1994-05

Den Glauben als Lebens-Wegweiser
Präses Viktor Harke referierte über den Werteverfall in der Gesellschaft
Hunderdorf. (hk) Am Mittwoch fand im Gasthaus Baier-Edbauer in Hunderdorf ein Familienabend der Marianischen Männerkongregation statt, dem eine Abendmesse vorausging. Obmann Alois Fuchs konnte mitteilen, daß Hunderdorf mit 132

Die geehrten Sodalen mit Zentralpräses Pater Viktor Harke, Pfarrpräses Pater Wolfgang Vos und Obmann Alois Fuchs.

Mitgliedern an fünfter Stelle von der ganzen Kongregation stehe. Zusammen mit Zentralpräses Pater Viktor Harke und Pfarrpräses Pater Wolfgang Vos konnte er Ehrungen verdienter Mitglieder vornehmen. Namentlich waren dies: Alfons Bugl, Ludwig Hieninger, Johann Schroll, Josef Watzl, Ludwig Bugl, Johann Engl, Franz Höcherl, Xaver Hornberger, Johann Klein, Max Sperl und Konrad Wittmann.
Pater Viktor sagte anschließend, daß treue Mitgliedschaft nicht immer selbstverständlich sei. Er betonte, daß damit die Sodalen der Kirche einen großen Dienst erwiesen haben. Die Marianische Männerkongregation sei aus der Jugendbewegung hervorgegangen, daher müssen auch wieder junge Mitglieder für die Kongregation gewonnen werden. Der Präses sagte: „Wir, müssen weitergeben, was wir bekommen haben.“
„Wenn wir ein christliches Europa aufbauen wollen, müssen Werte da sein, die über das Geld und das Wirtschaftliche hinausgehen“, betonte Pater Viktor. Junge Leute freuten sich über den europäischen Einigungsprozess, ältere dagegen seien skeptisch. Moralprediger hätten Hochkonjunktur, Ethikkongresse seien überlaufen.
Nach einer Umfrage befürworten 63 Prozent der Westdeutschen und 72 Prozent der Ostdeutschen eine grundlegende Veränderung der Moral. Der Ruf nach neuen Werten und Tugenden werde lauter. Die Situation sei schwierig, stellte Pater Viktor fest. Es stelle sich die Frage „wie wollen wir ein christliches Europa aufbauen, wo es keine Werte und Gebote mehr gebe“. Es gebe nur noch ein Gebot, betonte der Redner: „Du darfst dich nicht erwischen lassen“. Gewalt in Familien und Schulen sei das Thema heute. Alkoholismus im Beruf und am Arbeitsplatz haben verheerende Konsequenzen.
Die Kirche sei jetzt von neuem gefragt. Der Papst selbst stelle die entscheidende Frage: „Wo sind wir vom Evangelium abgewichen?“ Eine Gewissenserforschung für Kirche und Welt sei an der Schwelle zum Jahr 2000 notwendig, forderte der Präses. Das Evangelium habe in 2000 Jahren Abendland, trotz aller Verfinsterung, das Leben und die Kultur geprägt. Heute liege es an uns, wieder das Wort Gottes zu praktizieren. „Wie konnte aus dem Glauben, den Christus uns gelehrt habe, ein Sonntagsglaube werden, fragte der Redner. Er forderte die Zuhörer auf, wieder auf Männer und Frauen zu hören, die nachdenklich sind und die sich für uns engagieren. Pater Viktor zitierte den Schauspieler Heinz Rühmann: „Ich bin in der Kirche, weil die Kirche mir hilft, die eigentlichen Fragen des Lebens zu beantworten.“ Präses Viktor forderte zum Schluß seines Vortrages: „Wir brauchen wieder ein Europa mit christlichen Werten und dieses Europa muß in jedem einzelnen von uns beginnen.“
Quelle: Bogener Zeitung, 02.05.1994


Hans Hard neuer Schützenkönig
Hans Zahnweh wurde glücklicher Gewinner der Jahresscheibe
Großlintach. (rn) Mit einem sauberen 120-Teiler erkämpfte sich der zweite Schützenmeister des Schützenvereins „Geselligkeit Großlintach“, Hans Hartl, in der Schießsaison 1993/94 die Königswürde. Wurst- und Brezenkönige wurden Sebastian Peintinger und Alois Zahnweh. Die bisherige Schützenkönigin, Annerl Plötz, die den Verein in der letzten Saison stets würdig vertreten hatte, legte die schmucke Königskette ihrem Nachfolger unter viel Beifall auf die Schultern. Gewinner der Hans Hartl-Jahresscheibe wurde Hans Zahnweh und Vereinsmeister mit Luftpistole und Luftgewehr wurden Alois Zahnweh und ebenfalls Hans Zahnweh.
Schützenmeister Ludwig Schlecht stellte bei der

Die neuen Schützenkönige sowie die Vereinsmeister des Schützenvereins „Geselligkeit Großlintach“ zusammen mit Schützenmeister Ludwig Schlecht. (Foto: rn)

Saisonabschlußfeier im Gasthaus Plötz/Schlecht am Freitag fest, daß der im Jahre 1950 ins Leben gerufene „Schützenverein Geselligkeit Großlintach“ derzeit 52 Mitglieder zählt. Knapp die Hälfte davon seien Frauen. Auch in der letzten Schießsaison von Oktober 1993 bis April 1994 seien die wöchentlichen Schießabende stets gut besucht gewesen, die Ergebnisse in allen Disziplinen könnten sich sehen lassen.
Nach dem gemeinsamen Abendessen führte Ludwig Schlecht die Siegerehrung durch. Die Ergebnisse: Vereinsmeister Luftpistole: Alois „Zahnweh, 928 Ringe (von 1000 möglichen), Johann Hartl, 870 Ringe; Johann Zahnweh, 843 Ringe; Johann Schroll, 816 Ringe; Sebastian Peintinger, 768 Ringe. Vereinsmeister Luftgewehr: Johann Zahnweh, 890 Ringe; Johann Hartl, 876 Ringe; Harald Heigl, 808 Ringe; Siegfried Attenberger, 806 Ringe, Roswitha Bauer, 806 Ringe.
Quelle: Bogener Zeitung, 10.05.1994


