1980# 03

Neuwahlen bei der KLJB
Hunderdorf.
Die Katholische Landjugendbewegung Hunderdorf (KLJB) hat eine neue Vorstandschaft. Bei den kürzlich durchgeführten Neuwahlen wurde folgendes Führungsteam benannt: 1. Vorstand Waltraud Weinzierl; 2. Vorstand Josef Zollner; Gruppenleiter Marianne Bugl und Franz Hornberger; Kassier Rudi Englmeier.
In einem Rückblick auf das Geschehen des letzten Jahres, konnten zahlreiche Aktivitäten aufgeführt werden. Dabei hatte den Auftakt die Veranstaltung eines gemütlichen Nachmittags gebildet, wobei Theatereinlagen aufgeführt wurden. Der Erlös von 400 Mark wurde an Pfarrer Reitinger überreicht zugunsten der neuen Kirchenorgel. Weiterhin erfolgte im Mai die Teilnahme an der Jugendwallfahrt in Bogen. Traditionsgemäß wurde auch wieder die Gestaltung des Erntedankaltares in der Pfarrkirche übernommen. Im November beteiligte sich dann ein Team mit Erfolg am Laienspieltag in Bogen, bei dem die KLJB auch heuer wieder dabei sein will. Desweiteren beteiligte sich die Hunderdorfer KLJB an der Altkleidersammlung der Jugend des Landkreises, dessen Erlös dem Jugendtagungshaus zugute kam. Allgemein großen Anklang fand die im Januar aufgeführte rhythmische Messe. Ferner wurde der im Februar in Au abgehaltene Maskenball ein großer Erfolg. Während des Berichtszeitraumes hielten der Vorstand und die Gruppenleiter auch verschiedene Gruppenstunden ab, bei denen interessante Themen behandelt und diskutiert wurden. Das neue Führungsteam versicherte abschließend, sich zu bemühen, auch im heurigen Jahr ein abwechslungsreiches Jahresprogramm aufzustellen.
Quelle: Bogener Zeitung, 01.03.1980


Bauleitplanung wichtige Aufgabe
Geordnete Entwicklung sicherstellen — JU veranstaltete Informationsabend
Hunderdorf.
Zu einem Informationsabend über „Bauleitplanung und Erschließung“ hatte der JU-Ortsverband Hunderdorf ins Gasthaus Baier-Edbauer eingeladen. Hierzu konnte Vorstand Sepp Breu besonders Bürgermeister Härtenberger und Kreisrätin Heidi Watzl begrüßen. Anschließend referierten Bürgermeister Härtenberger und VG-Geschäftsleiter Kern.
Eingangs erläuterte Bürgermeister Härtenberger, die Bauleitplanung erfolge durch den Flächennutzungsplan und den Bebauungsplan. Die Gemeinde Hunderdorf habe beide Bauleitpläne seit Jahren aufgestellt. Hierin sind die wichtisten künftigen Entwicklungstendenzen der Gemeinde festgehalten, so die Baugebietsausweisung, die Erschließungsstraßen, Grünflächen, Kinderspielplätze usw. Eine Bauleitplanung sei in der heutigen Zeit unerläßlich und für die Gemeinde wichtig. Die Erschließungsstraßen in Baugebieten sind von den Anliegern zu finanzieren, wobei die Gemeinde aufgrund des Bundesbaugesetzes die Beiträge erhebt und an den Herstellungskosten einen Anteil von 20 Prozent trägt. Das Thema Erschließung sei gerade jetzt im Bereich Hunderdorf mit der Maßnahme „Quellenweg“ sehr prekär, da hier verschiedene Fakten zusammentreffen wie Bebauungsplan und Straße (bereits früher Verbindungsweg und teilweise mit einer Teerdecke versehen). Härtenberger betonte, daß diesbezügliche Vorsprachen auf Zuschüsse ohne Erfolg blieben und auf das Vorhandensein einer beitragspflichtigen Erschließungsstraße verwiesen wurde.
Verwaltungsangestellter Kern erläuterte im folgenden die Vorschriften der Bauleitplanung und zeigte dabei anhand der vorgelegten Flächennutzungs- und Bebauungspläne die Planungen der Gemeinde auf. Es sei Aufgabe der Bauleitplanung, die bauliche und sonstige Nutzung der Grundstücke nach Maßgabe des Bundesbaugesetzes vorzubereiten und zu leiten. Bauleitpläne seien der Flächennutzungsplan (vorbereitender Bauleitplan) und der Bebauungsplan (verbindlicher Bauleitplan). Die Pläne sollen eine geordnete städtebauliche Entwicklung und eine dem Wohl der Allgemeinheit entsprechende sozialgerechte Bodennutzung gewährleisten und dazu beitragen, eine menschenwürdige Umwelt zu sichern. Bei der Aufstellung der Bauleitpläne seien insbesondere zu berücksichtigen die Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse, die Wohnbedürfnisse, die natürlichen Gegebenheiten sowie die Entwicklung der Landschaft. Weiterhin erläuterte Kern die Festsetzung im Flächennutzungsplan, wie z. B. die öffentlichen Bedarfsflächen, Wohnbaugebiete, Misch- und Dorfgebiete und Gewerbegebiete sowie die festgelegten Baumöglichkeiten in einem Bebauungsgebiet. Auch der Verfahrensablauf einer Bauleitplanaufstellung wurde bekanntgegeben.
Neben der Auslegung des Planentwurfs finde neuerdings auch eine Bürgerbeteiligung statt, in der die Planungsabsichten erörtert werden und die Möglichkeit zur Äußerung im frühen Planungsstadium besteht. Im übrigen, so Kern, können Flächennutzungsplan und Bebauungsplan im Verwaltungsamt jederzeit eingesehen werden. Zur Finanzierung von Erschließungsanlagen betonte der Redner, sei ebenso das Bundesbaugesetz verbindlich, wonach die Gemeinde insbesondere für die zum Anbau bestimmten Straßen für deren erstmalige Herstellung Beiträge erhebe.
Quelle: Bogener Zeitung, 05.03.1980


Ausflug in herrliches Skigebiet
Hunderdorf.
Etwa fünfzig Mitglieder des Skiclubs Hunderdorf beteiligten sich am Vereinsausflug. Das Ziel war Zell am See in Osterreich. War man bei der Abfahrt hinsichtlich des Wetters noch recht skeptisch, so empfing herrlicher Sonnenschein die Ankömmlinge in Bruck an der Großglocknerstraße, dem Übernachtungsort. Die Skifahrer hatten da natürlich nichts Eiligeres zu tun als in das Skigebiet zu kommen, das neben zahlreichen Lift- und Abfahrtsmöglichkeiten für alle Kategorien von Skifahrern ideale Schneeverhältnisse bot. Die „Fußtruppe“ wurde von Hans Grill hervorragend in der Bergwelt geführt. Den Abend verbrachte man ebenfalls in geselliger Runde. So erlebten alle Teilnehmer zwei schöne und erholsame Tage.
Quelle: Bogener Zeitung, 05.03.1980


Die Bauern im Bogenbachtal machen mobil!
90 Prozent sind gegen die Flurbereinigung
„Die Flurbereinigung bringt nichts!“ — Große Verärgerung über die Gemeinde — „Neutralität heißt im Stich lassen!“ — Kein Widerspruch gegen die Autobahn-Flurbereinigung — Bauernverband stellt sich hinter die Flurbereinigungsgegner Protestversammlung
Hunderdorf. Wenn im Bogenbachtal von der drohenden Flurbereinigung die Rede ist, machen die Bauern ihrer Empörung Luft. Wie ein Mann steht die große Mehrheit hinter ihren Wortführern Otto Bugl und Klaus Geiger und stemmt sich gegen die Flurbereinigung, die ihrer Meinung nach „wirklich nichts bringt!“ Dennoch ist nicht die Rede von Dreschflegeln, Mistgabeln, Bauernaufstand oder drohend geschwungenen Fäusten: Die Flurbereinigungsgegner haben sich für den Weg der Argumente entschieden. Auch vertrauen sie nicht auf die „Hilfe“ des „meineidgeschädigten“ Oberförster a. D. Ludwig Volkholz, wie man dies andernorts wenig erfolgreich tut, sondern glauben, selbst stark genug zu sein, um das drohende Unheil abwenden zu können. Und eines stellen die Flurbereinigungsgegner immer wieder klar fest: Sie stemmen sich nicht gegen die Flurbereinigung im Rahmen des Autobahnbaus. Diese ist für das Allgemeinwohl einfach notwendig. Was sie bekämpfen, ist eine an dieses Verfahren angehängte allgemeine Flurbereinigung, in deren Verlauf Grundstücke getauscht oder Wege ausgebaut würden. Und dies halten die Bauern für völlig unsinnig, weil ihre paar Hektar, die die meisten im Nebenerwerb bewirtschaften, sowieso rund ums Haus liegen und auch die meisten Straßen und Wege bereits ausgebaut oder kaum zu verbessern sind. Und zum großen Unterschied zu der Autobahnflurbereinigung, die der Verursacher, die Bundesrepublik, bezahlen muss, wäre die allgemeine Flurbereinigung zum Teil von den Landwirten selbst zu bezahlen. Und dafür haben die Nebenerwerbslandwirte überhaupt kein Verständnis: „Wenn wir unsere Hangflächen nicht mehr bewirtschaften, dann wachsen eben Brennessel. Rausholen kann man aus einer Wiese, die nicht mit dem Schlepper befahren werden kann, sowieso nichts. Und jetzt sollen wir noch Tausende von Mark für die Flurbereinigung bezahlen, ohne dass es entsprechende Vorteile bringen. Da hören wir lieber auf!“
Große Verärgerungen über die  Gemeinde und besonders Bürgermeister Karl Härtenberger wurde bei der Protestversammlung am Dienstag im Bierstüberl SuG Baier laut. Die Gemeinde hat beschlossen, sich in punkto Flurbereinigung neutral zu verhalten. Nachdem aber mehr als 84 Prozent (!) der betroffenen Landwirte durch ihre Unterschrift erklärt haben, daß sie gegen die Flurbereinigung sind, hätten sie sich von den Gemeinderäten erwartet, daß sie diese Mehrheit unterstützen. Unterstützung haben aber bisher nur die Gemeinderäte der Freien Wählergemeinschaft und ein Gemeinderat der SPD demonstriert, die CSU votierte für „Neutralität“.
„Eine glatte Lüge!“
Besonders empört sind die Bauern über Äußerungen von Bürgermeister Härtenberger in der Gemeindepostille „Aus dem Perlbachtal“, in der er über eine Aufklärungsversammlung folgendes schreibt: „Leider war es dort den anwesenden Fachreferenten nicht möglich, auf alle im Raum stehenden Fragen erschöpfende Antworten zu geben, da sie in ihren Ausführungen laufend gestört wurden. Somit blieb vieles, was für unsere Bürger interessant wäre, unbeantwortet.“ Dies wurde von den Landwirten als eine „glatte Lüge“ bezeichnet. Der Referent Zitzelsberger habe bei dieser Versammlung drei Stunden lang referiert, so lange bis die Bauern zum Füttern heim mußten. Daß man sich gegen diese Methode, eine Diskussion abzuwürgen, gewehrt habe, sei doch selbstverständlich.
Die Wortführer der Flurbereinigungsgegner, Otto Bugl (Hoch) und Klaus Geiger (Lintach) präsentierten bei der Versammlung am Dienstag neben der Unterschriftenliste mit 84 Prozent der Unterschriften auch eine detaillierte Begründung für die Ablehnung der Flurbereinigung. Deren wichtigste Punkte sind: „Wie aus den Unterschriftslisten zu ersehen ist, sprechen sich von insgesamt 244 betroffenen Grundeigentümern der alten Gemeinde Hunderdorf 204 gegen die Flurbereinigung aus, das sind 84 %. Einige Eigentümer, deren Grund im Bereich der künftigen Autobahn bzw. des evtl. geplanten Truppenübungsplatzes liegt, haben nicht unterschrieben, da sich ihre Eigentumsverhältnisse auf alle Fälle ändern werden. Auswärts wohnende Eigentümer waren oft nicht erreichbar und konnten nicht unterschreiben. Würde man diesen Personenkreis bei der Berechnung berücksichtigen, käme man auf eine Ablehnungsquote zwischen 90 und 100 %.
Der Widerspruch wird wie folgt begründet:
• Die typische Siedlungsstruktur unseres Gebietes ist der Einzelhof mit dem Grundbesitz rund um das Haus. Es gibt keine langen Anfahrtswege und kaum eine Flurzersplitterung. Damit ist eines der Hauptziele der Flurbereinigung bereits erfüllt, sie könnte nicht mehr viel verbessern.
• Ebenfalls typisch ist die kleinflächige Landwirtschaftsstruktur. Die Durchschnittsgröße der Be-triebe liegt bei knapp drei Hektar. Dazu kommt, daß ein Teil der Fläche aus kaum bewirtschaftbaren Hängen besteht. An beiden Gegebenheiten kann eine Flurbereinigung nichts ändern, und der großflächige wirtschaftliche Einsatz von Maschinen wäre auch nach einer Flurbereinigung nicht möglich.
• Bei den betroffenen Landwirten handelt es sich fast ausschließlich um Nebenerwerbslandwirte. Einige haben die Landwirtschaft bereits aufgeben oder bewirtschaften nur mehr einen Teil ihres Grundes und haben den Rest verpachtet, bzw. anderen zur Bewirtschaftung überlassen. Für sie wäre die Flurbereinigung sinnlos und lediglich eine finanzielle Belastung.
• Das Gemeindegebiet Hunderdorf ist durch Straßen bestens erschlossen. Einige noch durchzuführende Wegebaumaßnahmen rechtfertigen keinesfalls den Aufwand einer Flurbereinigung. Eine weitere Inanspruchnahme landwirtschaftlichen Grundes für den Straßenbau ist nicht vertretbar. Außerdem sei darauf hingewiesen, daß alle Teerstraßen und alle Straßengräben den Oberflächenablauf des Regenwassers beschleunigen und das natürliche Versickern im Boden verhindern. Da im Gebiet der Gemeinde Hunderdorf alle Wasserabflüsse dem Bogenbach zulaufen, wird die Überschwemmungsgefahr mit zunehmendem Straßenbau verstärkt.
• Der Bogenbach kann aus landwirtschaftlichen Erwägungen nicht begradigt werden. Den An-liegern könnte eine Flurbereinigung keine Verbesserung, sondern eher eine Verschlechterung bringen, da abflußverschärfende Maßnahmen beiderseits der Überschwemmungsflächen, wie Dränagen, Verrohrungen, Gräben und die oben genannten Straßenbauten bei jedem Regen einen sofortigen Wasserzufluß bringen. Eine starke Ausräumung des Bachbettes würde das Überschwemmungsproblem höchstens wieder an deren Unterlauf verlagern, und das dürfte wohl nicht im Sinne der Flurbereinigung sein.
• Die für unseren Raum typische kleinflächige Siedlungsstruktur brachte eine in Jahrhunderten gewachsene Kulturlandschaft hervor. Durch die landwirtschaftliche Bearbeitung des Bodens in einem vielfach hügeligen Gelände mit oft steilen Hängen, entstanden meist längs der Flurgrenzen nicht bewirtschaftbare Böschungen oder sonstige Freiräume, die heute mit Sträuchern und Bäumen bewachsen sind. Sie bilden den wichtigen Lebensraum von Vögeln und Niederwild. Eine Verschiebung der Flurgrenzen würde dies alles zerstören, zu einem Ausräumen der Landschaft führen und einen nicht mehr gutzumachenden ökologischen Schaden anrichten. Am Rande sei bemerkt, daß die für Naturschutz und Landschaftspflege vorgesehenen 20 000 DM, bei 6,6 Mill DM Gesamtkosten, gerade lächerliche drei Promille. ausmachen.
Zusammenfassend ist festzustellen, daß die ökonomische und ökologische Struktur unseres Gebietes keine Voraussetzung für eine Flurbereinigung bietet; sie ist deshalb abzulehnen. Eine Gesamtflurbereinigung im Bereich der Gemeinde Hunderdorf kann den Betroffenen nur wenig, bzw. überhaupt keine Verbesserung bringen. Auf keinen Fall stehen die eventuell zu erwartenden wirtschaftlichen Verbesserungen auch nur annähernd in einem vernünftigen Verhältnis zu den Kosten und Lasten, welche die Betroffenen zu tragen hätten.
Damit fehlen alle Voraussetzungen für eine Anordnung der Flurbereinigung nach § 1 des Flurbereinigungsgesetzes genau so wie für eine Anordnung nach § 4. Eine Gesamtflurbereinigung ist nicht erforderlich und das Interesse der Beteiligten in keiner Weise gegeben. Die Unterschriftslisten sprechen eine deutliche Sprache. Eine Anordnung nach § 87 des Flurbereinigungsgesetzes für den Bereich des Autobahnbaues ist völlig ausreichend, auch deshalb, weil die Unternehmensträger durch eigene Einlagegrundstücke keinen oder kaum mehr zusätzlichen Grund benötigen. Die Unterzeichner lehnen eine Gesamtflurbereinigung im Bereich der Gemeinde Hunderdorf mit aller Entschiedenheit ab und legen Widerspruch gegen die Anordnung nach § 1 und 4 des Flurbereinigungsgesetzes ein. Wir glauben nicht, daß es einem demokratischen Rechtsstaat förderlich wäre, wenn ihre Behörde versuchen würde, die Flurbereinigung gegen den erklärten und wohl begründeten Willen von 84 % der Betroffenen durchzusetzen. Notfalls werden sich die Unterzeichner mit allen ihnen zur Verfügung stehenden rechtlichen Mitteln gegen die Flurbereinigung zur Wehr setzen!“
Auch der Bayerische Bauernverband an der Spitze Direktor Steiger und Geschäftsführer Hanisch, hat sich im Ringen um diese Flurbereinigung eingeschaltet und sich nach eingehender Prüfung für folgende Position entschieden: Nachdem die Bauen nicht blind gegen die notwendige Autobahnflurbereinigung anrennen, sondern sich nur gegen die Anhängung eines allgemeinen Verfahrens wenden, schließt man sich den Argumenten der Gegner an und unterstützt sie. In der Begründung dieser Haltung des BBV heißt es unter anderem:
• Der eingelegte Widerspruch gegen die Anordnung der obengenannten Flurbereinigung wird hiermit eingeschränkt auf die Anordnung der Verfahren nach §i1 und 4 FlurbG. Gegen die Einleitung eines Verfahrens nach § 87 in den obengenannten Gebieten wird hiermit ausdrücklich Widerspruch nicht erhoben.
• Bei den Aufklärungsversammlungen wird ein Mangel an der Aufklärungspflicht festgestellt. Es wurde zwar darüber informiert, daß der Baulastträger (Autobahndirektion) für sämtliche durch ihn verursachte Maßnahmen die Flurbereinigungskosten zu übernehmen hat. Jedoch wurde nicht aufgeführt, welche voraussichtlichen Maßnahmen dies in etwa sein werden, noch wurde angedeutet, welche voraussichtliche Flächenausdehnung das Verfahren nach § 87 haben wird.
• Maßnahmen der Hebung der Landeskultur sind nicht geplant. Wie bei der Aufklärungsversammlung angesprochen, wird ein evtl. notwendiger Ausbau des Bogenbaches während des Flurbereinigungsverfahrens nicht durchgeführt. Aus diesem Grunde ist auch die Vorflut nicht zu verändern.
Aus den oben aufgeführten Gründen ist ein Flurbereinigungsverfahren nach §i 1,4 FlurbG nicht notwendig. Die geringen Änderungsmöglichkeiten rechtfertigen auf keinen Fall eine Anordnung nach §i 2,4 FlurbG, sondern können auch in, einem Verfahren nach § 87 FlurbG voll berücksichtigt werden.“ An der Flurbereinigungsdirektion Landau liegt es jetzt, über den Widerspruch der Hunderdorfer zu entscheiden. Die Bauern sind fest entschlossen, alle rechtlichen Mittel im Falle einer zwangsweisen Anordnung auszuschöpfen. Zunächst sollen jetzt auch die Abgeordneten eingeschaltet werden. Man darf gespannt sein, ob die Hunderdorfer Bauern zu ihrem „Glück“ gezwungen werden können. -hif-
Quelle: Bogener Zeitung, 08.03.1980


