1972# 07-08

Hunderdorf. SV: Sonntag, 2. 7. Familien-Wanderung der Sportler mit anschließendem gemütlichem Beisammensein auf der Berhardshöhe. Abfahrt bei Sandbiller, Zeit wird im Aushang bekanntgegeben.
Quelle: Bogener Zeitung, 01.07.1972


Gemeinderäte wurden verabschiedet
Bürgermeister Härtenberger dankte vielen treuen Mitarbeitern
Hunderdorf.
Auf der 91. Sitzung der abgelaufenen Legislaturperiode verabschiedete der alte und neue Bürgermeister Karl Härtenberger die aus dem Gemeinderat scheidenden Gemeinderäte. Er dankte ihnen im Namen der Gemeinde für ihre selbstlose Tätigkeit in den letzten Jahren und überreichte Erinnerungsgeschenke.
In der letzten Sitzung dieser Legislaturperiode hatten die Gemeinderäte noch einige Aufträge zum Bau der Turnhalle zu vergeben. Den Auftrag für die Metallkonstruktion an der Fenster-seite der neuen Turnhalle erhielt die Firma Biller aus Schwarzach, die mit 41.965,- DM das billigste Angebot gemacht hatte. In der Vergabe des Schwingbodens für die Turnhalle erhielt die Firma Hackinger aus Spiegelau den Zuschlag, die ein Angebot in Höhe von 16.394,- DM gemacht hatte.
Im weiteren Verlauf sprachen sich die Gemeinderäte für eine Baugenehmigung für das Grundstück Wacker am Lindfelder Weg aus. Die Bedenken der Kreisbaubehörde auf Bebauung dieses Grundstückes wurden dahingehend beantwortet; daß die Gemeinde nach Bebauung der bereits ausgewiesenen Baugrundstücke im neuen Siedlungsgebiet eine weitere Bebauung in südlicher Richtung anstrebt und dieses Grundstück mit in den Plan einbezogen wird.
Anschließend nahm Härtenberger die Ehrung der ausscheidenden Gemeinderäte vor, die sich zum Teil nicht mehr der Wahl gestellt oder die nötige Stimmenzahl nicht erreicht hatten. Härtenberger dankte ihnen für die selbstlose Arbeit, die sie für die Gemeinde Hunderdorf geleistet haben.
Otto Edbauer gehörte über 30 Jahre dem Gemeinderat an und war von 1952 bis 56 auch 2. Bürgermeister. Edbauer hatte immer eine erhebliche Stimmenzahl für sich vereinigen können, sah aber nun infolge seines Alters von einer weiteren Kandidatur ab. Otto Unger, Kreisrat und Gemeinderat, gehörte seit 1960 dem Gemeindeparlament an. Unger hatte reiches Wissen auf kommunalpolitischer Ebene bereits mitgebracht, als er in Hunderdorf ansässig wurde. Mit ihm scheidet ein sehr erfahrener Mann aus dem Gemeinderat auf eigenen Wunsch aus. Auch Ludwig Kapfenberger trat freiwillig von einer Kandidatur zurück. Härtenberger bestätigte ihm Sachlichkeit und Toleranz.
Seit 1960 gehörte auch Xaver Neumaier dein Gemeinderat an. Er hat in dieser Zeit sein Amt gewissenhaft erfüllt und sich besonders um die Belange der Landwirte eingesetzt. Schließlich dankte der Bürgermeister auch August Höhn, der von 1956 bis 1960 dem Gemeinderat angehörte und von 1960 bis 1971 Angestellter der Gemeinde Hunderdorf war. Höhn war ausgezeichnete Fachkraft, da er bereits in seiner schlesischen Heimat auf kommunalpolitischem Gebiet tätig war. Er hat stets zu einer exakten und sparsamen Verwaltung beigetragen. Er scheidet nunmehr aus gesundheitlichen Gründen aus dem Amt.
Härtenberger dankte auch Willi Sagstetter, der vom an Dezember 1971 für den verstorbenen GR Franz Hornberger in den Gemeinderat kam und während dieser Zeit für die Gemeinde tätig war. Für 25jährige treue Dienstzeit dankte der Bürgermeister dem Gemeindekassier Hans Pollmann, dem eine gewissenhafte Verwaltung des Gemeindevermögens nicht nur seitens der Gemeinde, sondern auch der Prüfungskommission bescheinigt wurde. Allen überreichte Härtenberger als Geschenk der Gemeinde einen Keramikkrug aus einer einheimischen Manufaktur mit dem Wappen der Gemeinde.
Otto Unger dankte im Namen der geehrten Gemeinderäte und lobte die gute und fruchtbare Zusammenarbeit, die immer zwischen den Fraktionen und dem Bürgermeister geherrscht habe. Er wünschte der Gemeinde Hunderdorf auch weiterhin gutes Gedeihen und Glück in der Erledigung der bevorstehenden Aufgaben. Den Dankesworten schlossen sich auch L. Kapfenberger und A. Höhn an. Namens der SPD-Fraktion dankte Aumer den scheidenden Gemeinderäten für die gute Zusammenarbeit.
Quelle: Bogener Zeitung, 01.07.1972


Jakob Hirtreiter wird siebzig
Hunderdorf.
Der Lederwarenfabrikant Jakob Hirtreiter (Bild) in Hunderdorf begeht heute seinen 70. Geburtstag. Seine speziellen Erzeugnisse wurden selbst über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt und bevorzugt. Vor Jahresfrist hat er nun seinen Betrieb einer verheirateten Enkeltochter übergeben. Nun kann man ihn täglich mit seinem Urenkel sehen, an dem er seine Freude hat. Bei einem Bier und einem zünftigen Schafkopf ist er als vortrefflicher Gesellschafter beliebt, zumal er aus der Hunderdorfer Chronik manche Begebenheit und auch sonst gelegentlich ulkige Einlagen zu bringen weiß. Sehr rege beschäftigte er sich noch mit den Vorkommnissen in der Welt, die er als eifriger Leser aus der Zeitung entnimmt. Als Ehrenmitglied der Freiwilligen Feuerwehr sowie der Krieger- und Soldatenkameradschaft wird sein stets selbstloser Einsatz geschätzt. Außer seinen Angehörigen wünschen ihm alle Kameraden und Freunde noch recht viele Jahre Gesundheit.
Quelle: Bogener Zeitung, 03.07.1972


Für uns alle unfaßbar, verschied schnell und unerwartet, durch einen Verkehrsunfall unsere liebe Tochter, Schwester, Cousine und Nichte
Frl. Mathilde Kronfeldner
Landwirtstochter von Au vorm Wald,

zuletzt Bedienung in Schondorf im Blütenalter von 21 Jahren.
Au vorm Wald, Schondorf, St. Englmar, Windberg, den 3. Juli 1972
In tiefem Schmerz:
Elisabeth Kronfeldner, Mutter
Anna, Maria, Elisabeth, Schwestern
Johann, Josef, Otto, Brüder
Otto Schötz, Pflegevater
Johann und Mathilde Kraus, Großeltern
und übrige Verwandtschaft
Trauergottesdienst am Dienstag, den 4. Juli 1972, um 15 Uhr. in Hunderdorf mit anschließender Beerdigung.
Quelle: Bogener Zeitung, 03.07.1972


Listen sonntags zugänglich machen!
Gewerkschaft kritisiert geschlossene Gemeindekanzleien beim Volksbegehren
Steinburg.
Rund 100 Zuhörer, meistens Angehörige des DGB, konnte Gewerkschaftsvorsitzender Kapfenberger im Gasthaus Solcher in Steinburg begrüßen. Er begrüßte auch den Hauptreferenten dieser Aufklärungsversammlung, Peter Groeben (Bogen), sowie die Mitglieder des Bürgerkomitees, Helmut Dudek aus Straubing (FDP) und Frau Klara Lüll (SPD) aus Stallwang.
Es sei erfreulich, sagte Versammlungsleiter Kapfenberger, wenn an einem Sonntag so viele Teilnehmer erscheinen, die nicht gewillt seien, eine Bevormundung in Funk und Fernsehen durch wirtschaftliche Interessengruppen hinzunehmen. Weniger erfreulich sei es allerdings, wenn man dann von den Anwesenden erfahren muß, daß manche Gemeinden ihre Kanzlei, in der die Listen für das Volksbegehren aufliegen sollen, am Sonntag geschlossen hatten. Die Gemeinden wüßten ganz genau, führte Kapfenberger weiter aus, daß sie nach dem Landeswahlgesetz Art. 72 verpflichtet sind, jedem Stimmberechtigten die Möglichkeit zu eröffnen, sich für das Volksbegehren zu entscheiden, auch an Sonntagen. Das Staatsministerium des Innern müsse diese Frist allgemein oder für einzelne Gemeinden um die Zeit verlängern, während der innerhalb der Eintragungsfrist Eintragungslisten ohne Verschulden der Unterzeichner des Zulassungsantrages nicht zur Eintragung bereitstanden. „Keine Tricks beim Volksbegehren!“ betonte Kapfenberger. „Unsere Bayerische Verfassung verbürgt jedem Bürger grundsätzlich das Recht, in unmittelbarer Entscheidung seinen Willen als Staatswillen zu bekunden“.
Oberstudienrat Peter Groeben wies in seinem Referat darauf hin, daß gerade hier im niederbayerischen Raum den auswärtigen Arbeitnehmern, die nur übers Wochenende daheim seien, Gelegenheit gegeben werden müsse, auch am Sonntag sich bei ihrer Eintragungsstelle in die Liste einzutragen. Das Volksbegehren solle die Grundrechte der Informations- und Meinungs-freiheit in Bayern schützen. „Diese Grundrechte sind durch die rücksichtslose Änderung des bewährten Bayerischen Rundfunkgesetzes und die Pläne zur Errichtung kommerzieller Hörfunk- und Fernsehanstalten aufs schwerste bedroht. Deshalb“, sagte Groeben, „setzen wir uns für ein Volksbegehren ein, damit es zu einem Volksentscheid kommt“.
Quelle: Bogener Zeitung, 04.07.1972


Katze lief über den Weg…
Großlintach.
Ein PKW-Fahrer mußte am Sonntag, gegen 13 Uhr, plötzlich bremsen, als ihm eine Katze über den Weg lief. Ein nachfolgender Regensburger PKW, der zu geringen Abstand hatte, fuhr ihm auf. Drei Verletzte und 3 500 DM Sachschaden waren die Folge (2 000.— und 1 500.— DM).
Quelle: Bogener Zeitung, 04.07.1972


Langfinger ließ Beute liegen
Hunderdorf.
Montagnacht brach ein bisher Unbekannter in das Lebensmittel- und Textilgeschäft Schwarz, Hauptstraße, ein. Er war durch das Kellerfenster eingestiegen. Er hatte bereits in zwei Plastiktaschen mehrere Tafeln Schokolade, eine Zierkerze und Modeschmuck hineingelegt, als er durch heimkehrende Hausbewohner gestört wurde und schleunigst durchs Kellerfenster das Weite suchte. Er flüchtete in Richtung Thananger. Trotz Verfolgung konnte der — vermutlich jugendliche — Dieb nicht gefaßt werden. Wer kann der Landpolizei Bogen vertrauliche Hinweise geben?
Quelle: Bogener Zeitung, 05.07.1972


Hunderdorf. Sportverein: Freitag, 18.30 Uhr, Training auf dem Sportplatz. – Für die Fahrt am 15./16. Juli nach Leutershausen sind im Omnibus noch einige Plätze frei.
Quelle: Bogener Zeitung, 06.07.1972


Familienausflug der Fußballer
Hunderdorf.
Am vergangenen Wochenende nützten die Mitglieder des hiesigen Sportvereins den spielfreien Sonntag zu einem Familienausflug. Mit privaten Fahrzeugen fuhr die muntere Gesellschaft nach Kolmberg, wo sie sich in der gemieteten „Schinderhüttn“ zunächst einquartierte. Von hier wanderte man bei schönstem Sonnenschein den steilen Weg auf die Käsplatte, wo ein herrlicher Ausblick über den Bayerischen Wald geboten ist. Nach der Rückkehr wurden die mitgebrachten Knacker und Pfälzer auf einem Feuer gegrillt Musik. Gesang, Spiele und andere Unterhaltungen füllten den Nachmittag. bevor man sich zufrieden auf die Heimfahrt machte.
Quelle: Bogener Zeitung, 06.07.1972


Hunderdorf. SV: Heute. 18.30 Uhr. Training für alle Senioren-Mannschaften. Badehoseund Turnschuhe mitbringen. Anschließend Spielerversammlung mit Aussprache über die nach Fahrt Leutershausen.
Quelle: Bogener Zeitung, 07.07.1972


Hunderdorf. Junge Union: Morgen, Samstag, 19.30 Uhr, in der „Fischerhütte“ in Waltersdorf Gesellschaftsabend mit Tombola. Die Bevölkerung ist eingeladen.
Quelle: Bogener Zeitung, 07.07.1972


Jugendbekenntnistag in Windberg
Wortgottesdienst und Gartenfest
Bogen/Windberg.
Am kommenden Sonntag veranstaltet die Dekanats- und Kreisführung ihren Jugendbekenntnistag 1972 im Jugendzentrum Windberg. Um 19.30 Uhr findet ein Wort-gottesdienst nach dem Thema „Fair Play“ statt, bei dem Pater Thomas die Ansprache halten wird. Die Sprechtexte und Lieder werden auf den Sinn des Jugendbekenntnistages abgestellt sein. Um 20.30 Uhr steht ein zünftiges Gartenfest im Hof des Klosters auf dem Programm. Für beste Unterhaltung sorgen „The Rockies“. Die Jugend aus dem ganzen Kreisgebiet ist hierzu herzlich eingeladen.
Quelle: Bogener Zeitung, 08.07.1972


Hunderdorf. Schützenverein: Samstag, 8. Juli, 19 Uhr, Übungsschießen. Sonntag, 9. Juli, Beteiligung am 50. Gründungsfest mit Fahnenweihe in Ascha. Abfahrt 8 Uhr bei Wurm.
Quelle: Bogener Zeitung, 08.07.1972


Die Gemeinden des Landkreises Bogen an der Schwelle der Reform (29):
Windberg wird immer eine Kulturinsel bleiben
Seit dem Jahre 1142 Sitz eines Prämonstratenserklosters — Kulturelle Impulse für ein weites Umland — Staat schiebt dem Wachstum der Gemeinde einen Riegel vor — Seit Januar steht in Windberg eine der schönsten Schulen des Landkreises leer

Windberg. Das Klosterdorf hoch über dem Bogenbachtal hat unbestritten eine große Vergangenheit. Ein wesentlicher Teil der Geschichte des Gebietes, das der Landkreis Bogen umfaßt, wurde hier geschrieben. Dafür, daß der Name Windberg auch fernerhin einen guten Klang haben wird und ebenso ein geistiges wie auch kulturhistorisches Eldorado bleibt, bieten in erster Linie die herrliche Klosterkirche, die zu den besterhaltenen romanischen Bauten Bayerns zählt, und das diözesane Bildungszentrum die Gewähr. Anders verhält es sich mit der politischen Gemeinde Windberg. Für sie scheinen im Zusammenhang mit der Reform die

Das Dorfbild Windbergs blieb in seinem unteren Teil weitgehend ursprünglich erhalten

Tage gezählt — zum Unwillen und Mißbehagen des weitaus größten Teils der Bürgerschaft. Mit der Schließung der neuen vierklassigen Schule und der Verwehrung weiterer Baulandausweisung durch die Regierung wurden bereits deutliche Zeichen gesetzt.
Das Dorf Windberg und damit auch zwangsläufig die Gemeinde haben ihre Existenz dem Kloster bzw. den Grafen von Bogen zu verdanken, die hier einst ihren Lieblingssitz hatten. Im Laufe der Jahrhunderte siedelten sich um die Klosterbauten und die alte Burg immer mehr Menschen an. Erst wohl Bedienstete, dann Handwerker und schließlich auch Bauern. Und heute noch wird das Ortsbild weitgehend von den Gebäulichkeiten der Prämonstratenser geprägt. Die Patina einer achthundertjährigen Geschichte überzieht trotz vieler Neubauten und Neuerungen auf allen Gebieten heute noch das Dorf.
Ehedem Lieblingssitz der Grafen von Bogen
Zu Beginn des 12. Jahrhunderts war Windberg bereits eine der wichtigsten Burgen der Grafen von Bogen. Auf ihr hatten sie allem Anschein nach ihren Lieblingssitz. Da zu jener Zeit aber auch Grafen recht ungebildet waren und kaum lesen und schreiben konnten, waren auf jeder Burg Hausgeistliche, die den Schreibkram zu erledigen hatten und in der Regel auch Hauslehrer waren. Nicht anders war es auf der Burg Windberg. Um 1125 haben Windbergs Priester in beschränktem Maße mit dem gemeinsamen Leben begonnen. Die Zeit der Klostergründung war aber noch nicht gekommen. Denn dazu gehörte vor allem eine ausreichende Dotierung, die offizielle Aufnahme und Bestätigung durch einen Orden und die päpstliche Bestätigung. Diese Voraussetzungen waren erst 1142 erfüllt.
Die Mönche gingen mit Eifer daran, die vorhandene alte Kirche durch eine geräumigere Klosterkirche zu ersetzen. Graf Adalbert entschloß sich nun, sein Schloß ganz dem Orden zu überlassen und nach Bogen überzusiedeln. Nicht ohne der Neugründung ansehnliche Güter im Donaugau zu hinterlassen. Vermutlich hat Adalbert die letzten Jahre seines Lebens im Kloster verbracht. Er starb 1146 und wurde in Windberg begraben. Seine Witwe bewirkte, daß dem Männerkloster auch eine Schwesternabteilung angegliedert wurde. Windberg war nun längere Zeit ein Doppelkloster.
Windberg legte Grundstein für Glasindustrie
Zum Bau der Klosterkirche wurde auch Glas benötigt. Dieses war in damaliger Zeit Luxus und entsprechend schwer zu beschaffen. So entschlossen sich die Mönche kurzerhand zur Selbsthilfe. In der Nähe von Englmar wurde eine Glashütte errichtet und der begehrte Artikel in eigener Regie hergestellt. Diese Glashütte, errichtet im Jahre 1160, war die erste nachweis-bare im Bereich des ganzen Bayerischen Waldes. Mit Fug und Recht kann daher gesagt werden, daß die Windberger Prämonstratensermönche den Grundstein für die im „Wald“ heute noch blühende Glasindustrie legten.
Eine der selbstgestellten Hauptaufgaben des Ordens war die Seelsorgetätigkeit. Die Urpfarrei reichte bis weit nach Norden. Bedeutendste Pfarrei des Klosters war Viechtach. Sie wurde 1616 gegen Hunderdorf vertauscht, das nun samt der Filiale Neukirchen versehen wurde. Aus dem Klosterhof Sossau ging gleichfalls eine Pfarrei hervor. Eine ganz kleine Pfarrei war Albertskirchen bei Waltendorf. Während des Dreißigjährigen Krieges übernahm das Kloster auch die Pfarreien Eschlkam, Arnschwang, Straßkirchen, Mariaposching und Schwarzach. Die beiden Nachbarpfarreien Degernbach und Perasdorf durfte es auf Widerruf behalten.
Im Dreißigjährigen Krieg ausgeplündert
Während des Dreißigjährigen Krieges hatte das Kloster eine schlimme Zeit zu überstehen. Es wurde zwar nicht zerstört, aber trotzdem schwer in Mitleidenschaft gezogen. 1633 war es von den Schweden vollständig ausgeplündert und das gotische Hochgrab des Stifters zerstört worden. Die vom Konvent als Märtyrer verehrten