„Gemeinde handelte vorausschauend“
Rund 5500 Sträucher und 250 großkronige Bäume gepflanzt – Frühzeitige Maßnahme
Hunderdorf. Für eine rasche Umsetzung der im jeweiligen Bebauungs- und Grünordnungsplan des Gewerbegebietes an der Thanangerstraße sowie des Gewerbe: und Industriegebietes Breitfeld vorgesehenen grünordnerischen Maßnahmen setzten sich Bürgermeister Peschke und Gemeinderat ein.
In dieser Woche war es soweit: Die mit den Pflanzarbeiten


Ein Teilstück des fertiggestellten Grünstreifens an der Thanangerstraße, mit im Bild Bürgermeister Peschke, Landschaftsarchitekt Eska und Firmenchef Kapfer.

beauftragte Firma vollendete die Gehölzpflanzung. „Damit erfüllt die Gemeinde Hunderdorf in vorbildlicher Weise die grünordnerischen Festlegungen”, so Landschaftsarchitekt Gerald Eska, Bogen, der für die Grünordnungsplanung und die Fachaufsicht im Auftrag der Gemeinde zuständig ist. Es, handelt sich dabei um die öffentliche Randeingrünung der Gewerbe- und Industrieflächen durch die Gemeinde, die auch im Eigentum der entsprechenden Grundflächen ist. Erfreulich sei, daß die Gemeinde hier vorausschauend im Vorfeld der Entstehung der Gewerbe- und Industriebauten die Eingrünung veranlaßt habe, so daß rasch eine Durchgliederung und Eingrünung gegeben sein werde.
Die heutigen Bepflanzungen könnten sich so frühzeitig entwickeln, denn vielerorts sei zu beobachten, daß zunächst die Bauten und schließlich noch eine Begrünung erfolge. In Hunderdorf sei man die Eingrünung frühzeitig angegangen, was dem Natur- und Landschaftsschutz in positiver Weise Rechnung trage. Die erforderliche optische wirksame Randbepflanzung für  das Industriegebiet Breitfeld stelle auch eine Abschirmung der Erweiterungsfläche von der Auenlandschaft des Bogenbaches dar. Für den zehn bis 15 Meter breiten Pflanzstreifen in der Erweiterungsfläche des Industriegebietes Breitfeld hätten auch Überlegungen bezüglich dort vorhandener Wiesenbrüter eine Rolle gespielt.
Die Anpflanzungen sollen auch Sichtschutz für ungestörte Wiesenflächen sein, wenn die Bautätigkeit im Industriegebiet komme. Die Eingrünung werde im westlichen Bereich sowie im nördlichen Bereich veranlaßt. Entlang der Staatsstraße wurde die Bepflanzung zurückgestellt, nachdem hier noch Trassenverschiebungen im Rahmen der Ortsumgehung Steinburg nicht ausgeschlossen sind. Im Industriegebiet Breitfeld wurden rund 5000 Sträucher und 220 großkronige Bäume angepflanzt. Im Gewerbegebiet an der Thanangerstraße etwa 500 Sträucher und 30 großkronige Bäume. Es handelt sich hier um einen etwa fünf Meter breiten Grünstreifen an der Thanangerstraße sowie um ergänzende Begrünung beim vorhandenen Wiesengraben.
Verwendet wurden heimische, standortgerechte Sträucher und Bäume. Landschaftsarchitekt Eska zeigte sich erfreut darüber, daß „autochtones“ Pflanzgut verwendet wurde, das in dieser Region gewachsen und gezogen wurde. Die Gesamtkosten der Maßnahme beziffern sich ohne Grunderwerb auf knapp 100 000 Mark. Wie Bürgermeister Peschke berichtete, wurden Grünordnungsmaßnahmen im Rahmen der Wirtschaftsförderung bezuschußt und ein diesbezüglicher Bewilligungsbescheid seitens der Regierung liege bereits vor. Parallel zu den genannten Eingrünungsmaßnahmen ist im Industriegebiet Breitfeld auch die Verlegung des Wirtschaftsweges Richtung Au v. Wald im Bau. Die rund 60 000 Mark kostende Maßnahme ist ebenso demnächst abgeschlossen. Für die Bepflanzung im öffentlichen Bereich, sowie die Verlegung des Wirtschaftsweges einschließlich der entsprechenden Grunderwerbskosten wurde aus dem regionalen Wirtschaftsförderungsprogramm der Gemeinde zu Gesamtkosten von rund 716 000 Mark ein Zuschuß bis maximal 423 000 Mark in Aussicht gestellt. Für die Eingrünung und Grunderwerb des Gewerbegebietes an der Thanangerstraße kann die Gemeinde auf Zuschußeinnahmen von rund 45000 Mark hoffen.
Quelle: Bogener Zeitung, 11.05.1994


SPD für aktive Arbeitsmarktpolitik
Auftakt der Diskussionsreihe: Bürger im Gespräch mit Robert Leidinger
Hunderdorf.
(ta) Zur Auftaktveranstaltung der Diskussionsreihe „Bürger im Gespräch mit Robert Leidinger MdB“ in Hunderdorf nutzten viele Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, dem Bundestagsabgeordneten auf den Zahn zu fühlen. So entwickelte sich eine mehr als zweistündige, überaus angeregte Diskussion zu einer Vielfalt von politischen Themen.
Breiten Raum in der Diskussion nahm die Arbeits-,Sozial- und Wirtschaftspolitik ein. Robert Leidinger bezifferte die jährlichen Kosten zur Finanzierung der Arbeitslosigkeit von nahezu vier Millionen Menschen in Deutschland auf 34 Milliarden Mark. Mehrere Bürger stellten sich hinter die SPD-Forderung, besser eine aktive Arbeitsmarktpolitik zu finanzieren, um das Geld für die Bezahlung der Arbeitslosigkeit zu sparen.
Bei der CDU/CSU gebe es jetzt Pläne, die Übereinkunft mit der SPD zur Sicherung ausreichender Rentenansprüche von Arbeitslosen wieder aufzukündigen und mit den Beiträgen der Rentenversicherung die Löcher im Haushalt der Bundesanstalt für Arbeit zu stopfen, sagte Leidinger und kündigte an, die SPD werde mit Regierungsübernahme im Herbst einen anderen Kurs steuern, bei dem eine aktive Beschäftigungspolitik die Richtung angeben werde.
Ein ausführlicher Diskussionspunkt war auch die Agrarpolitik. Kritik äußerten die Bürger an der Praxis; daß die Masse der Agrargelder der EU weder der Landwirtschaft noch dem Verbraucher zugute kämen, sondern von Zwischenhandel, Lagerhaltung und Transport kassiert würden. Auch die Subventionierung der Flächenstillegung wurde als Irrweg kritisiert, der nicht dazu diene, die bäuerlichen Strukturen zu erhalten. Leidinger sprach sich für intelligente Formen der Vermarktung ihrer Produkte durch die heimische bäuerliche Landwirtschaft aus.
Bürgermeister Gerd Peschke schnitt die Zukunft des Bundeswehrstandortes Bogen und der Hauptschule Hunderdorf an, in deren Instandsetzung jetzt Millionen investiert werden sollten, ohne daß man wisse, ob die Zukunft der Schule überhaupt gesichert sei.
Zu den Bundeswehrstandorten Bogen und Feldkirchen sagte Robert Leidinger, daß diese mittelfristig sicher seien. Im Gegensatz zur Flickschusterei in der Bundeswehrstruktur der jetzigen politischen Führung werde eine SPD-Regierung zum Ausgangpunkt ihrer Außen- und Sicherheitspolitik zunächst eine genaue Beurteilung der Sicherheitslage, eine Risiko-Analyse und daraus abgeleitet eine klare politische Festlegung des Auftrages der Bundeswehr vornehmen. Dann erst sei festzustellen, welche Kräfte und Mittel dafür erforderlich seien, für die das nötige Geld dann auch bereitgestellt werden müsse. Leidinger machte klar, daß der Schwerpunkt sozialdemokratischer Sicherheitspolitik nach wie vor die Landesverteidigung sei und nicht ein deutsches Engagement mit militärischen Abenteuern in aller Welt.
Quelle: Bogener Zeitung, 11.05.1994