IN DIESER WOCHE
Zum „Glück“ zwingen?
Derzeit ist das Bogenbachtal bei Hunderdorf zwar gerade nicht vom Hochwasser heimgesucht, die Wellen schlagen aber dennoch hoch. Das Reizwort heißt Flurbereinigung. Die Bauern sind stocksauer. Zum einen auf die Flurbereinigungsdirektion Landau und Baudirektor Zitzelsberger, weil dieser die Flurbereinigung durchführen will, zum anderen auf die Gemeinderäte und Bürgermeister Härtenberger, weil dieser offensichtlich für die Flurbereinigung ist und die Gemeinde die Gegner nicht unterstützt.
Der Ärger der Hunderdorfer Bauern ist verständlich. Sie haben nicht nur den Autobahnausbau, sondern wahrscheinlich auch noch den Truppenübungsplatz Sollinger Loch zu verkraften. Gegen die Flurbereinigung im Zuge des Autobahnbaus wird nicht protestiert. Gegen sie anzulaufen, wäre auch sinnlos. Wogegen sich die Bauern wenden, ist die Flurbereinigung nach Paragraph 1 und 4 des Flurbereinigungsgesetzes, eine allgemeine Flurbereinigung, die an die „Autobahnflurbereinigung“ angehängt werden soll. Der Verdacht, daß diese angeordnet wurde, weil sich die Autobahnflurbereinigung dann reibungsloser und auch kostengünstiger durchführen läßt, ist nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen. Was aber würde für die betroffenen Bauern außer Landesverlust und finanzieller Belastung in Höhe von Tausenden von Mark herausspringen? Die allermeisten von ihnen haben ihren Grund und Boden „rund ums Haus“. Auch die Wege sind entweder schon ausgebaut oder kaum zu verbessern. Zwei wichtige Flurbereinigungsgedanken fallen damit flach.
Das waren wohl auch die Gründe, die 204 von 244 betroffenen Grundbesitzern veranlaßt haben, gegen die Flurbereinigung zu protestieren: Die Flurbereinigung bringe für sie nichts, die wenigen Vorteile stünden in keiner Relation zu Kostenbelastungen! Wenn man auch Bürgermeister Härtenberger nicht verwenden kann dass er nicht nur die Interessen der Landwirte sieht, sondern die Vorteile einer Flurbereinigung für die Gemeinde in erster Linie betrachtet, so ist dem doch entgegenzuhalten, daß eine Flurbereinigung nicht dazu da sein kann, einer Gemeinde billiges Bauland auf Kosten der Landwirte zu beschaffen!
Auch hat man die Bauern noch nie für dumm verkaufen können. Dies sollte bedacht werden, wenn man ihnen ein Drei-Stunden-Referat hält, bis sie zum Vieh-Füttern nach Hause müssen, und dann „leider keine Zeit bleibt“ für die Beantwortung von Fragen, wie dies bei einer Aufklärungsversammlung geschehen ist. Und wenn Härtenberger in seinem Gemeindeamtsblatt schreibt, er wolle „unsachliche Gerüchte“ durch einen „ objektiven Bericht“ über die Flurbereinigung, verfaßt von der Flurbereinigungsdirektion, klären lassen, so wird dadurch die angebliche Neutralität der Gemeinde schon arg in Frage gestellt. Wie kann ein Bericht objektiv sein, wenn nur die eine Seite angehört wird?
Der Kampf der Bauern gegen die Flurbereinigung ist nicht aussichtslos. Zwar kann die Flurbereinigung auch angeordnet werden, wenn nicht die Mehrheit der Betroffenen damit einverstanden ist, aber nur, wenn die Flurbereinigungsdirektion das „Interesse der Beteiligten für gegeben hält“. Entscheidend dafür ist, daß das „bäuerliche Element die Flurbereinigung wünscht“. Und dies ist in Hunderdorf, nachdem sich auch der Bayerische Bauernverband hinter die Landwirte gestellt hat, mit Sicherheit nicht der Fall. Dies eröffnet den Hunderdorfern vor Gericht alle Chancen, sollte sich die Flurbereinigungsdirektion stur stellen. Weit vernünftiger wäre es aber, wenn diese und auch die Gemeinde ihre Haltung noch einmal überdenken würden. Wo bleibt die Demokratie, wenn die große Mehrheit von 90 Prozent der Bauern zu ihrem „Glück“, das sie als Unglück betrachten, gezwungen wird?
Man müßte vielmehr froh sein, wenn die Landwirte weiterhin die Kulturlandschaft erhalten, die Hänge bewirtschaften, auf der keine Maschine fahren kann. Das bringt auch für die aufstrebende Fremdenverkehrsgemeinde Hunderdorf Vorteile. Touristen gehen nicht gerne zwischen Brennesseln spazieren! Der Bescheid des Bayerischen Landwirtschaftsministers Hans Eisenmann für eine Flurbereinigung im Raum Altötting, bei der genauso protestiert wurde, „wir haben anderes zu tun und drängen uns nicht auf“, sollte auch für Hunderdorf gelten. Sonst keimt der Verdacht, die Flurbereinigungsbehörde sucht Arbeit. Und dann würde nur mehr eine Selbstbereinigung helfen: Ein Schrumpfen!
Franz Hirtreiter
Quelle: Bogener Zeitung, 08.03.1980


Ludwig Volkholz:
Nicht allein meineidgeschädigt

Zum Artikel .„Die Bauern im Bogenbachtal machen mobil“ vom Samstag:
„Es ist bereits in ganz Bayern bekannt, daß der ehemalige Bundestags- und Landtagsabgeordnete Ludwig Volkholz der Mittelpunkt aller Flurbereinigungsgegner in ganz Bayern ist. Wenn nun in Hunderdorf auch der Bauernverband gegen die Flurbereinigung vorgehen will, dann muß er dies tun, weil ihm sonst alle Mitglieder davonlaufen.
Die Flurbereinigung ist aber bereits am Ende, weil die Grundstückspreise jeden Tag höher werden und der Flurbereinigungsgrundverlust einfach nicht mehr einem Grundbesitzer zugemutet werden kann. Dazu kommt noch das diktatorische Benehmen der Flurbereinigungsbeamten, für welche kein Gesetz Gültigkeit hat, sondern nur die blinde Ergebenheit einer verängstigten und total verdummten Bevölkerung. Wenn in Hunderdorf die Autobahn-Zwangsflurbereinigung bleiben soll, dann ist dies vollkommen falsch. Dort wird dann am meisten Grund gestohlen. Die Beteiligten werden hier offensichtlich hereingelegt und zwar bereits in einer kriminellen Form. Man sollte deshalb auf jeden Fall auch Widerspruch machen und nicht auf die Halbzeit des Bauernverbandes hören.
Wenn deshalb schon vorsichtshalber vom Bauernverband und einem Journalisten erklärt wird, daß die Landwirte nicht auf die Hilfe des „meineidgeschädigten“ Oberförster a. D. Ludwig Volkholz vertrauen, so ist dies eine kennzeichnende Situation. Im übrigen hat kein einziger Landwirt diese Äußerung getan.
Schließlich ist es bekannt, daß Ludwig Volkholz im Zuge der Vernichtung der Bayernpartei durch die CSU angeklagt wurde, einen Zeugen vor dem Ältestenrat des Bayerischen Landtags angestiftet zu haben, eine Rede von ihm zu beschönigen. Und deshalb wurde er verurteilt, und heute noch darf er auf Befehl der Bayerischen Staatsregierung und von F. J. Strauß seinen Beruf auf Lebenszeit nicht ausüben.
Gleichzeitig hat die Staatsanwaltschaft im Falle von Bundespräsident Carstens erklärt, daß parlamentarische Falsch-Eide nicht strafbar sind und daß im Falle des CSU-Abgeordneten Zimmermann dieser bei seiner falschen Eidesleistung geistig nicht normal war. Wer also einen Volkholz heute noch verspottet über seine grausame Verfolgung durch eine sogenannte christliche Regierung, der sollte sich fragen, warum sich die amnesty international in Straubing dauernd um ausländische Gefangene kümmert, aber nicht um die Grausamkeiten gegen die ehemaligen Abgeordneten und Minister der Bayernpartei.
Ludwig Volkholz, 8493 Feßmannsdorf 36
Quelle: Bogener Zeitung, 12.03.1980


Der Leser hat das Wort:
Eine Volksdemokratie ?
Zum Artikel „90 % sind gegen die Flurbereinigung“ vom 8. 3. und zum Wochenkommentar von Redakteur Hirtreiter kann man die beteiligten Landwirte nur beglückwünschen. Wir von der CBV freuen uns darüber, wenn die Bürger Zivilcourage zeigen. Ist es doch die Bestätigung unserer Bemühungen, den Bürger bei wichtigen Sachentscheidungen mitbestimmen zu lassen. Wenn die Landwirte um Hunderdorf dabei die Hilfe der CBV nicht brauchen, so sind wir deswegen keinesfalls beleidigt, ersparen uns die braven Leute dabei doch einen Haufen Arbeit.
Wenn der Verfasser des Artikels aber in Abrede stellt, der „meineidgeschädigte“ (es müßte der Wahrheit halber der CSU-Geschädigte“) Volkholz habe nirgends wo er sich einsetzte einen Erfolg erzielt, so stimmt das nicht! Z. B. haben wir in Grub die Anordnung der Flurbereinigung verhindert. Ebenso wagt sich nach unserem Eingreifen in St. Englmar, Schwarzach und Neukirchen die Flurbereinigung nicht mehr heran. Daß sich dort überall die Mehrheit ausspricht, dürfte wohl selbstverständlich sein.
Verhalten sich trotzdem in fast allen Fällen die jeweiligen Bürgermeister „neutral“, so hat das verschiedene Gründe: Zum einen stellen sie die Eigeninteressen über die ihrer Bürger und zum anderen erspart ihnen die Flurbereinigung einen Haufen Arbeit. Und nicht zuletzt kommt die Gemeinde zu fast geschenktem Bauland. Bei den heutigen Grundstücks- und Baupreisen ist deshalb die Flurbereinigung nicht mehr zu verantworten. Davon kann sich auch ein § 87 nicht ausschließen. Land zum Bau der Autobahn muß dem Staat so teuer wie möglich abgetreten werden. Verbautes Land ist für die Volksernährung für immer verloren.
Halten wir so wie bisher zusammen, dann kann nicht viel passieren. Wer hier wessen Freund ist, kann man daraus ersehen, wenn ein CSU-Bundestagsabgeordneter behauptet, die Flurbereinigung sei ein „Segen“. Gebietsreform und Trinkwasserverordnung tragen auch noch dazu bei. Daß bei dieser Trinkwasseruntersuchung das Recht auf unserer Seite war, sei den Einen zum Troste und den Anderen zur Warnung gesagt. Abschließend habe ich die Bitte, tragen wir alle dazu bei, daß unsere Demokratie wieder demokratischer wird, die Bürokratie etwas menschlicher und die Achtung des Einen vor dem Anderen wieder zunimmt.
Georg Meindl Untergschwandt
Quelle: Bogener Zeitung, 13.03.1980


Wie es 1923 zur Neugründung des Klosters kam
Verdienste von Pfarrer Kugler um das wiedererstandene Kloster

Nach der Säkularisation 1803 erlebte das Kloster Windberg 120 schwere Jahre, in denen die vielen Besitzer ganze Gebäude niederrissen,

Die ersten Patres vor dem Kloster

Klosterräume in Stallungen, Scheunen und Tanzsäle umwandelten und die Mauern verkommen ließen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das Kloster so heruntergekommen, daß es schon zum Abbruch verkauft werden sollte.
Man kann es Fügung des Schicksals bezeichnen, daß 1908 die Pfarrei mit Pfarrer Kugler besetzt wurde. Ihm und seinen unermüdlichen

Pfarrer Kugler

Bemühungen ist es zu danken, daß das Kloster heute in voller Pracht dasteht und wieder seiner Bestimmung zugeführt wurde. Anschließend soll gezeigt werden, welch lange und schwierige Verhandlungen notwendig waren, bis 1923 die Praemonstratenser des Klosters Berne in Windberg einzogen.
Schon 1900 wollten die Barmherzigen Brüder in Windberg ein Erholungsheim einrichten, gaben aber dann Kostenz den Vorzug.
1911 sollte das Konventgebäude, das als Brauhaus diente, verkauft werden. Pfarrer Kugler schrieb an den Bischof von Regensburg, ob das Kloster nicht als Ferienheim für Knabenseminare oder für andere kirchliche Zwecke verwendet werden könnte. Aus „Mangel an nötigen Mitteln” wurde das Gesuch abgelehnt.
Nun wandte sich Pfarrer Kugler wieder an die Barmherzigen Brüder,

Kloster Windberg heute

derer neuer Provinzial äußerte sich jedoch ablehnend.
1918 besuchten Schwestern des Franziskanerinnenklosters Aiterhofen Windberg und äußerten den Wunsch, das Kloster zu erwerben, um dort zu „Gottes Ehre und der Seelen Heil” wirken zu können. Das Vorhaben scheint aber wieder an den Finanzen gescheitert zu sein.
In der Folge interessierten sich für das Kloster die Brigittinerinnen von Altomünster, dann vermutlich ein Baron von Cramer-Klett, der als Wohltäter der Benediktiner bekannt war, ein Professor Schmitzberger, der ein Heim von Missionsschwestern vom hl. Karl Borromäus suchte, eine Oberin von der Ewigen Anbetung aus Bonn (diese hielt Pfarrer Kugler für unerwünscht). Mit allen führte Pfarrer Kugler ausführliche Korrespondenz.
Als ein Güterschlächter wieder Interesse am Kloster zeigte, stiegen die Bemühungen von Pfarrer Kugler. Er ließ auch bei kirchlichen Veranstaltungen für die Rettung des Klosters beten.
In dieser Zeit wurden verschiedene aufgelöste Klöster in Deutschland wiedergegründet. So zogen die Praemonstratenser in das Kloster  Speinshart in der Oberpfalz ein. Pfarrer Kugler beschränkte seine Bemühungen auf Klöster des Inlandes, bis 1922 P. Albert Stera von Tepel an Pfarrer Kugler schrieb, er wolle in Windberg für 10 Tage Urlaub machen. Er machte Pfarrer Kugler den Vorschlag, sich an mehrere ausländische Klöster zu wenden. Von der belgischen Abtei Averbode und dem Schweizer Praemonstratenserkloster Berg Sion erhielt er abschlägige Antworten, Pater Albert schaltete sich mit ein und schrieb an Abt Evermod van der Berne von Berne. Der alternde Abt lachte über dieses Vorhaben, fand aber in Pater Lambert Winters einen begeisterten Mitstreiter. Am 6. September 1922 trafen zwei Holländer in Windberg ein. Sie besuchten auch Bischof Henle in Regensburg, der das Vorhaben sehr begrüßte.

Prior Michael van der Hagen

Nun entwickelte sich zw. Windberg und Berne ein lebhafter Briefwechsel. Wie ein Blitzschlag traf Pfarrer Kugler die Nachricht, daß das bischöfliche Ordinariat das Vorhaben doch ablehne. Pfarrer Kugler gab nicht auf. In einem Brief suchte er die Bedenken des Ordinariats zu entkräften, mit Erfolg.
Am 16. Februar 1923 erhielten Pfarrer Kugler und der Abt von Berne die Erlaubnis zum Kauf des alten Klosters. Die schwierigen Verhandlungen mit dem Besitzer Hausler konnten mit der Verbriefung am 13. Juni beendet werden.
Pater Lambert Winters und Pius van Aken waren die ersten Insassen des neu erworbenen Klosters. Zu ihnen gesellten sich die Laienbrüder Augustin und Stephan. Im August besuchte auch Abt Evermod mit dem Chorherrn Michael van der Hagen das Kloster. Letzterer wurde ein Jahr darauf der erste Prior von Windberg. Subprior wurde P. Siard Tibosch.
In der Zeitschrift “Der Bayerwald” würdigte Prior M. v. d. Hagen die Verdienste von Pfarrer Kugler: ”Es sei also im Allgemeinen gesagt, daß die herzliche Freundschaft, die weitgehende Bereitwilligkeit, der selbstlose Eifer des Hochw. Herrn Pfarrers Kugler in die Annalen unseres Ordens einen schönen Platz einnehmen werden. Aber es ist noch mehr. Neben dieser, ich möchte sagen, äußeren Form seiner Tätigkeit hat er durch seine pers. Begeisterung für die Wiederherstellung des Klosters, wodurch er auf verschiedene Faktoren dauernd, ja vielleicht entscheidend eingewirkt hat, und durch sein frommes und vertrauensvolles Gebet noch viel Größeres getan.”
(Quellen: „Das Kloster Windberg seit 1803” von P. Norbert Backmund und „Das wiedererstandene Prämonstratenserkloster Windberg” von Dr. M. v. d. Hagen)
K. Klar
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 14.03.1980


Bei der VG eingereichte Baupläne
GEMEINDE HUNDERDORF
Kalm Franz-Xaver, Quellenweg 1, Hunderdorf‚ Anbau an das bestehende Geschäftshaus und Erneuerung der gesamten Dachkonstruktion
Lobmeier Johann, Quellenweg 23, Hunderdorf, Neubau eines Wohnhauses mit Garage
Hafner Franz, Hoch 7, Hunderdorf, Errichtung eines Schuppens mit Unterkellerung
Schaubeck Josef, Thananger 15, Hunderdorf, Umbau des Wohnhauses sowie Einbau einer Garage in die bestehende Scheune und Einfriedung
GEMEINDE WINDBERG:
Zitzelsberger Johann, Windberg 41 1/3, Anbau des Wohnhauses und Neubau einer Garage
Huber Otto, Irensfelden 100, Windberg, Einbau einer Rinderstallung in die bestehende Scheune.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 14.03.1980


Nacheichung 1980
Nach Mitteilung des Eichamtes Straubing findet die Nacheichung aller eichpflichtigen Gewerbetreibenden und Landwirte statt für:
Gemeinde Hunderdorf einschl. Steinburg und Gaishausen: am 26.3.80 von 8.30 — 10.30 Uhr im Verwaltungsamt Hunderdorf, Kirchgasse 8
Neukirchen: am 25.3.80 von 8.00 — 11.30 Uhr im Gemeindeamt Neukirchen
Obermühlbach: am 21.3.80 von 8.30 — 11.00 Uhr im Gasthaus Edbauer in Obermühlbach
Windberg: am 20.3.80 von 8.30 — 10.30 Uhr im Schulhaus Windberg.
Das Eichamt bittet, vorhandene Meßgeräte beim vorgenannten Termin der Nacheichung zu unterstellen. Ein Versäumnis hätte zur Folge, daß die Meßgeräte am Eichamtsitz vorgelegt werden müßten.
Im übrigen wird bemerkt, daß Eichungen in den Betrieben nur für solche Gegenstände zulässig sind, die schwer fortzuschaffen sind oder beim Transport leicht beschädigt werden können, z. B. Neigungswaage; letztere dürfen nur am Aufstellungsort geeicht werden. Maße, Gewichte und transportable Waagen sind in allen Fällen in das Eichlokal zu bringen.
Anträge auf Eichung im Betrieb sind beim Eichamt oder spätestens bei Beginn des Eichtermins in jedem Fall schriftlich zu stellen.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 14.03.1980


Bekanntmachung des Amtsgerichts Straubing
Die Gemeinde Hunderdorf hat mit Schreiben vom 20.2.1980 — Az: 631 H — beantragt, folgende Flurstücke der Gemarkung Hunderdorf
Flst. 153 Sollacher Straße, Straße zu 0,3150 ha
Flst. 153/1 Sollacher Straße, Straße zu 0,0100 ha
Flst, 153/2 Sollacher Straße, Straße zu 0,0084 ha
Flst. 153/3 Sollacher Straße, Straße zu 0,0006 ha
Flst. 1591/2 Sollacher Straße, Straße zu 0,1155 ha
Flst 1591/6 Sollacher Straße, Straße zu 0,0657 ha
Flst. 1591/7 Sollacher Straße, Straße zu 0,0031 ha
Flst 1591/8 Sollacher Straße, Straße zu 0,0045 ha
Flst. 1591/9 Sollacher Straße, Straße zu 0,0122 ha
im Grundbuch einzutragen.
Als Eigentümerin soll die Gemeinde Hunderdorf eingetragen werden. Im Auszug aus dem Liegenschaftskataster, Best. Nr. 348 für Hunderdorf ist der Landkreis Straubing-Bogen als Eigentümer benannt. Es ist jedoch nachgewiesen, daß das Eigentum an obigen Grundstücken gem. Art. 11 BayStrWG auf die Gemeinde Hunderdorf übergegangen ist.
Hiermit wird bekanntgemacht, daß die Buchung dieser Flurstücke im Grundbuch und die Eintragung der Gemeinde Hunderdorf als Eigentümerin bevorsteht.
Personen, welche gegen die beabsichtigte Eintragung Einwendungen erheben wollen, müssen sich innerhalb eines Monats seit Aushang dieser Bekanntmachung beim Amtsgericht Straubing – Außenstelle in Bogen – melden.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 14.03.1980


Die bei der Verlegung der Ferngasleitung zerstörten Grenzen werden nun wiederhergestellt
Wichtiger Hinweis des Vermessungsamts Straubing für die betroffenen Grundstückseigentümer
Im Zusammenhang mit der Verlegung der Ferngasleitung durch die Mitteleuropäische Gasleitungsgesellschaft — abgekürzt MEGAL — wurden vielfach Grenzeinrichtungen zerstört. Die Wiederherstellung dieser Grenzen innerhalb des Landkreises Straubing-Bogen nimmt das Vermessungsamt Straubing in den Monaten ab Juni 1980 vor. Die Kosten hierfür werden von der MEGAL getragen.
Grundstücksteigentümer, an deren Grenzen im Zusammenhang mit dieser Maßnahme Grenzsteine oder andere Grenzzeichen beschädigt oder beseitigt worden sind, werden aufgefordert, eventuelle Ansprüche auf Wiederherstellung bzw. Überprüfung der Grenzen anzumelden. Zu diesem Zweck werden an den Geschäftsstellen der betroffenen Gemeinden bzw. Verwaltungsgemeinschaften Wiesenfelden, Stallwang, Mitterfels, Hunderdorf, Bogen und Schwarzach entsprechende Planunterlagen sowie Listen hinterlegt. Die Grundstückseigentümer werden gebeten, in der Zeit vom 10.3, bis 15.4.1980 bei den zuständigen Geschäftsstellen die entsprechenden Angaben zu hinterlassen. Spätere Meldungen sind noch bis zum 30.5.1980 beim Vermessungsamt Straubing, Theresienplatz 1, möglich. Der Beginn der Vermessung in den einzelnen Gemeinden wird über die örtliche Presse bzw. durch Anschlag an den Amtstafeln bekanntgemacht.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 14.03.1980