Das aus dem Jahre 1552 stammende Gasthaus und der Dorfbrunnen geben dem Ortskern einen romantischen Anstrich

Patres Norbert Höcht und Urban Mittlmayr starben 1633 bzw. 1644 durch Mörderhand.
Auf dem Rammersberg, einer Anhöhe auf der westlichen Seite des Bogenbaches, direkt gegenüber Windberg, soll die letzte Reiterschlacht des Dreißigjährigen Krieges geschlagen worden sein. Genaue Aufzeichnungen darüber sind zwar nicht vorhanden. Dafür, daß es auf dem Rammersberg gegen Ende des Krieges noch zu Kämpfen kam, gibt jedoch verschiedene Anhaltspunkte.
1803 aufgehoben — 1923 wiedergegründet
Mit der Säkularisation im Jahre 1803 war das Ende des Klosters gekommen_ Der gesamte Verkaufswert war auf 678 000 Gulden veranschlagt. Das Klostergebäude kaufte ein Gastwirt. 1835 wurde eine Brauerei in das Konventgebäude verlegt. Während der Inflationszeit konnte der Prämonstratenserorden in sein angestammtes Haus zurückkehren. Das Kloster wurde 1923 von der niederländischen Prämonstratenserabtei Berne erworben und wieder besetzt.
Kirche zur 800-Jahrfeier in neuem Glanz
Die Pflege von Kulturdenkmälern mit so überragender Bedeutung wie die der Pfarr- und Klosterkirche Windberg erfordert ein gerüttelt Maß an Idealismus und Finanzmitteln. An Idealismus hat es kaum gefehlt, wohl aber an den Mitteln. Trotzdem aber war es möglich, in den Jahren 1966 bis 1971 eine Gesamtrenovierung des Gotteshauses durchzuführen, die gerade rechtzeitig zur 800-Jahrfeier im vergangenen Jahr abgeschlossen werden konnte. Umfangreiche Renovierungsarbeiten, die Malereien, Vergoldungen und Reinigungen umfaßten, geben der Kirche heute einen Glanz, der den Fachmann begeistert, aber auch den Laien in seinen Bann zieht.
Ein Wunsch im Hinblick auf die farbenprächtige Innenausstattung des Gotteshauses war auch eine neue Orgel, um die Farbpalette des Orgelklangs der der restaurierten Kirche anzupassen. Er konnte gleichfalls erfüllt werden. Die Kosten dafür beliefen sich allein auf 105 000 DM. Die Gesamtaufwendungen für die Renovierung der Kirche erforderten einen Kostenaufwand von über einer Million Mark. Der Staat als sekundärer Baulastträger gab dazu über das Landbauamt und das Kultusministerium allein 537 000 DM. Vom Landesamt für Denkmalspflege kamen 170 000 DM. Weitere Geldgeber waren die Bischöfliche Finanzkammer (61 000 DM), der Bezirk Niederbayern (15 000 DM), das Landratsamt Bogen und die Gemeinde Windberg. An Spenden wurden außerdem 135 000 DM aufgebracht. Motor und guter Geist des ganzen Unternehmens war der Pfarrherr P. Ephrem v. Helvoirt.
In Heiligkreuz lebt noch ein Einsiedler
Nördlich des Dorfes steht auf einsamer Höhe in idyllischer Lage das

Beim idyllisch gelegenen Wallfahrtskirchlein Heiligkreuz lebt heute noch einer der letzten Einsiedler Bayerns

Wallfahrtskirchlein Heiligkreuz. Von der 1695 erbauten Andachtsstätte bietet sich ein herrlicher Ausblick über den Vorwald und weit hinaus in das Donautal. Die beiden Anbauten beherbergen eine in Bayern höchst seltene „Heilige Stiege“ (Sammlung alter Votivbilder) und eine Marienkapelle. Eine selbst in Altbayern heute ungewöhnliche Ausnahmeerscheinung ist, daß die Einsiedelei in Heiligkreuz seit 1959 wieder von einem Klausner bewohnt wird.
Einwohnerzahl reicht nicht für Verwaltungsgemeinschaft
Mit 841 Einwohnern gehört die politische Gemeinde Windberg heute zwar nicht zu den kleinen Gemeinwesen, aber auch nicht zu den großen. Und gerade dieser Umstand ist Windbergs wunder Punkt, denn man hängt hier wie kaum anderswo mit allen Fasern an der Eigenständigkeit, die mit der Gemeindereform aufgehoben werden soll. Auch die Voraussetzungen für eine Verwaltungsgemeinschaft (mindestens 1 000 Einwohner) sind nicht gegeben. Trotzdem aber resigniert man noch nicht. Auf freiwilliger Basis wird Windberg nach dem Willen seiner Bürger die Selbständigkeit nicht aufgeben.
Die Gemeindefläche ist 800 Hektar groß. 200 Hektar davon sind Wald, fast ebensoviel Felder. Die Wiesen bedecken mit 345 Hektar den größten Teil des Areals. 45 Hektar sind Ödland, Gebäude- und Wegeflächen. Ungewöhnlich ist, daß es in Windberg nur 1 ha Gewässer gibt.
Neben Windberg sind die größten Orte der Gemeinde Meidendorf, Irensfelden Dambach und Ried, gefolgt von Staudach und Netzstuhl. Dazu kommen die Weiler und Einöden Wassergraben, Sandweg, Kreuzberg, Unterbucha, Böhmhöfl, Böhmhäuser, Oberbucha, Buchberg, Hof, Freitaghof, Jaklhäusl, Fahenloh, Biehl, Herrnbirket, Ochsenweiher, Gartenhaus, Fischbehälter, Meidenberg, Haidbühl, Mitterbühl, Gottesberg, Osterberg, Hohenthann, Klostermühle und Sternhäusl.
Der Stolz der Gemeinde wurde zum Alptraum
Windberg gehörte von jeher zu den Gemeinden, die das Alte pflegen, den sinnvollen Neue-rungen aber ebenso aufgeschlossen gegenüberstehen. Diesem Umstand ist es zuzuschreiben, daß Anfang der sechziger Jahre unter großen Opfern ein modernes

Die vor zehn Jahren erbaute moderne Schule wurde zu einem Alptraum der Gemeinde

vierklassiges Schulhaus gebaut wurde. Man wollte damit ein auf die Zukunft und das zu erwartende Wachstum des Ortes ausgerichtetes Werk schaffen. Die Freude war groß, als der schöne Ziegelbau, der neben den vier Klaßräumen einen Werkraum, ein Gymnastikzimmer, ein Lehrerzimmer, ein Schulleiterzimmer und einen Duschraum beherbergt, eingeweiht werden konnte, denn die Windberger Schule war vor zehn Jahren eine der modernsten im Landkreis Bogen, zumal auch die gesamte Einrichtung den Erfordernissen der Zeit entsprach.
Um so größer war die Enttäuschung, als sich mit der Schulreform immer mehr die Möglichkeit abzeichnete, daß die eigene Schule nicht mehr zu halten sein wird. Am 1. Januar dieses Jahres war es dann auch soweit, daß die Pforten geschlossen werden mußten. Einschließlich der Zuschüsse waren — ganz gewiß ohne Verschulden der Gemeinde — nahezu 600 000 DM fehlinvestiert worden. Ebenso die Aufwendungen für den Schulbus. Windberg gehört heute dem Schulverband Hunderdorf an und die Kinder müssen den Unterricht im Nachbardorf besuchen.
Die neue Schule, einst der Stolz der Gemeinde, wurde damit zum Alptraum. Zumal man nicht weiß, was mit dem Gebäude geschehen soll. Der bis zum 1. Juli amtierende bisherige Bürgermeister Anton Kittenhofer, der sein Amt nun an Franz Kleinkamp abgab, hat sich seit 1960 mit großem Idealismus und Umsicht für das Wohl der Gemeinde Windberg eingesetzt. Er meint zum Schulproblem, daß es sicher falsch wäre, das Gebäude Hals über Kopf zu verkaufen. Die idealste Lösung wäre seines Dafürhaltens unter den gegebenen Umständen, die Schule zu vermieten. Die Baukosten wurden aus folgenden Quellen abgedeckt: 314 000 DM aus Finanzausgleichsmitteln, 50 000 DM aus Bundesmitteln, 10 000 DM Landkreismitteln, 12 500 DM Zuschuß des Bezirks Niederbayern, 30 000 DM aus dem Grenzlandhilfeprogramm. Besonders schmerzlich fallen für die Gemeinde die Eigenmittel von 80 000 DM und ein Darlehen von weiteren 80 000 DM ins Gewicht.
Regierung lehnt weitere Baulandausweisung ab
Das Dorfbild Windbergs ist in seinem unteren Teil noch vollkommen ursprünglich erhalten. Torbögen, enge Gassen, der Dorfplatz und vor allem die Klosterbauten halten die Erinnerung an die Vergangenheit wach. Das aus dem Jahre 1502 stammende Gasthaus, der Dorfbrunnen und der Klosterbrunnen geben dem Ganzen einen romantischen Anstrich. Die Entwicklung hat aber speziell in der Nachkriegszeit auch vor dem Klosterdorf mit seiner typischen Note nicht halt gemacht. Dazu trägt vor allem der im Jahre 1967 erstellte Bebauungsplan bei. Nach ihm soll an der südlichen Dorfperipherie eine Siedlung mit 47 Gebäuden entstehen. 15 Parzellen sind bereits bebaut, sieben weitere verkauft. Das bedeutet, daß das notwendige Interesse von seiten Bauwilliger vorhanden ist. Diese Tatsache ermutigte die Gemeinde, über die Ausweisung weiteren Baulandes mit der Regierung Fühlung aufzunehmen. Dieses Ansuchen wurde aber rundweg abgelehnt. Und zwar – aus Sicht der Gemeinde betrachtet  – mit mehr als durchsichtigen Argumenten. Nach Ex-Bürgermeister Kittenhofer soll mit der Ablehnung der Ausweitung des Dorfes vorgebeugt werden. Speziell, um die 1 000-Einwohner-Grenze nicht zu überschreiten. Nach seiner Ansicht soll auf diese Weise Windberg in die Stagnation gedrängt und der Annschluß an Hunderdorf erzwungen werden.
Dabei wären die Grundvoraussetzungen für ein weiteres Wachstum des Dorfes – Kanal und Wasserversorgung – durch die weitsichtige Planung der Gemeindeverantwortlichen gegeben.
Wasserleitungsbau ein Gemeinschaftswerk
Die Wasserversorgung Windbergs war bis zum Jahre 1950 ein Dilemma. Zeitweise gab es nur den Dorfbrunnen und mit dem Klosterbrunnen nur zwei Wasserentnahmestellen, aus denen die Bevölkerung ihren Bedarf decken konnte. Dieser Übelstand wurde vor 22 Jahren endgültig behoben. In beispielhafter Gemeinschaftsarbeit der Bevölkerung wurden bei Irensfelden Quellen erschlossen, in Heiligkreuz ein Hochbehälter gebaut und ein drei Kilometer langer Wasserleitungsstrang verlegt. Der größte Teil der Erdarbeiten erfolgte mit der Hand. Die Windberger konnten sich aus Kostenersparnisgründen den Luxus eines Baggers damals nicht leisten. Der Erfolg war, daß das ganze Projekt mit einem Finanzaufwand von 85 000 DM abgewickelt werden konnte.
Die Kapazität der Windberger Wassereversorgungsanlage ist so groß, daß zeitweise auch die Nachbargemeinde Hunderdorf angeschlossen werden konnte. Einem Wasserversorgungsnotstand ist für die nächsten hundert Jahre mit Sicherheit vorgebeugt. Gemeinschaftsprojekte aber in dem Ausmaß wie der Wasserleitungsbau schweißen eine Dorfgemeinschaft zusammen. Ein Grund mehr, die Eigenständigkeitsbestrebungen der Windberger zu verstehen.
Straßenbau strapazierte die Gemeindefinanzen
Die aufwendigsten Unternehmungen de Gemeinde in der Nachkriegszeit waren zweifellos die Straßenbauten. Eine respektable siebenstellige Zahl steht dafür zu Buche. Der Wirtschaftswegebau Meidendorf — Windberg wurde zwei Bauabschnitten durchgeführt. Der erste Abschnitt umfaßte Meidendorf — Irensfelden, der zweite Irensfelden — Windberg. Mit diesem Projekt, das in den Jahren 1959/60 realisiert wurde, konnte erstmals in der Gemeindegeschichte eine direkte Verbindung mit den östlichen Ortschaften hergestellt werden. Mit dem Ausbau der Straße Windberg — Hunderdorf im Jahre 1962 (1,5 km) hat die Gemeinde nun auch eine auszeichnete Querverbindung von Meidendorf bis Hunderdorf. Im vergangenen Jahr konnze die drei Kilometer lange Straße nach Oberbucha ausgebaut werden. Dafür war ein Kostenaufwand von 540 000 DM erforderlich. Einen langgehegten Wunsch konnte sich die Gemeinde mit der Ortsteerung im Jahre 1964 erfüllen. Das Straßennetz der Gemeinde ist 17 Kilometer lang.
Weitere Neuerungen der Gemeinde sind die Straßenbeleuchtung mit elf Brennstellen, wovon acht im Dorf und drei im Baugebiet installiert wurden, die Erweiterung des Friedhofes um ca. 100 Grabstätten und der Bau eines neuen Feuerhauses im Jahre 1959. Dieser Bau, wofür der Kreis einen entsprechenden Zuschuß leistete, wurde, gleich der Wasserleitung, fast ausschließlich durch Hand- und Spanndienste errichtet. Zur Sicherung des Feuerschutzes wurden zudem Mitte der 60erJahre Feuerlöschteiche angelegt. Die Ausrüstung wie die Ausbildung der Wehr befinden sich auf einem guten Stand. Dazu tragen wesentlich der Ankauf einer TS 8/8 und eines Feuerwehrautos bei.
Von der Bevölkerung sind etwa 60 Prozent Arbeitnehmer, 5 Prozent Gewerbetreibende und 30 Prozent Landwirte. Der Großteil der Landwirte bewirtschaftet seinen Besitz allerdings nur im Nebenerwerb. Der Mangel an Arbeitsplätzen in der eigenen Gemeinde bedingt, daß sich die Arbeitnehmer überwiegend aus Nah- und Fernpendlern rekrutieren.
Werden neue Pläne als „tote Kinder“ geboren?
Viel wurde in den vergangenen Jahren in der Gemeinde Windberg an Aufbauarbeit geleistet. Viel ist aber auch noch zu tun. Vor allem bedarf das Straßennetz noch einer weiteren Vervollkommnung. Die Straßenbauten Irensfelden – Netzstuhl — Gottesberg — Anschl. an die Gemeindegrenze Bogen und der Gemeindeverbindungsweg Meidendorf — Walpersberg bzw. Meidendorf – Perasdorf sollen Vorrang haben. Weiter steht Ortsteerung Meidendorf an. Ebenso soll das Kanalnetz in Windberg in absehbarer Zeit vervollständigt werden. Die Gemeindeverantwortlichen befürchten jedoch, daß manche dieser Pläne im Zusammenhang mit der Reform bereits als „tote Kinder“ geboren werden könnten.
Wie sieht die Zukunft aus?
Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sind die Tage einer eigenständigen Gemeinde Windberg gezählt. Als Kulturinsel aber wird das Klosterdorf auch fernerhin einen guten Namen über den engeren Heimatbereich hinaus haben. Der Grundtenor liegt dabei vor allem an dem diözesanen Bildungszentrum und auf der Fülle von kulturhistorischen Schätzen aus der Vergangenheit. Auf diesem massiven Fundament könnte ein solider Fremdenverkehr aufgebaut werden. Die Gemeinde wäre bereit, das Ihre – solange sie dazu noch in der Lage ist — zu tun, um die Weichen in dieser Richtung zu stellen. Die Mitgliedschaft beim Fremdenverkehrsverband Ostbayern unterstreicht diese Bestrebungen. In die vollen Akkorde könnte allerdings nur die Privatinitiative greifen.
Quelle: Bogener Zeitung, 08.07.1972


Ludwig Maier feiert 70. Geburtstag
Brandstatt.
Heute kann Ludwig Maier (Bild) im Kreise seiner Angehörigen seinen 70. Geburtstag in körperlicher und geistiger Frische feiern. Der Jubilar wurde am 8. Juli 1902 in Blaibach geboren. Im Jahre 1930 verehelichte er sich mit Theres Bugl und erwarb eine landwirtschaftliche Grundfläche in Brandstatt, wo sie sich geneinsam das Wohnhaus bauten und eine kleine Landwirtschaft gründeten. Der Weltkrieg 1939/45 rief den Jubilar zu den Waffen und erst nach Kriegsende kehrte er heim. Trotz vieler Schicksalsschläge hat der Jubilar seinen guten Humor nicht verloren. Gerne noch spielt er mit Freunden Schafkopf. Seine höchste Freude jedoch sind seine Enkelkinder. Neben der Ehefrau wünschen zwei Kinder und sechs Enkelkinder dem Jubilar alles Gute zu seinem Geburtstag.
Quelle: Bogener Zeitung, 08.07.1972


Gautrachtenfest in Bogen

In da früh’ren Kreisstadt Bogen
dort am schönen Donaustrand,
ham si d‘ Trachtler neuli troffa
aus’m ganzn Bayernland.

D‘ Trachtler von da „Osterglocke“
ham ihr Jubiläum ghabt.
Und bei so am schöna Wetta
is‘s ganz klar, daß sowas klappt.

S‘ Standkonzert am Samstagabend
mittn drinna in da Stadt,
war so krachert und so zünfti,
daß da Stadtplatz zittert hat.

Und dann erst beim Heimatabend,
jeder hätt‘ ins Bierzelt mögn,
Trachtentänz dö allerschönsten
hast dort drobn am Podium gsegn.

Dann am Sonntag da hams gsunga
d`Waldlermeß mit vollem Schwung;
Gschwitzt hams grad vom lautn Singa
woaßt, da braucht ma scho a Lung.

Doch vom Jubiläum s’Schönste
war da Festzug ganz bestimmt‘
wiar a Modenschau von Trachten
die — schier koa End mehr nimmt.

Ja, der ganze Bogner Stadtplatz
war a oanzigs Trachtenmeer,
des erlebn dö Bogner Bürger
wirkli so schnell nimmer mehr.

Und dann erst im Bierzelt drinna,
da war Stimmung und Humor,
überfüllt wars s` Zelt zum Bersten
wia no selten je zuvor.

Ja, an Deschl und an Heitzer,
und an Festwirt no dazua,
muaß ma Dank und Lob aussprecha,
dö ham s‘ Lauf a ghabt grad gnua.