Junger Organist hielt hohes Niveau mit
Andreas Sagstetter nahm am Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ mit „gutem Erfolg“ teil
Hunderdorf. Der 19jährige Andreas Sagstetter aus Hunderdorf erreichte das, wovon viele junge Instrumentalisten träumen: Er konnte sich für den Bundeswettbewerb „Jugend musiziert 1994″ qualifizieren (wir berichteten). Für sein Instrument, Pfeifenorgel, fand dieser Wettbewerb heuer in Leipzig statt, genauer gesagt an der großen Schuke-Orgel des Leipziger Gewandhauses.
Anders als bei den meisten Musikern sind für den Organisten vor

Andreas Sagstetter aus Hunderdorf spielte im Rahmen des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“ auf dieser Orgel im Gewandhaus in Leipzig.

einem Konzert oder Wettbewerb außer fleißigem Üben am Instrument zusätzliche Vorbereitungen notwendig: Da es praktisch keine zwei Orgeln gibt, die über genau den gleichen Registerbestand verfügen, muß bei jeder Orgel von neuem herausgetüftelt werden, welche Register gezogen und im Laufe des Stücks gewechselt werden müssen, um die Klangvorstellung des Komponisten in bezug auf Färbung und Lautstärke möglichst genau zu treffen. Für dieses „Einregistrieren“ sind bei „Jugend musiziert“ drei Stunden vorgesehen. Obwohl jeder Teilnehmer ein Programm von „nur“ 15 bis 20 Minuten Länge vorspielen soll, reicht die Einregistrierzeit oft kaum aus, um die optimalen Registermischungen zu finden und sich auf den Anschlag des Instruments einzustellen, der von Orgel zu Orgel sehr verschieden sein kann.
Eine Woche Vorbereitung
Über eine ganze Woche erstreckten sich Einregistriertermine, Vorspielzeiten und Ergebnisbekanntgabe, des diesjährigen Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert — Orgel“. Wie die übrigen 19 Mitwirkenden aus seiner Altersgruppe mußte Andreas Sagstetter deshalb für sieben Tage nach Leipzig reisen. Bei dieser Fahrt wurde er von Stefan Landes, seinem Orgellehrer an der Kreismusikschule Straubing-Bogen, und von mir als Registrant begleitet.
Noch am Tag der Ankunft in Leipzig am 25. April mußten Andreas‘ drei Vorspielstücke einregistriert werden. Es wirkte schon etwas gespenstisch, als wir zu dritt den schwach beleuchteten Konzertsaal betraten, der immerhin 1900 Zuschauern Platz bietet, und Andreas dann die viermanualige Orgel in ihrer vornehmen Klanggewalt zu Gehör brachte. Doch obwohl oder gerade weil die 89 Register des Instruments eine Unmenge an Kombinationen zulassen, war es nicht leicht, immer gleich die richtige Registrierung zu finden. Besonders beim ersten Stück, dem dritten Satz aus der zweiten Orgelsonate von Johann Sebastian Bach, muß man sich, was die Wahl der Register betrifft, auf seine allgemeine Erfahrung stützen, da es unter den Orgelkomponisten der Barockzeit nicht üblich war, ihren Stücken Angaben zur Registrierung beizufügen. Doch alle Probleme konnten gelöst werden, nicht zuletzt dank des ausgezeichneten Sachverstands von Stefan Landes, der vielen Straubingern als Organist der Stiftsbasilika St. Jakob und als Lehrer an der Kreismusikschule -Straubing-Bogen bekannt ist.
Als Andreas Sagstetter dann am darauffolgenden Donnerstag vorspielen mußte, hatten schon viele seiner Konkurrenten aus ganz Deutschland gespielt und künstlerisch die Latte zum Teil recht hoch gelegt. Doch Andreas, der seine Nervenstärke bereits im Regional- und Landeswettbewerb unter Beweis gestellt hatte, überwand sein Lampenfieber, konzentrierte sich auf sein Programm und spielte die drei äußerst schweren Stücke technisch sehr sicher und so musikalisch, daß Lehrer Stefan Landes seinen Auftritt recht loben konnte. Vor allem das Mittelstück, der erste Satz aus Charles-Marie Widorfs fünfter Orgelsymphonie, ist her vorzuheben, da die elf Minuten Spieldauer einen langen Atem erfordern.
… dann hieß es abwarten
Danach hieß es abwarten und der Jury die Bewertung zu überlassen. Neben dem Vorsitzenden Prof. Dr. Müller-Bech (Saarbrücken), waren in der Jury vertreten: Heidi Emmert (Detmold/Würzburg), Martin Rost (Frankfurt/Oder), Prof. Uwe Röhl (Lübeck), Prof. Klemens Schnorr (München/Freiburg i. Br.) und Michael Schönheit (Leipzig). Am Abend besuchten die Teilnehmer dann erst einmal das reich ausgestattete Leipziger Musikinstrumentenmuseum, bevor sie sich am nächsten Tag zu einer Orgelexkursion in der Leipziger Umgebung zusammenfanden, bei der auch die einmalige Möglichkeit geboten war, zwei gut erhaltene Silbermann-Orgeln aus der Barockzeit auszuprobieren.
Samstag vormittag hatte Andreas Sagstetter dann Gelegenheit, sich in einem Beratungsgespräch von der Jury Anregungen zur weiteren Verbesserung seines Spiels geben zu lassen. Doch nach der vorschriftsgemäß nur zehnminütigen Unterredung zeigte sich Andreas etwas enttäuscht von den wenig konkreten Tips der Professoren: „Ich soll die Bach-Sonate italienischer spielen und bei Widor einen größeren Bogen spannen“, berichtete Andreas. „Auch das Tempo war der Jury manchmal zu langsam, obwohl ich renommierte CD-Aufnahmen der Stücke kenne, bei denen auch nicht anders gespielt wird. Wenigstens haben die Juroren zugegeben, daß ihr Urteil durchaus subjektive Komponenten enthält.“ Nichtsdestotrotz genossen wir am Nachmittag bei bestem Wetter einen ausführlichen Stadtrundgang, der mit einem Besuch der Thomas-Kirche endete, wo der berühmte Leipziger Thomanerchor eine Bachkantate darbot.
Einige Fragen blieben offen
Mit Spannung erwarteten am Abend dann alle Teilnehmer die Bekanntgabe der Wettbewerbsergebnisse. Zuvor bescheinigte der Juryvorsitzende allen Organisten des Wettstreits ein sehr hohes Niveau und wies darauf hin, daß alle Spieler mit ihren Punktzahlen eng beisammen lagen. Doch nur fünf der 20 Teilnehmer aus Andreas‘ Altersgruppe erhielten Preise und er selbst mußte sich bei wenigen Punkten Abstand mit dem Prädikat „mit gutem Erfolg teilgenommen“ zufriedengeben. Für ihn blieben danach jedoch noch einige Fragen offen: „Unter den Preisträgern sind Spieler, die extrem schnell, aber nicht mehr so sicher und meiner Meinung nach recht unmusikalisch gespielt haben. Ich habe fast den Eindruck, die Jury hat sich von hohen Tempi blenden lassen. Und warum liegen jetzt Teilnehmer deutlich vor mir, die im Regionalwettbewerb Ostbayern und im bayerischen Landeswettbewerb zwar auch weitergeleitet worden waren, aber mit geringerer Punktzahl als ich?“ Auch für andere Mitwirkende war in der Bewertung der Wurm drin, doch das Ergebnis der Jury ist bekanntlich unanfechtbar. Stefan Landes aber machte seinem Schüler Mut und erzählte: „Mir ist es bei ,Jugend musiziert‘ auch einmal ähnlich ergangen. Zum Glück habe ich mich damals aber nicht verunsichern lassen“. Und auch Anreas Friedländer, Leiter der Kreismusikschule Straubing-Bogen, an der Andreas Sagstetter die Orgelklasse von Stefan Landes besucht, meint dazu: „Andreas Sagstetters Mitwirkung am Bundeswettbewerb war ein sehr großer Erfolg und bestätigt das Konzept der Kreismusikschule, nur hervorragend qualifzierte Instrumentallehrer zu beschäftigen. Außerdem hat Andreas gezeigt, daß die zusätzlichen kostenlosen Orgelstunden, die er als Mitglied der Förderklasse für besonders begabte Schüler erhält, sehr gut investiert waren.
Auch Andreas, für seine Erfahrungen dankbar, blickt heute wieder sehr optimistisch in seine arbeitsreiche Zukunft. Er übt bereits neue Stücke für ein Chor- und Orgelkonzert am 25. Mai in Windberg und bereitet sich auf seine Aufnahmeprüfung am Mozarteum in Salzburg vor, wo er im Herbst ein Orgel- und Kirchenmusikstudium beginnen will. So „ganz nebenbei“ schreibt er derzeit auch noch sein Abitur. Auf Musikwettbewerbe angesprochen, erzählt er die Anekdote über den berühmten Pianisten Arthur Rubinstein, der 1910 einen Klavierwettbewerb in Sankt Petersburg „verloren“ hatte. Jähre  später konnte dieser nämlich sagen: „Gewonnen hat ein Alfred Hoehn. Kennen Sie den? Nein? Aber mich kennen sie, den Verlierer. Seh’n Sie!
Martin Schwendke
Quelle: Bogener Zeitung, 16.05.1994


