1951#04-06

Feuerwehr erhält neue Fahne
Windberg.
Feuerwehrkommandant Geiorg Wagner teilte in einer Versammlung mit, daß die neue Fahne für die Freiwillige Feuerwehr bereits gekauft und fertiggestellt ist. Die Fahnenweihe wird am 27. Mai stattfinden.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 02.04.1951


Todes-Anzeige
Still, wie er gelebt, entschlief am Donnerstag nachmittag, wohlvorbereitet mit den hl. Sterbsakramenten, mein innigstgeliebter Gatte, unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Bruder
Herr Jakob Sträußl
Kaufmann

im Alter von 68 ½ Jahren.
Hunderdorf, Au v. W., Straubing, den 6. 4. 51.
In tiefer Trauer:
Maria Sträußl, Gattin
Paule Maier, Tochter
Hermann Maier, Schwiegersohn
Schwestern, Enkelkinder
und übrige Verwandtschaft.
Der Trauergottesdienst mit anschl. Beerdigung findet am Sonntag, den 8. 4. 51, in der Pfarrkirche in Hunderdorf statt.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 06.04.1951


Brauerei Berger
Steinburg

Samstag, 14. April, 20 Uhr
Einmaliges Gastspiel
Ingerlis Tegernseer Bauern-
theater
mit dem unverwüst-
lichen Lachschalger
„Der Etappenhas“
2 ½ Stunden nichts als Lachen!
Quelle: Straubinger Tagblatt, 13.04.1951


Bezirkstierarztstelle besetzt
Dr. Fritz Roßkopf als Reg.-Vet.-Rat von Neumarkt nach Bogen angewiesen
Bogen.
Das Bestreben des Landkreises Bogen, die früher gehabten Ämter wieder zu erhalten, ist nun im Falle der Kreistierarztstelle von Erfolg begleitet worden. Mit Wirkung vom 1. April hat die Bayer. Staatsregierung für den Landkreis wieder eine Bezirkstierarztstelle errichtet und Dr. Fritz Roßkopf mit dem gleichen tage zum amtstierärztlichen Dienst einberufen und als Regierungs-Veterinär-Rat für den Amtsbezirk Bogen angewiesen. Reg.-Vet.-Rat Dr. Fritz Roßkopf kommt von Neumarkt/Opf. Woselbst er zuletzt als Schlachthofdirektor tätig war. Vor dieser Tätigkeit hatte er die Reg.-Veterinärstelle für den Landkreis Hof i. B. inne. Er hat seine Stelle in Bogen bereits angetreten.
Bereits am 22. März 1950 hatte der Landkreis Bogen in einer Eingabe gebeten, wieder eine eigene Bezirkstierarztstelle für Bogen zu schaffen. Den in dieser Eingabe vorgebrachten Gründen (der auch für Bogen zuständige Bezirkstierarzt von Straubing hatte ein Gebiet von insgesamt 1000 qkm zu betreuen, von dem Bogen allein mit rd. 500 qkm einen Viehbestand von 49 000 Stück Großvieh und 135 405 Stück Kleinvieh aufzuweisen hat) konnte sich die Staatsregierung auf Dauer nicht verschließen, um so mehr als in einer neuerlichen Eingabe vom Februar d. J. auf die Dringlichkeit des Ersuchens hingewiesen wurde. Auch wir haben in unserer Ausgabe vom 23. Februar d. J. unter der Überschrift „Platonische Lieb macht nicht gesund“ zum wiederholten Male auf die Notwendigkeit einer eigenen Bezirksarztstelle für den Landkreis Bogen hingewiesen und freuen uns, daß die Nöte des Bogener Landkreises wenigstens in diesem Punkte von der Regierung anerkannt wurden und sie sich veranlaßt sah, hier Abhilfe zu schaffen. Ungerecht wäre es allerdings, in der Freude über den Erfolg der Bemühungen zu verschweigen, daß während der langen Jahre der Verwaisung bezw. interimistischen Betreuung des Landkreises Bogen auf veterinärärztlichem Gebiete sich Tierarzt Dr. März mit seltener Treue, Gewissenhaftigkeit und Hingabe bemühte, den Mangel einer staatlichen Bezirksarztstelle vergessen zu lassen.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 16.04.1951


