1964# 05-06

Plattlerprobe der Trachtler
Hunderdorf.
Am morgigen Samstag findet um 20 Uhr im Gasthaus Georg Baier eine Versammlung des Trachtenvereins statt, zu der vor allem die Plattler erscheinen wollen, da für eine Aufführung geprobt wird.
Quelle: Bogener Zeitung, 01.05.1964


Windberg. (Vom Trachtenverein) Am Samstag ist im Vereinslokal Amann Plattlerprobe. Alle Mitglieder sind herzlich eingeladen.
Quelle: Bogener Zeitung, 01.05.1964


Der Wald kein Schuttabladeplatz
Waldbegehung zum Tag des Baumes – Schüler wissen, was eine Winkelpflanzung ist.
Hunderdorf. Der Wald ist mit seinen klimatischen, wirtschaftlichen, ästhetischen und biologischen Einwirkungen auf die Landschaft und den Menschen unserer Heimat von so großer Bedeutung, daß der „Tag des Baumes“ damit seine volle Berechtigung und Notwendigkeit erfahren muß. Nicht umsonst wird daher dieser Tag von allen zuständigen Organisationen und auch von staatlicher Seite zur Beachtung und den Schulen zur größtmöglichen erzieherischen Einflußnahme auf unsere Jugend empfohlen. Neben dem Wort soll aber mehr die Tat oder die praktische Seite dieser Empfehlung zum Zuge kommen. Aus diesem Anlaß kam in dieser Woche

Der Revierforstwart bei seinem Vortrag

Revierforstwart Wittmann aus Schwarzach an die Schule, um mit der Oberklasse eine Waldbegehung durchzuführen. Zunächst erteilte Herr Wittmann einen Anschauungsunterricht auf die Weise, daß er die Kinder die einzelnen Laub- und Nadelbäume und auch die häufigsten Waldsträucher bestimmen ließ und in seinen ergänzenden Ausführungen verstand er es auf sehr nette Weise über Bedeutung, Nutzung, Verwendung und Vorkommen unserer Laub- und Nadelbäume aufzuklären.
Darüber hinaus ging er aber auch auf die Bedeutung unseres Waldes im allgemeinen ein und die Antworten der Kinder über Temperatur und Klimaregelung des Waldes, die Bedeutung für die Holzindustrie, den Wasserhaushalt, als Brut- und Nistplatz für unser Wild und die Vogelwelt, als Staubsauger für die verunreinigte Luft, als Erholung für den gehetzten Menschen und als Fundstelle für viele Pilze und Beeren, zeigte die Vielfalt seiner außerordentlichen Bedeutung. Als abschreckende Beispiele für die Verunreinigung und der Mitbrauch des Waldes wurden auch einige Schuttabladeplätze gefunden. Es ist unverständlich, daß man hier auf diese Weise seinen Unrat losbringen will. Hunderdorf hat seinen öffentlichen Schuttabladeplatz und dorthin gehören auch die vielen Konservenbüchsen, altes Schuh- werk, Glasscherben und alter Hausrat.

Herr Wittmann zeigt die Winkelpflanzung

Als praktische Forstarbeit zeigte dann Herr Wittmann, wie man heute durch die sog Winkelpflanzung auf rationellste Art und Weise en durchführt Die Kinder selber konnten dann mit der Wiedehopfhacke diese Arbeit ausführen und sie konnten feststellen, daß eine „gelernte“ Arbeit nicht nur größere Erfolge und Ergebnisse bringt, sondern auch leicht und ohne Kraftaufwand zu erledigen ist. Rund 1000 Pflanzen können bei dieser zeit- und kraftsparenden Methode von einem Waldarbeiter an einem Tag gesetzt werden.
Gute und schlechte Beispiele von Jungpflanzungen und schlechte Beispiele von Jungpflanzer, der Wald besitzt, heute eine fachmännische Ausbildung oder wenigstens Anleitung braucht, um hier den größten Nutzen zu er reichen.
Lehrer Häusler dankte abschließend Herrn Wittmann für die interessante und lehrreiche Waldbegehung und gab seiner Hoffnung Ausdruck, daß die Kinder möglichst viel von dem Gehörten und Gesehenen behalten und sich stets der Bedeutung unseres Waldes bewußt sind, wenn sie jetzt oder später sich dort befinden.
Quelle: Bogener Zeitung, 01.05.1964


Von der Zugmaschine erdrückt
Bierflasche im Brustkorb – Alkohol und mangelnde Fahrpraxis brachten den Tod
Bogen. Am 1. Mai 1964 gegen 18.30 Uhr geriet der 21jährige Landwirtssohn Helmut Häusler von Wolfessen auf der Heimfahrt mit der Zugmaschine auf der Staatsstraße nördlich des Ortes Steinburg rechts von der Fahrbahn ab. Dabei stürzte die Zugmaschine über eine 3 m tiefe Böschung und der Verunglückte kann unter der Lehne des Rücksitzes zu liegen. Häusler starb auf dem Transport zum Krankenhaus an den schweren Verletzungen.
Unüberlegt und ohne zwingenden Grund, zudem ohne Wissen seiner Mutter, hatte Helmut am 27.4 64 eine Zugmaschine mir 32 PS bei einem Händler in Straubing gekauft. Wenn es auch überall an Barmitteln fehlte, so trank Helmut Häusler, der nur mit seinen 2 jüngeren Brüderen auf dem kleinen Anwesen mit 7 Tagwerk hauste, zuhause von Mittwochabend bis Freitagmittag mindestens 10 Liter Bier. Mutig setze er sich dann ohne Führerschein an das Steuer der Zugmaschine, und lustig begann der Maiausflug. Er vergaß dabei das Bier nicht und steckte Flaschen in seine Kleidung. Gegen 18.30 Uhr steuerte Helmut Häusler die Zugmaschine nördlich des Ortes Steinburg in Richtung Neukirchen heimwärts. Junge Burschen beobachteten dabei, daß er sein Fahrzeug nicht mehr richtig beherrschte. Ohne fremden Einfluß kam Häusler dann bei seiner Fahrt auf einer fast 5,20 m breiten Straße rechts von der Fahrbahn ab und auf der langsam abfallenden und tiefen Böschung stürzte das Fahrzeug so unglücklich um, daß Häusler mit dem Gesicht auf dem Boden unter die Lehner des Rücksitzes zu liegen kam. Dabei zog er sich durch die Bierflasche in der Brusttasche schwere Verletzungen zu. Obwohl Hilfe sofort zur Stelle war, verscheid der Verunglückte auf dem Transport zum Krankenhaus. Wie Zeugen sagen, schaute der Fahrer immer wieder auf einen auf der Zugmaschine liegenden Sack hin, wohl um ihn nicht zu verlieren. – Nachkommende Verkehrsteilnehmer befreiten den Schwerverletzten aus seiner Lage und stellten die Zugmaschine auf. Der 6. Gang war eingeschaltet. Die Landpolizei Bogen nahm den Unfall auf.
Quelle: Bogener Zeitung, 04.05.1964


Windberg hat wieder einen Maibaum
Windberg.
 In diesem Jahr wurde in Windberg wieder ein Maibaum aufgestellt. Die jungen Mitglieder des Schützenvereins hatten ein gutes Stück Arbeit zu leisten, ehe der schlanke Stamm seinen senkrechten Stand gefunden hatte. Mit knapp 30 Metern ist er auch einer der größten, die das Windberger Ortsbild zierten. Mit aufmunternden Weisen unterstützte die Kapelle Bugl die schwer unter der Last des Baumes Ächzenden. Doch schließlich ging ein befriedigtes Raunen durch die sehr zahlreichen Zuschauer und stolz schritt der Schützenverein in sein Lokal, um sich bei Bier und Brotzeit von den Strapazen zu erholen.
Quelle: Bogener Zeitung, 04.05.1964


Die Eisenbahnschranke in Bogen sind gefallen
Seit gestern vormittag ist die Blinklichtanlage am Bogener Bahnübergang in Betrieb und gestattet „freie Fahrt für den Tüchtigen und – Vorsichtigen“
Bogen.
Man muß es der Bundesbahn lassen — sie hat ihre eigene Zeitrechnung, die es ihr gestattet, gegebene Versprechungen auch dann einzuhalten, wenn sie nach menschlichem Ermessen nicht eingehalten worden sind. Ende des vergangenen Jahres nämlich hatte man versprochen, daß „noch in diesem Winter“ der beschrankte Bahnübergang beim Bahnhof Bogen in einen unbeschrankten Übergang mit Blinklichtanlage verwandelt werde. Die Arbeiten wurden zügig vorangetrieben, die Prüfung des unbedingten Funktionierens der Blinklichtanlage wurde — für den Unbeteiligten unbemerkt – monatelang durchgeführt und nun war es gestern, Montag, so weit, daß die Schranken abgebaut und die Blinklichtanlage in Betrieb genommen werden konnte, „Noch in diesem Winter“ — auch das stimmte. Nicht nur ist das Wetter zur Zeit alles andere als frühlingshaft oder gar frühsommermäßig, nein — auch der Sommerfahrplan der Bundesbahn ist noch nicht in Kraft und sie befindet sich demgemäß als, noch im Winter. — Trotz allem: das lange Warten bei geschlossener Schranke ist für Autofahrer und Fußgänger nun zu Ende, denn — Hand aufs Herz! — es war mehr als einmal ein Ärgernis. Aber nun heißt es: Auf eigene Verantwortung! Und dieses Gebot verlangt vor Autofahrern und Fußgängern gleichermaßen doppelte Vorsicht. Besser, ist es, das Hinüberflitzen bei Rotlicht zu unterlassen, denn einmal ist bestimmt bei einem solchen Wettlauf der Tod der Schnellere.
Unser Bild zeigt den nunmehr schrankenlosen Bahnübergang beim Bahnhof Bogen, mit der Blinklichtanlage, beim Einfahren des ersten Zuges um 10.46 Uhr.     Wkg
Quelle: Bogener Zeitung, 05.05.1964


5000 Mark Schlüsselzuweisungen
Außerordentlicher Haushalt mit 400 000 Mark
Windberg. Mit großem Interesse verfolgten ‚viele Windberger die öffentliche Gemeinderatssitzung im Gasthaus Wagner. Bürgermeister Anton Kittenhotfer begrüßte besonders Herrn Brandl, der als Leiter der zentralen Buchungsstelle beim Landratsamt in Bogen die Gemeinde bei der Ausarbeitung des Haushaltsplanes unterstützt hatte. Seine Ausführungen über die neuen Haushaltspläne (der Schulbau brachte auch wieder einen außerordentlichen) fand die volle Zustimmung der Gemeindeväter. Im ordentlichen Haushalt fiel besonders der Anstieg der Schlüsselzuweisungen für die Gemeinde um 5000 DM auf. Zum zweitenmal erhielt die Gemeinde auch einen Anteil aus der Kraftfahrzeugsteuer, der heuer 8.500 DM beträgt und nur zum Ausbau der rund 30 km Gemeindewege verwendet werden darf. Wieviel Zuschüsse für die Arbeiten am Feuerweiher kommen, stand noch nicht fest. Bei der Erörterung der Ausgaben waren sich die Gemeinderäte einig, den Zufahrtsweg zur neuen Schule teeren zu lassen, da sonst die Kinder besonders in der Übergangszeit sehr viel Schmutz und Krankheitskeime in die Schule hineintragen würden. Da die Schule, wenn alle Arbeiten glatt verlaufen, heuer noch eingeweiht werden soll, erreicht der außerordentliche Haushalt eine Höhe von über 400.000. Beim Straßenbau empfahl der Referent den Gemeinderäten, einen Plan aufzustellen, damit nicht das Geld für kleine Flickarbeiten vertan werde, sondern Zug um Zug die Straßen nach ihrer Wichtigkeit so hergerichtet werden, daß in den folgenden Jahren keine größeren Arbeiten notwendig werden. Brandl konnte der Gemeinde bestätigen, — er bearbeitet jetzt schon fünf Jahre lang die Haushaltspläne —, daß sie immer sorgfältig mit dem Geld der Steuerzahler umgegangen sei und nichts verwirtschaftet habe.
Bürgermeister Kittenhofer dankte dem Referenten für die Mithilfe und besprach anschließend weitere Punkte mit den Räten und den Bürgern. Ein Problem stelle der Brandweiher dar; mit 2 Meter Schlamm hätten sich die Arbeiten schwieriger erwiesen als vermutet. Die beabsichtigte Wirkung könne nur erzielt werden, wenn in irgend einer Form eine Umfassung errichtet werde, um ein Nachrutschen der Schlammassen zu verhindern, In der recht lebhaft geführten Aussprache wurde angeregt, die Straßen zu jenen Gemeindeteilen instand zu setzen, die von der Verbindungsstraße Windberg – Meidendorf  am wenigsten Nutzen haben. Man erwähnte besonders die Richtung nach Heilig Kreuz, was auch die Wallfahrer sehr begrüßen würden.
Quelle: Bogener Zeitung, 05.05.1964


Fahrzeugsegnung ist kein Garantieschein
Windberg.
Dichtgedrängt standen am 1. Mai bei der Kraftfahrzeugsegnung die Fahrzeuge auf dem großen Platz vor dem Windberger Pfarrhof. H. Pfarrer Pater Ephrem sprach zu den Kraftfahrern über den Sinn und die Bedeutung dieser Segnung. Sie sei eine Bitte an Gott, daß er seine schützende Hand über die Menschen halte; deshalb sei aber Sorgfalt und Verantwortungsgefühl nicht minder notwendig. Straße und Verkehr seien ferner ein Sinnbild des menschlichen Lebens, das durch viele Gefahren und Irrwege zuletzt sein Ziel finden müsse über die letzte große Brücke zu Gott. Zum Schluß schritt Pater Ephrem durch die Reihe der Fahrzeuge und segnete sie mit dem geweihten Wasser, dem Sinnbild für das gemeinsame Gebet aller Christen.
Quelle: Bogener Zeitung, 05.05.1964


Neue Lehrkraft
Windberg.
An der Volksschule in Windberg unterrichtet seit Mitte April Herr Manfred Maier anstelle der erkrankten Frau Griesbeck die Unterstufe. Windberg ist für Maier, der aus Reit im Winkl stammt, die erste Stelle, seit er die Pädagogliche Hochschule in München-Pasing verließ.
Quelle: Bogener Zeitung, 05.05.1964


Heute Schuleinschreibung
Hunderdorf. Am Dienstag, 5. Mai, findet von 13 bis 16 Uhr in Schulhaus in Hunderdorf die Einschreibung der Schulanfänger statt. Anzumelden sind alle Kinder, die bis 1. Oktober sechs Jahre alt werden, also vor dem 2. Oktober 1958 geboren sind. Geburtsschein und Impfschein sind mitzubringen; Nachweise späterer Impfungen sind erwünscht. Quelle: Bogener Zeitung, 05.05.1964


Festliche Tage in Heilig Kreuz
Windberg
. Schon seit langer Zeit hat Heilig Kreuz nicht mehr soviel Pilger gesehen, wie sie am Sonntag zum Patrozinium der Wallfahrtskirche auf den Kreuzberg gepilgert waren. Zur Schlußandacht am Nachmittag waren auch die Windberger Vereine vertreten, vier Männer der Feuerwehr trugen bei der Prozession den Himmel. Die Kapelle Bugl begleitete das gemeinsame Singen. Neben den Windbergern waren aber auch in hellen Scharen die Pilger aus der näheren und ferneren Umgebung gekommen, um das Patrozinium der beliebten Wallfahrtskirche zu feiern. Schon am Vormittag konnte die Kirche die Pilger beim Festgottesdienst kaum fassen; um Nachmittag hätte sie bei weitem nicht ausgereicht, denn die Menschen füllten den ganzen Platz vor der Kirche, weshalb Predigt und Andacht im Freien stattfanden. Die Einstimmung auf diesen Tag begann bereits am Freitag, als das Triduum mit der Predigt von Pater Administrator Calixtus van Veghel begann; in den folgenden Predigten erläuterte er den Pilgern die Bedeutung des Kreuzes im Leben des Christen. Die Prozession mit dem Allerheiligsten um den Kreuzberg war feierlicher Höhepunkt und Abschluß der Patroziniumsfeier.
Quelle: Bogener Zeitung, 05.05.1964

Quelle: Bogener Zeitung, 05.05.1964


Wer Baut wo und was im Landkreis Bogen?
Aufstellung der in der Zeit vom 20.-24- 4. 1964 eingereichten Baugesuche
Bogen.
Beim Landratsamt sind nachstehende Baugesuche eingereicht worden:
… Gemeinde Hunderdorf, Neubau einer Löschwasserzisterne … Betzlbacher Rupert, Hunderdorf, Werkstattanbau …
Quelle: Bogener Zeitung, 06.05.1964


Erste Heilige Kommunion
Windberg. Am Christi-Himmelfahrtstag, werden in der Pfarrkirche zu Windberg 14 Knaben
und Mädchen zum ersten Mal zum Tisch des Herrn gehen. H. Herr Pfarrer Ephraim bat die Eltern, gemeinsam mit ihren Kindern sich zum Herrenmahl einzufinden. Nach der feierlichen 1. Messe, die um 8 Uhr beginnt, findet im Saal des Jugendheims eine kleine Feier statt.
Quelle: Bogener Zeitung, 06.05.1964


60. Wiegentest
Windberg. Heute, Mittwoch, feiert Herr Alois Heigl, Landwirt in Meidendorf, sein 60. Wiegenfest. Wir wünschen dem Jubilar noch viele frohe Jahre im Kreise seiner Angehörigen!
Quelle: Bogener Zeitung, 06.05.1964


85. Geburtstag
Windberg. Frau Maria Gmeinwieser feiert heute in körperlicher Frische ihren 85. Geburtstag. Wir möchten zu diesem Festtag der Jubilarin alles Gute wünschen und noch viele frohe und gesunde Jahre.
Quelle: Bogener Zeitung, 07.05.1964


Wer wird Schützenkönig?
Windberg.
Am Samstag findet das Endschießen des Schützenvereins „Winitschützen“ statt. Beginn ist um 19 Uhr. Alle Mitglieder werden erwartet. Es wird der Schützenkönig ermittelt.
Quelle: Bogener Zeitung, 07.05.1964


Windberg. (65 Jahre) Frau Therese Sacher feiert am Freitag, ihr 65. Wiegenfest im Kreise ihrer Angehörigen. Frau Sacher ist Heimatvertriebene. Windberg wurde ihr zur zweiten Heimat. Wir wünschen der Jubilarin viele frohe und gesunde Jahre im Kreise ihrer Angehörigen.
Quelle: Bogener Zeitung, 07.05.1964


Doppelhochzeit in Waltersdorf
Waltersdorf.
Die beiden Schwestern Therese und Maria Fuchs, Töchter des Musikers und Wagnermeisters Alois Fuchs von Waltersdorf, haben gemeinsam Hochzeit gefeiert. Maria Fuchs verehelichte sich mit Max Holmer und Resi Fuchs trat mit Alfred Bell an den Traualtar.
Die kirchliche Feier wurde von Pfarrer Kreuzer aus Degernbach und dem Wehrmachtsgeistlichen von Bogen gestaltet. Die weltliche Feier fand im Cafe Weinzierl statt. Unter den vielen Verwandten und Bekannten aus nah und fern waren auch viele Kameraden der Bundeswehr Bogen. Den beiden Brautpaaren, die sich für die vielen Geschenke und Ehrungen herzlich bedanken, auch unseren Glückwunsch.
Quelle: Bogener Zeitung, 07.05.1964


Du liebes, treues Mutterherz,
nun ruhst Du aus von Deinem Schmerz
und läßt uns hier so ganzallein,
doch nach Gottes Wille soll es sein.
Nach-einem Leben voller Arbeit hat Gott, der Herr, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, . Schwägerin, Tante und Patin
Frau Katharina Hafner
geb. Eckl — von Netzstuhl

im Alter von 76 ½ Jahren, nach Empfang der heiligen Sterbesakramente,
zu sich in ein besseres Jenseits abberufen.
Netzstuhl, Fichtenthal, Regensburg, Apoig, Nürnberg, Elisabethzell, Redlingsfurth, den 6. Mai 1964
In tiefer Trauer:
Maximilian Hafner, Sohn, mit Frau
Rupert Hafner, Sohn
Otto Hafner, Sohn, mit Familie
Katharina Klinger, Tochter, mit Familie
Josef Schlecht, Schwiegersohn, mit Familie
Maria Hafner, Schwiegertochter, mit Familie
Theresia Karl, Schwester, mit Familie
Maria Stegbauer, Schwester und Enkelkinder
Gottesdienst mit anschließender Beerdigung am Samstag um 9 Uhr in der Pfarrkirche Windberg.
Quelle: Bogener Zeitung, 07.05.1964


Wie ist das Haus jetzt öd und leer,
Ach Deine Liebe sorgt nicht mehr …
Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß verschied am 6. Mai 1964 meine herzensgute Gattin, unsere liebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter,
FRAU ANNA SOLCHER
geb. Berger
Gastwirts- und Metzgermeistersgattin von Wegern
nach kurzer, schwerer Krankheit, versehen mit den hl. Sterbesakramenten, im Alter von 67 ½ Jahren selig im Herrn.
Wegern, Steinburg, Grat, Kaufbeuren, Bärndorf, den 6. Mai 1964
In tiefer Trauer:
Josef Solcher, Gatte
Josef Solcher, Sohn, mit Familie
Anny Solcher, Tochter
und übrige Verwandtschaft
Trauergottesdienst mit darauffolgender Beerdigung am Samstag, den 9.5. 1964, um ½ 9 Uhr vormittags in Hunderdorf
Überführung am Donnerstag, den 7. 5., nachmittags 14 Uhr mit anschließendem Rosenkranz in Hunderdorf.
Rosenkranz am Freitag. 8. 5., um 17 Uhr in Steinburg.
Quelle: Bogener Zeitung, 07.05.1964 


Ein treues Mutterherz hat aufgehört zu schlagen
Nach Gottes heiligem Willen verschied am 6. Mai 1964 unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter, unsere herzensgute Oma, Tante und Patin
Frau Maria Steckler
geb. Hien
Sattlers- und Kaufmannswitwe von Hunderdorf
im Alter von 80 ½ Jahren selig im Herrn.
Hunderdorf, Simbach, den 6. Mai 1964
In tiefer Trauer:
Max Steckler, Sohn, mit Familie
Johann Hien, Sohn, mit Frau
Maria Straßer, Tochter, mit Familie
Hilda Eichinger, Tochter, mit Familie
Friedl Henke, Tochter, mit Familie
und übrige Verwandtschaft
Trauergottesdienst und Beerdigung am Samstag, den 9. Mai 1964, um ½ 10 Uhr vormittags in Hunderdorf.
Quelle: Bogener Zeitung, 07.05.1964


40 Jahre im Dienste der Jugendbildung
Rektor Hösl feierte 40jähriges Dienstjubiläum – In Hunderdorf seit 25 Jahren tätig – Ehrung durch Regierung, Schulamt, Pfarrei, Gemeinde und Schule

Ein stattliches Aufgebot von Gratulanten war erschienen, als Frl. Oberlerherin Beck in der Pausenhalle der Volksschule die Feier zum 40jährigen Dienstjubiläum von Schulleiter Rektor Hösl eröffnete. So konnte sie neben Schulrat Westermayer, Pfarrer Ruß, Koop. Vos auch Bgm. Reiner und Vertreter der Gemeinde begrüßen.
Mit einem Akkordeon-Marsch eröffnete die Schülerin Greppmeier den Reigen der Schülerdarbietungen. Mädchen der Oberstufe dankten in einem Gedicht für die Arbeit des Jubilars während dieser 4 Jahrzehnte. „Viele Kinder sind heut hier, Dir zu gratulieren“, sang der Kinderchor, begleitet von der Melodika-Grupge. Die Einstudierung hatte Frau Oberlehrerin Kohlbeck übernommen.
Von Herzen kommende Worte fand Schulrat Westermayer für Rektor Hösl, als er vor der Überreichung der Ehrenurkunde der Regierung den Dank für die vielen Jahre vorbildlichen Schaffens aussprach. Besonders betonte er die gute und reibungslose Zusammenarbeit der Lehrkräfte in Hunderdorf, das dem ausgleichenden und  zuvorkommenden Wesen des Schulleiters mit zuzuschreiben ist. Als sehr gut bezeichnete er auch die Arbeti Hösls

Schulrat Westermayer überreicht Rektor Hösl die Ehrenurkunde der Regierung

als Schulleiter, die in einem pflichtbewußten und vertrauensvollen Verhältnis mit dem Schulamt ihren Niederschlag findet. Für den wegen Dienstgeschäften verhinderten Landrat Hafner sprach der Schulrat in dessen Auftrag auch den Dank und die Glückwünsche des Landkreises aus und übergab eine schöne Bodenvase.
Die Orffsche Musiziergruppe brachte unter Leitung von Frau Merklein das Musikstück „Juchei“. H. Pfarrer Ruß sagte, daß an seiner Stelle sein Vorgänger, H. Geistlicher Rat Kiermaier stehen müßte. Trotz der nur kurzen Zusammenarbeit dürfe und müsse er jedoch sagen, daß er Rektor Hösl schätzen gelernt habe. Imer hat er die gemeinsame Aufgabe der Erziehung durch Schule, Elternhaus und Kirche gefördert und die gegenseitige gute Einvernahme unterstützt. In seiner langjährigen Tätigkeit als Leiter des Kirchenchores hat er es immer wieder verstanden, die Festtage der Kirche auch zu Höhepunkten der Kirchenmusik zu machen. Bgm. Reiner schloß sich den allgemeinen Glück- und Dankworten an und gab seiner Hoffnung für viele Jahre guten Zusammenwirkens Ausdruck. Im Auftrag des Gemeinderates überreichte er einen Geschenkkorb.
Nach Gedichten der Kleinen und einem mehrstimmigen Chorlied überreichte Frl. Beck Im Namen der Lehrkräfte ein Buch und Blumen. Ein Musikstück, vorgetragen von Fritz Steineck auf dem Akkordeon, bildet den Abschluß der Feier. Für Rektor Hösl war diese Veranstaltung zu seinem 40jährigen Dienstjubiläum überraschend gekommen und er brachte dies auch in seinen Dankworten an alle Gäste, Kollegen und auch für die Kinder zum Ausdruck. Ein gutes Verhältnis zwischen allen an der schulischen Arbeit mitwirkenden Kräften sei ihm immer Ziel seines Wollens, Wünschens und Wirkens gewesen und die Bestätigung dieser harmonischen Zusammenarbeit sei ihm eine große Freude und Genugtuung. So sehr auch manchmal der Schulalltag bedrücke, so habe er doch dadurch bewiesen bekommen, daß es sich lohnt, mit den Kindern zu arbeiten.
Quelle: Bogener Zeitung, 09.05.1964


Vorfahrt mißachtet
Hunderdorf. Unter Mißachtung der Vorfahrt bog ein Pkw-Fahrer aus einer Seitenstraße in die Staatsstraße 2139 so ein, daß er einen entgegenkommenden Pkw-Fahrer gefährdete. Der Schuldige erhielt eine Anzeige wegen Übertretung der StVO.

