1986# 08

Kläranlage drängt die Gemeinderäte
Behörden fordern Abwasseranlage für Steinburg-Gaishausen — Alternativ-Studie wird erstellt
Hunderdorf.
Bei der letzten Sitzung des Gemeinderats Hunderdorf war mehrstündiges Beratungsthema die Abwasseranlage Steinburg-Gaishausen, Als Berater waren Oberregierungsrat Ruttner und Regierungsamtmann Sexlinger vom Landratsamt Straubing-Bogen sowie Oberbaurat Hartung und technischer Angestellter Seidenader vom Wasserwirtschaftsamt Deggendorf, ferner Ing. Hagn vom Planungsbüro Sehlhoff mit dabei.
Eingangs wurde von den Behördenvertretern die Problematik der Abwasserbeseitigung aus dem Bereich Steinburg-Gaishausen aufgezeigt. Dabei wurde betont, daß das bestehende Problem die gesamte Abwasseranlage umfasse, nicht nur die Schmutzwasserableitung eines Konservenbetriebes. Oberregierungsrat Ruttner und Oberbaurat Hartung erläuterten, daß die Zuführung der Abwasser besonderer Eilbedürftigkeit habe und die Maßnahme eventuell vorzeitig mit Nachbewilligung der entsprechenden Zuschüsse begonnen werden sollte. Ing. Hagn vom Planungsbüro Sehlhoff wies darauf hin, daß ein bestehendes Abwasser- und Kläranlagengesamtprojekt aus den Jahren 1978/79 vorhanden sei und die Kosten mit rund 5,6 Millionen DM veranschlagt seien, davon seien rund 4,8 Millionen DM zuwendungsfähig.
Bauoberrat Hartung gab auf Anfrage die Leitsätze der Förderungsbestimmungen bekannt, wobei die Zuschüsse je nach zu errechnenden Kostenanteilen zwischen 63,4 und 72,3 Prozent schwanken. Wichtig, so Oberbaurat Hartung, sei auch, daß der Konservenbetrieb eine Aussage treffe, mit welcher maximalen Schmutzfracht aus dem Unternehmen zu rechnen sei, denn erst dann können weitere Berechnungen aufgestellt werden. Hartung meinte außerdem, daß die Hunderdorfer Kläranlage erst mit gut etwa 50 Prozent ausgelastet sei und deshalb noch genau untersucht werden sollte, inwieweit nicht eine Zuleitung der Abwasser nach Hunderdorf eine Alternativlösung darstellen könnte.
Oberregierungsrat Ruttner wies unmißverständlich darauf hin, daß unverzüglich eine Lösung und die Maßnahme angegangen werden müsse, wenn nicht der Betriebsfortbestand in Gaishausen gefährdet werden solle.
Nach ausgiebiger Diskussion faßte der Gemeinderat einstimmig den Beschluß, das Ing.-Büro zu beauftragten in einer Studie nochmals die zwei Lösungsmöglichkeiten (eine eigene Kläranlage Steinburg-Gaishausen oder der Anschluß an die Kläranlage Steinburg-Gaishausen oder der Anschluß an die Kläranlage Hunderdorf) schnellst-möglich zu untersuchen. Die entsprechenden voraussichtlichen Kosten seien zu ermitteln sowie die Gesamtkosten der vorstehenden Projektunterlagen zu überarbeiten. Nach der Vorstellung des Gemeinderates sollte auch eine etwaige Musterberechnung oder Alternativberechnung für die zu erwartenden Abwasserbeiträge aufgestellt werden. Gleichzeitig sprach sich der Gemeinderat für eine Voranmeldung für die Aufnahme in die Dringlichkeits- und Finanzierungsliste aus.
Zum Schluß der Sitzung wurden noch kurz Vorkaufsrechtsanfragen behandelt sowie Zustimmung erteilt für die Erschließungsmaßnahmen im Baugebiet „Hochfeld-Süd-Erweiterung“ Honoraraufstellungen einzuholen.
Quelle: Bogener Zeitung, 01.08.1986


Burgen und Schlösser der näheren Heimat
Burg Frammelsberg

Auf halber Strecke zwischen Degernbach und Schwarzach erblicken wir rechts das Kirchlein von Stephling. Links der Straße ist der Ort Frammelsberg. Die wenigen Häuser lassen kaum vermuten, daß hier vor einem halben Jahrtausend eine Burg stand, auf der einst das Uradelsgeschlecht der Frammelsberger ihre Herrschaft ausübten.
Bei Dr. Keim lesen wir über Frammelsberg: „Die Frammelsberger waren

Burg Frammeslberg

Ministerialen der Grafen von Bogen. Mondschein berichtete, daß um 1907 Umwallung und Graben noch gut zu erkennen waren.
Einen Teil der alten Burgstelle nahm ein großenteils aus Steinen der Burg erbautes bäuerliches Anwesen ein. Die Frammelsberger treten gegen 1100 zuerst auf und müssen in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts ausgestorben sein. Im Windberger Totenbuch sind 17 Mitglieder des Geschlechts genannt. Eine Leukardis soll Nonne in dem damaligen Doppelkloster von Windberg gewesen sein.
Die Frammelsberger zählten zu dem einflußreichsten Geschlechtern im Gefolge der Grafen von Bogen. Gerloh von Frammelsberg hat einen Hof in Degernbach dem Kloster Windberg geschenkt. Durch Rodungsarbeit haben sich die Frammelsberger Güter um den Hirschenstein erworben. Ein Gerhoh hat dem Kloster Windberg zwei halbe Höfe in Sophienhof und Ainbrach gegen einen Hof in Enchendorf und Oberhermannsdorf vertauscht. Von den Dienern eines Herrn Gerhoh erhielt das Kloster Besitz in Hunderdorf gegen ein Gut in Winkling. Von einem Rudolf von Frammelsberg erhielt das Kloster bei dessen Tod eine Schenkung in Fruhstorf. Marquard Frammelsberger verkaufte ans Kloster ein Gut in Hermannsdorf und schenkte ihm eine Vogteigült in Ohmühle. Von Frau Liukard kaufte das Kloster ein Teilgut in Autsdorf bei Bogenberg.
1346 unternahm Rudolf von Frammelsberg eine Pilgerfahrt ins Gelobte Land. Der ihm nahestehende Ritter Konrad von Pürgl hat diese Reise in vielen Einzelheiten niedergeschrieben.
Zu den letzten Frammelsbergern gehört ein Gerhoh, der als Subdiakon der Diözese Regensburg tätig war. Die Frammelsberger waren 1381 im Mannesstamme ausgestorben. Als Nachfolger finden wir die Chölner auf Frammelsberg. Seit 1409 ist der Ritter Hanns von Degenberg Herr auf Frammelsberg. Die mächtigen Degenberger werden einen ihrer Dienstmannen auf der Burg Frammelsberg gehabt haben, bis diese 1468 im Böcklerkrieg zerstört wurde. Der zur Burg gehörige Hof zu Frammelsberg hat die Zerstörung der Burg überlebt. Aus diesem Hof entwickelte sich die heute noch bescheidene Ortschaft Frammelsberg. 1840 waren es drei Anwesen, 1863 hatte die Ansiedlung sechs Häuser und 1916 sieben Anwesen.“
Mit Unterstützung der Grafen von Bogen entstand um die Mitte des 12. Jahrhunderts die Burg in Frammelsberg, die von einem Burggraben umgeben war. Ein viereckiger Turm aus rohen Granitsteinen bildete den Hauptteil der Befestigung.

Mauerreste der Burur wenig hundert Meter entfernt erbauten die Frammelsberger eine Kapelle in Stephling. Die dort stehende Kirche stammt aus dem Jahre 1487. Die Degenberger hatten in dieser Gegend ihre Jagdgründe.

Es wird angenommen, daß die Kapelle der Jagdherrschaft zur Abhaltung von Gottesdiensten vor der Jagd gedient haben mag. Die zur Pfarrei Degernbach gehörige Kirche ist dem hl. Stephanus geweiht. Dort findet alljährlich am 2.Weihnachtstag ein Gottesdienst mit anschließender Pferdesegnung statt, die von vielen Menschen besucht wird.
Der Seher von Frammelsberg – Eine Sage
M. Waltinger bringt in seinen „Niederbayerischen Sagen“ folgenden Bericht: In Frammelsberg wohnte eine Inhäuslerin mit ihrem kranken Mann und einem Buben. Sie war eine Wahrsagerin und der Junge konnte durch Bretter und Mauern sehen. Wenn die Kanabartlin auf ihren Bettelgängen in ein Haus kam, konnte der Junge sagen, wo die Bäuerin Brot, Eier, Fleisch usw. verwahrte. So war es dem Weib oft möglich, etwas in ihrem Tragkorb verschwinden zu lassen. Die Wundergabe des Buben wurde bekannt und sogar Ärzte ließen ihn kommen, um Patienten durchschauen und anzugeben, wo es ihnen fehlte. Die Karmeliten in Straubing schickten zu ihm und wollten ihm den bösen Geist austreiben, der in ihm stecken mußte. Von da an war der Junge nur mehr bei Neumond durchsichtig“.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 01.08.1986


Fundmeldung
Am 23. Juli 1986 wurde in der Sollacher Straße (Nähe Apotheke ) ein Geldschein gefunden.
Der Verlierer kann diesen im Verwaltungsamt Hunderdorf Zimmer 1. abholen.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 01.08.1986


Bundesweite Unterschriftensammlung für einen gesetzlichen Nichtraucherschutz
Vom Staatl. Gesundheitsamt Straubing wurde eine Unterschriftenliste herausgegeben zur Unterschriftensammlung für einen gesetzlichen Nichtraucherschutz, die der ärztliche Arbeitskreis Rauchen und Gesundheit e. V. und der Bundesverband der Nichtraucher – Initiativen Deutschland anstrebt.
Mit jeder Unterschrift werden folgende Forderungen unterstützt:
1. Nichtraucherschutz durch ein Rauchverbot am Arbeitsplatz, wenn Raucher und Nichtraucher im gleichen Raum arbeiten.
2. Nichtraucherschutz durch ein Rauchverbot in öffentlichen Einrichtungen, Schulen und Krankenhäusern
3. Nichtraucherschutz durch ein Rauchverbot in Speisegaststätten in der Hauptessenszeit von 12.00 bis 14.00 und 18.00 bis 20.00 Uhr als erster Schritt – Reservierung eines Nichtraucherraumes in, allen Gaststätten mit mehreren Gasträumen bzw. eines Nichtraucherteils in allen übrigen Lokalen als zweiter Schritt.
4. Nichtraucherschutz durch ein Rauchverbot in den Seitengängen vor Nichtraucherabteilen bei der Deutschen Bundesbahn.
5. Nichtraucherschutz durch ein Rauchverbot in Reisebussen.
6. Nichtraucherschutz durch ein Rauchverbot im Inlandsflugverkehr.
Die Unterschriftenliste liegt bis 10. November 1986 in Zimmer 1 der Verwaltungsgemeinschaft Hunderdorf auf.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 01.08.1986


Bekanntmachung über die Auslegung eines Bebauungsplanes
Der Gemeinderat hat am 19.9. 1985 beschlossen, für das Gebiet „Hochfeld – Süd – Erweiterung“ das wie folgt umgrenzt ist:
bisheriges Baugebiet „Hochfeld – Süd“ Richtung Lindfeld, entlang Straße nach Lindfeld / Sollacher Straße und folgende Grundstücke bzw. voraussichtliche Teilflächen betrifft:
FlNr. 157, 158, 158/2, 159, 160, 162, 162/2, 1594, 1601, 1602, 1603/3, 1603/4, 1605, 1611/1, 1617, 1620, 1622, 1622/2 einen Bebauungsplan im Sinne des § 30 BBauG aufzustellen. Ein Planentwurf ist von Architekt Walter Hornberger, Bogen, Stadtplatz 22 ausgearbeitet worden.
Er wurde mit der Begründung in der Fassung vom 15.1.1986 vom Gemeinderat am 16.4. 1986 gebilligt.
Der Entwurf des Begbauungsplanes mit Begründung liegt in der Zeit vom 11.8. 1986 bis 11.9. 1986 in den Amtsräumen der Verwaltungsgemeinschaft 8447 Hunderdorf, Kirchgasse 8, Zimmer 1 öffentlich aus. Während der Auslegungsfrist können Bedenken und Anregungen vorgebracht werden.
Hunderdorf, den 1.8. 1986
Gemeinde Hunderdorf
gez. Weinzierl, 1. Bürgermeister
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 01.08.1986


Ein gelungenes Jubiläumsfest des Sportvereins Hunderdorf
20jähriges Bestehen gefeiert – 60 Vereine und 1.300 Personen beim Kirchenzug – Vier Tage Fest- und Sportbetrieb vom 18. – 21. Juli 1986
20 Jahre SVH: „Vier Tage wird gefeiert“, sagten sich die Verantwortlichen des Sportvereins Hunderdorf, der mit Fußball, Skiclub, Eisstockschießen, Leichtathletik, Tennis, Tischtennis und Frauenturnen sieben rührige und aktive Abteilungen umfaßt und mit rd. 700 Mitgliedern der weitaus mitgliederstärkste Verein in der Gemeinde Hunderdorf ist. Mit einem zünftigen Standkonzert der Kapelle Deser wurden am Freitagabend die vier festlichen Tage eröffnet, dann folgte der Einzug ins Festzelt mit großer Beteiligung der örtlichen Vereine. Bürgermeister Egon Weinzierl zapfte dann gekonnt das erste „Faßl“ an. Der Samstag stand zunächst wieder ganz im sportlichen Wettstreit. Tischtennis-Pokalturnier, Mehrkampfwettbewerb im Dreikampf der Leichtathletikabteilung, Eisstock-Pokalturnier und Fußball standen auf dem Programm. Abends im Festzelt spielte die Kapelle“Felsnstoana“ auf, in dessen Verlauf auch die Siegerehrungen stattfanden. Leider, am Samstag hatte es dauernd geregnet und ließ die SVH-Verantwortlichen für den Sonntag hoffen und bangen!

Die Ehrengäste: vordere Reihe: Kreissportbeauftragter Steindl, Bürgermeister Radler (St. Johann/Österr.), Bürgermeister u. Schirmherr Weinzierl, Bürgermeister Lobmeier (Neukirchen), 2. Reihe: Bürgermeister Schmidbauer (Windberg), Kreisrätin Heidi Watzl und Kreisrat Schedlbauer Franz (Oberalteich).