Erlaß einer 2. Satzung zur Änderung der Satzung über die Erschließungsbeiträge der Gemeinde Hunderdorf
Der Gemeinderat Hunderdorf hat o. a. 2. Satzung zur Änderung der Satzung über die Erschließungsbeiträge der Gemeinde Hunderdorf beschlossen. Die Satzung tritt rückwirkend zum 1. Oktober 1979 in Kraft. Sie liegt bei der Verwaltungsgemeinschaft Hunderdorf, Kirchgasse 8, 8441 Hunderdorf (Zimmer Nr. 1) zur Einsicht während der allgemeinen Dienststunden auf.
Die Satzung wurde mit Schreiben des Landratsamtes Straubing-Bogen, Dienststelle Straubing vom 25.2.1980, Nr. 11/1 a-634 rechtsaufsichtlich genehmigt.
Hunderdorf, den 27.2.1980
GEMEINDE HUNDERDORF
gez. Härtenberger
1. Bürgermeister
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 14.03.1980


2. Satzung zur Änderung der Satzung über die Erschließungsbeiträge
Aufgrund des § 132 des Bundesbaugesetzes -BBauG- in Verbindung mit Art. 23 der Gemeindeordnung für den Freistaat Bayern -GO- erläßt die Gemeinde Hunderdorf, Krs. Straubing-Bogen folgende
2. Satzung zur Änderung der Erschließungsbeitragssatzung vom 14.9.1979.
§ 1
Neufassung von Satzungsbestimmungen
§ 4 Abs. 1 erhält folgende Fassung:
Die Gemeinde trägt 20 v. H. des beitragsfähigen Erschließungsaufwandes.
§ 2
Inkrafttreten
Diese Satzung tritt rückwirkend zum 1. Oktober 1979 in Kraft.
Hunderdorf, den 6.2.1980
GEMEINDE HUNDERDORF
gez. Härtenberger
1. Bürgermeister
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 14.03.1980


Vollzug der Wassergesetze;
Gewässerausbauten anläßlich des Ausbaues der Ortsdurchfahrt Hofdorf, Gemeinde Hunderdorf
Im Zuge des Ausbaues der Ortsdurchfahrt Hofdorf durch die Gemeinde Hunderdorf wird folgende Maßnahme vorgesehen:
a) Verlegung des Stettener Baches auf einer Länge von 83 m
b) Errichtung eines Maulprofil-Wellstahldurchlasses über den Stettener Bach mit einer lichten Weite von 1,85 m und einer lichten Höhe von 1,55 m.
Die beabsichtigten Maßnahmen stellen einen Gewässerausbau dar und sind nach § 31 WHG i.V. mit Art. 58 BayWG planfeststellungspflichtig. Die Durchführung des wasserrechtlichen Verfahrens wurde beantragt.
Dies wird bekanntgegeben mit dem Hinweis, daß
1. Pläne mit Beilagen, aus denen sich Art und Umfang des Unternehmens ergeben, während zwei Wochen, gerechnet ab dem Tage nach Erscheinen dieses Amtsblattes, beim Landratsamt Straubing-Bogen, Dienststelle Straubing, Zimmer 211, zur Einsichtnahme ausliegen, und
2. Einwendungen gegen das Vorhaben beim Landratsamt Straubing-Bogen zur Vermeidung des Ausschlusses spätestens innerhalb von zwei Wochen nach Ablauf der Auslegungsfrist schriftlich oder zur Niederschrift zu erheben sind.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 14.03.1980


Bei der Gemeinde Hunderdorf angezeigte Veranstaltungen
15. und 16.3.80 Wandertag des Bayerwaldvereines Hunderdorf
13. – 16.6.80 Betriebsjubiläum der Gewerkschaft Holz bei Solcher
20. — 23.6.80 Betriebsjubiläum des Karl Solcher
27.— 30.6.80 100-jähriges Gründungsfest der Krieger- und Soldatenkameradschaft Hunderdorf
27.7.80 Pfarrfest
1.— 4.8.80 Hunderdorfer Volksfest mit Festwirt Richard Weinzierl
Die Vereine werden gebeten, ihre Veranstaltungen bei der Gemeinde zu melden, um Überschneidungen von Veranstaltungen zu verhindern.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 14.03.1980


Vom Gemeinderat Windberg (Sitzung am 25.2.1980)
HAUSHALT UMFASST 2,1 MIO. DM
In der kürzlich im Gemeindeamt Windberg stattgefundenen Sitzung des Gemeinderates Windberg fand die Haushaltsberatung für das Jahr 1980 statt. Dabei wurde die entsprechende Haushaltssatzung beschlossen.
Eingangs erläuterte der anwesende Oberinspektor Brandl von der Zentralen Buchungsstelle vom Landratsamt Straubing-Bogen die einzelnen Haushaltsansätze des Planentwurfes für das Jahr 1980. Brandl betonte, daß der Haushaltsplan des Vorjahres eingehalten wurde und die Finanzen der Gemeinde geordnet sind. Bürgermeister Kleikamp habe sich für eine gute Finanzierung der gemeindlichen Bauprojekte eingesetzt. Es werde eine ordentliche Finanz- und Wirtschaftspolitik betrieben, sagte Brandl ferner.
ANSÄTZE FÜR DAS JAHR 1980
Für das Jahr 1980 sind die größten Einnahmeposten des Verwaltungshaushaltes die Straßenunterhaltungszuschüsse mit 41.800 DM, die Kanalbenützungsgebühren mit 14.500 DM sowie die Grundsteuer A mit 13.100, Grundsteuer B mit 17.900 DM, Gewerbesteuer mit 8.100 DM, der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer mit 127.900 DM sowie die Schlüsselzuweisungen mit 278.000 DM. Die größeren Ausgabenansätze im Verwaltungshaushalt sind die Aufwendungen für Gemeindeorgane und Geschäftsausgaben mit rd. 20.000 DM, die Schulverbandsumlage mit 84.400 DM, die Unterhaltung von Gemeindestraßen mit 20.000 DM, die Kreisumlage mit 140.900 DM sowie die Umlage an die Verwaltungsgemeinschaft mit 39.200 DM.
STRASSE IRENSFELDEN-NETZSTUHL MIT 1,16 MIO. DM
Im Vermögenshaushalt sind der Abschluß der Renovierungsmaßnahmen HI. Kreuz und Nepomuk mit einem Kostenaufwand von 62.000 DM enthalten, wobei noch Zuschüsse und Spenden von 51.000 DM erwartet werden. Weiterhin ist die Rekultivierung des Müllplatzes mit Kosten von rd. 12.000 DM und einem Zuschuß von 6.000 DM veranschlagt. Desweiteren die Restabwicklung der Wasserversorgungsmaßnahme Meidendorf-Irensfelden mit einem Kostenaufwand von 215.000 DM, wobei Zuschüsse und Anliegerbeiträge von rd. 130.000 DM eingeplant sind. Als größtes Projekt, das die Finanzen der Gemeinde stark beanspruchen wird, ist der Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße Irensfelden-Netzstuhl mit 1.165.000 DM veranschlagt, wobei Zuschüsse von 750.000 DM erwartet werden. Für die Finanzierung des Straßenausbaues, der voraussichtlich auch im heurigen Jahr abgeschlossen werden soll, ist auch die Aufnahme eines Darlehens von 300.000 DM festgelegt.
STEUERHEBESÄTZE NICHT VERÄNDERT
Nach der Haushaltsberatung beschloß der Gemeinderat den Haushaltsplan und die Haushaltssatzung für das Jahr 1980. Desweiteren ist im Rahmen der Haushaltssatzung beschlossen worden, daß die Steuerhebesätze nicht erhöht werden. Ferner stimmte der Gemeinderat im Zuge der Haushaltsplanaufstellung auch dem Finanz- und Investitionsprogramm für die Haushaltsjahre 1979 bis 1983 zu. Aufgrund eines Baubewerbers beschloß der Gemeinderat auch eine Änderung des Bebauungsplanes „Hochgarten-Riedfeld“ vornehmen zu lassen. Hier soll im Einzelfall ausnahmsweise ein Kniestock zugelassen werden auf Parzelle Nr. 49. Gestalterische Gründe dürften aufgrund der benachbarten Bebauung nicht entgegenstehen.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 14.03.1980


Haushaltssatzung der Gemeinde Windberg
(Landkreis Straubing-Bogen) für das Haushaltsjahr 1980
Aufgrund der Art. 63 ff. der Gemeindeordnung erläßt die Gemeinde folgende Haushaltssatzung:
§ 1
Der Haushaltsplan für das Haushaltsjahr 1980 wird im Verwaltungshaushalt in den Einnahmen und Ausgaben auf 557.900 DM und im Vermögenshaushalt in den Einnahmen und Ausgaben auf 1.561.700 DM festgesetzt.
§ 2
1) Der Gesamtbetrag der Kredite zur Finanzierung von ‚Ausgaben im Vermögenshaushalt wird auf 300.000 DM festgesetzt. Kredite zur Finanzierung von Ausgaben nach dem Vermögensplan des Eigenbetriebs werden nicht aufgenommen.
§ 3
(1) Verpflichtungsermächtigungen im Vermögenshaushalt werden nicht festgesetzt.
(2) Verpflichtungsermächtigungen im Vermögensplan des Eigenbetriebs werden nicht festgesetzt.
§ 4
Die Steuersätze (Hebesätze) für nachstehende Gemeindesteuern werden wie folgt festgesetzt:
1. Grundsteuer
a) für die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe (A) 320 v.H.
b) für die Grundstücke (B) 320 v.H.
2. Gewerbesteuer
a) nach dem Gewerbeertrag und dem Gewerbekapital 300 v.H.
b) Lohnsummensteuer –
c) Mindeststeuer
für Hausgewerbetreibende –
für sonstige Gewerbetreibende –
§ 5
(1) Der Höchstbetrag der Kassenkredite zur rechtzeitigen Leistung von Ausgaben nach dem Haushaltsplan wird auf 50 000 DM festgesetzt.
(2) Kassenkredite zur rechtzeitigen Leistung von Ausgaben nach dem Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs werden nicht beansprucht.
§ 6
Weitere Festsetzungen werden nicht vorgenommen.
§ 7
Diese Haushaltssatzung tritt mit dem 1. Januar 1980 in Kraft.
Hunderdorf, den 26.2.1980
gez. Kleikamp
Bürgermeister
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 14.03.1980


Pfarramt Hunderdorf

Bürostunden beim Pfarramt: Dienstag, Mittwoch und Donnerstag 10.30 — 12.00 Uhr, Samstag 15.30 — 16.30 Uhr, Sonntag bis 11.00 Uhr, jeden Tag nach der heiligen Messe
Chorproben: für die Erwachsenen: jeden Montag 19.00 Uhr in der Kirche, für die Schülergruppen: Dienstag 14.30 Uhr für Gruppe 2, Dienstag, 15.00 Uhr für Gruppe 1.
Am Mittwoch, dem 19. März, nach der Abendmesse um 19 Uhr wird im Pfarrheim im Rahmen des Kath. Bildungswerkes ein ganz neuer Farbtonfilm vorgeführt über Rom und vor allem über das Heilige Land. Dieser Film verspricht sehr interessant zu werden. Lassen Sie sich diese Gelegenheit nicht entgehen. Eintrittspreise für Erwachsene 2,— DM für Kinder und Jugendliche 1,— DM.
Der Pfarrgemeinderat veranstaltet außerdem im kommenden Sommer am Sonntag, dem 6. Juli, eine PPFARRWALLFAHRT ZUM MARIAHILFBERG NACH AMBERG. Abfahrt 7.30 Uhr Ankunft spätestens 18.00 Uhr. Fahrpreis 10,— DM. Wegen der rechtzeitigen Bestellung der Busse sollten wir jetzt schon die Teilnehmer wissen. Alle Pfarrangehörigen sind herzlich eingeladen. Wenn Sie teilnehmen, möchten Sie sich bitte in den nächsten 2 Wochen beim Pfarramt anmelden und den Fahrpreis einzahlen.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 14.03.1980


Ski und Rodel gut
Bei frühlingshaftem Wetter fuhren zwei Omnibusse mit Schülern der hiesigen Volksschule zum Skifahren und Rodeln auf den Pröller.

Rodler beim Pröllerkreuz

Während die Skifahrer in Hinterwies ihr Können zeigten, wanderten die Schlittenfahrer zunächst von Markbuchen auf den 1045 m hohen Pröller. Beim Pröllerkreuz konnten sie ihre Schlitten besteigen und fuhren den Nordhang hinunter. Der festgefahrene Schnee ermöglichte eine gute und schnelle Talfahrt. Auf der „Hasenabfahrt“ war an diesem Tag kein Skibetrieb, so daß sie für die Schlittenfahrer allein zur Verfügung stand. Auch am Skihang war wenig Betrieb. Für alle Teilnehmer war es ein vergnüglicher Wintersporttag.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 14.03.1980


Landjugend unter neuer Führung
Vor kurzem hat die kath. Landjugend Hunderdorf wieder eine neue Vorstandschaft gewählt. Das Führungsteam setzt sich nun zusammen aus:
1. Vorstand Weinzierl Waltraud, 2. Vorstand Zollner Josef, den Gruppenleitern Bugl Marianne und Hornberger Franz und dem Kassierer Englmeier Rudi.
Das letzte Jahr hatte gleich einen guten Auftakt mit einem gemütlichen Nachmittag mit Theatereinlagen zugunsten der neuen Kirchenorgel am 13. Mai 1979, bei dem die beträchtliche Summe von 400,— DM Pfarrer Franz Reitinger überreicht werden konnte. Weiter ging es dann gleich mit der aktiven Teilnahme an der Jugendwallfahrt in Bogen am 20. Mai. Nach der Sommerpause übernahm die kath. Landjugend traditionsgemäß wieder die Gestaltung des Erntedankaltares. Im November beteiligte sich dann ein kleines Team mit Erfolg am Laienspieltag in Bogen, bei dem die KLJB auch heuer wieder dabei sein möchte. Viel Spaß machte der Gruppe auch die Teilnahme an der Altkleidersammlung der Jugend des Landkreises für das Jugendtagungshaus im November letzten Jahres. Einen guten Jahresabschluß machte die Aufführung der Rhythmischen Messe im Januar, die allgemein großen Anklang fand. Zwischendurch hielten der Vorstand und die Gruppenleiter wieder Gruppenstunden, bei denen interessante Themen behandelt wurden. Das neue Führungsteam wird sich bemühen, auch heuer wieder ein abwechslungsreiches Programm aufzustellen. Den Beginn machte der Maskenball am 8. Februar in Au v. Wald, der ein großer Erfolg wurde.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 14.03.1980


Schafkopfturnier des SPD-Ortsvereins
Hunderdorf.
Der SPD-Ortsverein Hunderdorf veranstaltet am Samstag, dem 15.3.80, im Cafe Weinzierl ein Schafkopfturnier. Es gibt schöne Preise zu gewinnen. Außerdem sind die ersten acht Gewinner startberechtigt beim Endturnier auf Kreisebene in Kirchroth. Alle Schafkopffreunde sind freundlichst eingeladen. Der Reinerlös wird für Spielgeräte auf dem Kinderspielplatz im Baugebiet zwei und drei verwendet. Beginn: 19.00 Uhr.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 14.03.1980


GRÜSS GOTT, LIEBE WANDERFREUNDE
Der Bayerwaldverein der Gemeinde Hunderdorf veranstaltet zum achten Mal eine internationale Winterwanderung und ich habe zu dieser Veranstaltung gerne die Schirmherrschaft übernommen.
Ich bin heute schon davon überzeugt, daß viele Wanderfreunde der Einladung unseres Bayerwaldvereines Folge leisten und grüße alle Gäste sehr herzlich.
Die Hektik und die Hast unserer Zeit überfordern in vielen Fällen den Menschen. Die Veranstaltung soll ein Anreiz zur gesunden, körperlichen Betätigung sein und als Ausgleich gewertet werden.
Als Erinnerung an diese Wanderung erhalten Sie einen Keramikteller, welcher das vom Bayerwaldverein Hunderdorf erstellte Wegkreuz beinhaltet. Die Aufstellung dieses Kreuzes zeigt, daß es auch in der Zeit der Vermassung und des Materialismus noch Menschen gibt, welche sich in Vereinen zusammenschließen, um ihre persönlichen Ideale gemeinsam und daher verstärkt für uns alle einzusetzen.
Die Verbundenheit zur Heimat und zum christlichen Glauben wird zum Ausdruck gebracht, und mancher Wanderer wird unter diesem Kreuz Kraft und Trost suchen.
Die Wanderroute führt Sie über das Hügelland des Vorwaldes. Hierbei haben Sie ein herrliches Panorama vor sich, wobei Sie über Hunderdorf hinweg das Prämonstratenserkloster Windberg, den Wallfahrtsort Hl. Kreuz und im Hintergrund die Berge des Bayer. Waldes sehen können.
Dem Bayerwaldverein danke ich für die Initiative und wünsche, daß der 8. Volkswandertag in Hunderdorf einen guten Verlauf nimmt.
Allen Teilnehmern wünsche ich einige erholsame Stunden in unserer schönen Waldheimat.
Karl Härtenberger
Schirmherr und 1. Bürgermeister

GRUSSWORT DES VERANSTALTERS
Zu unserem 8. Internationalen Wandertag am 15. und 16. März 1980 in Hunderdorf entbieten wir allen Teilnehmern aus nah und fern recht herzliche Willkommensgrüße.
Der Veranstalter ist bestrebt, alles zu tun, um allen Wanderern eine erholsame Wanderstrecke zu bieten.
Wir würden uns freuen, wenn recht viele Wanderer unserer Einladung folgen würden.
Johann Glas, 1. Vorstand
Kathi Scheibenthaler, 1. Wanderwart
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 14.03.1980


Ernst Sacher führt weiterhin den Trachtenverein
In gutem Einvernehmen verlief die diesjährige Generalversammlung des Heimat- und Volkstrachtenvereins Hunderdorf im Gasthaus Sandbiller am Samstagabend.
Eingangs hieß Vorstand Ernst Sacher insbesondere willkommen Bürgermeister Härtenberger und Ehrenmitglied Pater Wolfgang Vos. Dann sprach Sacher allen Dank aus für die gute Zusammenarbeit seit der letzten Generalversammlung. Wie der Vorstand weiterhin berichtete, habe sich der Trachtenverein wiederum bei verschiedenen Anlässen aktiv beteiligt und auch eigene Veranstaltungen ausgerichtet. So habe der Verein bei kirchlichen Feierlichkeiten mitgewirkt, die Aufstellung des Maibaums vorgenommen, eine Adventfeier veranstaltet und einen internen sowie einen öffentlichen Faschingsball abgehalten. Desweiteren sei teilgenommen worden an Generalversammlungen, Vorständeversammlungen, bei der Gebietstanzprobe, beim Volksfestzug in Bogen sowie bei der Arberkirchweih.
Im folgenden trug Schriftführerin Betty Sacher den Bericht der letzten Jahreshauptversammlung und Agnes Klumbies den Kassenbericht vor. Weiterhin berichteten Jugendleiter Hans Wölfl und Vortänzer Hermann Hastreiter.
Bürgermeister Karl Härtenberger betonte, von seiten der Gemeinde werde gerne dem Vereinsgeschehen ein Augenmerk gewidmet, denn jedes Mitglied präge die Dorfgemeinschaft im positiven Sinne mit. Härtenberger stellte fest, daß beim Trachtenverein im letzten Jahr eine rege Vereinstätigkeit zu verzeichnen war. Der Bürgermeister dankte der Vorstandschaft und allen Mitgliedern für ihren Einsatz und rief dazu auf, auch im heurigen Jahr Veranstaltungen abzuhalten und bei anderen Anlässen mitzuwirken.
Dann nahm Bürgermeister Härtenberger mit Vorstand Sacher die Ehrung von Mitgliedern für 10jährige Vereinszugehörigkeit vor. Eine Ehrennadel konnten in Empfang nehmen: Josef Lobmeier, Franz Hornberger, Gerd Klumbies jun., Ulrike Beck und Monika Poiger.
Die durchgeführten Vorstandschaftsneuwahlen hatten folgendes Ergebnis:
1. Vorstand: Ernst Sacher sen.
2. Vorstand: Gerd Klumbies
1. Schriftführer: Betty Sacher
2. Schriftführer: Elfriede Hastreiter
1. Kassier: Agnes Klumbies
2. Kassier: Sepp Weindl
1. Vortänzer: Hermann Hastreiter
2. Vortänzer: Elfriede Hastreiter
1. Jugendleiter: Hans Wölfl
2. Jugendleiter: Sepp Lobmeier
1. Fahnenträger: Ernst Sacher jun.
2. Fahnenträger: Sepp Lobmeier
Kassenprüfer: Hans Hamberger u. Franz Eichinger
Ersatzdelegierte: Hermann Hastreiter u. Franz Eichinger
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 14.03.1980