Tempolimit nicht selbst überwachen
Spielplatzbereich des Kindergartens ist einer der Schwerpunkte
Hunderdorf.
(xk) Bei seiner Sitzung befaßte sich der Gemeinderat mit der Errichtung von Wartehallen bei der Schule und beim ehemaligen Bahnhofsgelände. Der Landkreis, so Bürgermeister Gerhard Peschke, hat aufgrund dieser gut benutzten Bushaltestellen, die im Rahmen des öffentlichen Personennahverkehrs betrieben werden, Hunderdorf in die Kategorie I eingereiht. Der Gemeinderat entschied einmütig, dem Landkreis ein Modell mit verzinkter Konstruktion und grüner Farblackierung, dessen Wände und Dach eine Verglasung haben, zur Erstellung vorzuschlagen. Der entsprechende Grund wird von der Gemeinde zur Verfügung gestellt.
Die Gestaltung der Hauptstraße beim vormaligen „Baier-Rosina-Haus“ wurde erörtert. Wie Bürgermeister Peschke berichtete, plant der Landkreis, nachdem es sich um eine Kreisstraße handelt, im dortigen Bereich keine gravierenden Veränderungen. Der Landkreis habe noch vor, gegebenenfalls einen Bordstein zu errichten, um die Oberflächenableitung günstiger zu gestalten. Der Gemeinderat war grundsätzlich dafür, daß in diesem Bereich die Situation verbessert und vom Landkreis etwas gemacht wird. Auch die Gestaltungsmöglichkeiten beim Grundstück selbst wurden angesprochen. Hier sollte zunächst die vorhandene Mauer durch den Bauausschuß besichtigt und die Gestaltungsmaßnahmen zwischen Gemeinde und Landkreis koordiniert werden.
Der Gemeinderat billigte für die Pumpstation in Gaishausen den Abschluß eines Wartungsvertrages für die Pumpenausstattung. Zu den Baugesuchen Dachgeschoßteilausbau und Anbau eines Heizungs- und Tankraumes an das bestehende Wohnhaus in Ehren, Neubau eines Wohnhauses mit Garage in der Fichtenstraße, Neubau eines Wohnhauses mit Garage in Lindfeld, Neubau eines Wohnhauses mit Garage in der Hinterfeldstraße, stellte der Gemeinderat einstimmig das Einvernehmen fest.
Der Vorentwurf des Freiflächengestaltungsplanes am Vorplatz des Kindergartenstandortes fand mit den besprochenen Änderungen grundsätzlich die Zustimmung des Gemeinderates. Im Plan ist insbesondere der Spielplatzbereich des Kindergartens dargestellt. Zweiter Schwerpunkt ist die Gestaltung des Park- und Zugangsbereiches. Hier sind im Flächengestaltungsplan Parkplätze, Haltebuchten, Gehwege zum Kindergarten und die Grüngestaltung eingeplant. Der Gemeinderat billigte den Planentwurf mit einigen Ergänzungen und danach können die Eingabepläne für die Regierung gefertigt werden. In der Planung sind auch die Anregungen des Verkehrssachbearbeiters beim Landratsamt berücksichtigt.
Genehmigt wurde vom Gemeinderat auch der Ankauf eines Grabensohlreinigungsgerätes, mit dem Straßengräben effektiver unterhalten werden können. Die Kosten beziffern sich auf 1850 Mark. Zur Information gab Bürgermeister Peschke ein Schreiben der Telekom bezüglich des vereinfachten Planfeststellungsverfahrens für die Erweiterung des Fernmeldenetzes, wobei die Gemeinde im Bereich Steinburg berührt wird.
Zur Kenntnis genommen wurde auch ein Schreiben bezüglich der Übertragung von Geschwindigkeitsüberwachungen auf Antrag. Dazu wurde auf Grund der entsprechenden Befugnisse und des notwendigen technischen Gerätes und Personal gemeindlicherseits entschieden von einer Antragstellung Abstand zu nehmen. Dank richtete das Gemeindeoberhaupt an die Krieger- und Soldatenkameradschaft für die Reinigung des Kriegerdenkmals. Ein nichtöffentlicher Teil, indem insbesondere Grundstücksangelegenheiten behandelt wurden, schloß sich an.
Quelle: Bogener Zeitung, 18.05.1994


Josef Zollner neuer PGR-Vorsitzender
Hentschirsch und Häringer nach 16 Jahren aus dem Amt ausgeschieden
Hunderdorf. (ih) Zur konstituierenden Sitzung des neuen Pfarrgemeinderates betonte die langjährige Vorsitzende Ingrid Hentschirsch in Anwesenheit yon Pfarrer Pater Wolfgang Vos, Pater Anselm Scholz und Gemeindereferentin Hildegard Stanglmayr bei ihrer Abschiedsrede, daß sie aus privaten Gründen auf eine weitere Kandidatur verzichtet habe. Ihr Dank galt allen bisherigen Kollegen, die sie während der letzten 16 Jahre bei der Arbeit zum Wohle der Pfarrei unterstützt und ihr über eine so lange Zeit das Vertrauen geschenkt hätten. Sie habe ihre Aufgabe stets mit Freude erfüllt, und auch den Geistlichen sprach sie Dank für die harmonische Zusammenarbeit aus.
Nun mußten die Mitglieder des Pfarrgemeinderates einen neuen Vorstand wählen. Diese Wahl brachte folgendes Ergebnis: Vorsitzender: Josef Zollner; gleichberechtigte Stellvertreter: Angela Söldner und Josef Breu; Schriftführerin: Ingrid Neumaier. Die erste Amtshandlung des neuen Vorsitzenden war die Überreichung von Dankurkunden an die scheidenden Mitglieder. Bei Ingrid Hentschirsch und Roswitha Häringer bedankte sich Zollner im Namen der Pfarrei für jeweils 16 Jahre Mitarbeit im Pfarrgemeinderat.
Bei der Beratung über die Berufung weiterer Personen in den Pfarrgemeinderat wurde deutlich, daß man die nächsten drei Listenkandidaten Josefine Holzapfel, Martha Hofmann und Renate Schindler berufen wolle. Nachdem sich auch Pfarrer P. Wolfgang Vos bei den ausscheidenden Mitgliedern für die Bemühungen um die Pfarrei bedankt hatte, erläuterte er die Mustergeschäftsordnung für Pfarrgemeinderäte des Ordinariates in Regensburg. Jeder erhielt ein Exemplar zur Kenntnisnahme. Die Abstimmung hierzu wird in der nächsten Sitzung erfolgen.
Quelle: Bogener Zeitung, 24.05.1994


Jugendarbeit als gute Basis für die Zukunft der Fußballer
Weiterhin steigende Zahl von Mitgliedern
Jahreshauptversammlung des Sportvereins mit Ehrungen — Berichte aus den Abteilungen
Hunderdorf. (ih) Der Sportverein hielt im Clublokal Sandbiller die Jahreshauptversammlung. Der 1. Vorsitzende berichtete über die Tätigkeiten im Verein, während sich die Kurzberichte der Abteilungsleiter mit den sportlichen Aktivitäten in den einzelnen Abteilungen beschäftigten. 35 Mitglieder konnten für 20jährige Mitgliedschaft geehrt werden, während 24 Mitglieder eine Ehrung für zehnjährige Mitgliedschaft erfuhren. Die Mitgliederzahl ist weiterhin gestiegen.
1. Vorsitzender Henke betonte zu Beginn seines Berichtes, er habe es als Herausforderung gesehen, als man ihm vor einem Jahr das Amt des 1. Vorsitzenden übertrug. Sechs Vereinsausschußsitzungen und viele Einzelgespräche seien notwendig gewesen, um die Geschicke des SV Hunderdorf zu leiten. Trotz der notwendigen Beitragserhöhung habe sich die Mitgliederzahl um 73 erhöht. Henke hob das Fest zum 20jährigen Bestehen der Eisstockabteilung

