Volksschule
Hunderdorf.
Laut Gemeinderatsbeschluß konnte von der Leitung der Volksschule ein neues Schmalfilmgerät bestellt werden. Das neue Siemens-Gerät wurde bereits von der Landesbildstelle angefordert und wird 600 DM kosten. Es ist so gebaut, daß es später sogar auf einem Tonfilmgerät erweitert werden kann. Erst vor einigen Monaten wurde von der Ge,einde für 245.- DM ein Stehbildgerät angeschafft und sie hat mit der neuerlichen Anschaffung im Verein mit der zur Schulgemeinde gehörenden Gemeinde Gaishausen eine großzügige Haltung gegenüber den Erfordernissen der Schule gezeigt.
Quelle: Bogener Zeitung 19.10.1955


Windberg. (87. Wiegenfest) Heute Mittwoch feiert Herr Johann Haimerl aus Netzstuhl, Gemeinde Windberg, sein 87. Wiegenfest. Er ist der älteste Einwohner der Gemeinde. Herr Haimerl wurde 1868 in Steinburg geboren und heiratete in Bogen Frl. Katharina Falter von Kitzholz bei Perasdorf. An seinem Geburtstag nehmen eine Tochter, drei Enkel und sieben Urenkel freudigen Anteil. Auch wir wünschen dem Jubilar alles Gute!
Quelle: Bogener Zeitung 19.10.1955


Hunderdorf. (Vom Theaterring) Die für Samstag angesetzte Fahrt muß wegen zu geringer Beteiligung ausfallen. Nach dem Ausscheiden der Bogener Theaterbesucher aus dem Besucherring ist nun die Teilnahme der Interessenten aus Mitterfels und Hunderdorf an den Veranstaltungen gefährdet. Wie jedoch von Regensburg mitgeteilt wurde, wird man sich bemühen, eine Lösung zur Auslastung des Omnibusses zu finden und damit die recht beliebt gewordenen Fahrten zu den Vorstellungen wieder aufnehmen.
Quelle: Bogener Zeitung 21.10.1955


Hunderdorf. (Nachtrag) Wie wir bereits berichteten, wird Herr Pelke am Samstag ein Abschiedskonzert geben. Herr Pelke wird bis zu seiner voraussichtlichen Uebernahme in einen Musikzug des neuen Bundesheeres in Straubing als Postangestellter weiterarbeiten.
Quelle: Bogener Zeitung 21.10.1955


Windberg. (Berufung) Benefiziat von Kürn wurde P. Raimund Knops, Prämonstratenser, zum Kloster Windberg gehörig, zuletzt Baiersbrunn, Württemberg.
Quelle: Bogener Zeitung 21.10.1955


Mit Bauern auf Lehrfahrt
Steinburg.
Für seine Kunden veranstaltete am Montag das Lagerhaus L. Stoffel-Steinburg eine Werbe- und Kehrfahrt nach Oberbayern. 35 Personen in der Hauptsache Bauern aus der Umgebung, nahmen teil. Erste Haltestation waren die Karbidwerke in Hart, wo der Arbeitsprozeß gezeigt und erläutert wurde. Dann wurden die Kalkstickstoffwerke in Trostberg besichtigt. Die Werkleitung ließ es sich nicht nehmen, ihre Abnehmer reichlich zu bewirten. Die Tatsache, daß das Werk mehr als doppelt soviel Strom verbraucht wie die Stadt München, läßt erkennen, in welch großem Umfang hier gearbeitet wird. Garmisch, Ramsau, Reichenhall u. Altötting waren weitere Anfahrtspunkte. Dies war bereit die dritte Werbefahrt der Firma Stoffel. Die erste führte nach Italien und die zweite zur DLG-Ausstellung nach München.
Quelle: Bogener Zeitung 21.10.1955


Indischer Bischof besuchte Windberg
Windberg.
Bischof Konrad Dubbelmann aus Jabalpur in Indien besuchte dieser Tage Windberg. Er befand sich auf der Durchreise von seiner Heimat Holland zurück nach Indien. Bischof Konrad ist seit 1924 in Indien tätig. Damals war er mit einigen Mitbrüdern (er ist Prämonstratenser) dorthin gegangen, um in der Mission tätig zu sein. Schon nach kurzer Zeit wurde ihm ein Missionsgebiet zugewiesen, das er als apostolischer Präfekt verwaltete. Voriges Jahr wurde er zum Bischof geweiht. Für einige Wochen kehrte er nach Holland zurück und weihte einige Priester und Diakone. In seinem Bistum stehen ihm neben holländischen Prämonstratensern schon viele einheimische Priester zur Seite. Er besuchte jetzt vor dem Flug nach Rom, wo er vom Heiligen Vater in Audienz empfangen wird, das Prämonstratenserkloster Windberg. Dabei besuchte er auch die Wallfahrtskirche Heilig Kreuz bei Windberg. Unser Bild zeigt Bischof Konrad mit dem Pater Prior des Klosters u. Pater Norbert.  (-wp-)
Quelle: Bogener Zeitung 22.10.1955


Schwerer Verkehrsunfall
In Steinburg – Wegern, nahe bei der Werkstätte Berger, ereignete sich am Sonntag gegen 19 Uhr ein schwerer Motorradunfall. Der Mercedes-PKW des Bogener Bauunternehmers Hans Schuhbauer war auf der Fahrt von Steinburg nach Bogen, als von Hunderdorf her der Motorradfahrer Hastreiter ihm begegnete. Der Motorradfahrer fuhr den PKW am rechten Teil der vorderen Stoßstande an und kam zu Fall, wobei er sich einen komplizierten Oberschenkelbruch mit Knochenzersplitterung zuzog. Er wurde in das Straubinger Krankenhaus eingeliefert. Von beiden Fahrern wurde eine Blutprobe genommen. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. Im übrigen ist ihre Feststellung dadurch sehr erschwert worden, daß die beiderseitigen Fahr-, Brems- und Blockierspuren von zahlreichen Neugierigen, die sich an der Unfallstelle ansammelten, zertrampelt waren, so daß der Unfalltrupp der Landpolizeiinspektion Bogen, der die Ermittlungen aufnahm, im wesentlichen auf die Aussagen der Unfallbeteiligten angewiesen ist. – Das Schicksal des verunglückten Motorradfahrers Hastreiter ist um so mehr zu bedauern, als sein Bruder bei einem kürzlichen Motorradunfall auf der Bundesstraße nach Cham ums Leben kam und seine Schwester immer noch im Straubinger Krankenhaus an den Folgen der dabei erlittenen schweren Verletzungen darniederliegt.
Quelle: Bogener Zeitung 26.10.1955


Gut besuchtes Konzert
Hunderdorf.
Nichts konnte die Beliebtheit des scheidenden Postangestellten Willi Pelke mehr bezeigen, als der überaus gute Besuch seiner täglichen „Kunden“ bei seinem Abschiedskonzert, das er am Samstag im Gasthaus Sandbiller gab. Die Leistung des Blasorchesters der Straubinger Eisenbahnerkapelle, die unter seiner Leitung in zwei Stunden ein ausgezeichnetes Programm bot, fand den begeisterten Beifall des Publikums. Besonderen Applaus erntete Pelke mit seinem hervorragend geblasenen Trompetensolis, von den vor allem „Die Post im Walde“ lebhaften Anklang fand. Die beschwingte Atmosphäre des Abends schuf die richtige Stimmung für den anschließenden Tanz. Im November wird Pelke voraussichtlich im Saal der Gastwirtschaft Baier einen weiteren Konzertabend geben.
Quelle: Bogener Zeitung 26.10.1955


Todesanzeige
Gott, der Herr über Leben und Tod, holte Mittwoch abends 6 Uhr meinen lieben Bruder, Neffen und Paten
Herrn Joseph Zißelsberger
Landwirt in Oberwegern

nach längerem Leiden, versehen mit den hl. Sterbesakramenten, im 61. Lebensjahre zu sich in sein ewiges Reich.
Oberwegern, den 27. 10. 1955
Kreszenz Zißelsberger, Schwetser,
und übrige Verwandte
Trauergottesdienst am Samstag, vorm. 9 Uhr, mit darauffolgender Beerdigung in Hunderdorf.
Quelle: Bogener Zeitung 28.10.1955