Quelle: Bogener Zeitung, 09.05.1964


Schuleinschreibung
Windberg. Am Donnerstag werden im Schulhaus Windberg um 15 Uhr die im September schulpflichtig werdenden Kinder eingeschrieben. In Begleitung von Vater oder Mutter sind die Kinder vorzustellen, die bis 1. Oktober 1964 das sechste Lebensjahr vollenden. Eine vorzeitige Aufnahme kann nicht erfolgen. Zur Einschreibung sind mitzubringen Geburtsurkunde oder Familienstammbuch, und Impfschein.
Quelle: Bogener Zeitung, 09.05.1964


Einer Mutter letzter Gang
Windberg. Am Mittwoch verschied nach einem schweren Leiden Frau Katharina Hafner, geb. Eckl, Austragsbäuerin von Netzstuhl. Ihre Wiege stand in der Gemeinde Elisabethszell. Im Jahre 1913 reichte sie dem Bauerssohn Otto Hafner von Netzstuhl die Hand zum Lebensbund. Ein arbeits- und sorgenreiches Leben liegt hinter ihr. Im Jahre 1951 entriß ihr der Tod den Gatten. Einige Jahre später mußte das leidgeprüfte Mutterherz einer Tochter im Alter von 34 Jahren und einem Sohn im Alter von 44 Jahren in das kühle Grab sehen. 3 Kinder. Verließen die Mutter bereits im Kindesalter wieder. Vier Kinder trauern nun noch der guten Mutter nach. Die Verstorbene war im ganzen Umkreis sehr geachtet. Für nachbarschaftliche Hilfe hatte sie jederzeit ein gütiges Ja und war jederzeit bereit dort Hilfe zu leisten, wo es notwendig war. Sie war ein Vorbild mütterlicher Güte. Jeder Tag war für sie ein Mutter-Tag. Sie erreichte das schöne Alter von 76 ½ Jahren. Den Angehörigen der Verstorbenen wendet sich das tiefempfundene Beileid der gesamten Pfarrgemeinde zu.
Quelle: Bogener Zeitung, 11.05.1964


Wieder Wallfahrt nach Heilig Kreuz
Windberg. Am Mittwoch, findet wieder eine Wallfahrt nach Heilig Kreuz statt. Um 14.30 Uhr beginnt in der Kapelle die Andacht mit Predigt. Die Pilger werden ersucht, nachmittags privat den Fatima-Rosenkranz zur Gnadenkapelle zu beten, da dieses Jahr zum ersten Mal wieder eine Lichterprozession abgehalten wird. Abends um 19.30 Uhr wird der Pilgerzug von der Pfarrkirche in Windberg weggehen. Mit einer feierlichen Andacht wird der Tag der Gottesmutter beendet.
Quelle: Bogener Zeitung, 11.05.1964


Ihren 70. Geburtstag fern der Heimat
Steinburg. Ihren 70. Geburtstag konnte Frau Frieda Adam, geb. Schmidt, gebürtig aus Landeshut (Schlesien), begehen. Als Verkäuferin in einem großen Geschäft, welches die Erzeugnisse in eigener Spinnerei herstellte, vertiefte sie ihre angeborene Freundlichkeit gegenüber allen Mitmenschen, und das verspüren heute noch alle Bekannten und Bürger. Im Jahre 1919 reichte sie dem Bergmann und Steiger Richard Adam die Hand zum Lebensbunde und wurde eine liebevolle Frau und aufopfernde Mutter ihrer vier Kinder. Das Schicksal des Zweiten Weltkrieges traf auch die Familie Adam schwer. Sie wurde 1946 aus ihrer Heimat verweisen. Heimatlos gelangte das Ehepaar Adam zuerst nach Bielefeld, dann in den rauhen Westerwald. Hier lebte die Jubilarin getrennt von ihren Kindern in den kargen Nachkriegsjahren. Ihre Kinder, in ganz Deutschland verstreut, fanden im Niederbayerischen einen Arbeitsplatz und den  Anfang einer soliden Existenz. Da erging der Ruf an den Vater und ganz besonders an die Mutter,  hierher zu kommen. Im Jahre 1959 grüßten zum erstenmal die Vorberge des bayerischen Waldes die Jubilarin, und sie fühlte, hier kann ich meiner Familie eine zweite Heimat aufbauern. So wurde sie Bürgerin der Gemeinde Steinburg. Rasch gewann sie die Herzen und die Hochachtung der Bevölkerung, und aus dieser Begegnung erwuchsen in der Jubilarin neuer Lebensmut und neues Heimatgefühl. Die Jubilarin nimmt eifrig Anteil an den Veranstaltungen der örtlichen Vereine. Da freuen sich alle, wenn die Jubilarin zur fröhlichen Unterhaltung beiträgt. So konnte Frau Adam nicht mehr aus der dörflichen Gemeinschaft vermißt werden, und diese Feststellung möge als Geburtstagsgeschenk gewertet werden. Quelle: Bogener Zeitung, 11.05.1964


Vom Standesamt Bogen
Bogen.
Das Standesamt Bogen verzeichnete im April 16 Geburten, 3 Trauungen und 7 Todesfälle. Geburten: Andreas Josef Piening, Stippich, Langholzstr. 12; Carmen Klumbies, Hunderdorf 13 … Alois Retzer, Wegern 8 (Gde. Steinburg) … Günter Alfons Riedl, Lintach 87 1/3 (Gde. Hunderdorf) … Franz Xaver Hornberger, Starzenberg 110, Gde. Hunderdorf … Gesroben sind: … Heigl Karl, Fischbehälter, Gde. Windberg …
Quelle: Bogener Zeitung, 12.05.1964


Katharina Hafner zu Grabe getragen
Windberg. Am Samstag nahm eine große Trauergemeinde von der allseits geachteten Gemeindebürgerin Katharina Hafner von Netzstuhl Abschied. Die Verstorbene war bekannt wegen ihrer Arbeitsamkeit und Freundlichkeit. Am 9. November 1886 wurde sie geboren. Aus der harmonischen Ehe mit Otto Hafner gingen neun Kinder hervor. Frau Hafner hatte ein arbeitsreiches und leidvolles Leben hinter sich, denn ihr Mann wurde früh von ihrer Seite gerissen. Am schwersten traf sie wohl der Tod ihrer Tochter Rosina, die 1962 im Blütenalter gestorben ist. Seit dieser Zeit war sie immer etwas kränklich, und das letzte halbe Jahr war sie ganz ans Bett gefesselt. H. Pfarrer Ephrem widmete der Verstorbenen einen ehrenden Nachruf. Zum erstenmal bei einer Beerdigung wurde der Opfergang auf Wunsch des Bischofs nach dem Trauergottesdienst gehalten.
Quelle: Bogener Zeitung, 12.05.1964


Zweigstelle der Raiffeisenkasse neu besetzt
Windberg. Die Raiffeisenkasse Zweigstelle Windberg ist seit einigen Wochen neu besetzt. Den Bürgern von Windberg und Umgebung steht Johann Gast für jede geschäftliche Angelegenheit mit Rat und Auskunft zur Verfügung. Die Geschäftszeiten sind Montag mit Freitag von 7.30 bis 11.30 Uhr und von 18 bis 17 Uhr sowie samstags von 7.30 bis 12 Uhr.
Quelle: Bogener Zeitung, 12.05.1964


Am Donnerstag Schuleinschreibung
Windberg. Arm Donnerstag um 3 Uhr findet im Schulhaus die Schuleinschreibung statt. Alle Kinder, die bis zum 1. Oktober sechs Jahre alt werden, sind schulpflichtig. Eine vorzeitige Aufnahme Ist nicht möglich. Die Eltern werden gebeten, Impfschein und Geburtsurkunde mitzubringen
Quelle: Bogener Zeitung, 12.05.1964


Feierliche Erstkommunion in Windberg
Windberg.
Pfarrer Ephrem holte an Christi Himmelfahrt bei strahlendem Sonnenschein die Erstkommunikanten, die von ihren Eltern begleitet wurden, im Schulhof ab, In seiner Ansprache in der Kirche forderte der Ortsgeistliche die kleinen Primizianten auf, Jesus nachzuahmen, um auch einmal ohne Schuld in den Himmel aufzufahren. Die Eltern bat er, mit offenen Augen das Heranwachsen der Kinder zu verfolgen und ihnen den Weg zu Gott zu ebnen. Nach der Erneuerung des Taufgelübdes traten 14 Buben und Mädchen an den Tische des Herrn, um am Opfermahl teilzunehmen.
Nach der kirchlichen Feier versammelten sich die Erstkommunikanten mit ihren Eltern und Lehrern im Jugendheim, wo alle von Pfarrer Pater Ephrem begrüßt wurden. Das von Mädchen servierte Frühstücksmahl mundete den Kleinen und Großen in gleichem Maße. Am Abend verteilte der Ortsgeistliche in der Maiandacht die Kommunionszeugnisse an die Kinder, die sie an die Erstkommunion erinnern sollen.
Quelle: Bogener Zeitung, 12.05.1964


Frühlingskonzert wird vorbereitet
Hunderdorf. Man kann die Gesangvereine des Landkreises an den Fingern einer Hand abzählen, und wenn man die Größe der Orte des Kreises in Erwägung zieht, ist diese Tatsache nicht einmal so überraschend, wie man vielleicht auf den ersten Blick glaubt. Neben der Freude am Lied und an der Musik ist nämlich auch eine gewisse Zahl von Sängerinnen und Sängern notwendig, die das nötige Stimmaterial mitbringen und den dazu gehörenden Idealismus. Auch in Hunderdorf hängt der Bestand des Gesangvereins an dem berühmten seidenen Faden des Idealismus, und der hat sich in den Jahren des Bestehens des Vereins als stark genug erwiesen, um auch Resignation und Krisen aufzufangen. So beschert denn der Verein immer wieder seiner Schar getreuer Anhänger Feste und Feiern, wie man sie leider nur noch aus Rundfunk und Fernsehen kennt. Freilich, so vermessen will der Gesangverein gar nicht sein, sich mit Produktionen funk- und fernsehreifer Teams zu vergleichen, doch bei ihm liegt das große Plus in der eigenen Gestaltung und im unmittelbaren Miterleben des Publikums. Auch jetzt ist der Verein wieder dabei, ein Frühlingsfest zu gestalten unter dem Motto „Frühling-Liebe-Freude“. Neben dem gemischten Chor wird diesmal auch das Quartett des Deutschen Gymnasiums Straubing Werke aufführen, die sicher einen interessierten Zuhörerkreis finden werden. Man darf also “gespannt sein, wenn am 6. Juni Rektor Hösl als Initiator dieser Veranstaltung den Auftakt gibt.
Quelle: Bogener Zeitung, 13.05.1964


Maria Steckler beerdigt
Hunderdorf.
Nach langer schwerer Krankheit kam am Christi-Himmelfahrtstag der Tod als Erlöser zur Steckler-Mutter. Lange und geduldig hatte sie auf ihn gewartet, denn von ihrem Leiden gab es keine Heilung mehr. Leid und Schmerz waren ihr in dem fast 81jährigen Leben nicht fremd geblieben. Schon 1936 starb ihr Gatte nach 25jähriger Ehe, und zwei Söhne nahm ihr der Krieg. Trotzdem war sie nicht verbittert, und ihre Güte und Freundlichkeit bekamen nicht nur die Kunden ihres Geschäftes zu spüren; vor allem die Kinder gingen gern zur Steckler-Mutter, weil sie wußten, daß sie dort nie ohne ein kleines Geschenk den Laden verließen. So war es auch nicht verwunderlich, daß viele Einwohner sie auf ihrem letzten Weg begleiteten. Kooperator Vos würdigte in seiner Trauerrede das Leben der Verstorbenen, die als christliche Mutter und treue Katholikin ihren schweren Lebensweg gegangen ist und die der Herr am Himmelfahrtstag zu sich genommen hat.
Quelle: Bogener Zeitung, 13.05.1964


Gabriele Wagner Schützenkönigin
Windberg.
Am Samstagabend wurde beim Schützenverein „Die Winithschützen“ von Windberg im Vereinslokal Wagner beim planmäßigen Schießabend der Schützenkönig für das Schießjahr 1964/65 ermittelt. Die begehrte Schützenkette wurde von der Heimmutter des Vereins, Frau Gabriele Wagner, erworben. Die „Winithschützen“ haben somit im neuen Schießjahr eine Schützenkönigin. Zweiter Vorstand Hartmannsgruber überreichte ihr mit einer kleinen Ansprache die Schützenkette. Schützenprinz mit der Wurstkette wurde Siegfr. Niedermeier, Brezenkönig Alfons Schroll.
Quelle: Bogener Zeitung, 13.05.1964


Am Grabe einer guten Mutter
Steinburg. Statt den Tisch der Mutter zum Muttertag mit Blumen und Gaben schmücken zu können, mußten am vergangenen Samstag Gatte und Kinder der Frau Anna Solcher an ihr Grab treten und Kränze und Blumen als letzten Gruß niederlegen. Am vergangenen Mittwochabend war sie im Krankenhaus nach einer kurzen, schweren Krankheit verschieden. Die Verstorbene erblickte am 7. März 1897 als Tochter des Brauereibesitzers Heinrich Berger das Licht der Welt. Sie stand also erst im 68. Lebensjahr, als sie Gott zu sich rief. Als älteste von 16 Geschwistern mußte sie im Elternhaus bald die Rolle eines Kindermädchens übernhmen. Im April 1919 reichte sie dem Metzger Josef Solcher von Steinburg die Hand zum Lebensbunde. Das junge Paar übernahm die Kellerwirtschaft in Wegern, die im Volksmund die „Rutschn“ heißt. Fleiß und Sparsamkeit ermöglichten es, daß das Ehepaar die Wirtschaft zu einem stattlichen Gast- und Geschäftshaus machen konnte. Vier Kindern schenkte die Verstorbene das Leben. Eines verstarb schon im Kindesalter. Hart schlug auch das Schicksal im Zweiten Weltkrieg zu, denn der älteste, Sohn Karl fiel im Jahre 1943 in Rußland. Nach der Verheiratung des Sohnes Josef im Jahre 1962 wurden die Arbeitstage von Anna Solcher leichter. Trotzdem gönnte sich den ganzen Tag keine Ruhe. Gerne saß sie unter den Gästen und sie verstand es dank ihrer freundlichen und gewinnenden Art mit jedem ein herzliches Wort zu tauschen. Die größte Freude ihrer alten Tage war der kleine Enkel Josef. Die Pfarrkirche Hunderdorf konnte die vielen Trauergäste kaum fassen, die dem levitierten Seelenamt für die Verstorbene beiwohnten. H. Pfarrer Ruß übergab sie anschließend der geweihten Erde und sprach trostreiche Worte für die Hinterbliebenen.
Quelle: Bogener Zeitung, 13.05.1964


„Kalter“ Blitz beschädigte Scheune des Feuerwehrkommandanten
Steinburg. Maigewitter haben ihre Launen. Das bekamen vergangene Woche die Bewohner des Steinburger und Hunderdorfer Kessels zu spüren, denn es entlud sich ein Gewitter mit Blitzen und gewaltigen Donnerschlägen. Den größten Schrecken bekam der Landwirt Anton Häusler, Haselquanten. Ein sogenannter „Kalter Blitz“ schlug in seine neuerbaute Scheune ein und zerfetzte viel Gebälk zu Spänen. Die Wucht war so groß, daß selbst die umliegende Wiese noch mit Holzsplittern übersät war. Es entstand erheblicher Sachschaden. Trotzdem darf der Geschädigte froh sein, daß der Blitzstrahl nicht zündete, denn die neue Stallung und das neue Wohnhaus stehen in unmittelbarer Nähe der Scheune. Ein Brandfall wäre schlimm gewesen, denn die Löschwasserversorgung ist in Haselquanten die beste und bei der letzten Großeinsatzübung der Feuerwehr, deren Kommandant Toni Häusler ist, zerriß es den Block der Motorspritze.
Quelle: Bogener Zeitung, 13.05.1964


Altenberger Licht in Hunderdorf
Das Licht wurde am Maialtar entzündet – Die Gottesmutter ist die beste Fürsprecherin bei Christus
Hunderdorf. Wie im Vorjahr das Licht vom Heiligen Grab feierlich eingeholt und in die Kirche getragen wurde, so empfing auch heuer die Pfarrei unter großer Anteilnahme der Bevölkerung das Licht aus dem Altenberger Dom. Eine Stafette der Jungenschaft der Pfarrei Elisabeth, Straubing, hatte freundlicherweise die Aufgabe übernommen, das Licht bis Hofdorf zu bringen. Dort empfingen die Mitglieder der Hunderdorfer Jungenschaft und die Jungschar die Lichtträger und begleiteten sie bis zum Ortseingang, wo sie von Pfarrer Ruß und einer großen Schar von Gläubigen erwartet wurden. In feierlichem Zuge ging es zur Kirche, und dort wurde das Licht am Maialtar entzündet.
Kooperator Vos ging in seiner Predigt Bedeutung des Muttertages ein, der irdischen Mutter auch der Gottesmutter geweiht ist. Sie ist die Mutter aller Menschen und die beste Fürsprecherin bei Christus. Als leibliche Mutter des Herrn und Königin des Himmels ist sie die Mittlerin zwischen dem Leben dieser Welt und dem Jenseits. Ihr wollen auch die Jugend empfehlen und anvertrauen und sie um ihre Fürsprache bitten.
Nach der Maiandacht formierte sich ein langer Zug, der sich zum neuen Friedhof bewegte. Dort nahm man vor dem Grab des H. Geistl. Rates Kiermaier Aufstellung, und Pfarrer Ruß gedachte in kurzen Worten des ehemaligen Pfarrherrn, der selbst ein Marienverehrer war und seine Pfarrkinder immer der Liebe und Fürbitte der Gottesmutter anheimgestellt hat. Nach einem Gebet für die Verstorbenen der Pfarrei bewegte sich die Prozession mit den vielen Lichtern zurück zur Kirche, wo man vor dem Gnadenbild der Gottesmutter ein letztes Gebet sprach.
Quelle: Bogener Zeitung, 13.05.1964


Rotkreuzgruppe Steinburg feierte Jubiläum
Verdiente Mitglieder wurden geehrt – Pater Vos gab Unfallhilfsstelle den Segen der Kirche
Steinburg. Wenn auch die Rot-Kreuz-Gemeinschaft Steinburg erst fünf Jahre besteht, so darf sie doch ohne Übertreibung für sich das Recht in Anspruch nehmen, mit zu den Rot-Kreuz-Ortsverbänden zu zählen, die ihre Aufgaben sehr ernst nehmen und überall helfen, wo Hilfe not tut.