Fünf Jahre Bogener Theater
Bogen.
Fünf Jahre sind in einem Menschenleben nur eine kurze Spanne Zeit, sie fallen noch weniger ins Gewicht, wenn es sich um Geschäftsunternehmen handelt. Und trotzdem ist das fünfjährige Bestehen des Bogener Theaters erwähnenswert, handelt es sich doch in gewisser Hinsicht um ein kulturelles Unternehmen, das seine Existenzberechtigung in dieser Zeitspanne nachgewiesen hat. Als sich der Besitzer Justus Angersbach 1946 entschloß, mit dem 20. April im Saal des Gasthofes zur Post ein Kinounternehmen zu eröffnen, war er sich klar darüber, daß er mit Widerständen verschiedenster Art zu kämpfen hatte, wobei sich vor allem die relative Nähe der Gäubodenmetropole Straubing und die verhältnismäßig gute Zug- und Omnibusverbindung nach dort negativ auswirkten. Wenn er trotzdem den Bestand seines Unternehmens sichern konnte, wenn es ihm darüber hinaus gelang, auch eine große Zahl von Landkreisorten in regelmäßiger Folge laufend zu bespielen, und so vor allem jenen Bevölkerungskreisen im Bayer. Wald, die weitab von kulturellen Möglichkeiten leben müssen, Unterhaltung und Belehrung zu bieten, so vor allem deswegen, weil er vor allem Anbeginn an es sich angelegen sein ließ, nur gute Filme zu bieten und kulturell Wertvolles zu zeigen. So sind die fünf Jahre Bogener Theater gleichzusetzen mit fünf Jahren kulturpolitischer Arbeit, für die ihm Dank und Anerkennung gesagt werden muß.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 20.04.1951


Hunderdorf
„Nur einmal blüht im Jahr der
Mai!“ Sonntag, 29. April 1951,
Maibaumsteigen
und TANZ. Beginn 15 Uhr bei
Gasthaus Baier, wertv. Preise.
Veranstalter. Freiw. Feuerwehr
Hunderdorf

Quelle: Straubinger Tagblatt, 23.04.1951


Steinburg-Bahnhof
Am Sonntag, 29. April,
Mai-Tanz

Es Spielt eine schmissige
Kapelle
Es ladet freundlichst ein
Karl Solcher, Gastwirt
Quelle: Straubinger Tagblatt, 23.04.1951


Ein Kreuz ragt gen Himmel
Kreuzesfeier und Landjugendtreffen auf dem „Schopf“ bei Kostenz
Windberg.
Die katholische Pfarrjugend der Pfarrei Windberg hat auf dem 910 m hohen Gipfel „Schopf“ bei Kostenz am Christi-Himmelfahrtstag im Jahr 1947 ein wetterfestes Gipfelkreuz aus Eichenholz errichtet, das weithin sichtbar ist und das Bekenntnis gläubiger Herzen zum Kreuze unseres Heilandes kündet.
Zur Erinnerung an die Errichtung werden jedes Jahr zu Christi Himmelfahrt eine Kreuzesfeier und ein Landjugendtreffen veranstaltet. Wieder rief Dekanatsjugendseelsorger Chorherr Siard Meier, die Jugend des Dekanats Bogenberg auf, sich an dieser, bereits traditionell gewordenen Veranstaltung zu beteiligen. Pater Siard Meier veranlaßte die Pfarrjugend Windbergs, das Gipfelkreuz zu errichten. An dem diesjährigen Treffen werden sich auch die Gruppen der bäuerlichen Landjugend des Landkreises Bogen beteiligen.
Die Jugendlichen Treffen sich um 10 Uhr am Himmelfahrtstag im Klosterhof zu Kostenz, wo eine Gemeinschaftsmesse gefeiert wird. Von Kostenz zieht die Jugend zum „Schopf“, wo um 12 Uhr beim Gipfelkreuz die Kreuzesfeier mit der Festpredigt gestaltet wird. Anschließend zieht die Jugend nach Rettenbach, um dem Landjugendtreffen im Gasthaus Schmelmer beizuwohnen. Das Treffen beginnt um 14.30 Uhr.
Die Feier und das Treffen werden sicher wieder zu einem tiefen Erlebnis gestaltet werden und der Jugend Gelegenheit bieten, sich kennenzulernen und Erfahrungen auszutauschen.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 30.04.1951


