1914

Hunderdorf, 1. Jan. (Jagdverpachtung.) Heute nachmittags 3 Uhr wurde im Baier’schen Gasthause die Gemeindejagd Hunderdorf auf weitere 6 Jahre verpachtet. Der erste Bogen zu 1300 Tagwerk, welcher bisher 240 M. kostete, ist von dem Gutsbesitzer Hrn. Ludwig Hilmer von Obermenach bei Alteich pro Jahr um 187 M. ersteigert worden. Der zweite Bogen zu 1850 Tagwerk kostete in den Vorjahren 350 M. und jetzt ist er gegen einen jährlichen Pachtschilling von 207 M. vom Hofbesitzer Herrn Josef Maier von Lohhof bei Degernbach ersteigert worden. Somit ist hier ein Rückgang des Jagdpachtschillings um 196 M. zu verzeichnen.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 04.01.1914


Hunderdorf, 1. Januar. (Christbaumfeier.) Der kath. Burschenverein hielt im Unterwirtssaale seine herkömmliche Christbaumfeier ab. Der große Saal war dicht besetzt und Viele mußten sich mit einem Stehplatz begnügen. Der Verkauf der Lose und die Versteigerung der Aeste des Christbaumes ging schnell von statten. Die Kasse erhielt durch diese Feier eine Einnahme von über 50 M. Herr Professor Lautenbacher, Schäftlarn, hatte uns auch mit seinem Besuche beehrt. Im Laufe des Abends schilderte Herr Professor in humorvollen Worten, wie schön die Organisation, der Zusammenschluß der jungen Leute auch auf dem Lande sei. Später brachte der Herr Professor einen komischen Vortrag „Der verlorene Geldbeutel“ und erntete dabei sehr reichen Beifall. So verflossen die schönen Stunden allzuschnell.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 04.01.1914


Hunderdorf, 5. Jan. (Jagd.) Am 30. Dez. v. J. wurde die Gemeindejagd in zwei Bogen versteigert und zwar der eine zu 207 Mk. an Herrn Maier, Lohhof, der andere zu 180 Mk. an Herrn Hilmer, Obermenach, vorbehaltlich der Zustimmung der Gemeindeversammlung. Da nun bei der am Sonntag den 4. Januar abgehaltenen Gemeindeversammlung ein höheres Angebot für die Jagd von anderer Seite vorlag, mußten obengenannte Herren, wollten sie nicht auf die Jagd verzichten, ein höheres Angebot stellen. Herr Maier zahlt nun auch für den einen Bogen 300 Mk., Herr Hilmer für den anderen 230 Mk., was nun der Gemeinde pro Jahr 143 Mk. mehr einbringt.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 08.01.1914


Hunderdorf, 14. Januar. (Festball.) Der Kriegerbund Hunderdorf hielt gestern in den festlich dekorierten Lokalitäten der Sandbillerschen Restauration seinen diesjährigen Festball ab. Nach einem Festmahl zu 80 Gedecken luden die fröhlichen Weisen der Kapelle Klein zum Tanze ein und erst in früher Morgenstunde traten die Teilnehmer den Heimweg an.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 16.01.1914


Hunderdorf, 13. Januar. (Volksverein.) Am vergangenen Freitag tagte im Baierschen Gasthause eine Versammlung des Volksvereins für das katholische Deutschland. Vereinssekretär Schmidbauer aus München erstattete ein vorzügliches Referat über Aufgabe und Ziele des Volksvereins. Fast sämtliche Anwesenden traten dann als Mitglieder bei.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 16.01.1914


Hunderdorf, 15. Januar. (Ein Feldzugsoldat zur großen Armee eingerückt.) Unter großer Teilnahme von Leidtragenden wurde heute der Privatier Joseph Langmeier zu Grabe getragen. Der Verlebte, ein Mann von echtem Schrot und Korn, welcher in Gesellschaft immer guten Humor sein eigen nannte, war geachtet von Jung und Alt und überall gern gesehen. Langmeier machte die Feldzüge 1866, 1870/71 mit und es wurde ihm vom Krieger- und Veteranenverein Hunderdorf mit Musik und Ehrensalven das letzte Geleit gegeben. Der Verstorbene stand im 71. Lebensjahr.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 17.01.1914


Hunderdorf, 19. Jan. (Besitzwechsel.) Frau Kiefl von Oberhunderdorf verkaufte ihr Anwesen mit 5 Tagwerk Grund nebst Krämerei, das sie vor einem Jahre um die Summe von 4400 M erworben hatte, an den Gütler Xaver Schneider in Schambach für 5400 M. Notarielle Verbriefung fand bereits statt. – (Armenpflege.) Die Kosten der Armenpflege der Gemeinde Hunderdorf betrugen im abgelaufenen Jahre die Summe von rund 4000 M. Wenn das so weiter geht, dann muß in diesem Jahre die Gemeindeumlage, die ohnehin schon 150 Prozent beträgt, erhöht werden.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 21.01.1914
Todes-Anzeige.


Nach Gottes heil Willen verschied heute nachts 10 Uhr unser lieber, unvergeßlicher Gatte, Vater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel,
Herr Josef Dorfner,
früher Oekonom in Hofdorf,
zuletzt Privatier in Kirchmatting
,
nach längerem, mit größter Geduld ertragenem Leiden und öfteren Empfang der heil Sterbsakramente im Alter von 64 Jahren ruhig im Herrn. Um stilles Beileid bittet
Kirchmatting, Straubing, Hunderdorf und Entau, den 22. Januar 1914.
Die tieftrauernde Gattin: Anna Dorfner
nebst Schwiegersohn Georg Betzenhauser
und übriger Verwandtschaft.

Die Beerdigung findet am Samstag, 24. ds. vorm. Halb 9 Uhr vom Hause aus mit darauffolgenden Gottesdienst in Oberpiebing statt. Der 7. Und 30. werden am Montag, 26. ds. vorm. Halb 9 Uhr daselbst angehalten.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 25.01.1914


Güterrechtsregistereintrag
Wanninger Joseph, Taglöhner in Schafberg und dessen Ehefrau Katharina, geb. Thanner, diese Eigentümerin des Anwesens Hs.-Nr. 22 in Schafberg, haben mit Urkunde des k. Notariats Mitterfels vom 12. Januar 1614, G.-R. Nr. 24, die Verwaltung und Nutznießung des Ehentamtes (?) am eingebrachten Gute der Ehefrau ausgeschlossen, mithin Gütertrennung vereinbart.
Mitterfels, den 19. Januar 1914
Kgl. Amtsgericht.

Quelle: Straubinger Tagblatt, 25.01.1914


Hunderdorf, 28. Jan. (Von der Feuerwehr.) Die Generalversammlung der freiwilligen Feuerwehr Hunderdorf im Gasthause Baier war sehr gut besucht. Kommandant Zimmermeister Hösl eröffnete die Versammlung, gedachte in ehrenden Worten des allerhöchsten Protektors der Wehren Sr. Majestät König Ludwig III., auf den er ein dreifaches Hoch ausbrachte und in das die Anwesenden begeistert einstimmten. Verschiedene Vorfälle glaubten den ersten Chargen Veranlassung zu geben, ihre Aemter niederzulegen. Nach längerer Debatte verblieben jedoch die Herren wieder in ihren Stellungen. Neu gewählt wurde als Spritzenmeister Grundbesitzer Herr X. Hien von hier. Die Rechnung schließt ab mit einem Schuldenstand von etlichen hundert Mark. Einige Herren meldeten sich zur Aufnahme in die freiwillige Feuerwehr, so daß heute der Mannschaftsstand 60 Mann beträgt. Das Korps erfreut sich unter der bisherigen Leitung eines geradezu vorzüglichen Zustandes, namentlich was Montierung und Ausrüstung anbelangt. Vorstand Messerschmiedmeister Steckler gedachte in ehrenden Worten der verstorbenen Mitglieder und forderte die Versammlung auf, zum Zeichen der Teilnahme sich von den Sitzen zu erheben. Mit einem dreifachen „Gut Heil“ auf die Feuerwehren schloß der Kommandant, nachdem Anträge nicht gestellt wurden, die Versammlung.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 01.02.1914


