1961# 07-08

Tiefbrunnen wird an Leitungsnetz angeschlossen
Sofortiger provisorischer Anschluß – Gesamtprojekt der Wasserversorgung ab 1963 möglich
Hunderdorf.
Die Sitzung des Gemeinderats am Mittwoch brachte eine erste Entscheidung über den Ausbau der Wasserversorgung Hunderdorf aus den Tiefbrunnen. Stellv. Bürgermeister Härtenberger hatte in dieser Angelegenheit beim Landesamt für Wasserversorgung in München vorgesprochen. Wie aus seinem Bericht zu entnehmen ist, muß Hunderdorf zunächst, um die Wasserversorgung in den nächsten Jahren sicherzustellen, sofort darangehen, den Tiefbrunnen an das bestehende Leitungsnetz anzuschließen. Die Kosten belaufen sich auf rund 120 000.- DM und müssen bis zum endgültigen Ausbau als Darlehen aufgebracht werden. Im einzelnen sind für den Brunnenvorschacht 6 000.- DM, für 1200 cbm Rohrgraben 17 000.- DM, für die Rohrleitung 37 000.- DM, für die Unterwasserpumpe 25 000.- DM, für einen Kostenrückhalt 10 000.- DM, für Sonderkosten 8 000.- DM und für den Bauentwurf . sowie die Bauoberleitung 7 000.- DM vorgesehen. Für die vorgesehene Gesamtsumme von 120 000.- DM muß ein Darlehen aufgenommen werden, das später in das Gesamtprojekt übernommen wird. Die für den provisorischen Anschluß des Tiefbrunnens an das Leitungsnetz vorgesehenen technischen Maßnahmen werden gleich in den Dimensionen errichtet, die später notwendig sind. Die Aufbereitungsanlage beim Tiefbrunnen, die Wasserspeicherung und die Hauptleitungen in die verschiedenen Ortsteile sind in das Gesamtprojekt eingeschlossen, das erst nach Erhalt der nötigen Zuschüsse in Angriff genommen und voraussichtlich im Jahre 1963 zur Ausführung kommen kann. Da für die Finanzierung des Gesamtprojektes über die Wassergelder hinaus die Gemeinde nicht belastet wird und der Staat die übrigen Lasten trägt, wird der Gemeindehaushalt nicht weiter belastet, selbst wenn dieses Vorhaben weit über eine halbe Million Mark kostet. Wichtig ist dazu, daß sich möglichst viele Haushaltungen in den übrigen unversorgten Ortschaften anschließen und eine Beteiligung von rund 60 Prozent erfolgt. In einem Gemeinderatsbeschluß wurde einem sofortigen provisorischen Anschluß an den Tiefbrunnen zugestimmt, die Ausschreibung für die dazu nötigen Arbeiten durch das Landesamt für Wasserversorgung empfohlen und der Bürgermeister zur Aufnahme eines Darlehens in einer Höhe von 100 000.- DM ermächtigt.
Für die Abschlußmauer zwischen dem Schulausgrundstück und dem Anwesen Hastreiter wurde die Anschaffung eines Geländers genehmigt. Es soll eine Höhe von ca. 70 cm erhalten und aus Rohren hergestellt werden. Man entschloß sich aus Gründen der Billigkeit für diese Ausführung, obwohl dieses Geländer im Gegensatz zu dem an der Nordseite bestehenden Geländer steht, das aus Flacheisen und mit Vierkantstreben hergestellt ist. Es wäre sicher für den Gesamteindruck besser, wenn man sich auch hier für eine ähnliche Form entschließen könnte.
Ein heikles Kapitel bildete die Aussprache über das Bebauungsgebiet in Haselquanten. Hier haben mehrere Bauwillige Grundstücke gekauft und bereits Baumaterial angefahren. Zur Erteilung einer Baugenehmigung ist aber nun die Erstellung eines Bebauungsplanes und die Erschließung dieses Gebietes notwendig. Da Hunderdorf bereist zwei Bebauungsgebiete im Bebauungsplan hat, diese Gebiete noch nicht voll ausgenützt sind und bis zu ihrem endgültigen Ausbau mit Straßen und Kanalisation große Summen verschlingen werden, ist es der Gemeinde schwer möglich, für ein drittes Bebauungsgebiet, das zudem sehr begrenzt ist und trotzdem  große Kosten für den Ausbau verursachen wird, die Pläne erstellen zu lassen. Andererseits will man jede unnötige Härte für die Bauwilligen vermeiden. Die Gemeinde will daher zunächst ein schriftliches Ansuchen der Gemeinde Steinburg abwarten, in dem bereits mündlich vorgebrachten Anträge genauer fixiert werden, wie die Umgemeindung dieses Gebietes, das an das Steinburger Bebauungsgebiet anschließt, zur beiderseitigen Zufriedenheit abgeschlossen werden könnte.
Die anschließende nichtöffentliche Sitzung war vor allem steuerlichen Fragen gewidmet.
Quelle: Bogener Zeitung, 01.07.1961


Steinburg. (RK-Kolonnenversammlung) Am Dienstag findet um 20 Uhr bei Berger in Steinburg der erste Dienstabend der Kolonne M des Kreisverbandes Bogen statt. Alle Mitglieder der RK-Ortsgruppen Steinburg, Hunderdorf, Neukirchen, Elisabethszell und Haselbach haben sich pünktlich in Steinburg einzufinden. Auf der Tagesordnung stehen: Wahl eines Kolonnenführers, Sanitätswettbewerb, theoretische und praktische Vorträge.
Quelle: Bogener Zeitung, 03.07.1961


Kirche und Pfarrherr feiern Jubiläum
Vor 25 Jahren erhielt die Pfarrkirche Hunderdorf die Weihe – Geistlicher Rat Kiermaier 25 Jahre in Hunderdorf
Hunderdorf.
Ein zweifaches Jubiläum konnte heuer die Pfarrgemeinde Hunderdorf, wenn auch in aller Stille begehen.
Am 1. Februar waren es 25 Jahre, daß H. H. Geistl. Rat Kiermaier die Nachfolge für den verstorbenen Pfarrer Bethausen in Hunderdorf angetreten hat. Neben den Aufgaben des Priesters und Katecheten, hatte er damit auch die große Verantwortung für die Vollendung des neuen Kirchenbaues übernommen. Wenn Kiermaier noch im Laufe des 1. Jahres seines Wirkens in Hunderdorf das begonnene Werk vollendete, dann zeugt dies von der großen Schaffensfreude, mit der er in der Pfarrei an die Arbeit ging. Heute sind es fast auf den Tag genau 25 Jahre, daß die Pfarrkirche ihre Weihe erhielt.
Mit Dankbarkeit und Anerkennung blickt daher heute die Pfarrei auf das Wirken ihres Pfarrherrn in den letzten 25 Jahren zurück. Stolz und Freude mischten sich mit der Genugtuung über das prächtige Gotteshaus, das in seiner äußeren und inneren Anlage durch seine klaren und schlichten Formen, durch seine Gepflegtheit und die sie umgebende Parkanlage jeden Besucher angenehm anspricht. Der Bau einer Leichenhalle, die Anschaffung eines elektrischen Läutwerks, neuer Glocken und sein Einsatz bei der Versorgung des Ortes mit Überlandstrom waren weitere Stationen seiner rastlosen Tätigkeit. 1953 wurde die wesentlich erweiterte Orgel ihrer Bestimmung übergeben und in den letzten Jahren war es auch der Kindergarten und der Neubau eines Friedhofes, die durch seine Initiative erstanden. Aber neben diesen sichtbaren Zeugnissen seiner Arbeit ist auch seine Tätigkeit als Priester und Seelsorger immer auf das Wohl seiner Kirchengemeinde gerichtet gewesen. Zu den Glückwünschen zu dem Jubiläum gesellt sich auch die Hoffnung auf noch viele weitere Jahre segensreiches Wirken in seiner Pfarrei; dem zweiten Jubilar, der Pfarrkirche, möge eine friedvolle Zukunft bescheiden sein, in der sich das Wort Gottes noch mehr zum Heile und Leben der Gläubigen wird.
Quelle: Bogener Zeitung, 04.07.1961


Bürgermeister Reiner 65 Jahre
Hunderdorf.
Heute kann Bürgermeister Karl Reiner seinen 65. Geburtstag feiern. Nach dem Tode von Bürgermeister Johann Hornberger im Januar 1948 wurde der am 15. Februar nach einstweiliger Wahl von der Militärregierung als erster Bürgermeister bestätigt. Seit dieser Zeit wurde Karl Reiner auch bei den ordentlichen als Bürgermeister von der Mehrheit der Gemeinde gewählt. Während seiner 13jährigen Amtsperiode wurden in der Gemeinde Hunderdorf große Aufgaben bewältigt. Immer fand er bei den Gemeinderäten große Hilfe, und mit ihrer Mitarbeit konnte manches schwierige Projekt bewältigt werden. Besonders der „kleine Mann“ fand bei Reiner immer Hilfe und Unterstützung, und seine Beliebtheit ist nicht zuletzt seiner umgänglichen und leutseligen Art zuzuschreiben. Zu seinem Geburtstag unsere besten Glückwünsche; für die kommenden Jahre wünschen wir dem Bürgermeister recht viel Tatkraft zum Wohle der Gemeinde.
Quelle: Bogener Zeitung, 04.07.1961


Mit dem Wasser sparen
Hunderdorf.
Die Gemeindeverwaltung weist darauf hin, daß zur Zeit das Wasser wieder knapp ist. Die Einwohner werden aufgefordert, kein Wasser zum Gießen des Gartens oder Sprengen des Rasens zu verwenden, da sonst der Bedarf für die Haushaltungen und das Vieh nicht mehr gedeckt werden kann. Sollte sich noch größerer Mangel bemerkbar machen, so ist mit zweitweiliger Wassersperre zu rechnen. Bis zum Anschluß des Tiefbrunnens muß daher immer noch bei größeren Trockenperioden das Wasser in Hunderdorf „rationiert“ werden.
Quelle: Bogener Zeitung, 04.07.1961


Hunderdorf. (Warnzeichen) wurden gestern neben der Straße vor dem Schulhaus und dem Kindergarten aufgestellt. Damit ist zu erwarten, daß künftig die Kraftfahrer diese Stellen mit besonderer Vorsicht passieren. Gerade die kurvenreiche Straße im Ortszentrum birgt große Gefahr, da sich oft erst im letzt. Moment Kraftfahrer einer großen Zahl Kinder gegenüber sehen, die zu den Anfangs- und Schlußzeiten des Schulunterrichtes oder des Kindergartens die Straßen überqueren.
Quelle: Bogener Zeitung, 04.07.1961


Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß ist uns unser geliebter Sohn, lieber Bruder und Enkel
Jüngling Anton Grüneisl
Maurer v. Au . Wald

am 1. Juli 1961 infolge Unglücksfalles im Alter von 26 ½ Jahren für immer entrissen worden.
Au v. Wald, den 3. Juli 1961.
Die tieftrauernden Eltern
Anton und Rosina Grüneisl
Bruder Xaver und
Schwester Waltraud
Xaver Grüneisl, Großvater
und Verwandte.
Quelle: Bogener Zeitung, 04.07.1961


Gott, der Her über Leben und Tod, holte am 2. Juli 1961 um 23 Uhr nach kurzer, schwerer Krankheit, versehen mit den hl. Sterbesakramenten, unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägering und Tante
Frau Therese Gitlhuber
geb. Altschäffl

im Alter von 63 Jahren heim ins ewige Reich.
Hunderdorf, Hannover, Reutlingen, Dorsten, Au v. Wald, Stippich, Gaishausen, Kleinlintach, Mengkofen, den 3. Juli 1961.
In tiefer Trauer:
Josef Gitlhuber,
Johann Gitlhuber,
Georg Gitlhuber,
Söhne m. Fam.
Willi Gitlhuber, Sohn
Therese Pollmann,
Berta Schötz,
Helene Häusler
, Töchter, m. Fam.
Geschwister und übrige Verwandtschaft.
Gottesdienst und Beerdigung am Mittwoch, den 5. Juli 1961, um 10 Uhr in Hunderdorf.
Quelle: Bogener Zeitung, 04.07.1961