Leser, Achtung!
Wie Ihnen bereits wiederholt angekündigt, können Sie ab 1. Mai 1951 unsere Zeitung durch die Post oder unser Trägerpersonal (Agenturen) wie folgt beziehen:
Ausgabe AB für Markt und Kreis Bogen/D.
Ausgabe A für Landkreis Straubing
Ausgabe ohne Bezeichnung für Stadtkreis Straubing

Prüfen Sie gefl. Schon bei dieser Nummer, ob Sie die gewünschte Ausgabe erhielten. Wenn nicht, dann geben Sie bitte sofort Ihrer Poststelle oder unserem Zeitungsträge an, welche von den drei Heimatausgaben des „Straubinger Tagblatt“ Sie in Zukunft wünschen.
Die Poststellen und unser Trägerpersonal werden dann für entsprechende Berichtigung bzw. Ummeldung sorgen.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 03.05.1951


Tief erschüttert und in namenlosem Schmerz erhielt ich die unfaßbare Nachricht, daß mein innigstgeliebter Gatte, Vater, Sohn, Schwiegersohn, Neffe und Cousin, der ehrengeachtete
Herr Jakob Hainz
Bauer in Wiespoint

an den Folgen einer schweren Operation versehen mit den hl. Sterbsakramenten, im schönsten Mannesalter von 30 Jahren verschieden ist.
Wiespoint und Obernebling, den 4. Mai 1951.
Die trostlose Gattin mit Töchterchen
Mutter, Schwiegereltern

und sonstiger Verwandtschaft
Beerdigung Montag, den 7. Mai, 9.30 Uhr in Mitterfels. Weggang vom Trauerhaus in Wiespoint 9.00 Uhr.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 06.05.1951


Ausgrabungen
Windberg.
Die Nordseite unserer Pfarrkirche leidet unter großer Feuchtigkeit, so daß Arbeiten zur Trockenlegung aufgenommen wurden. Bei den Grabarbeiten wurden mehrere Bruchstücke von Grabsteinen der Äbte des 15. Und 16. Jahrhunderts gefunden. Außer den Grabsteinen fand man Bruchstücke von sehr schönem gotischem Maßwerk. Als die Wasserleitung zum Pfarrhof gelegt wurde, konnte ein Grabstein aus der Zeit der Renaissance geborgen werden. Die Arbeiter stießen auch auf Grundmauern, die vermutlich von dem früheren Frauenkloster, das im 12. Jahrhundert die Gräfin Hedwig, Gattin des Grafen Albert von Bogen, gründete, herrühren.
Bei den Grabarbeiten wurde die interessante Feststellung gemacht, dß der Kirchrutm nur auf einer Grundmauer von 50 cm Tiefe aufgebaut ist. Die ausgegrabenen Steine wurden von Pater Norbert gereinigt und werden in der Friedhofskirche und im Lapidarium im früheren Kreuzgang aufbewahrt werden.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 11.05.1951


Umsiedler berichtet
Windberg.
Ein Umsiedler, der vor einigen Wochen von Windberg nach Dortmund umgesiedelt wurde, berichtet in einem Schreiben, daß die Umsiedlung aufs beste organisiert war. In Dortmund wurden die Umsiedler in geräumige Wohnungen einer neue Siedlung eingewiesen, sie erhielten Hausrat zugeteilt, der ihnen später beim Lastenausgleich in Abzug gebracht wird. Die Behandlung bei den Ämtern sei auffallend freundlich und Vertreter des Arbeitsamtes kamen in die Siedlung um den Umsiedlern Arbeitsplätze zuzuweisen. Die Arbeitgeber sind allerdfings sehr vorsichtig und prüfen die Umsiedler genau. Nur wenige wurden in ihrem erlernten Berufe sofort untergebracht. Die einheimische Bevölkerung sei freundlich, hilfsbereit und entgegenkommend. Der Umsiedler möchte nicht wieder nach Windberg zurück.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 15.05.1951