Erfolgreiche Fußballer
Zu einem Freundschaftsspiel empfing der SV Hunderdorf den RSV Ittling, der in der A-Klasse spielt.
Im Vorspiel der Reserven war Hunderdorf die bessere Elf und konnte ungefährdet 4 : 1 gewinnen. In diesem Treffen zeichneten sich die beiden Torsteher besonders aus. In Hunderdorf stand nach langer Zeit wieder Schiller zwischen den Pfosten. Torschützen für Hunderdorf waren: Bergbauer Paul (2), Bergbauer Otto und Exner Alex.
Im Hauptspiel zeigte der Gast zunächst die reifere Spielweise und ging mit 1 : 0 in Führung. Einen Handelfmeter verwandelte Hirtreiter zum 1 : 1. Der tiefe Boden stellte große Anforderungen an die Kondition der Spieler. Bis zur Pause konnte Ittling auf 3 : 1 davonziehen. In der :zweiten Hälfte zeigte Hunderdorf viel Kampfkraft und glich durch Tore von Kalischko und Scherz aus. Mit dem gerechten 3 : 3 endete dieses erste Freundschaftsspiel nach der langen Winterpause.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 14.03.1980


10 Jahre Ski-Club Hunderdorf
Der Sportverein Hunderdorf, der 1966 ins Leben gerufen wurde, hatte vorerst nur eine Fußballabteilung. Vier Jahre später regten skibegeisterte Mitglieder zur Gründung einer Ski-Abteilung an. So wurde diese 1970 gegründet. 34 Mitglieder bekundeten Interesse an dieser Sportart. Zum ersten Abteilungsleiter wählte man Joachim Kaldonek, Kassier wurde Otto Sachs und die Schriftführung lag bei Kornel Klar auch in guten Händen. Neben dem Skisport sollte die Abteilung im Sommer auch das Wandern pflegen. Im Winter wurden vornehmlich neben den wöchentlichen Skiabenden auch Vereinsmeisterschaften durchgeführt. Was dem Verein noch fehlte, war eine Vereinshütte im Englmarer Raum. Max Leonhardt war es dann, der auch diese Frage lösen konnte. Im Jahre 1977 wurden Verhandlungen mit verschiedenen Hausbesitzern aufgenommen. Josef Ziesler, selbst Mitglied des Vereins, stellte zwei Zimmer zur Verfügung. Mit großem Eifer begann man mit dem Ausbau der Räume, die heute der Stolz der Ski-Abteilung sind. Die „“Ziesleralm”, wie der Name der Hütte ist, wurde nun zum Ziel vieler Skifreunde an den Wochenenden.
Am 22. März begeht nun die Ski-Abteilung ihre 10-Jahresfeier in der Gaststätte Sandbiller, bei der 34 Gründungsmitglieder geehrt werden. Die Mitgliederzahl ist inzwischen auf 138 gestiegen, was von der Beliebtheit dieses Wintersports zeugt.
Das Foto zeigt die Vereinshütte in Ahornwies.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 14.03.1980


Bauleitplanung soll geordnete Entwicklung sicherstellen
Hunderdorf.
Zu einem Informationsabend über „Bauleitplanung und Erschließung” hatte der JU-Ortsverband Hunderdorf ins Gasthaus Baier-Edbauer eingeladen. Dabei erläuterte Bürgermeister Härtenberger die Aufgaben und Ziele der Bauleitpläne, die auch die Gemeinde Hunderdorf seit Jahren vorliegen habe.
Hierin sind die wichtigsten künftigen Entwicklungen der Gemeinde festgehalten, wie z.B. die künftigen Baugebiete, die Erschließungsstraßen, die Grünflächen, Kinderspielplätze usw. Die Erschließungsstraßen in Baugebieten seien von den Anliegern zu finanzieren, wobei Grundlage das Bundesbaugesetz ist. Prekär werde die Situation in der Hauptsache dann, wenn eine frühere Straße eine Erschließungsfunktion nachträglich erhalte und die Beitragserhebung von den Merkmalen der erstmaligen Herstellung abhängig sei. Auch im Fall Quellenweg sei bei der Zuschußbeantragung auf das Vorhandensein einer beitragspflichtigen Straße verwiesen worden.
Verw. Angest. Kern erläuterte im folgenden die Vorschriften der Bauleitplanung und zeigte dabei anhand der vorgelegten Flächennutzungs- und Bebauungspläne die Planungen der Gemeinde auf. Es sei Aufgabe der Bauleitplanung, die bauliche und sonstige Nutzung der Grundstücke nach Maßgabe des Bundesbaugesetzes vorzubereiten, und zu leiten.
Bauleitpläne seien der Flächennutzungsplan (vorbereitender Bauleitplan) und der Bebauungsplan (verbindlicher Bauleitplan). Die Pläne sollen eine geordnete städtebauliche Entwicklung und eine dem Wohl der Allgemeinheit entsprechende sozialgerechte Bodennutzung gewährleisten und dazu beitragen, eine menschenwürdige Umwelt zu sichern. Bei der Aufstellung der Bauleitpläne seien insbesondere zu berücksichtigen die Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse, die Wohnbedürfnisse, die natürlichen Gegebenheiten sowie die Entwicklung der Landschaft. Weiterhin erläuterte Kern die Festsetzungen im Flächennutzungsplan, wie z.B. die öffentlichen Bedarfsflächen, Wohnbaugebiete, Misch- und Dorfgebiete und Gewerbegebiete sowie die festgelegten Baumöglichkeiten in einem Bebauungsgebiet. Auch der Verfahrensablauf einer Bauleitplanaufstellung wurde bekanntgegeben. Desweiteren wurden die rechtlichen Grundlagen für die Erhebung eines Erschließungsbeitrages erörtert.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 14.03.1980


Jahresausflug des SC Hunderdorf

Die gesamten Teilnehmer vor dem Omnibus

Nach zweijähriger Pause unternahm der Ski-Club Hunderdorf wieder einen seiner beliebten Skiausflüge, an dem so viele Personen teilnahmen wie nie zuvor. Am Samstag um 4 Uhr morgens ging es von Hunderdorf aus mit dem Omnibus nach Bruck an der Großglocknerstraße, wo man gegen 8.15 Uhr eintraf und nach Einnahme eines Frühstücks die Zimmer belegte. Um 10.00 Uhr hieß es dann für die Skifahrer: Hinein in das Vergnügen! Bei herrlichstem Sonnenschein ging es hinauf auf die 2000 m hohen Schmittenhöhen, wo die zahlreichen Hänge Abfahrten sowohl

Die gesamte Spaziergängergruppe

für die Anfänger als auch für die geübten Skifahrer keine Wünsche offen ließen. Die Nichtschifahrer der Ausflugsgruppe machten zuerst einen Spaziergang in Zell am See und fuhren gegen Mittag mit der Gondel hinauf zur Schmittenhöhe, wo man sich wieder mit den anderen traf. Am Abend verlebte man eine heiße Disconacht im Keller des Hotels, die für einige erst in den frühen Morgenstunden endete.
Am zweiten Tag, der wettermäßig dem ersten um nichts nachstand, hieß es bereits um 7.00 Uhr aufstehen, um auch diesen Tag noch voll auszunutzen. Während sich die Skigruppe wieder auf den Hängen tummelte, fuhren die Spaziergänger zur Mittelstation, wo man den Tag mit Spaziergehen und Sonnenbaden verbrachte. Um 17.00 Uhr trat man dann die Heimreise an, und aus den im Omnibus geführten Gesprächen konnte man die Enttäuschung hören, daß diese zwei Tage so schnell vergangen waren.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 14.03.1980


Windberger Vereinsleben
SV – Eisschützen auf dem 1. Platz

Der ESV Eintracht in Straubing feierte sein 20jähriges Bestehen mit einem Jubiläums-Eisstockturnier in der Straubinger Kunsteishalle. Die Schützen Auerbacher Adolf, Zitzelsberger Leo, Feldmeier Helmut und Damberger Rudolf vom SV Windberg konnten in der Gruppe B den 1. Platz belegen und einen schönen Glaspokal als Siegertrophäe mit nach Hause nehmen.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 14.03.1980


SV – Vereinsausflug
Der Sportverein Windberg bereitet auch in diesem Jahre den Mitgliedern und Familienangehörigen einen Vereinsausflug. Ziel der Reise ist die Rastkogelhütte bei Zell am Ziller in einer luftigen Höhe von 2 124 m. Als Reisetage sind vorgesehen 28. und 29. Juni 1980. Anmeldungen und Begleichung des Fahrpreises können bis 1. April 1980 bei den Vereinskameraden Schneider Walter ‚Windberg und Sigi Niedermeier, Unterbucha, gemacht werden.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 14.03.1980


7. Internationaler Wandertag in Windberg
am Samstag, 19. April und Sonntag, 20, April 1980.
Veranstalter: Sportverein Windberg e. V:
Schirmherr: Bürgermeister Franz Kleikamp
Wanderstrecke: 10 km und 20 km
Start und Ziel: Windberg — Schulhaus
Startzeiten 5.30 Uhr bis 11.30 Uhr an beiden Tagen — Veranstaltungsende: 16.00 Uhr
Auszeichnung: bei 10 km Zierzinnteller mit schwarzer Schrift, d 16 cm, bei 20 km Zierzinnteller mit grüner Schrift, d 16 cm. Die Veranstaltung findet bei jeder Witterung
statt!
VERANSTALTUNGSHINWEISE:
Start und Ziel: Schulhaus
Startzeiten: 5.30 bis 11.30 Uhr
Veranstaltungsende: 16.00 Uhr
Wanderstrecke: 10 km und 20 km
Startgebühr: DM 6,50 für Medaille — DM 1,50 für IVV Stempel ohne Medaille — DM 8.50 bei Nachmeldung für Medaille.
Nachmeldungen: bis Startschluß möglich. Die Medaille wird ca. 4 Wochen nach der Veranstaltung nachgesandt, es besteht kein Anspruch auf sofortige Aushändigung.
Einzahlungen: Auf das Konto Sparkasse Bogen 570 529 529 (BLZ 742 501 11)
Anmeldeschluß: 12 April 1980
Gruppenmeldungen: Schriftlich an Walter Schneider, 8441 Windberg Nr. 26
Ehrenpreise: Für Gruppen ab 25 Teilnehmer, für die 7 stärksten Gruppen (Steinkrüge)
Sanitätsdienst: Bayer. Rotes Kreuz Windberg
Versicherung: Die Veranstaltung ist gegen Haftpflichtansprüche Dritter über den DVV versichert. Die Haftpflichtversicherung erstreckt sich nicht auf Schadensfälle außerhalb des Startgeländes und der markierten Wanderstrecken. Für jeden Teilnehmer ist außerdem eine Unfallversicherung abgeschlossen.
Verpflegung: Kostenlos Tee oder heiße Brühe. An Start und Ziel und auf der Strecke besteht Verpflegungsmöglichkeit gegen Entgelt.
Telefonische Auskunft: Walter Schneider, Tel. (09422) 2547 – Walter Hornberger, Tel. (09422) 1885. IV V-Stempelstelle: Am Ziel. Die Teilnehmerausweiskarte ist persönlich vorzulegen und wird nur in Verbindung mit der Startkarte und bei Namensübereinstimmung abgestempelt.
Hinweis auf die Wertung: Jeder Teilnehmer erhält vor dem Start eine Startkarte. Sie ist auf der Wanderstrecke mitzuführen und bei den Kontrollstellen persönlich vorzulegen. Teilnehmer mit mehreren Startkarten werden zurückgewiesen. Anspruch auf eine Medaille und den IVV-Stempel hat ein Teilnehmer nur, wenn er alle Streckenkontrollstempel vorweisen kann. Kinder unter 10, Frauen über 55 und Männer über 60 Jahre erhalten die Auszeichnung der nächsthöheren Stufe. In der Kilometerwertung werden nur die zurückgelegten Kilometer gewertet. Die Veranstaltung wird nach den Richtlinien des DVV durchgeführt.
Hinweise für die Teilnehmer: Bei Nichterscheinen besteht kein Anspruch auf Rückerstattung der Startgebühr oder Aushändigung der Medaille oder des IVV-Stempels.
Das Rauchen im Walde ist strengstens untersagt. Rundfunk und Tonbandgeräte sind unerwünscht. Hunde sind an der Leine zu führen.
Wir bitten auf der Wanderstrecke Rücksicht auf die Natur und die Mitwanderer zu nehmen. Werfen Sie Abfälle nicht auf den Boden, sondern in die Behälter, die dafür vorgesehen sind! Das Wegwerfen von Abfällen ist Umweltverschmutzung und kann strafrechtlich verfolgt werden. Der Veranstalter und die Natur bedanken sich im voraus für Ihre Rücksichtnahme.
Den Anordnungen des Aufsichtspersonals ist Folge zu leisten.
Die Veranstaltung findet bei jeder Witterung statt.
Bahnreisende: Bahnstation Hunderdorf, Bahnreisende werden abgeholt.
Sehenswürdigkeiten: Klosterkirche — Kloster Windberg — Wallfahrtskirche Heiligkreuz
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 14.03.1980


Schöne alte Heimat
Wenn an Sonntagen die Skifahrer aus dem Englmarer Raum abends wieder nach Hause fahren, so kommt es vor der Ortschaft Haggn zu einem kilometerlangen Stau. Hat man die Ortschaft durchfahren, löst dieser sich wieder auf und die Fahrt kann ungehindert fortgesetzt werden. Gut nur, daß das Haus auf unserem Bild nicht mehr steht! Wo heute die Straße in Haggn eine gerade Bahn zieht, stand vor zwei Jahrzehnten die Krämerei Schötz. Man mußte im rechten Winkel um das Haus fahren, wollte man in Richtung St. Englmar weiterfahren. Rechts auf dem Bild ist die Gastwirtschaft und Metzgerei Hiebl zu sehen. Das Bild hat uns Hans Grill von Hunderdorf zugeschickt.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 14.03.1980


Tennissaison beginnt bald
Hunderdorf.
Zu einer Informationsversammlung kamen kürzlich die Mitglieder der Tennisabteilung des Sportvereins Hunderdorf im Gasthaus Sandbiller zusammen. Abteilungsleiter Kornelius Klar konnte auch ersten Vorsitzenden des Gesamtvereins, Joachim Kaldonek, Abteilungsleiter Fußball, Heinz Hentschirsch, und den Geschäftsführer der VG Hunderdorf, Xaver Kern, begrüßen. Joachim Kaldonek sprach der Gemeinde Dank für die Errichtung der Tennisplätze im Zuge des Baus des Sportzentrums aus. Weiterhin äußerte er den Wunsch, daß die Mitglieder recht zahlreich den Tennissport betreiben möchten. Man solle auch Mitglieder werben. Nun gab der Abteilungsleiter einen Bericht über die letzten Jahre. Nachdem die Abteilung Tennis am 28. September 1978 gegründet worden sei, habe man bereits im Dezember 1978 eine Satzung ausgearbeitet, die auch die Zustimmung des Bürgermeisters gefunden habe. Neben einigen Vorstandssitzungen nannte Klar die Faschingsveranstaltung 1979 als besonderes Ereignis. Der jetzige Stand der Dinge wurde vom Abteilungsleiter wie folgt beschrieben: Die Tennisanlage sei betriebs- und spielfertig, wenn auch noch einige kleine Anschaffungen getätigt werden müßten, wie beispielsweise Kehrvorrichtungen und Sonnenblenden. Dann ging Klar auf die Aufnahmebestimmungen, Beiträge, Platzbelegung und dergleichen ein. Dies sei natürlich alles in der Satzung geregelt. In die Tennisabteilung könne grundsätzlich jedermann eintreten. Es würden allerdings hinsichtlich der Aufnahmegebühren verschiedene Gruppierungen eingehalten werden. Wie dies im einzelnen aussehe, könne jedermann beim Abteilungsleiter Kornelius Klar, Hunderdorf, Fichtenstraße 16, erfahren. Aufnahmeerklärungen nehme auch Kassier Werner Myrtek, Hunderdorf, Bahnhofstraße, entgegen. Das Tennisspielen solle sobald wie möglich beginnen. Nachdem noch einige Anfragen von seiten der Mitglieder gekommen waren, schloß Abteilungsleiter Klar mit dem Dank an den Bürgermeister und den Gemeinderat und mit dem Aufruf zur Mitgliederwerbung die Versammlung.
Quelle: Bogener Zeitung, 17.03.1980


Schulverbandshaushalt mit 577 839 DM
Jahresrechnung 1979 festgestellt – Schulverbandsumlage beträgt pro Schüler 726,18 DM
Hunderdorf.
Bei der Sitzung des Schulverbandes Hunderdorf wurde die Jahresrechnung 1979 festgestellt und der Haushaltsplan sowie die Haushaltssatzung für das Jahr 1980 beschlossen. Des weiteren wurde festgelegt, daß auch das Schulhallenbad nach Ostern für einen Seniorenbadetag am Montag zusätzlich geöffnet werden soll, sofern die Badeaufsicht geregelt werden kann.
Eingangs der Sitzung trug Kämmerer Pollmann die Ergebnisse der Jahresrechnung 1979 vor. Einwendungen hiergegen wurden vom Schulverbandsausschuß nicht vorgebracht und anschließend die Prüfung der Jahresrechnung vorgenommen. Nachdem sich keine Unstimmigkeiten zeigten, wurde die Jahresrechnung einstimmig festgestellt. Sie schließt ab im Verwaltungshaushalt mit Einnahmen von 543 999,70 DM, in Ausgaben mit. 510 264,45 DM und im Vermögenshaushalt mit Einnahmen von 25 580,64 DM und in den Ausgaben mit 59 315,89 DM.
Dann gab Schulverbandsvorsitzender Härtenberger den Entwurf des Haushaltsplanes 1980 zur Kenntnis. Nach einer geringfügigen Änderung beschloß der Schulverbandsausschuß einstimmig, die Haushaltssatzung und den Haushaltsplan aufzustellen. Der Haushaltsplan für das Jahr 1980 umfaßt im Verwaltungshaushalt Einnahmen und Ausgaben von 532 364 DM, im Vermögenshaushalt Einnahmen und Ausgaben von 45 475 DM, was ein Haushaltsvolumen von 577 839 DM ergibt. Die Höhe des durch die sonstigen Einnahmen im Verwaltungshaushalt nicht gedeckten Bedarfes wurde auf 425 544 DM festgesetzt. Die Höhe des durch sonstige Einnahmen im Vermögenshaushalt nicht gedeckten Bedarfes beträgt 37 274 DM. Der ungedeckte Finanzmittelbedarf beziffert sich somit auf 462 718 DM und ist von den am Schulverband beteiligten Gemeinden Hunderdorf, Neukirchen und Windberg im Verhältnis der Schülerzahl (Stand: 31.10.1979) in Form der Schulverbandsumlage zu tragen. Die Verbandsschule wurde am Stichtag von 586 Schülern besucht. Es errechnet sich für die Bemessung der Umlage ein Betrag von 726,18 DM im Verwaltungshaushalt und 63,60 DM im Vermögenshaushalt pro Schulkind.
Beschlossen wurde vom Schulverbandshaushalt eine Änderung der Gebührensatzung für das Hallenbad. Demnach werden die Eintrittspreise um 0,50 DM erhöht, was insbesondere begründet ist mit den enorm gestiegenen Heizungskosten. Wie Härtenberger berichtet sei durch die Stillegung des Bades während des Winters ein Betrag von ca. 12 000 DM eingespart worden. Nach Ostern soll nunmehr jedoch das Lehrschwimmbecken wieder betrieben werden. Nach eingehender Aussprache beschloß der Schulverbandsausschuß einstimmig, für das Badebecken eine Folienabdeckung zu beschaffen, wobei Kosten von rd. 13 000 DM entstehen. Wie hierzu Vorsitzender Härtenberger eingangs vorbrachte und erläuterte, sei für das Schwimmbecken eine Abdeckung zweckmäßig, da Heizkosten bis zu 40 % eingespart werden könnten. Härtenberger gab verschiedene Kostenvoranschläge und Ausführungsvarianten bekannt. In diesem Zusammenhang wurde auch festgelegt, daß ab den Osterferien neben dem öffentlichen Badetag am Freitag ein „Seniorenbadetag“ montags stattfinden soll. Die Öffnung soll dabei in der Zeit von 19 — 21 Uhr erfolgen. Voraussetzung für den zusätzlichen Montag-Badetag ist jedoch, daß die erforderliche Badeaufsicht geregelt werden kann.
Quelle: Bogener Zeitung, 17.03.1980


3 000 Wanderfreunde kamen nach Hunderdorf
8. Wandertag des Bayerwaldvereins — Stammtisch Mitterfels war stärkster auswärtiger Verein
Hunderdorf. Ein schöner Erfolg wurde der vom Bayerwaldverein am Wochenende abgehaltene 8. Internationale Wandertag. Über 3 000 Wanderer waren nach Hunderdorf gekommen und legten je nach Wahl die zehn- oder 15-km-Strecke durch die herrliche Vorwaldlandschaft zurück. Am Sonntag überreichte Schirmherr Härtenberger an die stärksten vertretenen Vereine und Wandergruppen Pokale. Bei den Ortsvereinen war der Sportverein mit 136 Teilnehmern am besten repräsentiert. Bei der Preisverteilung am Sonntagmittag im Gasthaus Sandbiller begrüßte Vorstand Hans Glas im Namen des Bayerwaldvereins die zahlreich erschienenen Wanderfreunde aus nah und fern sowie Schirmherr Bürgermeister Härtenberger. Wanderwartin Kathi Scheibenthaler sprach ebenso Grußworte und freute sich über die gute Beteiligung an dem heurigen Wandertag. Die Wanderwartin dankte

Vertreter des Stammtisches Mitterfels-Reibn nimmt den Siegerpokal in Empfang

besonders allen Pokalspendern und allen, die bei der Organisation der Wanderveranstaltung mitgeholfen haben. Bürgermeister Karl Härtenberger, Schirmherr dieses achten Wandertages in Hunderdorf, sprach aus, daß die über 3 000 Wanderer ein sicherer Beweis für die Beliebtheit des Wandersports seien. Gerade derartige Wandertage böten abseits vom Alltagsstreß Gelegenheit zum Erholen und Entspannen sowie zum Kennenlernen der Heimat. Härtenberger dankte besonders Vorstand Glas und Wanderwartin Scheibenthaler für ihr Engagement zur Ausrichtung von Wandertagen.