Trotz Regen und Hitze gute Erfolge der Bogener Brieftauben
Bogen.
Die Bogener Brieftaubenzüchter konnten sich bei den Kreiswettflügen gut qualifizieren. Trotz des ungünstigen Flugwetters – zuerst viel Regen , dann große Hitze – waren die Verluste gering. Beim ersten Kreiswettflug ab Mainz I hatte die erste Preistaube Werner Gruber (Bogen9. Ebenso hatte W. Gruber die 2. und 3. Preistaube. – Beim zweiten Preisflug ab Mainz II konnten die 1. Preistaube die Brüder Bauer (Bogen) für sich buchen. Die 2. Preistaube fiel auf Erich Schindler (Hunderdorf), die 3. Auf die Brüder Bauer (Bogen). – Beim Wettflug von Koblenz hatten die 1. und 2. Preistaube die Brüder Bauer, die 3. Max Klein (Bogenberg). – Vom Wettflug ab Bonn war der 1. Sieger Bauer (Bogen), 2. Werner Gruber (Bogen), 3. wieder Bauer. – Beim Flug ab Köln I holte sich den 1. Preis des Vereins Hans Wölfl (Hunderdorf); zugleich hatte er die 1. Preistaube der Reisevereinigung Straubing. Sieger Nr. 2 des Bogener Vereins waren die Brüder Bauer (Bogen), 3. Helmut Freundorfer (Oberalteich). – Bei den nächsten Flügen starten die Tauben ab Köln II, von Kaltenkirchen und Ostende.
Quelle: Bogener Zeitung, 05.07.1961


Zur letzten Ruhe
Hunderdorf.
Gestern Mittwoch fand die Beerdigung des beim Baden ertrunkenen 26jährigen Landwirtssohnes und Maurers Anton Grüneisl aus Au statt. Am Samstag war er in der Nähe seines Arbeitsortes in Nördlingen beim Baden in eine Baggerloch geraten und ertrunken. H. H. Geistl. Rat Kiermaier ermahnte angesichts des überraschenden Todes, von dem der junge hoffnungsvolle Mann getroffen war, die vielen Altersfreunde an seinem Grabe, sich frühzeitig einem Leben für Gott und mit Gott zu widmen: denn ungewiß ist die Zeit, wo er den Menschen zu sich nimmt. – Nicht minder tragisch war das plötzliche Ableben der Landwirtswitwe Therese Gütlhuber von Hunderdorf. Nachdem sie noch fleißig bei der Heuernte mitgeholfen hatte, traf sie eine heimtückische Krankheit, von der sie nicht mehr genas. Groß war die Zahl der Trauergäste, die dieser fleißigen Frau das letzte Geleit gaben. An ihrem Grabe hob H. H. Geistlicher Rat Kiermaier die rastlose Arbeit und nimmermüde Fürsorge dieser Mutter für ihre Familie hervor, deren Mann vor wenigen Jahren gestorben war und die tapfer das Leben für ihre Familie meisterte.
Quelle: Bogener Zeitung, 06.07.1961


Schulsportfest mit guten Leistungen
Hunderdorf.
Am Dienstag wurden für die Schulkinder ab zehn Jahren die Bundesjugendsoiele durchgeführt. Die Schülerinnen und Schüler hatten dabei im leichtathletischen Dreikampf den 50-, bzw. 75-m-Lauf, den Weitsprung und den Schlagballweitwurf zu absolvieren. Von 166 Knaben und Mädchen konnten 46 eine Siegerurkunde erringen. Auch diesmal wurde ein Mädchen, Evi Eichinger, mit 66 Punkten Schulbeste. Auch die 2. Urkunde, die vom Bundespräsidenten gestiftet wurde, erhielt ein Mädchen (Angela Wanninger). Die weiteren Urkunden wurden von folgenden Schülerinnen und Schülern errungen: Schleinkofer Erich (42 P.), Steinbauer Xaver (41), Hagn Josef (40,5), Landstorfer Johann (40,5), Bugl Alfred (53,5), Schneider Georg (46), Hornberger Paul (45), Aigner Anton (42) Engl Otto (41,5), Schlecht Josef (41), Hornberger Kunigunde (44), Lehner Anna (43),  Obermeier Hannelore (43), Schlecht Anna (49), Stettmeier Maria (47,5), Obermeier Annemarie (46), Fries Elisabeth (45,5), Beierl Therese (43), Zimmer Regina (43), Hanner Rudolf (51), Aumer Xaver (45,5), Paukner Alois (45), Kagerbauer Ernst (41,5), Lichey Horst (40,5), Stahl Hans (46), Bauer Albert (53), Hofmann Hans (46), Deinat Konrad (41,5), Erber Max (41), Fuchs Josef (40,5), Seifert Klaus (40,5), Pauer Brigitte (44,5), Feldmeier Erika (44), Ostermeier Ingeborg (43), Looß Evi (45), Liebl Adelheid (44,5), Mager Elisabeth (44,5), Englberger Rita (42,5), Gleixner Melitta (41,5), Böhm Oswald (41,5), Obermeier Karl (43), Hastreiter Hans (41), Hastreiter Franziska (41,5), Fronauer Gerda (41) und Schäfer Marianne (40). Die Urkunden kommen dem letzten Schultag bei der Schulschlußfeier zur Verteilung.
Quelle: Bogener Zeitung, 06.07.1961


Vom Standesamt Bogen
Bogen.
Das Standesamt Bogen verzeichnete im Juni 13 Geburten, 3 Trauungen und 12 Todesfälle. Geboren wurden: Wolfgang Horst Ertel, Hunderdorf; … Christian Michael Kvech, Hunderdorf (Apoig); Anton Hieninger, Hunderdorf (Apoig); Josef Hieninger, Hunderdorf (Apoig); … Josef Georg Blasini, Hunderdorf 25; Waltraud Anna Theresia Helmbrecht, Bauernholz 123; … Gestorben sind: … Anton Hieninger, Hunderdorf-Apoig und Josef Hieninger Hunderdorf-Apoig, beide am 15. 6. 61 geboren und am 15. 6. 61 gestorben; Martha Müller, Schafberg 19, 67 J.; …
Quelle: Bogener Zeitung, 07.07.1961


Wer baut wo und was?
Bogen.
Beim Landratsamt wurden nachstehende Baugesuche eingereicht: … Schreiner Johann, Steinburg, Wohnhausneubau …
Quelle: Bogener Zeitung, 08.07.1961


Ballonweitflugkarten kamen zurück
Hunderdorf.
Von rund 200 gestarteten Ballonen des Jugendrotkreuzes sind in den letzten Tagen eine Reihe der angehängten Karten zurückgekehrt. Die ersten Karten trafen nun auch aus Ober- und Niederösterreich und sogar aus Südböhmen und Ungarn ein. Teilweise fügten die Finder auch noch Briefe bei, so daß sich daraus ein Briefwechsel entwickelte, der dem Sinn des Wettfluges, der Völkerverständigung, entspricht.
Quelle: Bogener Zeitung, 08.07.1961


Hunderdorf. (Vom Gesangverein) Am Dienstag findet die letzte Gesangstunde vor den Ferien um 20 Uhr im Cafe Weinzierl statt. Alle aktiven Sänger werden gebeten, zu erscheinen.
Quelle: Bogener Zeitung, 08.07.1961


Abschied von H. Pfarrer Ach
Windberg.
Am Sonntag findet um 15 Uhr im Gasthaus Deschl die Abschiedsfeier für Herrn Kammerer Ach und zugleich von Fräulein Oberlehrerin Englhart statt. Die Gemeindebürger sind freundlich eingeladen.
Quelle: Bogener Zeitung, 08.07.1961


Hunderdorf. (Naturschutzfilm) Im Rahmen der Aufklärungs- und Werbewoche für den Vogelschutz findet heute Montag um 10 Uhr im Saale der Gastwirtschafts Sandbiller eine Filmvorführung statt. Neben den Schulkindern, die den Film besuchen werden, sind auch Erwachsene und Feriengäste eingeladen.
Quelle: Bogener Zeitung, 10.07.1961


Die „Bäcker-Mutt“ ist 80 Jahre alt
Hunderdorf.
Wenn heute Dienstag Frau Anna Pielmeier, die als „Bäcker-Mutt“ weit besser bekannt ist, ihren 80. Geburtstag feiert, dann wird die Schar der Gratulanten nicht gering sein; denn selten genießt eine der „Alten“ in unserem Dorf mehr Achtung und Verehrung als sie. Ihre Freundlichkeit, ihr gutes Wesen und ihre Rechtschaffenheit haben ihr in ihrem langen Leben stets die Liebe ihrer Mitbürger gesichert. Dabei hat sie das Leben nicht gerade  mit Sonnenschein bedacht und gar oft war der Schmerz und die Trauer bei ihr zu Gast. Ihre Wiege stand in Neukirchen. Nach ihrer Verehelichung mit dem Schuhmachermeister Albert Laschinger zog sie auf das heutige Hastreiteranwesen in Hunderdorf. Doch kurz nur war das Glück, denn schon nach sechsjähriger Ehe fiel ihr Mann im 1. Weltkrieg. Die Tochter, die aus dieser Ehe hervorging, heiratete den Bäckermeister Hastreiter und gemeinsam wurde das Anwesen ausgebaut und si wurde es zu einem ansehnlichen Besitz. Im Jahre 1919 verheiratete sich die Jubilarin zum zweiten Mal. Zwei Kinder wurden ihr in dieser Ehe mit Wolfgang Pielmeier geschenkt. Doch auch diesmal riß ihr der Tod den Ehegatten bald von ihrer Seite. Herr Pielmeier verunglückte 1931 bei Arbeiten an einem Brunnen tödlich. Wieder war es der Krieg, der ihr dann 1940 auch den einzigen Sohn raubte. All dieses Leid hat sie jedoch immer mit echt christlicher Fassung getragen und sie hat sich in dieses gottgewollte Leid gefügt und ist ohne Verbitterung geblieben. Heute ist sie immer noch fleißig im Betrieb ihrer Tochter und des Schwiegersohnes tätig und man kann sie schon früh am Morgen beim „Brotausfahren“ antreffen. In ihren Mußestunden aber, die nun für sie immer länger werden, betreut sie mit aller Liebe ihre Urenkel. Möge sie noch recht lange als die “Seele“ des Hauses erhalten bleiben!
Quelle: Bogener Zeitung, 11.07.1961


Windberg. (Junger Meister) Herr Josef Wagner, Pächter der Gastwirtschaft Deschl, hat die Meisterprüfung im Fleischerhandwerk vor der Industrie- und Handelskammer in Passau mit gutem Erfolg abgelegt. Wir wünschen dem jungen Meister viel Glück!
Quelle: Bogener Zeitung, 12.07.1961


Empfang des Primizianten P. Englmar Holzer
Rattenberg.
Die Pfarrgemeinde Rattenberg bereitete am Montag nachmittag ihrem Primizianten P. Englmar Holzer vom Prämonstratenser-Kloster Windberg – einem Sohn unserer Gemeinde – einen herzlichen Empfang. Eine geschmückte Autokolonne und eine Reitergruppe holte ihn in Streifenau ab. Am Dorfausgang warteten sämtliche Vereine mit ihren Fahnen, die Schulkinder mit der Lehrerschaft, die Kirchenverwaltung, der Gemeinderat, die Eltern und Verwandten, um den jungen Pater mit Musik und unter Glockengeläute ins Heimatdorf zu geleiten. Am Dorfplatz wurde er von Bürgermeister Hans Miedaner begrüßt. Nach einem Lied, gesungen vom Männerchor unter Leitung von Nik. Holzapfel, zog der Primiziant mit dem ganzen Festgefolge in die Kirche, wo er vom Ortspfarrer Samhuber begrüßt wurde. Nach Erteilung des Primizsegens dankte der Neupriester allen für den herzlichen Empfang.
Die feierliche Primiz findet heute Mittwoch in der Pfarrkirche zu Rattenberg statt.
Quelle: Bogener Zeitung, 12.07.1961


Fatima-Feier am Donnerstag
Windberg.
Am Donnerstag um 13.00 Uhr zieht wieder eine Prozession von Windberg aus nach Heiligkreuz. Dabei wird der hl. Kreuzweg gebetet. In Hl. Kreuz hält dann der Dekanatsjugendseelsorger eine Predigt und anschlie0end einer Marienfeier. Um 20 Uhr findet eine Abendmesse mit Predigt statt, die von einem Pater aus dem Kloster Windberg gehalten wird. Dazu sind alle Freunde von Heilig Kreuz und die Verehrer der Gottesmutter von Fatima eingeladen.
Quelle: Bogener Zeitung, 12.07.1961


