1954#01-03

Windberg. (Standesamt hält Rückblick) Das Standesamt Windberg verzeichnete im vergangenen Jahr fünfzehn Geburten, dreizehn Todesfälle und sechs Eheschließungen. Auf den Monat Dezember entfallen davon: eine Geburt (Michael Josef Plager), ein Todesfall (Rudolphine Hauke) und eine Eheschließung (Zilinksi-Laumer).
Quelle: Bogener Zeitung 04.01.1954


Hunderdorf. (Christbaumversteigerung) hält der Trachtenverein Hunderdorf heute im Saale der Gastwirtschaft Baier ab. Der Saal ist bereits ab 17 Uhr geöffnet. Die Reichen Angebinde auf dem Christbaum werden gar manchen zum Steigern verlocken. Zur Unterhaltung spielt die Kapelle Bugl.
Quelle: Bogener Zeitung 06.01.1954


Hunderdorf. (Gemeindekanzlei am 11. Januar geschlossen) Wegen der am Montag stattfindenden Verehelichung der Gemeindesekretärin Resi Gütlhuber mit dem Gemeindekassier Hans Pollmann ist an diesem Tage die Gemeindekanzlei geschlossen. Die kirchliche Trauung des Paares findet in der Pfarrkirche in Hunderdorf, die weltliche Feier in der Gastwirtschaft Baier statt. Den „Stützen“ der Gemeindeverwaltung unsere Glückwünsche!
Quelle: Bogener Zeitung 06.01.1954


Hunderdorf. (Standesamtlicher Rückblick) Im Laufe des vergangenen Jahres wurden im Standesamt registriert: Geburten: Helmut Rudolf Schäfer, Hunderdorf; Johann Martin Müller, Apoig; Joachim del Boca, Hunderdorf; Johann Josef Schaubeck, Hoch; Hildegard Angela Theresia Glöckl, Eglsee; Josef Ernst Schröttinger, Lintach; Werner Proschke, Bauernholz; Christa Anna Grimm, Hunderdorf; Franz Xaver Reiner, Bauernholz; Theresia Englmeier, Oberwinkling; Reinhold Breu, Apoig; Rosemarie Weindl, Bauernholz; Helga Maria Stark, Hunderdorf; Ludwig Schuhbauer, Hoch; Johann Paukner, Hunderdorf; Werner Johann Spierhansl, Hunderdorf; Otto Hainz, Thananger; Henrietta Maria Münch, Eglsee; Manfred Georg Hausdorf, Hunderdorf; Silvia Anna Hirtreiter, Eglsee; Anna Baumgartner, Lintach; Otto Bugl, Hoch. – Die Ehe schlossen elf Paare, gestorben sind 21 Personen.
Quelle: Bogener Zeitung 06.01.1954


Feuerwehr hielt Rückschau
Windberg.
Am Feste der Hl. drei Könige hatten sich die Kameraden der FFW im Gasthaus Deschl zur Generalversammlung eingefunden. Der stellvertretende Feuerwehrinspektor und Kommandant der Feuerwehr Windberg, Georg Wagner, begrüßte die Mitglieder. Kommandant Wagner verlas den Jahresbericht, in dem das wichtigste Ereignis die Feuerhauseinweihung war, auf die man so lange hatte warten müssen. Im verflossenen Jahr mußte der Verein drei Kameraden zu Grabe geleiten. Es folgte der Kassenbericht des Kassiers Norbert Zitzelsberger, dem die Entlastung erteilt wurde. Kommandant Wagner gab den Übungsplan für dieses Jahr bekannt. Er umfaßt 8 Uebungen: 7. März eine Gruppenübung in Windberg; 28. März eine Gruppenübung in Oberbuchs; 25. April in Irenzfelden eine Gruppenübung; 16. Mai Einsatzübung von Windberg nach Dambach; 13. Juni eine Einsatzübung in Meidendorf; 11. Juli in Oberbucha Einsatzübung nach Hof,; 5. September in Irenzfelden eine Einsatzübung nach Biehl und am 10. Oktober die Abschlußübung in Windberg. In diesem Zusammenhang gab der Kommandant den Beschluß bekannt, daß jeder von der Feuerwehr ausgeschlossen werde, der ohne Grund von zwei Uebungen oder von einem Brand fernbleibe.
Als Vereinsdiener wurde Grotz-Irenzfelden bestimmt. Es wurden noch einige Anschaffungen besprochen, die durch freiwillige Spenden und Arbeitsleistungen zugesichert wurden. Kommandant Wagner erläuterte die Benützung der Sirene, die auf dem Feuerhaus angebracht wurde.
Quelle: Bogener Zeitung 08.01.1954


In die Kreissäge geraten
Hunderdorf. Eine schwere Verletzung an der Hand zog sich der in einer Straubinger Schreinerei beschäftigte Zimmermann Albert Kuffner aus Lintach zu, als er am Freitag an der Kreissäge hantierte. Die schwere Verletzung machte eine Einlieferung in das Krankenhaus Straubing notwendig.
Quelle: Bogener Zeitung 11.01.1954


Generalversammlung der Sänger
Hunderdorf.
Im Vereinslokal Sandbiller in Apoig findet am 13. Januar um 20 Uhr die Generalversammlung des Gesangsvereins Hunderdorf statt. Auf der Tagesordnung stehen die Berichte des Schriftführers, des Kassiers und der Abschlußbericht des Vorsitzenden. Nach Prüfung der Kasse und Entlastung des Kassiers wird die Neuwahl der Vorstandschaft durchgeführt. In einem weiteren Punkt sind Wünsche und Anträge durch die Mitglieder vorzubringen.
Quelle: Bogener Zeitung 11.01.1954


Das künftige Wappen des Landkreises Bogen
Bogen.
Bei der in Bernried abgehaltenen Kreistagssitzung wurde auch über das künftige Wappen des Landkreises Bogen beraten und der vorgelegte Entwurf des Landesamtes für Wappenkunde gutgeheißen. Das Landratsamt wurde zugleich ermächtigt, den notwendigen Antrag beim Ministerium d. Innern zu stellen, das Wappen führen und als amtliches Dienstsiegel verwenden zu dürfen.
Der Entwurf sieht im oberen Drittel des Wappens das Rautenmuster in den bayerischen Farben Weiß-Blau vor. Bekanntlich war das weiß-blaue Rautenmuster in dem Wappen der früheren Grafen von Bogen. – Durch die Heirat der Gräfin Ludmilla von Bogen mit dem Herzog Ludwig dem Kelheimer kam das Rautenmuster in das Wappen der Wittelsbacher und damit in das Wappen des Landes Bayern. Bei der Ernennung Bogens zur Stadt im Sommer 1952 hat Innenminister Dr. Högner auf diese Begebenheit angespielt, als er von einer Dankesschuld sprach, die das Land Bayern Bogen gegenüber abzutragen habe.
Die unteren zwei Drittel des Wappenentwurfs sind in ihrer Höhe nach in zwei Teile geteilt. Der linke Teil zeigt stilistisch die „Madonna vom Bogenberg“. Der Bogenberg mit seiner Wallfahrtskirche ist ja urkundenmäßig die älteste Marienwallfahrtstätte des Landes Bayern. Die rechte Hälfte ist von einer blauen Wellenlinie durchzogen, die den Bogenbach darstellen soll, als Zeichen dessen, daß dieser, der ja den Landkreis in seiner ganzen Länge durchfließt, diesen zusammenhält und bindet. Das Wappen ist in den Farben weiß-blau-gold gehalten. (bk)
Quelle: Bogener Zeitung 11.01.1954


Ergänzungstafeln am Kriegerdenkmal
Hunderdorf.
Da bei der im November vorigen Jahres vollzogenen Aufstellung und Einweihung des Kriegerdenkmals noch nicht alle Gefallenen der beiden Weltkriege in die Erinnerungstafeln eingetragen wurden, war es notwendig, daß die Firma Herr aus Regensburg in diesen Tagen noch zwei weitere Gedenktafeln am Fuße des Granitobelisken anbrachte. Sie enthaltend ei Namen der Gefallenen bzw. der in der Gefangenschaft verstorbenen Soldaten des 2. Weltkrieges: Edenhofer Ignaz, Hagn Josef, Hirtreiter Albert, Obermeier Ludwig, Hagn Xaver, Breu Ludwig, Hirtreiter Johann, Eckl Alois, Schmid Xaver, Feldmeier Franz und Langner Kurt. Auf der Vorderseite des Obelisken wurde außerdem noch eine schwarze Marmortafel mit den Jahreszahlen 1914-1948 und 1939-1945 angebracht.
Quelle: Bogener Zeitung 13.01.1954


Windberg. (Tierseuchenbeiträge) Die Liste der Tierseuchenbeiträge für 1954 liegt noch bis zum 17. Januar in der Gemeinde zur Einsichtnahme auf. Nach diesem Termin können Einwendungen gegen die Aufzeichnungen nicht mehr berücksichtigt werden.
Quelle: Bogener Zeitung 13.01.1954


Hunderdorf. (Hochzeitsfeier) In feierlicher Weise und nach altem Herkommen wurden die Gemeindesekretärin Resi Gütlhuber und Gemeindekassier Hans Pollmann getraut. H. H. Dekan Kiermeier nahm die Trauung vor. Anschließend begab sich die große Hochzeitsgesellschaft in das Gasthaus Baier, wo Hochzeitslader Altschäffl die Gäste an die Tafel dirigierte und Brautführer Kandler mit gelungenen Gstanzeln aufwartete.
Quelle: Bogener Zeitung 16.01.1954


Hunderdorf. (Unfall) Als der Landwirt Gierster Jakob einen Ochsen nach Scheibelsgrub trieb, wurde der Ochse in der sogenannten „Wolfsdrossel“ von einem bellenden Hund scheu gemacht. Als das Tier darauf mit Gierster durchging, wurde dieser so unglücklich an die Mauer gepreßt, daß er sich den Arm brach und außerdem noch Quetschungen erlitt.
Quelle: Bogener Zeitung 16.01.1954


Hunderdorf. (Kino) Die Bayerwald-Lichtspiele zeigen am Samstag um 20 Uhr im Baier-Saal den Film „Auf der Alm da gibt’s koa Sünd‘“. In den Hauptrollen wirken Hans Richter, Maria Andergast und Inge Egger mit.
Quelle: Bogener Zeitung 16.01.1954


