1922

Hunderdorf, 23. Jan. (Bluttat.) Der bei dem Gütler Wolfgang Pielmeier dahier sich in Wohnung befindliche Hausierer Georg Eder lebte schon längere Zeit mit seinen Logisgebern auf feindlichem Fuße. Der Grund hierfür bestand darin, daß Eder glaubte, von seiner Hausfrau statt Volle, Magermilch zu bekommen. Bei einem gerichtlich anhängig gemachten Verfahren konnte er aber den Wahrheitsbeweis für seine Angaben nicht erbringen und so wurde eine bereits über Herrn Pielmeier verhängte Geldstrafe in zweiter Instanz wieder aufgehoben. Heute früh gegen 8 Uhr kam es nun zwischen Eder und Frau Pielmeier im Hausflur wieder zu einem Wortwechsel. Der ebenfalls bei Pielmeier wohnende Privatier Josef Achatz, der sich gerade in der Wohnstube befand, um sich Milch zu holen, wollte den Streit schlichten und zog die unter der Tür stehende Frau zurück in die Stube. In diesem Augenblick zog Eder seinen Revolver,  gab einen Schuß ab und traf damit durch die Türe hindurch Achatz in den Oberarm, wobei die Hauptschlagader durchschossen wurde. Der etwa 65jährige Mann war binnen wenigen Minuten eine Leiche. Zwei weitere, ebenfalls auf Frau Pielmeier abgegebene Schüsse gingen fehl. Morgen wird sich eine Gerichtskommission zur Feststellung des Tatbestandes an Ort und Stelle einfinden. Der bereits 70jährige Täter wurde noch im Laufe des Vormittags verhaftet.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 25.01.1922

Hunderdorf, 25. Jan. (Besitzveränderung.) Das Anwesen des Herrn Druckseis in Ebenthann ging durch Kauf in den Besitz des Bauern Dietl von Dalking über. Dasselbe umfaßt 76 Tagwerk und kostet annähernd 500 000 M.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 26.01.1922

Todes-Anzeige
Gott, dem Allmächtigen, hat es gefallen, heute morgen 1 Uhr meinen innigstgeliebten Gatten, unseren lb. Vater, Schwieger- und Großvater und Onkel
Herrn Xaver Schötz,
Oekonom von Hofdorf,
nach längerem Leiden und Empfang der heiligen Sterbsakramente im Alter von 58 Jahren zu sich abzurufen. Um stilles Beileid bittet
Hofdorf, Oedhof, Straubing und Eggenfelden, den 28. Januar 1922.
Die tieftrauernde Gattin
nebst Kindern und übrigen Verwandten.
Die Beerdigung findet am Montag den 29. Januar vormittags 9 Uhr von Hofdorf aus in Hunderdorf statt.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 29.01.1922

Hunderdorf, 30. Jan. (Ergänzungswahl.) Bei der gestern stattgefundenen Bürgermeisterergänzungswahl wurde der Bauer Xaver Fruhstorfer von Sollach gewählt.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 02.02.1922

Hunderdorf, 31. Jan. (Die freiwillige Feuerwehr) hielt am vergangenen Sonntag ihre diesjährige Generalversammlung ab. Schreinermeister Härtenberger erstattete den Jahresbericht. Die Wehr zählt gegenwärtig 50 Mitglieder. Brände innerhalb der Gemeinde sind im verflossenen Jahre zwei zu verzeichnen. Im Jahre 1924 wird das 50jährige Gründungsfest feierlich begangen werden. Die Feuerwehrehrenzeichen für 40jährige Dienstzeit erhielten 8 Wehrmänner, nämlich: Johann Staudinger, Privatier in Hofdorf, Xaver Dorfner, Privatier in Hunderdorf, Franz Wurm, Viehhändler in Gaishausen, Anton Poiger, Bauer in Stetten, Josef Schleinkofer, Privatier zu Hunderdorf, Josef Barth, Schneidermeister in Apoig, Xaver Seitz, Maurermeister in Hofdorf und Johann Weinzierl, Söldner in Hofdorf. Das Ehrenzeichen für 25jährige Dienstzeit erhielten: Joh. Baier, Gastwirt in Hunderdorf, Franz Sträußl, Oekonom in Apoig und Josef Eichmaier, Privatier in Eglsee.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 02.02.1922

