1941

Au v. W. (Standesamtlicher Jahresbericht für 1940) Geburten: Paula Haimerl von Schafberg, geb. am 4. 1. 40; Jakob Feldmeier, 11. 1. 40; Hermann Maximilian, Steinburg, 13. 2. 40; Zeindlmeier Alfred, Rimbach, 24. 2. 40; Schießl Josef Au v. W., 11. 3. 40; Bugl Hildegard, Kögl, 7. 4. 40; Kiefl Siegfried, Ramersberg, 26. 4. 40; Retzer Franz, Au v. W., 4. 7. 40; Diewald Anton, Steinburg, 16. 9. 40; Steckler Willibald, Steinburg, 18. 9. 40; Freundorfer Karl, Gaishausen, 19. 9. 40; Schießl Heinrich, Au v. W., 20. 10. 40; App Nelli Maria, Gaishausen, 27. 10. 40; Gütlhuber Albert, Ramersberg, 28. 10. 40; Baumgartner Franz Xaver, Grub, 12.11.40; Merkle Rosa Maria, Gaishausen, 25. 12. 40. Eheschließungen: Obergefreiter Alois Dengler mit Fanny Ecker, Landwirtstochter von Schafberg; Josef Bielmeier, Schneidermeister von Steinburg mit Theresia Aumer, Bauerstochter von Atting; Ludwig Kern, Landwirt von Rammersberg mit Anna Mühlbauer, Landwirtstochter von Seethal; Karl Solcher, Metzgermeister von Ehren mit Cäcilie Schmelmer, Gastwirtstochter von Rettenbach; Soldat Karl Fleischmann von Gaishausen mit Franziska Artmann von Rißmannsdorf. Sterbefälle: Therese Oischinger, Austragsmüllersehefrau von Steinburg, gest. am 7. 1. 40, 72 J. alr; Katharina Kronfeldner, Austragsbauerswitwe von Au v. W., 29. 2. 40, 80 J.; Xaver Huber, gräfl. Förster von Wegern, 15. 3. 40, 76 J.; Jakob Feldmeier, Bauerssohn von Riglberg, 24. 4. 40, 3 Monate; August Kiefl, Kriegsbeschädigter von Steinburg, 1. 6. 40, 52 J.; Schütze Max Hanner, von Steinburg, gef. 28. 5. 40, 28 J.; Franziska Dachs, Austragsgütlersehefrau von Rammersberg, 25. 9. 40; 88 J.; Elisabeth Petzendorfer, Austragsgütlersehefrau von Schafberg, 28. 10. 40, 77 J.; Xaver Hanner, Holzverlader von Steinburg, 19. 11. 40, 41 J.; Johann Hanner, Pflegekind von Steinburg, 20. 12. 40, 1 Jahr alt.
Quelle: Straubinger Tagblatt 11./12.01.1941


Hunderdorf. (Appell) Die Kriegerkameradschaft Hunderdorf hielt vergangenen Sonntag im Gasthaus Baier dahier ihren Jahresappell ab. Vereinsführer Feldbauer begrüßte die zahlreich erschienenen Kameraden und gab die Tagesordnung bekannt. Schriftführer Klein erstattete den Jahresbericht. Nach Erledigung verschiedener Angelegenheiten wurde zur Wahl eines Vereinsführers geschritten. Pg. Hans Feldmaier, Hafnermeister in Thananger, wurde einstimmif zum Führer gewählt. Zu seinen Mitarbeitern wurden bestimmt: Baier Xaver von Hofdorf als Führerstellvertreter, Gastwirt Baier als Kassenführer, schlossermeister Klein als Schriftführer. Als Beiräte wurden berufen: Johann Hornberger und Karl Härtenberger von Hunderdorf, Franz Wurm von Gaishausen, Josef Weinzierl von Röhrnau und Xaver Gmeinwieser von Hoch.
Quelle: Straubinger Tagblatt 11./12.01.1941


Hunderdorf. (Leichenfeier) Nach langer Pilgerfahrt hat ein müder Greis seine Augen zum letzten Schlummer geschlossen. Im Krankenhaus Bogen starb am Mittwoch der Privatier Josef Schleinkofer von Apoig im Alter von 83 Jahren. Seine sterbliche Hülle wurde am Freitag hier zur letzten Ruhe gebettet. Der Verstorbene bewirtschaftete mit seiner Gattin ein Oekonomieanwesen, das sie wegen Invalidität während der Inflationszeit verkauften. Ein Theil ihres Vermögens und ein kleiner Gewerbebetrieb gewährten ihnen ein auskömmliches Dasein. Die Freiwilligen Feuerwehren Hunderdorf, Steinburg, Gaishausen und Au gaben dem toten Kameraden die letzte Ehre, ebenso die Kriegerkameradschaft Hunderdorf ihrem Gründungsmitglied. Pfarrer Kiermeier widmete dem Verblichenen ehrende Worte und der Musikchor sang zum Abschluß der Trauerfeier das Lied vom Guten Kameraden. Eine hochbetagte Gattin stand trauernd am Grab ihres Gatten
Quelle: Straubinger Tagblatt 11./12.01.1941