Straßenbau macht Fortschritte
Hunderdorf.
Im letzten Bauabschnitt des Straßenbaues Bärndorf – Hunderdorf geht es nun zügig vorwärts. Schon vor einiger Zeit wurde von Hunderdorf aus mit dem Auftrag der Rollierung begonnen. Zum Teil wurden auf dieser Strecke auch schon die Straßenböschung angelegt, Die Durchlässe eingebaut, die Randsteine und die Wasserablaufrinnen betoniert. Am Ortsausgang von Apoig wird die neue Straßenführung durch den Ausbau der Kurve bis zu einem Meter über der jetzigen Straßendecke liegen. Auch vom Ortseingang in Hofdorf, in Richtung Bärndorf, wurde der Einschnitt in den dortigen Geländerücken vorgenommen. Mehr als 1000 cbm Erdmaterial wurden zur Ausfüllung der anschließenden Senke aufgebraucht. – Eine aus Stahlbeton erbaute Brücke wird dort das Wasser zweier Bäche durchleiten und auch bei Hochwasser großen Wassermengen Ablauf gewähren. Begünstigt durch das gute Herbstwetter und die Einstellung von ca. 50 Notstandsarbeitern an den beiden Baustellen, hat der Straßenbau in den letzten Wochen Fortschritte gemacht.
Quelle: Bogener Zeitung 29.10.1955


Hunderdorf. (GR-Sitzung) Morgen wird sich nach dem Frühgottesdienst der Gemeinderat mit der endgültigen Aufstellung der Gemeindehaushalts befassen. Ferner wird vom verstärkten GR, zu dem auch die Gemeindevertreter von Gaishausen zählen, der Schulhaushaltsplan erörtert. Die Sitzung ist öffentlich.
Quelle: Bogener Zeitung 29.10.1955


Hunderdorf. (Todesfall) Nach längerem Leiden verschied am Mittwoch abend der Landwirt Josef Zießelsberger von Oberwegern.
Quelle: Bogener Zeitung 29.10.1955


Windberg. (Wiedersehensfeier) Die Gemeinde veranstaltet morgen im Gasthaus Grüneisl in Meidendorf eine Wiedersehensfeier mit dem Heimkehrer Ruppert Häusler. Sie beginnt um 15 Uhr. Die Gemeinde hat dazu die Bevölkerung eingeladen. Auch Landrat Hafner hat sein Erscheinen zugesagt.   (wp)
Quelle: Bogener Zeitung 29.10.1955


Windberg ehrte seinen Heimkehrer
Windberg.
Die Gemeinde Windberg hat es sich nicht nehmen lassen, mit seinem Heimkehrer Wiedersehen zu feiern. So konnte Bürgermeister Amann gestern nachmittag im Gasthaus Grüneisl in Meidendorf eine sehr große Zahl von Gemeinderatsmitgliedern begrüßen. Er konnte auch viele Ehrengäste und den Gemeinderat Windberg willkommen heißen. Als Vertreter von Landrat Hafner, der dienstlich verhindert war, nahm dann Reg.-Assistent Kippke das Wort. Er überbrachte des Landrats Grüße und sagte die volle Unterstützung des Kreises zu, nicht nur für die ersten Tage, sondern auch für eine weitere Zukunft. Der Redner betonte das große Mitgefühl des Landrats für die Gefangenen, da er die Gefangenschaft schon selber verspürt habe. Er nannte es als den Zweck dieser Feier, dem Heimkehrer das Gefühl wiederzugeben, daheim, in der Heimat, zu sein. Zum Schluß überreichte er Ruppert Häusler im Namen des Landrats einen herrlichen Präsentierkorb.
Der Vorstand des Kreisverbandes Bogen der Heimkehrer, Schulleiter Sattler-Breitenhausen, würdigte die Arbeit des Verbandes, der wesentlich dazu beigetragen habe, daß gerade in den letzten Jahren die Oeffentlichkeit mit den Problemen der Heimkehrer vertraut gemacht wurde. Er dankte Bürgermeister Amann und der Gemeinde, daß man sich so liebevoll um den Heimkehrer angenommen habe. Der Vertreter des VdK Bogen überbrachte ein prächtiges Bild. Der Leiter des BRK-Kreisverbandes schilderte die umfangreichen Bemühungen des RK um die Gefangenen und Vermißten und die Freude, die über die Rückkehr jedes einzelnen herrsche. Im Namen seiner Familie übergab dann Ludwig Altmann einen Präsentkorb. – Dann sprach noch Bürgermeister Karl Amann. Er dankte allen, die sich um die würdevolle Aufnahme des Heimkehrers bemüht haben und überbrachte die Grüße von H. H. Pfarrer Ach, der infolge der Bekenntnisfeier der Jugend am Erscheinen verhindert war. Abschließend überreichte er im Namen der Gemeinde ebenfalls einen Präsentkorb.
An diesem offiziellen Teil schloß sich das Festmahl und ein gemütliches Beisammensein an.    (wp)
Quelle: Bogener Zeitung 31.10.1955


Gemeinderat erhöht Schuletat um 1000 DM
Hunderdorf.
Gering war die Beteiligung des Gemeinderates von Hunderdorf und Gaishausen bei der Sitzung, die zur Billigung des Schulhaushaltsplanes einberufen wurde. Als die Aufstellung des neuen Schuletats für das laufende Rechnungsjahr bekanntgegeben wurde, nachdem nach Abzug der Einnahmen ein durch die Schulgemeinden Hunderdorf und Gaishausen zu leistender Beitrag von 3 733 DM noch offen stand, der bei einem Schülerstand von 262 Kindern an der hiesigen Volksschule pro Kind eine Ausgabe von 14,20 DM vorsah, da war man versucht, zwischen dem geringen Interesse der Gemeinderäte an dieser Sitzung und dem weit unter dem Durchschnitt des Landkreises stehenden Kopfbetrag pro Schüler eine recht ungünstige Parallele zu ziehen.
Rektor Hösl gab dazu auch Vergleichsziffern bekannt, nach denen die Stadt Bogen 75 DM und Schwarzach 38 DM pro Schüler aufwenden wird. In seiner Rede zum Schulhaushaltsplan vermißte er vor allem einen Betrag zum Ankauf eines geeigneten Grundstücks für den in den nächsten Jahren unvermeidlichen Bau eines neuen Schulhauses. Er schlug vor, aus dem Gemeinderat Hunderdorf und Gaishausen einen Ausschuß zu bilden, der sich dieser Neubaufrage annehmen soll und noch vor Ablauf der Amtsperiode dieses Gemeinderates die nötigen Vorbereitungsaufgaben erledigt. Im einzelnen führte er zu den ausgabeposten aus, daß für die Schulbücherei kein Betrag vorgesehen sei, außerdem sei es unbedingt notwendig, mit der Anschaffung eines einheitlichen Bankmaterials zu beginnen. Um zu zeigen, wie sehr es dabei noch in den vier Klassenräumen im argen steht, lud er die Gemeinderäte zu einem Rundgang durch die Schulzimmer ein.
Erfreulicherweise konnte dabei der Schulleiter die Zustimmung erhalten, daß für die Ausstattung der Mädchenoberklasse 7 moderne Tische mit je 2 Stühlen angeschafft werden können. Angesichts des stark verbrauchten Kartenmaterials stellte der Bürgermeister von Gaishausen die Anschaffung von drei neuen Landkarten in Aussicht. Auch für die Schulbücherei wurde noch ein Betrag von 100 DM aufgenommen. Nach Einbeziehung dieser Ausgaben in die bisherige Aufstellung des Schulhaushaltsplanes dürften sich damit die Ausgaben um ca. 1000 DM erhöhen und somit ein Betrag von 18 DM pro Schüler in diesem Jahr zur Verfügung gestellt werden. Die Bildung eines Ausschusses für die Vorbereitung des Schulhausneubaues kam leider nicht zustande. In das Protokoll der Sitzung wurde auch die Ferienordnung für das laufende Schuljahr aufgenommen, nachdem am 9. 5. 56 der Bittgang nach Bogenberg stattfindet und am 11. 5. 56 der Flurumgang. Beide Tage sind schulfrei und werden in den Weihnachts- bzw. Osterferien vorgehalten. Der Haushaltsplan liegt zur allgemeinen Einsichtnahme in der Kanzlei auf.
Quelle: Bogener Zeitung 03.11.1955


Windberg. (Geheiratet haben) Herr Karl Holmer aus Großlintach, und Frl. Maria Maier aus Ried. Die Trauung fand in der Pfarrkirche Windberg statt; die weltliche Feier war im Gasthaus Wagner in Au.
Quelle: Bogener Zeitung 04.11.1955


Hunderdorf. (Todesfall) Gestern Freitag früh verschied im 71. Lebensjahr der Metzger und Viehhändler Wurm aus Gaishausen. Ein leichter Unfall hatte ihn vor einigen Wochen aus Krankenbett geworfen, von dem er sich nun nicht mehr erheben sollte.
Quelle: Bogener Zeitung 05.11.1955


Hunderdorf. (Evangelischer Gottesdienst) Morgen findet für die evangelische Gemeinde um 15 Uhr im Saal der Gastwirtschaft Sandbiller ein Gottesdienst statt.
Quelle: Bogener Zeitung 05.11.1955