Todes-Anzeige.
Nach Gottes heil. Willen verschied heute nachts 1 Uhr mein unvergeßlicher Gatte und Vetter, der ehrengeachtete
Herr Michl Holzapfel
Oekonom in Schafberg,
Kriegsteilnehmer von 1866 und 1870/71,
nach kurzem Leiden und Empfang der hl. Sterbsakramente im Alter von 70 Jahren. Um frommes Gedenken im Gebete bittet
Schafberg, Neukirchen bei Haggn, den 10. Februar 1922
Die tieftrauernde Gattin: Maria Holzapfel.
Die Beerdigung findet am Montag, 13. Febr. vorm. 9 Uhr mit darauffolgenden Gottesdiensten in Hunderdorf statt.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 11.02.1922

Hunderdorf, 9. April. (Verhaftet.) Vergangene Woche kam dahier ein ehemaliger Angestellter einer hessischen Textilfabrik an, schwer beladen mit Gepäck, als führe er eine Auswahlsendung für ein Dutzend von Kunden mit, um bei seinem Schwager Absteigquartier zu nehmen. In der Wiedersehensfreude mußte ein Schweinetier früher, als sonst geplant, sein Leben lassen. Auch mit dem edlen Gerstensafte wurde nicht gegeizt. Aber ach! In diese Feststimmung mischte sich bald ein bitterer Wermutstropfen. Unvermutet erschien ein Vertreter der hs. … fasste den Fremden …
… das ganze Gepäck wurde beschlagnahmt. Eine Haussuchung förderte noch einige Stücke, die im Stroh versteckt waren, zutage. Franz Woigs, so hieß der Fremde, hatte früher einen Vertrauensposten, den er aber mißbrauchte. Nun hat er sich abermals an dem Eigentum seines Chefs vergriffen und ihm Stoffe im Werte von etwa 50 000 M entwendet, die er bei seinem Schwager hier, der Schneider ist, unterbringen wollte. Von dem Diebstahl hatte die hessiche Polizei Kenntnis erhalten, den Dieb verfolgt und hier auch gestellt. Diese Angelegenheit hatte aber auch für den Herbergsgeber gar üble Folgen. Wenn auch weitere Hausdurchsuchung wenig Beichtendes ergab, so erfolgte vergangenen Donnerstag doch die Verhaftung des Schneidermeisters.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 02.02.1922