Hunderdorf, 31. Jan. (Von der Maschine erfaßt.) Schwer verunglückte heute nachmittags der verheiratete Gütler Feldmer von Lintach, Vater von 5 Kinder; der in der Tonwarenfabrik Oed bei Bogen in der Arbeit stehende Mann wurde von der Maschine am Arme erfaßt, wobei ihm der Arm direkt aus der Achsel gerissen wurde. Der fleißige, arbeitsame Mann wird von Jedermann bemitleidet. Sofort mußte der Mann natürlich in das Distriktskrankenhaus nach Bogen verbracht werden.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 03.02.1914


Steinburg, 18. Februar. (Vom Bienenzuchtverein.) Die Generalversammlung des Bienenzuchtvereins Steinburg und Umgebung war vorgestern äußerst zahlreich besucht. Um 4 Uhr eröffnete Vorstand, Bierbrauereibesitzer Herr Berger, die Versammlung und hieß alle Mitglieder und Gönner des Vereins herzlich willkommen. Kassier Herr Jos. Ecker von Schafberg erstattete hierauf den Rechenschaftsbericht. Bei 194,24 M Ausgaben und 212,44 M Einnahmen wurden 28 M 20 Pfg. auf die neue Rechnung vorgetragen. Schriftführer Herr Hauptlehrer Scheininger von Hunderdorf erstattete den Jahresbericht, aus dem sich ersehen ließ, daß der Verein sich stetig entwickle. Von 35 Mitgliedern sind 225 Bienenstöcke angemeldet. Herr Hauptlehrer Scheininger machte die erfreuliche Mitteilung, daß der Verein sich des besten Wohlwollens der Behörden erfreue und daß seine Bestrebungen durch Gewährung von Zuschüssen aus Kreis- und Distriktsmitteln gefördert werden. Vergangenes Jahr erhielt der Verein 50 M, sodaß die Kassa 78 M 20 Pfg. enthält. Mitte Mai beabsichtigt der Verein einen zweitägigen Lehrkurs zu veranstalten. Der Bienenzuchtverein Steinburg erfreut sich hier und in der Umgebung ob seiner segensreichen Tätigkeit große Sympathie und hat stets neuen Mitgliederzuwachs.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 21.02.1914


Hunderdorf, 18. Februar. (Erweiterter Geschäftsbetrieb.) Der Raiffeisenverein beschloß eine Erweiterung seines Geschäftsbetriebes und zwar durch Beschaffung von Geld für die Vereinsmitglieder zu Zwecke des Geschäftsbetriebes durch Erleichterung der Geldanlage; weiter durch den Verkauf der landwirtschaftlichen Erzeugnisse der Mitglieder und den Bezug von ausschließlich für den landwirtschaftlichen Betrieb bestimmter Waren im Lagerhause dahier, und schließlich durch Beschaffung an Maschinen, Geräten und anderen Gegenständen des landwirtschaftlichen Betriebes. Dieses Vorgehen des Vereins wird von den Mitgliedern freudigst begrüßt und sichert einen weiteren Zugang von Mitgliedern.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 21.02.1914


Hunderdorf, 18. Februar. (Krieger- und Veteranen-Ball.) Der Krieger- und Veteranenverein Hunderdorf hielt einen Ball ab, der zu den schönsten Fastnachtsveranstaltungen des Dorfes zählen dürfte. Die Vorstandschaft hatte sich die Dekoration des Saales im Baierschen Gasthause sehr angelegen sein lassen. Nach einem Mahle mit 170 Gedecken folgte ein Tanzkränzchen, bei dem sich echte Fröhlichkeit entwickelte. Das Verdienst an dem wohlgelungenen Abend gebührt in erster Linie dem unermüdlichen Vorstand des Vereins Herrn Kraus.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 21.02.1914


Hunderdorf, 23. Febr. (Vom Standesamt.) Die Pfarrei Hunderdorf, welche zirka 2200 Seelen umfaßt, weist in den folgenden 4 Gemeinden folgende Standesamtseinträge auf im Standesamte der Gemeinde Hunderdorf 45 Geburten, 35 Sterbefälle und 7 Eheschließungen; im Standesamt der Gemeinde Au vorm Wald, wozu Gemeinde Steinburg und Gemeinde Gaishausen gehören, 37 Geburten, 21 Sterbefälle und 6 Eheschließungen. So sind es in der ganzen Pfarrei 82 Geburten, 56 Sterbefälle und 13 Eheschließungen.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 25.02.1914


Hunderdorf, 22. Febr. (Unfall.) Der um 3 Uhr dahier durchfahrende Zug 93 erfaßte bei der Straßenüberfahrt die schwerhörige Gütlerswitwe Mauthner von Au, schleifte dieselbe einige Meter weit und warf sie dann beiseite. Als das Zugpersonal dies bemerkte, hielt der Zug sofort an. Nachdem man sich über den Unfall genau informiert hatte, setzte der Zug 93 die fahrt wieder weiter. Die Mauthner kam mit einigen Prellungen und Hautabschürfungen davon. Auf Hilfsbereite gestützt, konnte sie selbst den Heimweg antreten. Das Zugspersonal trifft keine Schuld, da die Mauthner direkt in den Zug hineinlief.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 25.02.1914


Hunderdorf, 25. Febr. (Vom Darlehenskassenverein.) Der Spar- und Darlehenskassenverein Hunderdorf und Umgebung hat in der gestrigen Generalversammlung die Aenderung der Statuten dahin beschlossen, daß die Bekanntmachungen der Genossenschaft nunmehr im „Bayerischer Bauer“ in Eggenfelden erfolgen. Erster Vorstand Bauer Johann Fuchs von Ramersberg und zweiter Vorstand Michael Landstofer, Söldner von Hoch, sind aus der Vorstandschaft ausgeschieden, wurden aber wieder einstimmig gewählt. Aus dem aufsichtrat sind ausgescheiden: Baier, Wirt; Jos. Kronfeldner, Oekonom von Au; Xaver Gütlhuber, Söldner von Hoch. Dafür sind neu hineingewählt worden: Herr Maier, Bauer von der Brandstatt; Herr Schmiedmeister Josef Schröttinger von Apoig; Herr Lorenz Altschäffl, Söldner von Steinburg. Dem Verein blieb aus dem Jahre 1913 ein Reinertrag von 65 M.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 27.02.1914


Hunderdorf, 25. Februar. (Sühneverein.) Im Jahre 1913 hat sich hier ein Zweigverein des über 60.000 Mitglieder zählenden Sühnevereins gebildet der bis jetzt schon 148 Mitglieder, Männer und Frauen zählt. Gestern vormittags (Fastnachtsdienstag) 9 Uhr beging dieser schöne neue Verein seine erste Jahresfeier mit Gottesdienst und Generalkommunion. Alle Mitglieder nahmen daran teil.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 27.02.1914


Hunderdorf, 4. März. (Der älteste Mann) der Pfarrei wurde gestern zu Grabe getragen: der Privatier Wolfgang Hirtreiter im alter von 86 Jahren. Hirtreiter war ein besonderer Wohltäter beim Neubaue der hiesigen Pfarrkirche.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 06.03.1914


Hunderdorf, 10. März. (Unfallversicherung.) Im November vorigen Jahres verunglückte der verheiratete Gütler Max Kiefl von Oberhunderdorf dadurch, daß er vom Heuboden auf die Stadeltenne herunterfiel und an den erlittenen Verletzungen am 8. Dezember verstarb. Kiefl war nun seit März v. J. bei der Hamburg-Mannheimer Versicherungsgesellschaft gegen Unfall versichert, wofür er wöchentlich 2 Mark Prämie zu zahlen hatte. Die Versicherungsgesellschaft wollte anfangs nicht glauben, daß dieser Unfall die Todesursache sei, weshalb Kiefl seziert wurde. Durch ärztlichen Befund stellte sich aber heraus, daß die Vermutung der Versicherungsgesellschaft zu Unrecht bestand und vor einigen Tagen erhielt die mit vier Kindern in gar nicht rosigen Verhältnissen zurückgebliebene Witwe 4000 Mark als Versicherungssumme ausbezahlt. Frau Kiefl, die ihr Anwesen in Oberhunderdorf vor einiger Zeit verkaufte, erwarb jetzt in Oberwalting bei Leiblfing ein Haus mit 67 Dezimalen Grund für 1700 Mark und wird in den nächsten Tagen dorthin verzeihen.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 12.03.1914


