1959# 01-03

Fast der Projekte zuviel
Hunderdorf.
Beim Rückblick an der Jahreswende können wir manches auf die Habenseite schrieben, aber auch die andere Seite, die der unerfüllten Wünsche und Hoffnungen, muß die Bilanz leider aufweisen. Der markanteste Punkt für das Jahr 1958 ist zweifellos das neue Schulhaus. Die Innenarbeiten wurden ziemlich weit vorangetrieben und anfangs Februar dürfte heuer die Einweihung erfolgen. Es ist ein wunderbarer Bau geworden, für viele sogar ein luxuriöser Bau, doch darf man heute nicht den Maßstab ablegen, der vor hundert Jahren für Schulhäuser gang und gäbe war. Für gemeinnützige Zwecke bestimmt ist ebenfalls das neue Raiffeisenlagerhaus, das im Jahre 1958 erstand. Nicht minder notwendig war die Errichtung einer neuen Straße im neuen Siedlungsgelände bei Hastreiter. Siedler und Gemeinde schufen hier in gemeinsamer Arbeit die erste Zufahrtstraße auf diesem neuen Baugelände. Auch das Wasserleitungsnetz bedurfte hier einer Erweiterung und über das neue Schulhaus wurde auf das Baugebiet eine neue Hauptleitung verlegt. Baugelände, Wasserleitung und Straße konnten nur geschaffen werden, weil die Gemeinde zu Beginn des Jahres einen Bebauungsplan für Hunderdorf erstellen ließ, dessen Notwendigkeit die vielen Baugesuche bestätigten. Trotz eines Aufwandes von ca. 8000 DM für Straßeninstandsetzungen ist infolge der Grundlosigkeit und Vielzahl der Gemeindewege gerade hier wenig sichtbar geworden. Manches ist also geschehen, doch wie sieht nun die andere Seite des Jahrbuches aus?
Die Vielzahl der Neubauten fordern energisch die Anlage einer neuen und ausreichenden Kanalisation. Sie wird eine ziemlich kostspielige Angelegenheit werden, da auch eine Kläranlage erforderlich ist. Vielleicht ist es danach leichter, die Ortsdurchfahrt auszubauen, da man ja dann nicht mehr befürchten muß, die neue Straßendecke aufreißen zu müssen. Wahrscheinlich wird man vorerst aber die Satzung über die Hand- und Spanndienste aufgestellt werden müssen, um durch Beteiligung der Bevölkerung die Kosten niedriger zu halten. Beid e Punkte sind schon des öfteren eingehend beraten worden und sie werden bestimmt nicht so schnell von der Tagesordnung des Gemeinderats verschwinden. Die Kirchenverwaltung übernimmt nach dem Einzug in das neue Schulhaus das „untere“ Schulhaus und H. H. Dekan Kiermaier kommt hier einem wirklichen Bedürfnis entgegen, wenn er im Frühjahr mit dem Ausbau des Schulhauses zu einem Kindergarten beginnt. Ebenso dringend, wenngleich in anderer Sicht, ist der Bau des neuen Friedhofes. Schwierigkeiten in der Planabnahme ließen 1958 leider noch nicht zu, daß der Bau begonnen wurde, doch kann man mit Sicherheit rechnen, daß das neue Jahr im Hinblick auf diesen Bau erfolgreicher sein wird. Notwendig allerdings wird auch hier wieder der Ausbau eines kurzen Straßenstückes und vor allem eine ausreichende Kanalisierung sein, da augenblicklich nach starken Regengüssen die Straße vor dem Friedhofgelände immer unter Wasser steht. Sollte der Wirtschaftswegebau nach Lintach – von dem Landrat Hafner in der Bürgerversammlung sagte, daß er bereits in das Programm des Bayerischen Staates aufgenommen ist, in diesem Jahr zur Durchführung kommen, dann könnte hier gleich großzügig geplant werden und es wäre diese Straße für alle Lintacher und Rammersberger das schönste Geschenk. Angesichts dieser dringenden Projekte erscheint die Anlage eines Freibades in Hunderdorf fast wie ein Luxusartikel. Auch hier existieren schon Pläne und ein Bad wäre vielleicht auch, abgesehen von dem wirklichen Bedürfnis, eine Maßnahme, die sich für die Gemeinde auf Dauer rentieren dürfte. Man ist also in Hunderdorf nicht verlegen um Projekte, es scheinen fast zu viele zu sein. Die Durchführung wird zum Teil von der Möglichkeit billiger Zuschüsse und Gelder abhängen. Es gibt leider kein Zaubersprüchlein, das der Gemeinde Hunderdorf über Nacht diese Dinge bescheren könnte, aber wir dürfen hoffen, daß auch in diesem Jahr wenigstens wieder das eine oder andere Projekt angefangen wird und damit die Habenseite für das Jahr 1959 vergrößert.
Quelle: Bogener Zeitung 02.01.1959


Ab Mitte Januar: Haltestelle Bogen-Ost
Verkehrserleichterung der Bundesbahn für Bundeswehrangehörige und deren Besucher

Bogen. Seit einiger Zeit sind auf dem Bahngelände bei den Kasernen Arbeiten im Gange, die dem Bau einer Haltestelle dienen. Die Bauarbeiten führt die Firma Hans Schubauer, Bogen aus. Sie sind soweit vorgeschritten, daß mit der Inbetriebnahme dieser Haltestelle, die den Namen Bogen-Ost erhielt – die beschriftete Tafel steht schon und ist noch mit einer Sackleinwand verhüllt – bis Mitte Januar gerechnet werden kann. Dann ist für alle Bewohne rund Besucher der Kasernen die Möglichkeit geboten, mit der Bahn bis unmittelbar vor das Kasernengelände zu fahren – ein Vorteil, den die Urlauber und Besucher mit Gepäck bestimmt zu schätzen wissen. Aber auch für diejenigen der Bundeswehrangehörigen, die in Bogen ihre Wohnstätte haben, während der Mittagszeit ihren häuslichen Herd besuchen und nach dem Dienst ebenfalls dahin zurückzukehren, wird diese Verkehrserleichterung dankbar begrüßt werden. Sie haben Gelegenheit, diese kurze Fahrstrecke, die für Fußgänger aber relativ weit ist, mit Wochen- oder Monatskarten befahren zu können.
Zwar hatte das Landratsamt sich gegen die Einrichtung einer Haltestelle Bogen-Ost gewandt – anscheinend wollte man es den Bürgern in Uniform nicht allzu leicht machen, Straubing zu erreichen. So anerkennenswert die „wirtschaftlichen“ Gesichtspunkte des Landratsamts sind und waren, die Regierung für Niederbayern hat sich darüber hinweggesetzt und der Bundes-Bahndirektion Regensburg die Genehmigung erteilt. An und für sich kann man ja auch der Meinung sein, daß für den, der die Gäubodenmetropole besuchen will, ein ca. eineinhalb Kilometer Fußmarsch kein Hinderungsgrund ist und daß es ein müßiges Beginnen ist, auch gegen naturgegebene Tatsachen zu stemmen.
Ohne Zweifel bedeutet der Haltepunkt Bogen-Ost für die aufstrebende Stadt Bogen einen weiteren Fortschritt, bei dem lediglich zu bedauern ist, daß sich dadurch an dem mißlichen Zustand des nun zum „Hauptbahnhof Bogen“ avancierten Gebäudes mit seinem ganzen Drum und Dran in Bogen-West nichts ändert. Für das nun begonnenen Jahr 1959 bleibt den Bogenern immerhin noch die Hoffnung, daß eben doch einmal auch hier eine Wendung zum Besseren eintreten wird. Es verbleiben hierzu ja immerhin noch 362 Tage Zeit!
… Es wurden viele Wagen Schotter- und Auffüllmaterial benötigt, die herangefahren, entleert und zur Planierung verwendet wurden. – Die „Haltestelle Bogen-Ost“ wird zwar nur eine Bedarfshaltestelle sein, aber trotzdem wird sie für verschiedene Züge zur Zwangshaltestelle werden. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden dann auch die Spätzüge (Samstag, Sonntag, Montag) bis Bogen-Ost bzw. Bärndorf durchgeführt werden.
Quelle: Bogener Zeitung 03.01.1959


Hunderdorf. (RK-Uebungsabend) Die RK-Gr. Trifft sich heute Montag um 20 Uhr im Gasthaus Baier zu einem Uebungsabend.
Quelle: Bogener Zeitung 05.01.1959


Feuerwehr hielt ihre Generalversammlung ab
Windberg.
Am Sonntag hielt die FFW Windberg im Gasthaus Deschl ihre Generalversammlung ab. Vorstand und Kommandant Georg Wagner von Oberbucha konnte trotz des schlechten Wetters mehr als zwei Drittel der 91 Mitglieder begrüßen. Auch Brandinspektor Josef Baier-Bogen war erschienen. Vorstand Wagner erstattete den Jahresbericht und Kassier Norbert Zitzelsberger-Windberg den Kassenbericht. Beide Berichte wurden von den Mitgliedern einstimmig angenommen. KBI Baier sprach über Zuschüsse bei der Anschaffung von Geräten, Schläuchen und Ausrüstungen. Ein genauer Uebungsplan für 1959 wird in nächster Zeit jedem aktiven Mitglied zugestellt. Als Vertreter der Gemeinde erklärte 2. BM Rupert Feldmeeir (Haidbühl), daß die Gemeinde dazu verpflichtet ist, die Feuerwehr zu unterstützen, und zu fördern und dies werde die Gemeinde auch im Jahre 1959 tun.
Quelle: Bogener Zeitung 07.01.1959


Windberg. (Zu Grabe getragen) Am Samstag fand der im Alter von 79 Jahren verstorbene Herr Josef Schirmer, Renter von Meidendorf, auf dem Gottesacker in Windberg seine letzte Ruhestätte. H. H. Kammerer Andreas Ach übergab die sterbliche Hülle der geweihten Erde und der Kirchenchor sang ein Abschiedslied.
Quelle: Bogener Zeitung 07.01.1959


Windberg. (Getraut) Die Hand zum Bund fürs Leben reichten sich am Samstag Herr Johann Engel, Landwirtssohn von Buchaberg, und Frl. Hilde Kasper von Stetten. Die kirchliche Trauung fand in der Pfarrkirche zu Windberg statt.
Quelle: Bogener Zeitung 07.01.1959


Hunderdorf. (Kanalisation) Von Ingenieur Cronauer – München wurde für den Ortsbereich Hunderdorf ein Plan für die Kanalisation gefertigt. Diese Maßnahme mußte nun durchgeführt werden, da von der Kanalisation des Schulhauses dessen Inbetriebnahme abhängt. Die Gemeinde ließ schon den ersten Kanalisationsstrang von der Schule bis zur Siedlung errichten und wenn es die Witterung erlaubt, werden in diesen Tagen die Schächte einbetoniert und damit der erste Abschnitt fertiggestellt. Auch vom Siedlungsgelände Hastreiter aus wird die Hauptleitung gegraben, an die die Neubauten angeschlossen werden. Neben der Finanzierung des Gesamtprojekts bereitet auch die Erstellung einer Kläranlage Schwierigkeiten, da das vorgesehene Gelände von dem Besitzer nicht zur Verfügung gestellt wird.
Quelle: Bogener Zeitung 08.01.1959


Hunderdorf. (Steigende Einwohnerzahl) Der Standesbeamte konnte im abgelaufenen Jahr 15 Eheschließungen, 11 Todesfälle und 25 Geburten registrieren. Den 125 Zuzügen im Gemeindebereich stehen 96 Abmeldungen gegenüber.
Quelle: Bogener Zeitung 08.01.1959


Ein technisches Kulturdenkmal:
Der Dreiklang von Tal und Bach und Rad
Der Rhytmus, das Pumpen der schweren Schmetterer, wird immer seltener – Das alte Hammerwerk in Obermühlbach
Meister Albert Jakob steht schon mehr als 50 Jahre am Amboß

