1991-11

Schulverband fand nur unzureichende Lösung
Das Warten auf den Schulbus geht weiter
Geringfügige Verbesserung für Linie Windberg soll erprobt werden — Neue Hallen-Belegungspläne
Hunderdorf/Neukirchen/Windberg.
(xk) Bei der Sitzung der Schulverbandsversammlung wurde gemeinsam mit den Vereinen der Belegungsplan für das Winterhalbjahr für die Turnhalle und Lehrschwimmbecken aufgestellt. Erörtert wurden auch allgemeine Benutzungsregelungen sowie die Benutzungsmöglichkeit der Sportgeräte. Insoweit wurde auch auf die bestehende Badesatzung und auf die vertraglichen Vereinbarungen Bezug genommen. Wie der Schulverbandsvorsitzende Dietmar Schmidbauer feststellte, konnte mit dem neuen Belegungsplan wiederum den Wünschen der Vereine Rechnung getragen werden.
Dann ging’s um einen Antrag auf Erweiterung der Schulbuslinie für die Gemeindeverbindungsstraße Bauernholz-Lintach. Hierzu wurde festgestellt, daß ein Beförderungsanspruch nach dem Schülerbeförderungsgesetz nicht besteht, da die Schulwegstrecke nicht über zwei Kilometer für Grundschüler beträgt. Des weiteren ist für den Bereich Lintach eine Bushaltestelle in der Nähe. Im Interesse der Gleichbehandlung mit früheren ähnlich gelagerten Fällen und zur Vermeidung eines Präzedenzfalles konnte dem Antrag nicht entsprochen werden.
Der zweite vorliegende Antrag des Elternbeiratsvorsitzenden mit 60 Unterschriften aus dem Bereich Windberg betraf die Rückfahrt der Kinder um 13 Uhr, denn hier müßten die Schulkinder etwa bis 13.30 Uhr auf die Abfahrt warten und Ankunft in Meidendorf ist erst gegen 14 Uhr. Diese Linie mit der späteren Abfahrtszeit wird jährlich im Turnus zwischen Windberg und Neukirchen gewechselt und heuer trifft diese späte Linienfahrt auf die Schüler aus dem Bereich der Gemeinde Windberg zu. Es wurde beantragt, die Abfahrtszeit früher festzulegen, damit die nach Ansicht der Eltern unzumutbare Wartezeit entfällt. Beförderungsunternehmer Berger zeigte auf, daß er aufgrund des Linienverbundes nicht in der Lage sei, um 13 Uhr sämtliche Linien gleichzeitig zu betreuen, da er auch andere öffentliche Linien fahren müsse.
Ein Verbund mit der öffentlichen Buslinie sei äußerst schwierig, da die Schulbusstrecke von der Fahrtroute abweiche. Berger wies auch darauf hin, daß besonders bei der morgendlichen Anfahrtszeit die Strecke Windberg die kürzeste Anfahrtszeit und praktisch keine Wartezeit aufweise. Auch Schulleiter Walden forderte: „Es müßte doch möglich sein, um 13 Uhr die Abfahrtszeit für die Kinder einzurichten“. Berger zeigte nochmals auf, daß aufgrund der jetzigen Situation und ohne erhebliche Kostensteigerung, die niemand übernehmen wolle, alle Busse für 13 Uhr nicht verfügbar seien. Verschiedene Lösungsmöglichkeiten oder zumindest alle Abfahrtszeiten wurden diskutiert und es zeigte sieh, daß unter den vorgegebenen Gesichtspunkten sich die Problematik nicht lösen läßt. Schließlich wurde ein Vorschlag positiv aufgegriffen; und er soll ab kommenden Montag als Versuch gestartet werden, wonach die Linie Sollach mit der Linienfahrt nach Neukirchen verknüpft wird und diese zeitliche Einsparung von etwa fünf bis sieben Minuten bei der Streckenfahrt Sollach den Fahrschülern auf der Strecke Windberg entgegenkommt, für die sich dadurch die Wartezeit von derzeit etwa 20Minuten auf 15 Minuten verkürzen würde. Nach Ansatzpunkten für eine weitere Verminderung der Wartezeiten soll Ausschau gehalten werden.
Ein Antrag auf Erweiterung der zentralen Schließanlage für die Grundschule bei einem Kostenpunkt von rund 1 800 Mark wurde auf die Gemeinde Hunderdorf verwiesen. Sodann wurde ein erster Nachtrag zum Schülerbeförderungsvertrag gebilligt und ferner die Berechnung der Gemeinde Neukirchen für Zubringerfahrten bei der Schülerbeförderung, die eine deutliche Preisanhebung aufgrund einer Wirtschaftlichkeitsberechnung enthält, vorgelegt. Vor endgültiger Beschlußfassung soll nochmals eine Prüfung vorgenommen werden. Eine Entscheidung hinsichtlich des Gebührenerlasses bzw. Ermäßigung bei der Hallenbadbenützung für die Jugendmannschaften des Sportvereins wurde zurückgestellt.
Quelle: Bogener Zeitung, 01.11.1991


Mahnmal für Frieden in der Welt
Pfarrei und Gemeinde gedachten der Opfer von Krieg und Gewalt
Hunderdorf. (xk) Pfarrei und Gemeinde Hunderdorf gedachten am Sonntag der Opfer von Krieg und Gewalt, insbesondere der Gefallenen und Vermißten beider Weltkriege. FFW-Kommandant Wolfgang Altmann in Steinburg und Bürgermeister Egon Weinzierl, VdK-

VdK-Ortsvorsitzender Rudolf Karl bei seiner Gedenkansprache am Kriegerdenkmal.