Hunderdorf. (Der Standesbeamte) verzeichnete im Oktober zwei Todesfälle. Geburten und Eheschließungen keine.
Quelle: Bogener Zeitung 05.11.1955


Hunderdorf. (Die Gemeinde) gibt bekannt, daß alle Angrenzer an Gemeindestraßen jetzt zur Räumung der Gräben verpflichtet sind. Im Weigerungsfall werden die Gräben durch Gemeindearbeiter auf Kosten der Angrenzer gereinigt. Für Berufsschüler, die ohne Genehmigung eine andere als die für sie zuständige Berufsschule besuchen, werden von der Gemeinde die Kosten nicht getragen. – Der Gemeindehaushaltsplan, der im Schulhaushalt abgeändert wurde, liegt ab Dienstag noch für einige Tage zur Einsichtnahme in der Gemeindekanzlei auf.
Quelle: Bogener Zeitung 05.11.1955


Der Herr über Leben und Tod holte am 4. 11. 1955 meinen lieben Mann, unseren lieben Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager, Onkel und Paten
Herrn Franz Xaver Wurm
Viehkaufmann in Gaishausen

im 71. Lebensjahr heim in sein Reich.
Gaishausen, Aue/Sachsen, Göppingen, Hunderdorf, Frankfurt, Straubing und Nürnberg, den 4. 11.1955
In tiefer Trauer:
HILDA WURM, Gattin
Franz, Ignaz, Otto, Söhne
Johanna, Annerl, Resi, Martha, Töchter
Therese, Anni, Maria, Schwestern
Schwiegersöhne, Schwiegertöchter
Schwager und übrige Verwandtschaft
Beerdigung und Gottesdienst am Montag, den 7. 11., um 9 Uhr in Hunderdorf.
Quelle: Bogener Zeitung 05.11.1955


Rowdies am Werk
Hunderdorf.
In letzter Zeit häufen sich die Meldungen über Beschädigungen, die von Jugendlichen in den Nachtsunden verübt werden. So wurde eine Reklametafel der Firma Elbinger entfernt und auf einen Baum besteckt, eiserne Zaunsäulen wurden verbogen und Gartentüren ausgehängt. U. in andere Grundstücke geschleppt. Die Entfernung von Warnsignalen der Bundesbahn, das Ausreißen von Straßenbegrenzungspflöcken und die Beseitigung der Straßensperre in Hofdorf ist nicht mehr mit jugendlichem Leichtsinn zu entschuldigen, da hier eine Gefährdung der Verkehrsteilnehmer bzw. des Bahnverkehrs erfolgte.
Quelle: Bogener Zeitung 09.11.1955


Nach Amerika ausgewandert
Hunderdorf.
Am Montag verließ der bisherige Abteilungsleiter bei der Möbelfirma Nolte, Herr Heinz Legler, mit seiner Familie Hundedorf, um die Reise nach USA anzutreten, wo er in Mount Kisco im Staate New York eine neue Heimat finden wird. Herr Legler, der früher in Berlin zuhause war, kam nach seiner Entlassung aus russischer Kriegsgefangenschaft nach Hunderdorf. Durch sein sympathisches, bescheidenes Wesen hat er sich viele Freunde erworben. Er wird in den USA als Gebrauchsgraphiker Beschäftigung finden.
Quelle: Bogener Zeitung 09.11.1955


Hunderdorf. (Franz Wurm zu Grab getragen) Das geräumige Kirchenschiff war fast zu klein für die vielen Trauergäste, als am Montag die Glocken zum Trauergottesdienst für den Viehaufkäufer Franz Wurm von Gaishausen riefen. Allzu schnell hatte ihn der Tod aus einem arbeitsreichen Leben gerissen. Männer der Feuerwehren Gaishausen, Hunderdorf und Steinburg trugen ihr Gründungsmitglied zu Grabe und ein dreifacher Ehrensalut hallte über den Friedhof. Dekan Hiermeier zeichnete das Leben des Verblichenen, der vom Schicksal schwer verfolgt war. So war es nicht wunderlich, daß Herr Wurm manchmal eine rauhe Schale zeigte, doch sie versteckte nur den guten Kern in ihm. Namens des Viehaufkäuferverbandes legte Willi Solcher einen Kranz nieder und während weitere Kränze und Blumengebinde auf das Grab gelegt wurden, schloß der Kirchenchor mit einem Lied die Trauerfeier.
Quelle: Bogener Zeitung 09.11.1955


Windberg. (Herr Guggeis beigesetzt) Ein stattlicher Leichenzug bewegte sich am Montag von Irenzfelden zum Friedhof in Windberg. Neben vielen Trauergästen aus Windberg und den Nachbarpfarreien erwies auch der Veteranen- und Kriegerverein, der Bauernhilfsverein, eine Abordnung des VdK und die Freiwillige Feuerwehr Herr Johann Guggeis aus Irenzfelden die letzte Ehre. Unter Leitung von Pater Subprior sang der Kirchenchor. H. H. Pfarrer Ach schilderte das Leben dieses vorbildlichen Mannes, der überall geschätzt und beliebt war. Herr Guggeis wurde am 8. 6. 1888 in Au bei Neukirchen geboren. 1913 heiratete er von Weidholz nach Irenzfelden. Aus dieser vorbildlichen Ehe gingen zehn Kinder hervor, von denen nun sechs trauernd am Grabe standen. Im ersten Weltkrieg war der Verstorbene vom dritten Mobilmachungstag bis zum Schluß im Feld. Der Prediger nahm auch Abschied von seinem Kirchenratsmitglied, das auf eine 30jährige Tätigkeit zurückblicken konnte und schilderte ihn als einen vorbildlichen Christen.
Quelle: Bogener Zeitung 09.11.1955


Steinburg. (70. Geburtstag) Morgen Donnerstag kann Frau Monika Hartmannsgruber, Bäuerin in Mitterkogl, in körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische ihren 70. Geburtstag feiern. Wir wünschen der Jubilarin, die schon 40 Jahre Leserin der Bogener Zeitung ist, alles Gute und noch viele Jahre in Gesundheit und Wohlergehen.
Quelle: Bogener Zeitung 09.11.1955


Im goldenen Jubelkranz
Hunderdorf.
Morgen Sonntag feiert der Maurermeister Josef Länger aus Rammersberg mit seiner Gattin Maria, geb. Feldmeier, im Familienkreis das Fest der goldenen Hochzeit. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor, von denen drei mit den zehn Enkelkindern das schöne Fest mitfeiern dürfen. Der älteste Sohn und der Schwiegersohn kehrten vom zweiten Weltkrieg nicht zurück. Trotz des hohen Alters befindet sich das Jubelpaar bei bester Gesundheit. Wir wünschen zum Festtag alles Gute und einen schönen Lebensabend.
Quelle: Bogener Zeitung 12.11.1955


Haushaltsplan erstellt
Hunderdorf.
Der Gemeindehaushalt für das laufende RJ liegt augenblicklich mach Aenderung des Schulhaushaltsplanes in der Gemeindekanzlei auf. Danach sind im ordentlichen Haushaltsplan 83 937 DM, im außerordentlichen Haushaltsplan 1 612.34 DM an Einnahmen und Ausgaben festgesetzt. Der Hebesatz beträgt für land- und forstwirtschaftliche Betriebe 140 v. H., für Grundstücke 180 Prozent, und für Gewerbebetriebe 240 Prozent. Im einzelnen sind in den Einnahmen aus wirtschaftlichen Unternehmen 14 345 DM, aus Finanzen und Steuern 82097 DM zu erwarten. In den Ausgaben sind nach dem Ansatz für das laufende RJ für das Bau- und Wohnungswesen 10 539 DM, für wirtschaftliche Unternehmungen 14 292 DM und für Finanzen und Steuern 20 254 DM an größeren Beträgen zu zahlen.
Quelle: Bogener Zeitung 12.11.1955


Hunderdorf. (Bunter Abend der Liedertafel) Die internen gesellschaftlichen Veranstaltungen in Hunderdorf werden fast ausschließlich von der Liedertafel bestritten. Dazu gehört neben dem nun schon obligatorischen Frühjahrs- und Herbstkonzert auch einmal im Jahr ein „Bunter Abend“. Lehrer Maier, der bereits im vorigen Jahr bei dieser Veranstaltung verantwortlich zeichnete, hat auch heuer die Zusammenstellung und Einstudierung in die Hand genommen. Neben Einaktern, Stegreifgesängen, lustigen Liedern und einem Quiz wird man noch allerlei zur Unterhaltung vorgesetzt bekommen. Der Abend „steigt“ bereits am Samstag nächster Woche.
Quelle: Bogener Zeitung 12.11.1955


Donaubrücke bei Bogen wieder gesperrt
Ab Sonntagfrüh 8 Uhr wird die Eisenbahnbrücke über die Donau wegen Instandsetzungsarbeiten für die Dauer von zwei Wochengesperrt.