Die auswärtigen Pokalempfänger mit Schirmherr Härtenberger

Dann nahm Schirmherr Härtenberger die Pokalverteilung an die stärksten teilnehmenden Wandergruppen vor. Folgende Vereine und Verbände erhielten Pokale überreicht: Auswärtige Vereine: 1. Stammtisch Mitterfels-Reibn (200 Teilnehmer), 2. SV Windberg (150), 3. Wanderfreunde Nittenau (136), 4. Wanderverein Ittling (113), 5. Wanderfreunde Schwarzach (112), 6. Wanderfreunde Kolmburg (109), 7. Wanderfreunde Chamtal (103), 8. Wanderfreunde Senkofen (83), 9. TSV Bogen (76). örtliche Vereine: 1. Sportverein Hunderdorf (136 Teilnehmer), 2. Kegelclub Hunderdorf (62), 3. Schule Hunderdorf (58).
Quelle: Bogener Zeitung, 17.03.1980


Gemeinschaftsversammlung Hunderdorf tagt
Hunderdorf.
Am Donnerstag, 20. März, 19 Uhr, findet im Sitzungssaal Windberg eine Gemeinschaftsversammlung statt. Auf der Tagesordnung stehen folgende Punkte: 1. Jahresabrechnung 1979; 2. Haushalt 1980; 3. EDV; 4. Verschiedenes.
Quelle: Bogener Zeitung, 17.03.1980


Berta Hartmannsgruber 80 Jahre alt
Hunderdorf.
Ihren 80. Geburtstag feierte gestern Berta Hartmannsgruber. Die Jubilarin, die noch sehr rüstig ist, wurde in Bernried geboren. Nach der Schulentlassung arbeitete sie bei verschiedenen Bauern als Dienstmagd bis zu ihrem 75. Lebensjahr. Bei ihrem letzten Dienstposten in Ittling arbeitete sie ganze 42 Jahre, abwechselnd im Haushalt und bei der Feldbestellung. Seit fünf Jahren wohnt die Jubilarin nunmehr in Hunderdorf bei ihrem Sohn und dessen Familie. Ganz zur Ruhe gesetzt hat sich die Jubilarin aber mit ihren 80 Jahren noch nicht, denn sie hilft auch jetzt noch bei verschiedenen Reinigungsarbeiten und bei der Pflege der Schulanlage. Der Hartmannsgruber-Oma gratulierten neben den vier Kindern, zwölf Enkeln und sieben Urenkeln auch Bürgermeister Härtenberger. Er überbrachte die Glückwünsche und einen Geschenkkorb im Namen der Gemeinde Hunderdorf. Zudem stellte sich als Gratulant Hans Hamberger ein, der für den Pfarrgemeinderat Hunderdorf alles Gute wünschte und einen Präsentkorb überreichte.
Quelle: Bogener Zeitung, 17.03.1980


Nach altem Brauch beim Patenbitten
KuSK Degernbach übernahm Patenschaft — Gründungsfest vom 27. bis 30. Juni
Hunderdorf /Waltersdorf. Sitte und Brauchtum achtend, ging die Krieger- und Soldatenkameradschaft Hunderdorf am Sonntagnachmittag nach Waltersdorf, um die Krieger- und Soldatenkameradschaft Degernbach als Paten für das 100jährige Gründungsfest am 27. bis 30. Juni 1980 zu gewinnen.
In großer Zahl waren die Hunderdorfer gekommen, geführt von der Blaskapelle Bugl, erstem Vorsitzenden Alfons Pflügl, begleitet vom

Am Ortseingang wurden die Hunderdorfer schon erwartet

Schirmherrn, erstem Bürgermeister Karl Härtenberger und stellvertretendem Bürgermeister Egon Weinzierl sowie den Festjungfrauen. Ein geschmücktes Bierfaß wurde mitgeführt, um die KuSK Degernbach, die den Hunderdorfern bis in die Ortsmitte von Waltersdorf im festlichen Zug entgegenkam, in freundschaftlicher Weise zur Übernahme der Patenschaft zu bitten. Der erste Vorsitzende der Krieger- und Soldatenkameradschaft Hunderdorf, Alois Pflügl, trug diese Bitte vor. Daraufhin erklärte der erste Vorsitzende der Krieger- und Soldatenkameradschaft Degernbach, Rupert Wallner, die Degernbacher seien gerne bereit, als Patenverein beim 100. Gründungsfest der Hunderdorfer am 27. bis 30. Juni zu fungieren. Unter dem Beifall der beiden Vereine besiegelten die Vorsitzenden mit einem Händedruck das Versprechen.
Gemeinsam zog man unter den Klängen der Blaskapelle Bugl zum Gasthaus Primbs. Erster Bürgermeister Josef Deschl (Bogen) hieß den Festverein in Waltersdorf willkommen und würdigte den Brauch des Patenbittens. In humorvoller Weise ging er auf das Fest im Jahre 1979 ein, wobei er auf eine fleißige Beteiligung und gute Aufnahme sowie ein frohes und gelungenes Fest in Hunderdorf hoffte. Erster Bürgermeister Karl Härtenberger dankte der KuSK Degernbach für die spontane Zusage. Er würdigte die echte Kameradschaft, den guten Zusammenhalt und den Wert der Geselligkeit. Auch Alfons Pflügl, der erste Vorsitzende der KuSK Hunderdorf, begrüßte, besonders hob er die Fahnenmutter Anna Wallner (Degernbach) hervor. Er bedankte sich für die Übernahme der Patenschaft. Rupert Wallner, der 1. Vorsitzende der KuSK Degernbach, erklärte, die Übernahme der Patenschaft bedeute eine große Ehre und Freude. Der erkrankten Festmutter Marianne Spielbauer wünschte er baldige Genesung. Nach der Feststellung „Ein altes Fest ist vorüber, ein neues Fest beginnt“, wünschte er allen wie auch die anderen Redner, weitere gesellige Stunden und ein erfolgreiches Fest.
Quelle: Bogener Zeitung, 18.03.1980


Jahreshauptversammlung der Wassergenossen
Windberg.
Am Sonntag, 23. März, findet um 14 Uhr im Gasthaus Mühlbauer die Jahreshauptversammlung des Wasserbeschaffungsverbandes Windberg statt: Die Tagesordnung sieht vor: Bekanntgabe des Prüfungsberichtes, Entlastung von Vorstand und Rechnungsführer, Kassen- und Geschäftsbericht, Genehmigung des Haushaltsplanes 1980, Wahl von Ersatzleuten für die Vorstandschaft, Verschiedenes, Wünsche und Anträge der Genossenschaftsmitglieder.
Quelle: Bogener Zeitung, 18.03.1980


„Beim Malen vergesse ich meine Behinderung“
Zwei Behinderte beweisen, daß sie mehr können als mancher Gesunder: Der eine malt, der andere schnitzt
Windberg / Hunderdorf . „Wenn man etwas will, dann kann man das auch“. Mit diesem Wahlspruch ist es Karl Scherz aus Windberg und dem Schleinkofer Sepp aus Hunderdorf gelungen, ihr schweres

Wild malt, Scherz besonders gern. Die meiste Zeit des Tages verbringt der an seiner Staffelei.

Schicksal zu meistern: Beide sind behindert. Mit beispielhaftem Lebensmut, Ausdauer und Talent schaffen sie Dinge, die ihnen so schnell kein Gesunder nachmacht. Karl Scherz hat sich der Malerei verschrieben. Obwohl er sich nur mit großer Mühe fortbewegen kann, bemalt er heute noch Hauswände mit schönen Landschaftsmotiven. In erster Linie stellt er aber Ölgemälde her, wobei ihm Jagdmotive am liebsten sind. Der Schleinkofer Sepp versteht es, das Leben von der schönen Seite zu sehen und das hat er auch nicht verlernt, als er im Zweiten Weltkrieg seinen rechten Arm verlor. Als einarmiger Musiker war er

Die Bilder zeigen einige Werke von Sepp Schleinkofer und den Meister bei der Arbeit.

überall bekannt und heute setzt er mit seinen herrlichen Schnitzereien, die Leute in Erstaunen. Beiden ist ihr Hobby Lebensinhalt. Sie haben damit auch schon andere Behinderte in der Umgebung angesteckt und sind ihnen zum Vorbild geworden.
Eigentlich wollten beide Männer nur eine Beschäftigung, um wenigstens für Stunden ihre Be-hinderung zu vergessen. „Ich hab‘

Zwei gelungene Ölgemälde von Karl Scherz.

mich schon oft gefragt, warum es gerade mich erwischen mußte“, erzählt Karl Scherz und schildert dann, wie er bei seiner Malerei alles vergißt. Er lebt sich in ein Bild hinein, spricht sogar damit, und in den Stunden, in denen er vor seiner Staffelei an einem großen Fenster sitzt, gibt es für ihn nur eines auf der Welt: die Malerei. Sie hilft ihm nicht nur die Einsamkeit, der er wegen seiner Behinderung ausgesetzt ist, zu vergessen, sondern verschafft ihm auch Erfolgserlebnisse. „Es freut mich jedesmal, wenn etwas geklappt hat“, sagt er. Jedes Bild gelinge schließlich nicht gleich gut. Allein die wetterbedingten ständig veränderten Lichtverhältnisse erschwerten die Arbeit. Manchmal, wenn’s gar nicht mehr vorangehen will, stellt Karl Scherz ein Bild auch für ein paar Wochen in die Ecke, um es hinterher mit neuem Schwung fertig zu malen. Im letzten Jahr stellte Karl Scherz erstmals seine Bilder aus und zwar in St. Englmar und Mitterfels. Der Erfolg, den er dabei hatte, war für ihn die schönste Belohnung für seine Arbeit.
Der Schleinkofer Sepp ist in seinem Leben schon viel herumgekommen. Als eines von 14 Kindern verließ er bald das Elternhaus, um sich sein Brot bei den Bauern zu verdienen. Der gebürtige Degernbacher war auch sechs Jahre auf Wanderschaft und zog dabei quer durch ganz Deutschland. Nachdem er als Hilfsarbeiter, Straßenbauer und angelernter Pflasterer gearbeitet hatte, kam der Krieg. Er wurde viermal verwundet und verlor dabei den rechten Arm. Nun schien es mit seiner Lieblingsbeschäftigung, dem Musizieren, aus zu sein. Doch der Schleinkofer Sepp ließ sich nicht unterkriegen: Mit einer für Linkshänder umgebauten Tuba und einem Althorn machte er wie eh und je Musik und erlernte mit viel Mühe einhändig Schlagzeug zu spielen. Als reisender Musikant zog er so 20 Jahre durch München. „Dort war ich damals bekannt wie ein bunter Hund“, sagt Sepp Schleinkofer von dieser Zeit.
1950 entdeckte er dann seine Leidenschafts für’s Schnitzen. „Wenn man damit einmal angefangen hat, kann man nicht mehr aufhören“, erzählt er und wenn man zu ihm kommt, findet man ihn auch meistens in seiner kleinen Werkstatt. Es ist ganz erstaunlich, welche Meisterwerke er mit einer Hand und noch dazu mit der linken zustande bringt: Kruzifixe, Mönche, Jäger, Ritter und viele andere schöne Figuren aus Holz, und was besonders schön ist, Wanduhren, handgeschnitzte Wanduhren. Es ist natürlich wesentlich schwerer, mit einer Hand das fertigzubringen, was nur wenige andere mit zwei Händen können. So ist es auch schon mal vorgekommen, daß ihm das Schnitzmesser abgerutscht ist und einer fast fertigen Madonna die Nase abgeschnitten hat. Von solchen Mißgeschicken läßt sich der Schleinkofer Sepp aber nicht entmutigen, auch wenn er im ersten Augenblick eine „Stinkwut“ gehabt hat. Die Hauptsach‘ ist ihm wie dem Karl Scherz, daß sie eine Beschäftigung haben, die ihnen Spaß macht und daß sie Dinge schaffen, um derentwillen sie von anderen beneidet werden.
-rid-
Quelle: Bogener Zeitung, 20.03.1980


Ski-Club wird zehn Jahre alt
Hunderdorf.
Der Sportverein, der 1966 ins Leben gerufen wurde, hatte vorerst nur eine Fußballabteilung. Doch schon bald dachten skibegeisterte Mitglieder an die Gründung einer eigenen Skiabteilung im Sportverein Hunderdorf. 34 Mitglieder bekundeten ihr Interesse an dieser Sportart. So wurde 1970 die Skiabteilung gegründet. Joachim Kaldonek übernahm die Abteilungsleitung, Kassier wurde Otto Sachs und die Schriftführung wurde Kornel Klar übertragen. Im Winter wurde vornehmlich neben den Skigymnastikabenden das Skifahren gepflegt. Im Sommer dachte man aber auch gerne ans Wandern. Die größte Errungenschaft war dann 1977 der Ausbau der heute so beliebten Skihütte. Josef Ziesler, selbst Mitglied des Vereins, stellte die Räume zur Verfügung. Am 22. März begeht nun die Skiabteilung ihre Zehn-Jahrfeier, bei der die Gründungsmitglieder geehrt werden.
Quelle: Bogener Zeitung, 20.03.1980


FFW hält Jahresversammlung ab
Hunderdorf.
Am morgigen Freitag, 21. März, 19.30 Uhr, findet im Gasthaus Baier-Edbauer die Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Hunderdorf statt. Die Tagesordnung sieht vor: Eröffnung und Rückblick 1979 durch den Vorsitzenden, Bericht des Schriftführers, Jahresbericht des Kommandanten, Kassenbericht, Wünsche und Anträge, Mitgliederehrung für 25jährige, 40jährige und 50jährige Mitgliedschaft bei der FFW durch den Landrat.
Quelle: Bogener Zeitung, 20.03.1980


Hinsken fast sicher im Bundestag!
Platz 22 auf der CSU-Landesliste
Straubing-Bogen.
Ernst Hinsken, Spitzenkandidat der CSU Niederbayern für die Bundestagswahl hat es geschafft: Bei der Aufstellung der Landesliste am Samstag in München plazierten ihn die Delegierten auf Platz 22. Damit gilt sein Einzug in den Deutschen Bundestag im Herbst als sicher. Bei der letzten Bundestagswahl stellte die CSU 53 Abgeordnete; auf der Landesliste genügte Platz 25, um MdB zu werden. Selbst, wenn die CSU heuer einen schweren Einbruch erleiden würde und die Plätze 25, 24 und 23 auf der Landesliste nicht mehr genügen würden (zumindest Platz 23 gilt aber noch als sicher) wäre der sympathische junge Politiker aus Haibach in der Lage, die Interessen des Landkreises Straubing-Bogen künftig im Deutschen Bundestag zu vertreten. Neben Ernst Hinsken wird wie schon seit Jahren MdB Alois Rainer in Bonn vertreten sein. An dessen Sieg als Direktkandidat wird es auch diesmal nichts zu rütteln geben. Der „Steckbrief“ von Ernst Hinsken: Geboren am 5. 2. 1943 in Plattling, verheiratet, zwei Kinder, selbständiger Bäckermeister und Konditor, vier Jahre Lehrzeit in Straubing, 1961-1963 Praktikum in verschiedenen Münchner Betrieben. 1964 Besuch der Bayerischen Bäckerfachschule in Lochham/München; anschließend Meisterprüfung. 1962/63 Ortsvorsitzender der KLJB; 1963/ 66 Kreisvorsitzender der KLJB im Landkreis Bogen; 1966/69 stellv. Kreisjugendringvorsitzender; 1966/72 Mitglied des Jugendwohlfahrtsausschusses; seit 1965 Mitglied der Jungen Union, seit 1967 der CSU; 1969/72 Kreisvorsitzender der Jungen Union im Landkreis Bogen; lange Jahre Kreisvorsitzender der Jungen Union im Landkreis Straubing-Bogen; seit 1972 Mitglied des Bezirksvorstandes der CSU-Niederbayern; seit 1975 Bezirksvorsitzender und Mitglied des Landesvorstandes der Arbeitsgemeinschaft Mittelstand; jahrelang Mitglied des Deutschlandtages der Jungen Union; seit 1976 Mitglied der Bundesversammlung der Arbeitsgemeinschaft Mittelstand. Seit einem Jahr Mitglied des Bundesvorstandes der AB Mittelstand. Seit 1972 stellvertretender Vorsitzender der CSU-Kreistagsfraktion und Mitglied des Kreisausschusses; seit 1973 Verbandsrat der Staatlichen Berufsschule Straubing-Bogen; Delegierter zum CSU-Parteitag. Stellvertretender Obermeister der Bäckerinnung Straubing. – hif –
Quelle: Bogener Zeitung, 24.03.1980


Bereicherung des Fremdenverkehrs im Vorwald
Gasthof-Pension „Zum Berger-Bräu“ eröffnete Pensionstrakt —17 Doppelzimmer — Ehepaar Höfelsauer führt Tradition fort
Steinburg. Der neue Pensionstrakt der Gasthof-Pension „Zum Berger-Bräu“ wurde am Freitag offiziell eröffnet. Dieser Bau mit 17 Doppelzimmern verfügt über moderne Naßzellen. Er stellt eine Bereicherung des Fremdenverkehrsgewerbes im Vorwald dar. Das

Ein stattliches Gebäude ist nun die Gasthof-Pension „Zum Bergerbräu“ in Steinburg.

dazugehörende Speisezimmer mit Holzdecke und gepolsterten Sitzgruppen sowie zwei Blumenbänke bietet eine angenehme Atmosphäre. Alfred Reisinger als Fremdenverkehrsreferent des Landkreises Straubing-Bogen, Gaststättenverbandsvorsitzender Heinrich Bauer (Bogen, Mallersdorf-Pfaffenberg), für die Gemeinde Hunderdorf zweiter Bürgermeister Egon Weinzierl, Baron Gabriel von Poschinger-Bray und namens der IPG ing-plan-GmbH und aller Firmen Architekt Anton Pongratz würdigten die gastronomische Leistung und beglückwünschten das Ehepaar Höfelsauer, die Inhaber der Gasthof-Pension „Zum Berger-Bräu“ zum geglückten Bau, der eine einladende Herberge geworden sei. Pfarrer Franz Reitinger (Hunderdorf) erteilte dem Gebäude die kirchliche Weihe.
Die Anbindung des Pensionstraktes an das bereits renovierte Gasthaus ist auch funktionell gelungen. „Nach dem Ausbau der Gauben auch beim alten Gebäude wird die Gasthof-Pension „Zum

