1928 Hofgeschichten der ehemaligen Hofmark Pfelling

 

1928 Hofgeschichten der ehemaligen Hofmark Pfelling

Das Kirchenhäusl

Geschichte des Mesner und Schulhauses der ehemaligen Hofmark Pfelling.

Geschichte des Urmaierhofes in Pfelling a/D. Hausnummer 1. Der Oberhof genannt. Das Schlossgepäu der ehemaligen Hofmark.

Geschichte des sogenannten Mitterhofes (Iglbergerhofes ) der ehemaligen Hofmark Pfelling Hausnummer 5 u. 7  

Geschichte der Hoftaferne in Pfelling a. / D. Hausnummer 9.

Geschichte der Taferne der ehemaligen Hofmark Pfelling a / D. Hausnummer 9. Das Wirtshaus. Zweiter Teil: Familiengeschichte.

Geschichte von Hausnummer 10 in Pfelling. Früher Siebauernhof genannt.

Geschichte des Urfahrs und der dazugehörigen Sölde in der ehemaligen Hofmark Pfelling Hausnummer 11.

Geschichte der Hausnummer 12. Das Krämeranwesen in Pfelling. Früher Nebengut zur Ufersölde Hsnr. 11  

Geschichte von Hausnummer 13 der ehemaligen Hofmark Pfelling a/ D. Der Petzendorferhof.

Geschichte des Schusterhauses Hausnummer 14 in der ehemaligen Hofmark Pfelling.

Geschichte des Hüterhäuschens in der ehemaligen Hofmark Pfelling Nr. 15.

Geschichte der Sölde Hsnr. 16 der ehemal. Hofmark Pfelling.

Geschichte von Hausnummer 17 in Pfelling.

Geschichte von Hausnummer 18 der ehemaligen Hofmark Pfelling.

Geschichte des Weberhäusels, die eingegangene Hausnr. 19 in der ehemaligen Hofmark Pfelling a/D.

Geschichte des Schneiderhäuschens in der ehemaligen Hofmark Pfelling Hausnummer 20.

Geschichte der Dorfschmiede der ehemaligen Hofmark Pfelling a/ D.

Die Geschichte von Hausnummer 22 in Pfelling, jetzt eingegangen. Der sogenannte ehemalige Bachbauernhof.

Geschichte der Fischersölde der ehemaligen Hofmark Pfelling. Seit 1290 grundbar zum Kloster Gotteszell.

Geschichte der ehemaligen Streisslsölde Hausnummer 24 in Pfelling.

Geschichte der Kirchensölde in Pfelling Hausnummer 25.

Geschichte von Hausnummer 23, der ehemaligen Hofmark Pfelling, genannt das eineinhalbe Bachbauerngut, Nebensölde zum Steghof in Pfelling.

Geschichte des sogenannten Steghofes, des Unteren Maierhofes der ehemaligen Hofmark Pfelling a/D. Hsnr. 27.

Geschichte der Mühle zu Pfelling Hausnummer 27 1/3, zum Stegbauernhof gehörig.

Geschichte des Petzendorferhofes in Entau.

Tabellen und Links 

Die Gemeinde Pfelling entgegen in puncto dem vor Gotteshaus wegen leibrechtsweise angelassenen Häusls, so Ende anno 1719.

Bayer. Staatsarchiv 97 e. 584.176 Seite 17

 

Das Kirchenhäusl

Das Mesnerhaus zu Pfelling ist vor etlichen Jahren näher zum Gotteshause ja wegen der Rauheit des Ortes bis an die Friedhofmauer gesetzt worden. Man hat dem alten Jakob Laschinger bewilligt‚ Zeit seines Lebens auf dem abgebrochenen Mesnerhaus eine schlechte Wohnung zu errichten‚ daß nach seinem Absterben diese Wohnung völlig abgetan sein sollte. Gleichwohl hat der alte L. trotzdem die Gemeinde an den damaligen Pflegskommissar von Schwarzach protestiert auf Leib um 240 fl. verkauft.

1. Man sollte die ledigen Leute nicht mehr anheiraten lassen. Beim Häusl ist nicht ein Nagel breit Grund und Anbau vorhanden. Mithin könnte der junge Laschinger mit Weib und Kind der Gemeinde in Verpflegung kommen, um so mehr als derselbe kein Jahr hindurch an ein und demselben Ort im Dienste bleibt.

2.Der alte Mesner hat zwar versprochen er will gutstehen, daß der Gemeinde eine Beschwerde nicht entstehe, aber der Mesner steht selbst in großer Not als er ja ad nutum von seinem Dienste entfernt werden kann. Er hat sich unterstanden eigenmächtig einen Stadel anzubauen und das Getreide auszudreschen an dem Platze‚ worunter die Verstorbenen begraben liegen.

Es ergeht an die kurfürstliche Regierung das Ansuchen, daß der Verkauf kassiert wird. Das Gericht Schwarzach soll angehalten werden‚ den jungen Laschinger nicht aufziehen zulassen.
Unterthänigst, gehorsambst!
Thomas Streißl‚ Max Siepauer und die gesamte Dorfgemeinde.
16. Februar 1719.

Antwort des Gerichtes Schwarzach.

Obbemeldeter Leonhard Laschinger hat sich bei mir um den Heiratsconsens gebührend angemeldet. Er hat mit der Gemeinde verhandelt und gütlich und mündlich vorgetragen‚ um den Laschinger als einen allerwegs bonä notä et famae erfundenen ledigen Bauerssohn den obrigkeitlichen Heiratsconsens zu erteilen und den Verkauf des Häusl leibrechtsweise zuzu lassen. Nun soll man allerdings nach den gnädigen Generalieh nicht zusammenheiraten lassen außer sie bringen 50 fl. Wert zusammen, woran er sich strikt zu halten pflege. Soll es ceteris paribus genügen‚ wenn sich derlei Personen häusig machen und mit ihrer Handarbeit sich nähren.

Da nun dies bei Laschinger der Fall ist, der Herr Pfarrer von Pfelling braucht stetig einen Tagwerker und Drescher. Er hat im Pfarrhof seine tägliche Arbeit. Er ist zugleich Mesner und wird der Laschinger nicht der Gemeinde zur Last fallen. Laschinger hat auf Handgelübde versprochen, wenn der Fall eintrete soll man ihn auf einen Karren schmieden und aus dem Lande hinaus führen.

3. Der Laschinger hat einen alten blinden Vater, welchem die Gemeinde lange Zeit hindurch keinen Bissen Brod geschweige denn ein Mehr gereicht und so muß der arme Tropf krepieren und Hungers dahin sterben. Es könnte der Sohn ihn zu sich nehmen und ihn warten. Bisher hat die Schwester des Laschinger es getan.

4.Das Häusl ist ihm zu kaufen gegeben worden, weil es für das Gotteshaus unütz und wegen der Nähe der Donau hat das Häusl mit beschwerlichen Unkosten erhalten werden müssen. Weshalb das Mesnerhaus und der Stadel weiterhin an den Friedhof hat angesetzt werden müssen, weil außen kein Hand breit Grund her gegeben und abgelassen worden ist.

Das alles habe ich den Pfellingern vorgestellt, so daß keiner eine Einwendung zu machen gewußt. Darum wurde Heiratsbewilligung und Verkaufsbewilligung vom Gerichte Schwarzach erteilt. Die Pfellinger sagen: Nolumus. –

Während seiner kurzen Amtsführung habe er die Erfahrung gemacht, daß das Bistum Regensburg mit der Copulation lange nicht so strenge verfährt. Es solle die weltliche Obrigkeit auch nicht so strenge verfahren.
Schwarzach den 7. März 1719.
Johann Val. Anton Vormayr Pflegrichte

Neue Beschwerde der Gemeinde.

Der Laschinger hat ans Häusl ein Kämmerlein gehängt und angebaut wodurch für das Gotteshaus die äußerste Feuersgefahr entsteht. Das Gericht Schwarzach hat ungehindert unserer Protestation das Lebenshäusl verkauft, wo doch wohl eine Frage ist, ob der Herr Prälat zu Gotteszell, wohin fast die ganze Dorfgemeinde grundbar, präteriert werden kann, welcher glaublich wider die Einlassung des Läschinger in allhiesige Dorfgemeinde erhaltener Wissenschaft zu protestieren auch nehmen wird. Wir können diesen Laschinger nicht gedulden in unserer Gemeinde als er 4 fl. Hopfen verkauft, obwohl er keine Stange besitzt. Wir bitten Eure führstlichen Gnaden eine Fiscalresolutionsabschrift zukommen zu lassen.
Die unterthänigst‚ gehorsamste Dorfgemeinde.
zu Pfelling, den 17. März 1719 –

Leonhard Laschinger scheint tatsächlich aus Pfelling wieder abgezogen zu sein. Es findet sich in der Matrikel kein Eintrag über dessen Verheiratung.

Die Familie Läschinger.

Jakob Läschinger des Thomas und der Barbara von Kohlbesen Pfarrei Perasdorf heiratete 4. 2. 1675 Agatha des Michael Haibacher Mesners von Pfelling. Zeugen: Andreas Miller, Jakob Steißl. Batholomä Petzendorfer und Jakob Heigl.

In Pfelling geborne Kinder:
1. Georg 21. 2.1677.
2. Magdalena 21.7.1682.
Der von den Pfellingern ausgewiesene Sohn Leonhard, sowie ein weiterer mit Namen Godhart kommen in der Taufmatrikel von Pfelling nicht vor. Der alte Jakob Läschinger scheint eine Zeitlang an anderem Orte sich als Taglöhner aufgehalten haben. Derselbe starb 12.7.1719 als Witwer in Pfelling 80 Jahre alt. Das Häuschen auf der Schanz scheint sein Sohn Gotthard erhalten zu haben. Dieser verheiratete sich 16.2.1719 mit der Taglöhnerstochter Elisabet Allmer von Schambach. Zeugen: Johann Millbauer Mesner, Andreas Pogner Bauer in Pfelling, Michael Gritsch Bauer von Schambach und Michael Allmer Zimmermann von dort. Elisabet Läschinger Taglöhnerin in Entau gest. 27.4.1722. Der Witwer Gotthard Läschinger verheiratete sich 18.1.1723 mit Elisabeth Bar von Hofweinzier. Zeugen Johann Millbauer Schullehrer in Pfelling, Andreas Pogner von dort, Martin Weigl Fleischer von Windberg, Vitus Carl Schuster von Hofweinzier.

Kind : Katharina 30.9.1723. +Patin: Katharina Stocker Bäurin von Waltersdorf. Die zweite Ehefrau des Taglöhers Läschinger starb 16.10.1723? 38 Jahr alt. Zum drittenmale verheiratete sich Gotthard Läschinger 6.2.1724 mit Eva Reithmayr von Unterwinkling. Zeugen Johann Millbauer Schullehrer, Mathias Allmer Schuster Georg Siebauer Bauer von Aidterndorf und Thomas Stadler Bauer von Unterwinkling.

Kinder:
1. Thomas 21.12.1724‚ Pate: Wolfgang Stocker Bauer von Waltersdorf.
2.Andreas Joachim 29.11.1726 Pate: Jakob Plötz Schneider von Winkling. P. Cölestin. Godehard Läschinger starb als Häusler und Taglöhner in Pfelling 4.8.1731 50 Jahre alt.

Die Witwe Eva Läschinger starb 23.12.1741, versehen 45 Jahre alt.

In das alte Mesnerhäuschen scheint dann ein gewisser Mathias Läschinger vermutlich mit dem alten Jakob Läschinger verwandt eingezogen zu sein. Dieser verheiratete sich mit der ledigen Taglöhnerstochter Maria Pomeder von Entau. Mathias Läschinger war der Sohn der Häuslerseheleute des 3 Sebastian und der Barbara von Welchenberg. Zeugen: Gregor Zellner Zimmermann und Bartholomä Läschinger von Welchenberg. Georg Fältl Bachbauer und Josef Zellner von Pfelling. Kinder :1. Johann Thomas 13.12.1744. Pate: Georg Liebl Häusler am Esper u. Beda Ziegler. 2. Jakob 17.7.1746. Pate und Priester wie vor. 3. Maria 3.10. 1748. +Patin: Maria Lieblin von Espen. P. Cajetan. 4. Maria 30.4.1750. Wie vor. 5. Barbara 27.11.1751. P. Dominicus. 6. Johann Georg 13.4.1753 P. Godhard. 7. Magdalena 17.7.1756 + P. Godehard. 8. Walburga 2.2.1757 + – Getauft von P—Albert Crocius Cooperator in Welchenberg

Maria Läschinger Inwohnerin in Pfelling +9.4.1766 –

Mathias Läschinger Inwohner in Pfelling +19.9.1776.

Maria Läschinger ledig + versehen 20.2.1801.