Die BRK-Gruppe besteht nun seit fünf Jahren

Freilich sind fünf Jahre keine Zeit, um schon ein Jubiläum deswegen zu begehen, doch waren der Anlaß zu einer kleinen Feier auch die Übernahme einer komplett ausgestatteten Unfallhilfsstelle vom BRK-Kreisverband Bogen und die kirchliche Weihe im Rahmen eines Festgottesdienstes in der Schloßkapelle in Steinburg. Pünktlich um 8.30 Uhr versammelten sich die Helferinnen und Helfer der hiesigen Ortsgruppe sowie die Mitglieder der Nachbarverbände Hunderdorf, Windberg und Neukirchen, um in einer geschlossenen Kolonne zur Schloßkapelle zu ziehen. Unter ihnen sah man auch Landrat Hafner und Chefarzt Dr. Dietl.
„Wir sind heute zusammengekommen“, sagte Pater Vos vom Prämonstratenserkloster Windberg, „um Gott zu bitten, die vor dem Altar aufgestellte Unfallhilfsstelle zu segnen, damit sie wirklich im Dienste der Menschheit stehen wird.“ Pater Vos wies auf das Wort des göttlichen Meisters hin: „Was ihr dem Geringsten meiner Brüder tut, das habt ihr mir getan.“ Wenn die Hilfeleistung am Mitmenschen in diesem Sinne geleistet werde, sagte der Prediger, dann sei das die echte, wahre und christliche Nächstenliebe. Die Rot-Kreuz-Gemeinschalt Steinburg dürfe sich mit Recht freuen, daß sie wieder Hilfsmittel] zur Verfügung gestellt bekommen habe, um den verletzten Mitmenschen zu Hilfe kommen zu können.
Beim anschließenden Festakt im Brauereigasthof Berger hieß Gruppenführer Alfons Pflügl alle Rot-Kreuz-Mitglieder, die Ehrengäste  und die Bevölkerung herzlichst willkommen. Ein besonderes Grußwort entbot der Sprecher dem BRK-Kreisvorsitzenden Landrat Hafner, Chefarzt Dr. Dietl, Pater Vos, den Mitgliedern der BRK-Kreisvorstandschaft Bogen, Bürgermeister Berger mit seinem Gemeinderat und nicht zuletzt den zu ehrenden Helferinnen und Helfern der Rot-Kreuz-Gruppe Steinburg.
Schulleiter Alfred Müller gab als Schriftführer des BRK-Ortsverbandes einen aufschlußreichen Rechenschaftsbericht. Die RK-Gemeinschaft sei ein fester Bestandteil der Gemeinde geworden und aus dem öffentlichen Leben nicht mehr wegzudenken. In den vergangenen Jahren hätten mehrere sehr gut besuchte Erste-Hilfe-Kurse stattgefunden und 1958 sei es dann zu der Gründung einer selbständigen RK-Gruppe gekommen. Die Initiative hierzu ging von Kolonnenführer Niedermeier und besonders von der Brauereibesitzersgattin Maria Berger aus. Kurt Schröter habe zusammen mit Frau Aue die Ortsgemeinschaft in den letzten fünf Jahren mit Umsicht und Tatkraft geführt. Der Verband zähle heute 20 aktive Helferinnen und Helfer und auch einige fördernde Mitglieder. Die Mitglieder der Gruppe konnten in der Berichtszeit in sehr vielen Fällen Erste Hilfe leisten. Der Kassenstand sei auf Grund gut organisierter Veranstaltungen sehr zufriedenstellend. Müller dankte für die Unfallhilfsstelle und gab das Versprechen ab, auch in Zukunft die übernommenen Aufgaben zu erfüllen.
Landrat Hafner übermittelte die Grüße der Kreisvorstandschaft. Mit dem Glückwunsch zum fünfjährigen Bestehen: verband Landrat Hafner den Dank für die Arbeit und Einsatzbereitschaft. Er würdigte die Verdienste der Persönlichkeiten, die sich um das Zustandekommen einer eigenen Ortsgruppe in Steinburg verdient gemacht hätten, im besonderen der Brauereibesitzerseheleute Alfons und Maria Berger in Steinburg. Wenn es das Rote Kreuz und mit ihm die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer nicht gäbe, rief der 1, Kreisvorsitzende aus, dann müßte der Staat diese Arbeit übernehmen und jeder einzelne müßte diese Arbeit mit seinen Steuergeldern finanzieren. Die Rot-Kreuz-Arbeit sei durchaus nicht selbstverständlich, wie viele immer wahrhaben wollen, denn sie setze sich ja nahezu aus 99 Prozent ehrenamtlicher Helfer zusammen, also aus Idealisten, die persönliche Nachteile für das Allgemeinwohl in Kauf nehmen, weil sie wissen, daß nur dadurch ein Gemeinschaftsleben bestehen könne. In diesem Zusammenhang rief der Landrat die Kreisbürger auf, das Rote Kreuz tatkräftig zu unterstützen und dies insbesondere in den Frühjahrs- und Herbstversammlungen zum Ausdruck zu bringen. Dann zeigte Landrat Hafner die großen Schwierigkeiten auf, die nach dem Zweiten Weltkrieg überwunden und bewältigt werden mußten. 22 Ortsverbände wurden nach und nach gegründet und viele Unfallhilfsstellen errichtet. Fast 4500 Menschen seien heute in der Ersten Hilfe ausgebildet und viele Hunderte in der häuslichen Krankenpflege. Der Vorsitzende wies auch auf die Wichtigkeit des Krankentransportes hin; vier bestens ausgestattete Fahrzeuge stehen hierfür Tag und Nacht zur Verfügung.
Dann nahm Landrat Hafner die Ehrung verdienter Mitglieder vor. Sie erhielten Urkunden und die Auszeichnungsborten in Silber. Für Zehnjährige Mitgliedschaft wurde Gretl Lehmann geehrt. Für fünfjährige Mitgliedschaft erhielten folgende Helferinnen und Helfer Urkunden:  Hildegard Aue, Berger Maria, Schröter Kurt, Pflügl Georg, Alfred Aue und Hans Bräu. Landrat Hafner überreichte außerdem Bürgermeister Alfons Berger für langjährige Unterstützung des Roten Kreuzes eine kunstvoll gefertigte Ehrenurkunde.
Kreiskolonnenführer Klar sagte, daß fünf Jahre eine kurze Zeit seien, doch könne auch in einem solchen Zeitraum schon sehr viel geleistet werden. Steinburg zähle zwar nicht zu den stärksten BRK-Gruppen, doch nehme es seine Aufgabe sehr ernst und nütze jede Möglichkeit zur Weiterbildung. Klar dankte besonders dem bisherigen Gruppenführer Kurt Schröter, der den Verband fünf Jahre geleitet habe und der jetzt leider nach Neukirchen verzogen sei. Da im Raum Steinburg viele Gefahrenstellen bestehen, sei es dringend notwendig, daß die gutausgebildete Gruppe auch eine komplett eingerichtete Unfallhiltsstelle bekomme. Oberlehrer Klar schloß seine Ansprache mit dem Wunsch, daß diese möglichst wenig in Anspruch genommen zu werden braucht. Wenn aber geholfen werden müsse, dann sollte es fachgerecht geschehen, so wie man es gelernt habe. Mit einem kameradschaftlichen Zusammensein fand dieser Festtag seinen Abschluß.
Quelle: Bogener Zeitung, 14.05.1964


Pappelbäumchen abgebrochen
Steinburg.
Zischen Steinburg und Hunderdorf wurden sieben Pappelbäumchen abgebrochen, fünf Begrenzungspflöcke herausgerissen und ein Verkehrszeichen abmontiert. Die Landpolizei bittet um sachdienliche Hinweise, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden.
Quelle: Bogener Zeitung, 14.05.1964


Vorfahrt nicht beachtet
Windberg.
Am Mittwoch fuhr ein Mann mit seinem Krad aus einer Grundstücksausfahrt in eine öffentliche Straße ein, ohne die Vorfahrt eines Pkw zu beachten. Die Fahrzeuge steßen zusammen. Der Motorradfahrer stürzte und wurde leicht verletzt. Am Krad entstand ein Sachschaden von ca. 300 DM und am Pkw von 900 DM.
Quelle: Bogener Zeitung, 15.05.1964


Viele Pilger zogen nach Heilig Kreuz
Windberg. Bei strahlendem Sonnen ein pilgerten am Mittwoch viele Gläubige zur Gottesmutter nach Heilig Kreuz, Eine große Anzahl von Fremden besuchte Windberg und zog mit den Einheimischen auf Wunsch des Pfarrers nach Heilig Kreuz. Um 14.30 Uhr begann im Wallfahrtskirchlein die Andacht zur Mutter Unseres Herrn. Da H. Pfarrer Ephrem verhindert war, hielt der H. Administrator die Andacht. Er ermahnte in seiner Ansprache die Wallfahrer, sie sollen sich genau wie Maria mit den Aposteln auf das Kommen des Heiligen Geistes vorbereiten, um sein Fest am kommenden Pfingsttag freudig begehen zu können. Waren am Nachmittag mehr Erwachsene anwesend, so erschienen abends vor allem die Jugendlichen und Schulkinder zur Lichterprozession. Um 19.30 Uhr gingen sie von der Pfarrkirche weg und beteten den Fatima-Rosenkranz. In der Kapelle fand nochmals eine kurze Marienfeier statt, bei der abwechselnd H. Pfarrer Ephrem und das Volk die Muttergottes-Litanei sangen. Mit einem Marienlied wurde der monatliche Fatima-Tag beendet.
Quelle: Bogener Zeitung, 15.05.1964 


16 Abc-Schützen
Steinburg. Diese Woche fand die Schuleinschreibung für das Schuljahr 1964/65 statt. 16 Abc-Schützen — neun Knaben und sieben Mädchen — wurden angemeldet. Schulleiter Müller wies auf die Bedeutung des Tages hin. Lehrkraft der Unterklasse, Frl. Waldfriede Holzapfel klärte die Eltern über neue Lehr- und Lernmittel auf. Das Ergebnis der Einschreibung zeigt, daß die Schülerzahl ständig steigt. Die Unterklasse im neuen Schuljahr wird 52 Kinder umfassen.
Quelle: Bogener Zeitung, 15.05.1964 


Steinburger Kirta am 6./7. Juni
Steinburg. Mitglieder der Gemeindeverwaltung und des Ausschusses der Feuerwehr befaßten sich in dieser Woche mit dem Termin des altherkömmlichen Steinburger Kirta. Verschiedene Veranstaltungen in der näheren Umgebung und Terminverpflichtungen der Volksfestkapelle Helmbrecht, Bogen, zwangen dazu, das Fest auf den 6. und 7. Juni vorzuverlegen. Der Samstag bringt am Nachmittag schon den Betrieb der Fahrgeschäfte und am Abend einen großen Feuerwehrball, zu dem die Volksfestkapelle Helmbrecht aufspielt. Am Sonntag ist dann das Kirchweihfest, das sich immer eines großen Zustroms an Fieranten und Besuchern erfreute. Neben einem Gartenkonzert ist ab 15 Uhr in der Berger-Halle Tanz, so daß für Unterhaltung bestens gesorgt ist.
Quelle: Bogener Zeitung, 15.05.1964 


Leichenhalle im Rohbau fertiggestellt
Hunderdorf. Schon während der Amtszeit von H. Geistl. Rat Kiermaier wurden die Pläne für ein neues Leichenhaus im neuen Friedhof gefertigt, doch fand der verdiente Geistliche nicht mehr Zeit, sein Vorhaben auszuführen, denn der Tod riß ihn zu schnell aus seinem unermüdlichen Schaffen. Noch in den letzten Monaten des alten Jahres hat nun Pfr. Ruß die Arbeit seines Vorgängers aufgegriffen und den Erdaushub für den Neubau vornehmen lassen. In den vergangenen Wochen wurde von der Firma Altschäffl der Unterbau und der Rohbau hergestellt. Die Firma Dilger wird bereits in nächster Zeit den Dachstuhl aufsetzen; dann soll als letzte Arbeit dieses Jahres die Bedachung vorgenommen werden. Weiter wird der Bau in diesem Jahr wohl nicht mehr fortschreiten, denn zu viele Vorhaben, wie etwa die Kirchenrenovierung, warten auf ihre Vollendung. Die neue Leichenhalle wird neben einem windgeschützten Vorraum und dem Aufbahrungsraum zwei weitere Nebenräume einschließen.
Quelle: Bogener Zeitung, 15.05.1964 


Für den Ernstfall gerüstet
Leistungsabzeichen für Freiwillige Feuerwehr
Windberg. Am Sonntag um 8.30 Uhr legte ein Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Windberg die Prüfung für das Leistungsabzeichen ab. Nach der Übung wurde das Leistungsabzeichen überreicht. Im Anschluß daran machte noch ein weiterer Löschzug die Prüfung für das Leistungsabzeichen. Dies ist nun das vierte Leistungsabzeichen für die Windberger Wehr. In unermüdlicher Arbeit ist Kommandant Holmer daran, aus den Mitgliedern gute Wehrmänner zu machen, die im Notfall voll einsatzfähig sind. Sobald die neue Spritze eintrifft — im Spätherbst dürfte damit gerechnet werden — wird Kommandant Holmer mit seinen Wehrmännern die Vorarbeiten für die Auszeichnung in Silber machen. Der Leiter der Abnahmeprüfung für das Leistungsabzeichen gratulierte den einzelnen Löschgruppenführern und wünschte weiterhin gute Zusammenarbeit.
Quelle: Bogener Zeitung, 16.05.1964


Lehrer verabschieden ihren Personalratsvorsitzenden
Oberlehrer Maier tritt in den Ruhestand – Personalversammlung der Lehrerschaft in Bogen – Hauptlehrer Zeuner sprach über Burgen und Ruinen des Landkreises
Bogen. Fast alle Lehrkräfte des Landkreises waren zur Personalversammlung erschienen; wußte man doch, daß zugleich die Ehrung für den Vorsitzenden des Personalrates damit verbunden war, der 15 Jahre lang dieses Amt mit besten Kräften zugunsten der Lehrer und der Schule ausgeübt hatte. An der Veranstaltung nahmen auch Schulrat Westermayer und Landrat Hafner teil. Oberlehrer Maier gab einen kurzen Bericht über die Arbeit des Personalrates in den vergangenen Monaten. Als Vorsitzender der Verkehrswacht Bogen gab Polizeiinspektor Ring bekannt, daß bei der Verkehrswacht Material für die Verkehrserziehung in den Schulen aufliegt und jederzeit dort die notwendigen Lehrmittel und Lernmittel angefordert werden können.

Lehrer Müller, der Nachfolger von Oberlehrer Maier und derzeitiger Personalratsvorsitzender, übergibt das Geschenk der Lehrerschaft

Anschließend sprach Hauptlehrer Zeuner zum Thema „Burgen und Ruinen der Heimat“. Zeuner machte ein Stück Geschichte lebendig unter besonderer Berücksichtigung der Vergangenheit unserer engeren Heimat, die mit dem Leben und Wirken der Grafen von Bogen eng verbunden ist. Er zeigte, wie die Ereignisse der deutschen Geschichte hineinwirkten in den Landkreis und wie wiederum Gestalten unserer Heimat in Deutschland, ja in Europa Geschichte mitgestaltet haben. Neben den Menschen und Geschlechtern aber wußte er auch die Niederschläge der verschiedensten Kunstepochen aufzuzeigen und auf manches Kleinod in der bildenden Kunst hinzuweisen. Heimatkunde derartig vermittelt, muß zugleich Interesse und Liebe an der Heimat und ihrer Vergangenheit wecken. Dieses Wissen und damit auch diese, Liebe darf nicht verkümmern, sondern muß weitergetragen werden. Man darf daher Hauptlehrer Zeuner den „Vorwurf“ nicht ersparen, daß er bis jetzt sein Versprechen noch nicht eingelöst hat, dieses Wissen, wenngleich es auch stückweise in diesem und jenem Werk zu finden ist, noch nicht niedergeschrieben und veröffentlicht hat. Seitens des Landkreises müßte Zeuner jegliche Unterstützung zuteil werden, damit eine solche Veröffentlichung ermöglicht wird.
Vorsitzender Maier beglückwünschte Hauptlehrer Avriel, Hauptlehrer Berngehrer und Rektor Hösl zu ihrem 40jährigen Dienstjubiläum. Den Kolleginnen Obermeier und Matt sowie dem Kollegen Schultz, die in den Ruhestand treten, dankte er für die berufliche Arbeit. Dem verstorbenen Hauptlehrer Duschl, der lange Jahre, im Kreise Bogen wirkte, widmete die Versammlung ein stilles Gedenken.
Mit einem Satz aus der Festmusik von g. Fr. Händel eröffnete das Quintett des Bogener Orchesters unter Leitung von Rudolf Weher die Ehrung des Personalratsvorsitzenden Maier, der wegen seiner Ruhestandsversetzung aus dem aktiven Dienst ausscheidet. Zweiter Personalratsvorsitzender Müller würdigte die Arbeit des Scheidenden. Seit 15 Jahren habe ihn das Vertrauen des weitaus größten Teiles der Lehrerschaft ununterbrochen in dieses Amt berufen. Diese Tätigkeit verdiene wahrhaft eine Feier- und Dankesstunde. Immer galt sein Tun dem dem persönlichen Nutzen des einzelnen und des Lehrerstandes, besonders innerhalb des Landkreises. Als Zeichen des Dankes überreichte er Maier im Namen der gesamten Lehrerschaft eine schöne Bodenvase.
Schulrat Westermayer gab seiner Freude über das Erscheinen des Landrates Ausdruck. Mit Aufgeschlossenheit und Hilfsbereitschaft sei Landrat Hafner immer den Problemen der Lehrerschaft entgegengekommen. Die vielen Schulbauten und Neuerungen an schulischen Anlagen seien Zeugnisse seiner schul- und lehrerfreundlichen Einstellung. Die Zusammenarbeit zwischen Landrat und Schulamt vollziehe sich äußerst vertrauensvoll und einstimmig. Bisher sei jede mögliche Hilfe und Unterstützung geleistet worden und die Bitte gehen dahin, daß dieses Verhältnis auch in der Zukunft bestehen möge. Für die Lehrkräfte bestätigte Schulrat Westermayer, daß sie mit Ernst und Eifer dabei sind, die neuen Reformen innerhalb der Schule zu verwirklichen. Die Neuerungen werden letzlich auch dem Landkreis zugute kommen.
An Oberlehrer Maier gewandt, sagte der Schulrat, daß man bei ihm von der üblichen Form des Abschiednehmens bei der Ruhestandsversetzung abgesehen habe, da er sich in seiner Eigenschaft als Personalratsvorsitzender für die Lehrer besonders eingesetzt und bewährt habe. Der Personalrat sei eine Errungenschaft der Demokratie, und Maier besaß die Eignung, den Mut und die Entschlossenheit, Forderungen vorzubringen und Verhandlungen zu führen. Er getraute sich, ein Risiko einzugehen, auch wenn er wußte, daß er sich damit Kritik einbrachte. Er konnte dies aber, da er das Vertrauen der Lehrerschaft in reichem Maße besaß und für jeden einzelnen Kollegen sich einsetzte. Intuitiv und spontan hat er seine Wünsche und Anliegen vorgetragen. Die Zusammenarbeit mit dem Schulamt hat sich in einfacher und sachlicher Form abgespielt, und es lag ihm daran, die Arbeit des Schulamtes zu unterstützen. Es ist daher ein Anliegen des Schulrates, ihm herzlich zu danken für sein Wirken und Schaffen. In seiner Eigenschaft als Lehrer und Personalratsvorsitzender hat Oberlehrer Maier mitgebaut am Schulwesen, an der Hebung des Lehrerstandes und am persönlichen Wohl der Lehrerschaft innerhalb des Landkreises.
Unter der Leitung von Hauptlehrer Avriel bot der Männerchor der Lehrerschaft mit „Brüder reicht die Hand zum Bunde“ eine gute Leistung.
Landrat Hafner bescheinigte der Lehrerschaft ein großes Verdienst an der Aufbauarbeit innerhalb des Landkreises. Es gelingt nur dann, den Rückstand innerhalb unserer Heimat aufzuholen, wenn wir den Stand der Ausbildung und Mitverantwortung unserer Menschen heben können. Erziehung und Bildung sind daher die erste und wichtigste Maßnahme. Entscheidend dafür ist die Mitarbeit des Lehrerstandes. In seiner Eigenschaft als Landrat würdigte er dann besonders die Verdienste von Oberlehrer Maier, der gerade als zweiter Bürgermeister in Hunderdorf viel geleistet hat. Besonders zu erwähnen ist dabei sein Einsatz beim Bau des Schulhauses, dessen Errichtung sich Maier mit besonderem Eifer und Einsatz angenommen hat. Als Personalratsvorsitzender war er immer ein guter Berater. Mit besonderer Hingabe hat er sich auch der Arbeit in den Sportvereinen angenommen und die sportliche Jugend des Landkreises auf einen guten Weg geführt.
Oberlehrer Maier führte an, daß er innerhalb der 15 Jahre seiner Tätigkeit rund 300 Fälle zu bearbeiten gab. Immer war es dabei das Ziel; das Recht für jeden Kollegen zu suchen und zu vertreten. Dankbar würdigte er die Mitarbeit seiner Kollegen innerhalb des Personalrates. Nie versagte ihm der Landrat seine Hilfe und auch beim Schulamt gab es keine Fehlbitte. Angesichts dieser vertrauensvollen und guten Zusammenarbeit müsse er daher mit einem weinenden, im Hinblick aber auf die Befreiung von der schweren Last des Amtes und Berufes mit einem lachenden Auge aus der Arbeit scheiden.
Mit dem Intermezzo aus der „Kleinen Nachtmusik“ von Mozart wurde die Ehrung abgeschlossen.
Der Nachmittag war der Gemeinschaftsveranstaltung der Lehrerschaft vorbehalten, bei der den Kollegen die Besichtigung verschiedener Betriebe zur Wahl gestellt wurde. Ein Großteil der Lehrer war der Einladung in den Truppenstandort Bogen gefolgt, wo Oberstleutnant Buchenau die Besucher begrüßte. In kleinen Gruppen wurden die Lehrkräfte von Offizieren des Standortes durch die Kaserne geführt. Mit einem gemütlichen Beisammensein im Hotel Bayerischer Hof fan die Veranstaltung ihren Abschluß.
Quelle: Bogener Zeitung, 16.05.1964


Übungsabende der Sänger
Hunderdorf.
Am Dienstag fällt der Übungsabend des Gesangvereins aus. Am Freitag, 22. Mai, ist Probe für den Männerchor, und erst am Dienstag, 26. Mai, findet wieder eine Probe des gemischten Cores statt mit der Orchestergruppe statt. Alle aktiven Sängerinnen und Sänger werden gebeten, die Termine einzuhalten, damit die Proben vor dem Frühlingskonzert noch rechtzeitig stattfinden können.
Quelle: Bogener Zeitung, 16.05.1964


Zusammenstoß
Windberg.
Auf dem oberen Dorfplatz stießen ein Pkw und ein Motorradfahrer zusammen. An beiden Fahrzeugen entstand Sachschaden. Die Landpolizei Bogen nahm den Unfall auf.
Quelle: Bogener Zeitung, 16.05.1964


Wer baut wo und was im Landkreis Bogen
Aufstellung der vom 27. bis 30. 4. 1964 eingereichten Baugesuche
… Laschinger Helene, Ellaberg, Gde. Gaishausen, Neubau eines Austragshauses; Berger Ludwig, Steinburg, Neubau von Garagen …
Quelle: Bogener Zeitung, 16.05.1964


Wegen gefährlicher Körperverletzung angezeigt
Hunderdorf.
Ein Mann und ein Ehepaar wer den beschuldigt, einen Mann grundlos geschlagen zu haben, als er ein Gasthaus besuchen wollte, Während der Mann dies vor der Polizei zugab, bestritt das Ehepaar seine Schuld. Sie sagten aus, der Mann sei betrunken gewesen und hätte sich die Verletzung selbst zuzuschreiben, da er zuerst den Ehemann angegriffen hätte und daraufhin Hilfe von dem anderen erhalten hätte. Eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung erging.
Quelle: Bogener Zeitung, 20.05.1964


Falsch überholt — 800 Mark Sachschaden
Hunderdorf.
Auf der Staatsstraße 2130 bei Einfahrt zum Noltewerk überholte ein Pkw-Fahrer einen Lkw, obwohl sich dieser zum Linkseinbiegen eingeordnet hatte. Der Pkw streifte den Lkw und wurde erheblich beschädigt. Am Lkw entstand nur geringer Sachschaden, während der Schaden am Pkw 800 Mark betrug. Die Landpolizei Bogen nahm den Unfall auf und erstattete gegen den Pkw-Fahrer Anzeige.
Quelle: Bogener Zeitung, 20.05.1964 