Das Gastronomenehepaar Mariele und Gottfried Höfelsauer

Berger-Bräu“ ein gelungenes, einheitliches Gesamtensemble zeigen“, erklärte Architekt Anton Pongratz. Nach einer Besichtigung des zweistöckigen Pensionstraktes, dessen Räume und Doppelzimmer solide, bequem und zweckmäßig eingerichtet wurden, konnte mit Genugtuung festgestellt werden, daß hier von allen Beteiligten fachlich Vorbildliches geleistet wurde, das sowohl dem Kurz- als auch dem Langzeiturlauber gefallen werde. Architekt und Bauherr dankten daher allen am Bau und seiner Ausstattung Beteiligten für die reibungslose Zusammenarbeit und kurze Bauzeit von acht Monaten.
Nach der Begrüßung erteilte Pfarrer Franz Reitinger dem Pensionstrakt die kirchliche Weihe. „Hier ist etwas Schönes, Einladendes entstanden“, stellte der Geistliche fest, der das 13. Kapitel des Hebräerbriefes erläuterte und dabei das Pensionsgewerbe als dienenden Beruf für Herbergsuchende bezeichnete. Als Vertreter des Landrats, der Glückwünsche übermitteln ließ, überreichte Fremdenverkehrsreferent Alfred Reisinger dem Gastronomenehepaar Höfelsauer ein Präsent. Positiv werde sich diese Investition für eine moderne, zeitgemäße Unterkunft auswirken, erklärte der Referent. Gleichzeitig wies er darauf hin, daß damit eine Verbesserung und Erweiterung des Fremdenverkehrsangebots verbunden sei. Fremdenverkehrsreferent Alfred Reisinger: „Sie können mit Stolz und Freude auf dieses Projekt schauen.“
Als Vertreter des Gaststättengewerbes sprach Gaststättenverbandsvorsitzender Heinrich Bauer (Straubing). Er wies auf die weit und breit geschätzte gastronomische Tradition hin, wie sie einst Altbürgermeister und Braumeister Alfons Berger und Frau Maria pflegten, einer Tradition, die nun in den guten Händen von Mariele und Gottfried Höfelsauer liege. Er würdigte ihr gastronomisches Engagement und das gelungene architektonische Werk, das eine zusätzliche Bereicherung des Gaststättengewerbes darstelle. Zugleich verband er damit Glückwünsche und die Hoffnung auf eine erfolgreiche Zukunft für die Familie Höfelsauer.
„Sie haben für das ganze Gebiet etwas getan“, sagte Baron Gabriel von Poschinger-Bray, der die gastronomische Leistung der Familien Berger-Höfelsauer ausführlich würdigte. Er wies auf die gegenseitigen alten Verbindungen hin und erklärte, er freue sich, solche Partner zu haben, die mit Elan und Erfolg tätig seien. Für Gäste und Erholungssuchende biete sich das schöne und nahe Wandergebiet um Steinburg an. Abschließend übermittelte Baron Gabriel von Poschinger-Bray die herzlichen Gruß-, Glück- und Segenswünsche im Namen der gesamten Familie.
Stellvertretend für ersten Bürgermeister Karl Härtenberger (Hunderdorf) überbrachte zweiter Bürgermeister Egon Weinzierl die Glückwünsche der Gemeinde, für die es erfreulich sei, daß eine solche Attraktion auf dem Gebiet des Fremdenverkehrs entstanden sei. Er würdigte die Mühe und Energie, die dieser Bau, der voll gelungen sei, gekostet habe. Dazu beglückwünschte er alle in und außerhalb der Gemeinde mitwirkenden Firmen, vor allem aber das Gastronomenehepaar Höfelsauer, das die „Familientradition Berger“ mit der Errichtung eines Pensionstraktes weiterführt, was über Hunderdorf hinaus seine Bedeutung habe.
Architekt Anton Pongratz, der sich namens des Büros bei allen Unternehmen für die Zusammenarbeit und fachlich gute Leistung bedankte, wies auf die kurze Bauzeit von nur acht Monaten hin. Er ging auch auf bauliche Probleme und das funktionelle Anbinden des Pensionstraktes an die bestehende Gastwirtschaft ein. Er erklärte, mit dem Pensionstrakt und der Gastwirtschaft sei ein gelungenes Gesamtensemble entstanden. Er wünschte, daß die gastronomischen Leistungen auch anerkannt werden und sich die damit verbundenen Hoffnungen seiner Erbauer auch erfüllen sollten. Verbunden mit den besten Glückwünschen überreichte er symbolisch einen buntbemalten großen Krug, der Optimismus und reichlich Erfolg bedeuten möge.
Dezente Musik — es spielte der Kaspernzeller Bua“ — ein nach internationalen Maßstäben wohl einmaliges Büfett und das festlich geschmückte Speisezimmer bildeten den Rahmen der Eröffnungsfeier für den Pensionstrakt.

Quelle: Bogener Zeitung, 25.03.1980


Pension „Zum Bergerbräu“: So gemütlich wie zu Hause

Der Speisesaal verbreitet eine angenehme Atmosphäre
Eines der Doppelzentner, die auf vollen mit dem Bauernstil eingerichtet sind
Die Umgebung der Pension „Zum Bergerbräu“ lädt zum Wandern ein
Die Fenster aus Butzenscheiben sind mit schönen Blumen geschmückt.

Quelle: Bogener Zeitung, 25.03.1980


„Freiwillige Feuerwehr ist unersetzlich“
Landrat Ingo Weiß überreichte Urkunden und Ehrenzeichen an verdiente Feuerwehrmänner — Aus dem Vereinsjahr
Hunderdorf.
Die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr im Gasthaus Baier-Edbauer war erfreulich gut besucht und verlief sehr harmonisch. Höhepunkt war die Mitgliederehrung, bei der Landrat Weiß an elf Wehrmänner Urkunden und Ehrenzeichen für 25- bzw. 40jährige aktive Dienste überreichte. Des weiteren erhielten zahlreiche Feuerwehrkameraden eine Ehrenurkunde für langjährige Mitgliedschaft in den Reihen der FFW.
Vorstand Anleitner begrüßte besonders Landrat Ingo Weiß, Bürgermeister Härtenberger, Kreisbrandinspektor Wanninger, Fahnenmutter Maria Fruhstorfer sowie mehrere Gemeinderäte. Der Vorstand berichtete, bei der Feuerwehr habe sich einiges getan. Es seien neben zahlreichen Übungen eigene Veranstaltungen wie Christbaumversteigerung und Faschingsball organisiert worden. Anleitner dankte allen Mitgliedern für die gute Unterstützung bei allen Veranstaltungen und Einsätzen. Besonders erfreulich wertete es der Vorstand, daß zehn junge Mitglieder neu aufgenommen werden konnten und man so den Nachwuchs gesichert sehe. Abschließend betonte Anleitner auch das gute und freundschaftliche Verhältnis zu den weiteren Wehren im Gemeindebereich.
Kommandant Ferdl Hartmannsgruber erinnerte in seinem Jahresrückblick auf die abgehaltenen Ausbildungsübungen, des weiteren an die Ablegung der Leistungsprüfungen der Stufe „Silber“ und „Gold“. Fünfmal sei man auch zu Bränden geholt worden. Ferner sei die Feuerwehr tätig geworden bei Hochwasser, Kanalspülungen, Sportplatzbewässerung und ähnlichem. Für das Jahr 1980 sagte Hartmannsgruber, seien weitere Leistungsprüfungen vorgesehen und verschiedene Ausrüstungsgegenstände bedürfen einer Ergänzung. Auch fünf Gründungsfeste sollen besucht werden. Kassier Hans Schaubeck erläuterte beim Finanzbericht Einnahmen und Ausgaben. Bürgermeister Härtenberger betonte, die Gemeinde sei erfreut, wenn junge Leute sich in den Dienst der Sache stellen und so den Fortbestand der Freiwilligen Feuerwehr gewährleisteten. Härtenberger sagte, von seiten der Gemeinde sei man bestrebt, die Feuerwehren bestmöglichst zu unterstützen, wobei im Gemeindebereich vier Wehren zu bedienen seien. Die jeweilige Ausrüstung werde je nach Bedarf und Dringlichkeit ergänzt. Der Bürgermeister schloß seine Ausführungen ab mit einem Dank an alle, die aktiv bei den Übungen und Einsätzen mit dabei waren.
Kreisbrandinspektor (KBI) Wanninger stellte die Notwendigkeit von Übungen heraus und sagte, er sei dankbar, wenn aktiver Dienst gemacht werde. Gerade im Hinblick auf das zur Anschaffung vorgesehene Tanklöschfahrzeug rief Wanninger dazu auf, Interesse aufzubringen für die richtige Handhabung der Ausrüstungsgegenstände. Er sprach für die gute Unterstützung Dank aus an Bürgermeister Härtenberger sowie an den Gemeinderat, und bat, auch künftig ein Augenmerk auf die Feuerwehren zu legen.
„Die Freiwilligen Feuerwehren sind nicht nur eine wertvolle Stütze, sondern unersetzlich geworden beim Brandschutz und auch in vielen anderen Hilfsdiensten“, sagte Landrat Ingo Weiß. Den Führungskrästen und allen Wehrmännern sowie den Förderern dankte der Landrat. Der heutige Tag, meinte der Landrat weiterhin, sei durch die Mitgliederehrung mit ein Höhepunkt bei der FFW. Nicht nur die geehrten Männer, sondern auch die Kameraden und die Gemeinde könnten stolz sein. Nach einem Gedicht von Stephan Härtenberger nahm der Landrat die Ehrung der verdienten Kameraden für den Freistaat Bayern im Namen von Innenminister Tandler vor.
Für treue Dienste erhielten das Ehrenzeichen in Silber mit Urkunde für 25jährigen aktiven Dienst Xaver Baier, Alois Beck, Paul Feldmeier, Albert Grill, Georg Hagn, Ferdl Hartmannsgruber, Xaver Häusler, Jakob Petzendorfer und Josef Weber. Das Ehrenzeichen in Gold mit Urkunde für 40jährige aktive Dienstzeit erhielten Hans Schaubeck und Ludwig Schmidbauer. Als Anerkennung seiner langjährigen Dienste als ehemaliger Kommandant und jetziger Vorstand der Feuerwehr überreichte der Landrat zudem an Xaver Anleitner einen Landkreiswappenteller.
Des weiteren wurde durch Bürgermeister Härtenberger die Ehrung von Feuerwehrkameraden für langjährige Mitgliedschaft vorgenommen. Mit einem Dank für das Geleistete überreichte das Gemeindeoberhaupt Ehrenurkunden für 50jährige FFW-Zugehörigkeit an Johann Zitzelsberger, Sepp Schaubeck, Ludwig Maier, Xaver Groß, Otto Edbauer. Für 40jährige Mitgliedschaft wurden geehrt Hans Meier, Xaver Bauer, Hans Bornschlegl, Sepp Drexler, Ludwig Feldbauer, Sebastian Gmeinwieser, Karl Geiger, Rupert Herrnberger, Max Kronfeldner, Anton Obermeier, Hans Pollmann, Xaver Rinkl, Hans Schötz, Franz Sträußl und Sepp Wein-zierl. Des weiteren konnten für 25jährige FFW-Angehörigkeit Ehrenurkungen in Empfang nehmen: Xaver Schuhbauer und Georg Bielmeier. Abschließend wurde in Dankbarkeit vom FFW-Vorstand an die Fahnenmutter Maria Fruhstorfer ein Blumenstrauß überreicht.
Quelle: Bogener Zeitung, 25.03.1980


Auf den Spuren Jesu gewandelt
Filmabend des Pfarrgemeinderates — Lois Treml begeisterte mit seinem Film
Hunderdorf.
Der Pfarrgemeinderat Hunderdorf bietet im Rahmen seines Bildungspro-gramms auch immer wieder Filme an. Der letzte Beitrag war Lois Tremls Israel-Farbton-Film „Heiliges Land“ mit dem Untertitel „Auf den Spuren Jesu“. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Hans Hamberger konnte zu diesem Abend zahlreiche Besucher begrüßen und wertete den guten Besuch als Beweis dafür, daß Veranstaltungen dieser Art bei der Bevölkerung nach wie vor recht beliebt seien.
Lois Treml aus Gotteszell gab in seinen Einführungsworten Auskunft über die Entstehung des Filmes. Israel sei ein so beeindruckendes Land, daß es ihn angeregt habe, die Erlebnisse in einem Film festzuhalten. Dieser sei unter schwierigsten Verhältnissen zustande gekommen. Dabei spielte Treml auf die politischen Verhältnisse in Israel an. Er wollte auf den Spuren Jesu wandern, um auf Fragen, die ihn schon seit frühester Kindheit beschäftigten, klare Antworten zu bekommen. Er wollte auch die biblische Geschichte des Alten und Neuen Testaments besser verstehen lernen. Dies sei ihm durch die unmittelbare Begegnung mit dem Land, wo Jesus Christus gelebt, gepredigt und schließlich den Erlösertod erlitten habe, gelungen. Für einen tiefreligiösen Menschen sei der Besuch Israels ein Erlebnis, das den Glauben nur fördern, stärken und vertiefen könne. Im Film selbst wurden die Stätten des Wirkens Jesu Christi gezeigt, wie sie sich dem Reisenden bieten.
Die Rundreise durch das biblische Land begann mit Nazareth, der Heimatstadt Jesu. Weitere markante Plätze waren Karphanaum, der See Genesareth, Jerusalem, Cäsarea und die Wüste. Neben den historischen Tatsachen und Überresten vermittelte der Film auch einen Einblick in das Leben im heutigen Israel. So konnte man beispielsweise einen Alltag in einem Kibbuz miterleben. Bei der Darstellung konnte sich der Betrachter aber vor allem in die Vergangenheit versetzen und die biblische Geschichte nachvollziehen. Besonders beeindruckend waren da natürlich Bethlehem und Jerusalem, wo sich das Heilsgeschehen des christlichen Glaubens in erster Linie abspielte.
Im Beiprogramm wurde ein Film mit dem Titel „Rom, die Ewige Stadt“ gebracht. Dieser Streifen stellte Rom als Mittelpunkt des christlichen Abendlandes in den Vordergrund. So konnte man Einblick in die Vatikanstadt erhalten und all die berühmten Basiliken und Kirchen Roms bewundern.
Zum Schluß des Abends dankte Pfarrgemeinderatsvorsitzender Hans Hamberger dem Amateurfilmer Lois Treml und betonte, daß die Vorführung gerade in der vorösterlichen Zeit dem Zuschauer wertvolle Eindrücke über die geschichtlichen Grundlagen des Christentums vermitteln habe können.
Quelle: Bogener Zeitung, 25.03.1980


In zehn Jahren gute Arbeit geleistet
Ski-Club Hunderdorf feierte Jubiläum — Abteilungsleiter Illmann: Eigene Skihütte ist ein beliebter Treffpunkt

Hunderdorf . Auf zehn Jahre Vereinsgeschehen kann der Skiclub Hunderdorf zurückblicken. Zu einer großen Feier mit zahlreichen Ehrungen kamen kürzlich viele Mitglieder des Vereins in das Gasthaus Sandbiller in Hunderdorf. Abteilungsleiter Illmann gab in seiner Ansprache einen kurzen Rückblick auf die geleistete Arbeit seit der Gründung des Skiclubs am 3. Februar 1970 und hob besonders den Bau der vereinseigenen Skihütte, der „Ziesleralm“ hervor.
Abteilungsleiter Kurt Illmann konnte 2. Bürgermeister Weinzierl mit Gemeinderäten, den 1. Vorsitzenden des SV Hunderdorf, Joachim Kaldonek mit Vorstandsmitgliedern sowie Gäste und Fördeerer des Skiclubs begrüßen.
Illmann ging in seiner Ansprache auf die Geschichte der Skiabteilung ein: Im Jahre 1970 drängten skibegeisterte Sportler zur Gründung einer Skiabteilung im Sportverein Hunderdorf, der damals nur eine Fußballabteilung hatte. Am 3. Februar 1970 hielt man die Gründungsversammlung ab, wobei sich 24 Mitglieder in die Abteilung einschreiben ließen. Im Laufe des Jahres kamen dann


Die Abteilungsleiter des Skiclubs Hunderdorf.

noch 10 weitere Mitglieder hinzu. Bei der 1. Wahl des ersten Abteilungsleitung wurde Joachim Kaldonek das Amt des Abteilungsleiters übertragen, während Otto Sachs die Tätigkeit des Kassiers übernahm und Klar Kornel zum Schriftführer gewählt wurde. Fünfmal wechselte die Führung der Skiabteilung in den zehn Jahren. Der Reihe waren nach Joachim Kaldonek folgende Personen Abteilungsleiter. Otto Sachs (5 Jahre), Max Leonhardt der sein Amt wegen Krankheit an Josef Helmbrecht abgeben mußte und Kurt Illmann. Das Amt des Kassiers lag zwei Jahre in den Händen von Otto Sachs. Seit 1972 ist Heinz Gertitschke Kassier. Schriftführer blieb von Anfang an Klar Kornel.
Die alljährlich durchgeführten Vereinsmeisterschaften, so Illmann, seien stets gut besetzt gewesen. Erster Vereinsmeister sei Klar Kornelius. Ihn habe für viele Jahre Dieter Leonhardt abgelöst. In diesem Jahr sei Armin Altmann Vereinsmeister geworden. Vereinzelt hätten auch Mitglieder des Skiclubs bei anderen Vereinen an Rennen und Meisterschaften teilgenommen. Dabei hätten auch gute Erfolge verzeichnet werden können. Die Skigymnastik sei eine Einrichtung der Skiabteilung, wo vor allem die Vorbereitung auf die Skisaison im Vordergrund stand. Besonders beliebt sei sie auch bei den Kindern und Jugendlichen.
Was dem Verein noch gefehlt habe, meinte der Abteilungsleiter, sei eine eigene Skihütte im Raum St. Englmar gewesen. Max Leonhardt habe sich dieser Sache besonders gewidmet. Die vielen Verhandlungen hätten schließlich zum erwünschten Erfolg geführt. Dank des Mitglieds Josef Ziesler habe ein Raum angemietet werden können, der für das Vorhaben geeignet schien. Viele freiwillige Helfer und Mitglieder haben in Hunderten von Arbeitsstunden ein Werk geschaffen, das sich heute allgemeiner Beliebtheit erfreue. Die „Ziesleralm“, wie  gerne genannt werde, sei an den Wochenenden das Tiel vieler Freunde und Skifahrer. Der Hüttenwart Hans Grill und die jeweils eingeteilten Hüttendienstleistenden sorgten für das leibliche Wohl der oft recht zahlreichen Gäste.
Zum Schluß dankte Illmann der Gemeinde Hunderdorf mit dem Bürgermeister Härtenberger für sämtliche zuteil gewordene Unterstützung. Sein Dank galt aber auch allen Freunden und Gönnern der Abteilung, die durch Arbeit und Geldspenden immer wieder dem Skiclub geholfen hätten.
1. Vorsitzender Joachim Kaldonek dankte dann in seinen Begrüßungsworten Kurt Illmann für die Organisation der 10-Jahrfeier sowie den bisherigen Abteilungsleitern für ihre geleistete Arbeit. Er hob auch besonders die Skigymnastik als Ort der sportlichen Betätigung so vieler Mitglieder hervor. In den Skikursen hätten viele Kinder die Grundschule des Skifahrens erfahren. Vielleicht könne aber noch mehr Jugendarbeit geleistet werden. Der 1. Vorsitzende wünschte dann der 10-Jahresfeier einen schönen Verlauf und der Abteilung viel Erfolg für die nächsten zehn Jahre.
Bürgermeister Egon Weinzierl entschuldigte den 1. Bürgermeister Karl Härtenberger, der anderweitig eine Verpflichtung wahrnehmen mußte. Weinzierl sagte, daß die Gemeinde immer daran interessiert sei, daß für die Jugend in sportlicher Hinsicht etwas getan werde. Weinzierl sprach dann im Namen der Gemeinde allen Leitern und Funktionären seinen Dank aus.
Nun wurden folgende Mitglieder für zehn Jahre Vereinstreue geehrt. Sie erhielten eine Urkunde und — soweit noch nicht erhalten — das Vereinsabzeichen in Bronze: Herbert Exner, Adolf Fries, Herbert Fuchs, Arno Gerhardt, Inge Gertitschke, Heinz Gertitschke, Hans Greßler, Johann Grill, Albert Hastreiter, Inge Hastreiter, Karin Hastreiter, Willi Hieninger, Claudia Kaldonek, Joachim Kaldonek, Marianne Kaldonek, Klaus Klar, Kornel Klar, Kornelius Klar, Dieter Leonhardt, Inge Leonhardt, Max Leonhardt, Josef Mauthner, Theres Mauthner, Rudi Müller, Josef Osen, Gerhard Peschke, Johann Riepl, Karl Riepl, Margarete Sachs, Otto Sachs, Adolf Sandbiller, Otto Schlecht, Wenzel Schmidt, Heribert Wirth.
Für die bisherigen Abteilungsleiter gab es dann noch ein Bierkrügerl. Dasselbe erhielten auch die Skilehrer, die die Skikurse leiteten, der Schriftführer Klar und für besondere Verdienste als Hüttenwirt Hans Grill. Mit einem Dia-Vortrag quer durch Veranstaltungen des Skiclubs und Eindrücken rund um die Skihütte wurde der offizielle Teil der 10-Jahresfeier beendet.
Quelle: Bogener Zeitung, 27.03.1980


Osterbräuche einst und jetzt
Die eigentlichen Osterbräuche beginnen schon am Palmsonntag An diesem Tag zog Jesus feierlich auf einem Esel reitend in Jerusalem ein. Die Volksschar breitete ihre Kleider auf den Weg, andere hieben Palmzweige von den Bäumen und streuten sie auf die Straße oder trugen sie in ihren Hämden.

