1906

Von Neukirchen bei Haggn, 19. Febr., wird dem „Straub. Tagbl.“ Geschrieben: Der Herr Bezirksamtmann Klaiber von Bogen, der sehr eifrig seines Amtes waltet, bemüht sich gegenwärtig, wahrscheinlich im höheren Auftrage, in den Landgemeinden jenes Bezirkes dem sog. Bierprfennig oder Localmalzaufschlag einzuführen. Auch hier in Neukirchen suchte er am 24. Dezember v. Js. die Mitglieder der Gemeindeversammlung für den Bierpfennig zu gewinnen, was ihm auch gelang; allein die Gemeinde-Bürger überlegten sich später die Sache reiflicher und beschlossen gestern in einer neuerlichen Versammlung mit 59 von 73 Stimmen, den früheren Beschluß aufzuheben und den Lokalmalzzuschlag fallen zu lassen, weil ihm sonst entweder das Bier verteuert oder verschlechtert würde. Sie wollen nämlich nicht, daß das Bier auch 22 oder 24 Pfg. kostet wie in der Stadt, noch weniger wollen sie, daß ihnen von den Bräuern ein Bier geliefert wird, von dem Schlicht sagt:
„Das ist ein ächter Plembel,
Der den Bauern d’Hosen z’rreißt,
Andern zum Exempel.“
Quelle: Straubinger Tagblatt 23.02.1906


Todes-Anzeige.
Nach längerem Leiden verschied gestern abends 9 Uhr unser lieber Gatte, Vater, Großvater und Schwiegervater, der ehrengeachtete
Herr Lorenz Trum,
Austragsöldner von Apoig,

versehen mit den heil. Sterbsakramenten in einem Alter von 79 Jahren.
Um stilles Beileid bittet
Apoig, Ittling, Bogen, Harpfen, Rammersberg,
den 10. Mai 1906
Die tieftrauernde Gattin
nebst übriger Verwandtschaft.
Die Beerdigung findet Samstag den 12. Mai vormittags 10 Uhr mit darauffolgendem Gottesdienst in der Pfarrkirche zu Windberg statt.
Quelle: Straubinger Tagblatt 11.05.1906


Vom Vorwalde, 17. Mai. Gastwirt Wintermeier in Degernbach verkaufte sein Anwesen mit 18 Tagwerk Grund an Herrn Greindl, Wirtssohn von Irensfelden und dessen Braut Frln. Rosina Staudinger, Wirtstochter von Sollach, um den Preis von 38,000 Mark. Wintermeier wird sich gegenüber dem Pfarrhof wieder ein Haus erbauen.
Quelle: Straubinger Tagblatt 19.05.1906


Straubing, 25. Juni. An der Lokalbahn Straubing-Miltach wollte der Lokomotivführer Joseph Meier zwischen Berndorf und Hunderdorf während der Fahrt außen an der Maschine etwas in Ordnung bringen, wobei ihm der rechte Oberarm gebrochen wurde.
Quelle: Allgemeine Zeitung, 26.06.1906


Hunderdorf, 7. Juni. Ein überaus imposanter Leichenzug bewegte sich am hochheiligen Pfingstfeste dem nahen Gottesacker zu. Es wurden die sterblichen Ueberreste der ehrengeachteten Frau Maria Rat, Glasermeistersgattin von Hunderdorf, dem kühlen Grabe übergeben. Die Verstorbene erreichte ein Alter von 43 Jahren. Der tieftrauernde Gatte nebst elf unversorgten Kindern, wovon ein Sohn bei der kaiserlichen Marine, der andere beim 6. Feldartillerie-Regiment dient, beweinen die geliebte Gattin und treubesorgte Mutter. Eigentümlich berührte es fast allgemein, daß der hochw. Herr Offiziator für die in so tiefem Schmerze Hinterbliebenen nicht ein Wort des Trostes hatte, was sonst in dergleichen oft weniger traurigen Fällen so bereitwillig geschieht. (Vielleicht wurde es so gewünscht, Herr Einsender, dies kommt oft vor. D. R.)
Quelle: Straubinger Tagblatt 29.06.1906