Zwischen Straubing und Sand wird der Eisenbahnbetrieb durch Pendelfahrten aufrechterhalten. Der Schülerzug mit den Abfahrtszeiten von Sand um 7.30 Uhr und in Ittling um 7.36 Uhr entfällt während der Sperrzeit. Die Reisenden werden gebeten, währen der nächsten 14 Tage an Werktagen den ab Sand um 7.11 Uhr und ab Ittling um 7.17 Uhr verkehrenden Triebwagen benützen zu wollen.
Ab Bogen fahren die Reisezüge in den veröffentlichten Fahrplänen. Es entfällt lediglich der an Samstagen verkehrende Mittagszug Pt 3021 nach Mitterfels und zurück. Zwischen Straubing und Bogen wird der Verkehr durch Bundesbahnomnibusse aufrechterhalten.  Die Firma Erndl und Sohn, Straubing, wird zur Verstärkung bei einzelnen erfahrungsgemäß stark belegten Zügen miteingesetzt.
Die Omnibusse fahren Bahnhofsvorplatz zu den geleichen Zeiten nach Bogen ab wie sonst die Züge und erreichen in Bogen die Anschlüsse an die dort wartenden Züge. Reisende aus Richtung Bogen, die nach Sand oder Ittling fahren wollen, werden gebeten, mit dem Omnibus nach Straubing zu fahr nun dort mit dem Triebwagen nach Sand bzw. Ittling weiterzufahren.
Die Deutsche Bundesbahn bittet alle Reisenden um Verständnis für diese unvermeidliche Unbequemlichkeit. Sie wird bestrebt sein, den Verkehr so pünktlich wie möglich abzuwickeln. Sollten die vorgehaltenen Omnibusse für den Andrang nicht ausreichen, so werden Verstärkungen eingesetzt oder die Omnibusse fahren nochmals die Strecke. Auf jeden Fall wird jeder Reisende seine Anschlußzüge in Bogen bzw. in Straubing erreichen.
An die Reisenden ergeht noch abschließend die Bitte, durch möglichst beschleunigtes Umsteigen in Bogen und Straubing ihrerseits zur pünktlichen Durchführung des Ersatzverkehrs beizutragen.
Quelle: Bogener Zeitung 12.11.1955


Gott, der Herr, holte am Samstag abend 18 Uhr meinen lieben Gatten, unseren guten Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager, Onkel und Paten
Herrn Josef Schwarzensteiner
Landwirt in Steinburg
Kriegsteilnehmer 1914/18

im 62. Lebensjahr heim in ein besseres Jenseits.
Steinburg, Hoch, Straubing, Wachsenberg, Semmersdorf, den 13. 11. 1955
In tiefer Trauer:
CILLI SCHWARZEMSTEINER, Gattin
Cilli Gmeinwieser, Tochter
Sebastian Gmeinwieser, Schwiegersohn
Cilli Gmeinwieser, Enkelkind
Franziska Kraus, Schwiegermutter
Geschwister und übrige Verwandtschaft
Beerdigung und Gottesdienst findet am Dienstag, den 15. 11. 55, um 9 Uhr in Hunderdorf statt.
Quelle: Bogener Zeitung 14.11.1955


Hunderdorf. (Beerdigung) Groß war die Zahl der Trauergäste, die gestern den im 62. Lebensjahr verstorbenen Landwirt Josef Schwarzensteiner von Steinburg auf seinem letzten Weg begleiteten. Eine schwere Krankheit, an der er schon ein Jahr darniederlag, hatte ihn den Seinen entrissen. Dekan Kiermeier würdigte in seiner Grabrede das christliche Leben des Verblichenen und sprach der Gattin und den beiden Töchtern Trost zu. Kameraden des Bauernhilfsvereins legten ihrem Mitglied einen Kranz nieder, während der Donner von drei Salutschüssen als letzter Gruß seiner Kriegskameraden über das Grab hallte.
Quelle: Bogener Zeitung 16.11.1955


Hunderdorf. (Theatervorstellung) Die Tischgesellschaft „Sparsinn“ Straubing spielt am Sonntag um 14 und 20 Uhr im Bauersaal das ländliche Volksstück „Der brennende Hof“ und den lustigen Einakter „Wer melkt die Ziege?“.
Quelle: Bogener Zeitung 16.11.1955


Hunderdorf. (Kino) Am Samstag läuft bei Baier der Film „Moselfahrt aus Liebeskummer“.
Quelle: Bogener Zeitung 16.11.1955


Hunderdorf. (Richtfest) wurde gestern beim Neubau des Herrn Plötz gefeiert. Die Maurerarbeiten werden von der Firma Altschäffl-Stippich, die Zimmererarbeiten von der Firma Dilger-Hunderdorf ausgeführt.
Quelle: Bogener Zeitung 16.11.1955


Hunderdorf. (Die Lohnsteuerkarten) liegen in der Gemeindekanzlei auf und können während der Amtsstunden abgeholt werden.
Quelle: Bogener Zeitung 16.11.1955


Neuwahl bei den Perlbachtalern
Hunderdorf.
Am Samstag trafen sich die Mitglieder des Trachtenvereins „Die gemütlichen Perlbachtaler“ zur Generalversammlung im Gasthaus Baier. Man war sich darüber klar, daß dem Vereinsleben ein neuer Impuls gegeben werden muß, wenn nicht die Gruppe begeisterter Trachtler, die sich in den ersten Jahren ihres Bestehens so gut eingeführt hatte, wieder auseinander gehen sollte.
Nach gründlicher Aussprache schritt man zur Neuwahl des Gesamtvorstandes. Der Wahlausschuß, dem Lehrer Maier, Herr Bugl und Herr Reiner angehörten, gab das Ergebnis bekannt, wonach Xaver Reiner 1. Vorstand und Thomas Gürster sein Stellvertreter wurde. Als Kassier fungiert Lisl Dilger, als 2. Kassier Hans Schöfer. Das Amt des 1. Schriftführers liegt bei Siegmund Wölfl und als 2. Schriftführer wurde Johann Wölfl gewählt. Erster Vorplattler wurde Jakob Petzendorfer und zweiter Vorplattler Siegmund Wölfl. Mit der Dirndlführung wurde Therese Gütlhuber betraut und Georg Hagen wurde zum Vereinsdiener ernannt.
Im weiteren wurde beschlossen, im kommenden Vereinsjahr den Ankauf einer Vereinsfahne zu erwägen und diesem Ziel durch den Erlös aus Theateraufführungen näherzukommen. Im das Vereinsleben zu aktivieren, wurden regelmäßig Zusammenkünfte mit jeweils 14tätgiger Zwischenzeit angeordnet.
Quelle: Bogener Zeitung 16.11.1955


Morgen „Bunter Abend“
Hunderdorf.
Der Gemischte Chor veranstaltet am morgigen Samstag einen Bunten Abend mit ansprechendem Programm. Die Eröffnung geschieht durch einen Wechselgesang des Chores, der vom „Postamentlmann“, einer Glosse auf allzustrenge Hausfrauen, abgelöst wird. Im „Ehestandsbarometer“ werden dann die Damen alle Reibereien mit den schwierigen Ehemännern aufdecken. Vor der Pause folgen noch eine Reportage und der ländliche Einakter „Der Zugochse“. Der zweite Teil beginnt mit einem lustigen Lief, dem sich die Erlebnisse eines Dorfbaders anschließen. „Wir armen, armen Mädchen“ betitelt sich der Klagegesang von fünf hoffnungslosen Fällen. Dr. Eisenbart hält eine kurze Sprechstunde, worauf die Frauen nur antworten: „Jessas, san dö Männer dumm!“ Den Schluß bildet ein Quiz mit Preisen, ausgedacht und geleitet vom Initiator des Abends, Lehrer Maier.
Quelle: Bogener Zeitung 18.11.1955


Hunderdorf. (Beerdigung) Zum zweitenmal in dieser Woche versammelte sich eine große Zahl von Trauernden, um die Austragslandwirtin Frau Anna Söldner von Sollach zu Grabe zu trgen. Dekan Kiermeier hob in seiner Grabrede hervor, wie schwer das Schicksal das Leben der Verblichenen zeichnete. Ein Sohn blieb auf dem Schlachtfeld, während ein zweiter mit schwerer Verwundung nach Hause kam. Sie selbst aber trug mit größter Geduld ihr Leiden, das sie seit vier Jahren hartnäckig verfolgte. Die Rosenkranzbruderschaft, deren treues Mitglied die Verstorbene war, widmete ihr einen letzten Gruß.
Quelle: Bogener Zeitung 19.11.1955


