1968# 07-08

2200 Meter kosteten 505 000 Mark
Gemeindeverbindungsstraße Gaishausen – Hunderdorf wurde eingeweiht – H. Pfr. Ruß: „Schöpfungsauftrag Gottes geht weiter“ – Landrat Hafner: „Die Menschen auf friedlichem Wege zueinander führen und ihnen das Leben erleichtern“
Gaishausen. Daß auch kleine Gemeinden große Leistungen vollbringen können, zeigt sich wieder einmal in Gaishausen, wo eine Gemeinde-Verbindungsstraße mit 505 000 DM offiziell ihrer Bestimmung übergeben werden konnte.
Eine große Anzahl von Ehrengästen nahm an Einweihung teil. Frau Oberlehrerin Kohlbeck sang mit ihrem Schülerchor mehrstimmige Lieder. Mit Prologen wußten auch die Kleinen ihren Dank für die schöne Schul- und Kirchenstraße zum Ausdruck zu bringen.
Bürgermeister Albert Gall verlieh seiner großen Freude über das gelungene Werk Ausdruck. Allen, die in irgendeiner Form zum guten Gelingen der neuen Straße beigetragen haben, sagte er namens der ganzen Gemeinde „Vergelt’s Gott!“.

Pfr. Ruß nimmt die kirchliche Weihe vor. Links im Bild Landrat Hafner, der die Straße offiziell freigab

Die kirchliche Weihe nahm H. Pfarrer Ruß. unter Assistenz seines Kooperators P. Johannes vor. Pfarrer Ruß betonte, daß sich der Schöpfungsauftrag Gottes auch in diesem Werk fort-setze. Die Menschen von heute hätten es verstanden, sich mit moderner Technik die Erde untertan zu machen. Diese Straße, für die auch die Kirche dankbar sei, sei nicht nur ein schönes Geschenk. Sie verlange auch, daß auf ihr Gesetz und Ordnung herrschen, daß wir Rücksicht und Liebe untereinander üben. Nach den gemeinsamen Fürbittgebeten rief Pfarrer Ruß Gottes Segen auf die neue Straße und alle Benutzer herab.
Landrat Hafner sah man seine Freude darüber an, daß wiederum eine Gemeindeverbindungsstraße ihrer Bestimmung übergeben werden konnte. Eine moderne Straße dürfte aber nicht dazu dienen, den Menschen das Leben zu nehmen, sondern sie näher zusammenzuführen und ihnen das Leben in jeder Weise zu erleichtern. Nachdem er das weiße Band entzweigeschnitten hatte, fuhr eine lange Autokolonne bis zur Gemeindegrenze Gaishausen – Hunderdorf, wobei man sich von der gelungenen Linienführung und der guten Arbeit der beteiligten Baufirmen überzeugen konnte.
Im großen Saal der Gastwirtschaft Solcher in Ehren fand die Feier ihre Fortsetzung. Bürger-meister Gall durfte hierzu begrüßen: H. Pfarrer Ruß, Kooperator P. Johannes, Landrat Xaver Hafner, Oberregierungsrat Pösl, Sparkassendirektor Lampelzammer, die Herren Kreisräte, Kreisbauamtmann Kraus, Tiefbauingenieur Inglfinger, O.-Insp. Sigl, Insp. Reichhardt, Kreishauptsekretär Brandl und Frau Kronschnabl von der Zentralen Buchungsstelle, Bundesbahnrat Dipl.-Ing. Walther, Plattling, die Herren Bürgermeister Uekermann (Mitterfels), Härtenber-ger (Hunderdorf), Berger (Steinburg) mit ihren Gemeinderäten, dem Gemeinderat Gaishausen, Rektor Hösl, Schulleiter Müller, Frau Oberlehrerin Kohlbeck mit ihrem Schülerchor, H. Ing. Irrgang, die Vertreter der Baufirmen, Straßen- und Teerbau“ sowie Rothammer, H. Venus, Schwarzach, und nicht zuletzt die Anlieger, die bereitwillig die erforderlichen Grundstücke abgetreten hatten.

Frau Oberlerherin Kohlbeck brachte mit ihrem Schülerchor mehrstimmige Lieder zu Gehör.

Seinem Bericht gab er die Überschrift „Was lange währt, wird endlich gut“. Die Notwendigkeit einer festen Straße von Ehren durch das Gemeindegebiet Gaishausen nach Hunderdorf war schon lange gegeben und wurde immer drängender. Der alte Gemeindeweg entsprach in keiner Weise mehr den Erfordernissen des neuzeitlichen Straßenverkehrs. Bei schlechtem Wetter konnte der alte Weg mit Motorfahrzeugen und Landmaschinen nicht mehr befahren werden. So ließ der Gemeinderat Gaishausen im Jahre 1958 ein Projekt erstellen, das aber da mals wegen der drohenden Verschuldung der Gemeinde wieder zurückgestellt werden mußte. Im Jahre 1964 ging man jedoch wieder ans Werk. Nach Erledigung der notwendigen schwierigen und zeitraubenden Vorarbeiten konnte endlich am 31. Mai 1966 mit dem ersten Bauabschnitt begonnen werden. Der zweite Bauabschnitt konnte erst in Angriff genommen werden, als die Gemeinde zur Zwischenfinanzierung ein Darlehen von 85 000 DM von der Kreissparkasse Bogen bewilligt bekam. Mit den Arbeiten zum zweiten Bauabschnitt wurde am 30. August 1967 begonnen. Der neue Straßenzug schließt das Gemeindegebiet Gaishausen von der Bahnstation Steinburg ab über den Ortsteil Gaishausen, Ebenthann, Thannanger und Hunderdorf an das Straßennetz Mitterfels – Steinburg – Hunderdorf – Bogen an. Auch für die Schulkinder bedeute die neue Straße eine große Erleichterung, denn mit Beginn des neuen Schuljahres soll ein Schulbus zur Verbandsschule Hunderdorf – Steinburg eingesetzt werden. Die neue Straße wäre allerdings unvollständig geblieben, sagte der Bürgermeister, wenn nicht auch die Nachbargemeinde Hunderdorf sich in dankenswerter Weise bereitgefunden hätte, das Anschlußstück von Thannanger nach Hunderdorf auszubauen. Der Sprecher dankte besonders Architekt Irrgang, Straubing, für die Planungsarbeiten, den Baufirmen „Straßen- und Teerbau“ und Rothammer für die mustergültige Bauausführung, der Fa. Venus, Schwarzach, Landrat Hafner und MdB Rainer für die finanziellen Hilfen, der Kreisbauverwaltung Bogen für die stete Beratung und Oberaufsicht, der Kreissparkasse Bogen für die Zwischenfinanzierung und nicht zuletzt Gemeindesekretär Mehl, der eine ungeheure Arbeitslast zu bewältigen hatte. Dank zollte Gall auch seinem Gemeinderat, der der Sache auch dann noch aufgeschlossen gegenüberstand, als es galt, große Opfer von den Gemeindebürgern zu fordern.
Landrat Hafner bewundert den Mut und die Ausdauer des Bürgermeisters und seines Gemeinderates, die nichts unversucht gelassen hätten, des Werk in Angriff zu nehmen und glücklich zu vollenden. Gute Straßen dienen nicht nur der Verbindung zur Nachbargemeinde und zur übrigen Umwelt, sondern in besonderem Maße der landwirtschaftlichen Erschließung, der Rationalisierung und Motorisierung, der Wettbewerbsfähigkeit der marktfernen Gebiete und schließlich dem Anschluß an den Wirtschaftswegebau. Gute Straßen dienen darüber hinaus der industriellen Erschließung, der Wohnerschließung und Hebung des Wegekornforts und nicht zuletzt. der Förderung des Fremdenverkehrs. Die Bedeutung des Gemeindeverbindungsstraßenbaues gehe auch daraus hervor, daß bis zum Jahresende 1967 insgesamt mit fast 58 Mill. DM Straßenbaumaßnahmen durchgeführt wurden. In dieser Gesamtsumme seien allein rund 22 Millionen DM Ausbaukosten für Gemeinde-Verbindungsstraßen mit einer Ausbaulänge von 110 km enthalten. Um das gesteckte Ziel zu erreichen, sei der Ausbau von weiteren 112 km Gemeinde-Verbindungsstraßen mit einem Kostenaufwand von etwa 25 Mill. DM und der Ausbau der übrigen 458 km Gemeindestraßen mit etwa 50 Mill. erforderlich. Landrat Hafner freute sich, daß er, zu der Baumaßnahme der Gemeinde Gaishausen 300 000 DM Zuschüsse gab. Die Eigenmittel (115 000 DM) seien für die kleine Gemeinde trotzdem beträchtlich.
Bürgermeister Karl Härtenberger, Hunderdorf, betrachtete die Einladung seines Gemeinderates als eine freundliche Geste und wertete dies als ein Zeichen gutnachbarschaftlicher Zusammenarbeit.
Quelle: Bogener Zeitung, 01.07.1968


Ausbildungsstand der FFW erhöht
Hunderdorf.
 Unermüdlich arbeiten Vorstandschaft, Kornmandant und die Männer der FFW Hunderdorf, um ihre Ausbildung zu vervollkommnen. Im Zusammenhang damit werden von den einzelnen Gruppen auch die Wettbewerbe für das Feuerwehrleistungsabzeichen durchgeführt. So konnten unter der Leitung von 2. Kommandanten Josef Poiger die Feuerwehrmänner Baier Josef, Hainz Anton, Hornberger Paul, Klumbies Gerd und Schubbauer Josef innerhalb der Gruppe das Leistungsabzeichen in Bronze erwerben. Kommandant Anleitner machte mit seiner „Silbermannschaft“, den die Feuerwehrmänner Beck Alois, Poiger Josef, Hartmannsgruber Ferdinand, Gütlhuber Willi, Höpfl Rudolf, Miedanner Jakob, Hagn Xaver und Drexler Josef angehören, bereits die Zwischenprüfung zum Leistungsabzeichen in Gold. Sollte die Gruppe auch im nächsten Jahr erfolgreich sein, so kann sie das goldene Leistungsabzeichen erhalten. Wir gratulieren zu diesen Leistungen.
Quelle: Bogener Zeitung, 02.07.1968


Freundschaftsballone wurden gestartet
Hunderdorf.
Wieder trafen sich in diesen Tagen auf dem Kreuzberg bei Windberg die Schulen Hunderdorf, Perasdorf, Neukirchen, Steinburg und Windberg, um ihren Ballonwettflug zu starten. Diese Veranstaltung, die in jedem Jahr vom Jugendrotkreuz durchgeführt wird, soll zur Völkerfreundschaft aufrufen. An den Ballonen hängen Grußadressen der Schüler, in denen zur Freundschaft unter den Völkern aufgerufen wird. Zugleich wird der Finder einer solchen Adresse um Rücksendung der Karte gebeten. Dadurch kann der Schüler, der den Ballon startete, an einer Preisverteilung durch das Rote Kreuz teil.-nehmen. Schon in den Vorjahren wurden nach Hunderdorf schone Preise vergeben. Es ist an.-zunehmen. daß auch heuer von den ca. 1200 Ballonen, die durch die teilnehmenden Schulen aufgelassen wurden, wieder viele Karten zu den Absendern zurückfinden.
Quelle: Bogener Zeitung, 02.07.1968


Wallfahrtstag in Heilig Kreuz
Windberg.
Am Sonntag ist in Heilig Kreuz anläßlich des Festes des Kostbaren Blutes ein Wallfahrtssonntag. Vormittags um 10 Uhr Festgottesdienst, vorher in der Marienkapelle Beichtgelegenheit. Am Nachmittag ist um 2 Uhr feierliche Andacht, zu der ebenfalls viele Pilger erwartet werden.
Quelle: Bogener Zeitung, 02.07.1968


Auszahlungen
Windberg.
Sozialhilfe, Pflegegeld, Pflegekindergeld und Auszahlungsbeihilfe werden heute zwischen 14 und 15 Uhr in der Gemeindekanzlei ausbezahlt.
Quelle: Bogener Zeitung, 02.07.1968


Gute Ergebnisse beim Schulsportfest
Wolfgang Zimmer und Reinhard Hüller errangen eine Ehrenurkunde
Hunderdorf.
Die Durchführung der Bundesjugendspiele an der Volksschule brachten heuer wieder gute Ergebnisse. Auffallend war vor allem, daß heuer fast jeder dritte Bub eine Siegerurkunde erhielt, dagegen nur etwa jedes fünfte Mädchen. In den vorhergehenden Jahren war gerade ein umgekehrtes Verhältnis zu beobachten. Die zwei großen Urkunden, als Ehrenurkunden vom Bundespräsidenten gestiftet, erhielten Wolfgang Zimmer von der 8. Klasse mit 60,5 Punkten und Reinhard Hüller von der 7. Klasse mit 56,5 Punkten. Beste der Mädchen war auch heuer wieder Brigitte Krauskopf mit 52 Punkten. Im übrigen gab es folgende Ergebnisse:
10jährige Knaben: Manfred Hirtreiter (49), Heinz Deinat (45,5), Josef Hainz (43,5). 11jährige Knaben: Alfons Bugl (49,5), Walter Reichersdorfer (45), Armin Stadler (43,5), Josef Zoller und Alois Höcherl (43), Reinhold Krieg und Walter Liebl (41,5), Josef Liebl, Klaus Henke und Johannes Schlappe (40). 12jährige Knaben: Alfons Erber (46,5), Herbert Exner und Helmut Stadler (42), Albert Grill (41,5), Klaus Klar (40). 13jährige Knaben: Reinhard Hüller (58,5), Anton Hastreiter und Josef Meier (49,5), Johann Riepl (44), Johannes Hornberger (43,5), Erwin Schlecht (41), Helmut Heinz (40,5). 14-jährige Knaben: Wolfgang Zimmer (60,5), Manfred Lauschner (53,5), Theo Kern (43), Manfred Obermeier (42,5), Helmut Schulmeister (40). 16-jährige Mädchen: Sieglinde Baumgartner (46,5), Rosa Weber (48), Heidi Winklmeier (45), Evi Eichmeier (44), Anneliese Härtenberger (43), Eva Gerditschke (42,5), Theresia Schroll (41,5), Eva Grill (40). 11jährige Mädchen: Eva Hornberger (46), Karin Krauskopf (48), Rosa Schlecht (40,5). 12jährige Mädchen: Brigitte Krauskopf (52), Anneliese Hirtreiter (49), Brigitte Hagn (44) und Ingrid Schneider (41). 13jährige Mädchen: Edeltraud Bornschlegl (48), Josefa Hirtreiter (41).
Rektor Hösl verteilte anschließend an die Sieger die Urkunden und überreichte eine Siegerschleife, den Erringern einer Ehrenurkunde aber einen Siegerkranz. Die besten Sportler der Schule können in der kommenden Woche beim Kreisentscheid in Bogen teilnehmen. Die Sieger dieses Wettbewerbs dürfen dann im Bayerwaldstadion in Regen um die niederbayerische Meisterschaft antreten. Das Bild zeigt die Gewinner der Urkunden.
Quelle: Bogener Zeitung, 02.07.1968


Prüfungen für Meisterschwimmer
Hunderdorf.
Heute, Mittwoch, ab 17.30 Uhr, werden wieder Prüfungen für den Erwerb der Frei-, Fahrten- und Leistungszeugnisse sowie für Grund- und Leistungsscheine abgenommen.
Quelle: Bogener Zeitung, 03.07.1968


Kinderreiche Mutter beerdigt
Windberg.
Am Dienstag versammelte sich eine überaus große Zahl von Trauergästen aus nah und fern um Frau Ottilie Niedermeier von Unterbucha zum Grabe zu geleiten. Die Verstorbene hatte am Freitag gegen Mittag einen Herzanfall und suchte im Krankenhaus Bogen — wie schon des öfteren — Hilfe, doch alles vergebens. Ottilie Niedermeier wurde am 24. September 1911 in Unterbucha als Tochter der Landwirtseheleute Josef und Maria Wagner geboren und heiratete 1931 den Landwirt und Zimmerer Johann Niedermeier aus Au vorm Wald. Beide übernahmen das elterliche Anwesen in Unterbucha. Die Ehe war mit 10 Kindern gesegnet., wovon drei im Kleinkindesalter verstarben, darunter auch die einzige Tochter. Doch trotz mancher schweren Lebensprüfung war Frau Niedermeier immer guter Dinge und allseits geachtet und geehrt. 1950 machte sie bei der Fahnenweihe der Feuerwehr Au vorm Wald die Fahnenmutter. Die Kameraden der Wehr dankten ihr dies und trugen Ihre Fahnenmutter zur letzten Ruhestätte. Kommandant Schötz legte einen Kranz nieder. Zum letzten Mal senkte sich die Fahne über das offene Grab. Pfarrer Ephrem segnete die Verstorbene ein. Der Kirchenchor sang als letzten Gruß ein Mutterlied. Dem Gatten und den Kindern. die den plötzlichen Tod nur schwer fassen können, wendet sich allgemeine Anteilnahme zu.
Quelle: Bogener Zeitung, 03.07.1968


Sommernachtsball der FFW
Steinburg.
Am Samstag um 19 Uhr veranstaltet die Freiwillige Feuerwehr Steinburg Berger Saal einen Sommernachtsball, wozu die bekannte Landjugendkapelle „Bamhinos“ aus Leiblfing aufspielen wird. Nachdem diese Kapelle Anhänger aus allen Richtungen hat, wird der Besucherstrom bestimmt nicht gering sein
Quelle: Bogener Zeitung, 05.07.1968


Vermessungsarbeiten für dir geplante Autobahn
Hunderdorf.
in der Nähe der geplanten Autobahnstraße werden in der Zeit vom 2. 7. bis 23. Juli Vermessungspunkte versetzt. Die genauen Punkte ergeben sich erst während der Arbeiten im Gelände. Die Gemeinde kann daher die Grundstücksbesitzer vorher nicht verständigen. Sollten sich Flurschäden ergeben, so können die betroffenen Grundstücksbesitzer ihre Schäden bei der Gemeinde anmelden. Die Gemeinde bittet die Grundbesitzer, den Vermessungstrupp die Vermessungs-Höhenpunktsteine ungestört versetzen zu lassen.
Quelle: Bogener Zeitung, 05.07.1968