Steinburg. (Neubürgerversammlung) In der am Mittwoch abgehaltenen Versammlung der ZvD im Gasthaus Solcher gab Kreisvorsitzender Aprent einen ausführlichen Bericht über die politischen Ereignisse. Über die Auflösung des ZvD-Ortsverbandes Bogen gab der Referent nähere Erklärungen und wies darauf hin, daß der Ortsverband Bogen demnächst wieder neu ins Leben gerufen wird.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 15.05.1951


Noch kein Fahnenjunker
Windberg.
In der Feuerwehrversammlung am letzten Sonntag berichtete Kommandant Wagner über die Vorbereitungen für die am 27. Mai stattfindende Fahnenweihe. Der Kommandant sagte, daß 30 auswärtige Vereine zur Fahnenweihe geladen wurden. Die Festrede wird Herr Eichhammer von der Feuerwehrschule Regensburg halten. Landrat Hafner hat zugesagt, dem Feste beizuwohnen. Die Bewohner der Ortschaft Windberg wurden aufgefordert, gemeinsam für den Häuserschmuck zu sorgen. Auf Vorschlag des Bürgermeisters Karl Amann wurde Hans Auerbacher Beauftragt, die Schmuckarbeiten zu leiten. Die Frage des Fahnenjunkers führte zu keiner Lösung, da der Kommandant sich weigerte, mit dem bisherigen Fahnenjunker zusammenzuarbeiten. Ohne eine Entscheidung in dieser Frage getroffen zu haben, verließ der Kommandant die Versammlung. Es wäre sicher gut, wenn vor der Fahnenweihe die Frage geklärt würde.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 17.05.1951


Fremdenverkehrsversammlung in Hunderdorf
Bogen.
Die Mitglieder des Fremdenverkehrsausschusses des Landkreises Bogen sowie des Arbeitskreises Fremdenverkehr im Wirtschaftsausschuß treffen sich kommenden Dienstag abend 19.30 Uhr im Gasthaus Sandbiller in Hunderdorf-Apoig zu einer generellen Aussprache über die Lage und die Möglichkeiten auf dem Gebiete des Fremdenverkehrswesens im Landkreis Bogen.
Die Tagesordnung seiht als wichtigste Punkte vor: Bildung eines aktiven Arbeitsausschusses – Herausgabe des neuen Vierfarbenprospektes – Darlehensangelegenheiten.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 26.05.1951