Ortsvorsitzender Rudolf Karl und KuSK-Vorstand Ludwig Fellinger in Hunderdorf, erinnerten an die 60 Millionen Toten der Kriege und betonten, die Gedenkstätten müßten ein Mahnmal für den Frieden sein.
Zunächst versammelten sich die teilnehmenden Vereine, Pfarrer Herbert Gerstl und Bürgermeister mit Gemeinderäten am Kriegerdenkmal in Steinburg. Dort hielt FFW-Kommandant Wolfgang Altmann die Gedenkrede und legte einen Kranz nieder. Dann zog man gemeinsam in die Pfarrkirche in Hunderdorf. Pfarrer Gerstl bezeichnete das Gedenken „als einen Tag der Gemeinschaft mit den Toten“.
Nach dem Pfarrgottesdienst versammelten sich die Pfarrangehörigen, die Vereinsangehörigen und die Kommunalpolitiker am Ehrenmal in Hunderdorf. Am Mahnmal sprach Pfarrer Herbert Gerstl Fürbitten und Gebete für die Opfer von Krieg und Gewalt.
Bürgermeister Egon Weinzierl sagte in seiner Rede zum Volkstrauertag: „Wir gedenken heute der Opfer von Krieg und Gewalt, der Soldaten, die in den beiden Weltkriegen gefallen, ihren Verwundungen erlegen, in Gefangenschaft gestorben oder vermißt sind.“ In des Gedenken schloß Weinzierl auch alle Opfer von Gewaltherrschaft, der Flucht und Vertreibung ein. „Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung. Wir trauern mit den Müttern und allen, die Leid tragen, um die Toten“, so Weinzierl weiter. Von den Millionen Gräbern, der Opfer von Krieg und Gewalt, gehe eine Mahnung an uns alle aus. Auch in diesem Jahr sei wieder deutlich geworden, wie mitwendig die ständige Erinnerung an Krieg und Gewalt sei. Weinzierl abschließend: „Es liegt an uns, die Ursachen für Krieg und Gewalt mitsamt deren Folgen offenzulegen, um zu mahnen: Nie wieder Krieg! Unser Leben gilt der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern und auf Frieden in der Welt.“
VdK-Ortsvorsitzender Rudolf Karl lenkte In seiner Ansprache den Blick zurück auf die kriegerischen Ereignisse am Golf. „Sechs Wochen lang bereitete dieser Krieg Sorge, Angst und Schrecken, auch bei uns. Wer kann schon sagen, daß er nicht betroffen war? Jeder Teilnehmer hier an der Gedenkstunde wird wohl aber jetzt auch darüber nachsinnen, warum zur gleichen Zeit, da wir der Kriegstoten gedenken, in einem Teil Europas wieder Krieg ist“, fuhr Karl fort. „Kriege verbreiten sich wie Epidemien, wie eine Volksseuche. Nur Friede, so lehrt uns auch die Geschichte, ist nicht ansteckend“, resümierte der Redner.
KuSK-Vorstand Ludwig Fellinger sagte: „Wenn wir heute der Gefallen und Vermißten Kameraden gedenken, so gilt unser Gedenken Männern, die ihren Fahneneid auf die Verteidigung des Vaterlandes gesprochen haben, aber eine eroberungssüchtige Befehlsgewalt machte sich breit, so daß deutsche Soldaten vom Nordkap bis Afrika, vor den Toren Moskaus und anderswo standen. Sie alle wollten leben und mußten sterben“.
Bürgermeister Egon Weinzierl für die Gemeinde Hunderdorf, VdK-Ortsvorsitzender Rudolf Karl für den VdK-Ortsverband sowie 1. Vorsitzender Ludwig Fellinger für die KuSK Hunderdorf legten jeweils einen Kranz am Ehrenmal nieder. Die Blaskapelle „Bogenbachtaler“ umrahmte die Gedenkfeiern.
Quelle: Bogener Zeitung, 04.11.1991