Ehrung durch Schule, Gemeinde und Pfarrei
Oberlehrer Maier trat in den Ruhestand – Das Schulhaus wird immer von seinen Werken zeugen
Hunderdorf. Nach 35jähriger Berufsarbeit trat Oberlehrer Maier nach vor Erreichen der Altersgrenze in diesem Monat in den Ruhestand. Die Schule hatte es sich zur ehrenvollen Aufgabe gemacht, dem verdienten Lehrer zusammen mit den Vertretern der Gemeinde und den Geistlichen der Pfarrei einen würdigen Abschied zu bereiten. Dazu gab wiederum einmal die große Pausenhalle des Schulhauses, dessen Entstehung mit ein erhebliches Verdienst des scheidenden Lehrers war, den geeigneten Raum ab. Die Schulkinder hatten unter der Leitung ihrer Lehrkräfte ein festliches Programm gestaltet, als Rektor Hösl am Ende des letzten Schultages vor den Pfingstferien Oberlehrer Maier und die Ehrengäste, unter denen sich Bgm. Reiner, H. Pfarrer Ruß und H. Koop. Vos befanden, begrüßen konnte. Einem Harmonika-Marsch (Kunze-Steineck) folgten Frühlingslieder, gesungen von der 8. Klasse. Lied und Sprechchor vereinigten die Schüler des 3. und 4. Jahrganges bei ihrem Glückwunsch zum Abschied. H. Pfarrer Ruß dankte dem scheidenden Lehrer für die gute Zusammenarbeit mit der Kirche und die gute Erziehungsarbeit, die Maier jeweils in der Oberstufe geleistet hat. Mit einem kleinen Präsent brachte der Pfarrherr seinen persönlichen Dank zum Ausdruck. Mit einem Menuett von Händel stellte sich die Melodica-Gruppe der 7. Klasse vor und anschließend dankte Bgm. Reiner im Namen der Gemeindeverwaltung dem scheidenden Lehrer für seine Tätigkeit als zweiter Bürgermeister, während der er besonders den Bau des Schulhauses gefördert hat. Im Auftrag des Gemeinderates überreichte er einen Geschenkkorb. Nach einem Musikstück von Orff, dargeboten von der 7. Klasse, dankte die 8. Klasse ihrem früheren Lehrer und überreichte ein Abschiedsgeschenk. Schulleiter Hösl wies in seiner Abschiedsansprache darauf hin, daß zur Arbeit des Lehrers die Liebe gehört. Viele Kinder muß der Lehrer in sein Herz schließen; denn ohne die Liebe kann man nicht unterrichten und erziehen. Der Scheidende hatte ein großes Herz für die Kinder und ein großes Maß an Liebe für sie. Mit dieser Hingabe, Liebe und Tatkraft hat er die Oberklassen während der elf Jahre seines Wirkens in Hunderdorf zum Schulabschluß geführt. Besonders zugetan war er der sportlichen Ertüchtigung der Schuljugend. Die Organisation der Schulsportfeste war ihm immer ein großes Anliegen. Seine größte Gabe und Aufgabe aber war die Leitung des Schulhausbaues, die ihm als 2. Bürgermeister übergeben war. Zurückschauend auf sein Wirken dürfe er sich heute sagen, daß es recht und gut und schön gewesen ist. Ein langer und beschaulicher Ruhestand möge ihm daher vergönnt sein. Der Wunsch der zurückbleibenden Kollegen wäre es, daß das Band der Kollegialität und Freundschaft auch künftig nicht abreißen möge.
OL Maier bezog den Dank, den er durch diese Feierstunde erleben durfte, auf alle, die in diesem Hause mit ihm gearbeitet haben. Immer war diese Arbeit getragen von guter Harmonie zwischen allen und sein besonderer Dank galt auch den Kindern, die ihm diesen schönen Abschied bereiteten. Sie bat er eindringlich um das Vertrauen der Lehrerschaft, die in ihrem Interesse und zu ihrem Wohle die oft nicht leichte Arbeit tut. Wenn er mit seiner Versetzung in den Ruhestand auch seinen Beruf aufgebe, so führte er abschließend aus, so möchte er doch allen wissen lassen, daß er immer wenn es nötig ist, für sie da sein wird.
Quelle: Bogener Zeitung, 21.05.1964


Windberg. (Vom Trachtenverein) Am Samstag ist im Vereinslokal Amann Vereinsabend mit Plattlerprobe. Alle Mitglieder sind hierzu höflichst eingeladen.
Quelle: Bogener Zeitung, 22.05.1964


Frühere Kapelle der Prälatur wird abgebrochen
Brunnenbecken aus dem Jahr 1933 bezeichnet den Endpunkt der Windberger Wasserleitung
Windberg.
In diesen Tagen beginnen die Arbeiten für die Außenrenovierung am Windberger Pfarrhof, der ehemaligen Prälatur der früheren Abtei. Wie verlautet, soll im Rahmen dieser Arbeiten der ‚„Pfarrerstadel‘“ abgebrochen werden. Dieser große Steinbau, an die Nordseite der Prälatur angefügt, barg in seinem Obergeschoß die Kapelle des Abtes und den Schlafraum. Bei der Säkularisation wurde der Bau profaniert und als Stadel eingerichtet. Er soll nun abgerissen werden, um den Blick freizugeben auf das Hauptportal der Kirche. Eine breite Treppe wird an seine Stelle kommen. Ohne Zweifel ist diese Maßnahme ein weiterer Beitrag zur Ortsverschönerung, wenn auch zunächst die entstandene Lücke ungewohnt sein wird.
Es bleibt zu hoffen, daß in irgend einer Form das Brunnenbecken erhalten bleibt, das an der Westseite der Prälatur angebaut ist. Es stammt aus dem Jahr 1633, also aus der Zeit des 30jährigen Krieges. An der Wand des Pfarrhofes erinnert eine kaum leserliche Tafel daran, daß hier einst der Endpunkt der ersten Windberger Wasserleitung war, die bereits 1556 von derselben Quelle hierher geführt worden war, aus der auch jetzt noch die moderne Wasserversorgungsanlage gespeist wird. In einem offenen und mehrere Kilometer langen Graben floß das Wasser in vielen Windungen nach Windberg. Dieser Graben war noch bis nach dem letzten Weltkrieg in Betrieb. Vor wenig mehr als zehn Jahren wurde er zum letztenmal in Gemeinschaftsarbeit von der Bevölkerung gesäubert. Das Wasser diente zur Versorgung des Löschweihers und auch zum Tränken der Tiere. Die Kalksteintafel erinnert an die Einweihung „Durch die hülff und gnaden gottes des almechtigen ist diser prunn (= die Quelle) durch den Erwirdigen in gott herrn Johansen Abbte des Gotshaus Windberg und Ibuczn Ostermair prunmaister in dem Puechvelt gefunden und herein gefürt worden am sambstag nach Mathei evangeliste im MVLVI (= 1556) Jar vollendet worden. Gott geb gnad darzue und sei Ime lob ehr in eewigkhait Amen. Diß erst prunn Thor hat gemacht maister hanns schwerkhersperger im MVLVI (= 1557)“.
In seinem jetzigen Zustand ist der Brunnen mit seinen Betonwänden kein Schmuckstück. Zudem wurde er seit vielen Jahren als Abfallgrube verwendet. Es wäre schön, wenn auch nach Abbruch des ihn nach Norden schützenden Stadels ein (vielleicht kleinerer) Brunnen weiter an die erste Windberger Wasserleitung erinnern würde.
Quelle: Bogener Zeitung, 22.05.1964


Ein Mutterherz
hat aufgehört zu schlagen
Am21. Mai 1964 nahm Gott, der Herr, nach einer Krankheit von 9 Tagen, völlig unerwartet, aus einem Leben voll Arbeit und Sorge, meine liebe Gattin, unsere gute Mutter, Großmutter, Tante, Patin, Schwester und Schwägerin
Frau Theresia Heigl
geborene Hafner
Landwirtsgattin von Meidendorf

im Alter von 56 Jahren für immer zu sich.
Meidendorf, Schafberg, Netzstuhl, Dambach, Hoch, Prem, den 22. 5. 1964
In tiefer Trauer:
Alois Heigl, Gatte
Karl Heigl, Sohn mit Familie
Theres Hundshammer, Tochter mit Familie
Albert Heigl, Sohn mit Familie
Erna Bauer, Tochter mit Familie
Geschwister, und übrige Verwandtschaft
Gottesdienst am Montag, den 25: Mai 1964 vorm. 8 Uhr mit anschließender Beerdigung in der Pfarrkirche Windberg.
Quelle: Bogener Zeitung, 22.05.1964


Sie wollen heiraten
Windberg.
Den Bund fürs Leben wollen schließen der Maurer Josef Ammer von Klostermühle und die Landwirtstochter Agnes Plötz von Hunderdorf. Die weltliche Feier findet am 8. Juni 1964 im Gasthaus Wagner in Windberg statt.
Quelle: Bogener Zeitung, 25.05.1964


Die Schützen fahren nach Österreich
Windberg.
Der Schützenverein Windberg „Die Winitschützen“ fahren am 29. und 30. Mai nach Österreich. Es sind noch einige Plätze frei. Teilnehmer können sich noch bei Gastwirt Wagner in Windberg zur Mitfahrt melden.
Quelle: Bogener Zeitung, 25.05.1964


Ehrenmal der Gefallenen erneuert
Windberg.
Die Gemeinde Windberg unter Bürgermeister Kittenhofer hat das Kriegerdenkmal renovieren lassen, Die Arbeiten wurden vor einigen Tagen abgeschlossen. Das Ehrenmal ist nun mit einer dauerhaften Einfriedung umgeben. Es wurde neu bepflanzt und die Inschrift, welche von Wind und Wetter verblaßt war, nachgezogen. Allen freiwilligen Helfern ein herzliches Vergelts Gott.
Quelle: Bogener Zeitung, 25.05.1964


Ein gutes Vaterherz
hat aufgehört zu schlagen
Nach Gottes Hl. Willen verschied am Freitag, den 22. Mai 1964, abends 22 Uhr unser lieber Vater, Großvater, Urgroßvater, Onkel und Pate
Herr Martin Wühr
Landwirt und Bindermeister
Kriegsteilnehmer 1914/18
versehen mit den hl. Sterbesakramenten, jedoch schnell und unerwartet, im gottgesegneten Alter von 88 Jahren.
Au vorm Wald, München, Rußland, den 22.Mai 1964
In tiefer Trauer:
Veronika Dietl, Tochter
Josef Dietl, Schwiegersohn, vermißt
Resi Koch, Tochter, mit Mann
Gertraud Blattner, Enkelin, mit Familie
Hilde Beck, Enkelin, mit Familie
Werner Koch, Enkel, mit Frau
und übrige Verwandtschaft
Trauergottesdienst am Montag um 9 Uhr in der Pfarrkirche Hunderdorf mit darauffolgender Beerdigung.
Quelle: Bogener Zeitung, 25.05.1964 


Glaswand der Schule bekam neue Verkleidung
Rund 10 000 DM für den Umbau notwendig – Die Kosten muß die Gemeinde aufbringen
Hunderdorf. Während der Pfingstferien fing man am Schulhaus in Hunderdorf eine Arbeit an, die der Schule und der Gemeinde schon lange eine schwere Sorge bereitete und die auch in der Öffentlichkeit Anlaß zu heftigen Diskussionen war. Der Holzrahmen, der die großen Glasfenster an der Westseite getragen hatte, war innerhalb der 5 Jahre seit der Fertigstellung des Schulhauses an verschiedenen Stellen durch eindringendes Regenwasser stark angefault und das Holz des Rahmens hatte sich so stark verdreht, daß zentimetergroße Spalten entstanden waren. Dadurch war diese Glaswand nicht nur undicht, sondern sogar zu einer Gefahr geworden. Man hatte viel und lange über die Ursachen dieses schnellen Verfalles diskutiert und sogar einen Sachverständigen wegen eines Schiedsspruchses angerufen. Der fällte sogar eine Entscheidung über die Schuldfrage, aber Konsequenzen wurden daraus nicht gezogen oder hätten auf dem Prozeßwege sogar ein finanzielles Risiko, für die Gemeinde bedeutet. So ging also die ganze Sache aus wie das Hornberger-Schießen auf Kosten der Gemeinde.
Freilich ist die Gemeinde und der Gemeinderat selbst in der übelsten Lage. Niemand kann ihnen den „Schwarzen Peter“ zuschieben, da ja genügend Fachleute an der Planung und dem Bau beteiligt waren. Der Gemeinderat wird es auszubaden haben. 10000 DM reißen ein schönes Loch in die angespannten Finanzen der Gemeinde. Zwar hätte man die Reparatur auch billiger machen können. Ein verleimter und imprägnierter Holzrahmen wäre wesentlich billiger gekommen, doch diesmal waren die Gemeinderäte vorsichtig. Um ein zweites Malheur dieser Art zu vermeiden, ging man diesmal auf Nummer Sicher und entschied sich für eine Ausführung in Stahlbeton. Die Firma König und Massell aus Regensburg bekam den Auftrag. Die einzelnen Bauteile wurden in der Firma vorgefertigt. Mit einem Kran wurden die Teile eingehoben und montiert. Die Arbeit erforderte sehr viel Präzision, da ja die großen Thermopanfenster wieder eingepaßt werden mußten.
Auch diese Arbeit, die von der Firma Weichselgärtner in Bogen ausgeführt wird, erwies sich als ziemlich schwierig, weil jedes Fenster das stattliche Gewicht von mehreren Zentnern aufweist. Im Laufe der Woche werden nun noch die Verputzarbeiten durchgeführt. Dann ist endlich ein Übel beseitigt, das sich vielen schwer auf den Magen geschlagen hat.
Quelle: Bogener Zeitung, 26.05.1964


Feuerwehr erhält neue Leihspritze
Schulhaushalt verabschiedet – Block der Spritze riß bei der Großeinsatzübung
Steinburg.
In seiner Sitzung am Freitag hatte der Gemeinderat den Schulhaushalt zu verabschieden. Im ersten Punkt legte Bürgermeister Berger zwei Kaminbaupläne für das alte Schulhaus in Au vorm Wald vor, denn von behördlicher Seite wurden die zwei bestehenden Kamine als baufällig und feuergefährdet erklärt, wenngleich einer davon erst 1949 neu erbaut wurde. Eine rege Aussprache verursachte der Kostenvoranschlag. Er beläuft sich für beide Objekte auf rund 4000 DM. Diesen Kosten steht nur eine Bruttomieteinnahme von jährlich 1200 DM gegenüber. Im zweiten Punkt der Tagesordnung beschloß der Gemeinderat, daß Veranstaltungen der Freiwilligen Feuerwehren und des Roten Kreuzes von der Gemeinde gebührenfrei gehalten werden, denn es handelt sich hier um Körperschaften des Allgemeinwohls, welche allseitige Förderung verdienen. Der Steinburger Feuerwehrkommandant schrieb, daß bei der letzten Großeinsatzübung am 2. 5. 64 der Block der Spritze einriß und damit die Spritze unbrauchbar wurde. Die Steinburger Wehr steht nun ohne Feuerspritze da und ist damit nicht mehr einsatzfähig, was gerade für die kommende Gewitterzeit ein undenkbarer Zustand ist. Da aber für den diesjährigen Haushalt keine Mittel mehr zu einer Neuanschaffung zur Verfügung stehen, schloß man sich dem Rat des Kreisbrandinspektors an, fürs erste eine Leihspritze in Vertrag zu nehmen, Verhandlungen mit einschlägigen Firmen werden in Kürze aufgenommen. Ziemlich resigniert faßte dann der Bürgermeister noch einmal das Ergebnis der Besprechung über den Bebauungsplan zusammen. Die Gemeinde habe wohl eine Pflichtaufgabe erfüllt und dafür auch sehr viel Geld ausgegeben. Nun sollte halt die Verwirklichung der Pläne folgen. Die Gemeinderäte wurden zur Zusammenarbeit aufgefordert.
Gemeindekassier Josef Feldmeier trug dann als letzten Beratungspunkt den Schulhaushaltsplan vor. Dieser weist für heuer eine Summe von 21 487.- DM in den Einnahmen und Ausgaben auf. Abzüglich von 2 000 DM Einnahmen verbleibt für die Schulverbandsgemeinden ein Betrag von 19 487 DM, was einen Kopfbetrag pro Schüler von 256,00 DM darstellt. Der Haushalt ist deshalb so hoch angesetzt, da in ihm Fehlbeträge aus den Jahren der Bauzeit zur endgültigen Abdeckung aufgenommen wurden.
Quelle: Bogener Zeitung, 26.05.1964


Von der Mutter Abschied genommen
Windberg.
Am Donnerstag verschied nach einer Krankheit von neun Tagen Frau Theresia Heigl von Meidendorf. Am gestrigen Montag wurde sie auf dem Friedhof in Windberg zur letzten Ruhe gebettet. In Netzstuhl geboren, reichte sie im Jahre 1928 Herrn Alois Heigl von Meidendorf die Hand zum Lebensbund und übernahm mit ihm das landwirtschaftliche Anwesen. Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor. Ein Sohn starb im Blütenalter von 13 Jahren. Zwei Söhne und zwei Töchter standen mit dem Vater trauernd und weinend Grabe der so schnell verstorbenen Mutter. Ihnen galt das tiefempfundene Mitgefühl der zahlreichen Trauergäste, die der Toten das letzte Geleite gaben.
Quelle: Bogener Zeitung, 26.05.1964


Bischofsmais pilgerte nach Heilig-Kreuz
Windberg.
Seit vielen Jahren wallfahrten die Windberger nach Bischofsmais-St. Hermann. In der Pfingstwoche kamen nun Gläubige aus dieser Pfarrei zu einem Gegenbesuch nach Windberg. Unter der Führung ihres Pfarrherrn und Kooperators beteten sie von Windberg nach Heilig Kreuz, wo die Wallfahrtskirche die rund 200 Pilger kaum fassen konnte. Das schlechte Wetter beeinträchtigte keineswegs den guten Eindruck den die Wallfahrer von dieser schönen Gnadenstätte gewannen.
Quelle: Bogener Zeitung, 26.05.1964


Windberg. (Fronleichnamsprozession) Alle Vereine der Pfarrei werden gebeten, sich geschlossen mit Fahnen an der Prozession zu beteiligen. Ebenso wird der Gemeinderat zur Teilnahme höflich eingeladen.
Quelle: Bogener Zeitung, 26.05.1964 


Die Freude an Gott ist unsere Kraft
Bekenntnistag der Jugend
Windberg. Regen Anteil nahmen am Dreifaltigkeitssonntag die Jugendlichen und Schulkinder an ihrem Bekenntnistag. H. Pfarrer Ephrem ermahnte sie, sich die Liebe zwischen den drei göttlichen Personen zum Vorbild zu nehmen und sie im Kreise der Mitmenschen weiterzugeben. Viele Jugendliche gingen zu den Sakramenten. Auch die Bekenntnisstunde um 19.30 Uhr war sehr gut besucht. Herr Pfarrer Ephrem wies die Jugendlichen in eindrucksvollen Worten darauf hin, daß die Katholiken am meisten Grund zur Freude hätten, da ja Christus selbst seine Lehre die Frohbotschaft vom Reiche Gottes nannte. Er meinte in seiner Predigt, ob nicht jeder selbst eine kleine Schuld habe, wenn er sich durch Trübsinn und Traurigkeit bedrücken lasse, und sogar andere noch anstecke. Mit dem feierlichen Segen und einem Lied zur Ehre der Heiligsten Dreieinigkeit wurde die Feierstunde beendet.
Quelle: Bogener Zeitung, 27.05.1964


Sie wollen heiraten
Windberg.
Das Aufgebot zur Ehe haben bestellt: Josef Ammer, Maurer, von Klostermühle bei Windberg, und Agnes Plötz, Landwirtstochter von Hunderdorf. Die Trauung findet am 6. Juni um 9 Uhr in der Pfarrkirche zu Windberg statt. Die weltliche Feier wird im Gasthaus Wagner in Windberg abgehalten.
Quelle: Bogener Zeitung, 27.05.1964


Versammlung des Veteranenvereins
Hunderdorf.
Am Samstag findet um 19 Uhr im Vereinslokal Sandbiller die letzte Mitgliederversammlung des Krieger- und Veteranenvereins vor der Fahnenweihe statt. Alle Vereinskameraden werden gebeten zu erscheinen, da die letzten Vorbereitungen zur Fahnenweihe getroffen werden. Der Verein beteiligt sich geschlossen an der Fronleichnamsprozession am Donnerstag. Treffpunkt ist um 830 Uhr vor dem Gasthaus Baier.
Quelle: Bogener Zeitung, 27.05.1964


Bindermeister Martin Wühr beerdigt
Hunderdorf.
Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde Bindermeister Martin Wühr aus Au vorm Wald auf dem Friedhof zu Hunderdorf zur letzten Ruhe gebettet. Mit ihm verliert die Gemeinde Steinburg ihren ältesten Bürger und unsere schöne Waldheimat ein Stück ihres eigenen Lebens, denn der Verstorbene war für sie ein guter Repräsentant. Der Verstorbene wurde am 30. März 1876 in Prünst bei Neukirchen geboren. Schon als Kind mußte er selbst für seinen Lebensunterhalt sorgen. Mit 16 Jahren kam er in die Lehre nach Straubing, wo er das Binderhandwerk erlernte. Nach der Gesellenzeit errichtete er im Hause seines Vaters in Pürgl eine eigene Werkstatt, die bald gut florierte. Auch die Meisterprüfung wurde abgelegt und bald war Herr Wühr in der ganzen Gegend als guter Handwerksmeister bekannt. So zog er oft wochenlang von einer Brauerei in die andere und „pichte‘“ die großen Fässer. 1903 verehelichte er sich mit der Landwirtstochter Veronika Eckl aus Sankt Englmar. Im gleichen Jahr erwarb er in Au vorm Wald ein Anwesen, in welchem er bis zu seinem Tode lebte. Es war ein schwerer Anfang in Au. Das Haus war baufällig und mußte nach ein paar Jahren neu gebaut werden. Bei diesen Arbeiten stürzte seine Frau von einem Gerüst der Scheune und zog sich tödliche Verletzungen zu. Mit drei kleinen Kindern stand damals der Verstorbene am Grabe der Frau und Mutter. Zwei Jahre lang versorgte er Kinder, Landwirtschaft und Geschäft allein, dann ehelichte er ein zweites Mal. 1915 mußte er ins Feld ziehen, wo er an der Westfront bald schwer verwundet wurde. Länger als ein Jahr lag er im Lazarett. Die schweren Verwundungen konnten aber nicht mehr ausgeheilt werden, so daß eine Ausübung des Berufes unmöglich wurde. 1945 mußte er am Grabe seiner zweiten Frau stehen und zu diesem Schmerz kam auch noch die Trauernachricht, daß der Schwiegersohn, dem er das Anwesen übergeben wollte, in Rußland vermißt sei. So hatte der Verstorbene keinen ruhigen Lebensabend, denn die Arbeit spannte ihn bis ins hohe Alter hinein ein. Mit 85 Jahren überstand er noch eine schwere Operation. Seine Feuerwehrkameraden geleiteten den Sarg hinaus auf den Friedhof. Martin Wühr wird in der Gemeinde, im Dorf und in der Heimat unvergessen bleiben.
Quelle: Bogener Zeitung, 28.05.1964


Totenbretter – Erinnerung an die Verstorbenen
Der Heimat- und Volkstrachtenverein Windberg ist bemüht, alte Sitten, Trachten und Bräuche zu erhalten. Aus diesem Grunde wurden vom Verein am Ortseingang — an der Kreisstraße — für die verstorbenen Vereinsmitglieder Totenbretter erstellt. Es wird auch angestrebt, die früher aufgestellten Totenbretter, welche durch Alter und Witterung schon unleserlich geworden sind, zu erneuern. Teilweise ist dies auch schon geschehen. So kann der Wanderer schon an mancher Stelle die stillen Mahner an das Vergängliche dieser Welt sehen und lesen.
Quelle: Bogener Zeitung, 28.05.1964


Gesangstunde fällt aus
Hunderdorf.
Da am Freitag das Stammlokal der Sänger anderweitig belegt ist, muß der für diesen Termin angekündigte Übungsabend entfallen. Die nächste Gesangstunde der Liedertafel findet darum erst am Dienstag nächster Woche statt. Da es sich dabei aber um eine der letzten Proben vor dem Frühjahrskonzert handelt, werden alle aktiven Sängerinnen und Sänger zur Teilnahme aufgefordert.
Quelle: Bogener Zeitung, 28.05.1964 


Jahresversammlung der Feuerwehr
Hunderdorf.
Am Samstag findet um 19 Uhr im Gasthaus Georg Baier die Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr statt, zu der alle aktiven und passiven Mitglieder um ihr Erscheinen gebeten werden.
Quelle: Bogener Zeitung, 28.05.1964 


Mit 73 Jahren noch rüstig
Windberg
. Herr Josef Ring kann am Samstag seinen 73. Geburtstag feiern. Der Jubilar ist noch sehr rüstig. Tagtäglich verrichtet er landwirtschaftlichen Arbeiten. Eine gute Maß Bier und eine Prise Schnupftabak lassen sein Herz höher schlagen. Wir wünschen dem Ring-Vater, daß er diese Freuden noch recht lang genießen kann.
Quelle: Bogener Zeitung, 30.05.1964


Die Haushaltssatzung liegt auf
Windberg.
In der Zeit vom 2. bis 9. Juni 1964 liegt in der Gemeindekanzlei die Haushaltssatzung der Gemeinde Windberg für das Rechnungsjahr 1964 mit Haushaltsplan zur öffentlichen Einsichtnahme der Gemeindebürger auf.
Quelle: Bogener Zeitung, 30.05.1964