Reichhaltiges Programm begeisterte
Hunderdorf.
Wenn sich auch der letzte „Bunte Abend“ der Liedertafel Hunderdorf, der am Samstag im Gasthaus Sandbiller über die Bretter ging, sehr in die Länge zog und mit einer Dauer von knapp vier Stunden ein absolutes Höchstlängenmaß erreichte, so konnte man doch den Erfolg der Veranstaltung nicht in Zweifel stellen; denn das Publikum zeigte sich bis zuletzt von dem Reichhaltigen Programm sehr  begeistert. Wie günstig sich dabei auf die Stimmung der erste gutgelungene Kontakt von Spielern zu Zuschauern auf den gesamten Ablauf der Veranstaltung auswirkte, zeigte gleich das Auftrittslied des Gemischten Chors, bei dem sich die Männer und Frauen allerhand „unter die Nase zu reiben“ hatten. Wie erwartet, verstand es dann Lehrer Maier als Conferencier, den folgenden Programmnummern entsprechend – teils mit liebenswürdig-heiteren Worten, aber auch mit dem notwendigen Zynismus – den Weg zu bereiten. Ohne die übrigen Leistungen zu schmälern, fanden im ersten Teil der „Postamentlmann“, bei dem man männliche List über die allzustrenge hausfrauliche Tugend siegte, der ländliche Einakter „Der Zugochs“, u. die vorgetragenen Gstanzln über Hunderdorf Lokalnachrichten den größten Anklang. Im zweiten Teil des Abends standen die Erlebnisse des Dorfbaders – wohl die beste spielerische Leistung des Abends – und die in ihrer Art barbarischen Operationen des Dr. Eisenbart aus den übrigen Nummern hervor. Den Schluß der Veranstaltung bildete ein Quiz, zusammengestellt und geleitet von Lehrer Maier. Die drei Paare, die hierzu auf der Bühne erschienen, mußten sich tüchtig „ausquetschen“ lassen und am Schluß dieses Fragespieles konnten die gestifteten Preise an Hastreiter-Myrtek, Buhl-Meindl, Anders-Dremml vergeben werden. Mit dem Dank an die zahlreichen Zuschauer, für die der Saal zu klein geworden wäre, verabschiedete sich Lehrer Maier, jedoch nicht, ohne die Bitte auszusprechen, daß auch bei der nächsten Veranstaltung der Besuch wieder so zahlreich sein möge.
Quelle: Bogener Zeitung 21.11.1955


Windberg. (Wegsperrung) Wie Bürgermeister Karl Amann mitteilte, ist der Verbindungsweg zwischen Irenzfelden und Meidendorf wegen Kanalreparaturen vom Mittwoch, 23. November, bis Sonntag, 27. November, gesperrt.  (wp)
Quelle: Bogener Zeitung 21.11.1955


Gemeinderat sucht zwei Ersatzwohnungen
Hunderdorf.
Unter Vorsitz des Bürgermeisters Reiner hatten die Gemeinderäte am Montag in einer öffentlichen Sitzung eine Reihe von wichtigen Punkten zu besprechen. Zunächst handelte es sich darum, die Uebernahme der alten Landstraße 2. Ordnung von km 5.384 bis km 5.649 (Schuhgeschäft Meier bis zur Abzweigung des Weges nach Au) abzuschließen. Da diese Straße zur Möbelfabrik Nolte führt, muß sie auch weiterhin zur Benutzung offengelassen werden. Im weiteren wurde beschlossen, an den Grundstückseigentümer Faltl von Windberg jährlich eine Entschädigungssumme von 35 DM zu zahlen, da sich auf seinem Grund die von der Gemeinde Hunderdorf angekauften Quellen befinden und dieses Grundstück daher für intensive landwirtschaftliche Nutzung nicht verwendet werden kann.
Die Wohnraumnot in der Gemeinde machte sich bei dem folgenden Fall bemerkbar, in dem es um die Wohnraumbeschaffung für zwei Parteien ging. Durch den Verkauf eines Hauses in Hofdorf, das bereits vom Wohnungsamt als baufällig erklärt ist und dessen Bewohnung nicht mehr vertreten werden kann, ist für die bisherigen Mietsparteien kein geeigneter Wohnraum vorhanden, so daß diese Angelegenheit noch einen weiteren Aufschub erleiden muß. Ebenfalls konnte noch nicht an die Neufestsetzung der Läutgarbe für den Mesner gegangen werden und man verschob diesen Beschluß auf eine der nächsten Sitzungen.
Zur Bekämpfung der Kartoffelkäferplage wurde dem Ankauf einer neuen Gespannfeldspritze zugestimmt. Die vier vorhandenen Kolbenrückenspritzen werden wieder zurückgegeben. Das neue Gerät, das bereits in Hunderdorf steht, soll zur Verwahrung und Wartung bei Herrn Josef Schaubeck stationiert werden. Die Gespannfeldspritze wird auf 600 DM kommen.
Quelle: Bogener Zeitung 23.11.1955


Hunderdorf. („Der brennende Hof“) Am Sonntag führte die Theatergruppe „Sparsinn“ Frauenbrünnl im Saal der Gastwirtschaft Baier mit großem Erfolg das Volksstück „Der brennende Hof“ und en lustigen Einakter „Wer melkt die Ziege“ auf, der bei dem zahlreich erschienenen Publikum Stürme der Heiterkeit hervorrief.
Quelle: Bogener Zeitung 23.11.1955


Hunderdorf. (Hochzeit) Am Donnerstag schließen den Bund der Ehe der Kraftfahrer Josef Weinzierl von Hofdorf und die Strickerin Hildegard Bauernfeind von München. Nach der Trauung in der Pfarrkirche begeben sich die Gäste zum Hochzeitsmahl ins Gasthaus Sandbiller.
Quelle: Bogener Zeitung 23.11.1955


Windberg. (Weihnachtsfeier) Der Heimat- und Volkstrachtenverein „Die gmütlichen Waldler“ hält am 18. Dezember eine öffentliche Weihnachtsfeier. Sie ist mit einem nunten Abend verbunden.
Quelle: Bogener Zeitung 03.12.1955


Bogens Stiftungsfenster für Holzkirchen
Viele Bogener wohnten dem Weihegottesdienst in der Holzkirchener Kirche bei.
Bogen.
Kurz vor dem Ende des Kirchenjahres fand in der Kirche der Gemeinde Holzkirchen (Landkreis Vilshofen) die feierliche Weihe des von der Stadt Bogen gestifteten Fensters statt. Viele Bogener waren zu dem Weihegottesdienst nachHolzkirchen gefahren, an der Spitze die beiden Bogener Bürgermeister Neueder und Max Holzner. Das Kirchenfenster trägt unten links das Wappen der Stadt Bogen, daneben die Widmung: „Die Stadt Bogen in jahrhundertealter treuer Verbundenheit den Wallfahrern von Holzkirchen zum 850jährigen Jubiläum der Wallfahrt Bogenberg 1954.“ Darüber sieht man die Holzkirchener Wallfahrer, wie sie die 13 m lange Kerze stehend in feierlicher Wallfahrt von der Stadt Bogen zum Bogenberg tragen. – Von oben grüßt das Gnadenbild der Mutter Gottes. Das Fenster ist sehr gut ausgefallen u. in der reichen Farbenzusammenstellung mit dem hellen Grün des Bogenberges und in Verbindung mit dem neuen Marienaltar ein Schmuckstück der Holzkirchener Kirche geworden. Sehr gut versinnbildlicht ist mit dem über dem neuen Altar befindlichen Fenster der oft harte und steile Weg des Menschen auf diesem Erdendasein, an dessen Ende ihm aber doch nach Ueberwindung dieses Pfades die Gnadenmutter vom Bogenberg entgegenkommt.
Nachdem schon im Weihegottesdienst am Vormittag H. H. Pfarrer Hahner – Holzkirchen hingewiesen hatte, und für die Stiftung und die zahlreiche Beteiligung der Bogener am Gedächtnisakt Dank wußte, kam diese Verbundenheit auch beim nachmittäglichen Zusammensein zur Geltung, das durch Liedervorträge der Holzkirchener Liedertafel verschönert wurde. Auch hierbei sprach Pfr. Hahner nochmals ein herzliches Vergelts Gott für die Stiftung aus mit dem Versprechen, daß die Holzkirchener getreu dem Gelübde ihrer Väter dem Bogenberg die Treue halten würden. Bürgerm. Neueder überbrachte die Grüße der Bogener und erwähnte, daß diese Stiftung zum 850. Wallfahrtsjubiläum und zur 483. Wallfahrt der Holzkirchener ein äußeres, aber bleibendes Zeichen der Verbundenheit zwischen Bogen und Holzkirchen darstellen und die Gläubigen der Pfarrei Holzkirchen beim Gottesdienst an die Gandenstätte auf dem Bogenberg erinnern soll, um in guten und schlechten Zeiten neben der alljährlichen, jahrhundertealten Wallfahrt der Holzkirchener auch den Segen Holzkirchens für die Stadt Bogen erbitten.
Die Freude und den Dank der Holzkirchener Bevölkerung brachte in schlichten, aber aus dem Herzen kommenden Worten der langjährige Wallfahrtsführer Detter zum Ausdruck, der namens der Kerzenträger besonders hervorhob, daß die Leibe und Verbundenheit zu und mit Bogen noch kaum so innig gewesen sei wie gegenwärtig. – Wie die Stadtverwaltung mitteilt, werden noch freiwillige Spenden für das Kirchenfenster im Rathaus entgegengenommen.   (bk)
Quelle: Bogener Zeitung 03.12.1955