Laut Mitteilung der Kirchendeputation Straubing vom 15. May 1771 war genehmigt worden, daß das Kirchenhäusl auf der Schanz dem Totengräber Johann Kayser und Fahnenträger von Pfelling auf Leibrecht gegen bare Bezahlung von 15 fl. überlassen werde. Jedoch hat selber solches Häusl in den wohnbaren Stand herzustellen und solchergestalt bäulich zu unterhalten.

Johann Kayser starb 28. 7. 1782‚ versehen; 78 Jahre alt. Dessen Ehefrau Afra Häuslerswitwe am 15. 2 .1783.versehen nach mehrmonatlicher Krankheit an Wassersucht ungefähr 72 Jahre alt.

Ein 9jähriger Knabe des Johann und der Afra Kayser ist 22.2.1760 gestorben in Pfelling aber nicht getauft. Er hieß Georg. Ein lediger Johann Kayser, ist 2.6.1767 gestorben, in Pfelling.

Das Kirchenhäusl wurde nunmehr mit Bewilligung des kurfürstlichen Pflegegerichtes Schwarzach vom 11.12.1782 dem Josef Loibl auf Leib gen Bezahlung von 13 Gulden überlassen. Dieser Sohn des Mathias Loibl und der Barbara, geb. Hofer v. Hörabach, letztere von Liepoldung heiratete 29.11.1778 die Taglöhnerstochter Walburga Dollinger von Pfelling des Mathias und der Elisabet Dollinger, beide verstorben. Zeugen: Josef Iglberger und Georg Artmann Förg.
Kinder: 1. Caspar 4.1.1779 + Pate Wolfgang Hilmer Söldner von Anning – Pfarrer Stefan Pflanzelt.
Walburga Loibl Taglöhnerin von Pfelling starb 4.4.1805, 66 Jahre alt. Der alte lungensüchtige Witwer Josef trat nochmals an den Traualtar mit der verwitweten Walburga Schreiner geborne Maushammer Taglöhnerstochter von Pfelling am 19.5.1806. Zeugen: Johann Mändl Lehrer und Mesner und Michael Sagstetter Bauer von Pfelling. Er starb aber schon 14.6.1806 an Lungensucht 62 Jahre 7 Monate alt. Er wohnte als Taglöhner in Hausnummer 331 das alte Fischerhäusl.

Das Kirchenhäusl erhielt Franz Holler geboren 9.6.1770 in Pfelling als außereheliches Kind des ledigen Johann Holler von Löchel Pfarrei Neuhausen und der ledigen Walburga Doblinger. Taglöhner in Pfelling im Fischerhäusl wohnbar.

Derselbe heiratete 14.5.1804 die ledige Magdalena Wirth geb.1777 zu Allersdorf des Adreas Würth und der Maria Sinhärl, Taglöhnerseheleute von Hofweinzier. Zeugen: Peter Iglberger und Michael Sagstetter Bauern von Pfelling. Getraut von Pfarrer Josef Demml.

Franz Holler ward Totengräber.
Kinder:
1. Anna 10.07.1804 Pate: Benno Groll Bauer auf dem Hiendlhofe.
2. Josef 18.3.1806 + Pate: Georg Mayr Halbbauer von Anning
3. Jakob 20.7 1807 Pate: Andreas Mayr Bauer von Lohhof. Jakob Holler starb 27. 6 1843 an Durchfall, ledigen Standes, 36 Jahre alt.
4. Josef 1.4.1809 + Pate wie vor.
5. Georg 22.5.1811 Pate: Georg Mayr bezw. Anna Mayr Halbbauer von Anning.
6. Walburga 25.2.1810 + Patin: Anna Mayrin Halbbäurin von Anning.
7. Wolfgang 23.10. 1814 + Pate wie vor.
8. Michael 18.9.1812 + Pate wie vor.
9. Franz 9.9.1813. + Pate wie vor.
10. Katharina 27.4. 1816 + Pate wie vor.
11. Anna Maria 12.2.1818 Pate wie vor.
12. Thers 12.5.1819 + Pate wie vor.

… starb 5.11.1820 an Schlaganfall 41 Jahre alt Pfarrer Joh. Ev. Inkofer.

Der Witwer Franz Holler verheiratete sich wieder um 28.1.1821 mit der ledigen Katharina Karl geb. 11.1.1779 zu Anning als des Kaspar und der Katharina ?aier Schusterseheleute von Anning. Zeugen: Georg Mayr Bauer von Anning und Johann Mändl Schullehrer. Pfarrer Joh. Inkofer.

Kind: Ursula 12.1.1822. Patin: Magdalena Karl ledige Inwohnerstochter von Lohhof. Pfarrer: Math. Kroiß.

Franz Holler Totengräber starb 28.3.1842 an Altersschwäche versehen‚ 72 Jahre alt. Pfarrer Georg Lang.

Katharina Holler verwitwete Häuslerin an Wassersucht 10.4.1855,versehen 77 Jahre alt. Pfarrer Leonhart Siegert.

Ursula Holler heiratete 24.2.1846 Johann Ev. Schleinkofer ledigen Binderssohn von Weingarten‚ Landgerichts Mitterfels geb. 20.11.1811 zu Weingarten, des Johann Schleinkofer und der Anna geb. Engelmaier. Zeugen Johann Schleinkofer und Josef Bärtl. Pfarrer: Georg Lang.

Kinder:
1. Maria 20.2.1847 Patin: Maria Stegmaier Müllerin von Pfelling. Pfarrer: Georg Lang.
2. Josef 9.9.1848 + Pate: Josef Stegmaier, Müller von Pfelling. Pfarrer Georg Lang.
3. Anna Maria 13.11.1849 Patin: Anna Maria Preiß Bäuerin von Pfelling. Pfarrer L. Siegert.
4. Katharina. 2.10.1854 Patin: Katharina Niedermaier, Gärtnerin von Weingarten. Pfarrer L. Siegert.
Ursula Schleinkofer geb. Holler starb 8.10.1855 an Auszehrung‚ versehen. Pfarrer L. Siegert. 33 Jahre alt.
Der Witwer Johann Schleinkofer Häusler verheiratete sich wiederum 8.1 1856 mit Jungfrau Theres Zöllner geb. 30.11.1828 zu Apoig des + Sebastian Zellner und der Katharina Primbs. Zeugen: Peter Schreiber Förg von Pfelling und Georg Senft Taglöhner von Bogen. Pfarrer L. Siegert.

Schleinkofer Johann hatte 28.November 1851 den Bauplatz vom Totengräberhäusl als Schulgarten der Gemeinde geschenkt und es scheint dann das schlechte und ruinose Mesnerhäuschen niedergerissen worden zu sein. Weitere Einträge über die Familie Schleinkofer enhält die Matrikel nicht. Er scheint von Pfelling fort gezogen zu sein.

 

Geschichte des Mesner und Schulhauses der ehemaligen Hofmark Pfelling.

Verfaßt von Pfarrer Simon Straßer von Pfelling 1925.

Wohl schon seit der Erhebung des Sct. Margaretengotteshauses zu Pfelling zur Pfarrkirche 1148, sicher aber seit 1239, da eigene Weltpriester vom Kloster Niederaltaich auf die Pfarrei präsentiert worden waren‚ war auch ein eigener Mesner angestellt. Das kleine Häuschen desselben stand an der westlichen Friedhofecke an der alten Dorfstrasse, die unmittelbar am Ufer der Donau nach dem Steinberge und über das hölzerne Brücklein durch die Donauwiesen nach Bogen führte. Das Häuschen war also bei jedem Hochwasser der Überschwemmung ausgesetzt. Um das Jahr 1719 wurde es wegen Baufälligkeit ganz aufgelassen und der alte Geiger Läschinger hatte sich auf dem Platze eine elende Hütte aufgerichtet, um welche sich zwischen der Gemeinde und dem Scharzacher Gerichte ein Prozess entspann.

Das neue Mesnerhäuschen wurde nun auf der sogenannten Schanz unmittelbar an die unmittelbar an die Kirchhofmauer gesetzt. Es stand auf dem Platze des jetzigen Schulgartens. 1750 wurde ein Stock aufgesetzt als Wohnung für den Herrn Pater Benedikt, der von Bogenberg aus die Pfarrei zu versehen hatte und im Mesnerhause sein Quartier hatte. Das Mesner und Schulhaus war aber um 1800 in einem so schlechten baulichen Zustande, daß es mit Lebensgefahr verbunden war, dasselbe zu betreten. Siehe Bericht des Distriktsschulinspektors Pfarrer Stichauner von Schwarzach vom 16 .4.1805.

1814 wurde von der Gemeinde und Kirchenstiftung ein neues Schul und Mesnerhaus auf der Schanz an der Südostseite der Friedhofmauer mit einem Kostenaufwande von crc. 890 fl. erbaut, das aber nur notdürftig fertiggestellt war.

1851 wurden an diesem Schul- und Mesnerhause Reparaturen und Erweiterungen vorgenommen. Es stand damit der Westfront im Friedhofe. 1876 wurde es abgebrochen und das jetzige Schulhaus nicht ohne großen Widerspruch von Seite der sehr halsstarrigen Bauernschaft mit einen Kostenaufwande von 10 000 fl. erbaut. Das alte Mesnerhaus diente seit 1812 als Wohnung für den Totengräber, dem es von der Kirche leibrechtlich verkauft worden war.

Es scheint endlich zusammengefallen zu sein. Der Bauplatz wurde vom Totengräber Johann Schleinkofer 1851 der Schulgemeinde Pfelling zum Zwecke für einen Schulgarten geschenkt.

Mesner beziehungsweise Schullehrer in Pfelling.

1. Georg und Anna Danzer, Mesnerseheleute von Pfelling.
Sohn Georg Markus geb. 23.4.1643 heiratete 1670 Eva Reißzang. Ist Hirte in Pfelling.
Georg Danzer starb 5.11.1647. Dessen Ehefrau Anna 13.4 1674 – P. Virgil Ainhorn.
2. Michael und Margareta Haibacher. Michael Haidenpacher der neue Mesner entsprach in seinem Benehmen durchaus nicht den Wünschen des Pfarrers Vitus Sayn von Oberwinkling der 1948-1651 die von den Benediktinern von Oberaltaich während der neu entstandenen Kriegswirren im Stiche gelassene Pfarrei Pfelling verweste. Derselbe beklagt sich im Schreiben an das Ordinariat Regensburg vom 14. März1651, worin er um Enthebung von der Pfarrei Pfelling bittet, über den neuen Pfarrmesner: Zum fünften hat die weltliche Obrigkeit des Dorfes Pfelling neulich eigener Gewalts einen Mesner meiner ungehört und unbefragt, ob er mir annehmlich und tauglich dahin an und aufgenommen, welcher mich vor seinem An- und Aufzuge mit eigen Worten darum zu ersuchen und zu begrüßen, nicht gewürdigt. Daheromich derselbe auch in Kirchensachen für seinen vorgesetzten Herrn nicht aufnehme, weniger mir den schuldigen Gehorsam leisten sondern letzlich gar den Meister mit mir spielen würde. Wohl aber solches Attentatum der geistlichen Immunität erwidert darob ich hier infalls keineswegs nicht präjudiciere, sondern habe leider um ein Weniges servieren wollen.

Die Mutter des Michael Haideapacher hieß Walburga. Dieselbe starb 14.10.1663 in Pfelling, 86 Jahre alt im Hause ihres Sohnes, versehen P. Albert. 22. 4.1663 starb Margareta Haipacherin Mesnerin, 53 Jahre alt, versehen P. Albert März.
Michail Haidenbacher starb 9.2.1681 P. Emmeram Soldan. 23.1.1682 starb Georg Haidenbacher, Bruder des Mesners.
Von den Kindern des Michael und der Margareta Haidenbacher heiratete 1. Agata 4.2.1675 Jakob Läschinger, des Thomas und der Barbara Läschinger von Kohlbbesen Pfarrei Perasdorf. Zeugen: Ändreas Miller Wirt. Jakob Str Bartholamä Petzendorf‚ Jakob Heigl, alle von Pfelling. P. Ämilian Schöttl.
2. Michael Haibacher, lediger Sohn des Michael und der Margareta heiratet 24.7.1675 die ledige Taglöhnerstochter Elisabeth des Thomas und der Margarete Murauer von Pfelling. Zeugen: Johann Bruckmaier, sein Schwager, Sebastian Schmämmer Schuster von Unterwinkling, Mathäus Petzendorfer und Georg Siepauer, beide von Pfelling. P. Anselm Schöttl.