Abschied von Pfarrer Ach und Frl. Englhart
Nach 23jähriger Tätigkeit scheidet H. H. Kammerer Ach aus seiner Pfarrgemeinde
Oberlehrerin Englhart ging nach 40jähriger Lehrtätigkeit in Windberg in Pension
Windberg.
Kaum konnte am Sonntag der große Saal der Gastwirtschaft Wagner in Windberg alle Gemeindebürger und Schulkinder fassen, die noch einmal zu ihrem Pfarrherrn und zu ihrer langjährigen Lehrerin gekommen waren, um sich von ihnen zu verabschieden. Bürgermeister Kittenhofer, der zu dieser Abschiedsfeier geladen hatte, hob diese freudige Tatsache in seinen Begrüßungsworten hervor und sah darin einen Beweis für die Anhänglichkeit und zugleich Dankbarkeit.
Mit einem Lied eröffnete Lehrerin Frl. Gerbl den Reigen der Abschiednehmenden und in Gedichten sprachen die Kinder ihren Dank für alle Mühe und Arbeit aus, die sich Pfarrer Ach in seiner Seelsorger- und Frl. Englhart in ihrer Erziehertätigkeit gemacht haben. Bürgermeister Kittenhofer hob in seiner Abschiedsrede die großen Verdienste des scheidenden Pfarrherrn hervor, die er sich während seines 22jährigen Wirkens in der Pfarrgemeinde erworben hat. Sein unermüdliches Wirken um die Verschönerung des Gotteshauses, um die Pflege der christlichen Vereine und seine Sorge um die schulischen Belange geschah mehr in der Stille. Nicht selten waren große persönliche Opfer mit den Neuerungen verbunden.
Frl. Englhart, die nun nach 40jähriger Erzieherarbeit in der hiesigen Volksschule in den verdienten Ruhestand tritt, hat sich neben ihrer aufopfernden Berufsarbeit auch immer hilfsbereit der Gemeinde zur Verfügung gestellt, wenn es galt, bei Festen und Veranstaltungen mitzuhelfen. Auch nahm sie sich manch alter Leute an und er bezeichnete sie als „stille Missionarin“, die immer zur Stelle war, wo es galt zu helfen.
In seinen Dankesworten an den scheidenden Pfarrherrn bezeichnete H. Kooperator P. Ephrem ihn als großen Freund der Wahrheit. Nicht immer war seine Arbeit in Windberg leicht; denn der Boden der Pfarrei war oft hart und steinig und es war oft eine Arbeit wie im Steinbruch. Pfarrer Ach war aber als Mensch und Priester tapfer und mutig und sprach die Wahrheit, ob sie gelegen oder ungelegen kam. Für Frl. Englhart fand P. Ephrem ebenfalls Worte des Dankes und der Anerkennung. Gerade sie hat in der Unterstufe mitgeholfen, den Grundstein für die religiöse Erziehung der Kinder zu legen, sie hat die Kinder das Beten gelehrt. Gerade heute bedürfen wir der Erzieher mit Bekennermut, wie sie es war.
Schulleiter Hptl. Hammes würdigte die Scheidende als gute und hilfsbereite Kollegin. Sie hat die schönsten Jahre ihres Lebens der Erziehung und Bildung der Windberger Jugend gewidmet und sie selbst ist im Laufe dieser Jahre so in die Gemeinschaft des Dorfes hineingewachsen, daß man sie nun sehr vermissen wird. 40 Jahre Lehrtätigkeit an einem Ort heißt Lehrerin und Erzieherin einer ganzen Gemeinde zu sein und wenn neben den Großeltern, die Frl. Englhart schon unterrichtete, heute bereits deren Enkel in ihrer Klasse die Schulbank drückten, dann kann man daran ermessen, über welchen Zeitraum sie Einfluß auf die Erziehungs- und Bildungsarbeit in Windberg genommen hat. H. Kammerer Ach, so führte Schulleiter Hammes aus, hat sich in all den Jahren als größter Wohltäter der Schule gezeigt und gar manche Neuerung ist seiner Anregung zu verdanken. Es ist zu bedauern, daß er nicht vor seiner Resignation den Bau eines neuen Schulhauses, das ihm so sehr am Herzen gelegen war, miterleben konnte. Beiden wünschte er nach so viel Jahren aufopfernder Arbeit einen geruhsamen, heiteren und sonnigen Lebensabend.
Der Prior des Klosters, P. Michael van der Hagen, sprach dem scheidenden Pfarrherrn, der ihm im Laufe der Jahre zum Freund geworden ist, seinen Dank aus. In seinem kurzen Rückblick auf die vergangenen Jahre ließ er auch nochmals die Zeit aufklingen, da Pfarrer Ach wegen seines mutigen Bekennertums die Verfolgung der Nazis zu erdulden hatte. Eine Fülle von Abschiedsgeschenken wurde sodann vom Bürgermeister, dem Raiffeisenverband, den Lehrkräften und den Schulkindern, der Kirchenverwaltung, der Feuerwehr, dem Veteranenverein und dem Bauernhilfsverein überreicht.
Herr Wagner hob namens der Kirchenverwaltung nochmals die großen Verdienste des Pfarrherrn bei der Erneuerung  des Chorgestühls, bei der Anschaffung der Glocken und der Turmuhr sowie bei der Umlegung des Friedhofes hervor.
In bewegten Worten erzählte dann H. Pfarrer Ach aus der vergangenen Zeit und dankte auch im Namen von Frl. Englhart für die große Anteilnahme der Bevölkerung bei ihrem Abschied und die vielen Geschenke. „Wenn auch manches nicht zur Vollendung kommen konnte, was ich noch vor hatte, so war es doch immer mein Bestreben gewesen, meine Pflicht als Priester, Seelsorger und Pfarrer zu erfüllen.“
Es war ein rührendes Bild, als dann alt und jung in schier endloser Reihe von ihrem Pfarrherrn und von ihrer Lehrerin sich verabschiedeten und niemand konnte hier zweifeln, daß die gegenseitige Liebe und Hochachtung in all den Jahren starke Bande geschlungen hatte.
Quelle: Bogener Zeitung, 13.07.1961


Was für eine Ernte ist heuer zu erwarten?
Windberg.
Heute Freitag findet in Windberg eine Flurbegehung statt. Treffpunkt um 14.30 Uhr beim Gasthaus Deschl. Besichtigt werden die Klosterstallung, der Dammbach, Netzstuhl und Irenzfelden. Hierselbst ist dann im Gasthaus Hilmer eine Aussprache. Die Bevölkerung ist zu dieser Flurbegehung höflich eingeladen.
Quelle: Bogener Zeitung, 14.07.1961


Ein großer Tag für die ganze Pfarrei
Feierliche Primiz von P. Englmar Holzer
Rattenberg.
War der Empfang des Primizianten P. Englmar Holzer am Montag schon ein Bekenntnis der Bevölkerung der Treue zum Priestertum, so gestaltete sich die Feier der Primiz am Mittwoch zu einem weiteren Treuegelöbnis zu Christus und seiner Stellvertreter. Die ganze Pfarrgemeinde nahm teil an der Feier, die bereits am frühen Morgen begann.
Sämtliche Vereine mit ihren Fahnen, die Kirchenverwaltung, der Gemeinderat mit Bürgermeister Miedaner, Landrat Hafner, viele geistliche Herren (u. a. Pater Prior vom Prämonstratenserkloster Windberg, dessen Orden der Neuproste angehört), die Schulkinder mit der Lehrerschaft und viele Leute aus nah und fern sammelten sich vor dem Elternhaus des Primizianten, um ihn unter den Klängen der Musikkapelle Rattenberg zur Feier seines ersten hl. Meßopfers zur Pfarrkirche zu geleiten. Zum ersten Mal trat dann der junge Pater an die Stufen des Altares, um das hl. Opfer darzubringen. H. H. Stadtpfarrer Maier von Bad Abbach würdigte in seiner Predigt den Priesterstand, der heutzutage oft abgelehnt, aber auch hochgeachtet und gewürdigt werde. Der Kirchenchor unter Leitung von Nik. Holzapfel sang die Primizmesse in Es von Pollak (für Männerchor).
Nach der kirchlichen Feier bewegte sich der Festzug nach Engelsdorf, wo im Gasthaus Klimmer das Festmahl stattfand, an dem über 400 Personen teilnahmen. Das Mahl wurde umrahmt mit einem kleinen Streichorchester und der Blaskapelle. Bei lustigen Gedichten, vorgetragen von Buben und Mädchen, sowie humorvollen Tischreden von Ortspfarrer Samhuber, Pfarrer Maier, Pfarrer Maurer, Landrat Hafner u. a. vergingen die Stunden recht schnell. Um 17 Uhr begaben sich die Teilnehmer nochmals zur Kirche nach Rattenberg, wo die große und schön verlaufene Feier mit einem Dankgottesdienst beendet wurde.
Quelle: Bogener Zeitung, 14.07.1961


Die Lichtumstellung ist beendet
Mit 364 000 DM Aufwand ein großes Projekt verwirklicht
Steinburg.
Die im Vorjahre projektierten Arbeiten der Lichtumstellung der ganzen Gemeinde Steinburg und einiger umliegender Ortschaften wurden in diesem Jahre verwirklicht. Schon gegen Mitte Februar stellte sich ein großer Bautrupp der Starkstromanlagen – Landshut in unserer Gemeinde ein und begann mit den Ausbauarbeiten der Niederspannung. Es galt acht Transformatoren auszubauen, weit über hundert Dachständer und Masten zu setzen und mehrere Kilometer Leitungsdraht zu spannen.
Da auch große Umlegungen und Erneuerungen der Hochspannungsleitungen not wendig waren der Hochspannungsleitungen notwendig waren, erstreckten sich die Umbauarbeiten über ein halbes Jahr. Durch die Aufstellung von Betonmasten, die in weit größeren Abständen als ihre hölzernen Vorgänger stehen, wurde dem Mastenwald abgeholfen. Die jetzigen Leitungen stören die Freunde der Natur nur mehr wenig. Sie stellen gewissermaßen Repräsentanten unseres technischen Zeitalters dar.
Das Projekt wurde mit einem Gesamtkostenaufwand von 364 000 DM erstellt; die Kosten gliedern sich in Eigenleistung, Zuschuß und verbilligtem Darlehen. Die Gemeinde Steinburg hat hier wieder bewiesen, daß sie große Projekte meistern kann. Somit will auch die Gemeindeverwaltung all den Stellen danken, die sich für eine tragbare Lösung der Stromumstellung eingesetzt haben. Auch den Bürgern sei gedankt, daß sie die notwendige finanzielle Belastung trugen und sich dem Fortschritt aufgeschlossen zeigten.
Im Rahmen der Bauarbeiten wurde auch eine schöne Ortsbeleuchtung erstellt, die heute der Stolz aller Bürger ist. Gerade hier zeigt sich die Betriebsleitung der OBAG sehr entgegenkommend. Besonders erfreulich war die gute Zusammenarbeit mit den Männern der beiden Bautrupps und ihren Vorgesetzten, so daß es sich aus diesem Grunde die Gemeindeverwaltung nicht nehmen lässt, zum Abschluß für die Arbeiter eine kleine Lichtfeier zu veranstalten. Viele Spender haben sich schon freiwillig an den Kosten beteiligt. Auch ihnen gebührt Dank.
Quelle: Bogener Zeitung, 14.07.1961


Ehrlicher Finder
Hunderdorf.
Auf der Straße zwischen Hofdorf und Bärndorf wurde eine Geldbörse gefunden. Der Verlierer kann sich die Geldbörse auf der Gemeindekanzlei in Hunderdorf abholen.
Quelle: Bogener Zeitung, 15.07.1961


Fatimafeier in Heilig Kreuz
Windberg.
Die Teilnahme und das Interesse an den Fatimafeiern in Heilig Kreuz wird immer größer, obwohl der Rahmen der Feier sehr beschränkt ist, im Gegensatz zu den Fatimafeiern in Klingenbrunn, wo den ganzen Tag und oft auch die Nacht über noch durchgebetet wird. Hier muß sich die Feier immer  auf die Prozession und die Marienfeier in der Kirche beschränken. Auch aus Straubing war am Donnerstag wieder ein ganzer Omnibus mit Marienverehrern gekommen, in dem viele nicht einmal mehr einen Sitzplatz fanden. In der Pfarr- und Klosterkirche hatten sich bereits viele Gläubige versammelt. Mit den Aves des Rosenkranzes setzte sich die Prozession nach Heilig Kreuz in Bewegung. Dann, als man bei den Kreuzwegstationen ankam, wurde der Kreuzweg gebetet. An der Prozession war auch eine erfreuliche Anzahl von Männern beteiligt. Als der Bittgang in Heilig Kreuz ankam, war das Kirchlein schon ziemlich besetzt.  Die Predigt hielt der Dekanatsjugendseelsorger, der eingehend und eindringlich die Botschaft von Fatima, ihren Weg von 1917 bis heute schilderte. Hierauf war Marienfeier. Den Abendgottesdienst hielt der H. Pater Prior vom Kloster Windberg. In seiner Predigt wies er auf die Notwendigkeit der Marienverehrung im täglichen Leben mit seinen Schwierigkeiten hin. Daß trotz des ungünstigen Wetters die Beteiligung außerordentlich groß war, zeigt wieder einmal mehr, daß Fatimafeiern und auch die Fatimabotschaft immer mehr Freunde und Anhänger in dieser friedlosen, aussichtslosen Welt findet.
Quelle: Bogener Zeitung, 15.07.1961