Krieger fahren nach Steinach
Hunderdorf.
Der Krieger- und Veteranenverein Hunderdorf beteiligt sich am Sonntag am 70jährigen Gründungsfest mit Fahnenweihe in Steinach. Treffpunkt um 7.30 Uhr vor dem Vereinslokal Sandbiller.
Quelle: Bogener Zeitung, 06.07.1968


Wasserwacht hält Prüfungen in Hunderdorf
Hunderdorf.
Heute, Samstag, von 9-12 Uhr , wird die Wasserwacht-Abteilung wieder Prüfungen für den Erwerb der Frei-, Fahrten- und Leistungszeugnisse sowie für Grund- und Leistungsscheine. Die Wasserwacht würde sich freuen, wenn viele sich daran beteiligen würden.
Quelle: Bogener Zeitung, 06.07.1968


Fünfjährige vom PKW erfaßt
Hunderdorf.
Gegenüber dem Postamt wurde am Donnerstag um 14.30 Uhr ein fünfjähriges Mädchen, als es die Straße überquerte, vom Kühler eines PKW erfaßt und zu Boden gestoßen
Quelle: Bogener Zeitung, 06.07.1968


Versammlung der Trachtler
Hunderdorf.
Die Mitglieder des Trachtenvereins treffen sich am Samstag, um 20 Uhr, im Vereinslokal Sandbiller zu einem Vereinsabend mit Volkstanzprobe. Gleichzeitig wird die Teilnahme am Festzug in Bogen besprochen. Alle Mitglieder werden dringend um ihr Erscheinen gebeten.
Quelle: Bogener Zeitung, 06.07.1968


Röntgen-Reihenuntersuchung
Windberg.
Nach Art. 1 des Gesetzes über Röntgenreihenuntersuchungen vom 6. 7. 53 sind alle Personen über 14 Jahre, die in Bayern wohnhaft sind, verpflichtet, sich einer Untersuchung zu unterziehen. Für die Gemeinde Windberg findet diese Untersuchung am Donnerstag, 11. Juli, im Hofraum des Bürgermeisters statt. Von 13 bis 15 Uhr findet die Untersuchung für Männer und von 15.30 bis 18 Uhr für Frauen statt. Von der Untersuchung sind befreit: 1. Personen, die in Beobachtung einer Lungenfürsorge stehen und im letzten Vierteljahr durchleuchtet wurden; 2. Personen, die einen Röntgenbefund vom letzten Vierteljahr vorlegen; 3. Schwerkranke und Gebrechliche, die ein Zeugnis vorlegen; 4. Werdende Mütter.
Quelle: Bogener Zeitung, 08.07.1968


Nach längerer Krankheit verschied schnell und unerwartet mein lieber Gatte, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Pate
Herr Alois Adam
Austragslandwirt, Kriegsteilnehmer 1914/18,
Mitglied der Marianischen Männerkongregation
Straubing

wohlvorbereitet durch den Empfang der hl. Sterbesakramente. im Alter von 82 ½ Jahren.
Stockwies, Hochholz, Rain, Hunderdorf, Schiden bei Stuttgart, 7. 7. 1968
In tiefer Trauer:
Maria Adam, Gattin
Alois Adam, Sohn mit Familie
Franz Adam, Sohn mit Familie
Anton Adam, Sohn mit Familie
Maria Karl, Tochter mit Familie
Anna Niedermeier, Tochter mit Familie
Trauergottesdienst am Dienstag, 9. 7. 1968, 9.00 Uhr, mit anschl. Beerdigung in Hunderdorf.
Quelle: Bogener Zeitung, 08.07.1968


Auszeichnung für Metzgerei
Hunderdorf.
Einen großen Preis der DLG-Leistungsschau sowie eine Bronze-Preismünze errang Metzgermeister Georg Baier für grobe Schinkenwurst und Schinkenwurst einfach. Dies zeigt, daß man auch auf dem Lande bestrebt ist nur beste und feinste Qualität herzustellen. Für Metzgermeister Georg Bayer ist es insofern ein beachtlicher Erfolg, da er zum ersten Mal an dieser Qualitätsprüfung teilnahm.
Quelle: Bogener Zeitung, 09.07.1968


Am Sonntag Endspiel um Toni-Bugl-Pokal
Neukirchen und Degernbach qualifizierten sich bereits in den Vorspielen
Hunderdorf.
Das vom SV Hunderdorf am vergangen Sonntag begonnene Pokalturnier um den Toni Bugl-Gedächtnispokal, an dem sich 4 Mannschaften beteiligen, war ein großer Erfolg. In einem Vorspiel siegte verdient die Schülermannschaft von Hunderdorf gegen Neukirchen mit 5:2 Toren. Im ersten Spiel des Pokalturniers bezwang der ASV Degernbach den TSV Oberalteich mit 4:0, während der SV Neukirchen Mühe hatte, Hunderdorf mit 2:1 das Nachsehen zu geben. Am kommenden Sonntag spielen Hunderdorf und Degernbach um den 3. und 4. Platz und Neukirchen und Degernbach um die Plätze 1 und 2.
Degernbach-Oberaltaich 4:0 (2:0)
In diesem Treffen siegte Degernbach klar über Oberaltaich. Einen Foulelfmeter verwandelte Degernbach sicher zum Führungstreffer. Noch vor der Pause konnte ein beruhigendes 2:0 her-ausgeschossen werden. Oberaltaich drängte nach der Oause auf den Anschlußtreffer, doch auch Sie blieben eine Beute des ausgezeichneten Degernbacher Schlußmannes. Die Unstimmigkeiten in der gegnerischen Hintermannschaft nutzte Degernbach noch zu 2 weiteren Treffern.
Hunderdorf-Neukirchen 1:2 (1:2)
Zwei alte Rivalen standen sich.in dieser Begegnung gegenüber. Nach nie konnte Hunderdorf die Gäste aus Neukirchen bezwingen. Als in der 20. Minute ein Freistoß von Knoll Josef zum 1:0 für Hunderdorf verwandelt wurde, glaubte man schon an den ersten Sieg. Neukirchen erkämpfte sich das Mittelfeld, die Hintermannschaft von Hunderdorf vernachlässigte die Manndeckung, und aus kürzester Entfernung konnte Altmann den Ausgleich erzielen. Im Anschluß an eine Ecke war es dann wieder Altmann, der einen Fersenroller an 2 Spielern vorbei zum Siegestreffer einschob. Alle Bemühungen der Gastgeber, eine Wendung herbeizuführen, scheiterten an der sicheren Hintermannschaft der Gäste. Die clever auf Zeit spielenden Neukirchner konnten das knappe, aber verdiente Ergebnis bis zum Schluß retten.
Quelle: Bogener Zeitung, 11.07.1968


Vom Standesamt Bogen
Bogen.
Im Juni verzeichnete das Standesamt Bogen 16 Geburten, 4 Eheschließungen und 15 Todesfalle. Geburten: … Annette Paula Schreiner, Steinburg 11; Heiderose Altmann, Steinburg, Wegern 56 …Klaus Dieter Bauer, Irensfelden, Gde. Windberg …
Quelle: Bogener Zeitung, 11.07.1968


Gemeinderatssitzung
Hunderdorf.
Am Freitag findet um 19 Uhr im Gemeindeamt eine öffentliche Gemeinderatssitzung statt, auf der folgende Punkte anstehen: 1. Feststellung der Jahresrechnung 1967, 2. Halbjahresrechnung 1968, 3. Bau der Erschließungsstraße Bahnhofssiedlung, 4. Erstellung eines Bürgersteiges in Apoig, 5. Verschiedenes.
Quelle: Bogener Zeitung, 11.07.1968


Zwei Goldmedaillen für Adolf Sandbiller
Hunderdorf.
Was bei Leistungssportlern die Siegestrophäen, das sind für den jungen Metzgermeister Adolf Sandbiller die Auszeichnungen, die er im Laufe seiner Tätigkeit für die Waren bei der DLG errungen hat. Mehrere Silber- und Bronzemedaillen hat er bereits für seine Wurstwaren in diesem Wettbewerb der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft erhalten. In diesem Jahr konnte er nun für seine „Bierkugeln“ und die „Rauchleberwurst“ gleich je 1 Goldmedaille erzielen. Dabei wurde diese Auszeichnung nicht etwa für eine „Extrawurst“ gegeben, die eingesandte Wurst wurde aus der laufenden Erzeugung entnommen und nicht besonders zubereitet. Die Bestimmungen in diesem Wettbewerb sind besonders streng und wir dürfen dem jungen Meister zu diesem Erfolg besonders gratulieren.
Quelle: Bogener Zeitung, 11.07.1968


Schöne Kirchenmusik
Hunderdorf.
Am kommenden Sonntag wird der Kirchenchor von Geiselhöring unter der Leitung des Chorregenten Klein die Choralmesse v. A. Bruckner vortragen. Das feierliche Amt wird vom Direktor der Kirchenmusikschule Regensburg, Msgr. Ferdinand Haberl, dem Neffen des Gründers der Kirchenmusikschule, gehalten. Alle Freunde der guten Kirchenmusik werden sich die Aufführung am kommenden Sonntag um 9.30 Uhr nicht entgehen lassen. Quelle: Bogener Zeitung, 11.07.1968


Verpachtung der Pfarrgrundstücke
Hunderdorf.
Am kommenden Freitag werden um 15 Uhr im Jugendheim durch die Pfründe-pachtstelle Regensburg die Hunderdorfer Pfarrgründe verpachtet. Alle bisherigen Pächter und Interessenten werden dazu eingeladen.
Quelle: Bogener Zeitung, 11.07.1968


Morgen Rotkreuzversammlung
Hunderdorf.
Am Freitag treffen sich die Helferinnen und Helfer der Rotkreuzgruppe zur Monatsdienstbesprechung um 20 Uhr im Cafe Weinzierl. Alle möchten kommen.
Quelle: Bogener Zeitung, 11.07.1968


Heute Röntgenreihenuntersuchung
Steinburg.
Die am 1. Juli wegen eines Schadens am Röntgengerät ausgefallenen Röntgenreihenuntersuchungen werden am Freitag von 15 bis 16.30 Uhr für Frauen und von 16.30 bis 18 Uhr für Männer nachgeholt. Jeder Gemeindebürger, der von der Gemeinde eine Aufforderungskarte erhalten hat ist verpflichtet, sich zur genannten Zeit einzufinden. Es wird gebeten, die Karte zur Röntgenreihenuntersuchung mitzubringen.
Quelle: Bogener Zeitung, 11.07.1968


Feuerwehrball
Steinburg.
Die FFW veranstaltet am Samstag um 19.30 Uhr im Saal des Brauerei-Gasthofes Berger einen Tanz. Für gute Stimmung und Unterhaltung sorgen erstmals in Steinburg die „Original Donaubuam“.
Quelle: Bogener Zeitung, 11.07.1968


Primiz von Pater Andreas Hamberger
Windberg.
Die Primiz eines Konventualen ist ein Höhepunkt im Leben eines Klosters. Darum ist es für das aufstrebende Windberger Pämonstratenserkloster, aber auch für die Pfarrgemeinde ein großer Tag, wenn diesen Sonntag Pater Andreas Hamberger zum erstenmal in Windberg an den Altar treten wird.
Sollte das Wetter es erlauben wird die Feier im Klosterhof sein, andernfalls wird sie in der Pfarrkirche stattfinden, wo sie wegen der Enge des Raumes infolge der Renovierung stark behindert wäre. Um halb zehn Uhr beginnt der feierliche Zug durch den Ort, anschließend ist das Primizamt. Hierzu sind die ganze Pfarrgemeinde und alle Vereine, Gruppen und Institutionen eingeladen. Die hl. Messe um 8.30 Uhr in Windberg und um 10 Uhr in Meidendorf fallen aus, dagegen im 7 Uhr in Windberg die Frühmesse.
Quelle: Bogener Zeitung, 12.07.1968


Fatimatag in Heilig Kreuz.
Windberg.
Am Samstag ist in Hl. Kreuz wieder Fatimatag. Nachmittags beginnt um 14 Uhr der Rosenkranz, anschließend ist Predigt und Marienfeier. Um 19.30 sammelt sich die Lichterprozession in Windberg und zieht zur Wallfahrtskirche. Hier beendet eine Abendmesse den Pilgertag. An der Wallfahrt wird diesmal auch ein Kinderchor mit Sängern teilnehmen.
Quelle: Bogener Zeitung, 12.07.1968


Zweite Einspritzung
Windberg.
Die 2. Einspritzung der Diphterie-Wundstarrkrampf-Impfung 1968 wird im Schulhaus ab 18. Juli um 15.15 Uhr vorgenommen. Die Merkblätter sind ausgefüllt mitzubringen.
Quelle: Bogener Zeitung, 12.07.1968


Pokalspiele in Hunderdorf
Hunderdorf.
Zwei Pokalturniere stehen am Wochenende in Hunderdorf auf dem Plan. Am Samstag findet um 17 Uhr ein Schülerpokalspiel mit den Mannschaften von Bogen, Neukirchen, Rattenberg und Hunderdorf statt. Die Spiele um den Toni-Bugl-Gedächtnispokal werden am kommenden Sonntag um eine Stunde später ausgetragen. Nach dem Vorspiel der Jugend von Hunderdorf und Oberaltaich um 14 Uhr, kämpfen um den 3. und 4. Platz um 15.30 Uhr Hunderdorf und Oberaltaich. Im Hauptspiel um den 1. und 2. Platz stehen sich Degernbach und Neukirchen gegenüber. Die Pokalüberreichung wird um 19.30 Uhr im Gasthaus Sandbiller vorgenommen.
Quelle: Bogener Zeitung, 12.07.1968


2 000.- DM aus Büro gestohlen
Steinburg.
In der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch wurden aus dem Büroraum der Konservenfabrik Steinburg eine Geldkassette und 2 Lohntüten mit zusammen 2 000.- DM auf erklärliche Weise gestohlen. Die Landpolizeiinspektion Bogen nimmt zweckdienliche, vertrauliche Hinweise entgegen. Telefon 094222/555.
Quelle: Bogener Zeitung, 12.07.1968


Volksfest
Bogen

von heute bis einschl. 22. 7. 1968
Herzlich willkommen
im Bierzelt
der BRAUEREI DEINDL
Heute Freitag: Einzug ins Bierzelt mit Bierprobe. (Faßanstich durch Bürger-
meister Neueder) und der Stimmungskapelle Martin Buchner – Kelheim.
Quelle: Bogener Zeitung, 12.07.1968


Veteranen besichtigen Kaserne
Hunderdorf.
Die Mitglieder des Krieger- und Veteranenvereins treffen sich heute um 8 Uhr in Hunderdorf zur Abfahrt zur Bundeswehrkaserne nach Bogen. Sie sind dort zum „Tag der offenen Tür“ eingeladen. Die Vorstandschaft bittet um zählreiche Beteiligung.
Quelle: Bogener Zeitung, 13.07.1968


Der Priester verbindet die Welt mit Gott
Feierliches Primizamt im Klosterhof – Der zweite Waldler im Kloster
Windberg.
Der altehrwürdige Klosterhof bildete den Hintergrund, als am Sonntag Pater Andreas Hamberger zum erstenmal in Windberg an den Altar trat, um zusammen mit seinen Mitbrüdern das Opfer Christi zu erneuern. Am Altare stand auch der Abt von Berne, jener holländischen Abtei, von der aus vor fünfzig Jahren die ersten Patres wieder nach Windberg kamen sowie der Prior eines indischen Prämonstratenserklosters. Ein festlicher Zug erwartete am Kircheneingang den Primizianten. Der Windberger Gemeinderat, angeführt von Bürgermeister Kittenhofer, die Windberger Vereine mit ihren Fahnen und die Jugendgruppen mit ihren Wimpeln und viele Pfarrangehörige und Gäste begleiteten den Neupriester zum Altar im Klosterhof. Als Festprediger betonte Pfarrer Pater Ephrem, der Priester müsse immer bereit sein, das ganze Leben für Gott einzusetzen, um so die Welt mit Gott zu verbinden, denn kein Priester erhalte seine hohe Wurde für sich selber, sondern zum Dienst an den Menschen als Bruder unter Brüdern. Der Priester stehe vor der schwierigen Aufgabe, immer mehr sein Menschsein voll auszuprägen, aber auch dabei den Blick auf Gott nicht zu verlieren. Im Anschluß an den Ausspruch des großen Landvolkseelsorger Emmeram Scharl, der gefordert hatte: „Holt die Priester aus ihren Pfarrhöfen zu euch“, bat Pater Ephrem die Gläubigen, im Priester immer den Bruder zu sehen, der mit seiner Hilfsbereitschaft auf den Menschen warte.
Ein Mitterfelser Jugendchor unter der Leitung von Oberlehrer Stahl und die Kapelle der Bischöflichen Knabenseminars Straubing gestalteten das Primizamt. Als Vertreter von Landrat Hafner war Dr. Pösl vom Landratsamt gekommen. Windberger Schulkinder sprechen Begrüßungsgedichte. Die Kapelle Bugl geleitete den Primizianten abschießend zur Kirche zurück.
Pater Andreas Hamberger, der zuletzt in Innsbruck Theologie studierte, ist der zweite Sohn des Bayerischen Waldes, der in das wiedergegründete Kloster eintritt. Er stammt aus Kaikenried bei Teisnach. Er studierte am Humanistischen Gymnasium in Straubing und war Zögling im Bischöflichen Knabenseminar. Gleich nach dem Abitur kam er nach Windberg, um Prämonstratenser zu werden und wurde im September 1962 eingekleidet. Nach zweijährigem Noviziat legte er im September 1964 die einfache Profeß ab; im September 1967 folgte die endgültige Bindung an das Kloster. Für Windberg als liturgisches Zentrum wird Pater Andreas wertvolle Bereicherung sein, denn er kennt die Mentalität der Gläubigen, was so wichtig ist, wenn man die liturgische Erneuerung den Menschen näher bringen will. Wir wünschen Pater Andreas ein erfolgreiches und erfülltes priesterliches Wirken.
Quelle: Bogener Zeitung, 16.07.1968