Die geehrten Mitglieder mit Vorsitzendem Henke.  (Foto: ih)

heraus. Weiter streifte er die Weihnachtsfeier und den Sportlerball. Der Einsatz des Pendelbusses habe sich hier bestens bewährt. Um die Abteilungen hinsichtlich ihrer Termine immer gut aufeinander abzustimmen, habe man einen internen Veranstaltungskalender erstellt. Zum Bau der Tennisplätze sagte er, daß das Projekt über den Hauptverein laufe. Henke erläuterte den Stand der Planung und der Finanzierung. Er verwies dann auf das bevorstehende Sportwochenende vom 22. bis zum 24. Juli, welches von einem Ausschuß organisiert werde und zu dem sich neun Ortsvereine zur Teilnahme gemeldet hätten. Henke forderte die Mitglieder auch auf, am Fest zum 20jährigen Bestehen des LC Tanne mit Jedermannslauf am 2. Juni teilzunehmen. Im kommenden Vereinsjahr wolle er der Tischtennisabteilung große Aufmerksamkeit schenken.
Der 1. Vorsitzende berichtete von einem Besuch Bürgermeister Peschkes bei einer Ausschußsitzung des Vereins, wo dieser auf die Leistungen der Gemeinde für den Sportverein hingewiesen habe. So sei ein Zuschuß für den Bau der Tennisplätze gewährt worden. Die Aschenbahn solle noch vor dem Sportwochenende hergerichtet werden. Man müsse aber überall dort, wo es möglich sei, sparen. Dieser Gedanke solle sich auch im Sportverein durchsetzen. Dem Eisstockclub solle im Namen des Gemeindeoberhauptes für die Übernahme der Patenschaft für den Kinderspielplatz gedankt werden. Henke sprach dem Bürgermeister und der politischen Gemeinde Dank für die Unterstützung aus.
Mit umfangreichem Zahlenmaterial zeigte Hauptkassier Gerhard Scherz auf, wie mit den Finanzen umgegangen werde. Den Besuchern der Hauptversammlung wurde dabei klar, welch große Ausgaben ein Verein in der Größe des SV Hunderdorf zu tätigen hat. Dennoch sind die Einnahmen, die hauptsächlich aus den Beiträgen stammen, so hoch, daß der Gesamtverein finanziell auf gesunden Füßen steht.
Berichte aus Abteilungen
Max Leonhardt berichtete von der Skiabteilung, daß die alte Scheune bei der Skihütte abgebrochen worden sei und daß man einen größeren Raum habe erstellen können. Die Skihütte werde im übrigen von allen Abteilungen des Sportvereins gerne genützt. Die Skigymnastik sei wieder gut angenommen worden. Weitere Veranstaltungen seien der Skibasar, die Nikolausfeier, die Skikurse und die Skiausflüge gewesen. Auf das Problem mit den Skianzügen will der Abteilungsleiter bei der Versammlung am 27. Mai näher eingehen.
Otto Sachs hob in seinem Bericht von der Eisstockabteilung die Fertigstellung und die Einweihung des Vereinsheimes besonders hervor. Die Jubiläumsfeier anläßlich des 20jährigen Bestehens werde sicher in guter Erinnerung bleiben. Die Abteilung habe an 25 Turnieren teilgenommen. Der Winter sei für die Eisschützen nicht günstig gewesen. So habe man auf Natureis weder eine Orts- noch Vereinsmeisterschaft durchführen können. Bei den Meisterschaften sei man nicht sehr erfolgreich gewesen. Dagegen sei die Sommersaison gut angelaufen. Man werde an 33 Turnieren teilnehmen. Wichtig sei auch die Fertigstellung des Kinderspielplatzes.
Abteilungsleiter Martin Tanne zählte 17 Wettkämpfe auf, an denen sich die Leichtathleten beteiligt hätten. Dabei hätten Harald Waas und Robert Schönberger auch die Titel von Kreismeister über 3000 Meter in ihren Klassen erringen können. Beim „Jedermannslauf 1993″ hätten sich 93 Aktive beteiligt. Adolf Reisinger von der Tischtennisabteilung konnte von keinen großen Aktivitäten berichten. Er schlug aber in die gleiche Kerbe wie der Vereinsvorsitzende und hofft auf einen Aufschwung im nächsten Jahr, wenn sich auch einige Funktionäre finden ließen, die neuen Elan und Aktivität in die Abteilung brächten.
Alois Haimerl zählte verschiedene Meisterschaften auf, die die Tennisabteilung durchgeführt habe. Die Teilnahme an der Wundermühlrunde habe mit dem 2. Platz einen erfolgreichen Abschluß zu verzeichnen gehabt. Haimerl ging natürlich auf den Bau von zwei weiteren Tennisplätzen ein. Er legte die Planung dar und erläuterte die Finanzierung.