Hunderdorf. (Jahresappell) Die Soldaten- und Kriegerkameradschaft Hunderdorf hielt am Sonntag nachmittag in ihrem Stammlokal Sandbiller in Apoig den Jahresappell ab, der sehr gut besucht war. Nach der Begrüßung durch Kameradschaftsführer Schöfer-Sollach erstattete Schriftführer Wölfl den Jahresbericht. Der von Kassenleiter Wittmann abgelegte Kassenbericht befriedigte alle Kameraden. Zum Abschluß des Jahresappells gedachte die Versammlung der im vergangenen Jahrverstorbenen Mitglieder.
Quelle: Straubinger Tagblatt 11.02.1941


Steinburg. (Inbetriebnahme des Sägewerkes Steinburg) Infolge eines Kesseldefektes mußte das Sägewerk Steinburg jetzt über 10 Monate still liegen. Ein neuer Kessel ist aber nun angekommen und seit heute ist die Dampfsäge wieder in Betrieb und kann nun das große Holzlager verarbeiten.
Quelle: Straubinger Tagblatt 11.02.1941


Steinburg. (Ein Nähkurs) wurde für die Jugendgruppe der Konservenfabrik Steinburg in den schönen Gefolgschaftsräumen der Fabrik abgehalten. Die Durchführung des Kurses, an dem 13 Mädels teilnahmen, lag in den Händen der DUF-Kreisverwaltung Bogen. Schneidermeisterin Weigel-Bogen verstand es, an 12 Abenden aus den Teilnehmerinnen Hausnäherinnen zu machen, die in der Lage sind, alle notwendigen Ausbesserungen sowie alltägliche neue Sachen für den Haushalt herzustellen. Kinderschürzen, Frauenhemden, Röcke, Haus- und Dirndlkleider, Herrenhemden, Nachthemden und vieles andere fertigten die Kursteilnehmerinnen, die selbst den Stoff zuschnitten, an. Als Abschluß des Kurses wurde am Samstag ein Betriebsappell abgehalten, zu dem die Jungen des Gemeinschaftslagers Windberg eingeladen waren. Für ihre Bewirtung sorgten die Kursteilnehmerinnen und die Betriebsführung. Bei dieser Kaffeestunde war der Kontakt zwischen den Hamburger Jungens und unseren Waldlermädels rasch hergestellt. Die Hamburger begannen mit einem selbstgedichteten Bayerwalddanklied und dann folgte Lied auf Lied. Dazwischen sah man Zauberkünstler und stumme Pantomimen, man hörte einen tüchtigen Ansager und gesungene Kreuzworträtsel, kurz alles, was die Jungens brachten, löste Beifall und Anerkennung aus. Besonderen Beifall fand das selbstgedichtete Lied von der Steinburger Marmelade. Eine von der NS-Frauenschaft übertragene Mikrophonrede, die in einem lustigen Brief allen Kursteilnehmern ihre Fehler während des Kurses mitteilte, wurde ebenso beifällig aufgenommen. Während des Abendessens unterhielt eine Schifferklavierkapelle der Jungens sehr gut, so daß ihr Abschiedslied lebhaftes Bedauern hervorrief. Kreisjugendreferentin Wicki Pollwein übergab den Teilnehmerinnen die Ausweiskarten und dankte der Kursleiterin für ihre Mühe. Zum Abschluß des Betriebsappells übergab der Betriebsleiter 6 weitere Bände an die Werkbücherei. Die Hamburger Jungens verdienen für ihre Mitwirkung Dank und Anerkennung; halfen sie doch die Verständigung zwischen Nord und Süd fördern und die Verbindung enger zu gestalten.
Quelle: Straubinger Tagblatt 11.02.1941