Gaishausen, 16. Juli. Neulich weilte Se. Exz. Der Herr Graf von Bray-Steinburg auf seinem Schlosse Steinburg, woselbst er sich einige Tage aufhielt. Der hohe HEerr begab sich auch nach dem im Jahre 1904 entwässerten Wiesenterrain, zu dessen Besichtigung auch der Genossenschaftsobmann Herr Martin Fendl, Oekonom, beigezogen wurde. Exzellenz unterhielt sich in liebenswürdiger Weise mit dem Obmann und ging sodann die ganze Entwässerungsanlage durch. Lob und Anerkennung drückte er sodann Herrn Fendl für seine Mühewaltung aus. Es ist aber auch wirklich eine wahre Freude, diese Wiesen anzusehen – früher trauriges Aussehen, jetzt üppiger Graswuchs. Nun, allenthalben sieht man die Vorteile dieser Entwässerungsanlage schon ein. Kommt Zeit, kommt Rat.
Quelle: Straubinger Tagblatt 20.07.1906


Steinburg, 31. Juli. Heute morgens ist Postbote Wurm von hier abgereist, um in seinenneuen Wirkungskreis Tiefenbach in der Oberpfalz zu übersiedeln. Wie beliebt Wurm war, zeigt am besten die rege Anteilnahme aus allen Schichten der Bevölkerung bei seiner am vergangenen Sonntag in dem Räumen der Laschingerschen Gastwirtschaft dahier stattgehabten Abschiedsfeier. Möge Herr Wurm in seinem neuen Posten noch recht lange gesund und froh seinen Dienst versehen können.
Quelle: Straubinger Tagblatt 08.08.1906


Vom Vorwalde schreibt man uns: Wer jetzt in unsre Gegend kommt, so sieht er, daß die reiche Obsternte in vollem Gange ist und sich viele fleißige Hände regen, um das Obst unter Dach zu bringen. Leider muß man dabei die betrübende Wahrnehmung machen, daß die meisten Leute gar nicht wissen, was sie mit dem vielen Obst anfangen sollen. Wenn auch Händler kommen und für die besten Sorten 80Pfennig und für Mostobst 40 bis 50 Pfennig bieten, so ist manchmal infolge der Herbstsaat keine Zeit zum Transport übrig und für das Fall- und Glaubobst ist überhaupt eine Verwendung nicht vorhanden, so daß man dasselbe oft tage- und wochenlang herumliegen sieht, bis es schließlich zu Futterzwecken Verwendung finden muß. Angesichts dieser Tatsache muß man sich willkürlich die Frage aufwerfen, ja gibt es denn gar kein Mittel, daß man unseren Waldbewohnern einmal den richtigen Weg zeigt, was man alles aus dem Obst für den Winterhaushalt herstellen kann.  Da wird immer und immer wieder betont, daß man Obstbäume pflanzen und mehr Obstbau treiben soll und auch in den Tagesblättern wird dies sehr oft angeregt, aber so weit bringt man es nicht, daß man einmal den Leuten den Weg zeigt, wie sie auch in obstreichen Jahren mit ihren Produkten umzugehen haben. Was soll es denn nützen, wenn immer noch mehr Bäume gepflanzt, die bisherigen aber nicht besser gepflegt werden. Das Herz muß einem weh tun, wenn man sieht, daß tausende von Zentnern Zwetschgen auf einen Tag wertlos geworden sind, daß sie auf den Straßen herumliegen, ganze Körbe voll den Schweinen gegeben werden usw. Wie leicht könnten dieselben, ohne daß man ein Zubehör braucht, gedörrt und im Winter als Beispeise, oder zu anderen Kochzwecken benützt werden. Was werden bei uns für Summen für Essig ausgegeben, das Zeug wird gekauft und der wirklich gute Obstessig wird gar nicht benützt, weil eben die Leute nicht wissen, was für Unterschiede zwischen dem Obstessig und der gekauften Ware bestehen. Wieviel Geld wird oftmals auch in kleinen Anwesen für Bier ausgegeben und für was für ein Bier manchmal, anstatt daß man sich einmal, wie es in Unterfranken und anderen Gegenden geschieht, einen gesunden Most herstellen würde. Unsere Aepfel gehen zur Mostbereitung zum größten Teil nach jenen Gegenden, wo heuer die Traubenernte schlecht ausfällt. Diese Leute haben eben schon begriffen, was man sich aus Obst für gesunde Getränke herstellen kann, während bei uns in dieser Beziehung gar nichts geschieht. Es bestehen doch so viele Obstbauvereine, die Leute bekommen bei größeren Anpflanzungen Zuschuß. Niederbayern soll auch einen Wanderlehrer für Obstbau haben, der zu seiner Information selbst nach solchen Gegenden geschickt worden ist, wo die Obstverwertung zuhause ist, aber trotzdem sind die Leute noch am alten Fleck. Vielleicht könnten auch die kleinen Büchlein , die 5 bis 10 Pfennig kosten und an die Mitglieder der Obstbauvereine oder an die älteren Schulkinder verteilt, oder durch leichtfaßliche Vorträge, oder einfache Vorführungen an Ort und Stelle, durch öftere Besprechung dieses Umstandes in den Schulen, Abhaltung von Tageskursen für Bauersleute in den Dörfern, Einsetzen eines Aufsatzes in die Lesebücher der Volksschulen in Niederbayern diese Fragen angeschnitten und unter den noch unwissenden und in dieser Beziehung unerfahrenen Waldbewohnern Aufklärung über den Wert des Obstes und dessen Zubereitung für den Winter gemacht werden.
Quelle: Straubinger Tagblatt 28.09.1906