Planentwurf für neues Baugebiet beraten
Gemeinderat Hunderdorf vergab Kanalbaumaßnahme — Abwasseranlage kostet rund eine Million Mark
Hunderdorf.
(xk) Bei der kürzlich stattgefundenen Sitzung des Gemeinderates wurde die Ausweisung eines neuen Baugebietes für den Bereich Hochfeld-Süd-Erweiterung beraten. Architekt Walter Hornberger stellte zunächst zwei alternative Entwurfsskizzen vor, wonach 19 beziehungsweise 21 Bauparzellen ausgewiesen werden könnten. Nach längerer Diskussion wurde der Architekt beauftragt, die erste Entwurfsskizze zu überarbeiten.
Der jetzige Verbindungsweg nach Hofdorf soll in seiner jetzigen Weise belassen werden. An dem Weg entlang führt auch die Wasserleitung. Die Erschließung des neuen Baugebietsbereiches soll nur über eine getrennte Erschließungsstraße erfolgen, die eine Breite von 4,5 Meter erhalten soll. Die Bauweise wurde mit „Erdgeschoß plus Dachgeschoß“ in Erwägung gezogen. Anhand des Planvorentwurfes soll nun auch Verbindung mit den Grundstückseigentümern aufgenommen werden. Die Ausweisung eines neuen Baugebietes ist dringend notwendig. Der jetzige in Aussicht genommene Baugebietsbereich ist bereits im Flächennutzungsplan als Wohnungsbaugebiet vorgetragen. Mit einer großen Investitionsmaßnahme und vordringlichen Abwassermaßnahmen befaßte sich anschließend der Gemeinderat. Es wurde einstimmig beschlossen, die öffentlich ausgeschriebene Maßnahme an den billigsten Angebotssteller bei einer Gesamtauftragssumme von 905 000 Mark zu erteilen. Es handelt sich dabei um Kana1anschlußmaßnahmen für den Bereich restliche Bahnhofstraße und Mühlhiaslweg. Der Schwerpunkt der Vergabe betrifft den Ableitungskanal in Steinburg, Bauabschnitt I, zwischen der Pumpstation Gaishausen und der Bachbrücke in Steinburg. Nach den Vorstellungen der Gemeinde sollen die Anschlußmaßnahmen in Hunderdorf noch im heurigen Jahr und die Baumaßnahme in Steinburg im nächsten Jahr zur Ausführung kommen. Nachdem für die Maßnahme staatlicherseits die Baufreigabe vorliegt, jedoch noch keine Förderzusage erteilt wurde, wird die Gemeinde vorerst diese in Millionenhöhe liegende Kanalbaumaßnahme vorfinanzieren müssen, was die Gemeindefinanzen im Haushaltsjahr 1992 arg strapazieren wird.
Zu eingereichten Bauplänen, Neubau von zwei Stahlbetonfertiggaragen in Ehren und Antrag auf Aufstockung und Anbau an das bestehende Wohnhaus in Lintach 24, wurde das gemeindliche Einvernehmen hergestellt. Gebilligt wurden Bebauungsplanänderungen und zwar das Deckblatt Nr. 4 zur Änderung des Bebauungsplanes Bahnhofsiedlung (zusätzliche Bauparzelle, Firstrichtänderung) sowie das Deckblatt Nr. 10 zur Änderung des Bebauungsplanes Apoig. Hier Wird die Flur Nr. 1499/14 in zwei Bauparzellen aufgeteilt. Die Deckblattänderungen werden demnächst zur öffentlichen Einsichtnahme aufgelegt, das Behördenbeteiligungsverfahren wird eingeleitet.
Anschließend nahm der Gemeinderat Bezug auf ein Regierungsschreiben, wonach aufgrund einer Stellungnahme des Straßenbauamtes wegen der Projektierung des Geh- und Radweges zum GE/GI Breitfeld nachgefragt wird. Nach Beratung stellte der Gemeinderat einstimmig fest, daß die Gemeinde vorerst nicht in der Lage ist, aufgrund dringender anstehender Investitionsmaßnahmen, die Maßnahme zu projektieren. und in Bauträgerschaft durchzuführen. Vielmehr wurde erneut gefordert, daß das Straßenbauamt die Anlage dieses Geh- und Radweges durchführt, der, wie das Straßenbauamt selbst ausführt, dringend notwendig ist.
Für Gestaltungsmaßnahmen im Ortsdurchfahrtsbereich im Ortskern, für Orts- und Landschaftsbildmaßnahmen sowie die Einbindung des ehemaligen Industriegebietes Nolte, entschied sich der Gemeinderat mit 12:1 Stimmen für die Erarbeitung eines städtebaulichen Rahmenplanes, als Entscheidungshilfe für die weitere Ortsentwicklung und Erarbeitung von weiteren Lösungsansätzen. Die Planungsleistungen wurden vorbehaltlich der Bezuschussung an ein Planungsbüro in Straßkirchen vergeben. Als Gebäudeeigentümerin stimmt die Gemeinde Hunderdorf der Erweiterung der zentralen Schließanlage an der Grundschule Hunderdorf zu. Von drei einzuholenden Angeboten soll der Zuschlag an den billigsten Angebotssteller vergeben werden.
Quelle: Bogener Zeitung, 05.11.1991


Bibelgespräch in der Pfarrei
Hunderdorf.
(ih) Am Mittwoch, 6. November, veranstalten der Katholische Frauenbund und die Landfrauen nach dem Abendgottesdienst im Gasthaus Baier-Edbauer einen Bibelabend. Pfarrer Herbert Gerstl und Gemeindereferentin Hildegard Stanglmayr werden zum Thema „Wie finde ich mich in der Bibel zurecht?“ sprechen. Alle interessierten Pfarrangehörigen können teilnehmen.
Quelle: Bogener Zeitung, 05.11.1991