Rege Bautätigkeit
Irenzfelden.
Etwas abgelegen von der Hauptstraße liegt in einer Talmulde die Ortschaft Irenzfelden. Daß auch in dieser Gegend die moderne Zeit Einzug gehalten hat, beweisen verschiedene Baumaßnahmen. Nachdem der Gastwirt und Bauer Peter Hilmer erkannte, daß seine alte Stallung nicht mehr zeitgemäß sei, setzte er sich mit Landw.-Rat Licht (Mitterfels) in Verbindung, der eine Vorplanung für einen modernen Viehstall erstellte. Maurermeister Feldmeier von Meidendorf hat nun diesen Bau innerhalb der Scheune ausgeführt. Die neue Stallung, die für 25 bis 30 Stück Vieh Platz bietet, erhält einen Futtertisch, Selbsttränke, Milchkammer, zwei Silos, Rübenlager und später eine automatische Entmistungsanlage. Ebenfalls baute der Landwirt Norbert Frankl (Irenzfelden) einen neuen Stall für 6 bis 8 Stück Vieh. Der Landwirt Johann Kraus plant eine Aufstockung seines Wohn- und Wirtschaftsgebäudes. Die Ausführung dieses Vorhabens übernimmt Altmeister Rupert Feldmeier, der mit 75 Jahren seinen Sohn bei der Hochkonjunktur im Baugewerbe tatkräftig unterstützt.
Quelle: Bogener Zeitung, 15.07.1961


Die Wasserversorgung stand wieder an 1. Stelle
Statt 100 000 jetzt 120 000 Mark Darlehen erforderlich – Ringleitung wieder im Vordergrund
Hunderdorf.
Wohl die wenigsten Gemeindebürger haben eine Vorstellung von der vielen Arbeit, die in den letzten Jahren immer wieder wegen der Versorgung mit Trinkwasser bei der Gemeinde anfällt. Einerseits gilt es, die bestehende Anlage in ihrer Kapazität zu erhalten und durch geeignete Maßnahmen die Genußfähigkeit des Wassers zu garantieren. Andererseits laufen die Anträge und Eingaben um die vorläufige Anschließung des Tiefbrunnens und die Arbeiten für den späteren Ausbau der ganzen Wasserversorgungsanlage für die ganze Gemeinde. Die Gemeinde hat bereits Schritte unternommen, um den Tiefbrunnen einsatzfähig zu machen und wenigstens gleich nach der Ernte mit den Arbeiten beginnen zu können. Damit verbunden ist aber auch ein späterer Ausbau der ganzen Wasserversorgung. Auf der Sitzung des Gemeinderates am Mittwoch wurde nun ein Gemeinderatsbeschluß herbeigeführt, in dem vorgesehen ist, 120 000 DM (100 000 DM bei der letzten Sitzung) bei der Kreissparkasse aufzunehmen, damit baldigst mit dem Bau begonnen werden kann. Dieses Geld wird aber nur kurzfristig benötigt, da bei dem Ausbau des Gesamtprojektes in etwa zwei Jahren eine weit größere Summe zur Verfügung stehen muß, wenn die Aufbereitungsanlage und die Leitungen nach Hofdorf, Lindfeld, Eglsee, Hoch, Thannanger usw. erstellt werden. Interessant ist dabei, daß bei der Vorsprache der Gemeindevertreter am Landratsamt wieder der Plan einer Ringleitung, wie sie im Frühjahr dieses Jahres zwischen Bogen, Hunderdorf, Steinburg und Mitterfels erwogen wurde, auftauchte und man auch heute wieder einer solchen Maßnahme die sicherste Zukunft einräumt. Einen weiteren Punkt der Aussprache bildete der Ausbau der Quellfassung am Feiertagshof. Hier wird man nach einer Besichtigung durch den Wasserausschuß erst weitere Schritte unternehmen. Es ist jedoch kaum zu erwarten, daß hier die Gemeinde sich noch große Kosten aufbürden kann, nachdem man sich auf den sofortigen Anschluß des Tiefbrunnens festgelegt hat.
So sehr die Gemeindebürger die Teerung begrüßt haben, so schwer ist es jedoch jetzt für die Gemeinde, von einzelnen die zugesagten Gelder hereinzubekommen. Es spricht allerdings für die Gesamtheit, daß es nur ganz wenige sind, die bis jetzt noch nicht ihr versprochenes Scherflein beigesteuert haben.
Die Kosten für die Begrenzungsmauer am Schulhausgrundstück haben mit rund 4 500 DM eine weit größere Summe gefordert, als hierfür ursprünglich angesetzt wurde. Von mehreren Gemeinderäten wurde kritisiert, daß man nicht vorher einen verbindlichen Kostenvoranschlag verlangt hat. Auch die Notwendigkeit dieser Maßnahme durfte nicht ausschlaggebend sein, daß man einen solchen Bau ohne vorherige genaue Kostenberechnung übergibt. Anschließend wurden in geheimer Sitzung Steuerfragen beraten.
Quelle: Bogener Zeitung, 15.07.1961


Gott, der Herr über Lebenund Tod, nahm am Donnerstag nachmittag 16.00 Uhr meinen lieben Gatten, unseren guten Vater, Schweigervater, Großvater, Bruder, Schwager, Onkel und Paten
Herrn Xaver Klein
Landwirt und Musiker von Böhmhäuser
Kriegsteilnehmer 194/18 – Mitglied der Mar. Männerkongregation
nach längerer, schwerer Krankheit, jedoch schnell und unerwartet, öfters versehen mit den hl. Sterbesakramenten, im Alter von 75 ½ Jahren heim in sein Reich.
Böhmhäuser, den 13. Juli 1961.
In tiefer Trauer:
Rosa Kein, Gattin
Siegfried Klein, Sohn, mit Familie
Melanie Plager,
Tochter, mit Familie
und übrige Verwandtschaft
Beerdigung am Montag, 17. Juli 1961, vormittag ½ 10 Uhr vom Leichenhaus aus mit anschließendem Trauergottesdienst in der Pfarrkirche zu Windberg.
Quelle: Bogener Zeitung, 15.07.1961


Zehnter Jahrestag mit Geschäftserweiterung
Aus bescheidenen Anfängen hat sich die Bauspenglerei Anton Fruhstorfer zu einem beachtlichen Betrieb entwickelt
Bogen.
Am 15. Juli 1951 eröffnete der Spenglermeister Anton Fruhstorfer aus Hunderdorf im Seitz-Anwesen am Bogener Stadtplatz einen Laden mit Werkstätte für Bauspenglerei, Wasserleitungsbau und Sanitäre Anlagen und machte sich bald einen Namen als gediegener und gewissenhafter Handwerker. Das Geschäft der Eheleute Fruhstorfer – auch seine Frau, eine geboren Blasini, stammt aus Hunderdorf – florierte und bald erwiesen sich die Räume im Seitz-anwesen als zu klein. Fruhstorfer kaufte das durch Tod des Besitzers zum Verkauf stehende Ficker-Anwesen (Früher Hundsberger) in der Torgasse gegenüber dem Amtsgericht, baute es um, errichtete im Garten des Anwesens einen großen Werkstattneubau mit Wohnung, und baute im alten Wohnhaus einen großen Laden ein. Trotz großzügiger Planung zeigten sich die neugeschaffenen Räume durch die Entwicklung des Geschäftes als zu klein, und als nun vor einigen Wochen gegenüber der Firma im Lanzinger-Anwesen die ehemaligen Ladenräume der „Volkshilfe“ frei wurden, mietete Fruhstorfer diese Räume als Ausstellungs- und Verkaufsräume hinzu und sein Stolz und seine Freude waren es, daß er diese Geschäftserweiterung gerade zum zehnten Jahrestag des Bestehens seines Geschäfts eröffnen konnte. Es darf dem zielstrebigen Handwerker und seiner Ehegattin für die Zukunft alles Gute gewünscht und zu seinem Geschäftsjubiläum gratuliert werden. Aber auch dem Dritten in diesem Bunde, dem Geschäftsführer Schitto, gelten unsere guten Wünsche. Hat er doch mitgeholfen, das Geschäft aus den bescheidenen Anfängen heraus zu seiner heutigen Höhe zu führen und die Freude an den zehnjährigen Erfolgen wird nun durch die Tatsache getrübt, daß Schitto, der getreue Famulus der Firma, nach schwerer Operation am Geschäftsjubiläum nur vom Krankenlager aus teilnehmen kann. Alle, die an dem stolzen Erfolg der Firma Fruhstorfer Anteil nehmen, wünschen ihm baldige Genesung und Wiedererlangung seiner Schaffenskraft!    wkg
Quelle: Bogener Zeitung, 17.07.1961


Vom SPD-Ortsverein
Hunderdorf.
In der Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins Hunderdorf hatte Vorstand Fritz Schmettlach zum Wochenende noch einmal den Mitgliedern alle organisatorischen Maßnahmen vorgetragen, die für die Wochen vor der Bundestagswahl notwendig sind. Dabei sei der Verkauf von Sondermarken genau so wichtig wie die Zahlung des Beitrages für die Mitgliedschaft an die Partei und der persönliche Einsatz für diese Wahl. Organisationsleiter Xaver Aumer sowie H. Schmidt wurde der ganz besondere Dank ausgesprochen für den Bau und die Aufstellung von 8 Ruhebänken im Gemeindebereich und auf den Wegen nach Windberg. Unterbezirksvorsitzender Hans Hofmarksrichter sprach zu den Mitgliedern und meinte, niemand dürfe sich beirren lassen durch abfällige Äußerungen gegenüber dem Regierungsprogramm der SPD. Dieses Programm sei bis ins kleinste Detail ausgearbeitet und biete die Gewähr, daß ohne Steuererhöhung der Masse der Schaffenden alle Punkte des Programms verwirklicht werden können. – Abschließend wurde eine Farblicht-Bildserie von der Reise des Kanzlerkandidaten Willy Brandt durch den niederbayerischen Raum vorgeführt.
Quelle: Bogener Zeitung, 18.07.1961


Vorbildlicher Schulbesuch fand Anerkennung
Schlußfeier der Hunderdorfer Schule – Schüler, die fünf und sechs Jahre nie die Schule schwänzten
Hunderdorf.
 Neben H. Geistlichen Rat Kiermeier, Schulrat Westermeayer, Bürgermeister Reiner, den Gemeinderäten und Mitgliedern der Schulpflegschaft hatten sich gestern zur Schulschlußfeier auch sehr viele Eltern eingefunden und durch ihre Anwesenheit die gute Zusammenarbeit mit der Schule betont. Diese Tatsache würdigte auch Rektor Hösl in seiner Begrüßung.
Für die Hunderdorfer Schule ist es seit dem Einzug in das neue Schulhaus zur Tradition geworden, daß sämtliche Klassen sich am Schuljahresende mit Sing- und Tanzspielen, mit Stegreifstücken und auch ernsten Prologen von den Entlaßschülern verabschiedet. Auch heuer wurde wieder eine wahre Fülle von Unterhaltendem und Belehrendem geboten. Schulleiter Hösl gab einen Rückblick auf die Ereignisse im letzten Schuljahr und konnte dabei vor allem den Rückgang der Schulversäumnisse im Vergleich zum Vorjahr als Positivum herausstellen. Von 277 Schulkindern hatten 57 kein Versäumnis aufzuweisen. Lobenswert war d. Schulbesuch der Schülerinnen Brig. Hausdorf und Elisabeth Fries, die in den letzten 5 Jahren kein Versäumnis aufzuweisen hatten und die Schülerin Aloisia Haimerl und der Schüler Adolf Reisinger hatten sogar in 6 Jahren nicht einen Tag den Unterricht versäumt. Buchgeschenke waren die Anerkennung für diesen vorbildlichen Schulbesuch.
Besonders erfreulich war in diesem Jahr auch die Instandsetzung des Sportplatzes an der Ostseite der Schule, der Ausbau der Terrasse und des Pausenhofes sowie die Neuanlage des Vorplatzes und die Errichtung der Begrenzungsmauer am Haupteingang. Schulleiter Hösl sprach dafür der Gemeinde den besonderen Dank der Lehrerschaft aus. H. Geistl. Rat Kiermaier ermahnte die Kinder, die Freiheit der Ferien nicht falsch zu verstehen. Sie seien zwar nun frei von Schul- und Hausarbeiten, doch gibt es keine Freiheit von Gott und den religiösen und sittlichen Pflichten. Oberlehrer Maier nahm sodann die Verteilung der Siegerurkunden für die Bundesjugendwettspiele vor und konnte dabei Evi Eichinger (66 P.) und Angela Wanninger (55,5 P.) eine Ehrenurkunde des Bundespräsidenten überreichen. Aus der Hand von Schulrat Westermayer empfingen dann die Entlaßschüler ihre Zeugnisse. In kurzen Worten wies der Schulrat darauf hin, daß sie nun den Nachweis für den Schulbesuch in Empfang genommen hätten, daß sie aber nun auch die Betreuung durch die Lehrer entbehren müssen und für sie nun die große Bewährungsprobe des Lebens beginne. Mit dem Dank der Entlaßschüler und dem gemeinsam gesungenen Bayern- und Deutschlandlied nahm die Schulschlußfeier ihr Ende.
Quelle: Bogener Zeitung, 20.07.1961