Am Sonntagmorgen – der Himmel lichtete sich, der Wettergott hatte ein Einsehen – wurden die teilnehmenden Vereine vom Festverein in Begleitung der Hunderdorfer Musikkapelle mit Dirigent Tony Niedermayer eingeholt. Über 60 örtliche und auswärtige Vereine waren zum Jubiläumsfest gekommen und gaben dem folgenden Kirchenzug zur Pfarrkirche einen herrlichen, farbenprächtigen Charakter.
Den Zug führte die Musikkapelle aus St. Johann/Oberösterreich an. Bei den Ehrengästen waren u.a. zu sehen: MdL Fritz Geisperger, Schirmherr Bürgermeister Egon Weinzierl, Bürgermeister Lobmeier (Neukirchen),

Der Festverein beim Kirchenzug: v.l. frühere Vorstände Peschke u. Kaldonek, 2. Vorstand Grill, Ski-Abt. Leiter Leohnhart, Hans Hüttinger, 1. Vorstand Heinz Hentschirsch

und Schmidbauer (Windberg) sowie Radler (St Johann), Gemeinderat Hunderdorf, Kreissportbeauftragter Steindl, Kreisräte Heidi Watzl, Josef Breu, Franz Schedlbauer, Pfarrer Anton Högner zelebrierte den Festgottesdienst. In seiner Ansprache sagte der Seelsorger: „Wir feiern gemeinsam Gott, das Fest des Glaubens. Damit werde Gemeinschaft, Zusammenhalt und Orientierung dokumentiert. Wir müssen uns bewußt machen, den Sonntag mit Gott zu begehen, und Eucharistie zu feiern. Sie solle Mitte unseres Lebens sein,“ rief der Pfarrer den Sportlern und den anwesenden Vereinen zu. Wenn heute, so Pfarrer Högner, miteinander das 20jährige Jubiläum gefeiert werde, so müsse gemeinsam auch über das heutige Lebensgefühl und die Wertordnung nachgedacht werden und der Sonntag dürfe nicht ins Wochenende einbezogen werden: „Wir sollen am Sonntag Ruhe finden in Gott“. Nach dem Festgottesdienst, den die Musikkapelle aus St. Johann/Österreich musikalisch mitgestaltete, zogen Ehrengäste, Festverein und die Gastvereine wieder ins Festzelt. Dort hieß der bewährte Festleiter Jürgen Tanne nochmals alle Ehren- und Festgäste willkommen und gab ein Glückwunschtelegramm von MdB Ernst Hinsken bekannt.
Der 1. Vorsitzende des Gesamtvereins, Heinz Hentschirsch bekräftigte in seiner Ansprache „Wir brauchen die Vereine im Dorf“. Der SVH, so

Stark vertreten: Die Damen des SVH

Hentschirsch, fördere neben sportlicher Betätigung auch das Zusammengehörigkeitsgefühl, das durch dieses Jubiläumsfest unter den Mitgliedern und der Bevölkerung noch gewachsen sei. Der Redner appellierte an alle Politiker, sich für die Belange des Sports und der Vereine mit Nachdruck einzusetzen und die Belastungen für die Vereine gering zu halten. Es sollten, so Hentschirsch fortfahrend, nicht immer die Mitglieder und Bürger zur Kasse gebeten werden müssen, um das Vereinsleben auf der Höhe halten zu können. Der Redner verkannte auch nicht, daß seitens des Staates und der Kommunen einiges für die Vereine getan werden, so u.a. hinsichtlich des Übungsleiterzuschusses, für den Hentschirsch herzlich dankte. Die Sportfunktionäre rief der Vorstand dazu auf, auch an uns „kleine Vereine“ zu denken. Es müsse sicher nicht sein, nur das Professionelle besonders zu unterstützen, wobei sich Hentschirsch insbesondere auch dagegen wandte, daß einzelne Abteilungen noch Sonderabgaben an den Verband leisten müssen. Abschließend versicherte Hentschirsch – in seiner Rede mehrfach mit Beifall bedacht, da er vielen sicher aus dem Herzen redete: „Wir wollen weiter unsere Kraft einsetzen, um die gesteckten Ziele zu erreichen“. Hentschirsch dankte allen Gästen für die Beteiligung und appellierte an die Vereinsmitglieder, dem Verein auch zukünftig die Treue zu halten.
Schirmherr Bürgermeister Egon Weinzierl hieß ebenso alle Gäste willkommen und gratulierte im Namen der Gemeinde und des Gemeinderates dem Jubiläumsverein. Weinzierl wörtlich: „An Ihrem heutigen Geburtstag möchte auch unsere Gemeinde im Kreis der Gratulanten nicht fehlen. Denn wir alle freuen uns mit Ihnen über Ihr Jubiläum Deshalb ist es für mich ein besonderes Anliegen, Ihnen zu gratulieren und die Verbundenheit zu Ihrem erfolgreichen Verein zum Ausdruck zu bringen.
in Verein kann nur so lebendig und aktiv sein, wie seine Mitglieder. Der Hunderdorfer Sportverein mit seinen Abteilungen hat bewiesen, daß er nicht nur der mitgliederstärkste Ortsverein ist, sondern dementsprechend vielfältig auch seine Aktivitäten im sportlichen und gesellschaftlichen Bereich sind“. Er sagte weiterhin: „Solange es diesen SVH gebe, werde es um den Sport in der Gemeinde nicht schlecht bestellt sein“. Die Gemeinde verdankte dem Verein auch den Ruf „einer sportfreudigen Gemeinde“, betonte Weinzierl. Er wies darauf hin, daß die Gemeinde mit dem Bau der Freizeit- und Sportanlage 1,8 Mio. DM investiert habe und die sportlichen Belange nach besten Kräften unterstütze. Besonderen Dank richtete Weinzierl an alle, die sich um den SVH und seiner Abteilungen verdient gemacht haben, insbesondere an Gesamtvorstand Heinz Hentschirsch, desweiteren an seinen Stellvertreter Hans Grill, den früheren Vereinsvorständen und Abteilungsleitern sowie an Allround-Mann Konrektor Kornel Klar. Abschließend wünschte Weinzierl dem SVH für die Zukunft alles Gute und sportlichen Erfolg.
Nach den Gruß- und Gratulationsworten von Bürgermeister Radler aus St Johann/Oberösterreich übermittelte der Sportbeauftragte des Landkreises Steindl die Glückwünsche des Landkreises und von Landrat Ingo Weiß. Er nannte die Vereine gewichtige Ecksteine im Gemeindegeschehen und lobte die gelungene Festvorbereitung und -durchführung seitens des SV Hunderdorf. Es sollte, so Steindl, auch einmal ein derartiges Fest im Fernsehen gezeigt werden, nicht nur Randalierer. „Die SV-Verantwortlichen verdienen den Dank der Bevölkerung“, rief Steindl aus, der auch betonte, daß seitens des Landkreises die Vereine gefördert werden, um sie attraktiv zu gestalten. Der Landkreis, so Steindl, habe sich bemüht, den Sport zu fördern und habe auch die Sportmittel erheblich aufgesteckt, womit insbesondere der „Nachwuchs gefördert werde“. An die Vereinsfunktionäre richtet

Kreissportbeauftragter Steindl überreicht an SVH—Vorstand Heinz Hentschirsch einen Wappenteller des Landkreises

Steindl den Aufruf: „Lassen sie nicht zu, daß aus dem Sport Geschäft gemacht wird“.
Für die Zukunft wünschte der Sportbeauftragte Steindl dem SVH eine weiterhin bewährte Führung und sportlichen Erfolg. Sodann wurden die Erinnerungsteller an die teilnehmenden Vereine überreicht. Im Bierzelt spielten die Festkapellen St. Johann und Jugendblaskapelle Hunderdorf sowie später die „Felsnstoana“ zünftig auf, während nebenan auf dem Rasen im Mittelpunkt die Fußball-Freundschaftsspiele stattfanden.
Am Montag war Festausklang mit dem Tage der Vereine, Betriebe und Behörden. Hierzu spielte die Kapelle „Bavaria-Expreß“ und sorgte für schmissige Weisen. Stimmung war Trumpf an diesem Tag. Fazit: Ein rundum gelungenes Jubiläumsfest! Die Verantwortlichen des SVH mit Vorstand Heinz Hentschirsch an der Spitze hatten alles gut vorbereitet und organisiert, so daß den vielen Gästen die Festtage sicher lange in bester Erinnerung bleiben.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 01.08.1986


Sport-Ergebnisse rund um’s 20-jährige Gründungsfest des SV-Hunderdorf
Eisstockabteilung:
Da das schlechte Wetter die Bespielbarkeit der Asphaltbahnen in Hunderdorf nicht zuließ, mußte man nach Straubing in die Halle ausweichen. Dennoch waren alle 22 Mannschaften am Start. Im Endkampf um den Turniersieg behielten die Schützen aus Ittling gegenüber denen aus Steinburg die Oberhand. Die Siegerehrung im Festzelt Hunderdorf nahmen Schirmherr Egon Weinzierl, Vorsitzender Heinz Hentschirsch und Abteilungsleiter Josef Ammer vor. Die besten Ergebnisse: Gruppe A:
1. RSV lttling
2. DJK Rattenberg
3. ESV Degernbach
4. TSV Oberalteich
5. EV Mitterfels
Leichtathletik-Abteilung:
Die Leichtathletik-Abteilung führte am Samstag, den 19.7.86 einen Dreikampf durch. Trotz des Dauerregens kamen 36 Teilnehmer zum Wettkampf, wobei 10 Athleten die goldene, 16 die silberne und 9 die bronzerne Mehrkampfnadel erhielten. Dank allen Kampfrichtern, Schreibern und Helfer verlief der Wettkampf ohne Schwierigkeiten, und dafür wurde ihnen auch recht herzlich gedankt.
Fußball-Abteilung:
In einem teilweise hervorragenden Spiel siegte die B-Klassenauswahl gegen den SV Hunderdorf mit 5:3. Bereits in der 7. Minute gelang Rothammer (Motzing) das 0:1. Die Hausherren hatten sich kaum erholt, als Sokol (Straßkirchen) in der 12. Min. zum 0:2 einschoß. Ab diesem Zeitpunkt wurden die Hausherren stärker und Bergbauer konnte in der 23. Min. auf 1:2 verkürzen. Sechs Minuten später glich Hüttinger H. zum 2:2 aus. Nun kam es zum offenen Schlagabtausch mit Torchancen auf beiden Seiten. In der 37. Min. gelang Dick (Straßkirchen) das 2:3. Nach der Pause gelang G. Suß (Motzing) das 2:4. Geiger verkürzte in der 72. Min. per Foulmeter auf 3:4.
Ein schönes Freistoßtor von Lehner (Irlbach) brachte in der 80. Min. das 3:5. Nun machten die Hausherren noch einmal Dampf, man hatte auch noch etliche gute Chancen, aber der ausgezeichnete Auswahltorwart Zollner (Alburg) war nicht mehr zu schlagen. Insgesamt boten beide Teams eine gute, kampfbetonte Partie mit Torchancen auf beiden Seiten ganz nach dem Geschmack der vielen Zuschauer.
Sonstige Fußballergebnisse:
SVH Bambino – TSV Ingolstadt 1:3
SVH Schüler – Schülerauswahl 2:2
SVH 2. Mannschaft – TV Brechten 2:
SVH-Meistermannschaft – SV Marzoll, 3:1
SVH-Jugend – Jugendauswahl 2:6
SV-Skiclub – Skiplus 1:1
SV AH – TSV Bogen AH 1:1
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 01.08.1986


Ehrungen verdienter Sportler des SV Hunderdorf
Anläßlich der 20-Jahrfeier des Sportvereins Hunderdorf wurden auch Mitglieder durch den Bayerischen Sportverband geehrt. BLSV-

Das Foto zeigt den Kreisvorsitzenden des BLSV Gegenfurtner, Bürgermeister und Schirmherrn Egon Weinzierl, 1.u.2. Vorstand des SVH und einen Teil der Geehrten.

Kreisvorsitzender Alfred Gegenfurtner führte die Ehrungen der einzelnen Verbände durch. Die Verdienstnadel in Silber des BLSV erhielt Otto Sachs, die Verdienstnadel in Bronze empfingen Heidi Altmann, Adolf Reisinger und Max Leonhardt. Das Verbandsehrenzeichen des Bayerischen Fußballverbandes erhielten Gerhard Scherz und Heinz Hentschirsch, vom Skigau Bayerwald wurden Kornel Klar und Heinz Gertitschke ausgezeichnet, während Waldfride Holzapfel das Ehrenzeichen in Silber des Bayerischen Turnerbundes in Empfang nehmen konnte. Die ehemaligen Vorstände Gerhard Peschke und Joachim Kildonek sowie der jetzige Vorstand Heinz Hentschirsch erhielten aus der Hand des 1. Bürgermeisters Egon Weinzierl den Wappenteller der Gemeinde Hunderdorf.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 01.08.1986


JU Windberg besuchte Uni Regensburg
Zu einer Informationsfahrt zum „Tag der offenen Tür“ an die Universität Regensburg hatte die JU Windberg eingeladen. Viele Windberger nahmen die Gelegenheit wahr, sich einmal über die Universität mit ihren verschiedenen Fakultäten und technischen Einrichtungen näher zu informieren.
Die Universität Regensburg veranstaltet alle 2 Jahre einen „Tag der offenen Tür“. An diesem Tag informieren die verschiedenen Fachbereiche die Besucher mit speziellen Ausstellungen, Vorträgen und Vorführungen über ihr jeweiliges Aufgabengebiet. Am vergangenen Samstag, den 12. Juli, hatte die JU Windberg eine Informationsfahrt zu diesem Tag der offenen Tür organisiert.
Mit dem Bus ging es um 8.00 Uhr vom Dorfplatz aus ab nach Regensburg. Unterwegs stiegen noch einige Personen aus Neukirchen ein. Auf der Fahrt vermittelte JU-Vorsitzender Schmidbauer einen ersten Überblick über die Universität, die zur Zeit ca. 11.500 Studenten hat.
Beeindruckt zeigten sich die Besucher an Ort und Stelle vom Auditorium maximum mit 1.500 Sitzplätzen. Ein anschließender Gang durch die Philosophiebibliothek und das Rechenzentrum führte zum Hörsaal 44 im Chemiebereich, wo ein Vortrag über den Verlauf des Chemiestudiums gehalten wurde. Bei anschließender Experimentalvorlesung wurde den vielen Besuchern das Wort Chemie mit konkreten Beispielen erklärt.
Nach dem Mittagessen in der Mensa wurden die technische Versorgung des Chemiegebäudes, die Glasbläserei und einige Labors besichtigt. Den Abschluß bildete ein Rundgang im Physikgebäude und in der vorklinischen Medizin. Hier wurde an einem lebenden Beispiel das Prinzip eines Elektrokardiogramms (EKG) demonstriert und am Bildschirm die verschiedenen Pulskurven erläutert.
Die Besucher zeigten sich sowohl von der Größe des Universitätsgebäudes sowie von der Vielfalt der Veranstaltungen beeindruckt und schenkten auf der Rückfahrt dem Veranstalter Beifall für die gelungene Organisation.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 01.08.1986