Bibel das lebendige Wort Gottes“
Pfarrer Gerstl und Gemeindereferentin Hildegard Stanglmayr referierten
Hunderdorf.
(ih) Sehr zahlreich waren die Mitglieder des Katholischen Frauenbundes und die Landfrauen der Einladung zu einem Bibelabend gefolgt. Nachdem Vorsitzende Angela Söldner eingangs noch auf bevorstehende Termine des Frauenbundes hingewiesen hatte, begann Gemeindereferentin Hildegard Stanglmayr mit einer Bildmeditation ihren Vortrag. Zunächst erfuhren die Zuhörerinnen Grundsätzliches über die Entstehung des Alten- (AT) und Neuen Testaments (NT). Die Bibel, ein Buch, das in mehr als tausend Sprachen übersetzt und über die ganze Welt verbreitet sei, würde leider von vielen Katholiken wenig gelesen, so Stanglmayr. Dennoch habe das Neue Testament zwei tausend Jahre Weltgeschichte mitbestimmt.
Im „Jahr der Bibel 1992″ solle dieses Buch neue Aktualität gewinnen. Die Bibel beinhalte Dreiviertel aus dem AT und ein Viertel aus dem NT. So seien AT und NT eine Einheit, sie stünden im Dialog miteinander. Das NT würde aber keineswegs das AT ersetzen, vielmehr wäre das NT die Weiterführung und Erfüllung des AT, so die Rednerin.
Hildegard Stanglmayr informierte auch über den Umgang beim Lesen von Textabschnitten dieses Buches. Zur Entstehung der Evangelien sei es durch die Verkündigung der Apostel und Anhänger Jesu und deren Bekenntnis zu Jesus Christus gekommen. Einzelne Texte seien zunächst mündlich überliefert, dann aufgeschrieben und die so entstandenen Briefe seien durch Boten an die christlichen Gemeinden im Mittelmeerraum überbracht worden. Daraus verfaßten die Evangelisten Markus, Matthäus, Lukas und Johannes Bücher, in denen sie über Jesu Worte, Taten, dessen Tod und Auferstehung berichteten. Die Bibel, so meinte Stanglmayr, am Schluß ihrer Ausführungen, sei das lebendige Wort Gottes – von Menschen für Menschen geschrieben. Fruchtbar sei ein öfteres, kurzes Lesen in der Heiligen Schrift. Mit dem Gedicht „Ich brauche the Bibel“, von Jörg Zink, beendete Stanglmayr ihr Referat.
Da mit dem kommenden Kirchenjahr auch ein neues Lesejahr beginnt, befaßte sich im zweiten Teil des Bibelabends Pfarrer Herbert Gerstl speziell mit der Einführung in das Lukas-Evangelium. Zunächst erzählte, Pfarrer Gerstl über den Evangelisten Lukas. Dieser Heidenchrist war Arzt von Beruf und soll, nachdem er zum Christentum gefunden habe, ständiger Begleiter des Apostels Paulus gewesen sein.
Insbesondere wende sich das Lukas-Evangelium an die Heiden, an die Benachteiligten und Sünder und es sei das Evangelium der Frauen und der Kindheitsgeschichte Jesu, so der Geistliche. Lukas wäre derjenige unter den vier Evangelisten gewesen, für den Gottes Liebe keine Grenzen gekannt habe. Er habe sein Evangelium für alle Menschen geschrieben, schildere Jesus als Freund und habe Gebete überliefert, die auf der ganzen Erde jeden Tag gebetet würden. Diese Besonderheiten müßten wir vor Augen haben, so Gerstl, wenn wir an den kommenden Sonntagen aus dem Lukas-Evangelium Abschnitte hörten. Pfarrer Gerstl gab zum Schluß seiner Ausführungen noch Ratschläge, wie man sinnvoll in der Bibel lesen könne.
Quelle: Bogener Zeitung, 09.11.1991


„Alle Lebenslagen absichern”
VdK für solidarische Pflegeversicherung
Kreisvorsitzender Dachauer und Ortsvorsitzender Karl referierten — Verdiente Mitglieder geehrt
Hunderdorf. (xk) Zur Aufklärungsversammlung des Verbandes der Kriegs- und Wehrdienstopfer, Behinderten und Rentner (VdK) hatten sich am Wochenende über 50 Personen im Gasthaus Sandbiller in Hunderdorf eingefunden. Kreisvorsitzender Felix Dachauer befaßte sich mit aktueller Sozialpolitik. Über den künftigen Renten-Regelmechanismus informierte Ortsvorsitzender Rudolf Karl. Anschließend wurden verdiente, langjährige Mitglieder und Mitarbeiter geehrt.
Der Vorsitzende Rudolf Karl sagte, in der Verbandsarbeit habe neben

VdK-Ortsvorsitzender Rudolf Karl wurde für 40jährige VdK-Mitarbeit geehrt, daneben VdK-Kreisvorsitzender Felix Dachauer und Bürgermeister Weinzierl mit den geehrten Mitgliedern, rechts Xaver Hagn; er wurde für 25jährige Mitarbeit ausgezeichnet.