Ludwig Hieninger
Quelle: Bogener Zeitung, 11.07.1972


Der letzte Weg einer Mutter
Windberg.
Eine große Zahl von Trauergästen, versammelte sich auf dem Windberger Friedhof um Rosina Hofmann, geb. Ziehut, das letzte Geleit zu geben.
Am 13. Januar 1896 wurde die Verstorbene in Dalling als Tochter der Landwirtseheleute Alois und Maria Ziehut geboren. Im Jahre 1918 reichte sie dem Magaziner Otto Hofmann die Hand zum Lebensbund. Aus der Ehe gingen fünf Söhne hervor. Im letzten Weltkrieg ist ein Sohn gefallen, einer ist vermißt. Im Jahre 1970 mußte sie ihren Gatten das letzte Geleit geben.
Quelle: Bogener Zeitung, 11.07.1972


Sieben neue Gemeinderäte vereidigt
Hunderdorf.
Bürgermeister Karl Härtenberger vereidigte in der ersten Sitzung der neuen Legislaturperiode die sieben neuen Gemeinderäte, die bei der Wahl am 11. Juni einen Sitz im Gemeinderat erreicht hatten. Auffallend ist, daß sich das Durchschnittsalter des neuen Gemeinderates wesentlich verringert hat. Härtenberger begrüßte zu dieser Sitzung alle gewählten Gemeinderatsmitglieder. Der neue Hunderdorfer Gemeinderat umfaßt nunmehr zwölf Gemeinderatsmitglieder. Härtenberger gab seiner Hoffnung auf gute Zusammenarbeit Ausdruck und führte an, daß im Sitzungssaal vor der Parteipolitik die Kommunalpolitik zum Nutzen der Gemeinde kommen sollte. Anschließend nahm Härtenberger die Vereidigung der neuen Gemeinderäte vor, die erstmals im Gemeindeparlament vertreten sind. Es sind dies: Willi Hornberger, Franz Neumaier, Josef Baier, Hans Altschäffl, Hans Hamberger, Xaver Reiner und Gerhard Peschke. Die Wahl des 2. Bürgermeisters entfiel mit nur einer Gegenstimme auf den bisherigen 2. Bürgermeister Xaver Anleitner und als Stellvertreter aus dem Gemeinderat wurde Hans Schaubeck einstimmig gewählt. Der 2. Bürgermeister und der Stellvertreter dankten für das entgegengebrachte Vertrauen und versprachen, sich nach Kräften für die Belange der Gemeinde einzusetzen. Das Bild zeigt den neuen Gemeinderat vor dem Gemeindeamt.
Quelle: Bogener Zeitung, 12.07.1972


Fünfzehn bekamen eine Ehrenurkunde
Rudolf Kölbl und Heike Hirtreiter siegten bei den Bundesjugendspielen
Hunderdorf.
554 acht- bis sechzehnjährige Schülerinnen und Schüler aus der Grund- und Hauptschule Hunderdorf traten bei den Bundesjugendspielen auf dem Sportplatz in Hunderdorf zu den sportlichen Wettkämpfen an. Im leichtathletischen Dreikampf galt es, im Springe, Laufen und Werfen Punkte zu sammeln, um eine Ehren- oder Siegerurkunde zu gewinnen. 161 Kinder errangen eine Urkunde, davon zehn Mädchen und fünf Knaben eine Ehrenurkunde des Bundespräsidenten, für die 200 Punkte notwendig waren, und 74 Mädchen und 72 Knaben erhielten eine Siegerurkunde, zu der 150 Punkte genügten. Absoluter Tages- und Schulsieger war der 12jährige Rudolf Kölbl aus Bauernholz mit 264 Punkten und bei den Mädchen errang Heike Hirtreiter mit 232 Punkten den 1. Platz.
Weitere Ehrenurkunden erhielten bei den Mädchen Monika Wolf (224), Karin Scherz (220). Elisabeth Schneck (214), Josefine Meindorfer (213), Monika Bugl (211), Elvira Geiger (207), Anneliese Hirtreiter (202), Gabriele Reichl (202) und Ingrid Hirtreiter (200). Bei den Knaben erreichten Alfons Bugl (227), Josef Kerscher (218), Armin Hundshammer (210) und Hermann Mühlbauer (210) mehr als 200 Punkte. Weitere Siegerurkunden erhielten bei den Mädchen:
Acht Jahre: Michaela Tzoukmanis, Johanna Hornberger, Waltraud Hastreiter, Monika Wirth, Anita Schuhbauer, Claudia Brunner, Angelika Bamberger, Claudia Nächster, Maria Born-schlegl, Ulrike Klar, Christel Schötz, Martina Beck, Gabriele Hagn, Sigrid Weisthaler und Gertraud Kraus.
Neun Jahre: Ulrike Czasa, Martina Schlecht, Elfriede Bugl, Manuela Grüll, Angela Wanninger, Christa Winder, Beate Baier. Elisabeth Hafner, Anita Paukner, Martha Gütlhuber, Renate Hanner, Christa Schlecht, Edith Auerbacher, Monika Hastreiter.
Zehn Jahre: Gerlind Exner, Anita Wanninger, Irene Amberger, Roswitha Hilmer, Irmgard Stoiber, Sigrid Wagner, Helga Mauthner, Petra Mühlbauer.
Elf Jahre: Elisabeth Kronfeldner, Gerlinde Klumbies, Roswitha Bruckmüller, Franziska Fendl, Marianne Bugl, Paula Hainz, Martina Dietl.
12 Jahre: Lydia Stoiber, Cäcilia Menacher, Gerlinde Waas, Isolde Plattetschläger, Claudia Paukner, Margit Berger, Elfriede Hastreiter.
13 Jahre; Franziska Schreiner, Silvia Rinkl, Angelika Hillmann und Edeltraud Achatz.
14 Jahre: Theresia Schroll, Gunda Häusler, Karin Feldmeier, Marie-Luise Binder, Rita Zeitlhofer, Anna Bugl, Eva Eichmeier, Angela Czasa, Petra Hainz, Siglinde Baumgartner, Eva Grülle.
15 Jahre: Karin Krauskopf, Marianne Schötz, Anita Pflügl, Marianne Edenhofer, Eva Hornberger, Kornelia Hainz und Maria Aybauer.
Bei den Knaben errangen Siegerurkunden:
Acht Jahre: Robert Hainz, Christian Eberth, Erwin Schießl und Josef Bugl.
Neun Jahre: Heinz Grill, Werner Reiner, Armin Abstreiter, Roland Zimmer, Heribert Hüttinger, Walter Erber, Hermann Fuchs und Thomas Scharmach.
Zehn Jahre: Peter Wanninger, Dieter Hainz, Jochen Kronfeldner, Franz Meier, Ernst Petzendorfer, Josef Bauer, Hans Feldmeier und Manfred Altmann.
Elf Jahre: Hermann Fuchs, Rudolf Englemier, Herbert Hundshammer, Josef Bornschlegl, Karl Schießl, Konrad Wanninger, Robert Steinbauer, Xaver Baier, Reinhold Petzendorfer, Klaus Lauschner und Rudolf Wanninger.
12 Jahre: Robert Weindl, Lothar Hilmer, Josef Hanner, Alois Schötz, Horst Jellen, Werner Haimerl, Werner Czasa, Werner Hilmer, Ernst Hirtreiter, Winfried Myrtek, Alexander Exner, Harald Hagn, Werner Schönauer und Erwin Kronberger
13 Jahre: Johann Dietl, Lothar Hirtreiter, Gerhard Ackermann, Hans Weinzierl, Karl Bernhard, Heribert Riedl, Albert Altschäffl und Franz Wanninger.
14 Jahre: Manfred Hirtreiter, Karl-Heinz Deinat, Markus Vranyozky, Paul Bergbauer, Hermann Schedlbauer, Alfred Schötz und Jsoef Hainz.
15 Jahre: Johannes Schlappa, Manfred Hanner, Johann Sagstetter, Walter Liebl, Josef Wirth, Josef Stadler, Hans-Dieter Pielmeier, Ernst Hiebl, Siegfried Schmid und Klaus Hirtreiter.
16 Jahre: Reinhard Korte.
Quelle: Bogener Zeitung, 13.07.1972


Junge Union Hunderdorf sehr aktiv
Hunderdorf.
Der Vorsitzende der Jungen Union, Max Holmer. hat am Wochenende zu einem Gesellschaftsabend in die Fischerhütte nach Waltersdorf eingeladen. Durch eine reiche Tombola wollte man erreichen, daß die Finanzen der JU eine Aufbesserung erfahren. Das Wetter und die romantische Umgebung taten ein übriges, um diese Veranstaltung zu einem vollen Er-folg werden zu lassen. Holmer konnte in seiner Begrüßung seiner Freude über den guten Be-such Ausdruck geben und unter den Gästen, Freunden und Mitgliedern auch MdB Rainer, die Kreisräte Merkl, Helmbrecht, Härtenberger und den ehemaligen Stellvertreter des Landrates Alfons Schäffer, die gesamte Kreisvorstandschaft der JU mit Hinsken, Schormann, Landstorfer und Rose, sowie die Ortsvorsitzenden von Oberaltaich und Perasdorf, CSU Ortsvorstand Hornberger Willi und eine Reihe von Gemeinderäten aus Hunderdorf begrüßen. Der Verlauf des Abends zeigte, daß man zwar die Politik nicht ausklammern kann, daß aber der gesellige Teil die Oberhand behielt. So wurde aus dem Gesellschaftsabend dank der lauen Julinacht ein Sommernachtsfest mit Lampions. Die Hauptpreise gingen dazu noch zur Versteigerung an die Tombola zurück und Hans Schaubeck verstand es, als gewitzter Auktionator noch allerhand Kapital herauszuschlagen.
Quelle: Bogener Zeitung, 13.07.1972


Es gab heiße Musik im Klosterhof
Hunderte von Jugendheim beim Gattenfest in Windberg – Abschluß der Arbeitskreise
Bogen/Windberg.
Zu einer letzten großen Veranstaltung vor Beginn der Sommerpause traf sich die Landjugend im Jugendzentrum Windberg, um zunächst den Jugendbekenntnistag des Dekanates zu begehen, zum anderen, um in einem zünftigen Gartenfest den vorläufigen Ab-schluß der Arbeitskreise zu feiern.
Der Wortgottesdienst in der Klosterkirche stand unter dem Motto „Fair Play“. Die Texte zeigten immer wieder das faire Verhalten eines echten Christen im Alltag, im Beruf im Sport und im öffentlichen Leben. Auch die Ansprache von Pater Thomas griff dieses Thema auf. Die musikalische Umrahmung des Gottesdienstes hatte der Jugendchor von Bogen unter der Leitung von Direktor Peters übernommen.
Im Anschluß an die Feier des Bekenntnistages trafen sich alle bei warmem Sommerwetter auf dem Klosterhof, der schon am Nachmittag von fleißigen Händen in einen Wirtsgarten umgestaltet worden war. Unter dem Schein von Lampions saßen überall Gruppen von Burschen und Mädchen und schwangen auch unter den flotten Weisen der „Rockies“ das Tanzbein. In origineller Weise wurden die Tanzpausen ausgefüllt durch Dick- und Doof-Filme, die an die Wand des Klostergebäudes projiziert worden sind. Arno Bierl von Bogen, der Manager des Abends, verwandelte geschickt am Mikrofon die Stummfilme in Tonfilme. Unter seiner Leitung gab es auch lustige Einlagen. Damit niemand Hunger und Durst zu leiden brauchte, gab es Bratwürstl u. Bier vom Faß. Das große Faß zapfte der Vorsitzende des Kreisjugendrings, Kreisrat Rudi Landstorfer an, der, wenig geübt in solchen Dingen, einen mächtigen Bierstrahl über sich ergehen lassen mußte, ehe das edle Geränk aus dem Hahn in die Gläser floß. Es herrschte beste Stimmung unter dem jungen Volk, und auch das in der Ferne leuchtende Gewitter hat so lange gewartet, bis alle wieder daheim waren.
Quelle: Bogener Zeitung, 14.07.1972


Hunderdorf. SV: Heute, 14. 7., 19 Uhr, Training der Senioren, anschließend Spielerversammlung. Abfahrt nach Leutershausen Samstag, 15. 7., 8 Uhr. am Bahnhof. Es können noch einige Zuschauer mitfahren.
Quelle: Bogener Zeitung, 14.07.1972


Johann Glas neuer Vorsitzender
Hunderdorf.
Da sich der bisherige Vorsitzende Helmut Lachinger geschäftlich veränderte, mußte beim Bayerwaldverein Hunderdorf eine Neuwahl durchgeführt werden, aus der Johann Glas als neuer Vorsitzender hervorging. Nach dem Motto „Wer rastet, der rostet“ plant der Bayerwaldverein Hunderdorf für Ende August eine neue Wanderung. Die voraussichtliche Strecke führt rund um den Buchaberg. Für Erfrischungen während der Wanderung ist gesorgt. Näheres wird die Vereinsleitung noch vor dem Wandertermin bekanntgeben. Bedauert wurde, daß der bisherige Vorsitzende Helmut Lachinger aus geschäftlichen Gründen sein Amt niederlegen mußte. Die Neuwahl am vergangenen Samstag fand im Vereinslokal Sandbiller statt und brachte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Johann Glas, 2. Vorsitzender Laura Baier. Im Organisationsausschuß befinden sich Xaver Aumer, Helmut Jakob, Katharina Scheibenthaler, Xaver Dorfner und Anton Eidenschink. Die Ämter des Kassiers und des Schriftführers blieben unverändert. Johann Glas bedankte sich für das in ihn gesetzte Viertrauen und bat um rege Mitarbeit innerhalb des Vereins.
Quelle: Bogener Zeitung, 14.07.1972


Windberg. FFW Windberg: Heute, Samstag, ab 16 Uhr, Leistungsprüfung der Jugendgruppe.
Quelle: Bogener Zeitung, 15.07.1972


Fiat fuhr in Schlangenlinie
Lintach.
In den Morgenstunden des vergangenen Sonntag geriet ein Fiat auf der Kreisstraße BOG 31 in einer leichten Linkskurve mit den rechten Rädern aufs Bankett, nach etwa 5 Meter wieder auf die Fahrbahn zurück, dann wurde der Wagen auf die linke Seite geschleudert, raste die Böschung hinunter und prallte gegen eine Eichengruppe. Schließlich kippte der Wagen um. Es entstand ein Sachschaden von etwa 1 000 Mark. Verletzt wurde niemand.
Quelle: Bogener Zeitung, 17.07.1972


Meldung des Standesamtes Bogen
Bogen.
Das Standesamt Bogen verzeichnete im Juni 14 Geburten, drei Eheschließungen und 22 Todesfälle.
Geburten: … Johann Alexander Breu, Hunderdorf, Ortsteil Breitfeld … Stefan Alfons Hornberger, Windberg, Ortsteil Netzstuhl 16 … Klaus Peter Grotz, Windberg, Ortsteil Irensfelden; Angelika Christine Haimerl, Hunderdorf, Ortsteil Oberhunderdorf 1 … Stephan Härtenberger, Hunderdorf, Hauptstraße 32; Christian Friedrich Steineck, Gaishausen, Ortsteil Rammersberg …
Geheiratet haben: … Rupert Wallner, Posthalter, Bogen, Ortsteil Degernbach 6, und Anna Solcher, Geschäftsinhaberin, Steinburg, Ortsteil Wegern 48.
Gestorben sind: … Mathilde Härtenberger, Damenschneiderin, zuletzt Rentnerin, Hunderdorf, Hauptstraße 39, 79 Jahre … Anna Ertel, Fabrikarbeiterin, zuletzt Rentnerin, Hunderdorf, Ringstraße 12, 74 Jahre …
Quelle: Bogener Zeitung, 17.07.1972


Johann Feldmeier zweiter Bürgermeister
Steinburg.
In der ersten Sitzung des neugewählten Gemeinderats konnte 1. Bürgermeister Alfons Berger drei neugewählte und fünf wiedergewählte Gemeinderäte begrüßen und als neugewählten zweiten Bürgermeister Johann Feldmeier, Wegern, herzlich beglückwünschen. Nach der Begrüßung im Sitzungssaal bat Berger alle Gemeinderäte um eine vertrauensvolle, gute Zusammenarbeit zum Wohle der Gemeinde. Anschließend wurden die drei neuen Gemeinderäte Johann Hornberger, Josef Hacker und Anton Häusler vereidigt. Bei der Wahl des 2. Bürgermeisters erhielt Johann Feldmeier das Vertrauen. Dafür bedankte er sich herzlich und versprach, sich mit voller Kraft für die Belange der Gemeinde einzusetzen. Hier die wiedergewählten Gemeinderatsmitglieder: Johann Feldmeier, Max Schötz, Rupert Kronfeldner, Josef Bielmeier und Josef Retzer. Johann Hornberger, Josef Hacker und Anton Häusler sind neu im Gemeinderat.
Quelle: Bogener Zeitung, 19.07.1972


Zwei Festtage stehen bevor
Hunderdorf.
Die kommenden Wochenende stehen ganz im Zeichen der Vereine. Während am 23. Juli der Trachtenverein Hunderdorf seine Standartenweihe durchführt, erfolgt am 30. Juli die Fahnenweihe der FFW Hunderdorf. An beiden Wochenenden werden Festzüge veranstaltet, die jeweils durch die Hauptstraße von Hunderdorf führen. Die beiden Vereine, die sich große Mühe um die Ausrichtung ihrer Feste gegeben haben, tragen den Wunsch an die Bevölkerung, daß die Veranstaltungen durch schönen Häuserschmuck und durch weiß-blaue Fahnen ein besonders festliches Gepränge bekommen.
Quelle: Bogener Zeitung, 19.07.1972


Öffentliche Gemeinderatssitzung
Hunderdorf.
Heute (Mittwoch) findet um 19 Uhr im Gemeindeamt eine öffentliche Sitzung des Gemeinderates statt. Im 1. Punkt der Tagesordnung geht es um die Besetzung folgender Ausschüsse: Zweckverband zur Wasserversorgung, Rechnungsprüfungsausschuß, Kassenprü-fungsausschuß, Kindergartenausschuß und Schulverbandsausschuß sowie um Bestellung eines stellvertretenden Standesbeamten, Grundstücksangelegenheiten und Verschiedenes.
Quelle: Bogener Zeitung, 19.07.1972


Nach Gottes hl. Willen verscheid nach langem, schweren Leiden, am 18. 7, 1972, meine liebe Gattin, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Oma, Schwester, Schwägerin und Tante
Frau Maria Gerhardt
im Alter vor, 61 Jahren, selig im Herrn.
Hoch, Hunderdorf, Bauernholz, Lindfeld, Straubing, München, 18. 7. 1.972
In stiller Trauer:
Alfred Gerhardt, Gatte
Emil Gerhardt, Sohn mit Familie
Arno Gerhardt, Sohn mit Frau
Agnes Buhl, Tochter mit Familie
Herta Eidenschink, Tochter mit Gatten
Geschwister und übrige Verwandtschaft
Trauergottesdienst am Donnerstag, 20. 7. 1972, um 15 Uhr in Hunderdorf mit anschließender Beerdigung.
Sterberosenkranz heute 17 Uhr.
Quelle: Bogener Zeitung, 19.07.1972