Auszahlung in der Kanzlei
Windberg.
Am Donnerstag werden in der Gemeindekanzlei zwischen 13 und 14 Uhr Kriegsschadenrente, Sozialhilfeunterstützung, Ausbildungsbeihilfe und Pflegekindergeld ausbezahlt.
Quelle: Bogener Zeitung, 30.05.1964


Er entwickelte die „Windberger Methode“
Heilkurs für Stotterer ging zu Ende – Professor Oskar Fitz aus Wien wieder Leiter.
Windberg.
Am Montag ging im Jugendheim in Windberg ein Kurs für Stotterer zu Ende, der wieder vom Caritasverband veranstaltet worden war. 24 Personen, meist Jugendliche und Kinder, hatten daran teilgenommen. Leiter des Kurses, am Pfingstsonntag begonnen hatte, war auch diesmal Prof. Oskar Fitz aus Wien. Fitz, der schon wiederholt derartige Kurse in Windberg abhielt, hat eine besondere Methode entwickelt, die „Windberger Methode“. Er ist bemüht, Nachwuchskräfte zu gewinnen und heranzubilden. Seine Erfolge haben im In- und Ausland großen Eindruck gemacht und es gibt bereits viele Pädagogen, die seine Methode nachahmen. Seine Übungen bestehen im wesentlichen aus drei Teilen: aus der Gymnastik, um den Körper zu trainieren; aus dem Singen, um die Stimme zu lockern, und, drittens, aus den praktischen Sprechübungen.
Professor Fitz weiß, wie man mit Menschen umzugehen hat, die oft Hemmungen und Minderwertigkeitskomplexe haben. Sein fröhliches, heiteres Wesen eroberte ihm im Nu die Sympathien der Kursteilnehmer. Er sieht im Stottern kein unabwendbares Schicksal und auch keine Krankheit, sondern nennt es einfach eine „Ungeschicklichkeit“. Bei jedem Kurs besuchen ihn auch immer wieder frühere „Patienten”, wenn man so sagen will, die ihrem Lehrer in steter Dankbarkeit verbunden sind. Unter den Lehrern, die beim Kurs anwesend waren, um sich von den Erfolgen zu überzeugen, befand sich auch Dr. Franz Hohenleithner aus München.
Welchen Erfolg Prof. Fitz, dessen Lehrbuch in Fachkreisen großes Aufsehen erregt hat, auch diesmal wieder hatte, zeigte sich am Sonntag, als seine Schüler in der Pfarrkirche sangen. Am Nachmittag verabschiedeten sie sich dann von Heimleiter Pater Roger, der mit besten Kräften den Kurs unterstützte, von ihrem Lehrer Prof. Oskar Fitz und von den anderen Betreuern und den Klosterpatres mit einem kurzen Theaterstück. Auch dieses hatte Prof. Fitz mit ihnen einstudiert.
Quelle: Bogener Zeitung, 01.06.1964 


Alles prangte zum Triumph des Herrn
Die Gläubigen geleiteten das Saktissimum durch die Gemeinde – Ein Bekenntnis der Gläubigen
Hunderdorf.
Der Prangertag, an dem die Natur, Häuser und Straßen und die Kinder prangten, wurde wieder zu einem Bekenntnis der Christen zum eucharistischen Erlöser. Groß war die Beteiligung und immer rührt dieses Bild der großartigen Prozession mit den wehenden Fahnen der kirchlichen und weltlichen Vereine, den weißgekleideten Kommunionkindern, den geschmückten Straßen und Häusern Herz und Gemüt aller Teilnehmer und bringt es den ganzen Glanz des Festes zum Bewußtsein, wenn die Eucharistie im Triumph durch das Dorf geleitet wird. Nach dem levitieren Amt das von H. Pfarrer Ruß zelebriert wurde, formierte sich die Prozession zu den vier Evangelien. Dort wurden die Fürbitten in den Anliegen der Kirche, für Volk und Politiker, für die Früchte der Erde und der menschlichen Arbeit und das Gemeindewohl dargebracht. In diesem Jahr hat man mit vollem Recht besonders die Kinder, die in früheren Jahren wegen ihrer Gruppierung an der Spitze des Zuges weit abseits standen, mehr an die Altäre herangeführt und sie si mehr am Geschehen teilhaben lassen. Durch die gemeinsamen Gebete wurde die Verbindung zwischen den Priestern und den Gläubigen außerdem intensiver gestaltet. Zum Schluß bewegte sich der lange Zug wieder zurück zum Gotteshaus, wo nach dem Lied „Großer  Gott, wir loben dich“ und dem „Tantum ergo“ der Segen erteilt wurde.
Quelle: Bogener Zeitung, 01.06.1964 


Ein gutes, treues Herz hat aufgehört zu schlagen
Schmerzerfüllt geben wir allen Verwandten und Bekannten die tieftraurige Nachricht, daß mein innigstgeliebter, unvergeßlicher Gatte unser allerbester, treusorgender Vater, Sohn, Bruder, Schwager, Schwiegersohn, Onkel und Pate
Herr Josef Blasini
Landwirt und Kohlenhändler

am Samstag, 30. Mai 1964, nachts, schnell und unerwartet nach Empfang der heiligen Sterbesakramente im Alter von 40 Jahren verschieden ist.
Hunderdorf, Heidelberg, Bogen, Polling, 31, Mal 1964
In tiefem Schmerz:
Anneliese Blasini, geb. Vogl, Gattin
mit Söhnchen Seppi und Klausi
Therese Blasini,
Mutter
Rupert Blasini, Bruder
Rosa Hirtreiter, Schwester mit Familie
Anna Fruhstorfer, Schwester mit Gatten
Jolanda Blasini, Schwester
Josef und Berta Vogl, Schwiegereltern
und übrige Verwandtschaft
Gottesdienst am Dienstag, 2. Juni 1964, 9 Uhr in Hunderdorf mit anschließender Beerdigung
Quelle: Bogener Zeitung, 01.06.1964 


Wer baut wo und was im Landkreis Bogen
Aufstellung der vom 4. bis 8. 5. 1964 eingereichten Baugesuche
Bogen.
Beim Landratsamt sind nachstehende Baugesuche eingereicht worden: … Obermeier Margarete, Bauernholz, Gde. Hunderdorf, Wohnhausanbau; Scharrer Richard, Hunderdorf, Neubau einer Garage …
Quelle: Bogener Zeitung, 02.06.1964 


„Ziele der CSU härter herausstellen“
Kreisvorstandssitzung mit MdL Rainer – Am 7. Juni Fahrt nach Passau zur Landesversammlung der JU
Steinburg. Die Christlich Soziale Union habe in der Vergangenheit Deutschland aufgebaut, sie sei auch heute noch die stärkste politische Kraft und könne das politische Geschick auch in Zukunft gestalten, wenn sie sich auf ihre Grundlagen besinnt, ihren Zielen treu bleibt und im alten Kampfgeist voranschreitet. Dies war der Tenor, der der Kreisvorstandssitzung der Jungen Union im Gasthof Berger in Steinburg am vergangenen Wochenende zugrunde lag. Oberlehrer Walter Ritschl, der 1. Kreisvorsitzende der JU, leitete die Sitzung, bei der auch MdL Alois Rainer zugegen war. 1. Kreisvorsitzender Walter Ritschl hieß alle Vorstandsmitglieder herzlich willkommen. Ein besonderes Grußwort entbot er MdL Alois Rainer, der sich, trotz seiner ständigen Überbeanspruchung immer für die Jugend Zeit nehme. Begrüßen durfte Ritschl auch Bürgermeister Alfons Berger, Steinburg.
Der Vorsitzende beglückwünschte vor Eintritt in die eigentliche Tagesordnung den neugewählten Kreisobmann der Katholischen Landjugend, Willi Wagensohn, Niederwinkling und stellte fest, daß mit ihm ein gutes Bindeglied zwischen der Landjugend einerseits und der Jungen Union auf der anderen Seite geschaffen sei. Dann brachte Ritschl zur Kenntnis, daß am Sonntag, 7. Juni in Passau die Landesversammlung der Jungen Union stattfinde. Für die Teilnehmer des Landkreises Bogen stehe ein eigener Omnibus zur Verfügung, der etwa um 7 Uhr von Haibach abfahre, um 7.30 Uhr in Steinburg sei und dann über Bogen, Degernbach, Schwarzach, Niederwinkling weiterfahre. Die Fahrt sei kostenlos, neben den Mitgliedern der Jungen Union können auch interessierte CSU-Mitglieder und Angehörige mitfahren. Die Rückfahrt erfolgt etwa gegen 15 Uhr. Anschließend berichtete Ritschl über die kürzlich stattgefundene Bezirksversammlung der Jungen Union, wobei besonders die Organisationsfragen im Vordergrund stehen. Die Arbeit im Bezirksverband solle künftig noch mehr aktiviert werden. Der Referent brachte in diesem Zusammenhang zur Kenntnis, daß auch im Landkreis Bogen weitere Ortsverbände gegründet werden. Für die Abhaltung von Versammlungen in den Gemeinden stünden jederzeit, erfahrene Referenten des CSU-Kreisverbandes zur Verfügung.
Die nächste Kreisversammlung der Union findet in Sankt Englmar statt. Weiterhin wurde festgelegt, das Sonnwendfeuer wieder auf der Burgruine Haibach abzubrennen. Die JU-Ortsgruppe Haibach werde in Zusammenarbeit mit der Kath Landjugend Haibach diese Veranstaltung ausrichten.
MdL Rainer, sprach über aktuelle politische Tagesfragen. Er dankte der Jungen Union, im besonderen dem 1. Vorsitzenden W. Ritschl für die rege Mitarbeit in allen Bereichen der  CSU, die sich sehr fruchtbringend für die Gesamtarbeit in der Partei auswirke. Zum politischen Geschehen auf Kreisebene wußte MdL Rainer zu berichten, daß Kreisrat Josef Baumgartner aus der SPD ausgetreten und um Aufnahme in die Christlich Soziale Union gebeten habe.
Schon jetzt mache sich die CSU Gedanken bezüglich der Aufstellung der neuen Kreistagsliste für 1966, wobei die Junge Union entsprechende Berücksichtigung finden solle. Zum politischen Geschehen im niederbayerischen Raum meinte Rainer, daß sich in absehbar Änderungen in der Bezirksvorstandschaft ergeben werden. Daß langjährige und vielleicht auch verdiente Politiker nicht mehr gewählt werden, habe man in letzter Zeit deutlich zu verspüren bekommen. Es sei dringend notwendig, daß jeder Politiker, ganz gleich welche Stellung er bekleide, in engstem Kontakt mit der Bevölkerung bleibe. „Wir brauchen Leute, rief Rainer aus, mit denen man reden kann und nicht Politiker, die nur dann kommen, wenn wieder eine Wahl vor der Türe steht.“
Quelle: Bogener Zeitung, 02.06.1964


Bebauungsplan bereitet Schwierigkeiten
Steinburg.
 Bürgermeister Alfons Berger hat den Gemeinderat und die Grundstücksbesitzer im erstellten Bebauungsplan zu einer grundlegenden Aussprache eingeladen. Der Bürgermeister beleuchtete das Problem der Bebauung aus der Sicht der Gemeinde. Die Erstellung eines Bebauungsplanes und der damit verbundenen Nebenpläne zählt zu den Pflichtaufgaben der Gemeinden. Nachdem Steinburg eine rege Bautätigkeit hatte und schon wieder viele Bauwillige ein Eigenheim errichten wollen, sah sich die Gemeinde gezwungen, so schnell wie möglich einen Bebauungsplan aufstellen zu lassen. So wurde ein Flächennutzungsplan, ein Bebauungsplan und ein Kanalisationsplan in Auftrag gegeben. Diese Pläne liegen nun fertig auf und die Gemeinde zahlte dafür runde 17 000 DM. Diese Summe verpflichtet die Gemeidneverwaltung nun, weietere Schritte zu unternehmen, damit das verauslagte Geld in Erschließungskosten umgelegt werden kann. An Hand des Bebauungsplanes wurden die einzelnen Teilgebiete durchgesprochen. So begann man mit dem Teilgebiet Schafberg. Hier stehen die ausgewiesenen Grundstücke zur Verfügung, nicht aber der Grund für die Zufahrtsstraße. Somit ist ohne besondere Maßnahmen eine Bebauung in Schafberg nicht durchführbar. An diesem Umstand trägt aber die Gemeindeverwaltung keine Schuld.
Die Teilgebiete Wegern und Steinburg lasen Hoffnungen zu. Hier sind aber noch viele Verhandlungen zu führen, bevor fester Fuß gefaßt werden kann. Das Entgegenkommen und die Einsicht der betreffenden Grundstücksbesitzer ist besonders hervorzuheben. Abschließend erklärte der Bürgermeister, daß alle weiteren Schritte im Interesse der Allgemeinheit wohl erwogen werden, denn zu hohe Kosten stehen auf dem Spiel.
Quelle: Bogener Zeitung, 02.06.1964


Wieder 20 mehr, die helfen können
Erster-Hilfe-Kurs wurde abgeschlossen – Auch Kooperator Vos war unter den Teilnehmern
Hunderdorf. In der Gemeinde Hunderdorf wurde in den letzten drei Wochen ein Grundausbildungslehrgang in Erster Hilfe durchgeführt, an dem sich mehr als 20 junge Bürger beteilig ten. Zum offiziellen Kursabschluß durfte BRK-Gruppenführerin M. Hofmann Kreisgeschäftsführer Nowak und stellvertretenden Kreiskolonnenführer Lobmeier begrüßen. Sie dankte dem Kurslehrer Rudi Nowak für seine große Mühe und empfahl den Teilnehmern die Weiterbildung im Rahmen der monatlichen Fortbildungsabende.
Bei der Prüfung, die eine Wiederholung des gesamten Lehrstoffs der vorangegangenen sieben Doppelstunden wär, bewiesen die Damen und Herren, darunter auch Kooperator Vos, ein umfangreiches Wissen. Die angenommenen Verletzungen wurden sehr gut versorgt und die theoretischen Fragen richtig beantwortet. Kreisgeschäftsführer Rudi Nowak wies darauf hin, daß dieser Kursabschluß nicht das Ende, sondern der Beginn der Erste-Hilfe-Ausbildung sein sollte. Ein ständiges Lernen und Üben sei erforderlich. Mit dem Dank für die rege Mitarbeit verteilte Kreisgeschäftsführer Nowak die Kursbescheinigungen. Stellvertretender Kreiskolonnenführer Lobmeier überbrachte die Grüße des Kreiskolonnenführers Klar. Seiner Bitte, sich aktiv in der Rotkreuzgemeinschaft Hunderdorf zu betätigen, kam eine ganze Reihe von Schülern und Schülerinnen nach, Kolonnenführer Ludwig Niedermeier machte sich zum Sprecher der Kursteilnehmer; zwei Mädchen überreichten Kurslehrer Nowak einen netten Geschenkkorb. Mit einem gemütlichen Beisammensein fand dieser Kurs seinen Abschluß.
Quelle: Bogener Zeitung, 02.06.1964


Brot für das Leben der Welt
Feierliche Fronleichnamsprozession durch das Dorf
Windberg. Bis auf den letzten Platz war am Fronleichnamstag die Pfarrkirche gefüllt. H. H. Pater Roger zelebrierte bereits um 7 Uhr das Amt und trug dann, assistiert von zwei Mitbrüdern aus dem Kloster, das Allerheiligste durch das Dorf. Die Gläubigen formierten sich zu einem langen Zug. Auch die Vereine hatten sich wie gewünscht mit ihren Fahnen eingefunden, Bis sich alle in die Prozession einreihten, hatten die ersten den Altar, der in der Nepomuk-Kapelle am Dorfeingang errichtet worden war, schon erreicht. Den Baldachin trugen vier Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr. Hinter dem Allerheiligsten gingen der Gemeinderat mit der Blaskapelle Bugl, die die Lieder begleitete, dann folgten die Mädchen, die Männer, und den Schluß des Zuges bildeten die Frauen.
Bei jedem der vier Altäre, die im Dorf verteilt mit viel Geduld und Hingabe aufgestellt und geziert worden waren, wurde das Evangelium in deutscher Sprache gesungen. Nach den Fürbitten wurden die Gläubigen, unter denen sich auch etliche Fremde befanden, mit dem Allerheiligsten gesegnet.
Der Weg zurück zur Kirche führte über einen herrlichen Blumenteppich, den die Mädchengruppe Windberg gelegt. hatte, und auf dem auf Pfingstrosen und Birkenblättern in großen Buchstaben aus Margeriten sinnvoll und dem Tag entsprechend die Worte standen: „Brot für das Leben der Welt“. In der Pfarrkirche wurde dann die Feier mit dem Tedeum beendet.
Quelle: Bogener Zeitung, 02.06.1964


„Eiserner Vorhang“ vor der Kirche fällt
Der Pfarrhof wird nun auch von außen renoviert – Die Arbeiten haben bereits begonnen
Windberg. Nachdem der Pfarrhof, die alte Prälatur im letzten Jahr innen neu ausgebaut worden ist, wird er nun auch außen renoviert. Das Gebäude wird nicht neu verputzt, sondern nur „geschlämmt‘, das heißt, mit einer Kalklösung versehen, was allerdings nicht jedermanns Beifall findet.
Der alte Pfarrerstadel, der bisher die schöne Kirchenfassade wie ein „Eiserner Vorhang“ verdeckte, wird bei dieser Gelegenheit aber zur all gemeinen Befriedigung abgebrochen. An diese Stelle wird eine breite Ehrentreppe von 20 Stufen gebaut. Man kann sich vorstellen, wie festlich sich später Prozessionen und Festlichkeiten auf ihr entwickeln werden, und wieviele Gruppen von fremden Besuchern, Hochzeiten und Kommunionkindern sich darauf photographieren lassen werden. So einen schönen Hintergrund wie das ehrwürdige romanische Portal der Klosterkirche, findet man nicht leicht wieder. Der nun verschwindende Pfarrerstadel ist nicht ohne Geschichte. Er bildete bis 1803 einen Teil der Prälatur und enthielt Schlafzimmer und Hauskapelle des Abtes, sowie das Zimmer für seinen Kammerdiener. Jetzt beim Abbruch kommen an der Südmauer um eine Tür von interessanten Fresken zutage: zwei Gestalten, die gotische Schriftbänder tragen. Die Malereien, die sich leider nicht retten lassen, dürften aus dem 16. Jahrhundert stammen und deuten auf die erwähnte Hauskapelle hin. Sie können unter der Regierung des kunstliebenden Abtes Johann Thalmair (1541-1570) entstanden sein. Dieser war ein Straubinger Kind und seine Vaterstadt benannte in einem neu entstandenen Wohnviertel eine Straße nach ihm.
Sobald die Arbeiten abgeschlossen sind, wird auch H. Herr Pfarrer Ephrem dort einziehen, der bis jetzt immer noch bei seinen Mitbrüdern im Kloster wohnt.
Quelle: Bogener Zeitung, 02.06.1964
 


Wer baut wo uns was im Landkreis Bogen?
Bogen
. Beim Landratsamt sind nachstehende Beugesuche eingereicht worden: … Häusler Johann, Meidendorf, Gde. Windberg, Einbau der Stallung in die alte Scheune.
Quelle: Bogener Zeitung, 03.06.1964 


Sechs Gemeinden unter einen Hut gebracht
Straßenbau Bogen — Oberaltaich — Lintach, Buchberg, Utiendorf — Wiespoint wird Wirklichkeit — Wichtige Besprechung der. beteiligten Gemeinden
Bogen
. Auf Einladung des Landratsamtes hatten sich die Herren Bürgermeister der Gemeinden Bogen, Oberaltaich, Hunderdorf, Gaishausen, Mitterfels und Dachsberg im Sitzungssaal des Landratsamtes Bogen zu der in Lintach schon festgelegten Besprechung über den Straßenbau eingefunden, um eine federführende Gemeinde für diesen Straßenbau zu bestimmen. Gleichzeitig wurde auch über die Vergabe des Auftrages zur Erstellung eines Vor-Projektes beraten und beschlossen.
Oberregierungsrät Pös1 eröffnete in Vertretung von Landrat Hafner die Besprechung und gab noch einmal die Beratungspunkte bekannt. Amtmann Kraus und Sachbearbeiter Hans Kilger erläuterten‘ kurz die Ergebnisse der früheren Besprechungen. Bürgermeister Gall, Gaishausen, griff dann noch einmal die Frage auf, ob nicht wegen der überörtlichen Bedeutung dieses Straßenzuges (er berührt nämlich sechs Gemeinden) der Landkreis Bogen diese Straße ausbauen müßte. Er bezog sich dabei auf Informationen, die er sich beim Bayer. Gemeindetag geholt hatte. Oberregierungsrat Pösl widerlegte die Ansichten des Gemeindetages, in dem er auf Art. 9 Abs. 4 des Bayer. Straßen- und Wegegesetzes hinwies. Dort heißt es wörtlich: „Bei einem Wechsel der Straßenbaulast hat der bisherige Träger der Straßenbaulast dafür einzustehen, daß er der Straßenbaulast in dem durch die bisherige Straßenklasse gebotenen Ausbauzustand genügt und den hierzu notwendigen Grunderwerb durchzuführen hat“. Da dies nicht zutrifft, kann von den einzelnen Gemeinden ein Ausbau durch den Landkreis nicht gefordert werden. Kreisbauamtmann Kraus bemerkte außerdem dazu, daß ein Ausbau durch den Landkreis nicht vor 10 – 20 Jahren erfolgen könnte. Hingegen ist der Landkreis mit Zustimmung des Kreistages in der Lage, den Gemeinden bei der Verrentung aufgenommener Darlehen zu helfen, so bald der ausgebaute Straßenzug als Kreisstraße übernommen wird. Die Schwierigkeiten der Gemeinde Gaishausen bestehen darin, daß sie in diesem Jahr noch einen Straßenbau vom Bahnhof Steinburg zur Ortschaft Gaishausen mit einer Bahnüberführung durchführen muß, der sie finanziell erheblich belastet. Die neu zu bauende Straße von Bogen nach Uttendorf berührt die Gemeinde Gaishausen dagegen nur am Rande und deswegen ist die Übernahme der zu erwartenden Kosten (etwa 2 km Baustrecke) für die kleine und finanzschwache Gemeinde nicht einfach. Schließlich kam man auf die Erstellung eines Vorprojektes (laut Tagungsprogramm) zurück, denn erst nach Vorliegen desselben läßt sich übersehen, welche Längen und welche Kosten auf die einzelne Gemeinde entfallen werden.
Nach kurzer Aussprache wurde die Gemeinde Oberalteich die bei diesem Straßenbau die längste Strecke auszubauen hat, als ferderführende Gemeinde bestimmt. Diese wird nun von verschiedenen Ingenieurbüros Angebote über die Erstellung eines Vorprojektes einholen, wird zusammen mit den anderen Bürgermeistern eine Wegebegehung durchführen und den Auftrag schließlich vergeben.
Damit werden die bisherigen Bemühungen um die Durchführung dieses Straßenbaues, der wegen der Beteiligung von sechs Gemeinden schwierig. ist, folgerichtig fortgesetzt und es ist damit zu rechnen, daß der Ausbau dieses bedeutenden Straßenzuges zumindest abschnittsweise in den nächsten Jahren durchgeführt werden kann.
Quelle: Bogener Zeitung, 03.06.1964 


Nach Gottes heiligem Willen verschied schnell und unerwartet unsere gute, Mutter, Großmutter und Schwiegermutter
Frau Therese Weinzierl
Austräglerin von Apoig
im Alter von 84 Jahren.
Apoig, Hunderdorf, 2. Juni 1964
In tiefer Trauer:
Maria Heimerl, Tochter mit Familie
und übrige Verwandte
Beerdigung am Donnerstag um 9 Uhr vom Leichenhaus aus in Windberg.
Quelle: Bogener Zeitung, 03.06.1964 


Wasserleitung wird in Mitterfels und Hunderdorf gespült
Hunderdorf
. Zum Ärger der Hausfrauen passierte es zuletzt immer wieder, daß sie beim Öffnen der Wasserhähne von einer gelben Brühe überrascht wurden, die nicht nur unbrauchbar, sondern manchmal auch recht unangenehm sein konnte. Diese Färbung kam dadurch zustande, daß die Leitung gespült wurde und der Niederschlag aus den Leitungen ausgespült wurde. Bis zur Inbetriebnahme der Aufbereitungsanlage, muß noch immer damit gerechnet werden, daß solche „Überraschungen“ möglich sind. Damit aber die Wasserabnehmer nicht ganz im Ungewissen bleiben über die Verschmutzung des Wassers, wird ihnen hiermit durch die Vorstandschaft des Wasserzweckverbandes mitgeteilt, wann die Leitungen gespült werden. Hunderdorf: 6. Juni, 20. Juni, 4. Juli, 18. Juli, 1. August, 14. August, 29. August, 12. September, 26. September, 10. Oktober und 24. Oktober. In Mitterfels und Haselbach werden die Leitungen an folgenden Tagen gespült: 13. Juni, 27. Juni, 11. Juli, 25. Juli, 8. August, 22. August, 5. September, 19. September, 3. Oktober, 17. Oktober, 31. Oktober. Die Leitungen werden jeweils in der Zeit von 21 bis 23 Uhr gespült. Wegen der Reinigung der Hochbehälter wird außerdem in Mitterfels und Haselbach am 12. Juli und am 13. September von 6 bis 11 Uhr das Wasser gesperrt.

