1898

Bogen, 8. Mai. Die Firmung fand heute in Oberalteich statt für die Pfarreien Bogenberg, Windberg, Neukirchen, Perastorf, Hunderdorf, Degernbach und Oberalteich. Im Ganzen wurden 654 Kinder gefirmt. Der hochwürdigste Herr Bischof sprach seine Verwunderung über diese große Anzahl Firmlinge aus. Daraus ist auch erklärlich, daß die hl. Handlung bis 1 Uhr dauerte. Einen recht guten Eindruck machte die herrliche Dekoration des Kirchenplatzes in Oberalteich; auch eine sehr stattliche Anzahl wohl ausgestatteter Reiter und Chaisen erhöhte die Einzugsfeier. Die Kirchenmusik ward bestens besorgt, und eine musterhafte Ruhe und Andacht zeichnete die Mehrzahl der Firmlinge aus. Eine kurze Ansprache über das Thema 1) „der hl. Geist beschuldigt die (böse d. i. verkehrt handelnde ) Welt der Sünde“ und 2) „derselbe hl. Geist wird euch alle Wahrheit lehren“ wurde gehalten, und das mag zur guten Ordnung und Andacht viel beigetragen haben. Allgemein bedauert wurde, daß die neue große Glocke noch nicht den Jubelbischof begrüßen konnte, weil sie noch nicht fertiggestellt ist.
Quelle: Straubinger Tagblatt 10.05.1898


Hunderdorf, 13. Mai. Durch unvorsichtige Hantierung mit einem Teschinggewehr verwundete sich der 17-jährige Sohn (Student) des Lehrers Hrn. Mayr in Hunderdorf am rechten Fuße, indem ihm ein Schrotschuß mit ca. 50 Kügelchen in den Rüst ging. Erst nach 3 Wochen verfiel derselbe in die heftigsten Wundstarrkrämpfe, die nahezu 6 Woche anhielten, und unter welchen der Kranke selbst und dessen Angehörigen schwer zu leiden hatten. Wie durch ein Wunder ist der junge Mensch mit der Gnade Gottes und der äußerst umsichtigen und geschickten Behandlung des Herrn Dr. Stegmann in Bogen wieder soweit hergestellt, daß er jetzt nach 12 Wochen wieder ohne Zuhilfenahme der Krücken in den Gebrauch des verletzten Beines gelangt ist.
Quelle: Straubinger Tagblatt 15.05.1898


Vom Vorwalde; 17. Mai. Wie man von glaubwürdiger Seite vernimmt, soll den endlich doch einmal der sehnlichste Wunsch vieler Bewohner hiesiger Gegend erfüllt werden, indem noch im Laufe dieses Jahres nach Steinburg ein Postbote stationiert werden soll. Es ist dies von jedermann, der die hiesigen lokalen Verhältnisse kennt, als eine dringende Nothwendigkeit allerersten Ranges längst erkannt worden; sowohl im Interesse des Publikums, als auch wegen der Postboten selbst, die ja namentlich zur schlechten Jahreszeit fast Unmenschliches zu leisten haben. Auch sämtlichen Geschäftsleuten, welche mit der Post zu thun haben, würde dadurch eine wesentliche Erleichterung geschaffen werden.
Quelle: Straubinger Tagblatt 19.05.1898


Hunderdorf, 7. Juli. In Hinsicht auf die Mittheilung über die geplante Errichtung eines Sanatoriums für Brust- und Lungenkranke sei darauf hingewiesen, daß zu besagtem Zwecke das in der Gemeinde Steinburg gelegene Schloß Sr. Exz. Des Herrn Grafen Bray, soferne dies überhaupt abgegeben würde, äußerst geeignet wäre zur Aufnahme derart Leidender. Die Lage an sich hat alle Eigenschaften, die an einen derartigen Kurort gestellt werden, und dürften die Verkehrsverhältnisse ebenfalls entsprechen. Nachdem der alte Herr Graf noch am Leben ist, und nachdem man hört, daß dessen Sohn, Erbgraf Hypolit, das Schloß nie bewohnen wird, könnten vielleicht mit Ersterem noch Abmachungen bethätigt werden.
Quelle: Straubinger Tagblatt 09.07.1898


