1919

Steinburg, 8. Januar. (Die Schauersche Kunstmühle) in Sattelpeilnstein wurde mit den dazugehörigen Säge- und Elektrizitätswerk von Herrn Max Oischinger, Mühlenbesitzerssohn von hier gepachtet.
Quelle: Straubinger Tagblatt 10.01.1919

Hunderdorf, 10. Jan. (Generalversammlung.) Am 6. Januar hielt der kath. Burschenverein nach 5 Jahren wieder seine erste ordentliche Generalversammlung ab. Nach Bekanntgabe der Tagesordnung und Erstattung des Kassaberichtes wurde zur Wahl der Vorstandschaft geschritten. Gewählt wurden: Vorstand Anton Poiger, Bauerssohn von Stetten; Kassier Anton Härtenberger; Schriftführer Joseph Poiger; Beisitzer Johann Hornberger und Anton Obermeier. Dem Jahresbericht ist zu entnehmen: Die Mitgliederzahl beträgt zur Zeit 61. Von den Mitgliedern waren 40 zum Heeresdienst einberufen, 10 sind jetzt noch beim Militär, 4 im Lazarett und 6 in Gefangenschaft, 2 sind vermißt und 9 erlitten den Heldentod. Auszeichnungen erhielten: 1 Mitglied die silb. Tapferkeitsmedaille, 3 die Landwehrdienstauszeichnung, 16 das Eiserne Kreuz und 12 das bayer. Miltär-Verdienstkreuz.
Quelle: Straubinger Tagblatt 12.01.1919

Hunderdorf, 28. Jan. (Für die Errichtung eines Kriegerdenkmals) dahier wurden von verschiedenen Mitgliedern des Kriegerbundes bereits hohe Beiträge gezeichnet, so von dem 1. Vorstand H. Gutsbesitzer Rothamer Sollach 1000 M von dem 2. Vorstand Herrn Buchner 500 M und vom Kassier Herrn Sträußl 500 M. Auch eine Reihe anderer Herren zeichneten erhebliche Beträge.
Quelle: Straubinger Tagblatt 30.01.1919

Hunderdorf, 28. Jan. (Kriegerfeier.) Ein selten schönes Fest veranstaltete vergangenen Sonntag der Kriegerbund Hunderdorf seinen vom Felde heimgekehrten Mitgliedern. Schon in aller Frühe leiteten Böllerschüsse den festlichen Tag ein. Um 9 Uhr war Kirchenparade. Voran schritten Knaben mit weißblauen Fähnchen; hernach kam die Musik, dann drei weiß gekleidete Mädchen, der Fahnenjunker nebst zwei Begleitern, ca. 50 Feldgrade und dann die übrigen Vereinsmitglieder. Nach dem Gottesdienst bewegte sich der Zug nach der Sandbillerschen Bahnhohsrestauration, wo das Töchterchen des Wagnermeisters Fuchs einen Prolog vortrug, der die Heldentaten unserer tapferen Krieger verherrlichte. Um 11 Uhr fand für sämtliche Mitglieder Festessen statt. Nachmittag war Konzert der Kapelle Klein-Hunderdorf. Im Verlauf derselben hielt ein Redner aus Straubing einen Vortrag über die Kriegsereignisse. Abends war Tanzunterhaltung. Die ganze Veranstaltung verlief ohne Störung.
Quelle: Straubinger Tagblatt 30.01.1919

Todes-Anzeige
Gott, dem Allmächtigen hat es gefallen, am 3. Februar 1919 morgens halb 4 Uhrunsere innigstgeliebte Tochter und Schwester, die tugendsame
Jungfrau Cäcilia Barth,
Schuhmacherstochter von Hunderdorf,
nach 6wöchentlichen schweren Leiden und öfteren Empfang der hl.Sterbesakramente in einem Alter von 23 Jahren in ein besseres Jenseits abzuberufen. Ihr Leichnam ruht in Garmisch.
Hunderdorf, Regensburg, Reibersdorf, Sollach u. Siedling, 10. Febr. 1919
Die tieftrauernden Eltern Xaver u. Theres Meier
nebst Geschwistern und übriger Verwandtschaft.
Die Trauergottesdienste für die liebe Verstorbene werden am Donnerstag, den 13. Februar vorm. 9 Uhr in der Pfarrkirche Hunderdorf abgehalten.
Quelle: Straubinger Tagblatt 11.02.1919