Die Schlüssel für 24 Wohnungen übergeben
Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft Bogen gibt 152. Wohneinheit zum Bezug frei
Allein in Hunderdorf werden davon 72 Wohnungen gebaut
Hunderdorf.
Während noch laut Hammerschläge aus den sechs neuen Siedlungshäusern ertönten, in denen die Handwerker letzte Hand anlegten, um ihre Arbeit termingemäß zu vollenden, versammelten sich am Donnerstag um 15 Uhr auf dem Siedlungsplatz Landrat Hafner, der Geschäftsführer der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Hubrich, Kreisbaumeister Kraus, H. H. Dekan Kiermeier, der Leiter des Produktenwerkes, Schäfer, Aufsichtsräte der Baugenossenschaft und die Vertreter der Baufirmen, um der Einweihung der neuen Häuser beizuwohnen.
Geschäftsführer Hubrich konnte mit Genugtuung feststellen, daß es der Gemeinnützigen Baugenossenschaft in der kurzen Zeit ihres Bestehens gelungen sei, insgesamt 152 Neubauwohnungen zu erstellen. Hunderdorf hat mit 62 Wohneinheiten neben Bogen mit 66 und Mitterfels mit 14 den Löwenanteil daran. Diese Tatsache kommt nicht von ungefähr; hat doch Hunderdorf mit dem Produktenwerk auch die Möglichkeit, den Arbeitern nicht nur Wohnungen, sondern auch Verdienst zu geben. Viel ist dadurch getan worden, den großen Wohnraummangel im Landkreis zu beheben; mehr steht noch bevor.
Landrat Hafner, der Vorsitzende der Baugenossenschaft, konnte in seinen Ausführungen einen interessanten Einblick in die Finanzierung des Unternehmens geben. Von der für den Bau erforderlichen Summe von 271 441 DM wurden als 1. Hypothek von der Kreissparkasse Bogen 53 000 DM, als 2. Hypothek von der Landesbodenkreditanstalt 120 000 DM, Eigenkapital 27 641 DM, als Arbeitgeberdarlehen 30 000 DM und durch Grundförderung 10 800 DM gegeben. Allen Darlehensgebern und auch den Baufirmen dankte er herzlich. Erst diese Zusammenarbeit habe es möglich gemacht, daß heute die Wohnungen für 24 Familien mit insgesamt 94 Personen zum Bezug übergeben werden könnten. Da die Belegung der Wohneinheiten im Sinne der innerbayerischen Umsiedlung vollzogen werden müsse, könnten nur vier Hunderdorfer Familien Aufnahme finden, während die übrigen 20 durch Heimatvertriebene von auswärts belegt werden, von denen allein bei 17 der verdienende Teil der Familie im Produktenwerk Anstellung finde. Abschließend gab Landrat Hafner der Hoffnung Ausdruck, daß alle Mieter in den neuen Häusern ein glückliches Heim finden möchten.
Diesen Wunsch äußerte auch H. H. Dekan Kiermeier in einer kurzen Ansprache an die Versammelten, nach der er die kirchliche Weihe vornahm.
Die Einweihung war noch nicht beendet, als auch schon die ersten Mieter mit großen Möbeltransportern anrückten, um es sich in ihrem neuen Zuhause bequem zu machen.
Quelle: Bogener Zeitung 16.01.1954


Gesangverein Hunderdorf hielt Rückschau
Die alte Vorstandschaft besitzt das Vertrauen der Sänger
Hunderdorf.
Bei der Generalversammlung am Mittwoch im Gasthaus Sandbiller ließen es sich die Sänger nicht nehmen, den Abend mit dem „Sängergruß“ und dem „Bundeslied“ zu eröffnen. Vorstand August Höhn nahm die Begrüßung vor. Der Bericht der Schriftführerin, Frau Schmid, brachte den Mitgliedern nochmals kurz die überaus reichhaltige Tätigkeit des vergangenen Jahres nahe. Neben den 37 abgehaltenen Gesangsabenden konnte der Verein in neun außerordentlichen Veranstaltungen wie Sängertreffen, Kriegerdenkmalweihe, Weihnachtsfeier usw. erfolgreich mitwirken. Die Mitgliederzahl erhöhte sich auf 55. Auch der anschließend von Fräulein Worbs vorgebrachte Kassenbericht, der im Jahre 1953 mit 1026 DM Einnahmen und 808.42 DM Ausgaben zugunsten der Vereinskasse abschließt, zeugt von einem lebhaften Vereinsleben. Vorstand Höhn brachte deshalb zu Beginn der Neuwahlen seine Genugtuung über die Zusammenarbeit der Sänger zum Ausdruck und bezeichnete das verflossene Jahr als eine Zeit der steten Aufwärtsentwicklung.
Bei der Neuwahl wurde Vorstand Höhn mit großer Stimmenmehrheit wieder zum 1. Vorsitzenden und Sepp Müller zum 2. Vorstand gewählt. Auch die Schriftführerin, Frau Schmid sowie die Kassiererin, Fräulein Worbs, wurden einstimmig mit dem alten Vertrauen belohnt. Notenwartin blieb wie vorher Fräulein Groß. Neben dem 1. Liedermeister – Rektor Hösl – wurde Herr Barbian zum 2. Liedermeister ernannt.
Auch im kommenden Jahr wird der Gesangverein seine Tätigkeit im bisherigen Sinne weiterführen. Bereits am 10. Februar steigt der Sängerball, der in den vergangenen Jahren als beste Faschingsveranstaltung in Hunderdorf galt.
Quelle: Bogener Zeitung 16.01.1954


Versuchter Einbruch oder Flegelei?
Hunderdorf.
Nicht wenig erstaunt war der hiesige Bahnhofsvorstand, als er am Montagmorgen den Dienst im Bahnhof antreten wollte. Merkte er doch schon bei dem Versuch die Tür des Dienstraumes zu öffnen, daß sich jemand während der Nacht gewaltsam dort zu schaffen ge,acht hatte, um in das Innere zu kommen. Nicht anders erging es dem Beamten, als er daraufhin von außen die Tür in den Warteraum aufschließen wollte. Als er nach langem Bemühen den Dienstraum betrat, fand er hier zwar seine Befürchtung über einen nächtlichen Besuch nicht bestätigt, die fast ausgebrochenen Türhaken dagegen ließen erkennen, daß man von außen versucht hatte, die Türen mit Gewalt einzudrücken. Zum gleichen Urteil kam er, als er durch das Schalterfenster in den Warteraum stieg, um diese Tür von innen zu öffnen. Die Kriminalpolizei, welche am Montag erschien, stellte den gleichen Tatbestand fest, da aber Spuren über die Anwendung von Werkzeugen fehlten, besteht der Verdacht, daß sich späte Gäste aus einer am Sonntag in  Hunderdorf stattgefundenen Faschingsveranstaltung in ziemlich grober Weise Eingang in den Warteraum verschaffen wollten. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.
Quelle: Bogener Zeitung 20.01.1954


Lehrvortrag beim Obstbauverein
Hunderdorf.
Im Gasthaus Sandbiller findet morgen Donnerstag 20 Uhr ein einmaliger Lehrvortrag des Obst- und Gartenbauvereins über Verwertung der Gartenfrüchte, Zuckerersparnis, Arbeitsersparnis usw. statt. Da sich der Schwerpunkt des Vortrages vor allem auf die vollwertige Konservierung von Obst und Gemüse richten wird, dürfte der Abend besonders auch für Hausfrauen lehrreich sein. Der Eintritt ist frei.
Quelle: Bogener Zeitung 20.01.1954


Hunderdorf. (Unfall) Beim Melken wurde am Montag die Landwirtsehefrau Maria Hanner aus Oberstetten von einer Kuh in den Stallgang geschleudert, wo sie liegenblieb. Bei diesem Sturz wurde der Frau Hanner das rechte Kugelgelenk ausgerenkt, außerdem erlitt sie erhebliche Prellungen.
Quelle: Bogener Zeitung 20.01.1954


Generalversammlung des VdK
Hunderdorf.
Für Sonntag hat der VdK-Ortsverband Hunderdorf um 15 Uhr in der Gastwirtschaft Baier eine Generalversammlung einberufen. Hauptpunkt der Tagesordnung ist die Wahl der neuen Vorstandschaft, die seit dem Wegzug des 1. Vorsitzenden Mauritz von Herrn Hainz weitergeführt wurde. Anschließend spricht der Geschäftsführer des Kreisverbandes, Herr Unger, über die 2. Novelle des BVG.
Quelle: Bogener Zeitung 22.01.1954


Blumenschmuck ist Volkstum
Windberg
. Am Mittwoch hielt der Obstbauverein im Gasthaus Deschl in Windberg eine sehr lehrreiche Versammlung ab. Der rührige Vorstand Norbert Wurm konnte mehr als hundert Besucher begrüßen. Zuerst erteilte er Herrn Soppa-Augsburg das Wort zu einem überaus interessanten Lehrvortrag. Herr Soppa befaßte sich eingehend mit dem Gebrauch des Fruchtsafterzeugers „Saftfix“. Bei dem „Saftfix“ handelt es sich um ein Universalhilfsgerät für die Hausfrau, mit dem sie nicht nur bei der einfachsten Handhabung Fruchtsaft gewinnen, Marmelade und Früchte kochen, sondern auch ein vollständiges Mittagessen in einem einzigen Arbeitsgang zubereiten kann.
Weiterhin sprach Kreisfachberater Kilger über Garten- und Fensterblumenschmuck.  An Hand von farbigen Lichtbildern aus dem Kreis Bogen gab er zahlreiche Anleitungen über die Verschönerung der Gärten und Häuser. Eindringlich bat er, dieses Stück Volkstum nicht verkümmern zu lassen, sondern zu pflegen, in erster Linie nicht der Fremden wegen, sondern zur eigenen Freude. Er wies besonders darauf hin, daß bei allen Vorträgen, die er in den Vereinigten Staaten gehalten habe, gerade diese Bilder lebhaften Anklang gefunden hätten. Abschließend gab er noch wertvolle Winke zur Obstbaumpflege. (wp)
Quelle: Bogener Zeitung 22.01.1954


Produktenwerk übernimmt alte Straße
Hunderdorf.
In einer Gemeinderatssitzung am Dienstag hatten die Gemeindeväter über einen Antrag des Bauamtes abzustimmen, der die Uebernahme der alten Landstraße Hunderdorf-Steinburg durch die beteiligten Gemeinden Hunderdorf und Steinburg sowie dem Produktenwerk vorsah. Danach wäre von der Gemeinde das Straßenstück vom Schuhgeschäft Maier bis zur Abzweigung des Feldweges nach Au als Gemeindeweg zu übernehmen, während die übrige Straße bis nach Haselquanten vom Produktenwerk übernommen würde. Das das der Gemeinde zugedachte Wegstück keine besondere Benutzung aufweist, wurde der Antrag zur Uebernahme einstimmig abgelehnt. Die Instandhaltung des anschließenden Straßenstückes wurde vom Werk übernommen: es dürfte später zu einer Werkstraße ausgebaut werden. – Dem Aufruf des Bayerischen Blindenverbandes den geplanten Bau eines Blindenheimes in Niederbayern zu unterstützen, kam der Gemeinderat mit einer Spende von 20 DM nach. Trotz der vielen Neubauten in Hunderdorf herrscht bei vielen Gemeindebewohnern noch großer Wohnraummangel. Etwa 50 Familien sind danach noch günstiger unterzubringen. Die Gemeindeverwaltung sieht zur Zeit keine Möglichkeit, diesem Umstand in nächster Zeit Rechnung zu tragen. – Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde um einige noch nicht spruchreife Gemeindeprobleme zum Teil stürmisch debattiert.
Quelle: Bogener Zeitung 30.01.1954


Hunderdorf. (Von der Schule) Zur Unterrichtsaushilfe in der 1. Klasse wurde die Lehramtsanwärterin Fleischmann aus Straubing an die hiesige Volksschule versetzt. Ab sofort wurde von der Regierung die Lehramtsanwärterin Frau Müller aus Hunderdorf der Volksschule zum Vorbereitungsdienst zugewiesen.
Quelle: Bogener Zeitung 30.01.1954