der Mitgliederberatung und -aufklärung die Teilnahme an verschiedenen Verbandsarbeitstagungen auf dem Programm gestanden. Beim Ausflug in die CSFR sowie bei einer Halbtagsfahrt für Senioren sei die Kameradschaft und Freundschaft im Ortsverband gepflegt worden. Karl erklärte in seinem Rechenschaftsbericht, daß der Ortsverband einen konstanten Mitgliederstand von 129 Personen nachweisen könne, im Kreisverband seien es bei 40 Ortsverbänden 3 550 Mitglieder. Karl dankte zum Abschluß der Hauptkassiererin Anna Heilmann für ihre gewissenhafte Buchführung.
In seinem Hauptreferat befaßte sich der Kreisvorsitzende Dachauer insbesondere mit dem Rentenrecht, der Gesundheitsreform und der Pflegeversicherung. Inzwischen sei eine gewisse Beruhigung in der Sozialgesetzgebung eingetreten. Zur Rentenreform meinte Dachauer, die Rentenversicherung müsse vielmehr weiterhin nach der Idee von Leistung und Gegenleistung gestaltet werden. Der VdK fordere, daß es weiterhin Aufgabe der gesetzlichen Rentenversicherung sein müsse, den Versicherten, der aus dem Erwerbsleben ausscheidet, wirtschaftlich so zu stellen, daß er seinen Lebensstandard angemessen aufrechterhalten kann. Die Einführung einer privaten Pflege-Pflichtversicherung lehne der VdK strikt ab. Eine am Gemeinwohl orientierte Sozialpolitik muß den Lösungsweg über eine private Pflichtversicherung ablehnen, denn er weist erhebliche Mängel auf. Der bedeutendste Mangel einer privaten Versicherung sei in seinen Augen, so Dachauer, die Tatsache, daß diese Lösung alle schon heute Pflegebedürftigen ausschließt. Klar sei: „Eine Pflegeversicherung als weitere Säule der Sozialversicherung paßt in die Systematik unserer sozialen Sicherung, in der alle großen Lebensrisiken solidarisch abgesichert sind. Allen Betroffenen wird sofort geholfen, keine Gruppe wird wegen ihres Alters oder wegen ihres Risikos ausgeschlossen.“
Im zweiten Teil der Versammlung informierte Kreisvorstandsmitglied Rudolf Karl über den künftigen Renten-Regelmechanismus zwischen Beitragssatz,. Bundesanteil und Rentenanpassung. Aufgrund der sich verändernden Altersstruktur der Bevölkerung müßten immer weniger Beitragszahler für immer mehr Rentner sorgen, bemerkte Karl. Ab 1992 gebe es eine neue Rentenformel und neue Bestimmungen für Ost und West. Der Beitragssatz werde jeweils jährlich so festgelegt, daß die Einnahmen der Rentenversicherung einschließlich des Bundesanteils die Ausgaben deckten und am Jahresende noch eine Schwankungsreserve von einer Monatsausgabe vorhanden sei. Ab 1992 würden die Renten jeweils zum 1. Juli eines Jahres nur noch nach dem Anstieg der Nettoarbeitsentgelte aller Versicherten erhöht. Die Rentenanpassung, so resümierte Karl, orientiere sich also nicht mehr an der Entwicklung der Bruttoarbeitsentgelte.
Eine lebhafte Aussprache schloß sich den beiden Vorträgen an.. Kritik wurde von den Versammlungsteilnehmern auch daran geübt, weil seit Monaten durch den Kreisgeschäftsführer keine Sprechtage in Bogen abgehalten worden seien. Gerade für ältere Mitglieder sei Bogen zentral gelegen.
Nach einer kleinen Imbißpause wurden vier silberne, fünf goldene Treuenadeln und zwei Mitarbeiternadeln verliehen: Für 10 Jahre Mitgliedschaft Karl Amann, Arno Gerhardt, Franz Gruber und Johann Schötz; für 20 Jahre Mitgliedschaft Xaver Aumer, Ernestine Dilger, Maria Sandbiller und Xaver Schuhbauer. Die goldene Nadel mit Urkunde erhielt Johann Schötz. Für 25jährige Mitarbeit wurde Franz Xaver Hagn geehrt. Kreisvorsitzender Dachauer ehrte den Ortsvorsitzenden Rudolf Karl, der seit über 40 Jahre Mitglied und ehrenamtlichen Mitarbeiter ist. Mit der Ehrung wolle er solchen Idealismus angemessen würdigen und auch dessen Wert verdeutlichen. Anschließend wurden die freiwilligen Sammler für die Aktion „Helft Wunden heilen“, die bis 17. November stattfindet, eingeteilt. Zum Abschluß baten Kreisvorsitzender Dachauer und Ortsvorsitzender Karl um verstärkte Mitgliederwerbung.
Quelle: Bogener Zeitung, 11.11.1991


Freie Wähler informierten über Gemeindepolitik
„Umgehung Steinburg ein heikles Problem“
Bau der Staatsstraße unterliegt Straßenbauamt — Thyssen Polymer sucht Grundstücke in Hunderdorf
Au vorm Wald. (hk) Am Sonntag vormittag fand im Gasthaus Freudenstein in Au vorm Wald, Gemeinde Hunderdorf, ein politischer Frühschoppen der Freien Wähler Gemeinschaft Hunderdorf-Steinburg-Gaishausen statt, bei dem sich Bürger über die aktuelle Gemeindepolitik und anstehende Probleme informieren konnten. Bürgermeister Egon Weinzierl und die anwesenden Gemeinderäte gaben auf die gestellten

Ehrenvorsitzender Johann Feldmeier mit Gattin Helga, Vorsitzender Josef Schießl, Fraktionsvorsitzender FranzHornberger und Bürgermeister Egon Weinzierl sowie Gemeinderat Max Höcherl sen. (Foto: hk)