Todes-Anzeige
Gott, dem Allmächtigen hat es gefallen, heute Nacht 2 Uhr unseren lieben Gatten, Vater, Sohn, Bruder, Schwager und Vetter, den ehrengeachteten
Herrn Josef Geiger,
Oekonom von Hofdorf,
nach längerem Leiden, jedoch schnell und unerwartet, versehen mit den hl. Sterbesakramenten,  im Alter von 50 Jahren zu sich zu nehmen. Um stilles Beileid bitten:
Hofdorf, Höhlgrub, Hunderdorf, Windberg, Ried, Steinburg, Ostermünchen, München, den 20. Februar 1919.
Die tieftrauernde Gattin nerbst 6 Kindern,
wovon 2 Söhne in englischer Gefangenschaft sind.
Beerdigung findet am Samstag, den 22. Februar, vorm. 1/2 9 Uhr mit darauffolgendem Gottesdiensten in Hunderdorf statt.
Quelle: Straubinger Tagblatt 21.02.1919


Hunderdorf, 19. Febr. (Kriegerfeier.) Der Veteranen- und Kriegerverein Hunderdorf bereitete am vergangenen Samstag seinen heimgekehrten Mitgliedern eine würdige Empfangsfeier. Schon am frühen Morgen verkündeten Böllerschüsse die Bedeutung des Tages. Vormittags gings im Festzug, an dem fast alle Mitglieder des Vereins teilnahmen, zur Pfarrkirche, woselbst Festgottesdienst stattfand. Nach der Rückkehr ins Vereinslokal gab es für die Kriegsteilnehmer einschließlich derjenigen von 1868 und 1870/71 ein solennes Festmahl, sodaß der obere Saal des Baierschen Gasthauses voll besetzt war. Nachmittags war gesellige Unterhaltung, wobei so manche Kriegserlebnisse ausgetauscht wurden. Ein Tanzkränzchen bildete den Abschluß dieses Ehrentages. Erwähnt sei noch, daß die Kosten des Festes von einem ungenannt sein wollenden Mitglied des Vereins getragen wurden und sei demselben an dieser Stelle der herzliche Dank zum Ausdruck gebracht.
Quelle: Straubinger Tagblatt 22.02.1919


Hunderdorf, 7. März. (Besitzwechsel.) Der Spar- und Darlehenskassenverein Hunderdorf erwarb das Anwesen des Bauern Josef Irrgang in Haunkenzell um den Kaufpreis von 115 000 Mark. Dasselbe umfaßt 109 Tagwerk Grund. Notarielle Verbriefung ist bereits erfolgt. Das Anwesen verfällt der Zertrümmerung. — Das Christphsche Anwesen in Hoch ging durch Kauf um den Preis von 14 000 M in den Besitz des Josef Jungtäubl von Welchenberg über.
Quelle: Straubinger Tagblatt 09.03.1919


Hunderdorf, 8. März. (Diebstahl.) Heute mittags 1 Uhr wurde im hiesigen Postlokale, während die Postbediensteten auf kurze Zeit sich daraus entfernt hatten, von einem Fremden die Geldkasse mit 2000 M Inhalt gestohlen. Der Dieb konnte bis jetzt nicht ermittelt werden.
Quelle: Straubinger Tagblatt 12.03.1919


Hunderdorf.
Zu der am Mittwoch den 19. März zu Ehren unseres Vorstandes im Vereinslokal stattfindenden
Josephifeier mit Konzert
ladet alle Mitglieder, Sepperl und Gönner des Vereins und Umgebung freundlichst ein.
Der Kriegerbund.    Sandbiller, Restaurateur.
Quelle: Straubinger Tagblatt 18.03.1919


Hunderdorf, 25. März. (Besitzwechsel.) Das 17 Tagwerk umfassende Oekonomieanwesen des Herrn Josef Niemeier in Ehren bei Steinburg ging durch Kauf samt lebenden und totem Inventar an Herrn Xaver Neimer, Privatier in Langholz über. Als Kaufpreis wurden 42000 M genannt. Notarielle Verbriefung ist bereits erfolgt. — Viehhändler Herr Johann Hafner in Hunderdorf verkaufte gestern seine hiesige Villa  mit Inventar und 4 Tagwerk Grund an Herrn Josef Niemeier in Ehren. Als Kaufpreis wurden 17 000 M genannt. Herr Hafner beabsichtigt, nach Bogen zu übersiedeln.
Quelle: Straubinger Tagblatt 28.03.1919