Steinburg, 14. Okt. (Verhafteter Dieb.) Der Taglöhner Gustav Landgraf ist heute beim Besteigen des Bahnzuges hier von mehreren auf demselben zufällig fahrenden Gendarmen verhaftet und in das Gefängnis Mitterfels eingeliefert worden. Er wurde schon länger wegen Diebstahls gesucht; er hatte 200 Mark gestohlenes Geld bei sich.
Quelle: Straubinger Tagblatt 16.10.1906


Neukirchen b. Haggn, 24 Okt. (Obstschau.) Wie bekannt, wird in den Tagen vom 28. Okt. bis 2. Nov. In der Sommerhalle der Laschinger’schen Bahnhofrestauration zu Steinburg eine vom Obstbauverein Neukirchen und Umgebung veranstaltete Obstschau stattfinden. Diese Obstschau, welche gruppenweise zusammengestellt wird, hat den Zweck, den Laien zu zeigen, welche Sorten sich am besten für unsere Boden- und klimatischen Verhältnisse zum allgemeinen Anbau eignen. Insbesondere aber wird dem von hervorragenden Pomologen für Niederbayern zum allgemeinen Anbau empfohlenen „Niederbayerischen Kreissortiment“ ein besonderes Augenmerk zugewendet werden.  Da auch der niederbayer. Kreiswanderlehrer Herr Grill aus Deggendorf für Sonntag sein Erscheinen zugesagt hat und am genannten Tag einen sehr interessanten Vortrag halten wird, so wäre sehr zu wünschen, daß sich die Nachbarsvereine, welche speziell geladen wurden, sowie alle Interessenten recht zahlreich einfinden möchten.
Quelle: Straubinger Tagblatt 26.10.1906