Interesse für Leitungswasser
Hunderdorf.
Etwa 70 Hausbesitzer haben sich seit dem Baubeginn 1952 zur Abnahme von Leitungswasser entschlossen. Daß sie den dafür bezahlten Anschlußbeitrag nicht bereuten, bezeugen die zufriedenen Äußerungen über d. Wasserleitung. Nun haben sich auch noch einige Bewohner aus Bauernholz und Oberhunderdorf für die Abnahme interessiert. Da jedoch diese Ortsteile verhältnismäßig weit vom Hauptstrang entfernt sind, muß erst durch den technischen Leiter des Wasserleitungsbaues die Anschlußmöglichkeit und die Kostenfrage geklärt werden. Da durch das starke Frostwetter augenblicklich die Arbeiten am zweiten Abschnitt des Wasserleitungsbaues eingestellt werden mußten, ist für noch nicht vorgesehene Wasserabnehmer dieser Ortsteile Gelegenheit gegeben. Anträge für Wasserleitungsanschlüsse auf der Gemeinde zu tätigen.
Quelle: Bogener Zeitung 01.02.1954


Hunderdorf. (Die Gemeindekanzlei) ist nur noch an den Vormittagen für den Amtsverkehr geöffnet. Diese Maßnahme war erforderlich, da das Gemeindepersonal durch die Zuzüge der Siedlungsmieter mit Arbeit überlastet ist.
Quelle: Bogener Zeitung 01.02.1954


„Wachsamkeit ist der Preis der Freiheit“
Windberg.
Der Volksbund für Frieden und Freiheit hatte über das Wochenende junge Männer und Frauen der Kreise Bogen und Straubing-Land zu einer staatspolitischen Arbeitstagung im Jugendheim Windberg eingeladen. Der Volksbund hat sich zur Aufgabe gestellt, die Bevölkerung gegen den Radikalismus aller Richtungen immun zu machen und vor allem die Infiltration aus der Sowjetzone in allen ihren Erscheinungsformen mit allen Mitteln einzudämmen. Da die Jugend die künftige Trägerin des Staates ist, muß sie auch daran interessiert sein, daß der Staat auf Frieden und Freiheit aufgebaut ist.
Die Einführung gab der Tonfilm „Die Partei hat immer recht“, der anschaulich das Leben in der Sowjetzone zeigte. So schilderte auch Waldemar Kölling in einem packenden Vortrag die Situation in der Sowjetzone. Bis auf den neuesten Stand der Verhältnisse vordringend, spiegelte der Vortrag alle Seiten der russischen Politik. Besonders ausführlich befaßte er sich mit der Lage der Jugend, dem Druck gegen Arbeiter und Bauern und der einheitlichen Ausrichtung nach dem Sowjetmuster. Die Entwicklung des Marxismus bis zum Leninismus und Stalinismus zeichnete Dr. Leyst in knappen Zügen. In seinem zweiten Referat schilderte er die innenpolitische Lage der Sowjetunion sowie die Wandlungen in den letzten 35 Jahren.
Am Sonntag morgen erlebte die Pfarrkirche Windberg eine hl. Messe im byzantinisch-slawischen Ritus, die Pater Groetschel als Fürbitte für die leidenden Christenheit im Osten zelebrierte. Darauf folgte ein lebendiger Bericht über die Verfolgung von Religion und Kirche in der Sowjetunion und in den Ostblockstaaten. Hierbei wies er besonders auf die fanatische Zielsetzung und die elastische Taktik der Kommunisten hin. Einen reichhaltigen Einblick in die Jugendarbeit an der Grenze gab Herr Gennes in seinem Referat. Der Beauftragte des Volksbundes für Frieden und Freiheit, Chefredakteur Otto Ernst – München, sprach über die Verpflichtung zur Abwehr des Radikalismus, deren Notwendigkeit er an vielen Beispielen aus der jüngsten Geschichte. Ferner befaßte er sich mit den Aufgaben des Volksbundes. Den Teilnehmern gab er zum Abschluß den Satz mit auf den Weg: „Die Wachsamkeit ist der Preis der Freiheit“.
Besonders erfreulich war die starke Anteilnahme aller Jugendlichen, die in lebhafter Diskussion zu den Themen ihren Beitrag lieferten und eine ausgezeichnete Atmosphäre schufen, in der manche Fragen noch gelöst wurden. (wp)
Quelle: Bogener Zeitung 01.02.1954


Menschenleben hing an einem Taschentuch
Donau wartet täglich auf neue Opfer – Schulweg führt über den Strom – Stündlich neue Bruchstellen im Eis – Niemand kann die Verantwortung übernhmen – Viele Unglücksfälle mahnen
Hermannsdorf.
Die Geschichte der Gemeinde Amselfing im Landkreis Straubing, vor allem soweit sie die an der Donau gelegenen Ortschaften betrifft, ist eine Tragödie. Immer wieder kommt es auf dem Strom zu tödlichen Unfällen, sei es, daß ein Boot kentert oder daß Personenn im Eis einbrechen. Viele Kinder zählen zu den Verunglückten. Ueber 50 Kinder sind täglich größten Gefahren ausgesetzt, denn sie müssen die Donau überqueren, um zur Schule zu gelangen. Wie lange wird es dauern, bis Amselfing das längst geplante Schulhaus bekommt, das in Ainbrach errichtet werden soll?
„Das Ueberfahren von den Buben, wenn er zur Schule muß, kann ich nicht aushalten. Er ist der Einzige, was ich hab auf der Welt und seinen Tod könnt ich nicht überleben!“ sagte die Schweizerin eines Bauerngehöftes in Hermannsdorf. Die Schweizerin kündigte und so ungern ihr Arbeitgeber die äußerst tüchtige Kraft verlor, mußte gerade er das Anliegen der Frau verstehen, denn 1929 war sein 10jähriges Töchterchen gestorben. Das Kind hatte auf dem Schulweg die Donau überqueren müssen und war einmal bei kaltem Wetter zur Fähre gerannt, ohne vom Fährmann bemerkt zu werden. Wegen eines Autos fuhr er ab. Das erhitzte Kind mußte warten, mußte sogar sehr lange warten, weil inzwischene in Dampfer vorüberfuhr und die Fähre nicht zurückkommen konnte, An starker Erkältung und im Zusammenhang aufgetretener Diphterie starb das Kind am nächsten Tag. Es war die Tochter des jetzigen Bürgermeisters Gruber.
Aus den Ortschaften Hermannsdorf und Ainbrach, Entau und Sophienhof gingen vor wenigen Jahren etwa 70 Kinder in die Volksschulen nach Bogen und Pfelling. Heute sind es noch rund 50 Kinder und einige Berufsschüler, die nach Oberalteich gehen, denn viele Familien haben die Orte verlassen, weil es ihnen gefährlich und unerträglich erschien, wenn ihre Kinder auf dem Schulweg die Donau überqueren mußten. Es handelte sich dabei im wesentlichen um Heimatvertriebene, meist um tüchtige Leute, die als Arbeitskräfte für die Landwirtschaft verloren gegangen sind. Es ist kaum möglich, Ersatz zu bekommen, denn junge Arbeitskräfte gibt es nicht und Familien mit Kindern gehen nicht in diese Orte am Strom.
Vom 3. Bis 14. Januar führte die Donau so starkes Treibweis, daß die Fähre überhaupt nicht mehr übersetzen konnte. Nach erneuter Treibeisperiode mußte am 26. Januar der Fährbetrieb wegen des geschlossenen Packeises wiederum eingestellt werden. Der 73-jährige Fährmann Georg Fuchssteiner kennt solche Verhältnisse seit Jahrzehnten und er klagt nicht nur sein eigenes Leid, wenn er die Verhältnisse am Strom schildert.
Vielmehr liegt ihm das Leben seiner Mitmenschen am Herzen und tief verwurzelt ist in ihm das Verantwortungsbewußtsein, das sein Beruf erfordert. Oft blickt er aus dem Fenster und über das Packeis, weil er weiß, daß die Decke keineswegs durchgehend fest ist, daß die Kinder trotz aller Ermahnungen oft den abgesteckten Weg verlassen und daß sich mindestens schon 30 äußerst schwere Unfälle auf dem Wasser und auf dem Eis ereignet haben. Davon will er gar nicht reden, daß es für ihn nicht gewinnbringend ist, ein Schulkind für 2.5 Pfg. überzusetzen. Da von 11 bis 14 Uhr die Kinder unterschiedlich Schulschluß haben, muß er oft fahren, bis ein paar Zehnerl zusammengekommen sind. Dazu kommt bei Treibeis der Schaden, der an der Fähre entsteht.
Gestern vormittag richteten Schulkinder an ihre Lehrkraft die Frage, ob sie nachhause gehen könnten. Die Lehrkraft äußerte, sie könne bei den derzeitigen Verhältnissen auf der Donau keine Verantwortung für die Kinder übernehmen. Hier stellt sich die Frage, wer es überhaupt verantworten kann, die Kinder bei Treibeis mit der Fähre oder bei Packeis zu Fuß über die Donau gehen zu lassen. Stellen, die zugefroren waren, öffnen sich plötzlich oder das Eis wird im Verlauf weniger Stunden so schwach, daß ein Kind einbrechen kann. Ein treffendes Beispiel dafür weiß Georg Bäumel zu schildern, der vor etwa 40 Jahren zusammen mit einem Mädchen auf dem Schulweg in der Donau eingebrochen ist. „Mich haben’s damals mit einem Schneuztüchl herausgezogen“, sagt er heute heiter. Und doch liegt der ganze Ernst der Situation in seinen Worten, wenn er erwähnt, daß die ganzen Kinder damals an die Einbruchstelle eilten, um zu helfen, und daß dadurch weitere Kinder hätten einbrechen können. In der Gefahr, in der Georg Bäumel und die anderen Kinder schwebten, befindet sich die Schuljugend jeden Tag.
Nicht allein im Winter bei Vereisung droht der Strom. Der zunehmende Schiffahrtsverkehr bringt für den Fährbetrieb ebenfalls außerordentliche Gefahren und dabei sei an das Unglück im Juni 1951 erinnert, bei dem die Pfellinger Fähre mit einem Dampfer zusammenstieß und zertrümmert wurde. Zwei Pferde ertranken – die Personen erreichten schwimmend das Ufer oder wurden durch das Schiffspersonal gerettet. Glücklicherweise waren keine Kinder auf der Fähre. Etwa 15 Kinder aber befanden sich darauf, als sich im Herbst 1951 die Fähre vom Ufer löste und zur Strommitte trieb, wo sie stehen blieb. Der Fährmann hörte die Hilferufe der Kinder und konnte sie retten, ehe ein Dampfer kam. Ein andermal konnte die Fähre wegen Treibeises nicht mehr ans Ufer gelangen und mußte unter lebensgefährlichem Einsatz einiger beherzter Männer geborgen werden; auf der Fähre befanden sich weinende Schulkinder.
Es bedarf an sich keiner weiteren Beispiele, um aufzuzeigen, daß das Leben vieler Kinder nicht täglich der Todesdrohung ausgesetzt werden darf, nachdem die Möglichkeit gegeben ist, diesen Zustand ein für allemal zu beseitigen. Die Lösung des Problems ist auf der seit langem geplante Schulhausbau in Ainbrach, der von der Regierung bereits genehmigt worden ist. Allerdings kann mit dem Schulhausbau solange nicht begonnen werden, wie Einspruchsmöglichkeiten bestehen. Die Gemeinde Pfelling im Landkreis Bogen, in der ein Teil der Kinder, nämlich aus Entau und Sophienhof, zur Schule gehen müssen, hatte sich bisher nicht bereit erklärt, dem Schulhausneubau in Ainbrach zuzustimmen. Vor einigen Tagen fand in Regensburg mit Regierungspräsident Ulrich, Vizepräsident Zeiter, Vertretern der Schulbehörden und Kreisverwaltungen Straubing und Bogen wie der Gemeinde Pfelling statt. Dabei legte der Regierungspräsident der Gemeinde Pfelling nahe, in der Schulfrage nachzugeben, nachdem der Schulhausbau in Ainbrach unbedingt notwendig und schon genehmigt sei und über kurz oder lang jedenfalls durchgeführt werde.
Bei der Gemeinderatssitzung am Mittwoch in Pfelling wurde dann beschlossen, dem Schulhausbau zuzustimmen, allerdings wurde eine Reihe von Bedingungen finanzieller Art gemacht. Da es sich um große Beträge handelt, deren Rechtfertigung keineswegs ersichtlich erscheint, ist anzunehmen, daß der Landkreis Straubing auf solche Bedingungen nicht eingehen wird. Es ist kaum zu verstehen, wenn die Gemeinde Pfelling eigene Interessen dem Wohl der Schulkinder überordnet, andererseits aber darf man wohl annehmen, daß auf dem Verhandlungswege eine beiderseits befriedigende Lösung erreicht werden kann. Diese Lösung aber ist dringend.
Mit sorgenvollem Gesicht betrachten Bürgermeister Gruber und die Bewohner der Ortschaften an der Donau die Entwicklung. Jeden Tag bangen sie um das Leben ihrer Kinder und die wissen nicht, wie sie es vor sich und vor Gott verantworten sollen, wenn sie die Kinder über das Eis zur Schule schicken. Anhaltende Schulversäumnisse aber sind nicht nur ein großer Schaden für die geistige Entwicklung der betroffenen Kinder, sondern die mit ihnen in die gleichen Klassen gehenden Schüler haben letztlich auch darunter zu leiden. Nochmals seien die Möglichkeiten erwähnt, die sich auf dem Strom täglich ergeben können. Wegen eines starken Sturms konnten die Schulkinder an einem Wintertag die Heimfahrt nicht mehr antreten. Sie fanden in Pfelling mitleidige Bauern, bei denen sie übernachten durften. Bei Hochwasser wurden mit der Zille 14 Schulkinder übergesetzt, u. das Wasser schlug ins Boot. Nur durch äußerste Disziplin und mit dem Glück wurde nach einstündiger Fahrt das Ufer erreicht. Viele Menschen aus den Orten am Strom fanden im Laufe von Jahrzehnten den Tod im Wasser. „Es darf nicht so bleiben“, sagen die Bürger der Gemeinde Amselfing, für die der Strom mit der steten Gefahr für die Schulkinder zum Schicksal geworden ist.
Quelle: Bogener Zeitung 05.02.1954