Kinder:
1. 18.2.1676 Appolonia Patin Katharina Niedermayr von Entau. P. Ämilian Anselm Schöttl.
2. Johann. 6.6.1682 Pate: Johann Niedermayr. P. Emmeram +
3. Jakob 14.7. 1685 Pate: Stefan Sturm von Anning. P. Emmeram. + 8.4.1704 P. Idelf. Hueber.
4. Eva 13.4.1681 Patin: Eva Sturm von Anning. P. Petrus Dickhart.

Am 8.4.1704 ist begraben worden Jüngling Jakob des Michael Hornbacher‚ jedenfalls richtig Haipacher Mesners in Pfelling ehel. Sohn mit allen Sakramenten versehen. P. Idelfons Hueber.

3. 25.1 ist getauft worden Paul ehel. Sohn des Christian Vierböck Schullehrers zur Zeit in Pfelling im Aufenthalt und seiner Ehefrau Barbara Pate: Johann Loibl Stegbauer in Pfelling.

4. In den größeren Dörfern gab es schon lang Zeit Lehrer, welche die Jugend unterrichteten. Es waren diese Lehrer auch nicht ohne bessere Ausbildung, welche sie in den Klöstern, wo neben den Lateinischen auch deutsche Schulen bestanden‚ erhalten hatten, die Gegenden im Donaugau waren ja mit Klöstern übersäht. Es gingen in diese Schulen eine Menge von Knaben, welche von vornherein nicht die Absicht hatten oder die Talent oder auch nicht die Mittel das Endziel der höheren Schule zu erreichen. Es gab eine Unzahl von sogenannten. fahrenden Schülern, welch eine Landplage bildeten.

Sie suchten durch ihre Schreibfertigkeit, Gesang und Musik den Unterhalt. Aus diesen setzte sich das Personal für die Landschulen zusammen. Das Schulhalten bildete ein freies Gewerbe. Da der Mesner und Schuldienst mit seinen geringen Einkommen den Lehrer und seine Familie nicht ernährte und beschäftigte, betrieben dieselben im Hauptberufe ein Gewerbe.
Der Gewerbestand war ja hochgeachtet.
Starb der Lehrer Mesner, so konnte die Frau auf der Dienstesstelle bleiben, wenn sie ein taugliches Subjekt stellte oder sich mit einem Manne verheiratete, der einigermaßen auch Schule zuhalten befähigt war.
Einen Schulzwang gab es nicht, auch wurde nur im Winter Unterricht erteilt.

Daß Pfelling auch einen Lehrer erhielt ist jedenfalls auf die Tätigkeit des Abtes von Oberaltaich zurück zu führen, dessen Patres ja damals die Pfarrei Pfelling versahen.

Die Mesner und Schulstelle wurde vom Pflegerichte Schwarzach und vom Pfarrer kumulativ vergeben.

Als erster Schullehrer erscheint: Johann Müllbauer. Dessen Ehefrau hieß Appolonia .Woher er gekommen kann nicht angegeben werden. Jedenfalls hatte er seine Bildung in Oberaltaich erhalten.
Er hat in Pfelling nicht geheiratet. Seine in Pfelling geborenen Kinder:
1. Josef 10.1.1707 + Pate: Mathias Petzendorfer, lediger Bauerssohn von Entau. P. Kaspar Mueller.
2. Johann 9.10.1710. Pate: Mathias Petzendorfer Bauer von Pfelling. P. Benedict zur Zeit Cooperator in Welchenberg.
3. Barbara 4.3.1712 + Patin: Barbara Petzendorfer Bäuerin von Pfelling. P. Idelfons Finkl.
4. Johann Jakob 12.2.1714 Pate: Mathias Petzendorfer. P. Idelfons.
5. Johann Martin 7.11.1716 Pate: wie vor P. Benno.

Müllbauer Apolonia starb mit allen Sakramenten versehen 12.2. 1744, 70 Jahre alt. P. Beda Ziegler.

Johann Millpauer verwitweter Mesner von Pfelling heiratete 14:2.1745 die ledige Anna Maria Hann des Johann Hann Bauers zu Ainkirchen bei Hemau in der Pfalz und der Katharina dessen Ehefrau, beide verstorben. Zeugen: Andreas Iglberger Bauer in Pfelling und Johann Stangl Wagner und Bürger von Bogen. P. Beda Ziegler.

Lehrer und Mesner Johann Millbauer versah seine Dienstesstellung in Pfelling 45 Jahre hindurch zur größten Zufriedenheit seiner Vorgesetzten.

Er erreichte ein Alter von 63 Jahren und starb wohlvorbereitet am 15. April 1750. Pater Cajetan hat ihm in der Sterbematrikel eine ganze Seite gewidmet, ehrenvoller und kostbarste Leichenstein es tun konnte. Der lateinische Eintrag hat in deutscher Übersetzung folgenden Wortlaut:

Am 17. April 1750 begingen wir das Leichenbegängniß des Johann Baptist Milbauer Schullehrers und Mesners zu Sct. Margareta in Pfelling. Während 45 Jahre versah er in lobenswürdiger Weise seinen Dienst. Von allem liebte er die Zierde des Hauses des Herrn. Zuletzt gequält von der Wassersucht so sorgte er rechtzeitig für seine Seele. Schon einmal vorbereitet durch Empfang der Sacramente ….  ließ er sich zu wiederholtem Male mit der hl. Kommunion stärken, damit er nämlich kraft dieser Speise leichter die himmlische Heimat erreichte. Von nun an hat ihn die allerseligste Jungfrau die Schmerzensreiche am Mittwoch, gleichsam als himmlische Königin während der österlichen Zeit zu sich genommen. Mehreres unleserlich.

Schluß – Besonders ergeben der schmerzhaften Mutter hat er sich auch als treuer Bruderschaftsdiener erwiesen. Er lebte 63 Jahre.

Von den Söhnen heiratete Jakob 5.2.1741 die Bauerstochter Walburga Loibl von Hörabach. Zeugen Mathäus Miller Wirt‚ Andreas Igelberger, Andreas Loibl Bauer von Hörabach und Johann Stängl Schneider und Bürger von Bogen.

Kinder:
1. Josef 2.3.1743 Pate: Georg Loibl Bauer von Dörfling. P. Cajetan Friedl.
2. Maria Anna 27.5.1744 Patin Ursula Bogner in Vertretung des Georg Loibl. P. Odilo Gräßl. + 20.4 1767.

Jakob Millbauer Schuster in Pfelling starb 4.8.1745‚ versehen, 29 Jahre alt. Josef des Jakob und der Walburga Millbauer heiratete 22.11.1768.Katharina des Adam und der Magdalena Altschäffl + Bauerstochter von Wimpersing Pfarrei Schwarzach. Zeugen: Josef Sagstetter Bauer van Anninig, Peter Kiefl von dort, Josef Altschäffl von Wimpersing und Johann Hammerl Schuster von Waltendorf. Pfarrer Stefan Pflanzelt.
Kinder sind nicht eingetragen.

Josef Millbauer Häusler in Pfelling starb 6.3.1773.

Um die durch den Tod des Lehrers Millbauer erledigte Schul und Mesnerdienststelle traten verschiedene Bewerber auf.

In einem Schreiben des Hofkammerrates Franz Peter von Paur, Pflegerichter von Schwarzach an den Herrn Abt Domicus als wirklichen Pfarrer von Pfelling, daß Anna Maria Millbauerin verwitwete Mesnerin zu Pfelling sich um die vakante Mesnerdienststelle gegen Stellung eines tauglichen Subjektes beworben. Da nun die Stelle vermöge errichteten Concordaten von Ihm als Pflegerichter und dem Abtes als Hauptpfarrer zu Pfelling kummulativ zu vergeben, wolle derselbe seine Meinung hierüber gewärtigen.
Schwarzach, den 4. May 1750.

Wie aus dem Schreiben deselben Pflegerichters vom 3. Juni1750 hervorgeht, hatte Abt Dominicus von Oberaltaich sein Einverständnis erklärt, daß besagte Dienstestelle der Witwe Millbauer übertragen werde, wann sie ein taugliches Subjekt zu stellen vermöge; auch das Pfleggericht hatte sich dahin resolviert berierter Wittib ingleichen auf gleiche Weise zu gratifizieren und dhero erfordert die Nottdurft sowoll zur Bedienung bay deren geistlichen Verrichtungen als auch besonders in instruierung der Jugent tauglich und anständiges Subjectum, nebst einen an sich habent gütem Lebenswandel, derbedacht genommen werde. Wie nun seithero bay Gericht allhier Josef Carl verheirateter Schumacher zu Pfelling‚ dann Wolfgang Mayrhofer lediger SchuhmachersGesel von Bogen und Johann Schemmerer auch ledigstandes dermahlen zu Waltendorf umb …eihung ersagten Mesner und Schulmaistersdienst zu Pfelling Supplicando eingelanget seyent.

Also habe Euer Hochwürden die 5 remitteir Original anlangen. Hiebe auch communicieren‚ und bey nebens verhoffen wollen, daß deroselben diese Supplicant sowoll in dennen erforderlichen Verrichtungen bey denen H. Gottesdiensten in der Kürche, also auch besonders in der Wissenschaft zu Instruierung der Künder zur prob beliebig examinieren lassen werden. Und aber volgsamb diese Supplicant, und welcher Hierauf, oder gar keiner tauglich, und anständig erfunden würdet. Ein solches wollen Euer Hochwürden nebst dero Gesinnung ingleichen zu Gericht anhero notificiren lassen, damit auch diserorts Hierinfals das weitere resolviret werden köne. Womit unter Höflichts Meiner Empfelchung beharre.
Schwarzach den 3. Juny ao. 1750.
Churftl. Drhl. in Bayern würkl. HofkammerRhat in München, dan Pflegegericht Casten und Pray amtsAdministrator hieoben. Euer Hochwürden Meines besonders Hoch geehrtisten Herrn aber
Dienst Ergebener
Franz Peter v. Paur auf Waffenprun und Berndorf.

Die Stelle erhielt Wolfgang Mayrhofer bisher Schumachergesel von Bogen

3. Derselbe verheiratete sich 27.7.1750 mit Eva Han verwitwete Mesnerin von Pfelling. Er war der Sohn des + Mathias Mayrhofer und seiner noch lebenden Ehefrau Eva Taglöhnereheleute von Bogen. Zeugen: Andreas Iglberger Mathias Petzendorfer beide Bauern zu Pfelling. Johann Sckher Mauerer von Bogen und Michael Streißl Gütler von Anning. P. Cajetan Friedl.

Eva Mayrhofer … des Lehrers Millbauer starb 1.5. 1753 mit allen Sakramenten versehen, 95 Jahre alt P. Godhart.
Ann Maria Mayrhofer geb. Hann verwitwete Millbauer starb 7.1 1796. Pfarrer Stefan Pflanzelt. Kinder hinterließ sie aus der zweiten Ehe nicht.

WolfgangMayrhofer verwitweter Mesner dieses Orts verheiratete sich 10.5.1769 mit Anna Theresia‚ des Georg und der Anna Maria Spiegl Mesnerseheleute von Oberwinkling. Zeugen: Andreas Kollinger Bürger von Bogen, Andreas Mayr in Pfelling Martin Englberger und Christoph Stadler Mesner von Ober und Unterwinkling. Pfarrer Stefan Pflanzelt.
Kind: Ann Maria 6.6.1773 Patin: Maria Liebl, Häuslerin von Espen. Pflanzelt Pfarrer.

Mayrhofer Wolfgang starb 9.7.1785 ungefähr um ½ 8 Uhr vormittags, wiederholt mit allem hl. Sakramenten versehen. Ein volles Jahr hindurch war er schwachsinnig und litt an Altersschwäche. Die zahllosen Schmerzen und Leiden ertrug er geduldig. Er wurde 75 Jahre alt. Er war demnach 1710 geb. und 40 Jahre alt als er den Schul- und Mesnerdiest in Pfelling antrat.

4. Die Witwe Theres heiratete 21.1.1785 den Jüngling Johann Mändl den Sohn des Johann und der Maria geb. Staudinger Hirtenstochter von Oberdorf, Inwohnereheleute von Oberdorf. Zeugen: Josef Iglberger Bauer von Pfelling, Martin Gerbl Glaser in Schwarzach, Johann Prindl Bauer von Pfelling, Josef Mayr Salzhändler von Straubing. Pfarrer Josef Hofmann.

Theres Mändl verwitwete Mayrhofer starb 21.2.1801 versehen. Pfarrer Andreas Stichauner.

Johann Mändl war der Sohn des Johann und der Maria Inwohnerleute von Reibersdorf und seines Handwerks ein Schreiner,

Johann Mändl verwitweter Schullehrer dieses Orts Heiratete 31.7.1801 mit gnädigster Dispensation von Hindernisse der Blutsverwandtschaft gleicher Linie im zweiten Grade, durch das hochwürdigste Ordinariat von der päpstlichen Nuntiatur erwirkt unter Nachlassung, nach Ableistung des Eides der kanonischen Freiheit ist von mir Pfarren Hofmann? getraut worden mit Anna Maria, des Thomas Resl Wagner in Gschwendt und dessen Ehefrau Anna Maria, deren Vater Urban Staudinger in Reibersdorf. Zeugen: Peter Iglberger und Michael Sagstetter Bauern dieses Orts. Nota bene! Das Schreiben über die Dispens eines anderen beheimen Hindernisses sind den Händen der Bittsteller übergeben worden.