In Obermühlbach betreibt der Hammerschmiedmeister Albert Jakob, der im vergangenen Jahr die Altmeister-Ehrenurkunde des Niederbayerischen Handwerks verliehen bekam, noch immer seine Hammerschmiede. – Mindestens schon zum Ausgang des Dreißgjährigen Krieges wurde die Hammerschmiede erbaut. Der Altmeister erinnert an einen Stein, auf dem die Zahl 1648 eingemeißelt fand. Dieser Umstand läßt aber keinen Schluß auf das Alter des Betriebes zu, „der wahrscheinlich viel älter ist“, meint Pater Norbert Backmund von Windberg. Die Hammerschmiede „in der Millber“, wie die in alten Urkunden heißt, war sicher nicht Eigentum des Klosters Windberg in dem eigentlichen Sinne, daß sie vom Kloster betrieben wurde. Das Anwesen war zum Kloster lehenrührig, wie die ganze Millber, urteilt der Fachmann Pater Norbert. Heute stellt die alte Hammerschmiede ein technisches Kulturdenkmal dar und sollte als solches erhalten bleiben. Was einst überall an stark strömenden Gewässern zum Alltagsbild gehörte, daß die Wasserkraft ein Hammerwerk trieb, ist heute zu solcher Seltenheit geworden, daß man dieses technische Kulturdenkmal für den Landkreis Bogen erhalten sollte.
Sie liegt aber auch romantisch! Der Bach, der Mitterbeyerbach, der bei Grün entspringt, steht hier bereits unter Naturschutz. Den Umkreis bezeichnen die Namen Nagelstein, Stoalheil, Weiße Marter. Dort wo der Mitterbeyerbach noch etliche Sprünge bis zum Perlbach, Obermühlbach, tun muß, hat sich einst ein Schmied die Mühe gemacht, das Wasser abzuleiten und Kraft für das mächtige Rad zu erhalten, das Hämmer und Blasbalg zu bewegen hat. Ganz gleich, ob diese Hammerschmiede des Meisters Jakob, der hier 50 Jahre selbständig sein Handwerk als stehende Gewerbe ausgeübt hat, das heute noch in die Handwerksrolle eingetragen ist, vom Kloster Windberggebaut wurde, ob die Jahreszahl von 1948 stimmt, auf jeden Fall gehört dieses technische Kulturdenkmal zu den ältesten Hammerwerken unserer Heimat. So ist die Hammerschmiede in Meßnerschlag bei Wegscheid, die der alte Kajetan Auer betreibt, 1663 urkundlich gesichert, und die Hammerschmiede und Glockenschmiede von Fritz Grübl am Thoraubach am Haßlberg geht auf das Jahr 1670 zurück. Auch Meister Jabob glaubt, daß seine Hammerschmiede noch älter sein kann. – „Das Feuer kann einmal umgebaut worden sein“, sagt er. Und er hat einen Grund dafür. „In der Mauer ist nämlich kein Kalk dabei, im Feuer ist schon Lehm dabei“, folgert der wortkarge, hochintelligente und belesene Mann. Früher wurde bloß Eisen gemacht, schwere Ambosse und Hammer für andere Hammerwerke. Später hat sich die Hammerschmiede umgestellt auf Werkzeuge. Den Generationen von Schmieden am Obermühlbach scheint es an Arbeit und Aufträgen nicht gemangekt zu haben. Sie hatten genug zu tun, um die Ackergeräte für die Bauern, die Strohmesser zum „Gsott“-Schneiden und die Aexte, Sapies und mancherlei anderes Gerät für die Holzknechte herzustellen.
Von dieser Schmiedeherrlichkeit kann der letzte Altmeister, der heute 70 Jahre als ist, und aus einer Hammerschmiede in Allersdorf stammt, nur träumen. Er ist tagaus, tagein allein bei seiner Arbeit, von den vielen Gesellen, die hier vor Jahrhunderten an den Hämmern und den Essen standen, ist nichts mehr zu sehen. Er wird auch der letzte Hammerschmied bleiben, dessen werk noch mit Wasserkraft betrieben wird. Welche Entwicklung hier wieder einmal am Bayerischen Wald vorbeigegangen ist, erhellt daraus, daß auch Alfred Krupp einmal mit einem solchen wassergetriebenen Hammerwerk begonnen hat. Altmeister Jakob hat blaue Kinderaugen und immer weniger Kundschaft, und darum mag er auch schon in aller Bedächtigkeit daran herumgeknobelt haben, ob er die uralten Fünf-Zentner- und Drei-Zentner-Hämmer nicht dich lieber gegen „was Modernes“ austauschen soll. „Des werst du bleiben lassen!“,  sagt ihm dann sein urväterlicher Stolz, „so was Historisches gibt’s ja überhaupt nimmer im Wald herin.“ Dagegen aber protestiert dann wieder die Erfahrung, die Sorge um die Zukunft für seine Familie. Vom Idealismus eines „technischen Kulturdenkmals“ kann man eben nicht leben.
Zwei großmächtige Schmetterer stehen im Hammerwerk. Tatsächlich ist der einen Hammer fünf Zentner und der andere drei Zentner schwer. Vor der Schmiede lehnt ein 45 Zentner schwerer Schleifstein, der eingebaut werden soll. 75 Zentner hatte der 30 cm dicke Stein, aber beim Verladen ist ein Trum von einigen Zentnern weggesprungen und bis er wieder rund war, hatte er 30 Zentner verloren.
Unser ganzes Interesse gilt der Arbeit. Ein kleines Bachl treibt Herrn Jakobs Wasserrad, das Rad den Hammerbaum und die Zwölf „Oerdl“ oder Kampen (Stahlzapfen) am Baum die gewichtigen Schmetterer. Die Hammerwelle ist ein Baum von 1 m Durchmesser und einer Länge von 7,5 m. Was uns am meisten überrascht, wie der Altmeister mit einem Zug das gestaute Wasser auf das Wasserrad laufen läßt, das den ganzen Betrieb in Bewegung setzt, das ist die Schnelligkeit, mit der die 12 Stahlzapfen, die Oerdl, die Hämmer in Bewegung setzen und zu hämmern anfangen.
Das Wort „Oerdl“ verrät und schon die Fachsprache, die sich viele Generationen zusammen mit dem Besitz der Hammerschmiede erhalten hat. Auch die Hämmer haben ihre eigenen Namen, der Broadhammer, der Spann-, der „Ahoaßn“(Heißen-) od. Glatthammer, der Zoanhammer (Zäunhammer) der Klapfer usw. Und dann erklärt uns der Meister, welche Bedeutung die einzelnen Hammer haben. So dient der SOannhammer etwa mit seinem runden Kern zum Schaufelmachen. Für die einzelnen Arbeitsvorgänge müssen auch Einsätze gewechselt werden.
Das Wasserrad, ein oberschlächtiges Rad, hat einen Durchmesser von 3,30 m und eine Breite von 1 m. „Mit Gulden“, erzählt der Altmeister, „wurde das Rad auf oberschlächtig umgebaut.“ Das „Gschwell“, wie die Wasserstauung auch bei den Mühlrädern heißt, führt über die Wiese vor dem Haus, das sich Meister Jakob 1952 gebaut hat, während vordem die Wohnung über der Hammerschmiede sich befand. Auch Blasebalge kann man mit dem Wasser betreiben, erzählt Herr Jakob, und erzählt von seinen Arbeitskollegen in Diesen am Ammersee, in St. Georgen, von der Strasser-Hammerschmiede, von der Glockenschmiede bei Ruhpolding usw.
„Das Schönste Gewerbe“, sagt der Berufsstolz unseres Meisters, „und das erste, das mit Kraft angefangen hat.“ Sinnvoll wurden die Hammerschmieden in die romantischen Täler gebaut, u. schon im Dreißigjährigen Krieg wurden Kugeln, z. B. die „Deggendorfer Knödel“, in den Hammerwerken hergestellt. Als kürzlich eine Klasse die Hammerschmiede besichtigte und der Altmeister erzählte, wie diese technischen Kulturdenkmäler überall verschwinden, da fragte eine Schülerin voll Unbegreiflichkeit: „Warum hat man sie nicht stehen lassen?“ Die kleinen Mittel wurden nicht aufgebracht, um ein solches Kulturdenkmal zu erhalten! Eine bittere Feststellung.
Altmeister Jakob, der 1908 die Hammerschmiede in Obermühlbach kaufte und schon 50 Jahre als selbständiger Hammerschmied arbeitet, dürfte auch der letzte Kohlenbrenner im Bayerischen Wald sein, die ebenfalls am Aussterben sind, jener Beruf, der einst in den Wäldern die Holzkohle in den Meilern gebrannt hat. Die Hammerschmiede hat in früheren Jahren die Holzkohle von 15 Metern verbraucht. „Da ist der Kohlenlösch noch drin, wenn man ein wenig hineingräbt“, sagt Herr Jakob am Fenster in seinem neuen Haus. Heute kennt Jakob nirgends mehr einen Kohlenbrenner, der die Holzkohle liefern würde, um hochwertige Schneidwerkzeuge schmieden zu können. „Aber Kohlenbrennen bei diesem Holzpreis?!!“, ruft der Alte aus. Es wäre ihm sein größter Spaß fürs Alter, noch einmal einen Kohlenmeiler anzubrennen. Das Wäre etwas fürs Fernsehen!
Zum Schluß wollte ich noch das Wasserrad fotographieren, ein Kunststück, den überall sprotzt es aus allen Ritzen und Fugen. „Da sehen Sie, wie ständig Reparaturen notwendig sind. A Kreiz is scho!“ Die Ausgaben stehen halt keineswegs mehr mit den wenigen Einnahmen im Einklang.
Aber selbst wenn einmal Wasserradl bricht und des da drin (und er deutet mit dem Finger aufs Herz), dann sollte sich doch jemand finden, der das Werk, diese Romantik im Obermühlbachtal, auch späteren Generationen erhält. Der stimmungsvolle Zauber, der aus dem Dreiklang von Tal und Bach und Rad entsteht, und dem Pumpern und Rhytmus der großen Schmetterer sollte wenigstens als Kulturdenkmal erhalten bleiben.    R. S.
Quelle: Bogener Zeitung 10.01.1959


Viel Stimmung beim RK-Ball
Hunderdorf.
Erstmals veranstaltete heuer die Rotkreuz-Gruppe, die im letzten Jahr gegründet wurde, einen Faschingsball. Die Kapelle Gierster sorgte mit ihrem flotten Weisen für eine gute Stimmung und hatte für jeden Geschmack des zahlreichen Publikums das richtige Stück auf Lager. Schöne Preise gab es bei der reichhaltigen Tombola zu gewinnen.
Quelle: Bogener Zeitung 14.01.1959


Hunderdorf. (Burschenversammlung) Am Donnerstag treffen sich die Burschen im Gasthaus Baier. Das Thema des Abends bildet das Theater.
Quelle: Bogener Zeitung 14.01.1959


Steinburg. (Rot-Kreuz-Versammlung) Heute Mittwoch findet um 20 Uhr die Versammlung des BRK-Ortsverbandes Steinburg in der Brauerei Berger statt. Das Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht.
Quelle: Bogener Zeitung 14.01.1959


Stolze Bilanz des Krieger- u. Veteranenvereins
Windberg.
Am Sonntag hielt der Krieger- und Veteranenverein Windberg in Irenzfelden im Gasthaus Hilmer seine Generalversammlung für das Jahr 1958 ab. 1. Vorstand Gastwirt Peter Hilmer begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder und gedachte der verstorbenen Kameraden. Nach dem Jahresbericht von Schriftführer Heinrich Greipl (Irenzfelden) erstattete Kassier Alfons Frankl (Ried) den Kassenbericht. Es wurde beschlossen, einen Schußmeister ausbilden zu lassen, der im Notfalle den Vereinsschußmeister Linus Wirth (Windberg) vertreten kann, und bei den Sterbefällen und Vereinsfesten den Böller bedienen darf. Welche Person ausgebildet werden soll, wird im Einvernehmen mit dem VdK bestimmt werden. Ferner soll die Umzäunung des Kriegerdenkmals in Irenzfelden instandgesetzt werden. Beim Tod eines Mitgliedes wird der Verstorbene bei der Ueberführung ins Leichenhaus gefahren. Nur vom Windberger Ortseingang zum Leichenhaus und bei der Beerdigung wird der Tote getragen werden. Johann Auerbacher (Windberg), der für den Schmuck des Kriegerdenkmals in Windberg verantwortlich ist, erklärt, daß die Beleuchtung des Denkmals nicht mehr genutzt werden kann, da infolge von Regen und Nässe immer Kurzschlüsse entstehen. Der Verein beschloß , die Beleuchtung wieder in Ordnung zubringen. Den Schluß bildete eine sehr rege Diskussion über verschiedene Vereinsangelegenheiten.
Quelle: Bogener Zeitung 14.01.1959


Windberg. (Altersjubilarin) Am Freitag feiert Frau Kreszenz Greindl, geb. Reisinger, von Irenzfelden, in bester Gesundheit das 76. Wiegenfest. 1883 in Niedersunzing geboren, heiratete sie den Gastwirt Otto Greindl in Irenzfelden. Sie ist Mutter von acht Kindern, von denen zwei im Kindesalter starben. Ihr einziger Sohn hat im zweiten Weltkrieg kurz vor Kriegsende, 1936 hatte sie auch ihren Mann verloren. Die Jubilarin ist die letzte des alten Bauerngeschlechtes Greindl, das schon über ein halbes Jahrtausend den Gasthof bewirtschaftet. Wir wünschen der Jubilarin, die jetzt bei ihrem Schwiegersohn, dem Gastwirt Peter Hilmer in Irenzfelden lebt, noch viele frohe und gesunde Lebensjahre.
Quelle: Bogener Zeitung 14.01.1959


Immer noch Beseitigung von Kriegsschäden
Am Ueberbau der Bogener Eisenbahnbrücke wird wieder mit Hochdruck gearbeitet

Bogen. Wieder einmal ist die Bogener Eisenbahnbrücke für voraussichtlich vierzehn Tage gesperrt und der Personenzugsverkehr der Bundesbahn wird auf der Strecke Bogen – Straubing und Straubing – Bogen mit Omnibussen abgewickelt. Wer aus Richtung Cham kommt und nach Straubing will oder von Straubing aus in Richtung Cham fährt, muß in Bogen vom Zug in den Omnibus, bzw. vom Omnibus in den Zug umsteigen.
Es ist schon fast zur Gewohnheit geworden, daß alljährlich zur Winterszeit eine Sperrung der Brücke eintritt und an ihr oder auf ihr Ausbesserungsarbeiten vorgenommen werden, einmal aus finanziellen, des weiteren aber aus verkehrstechnischen Gründen. Am 25. April 1945 war die Bogener Eisenbahnbrücke das Ziel eines feindlichen Bombengeschwaders. Rund 200 Bomben waren damals abgeworfen worden, die zwar ihr eigentliches Ziel verfehlten, aber doch erheblichen Schaden anrichteten, sei es, daß sie in Bogen selbst Häuser trafen und zerstörten, oder aber daß durch die Detonationen der in unmittelbarer Nähe der Brücke ins Wasser fallenden Bomben die Grundfesten und der Aufbau der Brücke erschüttert wurden. Dazu kam, daß in den letzten Kriegstagen die Brücke noch ein Teilsprengung über sich ergehen lassen mußte, die in der Folgezeit, um den Verkehr mit Straubing wieder herzustellen, nur notdürftig beseitigt werden konnte. Erst in den letzten Jahren ist man nun daran gegangen, die Brücke, deren Pfeilerlänge rund 600 m beträgt, etappenweise wieder instandzusetzen.
Bei den diesjährigen Arbeiten wird ein großes Stück des Ueberbaues vollständig erneuert. Die Vorarbeiten hierzu sind schon seit Wochen im Gange und nun so weit vorangeschritten, daß eine Auswechslung des betreffenden Teiles des Ueberbaues erfolgen kann. Während der Dauer der Vorarbeiten konnte der Zugverkehr unbehindert vonstatten gehen; bei der Auswechslung mußte selbstverständlich eine Sperre erfolgen. Außerdem muß im Zuge dieser Arbeiten eine Pfeilnivellierung vorgenommen werden und auch beim Ueberbau 4 (das ist die Schiffahrtsöffnung) werden im gleichen Arbeitsgang Verbesserungen vorgenommen. Die verantwortlichen Stellen hoffen, daß mit Beendigung dieser Arbeiten die Brücke wieder so weit instandgesetzt ist, daß ein Normalverkehr auf ihr und über sie stattfinden kann, das heißt, daß die Züge mit unverminderter Geschwindigkeit die Brücke passieren können. Viele der Reisenden werden sich schon oft gefragt haben, warum diese Arbeiten immer in den Wintermonaten ausgeführt werden. Wer z. B. beobachten konnte, wie die Arbeiter der Bundesbahn und des mit der Instandsetzung beauftragten Werkes bei schneidender Kälte und im dichten Schneetreiben ihre Arbeit verrichten, dem kam nicht nur ein Bedauern auf, sondern er wurde auch mit Hochachtung für diese Menschen erfüllt. Grundsätzlich aber werden diese Arbeiten von der Bundesbahn – und das wiederum verständlich – in die für sie verkehrsarme Zeit gelegt; außerdem müssen sie dann vorgenommen werden, wenn das hierfür benötigte Geld gerade zur Verfügung steht. Wie wir erfahren, sind mit dieser Etappe die Arbeiten an der Bogener Eisenbahnbrücke noch nicht abgeschlossen. Ob weitere Auswechslungen am Uerbau und Verbesserungen an den Pfeilern notwendig sind, werden zwar erst die späteren Untersuchungen ergeben; fest steht aber bereits jetzt, daß im Laufe des Sommers die gesamten Schwellenlager und Schwellen in voller Brückenlänge erneuert und die Holzschwellen entfernt werden. Diese Arbeit ist mit ein Teil der Erneuerungsarbeiten am Gleisunterbau der Strecke Straubing – Miltach, die schon seit längerer Zeit durchgeführt werden und auf großer Länge bereits abgeschlossen sind. Sie unterstehen der Bahnmeisterei Bogen. In ihrer Gesamtheit dienen sie – die Arbeiten am Gleisunterbau und die Arbeiten am Uerbau der Brücke – nicht nur der Sicherung des Verkehrs dieser Strecke, sondern geben vor allem auch die Möglichkeit, die Strecke schneller und mit neuartigen Verkehrsmitteln – schwere und schnellere Triebwagen, D-Zug-Lokomotiven usw. – befahren zu können. Annehmlichkeiten werden die Reisenden dieser Strecke die relativ kurze Dauer des Umsteigenmüssens und die damit verbundenen kleinen Unannehmlichkeiten sicher gerne in Kauf nehmen!
Quelle: Bogener Zeitung 15.01.1959


Erfolgreiches Jahr für den Gesangverein
Hunderdorf.
Einen sehr guten Besuch hatte die Generalversammlung der Sänger am Dienstagabend aufzuweisen. In seinem kurzen Rückblick auf das abgekaufene Vereinsjahr hob der Vorstand August Höhn hervor, daß auch dieses Jahr dem Verein wieder einen Aufschwung gegeben habe. Der gute Besuch der Uebungsabende, die vom Gesangverein durchgeführten Veranstaltungen, sowie der erfreuliche Zustrom junger Kräfte zum Verein ergeben eine durchaus positive Bilanz.
Schriftführer Troidl konnte auf eine lebhafte Vereinstätigkeit im letzten Jahr verweisen. Das Frühjahrskonzert und zwei bunte Abende brachten nicht nur eine Bereicherung der Vereinskasse, sie wurden auch mit großer Genugtuung und Anerkennung vom Publikum aufgenommen. Neben 37 Uebungsabenden waren besonders die Ausflüge zur Dreisessel und Jochenstein, der Besuch in Bogen und die Weihnachtsfeier gut gelungene Ereignisse.
Der Kassenbericht, vorgetragen von Frl. Lisbeth Seel, zeigte ein recht befriedigendes Jahresergebnis auch in finanzieller Hinsicht. Aus dem Erlös der Veranstaltungen konnte u. a. ein Klavier angeschafft werden. Mit 34 aktiven und 47 passiven Mitgliedern hat außerdem der Gesangverein eine Zunahme zu verzeichnen. Aus der Neuwahl ging als 1. Vorstand Herr Walter Lang hervor, da Herr Höhn, der bereits seit sechs Jahren ununterbrochen Vorstand war, aus gesundheitlichen Gründen die Wiederwahl ablehnen mußte. Für seine unermüdliche, umsichtige und mit viel Geschick geführte Tätigkeit wurde ihm der Dank des Gesangvereins ausgesprochen. 2. Vorstand blieb Sepp Müller, Frl. Seel und Frau Reichelt betreuen wieder die Vereinskasse. Als Schriftführerin wurde Frau Michalski gewählt und Herr Troidl als 2. Schriftführer berufen.
Das zehnjährige Bestehen des Gesangvereins, das im April gefeiert werden kann, steht im Blickpunkt des Interesses. Zu diesem Fest ist ein Sängertreffen geplant, zu dem neben den Gesangvereinen des Kreises auch Geiselhöring mit zwei Chören erscheinen wird. Ein besonderes Augenmerk werden der 1. Liedermeister Herr Hösl und 2. Liedermeister Herr Unkrodt auf die Heranbildung des Männerchores richten. Auch das Orchester wird mehr als bisher seine Tätigkeit entfalten.
Quelle: Bogener Zeitung 16.01.1959