Steinburg, 11. März. (Landw. Versammlung.) Am Sonntag den 15. März findet nachmittags 3 Uhr in der Brauerei Berger eine landwirtschaftliche Versammlung statt, in der Herr Landwirtschaftslehrer Kuhn von Kötzting über Wiesenpflege und Ackerpflege sprechen wird. Interessenten sind zur Teilnahme an der Versammlung eingeladen.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 13.03.1914


Hunderdorf, 10. März. (Verhaftet.) Heute vormittags kam ein etwa siebzehnjähriges Bürschchen ohne Kopfbedeckung und mit Filzschuhen bekleidet hieher, welches einen kleinen, schwarzen Hund und ein ganz neues Damenrad bei sich hatte. Das Rad, welches höchstwahrscheinlich gestohlen ist, wollte der Junge bei Herrn Viehhändler Hafner verkaufen. Dieser schöpfte aber sofort Verdacht und verständigte Herrn Gemeindediener Altmann, welcher den Jungen alsbald in einem nahegelegenen Walde, wohin er sich geflüchtet Hatte, ergreifen und in das Amtsgerichtsgefängnis Bogen einliefern konnte,. Der Bursche soll aus der Schwarzacher Gegend sein.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 13.03.1914


Steinburg b. Haggn, 17. März. (Landw. Versammlung.) Herr Landwirtschaftslehrer Kuhn, Kötzting, hielt einen sehr interessanten Vortrag. Zuerst sprach er über die über die Arten und Anwendung des Kunstdüngers, hernach über Getreidebau und die Pilzkrankheiten des Saatgetreides. Der Redner erntete großen Beifall. Ein Sachverständiger in Wiesenbaukultur, ebenfalls aus Kötzting sprach noch in längerer Rede über Wiesenkultivierung, über die Rentabilität der Wiesenbewässerung bezw. Entwässerung. Auch dieses Referat wurde mit vielem Beifall aufgenommen. Der Saal war gut besetzt.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 19.03.1914


Hunderdorf, 16. März. (Der Kriegerbund) hielt gestern in der Sandbillerschen Bahnhof-Restauration die diesjährige Generalversammlung ab. Der Kassier des Vereins, Herr Realitätenbesitzer Josef Sträußl von Sollach, konnte die erfreuliche Mitteilung machen, daß die bestandenen Passiva bereist wettgemacht seien. Das spricht in hervorragender Weise für die Opferwilligkeit der Mitglieder, das der Vereine erst zwei Jahre besteht und sich inzwischen eine schöne Vereinsfahne angeschafft hat. Daran schloß sich eine Namensfestfeier der zwei Vorstände, der Herren Josef Rothammer, Gutsbesitzer von Sollach und Josef Buchner, Bauer von Stetten, Im Laufe des Abends nahm Herr Lehrer Schien von Windberg im Namen des dortigen Kriegervereins das Wort, ermunterte die Mitglieder zu treuer Kameradschaft und hob das gute Einvernehmen der beiden Nachbarsvereine hervor. Sein Hoch galt dem Blühen und Gedeihen des Kriegerbundes Hunderdorf. Herr Hauptlehrer Scheininger von hier toastete dann auf den Nachbarverein Windberg. Eine Damenrede hielt Herr Lehrer Fellmayer von hier. Die Lehrerschaft, sowie mehrere Mitglieder des Vereins trugen dann dazu bei, die Ebbe aus der Vereinskasse verschwinden zu machen. Auch eine Sammlung für ein krankes, bedürftiges Mitglied, das 1866 und 1870/71 für s Vaterland gestritten, ergab eine ansehnliche Summe. Ein Streichkonzert der Kapelle Klein und Salvator aus der Paulanerbrauerei, München, sorgten für eine gemütliche Stimmung in der Versammlung.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 19.03.1914


Apoig b. Hunderdorf, 17. März. (Besitzveränderung.) Das schöne gutgebaute Bauernanwesen des Herrn Georg Schötz von Apoig ging gestern samt Inventar in den Besitz des Privatiers Herrn Josef Blasini, Bahnagent in der Bahnstation Hunderdorf, um die Summe von 24,000 M. über. Bei dem Anwesen sind 37 Tagwerk Wiesen, Aecker und Waldung. Notarielle Verbriefung ist bereist erfolgt. Die beiden Schötz’schen Eheleute ziehen sich in ihr zweites ihnen gehöriges Privathaus uns Privatleben zurück.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 19.03.1914


Hunderdorf, 20. März. (Brand.) Heute abends 6 Uhr brach in dem Anwesen des Gütlers und Maurers Josef Länger in Großlintach Feuer aus. In einigen Minuten stand das ganze Anwesen in Flammen. Sämtliche Futtervorräte und fast sämtliches Mobiliar sind mitverbrannt. Das Vieh konnte mit knapper Not gerettet werden. Auch das Mobiliar des Inwohners Josef Hagn ist zum Teil verbrannt. Am Brandplatze erschienen die freiwilligen Feuerwehren Hunderdorf und Windberg. Das Feuer soll durch spielende Kinder entstanden sein. Länger ist nur gering versichert.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 22.03.1914


Hunderdorf, 25. März. (Zugsentgleisung.) Heute nachmittags 2¼ Uhr entgleiste die Lokomotive sowie der erste Wagen des Güterzuges 85 bei Kilometer 14.520 nächst Hofdorf. Es wurde sofort ein Hilfszug requiriert, der bereist um 3 Uhr an der Unfallstelle eintraf. Die im Gleise gebliebenen Wagen des Güterzuges wurden nach Bärndorf zurückverbracht. Der Verkehr wird, soweit tunlich, durch Umsteigen sowie Umladen des Gepäckes aufrecht erhalten. Da die Nacht hindurch an den Aufräumungsarbeiten gearbeitet wird, hofft man bis morgen die Gleise wieder frei zu bekommen. Die gleiche Lokomotive ist bereits gestern bei Rattenberg entgleist.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 27.03.1914


Hunderdorf, 31. März. (Besitzveränderung.) Das Wagner’sche Bauernanwesen in Schwarzenstein bei Haslbach ging mit 50 Tagwerk Grund und lebendem und totem Inventar um 13.000 M. in den Besitz des Herrn Johann Bugl, Oekonomenssohn von Gaishausen und an Frl. Fanni Gierl, Oekonomenstochter von Wiesing bei Haslbach über. Notarielle Verbriefung ist bereits erfolgt. Die beiden kinderlosen Wagner’schen Eheleute ziehen sich in das Privatleben zurück.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 02.04.1914


Hunderdorf, 14. April. (Besitzwechsel.) Das Heider’sche Gütleranwesen in Großlintach ging vorgestern durch Kauf samt lebendem und totem Inventar mit 7 ½ Tgw. Sehr guten Grundes an den Zimmerpalier Herrn Michael Hornauer über. Als Kaufpreis werden 4500 Mark genannt. Notarielle Verbriefung hat bereits stattgefunden. Herr Haider zieht sich wegen hohen Alters in das Privatleben zurück.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 16.04.1914


Hunderdorf, 13. April. (Versteigerung.) Am Donnerstag, den 16. April, wird das ca. 10 Minuten von der Bahnstation entferntliegende Geiger’sche Anwesen in Ried zwecks Aufhebung einer Gemeinschaft in der Kanzlei des Kgl. Notariats Bogen öffentlich versteigert. Das Anwesen liegt in der Steuergemeinde Windberg und umfaßt 22 Tagwerk Wiesen, Felder und Waldung und ist in gutem Zustande.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 16.04.1914