Hunderdforf. (Trauerfeier). Am Donnerstag wurde dahier eine markante Persönlichkeit zu Grabe getragen. Nach längerem Leiden verstarb im Alter von 72 Jahren der Privatier Johann Berger, ehemaliger Brauereibesitzer von Steinburg. Vor etwa 40 Jahren erwarb er sich mit seiner Gattin die Brauerei Steinburg. Unter seiner persönlichen Leitung wurde manch edler Tropfen hergestellt, der dann auch kräftigen Zuspruch fand. Der Verstorbene war ein strenger, aber auch gerechter Hausvater. Drei Söhne und fünf Töchter wurden zu tüchtigen Menschen herangezogen. Ein Sohn machte als Freiwilliger den Bürgerkrieg in Spanien mit und ist seit Kriegsbeginn bei der Luftwaffe tätig, während der ältere vor sieben Jahren im Alter von 32 Jahren auf tragische Weise den Tod fand. Als Bienenfreund war der Verstorbene auch lange Jahre Vorstand des Bienenzuchtvereins Steinburg. Ein überaus großer Leichenzug bewegte sich am Donnerstag von Steinburg dem hiesigen Friedhof zu. Auch die Freiwilligen Feuerwehren von Steinburg, au, Gaishausen und Hunderdorf waren zahlreich vertreten. Pfarrer Kiermeier widmete dem Verstorbenen einen ehrenden Nachruf. Eine große Anzahl Kränze wurde am Grabe niedergelegt. Ein erhebendes Grablied, intoniert von der Kapelle Klein, beendete die Trauerfeier.
Quelle: Straubinger Tagblatt 07.03.1941


Steinburg. (Volksversammlung). Am Samstag, den 8. März, findet in Steinburg Brauerei Berger abends 8 Uhr eine öffentliche Volksversammlung statt. Als Redner kommt Pg. Vollmann-Bogen, welcher als sehr guter Redner bekannt ist. Es ist Pflicht eines jeden Volksgenossen zu erscheinen.
Quelle: Straubinger Tagblatt 07.03.1941


Pfelling. (Beerdigung) Am Mittwoch bewegte sich ein großer Leichenzug von Pfellingermühle zum hiesigen Friedhof um dem 61 Jahre alten Besitzer Josef Müller (Bäcker Sepp) das letzte Geleit zu geben. Er war als Bäckerssohn zu Welchenberg geboren und verehelichte sich 1908 mit der Landwirtstochter Stegbauer von Muckenwinkling. Sie kauften dann die Pfellingermühle. Im Weltkrieg erwarb sich Müller das E. K. II. Die Freiw. Feuerwehr und die Kriegerkameradschaft Pfelling-Entau gaben ihm unter Vorantritt der Kapelle Ebner-Metten das letzte Geleit. Pfarrer Offenbeck tröste die Kinder über den Tod ihres Vaters, der 2 ½ Jahre gelähmt war. Der Jugendchor sang ein Grablied und die Musikkapelle spielte zum Abschied des Traueraktes das Lied vom guten Kameraden.
Quelle: Straubinger Tagblatt 14.03.1941


Hunderdorf. (Heldenehrung) Partei und Arbeitsfront versammelten sich mit Fahnen am Kriegerdenkmal, um des auf dem Felde der Ehre gefallenen Landwirtssohnes Ludwig Gmeinwieser von Hoch zu gedenken. Die beiden Kriegervereine nahmen mit den Kyffhäuserflaggen teil und viele Freund eund Bekannte ehrten den Gefallenene durch ihre Teilnahme. Nach einem Trauerchoral der Musikkapelle wies Ortsgruppenleiter Frankenberger auf die gigantischen Leistungen unserer Wehrmacht hin. Auch Ludwig Gmeinwieser hat ruhmreichen Anteil an den siegreichen Kämpfen genommen. Er hat seine Treue zu Führer und Volk durch das Opfer seines Lebens besiegelt. Wir sind stolz, daß er einer der Unsern ist. Das Lied vom Guten Kameraden bildete den Abschluß der Heldenerhrung. Hernach fanden in der Pfarrkirche die Trauergottesdienste statt, wobei Pfarrer Kiermeier in ehrenden Worten des toten Helden gedachte.
Quelle: Straubinger Tagblatt 11.081941


Großlintach. (Heldentod) Bei der Landwirtsfamilie Bogner traf die Trauerkunde ein, daß ihr Sohn Otto als Soldat eines Infanterie-Regiments bei den schweren Kämpfen im Osten den Heldentod gefunden hat. Die Eltern und 10 Geschwister, von denen noch 4 Brüder im Felde stehen, trauern um ihn. Er war vor seiner Einberufung als Hausmeister in der Weingroßhandlung Hochgraßl in Straubing tätig. Sein Name wird in das Ehrenbuch unserer Gemeinde als der eines tapferen Kämpfers eingetragen bleiben.
Quelle: Straubinger Tagblatt 28.08.1941