Kind: Eleonore 28.4.1802 Patin Eleonora Fürst Brauersgattin von Bogen. Anna Maria Mändl starb 12.4. 813; 36 Jahre alt, an den Folgen einer Ruptur. Pfarrer Georg Geiger.

Zum drittenmale trat der Witwer Johann Mandl geb. 29.8.1761 zu Reibersdorf ehel. Sohn des Johann Mändl und der Maria Staudinger mit der ledigen Theres Schütz des Johann und der Anna Schütz Bauerseheleute von Hätzenberg Landgerichte Degendorf. geb. 1768 – Getraut von Pfarrer Georg Geiger 30.6.1813. Zeugen: Jakob Resl Schmied in Pfelling und Johann Kräpf Kirschner von Bogen.

Würdigung der Schulverhältnisse in der Hofmark Pfelling.

Johann Mändl war 24 Jahre alt als er durch Einheiratung auf die Mesnerdienststelle gelangte. Er besass zum Schulhalten jedenfalls nur eine bessere Ausbildung, die er sich wie anzunehmen in der deutschen Klosterschule zu Oberaltaich erworben. Seine Handschrift ist schön und zeigt davon, daß er nach der Vorlage wie die Churbayerischen Regierung1770 für deutsche Schönschreibekunst in dem Bayer. Elementarbuch von Braun herausgegeben worden sich zu vollenden bemüht hatte.

Es liegt bei den Pfarrakten eine Eingabe des Lehrers Mändl an die Kgl. Bayerische Kirchenadministration Straubing von dem Jahre 1814, worin er um Erhöhung des Kirchenwaschgeldes von 4 fl. auf 16 fl. nachsucht. Vergleicht man die Eingabe mit dem Schreiben des Kgl. Bayerischen Generalkommisariates Straubing vom 16. Mai 1814 worin 10 fl. für Wäschlohn genehmigt werden, so muß man offen gestehen, daß die Herrn in Straubing durch die schöne Handschrift des Landlehrers dessen Hauptberuf ein schweres Handwerk bildete sich hätten tief beschämt fühlen.

Sonst scheint Mändl nicht viel geleistet zu haben‚ wie aus den Berichten Klagen der Aufsichtsbehörden hervorgeht.

  1. Die Schule zu Pfelling.

Diese Schule‚ dessen provisorische Aufsicht mir erst vor Kurzem gnädigst übertragen wurde‚ scheint sich sehr wenig ausgebildet zu haben.
a. Dasiger Schullehrer Johann Mändl‚ der doch Anlagen haben soll, scheint eben nicht sonderlich. Er mußte bisher größtenteils von seinem Handwerk leben.
b. Das Schulhaus eines der schlechtesten, an einer Seite zum Einsturz 7geneigt ohne Reinlichkeit‚ ohne Bänke etc.
c. Ohne allen Schulapparat.
d. Mehrere Kinder besuchen zwar den dürftigen Unterricht, einige auch nicht .Die Kinder sowie der Lehrer sind mit keinen zweckmäßigen Büchern versehen. T. H. Pfarrer besucht zwar die Schule und erteilt darin den religiösen Unterricht, ist aber wie der biedere gute Mann selbst gesteht bereits zu alt‚ um an der individuellen Bildung des Schullehrers und der Kinder unmittelbaren Anteil zu nehmen.
Bogen‚ den 16. April 1805.
gez.
Michael Hartmann prov. Schulinspektor.

P. Hartmann war vorher Conventuale des Klosters Oberaltaich und wurde nach der Klosteraufhebung Inspektor des kgl. Generalschulkommissariates Straubing. Pfarrer war damals in Pfelling Josef Demml.

Ein nur zu klares Bild aber wie es mit der Schule zu Pfelling am Anfang des 19. Jahrhunderts aussah gibt der Bericht des Inspektors Adreas Stichauner der 1789-1796 selbst Pfarrer in Pfelling gewesen und dann die Pfarrei Schwarzach gewesen und dort persönlich große persönliche Opfer für die Schule und Eirichtung gebracht hatte. Derselbe machte folgende Anzeige von der schlechten Schule und dem noch schlechteren Schulhaus (elenderem) zu Pfelling.

Primo. Schullehrer Johannes Mändl, in seiner Profession ein Schreiner der seiner Handarbeit‚ wovon er sich ernähren muß abwartet und seinen Schülern wenig Zeit widmet.

Secunde. Schulwohnung und Zustand des dortigen Hauses.

Schon der Einging in dieses Schulhaus droht jedem fürchterliches Unglück. Die großen Steiner ober der Türschwelle hangen gleichsam in den Lüften und beginnen ganz gewiss und sehr bald samt der Türschwelle herauszufallen. Es schaudert jedem Vorbaygehenden. Die Stiege zur Schulwohnung besteht aus mehr zerbrochenen als ganzen Staffeln. Liederlichkeit und Faulheit ist es daß der Schullehrer, der selbst Schreiner ist, sich nicht erbarmt und schon von so vielen Jahren her die Staffel nicht macht, sondern seine Schüler der augenscheinlichen Gefahr des Absturzes aussetzt.

Die Schulwohnung selbst gleicht mehr einer Kinderstube, Schreinerwerkstatt als einer Schulstube, in dem auf der Seite so eine große Hobelbank, in der Mitte aber eine große Wiege steht, in dem übrigen engen Platz aber man nicht weiß, wo man wegen des herumliegenden Holz hintreten muß. Die Schüler müßen unter vielen Frost in einer elenden Schulbank ganz enge beieinander sitzen. Außer der Schulwohnung zeigte mir der Schullehrer eine Kuchel vor, in welcher auf allen Seiten die vermoderten Steine herunter fallen und höchste Gefahr einer entstehenden Feuersbrunst droht.

Tertio. Schulapparat. Man trifft in dieser unordentlichen und verwüsteten Schule nicht einmal eine Rechnungstafel an‚ obwohl der Schullehrer selbst ein Schreiner und als ein solcher eine Rechnungstafel machen könnte und sollte.

Quarto. Schulbücher sind in dieser sorglosen Schule keine anderen als sehr alte und verschiedene.

Quinto. Schulgeld. Bisher nur sehr weniges, von den Armen nichts zu melden, da gar kein Gutthäter oder eine andere Hilfsquelle sich zeiget.

Sexto. Schulbesuch. Der ganze Schulbesuch besteht aus 13 Schülern, wovon 6 über die Donau fahren müßen. Diese Schulwohnung ist für die Schüler so gefahrvoll als wie die Donau selbst.

Septimo. Fayertagsschule. Kann in keinem Orte in Pfelling gehalten werden, nicht im Schulhause, weil alle Leuth solches verabscheuen und fürchten, auch kein Platz, keine Ruhe alldort wäre, nicht im Pfarrhof, weil in des Herrn Pfarrers sehr engem Zimmer kaum 7 Personen Platz finden werden.

Octavo. Schulunterricht im Singen. Besteht dieser in einem halb gelernten und nicht zusammenhängendem Kirchengesange, welchen der Schullehrer selbst nicht besser kann.

Aus diesem elenden Zustande der Schulwohnung in Pfelling sowohl als dem erhaltenen Unterrichts ist zu schließen und zu raten, daß diese höchst gefährliche Schulwohnung sollte baldigst geleert und abgebrochen werden. Ein Vorschlag aber zur nicht so kostspieligen Auferbauung dieses Schulhauses wäre dieser: Wenn man auf dem Spitz des Bogenberges stehende Ulrichskirchl, welches von Pfelling nur ¾ Stund entlegen ist, abbrechen und die Steine sowohl als die Dachtaschen zum Bau des Schulhauses in Pfelling verwenden und um so bälder verwenden würde, weil alle diese Kirchenmaterialen leicht auf der Donau könnten in einer halben Stunde bis gefahren werden. Bei diesem einzelnen Kirchlein ist zu bemerken, daß es ohnehin sehr baufällig und nur zweimal des Jahres ein Gottesdienst gehalten wird. Wird aber dieser Bau, wovon schon soviele Berichte erstattet, noch mehrere Inspektionen und Baufallschätzungen gemacht worden solange noch verzögert, so ist kein Mensch mehr vor diesem gänzlichen Einsturze sicher.

Letzlich ist auch bekannt, daß die ganze Pfarr Schwarzach und mehrere dergleichenPfarreien wegen der verbotenen und doch gemachten Kreuzgänge sind um 750 fl. und noch mehr und höher gestraft worden. Diese bei den Landgerichte Mitterfels erlegten Strafgelder könnten besonders zu Schulauferrichtung in Pfelling Hilfe leisten, weil ohne diese kein zerfallenes und baufälliges Schulhaus bestehen, die Schulkinder aufnehmen und der Anfang des Schulwesens ohne geführten Schulbau nicht fort gesetzt werden kann. Unter dieser unterthänigen Bitte auf solche Hilfsmittel bedacht zu sein, empfehle ich mich gehorsamst.
Schwarzach, den 31. Dezember 1803.
gez. Ergebenster Schulinspektor.
Andreas Stichauner.

Der in Pfelling so dringend notwendige Schul und Mesnerhausbau kam erst 1814 zu Stande. Das neue Gebäude wurde mit der Westfront und dem Eingang in den Friedhof verlegt.

Lehrer Mändl war bis 1822 in Pfelling in Wirksamkeit. Wohin er gezogen ist unbekannt.

Ein Bruder des Lehrers Mändl heiratet am 31.7.1787als künftiger Taglöhner zu Pfelling die Zimmermanns und Inwohnerstochter Maria Lakner von Aiterhofen. Zeugen:  Johann Mändl Schullehrer Johann Gayer Bauer von Muckenwinkling, Josef Iglberger Bauer von Pfelling und Josef Mayr Salzfischhändler von Straubing. Pfarrer Hofmann.

Kinder:
1. Bartholomä 23.8.1788 Pate: Quirin Barth zur Zeit Taglöhner in Pfelling. Josef Hofmann Pfarrer.
2. Maria 8.?.1790 Patin: Maria Barth. Pfarrer Andreas Stichauuer.
3. Theres 18.8.1792 Maria Barth + Pf Stichauner.
4. Martin 5.11.1795 Patin: Maria Barth‚ Hüterin in Pfelling. Josef Schwinghammer Supernumerarius in Pfelling.

Martin Mändl Taglöhner in Pfelling heiratete 11.5.1830 die Weberstochter Magdalena Voggersberger von Haberkofen Pfarrei Straßkirchen, geb. 4.10.1803. Zeugen Barth. Mändl Taglöhner und Lorenz Feldigl Lehrer von Pfelling. Pfarrer: Alois Hayder.

Kinder:
1. Josef 8.3.1830 unehelich geb.
2. Magdalena 28.4 1831. Patin: Barbara Steinberger Häulerin von Bogen, Pfarrer Hayder. Geboren in Liepolding.
3. Mathias 8.3.1834 in Anning. Pate: Josef Steininger Zimmerman in Bogen. Pfarrer Kettl.
4. Anna Maria 2.8.1838 Vater Hüter in Anning, Liepolding. Pate wie vor.

Bartholomä Mändl der Bruder des Lehrers Johann Mändl starb im Weinberghäusl 26.1.1837 an Lungeneiterung‚ versehen 81 Jahre alt. Pfarrer Georg Lang. Anna Maria dessen Ehefrau war schon 12.3.1826 an Katarrh‚ versehen 73 Jahre alt gestorben. Pfarrer Aumayr.

Mandl Josef Taglöhner in Pfelling heiratete 2.6.1862 die Inwohnerstochter Thers Walsberger von Anning. Zeugen. Martin Mändl und Michael Barth von Anning. Pfarrer Zeitler.

Mathias Mändl Inwohner von Pfelling heiratete 7.2.1869 die Inwohnerstochter Maria Greibl von Ränkam. Zeugen: Martin und Josef Mändl. Pf. Zeitler.

Mändl Josef starb14. 4.1907 am Schlagfluße mit hl. Ölung versehen als Vicemesner77 Jahre alt. Pfarrer Xaver Ritzinger.