Heute Gemeinderatssitzung
Windberg.
Heute, Donnerstag, findet um 19 Uhr in der Gemeindekanzlei eine öffentliche Gemeinderatssitzung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Grundstückankauf im Bebauungsgebiet; 2. Löschung des Vorkaufsrechtes an einem Baugrundstück; 3. Genehmigung von 2 Kaufverträgen von Baugründen im Bebauungsgebiet; 4 Verlängerung des Straßenstückes im Bebauungsgebiet; 5. Anschluß von bereits bestehende Gebäuden in der Nähe des Bebauungsgebietes; 6. Grunderwerb für die Ortsstraße Irensfelden; 7. Kenntnissnahme des Berichtes über die Gemeindebesichtigung durch das Gesundheitsamt; 8. Verschiedenes.
Quelle: Bogener Zeitung, 18.07.1968


Wer baut wo und was im Landkreis Bogen?
Aufstellung der vom 18.6. bis 21. 6. 1968 eingereichten Baugesuche

… Söldner Jakob, Sollach, Erneuerung des Dachstuhles und Einbau von 2 Zimmern im Dachgeschoß; Achatz Andreas, Lintach, Einbau größerer Fenster und Fassadenänderung; Schaubeck Josef, Thannanger, Neubau eines Wohnhauses …
Quelle: Bogener Zeitung, 18.07.1968


FFW Steinburg fährt ins Oberland
Steinburg.
Die Steinburger Wehrmänner organisierten wieder eine Fahrt mit herrlichen Reisezielen. Am Sonntag ist es wieder soweit. Abfahrt um 5 Uhr ab Tankstelle Ludwig Berger. In Altötting hat jeder Fahrtteilnehmer die Möglichkeit den Sonntagsgottesdienst zu besuchen und zu frühstücken. Anschließend geht es nach Traunstein und Ruhpolding, wo ein längerer Aufenthalt eingelegt wird. Wer Lust hat, kann mit der Seilbahn eine Bergfahrt unternehmen. Die Mittagsmahlzeit kann entweder in Ruhpolding oder anschließend in Reit i. Winkl eingenommen werden. Das nächste Ziel ist Prien am Chiemsee und über Wasserburg — Landshut geht es wieder zurück.
Quelle: Bogener Zeitung, 19.07.1968


Noch Plätze frei im Kindergarten
Hunderdorf.
Durch die Nachmeldungen der Schulanfänger gehen in diesem Jahre mehr Kin-der als sonst dem Kindergarten verloren. Dadurch ist die derzeitige Belegung des Kinderhortes verhältnismäßig gering geworden. Hunderdorf hat das Glück, einen Kindergarten zu besitzen, der von Ordensschwestern geleitet wird. Daher können etwa zwei Drittel der Kosten ein-gespart werden, die bei einer Führung durch die öffentliche Hand entstehen würden. Bei verschiedenen Besichtigungen wurde von kirchlichen und weltlichen Behörden der Leitung des Kindergartens größtes Lob ausgesprochen. Es wäre schade, wenn der Kindergarten wegen Unterbelegung vom Mutterhaus des Ordens aufgelöst würde. Ab sofort können wieder Kinder, die das 3, Jahr vollendet haben, aufgenommen werden.
Quelle: Bogener Zeitung, 20.07.1968


Schule erhielt Wetterstation
Hunderdorf.
Die Jagdgenossenschaft zweigt aus ihrem Jagdpachtschilling jedes Jahr auch einen Betrag für die Schule ab. Diesmal wurde das Geld dazu verwendet, eine kleine Wetter-station für die Schule einzukaufen. Die Kinder können damit ihre täglichen Wetterbeobachtungen machen und aufzeichnen. Neben der Temperatur werden auch die Luftfeuchtigkeit, der Luftdruck, die Niederschlagsmenge und die Windrichtung abgelesen. Der Vorstand der Jagd-genossenschaft, Neumeier von Hofdorf, überbrachte Schulleiter Hösl den Betrag, der für die Anschaffung dieser Wetterstation notwendig war.
Quelle: Bogener Zeitung, 20.07.1968


Wer baut wo und was im Landkreis Bogen?
Aufstellung der vom 24. Juni bis 5. Juli 1968 eingereichten Baugesuche

… Zollner Karl, Hunderdorf, Neubau eines Schweinestalles und Erweiterung der Wagenremise; Elbinger Max, Hunderdorf, Anbau und Aufstockung der best. Garagen … Berger Alfons, Steinburg, Einbau eines Ladens i. d. best. Wohn- und Geschäftshaus … Schön Ernst, Apoig, Gde. Hunderdorf, Neubau eines Kamins …
Quelle: Bogener Zeitung, 22.07.1968


Nur noch neun Einsiedler in Bayern
Frater Englmar Schwarz bangt um seine Einsamkeit
Allersdorf. (Eigener Bericht) Wenige Kilometer von Abensberg in Niederbayern steht hoch über der Landschaft eine Bergkirche und gleich davor am Südhang ein äußerlich respektables Haus. Es ist die Herberge eines der letzten Einsiedler Bayerns, des Eremitenfraters Englmar Schwarz, der auf diesem Berg seit 31 Jahren lebt. 30 Jahre lang wohnte er in der kleinen Eremitenklause unweit der Kirche. Doch diese war so baufällig, daß man sie abriß. Der Einsiedler zog in seine jetzige Herberge, deren Bewohner, ein alter Pfarrer, gerade gestorben war.
Glücklich über diese Wohnungsverbesserung ist Frater Englmar keineswegs. Im alten Häusel hat es ihm viel besser gefallen und

Das ist die Wallfahrtskirche von Allersdorf. In dem Hause davor lebt seit einem Jahr der Eremit, nachdem seine über 300 Jahre alte Klause wegen Baufälligkeit abgebrochen werden mußte

zudem hat er von dort an Föhntagen die Alpen gesehen. Aber nur in der Mittagszeit. Frater Englmar ist einer der letzten neun Mitglieder der Eremitenbruderschaft, die ihren Sitz in Frauenbrünnl bei Bad Abbach hat, einem in der Gegend bekannten Wallfahrtsort.
Mit 31 Jahren trat der jetzt 68jährige in die Bruderschaft ein und bezog als erstes eine Klause bei Passau in Niederbayern. Was ihn zu dem Entschluß brachte, Einsiedler zu werden, ist aus Frater Englmar nicht herauszuholen. Er versichert lediglich, daß er diesen Entschluß noch nie bereut habe. Vorher habe er in einer Ziegelei gearbeitet. 1934 kam er nach Frauenbrünnl und dann ein Jahr später nach Matting bei Straubing in die Einsiedelei bei der Wallfahrtskirche Maria Birnbaum. 1937 zog er schließlich in die über 300 Jahre alte Klause in Allersdorf und wohnte darin allein bis zu ihrem Abbruch vor einem Jahr. Der Krieg hat allerdings auch ihn nicht verschont. Er war über fünf Jahre Soldat in Norwegen.
Das Leben eines Einsiedlers ist auch heute noch hart, sieht man einmal davon ab, daß er die meiste Zeit wirklich völlig allein ist. Früh um 4.30 Uhr steht Frater Englmar täglich auf, ganz gleich ob Werktag oder Feiertag, Sommer- oder Winter. Dann verrichtet er die vorgeschriebenen Stundengebete, die er auch während des Tages beten muß. Wenn er seinen einfachen Haushalt versorgt hat, geht er zur Frühmesse entweder nach Biburg, seiner Pfarrei, oder nach Abensberg, wohin die Kirche gemeindemäßig gehört. Einmal in der Woche ist allerdings auch bei ihm Gottesdienst in seiner Wallfahrtskirche, die, eine schöne Barockausstattung hat und sehenswerte Fresken. Natürlich obliegt ihm auch die Pflege und Reinigung der Kirche.

Frater Konrad Brückl, der Einsiedler vom „Heiligen Kreuz“ bei Windberg im Bayerischen Wald

Schließlich braucht auch ein Eremit etwas zu essen. Aber da gibt Frater Englmar zu, daß er sich selten besondere Mühe gibt. Früher schon eher einmal, aber nun wird meist kalt gegessen. Jetzt hat der Einsiedler auch wieder Arbeit in seinem schönen Blumengarten, den er mit Meisterschaft pflegt.
An Sonntagen kommen häufig Wallfahrer und statten auch ihm einen Besuch ab, fragen ihn um Rat oder wollen sich lediglich mit ihm unterhalten. An Werktagen ist es meist still und ruhig. Das heißt, das war es bis vor kurzem, denn vor einigen Monaten begann man, unmittelbar auf der Südseite des Wallfahrtsberges die neue Bundesstraße Regensburg — Mainburg anzulegen und das ist dem Einsiedler ein großes Anliegen. Mit seiner Einsamkeit ist es dann wohl vorbei; wenn hier erst einmal Tag und Nacht die Autos vorüberbrausen. Jetzt schafft er jeden-falls noch in absoluter Stille, wenn er abends 9 Uhr Tag für Tag sein einfaches Lager aufsucht.

Frater Englmar Schwarz von Allersdorf bei Abendsberg, einer der letzten Einsiedler Bayerns.

Frater Englmar Schwarz ist nicht ganz gesund: Öfter hat er Schmerzen und muß Tabletten nehmen. Aber die Meditation und reine eiserne Energie bringen ihn darüber hinweg.
Ein unschönes Stück passierte dem einfachen Mani in der Osternacht, wo er gerade zum Mitternachtsgottesdienst weggegangen war. Ein Einbrecher vermutete wohl mehr, als er wirklich dann in der Eremitenklause fand. Mit allen Wertsachen verließ er das Haus. Es waren drei Mark in bar und eine alte Taschenuhr. Jetzt lebt der Einsiedler eben ohne Uhr. Ein Leben lang im gleichen Rhythmus gelebt, hat seinen Körper von der Uhr unabhängig gemacht. Automatisch wird er um 4.30 Uhr wach und dann hat er ja die Kirchenuhr, die seinen Tagesablauf bestimmt.
Es ist eigenartig. Wer die Einsamkeit einmal gewählt und gekostet hat, möchte sie nicht mehr missen. Der in der Wallfahrtskirche Heilig Kreuz bei Windberg im Bayerischen Wald lebende Eremit Konrad Brückl wurde von den Eremiten einmal ins Mutterhaus nach Frauenbrünnl berufen, das er mit noch einem anderen Eremiten versah. Aber Frater Brückl wollte allein sein. So bat er, wieder in seine Klause in den Bayerischen Wald ziehen zu dürfen und dort lebt er nun wie die übrigen neun Mitglieder dieser Bruderschaft ganz allein seine Tage. Da die meisten Einsiedler schon im fortgeschrittenen Alter sind, ist die Zeit wohl abzusehen, wo diese Bruderschaft ausstirbt. Die modernen Menschen wollen nicht mehr allein sein oder können es nicht mehr.
Quelle: Bogener Zeitung, 23.07.1968


„In vollen Jubelchören!“
Kirchenchor besuchte den Heimatort des Chorregenten Klein
Hunderdorf.
Um seinen Getreuen vom katholischen Kirchenchor, die ihn das ganze Jahr opferwillig unterstützen, eine Freude zu bereiten und einmal sein Dank Ausdruck zu verleihen, hatte die Chorregent Klein von Geiselhöring eingeladen zu einem gemeinsamen Besuch in seiner Heimat Hunderdorf. Die Hunderdorfer Musik-Dynastie Klein ist nachweisbar bis auf 400 Jahre zurück zu verfolgen Der Vater der letzten Generation war Musikmeister Leopold Klein, der seine musikalische Ausbildung bei Türmermeister Ebert in Rosenheim erhielt Er starb mit 65 Jahren, 1934. Von den acht Geschwistern Klein leben noch sechs, die an diesem Tage anwesend waren.
Als höchster Ehrengast war zu diesem Besuch in Hunderdorf in freundschaftlicher und kollegialer Verbundenheit mit dem Chorregenten Klein erschienen der Direktor der Päpstl. Kirchenmusik-Hochschule Regensburg, Dr. Haberl, der in der dichtgefüllten Pfarrkirche dann unter Assistenz von Pfarrer Ruß — Hunderdorf und des Paters Ambrosius vom Karmelitenkloster Straubing das Hochamt zelebrierte. Diesem Rahmen entsprechend brachte der Geiselhöringer Kirchenchor unter der Stabführung von Lehrer Oswald — an der Orgel Chorregent Klein — hochgestimmt die Pastoralmesse von Anton Bruckner zum Vortrag. Zum Offertoriurn sang Oberlehrer Stern, Neufahrn, ein Geiselhöringer, ein bekannt guter Tenor. eindrucksvoll das „Ave verum“ von Mozart Die Krone dieser geradezu familiär anmutenden Feier war für die Geiselhöringer das ehrenvolle Urteil aus dem Munde des Direktors Dr. Haberl. Er sagte wörtlich: „Es war eine glänzende Leistung des Geiselhöringer Kirchenchores — ein wahrhaft hocherfreuliches Lob!
Chorregent Klein hatte sodann seine Sänger mit den Ehrengästen zu einem Mahl in das bekannte und gerühmte Gasthaus „Zur schönen Aussicht“ auf dem Bogenberg eingeladen, das vollen Beifall und Anerkennung fand Die levetierte Nachmittagsandacht in der Wallfahrtskirche hielt ebenfalls Direktor Dr. Haberl. Dipl.-Ing. Dr. Hans Plank spielte auf der Orgel einleitend mit Meisterschaft ein Bach-Präludium. Der Chor gab dem unvergeßlichen Geiselhöringer Bürgerssohn, dem hochverdienten Musiker, Domkapellmeister und Domvikar Franz Xaver Engelhardt die Ehre durch die Wiedergabe seines achtstimmigen Marienliedes ,.In vollen Jubelchören“. Gerade auf diesen Sonntag fiel ja auch der 44. Todestag des unvergeßlichen Meisters, der sich durch seine Werke auf dem Gebiet der katholischen Kirchenmusik ein unvergängliches Denkmal in aller Welt gesetzt hat. Das Tantum ergo, das die Nachmittagsandacht in der vollbesetzten Wallfahrtskirche beschloß, war eine Eigenkomposition des Chorregenten Klein.
Tief beeindruckt und befriedigt über den erlebnisreichen Sonntag zog die Sängerschar gegen Abend wieder der Heimat zu. Es war ein Tagesprogramm, das Freude und Erhebung gebracht hat, würdig den Idealen eines so lebendigen, stets aktiven und leistungsfähigen Kirchenchores. Der Dank, den er geben wollte. fiel auf den Veranstalter zurück.
Quelle: Bogener Zeitung, 23.07.1968


Volksfest in Hunderdorf
Hunderdorf.
Auch in diesem Jahr wird auf der Festwiese beim Cafe Weinzierl wieder das Hunderdorfer Volksfest abgehalten. Seit einem Jahrzehnt veranstaltet allein die Gastwirtsfamilie Weinzierl dieses Fest, während sich früher die hiesigen Wirte abwechselten. Am Freitag, 2. August, wird Bürgermeister Härtenberger den Anstich des ersten Banzens vornehmen. Am Samstag sind dann die Vereine und Verbände im Zelt beisammen und Montag wird das Volksfest mit einer großen Preisverteilung abgeschlossen Das Festbier besorgt die Brauerei Thurn und Taxis, Volksfestkapelle Helmbrecht sorgt für Stimmung. Auch ein ausreichender Vergnügungspark ist vorhanden.
Quelle: Bogener Zeitung, 24.07.1968


Zur Denkmalsenthüllung nach Ittling
Hunderdorf.
Der Krieger- und Veteranenverein Hunderdorf beteiligt sich am Sonntag am Gründungstest mit Denkmalsenthüllung des Krieger- und Kameradschaftsvereins Ittling. Die Abfahrt erfolgt um 8 Uhr vor dem Gasthaus Sepp Baier in Hunderdorf.
Quelle: Bogener Zeitung, 24.07.1968


Sammlung für die Kirchenheizung
Hunderdorf.
Auf den aus vielen Kreisen geäußerten Wunsch, in der Pfarrkirche eine Heizung zu erstellen, ist die Kirchenverwaltung gerne bereit, diese Frage zu regeln, wenn durch die finanzielle Mithilfe aller Pfarrangehörigen das Projekt als gesichert gelten kann. Nach bereits eingeholten Kostenvoranschlägen kommt eine Heizung auf etwa 25 000 DM. Die Kirchenverwaltung bittet die einzelnen Familien und Haushalte, wie auch alleinstehende Personen, sich zu überlegen, welchen Beitrag sie zur Heizung leisten könnten und diesen Betrag dann auf einem Zeichnungsschein, der an alle Haushaltungen der Pfarrei versandt wurde, der Kirchenverwaltung zu melden Die Zahlung kann im Laufe eines halben Jahres erfolgen. Die Verwaltung kann die Einrichtung der Kirchenheizung erst beschließen, wenn die finanzielle Sicherung durch das Ergebnis der Spenden vorliegt.
Quelle: Bogener Zeitung, 24.07.1968


Heute Gemeinderatssitzung
Hunderdorf.
Heute, Donnerstag, 19 Uhr, findet im Gemeindeamt eine Gemeinderatssitzung statt, auf der folgende Tagesordnung vorgesehen ist: Erweiterung der Volksschule, Erschließungsstraße, Kanalisation, Verschiedenes. Die Sitzung ist öffentlich.
Quelle: Bogener Zeitung, 24.07.1968