Dornenkrönung ( 1460 ) Meister des Regleraltares

In vielen Orten des Bayerischen Waldes werden am Palmsonntag Buschen aus Weidekätzchen, Palmkatzln gennnt, mit bunten Bändern geschmückt, auf Stangen gebunden und in der Kirche geweiht. Schulkinder, hauptsächlich Buben, schmücken riesige Zweige, kleinen Bäumen ähnlich, und bringen sie in die Kirche. Daß sie während der Messe dabei manchen Heiligen auf seinem Postament in Gefahr bringen, hat schon so manchen Pfarrer verärgert, der dann das Mitnehmen dieser Palmzweige ins Gotteshaus verbot.
Die geweihten Kätzchen haben nach dem Volksglauben, wenn sie verschluckt werden, heilende Wirkung gegen Halsschmerzen. Die Palmzweige werden hinter das Kruzifix, unter das Hausdach, in Stadeln und aufs Feld gesteckt. Diese Zweige bannen vor Blitz und Ungewitter. Schläge mit Palmbüscheln dienten in vorchristlicher Zeit dem Fruchtbarkeitszauber und lebte noch lange im christlichen Brauchtum fort.
Ein alter Brauch in Niederbayern war es auch, daß Buben in aller Frühe

Christi Auferstehung

einen hölzernen Esel durch das Dorf zogen, jenen Esel, auf dem unser Heiland in Jerusalem einzog. In Landshut zog früher der Mesner solch einen Palmesel durch die Stadt. Mütter setzten ihre Kinder darauf, der Mesner aber kassierte das “Fahrgeld” und kam so zu einer zusätzlichen Einnahme. In Kößlarn hat sich dieser Brauch bis heute erhalten. Buben ziehen den Palmesel von Haus zu Haus und werden dafür beschenkt.
Die sich anschließende Karwoche ist eine Woche der Trauer. Selbst die Glocken, die nach Rom fliegen, verstummen am Gründonnerstag; nur die Ministranten mit ihren lauten Ratschen künden die Zeit zum Gottesdienst an.

Hölzerner Palmesel Holzschnitt v. R. H. Stöcker

In der Karwoche sind auch die Osterbeichttage, bei denen früher und zum Teil auch heute noch Beichtzettel ausgeteilt werden. Nach Ostern ging dann der Kooperator oder der Pfarrer zum Beichtzettelsammeln, bei dem auch ein Obulus entrichtet wurde.
Die Elemente Feuer und Wasser gewinnen an der Schwelle vom Winter zum Frühling an Bedeutung. Das reinigende Osterfeuer hat am Karsamstag die Kirche übernommen. Der Priester weiht die Flamme und entzündet daran die Osterkerze in der Auferstehungsfeier der christlichen Gemeinde.
Weil der Gründonnerstag der grüne ist, so soll man an diesem Tage etwas Grünes essen, wenigstens eine Kräutersuppe. Dann wird man gegen Müdigkeit, Fieber und andere Suchten gefeit. Feldarbeiten an diesem Tag getan, versprachen besonderen Segen.
Am Karfreitag trauern Mensch und Natur, alle gedenken des Kreuzestodes des Herrn. Es ist ein Feiertag, an dem sogar die Arbeit ruhen soll. Viele besuchen das Heilige Grab in der Kirche und beten davor. Durch die neue Liturgie wird dieser Brauch immer mehr verdrängt.
Früher gingen Mädchen und Frauen am Karsamstag in aller Frühe zu einem Brunnen, um sich mit klarem Wasser das Gesicht zu waschen. Dies versprach Anmut und Schönheit.
Der Höhepunkt des Karsamstag ist die Auferstehungs-Prozession. In vielen Orten wird sie durch Böllerschüsse angekündigt.
Geblieben ist bis heute der Brauch des Bemalens und Färbens von Ostereiern. Kam ein Gast ins Haus, bekam er ein rotes Osterei. Das Verstecken von Ostereiern war mehr ein Brauch der Städter als der des bäuerlichen Volkes. Dafür war mehr das “Pecken’’ Brauch auf dem Lande. Dabei wurden Eier, Spitz auf Spitz geschlagen, bis eine Schale eingeschlagen war. In der Kirche wird das Osterfrühstück geweiht. Mit einem Körbchen mit Brot, Salz, Geselchtem und Eiern kam die Hausfrau von der Frühmesse, und alle Hausbewohner mußten etwas von dem Geweihten essen. Selbst das Vieh im Stall erhielt etwas geweihtes Brot und Salz unter das Futter.
Unsere Vorfahren hielten an Ostern Umritte durch die Feldfluren, oder Flurumgänge zu Fuß, woran sich die ganze Hausgemeinschaft beteiligte. Bekannt ist Goethes “Osterspaziergang“, der auch diese Flurbegehung zum Inhalt hat. Bekannt sind der Osterritt zu Furth im Walde, der auf über 250 Jahre zurückreicht. In Regen hat die Kath. Landjugend nach dem Zweiten Weltkrieg den Osterritt eingeführt, vielleicht, um diesen alten Brauch wieder zu beleben.
Am Ostermontag ist der allgemeine Besuchstag. Man besucht Verwandte oder geht ins Wirtshaus. Vereine veranstalten Wanderungen in die nahe Umgebung. Diese sind oft mit einem Eiersuchen für groß und klein verbunden.
(Quellen: Niederbayerische Heimat — Der Bayerwald) K. Klar
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 28.03.1980


Stellenausschreibung
Die Verwaltungsgemeinschaft Hunderdorf sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen Beamten des mittleren nichttechnischen Verwaltungsdienstes für die Hauptverwaltung.
Bewerbungen mit Lichtbild, Lebenslauf, Ausbildungs- und Tätigkeitsnachweisen werden bis spätestens 22. April 1980 erbeten an die Verwaltungsgemeinschaft Hunderdorf, Kirchgasse 8, 8441 Hunderdorf. Tel. 09422/1763.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 28.03.1980


Bei der VG eingereichte Baupläne
Gemeinde /Hunderdorf
Lehner Franz, Thanager Str 4, Hunderdorf, Errichtung einer Einfriedung
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 28.03.1980


Voraussichtlich 1981 neue Personalausweise
Der Bundestag hat mit Zustimmung des Bundesrates das Gesetz zur Änderung des Gesetzes über Personalausweise beschlossen.
Es tritt zum 1.10.1981 in Kraft.
Hierin wird insbesondere die Gültigkeit für Personalausweise auf 10 Jahre festgelegt. Bei Personen, die das 26. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, beträgt die Gültigkeitsdauer der Personalausweise fünf Jahre. Vorläufige Personalausweise werden für eine Gültigkeitsdauer von höchstens drei Monaten ausgestellt. Eine Verlängerung der Gültigkeitsdauer ist nicht zulässig.
Weiterhin jedoch gelten die bisherigen Personalausweise.
Nähere Einzelheiten werden noch zu gegebener Zeit bekanntgegeben.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 28.03.1980


Haushaltssatzung
der Verwaltungsgemeinschaft Hunderdorf (Landkreis Straubing-Bogen) für das Haushaltsjahr 1980
Auf Grund der Art. 10 Abs. 2 und 12 EStärkG sowie Art. 41 Abs. 1 KommZG in Verbindung mit Art. 63 ff. der Gemeindeordnung erläßt die Verwaltungsgemeinschaft folgende Haushaltssatzung:
§ 1
Der Haushaltsplan für das Haushaltsjahr 1980 wird im Verwaltungshaushalt in den Einnahmen und Ausgaben auf je 450.770 DM und im Vermögenshaushalt in den Einnahmen und Ausgaben auf je 60.233 DM festgesetzt.
§ 3
Verpflichtungsermächtigungen im Vermögenshaushalt werden nicht festgesetzt.
§ 4
a) Die Höhe des durch die sonstigen Einnahmen im Verwaltungshaushalt nicht gedeckten Bedarfs, der nach den einschlägigen Bestimmungen auf die Mitglieder der Verwaltungsgemeinschaft umgelegt werden soll (Verwaltungsumlage), wird auf 237.070 DM festgesetzt (Umschlagesoll).
c) Fürdie Bemessung der Umlage werden die Einwohnerzahl (nach dem Stand vom 30.6. 1979) herangezogen.
d) Die Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft hatten am … insgesamt … Einwohner (siehe nachstehehende Rgelung).
Für die Bemessung der Umlage nach der Einwohnerzahl beträgt der Betrag je Einwohner im Verwaltungshaushalt 46,4297 DM im Vermögenshaushalt – DM.
§ 5
Der Höchstbetrag der Kassenkredite zur rechtzeitigen Leistung von Ausgaben nach dem Haushaltsplan wird auf 20.000 DM festgesetzt.
§ 6
Weitere Vorschriften, die sich auf die Einnahmen und Ausgaben und (oder) den Stellenplan beziehen, werden nicht aufgenommen.
§ 7
Diese Haushaltssatzung tritt mit dem 1. Januar 1980 in Kraft.
Hunderdorf, den 21.3.1980
Verwaltungsgemeinschaft
gez. Härtenberger
Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft
Berechnung der Umlage für die Verwaltungsgemeinschaft
Gemäß Art. 10 Abs. 1 Satz 2 des EStärkG legen die Verwaltungsgemeinschaften ihren durch sonstige Einnahmen nicht gedeckten Bedarf nach dem Verhältnis der Einwohnerzahl auf ihre Mitglieder um (Verwaltungsgemeinschaftsumlage).
Ermittlung des ungedeckten Bedarfs
.                                                           Verw.haush. Vermögenshaush.
Die Gesamt-Ausgaben betr.               450.770 DM   60.233 DM
Hiervon sind durch Einnahmen
– jedoch ohne Haushaltsstelle
90.072 und 90.041 -gedeckt              213.700DM    60.233 DM
Somit ungedeckter Bedarf
(Umlagesoll)                                      237.070 DM   —
Gesetzliche Regelung:
Ermittlung.des Kopfbetrages je Einwohner bei Umlegung des ungedeckten Finanzbedarfs nach der Einwohnerzahl:
Am 30.6.1979 hatten die Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft insgesamt 5.106 Einwohner. Demnach beträgt der Kopfbetrag für 1 Einwohner Verwaltungshaushalt: 237.070: 5106 =46,4297 DM je Einw. unged. Bed.):(Ges.einw.zahl)
nach Art. 3b FAG 199.950 DM : 5106 DM = 39,1598 DM je Einwohner im Vermögenshaushalt.
Berechnung des Umlagebetrages der einzelnen an der Verwaltungsgemeinschaft beteiligten Mitglieder
Sp. 1: Namen d. Gemeinden,die Mitglieder der Verwaltungsgemeinschaft sind.
Sp. 2 Gesetzliche Regelung: Höhe d. Umlage n. d. Zahl d. Einwohner am 30.6.1979
Sp. 3 Verwaltungshaushalt – Höhe d. Uml. DM
Sp. 4 Andere Regel: Art.3b FAG DM
Sp. 5 Umlage insgesamt zu zahlen

Hunderdorf    2885   133.949,66      18.728.46        115.221,20
Neukirchen     1436    66.672,04        10.166,88        56.506,16
Windberg        785      36.447,30        8.224,68          28.222,64
Summe:           5106   237.070,00      37.120.00        199.950,00
Auflegung der Haushaltssatzung der Verwaltungsgemeinschaft
Die in der öffentlichen Gemeinschaftsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft
Hunderdorf am 20.3.1980 beschlossene Haushaltssatzung für das Haushaltsjahr 1980 liegt mit ihren Anlagen gemäß Art. 65 Abs. 2 der Gemeindeordnung eine Woche lang in der Zeit vom 1.4.1980 – 8.4.1980 im Verwaltungsamt Hunderdorf, Kirchgasse 8 sowie in der Gemeindekanzlei Neukirchen und Windberg innerhalb der allgemeinen Geschäftsstunden öffentlich zur Einsichtnahme auf.
Es wird darauf hingewiesen, daß während der Auflegefrist Gemeindeangehörige der Mitgliedsgemeinden und Abgabepflichtige (Art. 21 Abs. 2und 3 GO) Einwendungen erheben können.
Hunderdorf, den 24.3.1980
Verwaltungsgemeinschaft Hunderdorf
Härtenberger
Gemeinschaftsvorsitzender
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 28.03.1980


Vollzug des Ladenschlußgesetzes;
hier: Verkaufszeiten in ländlichen Gebieten
Aus gegebener Veranlassung macht das Landratsamt Straubing-Bogen darauf aufmerksam, daß für die Verkaufszeiten in ländlichen Gebieten ab 15. März wieder die Verordnung des Landratsamtes Straubing-Bogen vom 1.3.1979 gilt.
Danach dürfen im Landkreis Straubing-Bogen Friseurbetriebe und Verkaufsstellen im Sinne des 5 1 LadschlG, mit Ausnahme der Apotheken, unbeschadet der Vorschriften in den §§ 5 bis 10 und 12 bis 16 LadschlG in der Zeit vom 15. März bis 15. November geöffnet sein an
1. Sonn- und Feiertagen von 8.00 bis 10.00 Uhr
2. Werktagen jeweils eine Stunde lang im unmittelbaren Anschluß an die in § 3 Abs. 1 Ziff. 2 und 3 bzw. § 18 Abs. 2 LadschlG festgesetzten allgemeinen Ladenschlußzeiten.
Hinsichtlich der Apotheken verbleibt es bei den Bestimmungen des Ladenschlußgesetzes.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 28.03.1980


Überprüfung von landwirtschaftlichen Zugmaschinen nach 5 29 StVZO
Die nächste Überprüfung von landwirtschaftlichen Zugmaschinen nach § 29 StVZO findet für die Gemeinde Hunderdorf am Donnerstag, 10.4.1980 in Bogen, am Sportplatz von 8.00- 12.00 Uhr statt.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 28.03.1980


Jagdgenossenschaft Gaishausen
Die nicht öffentliche. Versammlung der Jagdgenossen fand am Mittwoch, dem 12. März 1980 in Ehren, Gasthaus Solcher, statt.
Tagesordnung:
1. Kassenbericht und Entlastung der Vorstandschaft
2. Verwendung des Jagdpachtschillings
3. Wünsche und Anträge
Vor Beginn der Versammlung trugen sich alle erschienenen Jagdgenossen in die Anwesenheitsliste. Hiernach waren anwesend 39 Jagdgenossen, die It. Jagdkataster eine jagdbare Grundfläche von 353,91 ha vertreten. Zur Versammlung war unter Einhaltung der Frist durch öffentliche Bekanntmachung eingeladen worden.
Jagdvorsteher Karl Schneider eröffnete um 20.00 Uhr die Versammlung und begrüßte die Anwesenden. Sein besonderer Gruß galt 2. Bürgermeister Egon Weinzierl, Jagdpächter Dr. Hirsch, Jagdaufseher Reichelt.
Zu 1. Kassier Johann Lehner trug den Kassenbericht vor und gab dabei die Einnahmen und Ausgaben im Berichtszeitraum bekannt.
Für die Kassenprüfung wurden bestimmt Max Fendl und Alois Fuchs. Die vorgenommene Prüfung brachte keine Beanstandung. Es wurde eine ordnungsgemäße Kassenführung bestätigt. Einwendungen gegen die Kassentätigkeit wurden ebenso nicht erhoben, so daß die Versammlung der Vorstandschaft einstimmig die Entlastung erteilte.
Zu 2. Jagdvorsteher Schneider regte an, den Jagdpachtschilling 1980 zu verwenden für Schotter zur Instandsetzung von öffentlichen Feld- und Waldwegen. Die anwesenden Jagdgenossen stimmten diesem Vorschlag zu. Gegenstimmen wurden nicht erhoben.
Zu 3. Der Jagdvorsteher informierte, daß von seiten der Jagdgenossenschaft zwei Heumeßgeräte zur Verfügung stünden. Standorte sind bei Karl Schneider (Röhrnau) und Georg Höcherl (Rammersberg).
Desweiteren wurde angefragt, wie hoch der Preis von Besitzanteilen an der von der Jagdgenossenschaft 1979 gekauften Seilwinde sei. Jagdvorsteher Schneider führte dazu aus, daß es keine Anteile gebe. Die Benützung der Seilwinde stehe jedem frei, jedoch dann nicht, wenn dem Betreffenden auf Antrag der Jagdpachtschilling 1979 ausbezahlt worden sei. Dasselbe gelte für das Planierschild, sagte Schneider. Eine Abstimmung betreffend einem Anteileverkauf brachte keine einzige Zustimmung der Jagdgenossen.
Jagdpächter Dr. Hirsch bemerkte zur Gefahr der Tollwut, daß verdächtige Füchse (sie laufen nicht weg) umgehend gemeldet werden sollen. Zum Abschuß von Greifvögeln sagte der Jagdpächter, sei eine Genehmigung beim Landratsamt einzuholen, die nur unter bestimmten Voraussetzungen erteilt werden könnte.
Mit einem Dank an alle schloß Jagdvorsteher Schneider gegen 21.15 Uhr die Versammlung.
2. Bürgermeister Weinzierl hatte eingangs der Versammlung den 1. Bürgermeister Härtenberger entschuldigt, der aus anderweitigen terminlichen Gründen nicht anwesend sein konnte.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 28.03.1980


Öffnungszeiten der Bücherei Hunderdorf
Die Bücherei, welche sich im Erdgeschoß der Hauptschule Hunderdorf befindet, ist jeden ersten Mittwoch eines Monats von 18.00 – 19.00 Uhr geöffnet. Es stehen eine große Auswahl von Büchern zur kostenlosen Ausleihung bereit.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 28.03.1980


Schöne alte Heimat
Alte Häuser, es gibt sie noch; doch viele sind in einem so schlechten Zustand, daß eine Instandsetzung zu kostspielig wird. So werden sie abgerissen und die Häuser, die man dann an ihrer Stelle wieder errichtet, können sie nicht mehr ersetzen.
So war es auch mit dem abgebildeten Haus. Am Eingang zur Ortschaft Windberg, wo die Straße links nach Kreuzberg abbiegt, stand bis zum Jahre 1971 das Haus, das bereits 1709 erbaut wurde. 262 Jahre diente es als Wohnung, in der zuletzt Josef Ring, der heute weit über 80 Jahre alt ist, hauste. Im Sommer rankte sich wilder Wein bis zum Balken empor, im Vorgarten blühten bunte Blumen und wuchs frisches Gemüse. Die Stuben waren so niedrig, daß größer gewachsene Personen sich ducken mußten, wollten sie nicht ihre Köpfe an die Balken anstoßen.
Vor ihm gehörte das Haus einer Familie Greindl. Die weiteren Besitzer sind nicht festzustellen. Heute wohnt der „Ring Opa” in einem modernen Neubau bei seiner verheirateten Tochter. Ob er sich in den hellen, großen Räumen auch so wohl fühlt, wie ehedem im alten Bauernhaus?
K. Klar
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 28.03.1980


Schulverbandshaushalt mit 577.839 DM beschlossen
Jahresrechnung 1979 geprüft
Eingangs der Sitzung trug Kämmerer Pollmann die Ergebnisse der Jahresrechnung 1979 vor. Einwendungen hiergegen wurden vom Schulverbandsausschuß nicht vorgebracht und anschl. Die Prüfung der Jahresrechnung vorgenommen. Nachdem sich keine Unstimmigkeiten zeigten, wurde die Jahresrechnung einstimmig festgestellt. Sie schließt ab im Verwaltungshaushalt mit Einnahmen von 543.999,70 DM, in Ausgaben mit 510.264,45 DM und im Vermögenshaushalt mit Einnahmen von 25.580,64 DM und in den Ausgaben mit 59.315,89 DM.
Haushaltsplan für 1980
Dann gab Schulverbandsvorsitzender Härtenberger den Entwurf ‚des Haushaltsplanes 1980 zur Kenntnis. Nach einer geringfügigen Änderung beschloß der Schulverbandsausschuß einstimmig, die Haushaltssatzung und den Haushaltsplan aufzustellen. Der Haushaltsplan für das Jahr 1980 umfaßt im Verwaltungshaushalt Einnahmen und Ausgaben von 532.364 DM, im Vermögenshaushalt Einnahmen und Ausgaben von 45.475 DM, was ein Haushaltsvolumen von 577.839 DM ergibt. Die Höhe des durch die sonstigen Einnahmen im Verwaltungshaushalt nicht gedeckten Bedarfs wurde auf 425.544 DM festgesetzt. Die Höhe des durch sonstige Einnahmen im Vermögenshaushalt nicht gedeckten Bedarfes beträgt 37.274 DM. Der ungedeckte Finanzmittelbedarf beziffert sich somit auf 462.718 DM und ist von den am Schulverband beteiligten Gemeinden Hunderdorf, Neukirchen und Windberg im Verhältnis der Schülerzahl (Stand: 31.10.1979) in Form der Schulverbandsumlage zu tragen.
Die Verbandsschule wurde am Stichtag von 586 Schülern besucht. Es errechnet sich für die Bemessung der Umlage ein Betrag von 726,18 DM im Verwaltungshaushalt und 63,60 DM im Vermögenshaushalt pro Schulkind.
Die größten Einnahmeposten im Verwaltungshaushalt sind die Schulverbandsumlage mit 425.544 DM sowie ein Staatszuschuß für die Schülerbeförderung von 88.000 DM. Die größten Ausgaben im Verwaltungshaushalt sind die Personalausgaben von ca. 99.900 DM, die Mieten für die Schulräume von 151,200 DM und die Schülerbeförderungskosten in Höhe von 113.300 DM.
Für die beteiligten Gemeinden ergibt sich folgende Umlage:
Gemeinde Hunderdorf: Schülerzahl 385 – Verwaltungshaushalt Umlage: 279.580,95 DM – Vermögenshaushalt Umlage 24.488,90 DM
Gemeinde Neukirchen: Schülerzahl 89 – Verwaltungshaushalt Umlage: 64.630,41 DM – Vermögenshaushalt Umlage 5.661,06 DM
Gemeinde Windberg: Schülerzahl 112 – Verwaltungshaushalt Umlage 81.332,64 DM – Vermögenshaushalt Umlage 7.124,04 DM.
Hallenbad wieder geöffnet
Beschlossen wurde vom Schulverbandsausschuß eine Änderung der Gebührensatzung für das Hallenbad. Demnach werden die Eintrittspreise um 0,50 DM erhöht, was insbesondere begründet ist mit den enorm gestiegenen Heizungskosten. Wie Härtenberger berichtete, sei durch die Stillegung des Bades während des Winters ein Betrag von ca. 12.000 DM eingespart worden.
Nach Ostern soll nunmehr jedoch das Lehrschwimmbecken wieder betrieben werden. Nach eingehender Aussprache beschloß der Schulverbandsausschuß einstimmig, für das Bedebecken eine Folienabdeckung zu beschaffen, wobei Kosten von rd. 13.000 DM entstehen. Wie hierzu Vorsitzender Härtenberger eingangs vorbrachte und erläuterte, sei für das Schwimmbecken eine Abdeckung zweckmäßig, da Heizkosten bis zu 40 % eingespart werden könnten. Härtenberger gab verschiedene Kostenanschläge und Ausführungsvarianten bekannt. In diesem Zusammenhang wurde auch festgelegt, daß ab den Osterferien neben dem öffentlichen Badetag am Freitag ein “Seniorenbadetag” montags stattfinden solle. Die Öffnung soll dabei in der Zeit von 19.00 Uhr bis 21.00 Uhr erfolgen. Voraussetzung für den zusätzlichen Montag-Badetag ist jedoch, daß die erforderliche Badeaufsicht geregelt werden kann.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 28.03.1980