Moos. 1. Juli (Mooser Laubhüttenfest.) In den Tagen vom 26. bis 30. August ds. Js. wird in Moos bei Plattling unter der Bezeichnung „Mooser Laubhüttenfest“ ein großangelegter Industriemarkt für Landwirtschaft u.  Gewerbe stattfinden; der aus mannigfachen Gründen die besondere Aufmerksamkeit aller interessierten Kreise nicht nur in Bayern verdient und schon jetzt auch findet. Als Veranstalter dieses Industriemarktes, mit dem ein großes Sportfest, ein Pferderennen, Schauflüge usw. verbunden sein werden, tritt der Verein zur Hebung von Landwirtschaft, Gewerbe und Sport in Moos-Langenisarhofen und Umgebung auf, während die Anregung zu der Veranstaltung von dem auf Schloß Moos wohnenden Grafen Georg von Preysing-Lichtenegg-Moos ausgeht. Graf Preysing hat durch Hergabe eines geeigneten Ausstellungsgeländes und durch tatkräftige Förderung aller Art das Zustandekommen des Industriemarktes in erster Linie ermöglicht. Eine solche Veranstaltung gerade nach dem kleinen Moos zu verlegen, waren mannigfache Gründe gegeben. Entscheidend war die Erwägung, daß die meisten der landwirtschaftlichen Ausstellungen in den großen Städten Schaustellungen bleiben, bei denen den praktischen Bedürfnissen der Aussteller wie der ländlichen Besucher kein Genüge wird. In Moos will man nun eine Zweckausstellung veranstalten, die zugleich freilich eine gewisse Kulturmission erfüllen soll. Für solchen Zweck war kaum ein geeigneter Ort zu finden als eben Moos, das in einer Gegend lebhaften bäuerlichen Ackerbaues und gutentwickelter Viehzucht in der Mitte zwischen einer Reihe von gewerbetüchtigen, aber industriearmen Kleinstädten liegt und in dessen Nähe gerade jetzt große Ödländereien in fruchtbares Bauernland umgewandelt werden sollte. Dazu kommt, daß die guten Bahnverbindungen vom benachbarten Plattling aus nach Regensburg, der Oberpfalz, Landshut-München, Passau, Deutschösterreich und nach der Tschechoslowakei den Besuch des Industriemarktes auch durch Interessenten aus weit entfernten Bezirken sehr erleichtern werden. Zur Erfüllung seiner durch diese geographischen Verhältnisse bestimmten Aufgabe wird das „Mooser Laubhüttenfest“, das eine neue Form eines unter dem gleichen Namen schon seit langen Jahren gefeierten Volksfestes darstellt, zunächst einmal den Landwirt die Möglichkeit geben, Maschinen, Werkzeuge, Geräte usw. für seine Arbeit nicht nur zu sehen, sondern auch zu kaufen. In der angegliederten Zucht-Viehausstellung wird dann der Landwirt seinerseits die Ergebnisse seiner Arbeit aufzeigen können. Den Gewerbetreibenden der niederbayerischen Städte wird der Industriemarkt Gelegenheit bieten, ihr Können auch vor einer größeren Öffentlichkeit zu erweisen und neue Geschäftsverbindungen an zu knüpfen, und der für die Landwirtschaft arbeitenden Industrie ganz Deutschlands werden neue Absatzmöglichkeiten in Bayern und im benachbarten Auslande erschlossen werden. Durch die Beteiligung der Landesanstalt für Moorwirtschaft, der landwirtschaftlichen Hochschule und der Winterschulen, durch die Errichtung eines Musterbauernhauses und die Schaffung vorbildlicher Garten- und Friedhofs-Anlagen, die der Verband niederbayerischer Kunstgärtner übernommen hat, werden der Innenkolonisation neue Anregungen gegeben werden, und durch die Errichtung einer eigenen Buchhandlung für den ländlichen Ausstellungsbesucher wird die kulturelle Mission des Mooser Industriemarktes besonders deutlich gemacht. Es versteht sich daß die bayerischen Landesbehörden einer solchen Veranstaltung reges Interesse entgegenbringen. Das kommt sowohl in der Beteiligung der Staatlichen Lehranstalten zu Ausdruck, wie darin, daß Landwirtschaftsminister Wutzlhofer das Ehrenpräsidium der Ausstellung übernommen hat. In seiner Gegenwart wird das „Mooser Laubhüttenfest“ am 26. August mit einer kleinen Feier eröffnet werden, zu der Sonderzüge auch eine große Zahl weiterer Ehrengäste und die ersten Besucher heranbringen werden. Auch an den folgenden Tagen werden Sonderzüge für die Ausstellungsbesucher gefahren werden. Für den Industriemarkt steht ein Gelände von 90 000 Quadratmeter zur Verfügung, das inmitten schöner Parkanlagen herrlich gelegen ist. Auf diesem Gelände werden neun Hallen und drei große Ausstellungszelte errichtet. Diese überdeckten Stände sind vornehmlich für das Gewerbe, die Kleinindustrie und die ausstellenden Lehrinstitute bestimmt, während die landwirtschaftlichen Maschinen und das Vieh im Freien Platz finden werden. Für die Zuchtviehausstellung ist eine Pärmierung vorgesehen. Daß ein großes Restaurant für das leibliche Wohl der Gäste sorgen, eine Wechselstube den ausländischen Besuchern dienen und daß auch ein Vergnügungswart das sein wird, scheint wohl selbstverständlich. Wie sehr man in Moos den Ehrgeiz hat, sich alle Mittel des modernen Ausstellungswesens zu nutzen zu machen, beweist aber die Tatsache, daß man auch einen Reklamefilm des „Mooser Laubhüttenfestes“ schaffen wird. So ist denn alles wohl vorbereitet, um den gewichtigen praktischen und kulturellen Zweck dieser Veranstaltung auch zu erreichen und es besteht kaum ein Zweifel, daß das „Mooser Laubhüttenfest“ ein in jedem Betracht wichtiges wirtschaftliches Ereignis des Jahres 1922 weit über die Grenzen Niederbayerns hinaus werden wird.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 02.07.1922

Hunderdorf, 31. Juli. (Diebstahl.) Der Oekonomenswitwe Maria Radlbeck von Oberhunderdorf wurden in einer der letzten Nächte vom Felde weg 15 Kornmandl gestohlen. Vom Täter hat man keine Spur.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 03.08.1922