Hunderdorf. (Die Waldbauernversammlung) am Sonntag ist in der Gastwirtschaft Edbauer.
Quelle: Bogener Zeitung 16.01.1959


Hunderdorf. (Gründungsversammlung) Die Modellbaugruppe Hunderdorf, die seit etwa einem halben Jahr besteht und bereits einen Flugwettbewerb durchführte, wird sich in einer Gründungsversammlung am heutigen Samstag um 18 Uhr im Nebenzimmer des Cafe Weinzierl offiziell als Verein konstituieren. Es wird eine Vorstandschaft gewählt werden. Interessenten und Freunde des Flugsports sind zu dieser Versammlung eingeladen.
Quelle: Bogener Zeitung 17.01.1959


Windberg. (Ein rüstiger Jubilar) Heute Montag feiert der Geschäftsinhaber Josef Brenner in voller Rüstigkeit und Zufriedenheit im Kreise seiner Verwandtschaft sein 79. Wiegenfest. Josef Brenner, der das Schreinerhandwerk erlernte, erzählt noch oft aus seinen Wanderjahren durch Deutschland und Oesterreich. Er ist in der weiten Umgebung als ein sehr strebsamer und humorvoller Bürger bekannt und geachtet. Wir wünschen dem Jubilar auch weiterhin noch viele frohe und angenehme Lebensjahre.   (wz)
Quelle: Bogener Zeitung 19.01.1959


Mit gleicher Tatkraft und Energie
Steinburg.
Bürgermeister Alfons Berger richtete in der ersten Sitzung des Jahres 1959 besondere Begrüßungsworte an den verdienten Gemeindekassier Josef Feldmeier, der es nie versäumt und es sich sehr angelegen sein läßt, die Gemeindeverwaltung über die finanzielle Lage aufzuklären und auf dem laufenden zu halten. Der erste Punkt brachte eine Gesamtübersicht über das Projekt des Wasserleitungsbaues. Die Kosten hierfür belaufen sich nachneuesten Berechnungen des WWA Deggendorf auf D-Mark 250 000. Diese Summe birgt eine beachtliche Zuschußleistung des Staates in sich, so daß die Finanzierung als sehr günstig bezeichnet werden kann. Der Gemeinderat äußerte sich auch in dieser Hinsicht sehr erfreut, denn eine aufstrebende Gemeinde ist immer auf die Hilfe des Staates und seiner Einrichtungen angewiesen. Bürgermeister Alfons Berger sprach auch in diesem Zusammenhang den beteiligten Persönlichkeiten, Herrn Landrat Xaver Hafner, Herrn Reg. Oberbaurat Füßl, Herrn Reg. Oberbaurat Schmied Herrn Reg. Oberbauinspektor Fleischmann den wärmsten Dank aus. Der rechnerische Abschluß des Projektes wird aller Wahrscheinlichkeit nach schon im Monat Mai dieses Jahres erfolgen können. Bis dahin werden auch die letzten Außenarbeiten abgeschlossen sein. Die Gemeindeverwaltung beabsichtigt dann in einer Bürgerversammlung einen Gesamtbericht über die Maßnahme zu geben. Kassier Josef Feldmeier gab im Punkt zwei der Tagesordnung dem Gemeinderat Aufschluß über die Finanzierung des Schulhausneubaues. Mit großer Befriedigung nahmen alle zur Kenntnis, daß es die vorhandenen Mittel erlauben, mit Installationsarbeiten zu beginnen, welche schon an verschiedene Firmen vergeben wurden. Im Anschluß daran referierte Bürgermeister Berger über den Finanzierungsplan des Lehrerwohnhauses. Der Staat wird sich mit rund 50 Prozent Zuschuß an den Gesamtbaukostenbeteiligen, so daß die Gemeinde die andere Hälfte selbst aufzubringen hat. Da es sich hierbei um rentierliche Schulden handelt, bereitet die Aufbringung der Eigenleistung wenig Schwierigkeiten. Der Gemeinderat beschloß dann, die im Plan angeführten Eigenmittel aufzubringen.
Der Vorschlag, eine zentrale Buchungsstelle in Bogen zu errichten, wurde auf die nächste Sitzung vertagt. Eine gründliche Aussprache soll die Sachlage klären.
Sehr eingehend wurde der letzte Punkt erörtert. Es wurde der Antrag, einen Bebauungsplan für die Orte Steinburg, Wegern, Au vorm Wald und Schafberg auszuarbeiten, genehmigt. Es soll hauptsächlich die Grundstücke innerhalb des Ortsbereiches entlang der Kreisstraße Bo 2 erfassen und eine ortsplanerische Besiedlung ermöglichen. Dieser Schritt kommt allen Bauwilligen in größter Weise entgegen und beseitigt mannigfaltige Schwierigkeiten.
Quelle: Bogener Zeitung 20.01.1959


Hunderdorf. (Versammlung) Am Mittwoch treffen sich um 15 Uhr im Gasthaus Deschl in Hofdorf die Bullenhalter der Gemeinde zu einer Versammlung. Ein Vertreter des Tierzuchtamtes Regen wird anwesend sein, um über Fragen der Bullenhaltung zu sprechen.
Quelle: Bogener Zeitung 20.01.1959


Modellbaugruppe wurde gegründet
Hunderdorf.
Seit einem halben Jahr haben sich unter Leitung von Herrn Frisch viele Burschen und Mädchen zusammengeschlossen, um in ihrer Freizeit Segelflugmodelle zu bauen. Bereits im Herbst vorigen Jahres wurde mit den selbstgebauten Flugmodellen ein Wettfliegen am Windberger Hang veranstaltet und dabei zeigte sich nicht nur, daß die Modellbaugruppe erstaunlich gute und flugtüchtige Modelle gebaut hatte; die überaus große Zahl der Zuschauer zeugte auch von dem Interesse, das man dem Flugsport entgegenbrachte. Nun trafen sich die Freunde des Flugsports im Cafe Weinzierl zu ihrer Gründungsversammlung. Herr Frisch gab den Anwesenden zu bedenken, daß gerade die Jugend durch den Modellbau von der Straße oder anderen unnützen Beschäftigungen ferngehalten wird und außerdem durch diese Arbeit eine gewisse Fertigkeit im Handwerklichen erreicht wird. Verbunden damit ist ein lebhaftes Interesse der Jugend für technische Dinge und ein gesunder Wettbewerbsgeist, der von sauberer und genauer Arbeit entschieden wird. Als 1. Vorstand der Modellbaugruppe Hunderdorf wurde Herr Frisch, als 2. Vorstand Herr Zimmer gewählt. Als Kassier fungiert Hans Bruckmüller und als Schriftführerin Ingrid Frisch. Hans Hien übernahm das Amt eines Organisators. Nahezu 30 Interessenten bewarben sich schon um die Mitgliedschaft. Das größte Anliegen des neugegründeten Gruppe wird es sein, einen geeigneten Werkraum zu finden, in dem die Modellbauer bei ihren Zusammenkünften ungestört arbeiten können.
Quelle: Bogener Zeitung 21.01.1959


Hunderdorf. (Trachtlerball) Morgen, findet im Baier-Saal der Faschingsball des Trachtenvereins statt.
Quelle: Bogener Zeitung 24.01.1959


Vor zehn Jahren wurde die Wasserleitung gebaut
Windberg.
Am Sonntag hielt der Wasserbeschaffungsverband e. V. Windberg seine Generalsversammlung im Gasthaus Loibl-Amann ab. Nach dem Bericht des Vorstand Anton Kittenhofer gab der Rechner und Kassier die Kassenlage bekannt. Beide Berichte fanden die Zustimmung der Mitglieder. Aus der Neuwahl gingen als Erster Vorstand Anton Kittenhofer, als Zweiter Vorstand Ludwig Zitzelsberger hervor. In die Vorstandschaft wurden weiter Norbert Zitzelsberger und Xaver Förg-Ried berufen. Kassier bleibt Norbert Wurm. Ersatzmänner sind Alfons Frankl-Ried, Alfons Schroll, Josef Gassenhuber, Josef Schmidtbauer und F. X. Maier. Es wurde beschlossen: Für die Dorfbeleuchtung werden drei Lampen angeschafft, zwei davon werden in nächster Zeit montiert; der Verband will die Kanalisierung der Kuhgret in Windberg noch durchführen. Der Verband will im Mai einen Ausflug nach Nürnberg unternehmen. Die Weiterleitung des Ueberlaufwassers durch Rohre in den Feuerweiher wurde auf das nächste Jahr verschoben, weil bis dahin der Wirtschaftsweg Windberg-Irenzfelden-Meidendorf fertiggestellt ist. Dann frischte man noch Erinnerungen an den Bau der Wasserleitung vor zehn Jahren auf.
Quelle: Bogener Zeitung 28.01.1959


Gegenseitige Hilfe oberstes Ziel
Bauernhilfsverein Windberg feierte Jahrtag

Windberg. Der Bauernhilfsverein Windberg beging am Dienstag in feierlicher Weise den Jahrtag, an dem sich auch der Nachbarverein Neukirchen, die FFW Windberg, Der Krieger- und Veteranenverein und der Trachtenverein beteiligten. Bei den Klängen der Kapelle Bigl marschierten die Teilnehmer zur Kloster- und Pfarrkirche, wo Pfarrer Andreas Ach den Gottesdienst hielt. In einer Ansprache würdigte Pfarrer Ach die Hilfsbereitschaft des Vereins. „Fromm erflehet den Segen von oben, aber Hilfe schafft Euch tätig wirkend selbst!“ Am Kriegerdenkmal gedachte man der gefallenen und vermißten Mitglieder und die Kapelle spielte das Lied vom „Guten Kameraden“.
Im Gasthaus Deschl fand anschließend die Generalversammlung des Vereins statt. Die Vorstands-, Jahres- und Kassenberichte wurden von den Mitgliedern einstimmig angenommen. Nach dem Mittagsmahl begrüßte Vorstand Gg. Wagner – Oberbucha due Bäuerinnen, Landwirte und Gäste, die zu den landwirtschaftlichen Vorträgen erscheinen waren. Als erster sprach Geschäftsführer Ebner vom BBV Straubing über den heutigen Markt und über die Folgen und Vorteile für die bayerische Landwirtschaft bei der EWG. Er meinte, Deutschland dürfte ungefähr in der Mitte der Preiskurve liegen. Außerdem gab er Aufklärung über die landwirtschaftliche Altersversorgung.
Der Leiter des Landwirtschaftsamtes Mitterfels referierte über bessere Düngung der Aecker und Wiesen, den Schweineabsatz und den Zuckerrübenanbau in den Donaugebieten sowie über die Bewährung der Solis und die Erträge, die man daraus erzielen kann. Als letzter referierte Molkereigeschäftsführer Henle von Niederwinkling über die sachgemäße Behandlung und Lagerung der Milch und über den Aufbau der Molkereigenossenschaft. Vorstand Wagner dankte den Referenten für ihre lehrreichen Ausführungen. Di Kapelle spielte anschließend zum Tanz auf.   (wz)
Quelle: Bogener Zeitung 29.01.1959


Jahreshauptversammlung des VdK
Hunderdorf.
Am Samstag findet um 15 Uhr im Gasthaus Sandbiller in Apoig die Jahreshauptversammlung des VdK Hunderdorf statt. Kreisgeschäftsführer Unger wird über die „Neuordnung der Kriegsopferversorgung“ sprechen und anschließend über die Altersversorgung der Landwirte Aufschluß geben. Neben dem Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr steht auch das Thema „Wichtiges aus der Sozial- und Krankenversicherung“ auf der Tagesordnung.
Quelle: Bogener Zeitung 29.01.1959


Nach Gottes hl. Willen verschied am Dienstag unsere liebe Mutter
Frau Maria Kronfeldner
Austragslandwirtswitwe in Au. v. W.

nach kurzer, schwerer Krankheit, im Alter von 74 Jahren.
Au v. Wald, Konzell-Süd, Konzell, Haibach, Hörabach und Windberg, den 28. Jan. 1959
Die tieftrauernden Kinder:
Johann, Xaver, Maria, Anna, Fanny
und Schwester Karolina
Beerdigung am Freitag, den 30. Jan. 1959, um 9 Uhr, in Hunderdorf.
Quelle: Bogener Zeitung 29.01.1959


VdK erwartet Erhöhung der Festrenten
Protestversammlung am 28. Februar in Passau

Hunderdorf. Gut besucht war die Jahreshauptversammlung des VdK Ortsverbandes Hunderdorf am Samstag im Gasthaus Sandbiller in Apoig. Vorstand Otto Unger konnte neben den Mitgliedern auch Kreiskassier Schotte, Bogen, begrüßen. In seinen Ausführungen über aktuelle Probleme des VdK ging der Vorstand Unger besonders auf die gegenwärtige Lage in der Neuordnung der Kriegsopferversorgung ein. Hier ergibt sich zwischen der Auffassung des VdK und der anderen Kriegsopferverbände einerseits und der Ansicht des Sozialministers Blank andererseits eine krasse Differenz. Während der VdK für eine allgemeine Erhöhung der Festrenten aller Betroffenen plädiert, stekken die Pläne des Herrn Ministers Blank nicht mehr dar als eine weitere Novelle, die ihren Schwerpunkt auf die Erhöhung der Ausgleichsrente legt. Gerade darin sieht aber der VdK einen volkswirtschaftlichen Schaden, da bei der Verwirklichung dieses Gedankenganges eine geradezu gefährliche Unterminierung des Arbeitswillens weiter Kreise der Schwerbeschädigten eintreten muß. Der VdK hingegen sieht eine angemessene Erhöhung der Grundrenten als die gerechteste Lösung an. Die Aufbesserung der Ausgleichsrenten würde nur etwa 7,21 Prozent aller Kriegsopfer in den Genuß der Erhöhung bringen. Um die Forderung des VdK zu unterstreichen, wird auf einer am 28. Februar in Passau stattfindenden Protestversammlung des VdK schärfstens für seinen Vorschlag eintreten. Kamerad Unger ging im weiteren Verlauf seiner Ausführungen auch noch auf wichtige Fragen in der Sozial- und Krankenversicherung ein und kam auch noch auf die Altersversorgung der Landwirte zu sprechen.
Der Rückblick auf das vergangene Vereinsjahr ergab, daß der Mitgliederstand auf 218 geblieben ist. Vier Mitglieder mußten zu Grabe getragen werden. Die Sammlung „Helft Wunden heilen“ erbrachte das Ergebnis von DM 252.
Ab 18 Uhr begann dann der große Maskenball. Wie im Vorjahr gab es auch heuer wieder gute Masken. Ein Hochzeitspaar wurde mit dem ersten Preis, eine Negerin mit dem zweiten und ein origineller Seemann mit dem dritten Preis ausgezeichnet. Unermüdlich spielte die Kapelle Bugl zum Tanze auf.
Quelle: Bogener Zeitung 04.02.1959