Linienverkehr während der Schulferien
Steinburg.
Die Linie Obermühlbach Perasdorf — Meidendorf und Windberg wird infolge der Schulferien nur mehr Dienstag und Freitag befahren. Ab Montag, 9. September, verkehrt der Linienbus wieder an jedem Tag zur gewohnten Stunde.
Quelle: Bogener Zeitung, 24.07.1968


Hunderdorf. (Trachtler treffen sich) Heute um 20 Uhr treffen sich die Mitglieder des Trachten-vereins bei Sandbiller.
Quelle: Bogener Zeitung, 27.07.1968


Heute Straßensperrung
Hunderdorf/Windberg.
Die Kreisstraße BOG 24 wird wegen Bauarbeiten im Teilabschnitt Hunderdorf und Windberg heute, Samstag, von 7 bis 17 Uhr für den gesamten Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Waltersdorf und Meidendorf.
Quelle: Bogener Zeitung, 27.07.1968


Bauernhilfsverein trifft sich
Windberg.
Am Sonntag um 14 Uhr findet im Gasthaus Hilmer in Irensfelden eine Mitgliederversammlung des Bauernhilfsvereins Windberg-Neukirchen statt. Wichtige Vereinsangelegenheiten werden besprochen.
Quelle: Bogener Zeitung, 27.07.1968


Teilnahme an Fahnenweihe
Windberg.
Die Mitglieder des Kriegervereins Windberg treffen sich am Sonntag 8 Uhr im Vereinslokal Hilmer in Irensfelden, um geschlossen an der Fahnenweihe des Ittlinger Kriegervereins teilzunehmen.
Quelle: Bogener Zeitung, 27.07.1968


Wer baut wo und was im Landkreis Bogen?
Aufstellung der eingereichten Baugesuche

… Wagner Max, Au v. W., Errichtung einer Grenzmauer; Wagner Max, Anbau des Wohn- und Geschäftshauses … Firma Nolte KG, Hunderdorf, Anbau eines Lagerraumes an die Schlosserei … Raiffeisenkasse Windberg, Umbau der Raiffeisenkasse; Bichlmayer Josefine und Haimerl Therese, München, Georgenstr. 103/I, Neubau eines Wohnhauses in Windberg … Reisinger Adolf, Hunderdorf, Neubau eines Wohnhauses …
Quelle: Bogener Zeitung, 29.07.1968


Aus der Vorstandsitzung des VdK
Hunderdorf.
Die Vorstandschaft beschäftigte sich mit der weiteren Verbandsarbeit. Nach einem Bericht des Kassiers Schmidt für das Halbjahr 1968, der mit Anerkennung aufgenommen wurde, konnte als weiterer Punkt der Tagesordnung der Jahresausflug des OV behandelt werden. Dieser findet am Sonntag, den 4. August. statt. Ausflugsziel ist Enzendorf (Oberöster-reich). Wegen des Grenzübertrittes ist ein gültiger Personalausweis oder Reisepaß erforderlich. Zu dieser Fahrt sind noch einige Plätze frei. Umgehende Anmeldung erbittet Kam. Schmidt, Bahnhofsiedlung, oder der 1. Vorsitzende, Siedlung 151. Der Ortsverband beteiligt sich auch am 3. Landeskriegsopfertreffen am 14. 9. 1968 in Garmisch. Die Herbstversammlung wird auf Sonntag, den 3. November. Festgelegt. Ferner unterrichtete der 1. Vorsitzende Unger die Verbandsmitglieder noch über die Gruppensterbegeldversicherung.
Quelle: Bogener Zeitung, 29.07.1968


Endlich kommt Ordnung in das Wirrwarr
400 Hausnummernschilder werden angebracht – Ortsplan liegt auf
Hunderdorf.
Dem Durcheinander von Hausnummern, der es Einheimischen wie Fremden nahezu unmöglich machte eine Adresse aufzufinden, wird nun in diesen Tagen ein Ende bereitet. In einigen Sitzungen hat der Gemeinderat in Zusammenarbeit mit anderen Verbänden und interessierten Einwohnern neue Straßenbezeichnungen festgelegt und einer zuständigen Firma die Straßentafeln und Hausnummernschilder in Auftrag gegeben. Nun sind die Schilder gekommen und Gemeindearbeiter bringen sie an den Häusern an. Für die Hausbesitzer wird die neue Bezeichnung und Beschilderung der Straßen und Grundstücke auf einen Zuschuß von 10 DM kommen. Dieser Betrag reicht nicht aus, um sämtliche Unkosten zu decken, darum wird die Gemeinde selber die Schulden-Gelder aufbringen. Rund 400 Hausnummernschilder werden in diesen Tagen angebracht.
Die ausführende Firma hat auch einen Ortsplan erstellt, auf dem die genauen Bezeichnungen und Hausnummern sind. Der Plan hängt zur Zeit noch in der Gemeindekanzlei und kann dort auch eingesehen werden.
Die Schilder selber tragen Hausnummer die und darunter die Straßenbezeichnung, aus wetterfestem Kunststoff und werden an einer gut sichtbaren Stelle an den Häusern angebracht. Die linke Straßenseite ist jeweils mit den ungeraden, die rechte mit den geraden Zahlen versehen. Die Straßenschilder sollen auf Pfählen befestigt und gut sichtbar sein.
Quelle: Bogener Zeitung, 29.07.1968


Windberg. (Die Auszahlung) der Sozialhilfe und Pflegekindergald für August wird am Don-von 14 bis 15 Uhr in der Gemeindekanzlei vorgenommen.
Quelle: Bogener Zeitung, 30.07.1968


Windberg. (Mütterberatung) Für Windberg und Umgebung findet die Mütterberatung am Mittwoch um 14.30 Uhr im Schulhaus statt.
Quelle: Bogener Zeitung, 30.07.1968


In acht Schuljahren kein einziges Versäumnis
Festliche Schulschlußfeier – 12 Mädchen und 19 Buben entlassen
Hunderdorf.
Hunderdorf. Die traditionelle Abschlußfeier an Volksschule Hunderdorf hatte auch heuer wieder ein umfangreiches Programm aufzuweisen. Beim Schlußgottesdienst, bei dem die Entlaßschüler das Glaubensbekenntnis feierlich wiederholten, ermahnte Pfarrer Ruß die Kinder, auch künftig die Forderung nach Glaube, Liebe und Gemeinschaft nicht zu vergessen. Im Schulhaus konnte Rektor Hösl anschließend neben vielen Eltern auch Bürgermeister Härtenberger und Gall sowie eine Reihe von Gemeinderäten begrüßen. Der Schulchor bildete mit einem mehrstimmigen Lied den Auftakt. Dann zeigten Kinder aus allen Klassen Einakter, Singspiele, Fabeln und Spiele, die bei den Zuhörern sehr viel Beifall fanden.
In einem Rückblick auf das vergangene Schuljahr konnte Schulleiter Hösl feststellen, daß bei zwei Sparkassenentleerungen ein Betrag von 15 159.- DM den Kindern gutgeschrieben werden konnte. Bürgermeister Härtenberger hatte der Schule eine Spende von 200.— DM gegeben, die Raiffeisenkasse schenkte ein Buch, von der Jagdgenossenschaft kam eine Spende von 250.- DM, die für die Anschaffung einer Wetterstation verwendet wurde und von der Firma Nolte und der Straßenbaufirma Rothammer wurde je eine Werkbank gespendet.
An 12 Mädchen und 19 Buben wurden anschließend die Abschlußzeugnisse verteilt und an jedes Kind ein Buch über Regierungsbezirk und Land überreicht. Klassensprecher Xaver Kern dankte im Namen seiner Mitschüler den Lehrkräften, Seelsorger, Gemeindevertretern und Eltern.
Auch heuer gab es wieder eine Reihe von und Schülern, die im Laufe des Schuljahres kein Versäumnis hatten. Mehrere Schüler besuchten sogar über einige Jahre hinweg die Schule. Besonders erstaunlich jedoch war, daß der Entlaßschüler Manfred Wittwer im Laufe der gesamten Schulzeit nicht einmal im Unterricht fehlte. Er erhielt dafür ein schönes Buch geschenkt.
Rektor Hösl wies abschließend darauf hin, daß im kommenden Schuljahr bereits die Verband-schule mit Steinburg verwirklicht wird und daß dabei manche Änderungen notwendig seien. Mit dem Bayernlied und der Nationalhymne wurde die Feier beschlossen.
Quelle: Bogener Zeitung, 30.07.1968


Straßen in Apoig-Süd werden geteert
127 000 Mark für Straßenbau noch in diesem Jahr – Keine Gelder für Kanalisation
Hunderdorf. Zur letzten Gemeinderatssitzung hatte Bürgermeister Härtenberger auch die Anlieger der neuen Siedlungsstraße in Apoig Süd eingeladen, um ihnen die Finanzierung der etwa 400 Meter langen Siedlungsstraße und der Zufahrtstraße von der Staatsstraße aus zu besprechen. Es handelte sich dabei um die Strecke vom Wohnblock Blasini bis zur evangelischen Kirche, die als Ringstraße ausgebaut werden soll. Von den vorliegenden Angeboten wurde die Fa. Stanglmeier aus Abensberg berücksichtigt, die mit 62 300.- DM den günstigsten Vorschlag gemacht hatte. Dazu kommen noch 18 500.- DM für Grundabtretungen, ca. 18 500.- DM Vermessungskosten, etwa 7000.- DM für die Beleuchtung mit Peitschenmasten sowie Nebenkosten. Das Projekt wird damit auf 93 400.- Dm kommen. Nach Abzug der anteiligen Kosten der Gemeinde entfällt auf die Anlieger ein Betrag von rd. 84 000.- DM. Jeder Anlieger hat demnach pro qm Grundfläche 1.70 DM und pro ein Meter Frontlänge 60.- DM zu zahlen. Da die meisten Angrenzer den Grund für die Straße zur Verfügung gestellt haben, können sie pro Dezimal 300.- DM abziehen. Diese Kalkulation der Gemeinde kann nach Abschluß der Baumaßnahme nach unten oder oben

Die Skizze zeigt die neue Zufahrts- und Erschließungsstraße im Siedlungsgebiet Apoig-Süd

korrigiert werden. Im wesentlichen dürften aber die tatsächlichen Kosten den Voranschlag nicht überschreiten. Da voraussichtlich nicht alle Angrenzer diesen Betrag, der je nach Größe des Grundstücks zwischen 2500.- und 3000.- DM liegen dürfte, nicht sofort bezahlen können, hat die Gemeinde ein Erschließungsdarlehen aufgenommen. So kann die Baumaßnahme noch im August durchgeführt werden, die Betroffenen können aber die Abzahlungen zuzüglich Zinsen bis in spätestens 5:Jahren zurückerstatten.
Da von der evangelischen Kirche bis zur Zufahrtsstraße noch keine Baugrundstücke verkauft sind, wird am evangelischen Gotteshaus eine große Kehre errichtet, die zugleich als Parkplatz verwendet werden soll.
Der zweite Punkt der Tagesordnung betraf die Zufahrt von der Staatsstraße (Bahnhof) bis zur, Erschließungsstraße. Da für die bisher von der Gemeinde ausgelegten Beträge für Löschfahrzeug, Gerätehaus usw. nun Zuschüsse in Höhe von nahezu 20 000.- DM eingetroffen sind, kann diese Summe als Grundkapital für den Ausbau dieser Zufahrtsstraße verwendet werden. Die voraussichtlichen Kosten belaufen sich auf 34 000.- DM. So ist es möglich, daß auch für die Zufahrt der Ausbau und die Teerung zur gleichen Zeit erfolgen kann. Diese Straße soll fünf Meter breit werden. Man will Verbindung mit der Bundesbahn aufnehmen, damit sofort Vorkehrungen getroffen werden, um die geforderte Blinkanlage beim Bahnübergang später ohne größeren Umbau errichten zu können. Beide Maßnahmen wurden von den Gemeinde-vertretern einstimmig gutgeheißen.
Die Pläne für den Erweiterungsbau der Volksschule, die vom Architekten Gruber gefertigt wurden, liegen derzeit beim Landratsamt Bogen. Es mußte beschlossen werden, daß die Gemeinde Hunderdorf die Erweiterung nach den vorliegenden Plänen gestalten will, bevor sie zur Einsichtnahme und Würdigung der Regierung von Niederbayern zugeleitet werden.
Bürgermeister Härtenberger teilte mit, daß die frei gewordenen Gelder für den Bau der Kanalisation in diesem Jahr nicht mehr für das Kanalprojekt vergeben werden können, da diese anderweitig noch dringender gebraucht werden. Somit dürfte im Laufe des Jahres der Hauptstrang in Richtung der geplanten Kläranlage nicht weitergeführt werden.
Quelle: Bogener Zeitung, 31.07.1968


Gründungsfest in Irensfelden
Hunderdorf.
Die Mitglieder des Krieger- und Veteranenvereins beteiligen sich am Sonntag geschlossen beim 60jährigen Gründungsfest des Nachbarvereins Irensfeiden. Alle Teilnehmer treffen. sich um 20 Uhr zur Abfahrt vor dem Gasthaus Sandbiller.
Quelle: Bogener Zeitung, 31.07.1968


Prüfungsabnahmen der Wasserwacht
Hunderdorf.
Am Mittwoch um 17.30 Uhr werden in Bauernholz wieder Prüfungen für alle Scheine von der Wasserwacht abgenommen. Treffpunkt im Bad Lehner.
Quelle: Bogener Zeitung, 31.07.1968


Versammlung der Fußballer
Hunderdorf.
Alle aktiven Mitglieder des SV Hunderdorf treffen sich am Freitag um 20 Uhr zu einer wichtigen Besprechung im Vereinslokal Sandbiller.
Quelle: Bogener Zeitung, 31.07.1968


40 Jahre als Missionarin in Südafrika
Schwester Isnarda erzählt von ihrer ungewöhnlichen Tätigkeit
Hunderdorf.
Mit ihrem bürgerlichen Namen hieß sie Anna Gütlhuber und stammte von Rammersberg Als sie in den Orden der Dominikanerinnen eintrat, wurde sie Schwester Isnarda genannt. Nur 2 Jahre war sie im Mutterhaus in Strahlfeld bei Roding, dann wurde sie nach Rhodesien in Südafrika berufen. Mit 19 Jahren verließ sie ihre Heimat und folgte willig der Re-gel ihres Ordens. Damals mußte sie damit rechnen, daß sie nie mehr zu ihrer leiblichen Familie zurückkehren kann. Doch nach 29 Jahren wurde ihr erstmals ein Heimaturlaub gestattet. Nach weiteren elf Jahren ist sie nun für acht Wochen für einen zweiten Urlaub in ihren Geburtsort zurückgekehrt. Im Dezember dieses Jahres werden es nun 40 Jahre, daß Schwester Isnarda in Regina mundi in Gwelo an einer Schule im wirtschaftlichen Bereich ihren opferbereiten Dienst erfüllt. Mit ihr gingen vor 40 Jahren zehn Mitschwestern aus dem Mutterhaus nach Rhodesien. Neben deutschen Schwestern sind aber auch englische und einheimische Schwestern an der Schule tätig, die etwa 120 Schülerinnen aufgenommen hat, wovon etwa zwei Drittel in dem angeschlossenen Heim leben.
Als wir Schwester Isnarda befragten, was ihrer Meinung nach in den 40 Jahren am auffallendsten war in der Entwicklung dieses afrikanischen Staates, nannte sie ohne Umschweife die erstaunlichen Fortschritte in allen Bereichen des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens, vor allem seit dem Ende des 2. Weltkrieges. Besonders verwunderlich sei der Wille der jungen farbigen Eingeborenen, die eifrig und begierig die Möglichkeiten einer schulischen und beruflichen Ausbildung nützen. Noch werde Rhodesien von Weißen regiert und diese Regierung widersetze sich bislang der Forderung nach Unabhängigkeit durch England. Sollte es dazu kommen, müßte auch in Rhodesien befürchtet werden, daß die rivalisierenden Eingeborenenstämme ähnlich wie in anderen jungen Staaten Afrikas weniger dem Staat als ganzen, als der Priorität ihres Stammes das Hauptaugenmerk schenken würden.
Aber auch in ihrer Heimat, fallen der Schwester Isnarda manche Veränderungen auf. Nicht nur das Ortsbild habe sich angenehm gewandelt. Die Schwester lobte auch die große Anteilnahme der Pfarrei an allen kirchlichen Veranstaltungen.
Quelle: Bogener Zeitung, 31.07.1968


Krieger fahren nach Irensfelden
Hunderdorf.
Die Mitglieder des Krieger- und Veteranenvereins beteiligen sich am Sonntag geschlossen beim 60jährigen Gründungsfest des Patenvereins Irensfelden. Alle Teilnehmer treffen sich um 8 Uhr zur Abfahrt vor dem Gasthaus Sandbiller.
Quelle: Bogener Zeitung, 01.08.1968


Auf zum Volksfest nach Hunderdorf
Am Freitagabend Bierprobe – Vergnügungen für jung und alt
Hunderdorf.
Trotz der modernen Massenunterhaltungsmittel und der vielseitigen Vergnügungsangebote hat das Volksfest im altbayerischen Raum seine Anziehungskraft nicht verloren. Wenn man die vielen Ankündigungen von Volksfesten landauf und landab verfolgt, so darf man sogar behaupten, daß diese Veranstaltungen sogar von Jahr zu Jahr steigen. Die Gründe für die zunehmende Beliebtheit dürfte wohl nicht allein bei kommerziellen Überlegungen der Wirte zu suchen sein, sondern auch darin, daß auf den Volksfesten alle wieder die Begegnung von Mensch zu Mensch suchen, die weder Film noch Fernsehen in diesem Maße zu bieten vermögen. Dazu kommt natürlich immer noch die gehobene Stimmung des Besuchers, der sich von einem Volksfest etwas erwartet und selber bereit ist, einmal großzügiger als sonst zu sein. Von einem richtigen Volksfest möchte der Altbayer, aber auch der fremde Besucher noch lange reden können.
Die Hunderdorfer Feste erreichen nicht die Ausmaße wie etwa die Veranstaltungen auf dem Gäubodenfest, doch die Stimmung war in den vergangenen Jahren nicht minder gut. Die Atmosphäre im Bierzelt ist fast familiär, weil nahezu jeder jeden kennt. Die auswärtigen Besucher haben sich nicht selten über die gute Stimmung auf diesem Volksfest gewundert.
Auch heuer haben die Vorbereitungen schon seit Tagen begonnen, um alte und junge Besucher gut unterhalten zu können. Das süffige Festbier der Brauerei Thurn und Taxis findet sicher ebenso wie die knusprigen Hendl und die saftigen Schweinswürstl die Zustimmung der Besucher. Man kann schaukeln oder seine Kunst an den Schießbuden und Wurfständen erproben. Auch ein Glückshafen ist vorhanden. Für die Kleinen wartet natürlich der Praterer. Am Freitag um 18 Uhr geht es los mit einem Standkonzert am Festplatz mit Einmarsch in das Bierzelt und anschließender Bierprobe.
Am Samstag treffen sich die Vereine und Verbände im Bierzelt zu einem geselligen Beisammensein. Für Sonntag ist dann ein großer Wiesenrummel vorgesehen. Am Montag folgt der Festausklang, mit großer Preisverteilung. Wie immer, so bekommt auch heuer jeder Besucher für eine Maß Bier ein Freilos, das ihn zur Teilnahme an der Preisverteilung berechtigt. Der Haupttreffer ist wieder ein Spanferkel und zehn weiteren schöne Preise folgen. Auch für den motorisierten Besucher ist gesorgt, da wieder genügend Parkplätze zur Verfügung stehen.