Die große niederbayerische Ausstellung in Moos.
Man gab ihr den Namen Mooser Laubhüttenfest, aber es ist kein Fest, kein Volksfest in landläufigem sinne des Wortes: Es ist eine landwirtschaftliche Woche, eine Industrie- und Gewerbeschau, wie man sie in diesem Ausmaße selten zu schauen pflegt, eine Sportwoche im weitesten Sinne des Wortes und das alles zusammen in ein Gewand gekleidet, das sich modern, künstlersich und farbenfroh ansieht, das weite Räumein symetrische Felder teilt, überall Licht und Luft und Freiheit des Ausschreitens gewährt, das aber ebenso Licht und Sonne braucht, um zu wirken und anzuziehen. Die Idee, das Althergebrachte auf den Kopf zu stellen, fernab von den Zentren des Verkehrs und der größten Bevölkerungsdichte eine Ausstellung in solchem Stile und solcher Größe ins Leben zu rufen, ist kühn; sie ist frappierend: aber zugleich haftet ihr auch etwas Faszinierendes an: Man spricht gerade deshalb von Moos, man will es sehen, ja man muß es gesehen haben, um die Summe der Arbeit, den kecken Wagemut, das fortschreitende Leben selbst kennen zu lernen. Zunächst hat Moos die Aussteller in großen Scharen angezogen. Aus den besten Städten Niederbayerns kamen sie, unternehmenslustig, mit dem Selbstbewußtsein, etwas zu können, zu bieten, zu gelten. Ein mächtiger Wille, ein zwingender Drang nach vorwärts, hinaus über die zu eng gewordenen Grenzen des Geschäftslebens vom Tage wirkt sich aus und man muß bewundernd erkennen, wie ungebrochen trotz aller Nöte der Zeit die Lebenskraft unseres Volkes sich behauptet. Und nicht zuletzt ist unsere Heimatstadt ausstellungsfreudig geworden. Bekannte Namen sieht man allenthalben in den Hallen, wie im Freien und es sind nicht wenige, die unserem Handels- und Gewerbelebenwirklich Ehre machen. In Halle 1 hat sich die Elektrotechnik der Großfirmen der A.E.G. und der Siemens-Schuckertwerke ein interessantes Stelldichein gegeben, zwei Rivalen unter einem Dache, beide glänzend gerüstet. In Halle 2 folgt die kleiner Industrie, darunter die Südd. Sägen- Feilen- und Werkzeigfabriken A.-G. Straubing, die bayer. Elektrizitäts-Gesellschaft Straubing und die Firma Karl Kause mit ihren Kraftwagen und Zubehör. Halle 3 ist dem Gewerbe reserviert. Die Firmen Ortolf und Walther mit landwirtschaftlichen Bücherei, Paul Kopp mit Kernledertreibriemen, Karl Stuffler mit Haus- und Küchengeräten und sonstigen Eisenwaren, Ludiwg Iberer mit Sattlereierzeugnissen, Helene Loichinger mit Damen-Moden, anna Santl mit Damenstraßen- und Abendhüten, AdamKlar mit Herren und Damenbekleidung haben sie beschickt. Besonders in die Augen springend ist die reichhaltige Ausstellung der Firma Stefan Ziegelhöfer in allen Arten Nähmaschinen (Pfaff) und mit ihren Schreibmaschinen „Erike“ und „Ideal“. Auch die Weberei für moderne Trachtenstoffe einesinnreiche Ausstellung der Firma Georg Färber wird eine besondere Anziehungskraft haben. Dazu treten die Firmen Oskar Knauer Felsenhauerei und Otto Plank Sieb- und Drahtwarengeschäft. Die Gartenkunst, repräsentiert unter anderem auch unsere einheimischen Gärtnereien Johann Kiendl und Georg Schiller. In der Ehrenhalle 4 sind die Firmen Ortloff und Walther mit Zweiseler Kunstgläsern, die Hofkunstanstalt Jak. Leser mit Geräten der Kirchenkunst, die Firma Ludwig Wiendl mit Wohnungseinrichtungen, Josef Kellendonk mit kunsthandwerklichen Metallarbeiten, anna Kollmer mit Stickereien und Handarbeiten aller Art, Heinrich Reisinger mit Hafnerarbeiten (Oefen) und Hans Urban je mit Keramiken vertreten. Von unseren einheimischen Künstlern hat Studienrat Katzenberger