Ludwig Weinzierl ein rüstiger Achtziger
Hunderdorf.
Heute kann der Austragsbauer Ludwig Weinzierl im Kreise seiner Familie das 80. Wiegenfest feiern. Das Licht der Welt erblickte der Jubilar in Autsdorf-Bogenberg. – 1911 heiratete er, aber schon nach 13 Jahren nahm ihm der Tod seine Frau hinweg und entriß sechs Kindern die Mutter. Seit 1944 ist ein Sohn in Rußland vermißt. Obwohl er seinen Hof schon seinem Sohn Josef übergeben hat, arbeitet der Jubilar heute noch fleißig mit. Zu seinem Jubiläum wünschen wir ihm alles Gute.
Quelle: Bogener Zeitung 05.02.1959


80. Geburtstag
Steinburg. In erstaunlich guter geistiger und körperlicher Frische feierte gestern Frau Kreszenz Bielmeier ihren 80. Geburtstag. Die Jubilarin erblickte am 5. Februar 1879 als Tochter des Gastwirts J. Niedermeier in Arnetsried, Kreis Viechtach, das Licht der Welt. Um die Jahrhundertwende erwarben die Eltern der Jubilarin das große Bauernanwesen Hagnberg bei Neukirchen-Haggn. So wurde der stolze Bauernhof, der auf der Kuppe des Hagnberges trohnt, zur zweiten Heimat. Die weiteren Lebensjahre in der neuen Heimat brachten viel Arbeit für sie.
Im Jahre 1905 verehelichte sich die Jubularin mit dem Landwirt Adalbert Bielmeier aus Steinburg. Sie übernahmen das elterliche Anwesen des Mannes. Aus der Ehe gingen zehn Kinder hervor, von denen drei schon im Kindealter starben. Die Erziehung der sieben Kinder brachte neben der Arbeit in der Landwirtschaft zusätzlich noch viel Mühe. Die Wirrnisse unseres Jahrhunderts griffen auch in die Familie ein, und brachten wie überall Not und Sorgen.
Ganz besonders schwer griff der zweite Weltkrieg ein. Alle Söhne mußten in den Krieg ziehen und Angst und Sorge nährten ihr Mutterherz. Ein schwerer Schicksalsschlag war der Heldentod ihres Sohnes „Adl“, der 1942 vor den Toren Moskaus fiel.
Im Jahr 1944 starb ihr Ehemann. Nun lastete die ganze Arbeit und Verantwortung für das Wohl der Familie allein auf ihren Schultern. Das Kriegsende 1945 brachte keine Erleichterung; denn die Söhne fielen in Kriegsgefangenschaft. Ihr Arbeti war erst Ende 1948 erleichtert, als der Sohn Josef aus russischer Kriegsgefangenschaft heimkehrte. 1950 übergab sie demselben das landwirtschaftliche Anwesen. Sie zog sich dann in den wohlverdienten Austrag zurück. Wir wünschen noch viele gesunde Jahre!
Quelle: Bogener Zeitung 06.02.1959


Jagd wird vergeben
Steinburg.
Der Jagdvorsteher der Gemeinde Steinburg, Herr Max Schötz von Au vorm Wald, hat für Sonntag alle Jagdgenossen der Gemeinde zu einer Versammlung eingeladen. Sie findet um 14 Uhr in der Gastwirtschaft Max Wagner, Au v. Wald, statt. Auf dem Programm stehen: 1. Neuwahl des Jagdausschusses, 2. Vergabe der Jagd, 3. Festlegung einer Satzung. Es ergeht freundliche Einladung an alle Beteiligten.
Quelle: Bogener Zeitung 06.02.1959


Hunderdorf. (Wegen Windpockenerkrankungen) wurde die 3. Klasse der Volksschule bis zum Montag geschlossen. Mehr als die Hälfte der Schüler dieser Klasse sind krank. Auch in den übrigen Klassen der Unterstufe trat die Krankheit auf.
Quelle: Bogener Zeitung 07.02.1959


Am 17. Februar Schulhaus-Einweihung
Hunderdorf.
Besonders im letzten halben Jahr der nun fest zweijährigen Bauzeit am Hunderdorfer Schulhaus haben sich des öfteren schon gerüchtweise Termine über den Tag der Fertigstellung herumgesprochen. Nun ist es aber endlich doch so weit und am 17. Februar wird das neue Gebäude seine Weihe erhalten.
Wie wir von der Gemeinde erfahren, wird Se. Excellenz Weihbischof Hiltl das neue Haus einweihen.
Ferner erwartet man den Regierungspräsidenten von Niederbayern sowie Vertreter der Schulbehörden der Regierung, Landrat Hafner, Schulrat Westermayer, die am Bau beteiligten Unternehmer und Architekten. Augenblicklich werden von den Handwerkern noch die letzten Arbeiten ausgeführt und die Klassenzimmer eingerichtet.
Quelle: Bogener Zeitung 09.02.1959


Jagd wurde vergeben
Steinburg-Au. Zahlreich versammelten sich am Sonntag die Jagdgenossen der Gemeinde Steinburg im Gasthaus Wagner in Au vorm Wald. Bürgermeister Alfons Berger dankte allen für ihr Erscheinen. Eine Satzungsänderung betraf die Verlängerung der Amtszeit des Jagdausschusses auf neun Jahre, um diese der Pachtzeit anzugleichen. Die Aenderung wurde von der Versammlung einstimmig gebilligt. Die Neuwahl des Jagdausschusses ging sehr rasch vonstatten. Er setzt sich zusammen aus Josef Bielmeier- Steinburg, Max Schötz – Au v. W., Josef Hacker – Schafberg, Xaver Wagner – Wegern und Josef Retzer- Au v. W. Dieser Jagdausschuß  wählte dann in einem Nebenlokal den neuen Vorstand. Aus dieser Wahl ging Max Schötz Au v. W. wiederum als Jagdvorstand hervor. Die Versammlung beschloß dann, den Pachtschilling der Gemeindekasse zur Verwendung zu überlassen. Es soll in der Hauptsache der Weg-Instandsetzung dienen. Auch bei der Vergebung der Jagd blieb die Versammlung alten Grundsätzen treu. Nachdem ein Jagdgenosse sich um die Jagd bewarb, waren sich alle darin einig, die Jagd nur innerhalb der Gemeinde zu vergeben. So wurde der Förster Johann Petzendorfer – Wegern Pächter der Gemeindejagd Steinburg. Förster Petzendorfer ist schon seit Jahrzehnten Inhaber der Gemeindejagd u. wird es nun wiederum weitere neun Jahre bleiben.
Quelle: Bogener Zeitung 10.02.1959


Hunderdorf baute Niederbayerns schönstes Schulhaus
Große Ofer kostete die Gemeinde dieses Werk für Generationen – Auswirkung der Industriealisierung – Der siebte Schulhausneubau im Landkreis seit 1945

Hunderdorf. In fast zweijähriger Bauzeit entstand in Hunderdorf ein Schulhausneubau, den man als den schönsten Bau dieser Art in Niederbayern bezeichnet hat. Der Plan zu diesem Gebäude stammt von Dipl.-Ing. Architekt Schnierle, München, und die Handwerker, die ihn unter der Bauleitung von Architekt Hirsch, Hunderdorf, durchführten, zeigten wahres meisterliches Können. Besonderer Dank gebührt Bürgermeister Reiner, dem Gemeinderat und vor allem Herrn Oberlehrer H. Maier, der als eifrigster Förderer des Schulhausbaues keine Mühe und Arbeit scheute. In Anwesenheit von Regierungspräsident Hopfner, Vertretern der Regierung und des Landkreises wird am Dienstag, Seine Excellenz, H. H. Weihbischof Josef Hiltl, dem Neubau die kirchliche Weihe erteilen. Die Gemeinde Hunderdorf hat mit diesem Bau Zeugnis für ihre Sorge um die schulische Erziehung gegeben und dabei für Jahrzehnte hinaus dem aufgeschlossenen und fortschrittlichen Geist der gegenwärtigen Gemeindevertretung ein ehrendes Denkmal gesetzt.

Wenn im Zusammenhang mit dem Bayerischen Wald das Wort Notstandsgebiet gebraucht wird, dann bezieht sich diese Bezeichnung nicht nur allein auf die wirtschaftliche Unterentwicklung und die schlechten Verkehrsverhältnisse unseres Gebietes, sondern auch auf die allgemeine Schulraumnot und den Zustand vieler veralteter Schulgebäude. Allein der Landkreis Bogen hat einen Fehlbedarf von ca. 30 Klassenzimmern aufzuweisen, dessen Beseitigung mehr als zwei Millionen Mark erfordern würde. An vielen Schulen macht es der schlechte bauliche Zustand notwendig, daß in nächster Zukunft Neubauten aufgeführt werden. Zwar ist mit dem Neubau in Hunderdorf das 7. Schulhaus nach 1945 fertiggestellt worden und zwei weitere Schulhäuser sind im Bau, doch muß es auch weiterhin ein vornehmes Anliegen der Gemeinden bleiben, auch auf diesem Gebiet das Wirtschaftswunder zum Wohle der Jugend sichtbar zu machen.

Es war ein weiter Weg bis zum Bau
Die ersten Verhandlungen in der Gemeinde um den Um- bzw. Neubau einer Volksschule in Hunderdorf stammen aus den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg. Dr große Zustrom von Kindern Heimatvertriebener brachte ein starkes Anwachsen der Schülerzahl. Zeitweise mußten mehr als 350 Kinder in den vier Schulräumen untergebracht werden und bis zu 100 Kinder in einer Klasse unterrichtet werden. Man befaßte sich zunächst mit dem Ausbau eines Schulhauses, bei dem man zwei neue Klassenzimmer errichten wollte. Die Verhandlungen scheiterten aber an der Aufnahme eines Kredits in einer Höhe von 25 000 DM. Wenn man hierzu die heutige Bausumme von über 500 000 DM heranzieht, so erscheint das fast unglaublich.
Bedenkt man jedoch, daß zu dieser Zeit die Gemeinde ein Steueraufkommen hatte, das nur die Hälfte des heutigen ausmacht, dann wird manches klarer. Vielleicht war man sich auch damals darüber klar, daß ein Ausbau nur eine halbe Sache sein könnte und man in weinigen Jahren wieder vor der Notwendigkeit eines Anbaues stehen würde. Das vorsichtige Zögern der damaligen Gemeindeväter hat sich nun scheinbar doch zum Guten gewandt. Nicht zuletzt sei darauf hingewiesen, daß durch die Ansiedlung der Möbelfirma Nolte in Hunderdorf der Gemeinde nun auch der finanzielle Rückhalt geboten wurde, um den Bau zu wagen. Die Seßhaftmachung dieser Industrie, die heute ca. 600 Arbeiter und Angestellte beschäftigt und die Landrat Hafner in letzter Minute sicherstellen konnte, war ein Weg zu diesem Bau. Das große Problem neben der Finanzierung bildete vor allem der Grundstückskauf. Auch hier wurde eine Lösung gefunden als Bäckermeister Hastreiter den ideal gelegenen Grund im Dorfzentrum zu einem Preis anbot, der auch von den sparsamsten Gemeindevätern gutgeheißen werden konnte. In diesen und in weiteren Verhandlungen zeigte Oberlehrer Maier eine Tatkraft und Zähigkeit für die man ihm im Interesse des Baues volle Anerkennung zollen muß. Bogen, Landshut, München und sogar Bonn waren die Stationen, die er zum Teil mit Landrat Hafner und Kreisbaumeister Kraus und Insp. Gille besuchte, um die notwendigen Darlehen und Zuschüsse zu erhalten. Das fertige Haus zeigte uns, daß sich die Mühen gelohnt haben. Wenn heute ein Schatten auf die Freude über die Vollendung der Schule fällt, dann ist es der Gedanke an Schulrat Strewitzeck, der ein eifriger Förderer des Schulhausbaues war und dem es nicht mehr vergönnt war, den ausgeführten Bau zu sehen.

„Das schönste Schulhaus von Niederbayern“
Zwar gehen die Meinungen über das neue Schulhaus in manchen Dingen auseinander und am häufigsten hört man, daß es etwas zu tief steht und man doch etwas hätte sparen können. In einem ist man sich jedoch einig, daß es ein sehr schöner und Moderner Bau ist. Ein Oberbaurat der Regierung hat sogar dafür das Kompliment geprägt, das aus dem Munde des Fachmannes noch mehr Bedeutung gewinnt: „Das modernste Schulhaus Niederbayerns“. Dipl.-Ing. Architekt Schnierle, München, zählt wohl zu den bekanntesten Schulhausarchitekten Süddeutschlands und seine Planung berücksichtigt nicht nur überlieferte heimische Stil- und Bauelemente, die speziell im Bayerischen Wald das Flachdach und das Natursteinmauerwerk bevorzugen, sie trägt auch die Art des Baues voll Rechnung und ist letztlich Ausdruck einer Lebensanschauung, die in einer ökonomischen Zweckmäßigkeit moderner Eleganz und unbedingt sauberer fachmännischen Ausführung seinen Ausdruck findet.
Die idelae Lage des Baues im Mittelpunkt des Ortes, die Verwendbarkeit des Hauses auch als Versammlungsraum bei Eltern- oder Spielabenden, sowie seine natürliche Aufgabe als Erziehungs- und Bildungsstätte der Jugend, machen ihn zu einem wirklichen Zentrum unserer Gemeinde.

Baubeschreibung
Rein äußerlich fällt der Neubau stark ins Auge. Die beiden Giebelseiten im Norden und Süden, die aus massiven Bruchsteinmauerwerk bestehen, enthalten die beiden Eingänge. Ueber diesen sind zur Belichtung des oberen Ganges große runde Scheiben eingesetzt, die riesigen Butzenfenstern ähneln. Die Längsseiten sind an der oberen Hälfte mit Holz verschalt, während die untere Wand auf einem glatten Verputz ziegelrot tiegelrot bemalt ist. Ein sehr flaches mit Welleternit gedecktes Dach nimmt dem Bau seine Wuchtigkeit und paßt ihn gut seiner Umgebung an. Betritt man durch die große Glastüre an der Südseite das Schulhaus, so kommt man durch einen Vorraum, der als Windfang und Wärmeschleuse dient. Durch eine weitere Glastüre gelangt man in die große Halle, die etwa ein Drittel der Grundfläche einnimmt. Gerade diese wurde immer wieder heftig kritisiert und als nicht notwendige Raumverschwen dung und Verteuerung bezeichnet. Bei schlechtem Wetter als Aufenthaltsraum der Kinder in den Pausen, als Saal für Schüleraufführungen und Elternversammlungen hat sie aber eine gute und gerechtfertigte Aufgabe zu erfüllen. Der Boden ist geschmackvoll mit Solnhofner Bruchplatten ausgelegt und vor der durchgehenden Glaswand auf der Westseite ist in der Halle ein großes Blumenbeet angelegt und mit einem Arrangement von verschiedenen Blumensorten und Pflanzenarten bebaut, die das ganze Jahr frühlingshaftes Blühen in den Raum bringen.
Im Erdgeschoß sind die Klassenzimmer für die Unterstufe und das Rektorenzimmer untergebracht. Ueber eine Freitreppe gelangt man in den ersten Stock, in dem sich die Schulräume für die Oberstufe und das Lehrerzimmer befinden. Eingebaute Kleiderschränke, die im Winter beheizt werden können, sorgen dafür, daß die Kinder schon auf den Gängen ihre Mäntel und Schuhe verstauen können, ohne daß sie als Kleiderhaufen lästig in Erscheinung treten. Sechs von acht Klassenzimmer liegen an der Ostseite und lassen so die Morgensonne ungehindert durch die großen Kippflügelfenster dringen. Bei starker Sonnenbestrahlung sorgen Sonnenvorhänge für gedämpftes Licht. Uebergardinen und Verdunkelungsvorhänge vervollständigen die Einrichtung. Alle Klassenräume sind mit einem wärme- und schallisolierenden Estrich versehen und mit starkem Linoleum ausgelegt. Für alle Lehrsäle wurden neue Schulmöbel angeschafft, die nicht nur dem jeweiligen Kindesalter in der Größe gerecht werden, sondern auch eine günstige Sitz- und Schreibhaltung ermöglichen. Außerdem sind die Klassenzimmer mit Einbauschränken zur Aufbewahrung von Heften, sowie Anschlagtafeln und modernen Schiebetafeln versehen.
Das ganze Haus ist unterkellert und birgt hier die Räume für den Werkunterricht, einen Turnraum, das Lehrmittelzimmer und eine modern eingerichtete Schulküche. Ebenfalls ist hier die Heizung untergebracht, von der aus alle Räume des Hauses beheizt werden. Ein Brausebad für die Schulkinder, sowie Dusch- und Badekabinen, die alle ausgefliest sind, stehen nicht nur den Schülern, sondern auch der Bevölkerung zur Verfügung.