Prunkvoller Tag in Windberg
Fahnenweihe wurde zu unvergleichlichem Fest
Windberg.
Außerordentliche Feste wie Primizfeiern, Jubiläumsfeste und Fahnenweihen werden in unserer Heimat stets mit einem überaus großem Aufwand und Prunk gefeiert. War das 75jährige Jubiläumsfest unserer FFW schon vorbildlich organisiert und durchgeführt worden, so sollte die Fahnenweihe am gestrigen Sonntag das letzte Fest noch übertreffen. Mehr als eine Woche waren emsige Hände am Werk, um die schweren Girlanden, die Triumphbögen herzustellen und die Häuser zu schmücken. Die gesamte Bewohnerschaft, ob Alt- oder Neubürger, half mit, das Dorf festlich zu zieren, um die zahlreichen Gäste würdig empfangen zu können.
Das Fest der Fahnenweihe wurde am Vorabend mit einer Ehrung der gefallenen Gemeindebürger vor dem Kriegerdenkmal eingeleitet. Eine geschmackvolle Beleuchtung, angebracht vom Elektrikermeister Plager, gab dem Denkmal ein fast zauberhaftes Aussehen. Um 21.30 Uhr kamen die Wehrmänner schweigend zum Denkmal vor dem Kommandant Wagner in einer kurzen Ansprache der Gefallenen gedachte. Die Musikkapelle Bugl-Klein umrahmte die Gedächtnisfeier mit würdigen Weisen.
Der Festtag begann mit einem musikalischen Weckruf um 5 Uhr. Vor dem Festgottesdienst wurden die erschienenen auswärtigen Vereine am Ortseingang feierlich empfangen und zum Vereinslokal – Gasthaus Deschl – geleitet. – Außer dem Patenverein Hunderdorf waren zum Fest noch 29 Vereine aus den Landkreisen Bogen und Straubing erschienen. Es war ein erhebendes Bild, als die vielen bunten Fahnen und die vielen Wehrmänner sich im Festzug zum Gottesdienst in die altehrwürdige, aus dem 12. Jahrhundert stammende romanische Pfarrkirche begaben. H. H. Pfarrer Ach hielt die heilige Messe, zwei Feuerwehrmänner ministrierten und die Kapelle Bugl-Klein umrahmte den Gottesdienst musikalisch. In seiner Predigt erwähnte H. H. Pfarrer Ach, daß schon vor Christus die Fahnen Symbole und Sammelpunkte gleichgesinnter Menschen waren. Die zu weihende Fahne möge die Wehrmänner an den Zweck des freiwilligen Zusammenschlusses erinnern, und stets als Siegeszeichen bereitwilliger Nächstenliebe hochgehalten werden.
Nach der Fahnenweihe begaben sich die Wehrmänner vor das Kriegerdenkmal, um die Gefallenen zu ehren. Die Festjungfrau Gierl heftete das Trauerband für die 23 gefallenen Mitglieder an die neue Fahne. Kommandant Wagner gedachte auch den verstorbenen Förderern Xaver Greindl, Siegmund Loibl und Martin Zitzelsberger.
Im großen Saal der ehem. Klosterwirtschaft war die festlich gedeckte Tafel. Nachmittags versammelten sich die Wehrmänner wiederholt im Saal der Gastwirtschaft Deschl, um der Festrede und der Bänderverteilung beizuwohnen. Landrat Hafner forderte in seiner Rede die Jugend auf, sich um die Fahne zu sammeln, um das Volksvermögen und die Heimat zu retten. Es genüge nicht eine Abwehr; es müssen vielmehr alle mithelfen, Brände zu verhüten. – Oberbrandmeister Eichhammer von der FW-Schule in Regensburg hob besonders die Opferbereitschaft der Feuerwehrmänner hervor und wünschte der Feuerwehr Windberg, mit welcher er sich eng verbunden fühle, mit der neuen Fahne viel Glück. Kreisbrandinspektor Baier aus Bogen dankte der Vorstandschaft und dem Kommandanten Wagner für ihre Arbeit und forderte eine bessere Ausbildung in der Brandbekämpfung.
Anschließend an die Reden erfolgte die Verteilung der Erinnerungsbänder. Die neue Fahne wurde von der Fa. Hans Rieder, Straubing, hergestellt. Auf der einen Seite trägt sie das Bild Windbergs, auf der anderen den Schutzpatron der Feuerwehren, St. Florian. Die Stickereien sind vorzüglich gearbeitet und die Fahne ist ein wahres Schmuckstück. Nach der Abwicklung des Programms folgte gemütliches Beisammensein in den Gastwirtschaften. Die Gäste konnten wieder Windberg mit dem Eindruck verlassen, daß nichts unterlassen wurde, sie zu befriedigen.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 28.05.1951