Morgen Elternversammlung
Hunderdorf.
In diesen Tagen hat die Volksschule ein Schmalfilmgerät erhalten, nachdem bereits im Juli ein Agfa-Bildwerfer angeschafft wurde. Die Kosten für den neuen Siemensprojektor, der auch auf ein Tonfilmgerät ausgebaut werden kann, belaufen sich auf 1235 DM und werden mit 600 DM durch die Gemeinde, 264.50 DM Staatszuschuß und 370.50 DM Rabatt einschl. Prämie der Landesbildstelle getragen. Die Schulleitung Hunderdorf hat aus diesem Grund für morgen Donnerstag um 14.30 Uhr im oberen Schulhaus eine Elternversammlung einberufen, auf der einige Schmalfilme mit dem neuen Gerät vorgeführt werden.
Quelle: Bogener Zeitung 07.12.1955


Hunderdorf. (Christbaumversteigerung) Den Reigen der Weihnachtsfeiern eröffnet am Sonntag um 18 Uhr der Trachtenverein „Perlbachtaler“ mit einer Christbaumfeier im Gasthaus Baier.
Quelle: Bogener Zeitung 07.12.1955


Hunderdorf. (Todesfall) Am Donnerstag früh verscheid der Austragsalndwirt Xaver Bornschlegl von Hofdorf. Vor wenigen Tagen war seine Tochter, die nach Kanada auswanderte, mit ihrem Sohn zu einem Besuch in die Heimat gekommen.
Quelle: Bogener Zeitung 07.12.1955


Hunderdorf. (Schlachttage) Für die Gemeinde sind folgende Schlachttage bestimmt: Mittwoch Hunderdorf, Apoig, Lindfeld, Hofdorf und Stetten; Dienstag Lintach, Hoch, Bauernholz, Eglsee, Sollach und Thananger; Montag Brandstatt, Starzenberg, Breitfeld, Zierholz, Grabmühl und Lindenbrunn. Hausschlachtungen müssen einen Tag vorher bei Fleischbeschauer Bugl von Hoch oder bei Edbauer-Hunderdorf angemeldet werden.
Quelle: Bogener Zeitung 07.12.1955


Hunderdorf. (Der Standesbeamte) verzeichnete im November vier Eheschließungen und einen Todesfall. Geburten keine.
Quelle: Bogener Zeitung 07.12.1955


Todesanzeige
Gott, der Herr über Leben und Tod, holte gestern nacht meinen lieben Gatten, unseren guten Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder, Onkel, Schwager und Paten
Herr Xaver Bornschlegl
Landwirt von Hofdorf und Kriegsteilnehmer 1914/18

im Alter von 64 Jahren nach öfterem Empfang der hl. Sterbesakramente zu sich in ein besseres Jenseits.
Hofdorf, Schwarzach, Vancouver/Kanada, Atting, Geiselhöring, Harling, Edersdorf, 6. 12. 1955
In tiefer Trauer:
Cäcilia Bornschelgl, Gattin
mit Kindern und übriger Verwandtschaft
Gottesdienst und Beerdigung am Freitag, den 9. 12. 1955, um 9 Uhr in Hunderdorf.
Quelle: Bogener Zeitung 07.12.1955