Bilder und Zeichnungen für Wohnräume ausgestellt. Halle 5 enthält unter anderem die Bienenausstellung, Halle 6 die äußerst sehenswerte Rinder- und Schweine-Scgau. Halle 7 die Geflügel- und Kaninchen-Ausstellung in reichster Beschickung. Halle 8 ist für Pferde, 8a (sehr sehenswert) für Fische reserviert. Die Lehrabteilung ist schließlich ´mit außergeöhnlich instruktivem Material in der Halle 9 untergebracht. Ein weiteres Feld nimmt die Ausstellung im Freien ein und die Zahl der Firmen, unter denen sich Frz. Xav. Kulzer, Straubing, Rohölmotoren, Grafwallner und Firlbeck, Motorpflüge, Herman Feidl landwirtschaftliche Geräte und Maschinen, Otto Plank Siebwaren, Sigmund Schottenhammel Elektromotore und in einem Spezialbau Georg Werle mit Schreibmaschinen und Büromöbeln befinden, läßt sich im Rahmen dieser Zeilen unmöglich gänzlich aufzählen. Die zahlreichen Sonderbauten wie das Betriebsgelände und der Glückshafen (erbeut von der Firma Dendl) dienen teils dem Betrieb der Ausstellung, teils Sonderzwecken. Eine Unsumme von Arbeit war zu bewältigen, diese Ausstellungsstadt aufzubauen. Nicht nur künstlerisch ist sie iene Tat. Mit einfachen Mitteln unter Ersparnis kostspielieger Rohmateralien, mit Farben und Verkleidungen wurde in kürzester Zeit eine Fülle vin Ideen lebendig. Sie wurden alle getragen von der nimmermüden Initiative der Ehrenpräsidenten des Mooser Laubhüttenfestes, Georg Grafen von Preysing Lichtenegg-Moos und von der Betriebsamkeit, Rührigkeit und dem Verständnis des Geschäftsführers der Ausstellungsleitung Herrn Theodor Haseneder. Der Künstler-Ausschuß, dessen Seele, wie bekannt Herr Hugo Recktenwald ist, sorgte für Entwürfe modernster Art und gab dem Ganzen die sprechende farbige Linie. Ein kleiner Abschnitt nur spiegelt sich in den angeführten Details wieder, denn wie Straubing, so haben sich auch die anderen niederbayerischen Städte mit gewerblichen Austellungen reichlich eingestellt: Deggendorf, Landshut, Plattling, Passau und über Niederbayern hinaus noch eine große Zahl von Orten. Riesig sind die Lager landwirtschaftlicher Maschinen, einzigartig die Zahl und Schönheit der zur Schau gestellten Rinder. Man wird mit dem Sehen nicht fertig und es muß heute schon gesagt werden, die fünf Ausstellungstage werden nicht genügen, sich einen genaueren Einblick in alle Einzelheiten zu schaffen. Die Ausstellung ist weit über den Rahmen eines niederbayerischen Eriegnisses hinausgewachsen, sie beansprucht nicht nur die allgemeine Aufmerksamkeit der niederbayerischen Bevölkerung, sondern darüber hinaus. Das Interesse der Bevölkerung des ganzen Bayernlandes; den das Gebotene ist einzigartig, ist insbesonders für die landwirtschaftlichen und gewerblichen Kreise von außerordentlicher Tragweite. Es daher auch damit zu rechnen, daß sich der Zudrang nach Moos riesig gestalten und es ei insbesonders die Verkehrsverwaltung darauf aufmerksam gemacht, daß sie die nötigen Vorkehrungen trift in Langenisarhofen und sonst noch. Für die lernbegierige und schaulustige Bevölkerung aber kann dieser Tage nur die Losung heißen: Auf nach Moos! Unter 2000 M enthält der Glückshafen für den, der Glück hat, keine Treffer, eine ganze Dreschmaschinengarnitur, ein Rassepferd, unzählige andere äußerst wertvolle Gegenstände sind zu gewinnen. Die größten und namhaftesten Güter Niederbayerns haben ihre Edelerzeugnisse ausgestellt. Dem Sport ist eine besondere Sportbahn errichtet. Kurz und gut: Willst du gewinnen, sehen, lernen, willst du dich mitten ins Leben stellen, dann auf nach Moos! …
Quelle: Straubinger Tagblatt, 27.08.1922