Quelle: Bogener Zeitung, 04.06.1964 


Josef Blasini beerdigt
Hunderdorf. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich am Samstagmorgen die Nachricht vom plötzlichen und unvorhergesehenen Ableben des Landwirts und Kohlenhändlers Josef Blasini von Apoig. Unglaublich schien der Tod des erst 40jährigen, der noch einige Tage vorher brav und treu, wie es seine Art war, die Arbeit verrichtet hatte. Zu seiner Beerdigung hatten sich daher auch außerordentlich viele Trauergäste eingefunden, die dem beliebten und geachteten Manne die letzte Ehre erweisen wollten. H. Pfarrer Ruß schilderte ihn in seiner Grabpredigt als besorgten Vater und fleißigen, tüchtigen Menschen, der ruhig und bescheiden sein Tagwerk verrichtete. Eine schwere Kriegsverletzung, der er selbst wenig Beachtung schenkte, hatte vermutlich zu seinem schnellen Tode geführt. Unser Mitgefühl gilt seiner jungen Frau und den beiden unmündigen Kindern. Der Krieger- und Veteranenverein ließ durch seinen Vorstand Gaschler einen Kranz niederlegen. Auch die Freiwillige Feuerwehr ehrte sein Mitglied durch eine Kranzspende, die Kommandant Anleitner auf das Grab legte. Mit dem Lied vom „Guten Kameraden“ ehrte die Kapelle Bugl den Toten.
Quelle: Bogener Zeitung, 04.06.1964 


Wir gratulieren
Windberg,
Frau Anna Stumhofer konnte ihren 74. Geburtstag feiern. Zwei Töchter entboten mit den Enkelkindern der Jubilarin Glückwünsche. Der einzige Sohn mußte im letzten Weltkrieg sein Leben für das Vaterland einsetzen und kehrte nicht mehr heim. Dies ist der größte Schmerz für die Jubilarin. Den Ehegatten, welcher erblindet war, verlor sie im Jahre 1955. Die Jubilarin ist weit über die Grenzen der engeren Heimat hinaus bekannt, da sie mit ihrem Mann lange Jahre die mit mühseliger Blindenarbeit gefertigten Bürstenwaren über Land verkaufte, Wir wünschen der Jubilarin noch viele frohe und gesunde Jahre im Kreise ihrer Angehörigen und hoffen, daß sie nicht den guten Humor verliert, der noch ein guter Lebensbegleiter ist.
Quelle: Bogener Zeitung, 04.06.1964 


Straßensperre wegen des Kirchweihfestes
Steinburg.
Am kommenden Sonntag findet der „Stoaburger Kirta“ statt. Daher hat das Landratsamt Bogen als zuständige Straßenverkehrsbehörde folgende Anordnung erlassen: 1. Anläßlich der Kirchweihveranstaltung wird das Straßenverbindungsstück Str. 2139—Str, Steinburg am 7. 6. 1964 in der Zeit von 11 Uhr bis 18 Uhr für den Verkehr gesperrt. 2. Die Umleitung des Verkehrs in Richtung Mitterfels erfolgt über die direkte Einmündung der Str. 2139 in die Str. 2147. 3. Für Schäden an der Straße, die durch die Veranstaltung entstehen haftet die Gemeinde Steinburg. 4. Evtl. ankommenden Lastzügen ist die Durchfahrt durch das gesperrte Straßenstück zu ermöglichen. 5. Die Sperrung ist durch das Verkehrszeichen 11 und durch geeignete Absperrvorrichtungen kenntlich zu machen. 6. Die Umleitungsstrecke ist ausreichend zu beschildern. 7. Die Gemeinde Steinburg ist für die einwandfrei Beschilderung verantwortlich. Die Sperr- und Umleitungszeichen sind pünktlich aufzustellen und pünktlich wieder zu entfernen.
Quelle: Bogener Zeitung, 04.06.1964 


Steinbürger Kirchweihfest
Steinburg.
Etwas früher als all die Jahre her feiert Steinburg seinen Johanni-Kirta schon am kommenden Samstag und Sonntag. Verschiedene Veranstaltungen der Umgebung machten ein Vorverlegen notwendig. Das tut aber keinen Abbruch, denn wir haben jetzt schon hochsommerliche Wärme und die Natur steht in höchstem Wachstum und größter Pracht. Am Samstag Nachmittag beginnen die Fahrgeschäfte schon mit ihrem Betrieb und jung und alt kann sich vergnügen. Um sieben Uhr abends beginnt dann der große Feuerwehr-Ball in der Bergerhalle. Die bekannte Volksfestkapelle Hans Helmbrecht Bogen wird Schwung und Stimmung in den Saal bringen und zeigen, daß sie auch eine erstklassige Tanzkapelle ist. Der Sonntag wird mit einem Festgottesdienst um 9.30 Uhr in der Schloßkirche zu Steinburg eingeleitet, den der Pfarrherr aus Hunderdorf selber zelebrieren wird. Der weltliche Teil wird eingeleitet durch einen Frühschoppen in der Brauerei Berger und dann steht der ganze Tag unter dem Motto: „Fröhlichkeit“. Ab 15 Uhr ist Tanz in der Halle. Fahrgeschäfte und viele Fieranten warten auf zahlreichen Besuch und auch die Gemeindeverwaltung Steinburg wie die Feuerwehr laden jung und alt aus nah und fern höflich ein.
Quelle: Bogener Zeitung, 05.06.1964 


Frühlingskonzert des Gesangvereins
Hunderdorf. Bunt wie ein Strauß von Frühlingsblumen ist auch das Programm des Frühkonzertes, das der Gesangverein Hunderdorf am kommenden Samstag unter Mitwirkung des Jugendorchesters der Liedertafel dem Publikum bringt. Bei der Auswahl der Lieder und Orchesterstücke war man auch diesmal bemüht, für jeden Geschmack etwas zu bringen, und die Feinschmecker des Liedes werden besonders an den Villanellen — den Bauernliedchen —, die im 18. Jahrhundert, von Neapel ausgehend, sich über Italien, Deutschland und Frankreich ausbreiteten, viel Freude haben. Neben den Liedern wird man aber auch die Instrumentalvorträge und die junge Musikgruppe unter Leitung von Werner Weber jun. zu beachten haben. Bleibt nur noch zu wünschen, daß der Besuch, wie bei den früheren Aufführungen, auch diesmal gut sein wind.
Programm
I
. Teil: 1. gemischter Chor: a) ‚Sängerspruch „Grüß Gott; b) Schläft ein Lied – Sinnspruch von Jörg Spranger; c) Viele verachten die edle Musik – Weise von Kaspar Bachofen (Satz: Gottfried Wolters,) – 2. Musikgruppe Weber: a) Gavotte von Friedrich Händel; b) Menuett von Friedrich Händel. – 3. Gem. Chor: a) Grüß Gott du schöner Maien – Volksweise (Satz: Otto Roy); b) Wenn alle Wässerlein — Volksweise (Satz: Hans Lang). —’4. Klavier und Geige: Geigenkonzert von Viwaldi. — 5. Villanelle: „Lenz‘‘ von Gregor Lange. (1586): Begleitung: Blockflöte, Alt-Melodika, Alt-Xylophon. — 6. Klaviervortrag von H. Kronschnabl, Straubing. — 7. gem. Chor: Die kleine Nachtigall von Peter Tschaikowsky (1840—1893). — 8. Musikgruppe Weber: Menuett von Josef Haydn.
II. Teil: 8. Musikgruppe Weber: Wien bleibt Wien — von Johann Schrammel. — 9. Villanelle: Nun bin ich einmal frei — von Jakob Regnat (1578). — 10. Klavier-Ständchen von Franz Schubert (Satz: Franz Behr). — 11. Männerchor: a) Vom Arber bis zum Donaustrand — Sängerspruch des Donau-Wald-Sängergaues; b) An dem reinsten Frühlingsmorgen (Satz: Rudolf Desch); c) Der Mai ist gekommen (Satz: Rudolf Desch). — 12. Klavier und Geige: Menuett von W. A. Mozart. — 13, gem. Chor: a) Viele, viele Künste — Kanon; b) Viel Freuden mit sich bringet — Volksweise (Satz: Hans Lang); c) Heureigen — Weise von J. A. Peter Schulz (Satz: Hans Lang). — 14. Musikgruppe Weber: a) Stettiner Kreuzpolka — von Schlichting; b) Im Kahlenberger Dörferl — von Ph. Fahrbach jun. — 15. Offenes Singen: a) Auf, auf zum fröhlichen Jagen; b) Hoch auf dem gelben Wagen. — 16. Kanon: Laßt euch nicht verdrießen.
Quelle: Bogener Zeitung, 05.06.1964


Wer baut wo und was im Landkreis Bogen?
Aufstellung der vom 19. bis 22. 5.1964 eingereichten Baugesuche
… Schichtl Siegfried, Hunderdorf, Antrag auf Vorbescheid wegen Errichtung eines Austraghauses … Sachs Otto, Lintach, Gde. Hunderdorf, Neubau einer Garage … Kronfeldner Max, Hofdorf, Gde. Hunderdorf, Stall- und Scheunenneubau; Blasini Josef, Hunderdorf, Neubau eines Grünfuttersilos … Amann Anton, Apoig, Gde. Hunderdorf, Neubau von Garagen …
Quelle: Bogener Zeitung, 06.06.1964 


Gestorben
Bogen.
Am Freitag in den Morgenstunden verschied nach kurzer Krankheit unerwartet der Bundesbahnpensionist Rottenmeister a. D. Xaver Häusler, der Vater von Lehrer Häusler, Hunderdorf, im Alter von 72 Jahren.
Quelle: Bogener Zeitung, 06.06.1964 


Therese Weinzierl zu Grabe getragen
Windberg.
Am Freitag wurde die Austragslandwirtin Therese Weinzierl von Apoig auf dem Friedhof in Windberg zur letzten Ruhe gebettet. Die Verstorbene erreichte ein Alter von 84 Jahren. H. Pfarrer P. Ephrem übergab den Sarg der geweihten Erde, Der Kirchenchor gab der Verstorbenen mit einem Grablied das letzte Geleite.
Quelle: Bogener Zeitung, 06.06.1964 


„Wintischützen“ auf Reise
Windberg.
„Auf geht’s nach Österreich“. Mit diesem Ruf machten sich am Freitag die Windberger „Winitschützen“ auf, um herrliche Gebirgslandschaften zu erleben. Aber leider meinte es das Wetter nicht besonders gut. Als erstes wurde bei Freising ein wolkenbruchartiger Regen „besichtigt“, der die Gemüter der Reisegesellschaft in nicht gerade gemütliche Stimmung  versetzte, Auf der Zwei-Tage-Fahrt ging es zu den Krimmler-Wasserfällen und zur Lichtensteinklamm. Auch die Salinenstadt Halstein wurde besucht, und mit der Gondelseilbahn schwebte man hinauf zum Dürrnberg. Als Bergknappen verkleidet ging es auf die verschiedenen langen Rutschbahnen des Bergwerks, welche mit lauten Angst- oder Jubelrufen überwunden wurden, in das Innere des Bergbaumuseums. Auf der Floßfahrt im unterirdischen See wurde dann noch das Salzwasser gekostet. Der Stadt Salzburg wurde anschließend noch ein kurzer Besuch abgestattet. Mit vielen Eindrücken von der herrlichen Landschaft und mit frohen Gemütern kehrten die „Winitschützen“ wieder in die Heimat zurück.
Quelle: Bogener Zeitung, 06.06.1964 


Rege Bautätigkeit
Windberg.
Herr Johann Brunner von Irenzfelden erstellt eine Scheune mit Stallung. Während die Scheune schön bezugsfertig ist, steht die Stallung im Rohbau fertig. Der Wohnhausbau von Rudi Nächster aus Windberg steht ebenfalls kurz vor der Fertigstellung und mit dem Einzug kann bald gerechnet werden. Für den Wohnhausbau von Rudolf Wirth in Windberg sind in den letzten Tagen die Angangsarbeiten begonnen worden von der Baufirma Rupert Feldmeier von Meidendorf ausgeführt.
Quelle: Bogener Zeitung, 06.06.1964


60. Wiegenfest
Windberg. Am Montag kann Herr Albert Schmidbauer von Meidenberg sein 60. Wiegenfest rüstig und frisch feiern. Wir wünschen ihm noch viele frohe und gesunde Jahre.
Quelle: Bogener Zeitung, 06.06.1964 


Feuerwehrübung
Windberg.
Für sämtliche aktive Mitglieder der FFW Windberg findet am Sonntag vormittag 8 Uhr eine Übung statt. Treffpunkt beim Feuerhaus. Erscheinen ist Pflicht.
Quelle: Bogener Zeitung, 06.06.1964 


Windberg. (Bund fürs Leben) Beim Standesamt Windberg gingen am Mittwoch der Postfacharbeiter Ferdinand Schötz von Ried und die Landwirtstochter Helene Förg von Ried die Ehe ein. Der jungen Familie Schötz alles Gute auf dem gemeinsamen Lebensweg.
Quelle: Bogener Zeitung, 06.06.1964 


Vollkommen unerwartet und für uns alle noch unfaßbar, ist am 4. Juni 1964, unser lieber Sohn, Bruder, Onkel und Schwager
Herr Konrad Päßler
z. Zt. in Eßlingen am Neckar

im Alter von 24 Jahren von uns gegangen.
Ried, Eßlingen, Hunderdorf, Rosenheim, 4. Juni 1964
In unfaßbarem Leid:
Arthur und Anna Päßler, Eltern
mit Geschwistern und Verwandtschaft
Trauergottesdienst am Montag, 8. 6. 1964, vormittags 9 Uhr, in der Pfarrkirche zu Windberg mit anschließender Beerdigung.
Seelenrosenkränze am Samstag abends 7.30 Uhr und Sonntag nachmittag, 2 Uhr.
Quelle: Bogener Zeitung, 06.06.1964 


Vom Standesamt Bogen
Bogen.
Das Standesamt der Stadt Bogen verzeichnete im Mai 16 Geburten, 3 Eheschließungen und 13 Todesfälle. Geburten: … Herbert Bugl; Gaishausen … Sigrid Weithaler, Steinburg; Alois Reinhardt, Schafberg (Gde. Steinburg); Helga Maria Niedermeier, Hunderdorf … Angelika Hamberger, Windberg; Franz Xaver Martin Solcher, Steinburg. … Gestorben: … Solcher Anna Rosalia, Steinburg, 67 Jahre …
Quelle: Bogener Zeitung, 08.06.1964 


Fahnenweihe des Veteranenvereins Hunderdorf
Fahne das Symbol alter Kriegerkameradschaft . Renovierung des Kriegerdenkmals
Hunderdorf.
  In der kurzen Zeit seines Bestehens hat sich der Krieger- und Veteranenverein Hunderdorf zu einem großen Verein entwickelt, der sich nach der Zahl seiner Mitglieder zu den größten Vereinen des Landkreises überhaupt zählen darf. So unermüdlich wie beim Aufbau und der Werbung von Mitgliedern zeigte sich nun der 1. Vorstand, Herr Gaschler, auch bei der Anschaffung einer Vereinsfahne und bei der Vorbereitung der Fahnenweibe, die zugleich mit der Weihe des renovierten Kriegerdenkmals stattfinden wird. Der Festausschuß hat bereits das Programm für die Veranstaltungen am 13. und 14. Juni festgelegt und es ist folgender Ablauf vorgesehen. Am Samstag, ist um 20 Uhr ein Standkonzert vor dem Vereinslokal Sandbiller mit der Kapelle Bugl. Anschließend Aufstellung des Fackelzuges und Marsch zum Kriegerdenkmal, wo die Gefallenen durch eine Kranzniederlegung geehrt werden. Von dort aus bewegt sich der Zug weiter zum Friedhof zur Ehrung der verstorbenen Kriegerkameraden und Vereinsmitglieder. Nach dem Zapfenstreich ist ein gemütliches Beisammensein bis 24 Uhr im Vereinslokal.
Am Sonntag ist bereits um 5 Uhr ein Weckruf durch die Kapelle Bugl mit Salutschießen. Um 8 Uhr Einholung der Fahnenmutter Frau Meier von Hofdorf und der Festjungfrauen Weinzierl Brigitte, Steckler Hannelore und Feldbauer Christa. Ab 7 Uhr werden die geladenen Vereine empfangen und der Patenverein Windberg abgeholt. Um 9.15 Uhr Aufstellung zum Kirchenzug und um 10 Uhr nehmen alle Vereine am Festgottesdienst in der Pfarrkirche teil. Hernach ist die Einweihung des renovierten Kriegerdenkmals mit Ansprache des Vereinsvorsitzenden Leo Gaschler. Die Festansprache hält der Schirmherr der Veranstaltung, Herr Landrat Hafner. Der Gesangverein Hunderdorf wird für die Gefallenen ein Lied vortragen. Nach der Verleihung der Fahnenbänder an die Ortsfahne ist Abmarsch durch das Dorf zu den Lokalen. Am Nachmittag formieren sich die Vereine um 14 Uhr zu einem Festzug durch das Dorf und dann erfolgt die Verleihung der Erinnerungsbänder an den Patenverein und die Kameradschaftsvereine. Mit einem Tanz, der ab 16 Uhr im Gasthaus Sandbiller beginnt, klingt der Festtag aus.
Schonheute werden die Einwohner von Hunderdorf gebeten, bei den Ehrungen für die Gefallenen sich zu beteiligen und zum Festtag die Häuser zu schmücken.
Quelle: Bogener Zeitung, 09.06.1964 


Zwei Mädchen auf einem Fahrrad bergab ins … Krankenhaus
Hunderdorf.
Eine Achtzehnjährige und eine Sechzehnjährige fuhren auf einem Fahrrad. Beim Durchfahren einer bergab führenden Kurve kamen sie am neuen Friedhof wegen der überhöhten Geschwindigkeit von der Fahrbahn ab und stießen mit einem entgegenfahrenden Kombi zusammen. Beide Mädchen wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Die eine mit schweren Verletzungen.
Quelle: Bogener Zeitung, 10.06.1964 


Aus der Vorstandsitzung des VdK
Hunderdorf.
In der Vorstandsitzung unter Leitung des 1. Vorsitzenden Kr. und Gde-Rat Unger des VdK Hunderdorf wurde beschlossen, sich an der Fahnenweihe des Krieger- und Veteranenvereins Hunderdorf zu beteiligen. Die Mitglieder treffen sich am Samstag 20 Uhr bei der Fahne des VdK vor dem Gasthaus Sandbiller in Apoig zur Teilnahme an der Gefallenenehrung. Für Sonntag bitten wir die örtlichen Bekanntgaben zu beachten! Unsere Mitglieder werden um zahlreiche Beteiligung ersucht und zugleich gebeten, wenn sie auch Mitglieder des Krieger- und Veteranenvereins sind, bei der Fahne des VdK zu marschieren. Als weiterer Punkt wurde der Jahresausflug des VdK besprochen. Dieser wird am 26. Juli durchgeführt. Abfahrt: Früh 400 Uhr in Hunderdorf über Simbach-Braunau nach Straßwalchen-Zeller-Mond- und Atersee, Bad Ischl, Endziel St. Wolfgang am Wolfgangsee. Besuch des Schafberges mit Zahnradbahn ist vorgesehen. Rückfahrt über Strobl, St. Gilgen, Fuschlsee-Salzburg. Wir bitten um Meldung der Teilnehmer bei Kam. Schmid, Kassier in Apoig. Fahrpreis: 15.50 DM oder beim 1. Vorsitzenden Siedlung 151 bei gleichzeitiger Entrichtung des Fahrpreises. Teilnehmer bitten wir Kennkarte, Personalausweis oder Reisepaß in Ordnung zu bringen. Mit einer allgemeinen Aussprache über interne Angelegenheiten des Vereins und Versorgungsprobleme wurde die harmonisch verlaufene Sitzung beendet.
Quelle: Bogener Zeitung, 10.06.1964 


Am Samstag Fatima-Tag
Windberg.
Am Samstag findet wieder die monatliche Fatima-Feier statt. Um 14.30 Uhr ist in der Waldkapelle in Hl. Kreuz eine Andacht mit Predigt. Um 19.30 Uhr beten die Gläubigen in einer Prozession nach Heilig Kreuz. Anschließend wird H. H. Pfarrer P. Ephrem die Abendmesse zelebrieren.
Quelle: Bogener Zeitung, 10.06.1964 


Windberg. (Rotkreuz-Dienstabend) Am kommenden Donnerstag findet um 20 Uhr im Gasthaus Wagner ein Dienstabend für die Rotkreuz-Gruppe Windberg statt. Alle aktiven Mitglieder möchten dazu erscheinen.
Quelle: Bogener Zeitung, 10.06.1964 


Ballone der Freundschaft sind unterwegs
Mehr als 2000 Luftballone in einer Aktion der Freundschaft und des Friedens die Grüße des Jugendrotkreuzes
Hunderdorf. Wie alljährlich um diese Jahreszeit startete auch in diesem Jahr das Jugendrotkreuz des Landkreises seine Aktion des guten Willens zur Freundschaft und Völkerverständigung. An allen Schulen, an denen eine JRK-Gruppe besteht, werden in diesen Tagen die bunten Luftballone mit den Freundschaftsgrüßen in die Luft steigen, um den Menschen des In- und Auslandes zu sagen: Alle sind Brüder. Auf Hl. Kreuz trafen sich am Montag die Schulen von Hunderdorf, Neukirchen, Obermühlbach, Steinburg und Windberg, um von hier aus rund 500 Ballons aufsteigen zu lassen, und die Leute vom Roten Kreuz hatten alle Hände voll zu tun, um die Ballons mit dem leichten Gas zu füllen. Von einem kräftigen Westwind getrieben, verschwanden die Segler der Lüfte bald hinter den Bergen, begleitet von guten Wünschen und Hoffnungen der Kinder. Gespannt erwarten sie nun die Rückkehr ihrer Karten die von den Findern abgesandt werden sollen.Mit diesen Karten nehmen sie dann an dem großen Wettbewerb teil, der für den weitesten Flug und alle Flüge über eine Mindestdistanz von 150 km schöne Preise vorsieht, Alle hoffen wir aber, daß diese Aktion des guten Willens mit dazu beitragen wird, die Spannungen unter den Menschen und Völkern zu vermindern und den Frieden und der Freundschaft unter den Völkern zu dienen.
Quelle: Bogener Zeitung, 11.06.1964 


Mit 24 Jahren ins Grab
Windberg.
Gestern, Dienstag, wurde Herr Konrad Päßler von Ried auf dem Friedhof in Windberg zur letzten Ruhe gebettet. H. Pfarrer Ephrem übergab den Sarg der geweihten Erde. Der Verstorbene schied mit 24 Jahren auf der Arbeitsstelle In Eßlingen aus diesem Leben und wurde am Montag in die Heimat überführt. Päßler arbeite als Säger in einem Sägewerk in Eßlingen am Neckar. Die plötzliche und vollkommen unerwartete und unfaßbare Todesnachricht am vergangenen Freitag traf Eltern und Geschwister gleichermaßen schwer. Die Teilnahme an der Trauerfeier war groß und den Eltern und Geschwistern galt die große Beileidsbezeigung für den so völlig unerwartet im Blütenalter verstorbenen Sohn und Gruder
Quelle: Bogener Zeitung, 11.06.1964 