Fußballer setzen auf Jugend
Nun eröffnete Josef Ziesler mit seinem Tätigkeitsbericht die Jahreshauptversammlung der Fußballabteilung. Er gab zunächst einen Überblick über des abgelaufene Spieljahr 93/94. Mit Werner Beck habe man einen erfahrenen Trainer gewinnen können. Der Trainingsfleiß der Aktiven sei erhöht worden, der Tabellenstand sei nicht unbefriedigend, dennoch habe sich der erhoffte Aufstieg nicht verwirklichen lassen. Ziesler merkte an, daß man auswärts ohne Niederlage geblieben sei. Die 2. Mannschaft belege einen der vorderen Plätze in der Tabelle. Die AH-Mannschaft führe Rudi Höpfl sehr erfolgreich.
Schwerpunkt sei der von Karl Hornberger geleitete Jugendbereich. Man betreibe aktiven Fußballsport in sechs Mannschaften mit rund 100 Jugendlichen und Schülern. Thomas Ziesler habe eine schlagkräftige A-Jugend geformt, während die von Peter Kelm und Josef Liebl betreute I3-Jugend das Aushängeschild sei. Die C-Jugend spiele in der Kreisklasse. Das Klassenziel konnte erreicht werden, obwohl die Trainer Karl Riepl und Walter Menacher des öfteren mit Spielermangel zu kämpfen gehabt hätten. Bei der D-Jugend nehme man mit zwei Mannschaften unter der Regie von Helmut Hainz, Dieter Hainz und Dieter Brunnmeier am Spielbetrieb teil. Große Begeisterung herrsche der F-Jugend, diese habe sich auch auf die Eltern übertragen. Hier zeichneten Dieter Monat, Rudi Höpfl und Hans Hüttinger für das Training und die Betreuung verantwortlich. Eine wesentliche Hilfe stelle der Vereinsbus dar. Die Abteilung wolle den Trainingsplatz selbst instandsetzen und auch so der Gemeinde, die viel für die Fußballabteilung investiere, sparen.
Der Kassenbericht von Rudi Höpfl zeigte auf, welche enorme Summen in der Fußballabteilung bewegt werden. Die Einnahmen und Ausgaben hielten sich in etwa die Waage. Die Jugendarbeit und der gesamte Spielbetrieb verbrauchten natürlich verschiedene Geldmittel. Höpfl sagte zum Schluß seines Berichtes: „Alle müßten überlegen: Wo kann man sparen? Wo kann man Geld hereinbringen? Ohne Sportheim geht gar nichts.“
Mitgliederehrungen
Bevor die Ehrungen durch Vorsitzenden Peter Henke und zweiten Vorsitzenden Hans Grill durchgeführt wurden, hob Henke hervor, daß es sehr hoch geschätzt werden müsse, wenn so viele Mitglieder dem Verein die Treue gehalten hätten – und dies auch in schlechten Zeiten. Vom Wort „Verein“ leite sich das Wörtchen „vereint“ ab. Vereint wolle und solle man daran arbeiten, daß der SV Hunderdorf gut dastehe.
Eine Urkunde und das Vereinsabzeichen in Silber wurde an folgende Personen für 20 Jahre Mitgliedschaft verliehen: Heidi Altmann, Franz Xaver Altmann, Karl Englmeier jun., Helga Fuchs, Heinrich Geiger jun., Emil Gerhardt, Heinz Grill, Xaver Groß, Dieter Heinz, Robert Hainz, Peter Hartmannsgruber, Robert Hartmannsgruber, Thomas Höpfl, Franz Holmer, Waldfriede Holzapfel, Heribert Hüttinger, Andrea Kaldonek, Gerd Klumbies, Anni Kraus, Josef Leidl, Jörg Lichte, Winfried Myrtek, Sylvia Reiner, Werner Reiner, Adolf Reisinger, Maria Reisinger, Adolf Sandbiller jun., Ulrich Scheibenthaler, Theresia Schieß!, Franz Solcher jun., Markus Tanne, Erwin Wild, Klaus Winklmeier, Sylvia Zimmer, Josef Zitzelsberger.
Das Vereinsabzeichen in Bronze und eine Urkunde erhielten für zehnjährige Mitgliedschaft folgende Personen: Hans Aumer, Ewald Bauer, Anton Baumgartner, Werner Bielmeier, Erwin Breu, Michael Breu, Helmut Christi, Helmut Eidenschink, Werner Gackstatter, Markus Gütlhuber, Christian Häusler, Renate Haimerl, Nicolaus Kulzer, Rosa Leonhardt, Andreas Liebl, Kerstin Mauthner, Stefan Niedermeier, Martina Obermeier, Cornelia Reiner, Marianne Richter, Daniela Scherz, Marion Stumhofer und Andreas Weinzierl.
Quelle: Bogener Zeitung, 24.05.1994