Neukirchen bei Haggn, 31. Okt. (Obstbauversammlung.) Die letzten Sonntag vom hiesigen Obstbauverein in der Laschinger’schen Bahnhofrestauration Steinburg veranstaltete Versammlung war überaus zahlreich besucht und nahm einen sehr anregenden Verlauf. Der 1. Vorstand des Obstbauvereins Neukirchen, Herr Baumschulenbesitzer Naimer-Langholz, eröffnete die Versammlung mit einer herzlichen Begrüßungs-Ansprache und gab dann das Wort dem Herrn Bezirksmatmann Klaiber in Bogen, welcher zur allgemeinen Freude sämtlicher Anwesenden erschienen war. Herr Bezirksamtmann betonte eingangs, daß es ihn herzlich freue, daß der Verein Neukirchen eine so schön gelungene, lehrreiche Obstschau veranstaltet hat, in welcher man sehen kann welch‘ herrliche Früchte bei einigem Fleiße in unserem Vereinsgebiet gezogen werden können. Redner schilderte den Anwesenden den Vorteil einer weiteren Organisation der Obstbauvereine und empfahl dann die Gründung eines Bezirksvereines. Sämtliche anwesenden Vertreter auswärtiger Vereine gaben nach kurzer Beratung hiezu gleich ihre Zustimmung. Es wurde nun ein Bezirksverband sämtlicher Obstbauvereine des Bezirkes Bogen gegründet. In den Ausschuß des Bezirksvereines wurden folgende Herren gewählt: als 1. Vorstand Kgl. Bezirksamtmann Klaiber in Bogen; 2. Vorstand Baumschulenbesitzer Naimer, Langholz; als Schriftführer und Kassier Herr Bezirkshauptlehrer Friedl in Bogen; 1. Beisitzer Hochw. Hwerr Pfarrer Hildebrand in Degernbach; 2. Beisitzer Herr Lehrer Schels-Haibach; 3. Beisitzer Herr Lehrer Stiegler-Neukirchen; 4. Hr. Kandler, Baumwärter, Perastorf; 5. Herr Stahl, Schneidermeister-Rattiszell. Nachdem die Gründungsgeschäfte des Bezirksverbandes erledigt waren, ergriff Herr Kreiswanderlehrer Grill das Wort und legte in einem längeren sehr interessanten Vortrag klar dar; welche Sorten sich zum allgemeinen Anbau auf Feldern, u. welche auf anderen Plätzen sich am besten eignen; er ermahnte dabei zur rationellen Obstzucht in wenigen guten Sorten, welche ja in hiesiger Gegend wir die Obstschau zeigt, sehr gut gedeihen. Auch der Baumschulpflege solle ein besonderes Augenmerk zugewendet, noch gesunde, jüngere Bäume ausgeputzt, und die ganz alten, welche nur Brutstätten fürs Ungeziefer sind, gänzlich entfernt werden. Nachdem Herr Wanderlehrer seinen lehrreichen Vortrag geschlossen, dankte Herr Lehrer Stiegler-Neukirchen den Herrn Bezirksamtmann Klaiber und Wanderlehrer Grill für ihr Erscheinen und brachte ein dreimaligen Hoch auf sie aus, in welches die Versammlung begeistert einstimmte. Herr Bezirksamtmann Klaiber brachte dann ein Hoch auf den Obstbauverein Neukirchen aus, für welches der Vorstand dieses Vereins dankte, und den Wunsch äußerte, es möge der neugegründete Bezirksverein blühen und gedeihen, so daß man in einigen Jahren in der Lage sei, eine Bezirksobstausstellung veranstalten zu können.
Quelle: Straubinger Tagblatt 03.11.1906


Aus dem bayer. Walde, 10. Nov. Wie aus dem gestrigen Berichte über Einnahmen und Ausgaben der Lokalbahn Straubing-Cham zu entnehmen war, ist die Rentabilität derselben ein sehr gute, namentlich ist reger Personenverkehr nachgewiesen; derselbe würde sich noch mehr heben, wenn die Anschlüsse zweckmäßiger und die Vormittagszüge von Straubing nach Cham wieder eingelegt werden würden. Unsere Bahn ist in Wirklichkeit ein glänzendes Elend – schlechte Verbindungen – zu wenig Züge. Es wird deshalb auch allgemein geklagt, geschimpft und räsoniert, weil aber auch gar Niemand, namentlich das reisende und geschäftliche Publikum zufrieden ist. In den Städten werden eigene Theaterzüge, zahllose Vororts- und Schulkinderzüge errichtet und wir können auf unseren Bahnkörper hinblicken, wo hie und da ein Züglein über die „unpraktischen“ Bergrücken mit voller Dampfkraft mühsam hinaufschnauft. So viel man hört, haben mehrere Gemeinden und Interessenten schon mehrmals um Abstellung dieses unerhörten Mißstandes bei den maßgebenden Stellen nachgesucht, nicht einmal eine Antwort soll darauf erfolgt sein. So rücksichtslos soll mit dem Publikum doch nicht umgegangen werden. Ist denn der Herr Verkehrsminister gar nicht zuhause?
Quelle: Straubinger Tagblatt 13.11.1906