Kuckuck am Futterplatz
Hunderdorf.
Es war nicht etwa der gefürchtete „blaue Vogel“ des Finanzamtes, der am Dienstag an die Futterstelle vor das obere Schulhaus geflattert kam, sondern ein ziemlich zeitig aus dem Süden zurückgekehrter Kuckuck. Leider wurde das scheue Tier von den ahnungslos ankommenden Schulkindern verscheucht. Die Rückkehr dieses Zugvogels ist sehr erfreulich, gilt er doch seit alter Zeit als sicherer Künder des nahenden Frühlings. Hoffentlich hat er sich heuer nicht geirrt.
Quelle: Bogener Zeitung 06.02.1954


Hunderdorf. (Hochzeitsfeier) Die FFW verbindet ihre heurige Tanzveranstaltung im Fasching mit dem Hochzeitskränzchen ihres Mitglieds Johann Meier, der am Montag die Bauerstochter Maria Baier ehelicht. Die Veranstaltung ist im Gasthaus Deschl in Hofdorf.
Quelle: Bogener Zeitung 13.02.1954


Hunderdorf. (Sängerball) Kaum vermochte am Mittwoch der Sandbillersaal die große Anzahl der Gäste zu fassen. Es war für den Liedermeister, Rektor Franz Hösl, keine leichte Aufgabe, die Paare zur Polonaise zu ordnen. Es bedurfte anschließend nicht der besonderen „Stärkungen“ um die Stimmung in die Höhe zu treiben, denn bei dem ausgezeichneten Besuch und bei den flotten Weisen gab es Berührungspunkte genug. Der Abend hielt, was Tage vorher die Vorbereitungen der Sänger versprochen hatten.
Quelle: Bogener Zeitung 13.02.1954


Hunderdorf. (Vom VdK) Der Vorstand des VdK, Herr Unger, teilt mit, daß die Möglichkeit besteht, einen 14-tägigen Erholungsaufenthalt im Haus „Wildbad“ b. Englmar zu erhalten. Voraussetzung ist jedoch, daß die Mitglieder in der Invaliden- oder Angestelltenversicherung sind. Meldungen an den Vorstand.
Quelle: Bogener Zeitung 17.02.1954


Hunderdorf. (Ehejubiläum) Am heutigen Mittwoch könenn die Landwirtseheleute Heinrich und Therese Baumgartner in Lintach das 35-jährige Hochzeitsjubiläum begehen. Den treuen Lesern der Heimatzeitung wünschen wir noch viele Jahre in froher Gemeinsamkeit.
Quelle: Bogener Zeitung 17.02.1954


Hunderdorf. (Hochzeit) In feierlicher Weise wurde am Montag die Trauung des Bauern Johann Meier mit der Bauerstochter Maria Baier in der Pfarrkirche vollzogen. Am Abend vergnügte sich die Hochzeitsgesellschaft im Verein mit der Freiwilligen Feuerwehr bei einem Tanzkränzchen im Gasthaus Deschl in Hofdorf.
Quelle: Bogener Zeitung 17.02.1954


Steinburg. (Neue Schalterstunden) Ab 22. Febr. werden die Schalterstunden der Poststelle Steinburg von 9 bis 11 Uhr und von 14 bis 16 Uhr festgelegt.
Quelle: Bogener Zeitung 17.02.1954


Windberg. (Den Landwirten) ist die Gelegenheit geboten, mit der Kartoffelflockenfirma in Sünching Anbauverträge abzuschließen. Es werden auch die benötigten Saatkartoffeln geliefert. Interessenten können Näheres in der Gemeindekanzlei erfahren.
Quelle: Bogener Zeitung 17.02.1954


Windberg. (Die Telefonstelle „Oeffentliche Meidendorf“) befindet sich von jetzt ab bei Hafner in Haidbühl. Sie war bisher im Gasthaus Grüneisl in Meidendorf untergebracht. (wp)
Quelle: Bogener Zeitung 19.02.1954


Hunderdorf. (Todesfall) Im Alter von 78 Jahren starb am Mittwoch die Austräglerin Therese Schreiner von Thannanger. Die Verblichene erfreute sich allseits großer Wertschätzung.
Quelle: Bogener Zeitung 19.02.1954


Pfarrherr wurde geehrt
Pfelling.
Gemeinsam wollte die Pfarrgemeinde ihre Glückwünsche zum 70. Geburtstag ihres H. H. Pfarrers Alois Offenbeck darbringen und ihm für sein 18jähriges segensreiches Wirken Dank abstatten. Aus diesem Anlaß wurde unter Leitung des langjährigen Kirchenpflegers Amann am Dienstag ein Pfarrfamilienabend veranstaltet, welcher sehr zahlreich besucht war. Trotz des beschwerlichen und gefahrvollen Ueberganges über die Eisbrücke der Donau ließ sich die Mehrzahl der Familien von Entau und Sophienhof nicht davon abhalten, teilzunehmen und sie haben ihre Treue zu der Pfarrei und zu ihrem verdienten Seelsorger durch die Ueberreichung eines wertvollen Meßbuches bewiesen. Ferner wurde ihm von den anderen Pfarrangehörigen ein Ruhestuhl überreicht, welchen er in seinen wenigen Ruhestunden fleißig benutzen soll, um noch lange in voller Gesundheit hier wirken zu können. Beide Klassen der Volksschule Pfelling hatten in einer erhebenden Feier durch Prologe, Lieder und Geschenke ihrem Seelenhirten schon  vormittags ihre Glückwünsche dargebracht und auch zur abendlichen Feier durch ihre Darbietungen beigetragen. Auch die Katholische Pfarrjugend hat dem Erbauer des Jugendheimes durch Ueberreichung eines Blumenkorbes Dank gezollt und Glückwünsche dargebracht. Da H. H. Pfarrer Offenbeck um alle wirtschaftlichen und gemeinnützigen Einrichtungen besonders bemüht war, überreichte auch die Wassergenossenschaft Pfelling-Welchenberg-Liepolding ihrem Vorstand Geschenke. Lagerhausverwalter Zirngibl-Bogen konnte für die Förderung der Darlehenskasse und für die gute Zusammenarbeit Anerkennung zollen. Als Bezirksvorsitzendem der Imkervereinigung wurde dem Jubilar für sein Bemühen in allen Imkerangelegenheiten durch Herrn Otto Baumann der Dank ausgesprochen. Bewegt dankte der Jubilar allen Anwesenden mit dem Wunsch, es wolle die harmonische Zusammenarbeit in der Pfarrei Pfelling, wodurch sehr vieles geschaffen werden konnte, weiterhin  bleiben.
Quelle: Bogener Zeitung 20.02.1954


Am Hochzeitstag verunglückt
Hunderdorf.
Am Mittwoch waren es 35 Jahre, daß die Landwirtseheleute Heinrich und Therese Baumgartner von Lintach den Bund für das Leben schlossen. Ein unglücklicher Zufall aber hinderte das Jubelpaar, den Tag in Freude zu verbringen. Als Frau Baumgartner am Morgen beim Melken war, wurde sie von einer Kuh vom Melkschemel gestoßen und aufs Schlüsselbein getreten. Die Folge war ein Schlüsselbeinbruch, der die Einlieferung ins Krankenhaus notwendig machte.
Quelle: Bogener Zeitung 20.02.1954


Hunderdorf. (Zoo in der Schule) Eine reichhaltige Schau selztener Tiere wurde am gestrigen Freitag etwa 200 Kindern der Volksschule Hunderdorf durch zwei Mitarbeiter des bekannten Tierforschers Professor Bernd geboten. Ein sorgfältig zusammengestellter Begleittext vermittelte den Kindern Interessantes von den Lebensgewohnheiten der Tiere in Freiheit und Gefangenschaft.
Quelle: Bogener Zeitung 20.02.1954