Haselbach bei Mitterfels, 7. Juli. Heilung – natürlich oder wunderbar? Zu Ende des verflossenen Jahres erkrankte Jungfrau Johanna Brandstetter, Krämerstochter von Haselbach, 20 Jahre alt, in sehr bedenklicher Weise in Folge von Blutarmuth. „Nicht ein Theil ist gesund am ganzen Körper,“ erklärte der Arzt; besonders waren Lunge, Nieren und Herz von der Krankheit befallen. Mitte Februar kam sie dem Tode nahe. „Die Ader zum Herz ist verstopft“, – ergab die ärztliche Untersuchung; darum waren die Füße nebst Unterleib kolossal geschwollen, große schwarze Flecken zeigten sich bereits an vielen Stellen. Die Schmerzen waren so groß, daß nach den Worten der Kranken das heftigste Zahnleiden, von welchem sie früher öfter heimgesucht war, mit ihenn nicht verglichen werden konnte. Während ihres mehrmonatlichen Leidens war ihr das Büchlein „Unsere Liebe Frau von Lourdes“ von Dr. Ackerl in die Hängegekommen. Zuvor den gewissen baldigen Tod vor Augen, faßte sie jetzt Hoffnung auf Genesung durch die Hilfe der Mutter Gottes; bewahrte aber dabei stets ihre volle Ergebung in den göttlichen Willen. Zu den Novenen (neuntägigen Andachten) kann dann insbesondere der feste Entschluß, zeitlebens niemals einen Ball oder eine Tanzmusik zu besuchen. Da der Zustand immer mehr sich verschlimmerte, so wurde noch ein zweiter Arzt beigezogen, und das Ergebniß der Untersuchung (am 17. Febr.) war die trostlose Mahnung an die Eltern: „sie sollen die kranke Tochter nicht allein lassen. Jeden Augenblick kann sie sterben … nur ein Mirakel kann helfen.“ Auf eine letzte Medizin, welche noch verordnet wurde, traf Verschlimmerung ein, so daß die Kranke von nun an alle menschliche Hilfe von sich wies; die ärztlichen Besuche wurden jetzt vollständig eingestellt.  In der nächsten und besonders in der zweitfolgenden Nacht schien die Kranke in die letzten Züge zu greifen; nochmals empfing sie die hl. Sterbsakramente. Aus einer Bewußtlosigkeit erwachend, flüsterte sie: „kein Mensch kann mir helfen, die Mutter Gottes hilft, wenn das Lourdes-Wasser kommt, und wenn es Gottes Wille ist.“ Am Abende desselben Tages (19. Februar), gegen Ende der Novene zu Ehren Mariens, traf das so sehr ersehnte Lourdes-Wasser ein. Die Aufforderung, dieses nun vertrauensvoll zu nehmen, beantwortete sie mit der leisen Bitte: „noch nicht, zuvor zur Mutter Gottes beten!“ Nach Verrichtung mehrerer Gebete führte die Mutter der anscheinend Sterbenden das Glas des wunderthätigen Wassers zu deren Lippen. Diese that vertrauensvollst einige Züge; und die Mutter hatte das Glas noch nicht auf den Tisch gestellt, da erhob sich die Kranke aus eigenen Kräften setzte sich auf und rief mit klarer, freudiger Stimme: „jetzt habe ich keine Schmerzen mehr, ich kann schon sitzen.“ Zum 2. Und 3. Male wiederholte sich dieses, ohne auch nur den mindesten Schmerz zu verspüren; und doch verursachte ihr unmittelbar zuvor selbst die geringste Bewegung schon die heftigsten Schmerzen, da die Geschwulst bis zum Herzen gedrungen war und sich über den Rücken ausgebreitet hatte. Noch in der selben Nacht schlief die Kranke mehr als die 5 vorhergehenden Wochen zusammengenommen. Auch der Appetit stellte sich sofort ein. Die Schmerzen waren gänzlich verschwunden; ein trockener quälender Husten, welcher durch kein Mittel gestillt werden konnte, hörte sogleich auf, die Geschwulst trat auffallend schnell zurück, und nach 12 Tagen konnte die Lranke nach mehrmonatlichen höchst schmerzlichen Leiden gesund und voll Dankgegen die Mutter Gottes das Krankenbett verlassen. Einer der behandelnden Aerzte (Protestant) erklärte, als er nach einigen Tagen von dem Vorgefallenen hörte: „Diese Heilung ist wie ein Wunder“. Seit jenem Abende, also seit mehr als 4 Monaten, stellte sich nie auch nur der geringste Rückfall ein, (absichtlich wurde deßwegen diese Veröffentlich so lange verschoben); ja auch ein früher sehr häufiges schwächendes Nasenbluten ist vollständig verschwunden, so daß die geheilte Person jetzt einer viel besseren Gesundheit sich erfreut, als in den früheren Jahren. Diese Veröffentlichung, die im Falle der Erhörung versprochen wurde, möge dienen zur Stärkung des Vertrauens und zur Vermehrung der Liebe zur unbefleckt empfangenen Gottesmutter, dem Heile der Kranken!
Quelle: Straubinger Tagblatt 09.07.1898