Quelle: Bogener Zeitung, 01.08.196


60. Gründungsfest und Jahrtag
Windberg. Am kommenden Sonntag, 4. Aug., feiert der Kriegr- und Veteranenverein Windberg im Vereinslokal Peter Hilmer in Irensfelden das Jahresfest mit 60. Gründungsjubiläum. Um 6 Uhr treffen sich alle Vereinsmitglieder im Gasthaus Hüttinger in Windberg; um 6.30 Uhr Zug zum Friedhof in Windberg, Gedenken an die verstorbenen Kameraden. Ab 8 Uhr werden an der Kreisstraße bei der Ortseinfahrt die Vereine eingeholt. Um 9.30 Uhr erfolgt die Aufstellung zum Besuch der Feldmesse. Diese wird um 10 Uhr von eimem Geistlichen des Klosters Windberg zelebriert. Der Festzug begibt sich dann zum renovierten Heldengrab ins Irensfelden, wo zu Ehren der Gefallenen ein Kranz niedergelegt wird. Um 12 Uhr wird das Mahl im Vereinslokal Hilmer eingenommen. Anschließend, um 14 Uhr, findet vor dem Vereinslokal die Aufstellung zur Bänderverleihung statt. Hier werden auch die Festansprachen gehalten. Mit dem Gründungsjubiläum ist auch eine Ehrung für 40jährige treue Mitgliedschaft verbunden. Unter den Klängen der Kapelle Bugl wird der Abend mit einem gemütlichen Beisammensein beschlossen.
Quelle: Bogener Zeitung, 02.08.1968


Am Morgen des 1. August 1968 verschied plötzlich und unerwartet aus einem Leben voll Aufopferung für die Seinen, mein geliebter Gatte, unser lieber, guter Vater, Schwiegersohn, Schwager, Bruder, Onkel, Cousin und Pate
Herr Josef Gassenhuber
Hilfsarbeiter von Windberg
Kriegsteilnehmer 1939/45

infolge Herzinfarkts, im Alter von fast 62 Jahren.
Windberg, Regensburg, München, Kempten/Allgäu, Straubing, Herrnbirket, Netzstuhl, den 2. August 1968
In tiefer Trauer:
Cäcilia Gassenhuber, Gattin
Josefine, Anna und Eva, Töchter
Rudi Gassenhuber,
Anni Heiß,
Elisabeth Huber,
Geschwister,
Betty Bergbauer
Anna Stumhofer,
Schwiegermutter
und übrige Verwandtschaft
Requiem am Samstag, den 3. August 1968, um 9 Uhr, in der Pfarrkirche in Windberg mit anschließender Beerdigung. Sterberosenkranz am Freitag um 17 Uhr.
Quelle: Bogener Zeitung, 02.08.1968

Erst 50 Prozent für Kirchenheizung
Hunderdorf.
Der Aufruf der Kirchenverwaltung, für die geplante Kirchenheizung Spenden anzumelden, hat bisher erst zu einer halben Deckung der veranschlagten Kosten geführt. Unter diesen Umständen kann der Auftrag noch nicht vergeben werden. Die Heizungsfirma hat die Arbeiten im September eingeplant, müßte jedoch schon die nächste Woche den Auftrag bekommen, wenn der Termin eingehalten werden soll. Letzter Termin für die Benennung von Spenden ist der kommende Sonntag, da bereits am Montag in der Sitzung des Kirchenrates festgelegt werden muß, ob die Heizung heuer noch in Auftrag gegeben werden kann.
Quelle: Bogener Zeitung, 03.08.1968

Fußballschlager zum Volksfest
Hunderdorf.
Der Sportverein Hunderdorf hat am Sonntag anläßlich des Volksfestes den Bezirksligisten Alburg zu Gast. Anschließend ziehen die Mannschaften ins Bierzelt, wo sie beim gemütlichen Beisammensein ein Spanferkel und die niederbayerischen Gstanzlsänger erwarten.
Quelle: Bogener Zeitung, 03.08.1968

Wer will Nachfolger werden?
Windberg.
Unsere langjährige Verlagszustellerin kann leider nicht mehr für uns tätig sein. Wir suchen daher zum 1. September 1968 einen zuverlässigen Nachfolger oder eine geeignete Nachfolgerin zur Zustellung unserer Zeitung in den frühen Morgenstunden, der übrige Tag steht Ihnen frei zur Verfügung! Wir bitten auch unsere Leser höflichst um freundliche Mit-hilfe und um Hinweis auf der Suche nach einer geeigneten Person. (Unkosten werden wir -gerne vergüten!). Sollte keine Person gefunden werden, muß die Zustellung unserer Zeitung der Post übergeben werden. Umgehende schriftliche oder mündliche Meldungen erbeten an „Straubinger Tagblatt“, 844 Straubing. Postfach Nr. 100, oder telefonisch unter (09421) 6051. (Siehe auch Inserat im heutigen Anzeigenteil).
Quelle: Bogener Zeitung, 03.08.1968

Hunderdorf. (75 Jahre alt) Heute, Samstag, feiert Frl. Maria Falk bei guter Gesundheit ihren 75. Geburtstag. Wir gratulieren und wünschen einen schönen Lebensabend.
Quelle: Bogener Zeitung, 03.08.1968

Zu Grabe getragen
Windberg.
Viele Trauergäste gaben am Samstag auf dem Windberger Friedhof Herrn Josef Gassenhuber das letzte Geleit. Der Verstorbene war am 15. Oktober 1906 in Straubing geboren. Im November 1949 verehelichte er sich mit Cäcilie Stumhofer von Windberg. Die Ehe war mit drei Töchtern gesegnet, wovon die jüngste erst neun Jahre zählt Der Verstorbene war wegen seines ruhigen Wesens allseits beliebt und geachtet. Pater Laurentius segnete den Verstorbenen ein und übergab ihn der geweihten Erde. Drei Salutschüsse verkündeten, daß der Verstorbene Soldat des Zweiten Weltkrieges war. Die Arbeitskollegen der Fa. Nolte-Möbel Hunderdorf begleiteten Gassenhuber zur letzten Ruhestätte. Im Namen der Geschäftsleitung der Fa. Nolte und der Gewerkschaft Holz wurden Kränze niedergelegt als äußeres Zeichen der Dankbarkeit für die gute Zusammenarbeit. Der Kirchenchor, begleitet von der Kapelle Bugl, sang ein würdiges Grablied. Der Gattin und den Töchtern wendet sich unsere Anteilnahme zu.
Quelle: Bogener Zeitung, 07.08.1968

Windberg. (Übung der FFW) Die im Übungsplan der Wehr irrtümlich auf 9. August angesetzte Übung findet nicht statt Die Übung wird erst am Sonntag. 11. August, in Windberg für die Einsatzgruppen I und IV abgehalten.
Quelle: Bogener Zeitung, 07.08.1968

Vom Standesamt
Bogen.
Im Juli verzeichnete das Standesamt Bogen sieben Geburten, fünf Trauungen und neun Todesfälle. Geburten: Wilhelm Johann Häusle; Haselquanten (Gemeinde Steinburg) …
Quelle: Bogener Zeitung, 08.08.1968

Vom Trachtenverein
Windberg.
Alle Mitglieder des Trachtenvereins, die am Festzug in Straubing mitmachen, treffen sich am Samstag, um 19 Uhr, im Vereinslokal Amann, Windberg.
Quelle: Bogener Zeitung, 09.08.1968

Gott, der Herr über Leben und Tod, holte am Mittwochabend unseren lieben Vater, Großvater, Schwiegervater, Schwager, Onkel und Paten
Herrn Ludwig Meier
Austragsbauer von Hofdorf
Gründungsmitglied des Krieger- und Veteranenvereins Hunderdorf
Mitglied der Marianischen Männerkongregation Straubing

versehen mit den hl. Sterbesakramenten, nach längerer Krankheit, im Alter von 84 Jahren, heim in den ewigen Frieden.
Hofdorf, Straubing, Schönthal, Mitterfels, Maisenthal, Lohhof, den 8. August 1968
In tiefer Trauer:
Johann Meier, Sohn mit Familie
Ludwig Meier, Sohn mit Familie
Josef Meier, Sohn mit Familie
Berta Papp, Tochter mit Familie
Theresia Zollner, Tochter mit Familie
Anna Kammerl, Schwester
Sofie Meier, Schwester
Theres Meter, Schwägerin
und übrige Verwandtschaft
Gottesdienst mit anschließender Beerdigung am Samstag, 10. August 1968, um 10 Uhr, in Hunderdorf.
Quelle: Bogener Zeitung, 09.08.1968


Oberlehrerin Elfriede Kroupa 70 Jahre alt
Hunderdorf.
Viele ehemalige Schüler und ein Großteil der Einwohner werden Elfriede Kroupa, die von 1945 bis 1954 in Hunderdorf als Lehrerin wirkte, noch in bester Erinnerung haben. Frau Kroupa, geb. Schmid, stammt aus Sternberg im Sudetenland. Ihr Vater war Direktor an der Bürgerschule und später Professor der Lehrerbildungsanstalt in Brünn. Auch die Jubilarin entschied sich für den Lehrberuf und wirkte bis zu ihrer Verheiratung an mehreren Schulen ihrer Heimat. Nur kurz war ihre Ehe mit Adolf Kroupa, der 19 Monate nach der Hochzeit auf einer Geschäftsreise tödlich verunglückte. Der einzige Söhn fiel während der Invasionskämpfe in Frankreich. Das große Leid aber, das ihr das Schicksal gebracht hatte, griff zwar nach ihrer Gesundheit, doch alle ihre Liebe und frauliche Herzensgüte blieb ihren Kindern in der Schule erhalten. Auch nach ihrer Vertreibung wirkte die Jubilarin mit bewunderungswürdigem Mut und unendlicher Geduld und Fürsorge als Lehrerin. Hier in Hunderdorf, wo sie im Dezember 1945 mit ihrem Bruder Erich Schmid die Volksschule wieder eröffnete, baute sie mit großem Verantwortungsbewußtsein den geregelten Schulbetrieb wieder auf. Die Jubilarin war in dieser Zeit ein Vorbild an Fleiß, Gewissenhaftigkeit und Lebensmut. Aus gesundheitlichen Gründen ging Frau Kroupa 1954 vorzeitig in Pension. Seit dieser Zeit lebt sie mit ihrer Schwester in Straubing. Die Verbindung zu Hunderdorf und ihren ehemaligen Schülerinnen und Kollegen ist nicht abgerissen. Immer noch interessiert sich die Jubilarin, die sich trotz des weißen Haares das jugendliche Feuer der Begeisterung und der Anteilnahme bewahrt hat, für alles, was an ihrem früheren Wirkungsort geschieht. Mögen es noch viele Jahre sein, die das Land der Verehrung zwischen den Schülern und dieser liebenswürdigen Lehrerin bestehen lassen.
Quelle: Bogener Zeitung, 10.08.1968


Hunderdorf. (Versammlung der Trachtler) Die Mitglieder des Trachtenvereins treffen sich heute, Samstag, um 20 Uhr im Gasthaus Sandbiller zu einem Vereinsabend mit Volkstanzprobe. Es wird auch die Teilnahme am Gaufest in Frontenhausen am morgigen Sonntag sowie die Ausschmückung des Festwagens für Straubing besprochen. Abfahrt fürs Gaufest am Sonntagfrüh 6 Uhr bei Sandbiller. Einige Plätze sind noch frei. Alle Mitglieder werden dringend un ihr Erscheinen gebeten.
Quelle: Bogener Zeitung, 10.08.1968


Kirchenheizung wird noch heuer gebaut
Hunderdorf.
Trotz der kurzen Frist, die von der Kirchenverwaltung gestellt wurde, um die Spenden für die Kirchenheizung beim Pfarramt abzugeben, wurde in den letzten 14 Tagen überraschend viel für die Heizung gezeichnet. Der Auftrag zum Einbau wurde bereits vergeben. Bereits jetzt sind mehr als 70 Prozent gesamten Kosten für die Anlage gesichert. Man glaubt, daß auch die wenigen Ausstehenden auch noch ihr Scherflein in den nächsten Tagen zeichnen werden.
Quelle: Bogener Zeitung, 12.08.1968


Frohschar erlebte schöne Ferien in Österreich
30 Mädchen in einem Bauernhaus einquartiert – Pater Johannes als Betreuer
Hunderdorf.
Im oberösterreichischen Mühlviertel, in der Nähe von Haslach, konnten etwa 30 Mädchen der katholischen Frohschar die ersten 14 Tage ihrer Ferien verbringen. Pater Johannes hatte dieses Ferienlager organisiert und auch die Betreuung der Gruppe inne. Einige größere Mädchen übernahmen die Küche. Einquartiert wurden die Mädchen auf dem geräumigen Dachboden eines Bauernhauses, wo man genügend Stroh aufgeschüttet hatte, um ein warmes Lager zu bereiten. Die Familie Wurzinger aus Hörleinsödt hatte die Unterkunft unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Die Tage waren ausgefüllt mit Wanderungen, Spielen, Baden und Singen. Am Abend vereinigte man sich manchmal am Lagerfeuer oder die Mädchen konnten in einem Quiz ihr Wissen und Können beweisen. Ausflüge zur nahen Grenze, Besichtigungen und Gruppenspiele rundeten das vielseitige Programm ab. Natürlich schmeckte es in der Gemeinschaft ganz besonders. Die Küchenmädchen hatten die Hände voll zu tun, wenn sie viel hungrige Mägen zufriedenstellen wollten. Man hatte viel Proviant mitgenommen, wobei vor allem die Spenden der Caritas besonders gelegen kamen. Daß nur ein Unkostenpreis von 40 DM pro Kind für diese zwei Wochen verlangt werden mußte, lag auch an den großzügigen Spenden, die von der Pfarrei gegeben wurden.
Der Aufenthalt in der schönen, waldreichen. Gegend wird sicherlich allen Teilnehmern in guter Erinnerung verbleiben. Der Abschied von Haslach und vor allem von der Familie Wurzinger war daher auch mit einem herzlichen Dank für die wirklich freundliche Aufnahme verbunden.
Quelle: Bogener Zeitung, 12.08.1968


Gott. der Allmächtige, holte infolge Herzinfarktes, meinen lieben, treuen Gatten, unseren guten Bruder, Schwager und Onkel
Herrn Josef Fuchs
Mitglied des Krieger- und Veteranenvereins und des VdK

im Alter von 64 Jahren nach Empfang der hl. Sterbesakramente aus unserer Mitte.
München 13, Schleißheimer Straße 147/11, den 10. August 1968
In tiefer Trauer:
Fanny Fuchs, Gattin
Alois Fuchs, Bruder mit Familie
Fanny Weinzierl, Schwester mit Familie
Maria Groß, Schwester mit Sohn
Therese Baierl, Schwester
Trauergottesdienst mit anschließender Beerdigung in unserem Heimatort Hunderdorf am Dienstag, dem 13. August, um 9 Uhr.
Quelle: Bogener Zeitung, 12.08.1968


Heute Fatimatag
Windberg.
Heute, Dienstag, ist wieder Fatimatag in Heilig Kreuz. Um 14 Uhr Rosenkranz, um 14.30 Uhr Predigt mit Andacht. Prozession und Abendmesse fallen aus.
Quelle: Bogener Zeitung, 13.08.1968