Aktivierung im Fremdenverkehr notwendig
Fremdenverkehrsausschuß und Arbeitskreis „Fremdenverkehr“ im Wirtschaftsausschuß schließen sich zusammen
Bogen.
Es war eine erfreuliche Zahl von Interessenten, die der Einladung Landrat Hafners zu einer Besprechung im Gasthaus Sandbiller in Hunderdorf Folge geleistet hatte. Um weiterhin beim Erfreulichen zu bleiben, so sei noch betont, daß der Zweck der Besprechung, den Fremdenverkehr im Landkreis Bogen zu aktivieren und die Werbung in neue Bahnen zu lenken, vollauf erreicht wurde. Der seit der Gründung des Wirtschaftsausschusses bestehende Arbeitskreis „Fremdenverkehr“ wurde mit dem Fremdenverkehrsausschuß des Landkreises Bogen zu einem Gremium vereinigt, dessen Zusammensetzung wohl als glücklich zu nennen ist und die Gewähr dafür bietet, daß der zeitweise bestandene Dualismus einem Aktivismus Platz macht. Weniger erfreulich, aber innerhalb dieses Personenkreises unbedingt notwendig war, was Fachberater Kilger, Mitterfels, nach kurzen Begrüßungsworten Landrat Hafners der Versammlung unterbreitete. Kilger, einer besten Kenner der Verhältnisse innerhalb des Landkreises, scheute sich nicht, mit rücksichtsloser Offenheit all die Mängel aufzuweisen, die einer – auf die Dauer gesehen – erfolgversprechenden Werbung auf dem Sektor des Fremdenverkehrs entgegenstehen. Die Wege, die er im zweiten Teil seines Vortrages zu gehen bat, um das Negativum in ein Positivum umzuwandeln, betrafen die Gebiete Werbung, Organisation, Wegemarkierung, Fremdenführung, Quartiernachweis, Aufstellen von Ruhebänken usw., und zeigten, daß auf diesem Sektor Arbeit auf Jahre hinaus vorhanden ist, um grundlegenden Wandel zu schaffen. Sehr treffend betonte Kilger, daß mancher der Reisenden über einen Mangel an Komfort hinwegsehen würde, wenn er nicht auch noch mit unfreundlicher, unaufmerksamer und müder Bedienung verbunden sei. Auf diesem Gebiet vor allem müsse zuerst einmal Wandel geschaffen werden. Fremde und Erholungsuchende – und besonders solche, die den Bayerischen Wald aufsuchen – seien keine Faulenzer und Tagediebe, sondern fast immer Menschen, die in harter elfeinhalbmonatiger Arbeit ihre vierzehn Tage Urlaub verdient hätten. Seine Ausführungen wurden noch unterstrichen durch den Vorstand des Verschönerungsvereins Mitterfels, Buchdrucker Stolz, der zwar Erfreuliches über die Erfolge der dortigen Gemeinschaftsarbeit zu berichten wußte, andererseits aber betonte, daß diese Arbeit gerade von den eigentlichen Nutznießern derselben, den Gastwirten, negiert würde. Nachdem Landrat Hafner noch des verstorbenen verdienstvollen Förderers des Fremdenverkehrswesens und Freund des Bayerischen Waldes, Justizoberinspektor Seefried, gedacht hatte, betonte Bürgermeister Wutz, Bogen, daß nicht nur die Gaststätteninhaber, sondern alle Bevölkerungskreise den Fremdenverkehrsgedanken aufgeschlossen gegenüberstehen müßten, da der Fremdenverkehr sich befruchtend als alle Erwerbszweige auswirke.
Wirtschaftsausschußvorsitzender Hans Schubauer kam auf die Werbung durch den ADAC zu sprechen, die vor allem den Vorteil habe, das ADAC-Mitglied die durch das Organisationsschild kenntlich gemachten Betriebe als Garanten guter, reeller und aufmerksamer Bedienung betrachte. Itltinger-Pürgl, der Vorsitzende des Gaststättenverbandes für den Landkreis Bogen, gab bekannt, daß nur ein verschwindend geringer Bruchteil der rund 300 Gastwirte des Kreises dem Verband angehört und es schwer sei, erzieherischen Einfluß auf sie zu gewinnen.
Einem hierauf gebildeten aktiven Arbeitsausschuß für den Fremdenverkehr des Landkreises Bogen gehört folgender Personenkreis an: 1. Vorsitzender: Gastwirt Sandbiller, Hunderdorf; 2. Vors. Kreisfachberater Kilger, Mitterfels; Ausschußmitglieder: Lechner, Bogen; Schmelmer, Rettenbach; Fleischmann, Stolz, Mitterfels; Lachner, Bogen; Pfr. Schmitt, Englmar; Katzendobler, Bogen; König, Bogen; Oppel, Bogen; Fanny Bauer, Bogen; und Dottermann, Windberg. Außerdem wird die Bayerwaldsektion Schwarzach noch ein Vertreter für den Ausschuß benennen.
Abschließend betonte Studienrat Lachner, Bogen, die Vorteile einer planmäßigen Lenkung der Propaganda und setzte sich für eine tätige Mitarbeit der Lehrerschaft und Schuljugend ein, während Landrat Hafner die Aussprache mit der Bitte schloß, mit Idealismus und Opfergeist zum Wohle unserer schönen Heimat zu arbeiten.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 01.06.1951