Arbeiten an der Wasserverbundanlage auf Hochtouren
Rohbau der Wasseraufbereitungsanlage vor der Fertigstellung – Bau des Hochbehälters in Hoch macht Fortschritte
Drei Tiefbrunnen zusammengeschlossen
Hunderdorf. Auf 2 Großbaustellen des Wasserzweckverbandes wird derzeit mit Hochdruck gearbeitet. Während der Bau der Aufbereitungsanlage auch über der Erde in die Höhe wächst, ist jedoch beim Bau des Hochbehälters in Hoch, der aus 2 zylinderischen Schächten besteht, über der Erdoberfläche noch

Der Hochbehälter im Bau

wenig zu sehen. Die Aufbereitungsanlage, die einmal die Einrichtung aufnehmen wird, durch die das aus den 3 Tiefbrunnen geförderte Wasser in einwandfreies Trinkwasser umwandeln wird, konnte in relativ kurzer Zeit hochgebracht werden. Allerdings wird der Ausbau mit den verschiedenen maschinellen Anlagen, die einmal das Eisen im Wasser abfiltern, das Mangan entziehen und Sauerstoff zusetzen werden, noch einige Zeit in Anspruch nehmen und es ist kaum damit zu rechnen, daß noch heuer die Anlage in Betrieb genommen werden kann. Die Aufbereitung ist eines der kostspieligsten Projekte der ganzen Verbundanlage Hunderdorf- Mitterfels -Haselbach und wird mehrere hunderttausend Mark kosten. Im Zuge dieser Arbeit müssen auch die Pumpen für die Tiefbrunnen eingebaut werden und eine Straßenunterquerung war notwendig zur Ableitung der Stoffe, die einmal durch die Anlage ausgeschieden werden. Gleichzeitig mit dem Staßendurchstich konnte aber auch die nach Hofdorf vorgesehene Hauptleitung einbezogen werden, so daß also hier einmal der Anschluß nach Hofdorf schneller gemacht werden kann. Ebenfalls zügig gehen die Arbeiten in Hoch vorwärts, wo ein

Der Rohbau der Aufbereitungsanlage

Hochbehälter errichtet wird, der einmal als Wasserreserve zur Versorgung nach Mitterfels und Haselbach von Bedeutung sein wird. Zwei zylindrische Behälter mit mehreren Metern Durchmesser werden hier aus Stahlbeton unter die Erdoberfläche gebaut und eine Pumpanlage muß hier ebenfalls zum Weitertransport des Wassers eingeplant werden. Gerade die Arbeiten am Hochbehälter fordern ein großes Maß an Vorsicht und Präzision, da sie einmal den Druck mehrerer hundert Kubikmeter Wasser aufzufangen haben und natürlich auch auf lange Sicht dieser Belastung standhalten müssen. Erfreulich ist, daß durch diesen Bau, der einmal mehr oder weniger unter der Erdoberfläche verschwinden wird, auch das Landschaftsbild, das hier auf der Anhöhe besonders reizvoll ist, kaum gestört wird. Wie auf der letzten Verbandsversammlung durch die Vorstandschaft des Zweckverbandes angekündigt wurde, will man die Arbeiten so weit wie nur irgendwie möglich forcieren und über das heurige Bauprogramm hinaus noch so viel erledigen, als es Zeit und Mittel gestatten. Dieses Versprechen von Vorstand Härtenberger, das von Landrat Hafner und der Verbandsversammlung nachdrücklich im Hinblick auf die Notwendigkeit der ganzen Maßnahme gebilligt wurde, konnte bisher gehalten werden und es ist zu hoffen, daß die Arbeiten keine unvorhergesehenen Störungen erfahren.
Quelle: Bogener Zeitung, 11.06.1964  


Hunderdorfer Frühlingskonzert begeisterte
Ein großer Erfolg für den rührigen Hunderdorfer Gesangverein
Hunderdorf. Bei den Aufführungen des Gesangvereins Hunderdorf hat sich immer wieder gezeigt, daß Veranstaltungen, die für jeden Geschmack etwas bringen, ein volles Haus garantieren. Diese Erfahrung wurde bestätigt, als am Wochenende die Sänger zu ihrem Frühlingskonzert einluden. Gleichzeitig aber war der gute Besuch auch eine Anerkennung für die Arbeit dieses Vereins, der mit diesem Tag auch sein l5jähriges Bestehen feiern konnte. Daß die Veranstaltung diesmal wieder als „Stuhlkonzert“ stattfand, war nicht nur für die Mitwirkenden von Wichtigkeit, sondern auch im Hinblick auf den störungsfreien Ablauf des ganzen Konzertes ein bedeutender Gewinn.
Das Programm selbst brachte wie bereits erwähnt, eine solche Fülle von Darbietungen, daß nicht nur die verschiedensten Ansprüche befriedigt, sondern auch die größtmögliche Abwechslung geboten wurde. Der gemischte Chor, immer wieder erstaunlich zusammengeschmiedet durch den energischen Liedermeister Hösl, bot im allgemeinen eine gute Leistung und übertraf sich selbst in „Die kleine Nachtigall“ von Peter Tschaikowskij. Besonders erfreulich war der Mut zur Aufführung der Villanellen „Lenz“ und „Nun bin ich frei“, die auch in dem neuen Satz ihre Entstehung und Heimat nicht verbergen konnten und durch ihre eigenwillige Harmonie einen reizvollen Höhepunkt bildeten. Das Jugendorchester der Liedertafel Bogen unter Leitung von Werner Weber bot eine überraschend ausgereifte Leistung, und das Publikum geizte für die jungen Musiker, die aus Liebe und Idealismus musizieren und damit eine erfreuliche Erscheinung in der heute so sachlichen und anderen Vergnügungen mehr aufgeschlossenen jungen Generation bilden, nicht mit Applaus. Als Solisten stellten sich Gisela Buschheuer (Klavier) und Werner Weber (Violine) vor, und ihre Darbietungen wurden ebenso wie die von Herrn und Frau Hösl (Klavier) mit begeistertem und dankbarem Beifall honoriert, Es bleibt noch zu sagen, daß auch der Männerchor Hunderdorf wieder in Erscheinung trat und ebenfalls sein Bestes gab. Alles in allem ein großer Erfolg des rührigen Vereins, der Mut geben wird, zu weiteren Veranstaltungen dieser Art.
Quelle: Bogener Zeitung, 12.06.1964 


Kriegerverein für sein großes Fest gerüstet
Kriegerdenkmal wurde renoviert – Die Fahne des Kriger- und Veteranenvereins ist ein Prachtstück – Bevölkerung zur Mitgestaltung des Festes aufgerufen
Hunderdorf. Die Organisation eines Festes, wie es die Fahnenweihe des Krieger- und Veteranenvereins zu werden verspricht, kostet so viele Vorarbeiten, von denen sich der Laie gar keine Vorstellung machen kann. Die verantwortlichen Männer des Festausschusses, besonders aber Herr Gaschler und Herr Hirtreiter, haben keine Mühe und Arbeit gescheut, um dieses Fest bis ins kleinste vorzubereiten und alle Mängel nach menschlichem Ermessen auszuschalten. Das Programm ist bis ins Detail festgelegt, und man hofft nur, daß das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht.
Eine besondere Bitte richtet der Festausschuß an die Bevölkerung von Hunderdorf. Am Vorabend findet ein Standkonzert vor dem Gasthaus Sandbiller statt, zu dem neben den Mitgliedern der örtlichen Vereine auch die Einwohner von Hunderdorf eingeladen sind. Die Häuser möchten geschmückt und beflaggt werden. Die ,„Taferlbuben“ sollen sich pünktlich am Sonntag um 7 Uhr vor dem Gasthaus Sandbiller einfinden.
Die neue Fahne hat auf der einen Seite ein großes Eisernes Kreuz als Symbol der Kriegerkameradschaft und weist auf der anderen Seite das markanteste Bild unseres Ortes, den Kirchturm mit dem Pfarrhof im Vordergrund auf. Das Fahnentuch ist eine saubere Stickarbeit geworden und ist in der gesamten Ausführung sehr gut gelungen. Auch die Fahnenbänder der Fahnenmutter, der Festjungfrau und für den Patenverein sind sehr schön verarbeitet und gestaltet.
Steinmetzmeister Willi Kaiser von Bogen hat sich große Mühe gegeben bei der Renovierung des Denkmals, das damit wieder zu einer würdigen Gedenkstätte für die Gefallenen geworden ist.
Quelle: Bogener Zeitung, 12.06.1964 


„Tiger“ und „Weißer Adler“ auf Fahrt
Jungschar Hunderdorf im Zeltlager – Fahrtenteilnehmer berichten:
Hunderdorf. Auch heuer wieder fuhr die Jungschargruppe Hunderdorf ins Zeltlager. Groß war die Freude, als wir nach Auerkiel bei Böbrach aufbrachen. Einige Eltern hatten sich bereit erklärt, uns zum Zeltplatz zu bringen. Nach 1 ½ Stunden Fahrt kamen wir dort an. Freundlicherweise übernahm die Raiffeisenkassen Hunderdorf — Windberg den Transport unserer Zelte und des Gepäcks. Ein großes Zelt stellte übrigens das Rote Kreuz. Noch im Laufe des Vormittags gingen wir mit Feuereifer daran, unsere „Behausungen‘“ aufzuschlagen und „einzugsfähig‘‘ zu machen. Hernach wurde ein Spähtrupp ausgeschickt, der die Umgebung auskundschaften sollte.
Jeden Morgen ertönt um 7 Uhr ein Pfiff, der Morgenappell, Fertigmachen zum Frühsport und Waschen bedeutete. Täglich besuchten wir darauf den Gottesdienst, den H. Pater Wolfgang, unser Lagerleiter für uns zelebrierte. Gespannt waren wir allerdings alle, wie das Essen schmecken würde, das wir uns nun zum erstenmal selbst zubereiten mußten. Doch unsere Erwartungen, genauer Befürchtungen, wurden weit übertroffen. Die Gerichte mundeten vorzüglich, und kaum einer war dabei, dem es zu Hause. besser geschmeckt hätte. So gab es zum Beispiel Gulasch, Schnitzel und andere leckere Bissen. Als Nachtisch waren vor allem Pudding und Ananas sehr begehrt.
An den Nachmittagen vertrieben wir uns die Zeit mit Geländespielen, Wanderungen, Fußball und Gruppenwettkämpfen. Ein besonderes Vergnügen war die Schnitzeljagd. Den Siegern winkten Preise, daß ihnen das Wasser im Mund zusammenlief. Allerdings verdienten sie sich diese auch redlich.
In der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch hatten wir ein besonders aufregendes Erlebnis. Zwei Führer einer Pfadfindergruppe, die in der Nähe ihr Lager aufgeschlagen hatte, versuchten unsere Wimpel zu klauen. Doch der „Boß“ zog eine meterlange Alkoholfahne nach sich, und so war es nicht allzu schwer, ihn zu fesseln und unschädlich zu machen. Da er die Spielregeln nicht beachtet hatte (er hätte mit Pfadfinderhut kommen müssen) waren wir berechtigt, ihn so zu behandeln. Den Zweiten schickten wir in ihr Lager, Verstärkung für den Abtransport der „Bierleiche“ zu holen. Diese kam dann auch, und sie holten ihren Chef über den Regen ins Lager zurück.
Besonders feierlich war am Freitag abend die Aufnahme der Jungen in die katholische Jungen-Gemeinschaft (KJG.) Manche waren so aufgeregt, daß das Jawort wie ein Hauch über ihre Lippen kam. Am Abend zuvor mußten sie als Zeichen ihrer Reife um in die Gemeinschaft aufgenommen werden zu können eine Mutprobe ablegen. Mit klappernden Zähnen und schlotternden Knien kamen sie von ihrem Gang durch einen unheimlichen Wald. in dem er von „Geistern“ nur so wimmelte ins Lager zurück. Aber jeder behauptete energisch, sich nicht gefürchtet zu haben.
Viel zu schnell jedoch vergingen diese herrlichen Tage der Ruhe und des Nichtstuns. Alle wünschten wir uns, noch eine Woche bleiben zu dürfen. Doch allzu schnell kamen am Samstag die Eltern, um uns wieder nach Hause zu holen. Eigentlich aber hatten wir nie die Verbindung zur Heimat verloren, denn fast jeden Tag besuchten uns willkommene Gäste, darunter H. Pfarrer Ruß aus Hunderdorf und H Pfarrer Ephrem aus Windberg. Jedesmal freuten wir uns sehr, denn wir sahen, daß wir zu Hause nicht vergessen wurden.
Quelle: Bogener Zeitung, 13.06.1964 


Den Gefallenen zum Gedenken
Kranzniederlegung am renovierten Kriegerdenkmal – Gedanken an die verstorbenen Mitglieder im Friedhof
Hunderdorf. Die Erwartungen des Festausschusses des Krieger- und Veteranenvereins wurden nicht nur erfüllt, sondern die Einwohnerschaft von Hunderdorf hatte sich sogar selbst übertroffen bei der Vorbereitung und Mitarbeit für die Fahnenweihe. Schon am Vorabend waren die Häuser reich geschmückt, und der kühle Abendwind bauschte die vielen Fahnen. Hunderte von Menschen versammelten sich vor dem Gasthaus Sandbiller, wo die Kapelle Bugl mit einem Standkonzert aufwartete. Gegen 23.30 Uhr formierte man sich unter Beteiligung der örtlichen Vereine zum Fackelzug. Durch den Ort ging es zum Kriegerdenkmal.
Im Namen der Gemeinden Hunderdorf, Steinburg und Gaishausen legte Bürgermeister Reiner einen Kranz am Ehrenmal nieder. Vorstand Leo Gaschler ehrte namens des Krieger- und Veteranenvereins und Herr Karl für den VdK-Ortsverband die Gefallenen beider Weltkriege mit einer Kranzspende. Alfred Bugl und Siegfried Schütz sprachen den Prolog von Walter Flerg für die toten Helden. Während die Kapelle Bugl das Lied vom guten Kameraden intonierte, hallte ein dreifacher Salut über den Festplatz. Ein einem Schweigemarsch begab man sich anschlie0end zum neuen Friedhof, wo den drei verstorbenen Mitgliedern des jungen Vereins Eichmeier, Pleyer und Blasini, ein Blumengebinde aufs Grab gelegt wurde. Im Schein der Fackeln verweilte man im stillen Gebet an den Gräbern.
Der Vorabend des Festes brachte damit einen würdigen Auftakt, der ganz dem Gedenken der Männer gewidmet war, die während der Kriege ihr Leben geben mußten. Er brachte aber auch eine Ehrung für die drei Mitglieder des Vereins, die sich noch vor einem Jahr freudig und bereitwillig dem damals erst gegründeten Verein angeschlossen haben, um hier die alte Kriegskameradschaft zu pflegen und das Gedenken an die Toten lebendig zu erhalten.
Quelle: Bogener Zeitung, 15.06.1964 


Mütterberatung
Windberg.
Die Mütterberatung für Windberg und Umgebung findet am Dienstag, 16. Juni, um 100 Uhr im Gasthaus Amann in Windberg statt. Für Meidendorf und Umgebung Am Mittwoch, 20. Juni um 10.30 Uhr im Gasthaus Huber in Meidendorf.
Quelle: Bogener Zeitung, 16.06.1964 


Fatimatag in Hl. Kreuz
Die Hitze hielt die Pilger nicht ab
Windberg.
Trotz der fast unerträglichen Hitze und des schönen Heuwetters ließen sich am Samstag die Gläubigen nicht abhalten, wie immer nach Heilig Kreuz zu pilgern und eine feierliche Andacht zur Gottesmutter von Fatima zu halten. Besonders am Abend erschienen sehr viele Gläubige zur Prozession. Bis auf den letzten Platz war das Wallfahrtskirchlein bei der anschließenden Abendmesse, die H. P. Superior zelebrierte, gefüllt. Da der Fatimatag nur einmal im Monat begangen wird, soll die Gottesmutter wenigstens an diesem Festtag nicht enttäuscht werden.
Quelle: Bogener Zeitung, 18.06.1964 


„Wir Kameraden sind eine große Friedensmacht“
Zu einem großartigen Festtag gestaltete sich die Fahnenweihe des Krieger- und Veteranenvereins Hunderdorf- Rund 50 Vereine waren Gäste bei dem Fest – H. Pfarrer Ruß nahm Weihe der Fahne und des Kriegerdenkmals vor
Hunderdorf. Schon um 5 Uhr früh rissen gewaltige Salutschüsse, die nicht nur einen strahlenden Tag, sondern auch das Fest der Fahnenweihe ankündigten, die Einwohner von Hunderdorf aus den Federn. Schon kurz nach diesem Weckruf zeigte sich für diese Stunde ungewohntes Leben auf den Straßen und Plätzen unseres Dorfes. Der Festausschuß gab der Fahnenmutter, Frau Meier, nach alter Tradition gleich ein Stelldichein zu einem überreichen Frühstück und brachte sie anschließend mit den Festjungfrauen zum Gasthaus Sandbiller, wo sich dann bis 9 Uhr auch die vielen auswärtigen Vereine per Zug oder Omnibus einfanden und gegen 10 Uhr den Kirchweg antraten. Von drei Vorreitern geführt, deren ältester sich mit 74 Jahren noch immer trotz der sengenden Hitze gerade im Sattel hielt, bewegte sich der Zug auf einer unwahrscheinlichen Länge zur Pfarrkirche. Zu den Ehrengästen gehörten neben der Geistlichkeit, den Bürgermeistern der Gemeinde, auch Landrat Hafner und MdL Rainer. Auch die Bundeswehr Bogen war mit einer Abordnung vertreten und zeigte damit ihre Verbundenheit mit den Veteranen.
Kaum konnte die geräumige Pfarrkirche die vielen Menschen fassen und ein Wald von Fahnen blockierte den Mittelgang, als H. H. Pfarrer Ruß die Weihe der neuen Fahne vornahm. In seiner Predigt stellte Pfarrer Ruß die Frage, ob ein Krieger- und Veteranenverein und damit die Weihe einer Fahne noch zeitgemäß sei, wenn die Menschheit der Kriege müde ist und Angst den Gedanken an sie beherrscht. Der Sinnspruch auf dem Panier gibt dazu schon die Antwort: „In Treue fest mit Gott für Volk und Vaterland“. Das Volk, die Nation, ist ein Wert, den Gott gegeben hat und den es sich lohnt, zu verteidi gen. „Wir wollen aber zuerst den Frieden haben und den Krieg vermeiden. Der Krieger- und Veteranenverein soll daher vor allem den friedlichen Gedanken pflegen; Gott kann uns dabei helfen durch seinen Frieden, den er uns gegeben hat.“ Besonders aber verbindet uns an diesem Tag die Erinnerung an die gefallenen und verstorbenen Kameraden, denen wir in tiefem Dank und Schmerz verpflichtet sind. Der Festgottesdienst wurde durch die Kapelle Bugl mit der Schubert-Messe verschönt.
Anschließend versammelten sich die Vereine um das Kriegerdenkmal, dem Pfarrer Ruß die Weihe gab. Der gemischte Chor des Gesangvereins widmete den Gefallenen und Vermißten das Lied „Klagend ruft die Glocke“. Nach dem Prolog „Eines toten Helden Kind“, legte Festjungfrau Anita Michl als erstes das Trauerband an die neue Fahne, die von Fahnenjunker Gütlhuber getragen wurde, und bekundete damit, daß die Trauer um die Toten an diesem Tage vorherrschend ist. Vorstand Gaschler betonte dies auch in seiner Festansprache, wenn er sagte, daß wir an dieser Gedächtnisstätte stehen zur Ehre unserer Gefallenen, die ausgezogen sind, um ihre vaterländische Pflicht zu erfüllen. 200 Gefallene und 29 Vermißte der Pfarrei erinnern uns immer wieder an die Not des Krieges und das Elend, das er mit sich bringt. Der Geist der Kameradschaft und der Treue ist es ‚auch, der die Überlebenden zur Schaffung dieser neuen Gedächtnisstätte verpflichtete. „Für uns ist hier das Grab aller Gefallenen und Verstorbenen und die Fahne ist ihrem Gedenken gewidmet“. Warnung soll die neue Fahne sein für all das Schreckliche in der Welt und Symbol für Frieden und Freiheit. Als Vorsitzender des Vereins sprach er allen Anwesenden und denen, die an der Mitgestaltung des Festes halfen, seinen Dank aus.
Landrat Hafner, der Schirmherr der Veranstaltung, führte aus, daß uns dieses Fest wie ein gemeinsames Band an das erlittene Leid erinnere. Diese grausame Erinnerung an all die Opfer soll unser Gewissen erforschen und uns die Kraft geben, gemeinsam eine bessere Zukunft zu gestalten. Damit haben wir zugleich das Vermächtnis unserer Toten zu erfüllen, die in diesem Gedanken gestorben sind. Die Krieger- und Veteranenvereine aber sind die berufenen Sprecher dieser Kameraden und aus dem Geist der Kameradschaft, der Ehre, der Treue, der Vaterlandsliebe ist ihre große Aufgabe erwachsen. Viele Veteranenvereine auf der ganzen Welt haben sich zusammengeschlossen mit dem Ziel der Völkerverständigung, weil ihre Mitglieder am meisten gespürt haben, wie hart und grausam die Furie des Krieges die Völker geißelt. „Wir sind eine große Friedensmacht auf dieser Erde und unser Hauptziel kann nur der dauerhafte Friede sein“. Immer wieder müssen wir daher unsere mahnende Stimme erheben und keiner darf von hier nach Hause gehen, ohne selbst den festen Vorsatz zu haben, in seinem selbst den festen Vorsatz zu haben, in seinem kleinen Bereich an dieser großen Aufgabe mitzuarbeiten.
Mit einem Glückwunsch für die Mitglieder des Vereins und seine Arbeit, heftete Fahnenmutter Maria Meier das Erinnerungsband an und Festjungfrau Brigitte Weinzierl übergab das neue Festband. Der Patenverein Windberg ließ durch seine Festjungfrau mit den besten Wünschen für den Nachbarverein das Band anbringen. Nach der Mittagspause bewegte sich der lange Festzug durch das Dorf, bestaunt und bewundert von den^Einwohnern und vielen Fremden. Zurückgekehrt zum Festplatz, überreichte die Festjungfrau Gisela Feldbauer dem Patenverein Windberg das Erinnerungsband und Festjungfrau Hannelore Steckler übergab die Erinnerungsbänder an die teilnehmenden Vereine Mit einer Tanzveranstaltung im Gasthaus Sandbiller, klang der Festtag des Krieger- und Veteranenvereins aus, der nicht nur durch das schöne Wetter und den guten Besuch, sondern auch durch eine reibungslose Organisation, für die vor allen die Mitglieder des Festausschusses mit Vorstand Gaschler und Herrn Hirtreiter aufopfernd gesorgt hatten, zu einem wirklichen Fest für alle Beteiligten geworden ist.
Quelle: Bogener Zeitung, 18.06.1964 