Bogen, 18 April. (Distriktsrat.) Die K. Regierung von Niederbayern hat sich über die Verhandlungen des Distriktsrates Bogen pro 1914 Vortrag erstatten lassen und erließ folgenden Bescheid, dem wir in der Hauptsache entnehmen: …. Auf die rechtzeitige Beschwerde der Gemeinde Hunderdorf wurde die dieser Gemeinde gewährte Gesamtunterstützung von 440 M auf 600 M erhöht und zwar mit Rücksicht darauf, daß der Zuschuß der Gemeindekasse zur Armenkasse im Jahre 1912: 2050 M = 51,8 Proz. der Steuersumme betragen hat. Von den nunmehr bewilligten 600 M erhielt die Gemeinde 200 M für Geisteskranke und 400 M für sonstige Armenzwecke. ….
Quelle: Straubinger Tagblatt, 22.04.1914


Windberg, 28. April. (Kauf.) Der Oekonomenssohn Herr Josef Amann von Apoig erwarb durch Kauf die ehem. Hilmer’sche Villa mit Obstgarten und etlichen Dezimalen Grund. Als Kaufpreis werden 1700 M. angegeben. Notarielle Verbriefung ist bereits erfolgt.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 30.04.1914


Hunderdorf, 6. Mai. (Todesfall.) Heute verschied im Krankenhause der barmherzigen Brüder zu Straubing nach zweitägigem Krankenlager der noch ledige Xaver Wittmann, Oekonomenssohn von Lindfeld, an Lungenentzündung. Wittmann, der sehr fleißig und nüchtern war, stand bereits 13 Jahre als Baumeister im Dienste des Gutsbesitzers Herrn Rupert Schwaiger in Amselfing bei Ittling. Die Leiche wird am Freitag hieher überführt. Wittmann steht im 38. Lebensjahr.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 08.05.1914


Hunderdorf, 12. Mai (Besitzwechsel.) Das 7 Tagwerk Grund umfaßende Gütleranwesen des Herrn Julius Weindl von Großlintach ging vorgestern durch Kauf samt lebendem und totem Inventar an den Söldnerssohn Schlecht von Niederhofen bei Neukirchen bei Haggn über. Als Kaufpreis werden 5000 Mark genannt.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 14.05.1914


Hunderdorf, 18. Mai. (Besitzwechsel.) Das 6 Tagwerk Grund umfaßende Gütleranwesen des Herrn Anton Schuhbauer von Steinburg ging durch Kauf samt Inventar an den Gütlerhändler Buxbaum aus Regensburg über. Notarielle Verbriefung ist bereits erfolgt.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 20.05.1914


Hunderdorf, 26. Mai. (Vom Kriegerbund.) Die dritte Jahreshauptversammlung des Kriegerbundes Hunderdorf, abgehalten in der Bahnhofsrestauration des Herrn Sandbiller, erfreute sich eines zahlreichen Besuches. Herr Vorstand Hofbesitzer Rothammer, Sollach, eröffnete die Versammlung mit einem Willkommensgruße. Herr Schriftführer Hauptlehrer Steininger von Hunderdorf erstattete sodann den Jahresbericht. Der Kriegerbund zählt bereits 100 Mitglieder; in diesem Jahre sind 2 Mitglieder mit Tod abgegangen, nämlich die Herren X. Wittmann, Baumeister von Amselfing und Viehhändler Maier von Grub. Der Kassabericht, den Herr Hofbesitzer Sträußl von Sollach erstattete, ließ einem guten Stand der Kasse erkennen. Nach Erledigung einiger kleinerer Vereinsangelegenheiten wurde zur statutengemäßen Neuwahl der Vorstandschaft geschritten, welche folgendes Ergebnis hatte: 1. Vorstand: Hofbesitzer Rothammer, Sollach; 2. Vorstand: Oekonom Buchner, Stetten; Schriftführer Hauptlehrer Steininger, Hunderdorf; Kassier: Hofbesitzer Sträußl, Sollach; Fahnenjunker: Tonwarenfabrikarbeiteraufseher Joseph Bornschlögl von Windberg; Fahnenbegleiter: Joseph Eichmeier, Söldnerssohn von Eglsee und Arbeiteraufseher Xaver Schötze sen., Hofdorf; Beisitzer: Gräfl. Waldaufseher Xaver Huber, Steinburg; Bauer Xaver Groß, Hofdorf; Privatier Ludwig Giegl, Lindach; Mazererpalier Xaver Dorfner, Hunderdorf. Mit einem dreifachen Hoch auf Se. Maj. König Ludwig III. schloß der Vorstand die schön verlaufene Versammlung.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 28.05.1914


Hunderdorf, 8. Juni. (Besitzwechsel.) Das 11 Tagwerk Grund umfassende Gütleranwesen des Herrn Franz Arnold in Großlintach ging vorgestern samt lebendem und totem Inventar durch Kauf an Herrn Hollauer, Privatier von Aiterhofen, über. Als Kaufpreis werden 7000 M. genannt. Notarielle Verbriefung hat bereitsstattgefunden.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 10.06.1914


Hunderdorf, 8. Juni. (Versammlung des christlichen Bauernvereins.) Am Dreifaltigkeitssonntage hielt im Saale der Gastwirtschaft Johann Baier der christliche Bauernverein Hunderdorf eine stark besuchte Versammlung ab, in der Herr Landtagsabgeordneter Josef Schefbeck aus Straubing einen sehr lehrreichen Vortrag über wichtige Tagesfragen hielt. Die Versammlung, zu der alle Männer und Burschen von Hunderdorf, sowie die Nachbarsvereine Windberg und Großlintach durch Herrn Obmann Buchner, Oekonom, eingeladen waren, nahm einen sehr schönen Verlauf und dauerte von nachmittags 3 Uhr bis abends.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 10.06.1914


Hunderdorf, 14. Juni. (Seinen Verletzungen erlegen.) Heute vormittag ist der unter den Wagen geratene 35jährige Knecht Josph Klein von Gossersdorf, bedienstet beim Gasthofbesitzer Greindl in Irensfelden, im Distriktskrankenhause zu Bogen seinen schweren Verletzungen erlegen. Die Leiche wird am Dienstag vormittag nach Hunderdorf überführt.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 17.06.1914


Steinburg, 14. Juni. (Kauf.) Die Schmiedmeistersehelaute Wolfgang und Maria Pfeffer dahier kauften gestern das nahe beim alten Anwesen gelegene Privathaus, vorher gehörig dem Anton Schuhbauer, vom Güterhändler Herr Buxbaum aus Regensburg, ohne Inventar, mit Obstgarten. Als Kaufpreis werden 2800 Mark genannt. Notarielle Verbriefung ist sofort erfolgt. Herr Schmiedmeister Pfeffer beabsichtigt sein Anwesen und Geschäft seiner Tochter zu übergeben und sich in das Privatleben zurückzuziehen.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 17.06.1914


Hunderdorf, 17. Juni. (Zinsfußerniedrigung.) Der Darlehenskassenverein Hunderdorf hat in der am letzten Sonntag abgehaltenen Generalversammlung beschlossen, ab 1. März laufenden Jahres den Zinsfuß für Darlehen von bisher 5 Prozent auf 4 ¾ Prozent zu ermäßigen. Einlegern wird bei jährlicher, halbjährlicher und vierteljährlicher Kündigung 4 Prozent und bei täglicher Kündigung 3 Prozent Zins bezahlt.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 19.06.1914


Hunderdorf, 18. Juni. (Jahresfest.) Am kommenden Sonntag begeht der kath. Burschenverein Hunderdorf sein achtes Stiftungsfest. Das Festprogramm lautet: Früh bis 8 Uhr Beichtgelegenheit, halb 9 Uhr Aufstellung beim Baier‘schen Gasthause zur Kirchenparade mit Musik, an der sich die Ortsvereine beteiligen, Feldmesse mit Generalkommunion; nachmittags halb 3 Uhr im Vereinslokal Theater, komische Verträge Vorträge und gesellige Unterhaltung.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 20.06.1914