Schwerer Unfall
Kostenz.
Der 24jährige Hilfsarbeiter Johann Schleinkofer, wohnhaft in Hunderdorf, beschäftigt im Baugeschäft Gierl an der Baustelle in Kostenz, erlitt gestern Dienstag abend einen schweren Unfall. Mit schweren offenen Brustkorb-Verletzungen und Rippenbrüchen wurde er in sehr bedenklichem Zustand in das Krankenhaus Straubing eingeliefert.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 13.06.1951


Todesanzeige
Am Abend des 20. 6. 51 verscheid nach kurzer Krankheit, jedoch unerwartet, unser lieber Vater, Großvater und Schwiegervater
Herr
Michael Feldmer
Privatier von Hunderdorf

nach Empfang der hl. Sterbesakramente im Alter von 82 Jahren.
Hunderdorf, Zierholz, Bad Cannstatt und Viechtach, den 21. Juni 1951.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen
Beerdigung am Samstag den 23. 6. 51, vom Ortseingang Hunderdorf aus um ½ 9 Uhr mit anschließendem Trauergottesdienst.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 22.06.1951


Wachszieherhandwerk eine Familientradition
Bogen.
Eines der schönsten Bürgeranwesen am Bogener Marktplatz ist nun das Doppelwohnhaus der Wachszieherei Günther mit seinen zwei behäbigen weitausgreifenden Blendgiebeln und seinem Erker auf dem Steinsäulenunterbau. Der nördliche Teil des Gebäudes wird wohl ehedem eine Gastwirtschaft gewesen sein, wie der Mauerstein mit seinen Initialen des Gastgebs Wolf Staettmeyer vermuten läßt. Unter dem südlichem Giebel aber wird vermutlich seit alten Zeiten das Lebzelter- u. Wachszieherhandwerk heimisch gewesen sein.
In den Baurechnungen des Marktes erscheint 1670 ein Lebzelter Simon Stöber, 1676 wird ein Franz Stöber genannt. 1682 wird dieses Geschlecht abgelöst durch die Lebzelterfamilie Georg Dembl, der 1696 und 1697 wieder aufgeführt und 1699 sogar in den Rat gewählt wird. Nach der Familientradition der gegenwärtigen Besitzer ist der erste Günther 1854 aus Frontenhausen eingewandert, nachdem das Geschlecht sich ungefähr eine Generation dort aufgehalten hatte. Vorher erscheinen die Günther in Peißenberg und sind nach dort wohl aus dem benachbarten Tirol eingewandert.
Es ist interessant, daß die Vorfahren der berühmtesten bayer. Rokokobildners, des 1725 in Altmannstein geborenen Ignaz Günther ebenfalls aus Peißenberg kommen. Vielleicht gelingt es noch, neben den verwandtschaftlichen Beziehungen auch solche künstlerischer und beruflicher Art festzustellen. Seit fast zweihundert Jahren also leben die Günthers in unserem Markte, waren Lebzelter und Wachszieher, später auch Gastgeben, und sie besaßen auch die Marktgerechtigkeiten für die ganze nähere und weitere Umgebung, sind also auch als Handelsleute auf die vielen Jahrmärkte Ndb’s gezogen.
Sie lebten in dem geräumigen und weitläufigen Haus in ihrem altehrwürdigen schönen Handwerk, ihre Toten bestatteten sie auf dem Berg im Schatten der Wallfahrtskirche. Als Josef Günther im Jahre 1946 starb, war im Wachszieherhandwerk Bogens ein Interregnum eingetreten, bis Zudi Günther die alte Tradition fortsetzte und im Mai 1951 die Meisterprüfung in diesem Handwerk ablegte.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 28.06.1951

 

 

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