Fragen der Versammlung Antwort und standen auch für die Diskussion zur Verfügung. Ein Höhepunkt der Versammlung war die Ernennung des langjährigen Vorsitzenden der Freien Wähler, Johann •Feldmeier, zum Ehrenvorsitzenden.
Zu Beginn des Frühschoppens nahm der Vorsitzende der Freien Wähler-Gemeinschaft, Josef Schießl, die Ernennung Johann Feldmeiers zum Ehrenvorsitzenden der Freien Wähler vor. Schießl bezeichnete Johann Feldmeier als einen der ersten Stunde der Freien Wähler Gemeinschaft. Durch seine bereits gewonnene Erfahrung im Gemeinderat Steinburg und seiner Einsatzbereitschaft, wurde er schon bei der Gründungsversammlung der Freien Wählergemeinschaft im Jahr 1977 zum ersten Vorsitzenden gewählt und blieb dies auch bis zum Jahre 1990, wo er dann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kandidierte und auch den Freien Wählern nicht mehr vorstand. Schießl zählte auch die Ausschüsse auf, in denen Johann Feldmeier in seiner 24jährigen kommunalpolitischen Zeit tätig war. So vertrat er Interessen der Bürger im Wasserzweckverband, im Rechnungsprüfungsauschuß, im Verwaltungsausschuß und im Schulverbandsausschuß, war seit 1978 Ortswaisenrat und fungierte von 1978 bis 1984 als dritter Bürgermeister und von 1984 bis 1990 als zweiter Bürgermeister der Verwaltungsgemeinde Hunderdorf. Josef Schießl hob Johann Feldmeier als aufgeschlossen hervor und sagte, man konnte mit jedem Anliegen zu ihm kommen und er half immer, wenn es in seinem Ermessen lag. Als Dank hierfür überreichte Schießl eine Ernennungsurkunde an den ehemaligen Vorsitzenden und seiner Frau Helga einen Blumenstrauß als Entschädigung für die Zeit, die sie auf ihren Gatten verzichten mußte, wenn er im Dienste der Freien Wähler stand.
Feldmeier freute sich sehr über die Auszeichnung. Er nannte rund 3000 Stunden, die er ehrenamtlich für die Gemeinde und somit für das Wohl der Bürger im Einsatz war und betonte, daß er dies auch immer gerne getan habe.
Kanalbau beginnt
Schießl schnitt dann die aktuelle Gemeindepolitik, die hauptsächlich die Außenbereiche Steinburg und Au v. Wald betrifft, an. Er sagte, daß die Kanalbaumaßnahme Steinburg, Bauabschnitt I, bereits vergeben sei und man wahrscheinlich heuer noch, wenn es die Witterungsverhältnisse zulassen, mit den Arbeiten beginne. Schießl meinte, daß die Wasserversorgung Steinburg, trotz hoher Kostenschätzung für Instandsetzung, die seiner Meinung nach auch geringer gehalten werden können, in den Händen der Gemeinde belassen werden sollen. Dies stieß auch bei. den Zuhörern auf volle Zustimmung. Zum Bau der Umgehungsstraße sagte der Redner, daß erst die Rede von 2,5 Hektar Grundabtretung war und nun bereits zehn Hektar für Straßenbau und zwölf Hektar für Biotope notwendig seien. Wenn auch hier die Stimmung der Bürger zu erkennen gab, daß man gegen den Bau der Umgehungsstraße sei, so mußte Gemeinderat Franz Hornberger feststellen, daß es sich hier um eine Staatsstraße handle, die dem Straßenbauamt unterliege. Die Gemeinde sei hier nicht mehr oder weniger als eine Privatperson und könne somit keine Entscheidung treffen oder die Maßnahme abwenden.
Auch Bürgermeister Weinzierl bezeichnete die Umgehung Steinburg in seiner Stellungnahme als „heikles Problem“. Die Gemeinde könne hier lediglich bei Grundstücksverhandlungen behilflich sein. Der Bürgermeister teilte mit, daß das Baugebiet in Steinburg in den neuen Flächennutzungsplan eingebracht werde und auch seiner Meinung nach solle die Wasserversorgung Steinburg in den Händen der Gemeinde bleiben und nicht an den Wasserzweckverband abgetreten werden. Der Bürgermeister ging dann auf die allgemeine Gemeindepolitik ein und gab einige Zuschüsse bekannt, die der Gemeinde heuer zugeteilt wurden. Er nannte auch Ausgaben für Maßnahmen wie Kinderspielplatz, Baugebiet Hochfeld-Süd-Erweiterung, Gehweg Windberger Straße, Schneepflugbeschaffung. Vorgesehene Baumaßnahmen für Schulhausrenovierung seien noch nicht in Betracht gekommen, so der Bürgermeister, da noch keine Zuschüsse in Aussicht gestellt werden konnten. Als Ausgaben für den Hauptkanal Steinburg, einschließlich einer kleinen Teilstrecke in Hunderdorf, nannte Weinzierl eine Million Mark. Weinzierl stellte auch noch fest, daß sich die Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinde Hunderdorf nicht erhöhen werde und daß sie immer noch im Durchschnitt der Landkreis-Gemeindeverschuldung liege. Der Bürgermeister konnte auch noch mitteilen, daß die Einwohnerzahl Hunderdorfs nunmehr die Dreitausender-Grenze überschritten habe.
Auch Bürgermeister Weinzierl dankte dem ehemaligen Vorsitzenden Johann Feldmeier für seine langjährige Tätigkeit im kommunalpolitischen Geschehen, sowie für die stets gute Zusammenarbeit. Er bezeichnete ihn als den Vorreiter zu seiner Bürgermeisterwahl.
Weinzierl konnte zum Abschluß seiner Ausführungen noch darüber informieren, daß die Firma Thyssen Polymer ihren Betrieb in Hunderdorf erweitern möchte und hierzu 15 Tagwerk Grund benötigt werden. Er forderte auf, daß sich Interessenten dafür baldmöglichst melden sollen. Auf Wunsch werden Angebote vertraulich behandelt, sicherte Weinzierl zu.
Josef Schießl dankte auch noch dem langjährigen Freien Wähler-Gemeinderat Max Höcherl sen. für sein Engagement im Interesse der Freien Wähler.
Quelle: Bogener Zeitung, 12.11.1991


St. Martin war ein guter Mann
Umzüge und Schattenspiele zu Ehren des Heiligen
Hunderdorf/Windberg. (xk) Mit ein Höhepunkt im Kindergartenjahr ist die St.-Martin-Feier mit Martinszug durch den Ort. Die Kinderaugen strahlten, und die bunten, selbstgebastelten Laternen leuchteten, als man sich am Sonntagabend in der Pfarrkirche Hunderdorf traf. Dort hieß

Die Kinder freuten sich beim Martinsfest und glänzten mit ihren bunten Laternen.  (Foto: xk)