Windberg-Hunderdorf. Heimat- und Volks-trachtenverein: Treffen am 23. Juli 72 um 9 Uhr am Bahnhof Hunderdorf. Teilnahme am 20. Gründungsfest in Hunderdorf. Nachmittags Besprechung wegen Vereinsangelegenheiten in der Gastwirtschaft.
Quelle: Bogener Zeitung, 20.07.1972


Großlintach. Schützenverein: Heute, 20 Uhr, wichtige Versammlung im Vereinslokal Schlecht.
Quelle: Bogener Zeitung, 20.07.1972


Höhepunkt: Großer Trachtenfestzug
Heimat- und Volkstrachtenverein feiert Jugendstandartenweihe und Gründungsfest
Hunderdorf.
Der Heimat- und Volkstrachtenverein „Dö gmütlichen Perlbachtaler“ kann – wie bereits gemeldet – in diesem Jahr auf sein 20jähriges Bestehen zurückblicken. Er nimmt dies zum Anlaß, die Jugendstandarte in feierlicher Form segnen zu lassen und mit einem aus-erlesenen Programm die Bevölkerung auf das Wirken ihrer Gemeinschaft aufmerksam zu machen.
„Dö gmütlichen Perlbachtaler“ in Hunderdorf können für sich in Anspruch nehmen, zu einem angesehenen und leistungsfähigen Verein im Gau geworden zu sein. Nachwuchsprobleme sind ihm fremd, da die Jugend mit großer Begeisterung bei der Sache ist.
Nachdem etwa 30 Vereine aus nah und fern ihren Besuch angesagt haben, wird sich in Hunderdorf am Sonntagvormittag ein farbenprächtiger Festzug entwickeln können, der gewiß sei-ne Anziehungskraft nicht verfehlen wird.
Vorstand Sacher und der Festausschuß haben in den vergangenen Wochen und Monaten eine intensive Vorbereitungsarbeit geleistet, so daß das reichhaltige Programm ohne Komplikationen abgewickelt werden kann:
Freitag. 21. Juli: 18 Uhr Standkonzert der Festkapelle beim Gasthaus Edbauer-Baier; 19 Uhr Einholung der Ehrengäste, anschließend Einzug des Vereins mit Festwirt und Ehrengästen in’s Festzelt. Anstich und Bierprobe; 20 Uhr Gründungsversammlung mit Mitgliederehrung im Festzelt; Gemütliches Beisammensein.
Samstag. 22. Juli: 16 Uhr Konzert im Festzelt; 17 Uhr Einholung des Patenvereins „Regentaler“ Grafenwiesen und der ankommenden Vereine, sowie Empfang der Ehrengäste; 20 Uhr Großer Heimatabend im Festzeit.
Sonntag. 23. Juli: 6 Uhr Weckruf; 7 Uhr Einholung des Patenvereins und der ankommenden Vereine sowie der Ehrengäste; 9.30 Uhr Aufstellung zum Kirchenzug; 10 Uhr Festgottesdienst mit Standartenweihe in der Pfarrkirche, Festpredigt Prior Pater Wolfgang, Abtei Windberg. Der Beamtenchor der JVA-Straubing singt die Waldlermesse. Anschließend Totenehrung der Fahnenabordnungen am Kriegerdenkmal; 11 bis 13 Uhr gemeinsames Mittagessen; 13.30 Uhr Aufstellung zum Festzug; 14 Uhr Festzug. anschließend Festakt, Verteilung der Erinnerungsgaben, Vorführung der Ehrentänze der Vereine; 20 Uhr Festabend im Festzelt.
Quelle: Bogener Zeitung, 20.07.1972


Auftakt heute mit dem Standkonzert
Hunderdorf.
Am heutigen Freitag beginnen mit dem Standkonzert um 18 Uhr die dreitägigen Feierlichkeiten anläßlich des 20jährigen Bestehens „Der g`mütlichen Perlbachtaler“, verbunden mit der Segnung der neuen Jugendstandarte. Gerne stellen wir den Jubelverein (unser Bild) vor, der dank der vorzüglichen Leitung durch Vorstand Sacher zu einem wertvollen Glied im Gau geworden ist. (Auf das genaue Programm in der gestrigen Ausgabe darf hingewiesen werden).
Quelle: Bogener Zeitung, 21.07.1972


Hunderdorf. SV: Heute. Freitag, 18 Uhr, Training für alle Senioren — Badehose mitbringen. Ab 20 Uhr kurze Spielerversammlung mit anschließender Teilnahme an der Veranstaltung des Trachtenvereins Hunderdorf im Bierzelt. Am Sonntag, 23. 7. 72, 9 Uhr, Teilnahme Festgottesdienst. Bei ausreichender Beteiligung nehmen die Mitglieder des SV Hunderdorf am Samstag, 22. 7. 72 ab 6 Uhr am Volksmarsch in Neukirchen teil.
Quelle: Bogener Zeitung, 21.07.1972


Hunderdorf. VdK-Ortsverband: Sonntag, 1 Juli, Beteiligung am Gründungsfest des Trachtenvereins. Treffpunkt um 9.30 Uhr zur Aufstellung des Kirchenzuges mit der Fahne desKreisverbandes.
Quelle: Bogener Zeitung, 21.07.1972


Steinburg. FFW: Sonntag, 23. 7., 7.30 Uhr früh bei Berger Abfahrt zur Fahnenweihe nach Falkenfels. — Sonntag, 23. 7., 8 Uhr. bei Berger, Abfahrt zum Gründungsfest des Trachtenvereins Hunderdorf.
Quelle: Bogener Zeitung, 21.07.1972


Steinburg-Bahnhof
Tanzlokal Solcher

Am Samstag, 22. Juli 1972
TANZ
Aktuelle internationale Bits und Oberkrainer Stim-
mungsmusik
spielen für Sie „Early Birds”.
Auf Ihren Besuch freut sich: Familie Solcher
Nächsten Samstag TANZ
Quelle: Bogener Zeitung, 21.07.1972


Rammersberg
Am Sonntag, den 23. 7. 1972, ab 14.00 Uhr
Sommernachtsball
mit Eröffnung einer neuen Discothek.
Dazu ladet freundlichst ein:
Familie Gierl
Quelle: Bogener Zeitung, 21.07.1972


Hunderdorf. Krieger- und Soldatenkameradschaft: Sonntag, 23. Juli, Teilnahme an der Fahnenweihe des Trachtenvereins Hunderdorf. Treffpunkt 8 Uhr beim Edbauer.
Quelle: Bogener Zeitung, 22.07.1972


Windberg. Freiwillige Feuerwehr: Sonntag, 23. Juli, Teilnahme an den Festlichkeiten in Falkenfels. Abfahrt mit Bus um 8 Uhr beim Gasthaus Wagner in Windberg.
Quelle: Bogener Zeitung, 22.07.1972


Großlintach. Schützenverein: Morgen. Sonntag, 8 Uhr, Treffen bei Schlecht zur Teilnahme am Trachtenfest in Hunderdorf.
Quelle: Bogener Zeitung, 22.07.1972


Willkommen in Hunderdorf!
Hunderdorf.
 Allen Gästen und Teilnehmern am Gründungsfest mit Jugendstandartenweihe des Volks- und Trachtenvereins entbiete ich den herzlichen Willkommensgruß der Gemeinde Hunderdorf.
Mögen unsere Trachten- und Heimatvereine sich bewußt sein, daß ihre Arbeit sich nicht in der Erhaltung äußerer Formen und Überlieferungen erschöpften darf.
Echte Heimatliebe will auch die geistigen Werte der früheren Zeit, insbesondere die gute Volksmusik, die guten und schönen Volkstänze und schöne Bräuche pflegen und vor dem Vergessen bewahren. In diesem Sinne möge das bevorstehende Fest Besinnung und Ansporn sein.
An die Bevölkerung unserer Gemeinde richte ich die Bitte, unseren Gästen dankbar zu sein und als äußeres Zeichen die Häuser zu schmücken und zu beflaggen.
Gemeinde Hunderdorf
Härtenberger
1. Bürgermeister
Quelle: Bogener Zeitung, 22.07.1972


Leistungsprüfung mit guter Note
Windberg.
Vor einiger Zeit hatte die Freiwillige Feuerwehr Windberg eine Jugendfeuerwehr gegründet. Diese Jugendfeuerwehr war nun in den letzten Wochen eifrig dabei, sich bei Übungen die nötige Kenntnis für den Einsatz bei der Feuerwehr-Jugendgruppe zu holen. Vor einigen Tagen konnte sie vor der Prüfungskommission unter Kommandant Haimerl die Leistungsprüfung der Jugendfeuerwehr ablegen. Es zeigte sich, daß sie sowohl praktisch wie theoretisch gut arbeiten konnten. Sie schnitten mit guter Note ab.
Quelle: Bogener Zeitung, 22.07.1972


Jakob Hamberger 80 Jahre alt
Hunderdorf.
Jakob Hamberger, wohnhaft in Lintach, feiert heute seinen 80. Geburtstag. Der Jubilar wurde in Schönthal bei Bogen geboren. Er war Teilnehmer des Ersten Weltkrieges, wurde in Frankreich verwundet und geriet dort in Gefangenschaft. Nach der glücklichen Heimkehr heiratete er im Jahre 1928. Aus der Ehe gingen drei Söhne und eine Tochter hervor, wovon die Tochter bereits im Kindesalter starb. Leider ist es dem Jubilar aus gesundheitlichen Gründen nicht gegönnt, den Festtag mit seinen Angehörigen zu Hause zu verbringen, da er sich bereits seit längerer Zeit in Krankenhauspflege befindet.
Quelle: Bogener Zeitung, 24.07.1972


„Treu der Sitte, der Tracht und der Heimat!”
„D`gmütlichen Perlbaehtaler“ feierten 20jähriges Bestehen – Die Jugendgruppe erhielt eine neue Standarte – Gründungsmitglieder und „Zehnjährige“ wurden geehrt – 48 Vereine vom „Waldgau“ gaben sich ein Stelldichein

Hunderdorf.
„Unsere Mitmenschen für ihre Gedanken zu gewinnen, zählt mit zu den wichtigsten Aufgaben unserer Heimat- und Trachtenvereine. Traurig wäre es um uns bestellt, wenn wir nicht die traditionsgebundenen Vereine und verschiedene andere Organisationen hätten. Die Gegenwart ist immer eingebettet in die Zeiten- und Geschlechterfolge der Vergangenheit. Deshalb ist die

Ehrung der Gründungsmitglieder beim Festabend

Pflege des Heimatbewußtseins und damit der Heimatverbundenheit eine bleibende kulturelle „Aufgabe.“ Diese Worte sprach Landrat Xaver Hafner in seiner Eigenschaft als Schirmherr des drei Tage währenden 20. Gründungsfestes des Trachtenvereins „Dö gmütliehen Perlbaehtaler“, verbunden mit einer Jugendstandartenweihe durch den Prior der naheliegenden Abtei Windberg, Pater Wolfgang Vos. Höhepunkt waren der vormittägige Festgottesdienst in der Pfarrkirche Hunderdorf, bei dem der Beamtenchor der Strafvollzugsanstalt Straubing mit der hervorragend interpretierten „Waldlermesse“ von Ferdinand Neumayer aufwartete, und der farbenprächtige Festzug am gestrigen Sonntagnachmittag, an dem nicht weniger als 45 Vereine aus dem ganzen „Waldgau“ teilnahmen.
Mit einem zünftigen Standkonzert der Gautrachtenkapelle Arrach unter der Leitung von Kapellmeister Franz Rainer nahmen die dreitägigen Feiern ihren Anfang. Der Einholung der Ehrengäste und dem Anstich des ersten Hunderterbanzens folgte ein großangelegter
Ehrenabend mit Gründungsversammlung
und Mitgliederehrung. Vorstand Ernst Sacher durfte hierzu nicht nur Landrat Xaver Hafner, MdB Alois Rainer, Bürgermeister Sepp Deschl, Bürgermeister Härtenberger mit dem gesamten Gemeinderat, Kammerer Ruß, P. Prior Vos, Kaplan P. Reiner und die Fahnenmutter mit den Festjungfrauen, sondern bereits viele Gäste herzlich begrüßen. Der verstorbenen Mitglieder Hastreiter, Baier, Obermaier, Dilger und Sandbiller wurde gedacht. Danach ließ im Rahmen der Gründungsversammlung Vorstand Sacher noch einmal in kurzen Zügen die Geschichte des Jubelvereins seit dem 6. Dezember 1952 Revue passieren, ehe er die Gründungsmitglieder zur Ehrung aufs Podium bat. Es waren dies Willi Bauer, Hans Schäfer, Willi Hornberger, Sigmund Wölfl, Hermann Meier, Sofie

45 Trachtenvereine kamen nach Hunderdorf

Baier, Berta Bauer, Paul Feldmeier, Hans Wölfl, Alois Beck jun., Reserl Gütlhuber, Lisl Dilger, Anna Baier und Maria Dilger. Für ihre 20jährige Treue wurden sie mit der Ehrennadel des Vereins sowie mit einem hübschen Erinnerungsgeschenk bedacht. Für zehnjährige Mitgliedschaft wurden geehrt: Rosl Baier, Maria Weindl, Traudl Thoma, Paula Fischer, Betty Sacher, Karl Wölfl jun., Sepp Weindl, Hans Hastreiter jun., Sigmund Hastreiter, Hans Seidl, Andreas Falk, Xaver Anleitner und Ernst Sacher jun.
In seinem Rückblick zeigte Ernst Sacher die ständigen Bemühungen des Jubelvereins um die Pflege alten Volks- und Heimatbrauchtums auf und die erfreulichen Anzeichen in der Jugend-bewegung. Dank des großen Interesses vieler Mädchen und Burschen konnte schon im Jahre 1965 eine rührige Jugendgruppe gebildet werden, der man durch die Weihe und Übergabe einer Standarte die besondere Verbundenheit bekunden will. Nicht unerwähnt ließ Vorstand Sacher den Bau einer Muttergotteskapelle an einem Waldrand in Lintach, eine selbstlose und vorbildliche Gemeinschaftsarbeit, die auch in späteren Jahren gebührend gewürdigt werden wird.
Schirmherr Landrat Xaver Hafner und Bürgermeister Karl Härtenberger gratulierten den „Gmütlichen Perlbachtalern“ zum großen Fest, würdigten ihre Arbeit als außerordentlich wertvoll für die gesamte Öffentlichkeit und wünschte auch weiterhin viel Erfolg und Gottes Segen.

Blick auf die Ehrengäste beim Kirchenzug

Im zweiten Teil des Ehrenabends erfreuten die Kindertrachtengruppe Hunderdorf, der Patenverein Grafenwiesen, der Trachtenverein Weingarten, die Mitterfelser Trachtengruppe und die Jugendgruppe des Trachtenvereins „Osterglocke Bogen“ mit der Sternpolka, dem Sterntanz, dem Bandltanz, der Münchner Polka u. a. Die Gautrachtenkapelle Arrach sorgte an diesem Abend noch für allerbeste Stimmung und beste Unterhaltung. Als echt bayerische Gstanzlsänger erwiesen sich Sepp Dorfner und Otto Hirtreiter.
Der große Festsonntag
begann mit dem Festgottesdienst in der Pfarrkirche, zu dem nicht weniger als 45 Vereine des „Waldgaues“ gekommen waren. Die „Waldlermesse“ von Ferdinand Neumayer bildete einen großartigen musikalischen Rahmen. Die Leistungen des von Oberlehrer Röhrl geleiteten Klangkörpers waren hervorragend. Eine Stecknadel hätte

Schirmherr Landrat Hafner hielt die Festansprache

man in dem weiten Kirchenraum fallen hören bei so viel Aufmerksamkeit und Ergriffenheit der Kirchenbesucher.
Pater Prior Wolfgang Vos bezeichnete die Fahne als Symbol und Zeichen, unter der sich die Mitglieder eines Vereins in guten und schlechten Tagen versammelten. Der heutige Tag der Jugendstandartenweihe sei ein Freudentag für die ganze Gemeinde, den Jubelverein und den ganzen Waldgau, aus dem über 1 000 Trachtenschwestern und Trachtenbrüder nach Hunderdorf gekommen seien. Diese starke Verbundenheit bezeuge, daß der Trachtenverein Hunderdorf viele Freunde habe, die versuchten, – das Leben in der Gemeinschaft sinnvoll und lebenswert zu gestalten. Die Tradition, im Laufe der Jahrhunderte entstanden, wurde geformt von den Menschen der jeweiligen Zeit. Da die Tradition auch im Religiösen wurzle, habe man bewußt die Kirche in dieses Fest miteinbezogen, fuhr der Prediger fort. Tradition bedeute aber durchaus nicht, daß man nur und ausschließlich dem Althergebrachten verwurzelt sei, sondern daß man das Gute der Gegenwart in diese Tradition miteinbeziehe.
Von faszinierender Farbenpracht und Vielgestaltigkeit war der große Trachtenfestzug am gestrigen Nachmittag, der sich vom alten Sportplatz aus entwickelte und seinen Weg durch das mit Fahnen und Girlanden geschmückte Dorf nahm. Von fünf Musikkapellen angeführt, strahlte die Freude und der Frohsinn der Trachtler spontan auf die Tausende von Zuschauern aus, die — man darf es bestätigen — mit Beifall und auch mit Blumen und Bonbons für die Kinder nicht geizten.
Der Festakt
wurde der Hitze wegen in das Festzelt verlegt, wo Vorstand Sacher die Erscheinenen noch einmal herzlich willkommen hieß,

Pater Prior Wolfgang Vos erteilte der neuen Jugend-Standarte den Segen der Kirche

insbesondere Landrat Hafner, Alois Aschenbrenner, den Gauvorstand des „Bayerischen Waldgaues“, Gauvortänzer Stoiber und Vorstand des Patenvereins Grafenwiesen, Gaujugendleiter Georg Hackl, Kulturreferent Albin Geiger, Bürgermeister Härtenberger und Kreisrat Rudi Landstorfer als Vorsitzenden des Kreisjugendringes
In seiner Festansprache führte Hafner aus, daß er die Schirmherrschaft gerne übernommen habe, um seine Verbundenheit sowohl mit dem Trachtenverein Hunderdorf als auch mit allen anderen Trachtenvereinen aus nah und fern zum Ausdruck zu bringen. Seine Festansprache war ein großartiges Bekenntnis der Heimatliebe, die es in den Herzen unserer Jugend fortzupflanzen gelte. Der Trachtenjugend von Hunderdorf rief der Landkreischef zu, daß sie sich oft und gerne unter ihrem neuen Banner zusammenfinden möge und bemüht sein solle, die Tradition der Väter fortzuführen.
Bürgermeister Karl Härtenberger würdigte insbesondere die unendlichen Bemühungen der Vorstandschaft mit Ernst Sacher ander Spitze und dankte allen Mitbürgern für den guten