Klassentreffen nach 20 Jahren
Windberg. In fröhlicher Runde trafen sich die Geburtsjahrgänge 1950- 52, die als Schüler die frühere Schule in Windberg besucht hatten. Von den geladenen Lehrkräften waren Marion Englhard, Anni Kleikamp, Pfarrer Ephrem, Kornel Klar und Ludwig Häusler erschienen.
Mit einem Sektfrühstück wurden die rund 40 ehemaligen Schüler in der Gaststätte Hüttinger begrüßt. Das Treffen hatten Ernst Böhm, Josefine Scheitinger und Gabi Hornberger gut vorbereitet. Ernst Böhm begrüßte die Anwesenden, die zum Teil von München, Stuttgart, Worms am Rhein und anderen Orten unserer Heimat angereist waren. Lehrer Klar hatte eine kurze Chronik der Schule Windberg zusammengetragen. Er bedauerte, daß die im Jahre 1963 erbaute neue Schule nach nicht einmal 10 Jahren wieder geschlossen werden mußte, da die Kinder aus Windberg der Verbandsschule Hunderdorf angegliedert wurden. Den Dank- und Gedenkgottesdienst zelebrierte Pfarrer Ephrem, früherer Religionslehrer der Schule Windberg. Am Grabe der verstorbenen Mitschüler wurden anschließend Blumen niedergelegt
Nach dem gemeinsamen Mittagessen besichtigte man unter Führung von Pfarrer Ephrem die ehemalige Abtei, das Kloster und die frühere Klosterkirche. Bei Kaffee und Kuchen wurden viele Bilder und Erinnerungen ausgetauscht. Ernst Böhm dankte den anwesenden Lehrkräften für ihr Kommen und verteilte kleine Erinnerungsgeschenke. Bei einem Dorfspaziergang konnten die auswärts wohnenden Gäste das in den letzten Jahren entstandene Siedlungsgebiet bewundern und bestaunen.
Bei Tanzmusik, zu dem Johann Schmidbauer aufspielte, war man sich einig, das Klassentreffen in fünf Jahren zu wiederholen. Die Organisatoren Böhm, Scheitinger und Hornberger ernteten für die vorbildliche Organisation allgemeines Lob.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 01.08.1986


Was Schülerinnen und Schüler bei Ferienarbeit beachten sollten
Durch einen Ferienjob werden Schülerinnen und Schüler in den nächsten Wochen ihr Taschengeld aufbessern wollen. Dabei ist es dringend notwendig, die einschlägigen Bestimmungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes zu beachten.
Grundsätzlich ist die Beschäftigung von Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren verboten. Eine Ausnahme sieht das Gesetz nur für Kinder vor, die über 13 Jahre alt sind. Diese dürfen in der Landwirtschaft bis zu drei Stunden täglich beschäftigt werden oder an Werktagen bis zu zwei Stunden Zeitungen und Zeitschriften austragen sowie z. B. bei Sportveranstaltungen etwa als Balljungen täglich zwei Stunden tätig sein. Immer muß dabei die Beschäftigung leicht und für Kinder geeignet sein und die Kinder dürfen nicht zwischen 18 Uhr und 8 Uhr beschäftigt werden. Außerdem darf das Fortkommen in der Schule durch die Beschäftigung nicht beeinträchtigt werden.
Jugendliche, die der Vollzeitschulpflicht nicht mehr unterliegen, aber noch nicht 15 Jahre alt sind, dürften außerhalb eines Berufsausbildungsverhältnisses nur mit leichten und für sie geeigneten Tätigkeiten bis zu sieben Stunden täglich und 35 Stunden wöchentlich beschäftigt werden.
Eine Beschäftigung von Schülerinnen und Schülern über 15 Jahre, die der Schulpflicht nicht mehr unterliegen, ist bis zu acht Stunden täglich und 40 Stunden wöchentlich erlaubt. Ruhepausen während der Arbeit sind zwingend vorgeschrieben. Um Überlastungen zu vermeiden und um die dringend erforderliche Erholung der Schüler nicht zu beeinträchtigen, sollen sie nur leichte Arbeiten verrichten.
In Zweifelsfragen geben die Gewerbeaufsichtsämter oder das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung Auskunft. Dort kann auch kostenlos das Faltblatt „Gesetz zum Schutze der arbeitenden Jugend“ über die wichtigsten Bestimmungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes angefordert werden.
Zuwiderhandlungen gegen das Verbot der Kinderarbeit sowie Verstöße gegen die tägliche und wöchentliche Arbeitszeit bei Jugendlichen und gegen die Ruhepausenregelung werden von den Gewerbeaufsichtsämtern mit Geldbußen geahndet.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 01.08.1986


Landkreisfahrt von Staatsminister Alfred Dick:
Sorgen der Dörfer in die Metropole nehmen
Bogen, Hunderdorf, Perasdorf und Schwarzach besucht – Hauptprobleme: hohe Arbeitslosigkeit, wenig Industrie
Straubing-Bogen. Möglichst viele Städte und Gemeinden in seinem Stimmkreis, dem Landkreis Straubing-Bogen, besuchen, deren Sorgen und Nöte anhören und diesen durch praktische Umwelt- und Landesentwicklungs-Politik abhelfen — das sind die Ziele der

Staatsmunter Dick und Vertreter der Stadt Bogen vor dem ausgewiesenen Industriegebiet Bogen-Furth.

Landkreisfahrten von Staatsminister Alfred Dick. Sie gehören bereits fest in seinen Terminkalender, nicht nur vor der Landtagswahl. Auch am Freitag waren Dick und sein persönlicher Referent Richard Eisenried im Landkreis unterwegs und besuchten die Stadt Bogen, die Gemeinden Hunderdorf und Perasdorf sowie die Verwaltungsgemeinschaft Schwarzach. Hauptprobleme dieser wie anderer Orte im strukturschwachen Niederbayern sind die hohe Arbeitslosigkeit auf der einen und zu wenig Industriebetriebe auf der anderen Seite. Dick nahm Dank und Geschenke entgegen, trug sich in Goldene Bücher ein — hatte aber auch ein offenes Ohr für jede Bitte um höhere Zuschüsse. Fast allen, die sich an ihn wandten, sicherte er seine Unterstützung zu.
Bogen war erstes Ziel und Schwerpunkt der Landkreisfahrt. Wenn auch wegen des Regens Besichtigungen ausfallen mußten, so

Im Hunderdorfer Rathaus: Alfred Dick, links neben ihm sein persönlicher Referent Richard Eisenried, rechts Bürgermeister Egon Weinzierl, Pfarrer Anton Högner, Landrat Ingo Weiß und CSU-Landtags-Listenkandidat Anton Pongratz.

erörterten Bürgermeister, Stadtrat und Staatsminister doch ausführlich im Sitzungssaal des Rathauses die Probleme der ehemaligen Kreisstadt. Um die Arbeitslosigkeit abzubauen, sei dringend die Ansiedelung weiterer Industriebetriebe notwendig, machte Bürgermeister Elmar Eckl deutlich. Um Zulieferbetriebe für das künftige BMW-Werk in Harting bei Regensburg anzulocken, werde das Industriegebiet „Bogen-Furth“ ausgebaut, das eine zusammenhängende Fläche von 50 000 Quadratmetern anbiete.
Größtes Hindernis ist jedoch nach Schilderung Eckls die nur 15prozentige Förderung, die auch die Grenzlandabschreibung nicht gegenüber der 25prozentigen Förderung Straubings ausgleichen. Dick nannte eine höhere Förderpräferenz für grundsätzlich sinnvoll. Gleichzeitig räumte ein, daß ein Austauschort nötig wäre, dessen Förderungsnotwendigkeit gesunken sei, sich allerdings in letzter Zeit bayernweit nichts verändert habe. „Wir brauchen diese 25 Prozent unbedingt“, bekräftigte Alfred Reisinger, Bezirkstagslistenkandidat der CSU, und machte  den Vorschlag, die Förderpräferenz nur auf die nächsten Jahre befristet zu heben.
Zuschuß für Klärschlammdeponie
Weitere Probleme Bogens sind die Klärschlammbeseitigung, der Bau eines Rad- und Fußweges vom Schulzentrum nach Oberalteich und Furth sowie die Fertigstellung des Stadtparks mit Gewürz- und Kräutergarten. Zum letzten Punkt sicherte der Staatsminister Zuschüsse und zinsverbilligte Darlehen aus dem Programm Freizeit und Erholung zu, sobald der Stadtrat konkrete Schritte unternommen hat. Aus demselben Programm kann nach seinen Angaben auch der Weg gefördert werden, wenn er für Radfahren und Wandern bestimmt ist. Und auch zur Kärschlammdeponie machte Dick den Stadtvertretern Hoffnungen: „Wir haben vor, diese Maßnahme mit dem höchstmöglichen Zuschuß zu fördern.“ 50 Prozent Zuschuß und 30 Prozent Darlehen stellte er in Aussicht, falls der technische Standard der Deponie gewisse Auflagen erfüllt.
Zum aktuellen Thema der Strahlenbelastung nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl kam der Landespolitiker von seinem sachlichen Ton ab und sagte in derbem Bayerisch seine Meinung: „Ja, wo samma denn, in einem Wahnsinnshaus… Die Engländer sagen, wir haben alle einen Vogel.“ Wenn Nahrungsmittelfirmen wegen angeblich zu hoher Belastung Lieferungen von Bauern ablehnten, würden die Leute dadurch nur verängstigt. Mandatsträger, sollten unglaubwürdig gemacht werden „mit diesen blöden Becquarel“.
Abwasserbeseitigung drängt
Nach kurzer Kaffeepause ging die Fahrt weiter zur zweiten Station: nach Hunderdorf. Die Probleme, die Bürgermeister Egon Weinzierl hier im Verwaltungsgebäude ansprach, waren zum Teil wie die in Bogen: Die Möbelfirma Nolte, einer der größten Betriebe des Landkreises,reduziert ihren Beschäftigtenstamm in Hunderdorf bis Jahresende von 600 auf 450. Zusätzliche Arbeitsplätze seien dringend notwendig; Hunderdorf dürfe aber nicht gegenüber Bogen benachteiligt werden. Außerdem habe das Landratsamt eine Einrichtung zur Abwasserbeseitigung gefordert für Steinburg-Gaishausen, wo eine Konservenfirma mit 45 Mitarbeitern liegt. Landrat Ingo Weiß nannte die Belastungen durch die Firma Waldstein sogar unerträglich.
Weiter sprach Weinzierl den Ausbau des Truppenübungsplatzes Sollinger Loch an, der den Bauern 66 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche nehme. Er forderte für die durch den Autobahnbau nach seiner Ansicht genug Geschädigten eine Unternehmens-Flurbereinigung und den Erhalt der Flächengröße. Außerdem sollten das Verwaltungsgebäude neugebaut und die 100-Meter-Laufbahn im Sportzentrum verlängert werden.
Dick sprach in allen Punkten seine Unterstützung aus und nutzte die Gelegenheit zu einem Plädoyer für seine Politik: Ziel der Landesplanung sei es, in städtischen Zentren und ländlichen Räumen wertgleiche Lebensbedingungen zu schaffen. Der Landkreis Straubing-Bogen sei an Sport- und Freizeiteinrichtungen fast nicht mehr zu überbieten, wie der Landrat betonte. Den Staatsminister nannte er gar einen Segensbringer für den Landkreis.
Wasser lieber aus der Quelle
Nach einem Besuch bei Altbürgermeister Karl Härtenberger stand

Bei einer der Quellen in der Nähe von Schachten bei Perasdorf.

als Nächstes die Besichtigung der Quellen bei Höhenberg und Schachten auf dem Programm. Zweiter und dritter Bürgermeister von Perasdorf, Helmut Laschinger und Gerhard Robold, erläuterten die Probleme mit der Trinkwasserversorgung: Die Mehrheit der Bevölkerung ziehe das heimische Quellwasser dem Fernwasser vor. Das Wasserwirtschaftsamt stimme aber nur zu, wenn die Gemeinde nachweisen könne, daß ihr Vorschlag weniger koste. Das wäre jedoch nur dann der Fall, wenn die Leitung zum Anschluß an das Fernwasser mit Kosten in Höhe von etwa 400 000 Mark nicht mitgerechnet würde. Außerdem sei ein Naturschutzgutachten nötig, das bestätige, daß kein Biotop zerstört werde. Dick verwies das Problem an das Wasserwirtschaftsamt und meinte, die Belange des Naturschutzes würden hier nur vorgeschoben. Er sicherte jedoch zu, daß noch in der nächsten


Gespräch mit Schwarzacher Vertretern, am Pult Bürgermeister Max Löw, in der Mitte vorne Bezirksrat Josef Zängl.