Schöne Knabenstimmen und Orgel
„Münchner Chorbuben“ und Andreas Sagstetter in Windberg
Nachdem die Zahl der Windberger Orgelkonzerte um die Hälfte reduziert werden mußte, konnte der Orgelkreis am Mittwoch abend mit einer Attraktion aufwarten: Der berühmte Knabenchor „Die Münchner Chorbuben“, früher von Fritz Rothschuh (+ 1978) und seit 1983 von Bernhard Reimann geleitet, trat auf mit vielseitigen Gesängen „zur Ehre Gottes“ und „zum Lobe Mariens“. Dazu gab es auch drei Orgelwerke zu hören, die der junge Preisträger aus Hunderdorf, Andreas Sagstetter, interpretierte.
Von Altmeister Dietrich Buxtehude, der fast 40 Jahre als Organist an der Lübecker Marienkirche wirkte und der „Magier des Nordens“ genannt wurde, spielte Sagstetter das Präludium in fis-Moll, ein mehrteiliges Orgelstück mit fließender Einleitung, betonter Akkordik und einem Fugato-Gebilde, das in ein schwieriges figuratives Finale einmündete. Registrierung und Darstellung gerieten durchaus ansprechend. Aus dem „Orgelbüchlein“ von Johann Sebastian Bach setzte der junge Organist mit etwas dicker Registrierung treffende Bach-Akzente bei drei Chorälen: „Komm, Gott Schöpfer, Heiliger Geist“, „Jesus Christus, unser Heiland“ und „Wer mir den lieben Gott läßt walten“. Die Choralmelodie kam stets deutlich zum Tragen.
Aber auch ein Moderner kam zu Wort, nämlich der erst 1986 verstorbene und in Paris wirkende französische Organist Maurice Durufle mit drei Choralvariationen über das Thema „Veni Creator Spiritus“, die eine interessante Figuration mit impressionistischer Farbgebung aufweisen. Andreas Sagstetter gestaltete die Variationen iii verschiedenartiger Registrierung, dazwischen sangen die Chorbuben Strophen einer deutschen Choralfassung mit einem abschließendem „Amen“. Das Finale steigerte sich in kunstvollen Bewegungsabläufen bis zum machtvollen Tutti.
Die Münchener Chorbuben zogen wirkungsvoll ein, eine lateinische Motette (aus dem 15. Jahrhundert) singend, in roten Hemden, kurzen Hosen, weißen Kniestrümpfen und roten Käppi. Hier war schon ihr schönes Chorvolumen hörbar, das sich großartig steigern läßt, da der Knabenchor über viele leuchtende und hellklingende Sopranstimmen verfügt. Die Tenöre und Bässe sind noch sehr jung und daher weniger effektiv.
Dirigent Bernhard Reimann hatte drei Auftritte vorgesehen. Nach einer umfangreichen und vielstimmigen Lasso-Motette hörte man in sauberer Intonation ein Heilig-Geist-Lied, dem das Bruckner’sche „Locus iste“ folgte — leider in den Bässen zu dürftig, in den Tenören etwas unrein. Besser natürlich die Beethoven-Hymne „Die Himmel rühmen“ mit einem leicht polyphonen Mittelteil.
„Zum Lobe Mariens“ kamen gute Sätze von Gerhard Kronberg, Bernhard Reimann und Fritz Rothschuh zu Gehör, von denen „Es blüh’n drei Rosen“ wohl am besten klang. Das deutsch vertonte „Stabat Mater“ wirkte im Satz stark gekünstelt.
Im dritten Abschnitt stachen zwei Chöre hervor: Der polyphone Chorsatz von H. Fr. Micheelsen „Lobe den Herren, meine Seele“ sowie das vom Dirigenten vertonte „Seht, ich bin bei euch“; diese Motette war ebenso effektvoll komponiert wie ansprechend dargeboten. Mit dem „Trostlied am Abend“, von Fritz Rothschuh verfaßt, verabschiedeten sich die „Münchner Chorbuben“, die sich schnell in die Herzen der Zuhörer gesungen hatten.   Rudolf Röhrl
Quelle: Bogener Zeitung, 28.05.1994