Der erste Lehrer mit Fachausbildung in Pfelling war Schulprovisor Martin Hingshammer. Derelbe war geb. 11.11.1796 in Höhenstadt als der Sohn des Josef und der Susanna Hingshammer geborne Wimmer Mauererseheleute in Höhenstadt Landgerichts Griesbach, heiratete 30.7.1822 die am 25.11.1795 geborne Katharina Baumann des Johann Haumann und der Magdalena Kohlhlofer Fischerseheleute von Aicha an der Donau, Zeugen Johann Baumann Vater der Braut und Josef Heigl Schneider in Pfelling. Getraut von Brth. Rauch Cooperator in Bogen.

Kinder in Pfelling geboren.
1. Franz Sales 14.1.823. Pate: Franz Josef Sanftl Cooperator in Künzing. Stellverteter: Josef Heigl Schneider in Pf.
2. Margareta 3.1.1826 Pate Franz Josef Sanftl Spitalbenefiziat in Passau.

Lehrer Hingshammer war ein in jeder Beziehung vorzüglicher Schulmann, der die Schule Pfelling mit 50 Schülern zu einem so hohen Stande brachte, daß sowohl Werktagsschule als namentlich die Feiertagsschule zu den ersten des Bezirkes Schwarzach zählte. Er wurde 24. März 1826 nach Ettling bei Landau versetzt. Der alte Lehrervater Josef Hingsammer starb zu Pfelling 7.12.1825 77 Jahre alt – Pfarrer Aumayr.

Auf die Schulstelle Pfelling wurde provisorisch der Schulgehilfe Josef Koller versetzt. Derselbe war geboren 14.10.1799 zu Wald Landgerichts Burghausen, ledigen Standes. Diente als Gehilfe zu Wald drei Jahre, wurde dann als quasiprovisor nach der Filialkirchenschule Burgkirchen an der Alz berufen, die er allein 5 Jahre hindurch versah und traf am 2. April 1826 in Pfelling ein.

Es war dann kurze Zeit ein Josef Engelsberger 20.4.1827 – 3.8.1829 in Pfelling, der strafweise nach Edenstetten versetzt wurde.

Dann folgte für längere Jahre Schulverweser Lorenz Feldigl.

Derselbe war geboren ?.1.1802 als der Sonn des Georg und der Theres Feldigl geb. Lohr ?Ghyturgenseheleut von Hohenwart. Heiratete 7.7.1831 Theres Rusch Witwe des Karl Rusch Oberzollbeamter in Eschlkam geb. 18.1 1802 als ehel. Tochter des Mathias Wolf und der Antonia von Käpeli Auditorsehegatten von Neumarkt in der Oberen Pfalz. Zeugen: Anton Weber Schuhmacher und Wolfgang Geiger von Hohenwart. Pfarrer Alois Hayder.

In Pfelling geborne Kinder:
1. Eduard Ferdinand 8.4.1832 Pate: Johann ?
2. Wilhelm August 9.5.1833 + Pate wie vor Pfarrer Michael Kettl.
3. Wihelm 21.5.1835 Pate und Pfarrer wie vor.

Lehrer Feldigl wurde nach Mettenhausen Landgerichts Landau versetzt. Nachfolger Karl Gregor Kleiner geb. 5.3.1806 zu Hankofen Landgerichts Eggenfelden als Sohn des Ignaz Kleiner und der Anna Maria geb. Strobl Häuslerseheleute von Gangkofen. Heiratete 14.11.1836 Theres Viehbacher geb. 29.9.18?4 zu Niederaltaich als ehel. Tochter des Anton Viehbacher und der Franziska geb. Zankl Tierarztensehegatten von Niederaltaich. Zeugen Peter und Andreas Iglberger Bauern von Pfelling. Pfarrer Georg Lang.

Kind: Maria Franziska 24.12.1837 Pate: Jakob Erlbacher Bauerssohn von Bogen, zur Zeit in Welchenberg. Stellvertreterin Maria Erlbacher Schwester. Pfarrer Georg Lang. Lehrer Kleiner wurde auf den Schuldienst befördert.

Auf den Schuldienst Pfelling kam Peter Hopfner vorher in Neukirchen bei Hagn. Trat 10.1.1838 seine Stelle an. Derselbe war geboren 29.7.1808 zu Schönsee Landgerichts Neunburg vorm Wald als der Sohn des Georg und der Anna Keck Handelseheleute in Schönsee. Heiratete 7.8.1838 Maria Wipplinger, geb. 14.3:1805 zu Untergrießbach als Tochter des Johann Wipplinger und der Christina geborne Antner Fragnerseheleute von Untergrießbach, Landgerichts Wegscheid. Zeugen Johann Wipplinger Vater der Braut und Josef Gaißl Wirt von Pfelling. Pfarrer Georg Lang.
Keine Kinder in Pfelling geboren.

Nachfolger Josef Stadler vemöge Regierungsrescrpts vom 2.8.1840 von Sandharlanden bei Abensberg nach Pfelling versetzt. Eingetroffen am 7.8.1840. Josef Stadler war der Sohn des Anton Stadler und der Margareta geb. Lohner Gerichtsdienerseheleute, geb. 22.12.1809 zu Waffenbrunn Landgericht Cham. Heiratete 3.10.1841 Maria Perl, geb. 4.4.1813 zu Gaißing Pfarrei Schwarzach, Tochter des Georg Perl und der Anna geb. Venus Mauerermeisterseheleute von Schwarzach. Zeugen: J. Venus Schmid in Schwarzach, Josef Prebeck Bauer von Anning. Pfarrer Georg Lang.
Kinder :
1. Maria Philomena 6.8.1842 Pate: Ignatz Leimer Bäckerssohn in Schwarzach.
2. Josef 2.12.1844 Pate wie vor. Pfarrer Lang:

Lehrer Josef Stadler wurde April 1845 nach Loitzendorf versetzt.

Nachfolger desselben; Stein Franz Xaver, dessen Frau Magdalene geb. ?

Kinder :
1. Josef 15.5.1845 + Pate: Josef Dirscherl Pfarrer in Englmar. Stellvertreterin Magdalena Haigl Schneiderin in Pfelling. Pfarrer Lang.
2. Amalie 15.5.1847 + Pate und Priester wie vor.

Lehrer Stein war bis 15.5.1850 in Pfelling. Sein Nachfolger: Johann Wimmer wurde 1853 wirklicher Lehrer in Pfelling, nachdem die Schulprovisorstelle in Pfelling 1.1.1853 zu einem definitiven Schulposten erhoben worden war. Lehrer Wimmer kam nach Altenbuch.

Tremmel Johann. Dessen Ehefrau Maria geb. Müller Posthalterstochter von Deggendorf. Deren. in Pfelling gebornen Kinder:
1. Barbara Johanna 4.9.1856 Patin Barbara Frusilla Handelsfrau in Deggendorf. Pfarrer: Leonhart Siegert.
2. Maria 14.6 1855 Pate und Pfarrer wie vor.
3. Adalbert 3,4 .1858 + Pate und Pfarrer wie vor.
4. Cecilie 20.10 1861 Patin wie vor. Pfarrer Simon Zeitler.

1863 wurde die Schulstelle Pfelling wieder zu einer bloß provisorischen erniedrigt.

Johann Fuchs Schullehrer in Pfelling wurde nach Oberglaim Bezirksamts Landshut versetzt.

Und zum Schulprovisor für Pfelling Josef Späth 30. Juni 1863 bisher Schulprovisor in Eging Bezirksamt Passau berufen und 1.8.1863 in seine Dienstesbezüge eingewiesen. Lehrer Späth aufs beste qualifiziert, ertrank 13.9 1863 in der Donau abens 7 Uhr und wurde am 16.9.1863 in Pfelling durch Pfarrer Simon Zeitler beerdigt. Er stand im 35. Lebensjahre.

Die Lehrerswitwe Anna Maria Späth, gebürtig aus Edhof bei Hauzenberg folgte ihrem Manne am 21.11.1863 im Tode nach. Dieselbe starb infolge schwerer Geburt, versehen, 39 Jahrs alt und wurde am 24.11.1863 von Pfarrer Zeitler in Pfelling beerdigt.

Als Schulprovisor für Pfelling wurde am 20.9.1863 der damalige Schulprovisor Leo Aigner von Bayr. Eisenstein berufen.

Auf ihn folgte der Schulgehilfe Ludwig Bayer von Regen, welcher 1.4.1865 auf die Provisorenstelle Pfelling befördert worden war.

Ludwig Baier war geboren 16.7.1837 zu Adldorf heiratete 24.7.1865 Josefa Humps geb. 11.2.1841 zu Regen als Tochter des Leonhard Humps quieszierender Gerichtsdiener in Regen und der Josefa Hintermaier wurde mit delegation de …. [Fehlstelle]

Getraut mit Johann Stollreiter, Schullehrer in Adldorf, Max Schreiner Bezirksarzt in Regen. Kinder keine in Pfelling geboren.

1865 ward die Schulprovisorstelle in Pfelling wieder zu einer definitiven Schulstelle erhoben worden‚ wogegen die Gemeinde wiederholt aber vergeblich remonstrierte.

Nachfolger Baiers war Lehrer Seidenbeck 1867, dessen Ehefrau Theres geb. Schmidt.
Kinder:
1. Theres 10.1.1868. Pate: Max Schmidt Schullehrer in Mainburg. Pfarrer Zeitler. Kind starb 24.3.1868 an Halsbräune.
2. Anton 15.4.1869. Pate wie vor. Stellvertreter Josef Bauer, Lehrer an der Realschule in Straubing.
Gestorben 6.9.1868 Knabe Eduard Seidenbeck an der Halsbräune 2 Jahre alt.

Ferner starb die Mutter des Lehrers Anton Seidenbeck Magdalena Seidenbeck Privatierswitwe von Mainburg, 30.6.1870, versehen an Altersschwäche‚73 Jahre alt, Pfarrer Zeitler.

Für die verstorbenen Mitglieder der Lehrersfamilie Seidenbeck befindet sich an der Südwand der Pfarrkirche eine kleine Gedenktafel.

Martin Huber und Cäzcilie geb. Apfel Bauerstochter von Karpfham.

Kind: Cäcilie Augusta 21.11.1875. Martin Huber war bis 1887 in Pfelling.

Auf ihn folgte Josef Aigner. Dessen Frau war Anna geb. Strohmaier Wirtstochter von Schönau bei Grafenau.

Kind: Rosa von Lima 28.7.1887. Patin Maria Bauer Hausbesitzersgattin von München. Pfarrer: Josef Krieger.

Lehrer Josef Aigner wurde 1895 auf Ansuchen nach Indersdorf versetzt.

Die Schulstelle Pfelling dem Schullehrer Franz Xaver Achatz in Pielweichs 16.6.1895 auf Ansuchen verliehen.

Franz Xaver Achatz wurde 16.1.1898 nach Wallerfing auf Ansuchen versetzt.

Nach Pfelling Lehrer Alois Maier in Gneißen auf seine Bitte ab. 16.1.1898 versetzt.

Alois und Maria Maier letztere eine geb. Thurmwalder Kaufmannstochter von Obernzell.

Deren Pfelling gebornen Kinder:
1. Paula Maria Irene 25.3.1890 Patin: Katharina Berger Ingeneursgattin in Linz. Pfarrer Friedl.
2. Karl Hermann 11.11.1901 Pate: Karl Thurmannswalder Buchhalter in Obernzell. Friedl Pfarrer.
3. Aloisia. 20.12.1902. Pate und Pfarrer wie vor.
4. Hermann 5. 4.1904. Auf Lehrer Maier folgte Heinrich Kopf, welcher aus dem Oberpfälzischen Schulddienst übergetreten war und war bis (31. Aug. 1917) Oktober 1918 in Pfelling. Derzeitiger Schuldienstinhaber ist Karl Heiß, 1.9.1917.

[Einzeldaten siehe in den Tabelle am Schluß] 

 

Geschichte des Urmaierhofes in Pfelling a/D. Hausnummer 1. Der Oberhof genannt. Das Schlossgepäu der ehemaligen Hofmark.

Verfasst von Pfarrer Simon Straßer von Pfelling 1928.

Der älteste Hof in Pfelling ist wohl die Niederlassung des Sippenführers Pholo, der sich hier unmittelbar am linken Ufer der Donau unterhalb dem sogenannten Steinberg niedergelassen hatte, ist der Oberhof, jetzt Prebeckhof. Es ist als Stammsitz der Pfellinger Urmaier anzusprechen. Die Pfellinger Urmaier hausten mit ihren Sippenangehörigen auf dem seiner Zeit bei der Grundverteilung durch Hammerwurf zugefallenen Grund und Boden so ziemlich frei und unbeschränkt.

Nachdem aber in ihrer Markung auch aus der keltisch-romanischen Zeit Weinberge lagen, welche Eigentum des Herzogs waren, überdies ein alter Donauübergang vorhanden, der auch zum Regale des Herzogs gehörte, so wären die Pfellinger Urmaier auch Lehensträger des Herzogs.