Omnibussonderfahrten zum Volksfest
Steinburg.
Der Linienbus Krieseszell — Elisa-bethszell — Straubing und St. Englmar — Ober-mühlbach — Perasdorf — Straubing fährt wie folgt zum Gäubodenvolksfest, Am Donnerstag, 15. August (Mariä Himmelfahrt) zum Jubiläumsfestzug: Abfahrt ab Krieseszell um 10.30 Uhr, Klinglbach um 10.44, Grün 10.48, Maibrunn 10.54, Elisabethszell um 11.08, Neukirchen 11:25 und Steinburg um 11.30 Uhr. Die Linie St. Englmar ab 10.45 Uhr, Heugrub 10.50, Obermühlbach 10.55 Uhr, Wieshof 10.57, Hintersollach 11.00, Perasdorf 11.05, Meidendorf 11.13, Irensfelden 11.18, Windberg 11.23, Hofdorf um 11.30 Uhr. Die Rückfahrt erfolgt ab Straubing um 18.10 Uhr. Am Freitag, 16. August, zur Lampionfahrt auf der Donau mit Niederfeuenverk, Abfahrt ab St. Englmar um 18.40, Grün 18,45. Maibrunn 18.50, Elisabethszell um 19.00 Uhr, Pürgl 19.07, Neukirchen 19.17, Steinburg 19.22, Schafberg um 19.25, Hofdorf 19.30 Uhr. — Am Sonntag. 18. August, zum großen Feuerwerk — Abfahrt ab Elisabethszell um 16.00 Uhr, Pürgl 16.07, Neukirchen 16.17, Steinburg 16.22, Schafberg um 16.25, Holdorf 16.30 Uhr. Die Linie Perasdorf ab Grün um 16.00 Uhr. St. Englmar 16.05 Uhr, Heugrub 16.10, Obermühlbach 16.15, Wieshof um 16.17, Hintersollach 16.20, Perasdorf 16.25, Meidendorf 16.33, Irensfelden 16.38, Windberg um 16.45 und Hofdorf um 16.50 Uhr. Die Rückfahrt erfolgt jeweils nach Vereinbarung.
Quelle: Bogener Zeitung, 14.08.1968


Gebühren und Abgaben
Hunderdorf.
In den nächsten Tagen sind beim Kassenverwalter der Gemeinde Feuerschutzabgabe, Hagelversicherung, Hundeabgabe, Gebühren für die Hausnummernschilder, die dritte Rate der Grundsteuer oder das Jahressoll zu bezahlen. Außerdem müssen die Besamungsverträge für 1968 unterzeichnet werden.
Quelle: Bogener Zeitung, 15.08.1968


Heimkehrerwallfahrt zum Bogenberg
Bogen.
Die alljährliche Heimkehrerwallfahrt auf den Bogenberg, veranstaltet vom Bezirksverband Niederbayern-Oberpfalz des Verbandes der Heimkehrer (VdH) findet in diesem Jahr am 13 Oktober statt. Bei der Wallfahrt, die sich in den letzten Jahren weit über den Rahmen Niederbayerns und der Oberpfalz ausweitete und Heimkehrer nicht nur aus den benachbarten Bezirken Oberbayerns und Schwabens, sondern aus dem angrenzenden Österreich vereinigte, wird auch in diesem Jahr wieder Tausende von ehemaligen Kriegsgefangenen auf den Bogenberg führen. Die Predigt wird diesmal von H. Pater Norbert Backmund vom Orden der Prämonstratenser vom Kloster Windberg halten, der auch maßgeblich an der szt. Gründung des Orts- und Kreisverbandes Bogen des Verbands der Heimkehrer beteiligt war. Bei der anschließenden Heimkehrerkundgebung im großen Saal des Heuwischer Hof wird erstmals der Vorsitzende des Verbandes der Heimkehrer, Landesverband Bayern, Dr. Brunner, zu dem Heimkehrerkameraden über aktuelle Probleme der Heimkehrer und vor allem über die abschließende Novelle zum Heimkehrerentschädigungsgesetz sprechen Die Organisation der Heimkehrerwallfahrt auf den Bogenberg und der Heimkehrerkundgebung obliegt dem Bezirksverbandvorstand in Regensburg, der mit den durchzuführenden Arbeiten den Kreisvorsitzenden Bogen des Verbandes der Heimkehrer, Fritz Zollner, mit seinem Mitarbeiterstab damit beauftragt hat. — Die Ortsvorsitzenden des Bezirksverbandes Niederbayern-Oberpfalz des Heimkehrerverbandes werden jetzt schon auf den Termin der Wallfahrt und des Heimkehrertreffens hingewiesen.      Wkg
Quelle: Bogener Zeitung, 19.08.1968


Wer baut wo und was im Landkreis Bogen?
Aufstellung der vom 5. 8. bis 9. 8. 1968 eingereichten Baugesuche

… Nolte Georg, Hunderdorf, Neubau einer Garage und Einfriedung … Scharrer Richard, Hunderdorf, Anbau an das best. Wohnhaus und Neubau einer Garage …
Quelle: Bogener Zeitung, 20.08.1968


Neue Brücke über den Bogenbach kostete ca. 100 000 DM
Hunderdorf.
Schon im Frühjahr begann der Bautrupp des Landkreises mit dem Ausbau der Kreisstraße Hunderdorf-Windberg. Neben der Begradigung der Straße, soweit dies das Gelände zuließ, wurde die Straße auch wesentlich verbreitert und das Gefälle etwas ausgeglichen. Im Frühjahr dieses Jahres wurde dann durch die Firma Rothammer neben den bestehenden beiden alten Brücken eine neue errichtet. Dabei wurde auch der Bogenbach begradigt, dadurch wird wir allen bei Hochwasser ein besserer Abzug des Stauwassers ermöglicht. Die Brücke wurde so gebaut, daß die eine Hälfte bei Hochwasser noch den Abfluß der anfallenden Wassermassen ermöglicht. Der Bautrupp des Landkreises hat die Straße von der Brücke bis zur Einmündung in Staatsstraße in wenigen Wochen ausgebaut. Durch den großzügigen Ausbau dieser Kreisstraße wurde nicht nur eine reizende Landschaft rund rund um Windberg und Hl. Kreuz mehr erschlossen, damit wurde auch eine bisher sehr gefährliche und enge Strecke besser befahrbar gemacht und durch die Verbreiterung mehr Sicherheit für den Verkehr gewährleistet.
Quelle: Bogener Zeitung, 23.08.1968


Kühlraum in Betrieb
Hunderdorf.
Die Gemeinde hat nun den Kühlraum für Notschlachtungen endgültig fertiggestellt. Küftig können also Landwirte der Gemeinde und der Nachbargemeinden bei Notschlachtungen das Fleisch im Kühlraum aufbewahren, bis es von der Behörde freigegeben wird. Landwirte aus der Gemeinde Hunderdorf können nach der Freigabe das Fleichs im angebauten Verkaufsraum an Interessierte abgeben.
Quelle: Bogener Zeitung, 23.08.1968


Rege Bautätigkeit
Windberg.
Überall hört man jetzt die Betonmaschinen laufen, wenn auch das Wetter noch so schlecht ist. Mit großen Anstrengungen und vielen finanziellen Sorgen haben die Gemeindevertreter ein Bebauungsgebiet im Hochgarten erschließungs- und baureif machen können. Die bis jetzt baureifen Parzellen haben alle ihren Käufer gefunden und gar mancher sieht sein Heim schon wachsen. Im Rohbau sind derzeit die Wohnheime Kleikamp, Bielmeier‚ Häusler und Haimerl. Unter Maurermeister Feldmeier und Polier Gierl wuchsen die Mauerwerke von Tag zu Tag höher und schauen weit in die Umgebung hinaus. Den i-Punkt auf die Mauerwerke setzten die Zimmererfirmen Dilger und Schmidbauer. Die Firma Miedaner-Rattenberg dagegen wühlte fest in der Erde und erstellt die Kanalisation und den Straßenbau, so noch heuer jeder sein Eigenheim beziehen kann. Auch außerhalb des Baugebietes werden noch verschiedene Bauten erstellt. Oskar Bugl baute sich neben dem alten baufälligen Bauernhaus eine schöne Wohnstätte. So Mancher Bau wird mit einer Fassade geschmückt und si manche Scheune wird aufgestellt und auch teils ausgebessert. Alles trachtet zur Verschönerung beizutragen.
Quelle: Bogener Zeitung, 23.08.1968


Verlängerung des Besamungsvertrags
Windberg
. Die Besamungsstation Rotthalmüster hat in der Gemeindekanzlei eine Liste aufliegen für die Beantragung der Verlängerung des Besamungsvertrages. Alle Landwirte, die ihren bisherigen Vertrag für die Zeit vom 1. 1. 1968 bis 31. 12. 69 aufrecht erhalten wollen oder die in der genannten Zeit einen solchen Vertrag schließen wollen, werden gebeten in die Gemeindekanzlei zu kommen.
Quelle: Bogener Zeitung, 23.08.1968


Die Mühlhiasl-Weissagungen
Der Zukunftsseher Matthias Lang aus Apoig genannt der Mühlhiasl, ist wieder in aller Mun-de. Nicht aus Angst, aus lähmendem Schrecken, sondern nur weil sich an diesem unvergeßli-chen 21. August jenseits unserer Grenzen genau das ereignete, was der Mühlhiasl von den „Rotjankerln“ und von Straubing prophezeit hat, erinnern wir uns überall in diesen Tagen an den Seher der Zukunft, der auf der Klostermühle in Apoig bei Hunderdorf, am Fuße von Windberg als Pächter saß. Den Tschechen und Slowaken erging es an diesem denkwürdigen Tage, genauer sogar in jener denkwürdiger Nacht wie den Straubingern in der Weissagung des Mühlhiasl, als sie am Morgen erwachten, waren die „Roten“ im Lande. Die Rotjankerl waren ebenso überraschend gekommen — die Abwehrdienste schienen gar nichts gemerkt zu haben! —wie der Mühlhiasl es vor mehr als 150 Jahren schon für seine Heimat und speziell für Straubing und den Bayerischen Wald vorausgesagt hatte, nämlich daß in Straubing die am Oberen Tor noch nicht gemerkt haben, daß die Rotjankerl schon durch das Untere Tor sind.
Dies allein schon dürfte Grund genug sein. die Weissagungen des Mühlhiasl den Lesern nicht vorzuenthalten, die 1923 am 28. Februar Pfarrer Landstorfer von Oberaltaich im Straubinger Tagblatt zum ersten Male gesammelt und veröffentlicht hat Hier zunächst der Text dieses heimatkundlichen Beitrags:
„Seit einem Jahrhundert schwirren durch die Nordgegenden von Niederbayern, angefangen vom Laabertal und Gäuboden bis hinein nach Cham und Bodenmais von Mund zu Mund fliegende „Prophezeiungen“, abgerissen und zusammenhanglos, aber hartnäckig sich erhaltend und unausrottbar Zukunftsverkündigungen von schwerem Ernst, denen der Anspruch anhaftet, die jetzige Gegenwart und Zukunft zeichnen zu wollen, und die allgemein einem gewissen „Mühlhiasl” zugeschrieben werden, von dessen Persönlichkeit und Lebensumständen aber kaum noch Bescheid zu erfragen ist.
Die alten Leute, die seine Äußerungen so oft mit drohender Überzeugtheit im Munde führten, sterben dahin und die Jungen schütteln sich bei diesen gruseligen Predigten unwillig ab und wünschten sie begraben und vergessen. Es war aber auch zu unwahrscheinlich und unmöglich, was da einem zum Glauben zugemutet worden wäre.
Nun sonderbarer Weise, bei den letztjährigen Welterlebnissen begannen diese alten Sprüche wieder kühner aus der Halbvergessenheit aufzutauchen, ja sich gewaltsam in Erinnerung zu bringen, wie eine längst vorhandene Beschreibung der Gegenwart; und siehe da, vieles hat aufgehört, lächerlich zu klingen.
Da mir aus dem Munde des im Wald und Vorwald wohlbekannten 93jährigen Priestergreises Gg. Mühlbauer, ehemals Pfarrers von Achslach und Oberaltaich, dessen 96jähriger Vater noch ein spezieller Freund des „Mühlhiasl“ gewesen, manches eigenartige Wort eingeprägt worden war, nahm ich mir in landsmännischem Interesse einmal die Mühe, noch das Weitere zusammenzutragen und festzuhalten, was in der Erinnerung der ganz alten Leute fortlebte.
Das Ergebnis sind die folgenden Zusammenstellungen, die wenn auch wohl unvollständig und lückenhaft, wenn auch inhaltlich ungemütlich und beinahe bestürzungerregend, doch durch ihre Ursprünglichkeit und wald-urwüchsige Natürlichkeit erfrischen, in ihrer Verflechtung mit wohlbekannten Land- und Ortschaften trauten Heimatgeruch atmen und immerhin in ihrer Gesamtheit ein ausführliches Stück altheimatlicher Kulturgeschichte darstellen.
Personalien: Der Familienname des fraglichen Mannes ist mündlich nicht mehr zu erkunden. Er wird wohl zu Lebzeiten schon kaum mit dem Familien-, sondern mit seinem Allerweltsnamen „Mühlhiasl“ genannt worden sein. Gesagt wird nur, daß er ein Müllerssohn von Apoig gewesen sein soll. Tatsächlich weisen die Pfarrbücher von Hunderdorf nach, daß in der betreffenden Zeit um 1800, ein „Hiasl“ auf der Mühle zu Apoig saß, nämlich Matthias Lang, der seinem gleichnamigen Vater auf der Mühle nachgefolgt und seit 1788 verheiratet war mit Barbara Lorenz von Recklberg und von dem 1789-1800 acht Kinder verzeichnet stehen. Die Geburtszeit dieses Matthias müßte in den 1750er Jahren zu vermuten sein, in denen auch verschiedene Müllerskinder Lang sich finden, aber kein Matthias, sondern Mathäus (1753). Die etwaige Identität dieses Namensträgers mit dem „Propheten“ müßte erkauft werden mit dem Zugeständnis einer Namensirrung, erleichtert durch das mundartliche „Mattheis“. Die Identität mit dem 1788 in die Ehe getretenen Matthias dürfte unzweifelhaft sein.
Die Persönlichkeit, wie sie sich spiegelt in eigenen Äußerungen und fremden Schilderungen, ergibt das Bild eines ausgesprochenen Originals, eines seltsamen und eigenartigen, gemütstiefen und treuherzigen Sonderlings. Kernhaften Glaubens und ernster Lebensauffassung war er der Seßhaftigkeit abhold; auch in regelrechte Alltagsarbeit scheint er nie viel verstrickt gewesen zu sein. Freizügig und sorgenlos durchstreifte er Gottes Welt, im ganzen Wald bekannt, überall daheim, überall wohlgelitten, nirgends vergessend, den Leuten fleißig von der Zukunft zu erzählen. Ob er im Eglseer Weiher fischte, ob er im breiten Mühlwasser von Apoig im Kahn die frohe Jugend spazierenfuhr, ob er von Bergeshöhen über Landstrecken hinblickte, überall fühlte er sich gedrängt, eben im Zusammenhang mit dem jeweiligen Standort, von den nachfolgenden Zeiten zu plaudern und die künftige Gestaltung der Landschaft und des Volkslebens eingehend zu beschreiben.
Seine Redeweise ist von kraftvoller Treffsicherheit und farbensatter Urwüchsigkeit, ausgesprochen natürlich in den breiten Kernlauten tiefster Waldvolksmundart, die sich leider ohne Kraft und Saftverlust nicht ins Hochdeutsche übertragen läßt.
Sein Vorsehen und Vorhersagen betraf die nahe und ferne Zukunft. Freilich wurde ihm nicht alles geglaubt, oft überhaupt nichts. Wer hätte vor 100 Jahren, wo Dampf und Elektrizität unbekannt waren, Lust haben sollen, an „fliegende Menschen“, „eiserne Straßen“, „unbespannte Wägen“ etc. zu glauben! So erntete er denn neben mitleidigem Lächeln und zuweilen unwilliges Auszanken und gereizten Widerstand. Die Prämonstratenser des nahen Klosters Windberg waren ihm ganz wenig gewogen. Bei einer Gelegenheit, sei es, daß er etwas zu essen erbat, sei es wie andere berichten, daß er einem förmlichen Verhör über seine Weissagerei unterworfen wurde, ward er mit Ungnade des Klosters verwiesen. Ungefragt sagte ihnen der „Hiasl“ das böse Wahr-Wort zurück: „Gerade so, wie ihr jetzt mich hinaustut, tun sie bald euch selber hinaus.“ Sechs Wochen später sei die Aufhebung des Klosters erfolgt. Des weiteren rief er noch: „Ich kann gehen, ihr aber müßt laufen; ich darf wieder herein, aber ihr dürft nicht mehr herein und zu euren Fenstern schauen Weiber und Kinder heraus.“ Tatsächlich soll die Entfernung der Mönche sich so abgespielt haben, daß dieselben dem ungerechten Ausweisungsdekret vorerst keine Folge bis die Exekutivkommission eintraf und straks alle Klosterinsassen heraustrieb, mit so brutaler Dringlichkeit, daß zwei Patres, die im Bach zu Gaishausen gefischt, keinen Fuß mehr über die Schwelle ihres Klosters setzen durften, sondern eiligst entweichen mußten. (1. April 1803).
Die fernsehenden Ankündigungen sind beherrscht von der Grundidee eines bevorstehenden großen „Weltabräumens“.
„Eine Zeit kommt, wo die Welt abgeräumt wird, und die Menschen wieder wenig werden.“ Um diesen Kern und Mittelpunkt herum gruppieren sich ganze Reihen von Schilderungen, die in scharfen, kurzen Rißlinien ein Zukunftsbild entwerfen: 1. von der vorangehenden Weiterentwicklung und Gestaltung des Volkslebens; 2. vom Einbruch und Verlauf des großen Unheils, das er das „Weltabräumen“ nennt; 3. Von dem sich daraus ergebenden Folgezustand, wohlgemerkt, alles, auch das Weltgeschichtliche, nur erfaßt und ausgemalt im Ausschnitt des niederbayerischen Heimatlandes.
(Fortsetzung folgt)
Quelle: Bogener Zeitung, 26.08.1968


Therese Kronfeldner 70 Jahre alt
Hunderdorf.
Therese Kronfeldner konnte am Samstag im Kreise ihrer Verwandten ihren 70. Geburtstag feiern. Aus einer kinderreichen Familie stammend mußte sie sich bereits vom zwölften Lebensjahr an ihr Brot selbst verdienen. Die Jubilarin mußte in der Landwirtschaft schwere Arbeit verrichten. 1934 verehelichte sie sich mit dem Totengräber Josef Kronfeldner, mit dem sie 33 Jahre lang Freud und Leid teilte. Vor zwei Jahren verstarb ihr Mann. Seitdem lebt sie still und zurückgezogen in ihrem Häuschen an der Thannangerstraße. Die Jubilarin ist geistig noch sehr rege, körperlich aber ist sie mit einem Wirbelsäulenleiden sehr geplagt. Wir wünschen nachträglich alles Gute und noch viele glückliche und zufriedene Lebensjahre.
Quelle: Bogener Zeitung, 27.08.1968