Wer baut wo und was?
Bogen.
Beim Landratsamt Bogen sind folgende Baugesuche eingereicht worden: … Kraus Johann, Irenzfelden, Aufstockung des Wohnhauses. – Gemeinde Windberg, Bau einer Straßenmauer am Ortseingang … Hanner Karl, Steinburg, Neubau eines Kamins …
Quelle: Bogener Zeitung, 21.07.1961


Windberg. (Vom Trachtenverein) Die Mitglieder des Vereins treffen sich wieder am Samstag im Vereinslokal.
Quelle: Bogener Zeitung, 21.07.1961


Ein rüstiger Fünfundsiebziger
Steinburg.
Der Austragslandwirt und Maurer Alois Lex von Schafberg kann am Freitag in bester Gesundheit und Rüstigkeit seinen 75. Geburtstag feiern. Der Jubilar erblickte an 21. Juli 1887 zu Denkzell das Licht der Welt. Schon frühzeitig mußte er das Elternhaus verlassen und sich bei fremden Leuten sein Brot verdienen. Auf dem Kreuzhaus bei Elisabethszell ist er aufgewachsen und hat dort seine Jugendzeit verbracht, da seine Eltern den früheren Kleberhof inne hatten. Er ist somit ein gebürtiger Elisabehtszeller. Im ersten Weltkrieg war er Krankenträger bei der Sanitätskompanie 2 III. A. K., dann kam er zur Fuhrpark-Kolonne 6 und später zum Pferde-Lazarett bei der I. Landwehr-Division. Er machte den Ersten Weltkrieg vom Anfang bis Ende mit, und war im Kampfgebiet in Elsaß-Lothringen eingesetzt. Für neun Jahre Militärdienst erhielt er als Dienstauszeichen des Militärverdienstkreuz mit Schwertern.
Nach Ende des Krieges kehrte der Jubilar in die Heimat zurück. Am 22. Juli 1918 reichte er der Landwirtswitwe Anna Axinger (eine geboren Pielmeier) von Altenried die Hand zum ehelichen Bund. Viele Jahre hindurchbewirtschafteten die beiden ihr kleines landwirtschaftliches Anwesen in Altenried. Sie haben dieses bedeutend emporgearbeitet. Aber im Jahre 1943 ereilte den Jubilar ein schwerer Schicksalsschlag als seine Frau am 18. August 1943 durch einen Sturz vom Gerüst auf der Tenne das Leben verlor. Sein Anwesen übergab er im Jahre 1948 der Stieftochter. Er verehelichte sich nochmal und zwar am 14. August 1948 mit der Landwirtswitwe Maria Gstettenbauer von Schafberg wo er wieder ein landwirtschaftliches Anwesen bewirtschaftete, das er vor zwei Jahren dann seinem Stiefsohn übergeben hat. Der Jubilar gönnt sich aber noch keine Ruhe, sondern hilft überall mit, wo er gerade benötigt wird, sei es als Maurer oder als Holzschuhmacher. So kommt er oft nach Elisabethszell zum Ausweißen. Und so wünschen auch alle Elisabethszeller dem Jubilar und einstigen Gemeindebürger zu seinem 75. Geburtstag alles Gute.
Quelle: Bogener Zeitung, 21.07.1961


Steinburgs schöne Schule – das Lehrerwohnaus

Quelle: Bogener Zeitung, 21.07.1961


Quelle: Bogener Zeitung, 21.07.1961


Straßensperre
Steinburg.
Morgen Sonntag ist von 11 bis 20 Uhr die Kreisstraße Bog 2 von der Abzweigung Brauerei Berger in Richtung Mitterfels bis zur Staatsstraße 2147 wegen des Volksfestbetriebes gesperrt.
Quelle: Bogener Zeitung, 22.07.1961


Hunderdorfer Volksfest vom 4. bis 7. August
Hunderdorf.
Traditionsgemäß wird auch heuer wieder in den ersten Augusttagen das Hunderdorfer Volksfest steigen. Festwirt Weinzierl hat auch diesmal wieder gesorgt, daß alt und jung Vergnügen findet. Die Brauerei Brandl-Gossersdorf stellt wieder das Bierzelt, in dem auch die dazugehörenden Brotzeiten zu haben sind. – Für die Kinder ist auch diesmal eine Belustigungspark vorgesehen. Neben der Bierprobe, dem Abend der Vereine, einem Unterhaltungsabend wird auch diesmal wieder eine reichhaltige Tombola am letzten Tag zur Auslosung kommen. Auch für Parkplätze ist diesmal in ausreichendem Maße Sorge getragen.
Quelle: Bogener Zeitung, 25.07.1961


Hunderdorf. (Das Richtfest) wurde am Samstag am Neubau des Textilwarengeschäfts Troidl gefeiert. Noch in diesem Jahr soll der Bau vollendet und das neue Geschäft eröffnet werden. Ebenfalls im Rohbau fertiggestellt wurde das Wohn- und Geschäftshaus des Fahrzeugmechanikers Josef Schötz in Apoig. Bei zwei weiteren Wohnhäusern an der Windberger Straße wurde ebenfalls Richtfest gefeiert.
Quelle: Bogener Zeitung, 25.07.1961


Zum Juwel die richtige Fassung
Terrassenneubau und Pausenhof wurden erstellt
Begrenzungsmauer aus Natursteinen u. Anlage vor dem Schulhaus heben den Gesamteindruck
Hunderdorf.
Mit dem Bau des Schulhauses ist zwar die Forderung nach modernen und ausreichenden Schulräumen, nach hygienischen sanitären Einrichtungen, nach Ausweichräumen, kurz gesagt, nach rein schulischen Aspekten, erfüllt, doch meistens kommt die Gestaltung der äußeren Anlagen wegen Geldmangel dann immer zu kurz. Fast zweieinhalb Jahre hat es auch in Hunderdorf gedauert, bis nun auch um das Schulhaus das Gelände dem schönen Neubau angeglichen werden konnte. Mit dem Abschluß des Schuljahres wurde gleichzeitig der Bau einer schönen Begrenzungsmauer aus Bruchseinen mit Geländer und Aufgang am Haupteingang vollendet und auch die Anlage zur Hauptstraße hin wurde geebnet, angesät u. mit Betonsteinen eingefaßt. Besonders schön wurde die Terrasse auf der Ostseite, die zugleich als Pausenhof benützt werden kann. Neben der Gemeinde, die hierfür rund 500 DM aufbringen mußte, gilt der Dank von Schulleiter Hösl, auch den Knaben der Oberstufe, die sich zu den Arbeiten freiwillig zur Verfügung gestellt haben, und dem Hausmeister, der nicht wenig Zeit und Mühe geopfert hat, daß die Schule nun auch durch die äußeren Arbeiten einen überzeugenden Eindruck bekommen. Nicht nur die einheimischen, auch die vielen Besucher werden nun durch die gesamte Anlage von der Schulfreundlichkeit der Gemeinde Hunderdorf überzeugt sein.
Quelle: Bogener Zeitung, 25.07.1961


Gott, der Herr, holte schnell und unerwartet am Montag meinen lieben Gatten, unseren guten Vater, Schweigervater, Großvater, Bruder, Schwager, Onkel und Paten
Herrn Karl Englmeier
Austragslandwirt von Oberhunderdorf
Kriegsteilnehmer 1914/18

im Alter von 72 Jahren heim in eine besseres Jenseits.
Hunderdorf, Kempfenhausen, USA, Niederviehbach, Straubing, den 24. 7. 1961.
In tiefer Trauer:
Anna Englmeier, Gattin
mit Kindern
und übriger Verwandtschaft
Gottesdienst und Beerdigung am Donnerstag, 27. Juli, um 9 Uhr in Hunderdorf.
Quelle: Bogener Zeitung, 25.07.1961


Windberg. (Versetzt) Mit Wirkung vom 1. Aug. wird Oberlehrer K. Klar an die durch die Pensionierung von Frl. Oberlehrerin Englhart frei gewordenen Lehrstelle in Windberg versetzt. Oberlehrer Klar war bisher an der Volksschule in Neukirchen tätig.
Quelle: Bogener Zeitung, 27.07.1961


Karl Englmeier beerdigt
Hunderdorf.
Viele Trauergäste gaben am Montag dem verstorbenen Austragslandwirt Karl Englmeier von Oberhunderdorf das letzte Geleit. Im Alter von 72 Jahren hatte ihn eine schwere Krankheit hinweggerafft.
Quelle: Bogener Zeitung, 28.07.1961


Hunderdorf. (Gefunden) wurde schon vor längerer Zeit auf dem Sportplatz eine Herrenarmbanduhr. Sie kann gegen Eigentumsnachweis bei der Gemeinde abgeholt werden.
Quelle: Bogener Zeitung, 28.07.1961


Parkenden VW beschädigt und weitergefahren
Windberg.
In Windberg fuhr am Mittwoch zwischen 15.45 und 18 Uhr ein unbekannter Täter einen parkenden VW an, beschädigte ihn und verschwand darauf. Der Schaden beträgt ca. 50 DM, der einen VW-Besitzer aus Straubing trifft.
Quelle: Bogener Zeitung, 28.07.1961


Steinburg. (Rentenzahlung) Das Postamt Steinburg zahlt aus heute die Versorgungsrente und die Angestelltenversicherung, und am Dienstag die Invalidenrente und die Unfallrente. Das Postamt Steinburg bittet um genaue Einhaltung der Schalterstunden.
Quelle: Bogener Zeitung, 28.07.1961