Hunderdorf, 28. März. (Zur Kriegerdenkmalsfrage.) Schon während des Krieges wurden öfters Stimmen laut, nach Friedensschluß für die gefallenen Krieger der Pfarrgemeinde ein würdiges Denkmal zu errichten. Von den 350 Männern, die zum Kriegsdienst einberufen wurden, sind etwa 60 den Heldentod gestorben. Der hiesige Veternaen- und Kriegerverein hat nun in seiner Generalversammlung den einstimmigen Beschluß gefaßt, an den hiesigen Kriegerbund das Ersuchen zu stellen, beide Vereine zusammenzulegen und in der Kriegerdenkmalsfrage gemeinsam vorzugehen. Ohne diese Angelegenheit einer Generalversammlung zu unterbeiten, wurde ersteres Ansinnen von Seite  des Kriegerbundes kurzerhand abgewiesen bezüglich des Denkmals aber eine so kurze Frist zur Rückäußerung gestellt, daß es dem Veteranen- und Kriegerverein nicht möglich war, hiezu Stellung zu nehmen. Der Kriegerbund beschloß nun, das Denkmal auf eigene Rechnung zu errichten. Er veranstaltete unter seinen Mitgliedern, etwa 200 sowie einigen Mitgliedern des Veteranenvereines eine Sammlung, die das schöne Ergebnis von 4000 M aufzuweisen hat. Das Denkmal ist bereits in Auftrag gegeben und soll im Frühjahr noch zur Aufstellung gelangen. Außer den gefallenen Mitgliedern „können“ auch die Namen von anderen Gefallenen der Pfarrei darauf verzeichnet werden. Nun hat der Veteranen- und Kriegerverein in einer am vergangenen Sonntag einberufenen außerordentlichen Generalversammlung den einstimmigen Beschluß gefaßt, für seine gefallenen Mitglieder ebenfalls ein Kriegerdenkmal zu errichten. Von den 140 Mitgliedern ist die Summe von nahezu 3000 M in Aussicht gestellt und soll die Aufstellung ebenfalls im Laufe des Sommers erfolgen. Nun frägt sich aber jeder vernünftige Mensch, warum in einem Dorf gleich zwei Kriegerdenkmale errichtet werden sollen. Möchten doch die vernünftigen Männer der Pfarrgemeinde sich dafür einsetzen, daß man sich durch derlei Sonderbestrebungen in der Öffentlichkeit nicht lächerlich macht, so lobenswert sonst der Zweck ist. Die Namen sämtlicher Gefallener, ob Vereinsmitglied oder nicht, gehören auf ein gemeinsames Denkmal, das auch der ganzen Pfarrgemeinde zur Ehre gereichen soll.
Quelle: Straubinger Tagblatt 30.03.1919


Hunderdorf, 14. April. (Zur Kriegerdenkmalsfrage.) In Nr. 74 dieses Blattes erschien ein Artikel über die Frage der Errichtung eines Kriegerdenkmales dahier, welche der Richtigstellung bedarf. Nach den Satzungen können nur solche als Mitglieder in den Kriegerbund Aufnahme finden, die wirklich im Heere oder der Marine dienten, was aber bei dem Veteranenvereine Hunderdorf nicht der Fall ist. Aufgrund der entgegenstehenden Satzungen konnte daher der Kriegerbund dem Antrage des Veteranenvereins auf den Zusammenschluß beider hiesigen Kriegervereine keine Folge geben. In einem Schreiben vom 16. Februar an denVeteranenvereine klärte sich aber der Kriegerbund zur gemeinsamen Errichtung eines Kriegerdenkmales durch beide Vereine bereit. Nachdem aber bis 7. März darauf keine Antwort einlief, beschloß der Kriegerbund, die Errichtung des Kriegerdenkmals selbst in die Hand zu nehmen. So und nicht anders verhält es sich mit der im Artikel behaupteten kurzhändigen Abweisung des Antrages des Veteranenvereins. Die Zahl der Mitglieder des Kriegervereins beträgt nicht 200, sondern 280, und das bisherige Sammelergebnis des Kriegerbundes nicht 4000, sondern 4700 M. Das vom letzteren zu errichtende Kriegerdenkmal kommt auch nicht im Frühjahr, sondern erst im Juni zur Aufstellung. Völlig unzutreffend ist, daß der Kriegerbund auch bei Mitgliedern des Veteranenvereins zum Denkmal Beiträge sammelte. Uebrigens haben bis auf 7 sämtliche Angehörigen der 80 Gefallenen der Pfarrei zu dem vom Kriegerbund zu errichtenden Denkmal beigesteuert und die Verewigung der Namen ihrer Lieben auf demselben beantragt.
Quelle: Straubinger Tagblatt 17.04.1919