Nachmission in Windberg
Windberg.
In der Pfarrgemeinde findet vom 27. Februar bis zum 3. März ein feierliches Triduum statt. In Verbindung mit dem Marianischen Jahr soll es Weiterführung und Abschluß der Volksmission des vergangenen Jahres sein.
Das Triduum hält der Salvatorianerpater Dietrich Stern aus Passau. Es beginnt am Samstag um 17 Uhr mit der Einleitungspredigt, vorher ist um 14 Uhr Kinderstandeslehre und hl. Beichte. Sonntag 6 hl. M. u. Beichtgel., hernach Aussetzung, 7 Frühgottesdient, 8.30 Missionspredigt u. Gem.-Messe m. Gen.-Komm. d. Schulkinder, 10 Konventgd. (Männer und Frauen), anschl. Beichtgel., 17 Missionspredigt und feierl. Andacht. – Mo 6 hl. M. u. Beichtgel. hernach Aussetzung, 7 Kindergd. m. Ansprache, 8.30 Missionspred., Hochamt u. Gen.-Komm. d. verh., 10 Konventmesse m. Ansprache, hernach Einsetzung, 14 Standeslehre f. d. Mädchen u. Jungfrauen und Beichtgel., 17 Missionspred. u. feierl. Andacht. – Di. 6 hl. M. u. Beichtgel., hernach Aussetzung, 7 Kindergd. m. Ansprache, 8.30 Missionspred. u. Hochamt m. Gen.-Komm. d. Mädchen u. Jungfrauen, 10 Konventmesse m. Ansprache, hernach Einsetzung, 14 Standeslehre f. d. Burschen u. Beichtgel., 17 Missionspred. u. feierl. Andacht. – Mi. 6.30 hl. M., 7 Aschenweihe u. Auflegung d. geweihten Asche, hernach Gem.-Gottesd. m. Gen.-Komm. d. Burschen u. Familienkomm., 8.30 Missionspred. u. Konventmesse. Den Abschluß bildet um 14 Uhr die Schlußpredigt mit Marienfeier. (wp)
Quelle: Bogener Zeitung 24.02.1954


Windberg. (Den Bund fürs Leben schlossen) gestern Dienstag Herr Johann Weinzierl, Landwirtssohn aus Apoig, und Frl. Fanziska Liebl, Landwirtstochter aus Fahenloh. Die Trauung fand in der Pfarrkirche zu Windberg statt, die weltliche Feier im Gasthaus Peter Hilmer in Irenzfelden.
Quelle: Bogener Zeitung 24.02.1954


Sollach und Lindfeld ohne Löschwasser
Hunderdorf.
Bürgermeister Reiner eröffnete am Sonntag die sehr gut besuchte Generalversammlung der FFW im Baiersaal. Er machte die Anwesenden, unter denen sich Kreisbrandinspektor Baier aus Bogen befand, zunächst mit den Hauptproblemen der Hauptversammlung bekannt. Der „brennendste“ Punkt war die Versorgung von Sollach, Lindfeld und Stetten mit Löschwasser.
Der Kassenbericht, der durch den Vereinskassier Zollner vorgetragen wurde, ergab nach dem Vergleich der einnahmen und Ausgaben des vergangenen Jahres den erfreulichen Betrag von 324 DM zugunsten der Vereinskasse.
Nachdem der Uebungsplan für dieses Jahrbekannt gegeben war, nahm Kreisbrandinspektor Baier Stellung zur Löschwasserversorgung der Orte Sollach, Lindfeld und Stetten. Während in Stetten bereits ein Löschteich besteht, der in diesem Jahr geräumt und erweitert werden muß, fehlt ein solcher in Sollach und Lindfeld ganz. Welche Gefahr dabei den beiden Orten bei einem Brand droht, wird vielleicht von vielen gar nicht erkannt. Obwohl dieser Zustand nun seit Jahren kritisiert und diskutiert wird, ist bisher noch keine Aenderung erreicht worden. Da es der Gemeinde Hunderdorf nicht möglich ist, aus eigenen Mitteln dort Löschweiher errichten zu lassen, wurde der Vorschlag gemacht, solche durch Gemeinschaftsarbeit herzustellen. Eine Stellungnahme der Bewohner von Sollach und Lindfeld wird demnächst erwartet.
Einer Anfrage der Vereinsmitglieder zufolge wurde der Versicherungsschutz der Feuerwehrleute bei einem Einsatz besprochen und dahingehend ausgelegt, daß jedes Mitglied für den Fall einer Verletzung usw. voll versichert ist. Das gleiche gilt auch für den Einsatz des Fahrzeuges, das die Motorspritze befördert.
Als letzter Punkt wurde die Anschaffung neuer Geräte besprochen und beschlossen, daß die Wehr bis zur nächsten Gemeinderatssitzung dem Gemeinderat eine Liste des unbedingt notwendigen Materials vorlegt, damit mit der Anschaffung schnellstens begonnen werden kann.
Quelle: Bogener Zeitung 24.02.1954


Feuerwehr erhält Sanitätskasten
Hunderdorf.
Der Gemeinderat versammelte sich am Dienstag abend in der Gemeindekanzlei zu einer außerordentlichen Sitzung, um zu einigen dringenden Problemen Stellung zu nehmen. Der Leiter der Volksschule, Rektor Hösl, unterbreitete ein Angebot der Landesbildstelle, nach dem es der Schule augenblicklich möglich ist, ein Schulfilmgerät zu erwerben, dessen Anschaffungspreis nur bei 45 Prozent des Normalwertes liegt. In dieser Frage konnten die Versammelten noch keinen Beschluß fassen, weil dazu noch die Einberufung des Gemeinderates Gaishausen notwendig ist, da auch diese Gemeinde zum Schulspregel gehört. Dem Antrag des Feuerwehrkommandanten Schaubeck auf Beschaffung von Ersatzgeräten für die FFW wurde einstimmig zugestimmt und der sofortige Kauf eines Uebergangsventils, eines großen Sanitätskastens mit Inhalt, eines Seiles für das Aufziehen der Schläuche zum Trocknen und von zwei Absperrstrahlrohren zur Bekämpfung von Zimmerbränden beschlossen.
Quelle: Bogener Zeitung 26.02.1954


Hunderdorf. (Der Gesangverein) hält seinen dieswöchigen Uebungsabend erst am morgigen Samstag um 20 Uhr im Lokal Sandbiller ab.
Quelle: Bogener Zeitung 26.02.1954


Hunderdorf. (Hochzeit) feierten gestern der landwirtschaftliche Arbeiter Franz Frenzel aus Schambach und Margarete Weindl aus Eglsee. Die kirchliche Weihe nahm H. H. Dekan Kiermeier vor. Die weltliche Feier vereinigte die Hochzeitgesellschaft im Gasthaus Baier.
Quelle: Bogener Zeitung 26.02.1954


Fahrbaren Dunglader konstruiert
Vor Jahresfrist zog der junge, intelligente Erich Sennebogen von Pilling die Aufmerksamkeit auf sich, als er den Anbaudunglader erfand und konstruierte. Das Gerät hat sich glänzend bewährt, so daß große, angesehene Fabriken im Bundesgebiet sich längst dafür interessieren und die Lizenz erwerben wollen.
Erfindergeist ruht nicht. Sennebogen hat nun einen idealen, fahrbaren Dunglader konstruiert, der dieser Tage auf dem Saatzuchtbetrieb des Herrn Engelen in Büchling praktisch vorgeführt wurde. Zahlreiche Landwirte aus der dortigen Gegend haben die erstaunlichen Leistungen gesehen und das Gerät bestens beurteilt. Was drei Schlepper kaum wegfahren und was 4 Mann kaum abladen konnten, schaffte der Auflader spielend. Die Konstruktion ist gut durchdacht und denkbar einfach. Mit nur einer Seilwinde und einem 3 ½ PS Elektromotor als Antriebskraft wurde als Leistung die Bewegung von 60-80 Ztr. Dung jeder Art in ca. 10 Minuten erzielt. Wo kein Strom vorhanden ist, wie z. B. beim Kies- und Sandladen, oder auf dem Acker beim Aufladen von Rübenblättern usw., kann auch durch Schlepperzapfwelle angetrieben werden. Der ganze Mechanismus ist mit einem Hebel zu bedienen, dabei kann in jeder Stellung des Greifers entleert werden, ohne Verwendung von Klinkervorrichtungen. Der Greifer packt automatisch jede Art von Dung.
Das Fahrgestell ist ebenso sinnreich gebaut. Mit Handspindeln verstellbare Schwingachsen gleichen Bodenunebenheiten aus, ohne Unterlegen irgendwelcher Gegenstände. Der Erfinder ging davon aus, durch einfachste Konstruktion und wenig Mechanismus dem Bauern ein Gerät in die Hand zu geben, das erstaunliche Leitung bei einfachster Bedienung und günstigem Preis gewährleistet. Mehrere Patente sind angemeldet. (Siehe auch Abbildung im Anzeigenteil.)
Quelle: Bogener Zeitung 27.02.1954


Quelle: Bogener Zeitung 27.02.1954


BRK-Ortsgruppe wird wiedergegründet
Hunderdorf.
Die bereits bestandene BRK-Ortsgruppe Hunderdorf soll, einer Mitteilung des Referenten für Ausbildungswesen im Kreisverband Bogen des BRK zufolge, wiedergegründet werden. Die bereits erfolgten Aussprachen mit führenden Persönlichkeiten der früheren Ortsgruppe lassen eine alsbaldige Lösung dieses längst fälligen Problems erkennen. Neben der Wiedergründung dieser Ortsgruppe geht es aber in der Hauptsache darum, eine möglichst große Zahl von Personen in den Grundbegriffen der Ersten Hilfe auszubilden. Ehrenamtliche Ausbildungskräfte ermöglichen kostenlose Ausbildung. Der für Hunderdorf geplante Lehrgang umfaßt die Gemeindebereiche Hunderdorf und Windberg und findet in Hunderdorf statt. Morgen Samstag 20 Uhr ist aus diesem Grunde im Schulhaus in Hunderdorf eine kurze Vorbesprechung. Es ergeht die Aufforderung an alle, sich daran zu beteiligen.
Quelle: Bogener Zeitung 05.03.1954


Hunderdorf. (Trachtenverein „Perlbachtaler“) Nach längerer Pause treffen sich die Mitglieder des Trachtenvereins „Perlbachtaler“ am Samstag um 20.00 Uhr im Gasthaus Baier zu einem Uebungsabend.
Quelle: Bogener Zeitung 05.03.1954


Hunderdorf. (Vom Standesamt) Im Februar wurden in das Geburtenbuch eingetragen: Lehner Charlotte Anneliese aus Bauernholz; Schulmeister Helmut Josef aus Hunderdorf; Bergbauer Rita, Breitfeld; Hirtreiter Wolfgang, Apoig; Englberger Manfred Rudolf, Thannanger. Ferner waren drei Heiraten und ein Todesfall zu verzeichnen.
Quelle: Bogener Zeitung 05.03.1954


Fünf Meter Luftfahrt einer Kuh
Windberg.
Ein ergötzlicher Zwischenfall ereignete sich kürzlich in Windberg. Da sollte also eine junge Kuh in ein Auto verladen werden. Sie empfand das aber als einen unberechtigten Eingriff in ihre Privatangelegenheiten und weigerte sich, in das Auto zu steigen. Als aber ihre Proteste ungehört verhallten, griff sie zur Selbsthilfe und begab sich auf die Flucht. Das erste Ziel war der Misthaufen. Als sich das tatenhungrige Tierlein auch hier vor den Verfolgern nicht sicher glaubte, sprang es siegesbewußt eine fünf Meter hohe Steinmauer hinab und landete nach vollendeter Luftfahrt auf einer harten Eisplatte. Unverletzt lief die Kuh weiter, konnte aber dann eingeholt und verladen werden.  (wp)
Quelle: Bogener Zeitung 05.03.1954