Woche bestätigt werde, daß die Fassung der geplanten zwei Quellen kein ökologischer Eingriff sei.
Nahezu problemlos stellten bei der nächsten und letzten Station die Vertreter der Verwaltungsgemeinschaft Schwarzach ihre Zusammenarbeit untereinander dar. Die Bürgermeister von Schwarzach, Niederwinkling, Mariaposching und Perasdorf beurteilten die Einrichtung Verwaltungsgemeinschaft gegenüber einer Einheitsgemeinde positiv. Skeptisch waren sie dagegen, was den Bau des Rhein-Main-Donau-Kanals anbelangt. Werde auf der Höhe ihrer Ortschaften eine Staustufe errichtet, befürchten sie einen höheren Wasserstand. Zu diesem Punkt konnten Dick und Eisenried jedoch keine Auskunft geben.
Für einige Projekte baten die Bürgermeister zudem um Zuschüsse: so für den Neubau einer Turnhalle in Schwarzach, die Renovierung des Dachs der Schwarzacher Schule und den Ausbau des Sportplatzes Niederwinkling. Dick sicherte auch hier zu, er werde sich bemühen. — juf —
Quelle: Bogener Zeitung, 02.08.1986


Quelle: Bogener Zeitung, 02.08.1986


„Bäuerliche Grundstruktur erhalten”
Anton Pongratz und Franz Buchner bei CSU-Kundgebung in Steinburg
Steinburg.
Anläßlich der Steinburger Kirta sprachen CSU-Landtagslistenkandidat Anton Pongratz und stellvertretender Landrat und Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes Franz Buchner auf einem gut besuchten CSU-Frühschoppen im Bierzelt. Themen der Referate waren die Probleme der Landwirtschaft und die politischen Herausforderungen.
CSU-Ortsvorsitzender, Kreisrat Josef Breu, konnte neben den beiden Referenten auch die Kreisräte Watzl, Niedermayer, Pielmeier und Krä begrüßen sowie die Bürgermeister Lobmeier und Weinzierl aus Neukirchen und Hunderdorf und viele Gemeinderäte.
Anton Pongratz stellte fest, daß die Zukunft ohne Landwirtschaft nicht denkbar sei. Die Sicherung sei jedoch nur dann möglich, wenn die politischen Rahmenbedingungen erhalten blieben. Die SPD und die Grünen forcierten den Marsch in die Rückwärtsgesellschaft, meinte er. Mit Technikverweigerung, Produktionsplanung und Konsumlenkung, also noch mehr Staatswirtschaft, könnten die anstehenden Probleme nicht bewältigt werden. Bayern habe sich seine hervorragende Position in der Bundesrepublik buchstäblich gegen die SPD erkämpfen müssen. Die Hauptfaktoren für diese Spitzenstellung seien das Schulsystem und das Ziel, die Rolle der bäuerlich-mittelständischen Grundstruktur unbedingt zu erhalten.
Brüsseler Geld müsse sinnvoll für die Bauern eingesetzt werden, wobei die auf Kredit finanzierten Überschußhalden abgebaut werden müßten. „Wir müssen weg von der Politik der zu hohen Staatsausgaben und der niedrigen Bauerneinkommen, weg von der Politik, die Lagerhäuser sowie Kühlräume füllt, Sprühtürme auslastet und wohlhabenden Arabern oder den Russen spottbillige Nahrungsmittel beschert.“ Um den Bauern ein besseres Einkommen zu sichern, seien die Politiker verpflichtet, eine Politik zu betreiben, die wieder kostenorientierte Preise ermögliche. Als Maßnahme nannte Pongratz den Einstieg in die nachwachsenden Rohstoffe sowie Marktentlastung mit freiwilliger Produktionsstillegung als Angebot an ältere Landwirte ohne Hofnachfolger. Die Meinung der CSU sei: Die Bauern müßten soviel Einkommen wie möglich über die Preise erwirtschaften. Deshalb bekenne sich die CSU nachdrücklich zu den berechtigten Ausgleichsmaßnahmen, auch wenn das hemmungslose Schuldenmachen der vergangenen Regierung jetzt zum Sparen zwinge.
Besondere Fortschritte seien für die benachteiligten Gebiete und damit für diesen Raum erreicht worden. Neben der Anhebung der Förderhöchstbeträge sei die Ausdehnung der Ausgleichszulagengebiete fast verdreifacht worden. Es werde darauf gedrängt, erneut eine Vergrößerung der benachteiligten Gebiete von vier auf sechs Millionen Hektar zu erreichen. Pongratz versicherte, daß es bei der Durchführung dieser Maßnahmen nicht am Geld scheitern werde.
Stellvertretender Landrat Franz Buchner erörterte als Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, daß der bayerische Weg in der Landwirtschaft mehr bäuerliche Anwesen erhalten habe als anderswo. Besonders befaßte er sich mit den Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Produktion nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl. Die Falschinformation und Panikmache schlage geradezu Purzelbäume in dieser Hinsicht. Während andere Länder in Europa wie die Schweiz, Frankreich und Schweden von Haus aus akzeptable Strahlenwerte beim Genuß von Nahrungsmitteln zugrundegelegt hätten, sei in Deutschland das Kind wieder mit dem Bade ausgeschüttet worden, meinte er. Nun träfen neben den Einkommenseinbußen auch noch diese Absatzschwierigkeiten den Bauern durch eine noch nie dagewesene und für unmöglich gehaltene Verunsicherungskampagne.
Quelle: Bogener Zeitung, 05.08.1986


Steinburg besiegelte Partnerschaft mit Steinburg-Süderau
Der Heimat- und Fremdenverkehrsverein Steinburg feierte zwanzigjähriges Jubiläum

Heimatverbundene Männer aus Steinburg haben am 30.09.1966 diesen

Die Bürgermeister Lindemann und Weinzierl bei der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden, da-hinter 2. Vors. L. Berger, Kassier J. Hornberger und 1. Vorstand Höfelsauer.

Verein gegründet, der sich zum Ziele gesteckt hat, die Heimat zu verschönern und ihn so dem Fremdenverkehr zu erschließen. Auf der Liste der Gründungsmitglieder finden wir Alfons Berger, den ehemaligen Bürgermeister von Steinburg, Ludwig Berger sen., Josef Bielmeier, Johann Feldmeier, Johann Hornberger, Johann Petzendorfer, Max Schötz, Hubl Karl, Xaver Oischinger und Johann Schreiner.
Ein halbes Jahr nach der Gründung brachte der Verein einen schwarzweißen Prospekt heraus. Er stellte 7 künstlerisch schöne

Die Bürgermeister Lindemann und Weinzierl mit der Partnerschaftstafel

Wegweiser mit Handzeichen und Figuren aus Holz auf. Der urige Dorfbrunnen und der Maibaum mit den Wappen vieler Zünfte, die die ortsansässigen Handwerker symbolisierten, wurden zu markanten Zeichen des Ortes Steinburg. Für die Fremden stellte man 20 Ruhebänke an schönen Aussichtspunkten auf.
Nach vielen Verhandlungen und Fahrten konnte am 21.1.1968 auch ein Gemeindewappen der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Drei Ortstafeln an den Dorfzufahrten wiesen Steinburg als Ferienort auf.
Im gleichen Jahr wurde auch eine Orientierungstafel für Wanderer aufgestellt. Mit Unterstützung der Bundeswehr baute man den Jägerstegüber den Perlbach zwischen Neukirchen und Steinburg. Dieser wurde 1975 erneuert. Dort, wo noch vor 2 Jahrzehnten die Ölschlagmühle gestanden hat, wurde über den Perlbach die Sperlbrücke erbaut und eine rustikale Sitzgruppe aufgestellt. Zum zehnjährigen Bestehen gab der Verein seinen ersten Farbprospekt heraus und stellte eine Anschlagtafel auf.
1976 wurde ein neuer Maibaum mit Figuren aufgestellt, ein Dorfbrunnen gefertigt, neue Wegweiser wurden angebracht und die

Die Ehrengäste im Festzug

alten renoviert. Der 1968 gekaufte Motormäher (Marke Gutbrod) wurde durch einen neuen Motormäher (Marke Agria) ersetzt. Eine weitere Sitzgruppe entstand im Perlbachtal.
Am 07.08.1976 feierte der Verein sein zehnjähriges Bestehen.
1977 stellte man 8 neue Ruhebänke auf, an 30 alten erneuerte man die Latten.
Nach langen Verhandlungen mit dem Grundstückseigner Baron von Poschinger und den Bacheignern Xaver Wagner und Frau Gall konnte ein Kneipp-Durchschreitebecken errichtet und am 29. Juli 1977 der Öffentlichkeit übergeben werden. Dieses Becken erfreut sich bei Einheimischen, Gästen und Wanderern besonderer Beliebtheit.
Auf Anregung des Vereins wurde 1983 auf der Höhe bei Wegern ein 7 m hohes Feldkreuz mit sechs Totenbrettern aufgestellt. Eine Ruhebank und die Minigrotte mit der Marienfigur machen den Platz zu einem gern besuchten Ort.
1984 wurde vom Mitglied Josef Liebl ein neuer Dorfbrunnen aus Beton aufgestellt.
Zu einem einmaligen Vereinsgeschehen kann man die freundschaftlichen Beziehungen zum Orte Steinburg in Schleswig Holstein nennen. 1985 kam es zu gegenseitigen Besuchen, denn in der Bundesrepublik Deutschland sind nur zwei Orte mit dem Namen Steinburg bekannt.
Die Feier des 20jährigen Bestehens war der würdige Anlaß, mit dem Namensvetter aus Schleswig-Holstein eine Partnerschaft zu besiegeln. Drei Tage lang feierte man in treuer Verbundenheit dieses für den Ort

Die Musikkapellen von Lägerfeld und Hunderdorf beim Standkonzert.

Steinburg einmalige Ereignis. Die Gäste waren mit der Jugendblaskapelle Lägerfeld angereist, die zusammen mit den Jugendblaskapellen Hunderdorf und Perasdorf für die musikalische Umrahmung sorgten. Bürgermeister Egon Weinzierl und sein Amtskollege Lindemann aus Steinburg-Süderau unterzeichneten am ersten Festabend die Partnerschaftsurkunden und tauschten Erinnerungsgeschenke aus.
Am zweiten Abend wurden Mitglieder für 10-, 15- und 20jährige Mitgliedschaft geehrt. Die Jugendblaskapelle Lägerfeld und Thomas Gürster trugen mit ihren Weisen zur Unterhaltung bei. Vorstandsmitglied Johannes Fuchs verstand es in seiner Festrede in eindrucksvoller Weise, die Tätigkeiten und Anliegen des Heimat- und Fremdenverkehrsvereins den zahlreich erschienen Gästen vor Augen zu führen. Sein Dank galt den geehrten Mitgliedern und vor allem Johann Schreiner, der als Motor des Vereins in den Gründungsjahren tätig war. Er dankte auch Baron Poschinger, Josef Liebl, Kurt Hien, Kornel Klar, Herrn Jacobi und J. Ecker für die Unterstützung des Vereins.
Beim Kirchenzug am Sonntag und beim anschließenden Festgottesdienst vor der früheren Schule zeigte sich die geschlossene Verbundenheit der beiden Partnerorte. Pfarrer Anton Högner zelebrierte die Feldmesse, ehe man sich beim Gartenfest vor der Gastwirtschaft beim fröhlichen Trunk zusammensetzte. Wie begonnen, so wurde das Fest auch musikalisch beendet. Den Steinburgern wird noch lange Zeit dieses Fest in Erinnerung bleiben.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 15.08.1986


Vom Gemeinderat Hunderdorf
Sitzung am 22.7.1986

Hunderdorf. Bei der im Sitzungssaal Hunderdorf stattgefundenen Sitzung war mehrstündiges Beratungsthema die Abwasseranlage Steinburg-Gaishausen. Hierbei anwesend waren Oberregierungsrat Ruttner und Regierungsamtmann Sexlinger vom Landratsamt Straubing-Bogen sowie Oberbaurat Hartung und techn. Angestellter Seidenader vom Wasserwirtschaftsamt Deggendorf, ferner Ing. Hagn vom Planungsbüro Sehlhoff, die von der Gemeinde mit Nachdruck eine zentrale Abwasserbeseitigungsanlage für denBereich Steinburg-Gaishausen forderten.
Eingangs wurde von den Behördenvertretern die Problematik der Abwasserbeseitigung aus dem Bereich Steinburg-Gaishausen aufgezeigt. Dabei wurde betont, daß das bestehende Problem die gesamte Abwasseranlage sei, nicht nur die Schmutzwasserableitung eines Konservenbetriebes. Oberregierungsrat Ruttner und Oberbaurat Hartung erläuterten, daß die Zuführung der Abwasser zu einer zentralen Kläranlage besondere Eilbedürftigkeit habe und ggf. die Maßnahme vorzeitig mit Nachbewilligung der entsprechenden Zuschüsse begonnen werden sollte.
Ingenieur Hagn vom Planungsbüro Sehlhoff wies darauf hin, daß ein bestehendes Abwasser- und Kläranlagengesamtprojekt aus den Jahren 1978/79 vorhanden sei und die Kosten mit rd. 5,6 Mill. DM veranschlag seien, davon seien rd. 4,8 Mill. DM zuwendungsfähig.
Bauoberrat Hartung gab dann auf Anfrage die Leitsätze der Förderungsbestimmungen bekannt, wobei die Zuschüsse je nach zu errechnenden Kostenanteilen zwischen 63,4 % und 72,3 % schwanken. Wichtig, so Oberbaurat Hartung, sei auch, daß der Konservenbetrieb eine Aussage treffe, mit welcher maximalen Schmutzfracht aus dem Unternehmen zu rechnen sei, denn erst dann können weitere Berechnungen aufgestellt werden. Nach etlichem hin und her in den Beratungen meinte Hartung, daß die Hunderdorfer Kläranlage erst mit gut etwa 50 % ausgelastet sei und deshalb noch genau untersucht werden sollte, inwieweit nicht eine Zuleitung der Abwasser nach Hunderdorf eine Alternativlösung darstellen könnte.
Oberregierungsrat Ruttner wies unmißverständlich darauf hin, daß unverzüglich eine Lösung und die Maßnahme angegangen werden müsse, wenn nicht der Betriebsfortbestand in Gaishausen gefährdet werden solle.
Nach ausgiebiger Diskussion faßte der Gemeinderat einstimmig den Beschluß, das Ingenieurbüro zu beauftragen, in einer Studie nochmals die zwei Lösungsmöglichkeiten und zwar eine eigene Kläranlage Steinburg-Gaishausen oder der Anschluß an die Kläranlage Hunderdorf schnellstmöglich zu untersuchen. Die entsprechenden voraussichtlichen Kosten sind zu ermitteln sowie die Gesamtkosten der vorstehenden Projektunterlagen zu überarbeiten.
Nach Vorstellung des Gemeinderates sollte auch eine etwaige Musterberechnung oder Alternativberechnung für die zu erwartenden Abwasserbeiträge aufgestellt werden. Gleichzeitig sprach sich der Gemeinderat für eine Voranmeldung für die Aufnahme in die Dringlichkeits- und Finanzierungsliste einzureichen.
Zum Schluß der Sitzung wurden noch kurz Vorkaufsrechtsanfragen behandelt sowie Zustimmung erteilt für die Erschließungsmaßnahmen im Baugebiet „Hochfeld-Süd-Erweiterung“ Honoraraufstellungen einzuholen.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 15.08.1986


Verunreinigungen durch Hunde müssen nicht sein
Wie die Gemeinde erfahren mußte, werden verschiedentlich Hunde an den Gehwegen, insbesondere auch am Verbindungsweg in der Bahnhofsiedlung, „Gassi“ geführt und hinterlassen dann Verunreinigungen auf den öffentlichen Plätzen und Grundstückszäunen.
Die Hundehalter werden deshalb gebeten, die Hunde für „ihr Geschäft“ nicht mehr auf öffentliche Gehwege/Plätze zu führen im Interesse der öffentlichen Reinlichkeit und der jeweiligen Anwohner. Nicht der Hund, sondern der Hundehalter trägt die Verantwortung. Angesichts des bei vielen Menschen hoch entwickelten Hygienebewußtseins im Haushalt ist es unverständlich, was die gleichen Leute anderen außer Haus durch ihre Hunde zumuten.
Wer seinen Hund auf Gehwegen, in Anlagen, Kinderspielplätzen und ähnlichen von Menschen frequentierten Orten abgelegten Kot liegen läßt, handelt ordnungswidrig im Sinne des Abfallbeseitigungsgesetzes. Darüber hinaus verstößt der Hundehalter gegen die Gemeindeverordnung über die Reinhaltung und Reinigung der öffentlichen Straßen.
In der Verordnung heißt es:
„Gemäß Art. 66 Nr. 5 BayStrWG kann mit einer Geldbuße bis zu eintausend Deutsche Mark belegt werden, wer vorsätzlich oder fahrlässig
1. eine öffentliche Straße verunreinigt oder verunreinigen läßt
2 die ihm obliegende Reinigungspflicht nicht erfüllt.“
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 15.08.1986


Staatsminister Alfred Dick besuchte Hunderdorf

Staatsminister Alfred Dick, Bürgermeister Weinzierl, Pfarrer Högner und Landrat Weiß (v.l.) bei der Erörterung der Probleme im Sitzungssaal.