Hunderdorf, 29. Juni. (Die Schützengesellschaft) hielt gestern in ihrem Stammlokale ihr Endschießen mit Preisverteilung ab und haben nachstehende Herren Preise, welche in wertvollen Gegenständen bestanden, erhalten. Ehrenpreis: Anton Härtenberger, Schreiner, Hunderdorf. 1. Preis: Wieser Joseph, Maurerpalier, Stetten; 2. Fellmayer Joseph, Hilfslehrer Hunderdorf; 3. Maier Xaver, Schuhmacher, hier; 4. Poiger Ludwig, Limonadenfabrikant, hier; 5. Baier Johann, Gastwirt; 6. Schröttinger Johann, Schmiedmeister, Apoig; 7. Härtenberger Anton; 8. Steckler Alfons, Kaufmann, hier; 9. Hafner Johann, Großviehhändler, hier; 10. Steckler Anton, Messerschmied; 11. Zitzlsberger Xaver, Oekonom; 12. Schmidt Joseph, Schlossermeister; 13. Kraus Joseph, Oekonom; 14. Hösl Joseph, Zimmermeister; 15. Klein Leopold, Musiker, Thananger. Auf der Freischeibe erhielten Preise: 1. Anton Härtenberger; 2. Joseph Schröttinger; 3. Joseph Schmidt; 4. Anton Steckler; 5. Xaver Maier; 6. Johann Baier. Herr Lehrer Fellmayr sprach dann über den Wert der Schützenvereine. Herr Poiger gab einen Rückblick auf die vor dreißig Jahren erfolgte Gründung der Schützengesellacht. Toaste und Musikstücke verschönerten den Abend und erst in vorgerückter Stunde schieden die wackeren Schützenbrüder von einander. „Schützen Heil.“
Quelle: Straubinger Tagblatt, 02.07.1914


Oberalteich, 1. Juli. (Primizfeier.) Ein seltenes Glück ist heuer unserer Pfarrei bescheiden. Zwei hochw. Herren Primizianten aus der Pfarrei feiern ihr erstes Meßopfer; am 8. Juli Herr Johann Ev. Wagner von Furth und am 12. Juli Herr Franz Xaver Landstorfer von Truttendorf. Die weltliche Feier findet in beiden Fällen bei Herrn Gasthofbesitzer Johann Brunner dahier statt.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 03.07.1914


Hunderdorf, 30. Juni. (Unglücksfall.) Als heute nachmittags der Oekonom Herr Ludwig Weinzierl von Apoig mit seinem Pferde von Bogen wieder nachhause fuhr, scheute der Gaul am Abhang bei Stetten, sprang in den Straßengraben und schleuderte die Insassen – die Frau und zwei kleine Kinder – aus dem Wagen. Glücklicherweise kamen sämtliche Personen mit einigen Hautabschürfungen davon.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 03.07.1914


Hunderdorf, 5. Juli. (Bosheit.) Dem Bauern Johann Hornberger wurden vor einigen Tagen ca. 100 schöne, junge Fichtenstämme von bübischer Hand abgeschnitten. Da Hornberger keinen persönlichen Feind hat, dürfte die That lediglich auf Bosheit zurückzuführen sein.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 08.07.1914


Hunderdorf, 7. Juli. (De Heidelbeerernte) hat bei uns in diesen Tagen eingesetzt. Das herrliche Wetter, namentlich aber der winkende Verdient, zog ganze Familien in die nahen Wälder zu den Schwarzbeeren und abends kehrten Kinder und Erwachsene mit dem reichen Ergebnis in Kisten und Körben, auf Wägelchen und Karren zu den Sammelstellen, um die Beeren zu verkaufen. Auch heuer hat sich wieder ein Händler aus München dahier niedergelassen und versendet die gekaufte Ware nach München. Man zahlte bis jetzt für das Pfund Heidelbeeren 12 Pfg. Manche Familien brachten ein Tagegeld bis zu 9 – 12 M heim. Da der Beerensatz in hiesiger Gegend heuer ein ziemlich guter zu nennen ist, wird die Brockzeit längere Zeit anhalten.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 10.07.1914


Hunderdorf, 8. Juli. (Jahresfest.) Der Kriegerbund Hunderdorf feierte am Sonntag sein zweites Gründungsfest. Mit Tagreveille und Böllerschießen wurde früh 4 Uhr schon der Festtag eingeleitet. Um halb 10 Uhr war Kirchenzug, woran auf Einladung der Krieger- und Veteranenverein Windberg sich beteiligte, Feldmesse mit Festpredigt, wobei Hochw. Herr Kooperator Ebneth die Krieger und Veteranen zur Einigkeit unter sich und zur Einigkeit mit Gott ermahnte. Nach Beendigung der Kirche wurde der im Kriege Gefallenen in stillem Gebete gedacht; die Musikkapelle Klein-Windberg spielte den Trauermarsch. Hernach bewegte sich der Zug unter klingendem Spiele in die Sandbiller’sche Bahnhofrestauration, wo gemeinschaftliches Mittagsmahl stattfand. Nachmittags war gesellige Unterhaltung mit Konzert. Im Laufe des Nachmittags nahm im Namen des Kriegerbundes Herr Privatier Lud. Gigl das Wort, dankte allen für ihr zahlreiches Erscheinen, namentlich dem Krieger- und Veteranenverein Windberg und gab einige Episoden aus dem siebziger Kriege zum Besten. Zum Schluße brachte er ein dreifaches Hoch auf Se. Majestät König Ludwig III. aus. Stürmisch stimmte die Versammlung ein; die Musikkapelle spielte die Nationalhymne. Hierauf nahm Herr Hofbesitzer Rothammer, 1. Vorstand des Kriegerbundes, das Wort und heftete unter Bravorufen der Anwesenden Herrn Hirtreiter, Anwesensbesitzer, Thannanger, das Jubiläumsdienstzeichen für 40-jährige u. dem Ausnahmsbauern Herrn Jakob Schneider, Apoig, jenes für 25jährige Zugehörigkeit zum Verein an. Auch der ehemaligen Fahnenmutter, Bahnagentensehefrau M. Kalm von Steinburg wurde vom Redner der Dank ausgesprochen für die prachtvollen Schleifenspenden. So nahm das Fest wieder bei günstiger Witterung einen würdigen und schönen Verlauf.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 10.07.1914


Hunderdorf, 29. Juli. (Oeffentliche Versammlung.) Vergangenen Sonntag sprach Herr Revisor Alfons Bernhard aus Regensburg im Baier’schen Gasthause über den Wert und die Vorteile der Spar- und Darlehenskassenvereine. Anknüpfend an die politischen Verhältnisse zwischen Oesterreich und Serbien bemerkte Redner, daß es sich wohl zeihen werde, daß nur eine starke Macht zuversichtlich in den Kampf ziehen könne; ebenso können auch die Bauern, nur wenn die in gutgefügten Organisationen zusammengeschlossen sind, dem Großkapitalismus als Macht gegenübertreten; weiter bewies Redner, daß auch das Geld in den Darlehensvereinen nicht nur am sichersten angelegt ist, sondern daß dadurch auch dem Bauernstande ermöglicht sei, das nötige Kapital zu erhalten. Redner erntete für seine sachlichen Ausführungen reichen Beifall.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 01.08.1914


Hunderdorf, 29. Juli. (Feuerwehrjubiläum.) 40 Jahre sind verflossen, seitdem die freiwillige Feuerwehr gegründet wurde. Diesen Anlaß will man nicht vorübergehen lassen ohne entsprechende Würdigung. Deshalb versammelten sich gestern abends die Chargen im Baierschen Gasthause, um die Angelegenheit zu besprechen und die ersten Vorbereitungen zu einer würdigen Festesfeier zu treffen. Die Feier findet im Baierschen Gasthause statt. Damit ist auch eine Ehrung der noch lebenden 8 Gründungsmitglieder verbunden. Die Einladungen an die Brudervereine werden in den nächsten Tagen hinausgehen.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 01.08.1914