Beim Heimatabend am Samstag erfreuten die verschiedenen Gruppen mit Ehrentänzen

Zusammenhalt in den örtlichen Vereinen. Die Gemeinde sei sich des großen Wertes Vereine bewußt und auch bereit, sie ideell und materiell zu unterstützen.
Gauvorstand Alois Aschenbrenner freute sich, daß es in der Gemeinde Hunderdorf so viele heimatverbundene und bodenverwurzelte Frauen, Männer und junge Leute gebe, die bereit seien, Sitte und Trachten nicht nur zu erhalten, sondern auch den späteren Genrationen weiterzugeben. Unser bayerisch-waldlerisches Brauchtum laufe Gefahr, von den modernen Einflüssen und von der modern-schnellebigen Zeit überrollt zu werden. Umso wichtiger sei die Aufgabe unserer Trachten- und Heimatvereine. Besondere Anerkennung zollte Aschenbrenner der Jugendarbeit in Hunderdorf, wofür man im Gau froh und dankbar sei.
Kreisjugendringvorsitzender Rudi Landstorfer erwähnte die Zugehörigkeit der Jugendtrachtengruppe Hunderdorf und sicherte jedmögliche Hilfestellung zu.
Die Verleihung der Fest- und Patenbänder durch Fahnenmutter Sofie Baier, die Festjungfrauen Maria Hastreiter, Josefine Weindl und Renate Gogeißl (Patenverein Grafenwiesen), die Ausgabe der „Weitpreise im Gau“ und die Aushändigung der Erinnerungsgeschenke bildeten den Abschluß dieses in jeder Hinsicht gelungenen dreitägigen Festes in Hunderdorf.
Quelle: Bogener Zeitung, 24.07.1972


Auch die Wölfl-Kinder wurden geehrt
Hunderdorf.
Dem Bericht über das Trachtenfest in Hunderdorf ist nachzutragen, daß beim Festabend am Freitag auch die Jungtrachtler Johanna, Brigitte und Erwin Wölfl für zehnjährige Mitgliedschaft geehrt wurden. Besonderer Dank gebührt auch der Rotkreuzgruppe Hunderdorf für den dreitägigen Sanitätseinsatz und der Landpolizeiinspektion Bogen für die mustergültige Verkehrsregelung.
Quelle: Bogener Zeitung, 25.07.1972


Gemeindekanzlei im Schulgebäude
Windberg.
Die Gemeindekanzlei Windberg befindet sich ab sofort im neuen Schulgebäude. Bei den Amtszeiten sind keinerlei Änderungen eingetreten.
Quelle: Bogener Zeitung, 26.07.1972


74 Volksschüler wurden entlassen
Hunderdorf.
Im neuen Hauptschulgebäude fand eine schlichte Entlaßfeier statt. Es erschienen zahlreiche Erziehungsberechtigte und die Bürgermeister der Gemeinden des Schulverbandes. Mit diesem Tage hatten 74 Schülerinnen und Schüler ihre Volksschulpflicht erfüllt und traten hinaus ins Berufsleben. Die Feier wurde umrahmt von Darbietungen des Schulchores unter Leitung des LAA Alfons Frankl. Zwei Schülerinnen trugen Gedichte vor. Rektor Czerwenka wandte sich in einer kurzen Ansprache an die scheidende Schuljugend, forderte sie auf, alle Kräfte einzusetzen für den beruflichen Werdegang und zu versuchen, gute Bürger unseres demokratischen Staates zu werden. Auch Pfarrer Ruhs und die Klaßleiter sprachen zu den Entlaßschülern. Nach der Aushändigung der Entlaßzeugnisse schloß die Feier mit einem Lied des Schulchores.
Quelle: Bogener Zeitung, 26.07.1972


Teilnahme am Gründungsfest
Hunderdorf.
Die Krieger- und Soldatenkameradschaft Hunderdorf beteiligt sich am Sonntag, 30. Juli, geschlossen am 100. Gründungsfest mit Fahnenweihe der FFW Hunderdorf. Treffpunkt ist am Sonntag um 8.30 Uhr bei Josef Steckler. Am Freitag und am Samstag nimmt der Verein an den Ehrungen im Bierzelt teil.
Quelle: Bogener Zeitung, 27.07.1972


Steinburg. Feuerwehr: Samstag, 29. Juli, Beteiligung am Fackelzug in Hunderdorf. Treff-punkt 19 Uhr bei Berger. Sonntag, 30. Juli, 8 Uhr, Abfahrt bei Berger zum 100. Gründungsfest der FFW Hunderdorf.
Quelle: Bogener Zeitung, 27.07.1972


Einladung 100 Jahre FFW Hunderdorf-komprimiert

In Hunderdorf 100. Gründungsfest der Feuerwehr
Vom 28. Bis 30. Juli mit Fahnenweihe – Schirmherrschaft hat MdB Alois Rainer aus Haibach übernommen

Hunderdorf.
Unter der Schirmherrschaft des Bundestagsabgeordneten Alois Rainer, Haibach, findet vom 28. bis 30. Juli in Hunderdorf das 100. Gründungsfest mit Fahnenweihe der FFW Hunderdorf statt. Als Patenverein wird die FFW Gaishausen dem Jubiläumsverein Hunderdorf zur Seite stehen. Fahnenmutter ist Maria Fruhstorfer aus Sollach.

Eine Seite der neuen Fahne

Kommandant Hartmannsgruber und Vorsitzender Anleitner haben zusammen mit dem Ehrenausschuß Bürgermeister Härtenberger und Pfarrer Ruß gemeinsam die Vorbereitungen für die Durchführung des Festes getroffen, das nach der Fahnenweihe der Trachtler nun mit zum Höhepunkt des diesjährigen Vereinslebens in Hunderdorf werden wird. Die Bevölkerung ist aufgerufen zur Schmückung der Häuser und zur Beflaggung, damit auch von dieser Sicht her die geladenen Vereine und die Veranstalter ein schönes Bild des Ortes bekommen und mit nach Hause nehmen.
Festfolge: Freitag: 19 Uhr Standkonzert beim Festwirt Edbauer-Baier, anschließend Einzug ins Festzelt zur Bierprobe. Anstich durch Bürgermeister Härtenberger; gemütliches Beisammensein mit Einlagen des Volkstrachtenvereins Hunderdorf.
Samstag: 16.30-18.30 Uhr Einholung der Fahnenmutter, der Festjungfrauen und des Paten-vereins zum Festwirt; 18.30 Uhr Einholung des Schirmherrn MdB Alois Rainer, des Landrats Hafner, des Pfarrers Ruß, des Bürgermeisters Härtenberger mit den Gemeinderäten ins Fest-zelt; darauffolgend Mitgliederehrung; abends Fackelzug zum Kriegerdenkmal mit Gedenken der gefallenen und verstorbenen Mitglieder.
Sonntag: 5.00 Uhr Weckruf; 5.30 Uhr Einholung der Fahnenmutter und der Festjungfrauen; 8.30 Einholung des Patenvereins; 8.00 Uhr Einholung der Vereine; 9.00 Uhr Einholung des Schirmherrn, des Pfarrers, des Bürgermeisters und der Gemeinderate; 9.30 Uhr Aufstellung zum Kirchenzug; 10.00 Uhr Festgottesdienst mit Weihe der Fahne; Rückzug zum Festzelt und Mittagessen; 13.30 Uhr Festzug mit anschließendem Festakt und Ausgabe der Erinnerungsgeschenke.
Quelle: Bogener Zeitung, 27.07.1972

Quelle: Bogener Zeitung, 27.07.1972


Windberg. FFW: Samstag, 19 Uhr, und Sonntag, 8 Uhr, jeweils beim Gasthaus Wagner Abfahrt zur Teilnahme am 100. Gründungsfest der FFW Hunderdorf.
Quelle: Bogener Zeitung, 28.07.1972


Hunderdorf. SV: Heut, Freitag. 18.30 Uhr, Training der Senioren, anschließend Spielerversammlung, danach Teilnahme am 100. Gründungsfest der Feuerwehr im Festzelt; morgen Samstag, 19 Uhr, Treffen im Bierzelt, anschließend Teilnahme am Fackelzug der Feuerwehr; Sonntag. 8 Uhr. Treffen bei Sandbiller zur Teilnahme am Festgottesdienst, 13.30 Uhr Abmarsch am Sportplatz zum Umzug der Feuerwehr – Schüler und Jugend im Dreß.
Quelle: Bogener Zeitung, 28.07.1972


Gaishausen. FFW: Freitag, 19 Uhr, Versammlung im Gasthaus Baier-Edbauer. Samstag, 16.30 Uhr, Abfahrt nach Hunderdorf am Gasthaus Solcher. Sonntag, 6 Uhr früh, Abfahrt nach Hunderdorf am Gasthaus Socher.
Quelle: Bogener Zeitung, 28.07.1972


Volkswandertag in Neukirchen

Scharenweise kamen Wandrer
in das schöne Perlbachtal,
um beim Volksmarsch mitzumachen
wohl dreitausend an der Zahl.

Um die fünfte Morgenstunde
fanden sich die ersten ein,
um mit Hut und Wanderstabe
schlendern durch Gestrüpp und Stein.

Immer größre Wandergruppen
kamen schon alsbald herbei,
sich an der Natur zu freuen,
Mensch zu sein so froh und frei.

Nicht nur aus der eng‘ren Heimat,
auch aus vielen andren Gau’n
kamen sie zum Bayerwalde,
seinen großen Reiz zu schau’n.

Gar der älteste der Wandrer
zählte neunzig Lenze fast;
mutig schritt er seines Weges
trotz der vielen Jahre Last.

Gutmarkierte Wegepfade
machten es denn Wandrer leicht;
so hat jeder Tippelbruder
mühelos sein Ziel erreicht.

Die Erkenntnis dieses Tages
einstimmig bei jung und alt:
reich an herber Schönheit bist Du,
großer stiller Bayerwald!

Ludwig Hieninger
Quelle: Bogener Zeitung, 28.07.1972


Großlintach. Schützenverein: Morgen, 8 Uhr, Treffen bei Schlecht zur Abfahrt zur FFW-Fahnenweihe nach Hunderdorf.
Quelle: Bogener Zeitung, 28.07.1972


Auftakt heute mit Fackelzug und Mitgliederehrung
Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Hunderdorf — MdB Rainer, Fahnenmutter und Festjungfrauen werden eingeholt

Hunderdorf. Der Auftakt des 100. Gründungsfestes mit Fahnenweihe der FFW Hunderdorf ist heute abend, wenn zwischen 17 und 18 Uhr der Schirmherr der Veranstaltung, MdB Rainer, und die Fahnenmutter mit den Festjungfrauen eingeholt werden. Anschließend ist im Festzelt die Mitgliederehrung und abends ein Fackelzug zum Kriegerdenkmal und Gedenken der verstorbenen Mitglieder.
In Anbetracht dieses seltenen Jubiläums der Hunderdorfer Wehr darf kurz ihre Geschichte aufgeführt werden: Die Gründung erfolgte 1872, und weniger war es die primitive Ausrüstung, die bei einem


Der Stolz der Hunderdorfer Feuerwehr ist das Gerätehaus, das 1967 geweiht wurde (unser Bild)

Brand auf Erfolg im Kampf gegen den roten Hahn hoffen ließ, als die Einsatzbereitschaft dieser opferbereiten Männer, die sich auf ihr Panier geschrieben haben „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!“ Insgesamt standen neun Kommandanten der FFW in dieser Zeit vor. Allein der 1. Kommandant Josef Hösl war 25 Jahre im Amt. Ihm folgten Anton Poiger, Karl Härtenberger sen., Xaver Baier, Rupert Betzlbacher, Josef Schaubeck, Karl Här-tenberger jun., Xaver Anleitner und Ferdinand Hartmannsgruber. Hunderdorfs Wehr hatte nie Nachwuchssorgen, denn immer fanden sich junge, einsatzbereite Männer. In den letzten Jahren haben die bestehenden Gruppen das Leistungsabzeichen in Bronze, Silber und Gold abgelegt. Erfreulich ist auch, daß gerade in diesen hochdekorierten Gruppen auch die beiden Bürgermeister Härtenberger und Anleitner zu finden sind, die damit dem Nachwuchs immer ein gutes Vorbild waren. Von einem intensiven Ausbau der Wehr kann man eigentlich erst seit 1963 sprechen. Damals wurden die ersten Schritte zum Bau eines neuen Gerätehauses unternommen, das am 9. Juli 1967 seine kirchliche Weihe bekam. Der Stolz der Wehr ist aber nicht nur das Gerätehaus, sondern auch das moderne Löschgruppenfahrzeug, das erst vor wenigen Jahren angeschafft werden konnte. Seit März 1964 ist auf der Bäckerei Schmidbauer eine Einheitssirene installiert. Die Hunderdorfer Wehr hat aber auch gezeigt, daß sie mit dem modernen Gerät umzugehen weiß und bei Brandfällen in letzter Zeit konnte dank des schnellen Ein-greifens größerer Schaden vermieden werden. Zum Fest haben MdB Rainer, Bürgermeister Härtenberger und Kreisbrandinspektor Mühlbauer Grußworte entboten. Die Festfolge:
Samstag, 29. Juli
17 bis 18 Uhr: Einholung des Schirmherrn, der Fahnenmutter, Festjungfrauen u. des Paten-vereins. Anschließend Einzug ins Festzelt. Darauffolgend Mitgliederehrung. Abends Fackelzug zum Kriegerdenkmal und Gedenken der verstorbenen Mitglieder.
Sonntag, 20. Juli
6 Uhr Weckruf, 8 Uhr Empfang der Vereine, 9.30 Uhr Aufstellung zum Kirchenzug, 10 Uhr Festgottesdienst mit Weihe der Fahne, 12 Uhr Mittagessen im Festzelt, 14 Uhr Festzug mit anschließendem Festakt und Ausgabe der Erinnerungsgeschenke.
Quelle: Bogener Zeitung, 29.07.1972


Willkommen in Hunderdorf!
„Hundert Jahre Freiwillige Feuerwehr Hunderdorf“ berechtigt zu einem großen Fest, welches auch mit der Weihe einer neuen Vereinsfahne verbunden ist. Allen Gästen und Teilnehmern entbiete ich einen herzlichen Willkommensgruß in der Gemeinde Hunderdorf.
Möge mit diesem Fest die Bedeutung des freiwilligen Ehrendienstes bei der Feuerwehr wieder voll bewußt sein. Gemeinschaftssinn, Idealismus und Kameradschaft sind zur Mitarbeit in der Feuerwehr notwendig. Große Opferbereitschaft wird den Männern abverlangt, wenn sie pflichtbewußt für die Rettung von Menschenleben und zum Schutz von Hab und Gut eintreten.
Das Fest soll unseren jungen Leuten Ansporn zur Mitarbeit bei dieser schönen und der Allgemeinheit dienenden Aufgabe sein. Der Bevölkerung unserer Gemeinde darf ich für die rege, Teilnahme am Trachtenfest herzlich danken und zugleich bitten auch am kommenden Sonntag durch Häuserschmuck, Beflaggung und Teilnahme sich der Feuerwehr gegenüber dankbar zu zeigen.
GEMEINDE HUNDERDORF
Härtenberger
1. Bürgermeister
Quelle: Bogener Zeitung, 29.07.1972


Festauftakt mit Mitgliederehrung und Fackelzug
FFW Hunderdorf begeht 100. Gründungsfest — Land. Hafner ehrte 34 Mitglieder — Dank ausgesprochen

Hunderdorf.
Zu Beginn des 100. Gründungsfestes der FFW Hunderdorf mit Fahnenweihe setzte die Vorstandschaft den Dank an die treuen Mitglieder und das Gedenken an die toten Feuerwehrkameraden. Landrat Hafner nahm die Auszeichnung von 34 langjährigen Mitgliedern vor und überreichte ihnen Urkunde und Ehrenzeichen.


Die Festjungfrauen marschierten wacker mit

Schon am Freitag beim Auszug zum Festzelt machte das Wetter der Freiwilligen Feuerwehr Hunderdorf einen Strich durch die Rechnung und verwässerte damit den Auftakt zu den Festtagen. Doch Feuerwehrmänner, so sagen sie selbst, mögen es, wenn es „naß hergeht“. So ließen sie sich auch nicht irritieren und nachdem die Festkapelle, „die Grafen von Bogen“ unter Leitung von Kapellmeister Sepp Schiller die Stimmung aufgehellt hatte, ging Bürgermeister Härtenberger an den ersten Banzen und in gekonnter Manier ließ er den ersten Krug Festbier einlaufen.
Am Samstag war das Wetter nicht minder trübe, als die Einholung der Ehrengäste begann. Zunächst wurden die Fahnenmutter Maria Fruhstorfer, Sollach, sowie die Festjungfrauen El-friede Schaubeck, Christine Schmid. Rose Deschl, Gerda Fruhstorfer und Gertraud

Der Festzug

Weinzierl abgeholt, dann Schirmherr MdB Alois Rainer und Landrat Hafner. Unter Vorantritt der Kapelle von Bogen ging es zum Festplatz. Hans Schaubeck übernahm die Ankündigung des Festablaufes. Vorsitzender Anleitner begrüßte die Gäste, darunter MdB Rainer, Landrat Hafner, Pfarrer Ruß, Ehrenvorsitzenden und Bürgermeister Härtenberger sowie den Gemeinderat, die Fahnenmutter Fruhstorfer, die Festjungfrauen und die Jubilare der FFW. Sein Willkommensgruß galt auch den Männern der Hunderdorfer FFW, dem Patenverein Gaishausen, den Nachbarvereinen, den örtlichen Vereinen und dem Roten Kreuz.
Landrat Hafner entbot der FFW zu diesem Jubiläum seine Glückwünsche und die besten Wünsche der Landkreisverwaltung. Die Überreichung der Feuerwehrehrenzeichen an 50-, 40-und 25jährige Mitglieder, so führte er aus, sei zugleich eine Würdigung für die treue Mitarbeit, die selbstlose Hingabe unter nicht unerheblichen persönlichen Opfern für viele Jahre hindurch an die Allgemeinheit. Die FFW Hunderdorf habe sich jederzeit als