Großen Staatsbesuch hatte die Gemeinde Hunderdorf am Freitag, den 1. August. Umweltminister Alfred Dick kam im Rahmen seiner Gemeindebesichtigungen auch in die Gemeinde Hunderdorf. Der Staatsminister, in Begleitung seines persönlichen Referenten Ministerialdirektor Dr. Eisenried, Landrat Ingo Weiß, Bezirksrat Zängl, Kreisrat und CSU-Landtagskandidat Pongratz und einigen Mitarbeitern des Landratsamtes wurde im Gemeindehaus Hunderdorf von Bürgermeister Weinziert und Gemeinderat empfangen und herzlich begrüßt.

Bürgermeister Weinzierl übergab an den Minister einen Erinnerungskrug

Bürgermeister Weinzierl stellte kurz die Gemeinde vor, gab einen Überblick über die derzeitig laufenden Investitionsmaßnahmen und trug anschließend dem Minister die anstehenden Probleme vor.
Ein großes Problem, nicht nur für die Gemeinde, sondern für den ganzen Landkreis, stellt der Arbeitsplatzabbau der Firma Nolte dar, die ihren Beschäftigtenstand in Hunderdorf bis Jahresende von 600 auf 450 reduziert. Zusätzliche Arbeitsplätze sind für Hunderdorf dringend notwendig.
Ein weiteres dringendes Problem stellt die Abwasserbeseitigung in Steinburg/Gaishausen dar. Es ist zwar bereits eine Planung für die Abwasserbeseitigung in Steinburg und Gaishausen erstellt, jedoch ist durch die Abwassereinleitung der Fa. Waldstein eine Überarbeitung notwendig. Das Landratsamt hat den Bau einer

Erinnerungsfoto mit der Begleitmannschaft, einigen Gemeinderatsmitgliedern und Gasthauspersonal nach dem Mittagessen

Abwasserbeseitigungsanlage für 1986, spätestens Frühjahr 1987 gefordert, da ansonsten die Fa. Waldstein geschlossen werden muß.
Die Gemeinde ist nicht in der Lage die enormen Kosten der Anlage zu tragen und ist auf einen hohen Zuschuß angewiesen. Der Minister sicherte hier, wie auch bei dem Problem Nolte, seine Unterstützung zu, damit das Abwasserproblem gelöst und die Arbeitsplätze bei der Fa. Waldstein erhalten werden können. Weiter sprach Bürgermeister Weinzierl den Ausbau des Truppenübungsplatzes „Sollinger Loch“ an. Hier muß den Landwirten ein entsprechender Ausgleich gewährt werden, da durch den Autobahnbau bereits erhebliche Landverluste hingenommen werden mußten. Der Minister erläuterte hierzu, daß der Bau des Übungsplatzes Bundesangelegenheit sei und hier das Land Bayern fast keine Mitwirkungsmöglichkeiten habe. Er werde sich jedoch soweit möglich einsetzen.
Bürgermeister Weinzierl bat weiterhin um Unterstützung, dank die 400 m Laufbahn am Sportplatz fertiggestellt werden kann und das dringend notwendige Verwaltungsgebäude errichtet werden kann. Die Gemeinde ist gewillt, hier Investitionen tätigen, kann jedoch nur mit entsprechenden Zuschüssen bauen.

Besuch bei Altbürgermeister Härtenberger, v.l. Kreisrat Zängl, Staatsminister Alfred Dick, Altbürgermeister Härtenberger, Landrat Weiß, Bürgermeister Weinzierl

Abschließend erläuterte Pfarrer Högner die dringend notwendigen Arbeiten am Kirchturm und brachte die Bitte vor, daß sich auch hier der Minister einsetzt, damit entsprechende Mittel bereitgestellt werden.
In seinen Ausführungen ging Dick auf die einzelnen angesprochenen Probleme ein und sicherte seine tatkräftige Unterstützung zu. In Bezug auf sein Fachressort ging er kurz auf das Ziel der Landesplanung ein, in dem städtischen Zentren und strukturschwachen Gemeinden wertgleiche Lebensbedingungen zu schaffen. Auch Landrat Weiß betonte, der Landkreis Straubing-Bogen sei an Sport- und Freizeiteinrichtungen kaum mehr zu überbieten, was nicht zuletzt auf den Verdienst des Staatsmisters zurückzuführen sei.
Abschließend bedankte sich Bürgermeister Weinzierl nochmals für den Besuch und sprach im Namen der Gemeinde Dank für die zugesicherte Unterstützung aus. Als Erinnerung wurden ein Krug mit Gemeindewappen überreicht.
Nach Einnahme des Mittagessens und einem kurzen Besuch des Altbürgermeister Härtenberger ging der Besuch in Hunderdorf zu Ende. Quelle: Aus dem Perlbachtal, 15.08.1986


Die Steinburger Kirchweih
Jedes Jahr Anfang August wird die Steinburger Kirchweih gefeiert. Dieses Fest ist inzwischen zu einem festen Bestandteil des heimatlichen Brauchtums geworden. Während das Hunderdorfer Volksfest seit einigen Jahren, wegen Mangels an Interesse seitens der hiesigen Gastronomie, ausgefallen ist, erfreut sich das Fest in Steinburg vieler Gäste aus nah und fern. Das Festprogramm läuft seit Jahren nach dem gleichen Plan ab. So natürlich auch heuer.
Nach einem Standkonzert der Feuerwehrkapelle Degernbach vor dem früheren Schulhaus formierte sich ein Zug der Vereine aus der Gemeinde Hunderdorf zum Einzug in das Bierzelt, wo Bürgermeister Egon Weinzierl als Schirmherr das erste Faß Bier anzapfte. Bei den Weisen der Blaskapelle ließen sich die Gäste das frische Bier schmecken.
Am Samstag ist ab 19 Uhr wieder Bierzeltbetrieb.
Der Sonntag beginnt mit einer Feldmesse vor dem Schulhaus. Abwechselnd findet anschließend ein politischer oder gewerkschaftlicher Frühschoppen im Bierzelt statt. Ab 15 Uhr trifft man sich wieder bei Musik im Zelt.
Der Montag ist der Tag der Gemeinden und Behörden, bei dem der Schirmherr die Aufgabe hat, alle anwesenden Behörden und Betriebe namentlich zu begrüßen.
Natürlich darf auch ein reichhaltiger Vergnügungspark für die Kinder nicht fehlen. Schiffsschaukein, Karussell und Schießbuden, Losstände und Grillbuden sind immer vorzufinden. Fast jeden Tag spielt eine andere Kapelle, so daß man auch den Wunsch der Zuhörer Rechnung trägt.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 15.08.1986


Schulverband Hunderdorf
Mit Alois Czerwenka wurde ein verdienter Schulleiter verabschiedet
17jährige Schulleiter-Tätigkeit in Hunderdorf -Verdienste um das Schulwesen gewürdigt – Auch Anni Kleikamp und Gertrud Weingärtner in den Ruhestand verabschiedet
Im festlichen Rahmen wurde vor wenigen Tagen der verdiente Schulleiter Alois Czerwenka in den Ruhestand verabschiedet. Alois Czerwenka war in seiner 45jährigen Dienstzeit 30 Jahre Schulleiter, davon 17 Jahre in Hunderdorf. Dafür wurde ihm von allen Seiten dickes Lob ausgesprochen für sein vorbildliches Berufsethos. Weiterhin wurden Oberlehrerin Gertrud Weingärtner und Anni Kleikamp in den Ruhestand verabschiedet. Der Festakt im Gasthaus Sandbiller wurde musisch umrahmt von einer Schülergruppe unter Leitung von Waldfride Holzapfel.
Zur Verabschiedungsfeier hatte sich eine Vielzahl von Ehrengästen

Schulamtsdirektor Kieser bei seiner Ansprache

eingefunden: Pfarrer Anton Högner, Pfarrer Ephrem, Diakon Schrank, Frater Anselm, Schulamtsdirektor Dr. Kieser, Schulverbandsvorsitzender und Bürgermeister Egon Weinzierl, die Bürgermeister Lobmeier, Neukirchen und Schmidbauer, Windberg, Schulleiter Häusler, Neukirchen, die Lehrkräfte der Schul- und Hauptschule Hunderdorf, die Mitglieder des Elternbeirates, des Schulverbandsausschusses, des Gemeinderates Hunderdorf sowie verschiedene Angestellte der Gemeinde bzw. des Schulverbandes.
Schulverbandsvorsitzender Egon Weinzierl hieß insbesondere die zu verabschiedenden Lehrkräfte Schulleiter Alois Czerwenka sowie die Oberlehrerinnen Weingärtner und Kleikamp besonders willkommen und begrüßte auch die Gäste.
Zuerst kam Rektor Alois Czerwenka seiner Pflicht als Schulleiter nach und verabschiedete Oberlehrerin Gertrud Weingärtner und Anni Kleikamp, die ebenso in den Ruhestand gehen. Czerwenka an die beiden Kolleginnen: „Viele Jahre haben Sie in der Schule beispielhaft als Klaßlehrerinnen in Unterricht und Erziehung gewirkt. Dafür möchte ich Ihnen den besonderen Dank der Schulleitung aussprechen. Den scheidenden Kolleginnen wünschte der Schulleiter für die kommenden Lebensjahre alles Gute.
Schulverbandsvorsitzender Weinzierl wandte sich zunächst ebenso an die Oberlehrerin Kleikamp, die ihre Lehrtätigkeit seit 1946 ausübt, wobei sie 1972 an die Verbandsschule Hunderdorf kam sowie an Frau Gertrud Weingärtner, die seit 1944 Lehrerin und seit 1965 an der Schule in Hunderdorf tätig ist. Weinzierl wörtlich: „Wir nehmen Abschied von zwei Lehrkräften, die viele Jahre hindurch am Wohl und der Entwicklung unserer Gemeinden durch Erziehung und Bildung unserer Kinder maßgebenden Anteil hatten. Wir verlieren mit Ihnen beliebte, vorbildliche Erzieher unserer Jugend. Ihre Arbeit im Dienste unserer heranwachsenden Jugend hat so reiche Früchte getragen, daß Ihnen schon heute Generationen von Schülern mit Achtung, Verehrung und Dankbarkeit begegnen.“
Weinzierl sprach abschließend den Dank der Schulverbandsgemeinden für die segensreiche Tätigkeit aus.
Sodann ergriff Schulamtsdirektor Kieser das Wort, wobei er konstatierte: „Nach 17 Jahren geht die Amtszeit von Schulleiter Czerwenka in einer der größten Schulen im Landkreis zu Ende. Kieser zeigte kurz den beruflichen Werdegang von Alois Czerwenka auf, der anfänglich gekennzeichnet war von der Zeit Zweiten Weltkrieges und den Verlust der Heimat.
Alois Czerwenka war von 45 Jahren Dienstzeit 30 Jahre Schulleiter