Aufruf!
Seine Majestät der König hat das Landesgebiet in den Kriegszustand erklärt. Für die Maßregel sind lediglich Gründe der raschen und gleichmäßigen Durchführung der Mobilmachung maßgebend und nicht etwa die Besorgnis, daß die Bevölkerung die vaterländische  Haltung werde vermissen lassen. Die Schnelligkeit und Sicherheit unseres Aufmarsches erfordert einheitliche und zielbewußte Leitung der gesamten vollziehenden Gewalt. Wenn durch die Erklärung des Kriegszustandes die Gesetze verschärft werden, so wird dadurch niemand, der das Gesetz beachtet und den Anordnungen der Behörden Folge leistet, in seinem Tun und Wirken beschränkt. Ich vertraue, daß die gesamte Bevölkerung alle Militär- und Zivilbehörden freudig und rückhaltlos unterstützen und uns damit die Erfüllung unserer hohen vaterländischen Pflichten erleichtern wird. Dann wird auch der alte Waffenruhm des Heeres aufrecht erhalten und es vor den Augen unseres Königs und den Blicken der Nation in Ehren bestehen.
München, den 1. August 1914
Der kommandirende General
gez. von Xylander,

General der Infanterie.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 04.08.1914


Aufruf!
Die Mobilmachung des Heeres bedingz auch die Bereitstellung von Sanitätsmannschaften und es ist gebieterische Notwendigkeit, die durch die Mobilmachung entstandene große Lücke in der hiesigen freiwill. Sanitäts-Kolonne wieder aufzufüllen.
Zu diesem Zwecke hält die Kolonne eine 14 Tage – alltäglich abends – dauernden
Unterrichtskurs
ab und appelliert an die nicht dem Militärverbande angehörigen Männer hiesiger Stadt das schöne Beispiel, welches viele Damen bereits gaben, durch recht zahlreiche Anmeldung zu diesem Kurse noch zu übertreffen.
Anmeldungen nimmt entgegen bis Mittwoch, den 5. August abends Herr Paul Ziemanek, Uhrmachermeister und Herr Obersekretär Platzer, Rathaus Zimmer Nr. 1.
Auf für das Vaterland!
Die Führung
der freiw. Sanitäts-Kolonne unter dem roten Kreuz
Straubing
.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 04.08.1914


Hunderdorf, 19. Aug. (Von der Ernte.) Infolge der günstigen Witterung in vergangener Woche ist dahier die Ernte vollständig unter Dach gebracht. Auch da, wo der Mann zur Fahne gerufen wurde, war es durch gegenseitige Unterstützung möglich, die Feldfrüchte heimzubringen. Wenn auch der Ertrag an Roggen zu wünschen übrig läßt, so ist das Erträgnis an Weizen und Hafer in qualitativer, wie quantitativer Hinsicht ein sehr zufriedenstellendes.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 22.08.1914


Bogen, 9. Sept. (Vaterlandsliebe.) Außerordentlich zahlreich sind die Scharen, die seit Wochen zu unserer Gottesmutter auf dem Bogenberg wallen, um Sieg und eine glückliche Heimkehr ihrer Lieben vom Schlachtfelde zu erflehen. In herzerfrischendem vaterländischem Geiste hat auch die Bevölkerung des Bezirksamts Bogen alle dahinziehen lassen, die das Vaterland zum Schutz gegen den brutalen Ueberfall neidischer Feinde gerufen. „Die Ernte kann kaput sein und das Vieh und die Rosse und ich darf fallen – wenn wir nur siegen!“ Das waren die Abschiedsworte eines biederen Landwirts, fürwahr ein „Wille zum Sieg“, um den uns die französischen Phrasenhelden beneiden müssen! Und freudestrahlend hat mir ein junger Krieger, den ein ihm zugestoßener Unfall mehrere Tage ans Krankenlager gefesselt hatte, erzählt, daß er jetzt wieder „kriegsfertig“ sei; wenn er auch sterben müsse, das tue er gerne fürs Vaterland. Begeistert sind auch viele freiwillig zu den Fahnen geeilt und wie ein Alp fiel es manch einem von der Brust, wenn er nach einigen vergeblichen Gestellungs-Versuchen endlich „genommen“ war. Der Opfersinn fürs Vaterland, der die Burschen und Männer begeistert hinausgeführt gegen den Feind, er beseelt auch all‘ die, die daheim bleiben. Der Ruf, Sammelkomitees zu bilden und Geld und Liebesgaben fürs Rote Kreuz und zur Unterstützung von zurückgebliebenen Angehörigen zu spenden, hat überall im Bezirke ein freudiges Echo gefunden. Der Bezirkssammelstelle in Bogen sind bereist mehr als 7000 Mk. zugegangen und was an Wäschestücken und sonstigen Natur-Liebesgaben aus allen Schichten der Bevölkerung schon gespendet wurde, ist auch mehrere tausend Mark wert. Eine emsige Tätogkeit herrscht in dem Sammeldepot in Bogen, um die einkommenden Sachen zu schlichten, zu ordnen und zu verpacken. Schon ist ein großer Teil der Gaben an das Kreissammelkomitee in Landshut abgeführt behufs Weiterbeförderung an unsere Krieger im Felde. Der Frauenverein vom roten Kreuz hält regelmäßige sehr fleißig besuchte Strickstunden in einem Lokal ab, wo die Frauen und Mädchen Socken, Pulswärmer, Leibbinden usw. für unsere Krieger verfertigt werden und eine erhebliche Anzahl von Räumen mit Betten wurde in Bogen zur Pflege von heimgekehrten Rekonvaleszenten eingerichtet bzw. zur Verfügung gestellt. So regen sich auch hier überall wackere Hände, um die Wunden, welche der Krieg schlägt, nach Möglichkeit lindern zu helfen. Nicht unerwähnt möge bleiben, daß der hiesige Frauenverein auch 11 Fräuleins als „Helferinnen vom roten Kreuz“ hinaussendet, die in 2 Kursen in Bogen und Mitterfels ausgebildet wurden.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 12.09.1914


Hunderdorf, 22. Sept. (Trauergottesdienste.) Der erste Held unserer Pfarrei, der auf dem Felde der Ehre, nämlich Skt. Johann im Elsaß fiel, ist der Schuhmachergehilfe Franz Xaver Kraus von Steinburg, für den heute Trauergottesdienste abgehalten wurden. Hochw. Herr geistl. Rat Dekan Gruber widmete dem gefallenen Krieger einen herzlichen Nachruf, dabei hinweisend, wie dieser Held frohen Mutes hinausgezogen ist gegen Deutschlands Erbfeind, um für unsere heiligsten Güter zu kämpfen, dort aber als erster von 85 aus unserer Pfarrei ausgezogenen Streitern sein Leben lassen mußte. Der Veteranen- und Kriegerverein erwies dem Gefallenen die letzte Ehre.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 24.09.1914


Hunderdorf, 4. Okt. (Todesfall.) Eine in weiteren Kreisen bekannte und geachtete Persönlichkeit, Frau Therese Baier, Gastwwirtsgattin dahier, ist gestern im Alter von 37 Jahren gestorben. Während 11jähriger glücklicher Ehe schenkte sie 8 Kindern das Leben, wovon 3 gestorben sind. Gestern kostete die Geburt eines weiteren Kindes der stets schaffensfreudigen Frau das Leben. Wie sie eine treubesorgte Gattin und Mutter war, so hatte sie stets ein mildtätiges Herz für Bedürftige und Notleidende. Morgen Montag vormittags wird sie vereint mit ihrem jüngsten Sprößling zur letzten Ruhe bestattet. Der Familie Baier wendet sich ob dieses herben Schicksalsschlages allgemeine Teilnahme zu.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 06.10.1914