Fest der Freude und Dankbarkeit gefeiert
Bogen feierte das 60jährige Bestehen der Eisenbahnverbindung Straubing-Bogen
Bogen.
Wenn man im Dezember Fest begeht, muß man mit der Ungunst der Witterung rechnen und so waren gewissermaßen Nässe und Wind bei der Planung des Festablaufes mit einkalkuliert. Sie stellten sich prompt auch ein, konnten aber bei alt und jung die Stimmung nicht beeinträchtigen. Bogen verlebte zwei Tage, bei denen Freude und Dankbarkeit das Geschehen bestimmten. Daß die Freude echt war und die Dankbarkeit aus dem Herzen kam, merkte man bei allem, was gesprochen und mehr noch bei dem, was gezeigt wurde. Wohl selten hat Bogen einen so harmonisch verlaufenen und für alle Teile zufriedenstellenden Festabend erlebt.
Pünktlich setzte sich am Samstag nachmittag vom Bahnhof Straubing aus der neue, mit Girlanden und Fähnchen geschmückte Schienenbus mit dem Bogener Festkomitee und den Ehrengästen aus Regensburg und Straubing in Bewegung, hielt kurz am Bahnhof Ittling, durchfihr die Haltestelle Sand und erreichte das Ziel Bogen, wo sich trotz des Regens eine große Menschenmenge am Bahnhof eingefunden hatte, der in seinem festlichen Schmuck kaum wiederzuerkennen war. Unter Anführung der Schulkinder, gefolgt von der Kapelle Sagstetter, formierte sich nun der Festzug durch die Stadt, begleitet von den Fahnenabordnungen der Vereine und Verbände. Bogen hatte Festschmuck angelegt u. zeigte sich den Gästen im schönsten Gewand. Vom Bogenberg herunter dröhnten Böllerschusse. Beim Rathaus löste sich der Zug auf und die Gäste besuchten als erstes die in einem Schulsaal der Volksschule untergebrachte Ausstellung der BBD Regensburg – eine schöne Schau von Modellstücken (angefertigt von der Lehrwerkstätte der BBD in Passau), prächtigen Zeichnungen aus Schülerwettbewerben, Bildern usw.
Bis zum Beginn des Festabends vereinigten sich Gastgeber und die Gäste im Gasthaus Hafner. Jener Gaststätte (damals noch Brauerei Bruckmayer genannt), wo vor 60 Jahren die Teilnehmer der Jungfernfahrt des „Bogener Bockerls“ sich zu einem Festschmaus versammelten.
Fahrplanmäßig um 19.30 Uhr hatte man sich im Saal des Hotels „Zur Post“ eingefunden und Saal und Empore waren dicht besetzt, als das Orchester unter Leitung von H. Weber – Bärndorf mit einem flotten Marsch und  einer festlichen Overtüre den Auftakt zur Programmabwicklung gab, allerdings nicht, bevor durch Fahrdienstleiter Rott das Signal zur Abfahrt gegeben war. Die Weichen waren richtig gestellt, Gegenzüge nicht gemeldet und so wickelte sich alles ohne Rangierverkehr mit schrankenlosen, aber übersichtlichen Uebergängen kurvenreich ab. Unter Hauptlehrer Avrils Leitung sang die Liedertafel, die zahlenmäßig und stimmlich stärker geworden ist und erfreulich gute Fortschritte gemacht hat, „Hab oft im Kreise der Lieben“. Dann begrüßte Bürgermeister Neueder die Ehrengäste und seine lieben Bogener, unter den ersteres neben vielen anderen vor allem Vizepräsident Dr. Börner von der BBD Regensburg, Bundesbahnrat Dr. Hofmann-Regensburg, Bundesbahnoberrat Dr. Fischer-Plattling, Bundesbahnrat Müller-Passau, Bundesbahnoberinspektor Wilhelm-Straubing, Oberinspektor Rangwisch-Regensburg, Oberbürgermeister Höchtl, Bürgermeister Stiefvater, Oberrechtsrat Dr. Diller, u. die Stadträte von Straubing, die Landräte von Bogen und Viechtach usw. Er wünschte für den Festabend allen viel Vergnügen und betonte, daß die Rückschau auf 60 Jahre Eisenbahnverkehr ihren Zweck und ihre Erfüllung in weiterer Verkehrserschließung und dadurch in weiterer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage finden solle.
Vizepräsident Dr. Börner gab der Freude über den regen Anteil aller Bevölkerungskreise an der Jubiläumsfeier Ausdruck und versicherte, daß es das höchste Bestreben der Bundesbahn sei, überall, und damit auch auf der Strecke Straubing – Cham fahrplanmäßige und technische Verbesserungen durchzuführen. Seine Ausführungen fanden einen schönen Ausklang in der Ehrung zweier Jubilare, die vor 60 Jahren beim Bahn- und Brückenbau mitgearbeitet hatten, des 83jährigen Alois Sporrer aus Unterholzen, Gde. Dachsberg und des 78jährigen Hans Sagstetter aus Lintach. Beiden überreichte er schöne Präsentkörbe. – Oberbürgermeister Dr. Höchtl betonte als nächster Redner, daß die Anteilnahme der Stadt Straubing an diesem Jubiläumsfest vor allem darin begründet sei, daß sie sich durch die Erschließung des Hinterlandes auch der dadurch bedingten wirtschaftlichen Vorteile erfreuen durfte. Daneben würde sie immer gerne als Patenstadt an einem Feiertag ihres Patenkindes teilnehmen. Durch die Eröffnung der Eisenbahnlinie Straubing-Bogen sei der Bayerische Wald der Stadt Straubing nähergerückt worden, die sich als Sitz des Bayerischen Waldvereins um das Wohl und Wehe des Bayerischen Waldes kümmere und sorge. Straubing wisse aber auch, daß es seine wirtschaftliche Entwicklung und Blüte nicht zuletzt dem Fleiß und der Rührigkeit seiner Nachbarn verdanke und werde auch in Zukunft die guten Beziehungen mit seinem Hinterland pflegen und nach Kräften fördern. – Daß es gerade die Stadt Straubing war, der in erster Linie die Verbindung Straubing-Bogen zu danken ist, erörterte Landrat Hafner, der durch Aktenunterlagen nachweisen konnte, wie sehr sich Straubing um diese Bahnverbindung eingesetzt und in zahlreichen Eingaben, die in Superlativen gerade strotzten, nachzuweisen versucht habe, daß das Wohl und Wehe, der Aufstieg oder Niedergang der Gäubodenmetropole vor allem von der Bahnverbindung Straubing-Bogen abhängen. Straubing sei damals als Bewerber mit Deggendorf in schärfster Konkurrenz gestanden und Sieger geblieben. Seine Ausführungen schlossen mit der Bitte an die BBD Regensburg, dieser Strecke auch künftighin ihr besonderes Augenmerk zu schenken.
Unter Gesamtleitung von Hauptlehrer Avril gelangte nun die anläßlich der Stadterhebungsfeier von Hauptlehrer a. D. Wimmer komponierte „Hymne der Stadt Bogen“ durch Liedertafel und Orchester zum Vortrag und wurde auch diesmal wie bereits bei früheren Anlässen klangsauber und formvollendet dargeboten. Der reiche Beifall bildete zugleich das Lob für die Vortragenden wie auch den Dank an den anwesenden Komponisten.
Mit einem Festvortrag eigener Prägung schloß Hauptlehrer Zeuner die Reihe der Rdner. In humorvoller Weise gab er ein anschauliches Bild des jahrzehntelangen Kampfes um die verkehrsmäßige Erschließung des Bayerischen Waldes, bei dem sich Projekte der verschiedensten Gestalt den Rang abzulaufen versuchten. Unzählige Petitionen, Planungen und Audienzen waren notwendig, um die Sanktionierung dieser Strecke zu erreichen. Die Ueberquerung der Donau mit dem zusätzlichen Kostenaufwand einer Eisenbahnbrücke sei eines der Haupthindernisse gewesen. Als dann 1895 die Strecke in Betrieb genommen werden konnte, habe der Gesamtkostenbetrag sich auf 3,25 Millionen Mark belaufen. Eine der ersten Eingaben des damaligen Marktes Bogen an die kgl. Bahndirektion sei die Bitte um eine schönere Ausgestaltung des Bahnhofsgebäudes gewesen, dessen Zustand dem Ansehen eines Marktes nicht würdig sei. Heute nach 60 Jahren erneuere die nunmehrige Stadt Bogen diese Bitte und hoffe auf ihre baldige Erfüllung.
Der bunte Reigen des weiteren Programmverlaufs, der übrigens von Rektor Roiner in launiger Weise angesagt wurde, brachte den Vortrag humoristischer Gedichte, die von Schülern und Schülerinnen selbst verfaßt worden waren. In allen wurden in scherzhafter Form Begebenheiten geschildert, die bei Fahrten mit dem Bogener Bockerl passiert waren, oder Mängel zu Gehör gebracht, die einer Abstellung bedürfen. Als Grundstein hörte man aber wieder die Liebe zum Bockerl mitschwingen, das trotz seinen Mängeln und Tücken allen ans Herz gewachsen ist. „Bockerlgymnastik“, zur Darstellung gebracht von der Schüler- und Schülerinnenriege des TSV 1883 unter Lehrer Stahl, sollte zeigen, wie man den Körper gelenkig machen und stählern muß, um die Fahrt im Bockerl überstehen zu können. Theo Hubers Knittelverse, von H. Eigenschink nach der Melodie „Auf der schwäbschen Eisenbahne“ vorgetragen, waren humorvolle und jede Pointe traf den Nagel auf den Kopf. Mit die schönste Darbietung des Abends war zweifelsohne „Das Bogener Bockerl“ – eine lustige Hörszene in Versform, verfaßt von Oberlehrerin Obermeier und zu Gehör gebracht von Schülern und Schülerinnen der Volksschule. Hier gaben sich Waldlertypen und verschiedene Charaktere ein Stelldichein und waren am Schluß trotz aller Gegensätze einig in dem Lob über die Pflichttreue des Bockerls.
Zwei Vorträge der Liedertafel („O Täler weit, o Höhen“, „Schon die Abendglocken klangen“) und Musikstücke des Orchesters eliteten über zur Verlosung der von der BBD und der Stadtverwaltung gestifteten  Freifahrten und Bücher, die Hans Heitzer leitete und das Töchterchen des Bahnhofsvorstandes Schaffner vornahm. Die Freifahrt nach Berchtesgaden gewann Stadtinspektor Deschl, die Münchener Fahrten konnten Ettl jun. Und Frl. Avril gewinnen. Die Sechserfahrscheinhefte nach Straubing gewannen Zahnarzt Geckisch, Frau Brandl, Herr Harlander, Frau Furtner, Frl. Avril, Herr Ponkratz, Frl. Schöfer, Herr Biermeier und die Schülerin Erika Neueder. Außerdem wurden noch ca. 60 Bücher verlost. Diese Verlosung bildete zugleich den Abschluß der in allen Teilen schön verlaufenen Feier.
Am Samstag vormittag war die Bevölkerung durch en früheren Markgemeindediener Bachmayer mittels der früher üblichen Ausschellens auf die Bedeutung des denkwürdigen Tages und die Veranstaltungen anläßlich des Festes aufmerksam gemacht worden.
Wie bereits der Samstag nachmittag, brachte auch der Sonntag einen großen Andrang der Schuljugend zu den Freifahrten mit dem neuen Schienenbus von Bogen nach Straubing und zurück, wie auch die Straubinger Jugend von dort aus mit einer Freifahrt nach Bogen befördert wurde. Sie und erfreulicherweise auch viele Erwachsene besuchten die Ausstellung der BBD in der Volksschule und die Filmvorführungen im Hafner-Saal.   (bk)
Quelle: Bogener Zeitung 12.12.1955