Haselbach bei Mitterfels, 3. August. Unser Bericht über die im verflossenen Monate Februar dahier stattgefundene außerordentliche Heilung in Folgevertrauensvollen Gebrauches von Lourdes-Wasser hat verschiedene Aufnahme gefunden: während der gläubige Christ darin das Walten einer höheren Macht erblickte, begegnete derselbe anderseits einem ungläubigen Kopfschütteln oder spöttischem Lächeln. Freilich, unserem so sehr materialistisch gesinnten Zeitgeiste und unserer vielfach ungläubigen Wissenschaft wurde es schwer, auf die Frage, welche wir unserem Berichte vorangestellt haben: „Heilung – natürlich oder wunderbar?“, die ganz natürlich sich ergebende Antwort zu geben. Man hätte daraus eine Folgerung ziehen müssen, mit welcher man seine eigenen Grundsätze geschlagen hätte. Statt dessen hat man es auf gewisser Seite vorgezogen, die Thatsache einfach zu leugnen oder zu bespötteln oder für Aberglauben zu erklären. Ob solche Handlungsweise ehrlich ist, das zu beurtheilen überlassen wir den Lesern. All dem gegenüber müssen wir nochmal erklären, daß alle in jenem Berichte niedergelegten Einzelheiten auf voller Wahrheit beruhen und jederzeit von Augen- und Ohrenzeugen beschworen werden können. Darum ist vollkommen wahr: 1. Daß die jetzt gesunde Johanna Brandstetter von Haselbach seit Ende vorigen Jahres schwerkrank darniederlag in Folge von Lungen-, Nieren- und Herzkrankheit, daß sie gegen Mitte Februar dem Tode nahe kam. Die Füsse mit Unterleib waren „kolossal geschwollen“ (Ausdruck des Arztes), die Geschwulst verbreitete sich in den letzten 2 Tagen bis zum Herzen und über den Rücken, so daß die Kranke auch den Oberleib nur unter den heftigsten Schmerzen kaum ein wenig rühren konnte, wobei stets von einer 2. Person die Füsse in die richtige Lage gebracht werden mußten. Große schwarze Flecken zeigten sich an vielen Stellen. Derr Appetit war in letzter Zeit gleich Null, die tägliche Nahrung bestand in einem einzigen Gläschen kalter Milch. Außer den großen Schmerzen plagte die Kranke auch ein quälender Husten, welcher ihr allen Schlaf raubte. Daß der behandelnde Arzt am 17. Februar erklärte (der heutige Wortlaut ist der richtige): „gehen Sie nicht mehr weg … geben Sie nur Obacht, daß Sie es nicht übersehen, Rettung ist nicht mehr, nur ein Mirakel kann helfen,“ kann beschworen werden, ebenso seine Aeußerung, welche er am 25. Februar, 5 Tage nach dem plötzlichen Umschwung der Krankheit, in anerkennenswerther Weise machte: „Diese Heilung ist ein Wunder“. Indeß ganz abgesehen von diesen ärztlichen Urtheilen konnte ja Jedrmann, welcher die Leidende öfters sah, sofort wahrnehmen, daß sie täglich ihrer Auflösung näher kam. Das Auschlaggebende bleibt für uns der plötzliche Umschwung der Krankheit. 2. Es ist vollkommen wahr, daß die Kranke vom 17. Februar an alle ärztliche Hilfe zurückwies, und Heilung nur mehr von der Hilfe Unserer lieben Frau von Lourdes erwartete, wobei sie aber vollkommen in Gottes Willen ergeben war. Auch auf die Gefahr hin, die Galle der Nörgler noch mehr zu errecgen, wird ergänzend erwähnt, daß die Patientin zu den Novenen und dem festen Entschluß, zeitlebens nie einen Ball oder eine Tanzmusik zu besuchen, auch das Gelöbniß hinzufügte, eine Wallfahrt nach Altötting zu machen, in den Verein der „ewigen Anbetung“ einzutreten, und etwaige Hilfe von Seite der Mutter Gottes zu veröffentlichen. Das war am 16. Februar.
Quelle: Straubinger Tagblatt 06.08.1898