Dank und Anerkennung
Schon beim Richtfest wurde allerseits festgestellt, daß die Handwerker bei diesem Bau saubere Arbeit geleistet haben. Bei seinem letzten Besuch betonte Dipl.-Architekt Schierle, daß er den beteiligten Firmen und Handwerkern nur größtes Lob über die vorbildliche Arbeit und Sauberkeit in der Ausführung aussprechen kann. Das fertige Haus stellt ihnen selbst das beste Zeugnis aus. All denen aber, die unermüdlich dazu beigetragen haben, den Bau zu ermöglichen, vor allem Oberlehrer Maier, Landrat Hafner, dem Gemeinderat unter Bürgermeister Reiner, der Baubehörde in Bigen und allen verantwortlichen Stellen, damit er am kommenden Dienstag an den künftigen Hausherrn, Herrn Rektor Hösl, übergeben werden kann, gebührt Dank und Anerkennung. Mögen die Kinder, die nun diesen Bau beziehen werden, etwas spüren von der Arbeit und den Opfern, die er gekostet hat und sich durch ihre Ordnung, Sauberkeit und Arbeitsfreude dieser großen Anstrengungen der Gemeinde würdig erweisen.

Programm für die Einweihung des neuen Schulhauses in Hunderdorf am Dienstag

Kirchliche Feier
9.00 Uhr: Ankunft Sr. Excellenz, des Hochwürdigsten Herrn Weihbischofs Josef Hiltl, Regensburg
9.15 Uhr: Einzug des Hochw. Herrn Weihbischofs in die Kirche. Die Honoratioren, die Gäste, die Kirchenverwaltung, die Gemeindeverwaltung, die Lehrerschaft nimmt auf dem Wege vom Pfarrhof zur Kirche Aufstellung zur Vorstellung bei seiner Excellenz.
9.30 Uhr: Pontifikalmesse
Speyrer Domfestmesse
Gebetseinlagen zum Tage.
Nach dem Evangelium kurze Ansprache S. Excellenz.
Nach der Messe: Veni Creator, Versikeln, Oration ….
Auszug aus der Kirche – Gang zum neuen Schulhaus.
Aufstellung ind er Halle (nach Weisung von Herrn OL Maier). Weihe der für die neuen Lehrsäle bereitgelegten Kreuze.
Ansprache des Hochw. Herrn Weihbischofs.
Weihe des Hauses: Während des Weiheganges durch das Haus singen die Kinder: Lobe den Herren – Großer Gott.
Feierlicher Schlußsegen!

Weltliche Feier:
Streichquartett: Allegro moderato aus d. Streichquartett Op. 77 Nr. 1 von Jos. Haydn.
Begrüßung der Hohen Gäste und der gesamten Teilnehmer (1. Bürgermeister Karl Reiner).
Schlüsselübergabe an den Schulleiter (Architekt Schnierle).
Uebernahme der Schlüsselgewalt und Danksagung (Rektor Hösl).
Lied: Das neue Haus ist aufgebaut (Melodie u. Satz v. H. Löffler).
Die Baugeschichte des Hauses (OL Hermann Maier).
Kleines Spiel zur Einweihung des neuen Schulhauses v. Elis. Bronner.
Festansprache durch den Schirmherrn d. Baues: Herr Landrat Xaver Hafner, Bogen.
Streichquartett: Poco Adagio cantabile aus dem Streichquartett Op. 76 Nr. 3 (Kaiserquartett) von Jos. Haydn.
Ansprachen der hohen Festgäste.
Besichtigung des Hauses durch die Festgäste.
Festmahl im Gasthaus Sandbiller in Apoig.
Quelle: Bogener Zeitung 14.02.1959


Hunderdorf. (Morgen kein Parteiverkehr) Wegen der Schulhauseinweihung ist morgen die Gemeindekanzlei ganztägig geschlossen.
Quelle: Bogener Zeitung 16.02.1959


Hunderdorf. (Sängerabend am Mittwoch) Wegen der Schulhauseinweihung findet der Uebungsabend des Gesangsvereins erst am Mittwoch um 20 Uhr statt.
Quelle: Bogener Zeitung 16.02.1959


Windberg. (Todesfall) Am Samstag verschied im Alter von 65 Jahren der Landwirt und ehemalige Jagdaufseher von Dambach, Ludwig Amberger. Der Verstorbene litt schon seit mehreren Jahren an einer sehr schweren Krankheit.
Quelle: Bogener Zeitung 16.02.1959


Weihbischof weihte Niederbayerns schönste Schule ein

Der Festtag der Gemeinde Hunderdorf / Festakt im Foyer des herrlichen Schulhauses / Landrat Hafner: „Mit 5 Millionen DM wurde in Strukturwandel im Raume Hunderdorf erzielt“ / Regierungspräsident Hopfner schätzt den Schulhausbedarf in Niederbayern in den nächsten 10 Jahren auf 55 Millionen DM / Der Schöpfer des Werkes Oberlehrer Hermann Maier

Hunderdorf. (Eig. Bericht) Helle Freude leuchtete gestern den Kindern von Hunderdorf und den Erwachsenen aus den Augen. Konnten die Kinder sich freuen über den schulfreien Festtag und darüber, daß sie selbst sogar Handlangerdienste bei dem Bau geleistet hatten, so dürfen die Bürger stolz darauf sein, daß sie nicht bloß eine moderne, großartige Schule, sondern sogar den modernsten Bau in Niederbayern besitzen. Mit Recht wurde vom eigentlichen Schöpfer des Baues, Oberlehrer H. Maier, betont, daß das Vertrauen des Gemeinderates dieses Haus mitgebaut hat. Die Leistung der Gemeinde fand gestern bei der festlichen Weihe die Anerkennung dadurch, daß Se. Excellenz Weihbischof Josef Hiltl dem Werk die Weihe erteilte und daß Regierungspräsident Ludwig Hopfner selbst an der Weihe teilnahm. Auch er zollte der modernen Architektur seine Anerkennung.

Nebelverhangen döste die Landschaft, als Weihbischof Josef Hiltl unter Glockengeläute feierlichen Einzug in die Kirche hielt. Die Honoratioren, die Gäste, die Kirchenverwaltung, die Gemeindeverwaltung säumten den Weg zur Kirche und wurden Se. Excellenz vorgestellt. Während der Pontifikalmesse sang das Volk die Speyerer Domfestmesse. Dabei spürte man, daß in Hunderdorf wöchentlich eine Kirchenlieder-Singstunde mit großem Erfolg abgehalten wird. Nach der Anrufung des Hl. Geistes zog eine lange Prozession, voran die zehn Kruzifixe für das neue Schulhaus zu dem Neubau. Zum ersten Mal konnten die Hunderdorfer und die Gäste die Wohltat der Halle, des Foyers, der neuen Schule am eigenen Leib verspüren. Sie brauchten beim Festakt nicht schlotternd in der Kälte stehen, sondern spürten heimelige Wärme.
Weihbischof Josef Hiltl stellte drei Punkte in seiner Ansprache groß heraus: das erste Wort im neuen Haus hat Christus. Die Schule ist für die Jugend, für die Kinder, für die Erziehung und Heiligung. Das erste Gebet in diesem Haus heißt: „Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn“. Gott gibt den Segen. Hier in der Schule geschieht mehr als draußen auf dem Felde oder als in der Bildhauerwerkstätte. Hier wird etwas Heiliges hineingelegt in die Herzen, hier werden Menschenseelen geformt für das Leben, daß sie echte Christen bleiben. Was ist der erste Unterricht in diesem Haus? Jesus Christus gibt ihn selbst: die Kreuze werden geweiht und in jedem Raum wird ein solches Kreuz mit den Worten „Herr, setze u das Zeichen des Heiles“ an die Wand geheftet. Christus ist der Herr, der Eigentümer dieses Hauses, und bleibt es für immer. Nach der Weihe der Kreuze zog der Stellvertreter des Erzbischofs weihend durch das Haus. In jedem Zimmer brachte der Bischöfliche Sekretär K. Flügel ein schönes Kruzifix an, die der Bischof dann inzensierte. Mit dem feierlichen Schlußsegen endete die kirchliche Feier.
Im weltlichen Teil spielte das Streichquartett Armann-Hirth-Scherer-Grosse das Allegro moderato aus opus 77 des Joseph Haydn und Variationen über das Deutschlandlied. 1. Bürgermeister Karl Reiner begrüßte die Gäste und alle Teilnehmer. Architekt Schnierle überreichte den Schlüssel an den Schulleiter, Rektor Hösl, unter Dankesworten an die Regierung, Landrat, Kreisbaumeister, Architekt Hirsch und Oberlehrer Maier, der „mit imponierender Zielstrebigkeit, Ausdauer und Tatkraft an die Verwirklichung dieses Werkes ging“. Der Architekt selbst gestand: „Mit Begeisterung habe ich an diesem Bau gearbeitet“. Schulleiter Hösl erinnerte an die seltene Einmütigkeit der Gemeinde, die zum Bau dieses wohl zur Zeit modernsten und schönsten Schulhauses Niederbayerns führte, das der ganzen Gemeinde zur höchsten Ehre gereicht. Dem Bild von Oberlehrer Hermann Maier, der die treibende Kraft war, daß der Bau so einmalig und zweckmäßig, wie wir es alle nicht zu hoffen wagten, ausfiek, werde ein Ehrenplatz im Lehrerzimmer eingeräumt. Aber kein noch so moderner Bau und auch die modernste Methode könne die Zusammenarbeit zwischen Elternhaus, Kirche und Schule ersetzen.
Begeistert sangen die Kinder: „Wir rufen frohen Herzens aus: Gottes Segen ist im Haus“. Der 2. Bürgermeister Hermann Maier machte es gnädig mit den Gästen und ersparte ihnen lange, trockene Zahlen über die Baugeschichte. Früher war man stolz, eine Gemeinde zu sein, die schuldenfrei ist. Mit Humor gestand er, daß heute die Gemeinde nicht mehr ohne Schulden  sei. Auch er reihte sich, wie sein Vorredner und die nachfolgenden Redner, in die Danksagung ein, angefangen von Se. Excellenz und dem Regierungspräsidenten, der zum ersten Mal in Hunderdorf weilte, „dem Schirmherrn nicht bloß dem Namen nach, sondern der Sorge nach“ Landrat Hafner, Regierungsdirektor Wittmann, der eigentlich der Gründer dieses Hauses war, Dekan Kiermaier, Architekt Schnierle usw. Möge das Schulhaus heute als modern gelten, stellte er fest, uns ging es darum, ein Haus zu bauen, das in 50 Jahren noch schön ist und deswegen wurde diese Form gewählt. Dem Gemeinderat, der in 52 Sitzungen das Haus geplant und gebaut, rühmte er nach: „Ihr Vertrauen hat das Haus mitgebaut“.
Landrat Xaver Hafner berichtete, daß die rund 5 Millionen DM, die über den Sozialen Wohnungsbau, Straßenbau, die Firma Nolte usw. in den Raum von Hunderdorf flossen, einen Strukturwandel erzielt haben, ein Beweis, daß es sich schon lohnt, dem Grenzgebiet immer wieder unter die Arme zu greifen. Die eigentliche Grundsteinlegung für dieses Schulhaus war vor acht Jahren, als es gelang, die Firma Nolte hier ansässig zu machen. Heute ist Hunderdorf die zweitgrößte Gemeinde im Landkreis Bogen. Das alte Schulhaus umzubauen wäre verkehrt gewesen: man wäre sonst mit Steuergeldern unzweckmäßig umgegangen. Großes, verdientes Lob sprach der Landrat den Persönlichkeiten aus, die wie Hermann Maiers „segensreiche Vitalität“, unsere Heimat für den Fortschritt reif machen. Der Landrat ging dann besonders auf die Förderung der geistigen Entwicklung unserer Landjugend ein. Die wirtschaftliche Förderung könne von Dauer sein, wenn die geistige Entwicklung mit dieser Schritt hält. Hafner forderte die volle Gleichstellung des Land- und Stadtlehrers. Es fehlen im Landkreis Bogen Lehrerdienstwohnungen für 1 Million DM, erklärte er. Die schwierige Finanzlage der Gemeinden verlange eine noch stärkere Unterstützung des Staates. Die Eigenmittel müßten gesenkt werden und die Zuschüsse auf 80 Prozent erhöht werden, wenn die bisherigen Verhältnisse beseitigt werden sollen.
In diesem Zusammenhang zollte er dem Regierungspräsidenten Hopfner, dem „nimmermüden Förderer des Bayerischen Waldes“, besonderen Dank und ebenso der Gemeinde Hunderdorf, die ein Kultur- und Aufbauwerk für sein Jahrhundert geschaffen hat.
Regierungspräsident anerkannte, daß die Architekten nach dem Krieg den Stil gefunden haben, der für die Schulen paßt. Er begrüßte es, daß das Schulhaus in dieser aufgeschlossenen, modernen Form gebaut wurde. In den nächsten zehn Jahren seien 55 Millionen DM für den Schulhausbedarf im Regierungsbezirk notwendig, sogar 80 Millionen, wenn man die Lehrerwohnungen noch hinzurechnet, „nur um das Gröbste zu schaffen“.
Schulrat Westermayer erinnerte daran, daß 80 Schulsäle im Bezirk Bogen fehlen. Auch der beglückwünschte Hunderdorf zu dem modernen Bau: „Möchte die Gemeinde in den künftigen Generationen den Lohn empfangen für diese Leistung“. Im Namen der Elternschaft dankte Herr Unger.
Nach der Bayernhymne besichtigten die Festgäste das Haus.
Quelle: Bogener Zeitung 18.02.1959


Morgen Schulhaus zur Besichtigung frei
Hunderdorf.
Um allen Eltern und interessierten Kreisen aus der Bevölkerung eine Besichtigung des neuen Schulhauses zu ermöglichen, ist morgen das neue Schulhaus von 8 Uhr bis 17 Uhr durchgehend geöffnet. Um 15 Uhr findet für die Eltern der Schulkinder im neuen Haus eine Versammlung statt, zu der alle recht freundlich eingeladen sind.
Quelle: Bogener Zeitung 21.02.1959


Generalversammlung des Raiffeisenvereins
Hunderdorf.
Am Freitag findet um 15 Uhr im Gasthaus Baier die Generalversammlung des Raiffeisenvereins statt. Es sind auch verschiedene Referate vorgesehen. An alle Mitlgieder ergeht freundliche Einladung.
Quelle: Bogener Zeitung 23.02.1959


Arbeit im Steinbruch beendet
Windberg.
Abgeschlossen wurde Ende der letzten Woche die Arbeit im Steinbruch, wo das Material für den Bau des Wirtschaftsweges Windberg-Irenzfelden hergerichtet wurde. NMach Schätzung einiger Fachleute, dürften im Steinbruch nicht weniger als 2000 cbm Steinmaterial für den zweiten Teilabschnitt des Wegebaues gesprengt und gebrochen worden sein. In den letzten Tagen gab es nur noch Aufräumarbeiten. Den freiwilligen Arbeitern ist die ganze Gemeinde dankbar für ihre schwere Arbeit im Steinbruch. Daß mit dem Bau des Wirtschaftsweges Windberg-Irenzfelden sobald als möglich begonnen wird, ist der Wunsch aller Bürger, damit endlich eine ordentliche Verbindung zwischen Windberg und Meidendorf entsteht.
Quelle: Bogener Zeitung 23.02.1959