Pfarrer Herbert Gerstl die Kinder und Erwachsenen willkommen. Dann erlebten die Kinder ein Schattenspiel vom Schuster Martin, der den Kindern verdeutlichte, man solle das Teilen nicht vergessen. Mit Liedern zum Martinstag und einem Laternentanz starteten die rund 100 Kindergartenkinder das Martinsfest in der Kirche. Anschließend formierte sich ein großer Martinszug, es waren auch viele Eltern, Geschwister und die Bevölkerung mit dabei. Angeführt von St. Martin, hoch zu Roß, bewegte sich ein großer, leuchtender Laternenzug über die Hochfeldstraße zum Schulhof. Dort gab’s ein Martinsfeuer zum Aufwärmen, und zum Ausklang des Festes bot der Elternbeirat Punsch und Gebäck an.
Am Montagabend traf sich auch der Windberger Kindergarten zum Martinsfest, zunächst in der Pfarrkirche. Dort begrüßte Pfarrer Ephrem insbesondere die Kinder und erzählte in kindgerechter Art mit kleinen Fragen vom Heiligen St. Martin, der seinen Purpurmantel mit einem Bettler teilte. Das Martinsfest gestalteten die Kindergartenkinder wieder mit Liedern, und auch dort wurde das Schattenspiel aufgeführt. Dann zogen die kleinen Mädchen und Buben, dazu eine große Anzahl Mütter und Väter und sonstige Erwachsene, mit ihren schönen, bunt leuchtenden Laternen und Lieder singend durch den Ort. Abschließend versammelte man sich am Schulhof zum Martinsfeuer, und auch die dortigen Elternbeiratsmitglieder versorgten Kinder und Erwachsene mit schmackhaftem Punsch und Gebäck.
Quelle: Bogener Zeitung, 13.11.1991


Schafkopfen für einen guten Zweck
Junge Union spendet Erlös dem Johannes-Kinderheim in Kostenz
Straubing-Bogen.
(js) 64 Schafkopfer „kämpften“ dieses Mal beim traditionellen Preisschafkopfen der Jungen Union (JU) Straubing-Bogen in Hunderdorf. Ebenfalls traditionell ist die Verwendung des gesamten Erlöses für einen sozialen Zweck. Dieses Mal haben sich die Verantwortlichen der JU das St.-Johannes-Kinderheim in Kostenz, Gemeinde Perasdorf, ausgesucht.
Zahlreiche Kartenspieler aus Hunderdorf waren ebenfalls der Einladung der Jungen Union und des Schirmherrn, des stellvertretenden Landrats und Bürgermeisters Max Löw aus Schwarzach, gefolgt, um ihren Teil zu dem guten Werk beizutragen.
Josef Laumer, der Kreisvorsitzende der JU Straubing-Bogen, bedankte sich noch vor den Spielen bei den Spendern, hier erwähnte er besonders Kreisrat Franz Schedlbauer aus Furth, der viele Spender ausfindig gemacht habe.
Nach den spannenden Spielen konnte am Ende des Turniers der Sieger, Hans Hollmer aus Hunderdorf, den ersten Preis entgegennehmen. Er hatte es geschafft, 52 Pluspunkte zu sammeln, dazu spielte er insgesamt acht Solos. Hans Hollmer kann sich somit auf die Fahrt nach Bonn für drei Tage freuen. Die weiteren Plazierungen waren: 2. Franz Diewald, Hunderdorf; 3. Friedhold Wallner, Schwarzach; 4. Josef Hagn, Hunderdorf; 5. Josef Kandler aus Parkstetten. Auch die Preise für die Nächstplazierten kamen bei den Gewinnern, vor allem wegen der Originalität, gut an. So bekam einer von ihnen einen Gutschein über einen Geißbock ausgehändigt, ein anderer darf sich über einen Rundflug über den schönen Gäuboden und den Bayerischen Wald freuen. Als erste Dame erreichte Helga Hofmeister aus Straubing den sechsten Platz. Sie entschied sich erst nach längerem Zögern für einen Gasgrill, nachdem sie sich nicht für den Geißbock „erwärmen“ konnte.
Quelle: Bogener Zeitung, 13.11.1991


Versammlung der Bürger
Windberg.
(xk) Zur Erörterung gemeinsamer Angelegenheiten findet am Freitag, 15. November, um 19.30 Uhr im Gasthaus Anders, Meidendorf, eine Bürgerversammlung statt. Nach Artikel 15 der Bayerischen Gemeindeordnung können das Wort grundsätzlich nur Gemeindebürger erhalten. Ausnahmen davon kann jedoch die Bürgerversammlung beschließen. Empfehlungen der Bürgerversammlung müssen innerhalb einer Frist von drei Monaten vom Gemeinderat behandelt werden. Dem Bericht des Bürgermeisters folgen Wünsche und Anträge.
Quelle: Bogener Zeitung, 13.11.1991


Zu Fuß auf der Autobahn
Hunderdorf.
(ta) Weil er bereits vor neun Jahren unerlaubt in die Bundesrepublik eingereist war und damals abgeschoben wordeiftvar, wurde ein 40jähriger Liechtensteiner am Montag abend erneut festgenommen. Der Mann war zu Fuß auf der Autobahn unterwegs, als er von einer Streife überprüft wurde. Dabei wurde die Festnahmeverfügung der Ausländerbehörde gegen den ledigen Yogalehrer festgestellt.
Quelle: Bogener Zeitung, 13.11.1991