Fahnenweihe in der Kirche

schlagkräftige, einsatzbereite und moderne Wehr erwiesen. Sie habe den Leitsatz verwirklicht „Das Dienen kommt vor dem Verdienen“. Mit ihrem Beispiel haben die Jubilare der Jugend Ansporn gegeben. So kommt es nicht von ungefähr, daß gerade die FFW Hunderdorf keine Nachwuchssorgen kennt und sich immer wieder junge Leute mit Aufgeschlossenheit, Pflichtbewußtsein und Einsatzfreude dieser Aufgabe widmen.
Folgende Feuerwehrmitglieder wurden mit Urkunde und Ehrenabzeichen bedacht: Für 40jährige Mitgliedschaft: 1. Josef Zollner, Hunderdorf: 2. Josef Steckler, Hunderdorf; 3. Xaver Karmann, Stetten; 4. Johann Falter, Lindfeld; 5. Johann Geiger, Hunderdorf; 6. Josef Poiger, Hunderdorf; 7. Josef Schaubeck, Thananger; 8. Karl Zollner, Hunderdorf. Für 25jährige Mitgliedschaft: 9. Karl Härtenberger, Hunderdorf; 10. Xaver Anleitner, Hunderdorf; 11. Jakob Miedaner, Lintach; 12. Rupert Herrnberger, Lintach; 13. Xaver Gütlhuber, Hoch; 14. Sebastian Gmeinwieser, Hoch; 15. Johann Schaubeck, Hoch; 16. Josef Schröttinger, Hunderdorf, 17. Paul Hornberger, Hunderdorf; 18. Xaver Neumeier, Hofdorf; 19. Johann Stettmeier, Lindfeld; 20. Max Wittmann, Lintach; 21. Fritz Eichmeier, Eglsee; 22. Karl Englmeier, Hunderdorf; 23. Xaver Hagn, Hunderdorf; Johann Hien, Hunderdorf; 25. Wilhelm Hirtreiter, Bayerischbühl; 26. Otto Bugl, Hoch; 27. Johann Spranger, Grabmühl; 28. Josef Schröttinger, Lintach; 29. Otto Weinzierl, Hofdorf.
Für 50jährige Mitgliedschaft: 30. Xaver Bugl, Hofdorf; 31. Ludwig Hornberger, Hunderdorf, 32. Jakob Hirtreiter, Hunderdorf; 33: Alois Beck, Hunderdorf; 34. Ludwig Meier, Brandstatt.
Während der Ehrung sprachen Gabriele Anleitner und Elfriede Härtenberger Prologe. Nach der Ehrung begab sich die Festgesellschaft, die Feuerwehr und ein großer Teil der zum Kriegerdenkmal und während die Fackeln um den Platz loderten, gedachte man der verstorbenen Mitglieder.
Quelle: Bogener Zeitung, 31.07.1972


Der Schuldige fuhr einfach weiter
Großlintach.
Einer Pkw-Fahrerin, die in der Nacht zum Sonntag gegen ein Uhr auf der Kreisstraße 31 von Bogen nach Großlintach fuhr, kam bei der Abzweigung der Gastwirtschaft Schlecht nach Hunderdorf ein Personenwagen entgegen. Der Wagen kam in der Rechtskurve zu weit nach nach links und streifte den Wagen der Fahrerin leicht. Sie war, um einen Frontalaufprall zu vermeiden, nach rechts ausgewichen, geriet dabei von der Fahrbahn ab, fuhr einen Wegweiser um und schlitterte im Straßengraben entlang. Der schuldige Pkw-Fahrer fuhr ohne anzuhalten weiter. Wer kann der Landpolizei Bogen Hinweise auf diesen Fahrer oder dessen Wagen geben?
Quelle: Bogener Zeitung, 31.07.1972


Schotterscheine einlösen.
Hunderdorf.
Der Jagd-Wege-Ausschuß weist darauf hin, daß die ausgegebenen Schotterscheine bis spätestens 10. 9. 1972 eingelöst werden müssen. Nach diesem Zeitpunkt verfallen die Scheine, da mit dem Lieferanten abgerechnet wird.
Quelle: Bogener Zeitung, 31.07.1972


Feuerweiher wird Fischweiher
Windberg.
Der Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, den Feuerweiher Irensfelden als Fischwasser zu verpachten. Interessenten können sich bis 3. August in der Gemeindekanzlei melden.
Quelle: Bogener Zeitung, 31.07.1972


Eine Heusonde wurde angeschafft
Windberg.
Die Gemeinde Windberg hat eine Heusonde angeschafft. Wer seinen Heustock unter Kontrolle halten will, kann sich in der Gemeindekanzlei melden.
Quelle: Bogener Zeitung, 31.07.1972


Fahnenweihe und Festakt waren die Höhepunkte
100. Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Hunderdorf — Appell an die Jugend, dem Idealismus der Alten nachzueifern

Hunderdorf. Der Sonntag brachte für das Gründungstest mit Fahnenweihe der FFW Hunderdorf die Höhepunkte mit der kirchlichen Weihe der neuen Fahne, dem prächtigen Festzug und dem Festakt auf dem Sportplatz. Straßen und Plätze des Ortes waren von Zuschauern überfüllt, der Verkehr auf der Staatsstraße kam zum Erliegen, und die Autos der Schaulustigen verstopften alle Zugangswege, als der Festzug mit 64 Vereinen aus nah und fern sich durch Hunderdorf bewegte.
Nach dem Wecken und dem Eintreffen der Gastvereine formierte sich der Kirchenzug mit MdB Alois Rainer als Schirmherr an der Spitze zahlreicher Ehrengäste. Nach der Fahnenweihe in der Kirche, die Pfarrer Ruß vornahm, heftete Festjungfrau Gerda Fruhstorfer das Trauerband an die neue Fahne und die Kapelle der „Jäger der Graten von Bogen“ intonierte das Lied vom guten Kameraden.
In seiner Festpredigt betonte der Pfarrherr, daß sich die Feuerwehr ein hohes Ziel gesetzt habe. Während andere die Freuden des Lebens suchten, wähle der Feuerwehrmann den Dienst an der Gemeinschaft, nicht selten mit dem Ein-satz von Leib und Leben.

Fahnenmutter und Festjungfrauen beim 100. Jubiläum der FFW

Damit werde er im Dienste Gottes auch zum Diener des Nächsten.
Als sich am Nachmittag der riesige Festzug vom Sportplatz aus durch die Ortschaft in Bewegung setzte, fanden sich sehr viele Zuschauer ein. Sie verstopften mit ihren Fahrzeugen auch alle Zufahrtswege, und der Verkehr auf der Staatsstraße kam für einige Zeit total zum Erliegen.
Vorstand Anleitner konnte auf dem Festplatz auch Kreisbrandrat Köck willkommen heißen. In einer kurzen Ansprache brachte er den Dank der FFW Hunderdorf zum Ausdruck, die von allen Seiten bei diesem Fest so großzügig unterstützt wurde. Sein besonderer Dank galt MdB Rainer für die Übernahme der Schirmherrschaft, für die persönliche und finanzielle Hilfe, sowie Bürgermeister Härtenberger, Pfarrer Ruß für die Weihe der Fahne und die übrige Mithilfe. Sein Dank aber richtete sich auch an die Bevölkerung, an die Fahnenmutter und Festjungfrauen, sowie an die örtlichen Vereine, Hans Schaubeck und die Polizei. Den beteiligten Vereinen der Feuerwehr versprach er bei ähnlichen Anlässen ebenfalls den Besuch der Hunderdorfer Wehr. Fahnenmutter Frau Fruhstorfer wünschte sodann der neuen Fahne und der Hunderdorfer Wehr viel Glück und heftete das Patenband an.

Schirmherr MdB Alois Rainer bei seiner Festansprache

Als Schirmherr betonte MdB Rainer in seiner Festansprache, daß dieser Tag geeignet sei, allen Feuerwehrmännern Dank und Anerkennung auszusprechen für ihre Bereitschaft zum Helfen und Dienen an der gesamten Bevölkerung. Für die Hunderdorfer Wehr sei es darüber hinaus auch ein Tag, um mit Stolz auf eine 100jährige Vergangenheit zurückzusehen. Für Hunderdorf sei die Zeit nicht stehen geblieben, sie gehöre heute zu den bestgerüsteten Wehren des Landkreises. Dies sei auch der Aufgeschlossenheit der Bürgermeister und Gemeinderäte zu verdanken, die immer für die Aufbringung der erforderlichen Geldmittel sorgten.
Kreisbrandrat Köck sagte allen Beteiligten und Verantwortlichen ein herzliches Vergelts Gott für diesen Tag und wies auf die zunehmende Bedeutung der Feuerwehr hin, die heute auch eine Reihe von anderen Aufgaben zu übernehmen habe und daher immer wieder den selbstlosen Dienst und die Opferbereitschaft junger Leute benötige. Anschließend überreichte Christl Schmid das Festband, und Kommandant Hartmannsgruber rief nach seinen Dankesworten an alle Freunde und Gönner der FFW die Jugend auf, dem Idealismus der Alten nachzueifern. Nach der Überreichung der Festbänder durch Gertraud Weinzierl vom Patenverein Gaishausen und durch Rosa Deschl an die Nachbarwehr wandte sich der Ehrenvorstand der Hunder dorfer Wehr und Bürgermeister Härtenberger an die Festgäste. Er bescheinigte dem Vorstand Anleitner und Kommandant Hartmannsgruber Aktivität und selbstlose Bereitschaft für die Wehr. die heute als Nachweis ihres Leistungsstandes das Leistungsabzeichen: in Bronze, Silber und Gold vorweisen könne. Seit Ende der 50er Jahre wurde nach und nach der Wehr alles zur Verfügung gestellt, was sie für ihren Einsatz brauchte. Dies wolle man auch in Zukunft so halten und stets bemüht sein, die Ausrüstung zu verbessern.
Quelle: Bogener Zeitung, 01.08.1972


Zum Ingenieur grad. ernannt
Hunderdorf.
In diesen Tagen erhielt Georg Schneider aus Apoig von der Fachhochschule Regensburg den Akademischen Grad Ingenieur (grad.) verliehen. Georg Schneider besuchte die Berufsschule und Berufsaufbauschule Straubing. Als bester Schüler des Jahres an der Berufsschule erhielt er den Preis der Schule und eine Anerkennung der Regierung von Niederbayern. Er trat in die Fachhochschule in Regensburg ein und erhielt nun nach sechs Semestern den Titel eines Ingenieurs grad.
Quelle: Bogener Zeitung, 02.08.1972


Zahnarzt Kvech
Hunderdorf

vom 2. bis 30. August 1972
keine Sprechstunde
Quelle: Bogener Zeitung, 02.08.1972


„Abschied von der Schule – Eintritt ins Leben“
Abschluß des Grundausbildungslehrgangs für Sozialberufe in der Abteikirche und dem Jugendheim Windberg

Bogen/Windberg.
Zu einem Schlußgottesdienst in der Abteikirche in Windberg und zu einer Abschlußfeier im Jugendheim Windberg hatte die Leitung des Grundausbildungslehrganges für Sozialberufe in Bogen anläßlich des zweijährigen Lehrgangsabschlusses eingeladen. Schon allein die Tatsache, daß an der Abschlußfeier neben den Schülerinnen bzw. Kursteilnehmerinnen, den Lehrkräften und den Eltern der Kursteilnehmerinnen auch Staatssekretär Alfred Dick, sowie der Leiter des Arbeitsamtes Deggendorf, Verwaltungsdirektor De. Pfüller und die Berufsberaterin des Amtes, Frau Eigner, teilnahmen, gab der Feier ein besonderes Gepräge und dokumentierte die Bedeutung dieses Kehrganges für Sozialberufe, sowie die Unterstützung, die er von den maßgebenden Stellen erfährt.

Die Lehrgangsbeste, Rest Buchner aus Auffing, Gde. Pfelling, erhält aus der Hand von Bürger-meister Deschl den Ehrenpreis des Landrats

Der eigentlichen Abschlußfeier vorausgegangen war ein von den Lehrgangsteilnehmerinnen mitgestalteter Abschlußgottesdienst in der Windberger Abteikirche. Die vom Diözesan-Jugendpfarrer Roger zelebrierte Messe war von Gesängen der Mädchen und der Gottesdienstteilnehmer umrahmt.
Die Abschlußfeier im Jugendheim stand unter dem Motto „Abschied von der Schule — Eintritt ins Leben“ und wurde wiederum von den Mädchen mitgestaltet, die mit Rezitationen und Gedichtvorträgen aufwarteten. Dankesworte sprach Lehrgangssprecherin Marianne Schröttinger, danach hieß Studiendirektor Zappe, Leiter des Grundlehrgangs, die Anwesenden, besonders die Ehrengäste, herzlich willkommen.
Staatssekretär Dick sagte, man solle im Leben allen danken, die uns ins Leben und fürs Leben etwas mitgegeben haben, vor allem den Eltern und den Erziehern. Man solle aber auch versuchten, immer noch etwas dazuzulernen. Er wünschte den Absolventinnen für ihren weiteren Lebensweg, daß sie immer sagen könnten: Es hat sich gelohnt, diesen Dienst zu tun!“ – Bürgermeister Deschl sprach auch als Vertreter des Landrats und der Stadt. Berufsberaterin Eigner vom Arbeitsamt Deggendorf ermahnte die Mädchen, das „Ich will!“ auch fernerhin als Losungswort zu betrachten.
Studiendirektor Zappe stellte seine Ausführungen unter das Motto „Schaut nach den Sternen und habt acht auf die Gassen!“ Er erinnerte die jungen Mädchen daran, daß die Gefährdung ihrer Persönlichkeit hauptsächlich auf vier Gebieten liege, in denen sie sichheute zwangsläufig bewegen müßten: 1. als Verbraucher, 2. als Staatsbürger, 3. als Geschlechtsträger und 4. als Geistwesen. – Hinsichtlich des Menschen als Verbraucher sagte Zappe, wir seien auf dem Weg, ein Massendasein zu führen, mit dem einzigen Lebenszweck, Geld zu verdienen, um es ausgeben zu können. Darum sei es notwendig, auch „Nein!“ sagen zu können. Der Mensch als Staatsbürger müsse vor allem sich des Leitsatzes bewußt sein, daß Freiheit nicht mit Schrankenlosigkeit verwechselt werden dürfe. Es sei höchste Zeit, daß wieder ein bißchen Demut und Liebe bei den Menschen einkehre, die das öffentliche Leben mitgestalten würden.

Lehrgangsleiter Studiendirektor Zappe bei seiner Abschlußrede

Gleich nach dem ewigen Schrei des Menschen nach Brot komme als nächster starker Trieb der Geschlechtstrieb, sagte Zappe. Eine enthemmte Umwelt, gewissenlose Geschäftemacher und fragwürdige Schreiberlinge hätten unserer Zeit klar gemacht, daß die Befriedigung sexueller Bedürfnisse eigentlich die einzige erstrebenswerte Betätigung sei. Wenn man mehr sein wolle als ein denkendes Tier in Hosen, dann müsse man lieben können, d. h. mit Geist und Gemüt ganz in einem anderen Menschen aufgehen können. Der ständige Kampf um eine saubere Geisteshaltung sei der schwerste. Der Mensch als geistiges Wesen könne gut und schlecht sein. Mit jeder Erkenntnis, mit der die Wissenschaft tiefer in die Geheimnisse der Schöpfung eindringe, stoße sie mehr auf die wunderbare Gegenwart des Schöpfergottes, es werde einem klar, daß auch der Mensch des 20. Jahrhunderts ein Stäubchen bleibe, ein Nichts, das furchtbar wichtig tut mit Raketen und dennoch nicht dem entfliehen könne, der all dies in Händen halte.
Bürgermeister Deschl konnte abschließend der Lehrgangsbesten Resi Buchner (Anning) den Ehrenpreis des Landrats Hafner – ein Geldgeschenk – überreichen, und Studienditektor Walter Zappe überreichte Buchpreise an Edeltraud Bornschlegl (Hunderdorf), Maria Gürster (Loitzendorf) und Maria Obermeier (Windberg).
Quelle: Bogener Zeitung, 03.08.1972


Hunderdorf. Bayerwaldverein Samstag, 5. 8 , 20 Uhr, im Gasthaus Sandbiller Versammlung. Zum Gautrachtenlest nach Spiegelau am 6. 8. 72 sind noch einige Plätze im Bus frei. Anmeldung bis Freitag bei Laura Baier oder Frau Scheibenthaler.
Quelle: Bogener Zeitung, 03.08.1972


Hunderdorf. SV: Freitag, 4. 8. im Vereinslokal Sandbiller Jahresversammlung.
Quelle: Bogener Zeitung, 03.08.1972


Hunderdorf. Trachtenverein: Heute, 20 Uhr, Vereinsabend bei Edbauer-Baier mit Bilderbestellung vom Trachtenfest. Morgen, Sonntag, 7 Uhr, Treffen bei Georg Baier zur Abfahrt zu den Gautrachtentenfesten.
Quelle: Bogener Zeitung, 05.08.1972


Fritz Edbauer 70 Jahre alt
Hunderdorf.
Körperlich und geistig noch rüstig feiert Fritz Edbauer am heutigen Samstag seinen 70. Geburtstag. Die Vorstandschaft der Krieger- und Soldatenkameradschaft Hunderdorf lädt den Jubilar, der langjähriges Mitglied des Vereins ist, sowie alle Kameraden heute, Samstag, 19 Uhr, zur Geburtstagsfeier ins Gasthaus Edbauer-Baier ein.
Quelle: Bogener Zeitung, 05.08.1972


Die Gemeinden des ehemaligen Landkreises Bogen an der Schwelle der Reform (31):
Fusion Steinburg-Au hat Bewährung bestanden
Aus zwei Miniaturgemeinden wurde ein lebensfähiges Gemeinwesen – Die beiden Edelsitze Steinburg und Au v. W. waren ehedem Mittelpunkt zweier eigenständiger Gemeinden — Günstige Verkehrslage ein Plus für Industrieansiedlung — Ortsteil Wegern wächst am schnellsten — Bringt die Reform den Anschluß an Hunderdorf?

Steinburg. Die Gemeindereform ist kein Kind unserer Tage. Sie war schon in der Zeit nach dem Krieg unter der amerikanischen Militärregierung ein Thema, das die Gemüter erregte. Die dirigistischen Maßnahmen von damals in bezug auf Gemeindezusammenlegungen waren allerdings nicht die rechte Methode, aus den Zwangszusammenlegungen Gebilde von Bestand zu formen. Die meisten durch die Amerikaner geschlossenen Gemeindeehen wurden wieder geschieden, nachdem die

Eine besondere Note gibt dem Dorf das hoch über dem Ort gelegene alte Schloß

Verwaltung in deutsche Hände zurückgelegt worden war. Eine der wenigen Ausnahmen ist die Fusion Steinburg-Au v. W. Nachdem einige anfängliche Schwierigkeiten überwunden waren, wurde aus den beiden kleinen Gemeinden eine Einheit, die in der Lage war, in den vergangenen Jahren Aufgaben und Projekte anzugehen, die im Alleingang nicht möglich gewesen wären.
Die Landschaft um Steinburg wird vor allem durch das Bogenbachtal als einem Ausläufer der weiten Donauebene und den Bergen des Vorwaldes bestimmt. Der Ort selbst ist umgeben von tiefen Misch- und Nadelwäldern, die sich bis über die 800-Meter-Grenze hinaufziehen. Der Höhenunterschied vom Dorf zur Donau beträgt allerdings nur 35 Meter. Die Randlage zum Donauraum hat Geschichte und Entwicklung der Gemeinde den entscheidenden Stempel auf-gedrückt.
Die Steinberger sind 1221 erstmals erwähnt
Eine besondere Note gibt der Ortschaft Steinburg das über dem Dorf gelegene Schloß, das in früherer Zeit eine stolze Ritterburg war. Seine Geschichte läßt sich 750 Jahre zurückverfolgen. Erstmals ist der Adelssitz 1221 erwähnt. Das bekannteste Geschlecht, das auf der Burg, die im Laufe der Zeit häufig den Besitzer wechselte, saß, waren die Steinberger. Sie waren es aber auch, die den Anlaß zur Entstehung des Dorfes gaben, das sich aus der am Fuße des Burgberges entstandenen Hintersassensiedlung entwickelte. Seit 1845 ist das Schloß im Besitz der Grafen von Bray, die jetzt den Namen Bray-Steinburg führen. Dieser Familie ist es auch zuzuschreiben, daß die Burg nicht dem Verfall preisgegeben wurde. 1850 war nämlich der größte Teil der Gebäulichkeiten bereits Ruine. Im Obergeschoß des Schlosses befindet sich heute eine zweischiffige Kapelle.
Schloß Au war nur mit einer Zille zu erreichen
Nur wenige hundert Meter von Schloß Steinburg entfernt, allerdings im Talgrund des Bogenbaches, liegt mit Schloß Au ein weiterer alter Adelssitz. Seine Geschichte läßt sich bis in das Jahr 1530 zurückverfolgen. Die Anlage der Gebäude blieb im wesentlichen bis heute fast unverändert erhalten. Der Baustil des Schlosses gehört der Spätrenaissance an. Die Schloßkapelle St. Valentin (ein ursprünglich spätgotischer Bau) wurde in der Barockzeit verändert. Schloß Au war ehedem als Wasserschloß erbaut und von einem breiten Ringgraben umgeben, der heute allerdings eingefüllt ist. Ein alter Stich zeigt jedoch, daß es früher nur mit einer Zille zu erreichen war. Die Gebäulichkeiten sind heute in privater Hand. Im Jahre 1834 erwarb die damalige Gemeinde Au das Schlößchen. Die Kapelle wurde der Gemeinde mit der Auflage geschenkt, sie instand zu halten. 123 Jahre wurde an dem Kirchlein dann allerdings nichts mehr getan, so daß es baufällig wurde. In Gemeinschaftsarbeit wurde es aber dann Ende der 50er Jahre von Grund auf renoviert. Mit Hand- und Spanndiensten und Spenden bewies die Bevölkerung hier echten Gemeinsinn. Auf diese Weise konnte sogar ein neues Türmchen mit Schindeldach auf die Andachtsstätte gesetzt werden. Heute ist die „Schulkapelle“ wieder eine Zierde der Ortschaft Au. Besonders erfreulich an der gelungenen Renovierung war, daß dazu keine Mark aus der Gemeindekasse entnommen zu werden brauchte.
Adelssitze formten die Struktur
Zur Burg Steinburg wie zum Wasserschloß Au gehörten früher umfangreiche Ländereien. Speziell in der nächsten Umgebung.