Hunderdorf, 26. Oktober. (Kirchenrenovierung.) Den Bemühungen des Hochw. Herrn Pfarrers Gebhardt sowie dem Opfersinn der ganzen Pfarrgemeinde ist es zu verdanken, daß unsere Pfarrkirche renoviert werden konnte. Herr Malermeister Graf-Straubing hat es verstanden, der Kirche ein modernes, freundliches Aussehen zu geben. Wenn auch die Malereien den jetzigen Verhältnissen entsprechend einfach gehalten sind, so macht das Ganze doch einen vornehmen Eindruck. Der Hochaltar wird diesen Winter ebenfalls neu gefaßt werden. Vor einem Jahre wurde auch eine neue Orgel aufgestellt, sodaß wir dann wieder ein würdiges Gotteshaus besitzen werden.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 04.11.1922

Todes-Anzeige
In Gottes hl. Willen war es gelegen, heute nachmittags 3 Uhr unsere innigstgeliebte Gattin, Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Base
Frau Maria Santl,
geb Pfeffer von Steinburg,
Austragsmüllerin in Apoig,
nach kurzem, mit größter Geduld ertragenen Leiden, versehen mit den hl. Sterbsakramenten, im Alter von 73 Jahren zu sich in ein besseres Jenseits abzurufen.
Wer ihre Liebe zu den Ihrigen kannte, wird unseren Schmerz zu würdigen wissen und bitten, auch ferner ihrer im Gebete zu gedenken. Um stilles Beileid bittet
Apoig, Steinburg, Straubing, Uttenhofen, Englmar und Meidendorf, 7.11.22
Der tieftr. Gatte: Jakob Santl
nebst Tochter und übriger Verwandtschaft.
Beerdigung: Freitag 10. Nov. vorm. halb 10 Uhr vom Hause aus in Hunderdorf.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 09.11.1922

Todes-Anzeige.
Nach Gottes unerforschlichen Ratschlusse verschied gestern vormittags zwischen 10 und 11 Uhr nach längerer Krankheit, jedoch unerwartet rasch infolge Unglücksfalles mein unvergeßlicher Gatte, unser herzensguter, treubesorgter Vater, Schwager und Onkel, der ehrengeachtete
Herr Joseph Feldmeier,
Hofbesitzer in Rammersberg,
im 65. Lebensjahre. – Wer die hingebende Liebe und aufopfernde Fürsorge für die Seinigen kannte, wird unseren Schmerz zu würdigen wissen. Um frommes Gedenken im Gebete bitten
Rammersdorf, Unterperasdorf, Bayrisch Bühl, Hundldorf, Mühlbogen, Kößnach, Saulburg und München, den 12. Dezember 1922.
Die tieftrauernde Gattin: Maria Feldmeier
mit ihren 4 Kindern.
Die Beerdigung findet am Donnerstag, 14. Dezember vorm. 9 Uhr vom Hause aus mit darauffolgenden Gottesdiensten statt.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 14.12.1922

Hunderdorf, 14. Dezbr. (Ertrunken.) Der Bauer Josef Feldmeier von Rammersberg war schon längere Zeit kränklich. Als am Montag vormittags die anderen Hausbewohner im Stadel mit Maschinendreschen beschäftigt waren, begab er sich in den Keller, um dort aus dem offenen Brunnen Wasser zu holen. Dabei scheint er vom Schlage gerührt worden zu sein und stürzte in den Brunnen, woselbst er von seinen Angehörigen später ertrunken aufgefunden wurde.  Feldmeier erreichte ein Alter von 65 Jahren. Der Familie des Verlebten wendet sich allgemeine Teilnahme zu. Die irdischen Ueberreste des so jäh aus dem Leben Geschiedenen wurden dahier zur letzten Ruhe bestattet.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 16.12.1922

Statt besonderer Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, unsere innigstgeliebte Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwester und Schwägerin
Ihre Exzellenz, die hochgeborene Frau
Anna Gräfin von Bray-Steinburg
geb. Gräfin Medem, Königl. Bayer. Palastdame,
heute nach kurzem Leiden im 75. Lebensjahre durch einen sanften Tod zu sich in die ewige Heimat abberufen.
Otto Graf von Bray-Steinburg
Marie Gräfin von Bray-Steinburg, geb. Gräfin Pocci
Wilhelm Graf von Bray-Steinburg
Elisabeth Freifrau Poschinger von Frauenau geb. Gräfin von Bray-Steinburg
Marie-Therese Gräfin von Bray-Steinburg, geb. Gräfin Schall-Riaucour
Hippoliyta Gräfin von Preysing, geb. Gräfin vom Bray-Steinburg
Eduard Freiherr Poschinger von Frauenau
Warmund Graf von Preysing.
München, den 17. Dezember 1922.
Die Beisetzung findet in aller Stille in der Familiengruft zu Irlbach statt.
Im Sinne der Verstorbenen wird gebeten von etwa zugedachten Kranzspenden abzusehen und an Stelle dieser, Arme bedenken zu wollen.
Quelle: Straubinger Tagblatt, 20.12.1922


 

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