Planentwurf hat konkrete Form
Baugebiet mit 20 Parzellen — Bebauungsplan nochmals geändert
Hunderdorf.
(xk) Bei der Sitzung im Rathaus befaßte sich der Gemeinderat insbesondere mit der Bebauungsplanung. Zu Beginn stellte Landschaftsarchitekt Eska den überarbeiteten Entwurf für eine-weitere Baugebietsffäche im Bereich Hochfeld-Süd, Richtung Wasserwerk, vor. In der Planung sind rund 22 Parzellen in einer Größenordnung von rund 500 bis 700 Quadratmetern vorgesehen. Der Gemeinderat stimmte im Grundsatz dem Planentwurf zu, wobei jedoch die Bauparzellen etwas vergrößert werden sollen und der Feldweg am Rand des Baugebietes verlagert werden soll. Desweiteren ist mit dem Landratsamt abzuklären, inwieweit eine weitere Straßenreihe im südwestlichen Anschluß möglich wird.
Folglich, befaßte sich der Gemeinderat zum wiederholten Male mit der Bebauungsplanung für das Gewerbe- und Industriegebiet Breitfeld. Hier wurde vom Planungsbüro Eska die Planung nochmals geändert, nachdem der neueste Trässenentwurf für die Ortsumgehung Steinburg berücksichtigt werden muß. Der früher in die Planung aufgenommene Lärmschutzwall entfällt neuerdings wieder, und in einem Teilbereich des Industriegebietes wurden nachts die Lärmimmissionswerte wie bei einem Gewerbegebiet festgesetzt. Desweiteren wurde eine öffentlich festgesetzte Grünfläche aus der Planung genommen und dafür weiter südlich ein privates Grün aufgenommen. Seitens des Gemeinderates wurde die Planung gebilligt und es erfolgt nochmals eine öffentliche Auslegung der geänderten Planunterlagen. Bedenken und Anregungen können jedoch nur noch zu den geänderten Punkten vorgebracht werden.
Zu einem Wohnhausneubau in Hunderdorf, Fichtenstraße, wurde das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Mit 13:1 Stimmen wurde auch gegen das Vorhaben der Autobahndirektion München, Erweiterung der Autobahnraststätte Süd (Gigler), keine Einwendungen erhoben. Nach den vorgelegten Plänen sollen insbesondere die Gasträumlichkeiten erweitert werden.
Zur Schüler- und Jugendförderung erhält der Sportverein Hunderdorf einen Zuschuß von 500 Mark und der Tennisabteilung wird zu Zaunmaterialkosten eine 50prozentige Kostenübernahme zugesichert. Erfreut konnte der Bürgermeister nochmals berichten, daß Hunderdorf durch die EG-Kommission als Mitschwerpunktort Bogen ausgewiesen wurde und damit die Investitionsvorhaben mit bis zu 80 Prozent gefördert werden. Weinzierl dankte den beteiligten Dienststellen und besonders MdB Hinsken, der in dieser Sache sich besonders engagiert hatte.
Die Zustimmung des Gemeinderates fand der Ankauf einer Schutzkabine für den Holder-Kleinschlepper, der insbesondere für Winterdienstarbeiten eingesetzt wird. Kostenpunkt rund 4 000 Mark. Trotz nochmaliger Vorlage fand sich keine Mehrheit für den Beitritt zum Landschaftspflegeverband und zur Beteiligung an einer Bauherrn-Broschüre für die Grüngestaltung.
Quelle: Bogener Zeitung, 26.11.1991


60 Jahre gemeinsamer Lebensweg
Wally und Paul Schröter aus Au feierten diamantene Hochzeit
Au vorm Wald. (ih) Am 28. November 1931 traten Paul und Wally Schröter, geborene Kriegel, .in Polgsen/Schlesien an den Traualtar. So konnten beide Eheleute jetzt das seltene Fest der diamantenen Hochzeit

Das Jubelpaar (sitzend) mit stellvertretendem Landrat Max Löw, Bürgermeister Egon Weinzierl und zwei Urenkeln. (Foto: ih)

feiern. Die jetzt 80jährige Jubilarin und der 90jährige Jubilar . erfreuen sich bester Gesundheit und gaben zum Ausdruck, daß sie immer treu zusammengehalten hätten.
Seit 1945 leben die Eheleute in Au vorm Wald. Paul Schröter ist gelernter Schmied und war bis zum Eintritt in den Ruhestand bei einer Baufirma als „Mädchen für alles“ angestellt. Besonders gerne arbeitet er jetzt noch in seinem Garten und trotz seines hohen Alters ist er manchmal noch mit dem Fahrrad unterwegs. „Oma“ Schröter, wie die Jubilarin genannt wird, ist seit eh und je für die Familie da. Das wissen der Ehemann, die vier Kinder, die acht Enkelkinder und die fünf Urenkel zu schätzen, wenn sie liebevoll umsorgt werden.
Zu den vielen Gratulanten gehörten auch der stellvertretende Landrat Max Löw und Bürgermeister Egon Weinzierl. Max Löw übermittelte die Glückwünsche von Landrat Ingo Weiß, wünschte dem Jubelpaar das Allerbeste für die Zukunft und überab ein Geschenk. Bürgermeister Weinzierl verlas ein Glückwunschschreiben von Bayerns Ministerpräsidenten Max Streibl und überreichte in dessen Namen eine Silbermedaille mit dem Bildnis der Patrona Bavariae. Außerdem gratulierte er im Namen der Gemeinde Hunderdorf mit einem Geschenkkorb und zwei Büchern über die Heimatgeschichte Hunderdorfs.
Quelle: Bogener Zeitung, 30.11.1991

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