Die Ortsdurchfahrt von Steinburg präsentiert sich heute sauber und gepflegt

Damit war zwangsläufig die Entwicklung eines Bauernstandes mit mittleren oder größeren Höfen unterbunden, da für ihn Grund und Boden fehlten. In dem Maße, wie die alten Adelssitze an Bedeutung verloren, konnte sich aber schließlich auch in Steinburg und Au eine weiter gestreute Landwirtschaft entwickeln. Die Struktur aber blieb zwangsläufig — von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen — bis auf den heutigen Tag kleinbäuerlich.
Ein kleiner „fauxpas“ Montgelas
Sowohl um Steinburg wie um Au hatten sich en Laufe der Jahrhunderte kleine Ansiedlungen entwickelt. Als im ersten Viertel des vergangenen Jahrhunderts unter dem großen Reformer Montgelas die bayerischen Gemeinden in den Grenzen gebildet wurden, wie sie heute noch zum Großteil bestehen, war dies die Ursache, daß im Bogenbachtal mit Steinburg und Au v. et Miniaturgemeinden entstanden. Damit aber war dem bekanntesten bayerischen Innenminister ein kleiner „fauxpas“ unterlaufen, der nach dem Zweiten Weltkrieg durch Zusammenlegung der beiden Gemeinden korrigiert wurde.
1946 wurde durch die Militärregierung aus den Gemeinden Steinburg, Au und Gaishausen mit einem Federstrich eine Gemeinde mit weit über tausend Einwohnern gebildet. Als die Verwaltung aber wieder in deutsche Hände zurückgelegt wurde, bemühte sich Gaishausen mit Er-folg wieder um die Eigenständigkeit. Auch Au v. W. wollte sich wieder von Steinburg lösen. Eine Bürgerabstimmung ergab dafür ein hundertprozentiges Votum. Von höherer Stelle wurde den Auern jedoch nahegelegt, die unter den Amerikanern mit Steinburg geschlossene „Zwangsehe“ aufrechtzuerhalten. In langwierigen Verhandlungen wurde schließlich den Auern klar, daß eine Gemeinde mit 152 Einwohnern und einer Grundfläche (unter 200 Hektar), wie sie beispielsweise viele Bauernhöfe im Gäuboden allein haben, in Zukunft keine Existenzberechtigung mehr haben konnte. Vor allem, weil eine untragbare Finanzschwäche vorauszusehen war.
Damit aber waren die Differenzen noch nicht restlos beseitigt, da die ehemalige Gemeinde Au v. W. darauf drängte, daß die vereinigten Gemeinwesen den Namen Au tragen sollten. Die Meinungsverschiedenheiten darüber wurden bis in das Innenministerium getragen. Steinburg hatte mit 248 Bürgern um fast hundert Einwohner mehr als Au. Dies gab schließlich auch den Ausschlag für den endgültigen Namen Steinburg. Die Fusion aber wurde bis auf den heutigen Tag von keinem der beiden Partner bereut. Vereint konnten in den letzten 20 Jahren Projekte in Angriff genommen und verwirklicht werden, die weder von Steinburg noch von Au allein hätten durchgeführt werden können.
Im Zusammenhang mit der derzeit akuten Gemeindereform taucht immer wieder die Meinung auf, daß es von entscheidender Bedeutung hätte sein können, wenn auch Gaishausen bei Steinburg geblieben wäre. In diesem Falle hätte die Gemeinde nämlich heute über tausend Bürger und somit die Chance — wenn auch nur im Rahmen einer Verwaltungsgemeinschaft — selbständig zu bleiben. Nach den derzeitigen Gegebenheiten aber wird sowohl Steinburg als auch Gaishausen in absehbarer Zeit mit Hunderdorf vereinigt werden.
Nicht zuletzt darum, weil beide Gemeinden heute bereits dem Schulverband Hunderdorf angehören. Zudem gehört Steinburg mit Ausnahme einiger weniger Gehöfte im Norden auch zur Pfarrei Hunderdorf. Der Kirchensprengel, von dem auch Gaishausen ein Teil ist, zählt heute bereits rund 2 500 Seelen.
Zur Gemeinde Steinburg gehören neben Steinburg die Ortschaften Au und Schafberg, die Weiler Wegern, Oed, Reinbach und Haselquanten sowie die Einöden Neidau, Birkhof und Dörnau. Auf der 390 Hektar großen Grundfläche leben rund 660 Menschen. 133 Hektar des Gemeindegebietes sind von Wald bedeckt, 130 Hektar sind Wiesen und nur 80 Hektar Felder. Die Gewässer machen 5,5 Hektar aus. Während vor dem Krieg noch zwei Drittel der Bevölkerung von der Landwirtschaft lebte, hat sich das Gewicht heute eindeutig zugunsten der Arbeitnehmerschaft verlagert. 60 % der Gemeindebürger sind derzeit Arbeitnehmer und nur noch 30 % sind in der Landwirtschaft tätig. Davon aber ist wiederum der weitaus größte Teil als Nebenerwerbslandwirte tätig. 10 % der Bevölkerung sind Gewerbetreibende.
Ein Drittel mehr Wohngebäude als vor dem Krieg
Die bauliche Entwicklung der Gemeinde Steinburg ist in den letzten Jahren mit Siebenmeilenschritten vorangegangen. Vor dem Krieg wurden rund hundert Wohnhäuser gezählt. Heute sind es 137. Wesentlichen Anteil an der forcierten Siedlungstätigkeit haben die Baugebiete „Wegern I“ und „Wegern II“ die auch für die Zukunft noch ausreichend Spielraum lassen. „Wegern I“ wurde im Frühjahr 1966 ausgewiesen. Insgesamt sollen auf diesem Gelände 30 Wohnhäuser Platz finden. 15 Häuser sind bereits gebaut. „Wegern II“ bietet Platz für neun weitere Wohnhäuser. Dieses Gebiet wurde erst heuer zur Bebauung freigegeben.
Mit der Ausweisung der Baugebiete hat die Gemeinde auch die Verpflichtung der Erschließung übernommen. Vor allem mußte eine ordnungsgemäße Kanalisation geschaffen werden. Dazu kommen die Straßenbauten und die Wasseranschlüsse. Für „Wegern I“ wurden für die Erschließung 107 000.– DM aufgewendet. Davon hat die Gemeinde 10 % zu tragen. Der Rest wird auf die Bauinteressenten umgelegt. Die Erschließung von „Wegern II“ ist noch im Gange.
Wasserversorgung kostete eine Viertelmillion
Wie in vielen anderen Gemeinden des Bayerischen Waldes war die Wasserversorgung auch in Steinburg bis in unsere Zeit herein mehr als mangelhaft. Teilweise mußte das kostbare Naß sogar aus Gräben und Bächen bezogen werden. Das erste größere Projekt, das die Gemeinde nach dem Krieg in Angriff nehmen konnte, war daher der Bau einer zentralen Wasserversorgungsanlage. Die Pläne dafür wurden 1956 vom Wasserwirtschaftsamt Deggendorf ausgearbeitet. Die Quellen, von denen die Anlage gespeist wird, befinden sich am Bucherberg. 1967, kurz vor Frosteinbruch, war es soweit, daß die Steinburger erstmals genügend und einwandfreies Wasser hatten.

Das Wasserschlößchen Au war in früherer Zeit von einem breiten Ringgraben umgeben

Unter dem Addierstrich errechnete sich eine Baukostensumme von rund 250 000.- DM. Die Eigenleistungen betrugen 43 000.- DM, an Zuschüssen flossen 109 000.- DM, aus der Grundförderung kamen 19 500.- DM, aus der verstärkten Förderung 52 000.- DM, außerdem mußte aus der Grenzlandhilfe ein Darlehen in Höhe von 25 000.— DM beansprucht werden.
Die Stromversorgung der Gemeinde wurde erst 1962 von der Obag übernommen. Vorher war Steinburg durch ein privates E-Werk versorgt worden, dessen Kapazität aber nicht mehr den steigenden Erfordernissen entsprach. Umstellung und Anschlüsse kamen auf 365 000.- DM zu stehen. An Anschlußgebühren gingen 104 000.-DM ein, die Obag gab 106 000.- DM und aus dem Grünen Plan flossen 154 000.- DM.
Industrie hat Fuß gefaßt
Die günstige Verkehrslage machte in den vergangenen Jahren Steinburg in zunehmendem Maße für die Ansiedlung von Industrie attraktiv. Der Ort liegt an der Bahnstrecke Straubing — Miltach und an der Kreuzung der Staatsstraßen 2139 (Bogen — Viechtach) / 2147 (Ascha — Deggendorf). Im Jahre 1951 erwarb die Fa. Nolte an der Gemeindegrenze Hunderdorf —Steinburg ein großes Gelände und erstellte hier weitläufige Fabrikanlagen, die im Laufe der Zeit noch weiter ausgebaut und ergänzt wurden. Für das Steueraufkommen der Gemeinde ist von wesentlicher Bedeutung, daß das umfangreiche Werk zu 50 % auf Hunderdorfer Gebiet, die anderen 50 % aber diesseits der Steinburger Gemeindegrenzen liegen. Bei der Fa. Nolte sind heute allein zwischen 600 und 700 Menschen beschäftigt. Weitere bedeutende Betriebe der Gemeinde sind ein Zweigwerk der Fa. Walker mit etwa 100 Beschäftigten und eine Konservenfabrik am Bahnhof. Das günstige Arbeitsangebot im Steinburger Baum bringt es mit sich, daß die Gemeinde kaum Auspendler, wohl aber Hunderte von Einpendlern registrieren kann. Daß der Gewerbesteueranteil pro Kopf der Bevölkerung unter diesen günstigen Voraussetzungen weit über dem Landkreisdurchschnitt liegt, versteht sich von selbst.
Reinfall mit der neuen Schule
Zwischen den Gemeinden Au v. W. und Steinburg bestand seit dem Jahre 1835 ein Schulverband. Als Schulgebäude diente das alte Auer

Das neue — aber leerstehende — Schulhaus fällt vor allem durch seine eigenwillige Architektonik auf

Schloß. Bis 1949 war die Schule einklassig, dann wurde ein Behelfsraum ausgebaut und die Schule zweiklassig geführt. Die Schulräume waren dunkel und klein, die Gänge eng und zugig, ebenso ließ das Treppenhaus viele Wünsche offen. Es war daher kein Wunder, daß der Plan, eine neue Schule zu bauen, bereite vor vierzig Jahren gefaßt wurde. Finanzschwäche, Krieg und Nachkriegszeit waren jedoch schuld daran, daß der Schulbauplan erst 1957 wieder aufgegriffen und seine Realisierung vorangetrieben werden konnte.
Der erste Spatenstich zu der neuen Schule, die durch eine eigenwillige Architektonik auffällt, erfolgte im Juli 1958. Zur Einweihung des neuen Gebäudes im Jahre 1969 war Weihbischof Hiltl gekommen, der in der großen Pausenhalle eine Messe zelebrierte und anschließend das Haus segnete.
Mit Recht waren die Steinburger stolz auf ihr neues Schulgebäude, das zu Beginn der sechziger Jahre als eines der schönsten in ganz Niederbayern galt. In dem Glauben, daß im schulischen Bereich für dieses Jahrhundert ausgesorgt sei, waren der Gemeinde die 105 000.- DM Eigenleistung nicht zuviel. Das Land gab 20 000.-DM und ein Darlehen von 90 000.- DM. Die Schulreform aber verdarb den Steinburgern die Freude an der neuen Schule gründlich. Seit Dezember vergangenen Jahres steht das Gebäude nämlich — wenn man davon absieht, daß auch die Gemeindeverwaltung darin untergebracht ist — leer. Steinburg wurde dem Schulverband Hunderdorf zugegliedert, dem auch die Gemeinden Windberg, Neukirchen, Oberrnühlbach und Gaishausen angehören. Die Steinburgen Kinder müssen den Unterricht im Schulzentrum Hunderdorf besuchen.
Straßenbauten vornehmlich im Ortsbereich
Auf Grund der relativ kleinen Gemeindefläche ist das gemeindliche Straßennetz mit fünfeinhalb Kilometern nicht lang. Trotzdem wurde — speziell in den beiden letzten Jahren — der Straßenbau in Steinburg groß geschrieben. Ortsstraßen bzw. Erschließungswege in den Neubaugebieten hatten hierbei den Vorrang. Im einzelnen handelt es sich um folgende Maßnahmen, Ausbau der Hunderdorfer Straße, der Schafberger Straße, der Bräukeller-Straße, des Dorfweges in Au, des Starzenberger Weges, der Oedstraße, des Unterwachsenberger Weges, der Schloßstraße und des Hunderdorfer Feldweges.
Kanalisiert ist in den Gemeindeteilen Steinburg, Au, Wegern und Schafberg. Ebenso sind diese Ortschaften großenteils bereits mit Bürgersteigen versehen. Daß die Gemeinde Steinburg auch über eine moderne Straßenbeleuchtung verfügt, braucht sicher nur noch am Rande vermerkt zu werden. Eng mit dem Aufstieg der Gemeinde Steinburg ist der Name Alfons Berger, des ersten Bürgermeisters, verbunden, der das verantwortungsvolle Amt 1956 von Bürgermeister Stumhofer übernahm und nun mit großer Mehrheit zum vierten Male in seinem Amt bestätigt wurde. Aller Voraussicht nach aber wird es auch der letzte Bürgermeister Steinburgs sein. Zu deutlich fallen die langen Schatten der Reform bereits auf die Gemeinde.
Wertvolles Glied des Wirtschaftsraumes Bogenbachtal
Die Illusion, selbständig bleiben zu können, haben die Steinburger längst begraben. Trotz-dem aber ist die Neigung, daraus vorzeitig die Konsequenzen zu ziehen, nicht allzu groß. Dazu waren die Aufbauleistungen der letzten zwanzig Jahre wohl zu rasant, die Gemeindeehe mit Au zu gut, der Gemeinschaftsgeist zu ausgeprägt. Ein sich daraus zwangsläufig entwickelnder Bürgerstolz und ein gesundes Selbstbewußtsein tun ein übriges, dem sich am Horizont abzeichnenden Zusammenschluß mit Hunderdorf noch einige Zeit aus dem Wege zu gehen.
Aber selbst wenn Steinburg in einer Großgemeinde aufgegangen sein wird — die neben Hunderdorf, das der Favorit im Bogenbachtal ist, auch andere Varianten zuläßt —. ist kein Absinken zur Bedeutungslosigkeit zu befürchten Die Gemeinden des Tales sind untereinander so verbunden durch die Industriebetriebe, daß der Sitz der Verwaltung eigentlich nur eine Formsache sein wird. Der Platz, den sich Steinburg durch die elanvolle Aufbauarbeit der Vergangenheit im Wirtschaftsraum nördlich von Bogen errungen hat, wird auch nach Abschluß der Zusammenlegungen sein Gewicht behalten. Steinburg hat seinen Anteil dazu geleistet, dieses Gebiet für seine Bürger lebenswert zu machen und wird demnach auch im Verband einer Großgemeinde seinen Platz als wertvolles Glied einnehmen.
Quelle: Bogener Zeitung, 07.08.1972


Der Sieger ist Johann Landstorfer
Damit Teilnahme am Bezirksentscheid im Leistungspflügen gesichert

Mitterfels. Zehn Teilnehmer sah man beim Kreisentscheid der Landjugend des bisherigen Landkreises Bogen im Leistungspflügen auf dem Feld des Landwirts Buchner von Anning. Mit ihren Leistungen konnte man zufrieden sein, so meinte der Leiter der Veranstaltung, Inspektor Weber vom Landwirtschaftsamt Straubing.


Alle Teilnehmer am Leistungspflügen, vorne in der Mitte Landstorfer Johann, der Kreissieger.