Lehrer des Landkreises vom Schulhaus begeistert
Hunderdorf.
Der Betriebsratsvorsitzende der Lehrerschaft, Oberlehrer Maier, hatte diesmal die Betriebsversammlung nach Hunderdorf verlegt, um den Kolleginnen und Kollegen eine Besichtigung des neuerbauten Schulhauses zu ermöglichen. In verschiedenen Gruppen wurden die Lehrkräfte von ihren Kollegen durch das Haus geführt und dabei die Räume und Einrichtungen gezeigt. Allgemein wurde von den Anwesenden die Schönheit und Zweckmäßigkeit der neuen Schule anerkannt. Gar mancher mag dabei etwas wehmütig an die Verhältnisse der eigenen Schule gedacht haben und die Hoffnung mit nach Hause getragen haben, daß sich auch in der eigenen Gemeinde Leute finden möchten, die an eine Lösung der mancherorts noch recht unbefriedigenden Schulverhältnisse gehen möchten.
Das Werk ist vollbracht und zwei Lehrer zitierten: „Festgemauert in der Erden …“ usw. – Aber trotzdem ist es eine unbestreitbare Tatsache, daß der Hermann graue Haare mit dem Schulbau bekommen hat. Ohne Fleiß – kein Preis! Es hat sich gelohnt.
Nach der Besichtigung fand man sich im Gasthaus Sandbiller ein, um dort noch verschiedene Anliegen des Standes zu besprechen. Eine traurige Pflicht oblag dem Vorsitzenden, als er der Lehrerschaft das plötzliche Ableben des vor wenigen Jahren noch im Landkreis Bogen wirkenden Schulrates Lesser mitteilen mußte, der zuletzt in Deggendorf die Schulaufsicht leitete und am vergangenen Dienstag an einer Herzembolie verschied. Nur ein Jahr war ihm der verdiente Ruhestand vergönnt und viel zu schnell schied damit ein Erzieher aus dem Leben, der wegen seiner edlen Gesinnung, seines hilfreichen Wesens und seiner echten Menschlichkeit das größte Ansehen und Vertrauen bei Eltern und Lehrern genoß. Oberlehrer Maier schilderte kurz den Lebensweg des Verstorbenen, der in der kurzen Zeit seines schulischen Wirkens im Landkreis Bogen sich der größten Wertschätzung aller erfreute.
Bei den Betriebsratswahlen heuer im Mai werden auch Vertreter für den Regierungsbezirk und das Land gewählt. Gerade die niederbayerische Lehrerschaft steht hier vor einer schwierigen Aufgabe, da hier natürliche Schwerpunkte wie in den Großstädten anderen Regierungsbezirken fehlen und so leicht eine Zersplitterung der Stimmen eintreten kann.
Quelle: Bogener Zeitung 23.02.1959


Verkehrsunfall
Hunderdorf.
Gestern vormittag ereignete sich auf der Straße von Hunderdorf nach Espern ein Verkehrsunfall. Eine Zugmaschine, deren Anhänger mit Steinschotter beladen war, kam auf einer Anhöhe auf eisglatter Straße ins Rutschen. Etwa 30 m rollte der Anhänger mit der rutschenden Zugmaschine mit zunehmender Geschwindigkeit bergab und prallte schließlich gegen eine nachfolgende Zugmaschine, die das Gefährt zum Glück aufhielt. An der nachfolgenden Zugmaschine entstand ein Sachschaden von ca. 200 DM. Zu einem bedauerlichen Zwischenfall kam es nach dem Unfall, als die Frau eines beteiligten Bulldogfahrers einen Zuschauer mißverstand, der auf die Frage der Frau, wo ihr Mann sei, sagte: „Da drin ist er!“ Der Zuschauer meinte im Polizeiwagen zur Vernehmung, die Frau aber dachte, ihr Gatte läge tot unter dem Bulldog. Die herzkranke Frau brach in einen furchtbaren Wienkrampf aus, der erst abebbte, als sie ihren Mann unverletzt vor sich sah.
Quelle: Bogener Zeitung 24.02.1959


1500 Besucher aus ganz Niederbayern
Hunderdorf.
Wie sehr ein „Tag der offenen Türe“ erwünscht war, zeigte sich am Sonntag, an dem das neue Schulhaus von 8 bis 17 Uhr durchgehend geöffnet war. Schon vor der Öffnung des Hauses stellten sich die ersten Besucher ein und in fast ununterbrochener Reihe gingen sie dann durch die Räume und zollten dem Bau und dem Bauherrn ohne Anerkennung. An den auf dem Vorplatz parkenden Autos konnte man erkennen, daß die Besucher nicht nur aus Bogen und dem Nachbarkreis Straubing kamen, auch aus vielen anderen Landkreisen Niederbayerns hatte man sich eingefunden.
Auch die Elternversammlung, zu der Rektor Hösl am Nachmittag eingeladen hatte, war sehr gut besucht. Seine Ausführungen bezogen sich vor allem auf die Hausordnung, von deren strikter Durchführung die Sauberkeit und Ordnung im neuen Gebäude abhängig sein wird. Erfreulicherweise haben die Eltern bisher großes Verständnis für die Anordnungen der Schulleitung aufgebracht und damit der Lehrerschaft die Neueinführungen im Schulhaus erleichtert. Auch in Zukunft, so betonte Rektor Hösl, möchte er die Eltern bitten, in diesem Einverständnis fortzufahren, um mit dem neuen Haus einen neuen Geist unter die Kinder zu bringen.
In einer anschließenden Aussprache zeigte es sich, daß vor allem die Brause für die Schulkinder besonders begrüßt wird. Auch für die vorgesehene Bade- und Brausemöglichkeit für Erwachsene zeigte man lebhaftes Interesse, und es dürfte im Interesse der Gemeinde liegen, bald die Wannen- und Brausebäder freizugeben. Abschlie0end interessierten sich die Eltern besonders noch für die Klassenzimmer ihrer Kinder, wo sie auch Gelegenheit hatten, sich mit den einzelnen Klassenlehrern über den Stand und Fortgang ihres Kindes auszusprechen.
eine inoffiziell durchgeführte Zählung ergab bis zur Schließung des Hauses um 17.30 Uhr eine Besucherzahl von nahezu 1 500.
Quelle: Bogener Zeitung 26.02.1959


Vierjähriges Kind angefahren
Hunderdorf.
Zwischen Hunderdorf und Steinburg kam es gestern vormittag zu einem Verkehrsunfall. Ein vierjähriges Kind aus Breitenfeld lief auf Höhe der Nolte-Werke plötzlich einem in Richtung Steinburg fahrenden PLW direkt vor den Kühler. Der Autofahrer, ein Mann aus Regensburg, konnte nicht mehr rasch genug bremsen, und fuhr das Kind an. Das Kind wurde erheblich verletzt. Der PKW-Fahrer verständigte sofort die Polizei und fuhr anschlie0end das Kind ins Bogener Krankenhaus. Den Sachverhalt nahm der Unfalltrupp Bogen auf.
Quelle: Bogener Zeitung 02.03.1959


Windberg. (Es gibt Geld) Am Donnerstag werden von 12-13 Uhr die Fürsorge- und Kriegsschadenrenten bei Schuhmachermeister Anton Kittenhofer ausgezahlt.
Quelle: Bogener Zeitung 02.03.1959


Gute Entwicklung beim Raiffeisenverband
Die EWG darf die heimische Landwirtschaft nicht unvorbereitet treffen
Investitionsmöglichkeiten für die Landwirtschaft

Hunderdorf. Mehr als 100 Mitglieder und Interessenten bekundeten am Freitag bei der Generalversammlung das Raiffeisenvereins in der Gastwirtschaft Baier ihr Interesse und ihr Vertrauen zur Arbeit des Verbandes. Vorstand Feldmeier – Wegern begrüßte die Referenten des Tages. Der Leiter des Landwirtschaftsamtes Mitterfels legte dar, wie sich die EWG auf die heimische Landwirtschaft auswirken werde und gab seiner Befürchtung darüber Ausdruck, daß sie den Existenzkampf der Landwirte noch erschweren würde. Die unvermeidliche Konkurrenz dürfe unsere Landwirte nicht unvorbereitet finden. Jetzt sei es noch Zeit, Rationalisierungsma0nahmen zu treffen und durch planvolle Mechanisierung und ökonomisches Wirtschaften einen höchstmöglichen Leistungsgrad zu erreichen.
Der Direktor der Bayerischen Raiffeisenzentrale Regensburg, Roth, gab Aufschluß über verbilligte Kreditmöglichkeiten u. Zinszuschüsse aus dem „Grünen Plan“. Für landwirtschaftliche Gebäude, zur Maschinenbeschaffung und Abfindung weichender Erben stehen Mittel zur Verfügung, die durch ihre günstige Amortisation eine möglichst geringe Belastung für die heimische Landwirtschaft darstellen und besondere Härten in der Umstellung vermeiden.
Verwalter Zirngibl von der Baywa Bogen kam vor allem auf Futter- und Düngefragen zu sprechen, die heute im Hinblick auf die Milch-  und Fleischerzeugung sowie auf die Ertragssteigerung im Anbau von größter Bedeutung seien. Auch hier habe die Raiffeisengenossenschaft vorbildlich gearbeitet und durch die Schaffung eines neuen modernen Futtermittelwerkes in Würzburg die Gewähr gegeben, daß hier nur Futtermittel nach dem neuesten Stand der chemischen Forschung verkauft werden.
Bezirksleiter Belau – Straubing klärte die Versammelten über die Möglichkeiten der Baugeldbeschaffung durch die Bausparkasse Schw.-Hall auf, die als Vertragsgesellschaft des Raiffeisenverbandes mit der Genossenschaft erbeitet und damit die Gewährung von Darlehen vermitteln kann.
Gierster – Scheibelsgrub wies auf die zum Teil völlig unzureichenden Feuer- und Haftpflichtversicherung der bäuerlichen Betriebe hin. Ein Großteil der Landwirte sei unterversichert.
Bei der Neuwahl erhielt die alte Vorstandschaft wieder das Vertrauen. Als Erster Vorstand wird also weiterhin Feldmeier-Wegern, als Zweiter Vorstand Zollner-Hunderdorf und als Dritter Vorstand Fruhstorfer-Sollach fungieren. Auch Härtenberger wurde als Aufsichtsratsvorsitzender und ebenso wurden Pollmann und Egger als Aufsichtsräte wieder bestätigt.
In seinem Geschäftsbericht konnte Goppold mitteilen, daß der Umsatz im letzten Jahr um 48 Prozent gesteigert werden konnte. Um 33 Proz. nahmen die Spareinlagen zu, ein Zeichen einer allgemein guten Entwicklung.
Quelle: Bogener Zeitung 02.03.1959


Die ersten Filmszenen sind gelungen
Hunderdorf.
Gegenwärtig weilt Herr Leitner aus Oesterreich im Landkreis Bogen, um einen Werbefilm zu drehen. Die ersten Szenen über Skiveranstaltungen in Englmar, das neue Schulhaus in Hunderdorf und einige Aufnahmen von Orten des Landkreises sind bereits fertig und Herr Leitner führte die Rohkopien in Hunderdorf vor. Die übrigen Szenen sollen in den nächsten 6 Wochen abgedreht werden. Dann erfolgt der Schnitt und die Tonuntermalung im Studio.
Quelle: Bogener Zeitung 12.03.1959


Generalversammlung des BRK
Hunderdorf.
Am Samstag um 20 Uhr im Gasthaus Sandbiller in Apoig Generalversammlung der Ortsgruppe des Bundes der Kinderreichen. Auf der Tagesordnung steht u. a. die Neuwahl der Vorstandschaft.
Quelle: Bogener Zeitung 12.03.1959


Windberg. (Zu Grabe getragen). Am Dienstag wurde die 67jährige Zugführerswitwe Maria Lottes aus Windberg beerdigt. Sie hatte vor einigen Tagen einen Schlaganfall erlitten. Kurz nachdem sie das Bewußtsein wiedererlangt hatte, starb sie. H. H. Pfarrer Andreas Ach übergab die sterbliche Hülle der geweihten Erde und widmete ihr einen ehrenden Nachruf. Zum Abschluß sang der Kirchenchor ein ergreifendes Abschiedslied.
Quelle: Bogener Zeitung 12.03.1959


Ein Jahr Rotkreuz-Arbeit
Steinburg.
Gestern war es ein Jahr, daß der Ortsverband des Roten Kreuzes wiedergegründet wurde. Die nach dem Kriege ins Leben gerufene Ortsgruppe ging bald ein. Im Spätwinter des Jahres 1958 fand dann unter Leitung von Dr. Koller und der Fürsorgerin Frau Hopf vom BRK Bogen ein Grundausbildungslehrgang in Erster Hilfe statt. Beim Abschluß dieses Kurses erklärten sich 14 Personen bereit, die Ortsgruppe wieder ins Leben zu rufen. Bei der Wahl wurde Kurt Schröter zum Gruppenführer und Frl. Hildegard Pflügl zum Schriftführer und Kassier gewählt. Jetzt zählt die Ortsgruppe bereits 16 aktive und 5 passive Mitglieder. Die Dienstabende werden von Lehrer Klar gehalten. Mit der Ortsgruppe wurde auch eine Unfallhilfsstelle errichtet. Der Diensteifer der jungen Gruppe ist lobens-, der Dienst am Nächsten nachahmenswert.
Quelle: Bogener Zeitung 14.03.1959


Nach Gottes hl. Willen verschied am 13. 3. 59, 3 Uhr, unser guter Pfelgevater, Bruder, Schwager und Onkel
Herr Josef Söldner
Ausnahmslandwirt von Lintach

nach längerem Leiden und nach Empfang der hl. Sterbesakramente im Alter von 72 Jahren selig im Herrn.
Lintach, Hunderdorf, Steinburg, Schönach, München, den 14. März 1959
In tiefer Trauer:
Maria Markl, Pflegetochter
mit Gatten und Enkel
Christine Heigl, Pflegetochter
Anna Schneider, Pflegetochter
Josef Herwig
Erwin Herwig
Pflegesöhne
und übrige Verwandtschaft
Trauergottesdienst am Sonntag, 15.3.59, in der Pfarrkirche Hunderdorf um 9 Uhr mit anschl. Beerdigung.
Quelle: Bogener Zeitung 14.03.1959


Hunderdorf. (Für die Kriegsgräberfürsorge) konnte durch die Spenden der Volksschüler ein Betrag von 53,50 DM aufgebracht werden. Dieser Betrag dient zur Pflege deutscher Soldatenfriedhöfe im Ausland.
Quelle: Bogener Zeitung 18.03.1959


Hunderdorf. (Mopedkurs) Nach Ostern wird die Verkehrspolizei Bogen einen Mopedkurs durchführen. Teilnehmer möchten sich bereits in den nächsten Tagen bei der Gemeindeverwaltung anmelden. Die Teilnahme ist kostenlos. Der Kursbeginn kann erst nach Eingang der Meldungen festgesetzt werden.
Quelle: Bogener Zeitung 18.03.1959


Hunderdorf. (Körumlage trotzdem) In einer Gemeinderatssitzung wurde kürzlich beschlossen, daß an der festgesetzten Körumlage festgehalten wird, auch wenn die Rinderbesitzer der Besamungsstelle beitreten und ihre Tiere künstlich befruchten lassen.
Quelle: Bogener Zeitung 18.03.1959


Hunderdorf. (Beerdigung) Am Sonntag wurde unter großer Teilnahme der Bevölkerung der Austragslandwirt Xaver Söldner von Lintach zu Grab egetragen. H. H. Geistl. Rat Kiermaier erteilte dem Verstorbenen die letzten kirchlichen Segnungen und sprach tröstende Worte an seinem Grabe.
Quelle: Bogener Zeitung 18.03.1959