Rektor Alois Czerwenka bei seinen Dankesworten

zunächst an zwei- und vierklassigen Schulen, bis er 1969 an die große Verbandsschule Hunderdorf kam. Die Verbandsschule Hunderdorf hatte 1969 643 Kinder, 1973 sogar 738 Kinder, heute ist der Schülerstand auf 380 gesunken wegen der geburtsschwachen Jahrgänge.
Kieser zählte weiterhin auf, daß Alois Czerwenka drei Jahre der ständige Vertreter des Schulrates in Bogen war sowie 15 Jahre im Landkreis Bogen als Schuljugendberater fungierte. Die Jahre in Hunderdorf, so Kieser, bescherten Alois Czerwenka auch gewichtige Aufgaben, zumal in dieser Zeit auch die Errichtung der neuen Verbandsschule und die Schulneugliederung stattfand.
Es sei nicht einfach, so der Schulamtsdirektor weiterhin, den vielfältigen und schwierigen Aufgaben gerecht zu werden und den sensiblen Schulkörper zu führen und zu koordinieren. Kieser betonte, daß Alois Czerwenka den vielfältigen und schwierigen Aufgaben gerecht geworden sei, wobei er mit Sachkenntnis und Umsicht die Aufgaben zielstrebig und zuverlässig angegangen ist und ausgeführt hat. Lobend erwähnte der Schulamtsdirektor auch Czerwenkas Aktivitäten zur Förderung des schulischen und musischen Lebens. Im Namen des Schulamtes sprach Schulamtsdirektor Kieser an Alois Czerwenka Dank aus für sein erfolgreiches Wirken für Schule und Jugend und wünschte für die Zukunft alles Gute. Herzliche Dankesworte richtete der Schulamtsdirektor für die langjährige Tätigkeit auch an die Oberlehrerinnen Weingärtner und Kleikamp, denen er ebenso alles erdenklich Gute wünschte.
Dann wandte sich Schulverbandsvorsitzender Weinzierl an den scheidenden Schulleiter. „Wer seinen Beruf mit voller Begeisterung, ja man muß wohl besser sagen, mit solch Leidenschaft ausgeübt hat wie Sie, von dem darf man annehmen, daß er darin nicht eine Pflicht, sondern eine Berufung gesehen hat. Wenn Sie jetzt Abschied von Ihrer aktiven schulischen Laufbahn nehmen, können Sie das in dem stolzen Bewußtsein tun, einen erfolgreichen Dienst an der Jugend, an Ihrer so sehr geschätzten Jugend geleistet zu haben.“
Weinzierl konstatierte, daß mit natürlichem Geschick, großem Engagement und ausdauernden Einsatzfreude Alois Czerwenka es verstanden habe, von Schuljahr zu Schuljahr aufs Neue den übertragenen Bildungsauftrag zu erfüllen. Weinzierl weiterhin wörtlich: „Die Gemeinden, wir alle, danken Ihnen dafür insbesondere auch für Ihre engagierte Tätigkeit als Schulleiter in Neukirchen von 1961 bis 1969 und in Hunderdorf von 1970 bis 1986.“ In diesem Zusammenhang stellte Weinzierl auch die stets gute Zusammenarbeit zwischen Schule und der Gemeinde bzw. dem Schulverband heraus. Weinzierl wünschte abschließend einen glücklichen und gesunden, noch lange währenden Ruhestand.
Pfarrer Anton Högner sprach persönliche herzliche Abschiedsworte, wobei er u.a. konstatierte; „Schulleiter Czerwenka war immer da. Er habe es ausgezeichnet verstanden, über Probleme zu reden und sie auch zu lösen.“ Im Namen der Seelsorger an der Schule dankte Pfarrer Högner für die gute Zusammenarbeit.
Im Namen aller Eltern sprach Elternbeiratsvorsitzender Erwin Schötz für die aufopfernde Arbeit, aus den Kindern brauchbare Mitmenschen zu formen, an die drei Lehrkräfte Dankesworte aus und wünschte ebenso alles Gute. Als Elternbeiratsvorsitzender dankte er Schulleiter Alois Czerwenka besonders für die freundschaftliche Arbeit im Elternbeirat, an dessen Sitzungen der Schulleiter stets teilgenommen habe.
Konrektor Komet Klar wandte sich ebenfalls mit persönlichen Worten an die Lehrerkolleginnen Weingärtner und Kleikamp und zeigte deren schulischen Werdegang in netter Form auf und wünschte alles Gute für den Ruhestand. An Czerwenka gewandt, betonte Konrektor Klar, daß es der Schulleiter verstanden habe zu ihm und zu den Kollegen ein vertrauensvolles Verhältnis zu schaffen. Stets, so Klar, habe sich Czerwenka für die Schulkinder eingesetzt und das Wohl der Schule sei ihm eine gewichtige Verpflichtung gewesen. Klar konstatierte, daß es ihm eine große Freude gewesen sei, unter Alois Czerwenka stellvertretender Schulleiter gewesen zu sein. Abschließend wünschte Konrektor Klar im Namen des Kollegiums und persönlich noch viele unbeschwerte Jahre.
Den Redner-Reigen schloß am Ende Rektor Czerwenka selbst: „Ich darf feststellen, daß ich all die Jahre gerne Lehrer und Schulleiter war. Der Umgang mit Kindern hat mir Freude bereitet. Ihnen nach Kräften in der Entwicklung zu helfen sah ich nicht nur als berufliche Pflicht an, sondern war mir ein ehrliches Anliegen. Ich hoffe, daß mir das überwiegend gelang, vor allem auch während meiner Tätigkeit als Schuljugendberater.
Als scheidender Schulleiter möchte ich Sie alle, die Sie mit Kindern und Schule verantwortlich zu tun haben, ermutigen, den kleineren und größeren Problemen des schulischen Alltags ins Auge zu schauen und nicht zu resignieren. Fassen Sie die Arbeit auch als eine Art Berufung auf und bewahren Sie sich einen Funken Idealismus.“
Czerwenka dankte all jenen, die ihm während seiner 17-jährigen Dienstzeit an der Verbandsschule Hunderdorf beratend und helfend zur Seite standen. Er fuhr wörtlich fort: „Ich möchte mit meinem vorbildlichen Lehrerkollegium beginnen, dem ich viel Erfolg in den kommenden Jahren wünsche und einen verständnisvollen Schulleiter. Meinen besonderen Dank schulde ich meinem Vertreter Konrektor Klar, meiner früheren 2. Konrektorin Kohlbeck und meiner Hauptstütze in der Schulverwaltung, Frau Lang.

Die verabschiedeten Lehrkräfte Weingärtner, Czerwenka und Kleikamp (vorne v. 1.) sowie Bürgermeister Weinzierl, Schulamtsdirektor Kieser und Pfarrer Högner (hinten v. l.)

Hervorragend und reibungslos war immer die Zusammenarbeit mit dein Schulverband, der Gemeinde Hunderdorf mit seinem 1. Bürgermeister Weinzierl. Bei dieser Gelegenheit vergesse ich nicht, auch die großen Verdienste des früheren Bürgermeisters Härtenberger um unsere Schule zu erwähnen. Leider trägt er an einem schweren Schicksal.
Ferner war es mir eine Freude, mit unserem Elternbeirat und seinem 1. Vorsitzenden, Herrn Schötz, zusammenzuarbeiten. Dankeschön sage ich auch unserem Hausmeisterehepaar Hartmannsgruber und Frau Bornschlegl in der Grundschule einschließlich den guten Geistern für Sauberkeit, Frau Hagn und Bornschlegl. Auch das Busunternehmen Berger möchte ich nicht vergessen. Während der vergangenen 17 Jahre ereignete sich kein Unfall.“
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 15.08.1986


Jugendblaskapelle Hunderdorf gastiert in Österreich
Der Musikverein Hunderdorf fährt am Sonntag, den 24. August 1986 zu einem Gegenbesuch nach St. Johann am Wimberg nach Österreich zum 2. Petersberger Feuerwehrfest. Der Musikverein St. Johann war bereits heuer zu Gast in Hunderdorf beim SVH-Gründungsfest. Nunmehr gastiert die Jugendblaskapelle in St. Johann. Die Mitglieder des Musikvereins Hunderdorf sowie alle Interessenten können mitfahren. Anmeldungen werden baldmöglichst erbeten an Schriftführer Xaver Kern, Lintach 6, Tel. 09422/2669.
Fahrpreis: ca. 10,- DM
Abfahrt: 5,30 Uhr am Schulhof Hunderdorf mit Omnibus
Personalausweise nicht vergessen!
Programm für Sonntag, 24. August:
9.00 Uhr: Feldmesse mit der Musikkapelle Hunderdorf
10.00 Uhr: Frühschoppen mit dem Humoristen Heinz Kneidinger und dem Hansinger-Sextett
14.00 Uhr: Familiennachmittag mit Überraschungen, Konzert der Musikkapellen Hunderdorf und St. Johann/Wimberg
Eintritt frei!!
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 15.08.1986


Viele Gratulanten bei Otto Bethke
Steinburg.
Am Samstag konnte der am 16. August 1906 in Tilsit geborene Otto Bethke im Kreise seiner Familie, seiner Verwandten, Nachbarn und. Freunde seinen 80. Geburtstag begehen. Dem humorvollen und rüstigen Jubilar gratulierten im Namen der Gemeinde Hunderdorf Bürgermeister Johann Feldmeier, im Namen des VdK-Ortsverbandes 1. Vorsitzender Walter Reichhart. Der gebürtige Tilsiter freute sich über die Gschenkkörbe und die herzlichen Glückwünsche. Mit Begeisterung erzählte er aus seiner Kinder- und Jugendzeit, vergaß die Kriegsereignisse und die Zeit nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft nicht. Otto Bethke, der 1970 in Ruhestand ging, ließ sich in Steinburg-Schafberg nieder, wo er ein unter Denkmalschutz stehendes Bauernhaus mit viel Sachverstand und Liebe bestens renovierte. — Das Bild zeigt den Jubilar inmitten seiner Gratulanten.
Quelle: Bogener Zeitung, 19.08.1986


50 Jahre gemeinsam durch das Leben
Hunderdorf.
Vor ein paar Tagen konnte das Ehepaar Josef und Sofie Breu aus Schafberg, Gemeinde Hunderdorf, das große Fest der goldenen Hochzeit feiern. Am 18. August 1936 gingen der Bundesbahnarbeiter Josef Breu aus Haibach und Sofie Lanzinger aus Zinzenzell den Bund der Ehe ein. Durch ihren Fleiß und ihre Sparsamkeit – Sofie Breu verdiente durch Besenbinden im Winter dazu — konnte sich das Ehepaar schon vor dem Krieg Baumaterial für ein Haus kaufen. Nachdem sie in Haibach keinen Baugrund bekamen, kamen sie schließlich nach Schafberg und bauten sich hier in den Jahren 1946/47 ein Haus. Aus der Ehe gingen sieben Kinder, fünf Buben und zwei Mädel, hervor. Sofie Breu hatte es in dieser Zeit sehr schwer, denn während ihr Mann bei der Bundesbahn fast immer zu Arbeiten auswärts eingesetzt war, mußte sie sich zu Hause um alles alleine kümmern und die sieben Kinder aufziehen. Das Ehepaar Breu ist deshalb heute stolz auf seine Kinder, aus denen lauter rechtschaffene Leute geworden sind. Der jüngste Sohn Rudi hat das Elternhaus übernommen und umgebaut. Bei ihm und seiner Familie verbringen Josef und Sofie Breu, die sich guter Gesundheit erfreuen und noch sehr aktiv sind, ihren verdienten Lebensabend. Den Festtag der goldenen Hochzeit konnten sie im Kreise ihrer Kinder und zehn Enkelkinder, von denen das Jüngste gerade erst sechs Wochen alt ist, feiern. Bürgermeister Egon Weinzierl und zweiter Bürgermeister Johann Feldmeier überbrachten die Glückwünsche der Gemeinde Hunderdorf, und Kreisrätin Heidi Watzl gratulierte im Auftrag des Landrates Ingo Weiß und sie wünschten dem Jubelpaar noch viele gesunde und gemeinsame Jahre.
Quelle: Bogener Zeitung, 21.08.1986


Freundschaftliche Bande gestärkt
Musikverein besuchte Petersberger Feuerwehrfest in Oberösterreich
Hunderdorf. Auf Einladung des Musikvereins und der Gemeinde Sankt Johann am Windberg in Oberösterreich spielte die Jugendblaskapelle Hunderdorf beim zweiten Petersberger Feuerwehrfest. Mit der Musikkapelle aus Sankt Johann und dem

Die Jugendblaskapelle Hunderdorf mit Dirigent Tony Niedermayer beim Auftritt anläßlich des zweiten Petersberger Feuerwehrfestes.

Musikverein Hunderdorf besteht seit dem Vorjahr besondere Freundschaft, als die Hunderdorfer bei der dortigen Wappenverleihung mit Heimatabend auftragen und sich in die Herzen der Österreicher spielten.
Heuer war die Musikkapelle aus St. Johann beim Jubiläum des Sportvereins zu Gast in Hunderdorf. Am Sonntag starteten die Hunderdorfer gleich mit drei Bussen und rund 120 Personen, davon 33 Jungbläser, in Richtung Österreich. Mit dabei war Bürgermeister und Vereinsvorstand Egon Weinzierl und eine Abordnung der FFW Hunderdorf. Bei der Ankunft wurde die Reisegruppe von der Musikkapelle Sankt Johann und Bürgermeister Radler begrüßt. Dann gings ab zum zweiten Petersberger Feuerwehrfest. Hier umrahmte die Jugendblaskapelle Hunderdorf die Zeltmesse und ab Mittag spielte man gemeinsam mit einer Teilgruppe der österreichischen Musikfreunde im Festzelt zünftig auf. Die Stimmung war gut und viel Beifall brachte die verdiente Anerkennung für die jungen Musiker. Eine Reisegruppe unternahm am Nachmittag eine Rundfahrt durch die Gemeinde Sankt Johann, die rund 900 Einwohner zählt und 19 Quadratkilometer groß ist. Der dortige Bürgermeister Radler stellte dabei seine Gemeinde vor und gab nähere Erläuterungen.
Die Hunderdorfer Reisegruppe wurde von Bürgermeister Radler, der Musikkapelle mit Obmann Rudi Dorner und dem dortigen Feuerwehrkommandanten verabschiedet. Man war sich einig, daß die Kontakte nicht abreißen sollten. Bei entsprechenden Anlässen sollten gegenseitige Besuche stattfinden. Die Skiabteilungen der beiden Orte wollen die Verbindung auch auf den sportlichen Bereich ausdehnen. Für die Jugendblaskapelle war der Auftritt ein schöner Erfolg und zugleich wurden die freundschaftlichen Bande zwischen Hunderdorf und Sankt Johann gestärkt.
Quelle: Bogener Zeitung, 28.08.1986


Sitzung des Gemeinderats Hunderdorf
Hunderdorf.
Am Donnerstag, 28. August, um 19.30 Uhr findet im Verwaltungsamt Hunderdorf eine Gemeinderatssitzung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Antrag auf Einziehung des Fußweges über Bogenbach bei Apoiger Mühle, 2. Behandlung der Stellungnahmen zum Gewerbegebiet „Thananger-Straße-Erweiterung“, 3. Vergabe der Schreinerarbeiten Kapelle Rammersberg, 4. Bauplan FFW-Gerätehaus Steinburg, 5. Zuschußantrag der Pfarrei für Kirchenrenovierung, 6. Sonstiges und Informationen.
Quelle: Bogener Zeitung, 28.08.1986


Erweiterung des Bebauungsplanes
Hunderdorf.
Die Erweiterung des Bebauungsplanes Hochfeld-Süd liegt in den Amtsräumen der Verwaltungsgemeinschaft Hunderdorf, Kirchgasse 8, Zimmer 1, bis zum 11. September zur Einsichtnahme auf. Während der Auslegungsfrist können Bedenken und Anregungen vorgebracht werden.
Quelle: Bogener Zeitung, 28.08.1986


Wieder Weinfest in der Fischerhütte
Bogen/Waltersdorf.
Am Samstag und Sonntag, 30. und 31. August, findet in der Fischerhütte bei Waltersdorf das schon zur Tradition gewordene Weinfest des Bezirksfischereivereins 1882 Bogen statt. Am Samstag beginnt die Veranstaltung um 17 Uhr und am Sonntag bereits um 10 Uhr. Neben erlesenen Weinen gibt es auch Fisch- und Käsespezialitäten. Damit auch die Bierfreunde auf ihre Rechnung kommen, wird am Samstag bis 19 Uhr und am Sonntag bis 14 Uhr auch süffiges Festbier ausgeschenkt. Aus Anlaß des 20jährigen Bestehens der Fischerhütte findet an beiden Tagen auch eine Verlosung statt. Als Preise gibt es Steckerlfische und Sekt. Die Bevölkerung aus nah und fern ist eingeladen. Der Erlös wird für Zwecke des Natur- und Landschaftsschutzes verwendet.
Quelle: Bogener Zeitung, 28.08.1986