Windberg. (Sortenvereinfachung im Obstbau) Wie uns der Obstbauverein Windberg mitteilt, werden dieses Jahr vom Staat namhafte Mittel zur Verfügung gestellt, um die Umwandlungsaktion zur Sortenvereinfachung im Obstbau durchzuführen. Interessenten können Näheres erfahren beim Vorstand des Obstbauvereins – Norbert Wurm in Windberg – oder bei den beiden Baumwarten Häusler in Meidendorf und Hafner in Netzstuhl. Wer in seinem Obstbaumbestand die Baumspritzung durchführen lassen will, melde sich bis zum Sonntag bei den obengenannten Personen.
Quelle: Bogener Zeitung 05.03.1954


Windberg. (Ehrliche Finderin) Eine hiesige Geschäftsfrau verlor eine Geldbörse mit beträchtlichem Inhalt. Frau Magdalena Amann fand das Geld und lieferte es beim Bürgermeister ab. Hocherfreut holte die Geschäftsfrau ihr Geld ab und ließ einen schönen Finderlohn zurück.
Quelle: Bogener Zeitung 05.03.1954


Windberg. (Schöner Verlauf der Nachmission) Vom 27. Februar bis zum 3. März hielt der Salvatorianerpater aus Passau, H. H. Dietrich Stern in der Pfarrgemeinde Windberg die Nachmission. Mit großem Eifer besuchten die Pfarrkinder die feierlichen Gottesdienste und die alle ansprechenden Predigten. Einen gewissen Höhepunkt bildete am Dienstag die sehr gut besuchte Priesterfeier. Die Marienfeier am Mittwoch schloß die festlichen Tage der Erneuerung.
Quelle: Bogener Zeitung 05.03.1954


Erste Hilfe-Lehrgang
Hunderdorf.
Geschäftsstellenleiter Raschauer und Ausbildungsleiter Niedermeier aus Bogen erschienen am Samstag im oberen Schulhaus, um erste Schritte zu einer Wiedergründung der Ortsgruppe des BRK in Hunderdorf zu unternehmen. Alle Erwachsenen und auch Berufsschüler, die an einer Ausbildung zur Ersten Hilfe-Leistung interessiert sind, werden aufgerufen, sich schriftlich oder mündlich bei Lehrer Häusler zu melden. Die Ausbildung, die acht Doppelstunden umfaßt, geschieht durch Dr. Foucar und ist kostenlos.
Quelle: Bogener Zeitung 08.03.1954


Ortsstraße in schlechtem Zustand
Hunderdorf.
„Obacht! An Auto kommt!“ Oefter als je hört man jetzt diesen Angstschrei der Fußgänger auf der Ortsstraße von der Ortsmitte bis zum Bahnhof. Fluchtartig verlassen dann die Passanten die Strecke, um sich vor den hochspritzenden Dreck- und Wasserfontänen auf die Straßenböschungen zu retten. Bei der gegenwärtigen Tau- und Regenperiode zeigt sich mit erschreckender Deutlichkeit, welche Unterlassungssünden auf diesem Wegstück begangen wurden. Hat zum Einbruch des Winters der Schnee gnädig die Riehe der Schlaglocher verdeckt, so reiht sich jetzt Pfütze an Pfütze und vor der Schreinerei Meier „ruht still ein See“. Für Hunderdorf und noch weniger für die Gemeindeverwaltung ist dies kein Aushängeschild. Dabei ist doch ein gemeindeeigener Steinbruch vorhanden, dessen Material bestimmt ausreichen würde, die Löcher zu füllen. Wenn auch die Kanäle, die sonst das Ueberwasser ableiten, noch zugefroren sind, müßte doch ein Weg gefunden werden, um diesem Zustand abzuhelfen. Die Sonne allein tuts noch nicht.
Quelle: Bogener Zeitung 08.03.1954


Hunderdorf. (Neuer Fleischbeschauer) Mit gutem Erfolg bestand Herr Otto Bugl die Fleischbeschauerprüfung. Er wird im Laufe des Jahres die Fleischbeschau für Hunderdorf übernehmen, da der bisherige Kontrolleur Josef Feldmeier von Wegern aus gesundheitlichen Gründen nur mehr die Fleischbeschau in der Gemeinde Steinburg ausführen wird.
Quelle: Bogener Zeitung 08.03.1954


Friedhofneubau vordringliches Projekt
Hunderdorf.
Beschlußfreudigkeit zeigte der Gemeinderat am Mittwoch, in deren Verlauf wichtige Probleme zur Sprache kamen. Rektor Hösl referierte eingeangs über die Gründung des Berufsschulverbandes, der den Zusammenschluß der landwirtschaftlichen Berufsschüler von Hunderdorf und Windberg zu je einer Knaben- und Mädchenklasse in Hunderdorf bewirkte. Da Volks- und Berufsschule laut ministeriellem Beschluß zu trennen sind, ist es notwendig, getrennte Haushaltspläne aufzustellen. Der Vorschlag des Schulleiters, mit einem Anfangsbetrag von 2 DM je Berufsschüler für den Haushaltsplan zu beginnen, wurde einstimmig angenommen. Mit den Mitteln, die dadurch von den Gemeinden Hunderdorf und Windberg aufgebracht werden, ist es möglich, wenigstens die notwendigen Anschaffungen an Lehr- und Lernmitteln zu machen.
Anschließend erteilte Bürgermeister Reiner H. H. Dekan Kiermeier das Wort, der knappe und klare Ausführungen über den derzeitigen Zustand des Pfarrfriedhofs machte. Die Anlage reicht in ihrer jetzigen Größe nicht mehr, so daß eine Erweiterung, bzw. Neuanlage notwendig wird. Bereits jetzt müssen die Gänge für neue Gräber verwendet werden und selbst diese Notlösung kann im besten Falle nur noch in diesem Jahre Abhilfe schaffen. Eine Erweiterung des jetzigen Friedhofes würde sehr große Kosten verursachen, da nach der Seite hin, an der die Erweiterung nur möglich wäre, die Aufschüttung von mehr als 1000 cbm Erde erforderlich ist. Außerdem ist der dabei erzielte Zuwachs an Bodenfläche nur gering. Eine wirklich dauerhafte Lösung könnte deshalb nur durch eine Neuanlage des Friedhofes erreicht werden.
Gemeinderat Baier machte dazu den Vorschlag, den neuen Friedhof, der eine Größe von ca. 2 Tagwerk erhalten soll, am Ortsausgang in Richtung Bogen, hinter dem Anwesen Beck anzulegen. Grundsätzlich waren sich alle Mitglieder des GR darüber einig und man beschloß, bereits in der kommenden Woche die Verhandlungen mit den dortigen Grundstückseigentümern aufzunehmen. Den Bau selbst wird sehr wahrscheinlich die Gemeinde in die Hand nehmen, da die Kirchengemeinde nicht in den Genuß von Zuschüssen gelangen kann.
Eine sehr erfreuliche Nachricht konnte Bürgermeister Reiner den Versammelten mit der Antwort der OBAG machen, die ankündigte, daß die Arbeiten zur Errichtung der Ortsbeleuchtung bereits in der kommenden Woche beginnen. Damit wird endlich ein „dunkles Kapitel“ in der Geschichte Hunderdorfs einen Abschluß finden.
In einem weiteren Punkt galt es, die von Hirtreiter in Apoig und Bauer in Hoch eingereichten Baupläne über einen Wohnhausan- bzw. -umbau zu verabschieden. Auch der Bau eines Brunnens für das Gemeindehaus in Eglsee wurde von sämtlichen GR-Mitgliedern gutgeheißen und der Beginn des Baues auf die nächsten Tage festgesetzt.
In der Schlußdebatte wagte man noch, ein sehr „heißes Eisen“ anzutasten. Bereits seit Jahren benützen Arbeiter im Produktenwerk einen Abkürzungsweg von der Bahnüberfahrt Apoig zur neuen Brücke. Obwohl die Grundstücksbesitzerin schon verschiedene Male den Weg mit einem Zaun absperrte, wird derselbe immer wieder beseitigt. Um sich vor größeren Flurschäden zu schützen, ist nun vom Eigentümer eine Anzeige erstattet worden, in deren Folge das widerrechtliche Benutzen des Weges Strafe nach sich zieht. Der vorhandene öffentliche Weg ist aber durch eine Baufirma, die beim Straßenbau beteiligt war, durch das Abreißen der Bachbrücke unbrauchbar gemacht worden. Die Gemeinde will nun Schritte unternehmen, um auch diese Angelegenheit zu klären.
Quelle: Bogener Zeitung 12.03.1954


78 Neuanmeldungen seit Januar
Hunderdorf.
Der Bezug der seit 15. Januar fertigen Neubauwohnungen in der Sieldung der Gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft Bogen wurde in diesen Tagen abgeschlossen. Von insgesamt 24 Wohneinheiten, zu denen je drei Zimmer und Bad gehören, sind 20 von Familien belegt worden, die im Zuge der innerbayerischen Umsiedlung in Hunderdorf einen neuen Wohnplatz fanden. Der Großteil dieser Neuzugänge kommt aus dem Kreisgebiet Bogen. Allein aus der Gemeinde Steinburg wurden fünf Familien aufgenommen, doch auch von der Oberpfalz und aus dem Rheinland sind Anmeldungen zu verzeichnen. Aus der Gemeinde Hunderdorf selbst wurden lediglich vier Familien umgesiedelt. Die Zahl der Neuanmeldungen beläuft sich auf 78 Personen; Abmeldungen stehen dem keine gegenüber.
Quelle: Bogener Zeitung 12.03.1954


Windberg. (Endschießen) Am Samstag, 13. 3., veranstaltet der Schützenverein „Almenrausch“ um 19.00 Uhr im Vereinslokal Peter Hilmer in Irenzfelden sein Endschießen mit einem Familienabend. Die Zeche der Mitglieder und ihrer Ehefrauen trägt die Kasse.
Quelle: Bogener Zeitung 12.03.1954


Windberg. (Anläßlich des Papstsonntags) zeigen die Bayerwaldlichtspiele heute abend im Jugendheim Windberg einen Film über das Leben und Wirken des Hl. Vaters.
Quelle: Bogener Zeitung 12.03.1954


Endspurt beim Wasserleitungsbau
Hunderdorf.
Mehr als 70 Hausanschlüsse wurden seit Baubeginn der Wasserleitung 1952 eingerichtet. Doch noch ist der Bedarf für sämtliche Interessenten nicht gedeckt. Nach der langen Frostperiode werden nun heute Montag die Arbeiten wieder aufgenommen. Mit etwa 10 Arbeitern wird die Baufirma Altschäffl die Rohrgräben in das neue Anschlußgebiet Bauernholz ausheben und die Firma Klein den Leitungsbau ausführen. Auch der Hochbehälter soll noch in diesem Monat fertiggestellt werden. Wie aus der Gemeinde verlautet, wurden in diesen Tagen Wasserproben aus den Quellgebieten entnommen und zur Untersuchung eingesandt. Der Untersuchungsbescheid ist in den nächsten Wochen zu erwarten. Wenn die letzten Wasserabnehmer – Scheibenthaler, Schindler, Schön, Bugl, Zistler, Pollmann und Gütlhuber – angeschlossen sind, wird die Arbeit an der Wasserversorgung Hunderdorf beendet sein.
Quelle: Bogener Zeitung 15.03.1954