Haselbach bei Mitterfels, 3. August. (Fortsetzung.) 3. Ueber ejenen Vorgang am Abend des 19, Febr., welcher eine so glückliche Wendung herbeiführte, lassen wir einen Augenzeugen reden, nämlich den Priester, welcher der Kranken die hl. Sterbsakramente reichte, und sie seit ihrer Erkrankung öfters besuchte. Er schildert jenen Hergang in folgender Weise: „Ich wurde um Mitternacht zum 19. Febr. von dem Vater der kranken Person gerufen mit den Worten: „Gschwind, es ist höchste Zeit, Sie werden meine Tochter kaum mehr am Leben treffen, nur gschwind!“ Ich eilte an deren Krankenbett, welches die Angehörigen und einige Bekannte betend oder weinend umstanden. Auf dem nahen Tische brannte die Sterbekerze. Die Kranke, die das Aussehen einer Sterbenden hatte, war bewußtlos und schien mir in den letzten Zügen zu greifen. Nach einiger Zeit kam sie zu sich, worauf ich ihr zusprach, ihr junges Leben großmüthig Gott dem Herrn zum Opfer zu bringen usw. Sie wünschte, nochmals die hl. Sterbsakramente zu empfangen. Aus Besorgniß, ich könnte sie nicht ehr am Leben treffen, ging ich eiligst zur Kirche, um ihren Wunsch zu erfüllen. Nach der hl. Handlung spach ich die Hoffnung aus, daß heute noch das von ihr so sehr ersehnte Loudes-Wasser kommen werde. Darauf erwiderte sie mit ganz schwacher Stimme: „Kein Mensch kann mir helfen; wenn es der Wille Gottes ist, wird die Mutter Gottes helfen, wenn das Lourdes-Wasser kommt.“ Ich bemerke, daß ich die erste Bitte der Kranken, ihr dieses wunderthätige Wasser zu besorgen, nicht erfüllt habe, weil ich mir sagte: hier kann nur ein Wunder helfen, und Gott wird da auch nicht gleich eine Wunder wirken. Erst als einige Tage später die Mutter auf Bitten der kranken Tochter mich dringendst darum ersuchte, willfahrte ich ihrer Bitte. Den Tag brachte die Patientin unter großen Schmerzen zu. Sie hatte großes Vertrauen auf die Hilfe der Mutter Gottes, sprach aber in den vorausgehenden Wochen öfters die Meinung aus, nach langwierigem und schmerzlichen Krankenlager sicher sterben zu müssen.          (Schluß folgt.)
Quelle: Straubinger Tagblatt 08.08.1898


Bogen, 12. Aug. In Hunderdorf herrschen zur Zeit die Masern, und sind diesem Würgeengel bereits mehrere kleine Kinder zum Opfer gefallen. – Der Gütler Baumgartner Wolfgang von Lindenbrunn, der erst kurz beim Korneinfahren unter die Räder seines Fuhrwerkes gekommen ist, ist wieder soweit hergestellt, daß er das Bett verlassen kann.
Quelle: Straubinger Tagblatt 14.08.1898


Schwarzach, 25. Aug. Zur Hebung der wirthschaftlichen Verhältnisse in der Gemeinde Schwarzach und Umgebung wurden laut Gemeindeversammlungsbeschluß vom 31, Juli fast einstimmig 24,000 Mark bewilligt. Unter Anderem wurde ein 6pferdekräftiger Motor aufgestellt zum Betriebe der Getreideputzerei, Schrotmühle, Kreissäge und Molkerei. Diese gemeindliche Einrichtung resp. Deren Kosten werden durch einen Theil der Erträgnisse des Lokalmalz- und Bieraufschlages verzinst und in 34 Jahren getilgt; die Erünrogungen fallen an die Gemeindekasse. Im Vorjahre wurde eine gemeindliche Dampfdrechmaschine und Schrotmühle um 7000 Mark angekauft, so daß die Gemeinde innerhalb eines Jahres die Summe von 31,000 M. für wirthschaftliche Zwecke aufwendet.
Quelle: Straubinger Tagblatt 27.08.1898