Todes-Anzeige.
Nach Gottes unerforschlichem Ratschlusse verschied heute schnell und unerwartet unsere liebe und treubesorgte Gattin, Mutter, Tochter und Schwägerin
die ehrengeachtete
Frau Therese Baier,
Gastwirtsgattin von Hunderdorf,

im Alter von 37 Jahren.
Alle, welche die treue Verstorbene kannten, werdenunseren Schmerz zu würdigen wissen, und bitten derselben im frommen Gebete zu gedenken.
Hunderdorf, Hofdorf, Windberg, Oberalteich, Straubing, 4. Okt. 1914.
Der trostlose Gatte Johann Baier
mit seinen 7 Kindern und übrigen Verwandten.
Die Beerdigung findet Montag, den 5 Oktober, vorm. 9 Uhr mit darauffolgenden Gottesdiensten in Hundedorf statt. Weitere Gottesdienste finden Dienstag, 6. Oktober vormittags 9 Uhr statt.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 06.10.1914


Hunderdorf, 5. Oktbr. (Ein imposanter Leichenzug), wie man ihn hier vielleicht noch nie gesehen, bewegte sich heute Montag vormittags von dem sonst so stillen Pfarrdorfe Hunderdorf dem Gottesacker zu. Es galt der in weitesten Kreisen bekannten und allgemein beliebten Frau Therese Baier, Gastwirtsgattin, welche wie bereits kurz gemeldet, an den Folgen einer schweren Entbindung gestorben, das letzte Geleit zu geben. Die Dahingeschiedene war schon als Kind wegen ihrer Herzensgüte allgemein beliebt und die Freude ihrer noch lebenden alten Mutter. Vor 13 Jahren trat sie in den Stand der Ehe. Derselben entsprossen mehrere Kinder, von denen 5 am Leben sind, das älteste 11 Jahre, das jüngste 2 Jahre alt. Hochw. Herr Kooperator Ebneth hielt eine tiefergreifende Grabrede. Die Verstorbene war eine liebe Mutter im vollsten Sinne des Wortes. Ihren Kindern eine sorgfältige Erziehung angedeihen und ihnen eine sorgenlose Zukunft zu verschaffen, hielt sie für ihre erste Lebensaufgabe. Wie beliebt sie in Bekannten- und Geschäftskreisen war, beweist am besten die ungemein große Beteiligung an ihrem Leichenbegängnisse. Von nah und fern, von Stadt und Land waren die Leute scharenweise zusammengeströmt, um der guten Frau den letzten Liebesdienst zu erweisen.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 07.10.1914


Hunderdorf, 8. Okt. (Günstiges Sammelergebnis.) Die Sammlung für das Rote Kreuz, die in letzter Zeit in hiesiger Pfarrei vorgenommen wudre, ergab die Summe von 400 M.; ferner wurden gespendet: Hemden, Socken, Sacktücher, Handtücher, Pulswärmer, Leinwand, wollene Decken usw. Allen Gebern sei an dieser Stelle ein recht herzliches „Vergelts Gott“ gesagt.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 10.10.1914


Todes-Anzeige.
Am 5. September 1914 starb im Kampfe für das Vaterland unser lieber guter Sohn und Bruder
Xaver Bach
von Büchelberg,
Soldat im Kgl. 5.15. Reserve-Inf.-Reg., 1. Komp
.
im Alter von 27 Jahren den Tod auf dem Felde der Ehre.
Um stille Teilnahme bitten
Stetten, Straubing, Augsburg, Frankreich
18. Oktober 1914.
Die tieftrauernden Eltern
Joseph und Magdalena Bach
nebst Geschwistern
und der übrigen Verwandtschaft.
Der Trauergottesdienst findet am Mittwoch den 21. Oktober vormittags 10 Uhr in der Pfarrkirche zu Hunderdorf statt.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 20.10.1914


Hunderdorf, 9. Nov. Ein aus der Pfarrei Hunderdorf stammender, in Amerika lebender kath. Pfarrer hat an seine Eltern nachstehenden Brief gerichtet: Süd-Dakota, 5. Oktober 1914. Liebe Eltern! Daß ich Euch nicht schon eher geschrieben habe, tut mir sehr leid, denn wie es scheint, geht jetzt beinahe keine Post mehr nach Deutschland. Hoffentlich bekommt Ihr diesen Brief. Ob Ihr mir in letzter Zeit auch geschrieben habt? Ich habe schon lange nichts mehr von der Heimat gehört. Schreibt mir alles, was Ihr zurzeit über den Krieg, die Krieger, Schlachten, wißt. Wir sind hier ganz im Dunklen über so vieles, was in Deutschland vorgeht. Ihr braucht Euch nicht zu sehr zu sorgen über die Zeiten, es wird recht werden. Deutschland ist stark, einig, es haut geeint zu. Der große und gute Kaiser meint es herzlich gut. Gott erhalte ihn und sein Vaterland! Unsere Krieger sind hinausgezogen, die feigen Feinde des deutschen Reiches zu schlagen. Deutsche Kraft und Treue soll sich wieder vor der weiten Welt bewähren. O, wie das Blut durch die Adern rollt, wenn ich von deutschen Ruhmestaten lese. Mein Herz schlägt so mächtig an die Brust, meine Füße ballen sich, meine Augen wollen die Zeitung durchbohren; o wäre ich doch dabei, könnte ich helfen, die Herzen zu begeistern, daß sie wacker fechten, meine Leute, für das Vaterland. Das ganze Ausland, auch ein großer Teil Amerikas, obgleich neutral, ist augenscheinlich gegen Deutschland eingenommen. Die Vereinigten Staaten zählen viele Deutsche zu ihren besten Bürgern; alle diese wollen in Wort und Schrift für Deutschland eine Lanze brechen. Mit jeder Woche wird das Urteil der Ausländer Deutschland gegenüber milder. Die französischen und englischen Lügen kommen immer mehr ans Tageslicht, die deutsche Sache gewinnt immer mehr. Es ist hart, daß Deutschland so von der Welt abgeschnitten ist, doch wird es nicht so lange bleiben; bald wird sich die Wahrheit durchhauen. Deutschland spricht mit dem Schwerte und der Kanone. Das ist eine laute Sprache, diese verstehen auch die Feinde, sie imponiert auch den neidischen Feiglingen. Nur zu, mein Deutschland, auf Gott vertraue und um dich haue!
Quelle: Straubinger Tagblatt, 12.11.1914


Hunderdorf, 12. Nov. (Kriegsopfer.) Das zweite Kriegsopfer in unserer Pfarrei wurde der verwitwete Gütler Josef Loibl von Hoch. Loibl stand beim Infanterie-Leibregiment und wurde am 26. Okt. auf dem nordwestlichen Kriegsschauplatz am Kopfe schwer verwundet. Am 28. Oktober starb er im Lazarett zu Lüttich. Am Dienstag den 17. Nov. Werden für ihn dahier Trauergottesdienste abgehalten und wird der Vet.- und Krieger-Verein seinem Mitgliede die üblichen Ehren erweisen.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 15.11.1914


Steinburg, 16. Nov. (Feldpostbrief.) Einem Feldpostbriefe, den ein Verwundeter an seine hiesigen Angehörigen schrieb, entnehmen wir folgendes: Ich bin in einer großen Schlacht bei W… an der belgisch-französischen Grenze verwundet worden und zwar durch zwei Schrapnellschüsse in den Oberarm und in die Schulter. Wir waren am Montag, den 2. Nov., also am Allerseelentage, mittags 1 Uhr eine Anhöhe hinaufgestürmt unter heftigem Granat- und Schrapnellfeuer. Auf einmal fiel mein Nebenmann zu Boden, er war tot. Hans, dachte ich mir, jetzt wird’s auch dich bald haben und richtig, im selben Moment wurde ich 3 Meter nach vorne geschleudert. Ich wollte anfangs nicht glauben, daß ich getroffen worden, stand auf und dann ging es hinauf auf die Höhe zu meiner Kompanie. Weiter ist es aber nicht mehr gegangen infolge des großen Blutverlustes. Hier blieb ich liegen, bis das Feuer schwächer wurde; dann habe ich mich wieder aufgemacht und habe den Verbandsplatz gesucht. Unterwegs traf ich den Wirt von A., welcher Fahrer bei der Artillerie ist. Derselbe fragte mich, ob ich verwundet sei und ob ich Hunger habe. Als ich beides bejahte, gab er mir Geselchtes und Wein; dann haben wir uns wieder verabschiedet. Nachdem ich den Wein getrunken und das Geselchte aufgezehrt hatte, bin ich wieder getrost unter dem Donner der Geschütze weitergegangen. Am Dienstag früh 8 Uhr wurde ich dann vom Verbandsplatze mit Auto nach B … gefahren, und kam von dort per Eisenbahn nach Soden ins Vereinslazarett. Hier bin ich in sehr guter Behandlung.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 18.11.1914