Die Mühlhiasl-Weissagungen
1. Fortsetzung
1. Vorher:
Anschaulich wird das niederbayerische Weltbild und Volksleben des bevorstehenden (nun-mehr abgelaufenen) Jahrhunderts geschildert in einer Fülle von Einzellinien, die sich in folgende Gesichtspunkte einordnen lassen: Kleidersitten: „— Wenn d‘ Bauern mit gewichsten Stiefeln in die Miststatt hineinstehen —Wenn sich d‘ Bauernleist g’wanden, wie die Städtischen und die Städtischen wie d‘ Narren (oder — „Die Städtischen wie d‘ Affen“) — Wenn erst die Rabenköpf kommen (schwarze Kopftücher) — Wenn die Mannerleut rote und weiße Hüte aufsetzen (solche Hüte waren in den 70er Jahren Burschenmode) — Wenn die farbigen Hüte aufkommen — Wenn d‘ Leute rote Schuh haben — Wenn auf den Straßen Gäns daherkommen (schneeweiße Gewandung) — nachher is nimmer weit hin —“
Lebenssitten: „Wenn d‘ Leut nichts mehr tun als fressen und saufen, schlemmen und dämmen, wenn a Bauernleut lauter Kuchen fressen, wenn Bauernleut d‘ Hendl und Gäns selber fressen. — wenn Bauern alle Awanter (Grenzraine) umackern und alle Stauern (Hecken) aushauen. wenn Bauern alle politisieren … nachher is die Zeit da.“
Verkehrssitten: Auf dem Fußweg von Oberalteich nach Hunderdorf gibt es eine Stelle, oben auf der Höhe der Kleinlintacher Berges beim Holz Bertl, wo man einen prächtigen Ausblick hat auf das Donautal und den Gäuboden von Plattling bis Regensburg, wo man heute so schön den Dampfschiffen zuschauen und die Schlepper zählen und das Pusten hören kann. Hier stand vor mehr als 100 Jahren der Mühlhiasl und besprach die Passauer Bahn und die zukünftige Waldbahn in Verbindung mit seinem Weltabräumen: “ – Wenn die schwarz Straß von Passau heraufgeht, wenn die schwarz Straß (auch „eiserne Straß“) über die Donau herüber-kommt und ins Böhm neinlauft“, „wenn der eiserne Hund in der Donau heraufbellt“, „wenn d‘ Leut in der Luft fliegen können“, „- wenn d‘ Wägen ohne Roß und Deichsel fahren“, -„wenn die meisten Leut mit zweiradeligen Karren fahren, so schnell, daß kein Roß und kein Hund mitlaufen kann“ – „nachher stets nimmer lang an.“ – –
In Apoig, der jetzigen Station Hunderdorf, bezeichnete er auf Meter genau den nachmaligen Lauf der „eisernen Straß“ und zeigte her, wie weit sie dem Schütz (jetzt Blasini) in den Garten hineinschneiden werde: „Bis daher und nicht weiter.“

Die Mühle des Mühlhiasl in Apoig bei Hunderdorf

Bemerkenswert ist, daß die Einwohner 1893 über den Bogener Brücken- und weiteren Eisenbahnbau nicht viel Entzücken aufbringen, konnten, sondern nach dem Eintreffen der ersten auch das angehängte zweite fürchteten: -„Dann steht’s nimmer lang an“….
Besiedlungswesen: Lintach, eine stundenweit ausgedehnte Kolonie mit zerstreuten Häusern, war um 1800, wie der ganze Wald, mit riesigen, für wertlos erachteten Hölzern bestanden und schwach besiedelt. Der „Hiasl“ behauptete, die Leute und die Häuser würden zuerst recht viel werden: „In der Stadt werden fünf- und sechsstöckige Häuser ‚baut, überall werden Häuser ‚baut, Häuser werden ‚baut, wie d‘ Schlösser und d‘ Pfarrhöf, Schulhäuser werden ‚baut wie Paläst (Mit eigener Betonung fügte er dann hinzu – „für d‘ Soldaten“!) – „In Lintach wird alles voller Häuser und Lehmhütten ang’schlöttet, aber nachher wachsen einmal Brennessel und Brombeerdörn zu ’n Fenstern außer“. Im Umhergehen zeigte er dann viele Orte, wo Häuser erstehen würden: „Da wird ein Haas ‚baat“. Am ehemaligen Weiher zu Eglsee fischend, steckte er an der Weiherecke mit dem Stock ein Viereck ab: „Da kommt ein Haus her.“ (Ist heut zu sehen). Rätselhaft ist eine Angabe: Zwischen Hunderdorf und Au zeigte er einen Platz: „Da wird ein Haus ‚baut, wird aber zuvor nicht ausbaut, wenn’s gleich schon lange ‚baut is.“ Es steht dort ein eigenes Haus „Breitfeld“. Lange Zeit sind die Balken für eine Altane weggestanden, was ihm ein unfertiges Aussehen gab, die sind jetzt entfernt. Dagegen soll für nächste Zeit ein Draufbau in Vorbereitung sein – Ferner ein Hinweis: „Wenn der Hochwald ausschaut, wie’m Bettelmann sein Rock“… (Könnte im Auge haben die schonungslose Abholzung, könnte aber auch hinweisen auf den „Hochwald“ bei Oedwies, der 1870 von einem Sturm „zerflankt“ wurde).
Klimatische Anzeichen: „Wenn die kurzen Sommer kommen – wenn man Winter und Sommer nimmer auseinanderkennt (weil der Winter so warm, der Sommer so kalt).
Religiöses Wahrzeichen: „Zuerst kommen die vielen Jubiläen – „überall wird übern Glauben predigt, überall sind Missionen (namentlich seit dem kirchenrechtlich vorgeschriebenen 10jährigen Missionierungsturnus!) Kein Mensch kehrt sich mehr dran. D‘ Leut werd’n erst recht schlecht. D‘ Religion wird noch so klein, daß mans in ein‘ Hut hineinbringt. Der Glaubn wird so dünn, daß man ihn mit der Geißl abhauen kann. Der Glaubn wird so wenig, daß man ihn mit’m Geißelschnappen vertreiben kann. Übern katholischen Glabn spottn am besten die eigenen Christen.“
Vielleicht hierhergehörend: „Recht‘ Gsetze (= recht viele oder recht üble Gesetze?) werden gemacht, aber werden nimmer ausg’führt.“
Wirtschaftliches: „s‘ Gold geht zu Eisen und Stahl. Um ein Goldstück kann man noch einen Bauernhof „kaufen.“ – „’s Holz wird so teuer wie der Zucker, aber (fügte er bei Weissagungen über große Not hinzu) g’langen tuts“. Einerlei Geld kommt auf. Geld wird gemacht, so viel, daß man’s gar nimmer kennen kann (mit geheimnisvoll hämischem Lächeln betonte er): „Wenns gleich lauter Papierflanken sind, kriegen die Leut nicht genug dran. Auf einmal gibts keines mehr.“
Wenn also das alles sich eingestellt hat, dann nunmehr, dann kommts nämlich:
(Fortsetzung folgt)
Quelle: Bogener Zeitung, 27.08.1968


Bei günstigem Wetter Prüfungen
Hunderdorf.
Bei günstigem Wetter nimmt der Abteilungsleiter heute um 17.30 Uhr im Lehner-Bad Prüfungen ab.
Quelle: Bogener Zeitung, 28.08.1968


Die Mühlhiasl-Weissagungen
2. Fortsetzung
2. Das „Weltabräumen“ selber
Nur rißhaft sind die Phasen angedeutet. Vorausgesetzt ist der „große Krieg.“ Der „große Krieg“, ganz waldlerisch ausgesprochen war ein häufiger Wiederholungsposten in seinen Vorhersagen. „Nach dem Krieg meint man, Ruh ist, ist aber keine. Die hohen Herren sitzen zusammen und machen Steuern aus. Nachher steht’s Volk auf.“ „Bal‘s angeht, ist einer übern andern. Raufen tut alles. Wer etwas hat, dem wird’s genommen. In jedem Haus ist Krieg. Kein Mensch kann mehr dem anderen helfen.“ Andeutungen von furchtbaren Klassenkämpfen: „Die reichen und noblen Leut werden umbracht. Wer feine Hand hat, wird totgeschlagen.“ (Vorbild: Ausrottungskampf gegen geistige Arbeit in Rußland) — Der Stadtherr lauft zum Bauern aufs Feld und sagt: „Laß mich ackern“ (um nicht erkannt zu werden). „Der Bauer erschlagt ihn mit der Pflugreutn.“
Offenbar auf das Hereinfluten roter Militärmassen von Osten soll hindeuten: „Von Straubing auf den Pilmersberg (Pilgramsberg) hinein wird ein Straß ‚baut.“ (Die Gegend war damals so unwirtlich, daß ihn der alte Weiherbauer erklärte, wenn ich alles glaub, glaub ich nicht, daß da eine Straß ‚baut werden kann (die jetzige Straße Straubing—Cham). Auf der Straß kommen sie einmal heraus, dieselben Roten, d‘ Rotjanker!.“ Wegen dieser Äußerung wurde er viel verlacht, ob’s etwa die rothosigen Franzosen sein sollen: „Nein. Franzosen sind’s nicht, rote Ho-sen habens auch nicht, aber die Roten sind’s.“ „Wenns aber einmal kommen, muß man davonlaufen, was man kann, muß sich verstecken mit drei Laib Brot. Wenn man beim Laufen einen verliert, darf man sich nicht bücken, so muß es „schlaun“ (pressieren). Wenn man den zweiten verliert, muß man ihn auch hintlassen, man kann’s auch mit einem noch aushalten.“ (Daß in kritischen Zeiten jeder Eisenbahn- und Nachrichtendienst aufhören kann, hat die Rätezeit gezeigt).
Als Versteck empfahl er je nach der Gegend z. B. für Mitterfels die großen Wälder im Perlbachtal und die Senkungen beim Buchberg, für Englmar die Käsplatte, für Bodenmais die Bergwerke, für den waldlosen Gäuboden die Weizenmandln.
Zum Schluß ist noch ein besonders unheimlicher Gast in Aussicht gestellt mit einem Originalnamen: „Der Bänke-Abräumer“. Da man in den Bauernstuben um den Tisch auf Bänken sitzt, zu verstehen als eine die Familienbestände dahinraffende seuchenartige Krankheit: „Auf d‘ Letzt kommt der „Bänk-a‘- ramer.“ Die Wenigen, die übrig geblieben, werden sich schutzsuchend aus der ganzen Umgebung innerhalb der Windberger Klostermauern sammeln.
„Wer’s überlebt, muß einen eisernen Kopf haben.“ Wie sieh’s nun nachher aus?
3. Nachher
Eine große Verheerung. „Die Leute sind wenig. Grüßen tuns wieder: „Gelobt sei Jesus Christus“ und einer sagt zum andern „Grüß Dich Gott, Bruder, grüß Dich Gott, Schwester.“ Auf d‘ Nacht zündet einer ein Licht, schaut, wo noch jemand eins hat —. Wer eine Kronwittstaude (Wacholder) sieht, geht drauf los, ob’s nicht ein Mensch ist. Ein Fuhrmann haut mit der Geißel auf die Erde nieder und sagt, da ist die Straubinger Stadt g’standen.“ (Letztere Äußerung traf ich nur einmal an, fraglich, ob sie dem M. zuzuschreiben ist). Das Bayerland im besonderen „wird verheert und verzehrt von seinem eigenen Herrn, am längsten wird’s stehn, am schlechtesten wird ihm gehn.“

„Bis dahin und nicht weiter“ wird die Bahn dem Schötz in sein Grundstück hineinschneiden, prophezeite der Mühlhiasl in Hunderdorf richtig

Viehstand: „Wenn man am Donaustrand und im Gäuboden eine Kuh findet, der muß man eine silberne Glocke anhängen, ein Roß, dem muß man ein goldenes Hufeisen hinaufschlagen im Wald drin krähn noch Gickerl.“
Wirkung des Strafgerichts: Nachher, wenn die Welt abgeräumt ist, kommt eine schöne schöne Zeit. Große Glaubensprediger stehen auf und heilige Männer. Die tun viel Wunder, die Leute glauben wieder.
Er sprach auch davon, daß vorher die Geister, die „Waizn“ verschafft werden (Allgemeine Volksanschauung, bestärkt durch das Meßschlußgebet und den teufelbeschwörenden großen Exorzismus Leos XIII.) Nachher aber erscheinen wieder Geister und bringen die zum Glauben.
Zeitpunkt: Welchen Zeitpunkt er für den „Großen Krieg“ in Aussicht hatte, ergibt sich ganz beiläufig aus einer unbedeutenden Begebenheit: In Großlintach redete er mit dem damaligen Bognervater vom großen Krieg, Inzwischen wuzelte und knetete er in freundlicher Neckerei das Ohr des dabeistehenden Kleinen, bis dieser den Scherz zu empfindlich empfand und zu weinen anhub. Da tröstete ihn gutmütig der Mühlhiasl mit der Versicherung: ,,Du bist beim großen Krieg nimmer dabei, deine Kinder auch nicht, aber denen ihre Söhne kommen gewiß dazu.“ Die Bognersöhne waren alle beim ersten Weltkrieg, sie sind die Enkel jenes weinenden Knäbleins.
Allgemeines vorhergehendes Merkmal: „Kein Mensch will’s glauben.“
Würdigung
Es steht jedem Menschen frei, über die Verlautbarungen des eigentümlichen Mannes , denken, was ihm beliebt, sie erstaunlich oder bemerkenswert oder bedeutungslos oder lächerlich zu finden. Zu letzterem wird neigen, wer allzu buchstäblich den Wortlaut preßt. Solches wäre nicht am Platze. Der gemeine Mann, noch dazu bei dichterischer Veranlagung, liebt es, von beobachteten Vorgängen und empfangenen Eindrücken die Höchstgrade hervorzuheben und übertreibend zu verallgemeinern mit Redewendungen wie „Kein Mensch“, „alle Leut“ u. a. – Beispielsweise einige blühende Bäume im Januar und erreifte Felder im Juni, wie sie in den letzten Jahren mehrfach zu beobachten waren, genügen ihm zwar zur Beurteilung „man kennt Winter und Sommer nicht mehr auseinander“ Kindisch wäre der Einwand, die Äußerungen, soweit sie zutreffen, wären etwa hinterher auf die Ereignisse zurechtgeschnitten und ihnen angepaßt worden, da deren Originalität und Alter durch die aus unseren Kindheitstagen bekannten überererbten Erzählungen der Ahnen hundertfach feststeht.
(Fortsetzung folgt)
Quelle: Bogener Zeitung, 28.08.1968


Abgeordneter Rainer beim Frühschoppen
Hunderdorf.
Am Sonntag veranstaltet der CSU-Ortsverband im Gasthaus Baier-Edbauer einen politischen Frühschoppen, zu dem auch einen Rainer sein Erscheinen zugesagt hat. Die Veranstaltung beginnt um 10.30 Uhr. Alle Mitglieder der CSU und Interessenten sind dazu höflich eingeladen.
Quelle: Bogener Zeitung, 29.08.1968


Wieder Training
Hunderdorf.
Ab sofort findet das Training aller Seniorenmannschaften jeden Freitag um 19 Uhr auf dem Sportplatz statt. Anschließend ist die Spielerversammlung im Vereinslokal Sandbiller. Alle aktiven Mitglieder haben zu diesen Veranstaltungen zu erscheinen.
Quelle: Bogener Zeitung, 29.08.1968


Die Mühlhiasl-Weissagungen
3. Fortsetzung
Daß es übrigens Menschen mit der Gabe des örtlichen und zeitlichen Hellsehens gibt, ist wissenschaftlich erwiesen. Häufiger findet sich die Veranlagung in Westfalen und die inhaltlichen Zusammenklänge der dortigen Vorhersagungen mit den hier angeführten sind oft auffallend. Trotzdem ist die selbständige Ursprünglichkeit beider gewährleistet durch die beiderseitigen heimatverankerten und daher unübertragbaren Lokalweissagungen. Hingewiesen sei, daß inhaltlich ungefähr die nämlichen Gedankengänge und ganz ähnliche Zukunftsausblicke in gehäufter Übereinstimmung sich finden bei anerkannt prophetischen Personen, darunter angesehenen Heiligen, aber kaum je mit solcher Fülle von Einzelmerkmalen, mit dieser markanten Anschaulichkeit und niederbayerisch derbkräftigen Strichzeichnung.
Nachwort: Leider gelang es mir noch nicht, Zeit und Ort vom Lebensende des Matthias Lang klarzustellen. In Apoig starb er nicht, wenigstens weiß die Sterbematrikel Hunderdorf nichts von ihm, auch nicht die von Englmar und Elisabethszell. Doch muß er im Bereich von Englmar, drunten in einem „Loch“ eine Mühle besessen haben: „Ich komm auch als Toter noch aus.“ Auf dem Leichenweg sei durch einen Ruck der scheuenden Ochsen der Sarg vom Wagen gefallen und eine Böschung hinuntergerollt, so daß man ihn heraufholen mußte.
Vielleicht könnte eines der an Englmar grenzenden Pfarrämter über den um 1810-1820 vermutbaren Tod dieser so bekannten und unbekannten Waldpersönlichkeit Aufschluß geben.
Leicht könnte auch sonst in den inneren Waldgegenden Genaueres über Persönlichkeit und Äußerungen des Landsmannes bekannt sein, geeignet, Obiges zu ergänzen oder richtig zu stellen. Für Mitteilungen solcher Art wäre Schreiber dankbar.“
Soweit Pfr. Landstorfer im Straubinger Tag-blatt vom 28. Februar 1923. Wir haben diesen heimatkundlichen Beitrag deshalb im Wortlaut abgedruckt, weil es gerade bei Weissagungen, die von Mund zu Mund gehen, darauf ankommt, die ursprüngliche Form zu erhalten.