Vorsteher des Klosters Windberg
2. Propst Eberhard

Am 4. Oktober 1139 starb Rudbert. Ihm folgte Eberhard aus dem Kloster Schäftlarn als Propst. Daß der Prämonstratenser Eberhard als Nachfolger von Rudbert berufen wurde beweist nach Backmunds „Chorherrnorden“, daß die Priestergemeinschaft sich bereits für den Prämonstratenserorden entschieden hatte. Die Berufung Eberhards war sehr unglücklich, denn er mußte schon 1141 abgesetzt werden. Hartig schreibt, daß der Chronist berichtet, er habe einen rauhen Charakter gehabt und sei nach Schäftlarn zurückgekehrt. Er stammte ursprünglich von Freising ab. Es war also kein guter Beginn für das erst neu gegründete, noch sehr bescheidene Kloster.
3. Gebhard (1141 – 6.5.1191)
Erst unter dem dritten Vorsteher, Gebhard von Bedenburg, der 1142 an Eberhards Stelle trat, einem geborenen Kölner und Magister der freien Künste, „welcher auf Bitten des Papstes Eugen III. (1145- 1153) vom Bischof Heinrich I. Grafen von Wolfratshausen (1131 – 1155) von Regensburg nach den Statuten des Prämonstratenserordens zum Abte geweiht wurde, hob sich das Kloster mächtig.“
Die offizielle Gründung des Klosters Windberg wird deshalb auch oft mit der Abtweihe Gebhards von Bedenburg angegeben, wie Hartig versichert. Dieser Abt brachte das Kloster zu seiner ersten Blüte. Auf seine Veranlassung hin wurde die alte gräfliche Pfarrkirche, die zu klein geworden war, verlassen und eine neue, große Kirche, deren Haupt- und Grundmauern aus Quadern aufgeführt waren, gebaut. Am 21. und 22. Mai 1142 war der Kirchenbau soweit gediehen, daß das Presbyterium, mit einem Notdach versehen, und drei Altäre vom Olmützer Bischof Heinrich Zdik (oder Stiko) geweiht werden konnten. Die Erklärung, daß nicht der Diözesanbischof, sondern Zdik die Weihe vornahm, erklärt Hartig damit, daß dieser dem Prämonstratenserorden angehörte. Der Grund lag nicht darin, daß sein Reisebegleiter Herzog Wladislaus von Böhmen, der sich auf Betreiben Zdiks an der Dotierung Windberg beteiligte, ihm die Fahrkosten bezahlte. Inzwischen, am 23.12.1146, bestätigte auch Papst Eugen III. die ganze Stiftung und die Gründung des Klosters, berichten Hartig und Kornmüller einmütig. Die Confirmationsbulle des Papstes ist in der Mon. Boic. XIV, S. 19, zu lesen. Hartig legt die Abtweihe von Gebhard auf 1146 fest.
Jetzt erst bestätigte Albert I. alle Schenkungen. Die Bedingungen des Grafen, daß immer der Erstgeborene Vogt des Klosters sei, beschränkt Papst Eugen durch die Klausel, wenn der so Berechtigte seine Pflichten nicht oder zum Schaden des Klosters erfülle, ihn mit dem Beirat des Bamberger Bischofs durch einen anderen ersetze.
Schon vorher, 1146 hat sich der Regensburger Bischof großzügig erwiesen, das Kloster von Novalzehenten befreit und ihm die eben auf Klostergrund gebaute Kirche Fürlbach und auch die Pfarrei Sossau geschenkt. Friedrich I. stellte schon 1160 auf Bitten des Bischofs Eberhard von Bamberg dem Kloster einen Schutzbrief aus, der Windberg kirchlich zum Bistum Regensburg und politisch zum Bistum Bamberg gehörig bezeichnete.
Noch immer wurde, volle 25 Jahre, an der Kirche, die heute schon längst abgerissen ist, einer Basilika aus Granitquadern, gebaut. Am 28. November 1167 wurde sie vollendet und von Bischof Johann von Olmütz, dem Nachfolger von Zdik, zu Ehren der seligen Jungfrau Maria geweiht. Am selben Tage wurden noch zwei Altäre, am darauffolgenden die übrigen Altäre geweiht.
Um 1150 errichtete Gebhard, der erste Prämonstratenserabt in Bayern, eine Glashütte im Bayerischen Wald und legte damit den Grundstein für die noch heute blühende Glasindustrie.
Zu jener Zeit besaß das Kloster schon vier Eigenkirchen: Sossau, Ainbrach, Fierlbach und Albertskirchen, mit denen Außenhöfe verbunden waren. Abt Gebhard wollte damals, so berichtet Kornmüller, in Sossau ein Oratorium errichten, um für die dortigen Bediensteten Gottesdienst abhalten zu können. Doch Bischof Heinrich von Regensburg schenkte dem Kloster auf Anfrage die Kirche in Zeitldorn, zu Fuß eine halbe Stunde von Sossau entfernt, und die dazugehörige Pfarrei mit den damit verbundenen Zehenten und Einkünften.
In der Confirmationsbulle des Papstes Lucius III., 1183 die sich noch im Pfarrarchiv in St. Englmar kopiert findet, wird dem Kloster neben dem Besitz von Englmar und Bondorf noch eine besondere Vergünstigung zuteil. Wenn nämlich das Land interdiciert sei, so dürften die Mönche

Die ehemalige Propstei, heute Pfarrhof.

trotzdem Messe lesen, aber ohne Glockenläuten und bei verschlossenen Türen und unter Ausschluß der interdicierten und Exkommunizierten. Der Kirchenbau wurde aber unter Abt Gebhard nicht fertiggestellt. Erst 1230, so weiß Hartig zu berichten, wurde er vollendet. Auch der Stifter Albert I. erlebte die Vollendung der Kirche nicht, er starb schon im Jahre 1147. Er lag bis zu den Schwedeneinfällen in der Klosterkirche begraben.
Ein Stein in der Wand nahe dem Grabe verkündet sein Andenken und das seiner Nachfolger, die hier begraben waren.
Nach verhältnismäßig kurzer Zeit war aber das Kloster von Gebhard von Bedenburg fest begründet. Der Papst hatte es anerkannt, hatte die Confirmationsbulle gewährt; der Stifter hatte seine Schenkungen bestätigt, und auch Fürst Wladislaus ein Verwandter des Grafen, und viele andere Noble hatten sich an der Stiftung beteiligt. Es hatte den ersten Prämonstratenserabt in Bayern, Nebenkirchen und ausgedehnte Besitzungen.
Reiche, einflußreiche Gönner, wie etwa der hl. Norbert, protegierten es bei Papst und Kaiser.
Abt Gebhard war selbst Magister der freien Künste und schrieb zahlreiche Werke. Seine mittelhochdeutsche Psalmeninterlinearversion gehörte zu den besten des Mittelalters. Die Gebete, die er im Stil der Oratorien jedem Psalm beifügte, zeugen vom tiefen Verständnis für den liturgischen Gebetsgehalt. Gebhards Übersetzungen sind ziemlich frei und sinngemäß, er treibt schon vergleichende Dialektkunde. Die Werke dieses überaus segensreichen Abtes und seiner Patres sind heute in der Staatsbibliothek München verwahrt. 1803 wurden alle 348 Legenden jener Periode vom Staat beschlagnahmt.
nach H. Kalm
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 29.08.1986


Die OBAG informiert
In den vergangenen Wochen wurden uns von unseren Kunden besorgte Fragen gestellt. Als Ihr Partner in Sachen Energie möchten wir in diesem Brief zu den häufigsten Fragen Stellung nehmen:
– Gibt es gesundheitliche Gefahren durch das Unglück in Tschernobyl?
– Kann ein derartiges Unglück auch bei uns passieren?
– Sollten wir aus der Kernenergie aussteigen ?
Das Reaktorunglück in der Sowjetunion hat auch uns getroffen. Mangelnde Informationen vom Unglücksort und Katastrophen-Schlagzeilen haben uns alle besorgt gemacht. Inzwischen sind Wissenschaftler den gesundheitlichen Auswirkungen nachgegangen. Die führenden Strahlenmediziner in Deutschland stellen einhellig fest, daß die zusätzliche Strahlenbelastung durch das Reaktorunglück bei uns gering ist; die zu erwartende Langzeitwirkung zusätzlicher Strahlenbelastung durch den Unfall von Tschernobyl bewegt sich bei uns im Schwankungsbereich der natürlichen Strahlung. Somit sind gesundheitliche Folgen nicht zu befürchten.
Als Ihr Stromversorgungsunternehmen, das Sie mit Strom auch aus Kernkraftwerken beliefert, sind wir Ihnen eine Antwort schuldig, ob sich ein derartiges Unglück auch bei uns ereignen könnte. Unabhängig davon, daß es uns keinen derartigen Reaktortyp gibt, können wir feststellen: Wir kennen die Risiken der Kernenergie, wir wissen aber auch, welch hohes Maß an Sicherheitsvorkehrungen getroffen ist, um uns vor diesen Risiken zu schützen.
Deshalb versichern wir Ihnen, daß in Bezug auf die Sicherheit unserer Kraftwerke kein Anlaß zur Besorgnis besteht. Ein Unfall mit Auswirkungen wie in Tschernobyl ist bei uns ausgeschlossen.
Ein zweistufiges Sicherheitssystem sorgt in der ersten Stufe dafür, daß ein schwerer Störfall unmöglich ist. In der zweiten Stufe sind Sicherheitseinrichtungen vorgesehen, die – selbst wenn das nach menschlichem Ermessen Undenkbare einträte – eine Umweltkatastrophe wie in der Sowjetunion verhindern würden. Dazu gehören mehrfach vorhandene, voneinander unabhängig wirksame und automatisch funktionierende Sicherheitseinrichtungen sowie ein gasdichter, druckfester Stahlbehälter, das sog. Containment, das den Reaktor umschließt. Damit und mit einer zusätzlichen meterdicken Stahlbetonwand wird die Radioaktivität im Gebäude zurückgehalten.
Laufende Überprüfungen und planmäßige Überholungen, zu denen die Kernkraftwerke in regelmäßigen Zeitabständen außer Betrieb genommen werden, gewährleisten eine optimale Betriebssicherheit.
Trotzdem verlangen manche kurzentschlossen den Ausstieg aus der Kernenergie. Haben sie die Konsequenzen bedacht?
– Wir würden, weil unsere Nachbarn in Ost und West nicht auf Kernenergie verzichten werden, so gut wie nichts an Sicherheit gewinnen. Gleichzeitig würden wir uns aber der Möglichkeit berauben, auf den internationalen Sicherheitsstandart von Kernkraftwerken verbessernd einzuwirken.
– Wir müßten unsere Umwelt wieder mit mehr Schwefel- und Stickoxiden belasten. Dadurch würden erneute Gefahren für die Natur – zum Beispiel Waldsterben – und unser aller Gesundheit heraufbeschworen. Außerdem würden wir die schützende Hille unserer Atmosphäre durch die Verbrennung fossiler Energieträger zusätzlich gefährden.
– Wir müßten uns bei der lebenswichtigen Stromversorgung wieder in Importabhängigkeiten begeben.
– Wir würden als Industrienation durch unsere verstärkte Nachfrage nach fossilen Energien die Weltmarktpreise in die Höhe treiben und diese Energien damit für die Menschen in der Dritten Welt unerschwinglich machen.
– Wir müßten im Bundesdurchschnitt mit rd. 30 % in Bayern hingegen, bei einem Kernenergieanteil von 62 %, mit rd. 40 % höheren Stromkosten rechnen. Dies würde nicht nur jeden Haushalt treffen, sondern auch die internationale Wettbewerbsposition unserer Industrie und damit Arbeitsplätze gefährden.
Wir meinen, diese Gründe wiegen zu schwer, als daß man aus Kernenergie aussteigen könnte, ohne gleichwertigen Ersatz zu haben. Dieser ist aber leider noch auf viele Jahre hinaus nicht vorhanden. Gleichwohl werden wir auch in Zukunft an der Entwicklung alternativer Energieträger intensiv weiterarbeiten. Wir sind keine blinden Atomfanatiker. Wer kritische Vernunft zum Maßstab seines Urteils macht, wird zu dem Ergebnis kommen, daß die Nutzung der Kernenergie in unserem Land verantwortbar sowie ökologisch und ökonomisch geboten ist.
Wir sind ein fairer Partner unserer Kunden. Wenn wir uns für die weitere friedliche Nutzung der Kernenergie einsetzen, tun wir dies in Ihrem Interesse.
Mit freundlichen Grüßen
Energieversorgung Ostbayern AG
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 29.08.1986


An die Gemeindebürger
Wie wir schon vor einiger Zeit bekanntgegeben haben, trägt sich die Gemeinde Hunderdorf mit dem Gedanken einen Museumsraum einzurichten. Gesammelt werden soll heimatliches Kulturgut.
Bitte helfen Sie mit, vielleicht findet sich das eine oder andere Stück.
Als Leihgaben sind alle Gebrauchsgegenstände aus Haus und Hof willkommen.
Es wird gebeten, soweit entsprechende Stücke vorhanden  sind und ausgestellt werden könnten, dies bei der Gemeindeverwaltung bekannt zu geben.
Vielen Dank für Ihre Mithilfe.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 29.08.1986


Bei der Gemeinde Hunderdorf gemeldete Veranstaltungen

Quelle: Aus dem Perlbachtal, 29.08.1986


Zum 80. Geburtstag gratuliert
Seinem 80. Geburtstag konnte der in Tilsit geborene Otto Bethke im Kreise seiner Familie, seinen Verwandten, Nachbarn und Freunde begehen. Dem humorvollen und rüstigen Jubilar gratulierten im Namen der Gemeinde Hunderdorf 2. Bürgermeister Johann Feldmeier, im Namen des VdK-Ortsverbandes 1. Vorsitzender Walter Reichart. Der gebürtige Tilsiter freute sich über die Geschenkkörbe und die herzlichen Glückwünsche.
Mit Begeisterung erzählte er aus seiner Kinder- und Jugendzeit, vergaß die Kriegsereignisse und die Zeit nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft nicht. Otto Bethke, der 1970 in Ruhestand ging, ließ sich in Steinburg-Schafberg nieder wo er ein unter Denkmalschutz stehendes Bauernhaus vorbildlich renovierte.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 29.08.1986