Gemeinderat bewältigte umfangreiches Programm
Ankauf eines Grundstückes für Schulhausneubau beschlossen – Kauf eines elektrischen Bohrhammers für den Steinbruch
Hunderdorf.
Es gab wohl wenige Gemeinderatssitzungen in diesem Jahr, bei denen die Gemeinderäte so zahlreich kamen wie zu der Sitzung, die am Mittwoch unter Leitung von Bürgermeister Reiner in der Gemeindekanzlei eröffnet wurde. Schon der Anfang brachte eine noble Geste der Versammelten, denn sie zögerten nicht, die an die Gemeinde geschickten Weihnachtssiegelmarken, die zu Gunsten des Wohnungsbaues für Tuberkulosekranke verkauft werden sollten, aus eigener Tasche zu zahlen. Wie fast in jeder GS üblich, galt es auch diesmal ein Stück der Gemeindewege zur Ausbesserung zu bringen. Der Hohlweg bei Neumeier im Bauernholz muß erweitert werden. Der Grundabtretung wurde vom Angrenzer bereits zugestimmt, jedoch wurde zur Bedingung gemacht, daß das bei den Arbeiten anfallende Erdreich weiter unten angeböscht wird. Bürgermeister Reiner hatte schon mit einer Baufirma unterhandelt, die zu diesen Arbeiten ca. 200 m Rollwagengleise zur Verfügung stellen wird. Die Arbeiten sollen von Gemeindearbeitern ausgeführt werden.
Wegen der Grundstücksbeschaffung für den Schulhausneubau wurde ausgeführt, daß der Bau eines neuen Schulhauses in Hunderdorf in Kürze unumgänglich sei. Herr Hastreiter wäre bereit, ein Grundstück in der Größe eines Tagwerks zur Verfügung zu stellen. Wie Rektor Hösl mitteilte, sei dieses Grundstück auch von Kreisbaumeister Kraus als baureif erklärt worden. Ebenso wirken sich die günstigen Anschlußmöglichkeiten für Licht, Wasser und Kanalisation aus. Der Gemeinderat stellte sich zu der dringenden Angelegenheit sehr positiv und beschloß, die Verhandlungen mit dem Grundstücksbesitzer in Kürze aufzunehmen. In der Friedhofsfrage, die von Bürgermeister Reiner angeschnitten wurde und die ebenfalls in nächster Zeit zu einer Lösung drängt, konnte er ausführen, daß sie nicht wie ursprünglich vorgesehen in den Bereich der Gemeindeaufgaben fällt, sondern von der Kirchenverwaltung vorwärtszutreiben sei. Um die Ausnützung des gemeindeeigenen Steinbruches für die Aufschotterung der Gemeindewege besser zu betreiben, wurde der Kauf eines elektrischen Bohrhammers genehmigt. Um jedoch dieses Gerät am Steinbruch einsetzen zu können, muß vorher eine Starkstromleitung von Hofdorf aus gelegt und die Zufahrtstraße von Seitz bis zur Brücke ausgebaut werden. Die Bohrmaschine selbst kostet 2060 DM, während für die elektrische Leitung ebenfalls noch ca. 1000 DM anfallen. Zweifellos würde sich diese Anlage für die Gemeinde rentieren, da bisher nicht genügend Steine gebrochen werden konnten und so die Anfuhr des Materials aus anderen Steinbrüchen sehr hoch zu stehen kam. Zur Arbeit mit dem Kompressor wurde Herr Bugl vorgesehen, der auf einem Lehrgang ausgebildet werden und die Prüfung als Sprengmeister ablegen soll.
Die Aufstellung eines Luftschutzwartes konnte nicht vorgenommen werden, da der in Frage kommende Person noch keine Stellungnahme vorliegt. Gemeindekassier Pollmann verlas eine Verfügung über den Milchverkauf ab Hof, der in Zukunft beantragt und genehmigt sein muß. Bei der Läutgarbe für den Mesner konnte keiner Erhöhung zugestimmt werden. Im weiteren führte Bürgermeister Reiner aus, daß im nächsten Jahr der Ankauf von weiteren Quellen in Windberg notwendig ist, da der steigende Wasserverbrauch in Hunderdorf sonst nicht mehr gedeckt werden kann, Entsprechende Verhandlungen wurden eingeleitet.
Quelle: Bogener Zeitung 17.12.1955


Weihnachten beim Trachtenverein
Windberg.
Der Heimat- und Volkstrachtenverein „Dö gmütlichen Waldler“ veranstaltete am Sonntag im Gasthaus Deschl in Windberg wie jedes Jahr wieder eine Weihnachtsfeier. Der große Saal des Gasthauses war festlich mit Tannengrün geschmückt. Der verdiente Vorstand Johann Auerbacher begrüßte die recht zahlreich erschienenen Mitglieder und Gäste, als Ehrengäste vor allem H. H. Pfarrer Ach, H. Pater Subprior und H. Pater Norbert sowie den Gründer und Ehrenvorstand des Vereins, Max Simmel aus Bogen und nicht zuletzt den Windberger Spätheimkehrer Ruppert Häusler. Hierauf sprach Herr Auerbacher einige Worte zum Weihnachtsfest und dann wurden die Lichter des Christbaumes entzündet und gemeinsam erklang „Stille Nacht, heilige Nacht“.
Dann folgte der unterhaltende Teil der Veranstaltung. Kleine Spiele wechselten mit Gedichten und Liedern, die bisweilen auch von den Zuschauern dargeboten wurden, so z. B. von Frau Rosl Hofmann-Windberg, Frau Hofmann, Hunderdorf, Anton Kittenhofer, Fanny Wühr und vielen anderen. Herr Auerbacher überreichte dem Gründer, Herrn Max Simmel eine Ehrenurkunde. Wie Herr Auerbacher schilderte auch dieser die Entstehung des Vereines. Als ältestes Mitglied wurde Herr Michael Meier geehrt. Die Feier, die von einer kleinen Kapelle umrahmt wurde, nahm einen recht harmonischen Verlauf.   (wp)
Quelle: Bogener Zeitung 21.12.1955


Windberg. (Hans Kilger beim Burschenverein) Im Rahmen der Winterarbeit des Kath. Burschenvereins wird heute ab 20 Uhr Hans Kilger in einem Lichtbildervortrag über Land und Leute in Amerika sprechen. Wie uns die Vorstandschaft mitteilt, ist anschließend noch ein geselliges Beisammensein im Jugendheim vorgesehen.   (-wp-)
Quelle: Bogener Zeitung 21.12.1955


Sänger feierten im Familienkreis
Hunderdorf
. Zu der heurigen Weihnachtsfeier hatte der Gesangverein neben seinen passiven Mitgliedern auch die Familienangehörigen der Sänger und vor allem die Kinder eingeladen, wobei gerade letztere einen schönen Beitrag zum Gelingen des Abends leisteten. Festlich hatte man dazu den Nebenraum des Gasthauses Sandbiller geschmückt und damit gleich zu Beginn eine günstige Atmosphäre für die folgenden Stunden geschaffen. Mit herzlichen Worten begrüßte Vorstand Höhn die Erschienenen und dankte vor allem den passiven Mitgliedern, die  durch ihre Treue zum Verein den Aktiven seinen Rückhalt gewähren.
Den Auftakt des Programms bildete „Gott in der Höh‘ sei Preis und Ehr“, vorgetragen von der Streichergruppe der Liedertafel, an den anschließend Karin Bräuer den Prolog „Der Weihnachtsstern“ vortrug. Nach dem Choral „Gelobet seist du, Jesu Christ“ brachte der gemischte Chor die beiden Lieder „Der Heiland ist geboren“ und „Es ist ein Reis‘ entsprungen“. Den „Christglocken“ von Borell, gespielt von Frau Hösl (Klavier) und Herrn Höhn (Violine) folgte ein Weihnachtsgedicht, das von den Geschwistern Schmidt vorgetragen wurde. Eine Ueberraschung bildete Elfriede Hösl, die mit „Maria Wiegenlied“ von Reger eine gute sängerische Begabung verriet. Den „3 Weihnachtsbäumen“ schloß sich das Spiel „Auf dem Weihnachtswunschamt“ an, das von den darstellenden Mädchen reizend verwaltet wurde. Einen guten Vortrag bot Frau Hösl (Klavier) mit den „Domglocken in der Christnacht“.
Die Schülerinnen Paula Maier (Klavier), Karin Bräuer (Akkordeon), Edeltraud Barbian (Gesang) und Hofmann Ursel (Zither) zeigten in ihren kleinen Stücken Talent und gaben dem Gesangverein die Gewißheit eines hoffnungsvollen Nachwuchses.  Besinnliche Fedanken zum Fest brachte Herr Maier sodann in knapper Form zum Ausdruck und erzielte damit wohl den nachhaltigsten Eindruck des Abends. Mit einem Weihnachtsreigen (einstudiert von Fr. Opalka), dem Lied des Kinderchores „Ihr Kinderlein kommet“ und einem Schlußstück der Streichergruppe nahm die besinnliche Feierstunde, bei der die Kleinen und die Großen so vortrefflich harmonierten, ein Ende.
Quelle: Bogener Zeitung 24.12.1955


VdK-Hauptversammlung am 15. Januar
Hunderdorf.
Am Mittwoch trag sich die Vorstandschaft des VdK-Ortsverbandes im Gasthaus Sandbiller, und für die am 15. Januar stattfindende Jahreshauptversammlung die Konzeption festzulegen. Hauptpunkt der Versammlung wird die Ehrung der langjährigen Verbandsmitglieder sein. Nach der Versammlung findet in den Räumen des Gasthauses Sandbiller der VdK-Ball statt. Im weiteren wurde beschlossen, ab Januar zur Beerdigung verstorbener VdK-Mitglieder, die Kriegsteilnehmer waren, einen Ehrensalut  von 3 Schuß abzugeben, wobei der Verband die anfallenden Kosten tragen wird.
Quelle: Bogener Zeitung 24.12.1955


Hunderdorf. (Film) am Sonntag läuft im Baiersaal „Es schlägt 13“ mit Theo Lingen und Hans Moser.
Quelle: Bogener Zeitung 24.12.1955


Hunderdorf. (Evang. Gottesdienst) Für die evangelische Gemeinde findet am 26. 12. um 9.30 Uhr im Saale der Gastwirtschaft Sandbiller ein Festgottesdienst statt.
Quelle: Bogener Zeitung 24.12.1955

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