Hofdorf i. bayer. Wald, 4. Dez. (Diebstahl.) Wir wähnten uns schon sicher vor Dieben, als auf einmal wieder dem auf der Tenne aufgespeicherten Weizen eines hiesigen Bauern ein unliebsamer Besuch abgestattet wurde. Der Langfinger nahm einen ganzen Sack voll mit und wird sehr wahrscheinlich billiges Brot davon backen lassen. In der Speisekammer des Wirtes holte sich der Biedermann sodann die nötige fleischliche Zuspeise, indem er sich den ganzen Vorrat von Preßsack und Leberkäse aneignete.
Quelle: Straubinger Tagblatt 06.12.1906


Degernbach, 13. Dez. Man schreibt uns: Als im heurigen Frühjahr im hiesiegen Gasthause eine öffentliche Versammlung von Interessenten wegen Erbauung einer Straße von Waltersdorf über Degernbach nach Schwarzach einberufen und dieselbe von Herrn kgl. Bezirksamtmann Klaiber, Herrn Landtagsabgeordneten Echinger, mehreren Mitgliedern des Distriktrates sowie zahlreicher Männer sowohl aus unserer Gemeinde, als auch der umliegenden Orte besucht war hatte man sich bei uns der angenehmen Hoffnung hingegeben, daß der versammelte Distriktsrat endlich unserem alljährlich gestellten Antrag, die Befestigung unserer unhaltbaren Straßenverhältnisse, – wenn man überhaupt in unserer Gemeinde von einer Straße sprechen kann – mehr Symphatie entgegenbringen werde, überhaupt, daß der Distrikt Bogen bei einigermaßen gutem Willen, trotz manchem gegenteiligen Versicherungen doch einmal Mittel  und Wege finden werde, um unseren gerechten und alljährlich wiederkommenden Wunsch zur Ausführung zu bringen. Die Hoffnung ist noch mehr gestiegen, als im Laufe der Versammlung Herr Bezirksamtmann Klaiber uns Degernbacher die Versicherung gab, stets gerne unsere Bestrebungen in dieser Beziehung zu unterstützen und jederzeit zum Gedeihen dieses Projektes die Hand zu bieten. Auch Herr Abg. Echinger, auf den wir in dieser Angelegenheit viel Hoffnung gesetzt, trat damals ganz besonders warm für unsere Interessen ein, so daß, als man später noch erfuhr, daß sich in Schwarzach bei Unterzeichnung einer dem Distrikte zu unterbreitenden Erklärung sehr zahlreiche Anhänger für die Sache gefunden waren, wir der besten Erwartung uns freuten, daß nun das alte Projekt endlich auf urgend eine Weise dem Ziele nähe rgerückt wird. Doch, wer viel hofft, muß auch viele Enttäuschungen erleben. In der betreffenden Distriktsratsversammlung ist man einfach, wie noch allemal über die Sache mit der Bemerkung hinweggeschritten, daß keine Aussicht vorhanden ist, unsere erbärmlichen Straßenverhältnisse beseitigen zu können und mit dieser armseligen Erklärung glaubte man die Sache erledigt zu haben. Doch nein! Wir lassen unter gar keinen Umständen von unserer Bitte ab; wir werden und müssen noch andere Straßen bekommen. Ueberall will man heutzutage der Landwirtschaft entgegenkommen, indem man bessere Verkehrsverhältnisse schafft, den Bauern die Zu- und Abfuhr von und zu der Bahn erleichtert, damit er einerseits seine Produkte leichter absetzen, andernteils die zur Hebung seines Betriebes notwendigen Hilfsmittel, wie Kalk und Kunstdünger etc. leichter erhalten kann, nur wir erhalten in dieser Hinsicht trotz aller Petitionen und Versicherungen keine Hilfe; während in anderen Gemeinden kreuz und quer das Straßennetz durchgeht, haben wir soviel wie keine Straße. Wenn auch unter den jetzigen Verhältnissen vorderhand nichts erreicht werden konnte, so geben wir die Sache keinesfalls auf; wir können das Projekt nicht aufgeben, sondern wir vertrauen auf das neue Straßennetz und hoffen bestimmt, daß sich mit Hilfe unserer Volksvertretung und mit gutem Willen unsere Distriktsräte diese Frage nach irgend einer Richtung richtig und zur Zufriedenheit unserer Gemeinde und unserer Steuerzahler noch lösen wird.
Quelle: Straubinger Tagblatt 15.12.1906