Falsches Standesbewußtsein unter lauter Gleichen
Die Toten sind alle gleich – In Zukunft auch Kultur auf dem Friedhof
Hunderdorf.
Ein Blick in den alten Friedhof zeigt, wie sehr sich dort durch die wahllose Aufstellung von Grabmonumenten der Gesamteindruck mehr und mehr zu einer Sammelstelle von Kunststeinen gewandelt hat. Ohne dem guten Willen der Hinterbliebenen Abbruch zu tun, muß man doch sagen, daß dieses Bild keineswegs die Ruhe und den Frieden der letzten Ruhestätte besonders betont. Gar zu oft sind die Dimensionen des Grabsteins und der spiegelnde Hochglanz Ausdruck einer wirtschaftlichen Position und eines falschen Standesbewußtseins unter absolut Gleichen – Toten. Es zeigt zugleich, daß der Geschmack, wenn er einmal von solchen Vorbildern beeinflußt ist, leicht dem irregeleiteten Prestigebedürfnis verfällt. – Bei der Neuanlage von Friedhöfen, wo ein neues Beginnen möglich ist, wird man daher von vornherein solche Entgleisungen vermeiden und durch eine Satzung unserer Heimat wesensfremde Steine, unechten Schmuck und Zierrat aus dem Friedhof fernhalten. Jeder, der sich ehrlich um eine neue Ordnung bemüht, wird dabei weit davon entfernt sein, diese Maßnahmen der Kirchenverwaltung, wie sie nun auch für den Hunderdorfer Friedhof geschaffen wurden, als Zwang oder Bescheidung der persönlichen Freiheit zu betrachten. Die neue Friedhofsordnung will keine Verallgemeinerung; sie läßt bei Verwendung heimischen Natursteins, Holz und Schmiedeeisen und bei der Bepflanzung der Grabstätten noch viel Freiheit und individuelles Gestaltungsvermögen für jedes Grab zu.
Zukünftig, so schreibt die neue Friedhofordnung vor, unterliegt jede Aufstellung eines Grabmals der Genehmigung durch die Kirchenverwaltung. Sie ist berechtigt, Anordnungen zu treffen, die sich bei Grabmälern auf Werkstoffe, Art und Größe der Einfriedung beziehen. Ohne Genehmigung aufgestellte Grabmäler können auf Kosten der Verpflichteten entfernt werden, Grundsätzlich ausgeschaltet sind ausländische Gesteinsarten, bis zum Spiegelglanz polierte Hartgesteine, schwarze oder blendend weiße Steine, Glas oder Porzellan, gestanztes oder gepresstes Blech an Holzkreuzen sowie in Zement aufgesetzter Schmuck.
Dem hölzernen, womöglich aber schmiedeeiseren Kreuz ist besondere Beachtung zu schenken.
In gleicher Weise wird auch in den mehr als zwei Dutzend Paragraphen die Bepflanzung mit bodendeckenden und rasenbildenden Gewächsen namentlich erwähnt und befürwortet. Blumen aus Wachs, Metall, Blech, Glas oder Papier dürfen künftig nicht mehr verwendet werden.
Im Hinblick auf die Anlage eines geschmackvollen, seiner Würde entsprechenden Gottesackers dürften diese Bestimmungen bei einsichtigen Gemeindebürgern Anklang finden. H. Geistl. Rat Kiermaier, der sich mit viel Mühe und Sorge um den Bau des Friedhofes und um das Zustandekommen einer Satzung nach sachlicher Information verdient gemacht hat, wird daher auch von allen Zustimmung oder wenigstens Verständnis für seien Bemühungen finden, die im Hinblick auf unsere Dorfkultur in späteren Generationen Anerkennung finden werden.
Quelle: Bogener Zeitung, 31.07.1961


Wer baut wo und was?
Bogen.
Beim Landratsamt sind nachstehende Baugesuche eingereicht worden: Ernst Schön, Apoig, Gde. Windberg, Neubau eines Schuppens … Therese Engl, Buchaberg, Gde. Windberg, Umbau des Wohnhauses …
Quelle: Bogener Zeitung, 01.08.1961


Die Wirtschaftswundergemeinde des Landkreises
Obwohl das Steueraufkommen der Gemeinde Hunderdorf in den letzten Jahren stark angestiegen ist, ist die Steuerkraft der Gemeinde nur etwas über dem Kreisdurchschnitt
Hunderdorf.
Mit leichtem Neid sehen manche Gemeinden auf die Wachsende Entwicklung von Hunderdorf und die Ausweitung der Möbelfabrik Nolte, die den Hunderdorfern all diesen Wohlstand ermöglicht. Die Hunderdorfer selber leugnen nicht den großen Vorteil, den dieser große Betrieb in steuerlicher Hinsicht bringt und sie sind dankbar für diese kräftige Spritze an Steuergeldern, die dem Gemeindesäckel zugutekommt. Eine nähere Betrachtung der Verhältnisse ergibt jedoch, daß die Gemeinde dadurch keine „Wirtschaftswundergemeinde“ geworden ist, sondern daß sie vielmehr dadurch erst die Steuerverhältnisse für die Gemeinde Hunderdorf normalisiert haben.
Noch im Jahr 1950 lag Hunderdorf mit einer Steuerkraft von 9,46 DM pro Kopf der Bevölkerung unter dem Durchschnitt des Kreises und von 45 Gemeinden an 38. Stelle. Im Jahre 1960 hatte sich die Steuerkraft von Hunderdorf auf 25,04 DM gesteigert und se lag damit um 0,72 DM pro Einwohner knapp über dem Durchschnittswert des Kreises. Wie viele Gemeinde, relativ betrachtet, aber noch immer höhere Einnahmen als die Gemeinde Hunderdorf haben, zeigt sich darin, daß Hunderdorf seiner Steuerkraft nach noch immer an 16. Stelle innerhalb des Landkreises steht und damit nur einen guten Mittelplatz einnimmt.
Hunderdorf ist heute mit mehr als 1800 Einwohnern die zweitgrößte Gemeinde des Landkreises. Diese Entwicklung war eine Folge der starken Zuwanderung von Arbeitskräften, nachdem die Firma Nolte hier 1952 zu bauen begann. Damit traten an die Gemeinde große Aufgaben heran, die unmöglich hätten bewältigt werden können, wenn ihr nicht höhere Steuergelder zugeflossen worden wären. Der Bau des Schulhauses, die Ortsteerung, die Wasserversorgung und die geplante Kanalisation wären fast undenkbar und für die Gemeinde schier unlösbare Aufgaben gewesen, hätte nicht ein Industriebetrieb der Gemeindekasse auf die Beine geholfen. Auch ohne Industrialisierung bestünden diese Probleme heute und man braucht kein ausgesprochener Pessimist zu sein, wenn man annimmt, daß Hunderdorf ohne Industrialisierung dann an einer der letzten Stellen im Landkreis sich finden würde.
Einem besonderen Glücksfall und dem zähen Ringen von Landrat Hafner war es damals zu verdanken, daß die Firma Nolte im Landkreis Bogenuntergebracht werden konnte. Heute ist dieser Betrieb ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor des Landkreises geworden und nicht nur die Gemeinde Hunderdorf zehrt von dem Segen dieser Steuergelder.
Noch nie waren aber auch die Gemeinden Hunderdorf und Steinburg so sehr in eine Abhängigkeitsverhältnis gekommen wie jetzt. Ein plötzliches Zusammenberechen des Betriebes, das allerdings dank der guten Marktlage und des guten Konkurrenzvermögens nicht befürchtet werden muß, würde beide Gemeinden vor ein schweres Dilemma stellen, da ja die Gemeinden Projekte und aufgaben übernommen haben, die mit eigener Kraft nicht bewältigt werden können. Weder wirtschaftlich noch politisch läßt sich ein genaues Zukunftsbild entwerfen; sicher ist nur, daß die derzeitige Lage für die Gemeinde Hunderdorf wenigstens die Möglichkeit bietet, bei gleichbleibender Tendenz ihre großen Aufgaben nach und nach zu erfüllen. Zwar besteht der Nimbus der „Wirtschaftswundergemeinde“ zu unrecht, doch so viel hat Hunderdorf gewonnen, daß es im Zug einer normalen Entwicklung endlich seinen großen Aufgaben besser nachkommen kann als früher!
Quelle: Bogener Zeitung, 01.08.1961


Auf zum Volksfest nach Hunderdorf
Hunderdorf.
Während früher das Volksfest Jahr für Jahr von einem anderen Wirt ausgerichtet wurde, ist es in den letzten Jahren ausschließlich bei Herrn Weinzierl gelegen, diese Feste zu veranstalten. Zwar bleibt ein Volksfest für den Wort immer ein finanzielles Risiko; denn die Auslagen sind groß und bei schlechtem Wetter bleibt auch der Durst aus. Trotzdem darf man aber sagen, daß das Hunderdorfer Volksfest in den letzten Jahren an Popularität gewonnen hat und so sind schließlich auch der Wirt und die Schausteller auf ihre Rechnung gekommen, wenn es auch mit dem Wetter einmal nicht ganz klappte. An Festwirt Weinzierl soll es nicht liegen, daß alles für groß und klein vorbereitet ist für eine zünftige Volksfestgaudi. Schon jetzt wird am großen Bierzelt der Schloßbrauerei Max Brandl gebaut und auch die Schausteller stellen ihre Praterer, Schiffschaukeln und ihre Schießbuden auf. Eine besondere Anziehungskraft wird auch diesmal wieder der Glückshafen finden und auch Verkaufsstände dürfen nicht fehlen, wenn sich der Xaverl beim Marerl mit einem süßen Lebzelten-Herzl einschmeicheln will.
Am Freitag ist um 17 Uhr Auszug zum Bierzelt mit der Festkapelle Bugl und Anstich durch Bürgermeister Reiner. Anschließend wird man Gelegenheit haben, das süffige Bier zu probieren. Am Samstag ist am Abend ein Treffen der Vereine und Verbände. Am Sonntag treffen sich die Alt- und Neubürger zu einem Unterhaltungsabend im Bierzelt. Gesangseinagen sind vorgesehen. Am Sonntag ist dann die große Preisverteilung, an der alle teilnehmen können, die ein Freilos besitzen, das zu jeder Maß Bier gratis geliefert wird. Als 1. Preis kommt ein Spanferkel zur Verlosung, eine Armbanduhr, ein Kasten Bier, eine große Flasche Likör, eine Torte und weitere schöne Preise warten ebenfalls auf die Gewinner. Die motorisierten Besucher des Festes werden heuer einen ausreichenden Parkplatz vorfinden und sie brauchen sich somit weniger um die Unterbringung ihrer Fahrzeuge als um die Promille bei der Abfahrt kümmern.
Es ist also für alles gesorgt und man kann nur mehr sagen: Auf zum Volksfest nach Hunderdorf!
Quelle: Bogener Zeitung, 02.08.1961


Hunderdorf. (Keine Bücherausgabe) Im Lauf des Monats August erfolgt keine Ausgabe oder Annahme von Büchern aus der Gemeindebücherei. Ausgeliehene Bücher können in dieser Woche bis zum Sonntag bei Lehrer Häusler abgegeben werden.
Quelle: Bogener Zeitung, 03.08.1961


Hunderdorf. (Bitte an die Bundespost) Bei der Auszahlung der Renten sieht man immer eine große Zahl von Empfängern am Schalter stehen. Gar oft findet man darunter auch alte Leute, denen die Wartezeit recht schwer ankommt. Eine Bank im Warteraum könnte diesen alten Leuten das Warten schon erleichtern. Vielleicht könnte die Bundespost den Rentnern und Invaliden entgegenkommen, Auch ein Markenautomat und eine öffentliche Telephonzelle wären wünschenswert.
Quelle: Bogener Zeitung, 03.08.1961


Bogener Schachfreunde kommen nach Hunderdorf
Hunderdorf.
Am kommenden Dienstag kommen die Bogener Schachfreunde nach Hunderdorf und werden um 20 Uhr im Gasthaus Sandbiller ein Gastspiel geben. An alle Interessenten u. Freunde des Schachspiels in Hunderdorf und Umgebung ergeht zu diesem Abend die Einladung. Besonders ist die Jugend eingeladen.
Quelle: Bogener Zeitung, 05.08.1961


Vom Standesamt Bogen
Bogen.
Im Juli verzeichnete das Standesamt der Stadt Bogen 20 Geburten, 7 Trauungen und 11 Todesfälle. Geburten: … Doris Barbara Elisabeth Hornberger – Windberg … Gerlinde Maria Klumbies – Windberg … Heidrun Herrmann – Hunderdorf … Christiane Elisabeth Stadler – Hunderdorf, Sofie Anna Schlecht – Großlintach (Oberalteich) … Gestorben: … Karl Englmeier -Oberhunderdorf, 72 Jahre … Therese Gütlhuber – Hunderdorf, 63 Jahre.
Quelle: Bogener Zeitung, 07.08.1961


Das Bier und der Schweiß floßen in Strömen
Das Volksfest in Hunderdorf lockte viele Gäste an
Hunderdorf.
Auch in diesem Jahr verzeichnete das „traditionelle“ Volksfest in Hunderdorf einen sehr guten Besuch. Im Bierzelt ging es zu wie auf einem Ameisenhaufen. Die heißen Tage hatten den Durst der Volksfestbegeisterten auf ein Maximum ansteigen lassen. Man sang und trank und alle waren in einer Volksfest-Stimmung. Schießbuden und andere Vergnügungsstätten fanden regen Zuspruch und so mancher tapfere Recke stellte seine Schießkunst unter Beweis. Hochbetrieb herrschte im Bierzelt. Bürgermeister Reiner zapfte den ersten Banzen an, und stellte seine Geschicklichkeit auch auf diesem Gebiete glänzend unter Beweis.
Bei diesem ersten Banzen blieb es aber keineswegs. Die Krüge konnten kaum so schnell wieder nachgefüllt werden, wie sie ausgetrunken wurden. „Bier her, Bier her, oder ich fall um!“ klang es von allen Seiten und die Bedienungen hatten alle Hände voll zu tun, um die durstigen Kehlen ausreichend mit diesem südlich des „Bieräquators“ so beleibten Getränk zu versorgen. Heute abend wird das Bierzelt noch einmal Treffpunkt aller Durstigen sein.
Quelle: Bogener Zeitung, 07.08.1961