Hunderdorf. (Trachtler spielen Theater) Am kommenden Sonntag führt der Trachtenverein „Perlbachtaler“ um 15 Uhr und um 20 Uhr im Baier-Saal das Theaterstück „Der Wildschütz vom Königssee“ auf.
Quelle: Bogener Zeitung 19.03.1959


Hunderdorf. (Bad in der Karwoche geschlossen) Badegelegenheit im neuen Schulhaus ist für die Bevölkerung nur mehr am Freitag und Samstag dieser Woche. In der Karwoche bleiben die Bäder geschlossen.
Quelle: Bogener Zeitung 19.03.1959


Das Roden der Apfelbäume – höchste Alarmstufe
Ausbau der privaten oder Errichtung einer genossenschaftlichen Obstkelterei im Landkreis Bogen? – Landrat Hafner für Ausbau der bestehenden Betriebe durch Finanzierungshilfe – Kreisfachberater Kilger für Genossenschaftsgedanken nur im äußersten Notfall – Privatbetriebe gegen Genossenschaftskelterei

Bogen. Ein Sturm der Entrüstung geht von den Obstbauern aus durch den Landkreis, denn tausende Zentner von Äpfeln verfaulten. Unermeßlich ist der hierbei entstandene Schaden. Der Kreisverband für Obst- und Gartenbau befindet sich in einer großen Notlage und will, wenn nicht anders möglich eine genossenschaftliche Obstverwertungsanlag errichten, um somit den Absatz des Obstes zu sichern. – Der Absatz des Mostes ist eine andere Frage. – Als Heimatzeitung griffen ir dieses Problem auf und bringen eine Stellungnahme von Landrat Hafner, Kreisfachberater Kilger und der drei vorhandenen Obstkelterbetriebe in Windberg, Steinburg und Haibach. Wir mußten hierbei feststellen, daß alle drei Betriebe zur Zeit voll ausgenutzt sind, daß aber ihre Kapazität um das Doppelte gesteigert werden kann, wenn die nötigen Geldmittel zur Verfügung ständen und der Absatz des Mostes gesichert werden könnte. Alle drei Betriebe, so stellten wir weiter fest, haben sich aus eigener Kraft emporgearbeitet. Ohne jede staatl. Hilfe. Sie spürten bis heute noch nichts von der so viel gepriesenen und beredeten Grenzlandhilfe.
Der Kampf, der schon seit Jahren um den heimischen Obstbau und seinen Absatz tobt, scheint jetzt den Höhepunkt erreicht zu haben, in dem zur Selbsthilfe von seiten des Kreisverbandes für Obst- und Gartenbau gegriffen werden soll. An der Spitze dieses Kampfes steht ein alter Recke, der schon seit über zehn Jahren nur das Beste für den Kreis mit seinem Obstbau will und der unermüdlich Tag für Tag von Ort zu Ort ging, um aufzuklären, zu veredeln und eine Unzahl von Obstbaukursen abhielt, um den Obstbau zu fördern. Warum tat wohl dies alles der erfahrene Kreisfachberater Hans Kilger? Weil er erkannt hatte, daß im Landkreis Bogen geradezu ideale Möglichkeiten für den Apfelanbau bestanden, wobei die wirtschaftl. Seite die entscheidende Rolle spielt. Seine Arbeit und Mühe waren nicht umsonst, der Obstanbau machte große Fortschritte. Sie wußten aus Erfahrung, daß in den Jahren nach dem letzten Krieg die Menschen aus allen Städten zu ihnen kamen, um Äpfel zu hamstern. Damals war die Nachfrage größer als das Angebot. Im Laufe der Jahre jedoch begannen die Obstländer sich ihren Absatzmarkt zu sichern und überschwemmten, da die Tore an der Grenze zu weit geöffnet wurden, das ganze Land mit allen möglichen Obstsorten. Alles dies hatte Hans Kilger in den Jahren seines Aufbaues erkannt und sein Bestreben war, daß gutes, besseres Obst erzeugt wird. Auch dieses Ziel konnte zum Teil erreicht werden und Tausende von Ztr. Tafeläpfel gingen hinaus in nord- und westdeutsche Städte. Für diese Äpfel war und bleibt der Absatz zum Teil gesichert, doch gibt es noch vielerlei Apfelsorten, die ebenso aromatisch und wohlschmeckend, jedoch ihrer Größe und Aussehens wegen wenig gefragt sind. Aber auch diese Sorten erfüllen einen guten Zweck als Apfelsaft und Most. In den Keltereien können jährlich Tausende von Ztr. Verarbeitet werden, doch sind die drei vorhandenen Keltereien nicht in der Lage, den Obstanfall von über 30 000 Ztr. Zu meistern. Bei einer Obstschwemme, wie es 1956 und 1958 der Fall war, mußte buchstäblich viel Obst verfaulen. Es ist deshalb zu verstehen, wenn heute der Kreisverband für Obst- und Gartenbau verlangt, daß Abhilfe geschaffen wird. Wenn heute Apfelbäume gerodet werden, so ist dies für die Interessenten ein Zeichen höchster Alarmstufe. Es ist auch nicht damit getan, daß Äpfel vermostet werden, das Ent scheidende ist der Absatz des Mostes.

Vorhandene Betriebe ausbauen
Landrat Hafner erklärt zu dem Thema der Genossenschaftskelterei: „Ich bin dafür, daß zuerst die bestehenden Betriebe ausgebaut werden, so daß sie in der Lage sind ca. 30 000 Ztr. Äpfel zu verarbeiten. Ferner daß wir keine größere Verwaltung aufbauen müssen, außerdem würde uns der Ausbau eines neuen Betriebes erhebliches Kopfzerbrechen machen. Zum Ausbau der vorhandenen Betriebe denke ich an eine Finanzierungshilfe.

Der Kreisverband handelt aus purer Not
Kreisfachberater Kilger gibt folgende Auskunft: „Ein blindes Organisieren einer Genossenschaft steht nicht zur Diskussion, denn es ist ein Einplanen der bestehenden Betriebe von vornherein beabsichtigt und wenn sich eine gute Lösung finden läßt, so wird der Genossenschaftsgedanke nicht weiter verfolgt. Wenn der Kreisverband an eine eigene Kelterei denkt, so handelt er nur aus purer Not im Interesse des heimischen Obstbaues. Auf Grund der vorhandenen Bäume sei mit einem Anfall von 30 000 Ztr. Äpfeln für die Keltereien zu rechnen, wenn diese in der Lage sind, alles zu verarbeiten, so wäre dies nur gut. Er bestätigte, daß vor acht Jahren das Genossenschaftsproblem genau so weit war wie heute, wurde aber damals aus nachgenannten Gründen verworfen:
1. Die Angebote der Konservenfabrik Steinburg, des Keltereibetriebes Sparrer, Straubing.
2. Die schwierige Aussicht für die Aufbringung von genügend Genossenschaftsanteilen (damals wäre ein Eigenkapital von mindestens 50 000 – 60 000 DM erforderlich gewesen, heute müßten es weit mehr als 100 0000 DM sein)
3. Die schwierigen Verkehrsverhältnisse und die weite Streuung der Obstanbauer bereiteten einer zentralen Genossenschaft im Raume Steinburg-Mitterfels Schwierigkeiten. Statt dessen wurde der Ausbau kleinerer Betriebe, wie Windberg und Haibach in Angriff genommen.

Norbert Wurm ist dagegen
Der Geschäftsführer des örtl. Raiffeisenverbandes Windberg und Gründer der Keltereianlage Norbert Wurm antwortet mit einem glatten “Nein“. Er ist der Meinung, daß die vorhandenen Betriebe ausgebaut werden können. Beim Rundgang durch seinen Betrieb, den er 1950 gründete und der sich in den unteren Räumen des Raiffeisenlagerhauses Windberg befindet, sah man, daß es sich um eine halbautomatische Anlage handelt, zu der rund 200 qm gehören. Der Betrieb weist auch keinerlei räumliche Beschränkung auf, alles, von der Obstpresse angefangen, die täglich 120 Ztr. Verarbeiten kann, über den Klärbottich, Filterung und Abfüllmaschine ist praktisch angeordnet. Die Obstpresse selbst, so bestätigte Geschäftsführer Wurm, ist z. Z. nur halb ausgenützt und der Betrieb könnte ohne weiteres auf eine Kapazität von 8000 Ztr., ohne bauen zu müssen, vergrößert werden. Es fehlt lediglich eine Obstmühle und die nötigen Tanks, was zusammen ca. 15 000 DM kosten würde. Die Abnehmer des Obstsaftes der Kelterei Windberg sind zu 30 Prozent Private und 70 Prozent Geschäfte und Gastwirtschaften.

Planvoller Ausbau in Steinburg
Als einer der größten Obstverarbeitungsbetriebe des Kreises Bogen ist die Konservenfabrik Steinburg anzusehen, die seit über 20 Jahren genügend Erfahrung in der Obstverwertung besitzt. Es ist aber auch der erste Betrieb des Kreises, der sich mit der Kelterung von Kernobst befaßt. Als erfahrener Geschäftsmann ist Betriebsleiter Philipp ebenfalls gegen einen Neuaufbau. Seine Meinung ist es, erst die vorhandenen Betriebe auszubauen und zu vergrößern. Er vertritt den Standpunkt und kann hierbei sehr gute Gründe anführen, daß es besser ist, einen bestehenden Betrieb evtl. für den besonderen Zweck einer zusätzlichen Einlagerung von Apfelsaft durch Beschaffung entsprechender finanzieller Mittel zu günstigen Bedingungen zu unterstützen, als eine vollständige Neugründung auf genossenschaftlicher Basis, weil es volkswirtschaftlich unzweifelhaft vorteilhafter ist, die vorhandene Kapazität auszubauen und die vorhandenen langjährigen Erfahrungen zu nutzen, als ein Experiment zu unternehmen, das an verschiedenen Stellen (Kötzting) bereits fehlgeschlagen ist. Er ist ohne weiteres bereit, seinen Betrieb stufenweise zu vergrößern. Die Pläne der Betriebsleitung sehen wie folgt aus: 1959 Projektierung einer entsprechenden Anlage und Beschaffung der hierzu notwendigen Kredite. 1960 Aufbau eines entsprechenden Keltereibetriebes und Projektierung für eine Verarbeitungsmöglichkeit von insgesamt ca. 15 000 Ztr. Kernobst. 1961 Ergänzung der Lagerkapazität um weitere 100 000 Liter. 1962 Erweiterung der Einlagerungskapazität um weitere 10 000 – 150 000 Liter und weiterer Ausbau der Kelterei in maschineller Hinsicht. Daß sich der Betrieb in keine Preisbindung einläßt, wie man es von ihm verlangte, ist zu verstehen, denn Preise richten sich in der freien Marktwirtschaft immer nach Angebot und Nachfrage.

Eine zusätzliche Kelterei nicht erforderlich
Ein Familienbetrieb, der auf sein 10jähriges Bestehen zurückblicken kann, ist die Kelterei Dilger in Haibach. Von kleinsten Anfängen an, ohne jegliche günstige Darlehen oder staatliche Hilfe hat sich diese Kelterei mühevoll aufgebaut und dabei eine Kapazität bis 2000 Ztr. Erreicht. Bei der Besichtigung des Betriebes konnten wir feststellen, daß er maschinell sehr gut ausgerüstet ist (seine Einrichtung ist die von Kötzting). Was hier fehlt, ist der Raum. Jedes Zimmer des Hauses und der gesamte Keller bis zum letzten Zentimeter voll ausgenützt, ja sogar 90 m vom Betrieb weg wurde zusätzlich Lagerraum gepachtet, der ein rationelles Arbeiten erschwert. Fässer, in denen über 6000 Liter Obstsaft gelagert werden könnten, stehen in einer Scheune, weil einfach kein Platz zum Aufstellen vorhanden ist. Dilgers Einzugs- und Ausfuhrgebiet sind die Landkreise Bogen und Kötzting bis zur tschechischen Grenze. Auch er ist bestrebt, wie jeder andere Keltereibetrieb, sich weiter auszubauen, doch hängt dies von der Finanzierung ab. Seine Meinung ist, daß die vorhandenen Keltereien, wenn sie aufgestockt werden könnten, vollkommen ausreichen. Man sollte Mittel besorgen, dann könnte die Kapazität in seinem Betrieb ohne weiteres auf 8000 Ztr. Erhöht werden. Es würde dann bei weitem nicht soviel Kapital erforderlich sein, wie bei einem genossenschaftlichen Neuaufbau. Seit Jahren würde schon vom Fachverband vor Neugründungen von Keltereien gewarnt. Da der Absatz vom Endprodukt im Einklang mit der Herstellung stehen müsse.

Bodenständige Betriebe aufbauen
Bei seinem Antrittsbesuch im Landkreis Bogen befürwortete Reg.-Präsident Hopfner den Aus- und Anbau von bodenständigen Betrieben. Hier in unserer Reportage handelt es sich um drei solcher Grenzlandbetriebe, die bei weitem mehr leisten könnten, wenn das erforderliche Kapital vorhanden wäre. Seit Jahren dauert nun der Kampf um den Verbrauch des Kernobstes an. Seit Jahren wird von einer Grenzlandhilfe und anderen Hilfsprogrammen gesprochen. Wenn aber näher in die für die Wirtschaft so wichtigen bodenständigen Betriebe, wie hier in diesem Fall, hineingeleuchtet wird, so ist von einer derartigen Hilfe nichts zu spüren. Der Kreisverband für Obst- und Gartenbau sollte sich auch einmal näher mit den Preisen für Obstgetränke in den Gastwirtschaften befassen, di ein keinem Verhältnis zum Erzeugerpreis stehen (400 Prozent Verdienstspanne!). Wenn hier die Obstsäfte billiger verkauft würden, würde auch der Verbrauch ansteigen. Kein Mitglied und keine Hilfe verdient der Obstbauer, der „unser bayerisches Süßwasser“ trinkt und lieber seine Äpfel verfaulen läßt.
Quelle: Bogener Zeitung 19.03.1959


Nach Gottes hl. Willen verscheid gestern, abends 6 Uhr, unsere geliebte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter
Frau Luise Schneider
Rentnerin aus Groß-Wierau – zuletzt in Sollach

nach längerem Leiden und Empfang der hl. Sterbesakramente im 82. Lebensjahre.
Sollach, Geweisberg, Langenbach, Orum,
den 21. März 1959.
In tiefer Trauer:
Hedwig Hartwich, geb. Schneider
im Namen der tieftrauernden Kinder und übrige Verwandte.
Am Montag, den 23. März 1959, vormittags 9 Uhr Trauergottesdienst in der Pfarrkirche Hunderdorf mit anschließender Beerdigung.
Quelle: Bogener Zeitung 21.03.1959


Der „Wildschütz“ traf ins Schwarze
Hunderdorf.
Am Sonntag spielte der Trachtenverein am Nachmittag und am Abend das Volksstück „Der Wildschütz vom Königssee“. – Wie immer, wenn die Trachtler ein Theater aufführen, hatten sich zu beiden Vorstellungen viele Zuschauer eingefunden und spendeten den Darstellern, die sich die sich aus bewährten alten Kräften zusammensetzten, reichen Beifall. Die Einstudierung des Stückes hatte freundlicherweise OL Maier übernommen.
Quelle: Bogener Zeitung 24.03.1959


Hunderdorf. (Straße gesperrt) Die Straße Hofdorf – Sollach ist wegen ihres schlechten Zustandes ab sofort für Kraftfahrzeuge aller Art gesperrt.
Quelle: Bogener Zeitung 24.03.1959


Mit einem illegalen Wohnhausbau fing es an
Zehnjahresfeier der Gemeinnützigen Baugenossenschaft für den Landkreis Bogen wurde zu einem Fest mit Reminiszenzen
Von 1949 bis heute wurden 200 Wohnungseinheiten mit einem Gesamtwert von fast drei Millionen DM errichtet