Über die Gegend zwischen Bogen und Welchenberg stand in der Tassiloschen Zeit ein Edeling Namens Palbo vor.

Die erste Erwähnung von Pfelling und seinen Höfen geschieht im Proviarium des dritten Abtes Urolf des Klosters Niederaltaich (urkundlich 794 + 29. Juni 814). Dieser Abt hatte im Auftrage des Frankenkönigs Karl des Grossen ein Güterverzeichnis seines Klosters herzustellen. Und in diesem Verzeichnis ist auch Pfelling aufgeführt in den Monumetis Boicis Band XI, Seite 13-18. Monumenta Niederaltahensia, Codex Traditionum excerpta e codice Hermani Abbatis UrI circa annum 741 heisst es: In villa Eliresbach dedit also per comeatum Ottolonie tertiam partem et postes per licentiam Tassilonis (748-788) tradiderum Einhardus et Sigipaldus illas duas pertes et locum, qui vocatur, PHOLINGKOFA, unde sunt per totum mansus I. cim omnibus agjecentiis cim terminus suis. Im Dorf Elirespach (Irlbach) schenkte uns Otilo (der Bayr. Herzog) jene Kapelle mit 7 Höfen und vom Dorfe Elisrespach schenkte uns Paldo mit Erlaubniß Ottilo 1/3 und nachher noch übergaben mit Erlaubniß Tassilos Einhard und Sigipald die anderen 2/3 und den Ort Pholinkofa, wonach es 50 Höfe mit allen seinen Zugehörungen und Marken ausmacht. Genannte zwei Schenker scheinen die Söhne des obengenannten herzoglichen Edelings auf Irlbach gewesen zu sein.

Der Ort Pholinkofen ist Pfelling, welches sonst in den alten Urkunden Pfolinge genannt wird und das durch „kofen“ erweitert ist. Pfolingkofa bedeutet bei den Höfen der Sippe des Pfolo.

Aus wieviel Höfer der Ort damals bestand ist nicht angegeben. Im Mittelalter um 1100 zählte Pfelling 5 Höfe. Und wir dürfen annehmen, daß auch um 800 es nicht weniger gewesen sind.

So kam also der Urmaier von Pfelling und seine Hintersassen unter das Kloster Niederaltaich, mussten wohl dorthin ihre Abgaben leisten.

So war der Besitzer des Urmaierhofes in Pfelling und der ganze Ort, nachdem er bisher unter Lehenshoheit der Irlbacher beziehungsweise der bayr. Herzoge gestanden unter das Stift Niederaltaich gekommen. Sie vertauschten den weltlichen Herrn mit den geistlichen, wurden Klosteruntertanen.

Zu diesem Maierhofe gehörte später als Eigenkirche eine kleine der hl. Margareta geweihte Kapelle, welche als bald erbaut worden war, wenn dieselbe nicht schon vor der Klostergründung bestanden hatte, wie eine Kapelle in Irlbach, in Posching, in Niederwinkling schon vorhanden und mit den Ortschaften selbst in das Eigentum der Klosterkirche bei der Schenkung übergegangen war.

Diese Kapelle auf dem Grunde des Maierhofes erbaut charakterisiert diesen Hof als Urmaierhof. Der Zugang war von der Strassenseite aus. Die alte Strasse führte ja durch das Dorf am Uferrande unmittelbar am Hofe vorbei. Die Liepoldinger aber hatten ihren eigenen Kirchenweg über den Weinberg schnurgerade durch den Maierhof hindurch. An der Nordseite der Friedhofmauer ist noch die vermauerte Eingangstür zu sehen, welche für die Hofbewohner und die Liepoldinger Kirchenbesucher zur Pfarrkirche führte. Erst 1885 wurde durch Grundabtretung der jetzige Kirchenweg geschaffen. Aber noch lange Zeit liefen die Leute, welche vom neuen Kirchenweg noch nichts wussten, über den Prebeckhof, wie mir der alte Prebeck versicherte.

Der Abt von Niederaltaich wird wohl den Urmaier in seinem bisherigen Besitze und seinen Rechten dem Markgenossen gegenüber belassen haben. Er war eben jetzt Villicus des Klosters, der wohl dafür zu sorgen hatte, dass von den Gehöften seiner Ortschaft die Gilten und Getreidereichnisse abgeliefert und für den Maierhof selbst von den Hörigen die Scharwerksdienste geleistet wurden.

Indessen trat in den wirtschaftliche Verhältnissen nach einem Jahrhundert ein völliger Wechsel ein.

Die Ungarn zerstörten 907 Nideraltaich und die anderen Klöster des Donaugaues. Auch Pfelling und sein Urmaierhof werden sicher ein Raub der Flammen dieser wilden Reiterschaaren geworden sein, da sie ja doch auf ihrem Raubzuge gegen das Kloster Pfarrmünster hier am Ufer der Donau am Steinberge vorbeijagen mussten.

Der Urmaier und seine Leute werden sich wohl noch durch die Flucht in die nahe gelegenen dichten Wälder mit Weib und Kind mit Vieh und Fahrniss haben retten können. Denn vom Weinberge aus konnten sie schon seit einigen Tagen die Lohgarbe der brennenden Gehöfte zu Himmel aufsteigen sehen als ein Warnungszeichen sich vor den Barbaren in Sicherheit zu bringen.

Der Urmaierhof und die übrigen Gehöfte erstanden aus der Asche, sie mochten auch in ihrem noch so unscheinbaren neuem Gewande etwas besser ausnehmen als die morschen Holzbauten, welche die ersten bajuvarischen Ansiedler aus rohen schlecht behauenen Baumstämmen erstellt hatten.

Die Stiftung des Bayernherzoges Ottilo, das Gotteshaus des hl. Mauritius war in Asche gesunken. Das Kloster Niederaltaich hatte aufgehört zu sein. Was der Fleiß der Söhne des hl. Benedikt im Verlaufe eines Säkulums in wirtschaftlicher und geistlicher Hebung des Donaugaues bereits Seensolles geschaffen, blieb für ein Jahrhundert zerstört.

Nur ein noch zusammengehaltener Rest gedieh als Comende erst an Laien, dann durch Herzog Heinrich den Schwarzen an den Erzbischof von Salzburg vergeben. Aus den Erträgnissen wurden einige Kanoniker an der wieder erbauten Kirche zu Altaich unterhalten und so der Titel fortgeführt.

Wie Abt Hermann berichtet, ging in dieser Zeit der Wirrnisse dem Stifte eine Reihe der früheren geschenkten Besitzungen für immer verloren.

Der Luitpoldinger Arnulf der Böse (907-937) Bayernherzog hatte durch die Not gezwungen viel Klostergut an sich gezogen und damit seine Reiterführer belohnt. So war auch die ganze Gegend um Bogen herum dem Koster Niederaltaich verloren gegangen. Welchenberg wird ausdrücklich genannt. Aber auch der Urmaier von Pfelling machte sich unabhängig und Pfelling kam dann unter die Reichsgaren von Bogen.

Und mit der Folge cra 1050 mit Friedrich I aus dem Geschlechte Babo von Abensberg für zweihundert Jahre unter das mächtigste Dynastengeschlecht in den weiten Bayerlanden.

Der Urmaier von Pfelling, welche sich wirtschaftliche ganz von ihrer früheren Herrschaft Niederaltaich losgemacht hatten, wurden nun Ministerialen Dienstleute der Grafener Bogen und erhielten im Laufe der Zeit von denselben namhafte auswärtige Lehen.

Aber mit einem Bande blieben sie und ihre Bauernschaft doch noch mit Niederaltaich verbunden. Die Kapelle der hl. Margarete war Eigenkirche des Klosters und wurde von den Brüdern vom Kloster Niederaltaich aus seelsorgerlich betraut, indem wohl von Zeit zu Zeit oder wenn ein ausserordentliche Verrichtung zu geschehen hatte, auf der Donau ihre Pfarrangehörigen besuchten und dort den Gottesdienst verrichten.

Der Abt von Niederaltaich war der ordentliche Pfarrer dieser Nebenkirche und der Bewohner, welche sich zu derselben hielten.

Diese einfache Holzkapelle war wohl auch dem Einfalle der wilden Ungarn zum Opfer gefallen und lange Zeit ging es her bis mit der Aufrichtung des Klosters Niederaltaich durch den hl. Bischof Wolfgang von Regensburg und Pilgrim von Passau, vormaligen Kanonikers der Mauritiuskirche im Jahre 990 die Söhne des hl. Vaters Benedikt in Niederaltaich wieder einzogen. Unter dem ersten Abte dem hl. Godhart (971-1002) kam Altaich zu schnellem Aufblühen, in jeder Beziehung.

Schon Herzog Arnulf hatte auf einer Synode zu Regensburg und Dingolfing 932 mit den geistlichen und weltlichen Grossen des Landes angeordnet, daß eine Steuer von einem Denare erhoben werden sollte, welche von jeder Pfarrei zur Herstellung der zerstörten Kirchen an den Bischof abgeliefert werden musste. Es war Bischof Isangrim (930-942). Der sich an dieser …. Beteiligte.

Wir haben schon gesehen, wie sich Bischof Wolfgang der Heilige (972-94) um die Herstellung des Klosters Niederaltaich bemühte. Derselbe trägt als Abzeichen seiner gesegneten bischöflichen Wirksamkeit auf dem einem Arme das Rodungsbeil und auf dem anderen ein Kirchenmodell. In seiner Diözese Regensburg lagen damals die Kirchen Haidlfing, Irlbach, Mariaposching, PFELLING, Mindraching, Oberschwarzach, Niederwinkling und Wallerdorf als Eigenkirchen des Klosters Niederaltaich, welche schon seit der Stiftungszeit von dort aus seelsorgerlich betreut worden waren.

Es lag daher dem hl. Bischofe sehr am Herzen, daß diese Kapellen soweit sie durch die Ungarneinfälle zerstört worden waren, wiederum erstellt wurden. Dann erst konnten die Niederaltaicher Mönche daran gehen, ihre früheren verlassenen Gemeinden im Donaugaue wiederum seelsorgerlichen Beistand zu leisten. Wir müssen annehmen, daß um diese Zeit auch das Heiligtum der Jungfrau und Martyrerin am Donaustrande in Pfelling, wenn nur auch als einfacher Holzbau mit Hilfe des Urmaiers auf seinem Hofe wieder aus der Asche erstand und geweiht wurde.

Andererseits sicherten sich die Äbte des Klosters Niederaltaich im Bestande ihrer Eigenkirchen und deren Rechte durch päpstliche Bullen.

Auch schein die Kapelle in Pfelling von den Urmaiern damals mit einer kleinen Dos auzs liegenden Grundstücken begabt worden zu sein.

In den Verzeichnissen. der Gilten des Klosters kommt Pfelling nicht vor wie andere Orte Winkling und Schwarzach zum Beispiel.

Es gelang natürlich nicht mehr, nachdem der ganze Bezirk um Bogen sich wirtschaftlich, wie wir gesehen haben, seit mehr als einem Jahrhundert unter die Herrschaft der Grafen von Bogen gekommen war, die früheren Rechtsverhältnisse in Geltung zu bringen. Aber in andrer Beziehung hatten die Niederaltaicher die spätere Pfarrei Pfelling fest in Händen und währte dieses Verhältniss bis zur Klosteraufhebung im Jahre 1803.

Auch der Dienstmann und Vasalle auf dem Urmaierhofe und später auf der Burg musste im Abte von Niederaltaich und seinen Nachfolgern und in den von ihnen präsentierten Weltpriestern wohl oder übel die geistlichen Hirten anerkennen und ihnen Zehent und Abgaben leisten.

Er und seine Leute musste ja von Herzen froh sein, wenn die frommen Mönche um die geringe materielle Entschädigung sozusagen um Gotteslohn übernahmen die 6 Stunden entfernte Kapelle und Gemeinde seelsorgerlich zu betreuen. Ihre Dienstreisen nach Pfelling werden wohl die Patres zu Schiffe hin und her gemacht haben.

Name der Urmaier auf dem Hofe in Pfelling kennen wir nicht.

Wohl aber ist uns das Geschlecht der Pfellinger Burgherrn der Nachfolger der Urmaier bekannt (Siehe Geschichte derselben).

Die Urmaier waren als mehrfache Hofbesitzer beziehungsweise als deren Grundherrn verpflichtet den Grafen von Bogen Heeresfolge und Kriegsdienste zu leisten. Dafür wurden sie auch mit entsprechenden Lehen begabt, so daß sie wohl eines der begüterten Ministerialgeschlechter im Donaugau geworden sind.