Planfeststellungsverfahren für Umgehungsstraße Steinburg wird in Kürze eingeleitet
Fremdenverkehr an Stelle von Blechlawinen
Baubeginn für Acht-Millionen-Projekt frühestens Anfang 1996 — Wiesenbrütergebiet betroffen
Steinburg. Die Umgehungsstraße von Steinburg ist in greifbare Nähe gerückt. Jahrelange Diskussionen über das Für und Wider hatten eine Entlastung der lärm- und abgasgeplagten Anwohner bisher verhindert. Fast 5000 Fahrzeuge pro Tag quälen sich durchschnittlich durch die engen Kurven im Ort, zehn Prozent davon Lastwagen. Im Jahr 2010 sollen es sogar 6000 sein. In wenigen Monaten wird nach Auskunft des Straßenbauamtes das Planfeststellungsverfahren für die Ortsumgehung eingeleitet. Treten keine größeren Verzögerungen auf, könnten im Frühjahr 1986 die Bagger für das acht Millionen Mark teuere Straßenprojekt anrücken. Die Steinburger könnten dann aufatmen: die Wohnqualität ihres Dorfes steigt, Fremdenverkehr wäre möglich.
Daß die Umgehungsstraße für Steinburg bisher nicht verwirklich wurde, hat verschiedene Gründe: Landwirte waren nicht bereit,

Die Ortsdurchfahrt Steinburg: Jeden Tag fahren durchschnittlich 5000 Fahrzeuge durch die engen Kurven. (Foto: pen)

ihren Grund für das Straßenbauprojekt abzutreten, und die Geschäftsinhaber im Ort fürchteten um die „Lebensader“ Straße, sollte der Durchgangsverkehr aus dem Ort verbannt werden.
Diese Befürchtungen gingen allerdings ins Leere: von den Geschäften mußte eins nach dem anderen schließen — trotz (oder wegen?) des Verkehrs. Die Wohnqualität wurde immer schlechter. Nicht nur der Berufsverkehr, sondern auch die Wochenendausflügler drängen mit ihren Autos durch die enge Ortsdurchfahrt. An Winterwochenenden staut sich der Ausflugsverkehr oft von Sankt Englmar bis zur Autobahnauffahrt Bogen. Dazu kommen noch Lärm und Abgase des Schwerlastverkehrs.
Im Jahr 2010 mindestens 6000 Fahrzeuge
Seit der Autobahneröffnung vor zehn Jahren nahm die Verkehrsbelastung überproportional zu, Zahlen des Straßenbauamtes Deggendorf belegen dies: Wurden 1985 in Steinburg noch 3 500 Fahrzeuge pro Tag registriert, waren es fünf Jahre später. schon 4 500 und 1993 rund 4900. Damit liegt die Ortsdurchfahrt Steinburg beim Verkehrsaufkommen deutlich über dem Landesdurchschnitt von Staatsstraßen (3700 Fahrzeuge).
Und die Erwartungen für die kommenden Jahre sehen noch düsterer aus. Im Jahr 2010 rechnet das Straßenbauamt mit annähernd 6 000 Autos und Lastwagen, die sich durch Steinburg schlängeln werden. Dabei dürfte diese Prognose — wie die Erfahrung lehrt — noch hinter der tatsächlichen Entwicklung zurückbleiben.
Eine Entwicklung, die der Gemeinderat nicht länger tatenlos mitansehen mochte. Er stimmte heuer dem Bau der Umgehungstraße zu. Aus gutem Grund, wie Bürgermeister Gerhard Peschke erklärt: „Wir hatten den Eindruck gewonnen, daß die Mehrheit der Bevölkerung inzwischen für die Umgehung ist.“ Und von dieser Umgehungsstraße hängt für Peschke Steinburgs gesamte Entwicklung ab. Die Wohnqualität steige, ein neues Baugebiet, für das großer Bedarf bestehe, könnte endlich ausgewiesen werden. Und – was noch wichtiger ist – die Gemeinde möchte sich für den Fremdenverkehr öffnen. Die reizvolle Umgebung wäre dazu gut geeignet, doch ständiger Lärm und Gestank sind wenig einladend.
Verkehr nimmt weiter zu
Auch das Straßenbauamt Deggendorf ist der Meinung, daß die Ortsumgehung längst überfällig ist. Vor allem mit Blick in die Zukunft hält Amtsleiter Norbert Baier die Verlegung der Staatsstraße an den Ortsrand für dringend geboten. Die Steinburger müßten sich vor Augen führen, meint er, daß der Verkehr hier bis ins Jahr 2010 um mindestens 20 Prozent zunehmen werde.
Das Straßenbauamt kauft bereits Grundstücke für den Bau der Umgehung und für Ausgleichsflächen. Allein zehn Hektar solcher Ersatzflächen werden benötigt, weil die neue 2,6 Kilometer lange und rund acht Millionen Mark teuere Straße ein Wiesenbrütergebiet tangiert. Eine andere Möglichkeit zur Trassenführung sieht das Straßenbauamt nicht. Seine Behörde, so Baier, habe insgesamt drei Varianten untersucht, zwei davon lägen allerdings näher an der Ortschaft und seien deshalb abgelehnt worden.
Bis zur Jahrtausendwende fertig?
Obwohl das Straßenbauamt schont einige Grundstücke gekauft hat, sind derzeit noch nicht alle Bauern bereit, ihren Grund abzugeben. Norbert Baier zeigt dafür Verständnis:„Viele hängen an ihrem Grund und Boden, den sie von den Vorvätern geerbt haben.“ Auch der Kaufpreis spielt oft eine Rolle. „Wir können nur Marktpreise zahlen“, dämpft Baier zu hohe Erwartungen.
In etwa zwei Monaten will Baier das Planfeststellungsverfahren für die neue Trasse der Staatsstraße bei der niederbayerischen Regierung beantragen. Bei einem optimalen Verlauf rechnet Baier damit, daß im Frühjahr 1996 die Straßenbautrupps anrücken können. Der Bau selbst werde dann voraussichtlich zwei bis drei Jahre dauern, die Kosten trägt der Staat. Für die Steinburger könnte sich also bis zur Jahrtausendwende der Traum von Rube und guter Luft erfüllen. -pen-
Quelle: Bogener Zeitung, 28.05.1994

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