Bogen. (Eig. Bericht) Als sich am Freitag abend im Gasthaus Sagstetter die jetzigen und ehemaligen Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder zusammen mit den Gründungsmitgliedern der Gemeinnützigen Baugenossenschaft für den Landkreis Bogen versammelten, galt es nicht, über Wohnungsvergaben oder Neubaupläne zu beschließen, sondern man wollte in einer besinnlichen Feierstunde die zehn vergangenen Jahre Revue passieren lassen, die seit der Gründung der Baugenossenschaft verflossen sind. Vielleicht lag diesem Gedanken auch ein sehr heilsamer Beweggrund zugrunde, denn es zeigte sich im Verlauf des Abends, daß auch die Geburtsstunde dieses heute so stolzen und ergabenen Werkes ausgefüllt war mit Sorgen, Kümmernissen und Wagnissen, die nur überwunden werden konnten von einem reinen Idealismus und von einer Gläubigkeit auf das Gelingen. Sie waren es auch, die im Verlauf der Jahre die Genossenschaft zu einer Schicksalsgemeinschaft zusammenschweißten, deren höchstes und einziges Ziel immer nur war und immer nur bleiben wird: „Dem Menschen dienen“
Landrat Hafner ließ nach kurzen Begrüßungsworten des Geschäftsführers Bernhard Oppel das Entstehen und den Werdegang der Genossenschaft gleichsam kaleidoskopartig nochmals am geistigen Auge der Anwesenden vorüberziehen. Die 2000 Elendswohnungen innerhalb des Landkreises Bogen standen 1948 an der Wiege der Genossenschaft Pate und in ca. 70 Versammlungen wurde in den Gemeinden des Kreises für die Genossenschaft geworben und zur Zeichnung von Anteilscheinen aufgerufen. Die Arbeit war nicht leicht; den Sturheit, Unverstand und oft auch böser Wille waren die Kräfte, die es dabei von Landrat Hafner und seinem unermüdlichen Trommler Alfons Holzner zu überwinden galt. Der 10. Januar 1949 war der Geburtstag der Genossenschaft und die erste Vorstandschaft setzte sich zusammen aus Landrat Hafner als Vorsitzender, Schreinermeister Alois Wutz und Fabrikant Fritz Zapf als weiteren Vorstandsmitgliedern. In den Aufsichtsrat wurden gewählt Gärtnereibesitzer Alfons Holzner (Vorsitzender), Kreisbaumeister Kraus, RA Dr. Homma, Elektromeister Müller, Schuhgeschäftsinhaber Jakob Katzendobler, Bürgermeister Albert Dietl – Mitterfels. Die Geschäftsführung und die Planfertigung wurden durch Kräfte des Landratsamtes kostenlos als Nebenarbeit besorgt, wie auch heute noch kein einziger Posten dotiert und alle Arbeit nebenamtlich und ehrenamtlich ohne die geringste Aufwandsentschädigung geleistet wird.
Theoretisch war nun das Ziel erreicht – praktisch aber konnte noch kein Haus gebaut werden; denn von den 232 Geschäftsanteilen, die ein Eigenkapital von 69 600 DM repäsentierten, waren bei der ersten Generalversammlung ganze 3500 DM einbezahlt. Ausgehend von der Tatsache, daß ein gutes Beispiel Schule macht, trat man trotzdem an den ersten Wohnungsbau heran. Das Grundstück hierfür wurde durch längere Verhandlungen von der Pfarrpfründestiftung Bogenberg in der Deggendorfer Straße im Erbbaurecht zur Verfügung gestellt. Kreisbaumeister Kraus wurde beauftragt, den Plan zu entwerfen und das Grundfest wurde durch Angehörige des Landratsamtes während der Nachmittagsstunden ausgehoben. Zwar trug diese Maßnahme dem Amt und dem Landrat einen Verweis durch übergeordnete Stellen ein, aber es war damals die einzige Möglichkeit, mit dem Bau überhaupt beginnen zu können. – Schlimmer als der Verweis war aber die unverständliche Haltung all jener, für die hier gearbeitet wurde. Diese standen mit den Händen in den Taschen dabei, hatten für die anderen nichts übrig als Hohn- und Spottreden, und prophezeiten der Baugenossenschaft einen Untergang mit Glanz und Gloria. So wurde das erste Haus im Jahre 1949 gewissermaßen illegal erbaut, denn all die Zuschüsse, die später für diesen Bau genehmigt wurden, waren damals noch in der Schwebe, und wären niemals gegeben worden, hätte man höheren Orts gewußt, daß der Bau, für den die Zuschüsse bestimmt sein sollten, nicht erst geplant, sondern durch die Opferwilligkeit und den Idealismus Einzelner bereits fertiggestellt war. – Und mit dem Bauen kam dann auch tatsächlich der Appetit nach Wohnungen und es trat ein grundlegender Wandel in der Haltung gegenüber der Baugenossenschaft ein. Dieser Wandel wird am besten illustriert durch folgende Erfolgsliste:
1949: vier Wohneinheiten in der Deggendorfer Stra0e mit 35 000 DM Kosten; 1950: 20 WE in Bogen-West, Herzog-Ludwig-Straße, mit 225 500 DM, und 14 WE ebenda mit 139 500 DM; 1951: 14 WE ebenda mit 144 700 DM; 14 WE ebenda mit 162 400 DM; 7 WE in Mitterfels mit 71 700 DM; 1952: 7 WE in Mitterfels mit 86 600 DM; 48 WE In Hunderdorf mit 412 900 DM; 4954; 24 WE in Hunderdorf mit 282 800 DM; 1955: 6 WE in Bogen-Süd, Stifter-Straße, mit 74 400 DM; 4 WE in St. Englmar mit 74 100 DM; 4 WE in Mitterfels mit 62 000 DM; 1956: 10 WE (Eigenheime) in Hunderdorf mit 226 000 DM; 1958 24 WE (Bundeswehrwohnungen) in Bogen auf dem Eichelberg mit 774 000 DM.
In 83 Sitzungen und sieben Generalversammlungen wurden, wie Landrat Hafner abschließend bekanntgab, alle Schwierigkeiten gemeistert. Von 718 Anteilen vertreten die Mitglieder 159 (53 300 DM), die Förderer 519 Anteile (187 500 DM); darunter der Landkreis mit 357 Anteilen (107 100 DM), die Kreissparkasse 67 Anteile (20 100 DM); die Stadt Bogen 37 Anteile, Privatpersonen 95 Anteile. Darüber hinaus hat der Landkreis ein zinsloses Darlehen in Höhe von 96 000 DM zur Verfügung gestellt, so daß also der Landkreis über 80 Prozent an Eigenkapital aufgebracht hat. Die gebauten Wohnungen repräsentieren einen Gesamtwert von 2 768 600 Deutsche Mark.
Reicher Beifall belohnte die Ausführungen des Landrats Hafner, der sich noch steigerte, als er die Ernennung des Geschäftsführers Bernhard Oppel zum Direktor der Baugenossenschaft bekanntgab. (Es ist dies zwar ein Titel ohne Mittel, aber ein Zeichen der Anerkennung für die jahrelang geleistete uneigennützige Arbeit.) Landrat Hafner beendete seine Festrede mit einem kurzen Gedenken für den vor drei Jahren verstorbenen Geschäftsführer Hubrich.
RA Dr. Homma machte sich zum Sprecher der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder und stattete dem „Motor der Baugenossenschaft“, wie er Landrat Hafner nannte, den herzlichsten Dank ab. – Oberprüfer Grolewski vom Verband Bayerischer Wohnungsunternehmen München überbrachte die Glückwünsche des Verbandes, wobei er den hohen sittlichen Ernst der Bogener Genossenschaft hervorhob und dabei betonte, daß sein Besuch im besonderen Maße den Bogener Idealisten gelte. Er durfte im Auftrag des Verbandes künstlerisch ausgeführte Diplome überreichen an die Gründer Landrat Hafner, Alois Wutz, Dr. Homma, Jakob Katzendobler, und als Anerkennung im gesamten an die Gemeinnützige Baugenossenschaft selbst. Die Reihe der Gratulanten eröffnete Bürgermeister Neueder – Bogen, der versprach, daß die Stadt Bogen auch in Zukunft treu zur Genossenschaft stehen werde. Jakob Katzendobler gab in humoristischer Form Reminiszenzen aus der Gründungszeit zum besten und in seinem Schlußwort gedachte Landrat Hafner mit dankbaren Worten der Mitarbeit der Heimatzeitung gerade in jener Zeit, als die Genossenschaft aus der Taufe gehoben wurde. Ohne ihre aufklärende und in vielem bahnbrechende Arbeit, ohne ihre immerwährende Unterstützung wäre das Werk niemals gelungen, betonte Landrat Hafner.
Das „Weißt du noch?“ bildete im ungezwungenen Austausch der Erinnerungen den Abschluß der Zehnjahresfeier.
Quelle: Bogener Zeitung 24.03.1959


Zwei Schulhausveteranen wurden abgelöst
Ein Kindergarten und die Gemeindekanzlei werden in den alten Schulhäusern untergebracht

Hunderdorf. Mit dem Neubau eines Schulhauses hat die Gemeinde nicht nur die unzulänglichen Verhältnisse beseitigt und für den Schulunterricht vorbildliche Bedingungen geschaffen; sie hat nunmehr auch mit den beiden alten Schulhäusern Planungen durchführen können, die ebenfalls seit Jahren auf eine Lösung warteten.
Das untere Schulhaus, das früher zur Hälfte der Pfarrgemeinde gehörte, konnte nun nach eingehender Aussprache mit den beteiligten Gemeinden Hunderdorf und Oberalteich, die mit einem Beitrag abgefunden werden sollen, an die Pfarrei gegeben werden. Mit der ihm eigenen Tatkraft hat H. H. Geistlicher rat Kiermaier bereits durch Architekt J. Hirsch die Pläne für einen Umbau des Schulhauses zu einem Kindergarten ausarbeiten lassen. Die Abbrucharbeiten im Inneren haben begonnen. Spätestens bis 1. Juni soll der Umbau beendet sein und ca. 60 Kinder aufnehmen, die zum Aufenthalt im Kindergarten gemeldet wurden. Für einen Monatsbeitrag von 6 DM können die Kinder ganztägig dort untergebracht werden. Der Betrag konnte so niedrig gehalten werden, da H. H. Kiermaier für die Aufsicht Ordensschwestern verpflichten konnte. Im Erdgeschoß befinden sich die Aufenthaltsräume für die Kinder, sowie die Küche und ein Raum für die Schwestern. Im 1. Stockwerk wird die Wohnung für den Schulleiter, sowie die Wohnung für die Schwes tern untergebracht. Auch das ober Schulhaus wird derzeit umgebaut. Der nach Norden gelegene Schulraum wird als Sitzungsraum Verwendung finden, und das nach Süden gelegene Klassenzimmer ist mit Mauern unterteilt worden und weist nunmehr einen Raum für den Bürgermeister, für den Gemeindekassier, die Kanzlei und einen Abstellraum auf. Die Arbeiten sind schon beinahe beendet, und man kann wohl rechnen, daß im Laufe des nächsten Monats hier eingezogen werden kann. Zugleich läßt die Gemeinde Ausbesserungen an den Außenwänden vornehmen, damit auch das äußere Aussehen eine wesentliche Verbesserung erfährt.
Nur wenigen wird bekannt sein, daß mit diesen beiden alten Schulhäusern nun das dritte Schulhaus in den Ruhestand getreten ist bzw. zweckentfremdet wurde. Leider existiert weder eine Orts- noch eine Schulchronik aus jener Zeit, da in Hunderdorf das erste Schulhaus gebaut oder ein solches benützt wurde. Sicher kann jedoch angenommen werden, daß um 1803, al s nach der Säkularisation Hunderdorf ein selbständiges Pfarramt bekam, hier bereits ein Schulhaus bestand. Als nämlich 1856 das untere Schulhaus gebaut wurde, verkaufte man ein Schulhaus nach Apoig, das noch aus Holz gebaut war und zugleich als Mesnerwohnung diente. Dieses erste Schulhaus ist heute noch auf dem Erdgeschoß des Anwesens Amann als 1. Stock zu sehen, und es wird auch noch bewohnt. Die beiden Klassenzimmer, die das untere Schulhaus besaß und die an die Stelle des einklassigen Holzbaues getreten waren, erwiesen sich aber bald als zu klein und schon im Jahre 1878 wurde ein neues Schulhaus gebaut, das jedoch ursprünglich nur einen Klassenraum aufwies. Von dem Erbauer, dem damaligen Bürgermeister oder Schulleiter besitzen wir allerdings keine Kunde. Erst im Jahre1932 begann der damalige Schulleiter und jetzige Hauptlehrer a. D. Deinböck mit der Führung einer Schulchronik und aus dieser geht hervor, daß 1933 das obere Schulhaus eine Erweiterung nach Norden um ein Klassenzimmer erfuhr. Das Kriegsende brachte durch den großen Zuzug von Heimatvertriebenen wieder eine unvorhergesehene Notlage für die Schule. Zeitweise mußten 350 und mehr Kinder in den vier Klassenzimmern untergebracht und bis zu 100 Kinder in einer Klasse unterrichtet werden. Aus dieser Zeit stammten auch die ersten Verhandlungen der Gemeinde um den Ausbau der Schulhäuser bzw. einen Neubau.
Mit dem Neubau sind nun die beiden 103- bzw. 81jährigen Schulhausveteranen vom Schuldienst befreit worden. Schon aber warten auf sie, wie auf alle Pensionisten und Ruheständler, neue Aufgaben.
Quelle: Bogener Zeitung 25.03.1959


Hunderdorf. (Schulkinder sparen fleißig) Die letzte Entleerung der Sparbüchsen brachte bei 136 sparenden Schulkindern den Betrag von 1517 DM. Ein Vergleich mit dem Sparergebnis des Vorjahres, bei dem 96 Kinder 1050 DM sparten, zeigt eine wesentliche Zunahme der Spareinlagen und Vermehrung der Sparer.
Quelle: Bogener Zeitung 31.03.1959


Windbergs älteste Gemeindebürgerin zu Grabe getragen
Windberg.
Am Ostersonntag versammelte sich eine sehr große Trauergemeinde, um der ältesten Gemeindebürgerin, Frau Rosina Häusler von Irenzfelden, das letzte Geleit zu geben. Die Verstorbene, die schon seit mehreren Jahren krank und bettlägerig war, stad im 87. Lebensjahr. Herr Pfarrer Andr. Ach widmete der Verstorbenen einen ehrenden Nachruf und der Kirchenchor sang ein Abschiedslied.    (wz)
Quelle: Bogener Zeitung 31.03.1959


Am Ostersonntag, 29. März 1959, abends 9 Uhr verschied schnell und unerwartet meine liebe Gattin, unsere treusorgenden Mama, unsere liebe Oma und Schwiegermutter
Frau Anna Anleitner
Schuhmachersmeistersgattin von Hofdorf

im Alter von 56 Jahren, in folge Schlaganfalles nach Empfang der hl. Sterbesakramente.
Hofdorf, Hunderdorf, Degernbach, Grafenwiesen, Lichtenegg, Kötzing, Hallbergmoos, Gneißen, 30. März 1959
In tiefer Trauer:
Xaver Anleitner, Gatte
Anni, Fanny, Rosa, Töchter
Xaver und Josef, Söhne
Schwiegertöchter, Enkelkinder
und Verwandte
Am Mittwoch, 1. April 1959, vorm. 9 Uhr Trauergottesdienst in der Pfarrkirche Hunderdorf, anschließend Beerdigung.
Quelle: Bogener Zeitung 31.03.1959


Geschäftsübergabe
Ich teile meiner verehrten Kundschaft mit, daß ich mein
Lebensmittel- und Feinkostgeschäft in Hunderdorf
ab 1. April 1959 an
Herrn Franz Stahl
übergebe.
Für das mir entgegenbrachte Vertrauen möchte ich mich auf diesem Wege recht herzlich bedanken und bitte Sie, meinem Nachfolger auch diese Treue zu erweisen.
Wilhelm Schroll, Kaufmann
Quelle: Bogener Zeitung 31.03.1959

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