Hunderdorf, 6. Dez. (Der Kriegerbund Hunderdorf) sendete als Weihnachts-Liebesgabe seinen 43 Mitgliedern, teils im Felde stehend, teils zum Dienst in Garnison und Lazaretten einberufen, und vor allem den bereits Verwundeten Tabak, Zigarren, Zigaretten und Chocolade im Werte von Über 100 M. Gewiß ein nachahmenswertes Beispiel!
Quelle: Straubinger Tagblatt, 08.12.1914


Hunderdorf, 6. Dez. (Bauernvereinsversammlung.) Am kommenden Sonntag, 13. ds. nachmittags ½ 3 Uhr findet in der Bahnhofrestauration dahier eine Bauernvereinsversammlung statt. Hiezu sind alle Mitglieder freundlichst eingeladen.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 08.12.1914


Todes-Anzeige.
Den Heldentod fürs Vaterland starb am 21. November unser innigstgeliebter, lieber, gute Sohn, Bruder und Schwager
Jüngling Ludwig Bach
von Büchelberg,
Soldat beim 15. Res.-Inf.-Reg., 5. Komp.,

im 28 Lebensjahre. – Um stilles Beileid bitten
Stetten, Straubing, Augsburg, 7. Dezember 1914.
Die tieftrauernden Eltern Josef u. Magdalena Bach
nebst Geschwister und Verwandten.

Seine sterblichen Ueberreste liegen in La Vanx Fery begraben. Der Trauergottesdienst findet am Donnerstag, 10. Dez. vorm. 9 Uhr in der Pfarrkirche zu Hunderdorf statt.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 09.12.1914


Apoig, 8. Dez. (Auszeichnung.) Vizewachtmeister Johann Schedlbauer, Sohn des Maurers Schedlbauer dahier, erhielt für bewiesene Tapferkeit im Feindesland das Eiserne Kreuz.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 10.12.1914


Hunderdorf, 10. Dez. (Den Heldentod) fürs Vaterland starb der verheiratete Infanterist Xav. Schröttinger, Söldner von Gaishausen. Derselbe erhielt bei einem Gefecht einen Kopfschuß. Nach einer Operation im Krankenhause in Pollingen ist er nun seinen schweren Verletzungen erlegen. Schröttinger hinterläßt eine Witwe mit einem Kinde. Es ist dies das dritte Opfer, das der Krieg aus unserer Pfarrei forderte.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 12.12.1914


Hunderdorf, 10. Dez. (Trauernachricht.) Gestern traf aus Solingen im Rheinland die telegraphische Mitteilung ein, daß im dortigen Stadtlazarett der Ersatzreservist Xaver Schröttinger von Gaishausen seinen Wunden erlegen ist. Schröttinger war Mitte Oktober aus den nordwestlichen Kriegsschauplatz gesandt und dort durch einen Schuß in den Kopf verwundet worden. Die notwendig gewordenen operativen Eingriffe konnten zwar mit Erfolg durchgeführt werden, es stellten sich aber dann Gesichtsrose und Lungenentzündung ein, die den Tod des Schröttinger zur Folge hatten. Seine Leiche wird kommenden Sonntag in Solingen beerdigt. Schröttinger war erst seit dem Frühjahr verheiratet und hinterläßt eine trauernde Witwe mit einem Kinde. Die Trauergottesdienste für den Verstorbenen finden am Montag, den 14. Dezember, statt.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 13.12.1914


Todes-Anzeige.
Den Heldentod fürs Vaterland starb im städtischen Krankenhaus zu Solingen an einer schweren Kopfverletzung mein lieber treubesorgter, unvergeßlicher Gatte, unser lieber Vater, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel,
Herr Xav. Schröttinger,
Oekonom in Gaishausen,
Reservist beim 20. Reserve-Infanterie-Regeiment, 11. Kompagnie
,
in einem Alter von 27 Jahren. – Um stilles Beileid bittet
Gaishausen, Lintach, Apoig, Windberg, Irensfelden und Straubing, 11. Dez. 1914.
Die tieftrauernde Gattin Theres Schröttinger
mit ihrem unmündigen Kinde.

Der Trauergottesdienst findet am Montag 14. Dezember vormittags 9 Uhr in der Pfarrkirche zu Hunderdorf statt. Vom Hause weg wird gebetet.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 13.12.1914


Hunderdorf, 15. Dez. (Vom hiesigen Veteranen- und Kriegerverein) befinden sich drei Mitglieder im Felde; eines derselben ist bereits gefallen. Der Verein veranstaltete in letzter Zeit eine Sammlung, welche die Summe von 40 Mark ergab. Mit dem Gelde werden Liebesgaben gekauft, welche den im Feindeslande stehenden Vereinskameraden zugeschickt werden.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 17.12.1914


Hunderdorf, 20. Dez. (Jugendwehr.) Auf Anregung der Bürgermeister von Hunderdorf, Steinburg, Au vorm Wald und Gaishausen wurde heute unter Mitwirkung des hiesigen Burschenvereins dahier eine Jugendwehr mit 35 Teilnehmern gegründet. Die Führung übernimmt Hochw. Herr  Geistlicher Rat Gruber, welcher seinerzeit als Unteroffizier diente, den Unterricht in Gesang (Marschlieder) Herr Hauptlehrer Scheininger. Die Uebungen finden jeden Sonntag nachmittag statt.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 22.12.1914


Hunderdorf, 21. Dez. (Sammlung für unsere Krieger.) Die Mitteilung, daß vom Veter.- und Kriegerverein dahier drei Mitglieder im Felde stehen und die Sammlung unter den Mitgliedern für die Kriegsteilnehmer die Summe von 40 M ergab, ist dahin richtig zu stellen, daß 14 Mitglieder des genannten Vereins in den Krieg gezogen sind und die Sammlung den Betrag von 80 M ergab. Von dieser Summe wurden 20 M den Roten Kreuz überwiesen; mit der verbleibenden Summe wurden für jedes im Felde stehende Vereinsmitglied Liebesgaben angekauft. – (Jugendwehr.) Die Anregung zur Gründung einer Jugendwehr ging von der Vorstandschaft des kath. Burschenvereins dahier aus. Hochw. Herr geistl. Rat Gruber, der die Leitung übernahm, diente seinerzeit als Einjährig-Freiwilliger. Die Teilnehmerzahl bei der Jugendwehr beträgt z. Zt. 31 Mann.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 24.12.1914


Hunderdorf, 22. Dez. (Kriegsauszeichnung.) Der Reservist Joseph Eichmeier von Eglsee, Soldat des 1. Bayer. Pionierbataillons, erhielt das Eiserne Kreuz.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 24.12.1914


Hunderdorf, 29. Dez. (Als Dolmetscher verwendet.) Herr cand. theol. Ludwig Engel von Schafberg, der seit 8. Dezember in der Garnison zu Nürnberg diente und seinen Weihnachtsurlaub bei seinen Eltern verbrachte, wurde telegraphisch nach Grafenwöhr abberufen, um dort wegen seiner hervorragenden Kenntnisse der russischen Sprache Dolmetscher-Dienst zu leisten. Zu dieser ehrenvollen Berufung unsere herzliche Gratulation. Quelle: Straubinger Tagblatt, 31.12.1914


Hunderdorf, 29. Dez. (Ihren scheren Leiden erlegen) ist die Gütlersehefrau Hainz aus Steinburg, welche sich vor einigen Tagen wegen schweren Unterleibsleidens in das Krankenhaus nach Straubing begeben hatte, um sich dort einer Operation zu unterziehen.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 31.12.1914

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