Eine neue Werkhalle entsteht
Erweiterungsbau der Firma Nolte schreitet zügig voran
Hunderdorf.
Vor etwa fünf Monaten begannen auf dem Gelände der Möbelfabrik Nolte, zwischen dem Bürohaus und der Straße, die Arbeiten für einen großzügigen Erweiterungsbau. Wie wir bereits berichteten, will man durch diese 225 m lange Werkhalle vor allem die überbelegten Produktionsräume entlasten, die Möbelfertigung weitgehend in der neuen Halle rationalisieren und auch die bisher zweckentfremdeten Sozial- und Aufenthaltsräume freimachen. Während eine Hälfte der riesigen Halle ebenerdig aufgebaut wurde, Konnte man die andere Hälfte infolge des abhängigen Geländes unterkellern und so Platz für einen Maschinenraum für eine Edelfurniererei und Werkstätten finden.
Bisher wurde der ebenerdige Teil der neuen Werkhalle im Rohbau fertiggestellt und auch das Kellergeschoß steht in seinen Außenmauern. Darauf wird eine Halle im Stahlbau erstehen, die mit der schon bestehenden Halle eine Länge von 225 m und eine Breite von 20 m aufweist.
Quelle: Bogener Zeitung, 07.08.1961


Wer baut wo und was?
Bogen:
Beim Landratsamt sind folgende Baugesuche eingereicht worden: … Franz Höcherl – Lindfeld, Neubau eines Wohnhauses … Otto Wanninger – Oberbucha, Wohnhausneubau …Hermann Bruckmüller – Windberg, Einsetzung von Fenstern, Kamin.
Quelle: Bogener Zeitung, 10.08.1961


Windberg-Heilig Kreuz. (Große Fatima-Feier) Am Sonntag ist wieder eine Fatimafeier in Heilig Kreuz. Um 9 Uhr findet in Heilig Kreuz ein Gottesdienst statt; zuvor ist Beichtgelegenheit. Um 13.30 Uhr geht von der Pfarrkirche in Windberg eine Prozession nach Heilig Kreuz. Hier findet eine Predigt und eine Marienfeier statt. Die Feier ist bei günstiger Witterung im Freien. Es sind wieder alle Freunde von Heilig Kreuz und Verehrer der Gottesmutter eingeladen.
Quelle: Bogener Zeitung, 10.08.1961


Gründungsversammlung der Tischtennisspieler
Hunderdorf.
Nach längeren Vorarbeiten werden die Tischtennisspieler von Hunderdorf in der kommenden Saison an den Verbandsspielen der Kreisklasse teilnehmen. Voraussetzung hierfür ist aber die Gründung eines eingetragenen Vereins. Aus diesem Grunde wird morgen um 20 Uhr eine Gründungsversammlung im Gasth. Sandbiller (Nebenzimmer) abgehalten. Auch Anfänger und Interessenten, die an diesem Sport Freude haben, sind freundlich willkommen. Die Versammlungsleitung liegt in den Händen von Otto Unger. Als gelungene Generalprobe vor den Verbandsspielen kann das Freundschaftsspiel gegen Mitterfels gewertet werden. Auf Grund der gleichmäßigeren Mannschaftsleistung der Hunderdorfer konnte dieses Spiel überraschend sicher mit 9.6 für Hunderdorf gewonnen werden.
Quelle: Bogener Zeitung, 17.08.1961


Heilig-Kreuz-Windberg. (Große Fatimafeier) Unter großer Beteiligung fand am Sonntag eine Fatimafeier statt. Um 9 Uhr war Gottesdienst mit Gemeinschaftsmesse. Um 13 Uhr ging die Prozession von der Pfarrkirche nach Heilig-Kreuz. Die Predigt hielt Pater Bonifaz.
Quelle: Bogener Zeitung, 17.08.1961


Wer baut wo und was?
Bogen.
Beim Landratsamt sind nachstehende Baugesuche eingereicht worden: … Max Höcherl, Grub, Gde. Gaishausen, Neubau einer Güllegrube mit Düngerstätte …
Quelle: Bogener Zeitung, 25.08.1961


Gründung eines Tischtennisclubs
Hunderdorf.
Wie bereits berichtet, trafen sich kürzlich die Tischtennisfreunde von Hunderdorf zu ihrer Gründungsversammlung. Unter Vorsitz von Otto Unger wurde im Kreise der aktiven Spieler der „TTC Hunderdorf“ aus der Taufe gehoben. Bis zu einer einzuberufenden Generalversammlung wurde folgende geschäftsführende Vorstandschaft gewählt: Vorsitzender Franz Schopf – Hunderdorf; Schriftführer und Mannschaftsführer Peter Tschentke Windberg; Kassier Helmut Piening – Hunderdorf. Der Club zählte bei der Gründung bereits über 30 Mitglieder. Die Verbandsspiele beginnen Anfang September. Heute findet das Rückspiel gegen Mitterfels im Gasthaus Deschl in Windberg um 19 Uhr statt.
Quelle: Bogener Zeitung, 25.08.1961


Lehrerwohnhaus seiner Bestimmung übergeben
Ein Denkmal für die Fortschrittlichkeit der Gemeinde
Steinburg.
Wer auf der Straße BOG 2, die man die Bayerwaldstraße nennt, Steinburg passiert, richtet sein Augenmerk auf eine Gebäudegruppe, die in ihrer Anlage und Form ihresgleichen im ganzen Landkreise und weit darüber hinaus sucht. Es ist die Steinburger Volksschule mit dem Lehrerwohnhaus. Jetzt konnte das Lehrerwohnhaus seine kirchliche Weihe empfangen und in einer kleinen Feierstunde wurde der Bauvollendung gedacht.
In einer beispiellosen Aufgeschlossenheit hatte der Gemeinderat den Plänen des Dipl. Architekten Adolf Schnierle-München zugestimmt und deren Verwirklichung beschlossen. Das neue Schulhaus, im Reigen der neuen Schulhäuser ganz Niederbayerns als Kleinod bezeichnet, bekam erst durch die Fertigstellung des Lehrerwohnhauses seine volle Geltung. Beide Gebäude ergänzen einander, sie bilden eine Harmonie architektonischer Gestaltung. Das Lehrerwohnhaus ist ein Produkt moderner Bauweise und Wohnkultur. Viel Beschauer stoßen sich an der übermodernen Bauform, aber ihre Einwände verstummen, wenn die von der konsequent durchgeführten Wohnraumgestaltung Kenntnis genommen hat.
Ein schönes, schmiedeeisernes Tor schließt den überdachten Wandelgang nach außen ab. Mittelpunkt des Hauses bildet ein nicht überdachter Atriumhof, der mit Blumen, Ziersträuchern und Zierbäumen bepflanzt wird. An den Längsseiten des Hofes führt je ein Gang zu den Eingängen der Dienstwohnungen, von denen jede eine Dienstwohnung erster Ordnung mit übe r80 qm Wohnfläche ist. Die Wohnungen sind Zwillinge, denn eine ist wie die andere. Das Haus ist unterkellert und ist mit einer vollautomatischen zentralen Warmwasserheizung mit Ölfeuerung ausgestattet. Der Kostenvoranschlag für das Gebäude beläuft sich auf 81 350 DM, aber es ist anzunehmen, daß die Endabrechnung eine höhere Summe ergeben wird. Mit dem Bau wurde 1959 begonnen, aber Schwierigkeiten hauptsächlich finanzieller Art zwangen die Gemeindeverwaltung dazu, die Vollendung erst 1961 durchzuführen. SO WAR DIE Freude für den Bürgermeister und seinen Gemeinderäten doppelt groß, daß nun endlich ihr Sorgenkind erwachsen dasteht, und eingeweiht werden konnte.
So versammelten sich am Dienstag Bürgermeister und Gemeinderäte, die Festgäste und die Chefs der einzelnen Baufirmen vor dem Hause, um der kirchlichen Wiehe beizuwohnen, die von H. H. Pater Wolfgang, Hunderdorf, vollzogen wurde. Im Anschluß an die Weihe versammelten sich alle Beteiligten in der Brauerei Berger, um den offiziellen Teil der Einweihung zu begehen. Bürgermeister Berger begrüßte die Festgäste: Landrat Xaver Hafner, Schulrast Heribert Westermayer, Pater Wolfgang, Kreisbaumeister Kraus, Architekt Johannes Hirsch als örtlichen Bauleiter, die Gemeinderäte und die Vertreter der einzelnen Baufirmen. Der Bürgermeister dankte allen öffentlichen Stellen, die bei Planung und Finanzierung tatkräftig mitgeholfen hatten. Architekt Hirsch für die mustergültige Bauleitung und nicht zuletzt dem Gemeinderat, der dieses Projekt beschlossen und getragen hat. Die Worte Landrats Hafner spielgelten die Sorge um seinen Landkreis wider, für den er sich unermüdlich einsetzt, um Fortschritte zu erzielen. Der Festredner führte aus, daß die Wohnung eine der wichtigsten Existenzgrundlagen einer Familie sind und er sei immer bemüht, auch stattliche Förderungsmittel für den Wohnungsbau in den Landkreis zubringen. So sind seit 1949 staatlich geförderte Wohnungsbaumaßnahmen in Höhe von 36 Millionen DM im Landkreis durchgeführt worden. Das Lehrerwohnhaus in Steinburg zählt auch dazu. Worte des Dankes fand der Sprecher auch für Schulrat Westermayer. Er würdigte seinen vollen Einsatz für seine Schulen und Lehrkräfte und versicherte ihm, den größten persönlichen Dank und auch den Dank des Landkreises. Weiter dankte Landrat Hafner auch Herrn Kreisbaumeister Kraus und Herrn O.-Sekretär Scheitler für ihre Mitarbeit am Gelingen des Baues.
„Im Landkreis Bogen habe sich seit 1945 vieles zum Guten gewendet, führte Schulrat Westermayer aus. Dies habe sich gezeigt, als die Abschlußklassen der höheren Schulen von Straubing und Deggendorf neue Schulhäuser des Landkreises Bogen besuchten, die überall als beispielgebend gelten. In seinen weiteren Ausführungen dankte der Schulrat dem Bürgermeister, den Gemeinderäten, Dem Architekten und nicht zuletzt der Gemeindebevölkerung für die aufgeschlossene Haltung.
Pater Wolfgang wies in seiner Ansprache darauf hin, daß die kirchliche Weihe des Lehrerwohnhauses keinen äußerlichen, sondern einen tieferen Sinn habe. In eine Bekenntnisschule gehören auch bekenntnistreue Lehrer. Ein Lehrer könne in der Schule nur dann im christlichen Geiste unterrichten, wenn daheim auch der christliche Geist herrsche. Er beklagte das Abfallen der Menschen in die Gleichgültigkeit. Es soll vielmehr der christliche Gedanke wieder aktiviert werden, denn einen größeren Nutzen könne sich die menschliche Gesellschaft nicht wünschen.
Quelle: Bogener Zeitung, 25.08.1961