Am ehemaligen Weiher zu Eglsee (bei Hunderdorf) steckte der Mühlhiasl an der Weiherecke mit dem Stock ein Viereck ab: „Da kommt ein Haus her!“ Dieses Haus, das Gemeindehaus, zeigt unser Bild. Die Wiesen dahinter waren einst Wasser und gerade darum war die Prophezeiung so unglaubhaft.

Es ist für uns heute geradezu unvorstellbar, daß ein Mann, der so bekannt ist und es auch zu Lebzeiten schon war, so unbekannt sterben konnte, daß bis heute niemand weiß, wo und wann der Mühlhiasl gestorben ist. Tatsächlich hat sich bis jetzt das Wort des Mühlhiasls „Ich komm euch als Toter noch aus“ in diesem anderen Sinne bewahrheitet. Es ist noch keinem Forscher, auch nicht P. Norbert Backmund von Windberg, gelungen, das Dunkel um den Seher des Bayerwaldes aufzuhellen. Der Vermutung von Pfarrer Landstorfer, eines der an St. Englmar angrenzenden Pfarrämter könnte Aufschluß geben, widerspricht die andere Behauptung, der Mühlhiasl sei 1825 in Straubing gestorben. Der Beweis für diese Behauptung fehlt auch noch. Vielleicht ist der Mühlhiasl in seinen alten Tagen bei einem seiner Kinder untergeschlüpft und dort gestorben. Man müßte also in Hunderdorf nachforschen, wohin die Kinder von M. Lang geheiratet haben.
Unverständlich ist auch die Behauptung von Dr. Adlmeier, der Matthäus Lang – geboren 1753 — könne nicht der Mühlhiasl sein, wenn für die acht Kinder des Mühlhiasl, die ihm in seiner Ehe mit Barbara Lorenz von Recklberg geschenkt wurden, achtmal als Vater ein Matthias Lang und bei der Trauung ebenfalls ein Matthias Lang beurkundet ist. Wie oft schon wurde das mundartliche irrtümlich „Mathäus“ geschrieben.
Der Waldprophet, der „Mühlhiasl“, hatte es nicht notwendig, wie der Sohn des berühmten und auf der Welt berühmtesten Zukunftsehers, des Michel Nostradamus, der ebenfalls im Weissagen sein Glück versuchte. Als er den Untergang der Stadt Pouzin vorausgesagt hatte, das Ereignis aber ausblieb, half er den Sternen nach, die sein Vater in den „Centuries“ (1555) beschworen hat, und steckte die Stadt selbst in Brand. Michel de Notredame, so hieß er, wurde dabei aber gefaßt und 1575 hingerichtet.
Wenn man von einem Propheten zur Beglaubigung seiner Echtheit nur eine einzige Tatsache verlangt, deren Voraussage eingetreten so genügt beim Mühlhiasl die Ankündigung des Ersten Weltkrieges, die auf den Tag genau traf und ebenso auch die Voraussage des Zweiten Weltkrieges.
Auf den Tag genau vorausgesagt
„An dem Tag, an dem zum ersten Mal der Eiserne Wolf auf dem Eisernen Weg durch den Vorwald bellen wird, an dem Tag wird der große Krieg angehen.“ So die Voraussage des Weltkrieges von 1914/18 durch den Mühlhiasl. Und wie sah die Wirklichkeit aus? Am 1. August 1914 wurde die Bahnlinie, die mitten durch den Vorwald fuhr, die Strecke Deggendorf — Kalteneck eröffnet. Am 2. August fuhren die mobilisierten Soldaten jener Vorwaldgegenden mit der neuen Eisenbahn, um in die Kasernen einzurücken.
Auch durch eine zweite Voraussage hatte der Mühlhias1 den Ausbruch des Weltbrandes angedeutet: Wenn der große weiße Vogel (nach einer anderen Lesart „die silbernen Fisch“ über den Wald kommt, dann „steht’s nimmer lang an.“ Es war kurz vor dem Ausbruch des Krieges 1914/18, als der Zeppelin über den Bayerwald flog.
(Fortsetzung folgt)
Quelle: Bogener Zeitung, 29.08.1968


Generalversammlung des Trachtenvereins
Hunderdorf.
Der Trachtenverein hält am Samstag um 20 Uhr im Gasthaus Sandbiller seine Generalversammlung ab. Alle Mitglieder möchten dazu erscheinen.
Quelle: Bogener Zeitung, 30.08.1968


Nach Gottes hl. Willen verschied am 28. 8. 1968 mein lieber Gatte, unser guter Vater, Bruder, Schwiegersohn, Schwager, Onkel und Pate
rr Johann Hornberger
Mitglied der Freiw. Feuerwehr und des
Krieger- und Veteranenvereins Hunderdorf

im Alter von 49 Jahren, selig im Herrn.
Hunderdorf, Salzgitter, 29. 8. 1968
In tiefem Schmer.:
Johanna Hornberger, Gattin
Gundel, Hansel und Hannerl, Kinder
Paul Hornberger, Bruder mit Familie
August und Emma Höhn, Schwiegereltern
Günter Höhn, Schwager mit Familie
und übrige Verwandtschaft
Gottesdienst am Samstag, 31. 8. 1968, um 9 Uhr, in Hunderdorf, mit anschließender Beerdigung.
Quelle: Bogener Zeitung, 30.08.1968


Bei günstigem Wetter Prüfungen der Wasserwacht
Hunderdorf.
Heute, Samstag, nimmt der WW-Abteilungsleiter Janker aus Bogen im Bad Lehner um 10.30 Uhr Prüfungen ab.
Quelle: Bogener Zeitung, 31.08.1968


Die Mühlhiasl-Weissagungen
4. Fortsetzung
Der Beginn des Zweiten Weltkrieges
Wenn es noch eines Beweises bedurfte, um die Echtheit der Mühlhiasl-Weissagungen zu bestätigen, d. h. daß die Geschichte des Waldpropheten keine Phantasien, sondern wirklich ein Blick in die Zukunft, in unsere Gegenwart, ja zum Teil schon Vergangenheit, waren, dann sind es die zwei Voraussagungen vom Beginn des Zweiten Weltkrieges. Die eine betrifft den Brückenbau in Straubing: „Wenn’s in Straubing über die Donau die große Brücke bauen, so wird’s fertig, aber nimmer ganz, dann geht’s los.“ Und was geschah? 1938 war in Straubing die Donaubrücke bis auf die Betondecke fertig, als – „Es begann im September“ – der Zweite Weltkrieg ausbrach.
Noch frappierender ist aber die zweite Voraussage, so daß selbst die überlebenden dieses Krieges nicht mehr aus dem Staunen herauskommen. Wer erinnert sich noch, wie man 1935-36 sich auf die Mühlhiasl-Weissagungen warf, sie abschrieb, weil man sie nicht drucken durfte, wie man darüber debattierte! Im Mittelpunkt stand die Linde auf dem Zwieseler Kirchturm. Diese Weissagung ist so merkwürdig, daß es uns nicht wundern kann, daß der Mühlhiasl seinerzeit als „spinnert“ erklärt und herzhaft ausgelacht wurde. Doch uns ist das Lachen darüber vergangen. „Auf’n Kirchturm in Zwiesel werd a Baum wachsen“, sagte der Mühlhiasl, „wenn der Baum so lang is wia a Fahnenstang (Fahnenschaft), dann is die Zeit da.“ Der Krankenhausbenefiziat Goderbauer (+ 1948), berichtet Dr. C. Adlmeier, reiste im Jahre 1944 eigens nach Zwiesel, um den Baum, eine Linde, die tatsächlich auf dem Turmvorbau in Zwiesel etwa zwei Meter hoch gewachsen war, zu besichtigen. Ein Polizist wies die vielen Neugierigen, die natürlich die Prophezeiung des Mühlhiasl kannten, an, weiterzugehen, da es der Regierung damals sehr unangenehm war, wenn eine solche Weissagung in Erfüllung ging. Diese schicksalhafte Linde wurde dann 1946 heruntergenommen, aber anderswo eingepflanzt. Als die Linde 1939 die Länge einer Fahnenstange (ungefähr zwei Meter) erreicht hatte, brach der Krieg aus.
„Überall werden Häuser baut“
Wie steht es mit der Behauptung des Mühlhiasl, daß die Leute zuerst recht viel werden. Haben wir nicht Umsiedlungen und Vertreibungen aus der angestammten Heimat und einen Flüchtlingsstrom gesehen, wie Ihn die Welt noch nie kannte? Und „dann werden recht viel Häuser ‚baut In der Stadt werden fünf- und sechsstöckige Häuser ‚baut, Häuser werden ‚baut wie d‘ Schlösser und d‘ Pfarrhöf, Schulhäuser werden ‚baut wie Paläst“ Solche Behauptungen treffen doch ins Schwarze!
Buchstäblich ins Schwarze. Gerade darum ist es von entscheidender Wichtigkeit, daß die Weissagungen des Waldpropheten In ihrer ursprünglichen Form erhalten bleiben. Es ist bedauerlich, daß sie niemand zu Lebzeiten des Mühlhiasl aufgezeichnet hat und uns keine frühere Niederschrift erhalten blieb als die von Pfarrer Landstorfer 1923. Es scheint zwar begreiflich, daß man sie zu Lebzeiten des Mühlhiasl nicht aufschrieb, weil er selber oft wegen seiner Prophezeiungen verlacht und verspottet und wie alle ungewöhnlichen Menschen als „narrisch“ bezeichnet wurde. Das Schicksal aller Seher, daß Warnungen und Mahnungen, daß ihre Kassandrarufe unbeachtet und unbegreiflich bleiben. Es geht heute selbst einem Bertrand Russel nicht anders, der da zweifelt, daß der Mensch unter der Atombombe noch eine Zukunft hat, obwohl der englische Philosoph nicht prophezeit, sondern nur die Folgen der gelebten Wirklichkeit aufzeigt und ausdeutet. Wie oft kehrt beim Mühlhiasl der Seufzer wieder: „Doch kein Mensch will’s glauben!“ Erst wenn die Katastrophe da ist, wenn sie gar vorbei ist, dann erinnert man sich des lästigen Propheten. Die meisten Menschen befassen sich daher erst mit solchen Zukunftsprophezeiungen, wenn die Zeiten undurchsichtig werden und die politischen Entwicklungen wie eine Sturmflut sich über uns daherwälzen. Der Glaube an die Echtheit dieser Mühlhiasl-Prophezeiungen entstand erst, als die ersten prophezeiten Ereignisse eintraten, zunächst die Ankündigung über seinen eigenen Tod, die wohl die erste Bestätigung und Beglaubigung der Echtheit seiner Gesichte ist, wenn nämlich der Mühlhiasl über seinen eigenen Tod die schaurige aber auch doppeldeutige Prophezeiung machte: „Wenn i amoi gstorbn bin, kimm i euch doch noch einmal aus“. Als der Mühlhiasl auf seiner letzten Fahrt war, so erzählt der Volksmund, scheuten in einer „Reibn“ (Kurve) die Ochsen und brach ein Rad, so daß der Wagen sich neigte und der Sarg über die steile Böschung kippte. Dabei sprang der Sargdeckel auf und die Leiche kollerte den Hang hinab. So kam der Prophet „noch einmal aus“ und mußte er ein letztes Mal eingeholt werden. Auf diese Weise ging auch diese Prophezeiung in Erfüllung.
Von da an begannen die Weissagungen des Mühlhiasl immer tiefere und weitere Wurzeln zu schlagen, eben
Mit jedem Ereignis, das eintrat
und das er vorausgesagt hatte: die Autos, Schiffe und Luftschiffe, die durch seine Heimat zogen. Dinge, für die der Mühlhiasl nicht einmal einen Namen hatte, weil es die Wörter noch gar nicht gab für das, was er „wie in einem Film“ (Irlmaier) vor seinen Augen hatte vorbeiziehen sehen. Vollends half der Erste Weltkrieg den Mühlhiasl-Weissagungen zum Kredit und Durchbruch.
Andererseits aber taucht in diesen Situationen der Lebensangst vor drohenden politischen Gewittern eine zweite Gefahr auf: In ihrer Lebensangst lassen sich die Menschen dann Mutmaßungen und Kombinationen einflüstern, die aus der verworrenen Gegenwart eine Deutung der Zukunft ableiten, sie dichten zu den bekannten Weissagungen etwas hinzu, deuten et-was hinein, was drin sein kann, was aber nicht immer gemeint ist. Gerade darum ist eine solche Aufzeichnung und Festlegung der Prophezeiungen, wie sie das Straubinger Tagblatt 1923 brachte, von grundlegender Bedeutung. Nun kann man sich an das Wort halten, kann eigene Vermutung und Auslegung immer wie-der mit dem ursprünglichen Text konfrontieren und sich fragen, ob sich beide Dinge, Text und Auslegung, wirklich decken.
Es besteht aber sicher kein Zweifel, daß es noch manche Mühlhiasl-Weissagung gibt, die von Pfarrer Landstorfer nicht erfaßt und aufgezeichnet wurde. Jeder, vor allem alte Leute könnten noch viel beitragen, um die Gesichte des Waldpropheten noch genauer und umfassender festzulegen. Hier ein Beispiel! Ich entsinne mich z. B., daß ich als Bub oft eine solche Weissagung des Mühlhiasl hörte: „Wenn das große rote Haus in… (einer Stadt des Bayerischen Waldes) fertig ist, dann geht der Krieg los “ Ich weiß aber nicht mehr, auf welchen Ort sich diese Voraussage bezog. Wer hat ein gutes Gedächtnis und kann genau angeben, ob er diese und jene Weissagung bereits vor dem Ersten oder erst vor dem Zweiten Weltkrieg (oder gar erst nach dem Kriege) gehört hat? Wir müssen uns immer der Gefahr bewußt sein, daß dem Mühlhiasl nachträglich Dinge als „geweissagt“ unterschoben werden, die er gar nicht gesagt hat.
Wer ist der „Bänkabräumer“?
Pfarrer Landstorfer deutete den „Bänke-Abräumer“ oder Weltabräumer „als eine die Familienbestände dahinraffende seuchenartige Krankheit“. Der Mühlhiasl selbst sagte: „Wer’s überlebt, muß einen eisernen Kopf haben.“ Wenn er ferner in seinen Gesichten einen Fuhr-mann sah, der mit der Geißel auf die Erde niederhaut und sagt, „da ist die Straubinger Stadt g’standen“, wer muß dabei heute nicht an die Atombombe denken? Damit stoßen wir auf eine andere wichtige Tatsache, daß die Menschen zu Lebzeiten des Mühlhiasl manche Dinge gar nicht verstehen konnten. Genau so wenig wie wir uns in unserer Jugend eine Atombombe mit ihren lebensgefährlichen Strahlen vorstellen konnten. Heute drängt sich eine solche Interpretation direkt auf. Nach Hiroschima liegt diese und nur diese Auslegung in der Luft. Die Todesstrahlen kann nur jemand widerstehen, der einen „eisernen Kopf“ hat. Aber auch das ist genau so ein Bild, wie wenn der von einer „eisernen Straß“, von einer „schwarzen Straß“, von einem „eisernen Hund“ spricht oder wenn er von „zweiradeligen Karren“ (Fahrräder) von „Wagen ohne Roß und Deichsel“ (Autos) sprach, weil eben die Wörter für die Dinge fehlten. So mußte er in Bildern sprechen. Mühlhiasl-Forscher sehen mit Fug und Recht gerade in dieser Sprache den überzeugendsten Beweis für die Echtheit seiner Gesichte. Überhaupt die Sprache des Mühlhiasl, die so ungemein bilderreich ist, wäre eine eigene Untersuchung wert.
Liest man heute z. B. das Buch des englischen Mathematikers und Philosophen ,,Hat Mensch noch eine Zukunft?“, dann drängt einem der Vergleich mit dem Weltabräumen, das der Waldprophet voraussah, auf. „Eine Zeit kommt, wo die Welt abgeräumt wird, und die Menschen wieder wenig werden“, heißt es beim Mühlhiasl. Russel weiß, welche ungeheuere Gefahr das nukleare Wettrüsten in Ost und West für die Zukunft der Menschheit bedeutet und daß die Menschheit keine Chance zu überleben hat, weil die gefährlichen Strahlen den Menschen tödliche Krankheiten zufügen, das Wasser vergiften, die Gemüsepflanzen, das Fleisch. Professor Oliphant erklärte, daß es nicht sehr schwer sein wird, einen ganzen Landstrich mit radioaktiven Produkten zu bestreuen, die in weitem Umkreis alle Lebewesen vernichten, nicht bloß den Menschen, sondern alles, was lebt. Wir wissen heute, daß die jetzige Atombombe Temperaturen erzeugt, die ungefähr die gleichen sein dürften wie die im Innern der Sonne. „Der Kriegsminister der Vereinigten Staaten hat 1958 auf Grund eines Pentagon-Berichtes geschätzt, daß in einem Kernwaffenkrieg zwischen der Nato und den Mächten des Warschauer Paktes 160 Millionen Amerikaner, 200 Millionen Russen und die gesamte Bevölkerung Westeuropas zugrunde gehen würden.“ Kurz, die Welt würde eine Esse stummen Todes oder mit dem Bilde des Mühlhiasl die Welt wird abgeräumt. Noch nie war die Menschheit der Möglichkeit so nahe, in Sekundenschnelle die gesamte Bevölkerung der Erde auszurotten — aber „kein Mensch will’s glauben.“ Auch das trifft genau zu.
(Fortsetzung folgt)
Quelle: Bogener Zeitung, 31.08.1968

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