Hunderdorf, 19. April. (Der hiesige Obstbauverein) hielt kürzlich im Edbauerschen Gasthause dahier seine diesjährige Generalversammlung ab, die gut besucht war. Der erste Vorstand, Hochw. Pfarrer Hirtl eröffnete dieselbe und verbreitete sich sodann in längeren Ausführungen über die Bedeutung unseres Obstbaues. Herr Poiger, Hofbesitzerssohn von Stetten, sprach über die Obstbaumzucht, Pflanzung von Obstbäumen, Pflege der selben gab Anweisung zur Spalierzucht, wobei der die Hauptmethoden der Schnitte erläuterte und ermunterte zum Schlusse die Mitglieder, jeden älteren, unfruchtbaren Baum durch Veredelung wieder fruchtbar zu machen. Die praktischen Vorführungen des Redners boten sehr viel Interessantes und sei demselben hierfür auch an dieser Stelle der gebührende Dank zum Ausdruck gebracht. Bei der nun folgenden Neuwahl der Vorstandschaft wurden Herr Pfarrer Hirtl als Vorstand und Herr Hauptlehrer Scheininger als Schriftführer wiedergewählt, Herr Jos. Rieser, Oekonom von Stetten als Kassier neugewählt. Anschließend an die Versammlung des Obstbauvereins fand zu Ehren des von hier scheidenden Hochw. Herrn Kooperators – derselbe erhielt Anweisung als 1. Kooperator nach Viechtach – eine Abschiedsfeier statt, die einen sehr schönen und würdigen Verlauf nahm.
Quelle: Straubinger Tagblatt 23.04.1919


Steinburg, 27. April. (Besitzwechsel.) Herr Bierbrauereibesitzer Berger erwarb durch Kauf das Wastl’sche Gütleranwesen in Wegern mit 4 Tagwerk Grund um den Preis von 8600 Mark.
Quelle: Straubinger Tagblatt 01.05.1919


Hunderdorf, 27. April. (Besitzwechsel.) Das Schleinkofersche Oekonomieanwesen dahier ging durch Kauf samt lebenden und toten Inventar mit 12 Tagwerk Grund an Hr. Josef Gütelhuber von Hoch und Frl. Theres Altschäffl, Oekonomenstochter von Gaishausen über. Als Kaufpreis wurden 20 000 M genannt. – Herr Josef Kalm verkaufte sein Oekonomieanwesen an Hrn. Josef Sträußl, Hofbesitzer von Sollach. Als Kaufpreis werden 20 000 Mark genannt. Notarielle Verbriefung ist bereits erfolgt.
Quelle: Straubinger Tagblatt 01.05.1919