Hunderdorf. (Eine Propangas-Kochvorführung), an der eine Haushalts- und Wirtschaftsberaterin mitwirkt, findet heute um 19.30 Uhr im Gasthaus Sandbiller statt (siehe Anzeoge).
Quelle: Bogener Zeitung 15.03.1954


Windberg eröffnet Reigen der Fahnenweihen
Windberg.
Am Sonntag hält der Bauernhilfsverein Neukirchen-Windberg in Windberg seine Fahnenweihe. Um 8.30 Uhr werden die Gastvereine eingeholt, 9.30 Uhr ist Aufstellung zum Kirchenzug, anschließend wird die neue Fahne in der Pfarrkirche geweiht, ferner wird eine Feldmesse für alle lebenden und verstorbenen Mitglieder gelesen. Nach dem Gottesdienst ist Gefallenenehrung mit Kranzniederlegung und Uebergabe des Trauerbandes am Kriegerdenkmal. Nach Rückmarsch ins Vereinslokal Deschl findet im Saal der Festakt statt. Daran schließt sich eine Mitgliederversammlung, in der auch neue Mitglieder aufgenommen werden. Das Mittagsmahl ist um 12 Uhr.
Ab 14 Uhr werden interessante Vorträge über verschiedene Gebiete aus der Land- und Forstwirtschaft gehalten. Den Abschluß bildet um 19 Uhr ein Bayerischer Heimatabend unter dem Motto: „Wir san vom Woid dahoam“ unter der bewährten Leitung von Kreisfachberater Kilger. Dabei wirken die Kapelle Bugl, die Gesangsgruppe Schötz-Haselbach, die drei Grüninger Buam und der Trachtenverein Windberg mit. – Den Höhepunkt bildet ein Gstanzlsingen zwischen den bekanntesten Brautführern und Schnadahüpfl-Dichtern des Landkreises Bogen unter Mitwirkung von Hans Kilger. Der Eintritt ist frei.   (wp)
Quelle: Bogener Zeitung 19.03.1954


Gemeinde hilft sich selbst
Hunderdorf.
Einen erfreulichen Widerhall fand der in unserer Zeitung am 8. März veröffentlichte Artikel „Ortsstraße in schlechtem Zustand“. Die Gemeindeverwaltung erließ einen Aufruf an die Anlieger dieser Straße, sich für einen Tag zur Ausbesserung zur Verfügung zu stellen. Mit Einsatz von LKW der Fuhrunternehmer Petzelbacher und Myrtek, die das notwendige Schottermaterial vom Steinbruch in Bogen holten, wurde diese Ortsstraße wieder in einen ordentlichen Zustand gebracht. Männer und Frauen sah man einträchtig mit Pickel und Schaufel der Misere zu Leibe gehen.
Wie Bürgermeister Reiner mitteilt, soll diese Arbeit aber nur ein Uebergangsstadium einleiten, da vorgesehen ist, bei Beginn der Arbeiten an der neuen Straße Hunderdorf-Bärndorf auch diese Ortsstraße um ca. 1.5 m zu erweitern, um dadurch eine breitere Zufahrtstraße zur Landstraße zu erhalten. Auch die Abflußkanäle vor der Schreinerei Meier wurden erneuert, um in Zukunft einer so starken Ansammlung von Schmutzwasser vorzubeugen. Nach Fertigstellung des Straßenstückes Ortsmitte-Bahnübergang wird in der kommenden Woche noch die Strecke Bahnübergang-Bahnhof Apoig aufgeschottert werden.
Quelle: Bogener Zeitung 20.03.1954


Hunderdorf. (Todesfall) Nach schwerer Krankheit, die mit größter Geduld ertragen wurde, starb in der Nacht zum Freitag der allseits als fleißiger und strebsamer Mann bekannte Austragslandwirt und Rentner Xaver Bornschlegl aus Lintach. Der Verblichene stand im 76. Lebensjahr.
Quelle: Bogener Zeitung 20.03.1954


Hunderdorf. (Generalversammlung des Trachtenvereins) findet heute um 20 Uhr im Gasthaus Baier statt. Neben dem Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr wird vor allem die Neuwahl der Vorstandschaft interessieren.
Quelle: Bogener Zeitung 20.03.1954


Hunderdorf. (Kino) Die Bayerwald-Lichtspiele zeigen am Sonntag um 20 Uhr im Baiersaal „Der fidele Bauer“.
Quelle: Bogener Zeitung 20.03.1954


Todesanzeige
Der Herr über Leben und Tod holte in der Nacht zum Freitag meinen innigstgeliebten Gatten, unseren guten Vater, Bruder, Onkel und Paten
Herrn Xaver Bornschlegl
Austragslandwirt und Rentner

nach langem, mit größter Geduld ertragenem Leiden und wiederholtem Empfang der hl. Sterbesakramente im Alter von 76 Jahren heim in sein Reich.
Lintach, Kirchstetten (Oberösterreich), Großlintach, Griesbach, den 19.3.1954
In tiefer Trauer
Balbina Bornschlegl, Gattin
Johann Bornschlegl, Sohn
Xaver Bornschlegl, SohnSebastian Bornschlegl, Sohn
Karolina Wittmann, Tochter
Magdalena Bornschlegl, Schwester
Kreszenz Bielmeier, Schwester
und übriger Verwandtschaft
Beerdigung am Sonntag, den 21. 3. 54 um 9 Uhr vom Leichenhaus in Hunderdorf.
Quelle: Bogener Zeitung 20.03.1954


Frühling und Fahne bringen frisches Leben
Windberg. Wie der Frühlingsanfang dem Jahr neues Leben verleiht, bedeutet auch die Fahnenweihe frisches Leben für einen Verein. So wurde nun gestern, 21. März, die schöne Fahne des Bauernhilfsvereins feierlich geweiht. Unter den Klängen der Kapelle Bugl wurden die Gastvereine am Morgen eingeholt und um 9.30 Uhr formierte sich der Kirchenzug. In der ehrwürdigen Windberger Pfarrkirche gab H. H. Pfarrer Ach der neuen Fahne die kirchliche Weihe. In seiner Ansprache würdigte er besonders den Zweck des Vereins, die tätige Nächstenliebe und wünschte dem Verein für sein weiteres Wirken Gottes Segen. Unter der Leitung von H. H. Pater Superior sang der Kirchenchor die Bauernmesse von Anette Thoma. Anschließend bewegte sich der stattliche Kirchgenzug zum festlich geschmückten Kriegerdenkmal. Hier gedachte Bürgermeister Karl Amann der Gefallenen und legte im Namen der Gemeinde einen Kranz nieder. Frl. Kreszenz Wagner übergab mit einem Prolog das Trauerband für die neue Fahne. Im Namen des Bauernhilfsvereins Neukirchen-Windberg ehrte Wagner die Gefallenen ebenfalls mit einem Kranz.
Beim Festakt im Gasthaus Deschl begrüßte der 79-jährige Vorstand und verdiente Gründer des Bauernhilfsvereins Neukirchen und Umgebung, Herr Fuchs sen., unter anderem als Ehrengäste H. H. Pfarrer Ach, Pater Subprior, den ehemaligen Bundestagsabgeordneten Wartner und nicht zuletzt die Fahnenmutter Rosina Deschl. Mit den Worten „Möge die Fahne Zeichen einer echten, hilfsbereiten und christustreuen Bauernschaft sein“, übergab er die neue Fahne der Bauernschaft Windberg. Herr Wagner erläuterte die Bedeutung des Vereines und würdigte besonders das verdienstreiche Wirken des Vorstandes Fuchs. Nach einen Vorspruch von Christel Taynor übergab die Fahnenmutter, Frau Deschl, ihr prächtiges Band. Festjungfrau Resi Gitlhuber aus Bauernholz übergab ein Band mit einem schönen Prolog. Kreszenz Wagner übergab das Band für den Patenverein Amselfing; das Patenband von Amselfing überreichte Anna Rieder. Ferner übergaben Maria Amann und Maria Wurm Bänder für den Bruderverein Neukirchen und für Neukirchen-Windberg. Nach einem Gedicht von Rosa Bugl verteilte die Festjungfrau die Erinnerungsbänder. Abschließend dankte Vorstand Fuchs allen, die zum Gelingen beigetragen haben, besonders Herrn Wagner für seine Vorbereitungen und dem Festleiter Girl. Elektromeister Plager bewirkte durch die Lautsprecheranlage einen reibungslosen Ablauf.
Am Nachmittag war zur allgemeinen Freude Landrat Hafner erschienen und wurde herzlich begrüßt. Es sprachen der Geschäftsführer des Bayerischen Bauernverbandes Ebner, Landwirtschaftsrat Störz und Landwirtschaftslehrerin Rose über verschiedene aktuelle Probleme der Land- und Forstwirtschaft. Besonders regen Zustrom fand um 19.00 Uhr der Bayerische Heimatabend, den Kreisfachberater Kilger unter dem Motto „Wir san vom Woid dahoam“ gestaltete. Die schönen Darbietungen der Kapelle Bugl, der Gesangsgruppe Schötz-Haselbach, der drei Grüninger Buam und des Trachtenvereins Windberg schufen gemütliche Stimmung und wurden dankbar aufgenommen. Besonderen Beifall fand das Gstanzlwettsingen zwischen den bekannten Brautführern und Schnadahüpfl-Dichtern des Landkreises.
Quelle: Bogener Zeitung 23.03.1954


Etwa 1000 qm Werkraumfläche ungenützt
Hunderdorf.
Auf den Tag sind es nun drei Jahre, daß die Spielzeugfabrik Greiert in Apoig die Pforten schloß. Verbunden mit dem Stillstand des Betriebes war damals nicht nur die Entlassung von mehr als 200 Angestellten und Arbeitern, sondern auch ein völliges Brachliegen des Werkgeländes bis heute. Zwar hat im November 1952 in den Baracken an der Straßenseite Fabrikant Albin Skoula einen Betrieb zur Herstellung von Haushalts- und Gebrauchsarti keln eingerichtet u. Spenglermeister Fruhstorfer aus Bogen in den übrigen Räumen einen Lager- und Ausstellungsraum für Herde aufgemacht; der Hauptteil des Geländes aber, der noch halbfertige Rohbau mit einer Werkraumfläche von ca. 1000 qm im rückwärtigen Teil der Anlage, liegt seit diesen Tagen ungenützt. Gerade diese Gebäude, die damals nicht mehr überdacht werden konnten, sind nun der Witterung ausgesetzt und dieser Umstand trägt begreiflicherweise dazu bei, den Verfall zu beschleunigen. Bekanntlich sind diese Bauten im Jahre 1951 zur Deckung rückständiger Beiträge der Spielzeugfabrik an die Krankenkasse Bogen übergegangen. Bevor aber nicht ein Interessent die Anlage zur Wiederverwendung bei der Landkrankenkasse Bogen ausgelöst hat, kann dort aus verständlichen Gründen nichts unternommen werden. Die Gemeinde Hunderdorf aber, die an diesem Projekt interessiert war, um Wohnungen für die noch ungefähr 50 schlecht untergebrachten Familien der Gemeinde zu schaffen, ist finanziell nicht in der Lage, diesen Komplex zu erwerben. In wenigen Jahren wird es vielleicht so weit sein, daß der Rohbau nicht mehr für einen Um- bzw. Neubau zu verwenden ist.
Quelle: Bogener Zeitung 24.03.1954