Befriedigende Dauerlösung in Sicht
Wassermangel am Abend bedeutet nicht Wassernot – Jetziger Zustand noch ein Provisorium
Vorstand Härtenberger gibt Auskunft
Mitterfels. Fast täglich gegen Abend seufzen die Hausfrauen der höhergelegenen Ortsteile von Mitterfels. Gerade dann, wenn das abendliche Geschirrwaschen und das Wachsen der Kinder fällig ist, wird plötzlich der Druck aus der Wasserleitung geringer, und dann dauert es nur kurze Zeit, bis der Wasserhahn keinen Tropfen des kostbaren Nasses mehr spendet. Freilich währt es meist nur zwei bis drei Stunden und freilich wissen die Betroffenen, daß der jetzige Zustand nicht zu vergleichen ist mit der Wassernot der vergangenen Jahre. Aber wenn man zur gleichen Zeit, da man mehr oder weniger ungeduldig auf das Wasser wartet, in anderen Ortsteilen die Wasserschläuche in Betrieb sieht, dann wird man halt doch ärgerlich; dann greifen so manche zum Telefonhörer, um den Verantwortlichen „da drunt’ in Hunderdorf‘ einmal die Meinung zu sagen!
Wir erkundigten uns beim 1. Vorstand des Wasserzweckverbandes, Karl Härtenberger, Hunderdorf, nach dem Grund für die fast allabendliche Wasserknappheit. Er betonte, daß keineswegs von einer Wassernot gesprochen werden dürfe, da in den Tiefbrunnen Wasser mehr als genug vorhanden sei. Der jetzige unbefriedigende Zustand sei ganz allein auf die Tatsache zurückzuführen, daß die Wasserbeförderung nach Mitterfels eben immer noch als Provisorium anzusprechen sei. Die in die Leitung nach Mitterfels eingebaute Drucksteigerungspumpe stellt die einzige und zugleich beste Möglichkeit der Wasserbeförderung zum gegenwärtigen Zeitpunkt dar. Diese Zwischenpumpe leistet 5 1 pro Sekunde, schafft also stündlich 18 cbm Wasser nach Mitterfels. Trotzdem seit Beginn dieses Monats Tag und Nacht gepumpt wird, reicht die Leistung der Pumpe in den Stunden des Spitzenverbrauchs nicht aus. Dazu kommt, daß der bestehende Hochbehälter in Mitterfels-Buchberg fr die jetzigen Verhältnisse nicht mehr ausreicht. In ihm können nur 200 cbm Wasserreserve aufgespeichert werden, das ist weniger als der Tagesbedarf für Mitterfels und Haselbach.
Was tut nun der Wasserzweckverband, um eine dauerhafte Lösung zu schaffen? Nun, da ist zunächst einmal die Erweiterung des Hochbehälters in Buchberg von jetzt 200 cbm auf künftig 700 cbm. Sind einmal 700 cbm Wasser als Reserve vorhanden, so wird auch bei Ausfall einer Pumpe für einen Tag keine Knappheit in der Versorgung eintreten. Um eine leistungsfähigere Pumpe einbauen zu können, wird außerdem der Hochbehälter in Hoch (wie bereits berichtet!) erbaut. Die künftige Pumpe wird pro Sekunde 15 1, also stündlich 54 cbm Wasser befördern können. Das ist mehr als der doppelte Bedarf und mit der künftigen Reserve von 700 cbm eine wirklich krisenfeste Grundlage.
Ein weiterer Grund für die Unzufriedenheit der Wasserverbraucher ist die Braunfärbung des Wassers.
Das Wasser sieht unappetitlich aus und Wäschestücke tragen beim Waschen braune oder gelbe Flecken davon. Das ist sicher sehr ärgerlich und niemand könne dies mehr bedauern als er selber, meinte Härtenberger. Das Wasser aus dem Tiefbrunnen sei zwar chemisch und bakteriologisch einwandfrei, enthalte aber Eisen und Mangan. Im Laufe der Zeit lagert sich Eisen in dünner Schicht an den Innenwänden der Leitungsrohre ab. Wenn nach vorheriger Leerung der Rohre (bei angespanntem Verbrauch) dann wieder der volle Wasserdruck auf die Rohre wirkt, wird diese Eisenschicht als brauner „Schlamm“ gelöst und verursacht die unangenehme Färbung. Diesem Übel ist nur durch die Aufbereitung des Wassers abzuhelfen. Die notwendigen Gebäude und Anlagen dazu sind bereits im Bau, die Fertigstellung wird mit Hochdruck betrieben. Wann es soweit ist, läßt sich allerdings noch nicht mit Sicherheit vorhersagen.
Zusammenfassend ist zu sagen: Bei den verantwortlichen des Zweckverbandes besteht völlige Klarheit über die jetzigen unbefriedigenden Zustände. Es wird mit aller Kraft an einer befriedigenden Dauerlösung gearbeitet. „Zaubern und hexen“ kann jedoch niemand und alles braucht seine Zeit. Es hat keinen Sinn zu schimpfen oder gar beleidigende Äußerungen zu gebrauchen. Ein bißchen Geduld und vor alle ein bißchen Rücksichtnahme von seiten derjenigen, die auf Grund ihrer günstigen Lage niemals in Verlegenheit kommen, kann manches überbrücken.
Quelle: Bogener Zeitung, 19.06.1964 


Generalversammlung der Raiffeisenkasse
Windberg.
Die Raiffeisenkasse Hunderdorf – Windberg hält am 21. Juni um 15 Uhr die ordentliche Generalversammlung ab. Versammlungsort ist diesmal für die vereinte Genossenschaft das Gasthaus Baier in Hunderdorf. Zur Tagesordnung stehen: 1. Geschäftsbericht und Jahresabschluß für 1963, 2. Bericht des Aufsichtsrates, 3. Beschlußfassung über Jahresabschluß und Jahresergebnis sowie Entlastung, 4. Wahlen zum Vorstand und Aufsichtsrat, 5. Wünsche und Anträge der Mitglieder. Alle Mitglieder sind höflich eingeladen. Der Jahresabschluß und der Geschäftsbericht liegen ab heute im Geschäftszimmer der Genossenschaft zur Einsicht der Mitglieder auf.
Quelle: Bogener Zeitung, 19.06.1964 


Hunderdorf. (Vom Trachtenverein) Heute, 20 Uhr findet im Gasthaus Baier ein Vereinsabend mit Plattlerprobe statt. Alle Mitglieder werden um pünktliches Erscheinengebeten.

Quelle: Bogener Zeitung, 20.06.1964 


Wer baut wo und was im Landkreis Bogen?
Aufstellung der vom 25. 5. bis 5. 6. 1964 eingereichten Baugesuche
Bogen.
Beim Landratsamt sind nachstehende Baugesuche eingereicht worden: … Dilger Fritz, Ehren, Gde. Gaishausen, Wohnhausumbau; Steckler Josef, Hunderdorf, Neubau e. Wohnhauses mit Materiallager …
Quelle: Bogener Zeitung, 22.06.1964 


Rotkreuzgemeinschaft Hunderdorf geht auf Reisen
Hunderdorf.
Am 12. Juli unternimmt die Rotkreuzgruppe einen Ausflug ins Oberbayerische. Die Fahrt geht über Altötting, Chiemsee, Kufstein, Brannenburg, dann weiter über die Mauthstraße zum Tatzlwurm. Nach der Besichtigung der Tatzlwurm-Schlucht wird über Sudelfeld das eigentliche Reiseziel, nämlich Bayrischzell angesteuert. Die Rückfahrt erfolgt über Schliersee, rund um den Tegernsee, Gmund, München und man will gegen Mitternacht wieder zu Hause sein. Anmeldungen nimmt ab sofort Frau M. Hofmann, Hunderdorf, entgegen. Der Fahrpreis beträgt 15 DM und ist bei der Anmeldung zu begleichen, Auch passive Mitglieder und sonstige Freunde und Gönner des Roten Kreuzes können sich an diesem Ausflug beteiligen.
Quelle: Bogener Zeitung, 23.06.1964 


Nur wer die Heimat kennt, wird sie lieben
Hunderdorf. Das Wandern bringt groß’ Freud’, das wissen alle Leut. Und nicht nur die großen Leut haben ihre Freude daran, auch für die Schulkinder ist dieser Tag ein frohes Ereignis. Dabei ist es nicht so, wie die meisten Leute glauben, daß sich. damit der Lehrer mit den Kindern einen guten Tag machen will. Die ‚Schulwanderung ist heute nach den Richtlinien für die Volksschulen Bestandteil des Schullebens. Sie soll zum Naturerleben führen, den Wert kultureller Schätze erkennen und neben dem Geist froher Gemeinschaft auch die Schönheit unserer weiteren und engeren Heimat erleben lassen. 6 bis 8 Wandertage sollen im Laufe eines Schuljahres durchgeführt werden und neben dem rücksichtsvollen Benehmen in der Öffentlichkeit, dem verkehrsgerechten Verhalten, sollen sie natürlich auch der Leibeserziehung der Schüler dienen. Eine Schulwanderung braucht daher neben einer unterrichtlichen Vorbereitung auch eine entsprechende Organisation durch den Klassenlehrer, wenn die Wanderung in Form eines größeren Ausfluges durchgeführt wird. Es ist klar, daß Unterstufe ihre Unterrichtsgänge anders durchführt, als etwa die Oberstufe ihren Schulausflug. Auch hier gilt der Grundsatz, daß man von der engeren Heimat hinaus in die weitere Umgebung, in den Regierungsbezirk vordringt. So haben heuer die Klassen auf der Unterstufe schon die ersten Schritte gewagt in die Nachbarstadt Straubing, die mit ihren Kirchen und vor allem mit dem Tierpark eine große Abwechslung und Anziehung für Kinder bildet. Die Schüler der 4. Klasse lernten St. Englmar, den Pröller und die Käsplatte kennen, die schon lange ihren Heimatkundestoff belebten. Die 5. Klasse fuhr zum großen Dom in Regensburg, zur Befreiungshalle und zur Walhalla und die 8. Klasse fuhr ins Dreiburgenland und stieg hinauf zum Sendeturm auf dem „Brotjacklriegl“, der ihnen jeden Abend das Geschehen in der ganzen Welt ins Zimmer bringt. So hat jeder Schüler, wenn es ihm die Eltern nicht ermöglichen können, bis zum Abschluß der Schule wenigstens einige schöne Flecken seiner niederbayerischen Heimat kennen und wohl auch lieben gelernt.
Quelle: Bogener Zeitung, 23.06.1964 


Gott der Herr über Leben und Tod, hat am Dienstag nach kurzer, schwerer Krankheit meinen lieben Mann, unseren guten Vater, Großvater, Bruder, Schwager, Onkel, Cousin und Paten Herrn
Johann Hartmannsgruber
Schmiedemeister, Gast- und Landwirt von Windberg
Mitglied der Freiw. Feuerwehr und des Kriegervereins Windberg
im Alter von 58 Jahren und 8 Monaten nach Empfang der heiligen Sterbesakramente zu sich in ein besseres Jenseits abberufen.
Windberg, Hunderdorf, Autsdorf, Unterholzen, Trestorf, Neukirchen, Tiefenbach, Regensburg, Steinburg, 23. Juni 1964
In tiefer Trauer:
Helene Hartmannsgruber, Gattin
Helene Hüttinger, Tochter mit Familie
Maria Schroll, Tochter mit Familie
Johann Hartmannsgruber, Sohn mit Familie
Siegmund Hartmannsgruber, Sohn
Geschwister und übrige Verwandtschaft
Gottesdienst am Freitag, 26. Juni 1964, 9 Uhr, mit anschließender Beerdigung in der Pfarrkirche Windberg.
Quelle: Bogener Zeitung, 23.06.1964 


Eine eifrige Zeitungsleserin feiert Geburtstag
Windberg.
Frau Cäcilie Häusler von Windberg konnte gestern ihren 65. Geburtstag feiern. Sie wurde in Neumarkt St. Veit als Tochter der Familie Birnkammer geboren und heiratete im Jahre 1943 den Witwer mit drei Töhtern, Herrn Häusler, Schneidermeister von Irensfelden, den sie aber 1960 durch den Tod wieder verlor. Sie lebt seit der Zeit in Windberg und wird von ihren Töchtern sehr geehrt, und ist von den Windbergern wegen ihres vollen Humors und ihrer Gefälligkeit gegen jedermann sehr beliebt. Seit 22 Jahren ist sie eifrige Leserin des ‚Tagblattes. Wir wünschen der Jubilarin noch recht viele Jahre in bester Gesundheit und daß sie ihren guten Humor nicht verliert.
Quelle: Bogener Zeitung, 25.06.1964 


Renovierung der Pfarrkirche vor dem Abschluß
Erste größere Renovierung der Hunderdorfer Pfarrkirche – Große Opferfreudigkeit der Pfarrei
Hunderdorf. Rund 30 Jahre nach der Vollendung der geräumigen Pfarrkirche in Hunderdorf ist nun erstmals eine Renovierung größeren Ausmaßes durchgeführt worden. Hauptzweck war dabei, neben der Beseitigung der entstandenen Mängel an Wänden und Decke vor allem eine Renovierung vorzunehmen, die dem Charakter der Kirche mehr gerecht wird und Auge und Geist des Besuchers von störenden Elementen ablenkt und auf den Hochaltar konzentriert.
Seit mehreren Wochen schon füllt ein mächtiges Gerüst das große Schiff der Hunderdorfer Pfarrkirche. Bedenkliche Mängel an der Decke und an den Wänden des Gotteshauses haben eine Renovation größeren Stils notwendig gemacht. Zwar schien es dem oberflächlichen Besucher, als wäre noch alles einigermaßen intakt, doch eine genauere Untersuchung ergab, daß rund 30 Felder der in Rechteckform abgesetzten Decke schadhaft waren, große Risse in den Balken aufgetreten waren und die Simse auf den Pfeilern und die Bögen stark gesprungen waren und mit dem Herabstürzen einzelner Mauerteile gerechnet werden mußte. Pfarrer Ruß hat sich deshalb zu einer gründlichen Restaurierung des Gotteshauses entschlossen, obwohl auch noch andere. Projekte, wie etwa das Leichenhaus, ein Jugendheim und die Heizung der Kirche, anstehen. Damit aber sollte zugleich verbunden werden, daß den Stil störende Elemente, wie etwa die kräftigen Farben der Decke, die starken Kontraste der Wände mit den Figuren an Seiten- und Hochaltar, gemildert und wesensfremde Ansammlungen, wie sie in Kirchen häufiger anzutreffen sind, zugunsten eines besseren Gesamtbildes weichen sollen, Wie der neue Pfarrherr uns dazu mitteilte, ging es ihm neben der baulichen Wiederinstandsetzung vor allen darum, das Gotteshaus so auszurichten, daß der Gläubige durch die schlichte Würde des großen Raumes, der durch die Renovierung besonders hervorgehoben werden soll, durch keinerlei Zierart abgelenkt, vielmehr sein Blick ganz dem Hochaltar und dem Geschehen beim Gottesdienst zugewendet werden soll.
Das Bild des Hohen Priesters über dem Hauptaltar wurde mit einem pastellfarbenen hellblauen Hintergrund versehen, damit die starken Farben des Gemäldes nicht mehr so hart ins Auge springen. Hinter dem Bogen, der das Kirchenschiff‘ vom Presbyterium trennt, wurden Leuchtstoffröhren angebracht, die dem Altarraum eine besondere Lichtfülle geben. Die lichtertragenden Engel auf dem Hochaltar und das Sakramentshäuschen werden später noch eine Vergoldung erhalten. Ein transportabler Bischofsstuhl mit Baldachin wird künftig für die hohen Festtage in der Kirche bereitstehen.
Auch die beiden Seitenaltäre, die Figuren und Szenen aus der HI. Schrift darstellen, wurden durch einen altgoldenen Hintergrund in ihrer strengen farblichen Wirkung etwas gedämpft und werden künftig etwas mehr den Blick auf das Geschehen am Hochaltar ableiten. Dadurch, daß Seitenpfeiler an den Wänden farblich leicht hervorgehoben wurden, die abgesetzte Decke der Kirche einen vom Hellgrau ins Mittelgrau gleitenden Farbton bekam, wird die architektonische Wirkung des großen Kirchenschiffes wesentlich hervorgehoben und eine größere Weite und Mächtigkeit des Raumes erzielt, Dabei fällt auf, daß durch diese Renovierung auch der Gesamteindruck eine größere Gediegenheit und Harmonie erreicht hat.
Mit der Ausbesserung der Decke hat man zugleich eine Isolierung einbauen lassen, die einmal der besseren Wärmedämmung bei der Kirchenheizung zugute kommt. Desgleichen wird die auf vier Feldern der Decke angebrachte Entlüftung eine bessere und schnellere Auslüftung der Kirche ermöglichen.
Bildhauer Mauermann aus Weiden wird in diesen Tagen auch noch die Kreuzwegbilder liefern, die in Reliefform in rechteckigen Ausmaßen gestaltet wurden.
Natürlich kostet die Renovierung allerhand Geld, aber wie Pfarrer Ruß dazu schon öfters in den Sonntagsgottesdiensten verkündet, ist die Spenden- und Opferfreudigkeit der Pfarrei bisher recht groß gewesen, und schließlich hat die Bereitschaft der Pfarrei auch seine Meinung bestätigt‚ daß auch von ihr die Erneuerung des Gotteshauses als eine notwendige Maßnahme angesehen worden ist.
Es dürfte auch im Sinne der beiden Erbauer der Kirche, Pfarrer Bethausen und Geistl. Rat Kiermeier, sein, das schöne Gotteshaus nicht nur in einem guten Zustand zu erhalten, sondern ihm durch diese Renovierung die größtmögliche Schönheit und Würde zu verleihen.
Quelle: Bogener Zeitung, 26.06.1964


Mesnerwohnung und Gemeinderaum erstellt
Der 2. Bauabschnitt der evang. Kirche im Rohbau fertig – Glockenturm noch geplant
Hunderdorf.
Scherzhafterweise wurde bei der weltlichen Feier anläßlich der Einweihung der evangelischen Kirche in Hunderdorf Pfarrer Sommer von Landrat Hafner als „Kirchenbauer“ des Landkreises bezeichnet. Wie jeder wohlgemeinte Scherz, hatte auch dieser seine Richtig keit, denn neben den Kirchen, in Bogen und Mitterfels kam auch die. Kirche in Hunderdorf auf das Konto des jungen Kirchenbauers. Noch war aber kein halbes Jahr seit der Weihe verstrichen, als sich schon wieder fleißige Hände auf dem Grundstück regten, um hier in relativ kurzer Zeit den 2. Bauabschnitt zu verwirklichen. Diesmal wurde an der Ostseite der Kirche ein Flügel angebaut, der die Mesnerwohnung und einen Gemeinderaum aufnimmt. Ursprünglich war nur an den Bau eines Gemeinderaumes gedacht worden, doch da die Baukosten beim Bau der Kirche etwas unterschritten wurden, konnte nun auch gleich eine Mesnerwohnung erstellt werden. Da die hiesige Kirchenpflegerin mit ihrer Familie aber bereits eine Wohnung hat, wird Katechet Lange in diese Wohnung einziehen. Herr Lange ist zugleich Lektor für die Lesegottesdienste und seine Frau Organistin, so daß also für die evangelische Gemeinde eine gute Lösung getroffen werden konnte. Die Wohnung wird voraussichtlich am 1. Oktober bezugsfertig.
Bei der Planung wurde auch ein 3. Bauabschnitt vorgesehen. Hier soll auf dem Grundstück noch ein Glockenturm entstehen, da bisher das Geläut nur im Vorbau der Kirche untergebracht ist. Augenblicklich reichen aber die Mittel noch nicht aus, um auch den letzten Bauabschnitt zu verwirklichen. Jetzt müssen noch auf diesem neuen Siedlungsgelände, in dem zwei Bauzellen für das evang. Gotteshaus verwendet wurden, die Straßen gerichtet werden, damit die Kirchenbesucher auch bei schlechtem Wetter trockenen Fußes den Gottesdienst besuchen können.
Quelle: Bogener Zeitung, 26.06.1964


Verdiente Mitglieder wurden geehrt
Hunderdorf.
Auf seiner letzten Versammlung ehrte der Krieger- und Veteranenverein Hunderdorf sein Mitglied Josef Gütlhuber von Rammersberg mit einer Ehrenurkunde und dem Ehrenzeichen in Gold. Herr Johann Köderl von Thannanger wurde mit einer Urkunde und dem Ehrenzeichen in Silber ausgezeichnet. Für ihre besonderen Verdienste bei der Organisation und Durchführung der Fahnenweihe wurden die Mitglieder Jakob Hirtreiter von Apoig, Xaver Bornschlegl von Lintach, der Vorstand Leo Gaschler sowie der Schirmherr der Veranstaltung, Landrat Hafner, mit einer Urkunde bedacht. Morgen, Sonntag, beteiligt sich der Verein zum ersten Male mit seiner neuen Fahne am 80jährigen Gründungsfest des Krieger- und Veteranenvereins Konzell. Alle Teilnehmer treffen sich dazu am Sonntag um 8 Uhr vor dem Gasthaus Sandbiller zur gemeinsamen Abfahrt. Am 7. Juli nimmt der Verein Gelegenheit, sich mit einem Gegenbesuch beim Veteranenverein in Cham zu revanchieren, der sein 125jähriges Gründungsjubiläum feiern kann. Die Abfahrt erfolgt am 7. Juli um 7.30 Uhr ebenfalls bei Sandbiller. Meldungen zur Teilnahme an diesen Fahrten nehmen Vorstand Leo Gaschler oder Jakob Hirtreiter entgegen.
Quelle: Bogener Zeitung, 27.06.1964


Windberg. (Vom Trachtenverein) Heute abend ist im Vereinslokal Volkstanzprobe und Vereinsabend.

Quelle: Bogener Zeitung, 27.06.1964 


Johann Hartmannsgruber beerdigt
Windberg.
Sehr viele Trauergäste hatten sich am Donnerstag auf dem Friedhof versammelt, um dem Gastwirt Johann Hartmannsgruber die letzte Ehre zu erweisen. Im Alter von 58 Jahren hatte ihn plötzlich der Tod aus der Mitte der Seinen gerissen. H. Pfr. P. Ephrem übergab den Sarg der geweihten Erde und widmete dem allseits geachteten und bekannten Gemeindebürger einen ehrenden Nachruf. Johann Hartmannsgruber, 1905 in Autsdorf bei Neukirchen geboren, reichte im Herbst 1929 Frl. Helene Amman von Windberg die Hand zum Lebensbund. Er übernahm das Anwesen seiner Braut und Frau und eröffnete noch eine Schmiede und Gastwirtschaft. Aus seiner Ehe gingen fünf Kinder hervor, von denen aber eines zum großen Schmerz der Eltern schon in jungen Jahren starb. Besonders schwer trifft die Mutter der Tod ihres Sohnes die in einigen Tagen gerne ihren 90. Geburtstag im Kreise aller ihrer Kinder gefeiert hätte. Kriegerverein und Feuerwehr erwiesen ihrem Kameraden die letzte Ehre.
Quelle: Bogener Zeitung, 29.06.1964 


90. Geburtstag
Windberg.
Eine der ältesten Gemeindebürgerinnen, Frau Magdalena Amann, geborene Haimerl, vollendet am Mittwoch ihr 90. Lebensjahr. Geboren wurde sie im Haimerlhof bei Heilig-Kreuz. Aus ihrer Ehe mit Johann Amann gingen 3 Kinder hervor, von denen aber zum großen Schmerz der Mitter nur noch zwei leben. Ein schwerer Schlag war für sie auch der Tod ihres Mannes, der im Jahre 1942 starb. Am letzten Donnerstag mußte sie wieder einem Schwiegersohn ins Grab sehen. Trotz dieser harten Schicksalsschläge ist Frau Amann geistig und körperlich noch sehr rüstig und verrichtet tagtäglich kleiner Arbeiten im Haushalt noch selbst.
Die Jubilarin erfreut sich großer Beliebtheit und Wertschätzung. Wir wünschen ihr alles Gute zum Jubelfest.
Quelle: Bogener Zeitung, 29.06.1964


Gesellenprüfung bestanden
Windberg.
Am Samstag legte vor dem Prüfungsausschuß der Handwerkskammer Passau in Straubing Ludwig Grotz von Irenzfelden die Gesellenprüfung für das Zimmerer-Handwerk mit einem „Sehr gut“ ab. Lehrherr war der Zimmerermeister Johann Schmidbauer von Biehl bei Windberg.
Quelle: Bogener Zeitung, 30.06.1964 


Windberg. (Geld gibts) Die Auszahlung der ‘Sozialhilfe, Kriegsschadenrente, Ausbildungsbeihilfen und Pflegekindergelder erfolgt am Donnerstag von 13 bis 14 Uhr in der Gemeindekanzlei.
Quelle: Bogener Zeitung, 30.06.1964

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