Als erster vielmehr letzter Urmaier der nicht auf der Burg saß, sondern noch auf seinem von den Vätern ererbten Hofe saß, ist ein Arnold von Pfelling im Totenbuch des Klosters Windberg eingetragen. X Kal. Jun. Arnoldus L. de pholingen. – 20. Mai Arnold Maie von Pfelling gleich darauf in der nächsten Zeile – VII ? Kal. Jun. Arnoldus L. Avus superioris Arnoldi, qui dedit nobis mansum illum winzir. ? Mai Arnold sei  der Großvater des vorhergenannten Arnold der uns jenen Hof in Weinzier schenkte.

Es wäre die Reigenfolge nachstehend:
1. Arnold
2. dessen Sohn unbekannten Namens
3. Arnold II der nach den Traditionen kurz vor seinem Tode 1147 den Windbergern seinen Hof in Weinzier gab.

Der erste Arnold muss nach der Eintragung seinen Sohn und Enkel überlebt haben. Er scheint kurz nach demselben gestorben zu sein.

Da der Abt vergessen zu haben scheint, daß der zuerst genannte Arnold dem Kloster den Hofe vermacht, holt er beim Tode des Großvaters dieses nach, durch seine Bemerkung. Dieser Arnold der Großvater muss ein sehr hohes Alter erreicht haben. Er sah wohl die ersten Grafen von Bogen Friederich und Aswin. Da anzunehmen, daß erst Mitte des 12. Jahrhunderts die Pfellinger Maier sich auf dem Steinberge eine feste Burg

[Fehlstelle, eine Zeile fehlt]

Auf Arnold II folgte Rapotto, der sich weigerte an das Stift Sct. Johann den Zehent zu entrichten und dafür durch eine Bulle des Papstes Lucius excomuniziert wurde. 1184  Derselbe scheint um 1187 gestorben zu sein und zwar vermutlich im Banne, weil derselbe im Totenbuch nicht vorkommt, wiewohl er den Windbergern noch auf dem Todbette das Gut in Ogleinsmais bei Viechtach schenkte. Man scheute sich den im Banne gestorbenen Guttäter in das Totenbuch aufzunehmen.

Von 1182 – 1242 ist Heinrich der Ältere als Burgherr und Besitzer des Stammhofes der Pfellinger Maier anzusetzen.

Auf ihn folgte sein Sohn Heinrich der Jüngere und dessen Gemahlin Mechtildis von Rotteneck Schwester des Bischofes Heinrich II von Rotteneck in Regensburg 1245-1290.

Er stiftete mit seinem Gute Drosslach und zuletzt mit seiner Hofmark Pfelling 1285 bezw. 1290 das Kloster Gotteszell.

Durch diese Stiftung ging der ehemalige Herrenhof in Pfelling nebst dem Schlosse und den Waldungen auf dem Steinberge in das Eigentum zunächst des Cisterzienserkloster Aldersbach über.

Schon der alte Heinrich war wie es scheint Burgwart des Grafen Albert IV in Ruhmannsfelden und sein Sohn Heinrich wird wohl nach dem Aussterben des Bogener Grafenhauses dortselbst seinen dauernden Aufenthalt genommen haben und nur mehr selten auf die Steinburg nach Pfelling gekommen zu sein.

Der innere bayerische Wald war zu seiner Heimat geworden an die er dachte und für die er sorgte. Über seine Burg und den Herrenhof in Pfelling wird einen Villicus aufgestellt zu haben.

Auch die Äbte von Aldersbach beziehungsweise der Prior von Gotteszell wird den Herrenhof in Pfelling nicht durch eigene Leute bewirtschaften haben lassen, sondern denselben auf Leib an einen ehrlichen Bauersmann zu Lehen gegeben haben. In dem Saalbuche des Klosters Gotteszell, das ungefähr um die Wende des 14. u. 15. Jahrhunderts angelegt und im Hauptstaatsarchiv in München aufbewahrt liegt, heisst der frühere Herrenhof Zum Obermayr. Derselbe mit den 5 anderen Höfen der Ortschaft Pfelling bildete sozusagen die Milchkuh für die armen Brüder des bayr. Waldklosters bis zu Klosteraufhebung 1803.

[Siehe Tabelle am Schluß]

Geschichte des Urmaierhofes in Pfelling Hausnummer 1
Klosterhof von Gotteszell.

Verfasst von Pfarrer Straßer von Pfelling 1928.

  1. Teil.

Dieser ehemalige Herrenhof der Pfellinger Burgherrn hatte nach dem Steuerregister vom Jahre 1808 nachstehenden Besitzstand.

Name des Besitzers: Hausnummer 1. Beim Prebecken, Michael Sagstetter.

Gegenstand des Besitzes: a. Der Prebeckenhof.

Dominikalverhältnisse: a. Vogtbar zum Landgericht Mitterfels. b. Erbrecht zum Rentamt Mitterfels. Zehent 1/3 eben dahin, 1/3 die Pfarr Pfelling u. 1/3 Sct. Johann.

Bisherige Staatsauflagen: Steuer 7 fl. 28 fl. Fourage 7 fl., Vorspannanlage: 1 fl. 15 kr.; Summe 43 fl. 15 kr.

Eidliche Schätzung: 3515 fl. Fatierter Wert: 1000 fl. amtliches Gutachten 5025 fl. Steuerkapital: 5025 fl. Neue Steuer: 6 fl. 16 kr. 17 hl.
Bemerkung: Hat sehr großen Getreidedienst.

Beziehend des Zehents von diesem Hofe ist zu bemerken, dass der Pfarrer von Pfelling von diesem grossen Hofe keinen Getreidezehent hatte, sondern nur den Grünzehent. Den grossen Zehent hatte der Besitzer an das Kloster Niederaltaich zureichen, welches seinerzeit bei der Errichtung der Pfarrei 1125 das Zehentdrittel sich vorbehalten hatte, wegen der Pfarrpräsentation Niederaltaich hob aber den Zehent nicht in Natura ein, sondern verstiftete ihn an den Zehentholden um 38 fl. Der Pfarrer genoss auch den Blutzehent von diesem Hofe.

Nach dem Steuerregister von dem Jahre 1832 setzt sich der Besitz im einzelnen zusammen: 1. Äcker 70,27 Tgw., 2. Wiesen 7,83 Tgw., Gärten: 0,35 Tgw., 4. Waldungen 17,73 Tgw., 5. Haus und Hofraum: 0,52 Tgw. Strassen und Wege – 3,0 Tgw., Flüsse und Gewässer: 1,14 Tgw., Zusammen: 97,15 Tgw.

Auch hatte der Hof mit noch anderen Höfen das Nutzungsrecht 1/5 an dem in der Donau gelegenen Wört.

Maierhofbesitzer auf dem Oberhofe.

Welches die vom Prior von Gotteszell bezw. Abte bestellten Villici seit dem Jahre 1290 bis gegen Ende des 16. Jahrhunderts waren, dafür fehlen die Aufzeichnungen.

1. Als erster aus Urkunden nachweisbarer Villicus erscheint ein gewisser Georg Papst um 1545.

2. Dessen Sohn beziehungsweise hinterlassene zweite Ehefrau ist 1583 auf dem Hofe. In dem Prozesse des Abtes von Gotteszell wegen des Wörts in der Donau wird nämlich am 14. Januar 1583 vor dem Pfleggerichte Schwarzach vernommen Georg Papst von Pfelling auf dem Oberhofe, 38 Jahre alt, 300 fl. Vermögen. Er kann nichts sagen, weil er noch ganz klein und kein Mensch gewesen, aber sein Vater Georg Papst habe jeder Zeit den fünften Teil daran gehabt am Wört nämlich. Wie er aber an ihn gekommen, wisse er nicht. Gleichwohl seine Stiefmutter heut zu Tag noch heugt und fehmt.

3. Nach der Kirchenrechnung vom Jahre 1589 ist auf dem Oberhofe Andreas Papst, welcher in diesem Jahre von Wolfen Rothpauer die Kirchensölde in Pfelling erkauft und die Gilt hiefür mit 3 fl. 15 kr. entrichtet. Dieser Andreas Papst ist nach der Pfarrbechreibung vom Jahre 1609 noch auf dem Oberhofe. Den Nachbarhof (Iglbergerhof) Mitterhof damals genannt, hatte ein gewisser Thomas Papst inne. Auch ein Sebastian Papst und ein Simon Papst kommen gleichzeitig als Angrenzer an die Widdumsfelder vor. Dieselben hatten wahrscheinlich die Höfe Nr. 10 u. 25 in Pfelling inne. So daß also die Familie Papst gleichzeitig das ganze Dorf Pfelling in Besitz hatte. Die Familie stammt wahrscheinlich aus der Pfarrei Schwarzach. Die Degenberger waren ja damals die Vogtherrn über die Hofmark Pfelling und aus ihrem Bezirke kamen auch die Villici der Klosterhöfe von Gotteszell zumeist.

Die Familie Papst scheint bis zum Schwedeneinfall 1633 in Pfelling ansässig gewesen zu sein. In der Pfarrmatrikel die 1636 beginnen kommen über die Familien Papst keine Einträge vor. Ein Bartholomä Papst ist in der Pfarrkirchenrechnung vom Jahre 1630 als Schuldner eines Schuldkapitals von 50 fl. vor derselbe als Förg in Pfelling.

Was es mit dem Andreas Papst auf dem Oberhof und mit dem Thomas Papst auf dem Nachbarhofe dem Mitterhofe geworden ist nicht bekannt.

In dem Archivverzeichnisse des Klosters Gotteszell kommt ein Gantprozessakt des Bauern Sebastian Papst von Pfelling aus dem Jahre 1627 vor. Dieser Sebastian Papst wahrscheinlich ein Bruder der beiden vorhin genannten war auf der Hausnummer 10 dem späteren Siebauerhof. Das gleiche Schicksal wird auch die beiden oberen Bauern nach dem Einfalle der Weimarischen Reiterscharen, welche seit November 1633 von ihrem Standquartiere dem Kloster von Oberaltaich aus die ganze Gegend fortwährend beunruhigten, getroffen haben. Wie aus den Kirchenrechnungen hervorgeht erschienen die Schweden auch in Pfelling, plünderten und brandschatzten wie sonst schauderhafter Weise. (Siehe Pfarrgeschichte von Pfelling)

Von den Hofbesitzern wird gegolten haben, verdorben und gestorben. Es herrschte ja auch die Pest im ganzen Gegend.

Die Höfe werden verödet sein und vergantet. Unter der Regierung des Abtes Christoph Lehen (1638-1651) der noch mit einem einzigen Bruder in den Ruinen des Klosters Gotteszell hauste, kommen in Pfelling eine Reihe von Vergantungen vor. Von dem Einfalle des schwedischen Generals Baner 1641 und des Wrangels 1648 scheint jedoch der Orte Pfelling weniger mehr zu leiden gehabt zu haben. Es gab ja auch nichts mehr zu plündern.

Pfarrer Vitus Sayn von Winkling, der die verwaiste und von den geflohenen Benediktinern in Oberaltaich verlassene Pfarrei Pfelling versah, hebt in seinem Schreiben an das Bischöfliche Ordinariat Regensburg 1648 hervor, daß der Ort Pfelling halb öde liege. Es wird für den Abt als Grundherrn schwer gefallen sein, neue Vilici für seine Höfe in Pfelling aufzutreiben. Während aber nach der Pfarrmatrikel nach dem Schwedenkriege auf allen Höfen neue Familien finden. Erscheint auf dem Haupthofe erst vom Jahre 1696 eine geschlossenen Reihenfolge der Maier.

In dem oben schon erwähnten Archivalverzeichnis ist allerdings ein umfangreicher Akt enthalten gewesen: Die Vergantung des Sebastian Schemers zu Pfelling betr. Hat Herr Abt Christoph des guet den 30. April 1642 an sich gekauft. Item ein absonderliches Aktl: Die Ausschaffung des Schemers betr.

Da dieser Bauer Sebastian Schemer nicht anderswo untergebracht werden kann, so wird angenommen, dass derselbe nach dem Papst Maier auf dem Oberhofe gewesen sei. Er kommt auch in der Taufmatrikel vor.

Sebastian Schemerer Bauer in Pfelling. Mutter Anna, Kind Mathias, eb. 16.2.1942, Pate Trostmair Taglöhner in Welchenpurg. Pfarrer Georg Hallwax.

Dieser Sebastian Schemerer ist auch mit Mathias Wacker aus Entau 1640 nach der Kirchenrechnung als Vormund für die unmündige Wirttochter Wacker von Pfelling ausgestellt, der auf die Gant geschrieben war.