Versammlung der Schreinerinnung
Hunderdorf.
Im kleinen Saal des Gasthauses Sandbiller treffen sich am Montag um 14.00 Uhr die Schreiner des Landkreises zu einer Innungsversammlung. Neben dem Vorstand der Kreishandwerkerschaft Straubing, Herrn Gewerberat Obenauer, wird auch ein Vertreter der Handwerkskammer anwesend sein. Er wird in einem Referat Aufschluß über das neue Handwerkergesetz geben. Im weiteren Verlauf der Versammlung werden die Handwerksmeister Gelegenheit haben, zu der geplanten Bildung einer Kreis-Handwerkerschaft Bogen Stellung zu nehmen.
Quelle: Bogener Zeitung 27.03.1954


Hunderdorf. (Kino) Den charmanten Lustspielfilm „Der Königswalzer“ zeigen am Samstag die Bayerwaldlichtspiele im Baiersaal.
Quelle: Bogener Zeitung 27.03.1954


Hunderdorf. (Werkraumfläche erworben) Die Werkraumfläche, die lange Zeit brach lag und über die wir am 24. März berichteten, wurde von Zimmermeister Schmidbauer, Irrenzfelden, erworben. Der Kauf ist bereits verbrieft. Die Landkrankenkasse Bogen hat deshalb mit dem Gelände nichts mehr zu tun.
Quelle: Bogener Zeitung 27.03.1954


Vorbildlicher Priester begeht 70. Geburtstag
Windberg.
Der Prior der Prämonstratenser-Abtei Windberg, H. H. Dr. Michael Odolphus van der Hagn, feiert am Montag seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar wurde in Sd. Oedenrode in Holland geboren. Vom zwölften bis zum 18. Lebensjahre besuchte er das Gymnasium in Heswijk. Schon frühzeitig fühlte er die Berufung, sein Leben ganz dem Dienste Gottes zu weihen und trat unmittelbar nach dem Abitur am 9. Oktober 1902 in den Prämonstratenserorden ein und empfing in der Klosterkirche zu van Berne das Kleid des hl. Norbert. Es folgte ein Jahr Noviziat und fünf Jahre nahm dann das Theologiestudium in Anspruch. Dann durfte er im Jahre 1908 sein erstes hl. Meßopfer feiern. Nach der Priesterweihe studierte er fünf Jahre an der Universität in Utrecht und ein Jahr in Freiburg und Zürich in der Schweiz. 1919 promovierte er zum Doktor der Alt-Phililogie. Sechs Jahre lehrte dann als Professor und Konrektor am Gymnasium  zu Leswijk und versah zugleich im Kloster das verantwortungsvolle Amt des Novizenmeisters.
Als im Jahr 1923 der H. H. Abt Evermodus v. d. Bergh von van Berne das Gebäude des 1803 säkularisierten Prämonstratenserklosters Windberg ankaufen ließ, wurde unser Jubilar zum Prior des neuen Konvents bestellt. Im Frühjahr übernahm er diese große Aufgabe. So jährt sich auch der Beginn seines Wirkens in Windberg zum 30. Male. Unter seiner Führung erlebte das über hundert Jahre zweckentfremdete Kloster einen neuen Aufschwung. Zwar war das Kloster völlig verwahrlost und unbewohnbar, aber unter seiner umsichtigen Leitung wurden die großen und vielen Schäden beseitigt und wie ehedem konnte das Kloster sein segensreiches Wirken wieder entfalten. In gleicher Weise gewann er auch das Kloster Rot an der Rot für den Orden zurück. Neben der Führung des Klosters widmete er sich besonders auch der Seelsorge. Im Laufe der Zeit besuchte er in der näheren und weiteren Umgebung immer wieder mehr als sechzig Pfarreien und ist überall angesehen und beliebt. Besonders bekannt wurde der Jubilar auch durch seine Uebersetzungen aus dem Flämischen ins Deutsche und aus dem Deutschen ins Holländische. Hierbei sind besonders die Uebersetzungen des bekannten Schriftsteller E. Poppe zu nennen.
Mit der Bewohnerschaft Windbergs und seiner Umgebung ist der Herr Prior aufs freundlichste und engste verbunden. So ist es auch der Wunsch der Bevölkerung, daß der allmächtige Vater ihm noch viele Jahre zu seiner fruchtbringenden Tätigkeit schenken möge; wir schließen uns dem Wunsche an u. entbieten dem Jubilar zu seinem Ehrentag unseren herzlichsten Glückwunsch.   (wp)
Quelle: Bogener Zeitung 27.03.1954


Windberg. (Rüstiger Jubilar) Dieser Tage feierte Herr Ignaz Kellermeier in Sandweg, Gemeinde Windberg, in voller Rüstigkeit das schöne Fest des 85. Geburtstages. In seiner Jugend lernte Kellermeier die Wagnerei und heiratete dann im Jahre 1901 in Oberzeitldorn Maria Thanner. So war seine Freude groß als er 1951 mit seiner Gattin das goldene Ehejubiläum feiern konnte. Doch im Oktober vergangenen Jahres mußte er tieftrauernd am Grabe seiner Gemahlin stehen. Der Jubilar liest mit großer Freude immer die „Bogener Zeitung“ u. wir wünschen ihm noch viele geruhsame Jahre.
Quelle: Bogener Zeitung 29.03.1954


Trachtler einigten sich
Hunderdorf.
Nachdem bei einer überstürzt einberufenen Generalversammlung etwas Unruhe in das Vereinsleben getragen wurde, hat sich am Wochenende der Verein unter der alten Vorstandschaft geeint und von der Auflösung des Vereins wurde Abstand genommen. 1. Vorstand Georg Baier und 2. Vorstand Willi Bauer werden bis zum Ablauf des Vereinsjahres den „Perlbachtalern“ vorstehen. Eine Einladung zum Gautag der Trachtenvereine in Vilsbiburg wurde von den Mitgliedern beifällig aufgenommen. Voraussichtlich werden die aktiven Mitglieder diese Veranstaltung, die am 12. Und 13. Juni stattfindet, besuchen. Als besonderes Ziel hat sich der Verein gesetzt, in den nächsten Jahren eine Fahne zu beschaffen. Angesichts des wohlgefüllten Vereinssäckels dürfte dieser Plan auch in Erfüllung gehen.
Quelle: Bogener Zeitung 31.03.1954


Hochbehälter faßt 150 cbm Wasser
Hunderdorf.
In dieser Woche beginnen die Installationsarbeiten an dem neuen Hochbehälter in Ried, der für die Wasserversorgung von Hunderdorf im Zuge des zweiten Bauabschnittes hergestellt wurde. Die Wasserversorgung geschieht durch drei Quellen, von denen eine im Feiertagshof 16 Liter in der Minute abgibt und die beiden anderen in Haimerlhof insgesamt 32 Liter in der gleichen Zeit liefern. Das Wasser aus den Quellen wird dann zusammengefaßt und in die Entsäuerungsanlage in Windberg geleitet. Dort wird es nach der Filtrierung durch Marmorkies verwendungsfähig. Von hier aus fließt es in den Windberger Hochbehälter, dessen Kapazität bei 100 cbm liegt. Um für die Gemeinde Windberg den Wasserverbrauch zu sichern, war es notwendig, auch für Hunderdorf einen Hochbehälter anzulegen. Die Maurerarbeiten, die von der Firma Altschäffl ausgeführt wurden, stehen nun vor dem Abschluß und auch die Installation der Anlage, die von der Firma Beck vorgenommen wird, soll termingemäß Ende April vollendet sein. Bis dahin sind auch die letzten Hausanschlüsse getätigt, von denen etwa 70 an der Hauptleitung Apoig – Hunderdorf – Produktenwerk angeschlossen wurden.
Quelle: Bogener Zeitung 31.03.1954


Strom im Anmarsch auf Gaishausen
Gaishausen.
Im Anschluß an die vor einigen Wochen auf dem Rammersberg abgehaltene öffentliche Gemeindeversammlung unter Leitung des 1. Bürgermeisters der Gemeinde Gaishausen fand am Samstag, 27. März, in der Gemeindekanzlei zu Gaishausen in der gleichen Angelegenheit eine öffentliche Gemeinderatssitzung statt. Hauptpunkt der Tagesordnung war die Uebernahme eines langfristigen Darlehens für die Elektrifizierung durch die Gemeinde anstelle der Anschließer. Wie bereits bei der Versammlung auf dem Rammersberg zum Ausdruck kam, ist für den baldigen Beginn der Baumaßnahmen von entscheidender Bedeutung, daß es der Gemeindeverwaltung gelingt, ein langfristiges Darlehen zu einem tragbaren Zins- und Tilgungssatz zu bekommen. Die Gemeinde hat zu diesem Zwecke Ansuchen an verschiedene Ministerien gerichtet und auch den Herrn Abgeordneten des Bundestages, Lermer, gebeten, sich für den Ausbau und Erhalt des Darlehens einzusetzen.
Wie nun einem Anruf der Ostbayerischen Strom AG zu entnehmen ist, waren diese Bemühungen von Erfolg. Für die Aufnahme des Darlehens war lediglich noch die Zustimmung des Gemeinderats erforderlich, die in der Samstagssitzung einstimmig erteilt worden ist. Nach Auffassung der Gemeindeverwaltung Gaishausen kann in den nächsten Wochen damit gerechnet werden, daß mit dem Ausbau in der Gemeinde Gaishausen begonnen wird.  Die Gemeindeverwaltung hat sich aber auch bemüht, die bisher unerschlossenen Gebiete der angrenzenden Gemeinden auf wiederholte Vorsprachen der betroffenen Bevölkerung in die Versorgung mit einzubeziehen. Zu diesem Zweck wurde dem Energieversorgungsunternehmen in Landshut durch wiederholte Vorsprachen der Vorschlag unterbreitet, das zu einem früheren Zeitpunkt ausgearbeitete Projekt abzuändern und durch den Bau eines zweiten Transformators die unerschlossenen Gebiete von Lintach und Thananger, Gde. Hunderdorf, in den Ausbau einzubeziehen. Nach den bisherigen Meldungen der Obag wird das neue Projekt derzeit ausgearbeitet und damit dem Wunsche der Gemeindeverwaltung und einem Großteil der Anschlußwilligen außerhalb des Gemeindegebietes entsprochen.
Der Gemeinderat Gaishausen kam in der Samstagsitzung zu der Ueberzeugung, daß weiterhin alles getan werden muß, damit mit dem Ausbau baldmöglichst begonnen werden kann. Im Hinblick auf die finanzielle Belastung der Anschließer wird die Gemeindeverwaltung nichts unversucht lassen, die Anschluß- und Zahlungsbedingungen so nieder wie nur irgend möglich für alle Anschlußwilligen, ob im Gemeindegebiet wohnhaft oder nicht, zu halten.
Quelle: Bogener Zeitung 31.03.1954

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