Landwirtschaftsrat Nickl und Inspektor Saller sowie die beiden Techniker Mühlbauer und Urban und Studienrat Schmalzl gehörten zu den Preisrichtern, die den Prüflingen nicht auf die Finger, sondern „auf die Pflugschar“ schauten. Nachdem am Vormittag schon im Gasthof Wurm in Bärndorf eine Lehrlingsschulung speziell für das Pflügen abgehalten worden war, fand auch die Siegerehrung dort statt.
Landwirtschaftsrat Nicki eröffnete die Siegerehrung. Man habe ein spannendes Rennen gesehen, so wie schon bei den vielen anderen Wettbewerben, die dieser Lehrlingsjahrgang mitgemacht habe. Das Leistungspflügen sei der letzte Wettbewerb in den Grenzen des bisherigen Landkreises Bogen gewesen. Nicki dankte allen Mitwirkenden, die den reibungslosen Ablauf sichern halfen. Inspektor Weber gab die Pflugkritik: Jeder Teilnehmer sei bemüht gewesen, seine Flucht sauber festzustellen. Die Spaltfurche sei allerdings bei den meisten fast etwas zu tief geraten. Der Zusammenschlag konnte mit einigen Ausnahmen als gut bezeichnet werden. Bei der Tiefenhaltung sei keiner ohne Strafpunkte geblieben, in Zukunft müsse man es mit dem Messen genauer nehmen. Die Furchenwendung und die Furchenräumung sei ohne Sech sehr schwierig. Am besten sei ein Scheibensech mit Vorschäler. Furchendämme und fester Furchenanschluß seien bei den meisten Teilnehmern gewährleistet gewesen. Die Unterbringung des Bewuchses habe Schwierigkeiten bereitet, weil es sich um langes Stroh gehandelt habe, trotzdem könne man in diesem Punkt zufrieden sein. Beim Auseinanderschlag zeige sich, wer etwas könne. Auch das Einsetzen und Ausheben der Pflüge habe im allgemeinen gut geklappt. Das richtige Ein- und Ausfahren allerdings sei besonders bei den jüngeren Teilnehmern nicht beachtet worden. Der allgemeine Eindruck sei aber zufriedenstellend, und man könne allen Teilnehmern gratulieren. Allerdings dürfe keiner auf dem jetzigen Stand stehen-bleiben, sondern müsse durch stetes Üben immer perfekter werden. Eine gute Pflugtechnik sei nämlich auch heute immer noch unerläßlich.
Landwirtschaftsrat Nickl nahm dann die Siegerehrung und die Urkundenverteilung vor. Es gab für die Erstplazierten auch kleine Preise. Die besten fünf Teilnehmer waren bei 200 möglichen Punkten: 1. Landstorfer Johann, Freundorf, 184 Punkte, 2. Sagstetter Franz, Niedermenach, 169 Punkte. 3. Hafner Johann, Bärndorf, 162 Punkte, 4. Straßmeier Franz, Eisen-hart, 158 Punkte, 5. Kerscher Anton, Euersdorf, 150 Punkte. Johann Landstorfer nimmt am Bezirksentscheid teil.
Quelle: Bogener Zeitung, 08.08.1972


Am Samstag Sirenenprobe
Steinburg.
Am Samstag, 12. 8. 72, findet um 18 Uhr eine Sirenenprobe statt. Die Bevölkerung und die Feuerwehrmänner werden darauf hingewiesen, daß es sich bei diesem Vollalarm um die jährliche Überprüfung handelt.
Quelle: Bogener Zeitung, 11.08.1972


Steinburg. Freiwillige Feuerwehr, Heimat- und Fremdenverkehrsverein und BRK: Montag, 14. 8. 1972, 19.30 Uhr. Kameradschaftsabend mit Feierstunde zum 60. Geburtstag von BM und Vorstand Alfons Berger im Bergersaal.
Quelle: Bogener Zeitung, 11.08.1972


Alfons Berger wird heute 60
Steinburg.
Bürgermeister Alfons Berger feiert am heutigen Montag seinen 60. Geburtstag. Dies ist für die ganze Gemeinde Steinburg Anlaß genug, den dienstvollen Bürgermeister und beliebten Gemeindebürger und „Bräu“ gebührend zu feiern. Es wird ein echtes Gemeindefest werden, zu dem die Bevölkerung um 19.30 Uhr in den Berger-Saal eingeladen ist. Das Ständchen einer bekannten Musikkapelle wird den Festakt eröffnen. Die Feuerwehren von Au und Steinburg, alle Vereine und Gemeindebürger sind dazu eingeladen. Unser Bild zeigt den Jubilar (rechts im Bild).
Quelle: Bogener Zeitung, 14.08.1972


Sitzung des Gemeinderates
Hunderdorf.
Am kommenden Freitag findet um 19 Uhr im Gemeindeamt Hunderdorf eine Sitzung des Gemeinderates statt Die Tagesordnung sieht vor: 1. Halbjahresrechnung 1972; 2. Errichtung von Blinklichtanlagen an den Bahnübergängen; 3. Einteilung des Staatsgebietes in Planungsregionen; 4. Verschiedenes.
Quelle: Bogener Zeitung, 14.08.1972


Wasser für Ortsteil von Gaishausen
Versorgung durch die Gemeinde Steinburg – Aus den Gemeinderatssitzungen
Steinburg. In den letzten Gemeinderatssitzungen befaßte sieh BM Berger und sein Gemeinderat mit einer Reihe von Problemen, Anträgen und der neuen Gemeindeordnung. Der wichtigste

Tagesordnungspunkte wurden in den beiden letzten Sitzungen des Gemeinderats von Steinburg behandelt. Unser Bild zeigt die Gemeinderäte (von links) Johann Hornberger, Josef Pielmeier, Josef Retzer, Anton Häusler, 1. Bürgermeister Alfons Berger, 2. Bürgermeister Johann Feldmeier sowie die Gemeinderäte Max Schötz und Sepp Hacker.

Beschluß lautet: die Gemeinde Steinburg versorgt einen Ortsteil der Gemeinde Gaishausen mit Wasser. Die Gemeinde Gaishausen übernimmt die Kosten für den Bau der Wasserleitung vom Anwesen Naimer, Steinburg 13, nach Gaishausen und übergibt der Gemeinde Steinburg das fertiggestellte Wassernetz. Dafür erhält die Gemeinde Gaishausen einen Zuschuß von 8000,-, Steinburg ab sofort die bisherigen acht Anschlußgebühren sowie alle weiteren Anschließer. Für den weiteren Leitungsbau sind die jeweiligen Anschließer verantwortlich.
Der zweite wichtige Beschluß zeigt eine gute nachbarliche Zusammenarbeit mit der Gemeinde Hunderdorf. So haben Verhandlungen mit BM Härtenberger, Hunderdorf, ergeben, daß die Möglichkeit für die Gemeinde Steinburg besteht, auf den Platz der Gemeinde Hunderdorf Müll zu fahren. Wegen einer Müllabfuhr durch die Fa. Hornberger, Hunderdorf, stehen noch Verhandlungen bevor.
Drittens soll zur Erschließung des Baugebiets „Wegern II“ ein Erschließungsdarlehen aufgenommen werden. Schließlich fand die von Kassier Feldmeier vorgetragene Halbjahreskassen-bericht einstimmige Zustimmung.
In der zweiten Sitzung befaßte man sich mit Problemen des Fremdenverkehrs unter dem Motto „Unser Dorf soll schöner werden.“ Als selbstverständlich stimmte man der stundenweisen Beschäftigung eines Gemeindearbeiters zu, weiteren Problemen wie der Werbung, der Dynamisierung des jährlichen Zuschusses, der Teilnahme am Wettbewerb auf Kreisebene „Unser Dorf soll schöner werden“ steht man sehr aufgeschlossen gegenüber.
Schließlich wurde die neue Gemeindeordnung satzungsgemäß angenommen. Mit einzelnen Anträgen aus der Bürgerschaft will man sich bei gegebenen Voraussetzungen und entsprechenden finanziellen Mitteln im Gemeinderat wieder beschäftigen.
Vom 1. Oktober bis 1. April werden die Sitzungen bereits um 19 Uhr stattfinden.
Quelle: Bogener Zeitung, 17.08.1972


MIT EINER GROSSEN GRATULATIONSCOUR im Berger-Saal in Steinburg wurde — wie gestern berichtet — der 60. Geburtstag von Alfons Berger begangen. Zahlreiche Ehrengäste waren erschienen, um dem über die Landkreisgrenzen hinaus bekannten Bürgermeister, humorvollen Bräu und beliebten Bürger Steinburgs alles Gute zu wünschen. Unsere Bilder zeigen einen Teil der Ehrengäste, von links: Alfons Schäffer, Jubilar Alfons Berger, Frau Berger, MdB Alois Rainer, Kämmerer Eidenschink und Oberinspektor Brandl. — Auch Unterhaltungseinlagen waren in dem Festprogramm im Berger-Saal enthalten (Bild rechts).
Quelle: Bogener Zeitung, 18.08.1972


Franziska Altschäffl 82 Jahre alt
Großlintach.
Ihr 82. Lebensjahr vollendete gestern die Austragslandwirtswitwe Franziska Altschäffl in Großlintach, Gemeinde Oberaltaich. Am 17. August 1890 ist sie in Denkzell, Gde. Konzell, geboren, wuchs in einer kleinen Landwirtschaft im Kreise von fünf Geschwistern auf und verehelichte sich im Februar 1918 mit dem Landwirt und Zimmerer Johann Altschäffl. Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor, ein Sohn, Karl, fiel im Ersten Weltkrieg. Nach‘ einem langen und arbeitsreichen Leben ist es der Altschäffl-Mutter heute vergönnt, auszurasten und sich ihren Enkeln und Urenkeln zu widmen. Gerne hilft sie auch noch im Haushalt und im Betrieb ihres Sohnes Josef mit und besucht gerne die Kirche in Oberaltaich.
Quelle: Bogener Zeitung, 18.08.1972


Standesamts-Meldungen für Juli
Bogen.
Im Juli wurden im Standesamt Bogen 21 Geburten, acht Eheschließungen und sieben Todesfälle registriert.
Geburten: … Thomas Josef Wurm, Windberg, Ortsteil Meidendorf; Lothar Klein, Hunderdorf, Ortsteil Thananger 24 …
Gestorben sind: Maria Gerhard, Arbeiterin, zuletzt Rentnerin, Gaishausen, Ortsteil Hoch, 68 Jahre …
Quelle: Bogener Zeitung, 19.08.1972


Statt Karten
Allen, die mir anläßlich meines 60. Geburtstages ihre
Glückwünsche und Geschenke entgegenbrachten, möch-
te ich auf diesem Wege recht herzlich danken.
Steinburg, den 22. August 1972
Alfons Berger
Quelle: Bogener Zeitung, 22.08.1972


Auf die Moskaufahrt gut vorbereitet
Vierzig Jugendliche aus der Diözese Regensburg in Windberg versammelt
Windberg
(Landkreis Straubing – Bogen). Annähernd 40 Jugendliche aus der Diözese Regensburg bereiteten sich im Jugendhaus Windberg auf ihre Moskaufahrt im September vor. Um diese vom Bischöflichen Jugendamt Regensburg und Bund der Deutschen Katholischen Jugend durchgeführte Fahrt nicht nur auf bloßen Tourismus zu beschränken, bemühten sich die Jugendlichen, ein deutlicheres Bild von ihrem Gastgeber UdSSR zu gewinnen.
Bernhard G. Suttner vom Politischen Arbeitskreis des BDKJ informierte über den Dialog zwischen Christen und Marxisten, der jedoch bislang nicht die gewünschten Erfolge zeitigt. In Arbeitskreisen beschäftigten sich die Jugendlichen mit diesem Problem ebenso wie mit den deutsch-sowjetischen Beziehungen, unter besonderer Berücksichtigung der jüngsten Entwicklung. In einer Fragebogenaktion wurde die Einstellung den Russen gegenüber und allgemeines geschichtlich-politisches Wissen „getestet“. Auffallend war hier die positive Bewertung des russischen Volks, das mit den Prädikaten „fleißig“, „hilfsbereit“ und „gastfreundlich“ apostrophiert wurde. Allgemein wurde ein besseres Verhältnis zur Sowjetunion gewünscht, wobei allerdings von der UdSSR mehr Entgegenkommen und Bereitschaft zu fordern wäre.
Um den Teilnehmern auch optisch einen ersten Eindruck von Moskau zu vermitteln, wurden Lichtbilder über die Hauptstadt der UdSSR gezeigt, die großen Anklang fanden. Allgemeine und technische Informationen über die bevorstehende Fahrt schlossen die Wochenendtagung ab. Man kann mit Recht behaupten, daß den Teilnehmern am Moskauflug wertvolle Informationen über allgemeine politische Spannungsfelder, Ideologie, Situation der Kirche sowie Land und Leute gegeben wurden. Sie werden ihre Fahrt gut vorbereitet antreten.
Quelle: Bogener Zeitung, 23.08.1972


Hunderdorf. Bayerwaldverein: Sonntag, 27. August, 12.30 Uhr, Treffen zu einer Wanderung.
Quelle: Bogener Zeitung, 24.08.1972


Die ersten Rastbänke aufgestellt
Aufruf „Unser Dorf soll schöner werden“ zeigte erste Erfolge
Hunderdorf.
„Unser Dorf soll schöner werden!“ Diesen Appell richtete heuer Bürgermeister Karl Härtenberger an die Einwohner von Hunderdorf. Jeder einzelne wurde gebeten, im Rahmen des Möglichen dazu beizutragen, dem Heimatort ein schöneres Gesicht zu geben. In dieser Hinsicht hat der Bayerwaldverein Hunderdorf seinen ersten Schritt unternommen. Er möchte dadurch einem Punkt seiner Satzung gerecht werden, der die Liebe zur Heimat deutlich hervorhebt. Gleichzeitig verbindet er die Ortsverschönerung mit einem nützlichen Zweck. So wurde vor kurzem geplant, in Hunderdorf und in der näheren Umgebung Rastbänke aufzustellen. Die ersten Exemplare wurden bereits neben dem Kindergarten errichtet.
Lobend muß an dieser Stelle die selbstlose Arbeit des Vorstandes und der Familie Scheibenthaler hervorgehoben werden. Für die kostenlose Bereitstellung des Bauholzes gilt dem Bürgermeister der Dank. Ebenfalls bedankt sich der Verein bei Josef Poiger für die freiwilligen Transporte.
Weitere solcher Rastgelegenheiten befinden sich bereits in der Anfertigung. Ortsverschönerungen anderer Art stehen noch in Planung. Schwierigkeiten werden sich wahrscheinlich in finanzieller Hinsicht ergeben. Erstrebenswert wäre z. B. ein Dorfplatz mit Brunnen, Gartenanlage usw., der in Hunderdorf noch fehlt. Mit dieser Aufgabe könnte sich auch der Gemeinderat befassen.
Der Bayerwaldverein richtet an die Benutzer der Bänke die Bitte, sie schonend zu behandeln, Kinder entsprechend zu belehren und sie vor Beschädigung dieser Gegenstände abzuhalten. Für Vorschläge oder gar Unterstützungen von seiten der Bevölkerung würde sich der Verein sehr freuen.
Gut in sein Amt als Vorstand hat sich Johann Glas eingeführt, der sich viel Mühe und Arbeit macht und bestrebt ist, den Verein mit Umsicht und nach besten Kräften zu führen, obwohl Außenstehende glauben und demnach Äußerungen von sich geben, er wäre als „Auswärtiger“ nicht der Richtige.
Quelle: Bogener Zeitung, 24.08.1972


Windberg. FFW: Sonntag, 8 Uhr, Teilnahme am 50. Gründungsfest der FFW in Neurandsberg. Abfahrt mit PKW im Vereinslokal Wagner.
Quelle: Bogener Zeitung, 25.08.1972


Steinburg. Freiwillige Feuerwehr: Sonntag, 27. 8. 72, 8 Uhr, Abfahrt Berger-Bräu zur Fahnenweihe nach Neurandsberg.
Quelle: Bogener Zeitung, 25.08.1972


Heute Training der Senioren
Hunderdorf.
Am heutigen Freitag ist wieder um 18.30 Uhr das Training der Senioren auf dem Sportplatz. In der anschließenden Spielerversammlung wird der Film von Leutershausen und der Fahnenweihe in Hunderdorf gezeigt. – Am Samstag und Sonntag nehmen die Alten Herren am Pokalturnier in Oberalteich teil. – Die 1. Mannschaft spielt beim Pokalturnier in Degernbach am Sonntag. – Der SV Hunderdorf will mit seinen Mitgliedern das deutsche Sportabzeichen erringen. Anmeldungen werden am heutigen Freitag in der Spielerversammlung entgegengenommen.
Quelle: Bogener Zeitung, 25.08.1972


30 Bauparzellen stehen zum Verkauf
Es gibt wieder Bauland – Zweiter Bebauungsplan für das Gebiet der Bahnhofsiedlung

Hunderdorf. Eine rege Nachfrage nach Baugrundstücken spornte den Gemeinderat an, einen Bebauungsplan zur zweiten Bahnhofsiedlung-Erweiterung aufzustellen. Der Plan wurde vorn Architekturbüro Kritschel, Landshut gefertigt und vom Landratsamt Straubing-Bogen mit Schreiben vom 7. August 1972 genehmigt.
Das neue Baugebiet ist als allgemeines Wohngebiet bereits im


Ein Blick auf die ausgewiesenen Bauparzellen, von denen die schraffierten bereits verkauft sind

Flächennutzungsplan der Gemeinde ausgewiesen. Es erstreckt sich südöstlich des Ortskernes von Hunderdorf und westlich der Bahnlinie Straubing-Miltach. Im Norden grenzt das Planungsgebiet an die bestehende Bahnhofsiedlung-Erweiterung unmittelbar an. Der Bebauungsplan sichert innerhalb seines Geltungsbereiches eine geordnete bauliche Entwicklung sowie eine wirtschaftliche und sinnvolle Erschließung der Baugrundstücke. Er bildet weiterhin die Grundlage für die erforderliche Erschließungskostenbeitragsatzung und stellt die öffentlichen Verkehrsflächen sicher. Nach den Festsetzungen des Planes ist eine Bebauung E 1 zulässig. Als Dachform muß ein Satteldach gewählt werden.
Die Erschließung im neuen Bebauungsbereich ist gesichert. Für die Abwasserbeseitigung liegt ein Kanalisationsprojekt vor. Die Abwasserbeseitigungsanlagen sind zum Teil schon erstellt. Im Frühjahr 1973 wird der Ausbau der Kanalisation zu den einzelnen Bauparzellen in Angriff genommen. Die Erschließungsstraße wird ebenfalls im 1. Halbjahr 1973 ausgebaut, so daß eine ausgebaute Zufahrt die einzelnen Grundstücke erschließt. Die Wasserversorgung erfolgt durch Anschluß an die Anlage des Zweckverbandes Bogenbachtalgruppe.
Das Baugelände wurde von der Gemeinde erworben und in Parzellen aufgeteilt. Die Bauplätze werden bereits an Bauwillige weiterverkauft. Die gesamte Fläche des Bebauungsgebietes beträgt 30 300 qm. Die Erschließungsstraße und die Freihaltezone an der Bahnlinie beanspruchen 5 614 qm, so daß noch 24 686 qm zur Veräußerung bereitstehen.
Die Grundstücke sind in der Größe vom 600 qm bis 1200 qm erhältlich. Der Preis pro qm trägt 16,50 DM. In diesem Betrag sind enthalten die Straßenerschließung, Straßenbeleuchtung und die Kosten der Vermarkung. Von den nun ausgewiesenen 30 Bauparzellen sind seit der Genehmigung des Bebauungsplanes bereits zehn Baugrundstücke verkauft worden. Diese Tatsache spricht dafür, daß Hunderdorf ein bevorzugtes Baugebiet darstellt und die Aufwärtsentwicklung weiter anhält. Hierzu ist bestimmt von Bedeutung, daß Hunderdorf im Bayernprogramm I als Kleinzentrum vorgesehen ist, eine vollgegliederte Hauptschule hat und gute Einkaufsmöglichkeiten bietet.
Quelle: Bogener Zeitung, 31.08.1972


Auszahlung der Pflegegelder
Windberg.
Die Auszahlung der Sozialhilfe, Pflegegelder und Pflegekindergelder findet am kommenden Dienstag zwischen 14 und 15 Uhr in der Kanzlei statt.
Quelle: Bogener Zeitung, 31.08.1972

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