Kath. Pfarramt Hunderdorf

Die Chorproben entfallen in der Woche nach Ostern für die Erwachsenen und die Schülergruppen.
Der Kath. Frauenbund trifft sich am Mittwoch, dem 2. April um 19.30 Uhr im Brotzeitstüber| S. u. G. Baier.
Der Altenclub kommt wieder zusammen am Montag, dem 31. März um 14.00 Uhr im Pfarrheim.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 28.03.1980


Liebe Gemeindeglieder von Hunderdorf
Markus, der Evangelist beschreibt die Szene des Ostermorgens so: “Und als sie in das Grab hinein gingen, sahen sie einen Jüngling zur Rechten sitzen, bekleidet mit einem weißen Gewand, und sie erschraken.
Er aber sprach zu Ihnen: Erschrecket nicht! Ihr sucht Jesus den Nazarener, den Gekreuzigten. Er ist auferweckt worden, er ist nicht hier. Seht da die Stelle, wo sie ihn hingelegt hatten.”
Ostermorgen! Die Stunde der Christenheit, die den hintenangestellten Sonntag des Alten Bundes nun als Wegweisung an den Beginn stellten.
Mit diesem Morgen begann für uns eine neue Zeit.
Christ ist erstanden. Der, der unsere Sünde auf sich geladen hat, der für uns sein Leben ließ, damit wir gerettet würden; er lebt.
Und mit ihm, mit Christus, dürfen wir leben. Ich finde, daß dies der Tag, der Morgen im Jahr ist, der über allem steht. Es er ein Freudenmorgen, den ich nicht mit Schlaf verbringen möchte.
Aus diesem Grunde wird sich eine Gruppe interessierter in der Fichtenstraße einfinden, um der Wohltaten Gottes an uns Menschen, an diesem Morgen zu gedenken; Gott zu danken und ihm zu lobsingen.
Es wird ein feierlicher Morgen sein, der mit einem Dankeslied des Posaunenchores vor unserer Friedenskirche in Hunderdorf endet.
Am Ostersonntag, früh um 7 Uhr werden wir vor unserer kleinen Kirche Gott und der Gemeinde singen und spielen. Wenn Sie Ihrer Freude auch Ausdruck geben wollen, machen Sie doch mit und kommen Sie auch hin.
Am Ostersonntag um 7 Uhr vor der Friedenskirche in Hunderdorf. Wenn Sie wollen, könnten wir daran einen kleinen Osterspaziergang hängen, vorausgesetzt, das Wetter läßt es zu.
Ich wünsche Ihnen, daß Sie etwas von dieser Freude an Ostern bei sich und Ihren Familien verspüren.
Ich wünsche Ihnen, daß Sie für sich und für die Familie Zeit haben und ich wünsche unserer Jugend und unseren Kindern, daß wir alle zusammen Zeit und Muse finden, gemeinsam etwas zu unternehmen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gesegnete Osterzeit und unseren Kindern wirklich erholsame Ferien.
Ihr Diakon H. Tepp
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 28.03.1980


Erfolgreiche Fußballer
Der Fußballverein Hunderdorf nützt die spielfreie Zeit zur Vorbereitung auf die bald beginnenden Punktspiele.
Gegen den A-Klassenvertreter Hengersberg gelang der Reserve ein 1:1 Unentschieden, während die 1. Mannschaft sogar mit einem 3:2 Sieg aufwartete. Der C-Klassenvertreter Prackenbach erwies sich als eine gleichwertige Mannschaft. Mit etwas Glück konnte sie mit 3:2 besiegt werden. Die Reserve von Hunderdorf landete einen hohen 7:1 Sieg. Die Schüler besiegten Rattenberg mit 3:2 und die Jugend errang einen 5:2 Sieg. Der Mannschaft ist nur zu wünschen, daß sie auch die Punktspiele mit ähnlich gutem Erfolg beginnt.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 28.03.1980


8. Wandertag des Bayerwaldverein
Das frühlingshafte Wetter lockte über 3000 Wanderfreunde zum 8. internationalen Wandertag nach Hunderdorf. Zur Wahl standen eine zehn und ein 15-km-Strecke, die durch die letzten warmen Tage gut zu begehen waren. Schirmherr dieser Veranstaltung war Bürgermeister Karl Härtenberger. Von nah und fern kamen am Samstag und Sonntag die Wanderfreunde nach Hunderdorf. In den vergangenen Jahren hatte Hunderdorf mit dem Wetter immer Pech, heuer hatte Petrus ein Einsehen, das dankte ihm das lustige Wandervolk. Für einige war es ein Wanderlauf, denn sie legten die Strecke, die oft auch bergauf ging, im Laufschritt zurück. Vorstand Glas, Wanderwartin Scheibenthaler und Schirmherr Härtenberger begrüßten die Gäste und verteilten die schönen Pokale.
Auswärtige Mannschaften:
1. Stammtisch Mitterfels-Reibn (200 Teilnehmer), 2. Windberg (150), 3. Wanderfreunde Nittenau (136), 4. Wanderverein Ittling (113), 5. Wanderfreunde Schwanach (112), 6. Wanderfreunde Chamtal (103), 7. Wanderfreunde Kolmburg (102), 8. Wanderfreunde Senkofen (83), 9. TSV Bogen (76).
Örtliche Vereine:
1. Sportverein Hunderdorf (136 Teilnehmer), 2. Kegelclub Hunderdorf (62), 3. Schule Hunderdorf (58).
Unsere Bilder zeigen die örtlichen Sieger und ein Wanderoriginal.
Er läßt keine Wanderung aus, was seine vielen Abzeichen am Hut und an der Wanderkleidung demonstrieren.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 28.03.1980


Grasoberl-Freunde kamen zahlreich
Rammersberg.
Zum Preisgrasoberln des Stammtisches Rammersberg konnte Vorstand Wanninger Teilnehmer aus 18 Vereinen begrüßen. Zum Bersten voll waren die Räume des Gasthauses Gierl, als sich die 124 Spieler an 31 Tischen daranmachten, den Besten zu ermitteln. Nach zwei mal 30 Spielen standen die Sieger fest:
Den ersten Preis, einen Gutschein über 100 Liter Benzin, erhielt Karl Eyerer vom Stammtisch Gschwendt mit 126 Punkten. Mit jeweils 107 Punkten teilten sich Ludwig Mika vom SV Schwarzach, Udo Stark und Helmut Neidl vom Stammtisch Gschwendt die folgenden Preise: Einen jungen Schafbock, einen Stecknußkasten und eine Kunstschmiedearbeit.
Nach der Verleihung der weiteren rund 50 Preise dankte Vorstand Wanninger dem Kassier Breu für die rasche Auswertung und bat die Mitspieler, bei den Veranstaltungen der anderen Vereine ebenfalls so zahlreich zu kommen.
Der stärksten teilnehmenden Gruppe, dem Stammtisch “Oberwirt” aus Elisabethszell, überreichte er als Anerkennung ein Faßl Bier.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 28.03.1980


„Abhängigkeit durch Drogen”
Zweiter Vortrag von Hans Jachthuber — Harte Drogen sehr gefährlich
Hunderdorf. Hans Jachthuber von der psychosozialen Beratungsstelle für Alkohol- und Drogenabhängigkeit in Straubing klärte die Schüler und Schülerinnen der achten Klasse über die Betäubungsmittel Haschisch, Marihuana, LSD und die sogenannten Opiate auf. Er stellte zehn Thesen auf, warum es in der heutigen Zeit so häufig zum Drogenmißbrauch kommt.
Die ersten, die Haschisch in bestimmten Kreisen „gesellschaftsfähig“ gemacht hätten, seien die Hippies, Gammler

Hans Jachthuber bei seinem Referat

usw. gewesen. Haschisch sei von Amerika nach und nach über die skandinavischen Länder auch zu uns nach Deutschland gekommen. Zunächst in studentischen und intellektuellen Kreisen genommen, hätte sich der Gebrauch von Haschisch von den Hochschulen bis hin zur Volksschule verlagert. Haschisch sei nicht so teuer, so daß es auch für Jugendliche erschwinglich sei. Haschisch sei etwa 6-10mal so stark wie Marihuana. Die Mittel stammten in der Regel aus der Türkei, dem Libanon, Nepal und einigen Staaten Zentralafrikas und aus südamerikanischen Staaten. Letztere erzeugten vor allem Marihuana.
Der eigentliche Wirkstoff sei das THC (Tetra-Hydro-Cannabinol). Nach Alkohol sei Haschisch bzw. Marihuana die weitverbreitetste Rauschdroge. Es gebe auf der Welt etwa 250 Millionen Konsumenten. Nun ging Jachthuber auf die Wirkung und die Gefahren des Haschisch ein. Der Wirkstoff wirke auf das Serotonin ein, welches die Aufgabe habe, Gedankenverbindungen herzustellen und gedankliche Abläufe in die richtige Reihenfolge zu bringen. Der Hasch-Wirkstoff habe eine ähnliche Wirkung und so komme es zu einer Art Überdosierung. So erscheinen Trugbilder im menschlichen Wahrnehmungsvermögen. Die Bewußtseinshelligkeit nehme ab.
Als nächste Droge sprach Jachthuber das LSD an. Dies käme ursprünglich auch in der Natur vor und zwar im Mutterkorn, einem Schmarotzer, welcher an Getreideähren sitzt. 1942 sei LSD zum erstenmal künstlich hergestellt worden. Bei dieser Rauschdroge würden ganz winzige Mengen genügen, um betäubende Wirkung herbeizurufen, nämlich schon 0,002 Milligramm. Es gäbe LSD-Trips von verschiedener Dauer und zwar von 30 Minuten bis 72 Stunden. Im Rauschzustand würden seelische Vorgänge entscheidend verändert. Es komme auch hier zu unwahrscheinlichen Wahrnehmungsveränderungen, zu Trugbildern. Unter Einfluß von LSD sei es aber auch schon zu schrecklichen Unfällen gekommen, weil der unter Einfluß Stehende meine, die Straße, auf der er fährt, mache eine Kurve, obwohl sie gerade verliefe.
Als weitere Drogen nannte der Redner die Opiate. Es seien Wirkstoffe des Schlafmohns. Opium habe heute kaum mehr eine Bedeutung. Dagegen sei ein anderer Wirkstoff, der aus Opium gewonnen werde, um so bedeutender; das Morphium. Morphium werde als Schmerzmittel verwendet. Es erzeuge sowohl seelische als auch körperliche Abhängigkeit. Man wollte dann ein Mittel erzeugen, das nicht abhängig mache, aber doch ähnliche Wirkung wie Morphium habe. Einem Berliner sei es auch gelungen, ein Produkt zu erstellen. Man nannte es Heroin. Das Heroin, so Jachthuber, sei das gefährlichste Suchtmittel. Heute sei es das lohnendste Objekt im Rauschgifthandel. Zehn Kilogramm Roh-Opium kosten etwa 70 DM. Das daraus gewonnene Heroin erreiche dann einen Preis von 80 000 DM bis 120 000 DM. Heroin bewirke, daß Traum und Wirklichkeit ineinander übergehen. Die Wahrnehmungsempfindung der Zeit und des Raumes würden unheimlich verändert. Das Zeitgefühl gehe dermaßen verloren, daß man z. B. glaube, in einer Nacht 1000 Jahre gelebt zu haben. Heroin mache ebenfalls abhängig, obwohl man das ursprünglich vermeiden wollte. Ein „Schuß“, das bedeute, daß Heroin gespritzt wird, könne ausreichen, um jemand abhängig zu machen. Im übrigen könne er auch ausreichen, jemanden zu töten.
Im Grunde, meinte Jachthuber, seien Drogenabhängige arme Kranke, denen geholfen werden müsse. In der BRD gebe es ca. 50 000 Personen. Es seien aber nur 1500 Plätze für eine Therapie vorhanden. In der Regel werden Abhängige nicht sehr alt. Selten hätten sie das 35. Lebensjahr überlebt. Die Rückfallquote betrage über 90 Prozent. Anschließend ging Jachthuber noch auf die Medikamente ein. Sehr verbreitet sei in letzter Zeit der Medikamentenmißbrauch bzw. die -abhängigkeit. Der Redner nannte dabei besonders die Aufputschmittel, Schlaf- und Beruhigungsmittel. Sie erzeugten schnell eine Abhängigkeit.
Zum Schluß seiner Ausführungen nannte Hans Jachthuber noch 10 Thesen, die Gründe darlegen sollten, warum es zum Drogenmißbrauch komme: 1. Wer Drogen nimmt, signalisiert: Ich habe Probleme. 2. Der soziale Bruch der Jugendlichen beginnt in der Familie, bevor es zum Drogenkonsum kommt. 3. Die Schule versagt als pädagogische Einrichtung. 4. Die Schwierigkeiten des Drogenkonsumenten kommen im Berufs- und Arbeitsbereich voll zur Geltung. 5. Das Freizeitverhalten der Jugendlichen ist auf Konsum und Passivität ausgerichtet. 6. Die Droge weckt bestimmte religiöse Sehnsüchte und Wünsche. 7. Die Gesellschaft produziert Drogenkonsum durch Leistungsdruck. Die Gesellschaft steht dem Problem hilflos gegenüber. 8. Drogenkonsumenten sind kriminell. Die Kriminalisierung steht aber im Gegensatz zur Therapie. 9. Legalisierte Drogen wie Alkohol und Nikotin sind die häufigsten Einstiegsdrogen. Ihre Gefährlichkeit wird unterschätzt. 10. Bisherige vorbeugende und therapeutische Maßnahmen sind unzureichend.
Hans Jachthuber legte den Schülerinnen und Schülern ans Herz, keinem Glauben zu schenken, wenn er sage, daß dies oder jenes harmlos sei. Alle Drogen seien gefährlich. Anschließend an die Ausführungen machten die Schüler regen Gebrauch durch Fragen noch spezielle Sachen zu erfahren. Die beiden Klassenleiter, Ulrich Pannermayr und Heinz Hentschirsch, dankten dem Redner für die sachlichen und ausführlichen sowie anschaulichen Worte.
Quelle: Bogener Zeitung, 29.03.1980


„Nicht mit Gewalt Flurbereinigung”
Gespräch mit Gegnern der Flurbereinigung Hunderdorf — Noch ist nichts entschieden
Hunderdorf.
Die Teilnehmer der Flurbereinigung Hunderdorf werden nochmals umfassend über die brennendsten Fragen der anstehenden Flurbereinigung informiert. Dies sind vor allem: die möglichen Maßnahmen, die Kosten und der Flächenabzug. Baumaßnahmen ohne entsprechenden Beschluß der aus den Reihen der Grundeigentümer zu wählenden Vorstandschaft werden nicht durchgeführt. Das waren die herausragenden Ergebnisse einer Besprechung, die kürzlich im Sitzungssaal der Gemeinde Hunderdorf stattfand.
Unter der Leitung der Landtagsabgeordneten Ida Krinner, wurden in einer sachlichen Diskussion vorhandene Mißverständnisse ausgeräumt und das weitere Vorgehen erörtert. Der Präsident der Flurbereinigungsdirektion Landau Isar, Hermann Krimmer, erläuterte die derzeitige Situation. Die Flurbereinigung Hunderdorf sei im Dezember 1979 sowohl als Unternehmensflurbereinigung nach Paragraph 87 Flurbereinigungsgesetz wegen des Autobahnbaus, wie auch als Normalflurbereinigung angeordnet worden. Dies sei erforderlich, da neben den landeskulturellen Schäden, die durch den Autobahnbau verursacht wurden, auch Mängel der bisherigen Flureinteilung zu beseitigen wären, vor allem Besitzzersplitterung und Grundstücksmißformen. Diese wurden für die Ortsflur Hofdorf anhand einer Besitzstandskarte aufgezeigt. Auch wies Krimmer auf den Ausbau des Wegenetzes und auf die Regulierung des Wasserhaushalts im Bogenbachtal hin.
Bürgermeister Karl Härtenberger erklärte, daß die Gemeinde nicht mit Gewalt eine Flurbereinigung gegen den Willen der betroffenen Bauern durchsetzen wolle. Er wehrte sich auch gegen den Vorwurf, die Gemeinde wolle sich durch die Flurbereinigung billiges Bauland verschaffen. Dagegen zeigte er auf, daß in den vergangenen 20 Jahren von den 47 km Gemeindestraßen lediglich 23 km ausgebaut wurden. Ohne die Hilfe der Flurbereinigung sei ein Ausbau der restlichen Gemeindestraßen und der Feld- und Waldwege in absehbarer Zeit nicht möglich. Unterstützt durch den Leiter des Amts für Landwirtschaft Gottschalk appellierte Härtenberger an die Grundeigentümer, die einmalige Chance der Flurbereinigung zu nutzen.
Die Gegner der Flurbereinigung, vertreten durch ihre Sprecher Otto Bugl und Klaus Geiger, äußerten ihre Bedenken gegen zu hohe Flurbereinigungskosten und den Abzug und bestanden darauf, nur eine Unternehmensflurbereinigung durchzuführen. Direktor Steiger von der Bezirksgeschäftsstelle des Bayerischen Bauernverbandes erbat hierzu eine Aufklärung über den möglichen Umfang „von Maßnahmen in einem derartigen Verfahren“.
Baudirektor Friedrich Zitzelsberger, der zuständige Gebietsabteilungsleiter der Flurbereinigungsdirektion schätzte den Flächenabzug aus Erfahrungswerten auf 4 bis 6 Prozent. Die Eigenleistung der Teilnehmer würde ca. 750 Mark je ha Beitragsfläche betragen; diese Kosten könnten durch Zuweisung von Landesmitteln für Unternehmensflurbereinigungen weiter gesenkt werden. Hierzu wies der Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft, Bauoberrat Norbert Rauprich, nochmals darauf hin, daß der Umfang der Maßnahmen in der Flurbereinigung vom Vorstand der Teilnehmergemeinschaft festgelegt wird. Es würde aber bald als schwerer Fehler erkannt werden, wenn besonders in den stärker zersplitterten Fluren nicht die gesetzlichen Grundlagen für eine umfassende Neuordnung geschaffen würden.
Die Teilnehmer sollen insgesamt nochmals über alle Aspekte der Flurbereinigung aufgeklärt werden. Insbesondere wird nach Möglichkeit noch über folgende Fragen Klarheit geschaffen: Baumaßnahmen in einer reinen Unternehmensflurbereinigung; Abflußregelung im Bogenbachtal; Ausbau der Staatsstraße 2139; Landbedarf des Bundeswehr-Übungsplatzes. Ida Krinner sicherte bei der Klärung dieser Fragen ihre Unterstützung zu.
Die Flurbereinigungsdirektion wird sodann die zahlreichen Widerspruchsführer gegen die Anordnung der Flurbereinigung zu Einzelverhandlungen laden, die getrennt nach Ortschaften geführt werden sollen. Anschließend wird eine Entscheidung gefällt werden, in welcher Form die Flurbereinigung Hunderdorf zweckmäßig durchgeführt wird.
Quelle: Bogener Zeitung, 31.03.1980

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