Hunderdorf, 5. Mai. (Zur Kriegervereins- und Denkmalfrage.) Der Kriegerbund Hunderdorf brachte in einem Artikel in Nr. 89 des Straub. Tagbl. verschiedene Angaben, die in mehrfacher Hinsicht einer Richtigstellung bedürfen. Unser seinerzeit gestellter Antrag auf Zusammenschluß beider dahier bestehenden Kriegervereine wurde von Seiten des Kriegerbundes glatt abgelehnt, aus dem Grunde, weil der Veteranenverein auch einzelne Ehrenmitglieder hat. Wenn aber der K.-B. seine Satzungen, wie er sich ausdrückte, nicht übertreten wollte, so hätte er dennoch keinen Grund gehabt, das Ansuchen des Veteranenvereins kurzerhand zurückzuweisen, da letzterer ausdrücklich erklärte, die an ihn gestellten Bedingungen voll und ganz anzuerkennen. Wir verlangten damals auch, der Kriegerbund wolle ein Lokal bestimmen zur gemeinsamen Besprechung beider Vorstandschaften, auch solle unser Antrag einer Generalversammlung unterbreitet werden. Diese ganze Angelegenheit wurde aber von nur einigen Vorstandsmitgliedern des K.-B. in der Küche der Bahnhofsrestauration Steinburg besprochen und einfach abschlägig verbeschieden. Daher von uns keine Antwort. Weiterhin muß bemerkt werden, daß es Tatsache ist, daß der K.-B. einzelne unserer Mitglieder um Spenden zum Kriegerdenkmal angegangen hat. Angesichts dieser Tatsachen hat der K.-B. nicht das geringste Recht, uns als Lügner hinzustellen. Wäre damals über unseren Antrag vernünftig geurteilt worden und hätte am uns, statt nur den Fehdehandschuh hinzuwerfen, die Versöhnungshand gereicht, dann wären diese Reibereien für immer aus der Welt geschafft worden.
Quelle: Straubinger Tagblatt 08.05.1919


Hunderdorf, 30. Juni. (Besitzwechsel.) Das 12 Tagwerk umfassende Buchnerische Bauernanwesen in Grabmühl ging durch Kauf in den Besitz des Hrn. Anton Grübl, Musikmeister in Degernbach über. Als Kaufpreis wurden 24 0000 M genannt. Notarielle Verbriefung ist bereits erfolgt. – (Diebstahl.) Dem Oekonomen Mühlbauer in Hochholz wurde nachts ein Mutterschaf im Wert von 200 M gestohlen.
Quelle: Straubinger Tagblatt 02.07.1919


Hunderdorf, 1. Juli. (Unfall.) Beim Ausspannen schlug ein sonst gutmütiges Pferd des Bauern Xaver Groß von Hofdorf aus und traf dessen 16jährige Tochter Theres so unglücklich im Gesicht, daß die linke Wange ganz zerschlagen und Ober- und Unterkiefer gebrochen wurden. Das bedauernswerte Mädchen wurde nach Anlegung eines Notverbandes am Sonntag früh ins Krankenhaus nach Straubing verbracht.
Quelle: Straubinger Tagblatt 03.07.1919


Hunderdorf, 1. Juli. (Bürgermeisterwahl.) Da bei der Gemeindewahl am 15. Juni von den 4 Bewerbern als Bürgermeister keiner die erforderliche Stimmenmehrheit erhielt, mußte die Bürgermeisterwahl vergangenen Sonntag durch die Gemeinderäte erfolgen. Der bisherige Bürgermeister Johann Diewald von Lindfeld wurde dabei zum 1. und der Bauer Xaver Fruhstorfer von Sollach zum 2. Bürgermeister gewählt. Als Gemeinderäte sind gewählt: Josef Groß, Gütler; Matthias Maier, Eisendreher; Johann Weinzierl, Krämer; Josef Wagner, Söldner; Ludwig Maier, Bauer; Michael Landstorfer, Gütler; Josef Bielmeier, Söldner; Leopold Klein, Musiker; Karl Härtenberger, Schreinermeister; Jakob Hirtreiter, Gütler. An Stelle des zum zweiten Bürgermeister gewählten Gemeinderates Fruhstorfer wird der Gütler Michael Fuchs nachrücken.
Quelle: Straubinger Tagblatt 03.07.1919


Hunderdorf, 17. Juli. (Besitzwechsel.) Durch Kauf ging das Anwesen des Gütlers Hans Wastl in Wegern in den Besitz des Herrn Bachmeier in Kagers über. Als Kaufpreis werden 13 000 Mark genannt. Notarielle Verbriefung hat bereits stattgefunden. – (Kriegerdenkmal.) Am 3. August findet dahier die Einweihung des neuen Kriegerdenkmals statt. Zu der Feier haben bereits 25 Vereine ihr Erscheinen zugesagt.
Quelle: Straubinger Tagblatt 19.07.1919