Hofdorf im bayer. Walde, 20. Dez. (Die soziale Frage gelöst.) Ein Bürger von hier, welcher nicht zu den unklügsten zu zählen ist, wohl aber zu jenen Leuten gehört, welche glauben, weil sie Geld haben, auf niemand aufmerken zu dürfen, löste die soziale Frage wie folgt: Die Leute sollen besser hausen, nicht immer so ins Wirtshaus gehen, für billigeren Lebensunterhalt sorgen, bei den hohen Fleischpreisen sich besser an die Kartoffel hängen, durchaus häuslicher sein und nicht immer alles so groß angreifen. Ich kann es, sagte er, gar nicht begreifen, daß sich die Leute heutzutage nichts mehr ersparen können. Auch ein Sozialpolitiker.
Quelle: Straubinger Tagblatt 22.12.1906


Hofdorf im bayer. Walde, 21. Dez. Als gestern das Petroleumtransportfuhrwerk einer Straubinger Firma die Straße zwischen Sollach und Hofdorf passierte, sanken die Räder des Wagens auf einer Seite so tief ein, daß er umstürzte und die Räder in die Höhe ragten. Der Fuhrmann, der auf dem Wagen saß, wurde heruntergeschleudert, ohne daß ihm glücklicherweise etwas passierte. In unserem Dorfe sah er sich nun um mehrere starke Männer um, denen es nach mehrstündiger anstrengender Arbeit gelang, den schweren Wagen auf die Räder zu stellen und das Fuhrwerk wieder flott zu machen. Mit dem letzten Zuge traf auch ein Vertreter der Firma aus Straubing ein, die der Fuhrmann durch ein Telegramm in Kenntnis gesetzt hatte, und gab die nötigen Anordnungen zur Weiterfahrt. Hernach gab es für die Beteiligten im hiesigen Gasthause Freibier, wobei Manche die Stärkung so gründlich nahmen, daß sie zum Heimmarsch Führer engagieren mußten.
Quelle: Straubinger Tagblatt 23.12.1906


Todes-Anzeige.
Gott dem allmächtigen hat es gefallen, heute früh halb 4 Uhr unsere innigstgeliebte Tochter und Schwester
Jungfrau Franziska Bayer
Krämerstochter von Hunderdorf,

nach 1 ½ jährigem Leiden, versehen mit den hl. Sterbsakramenten im 23. Lebensjahr zu sich in die ewige Heimat abzurufen.
Um stilles Beileid bitten
Hunderdorf, den 29. Dezember 1906.
Die tieftrauernden Eltern:
Joseph und Franziska Bayer,
nebst übriger Verwandtschaft.

Die Beerdigung findet statt am Montag, 31. Dezember vorm. 10 Uhr vom Hause aus mit darauffolgendem Gottesdienst. Der Siebente und Dreißigste am Mittowch den 2. Jan. vorm. 9 Uhr in Hunderdorf mit 2 hl. Aemtern abgehalten.
Quelle: Straubinger Tagblatt 30.12.1906

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