50 Jahre gemeinsam durch das Leben
Vor ein paar Tagen konnte das Ehepaar Josef und Sofie Breu aus Schafberg, das große Fest der goldenen Hochzeit feiern. Am 18. August 1936 gingen der Bundesbahnarbeiter Josef Breu aus Haibach und Sofie Lanzinger aus Zinzenzell den Bund der Ehe ein. Durch ihren Fleiß und ihre Sparsamkeit – Sofie Breu verdiente durch Besenbinden im Winter dazu – konnte sich das Ehepaar schon vor dem Krieg Baumaterial für ein Haus kaufen. Nachdem sie in Haibach keinen Baugrund bekamen, ließen sie sich in Schafberg nieder und bauten sich hier in den Jahren 1946 / 47 ein Haus.
Aus der Ehe gingen sieben Kinder, fünf Buben und zwei Mädel, hervor. Sofie Breu hatte es in dieser Zeit sehr schwer denn während ihr Mann bei der Bundesbahn fast immer zu Arbeiten auswärts eingesetzt war, mußte sie sich zu Hause um alles alleine kümmern und die Kinder aufziehen. Der jüngste Sohn Rudi hat das Elternhaus übernommen. Bei ihm und seiner Familie verbringen Josef und Sofie Breu, die sich guter Gesundheit erfreuen und noch sehr aktiv sind, ihren verdienten Lebensabend.
Den Festtag der goldenen Hochzeit konnten sie im Kreise ihrer Kinder und zehn Enkelkinder, von denen das Jüngste gerade erst sechs Wochen alt ist, feiern. Bürgermeister Egon Weinzierl und zweiter Bgm. Johann Feldmeier überbrachten die Glückwünsche der Gemeinde Hunderdorf, und Kreisrätin Watzl gratulierte im Auftrag des Landrates Ingo Weiß und sie wünschten dem Jubelpaar noch viele gesunde und gemeinsame Jahre.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 29.08.1986


Vollzug der Wassergesetze
Errichtung eines Teiches und Entnahme von Wasser zur Beregnung gärtnerisch genutzter Flächen auf dem Grundstück Fl.Nr. 304/4 der Gemarkung Windberg, durch Herrn Nikolaus Vranjoczky, Ried 9, 8447 Windberg.
Die Ausfertigung des Planfeststellungsbeschlusses und des festgestellten Planes nach § 74 Abs. 4 Bayer. Verwaltungsverfahrensgesetz liegt in der Verwaltungsgemeinschaft Hunderdorf, Kirchgasse 8, Zimmer 1 zwei Wochen zur allgemeinen Einsicht aus (vom 8.9. – 22.9.1986.).
Die Einsicht ist während der gesamten Dienstzeit möglich.
Es wird darauf hingewiesen, daß der Planfeststellungsbeschluß mit dem Ende der Auslegungsfrist den übrigen Betroffenen gegenüber als zugestellt gilt. Weiterhin wird auf den Text der Rechtsbehelfsbelehrung des Planfeststellungsbeschlusses hingewiesen.
Hunderdorf, den 29.8.1986
Schmidbauer. 1. Bürgermeister
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 29.08.1986


Delegation aus Windberg besuchte die französische Partnergemeinde Abos in Südwest – Frankreich
Unter der Reiseleitung von Bgm. Dietmar Schmidbauer und Dolmetscher Raimund Fries trat die Windberger Gruppe am Freitag, 1. August ihre lange Reise an. Einige der Teilnehmer besuchten die französische Partnergemeinde bereits zum wiederholten Male. Diese schwärmten bereits vor der Reise von der Gastfreundschaft der französischen Freunde. Auch vom Aufenthalt der Franzosen im vorigen Jahr in Windberg kannte man sich schon. Doch zuvor hatte man eine zweitägige Busfahrt hinter sich zu bringen. Die Strecke führte über Lindau – Zürich – Genf – Lyon – Toulouse – Pau.
Mit ein paar Stunden Verspätung kam man Samstagnacht in Pau an. Anschließend Frischmachen im Hotel und weiter zum Empfang nach Abos. Der überwältigend herzliche Empfang ließ alle Müdigkeit rasch vergessen. Hände wurden geschüttelt, Wangenküßchen ausgetauscht, die Windberger wurden von einer regelrechten Begrüßungseuphorie erfaßt. Welche Bedeutung die Bürger aus Abos dem Besuch der Reisegruppe beimaßen, dann man daran ersehen, daß sie stundenlang bis nach Mitternacht ausgeharrt hatten, um die Windberger gebührend zu empfangen. So kam man erst spät in der Nacht zurück ins Hotel nach Pau, um ein paar Stunden zu schlafen.
Bereits um 9.30 Uhr traf man sich wieder in Abos zu einem gemeinsamen Gottesdienst. Ein Ausschnitt aus dem Tagesprogramm mag wiedergeben, welches „Marathonprogramm“ die Windberger zu absolvieren hatten:
10.30 Uhr Besuch eines Obst- und Weinfestes sowie einer Handwerksausstellung in Monein.
12.00 Uhr Empfang durch den Sous- Prefekt (vgl. Landrat), eine Abgeordnete der französischen Nationalversammlung und weitere Persönlichkeiten
13.30 Uhr Mittagessen in französischen Familien
16.00 Uhr „Spiel ohne Grenzen“
21.00 Uhr Besuch eines Stierkampfes
Bei dem erwähnten „Spiel ohne Grenzen“ betätigten sich drei Mannschaften aus französischen Gemeinden sowie die Windberger in Disziplinen wie „Strohbündeltragen“ oder „Balancieren auf einem Balken“. Die Windberger überließen hierbei, wie es sich für die Gäste gehört, den französischen Gemeinden die vorderen drei Plätze. Auch an diesem Tag kam man nach dem Besuch eines Stierkampfes erst gegen Mitternacht ins Hotel nach Pau zurück.
Der erste Programmpunkt am folgenden Tag, Besichtigung des Schlosses in Pau, war erst für 10.30 Uhr angesetzt. Sichtlich beeindruckt schritt man durch die Räume des Schlosses aus dem 14. Jahrhundert. Heinrich der IV. war am 13. Dezember 1553 hier geboren worden. Heinrich IV. war König von Navarra ( Nordspanien ) und stammte als erster König aus dem Hause Bourbon. Durch seine Heirat mit Margarete von Valois wollte er die Hugenotten mit den Religionsanhängern aussöhnen. Er selbst war seit 1569 Hugenottenführer. Im Schloß, das von Heinrich IV. kaum bewohnt wurde, sind heut noch prächtige Gobelins und Kassettendecken zu bewundern. Die Einrichtung jedoch stammt eher aus der Zeit der Gotik, da das Schloß während der Revolution bis auf zwei Gabeln vollständig geplündert  worden war. Von Heinrich IV. stammt der Ausspruch „Jedem Franzosen jeden Tag sein Huhn im Topf“.
Über Geschichte und Tradition wurde die Reisegruppe auch am Abend noch einmal informiert. Diesmal im Parlaments, Monsieur Coumet. Nach den Begrüßungsworten erläuterte Monsieur Coumet die Geschichte des Parlaments. Bereits 1553 war der unabhängige Rat von Bearn gegründet worden. 1620 hatte Ludwig XIII. den Bearn an Frankreich angeschlossen und Pau zum Parlamentssitz erklärt. Heute ist das Parlament vergleichbar mit dem deutschen Kreistag. 52 Kreisräte kommen dort zu Sitzungen zusammen, die von je einem Kanton entsendet werden. Alle sechs Jahre werden die Kreisräte direkt gewählt.
Die Gegend, in der die Partnergemeinde der Windberger, Abos, liegt, wird Bearn genannt. Der Bearn ist eine alte gewachsene Landschaft, etwa zu vergleichen mit dem hiesigen Gäuboden. Auch in Bearn wird vornehmlich Landwirtschaft betrieben. So werden vor allem Mais und Wein angebaut, aber auch die Viehwirtschaft hat große Bedeutung, Industrie gab es früher nicht. Erst als Ende der vierziger Jahre in der Nähe in Lacq, Erdgasvorkommen entdeckt wurden, veränderte sich das Bild des ländlichen Bereiches etwas.
Larcq ist heute ein großes Industriezentrum, in dem viele Menschen Arbeit finden. Abos, 500 Einwohner, liegt wiederum im Kanton Moen der etwa 7000 Einwohner hat. Ein französischer Kanton ist in etwa zu vergleichen mit hiesiger Verwaltungsgemeinschaft. In Frankreich gibt es sehr viele solcher kleiner Kantone. Alle bisherigen Bemühungen nach einer Verwaltungsreform weniger und dafür größere Kantone zu schaffen, sind bisher in Frankreich gescheitert. Der Bearn ist wiederum dem Departement Pyrenees Atlantiques untergliedert. Die Hauptstadt des Departement ist Pau, mit rd. 85.000 Einwohnern.
Dienstag und Mittwoch wurden für Ausflugsfahrten genutzt und zwar Dienstag in den ca. 100 km entfernten Atlantik, Mittwoch zu einer Fahrt in die Pyrenäen und nach Lourdes.
Nachdem man am Donnerstag gegen 23.00 Uhr von einer Fahrt durch das Baskenland zurückgekehrt war, beriet man vor dem Hotel, ob man noch einen Schoppen Bier trinken solle. Plötzlich ein Ausruf „do kummt ja da Landrat“, und schon wurde das Auto umringt und man begrüßte den Landkreischef gebührend.
Ingo Weiß hatte es sich als einer der „Motoren der Partnerschaft“ nicht nehmen lassen, den Partnergemeinden seines Landkreises einen persönlichen Besuch abzustatten. Am nächsten Tag war auch in Abos die Freude sehr groß, daß man den Landrat begrüßen konnte. Bgm. Jean-Marie Cazalere war überglücklich, ihn in Abos willkommen heißen zu können. Landrat Weiß wurde sogleich von Bgm. Cazalere und den Bürgern von Abos in das Vormittagsprogramm mit eingebunden. Nach Anleitung durch die Franzosen versuchte sich der Landkreischef wie die Teilnehmer der Windberger Delegation in typischem südfranzösischen Kegelspielen. Der Nachmittag war nochmals dem Aufenthalt der Gäste in französischen Familien gewidmet. Gegen 19.30 Uhr legten Jean-Marie Cazalere und Bgm. Schmidbauer gemeinsam mit Landrat Weiß vor dem Kriegerdenkmal in Abos einen Kranz nieder. Anschließend ging man zur Mehrzweckhalledes Ortes um ein Freundschafts- und zugleich Abschiedsfest zu feiern.
In der Mehrzweckhalle von Abos versammelte sich fast die gesamte Bevölkerung von Abos, fast 500 Personen, um die Partnerschaft in einem großen Fest zu feiern. Zu Beginn richteten ein französischer Senator, Bgm. Cazalere, Bgm. Schmidbauer und Landrat Weiß einige Worte an die Festgäste. Einhellig würdigte man die Partnerschaft zwischen Windberg und Abos als vorbildlich. Sie sei mit Leben und Herzlichkeit erfüllt. Seit der Annäherung von Orten aus Bearn, und Orten des Landkreises Straubing – Bogen im Jahre 1970 haben sich die Kontakte erweitert, Freundschaften wurden geschlossen. Die jährlichen gegenseitigen Besuche vertiefen die Freundschaften, so die Redner. Für das nächste Jahr wurden die Bürger von Abos vom 1. Schützenmeister des Windberger Schützenvereins zu den Festveranstaltungen anläßlich der Weihe einer neuen Fahne herzlich eingeladen. Nach den Worten Freundschaft ließ man Taten folgen. Man feierte, tanzte und lachte zusammen. Sprachschwierigkeiten waren belanglos, man verstand sich auch bestens mit Gesten oder einem Lächeln. Bis weit nach Mitternacht wurde gefeiert hervorragend umrahmt von der Französischen Kapelle und Auftritten der Trachten- und Tanzgruppe von Abos. Bereits akzentfrei wurden von den Franzosen einige deutsche Lieder, von den Deutschen wiederum einige französische Lieder gesungen. Die Fröhlichkeit, mit der dieser Abend gefeiert wurde, wird allen Teilnehmern mit Sicherheit eine bleibende Erinnerung sein.
So herzlich wie das Freundschaftsfest gefeiert wurde, so schmerzlich wurde der Abschied. Manche Träne floß vor Rührung. Der Abschiedsschmerz wurde jedoch von der Gewißheit gemildert, daß man sich im nächsten Jahr in Windberg wiedersehen wird.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 29.08.1986


Ferienprogramm für Kinder
Auf dem Kinderferienprogramm, das der Pfarrgemeinderat Hunderdorf durchführt, stehen noch folgende Tage auf dem Plan:
Mittwoch, 3. September,: Spielnachmittag am Sportplatz, Beginn : 13.00 Uhr. Abschließend Würstelbraten (Würstel und Getränke gibt es zum Selbstkostenpreis.)
Mittwoch, 10. September: Nachmittagsfahrt ins Museumsdorf nach Tittling, Abfahrt um 13.00 Uhr am Schulhof. Anmeldung bis spätestens Sonntag, 7. September, nach den Gottesdiensten in der Sakristei. Der Unkostenbeitrag beträgt 3,00 DM.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 29.08.1986


Stockschützen kämpften um Punkte
Am traditionellen Plattlschießen der Windberger Stockschützen nahmen 42 Stockschützen teil. 20 Stunden lang wurde verbissen um die ersten Plätze gekämpft. Am Ende konnte Gerti Schlecht mit 59 Punkten den Sieg bei den Damen vor Damenwartin Fanny Mayer, Evi Yerouschek, Margit Schneider und Petra Auerbacher erringen.
Bei den Herren erreichte Alfred Auerbacher mit der höchstmöglichen Punktzahl 60 den ersten Platz und konnte damit seinen Vorjahressieg wiederholen. Den zweiten Platz belegte mit 59 Punkten Josef Decker vor Karl Miedaner, Erwin Schießl, Wolfgang Mayer und Walter Hornberger. Alle Teilnehmer erhielten herrliche Sachpreise. Die anschließende Siegesfeier wurde musikalisch von Josef Fischer begleitet. Dabei konnte einmal mehr festgestellt werden, daß nicht nur der Kampfgeist, sondern auch die kameradschaftliche Verbundenheit beim SV Windberg im Vordergrund steht.
Quelle: Aus dem Perlbachtal, 29.08.1986

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