Hunderdorf, 8. Aug. (Kriegerdenkmalsenthüllung.) Zum ersten Male seit dem Kriege haben sich wieder einmal eine große Anzahl Vereine in kameradschaftlicher Weise zusammengefunden. Der Kriegerbund Hunderdorf war dank der ausgiebigen Spenden seiner Mitglieder bereits in der Lage, seinen gefallenen Angehörigen ein würdiges Denkmal zu setzen, das am vergangenen Sonntag in feierlicher Weise enthüllt wurde. Unter den Klängen der Kapelle Klein marschierten 30 Vereine durch die festlich geschmückten Straßen zur Pfarrkirche. Nach der Feldmesse gings zum neuen Denkmal, woselbst Herr Bezirksobmann Straubinger in herrlichen Worten die Bedeutung des Tages feierte. Unter Trommelklängen fiel die Hülle und die Fahnen senkten sich zum stillen Gruß. Nachdem Herr Straubinger der Heldentaten unserer Krieger und der Toten gedachte, folgte ein Trauerchoral für die gefallenen Kameraden. Frl. Marie Schedlbauer wies in einem wirkungsvoll zum Vortrag gebrachten Prolog auf die 53 Namen hin, die in das Denkmal für dauernd eingegraben sind. Darauf betrat Hochw. Herr Pfarrer Hirtl die Tribüne und sprach über die Bedeutung der Feier vom religiösen Standpunkt aus und gab dem Denkmal die kirchliche Weihe. Nachdem der Bezirksobmann Wolf von Mitterfels gesprochen, schloß ein weiterer Prolog den Festakt. Nachmittag war gesellige Unterhaltung, wobei Reden und Musikstücke miteinander abwechselten. – Das Denkmal ist aus Granit hergestellt vom Steinmetzmeister Kaiser in Bogen.
Quelle: Straubinger Tagblatt 09.08.1919


Hunderdorf, 19. Aug. (Einbruch.) Gestern nachmittags wurde bei dem Oekonomen Franz Sträußl in Apoig, während er u. seine Leute auf dem Felde mit Erntearbeiten beschäftigt waren, eingebrochen. Gestohlen wurden zwei Anzüge und 400 M Geld. Des Diebstahls verdächtig sind zwei Feldgraue mit Rucksäcken, die in der Nähe des Anwesens gesehen wurden.
Quelle: Straubinger Tagblatt 232.08.1919


Todes-Anzeige
Tieferschüttert teilen wir allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht mit, daß mein innigstgeliebter, unvergeßlicher Gatte, unser guter Bruder, Schwager, Vetter u. Pate
Herr Karl Bräuherr,
Kunstmühlenbesitzer in Hunderdorf,
infolge eines Unglücksfalles den Tod in seiner Berufserfüllung im Alter von 47 Jahren gefunden hat. Wer die Herzensgüte des Verstorbenen kannte, weiß unseren Schmerz zu würdigen.
Um stilles Beileid und um Gebet für den Verstorbenen bitten:
Oberhunderdorf, Bogen, Racherting, München, Parkstetten, Kleinai u. Geishausen, den 11. Oktober 1919.
Die trostlose Gattin: Fanny Bräuherr,
nebst Geschwister und übriger Verwandtschaft.
Die Beerdigung findet Montag, den 13. Oktober vormittags 9 Uhr vom Hause aus mit darauffolgenden Gottesdiensten in der Pfarrkirche zu Hunderdorf statt. Weitere Seelengottesdienste werden am Dienstag, den 14. Oktober angehalten.
Quelle: Straubinger Tagblatt 11.10.1919


Hunderdorf, 10. Oktober. (Tötlich verunglückt.) Der Oekonom und Kunstmühlenbesitzer Karl Bräuherr in Oberhunderdorf geriet vergangene Nacht in die Transmission und wurde so schwer verletzt, daß er alsbald eine Leiche war. Eine Gerichtskommission wird sich heute vor Ort und Stelle hier einfinden. Der Verunglückte stand im 48. Lebensjahre und galt als fleißiger und strebsamer Mann. — (Besitzwechsel.) Herr Musikmeister Anton Griebl in Grabmühl verkaufte sein dortiges Oekonomieanwesen mit 12 Tagwerk Grund (das ehemalige Buchneranwesen) um den Preis von 34 000 M an Hrn. Dendl in Straubing. Notarielle Verbriefung ist bereits erfolgt.
Quelle: Straubinger Tagblatt 14.10.1919