Hunderdorf. (An Mutters Grab) Ein altes, liebes Mütterlein hat man in der Person der Rentnerswitwe Theres Weindl von Hofdorf im gottgesegneten Alter von 86 Jahren zur letzten Ruhe gebettet. Wenn auch nie mit Glücksgütern gesegnet, so hat sie sich doch mit ihtrm vor einigen Jahren verstorbenen Manne redlich durchs Leben geschlagen. Sie erwarben sich von ihren Verdienstgroschen ein ganz nettes Eigenheim. Schwere Schicksalsschläge mußte die Verstorbene über sich ergehen lassen. Von sechs Kindern, die sie großgezogen hatte, fiel der jüngste im Weltkrieg auf dem Felde der Ehre, während ein verheirateter Sohn und eine verheiratete Tochter auf tragische Weise ums Leben kamen. Eine stattliche Zahl Trauergäste begleiteten sie auf ihrem letzten Gang. Pfarrer Kiermeier widmete der Verblichenen einen ehrenden Nachruf. Drei Töchter trauern um den Verlust der guten Mutter.
Quelle: Straubinger Tagblatt 19.09.1941


Abschied von Windberg
Das Kinderlandverschickungslager Kloster Windberg bei Hunderdorf schreibt uns folgenden lieben Brief mit dem herzlichen Abschiedslied, die wir als Dank unserer Gäste an die Bevölkerung weitergeben. Sei zeigen, wieviel Glück diese Aktion der Partei in die Herzen unserer Jugend gesenkt hat. Die Schriftl.

Liebes Straubinger Tagblatt,
wenn wir in der kommenden Woche in unsere norddeutsche Heimat zurückkehren, so werden wir genau zehn Monate in der Bayerischen Ostmark geweilt haben. Wie sehr wir in diese Zeit mit Land und Leuten zusammenwuchsen, erkennen wir erst jetzt, wo wir Abschied von unseren hiesigen Freunden nehmen müssen.
Zu diesem gehörst auch Du, liebes Straubinger Tagblatt. Du bist in den vergangenen Monaten täglich zu uns ins Lager gekommen und hast uns von dem Geschehen der Welt dort draußen Kunde gegeben – und Du hast umgekehrt von unserem Leben im Lager, von unseren Feiern und Festen berichtet.
Wir können Dir so weinig wie unseren anderen Freunden gegenüber, die uns im Bayerischen Wald betreuten, unsere Dankesschuld jemals tilgen. So nimm denn als letzten Gruß vor unserer Heimfahrt unser Abschiedslied! Wir singen es zum erstenmal auf unserem Abschiedsabend am Samstag, den 20. September, abends 20 Uhr in unserem Festsaal.
Heil Hitler!
Johannes Wulff.

Unser Abschiedslied
1. Kennst du im schönen Bayerland
am schönen, grünen Donaustrand
Dorf Windberg in dem Wald?
Zehn Monde waren wir allhier,
ein altes Kloster gab Quartier …
wie rann die Zeit so bald!

  1. Im Winter zogen wir hierher,
    es bargen kalte Neben schwer
    Dorf Windberg in dem Wald.
    Es aber nahm den fremden Haus
    in seinen Mauern gastlich auf,
    da schien die Sonnen bald.
  2. Die Sonne trieb den Winter aus,
    wie fühlten wir uns schnell zu Haus
    zu Windberg in dem Wald!
    Und Dorf und Lager, Süd und Nord
    sie waren eins in Tat und Wort,
    ob Klein, ob Groß, ob Alt.
  3. Im Frühling und zur Sommerzeit
    wir zogen durch die Lande weit.
    O frohes Wanderglück!
    Die Augen klar, die Wangen rund,
    die Glieder straff, das Herz gesund,
    so kehrten wir zurück.
  4. Wir haben viel gelärmt, gelacht,
    wir haben manchen Scherz gemacht,
    ihr ließt es gern gescheh’n.
    Wir danken drum zu dieser Stund‘
    für alles euch mit Herz und Mund.
    Auf frohes Wiederseh’n!
  5. Und mag auch manches Jahr vergeh’n,
    wir werden einst uns wiederseh’n,
    ob Klein, ob Groß, ob Alt.
    Denn immer zieht es uns zu dir,
    gedenken wir dein für und für,
    Dorf Windberg in dem Wald!

Quelle: Straubinger Tagblatt 19.09.1941

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