Erfolgreiche Saison für die Reisetauben
Witterung war für die Preisflüge nicht immer günstig – Heinz Haese neuer Meister
Bogen.
Nach einer gänzlich verregneten Anfangssaison hatten die Reisetaubenzüchter endlich einmal Sommerwetter, als sie am 24. Juni ihre Tauben von Köln aus auf die Reise schickten. Der Verlauf des Fluges war entsprechend günstig, so daß nur 6 ½ Stunden vergingen, bis die Tauben in schneller Folge in den Heimatschlägen eintrafen. Die erste Preistaube hatten die Gebrüder Bauer, Bogen, die 2. Preistaube hatte Erich Schindler, Hunderdorf, und den 3. Preis Hans Wölfl, Hunderdorf.
Am 1. Juli starteten dann die Tauben in Kaldenkirchen und hatten 520 km zurückzulegen. Hatte es vorher fast immer mit kaltem und regnerischen Wetter zu tun, so war jetzt die Hitze für die Tiere zu groß; es konnte sich nur die beste Klasse der Tauben in die Preisliste einreihen. Die Bogener Züchter stellten die Klasse ihrer Tauben erneut unter Beweis und errangen einen Großteil der Preise. Den 1. Preisflieger stellte Heinz Haese, Oberalteich-Siedlung, den 2. Preis errangen die Gebrüder Bauer, Bogen, und 3. Preisträger war Hans Wölfl, Hunderdorf.
Vom gleichen Auflaßort wurde dann nochmals – am 15. Juli – gestartet. Wieder einmal zeigte sich, daß auch die heftigsten Regenfälle die gefiederten Boten von der Erreichung des Zieles nicht abhalten konnten. Es war zwar ein banges Warten; aber die braven Tiere trafen dennoch in gut 8 Stunden schnell hintereinander ein und Verluste waren fast nicht zu beklagen. Den 1. Preis errangen die Gebrüder Bauer, Bogen, den 2. Erich Schindler, Hunderdorf, und der 3. Preisträger war Vorstand Max Klein, Bogen.
Der Endflug von Ostende (Belgien) am 29. Juli sah für die 750 km lange Strecke nochmals die Elite des Kreisverbandes 100 am Start, darunter 75 Tauben, die von den Bogener Züchterfreunden eingesetzt wurden. Für sie war der Flug ein voller Erfolg. Die Tauben wurden wegen regnerischen Wetters erst um 8 Uhr in Freiheit gesetzt, und man hoffte kaum noch, am ersten Flug die Tiere erwarten zu können. Es wurde jedoch ein Rekordflug ohnegleichen; schon um 17.13 Uhr konnte Heinz Haese den Sieger in seiner Spezialuhr feststellen. Wenige Minuten später, um 17.17 Uhr drehte Erich Schindler die 2. Preistaube und die 3. Preistaube im Schlag. Bis zum Abend waren etwa 40 Prozent der eingesetzten Tauben zu Hause, die übrigen folgten Am Sonntag schnell nach. Die Tauben flogen mit einer Geschwindigkeit von 85 km in der Stunde.
Die Klasse von Züchtern und Tauben hat sich auch in diesem Jahr wieder gezeigt. In der Meisterschaft der Reisevereinigung Straubing und Umgebung nehmen zwei Züchter des hiesigen Vereins die ersten Plätze ein. Neuer Meister wurde Heinz Haese, Oberalteich-Siedlung; 2. Preisträger sind die Gebrüder Bauer, Bogen. Bei den genannten fünf Tauben erreichten sie eine Zahl von 19 700 bzw. 15140 Preis-Kilometern: eine erstaunliche Leistung, wenn man bedenkt, daß der Flug von Bonn II wegen schlechten Wetters ausgefallen war und da noch leicht 2 000 km erreicht werden konnten.
Am Sonntag beginnt nun die Reisezeit für die Jungtiere mit dem Preisflug ab Neumarkt. Es werden noch Flüge nach Fürth, Würzburg I und Würzburg II folgen. Für alle Flüge stehen schöne Ehrenpreise zur Verfügung.
Quelle: Bogener Zeitung, 26.08.1961


Nach Gottes hl. Willen verscheid am 24. 8. 1961 um 22 Uhr nach kurzer, schwerer Krankheit, jedoch schnell und unerwartet mein lieber Mann, Vater, Opa, Bruder, Onkel und Pate
Herr Georg Kronfeldner
Landwirt und Kriegsteilnehmer 1914/18
versehen mit den hl. Sterbesakramenten, im Alter von 73 Jahren. Sein Leben war Mühe und Arbeit.
Windberg, Bogen, Au vorm Wald, Asham, Hunderdorf, 24. August 1961.
In tiefer Trauer:
Lina Kronfeldner,  Gattin
Ludwig Kronfeldner, Sohn (gefallen)
Josef Baier, Sohn, mit Familie
und übrige Verwandtschaft
Beerdigung am Montag, 28. 8. Um 9.30 Uhr in Windberg.
Quelle: Bogener Zeitung, 26.08.1961


„Soziale Marktwirtschaft -Wohlstand für alle“
Landrat Hafner sprach in Steinburg
Steinburg.
Am Samstag sprach Landrat Hafner im Lokal der Brauerei-Gaststätte Berger in einer CSU-Wahlversammlung. Die Kundgebung war gut besucht, besonders viele Jungwähler befanden sich unter den Zuhörern. Schulleiter Alfred Müller hatte die Leitung der Versammlung übernommen.
„In der kommenden Bundestagswahl haben wir die Möglichkeit, diejenige Regierung zu wählen, die geeignet ist, unser Land zu regieren“, sagte Landrat Hafner. Die jetzige Bundesregierung könne mit Stolz vor das Volk hintreten und das Bilanzbuch aufschlagen. Sie hat gut und getreu für das deutsche Vaterland und seine Bewohner gearbeitet. Soll also ein Regierungswechsel riskiert werden, weil gut regiert wurde? Statt über die Regierung zu schimpfen solle man ihr danken!
Herzliche Worte des Dankes fand der Landrat für den Bundestagsabgeordneten Josef Lermer. Unermüdlich hab er sich für die Belange des Grenzlandes eingesetzt. Gerade im Landkreis Bogen sei sehr viel getan worden. – Noch nie sei hier so viel gebaut worden, noch nie seien so viele Dauerarbeitsplätze geschaffen worden. Ohne Politik der Sicherheit gäbe es keine blühende Wirtschaft und damit auch kein gutes Sozialgefüge, ohne Sicherheit keinen Aufbau und keinen Weiterbau.  Es müsse immer wieder gefragt werden: Welches Land hat soviel verloren – welches Land hat soviel aufgebaut? Wir haben die beste Währung der Welt. Daß sich jeder Deutsche eine gute Existenzgrundlage schaffen kann, verdanke er der Wirtschaftspolitik der Bundesregierung.
An der Landwirtschaft sei das Wirtschaftswunder auch nicht vorübergegangen. Milliarden DM an Zuweisungen kamen der Landwirtschaft zugute. Das Agrarprogramm der CDU/CSU haben weitere Hilfsmaßnahmen für die Zukunft zum Inhalt. In diesem Zusammenhang könne auch die EWG getrost entgegengesehen werden. Ohne Vorplanung komme der Stillstand und damit der Rückschritt. Es liege der CDU/CSU fern zu sagen, alles sei zum besten erledigt. Noch viel sei zu tun, aber die CDU/CSU habe auch schon für die kommende Regierungszeit ein festes Aufbauprogramm aufgestellt.
Quelle: Bogener Zeitung, 29.08.1961


Zahlen sprechen für die CDU/CSU!
Steinburg.
In einer CSU-Versammlung am Samstag im Gasthaus Solcher in Ehrn konnte Bürgermeister Gall, Gde. Gaishausen, als Versammlungsleiter außer vielen Zuhörern besonders die Redner Kreisrat Deschl und den CSA-Kreisvorsitzenden Hans Niedermeier begrüßen.
Insp. Niedermeier führte aus, daß es bei der Bundestagswahl am 17. Sept. darum gehe, ob die Außen- und Innenpolitik, die 1949 begonnen und bis zum heutigen Tage konsequent und mit Erfolg praktiziert wurde, weitergeführt werden kann, ob das kleine Fähnlein der sieben schwankenden Liberalen als Zünglein an der Waage einen entscheidenden Einfluß auf die deutsche Politik gewinnen oder ob die Sozialdemokraten an die Macht kommen sollen, die zwölf Jahre ebenso konsequent, aber ohne jeden Erfolg, die Politik der Bundesregierung außen- wie innenpolitisch abgelehnt und bekämpft haben.
Mit zahlreichen Programmvergleichen belegte der CSA-Kreisobmann den richtigen Weg der Christlich Sozialen und en Irrweg der Sozialisten. Kein Zweifel, angesichts der sicheren und großen Stimmanteils, den die CDU/CSU auf Grund ihrer erfolgreichen Wirtschafts- und Sozialpolitik von Wahl zu Wahl in der Arbeiterschaft, bei den Angestellten und Beamten errungen hat und erringt, ist die SPD auf die Notlösung einer „Auch-Volkspartei“ verfallen.
Sie hat in Godesberg, in ihrem neuen Grundsatzprogramm genau den Ratschlag ihres ersten Nachkriegsvorsitzenden berücksichtigt, sie hat auf ausdruckgebundene Formulierungen verzichtet, sie hat ein Programm entwickelt, das weder ja noch nein zum Klassenkampf und zum Sozialismus, wie er in der Geschichte der SPD gesehen worden ist, sagt.
Ausführlich ging Niedermeier auf die Stellung der SPD zu Religion und Kirche ein und stellte fest, daß auch der SPD-Sozialismus von Godesberg vom „Nein zum Sozialismus“ in der Sozialenzyklika Quadragesimo anno betroffen ist, was Papst Johannes XXIII. in seiner neuen Enzyklika „Mater et Magistra“ ausdrücklich bestätigte. Deshalb kann auch weiterhin „ein guter Katholik kein wirklicher Sozialist“ sein. Wie haben eine „christlich-soziale Bewegung“ und brauchen darum weder den Weg des Liberalismus noch des Sozialismus zu gehen.
Niedermeier schloß seinen Vortrag mit einer umfangreichen wirtschafts- und sozialpolitischen Bilanz, aus der such ergab, daß die CDU/CSU auch in wirtschafts- und sozialpolitischer Hinsicht den richtigen und erfolgreichen Weg weist. Nur einige Zahlen daraus können hier angeführt werden.
Nach dem verlorenen Krieg herrschten Elend, Massenarbeitslosigkeit und Wohnungsnot. Heute ist die Bundesrepublik ein wirtschaftlich blühendes Land, dessen Aufstieg die Bewunderung der Welt erregt. Fleiß und Tatkraft unseres Volkes und eine zielklare und stetige Politik unter Führung von Adenauer, Erhard und der bewährten Mannschaft sichern nicht nur unseren Frieden und unsere Freiheit, sondern brachten uns auch wirtschaftliche und soziale Sicherheit.
1949 gab es 1,3 Millionen Arbeitslose. Heute kommen auf einen Arbeitslosen rund sechs offene Stellen.
1949 hatten wir 13,6 Millionen Arbeitsplätze, 1960 waren es 20,4 Millionen Arbeitsplätze.
Es wurden fast sieben Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen.
13 Millionen Flüchtlinge aus den Ostgebieten und der sowjetischen Besatzungszone wurden in die westdeutsche Wirtschaft und in den Arbeitsprozeß eingegliedert.
Für die vom Schicksal der Vertreibung und Flucht  Getroffenen hat die öffentliche Hand seit der Währungsreform bis zum Jahre 1960 eine finanzielle Hilfe von 55 Milliarden DM geleistet.
Damals gab es 2,3 Millionen total zerstörte Wohnungen (über 20 Prozent). Seit 1949 wurden 5,8 Millionen Wohnungen gebaut. In jeder Minute entsteht – Tag und Nacht – eine neue Wohnung. Miet- und Lastenbeihilfen sichern Wohnung und Eigentum.
Die gesamten Sozialleistungen in der Bundesrepublik betragen 1961 rund 40 Milliarden DM (1949 – 9,9 Milliarden DM).
Die Bundesrepublik steht mit ihren Sozialleistungen in der Welt an erster Stelle.
Durch die Rentenreform im Frühjahr 1957 wurden die Renten im Durchschnitt um nahezu 70 Prozent erhöht. Seitdem sind sie bereits wieder dreimal erhöht worden. Durch die Einführung des Systems der dynamischen Rente steigen die Renten alljährlich automatisch um den Prozentsatz, um den das Volkseinkommen wächst. Die Rentenversicherung der Bundesrepublik zählt heute zu den modernsten und großzügigsten in der Welt.
Der CSA-Kreisobmann zeigte auch die vielen Wege auf, die zum Eigentum führen (Eigenheim, Volksaktien, Investment-Trust, Belegschaftsaktie, Prämiensparen, Gesetz zur Förderung der Vermögensbildung der Arbeitnehmer durch Ergebnisbeteiligung usw.) und erläuterte die wichtigsten Sozial- und Arbeitsschutzgesetze.
Zum SPD-Wahlprogramm stellte der Redner fest: „Höhere Sozialausgaben, gleiche Verteidigungskosten, eine erhebliche Entwicklungshilfe und dazu noch geringere Steuern – diese Rechnung kann einfach nicht aufgehen“:
Kreisrat Deschl zeigte auf, wie sich die Politik der CDU/CSU-Regierung auf örtlicher Ebene sehr günstig ausgewirkt hat. Der Bürgermeister schloß mit der Feststellung, daß auch seine Gemeinde allen Grund habe, der CSU-Regierung und dem Abgeordneten Lermer dankbar zu sein und diesem weiter zu vertrauen, die CSU-Wahlversammlung.
Quelle: Bogener Zeitung, 30.08.1961

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