Hunderdorf, 28. Oktbr. (Aus französischer Gefangenschaft) sind gestern in der Heimat eingetroffen Hans Feldmeier, Hafnermeister in Thananger und Josef Bücherl, Gütler in Starzenberg. — (Der hiesige Krieger- und Veteranenverein) feierte gestern sein herkömmliches Jahresfest. Vormittags fand die kirchliche Feier statt, nachmittags war gesellige Unterhaltung im Baierschen Gasthause. Die Musik stellte die Kapelle Klein-Windberg. Der Verein zählt derzeit 150 Mitglieder.
Quelle: Straubinger Tagblatt 31.10.1919


Todes-Anzeige
Gott, dem Allmächtigen hat es gefallen heute nachts 1/2 2 unsere innigsgeliebte Mutter, Großmutter und Schwiegermutter, die ehrengeachtete
Frau Anna Karl,
Austragswitwe in Ramersberg,
nach längerem Leiden, jedoch schnell und unerwartet nach Empfang der hl. Sterbesakramente in einem Alter von 68 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen.
Um stilles Beileid bitten
Ramersberg, München, Oberalteich, Kößnach, Landshut, den 9. Dezember 1919
Die tieftrauernden Kinder und Verwandten.
Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 11. Dezember, vormittags um 9 Uhr vom Trauerhause aus nach Hunderdorf mit darauffolgenden Gottesdiensten statt.
Quelle: Straubinger Tagblatt 10.12.1919


Hunderdorf, 18. Dez. (Tödlicher Schlaganfall.) Heute früh 4 Uhr wurde Herr Hauptlehrer Scheininger dahier vom Schlag getroffen und war in kurzer Zeit eine Leiche.
Quelle: Straubinger Tagblatt 20.12.1919


Hunderdorf, 20. Dez. (Beerdigung.) Heute vormittag 10 Uhr fand dahier die Beerdigung des im Alter von 60 Jahren infolge Herzschlages verstorbenen Herrn Hauptlehrers Scheininger von hier statt. An dem Leichenbeängnisse nahmen außer einer großen Menge Leidtragender, Herr Bezirksamtsassesor Schmidt-Bogen, Herr Oberlehrer Friedl-Bogen, die Lehrerschaft von nah und fern und die gesamte Schuljugend teil; ferner der Kriegerbund Hunderdorf, dessen Mitbegründer der Verstorbene war, der Bienezucht- und Obstbauverein, bei welchem Herr Scheininger die Stelle des Schriftführers versah, der Gemeindeausschuß und die Kirchenverwaltung. Am Grabe hielt hochw. Herr Pfarrer Hirtl eine tiefergreifende Trauerrede, in welcher er die vielen Verdienste des Verstorbenen würdigte. Auch Herr Oberlehrer Friedl gedachte namens des Bezirkslehrervereins des dahingeschiedenen Kollegen in ehrenden Worten.
Quelle: Straubinger Tagblatt 24.12.1919


Nachruf!

Einen schweren Verlust erlitt die Schule und die Gemeinde Hunderdorf durch das so schnelle und plötzliche Ableben des
Herrn Hauptlehrers Egid Scheininger.
14 Jahre war er unserer Schule ein vorzüglicher Lehrer, der Gemeinde stand er als tüchtiger Gemeindeschreiber zur Seite und zwar in solcher Weise, daß die Gesamtgemeinde Hunderdorf mit Recht sagen kann, Herr Hauptlehrer bleibt für uns unersetzlich.
Ob arm oder reich, hier kannte er keine Grenzen und seine Schulkinder verlieren an ihm einen stets rücksichts- und liebevollen Lehrer. Möge ihm Gott, der Allmächtige hierfür im Jenseits den wohlverdienten Lohn geben! Die Gemeinde Hunderdorf ruft ihrem unvergeßlichen Lehrer und Gemeindeschreiber als letzten Abschiedsgruß nach: „O Herr gib ihm die ewige Ruhe und das ewige Licht möge ihm leuchten drüben im Jenseits“.
Hunderdorf, den 22. Dezember 1919
Gemeinde-Rat Hunderdorf:
Diewald, Bürgermeister.
Quelle: Straubinger Tagblatt 24.12.1919

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