Bogen, 8. Sept. Schon wieder hat sich in der Pfarrei Bogenberg ein sehr schweres Unglück zugetragen. Der Bauerssohn Josef Hornberger, 30. J. alt, beheimathet in Hunderdorf, bedienstet in Weinzier, wurde beim Mistausfahren von einem Pferde derart auf die Brust geschlagen, daß er nach circa einer halben Stunde seinen Geist aufgab. Der junge bedauernswerthe Mann war bereits in Heirathsumständen, und wollte er sich nächstens mit der Söldnerswitwe Englbrecht in Aiterhofen verehelichen. Er war schon am Samstag vor seinem Tode aus dem Dienstverhältniß getreten – jedoch, seine menschenfreundliche Gesinnung ließ die Bitte seines Dienstherrn, ihm noch beim Düngerfahren auszuhelfen, nicht unbeachtet, er half noch aus – um in den Tod zugehen. Ein schöner Zug eines treuen Dienstboten.Am Mittwoch 7. ds. Mts. Wurde er in seiner Heimath Hunderdorf begraben, beweint von seinen betagten, lieben Eltern, von mehreren Geschwistern und Freunden und von einer recht zahlreichen Trauerversammlung.
Quelle: Straubinger Tagblatt 11.09.1898


Neukirchen b. Haggn, 11. Okt. Ab 1. Oktober wurde in Steinburg eine Postagentur errichtet. Weil aber dort kein Postbote stationirt ist, so erhalten wir unsere Postsendungen seit dieser Zeit erst recht unregelmäßig zugestellt. In Haggn ist eine Postablage, und das Pfarrdorf Neukirchen ist etwa 4-5 Minuten davon entfernt. Die Postablage aber ist für Neukirchen insofern werthlos als ja Briefe und Zeitungen nur loco Haggn zugestellt werden, Neukirchen aber dem eine halbe Stunde entfernten Steinburg zugetheilt ist. Auch die Postboten in Bogen müßen trotz Postagentur und Postablage den beschwerlichen Dienstgang hierher machen. Durch diesen Wirrwarr werden oft mache Mißgriffe gemacht. So kam es erst letzter Woche vor, daß ein in München am Montag aufgegebener Brief erst am Freitag an die richtige Adresse gelangte. Erst wenn in Steinburg Postboten stationirt werden, kann die Sache wieder in einen richtigeren Gang kommen. Speziell für die Ortschaft Neukirchen aber wäre zu wünschen, daß dieselbe der Postablage Haggn einverleibt wurde, da ja Neukirchen und Haggn fast eine Ortschaft ist und Neukirchen so liegt, daß es auch für die etwa künftig in Steinburg stationirten Postboten unbequem wäre, auf ihrem Dienstgang Neukirchen mitzunehmen.
Quelle: Straubinger Tagblatt 13.10.1898


Steinburg, 29. Nov. Im Garten des Schreinermeisters Herr Gg. Huber dahier wurden vergangene Woche mehrere alte Erlenstöcke ausgegraben. Dabei Stieß man auch auf einen 5 Meter langen, 30 Ctm. Dicken Eichenstamm, der mit großer Mühe aus dem harten Boden herausgeschafft werden mußte. Das Holz dieses Stammes, der schon Jahrhunderte unter der Erde gelegen sein mochte, ist durch und durch samtschwarz und repräsentirt somit einen ansehnlichen Werth. Da Herr Huber keine Gelegenheit hat, das Holz zu verarbeiten, will er dasselbe gern an Schreiner, welche in feineren Möbeln arbeiten, käuflich abgeben.
Quelle: Straubinger Tagblatt 01.12.1898


Steinburg, 14. Dez. Am Sonntag Nachmittag versammelten sich eine Anzahl Müller aus hiesiger Gegend, um sich den Beschlüssen der Passauer und Straubinger Müllerversammlungen anzuschließen. Herr Mühlbesitzer Buchner von Steinburg eröffnete die Versammlung und ertheilte Hrn. Kammermeier von Ittling, der eingeladen war, das Wort. Derselbe erklärte in einstündiger Rede die Ziele der Müllerbewegung und forderte zur Einigung auf. Zum Schlusse wurden alle Anwesenden ersucht, bei der Hauptversammlung am 7. Januar nächsten Jahres in Straubing zu erscheinen.
Quelle: Straubinger Tagblatt 16.12.1898

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