Klostermaier auf dem Oberhofe nach dem dreißigjährigen Kriege:

1. Mathias Prunner, ehel. Sohn des Adam Prunner, Bauers in Loh, verheiratete sich 6.2.1679 mit Walburga, des Sebastian Loibl, Bauers von Pfelling (Stegbauer) und der Barbara – schon verstorben. Zeugen auf Seite des Bräutigams: Lorenz Proller Wirt in Wischelburg, Peter Schwarzmüller Bauer in Loh. Auf Seite der Braut: Gregor Loibl, Bruder der Braut und Michael Loibl, Bauer von Lenzing. P. Emeram.
Kinder:
1. Anna geb. 23.10.1682. Patin Anna Geierin aus der Pfarrei Stephansposching. P.Emeram.
2. Maria geb. 5.4.1681. Patin Anna Geierin von Wischelbrug. P. Emeram.

Walburga Prunner, geborne Loibl starb schon 2.1.1684. Vorher versehen mit der hl. Eucharistie. P. Basilius Monus.

Der Witwer Mathias Prunner verheiratete sich wieder 16.5.1984 mit der ledigen Dorothea Rottpäuerin des Johann Rottpauers von Pezendorf aus der Pfarrei Waltendorf und der Walburga schon verstorben ehel. Tochter.
Zeugen auf der Seite des Bräutigams: Mathias Loibl von Pfelling und Johann Geyer von Wischelburg. Auf der Seite der Braut: Michael Rottpauer von Petzendorf und Georg Plankh von Hundldorf. P. Basilius Monus.

Kinder aus zweiter Ehe:
1. Johann geb. 19.5.1687. Pate: Johann Geier von Wischelburg. P. Basilius.
2. Georg geb. 14.4.1689. Pate wie vor. P. Franciscus Blathiell. Überkam 1721 frn Hof.

Mathias Prunner Bauer von Pfelling starb mit allen hl. Sakramenten versehen 16.6.1693. P. Gregorius Beckh.

Dessen Witwe Dorothea verheiratete sich wieder 6.8.1693 mit‘

2. Blasius Loibl des Andreas Loibl Bauers von Waltendorf und der Agnes dessen Ehefrau. Zeugen: Blasius Stich, Bauer in Aicha, Gregor Loibl in Pfelling. Michael Rottenpauer von Pezendorf, Johann Gayr von Wischlburg. P. Gregor Beckh. Aus der ehe gingen keine Kinder hervor.

Blasius Loibl starb 17.2.1699 mit allen hl. Sakramenten vorher versehen. P. Roman.

Zum drittenmale trat Dorothea, geborne Rottpauer, an den Traualtar mit

3. Dem Jüngling Andreas Pogner, 2.6.1699, des Simon Pogner und der Maria, Bauers von Dörfling. Zeugen: Mathias Pogner von Dörfling, Michael Rottpauer von Petzendorf, Mathias Igöberger von Pfelling. P. Roman.

Dorothea Pogner starb ?2.7.1725 ungefähr 80 Jahre alt. Pater: Antonius.

Den Hof hatte endlich 1721 der Sohn erster Ehe Georg Prunner übernommen.

Der Ausnahmbauer Andreas Pogner verheiratete sich 15.11.1725 mit Maria Läschingerin des Jakob Läschinger und der Agatha, beide verst. Von Pfelling. Zeugen: Thomas Pogner, Bauer in Dörfling. Wolfgang Pogner Bürger und Taglöhner in Bogen. Godehart Läschinger Tagwerker in Pfelling, Johann Obermayr Witiber und Söldner von Anning. P. Antonius Vizz.

Andreas Pogner Ausnahmbauer von Pfelling starb versehen mit allen hl. Sakramenten 1.1.1733, 55 Jahre alt. P. Godehard Seydl.

Seine Witwe Maria, geb. Läschinger starb 9.2.1744, vorher versehen, 70 Jahre alt. Kinder aus ihrer Ehe waren nicht da.

4. Georg Prunner, geb. 14.4.1689, heiratete 7.2.1721 Margareta Stattenberger des Sebastian Stattenberger, Bauers von Hettenkofen + und der Eva. Zeigen: Thomas Prunner, Bauer von Loh, Georg Ziehrer, Pauer von Stephansposching. P. Cölestin.
Kinder:
1. Maria geb. 27.2.1722. Patin: Katharina Stadler des Georg Stadler Webers von Pfelling Hausfrau. P. Cölestin.
2. Johann Georg, geb. 12.2.1723. Pate Georg Stadler Weber von Pfelling. P. Antonius.
3. Maria Katharina, geb. 3.7.1724. Patin: wie vor. P. Cölestin.
Heiratete 1743 den Franz Siebenhärl von Liepolding.
4. Johann Georg, geb. 4.7.1726 +. Pate: Georg Stadler Weber von Pfelling. P. Cölestin.
5. Maria, geb. 19.3.1728. Patin u. P. wie vor. +

Margareta Prunner, geborne Stattenberger, starb 2.5.1728 mit den Sakramenten versehen. 32 Jahre alt. P. Josephus.

Der verwitwete Bauer Georg Prunner trat wieder in den Ehestand 7.10.1728 mit Katharina Hiendlmayr des Peter Hiendlmayr Bauers von Straßkirchen und der Maria. Zeugen: Mathias Holmer Bürger und Hausmetzger von Pogen. Georg Stadler Leineweber von Pfelling, Thomas Wumb Bauer von Straßkirchen Simon Grueber Schmid von Straßkirchen. P. Cölestin.

Kinder zweiter Ehe:
1. Maria geb. 19.7.1729.  Patin: Katharina Stadlerin, Leinweberin von Pfelling. P. Cölestin.
2. Wolfgang, geb. 29.10.1730. Pate: Georg Stadler. P. Honoratus.
3. Josef, geb. 22.3.1732. Pate: wie vor. P. Marianus.
+ 9 Jahre als 1743.
4. Johann Georg, geb. 13.4.1734. Pate: wie vor. P. Honoratus.

Georg Prunner starb versehen 5.5.1739, 55 AJhre alt. P. Gregorius Amann. Die Witwe Katharina Prunner, geborne Stattenberger heiratete 8.2.1740 den ledigen Bauerssohn Jakob Schemmerer von Entau. Zeugen: Andreas Iglberger, Bauer von Pfelling, Johann Müllbauer Schullehrer und Anton Englram und Josef Hanbauer Bauern von Entau. P. Gregor Amann.
Kind. Maria Walburga, geb. 22.3.1741. Patin Walburga Millpauerin Schuhmacherin von Pfelling. P. Gregorius.

Katharina Schemmerin Bäuerin von Pfelling starb mit allem versehen 11.2.1742 cra 40 Jahre alt. P. Cajetan Friedl.

Deren Ehemann Jakob starb 2. 2. 1743, 40 Jahre alt, mit allen Sakramenten versehen cra 40 Jahre alt. P. Cajetan.

7. Katharina Prunner, geb. 3.7.1726 als Tochter des Georg Prunner u. der Margareta geborne Stattenberger heiratete 4.2.1745 den ledigen Franz Siebnärl des + Lorenz Sibenhärl, Halbbauers von Liberting (auf Gotteszeller Klosterhof Nr 61) und der Katharina ehel. Sohn. Zeugen Johann Milpauer Schulmeister und Mathias Miller Wirt von Pfelling. P. Cajetan Friedl.

Deren in Pfelling gebornen Kinder: (Siehe Geschichte von Nr. 66 in Liepolding) es scheint, daß Katharina Prunner und deren Ehemann Franz Sibenhärl nicht als Maier vom Abte anerkannt wurden. Dieselben befinden sich bis zum Jahre 1766 in Pfelling als Taglöhnersleute, wahrscheinlich auf dem Oberhofe, dann ist Franz Sibenhärl auf der Sölde Hausnummer 66 in Liepolding.

  1. Auf dem Oberhofe erscheint ein neuer Gutsmaier cra 1748.

Mathias und Walburga Prebeck, wahrscheinlich aus Schwarzach stammend. Deren Sohn Mathias heiratete 1754 30.4. die Theres Iglberger Bauerstochter von Pfelling und ist auf dem Nebenhofe des Stegbauerngutes Nr. 26 ein zweiter Sohn mit Namen Jakob erhielt den Oberhof.

9. Jakob Preböck des Mathias und der Walburga beide noch am Leben Bauer von Pfelling heiratete 27.1.1771 Maria des Josef Schreiber + Bauer von Hundldorf und der Walburga noch am Leben. Zeugen: Mathias Prebeck, Vater, Josef Schreiber. Mathias Amerling Schmid, Andreas Schreiber von Hundldorf. Pfarrer: Stefan Pflanzelt.

Deren ehe war kinderlos.

Maria Prebeck Bäuerin von Pfelling starb 25.11.1774.Pf. Pflanzelt.

Jakob Prebeck Bauer und Witwer verheiratete sich wieder 17.1.1775 mit Magdalena Loibl des Vitus + Bauers von Alkofen und der Maria noch am Leben. Zeugen: Georg Radlbeck, Söldners von Liepolding u. Andreas Loibl Bauer von Allkofen. Pf. Pflanzelt.

Kind: Jakob geb. 20.5.1780 Pate: Georg Radlbeck Halbbauer von Liepolding. Pf. Pflanzelt.

Der Bauer Jakob Prebeck starb schon 3.11.1780.

10. Seine Witwe Magdalena geborne Loibl verheiratete sich wieder 20.3. 1781 mit Johann Prindl des Nikolaus Prindl und der Anna Pauer von Untermenach. Zeugen: Mathias Prebeck und Andreas Loibl. Pf. Pflanzelt.

Kinder aus dieser Ehe entsprangen nicht.

Johann Prondl starb 15.8.1796, versehen. Pf. Andreas Stichauner.

11. Die Witwe Magdalena geborne Loibl erstverehelichte Prebeck verheiratete sich zum drittenmale mit dem Jüngling Michale Sagstetter des Josef und der Anna, geborne Fruhstorfer von Allersdorf, Bauersheleuete von Anning Nr. 69, beide noch am leben. Zeigen: Josef Sagstetter von Anning, Josef Iglberger und Johann Mändl, Lehrer und Schreiner von Pfelling- Pf. Josef Deml. Die Trauung fand 13.2.1798 statt. Keine Kinder.

Michael Sagstetter verheirateter Bauer von Pfelling starb 1.1.1811 an Brustwassersucht, 46 Jahre alt. Pf. Georg Geiger.

Magdalena Sagstetter, Ausnahmbäuerin von Pfelling starb 18.1.1826, unversehen an Lungensucht. Pf. Sebastian Aumayr, 73. Jahre alt.

12. Das Erbrecht auf dem Oberhofe ging über auf Jakob Prebeck, geboren am 24.7.1780 des Jakob Prebeck und dessen zweiten Ehefrau Magdalena, geborne Loibl, Bauerstochter von Allkofen, zuletzt verheiratete Sagstetter.

Dieser verheiratete sich 27.10.1812 mit Anna Maria Sträußl, geb. 16.1.1786, des Paul Sträussl und der Maria geborne Helmbrecht, Bauerstochter von Niederwinkling. Zeugen Johann Mändl, Schulleherrer von hier und Georg Steurer Söldner von Entau. Pf. Georg Geiger.

Kinder:
1. Anna Maria, geb. 15.3.1814, Patin: Theres Gstettenbauer, Halbbäuerin von Anning. Pf. Georg Geiger.
2. Jakob, geb. 6.6.1815. Pate: Michael Gstettenbauer, Bauer von Anning. Pfarrprovisor Nikolaus Geiger.
3. Theres geb. 7.3.1817. Patin: wie vor. Pf. Johann Ev. Inkofer.
4. Katharina geb. 9.6.1810. Patin und Pf. Wie vor.
5. Johann Bapt. geb. 6.6.1820. Wie vor.
6. Georg geb. 3.1.1822. Pate: wie vor Pf. Mathias Kroiß.
bekommt den Hof.
7. Peter geb. 1.6.1824. Patin: Theres Gstettenbauer ½ Bäuerin von Anning. Pf. Kroiß.
8. Margareta geb. 26.10.1826. Patin: wie vor. Pf. Seb. Aumayr.

Prebeck Maria verheiratete Bäuerin von Pfelling starb 30.07.1846 an Schleimschlag. Pf. Georg Lang.

Deren verwitweter Ehemann Jakob Prebeck Ausnahmbauer kommt in der Sterbematrikel nicht vor, 1855 war er noch am Leben. Scheint verzogen zu sein.

Den Hof erhielt der Sohn Georg, geb. 26.3.1822.

13. Derselbe heiratete 3.6.1855 Anna Ertl geb. 14.3.1821 des Andreas Ertl und der Anna, geborne Miller Bauerstochter von Eidsberg Pfarrei Grafling. Zeugen: Jakob Prebeck und Andreas Ertl, Pf. Leonhart Siegert.
Kinder:
1. Josef geb. 19.3.1858 + Pate: Georg Kiefl Bauer von Niederwinkling. Pf. Siegert.
2. Anna Maria geb. 22.9.1860. Juliana Kiefl Bäuerin von Niederwinkling dermalen in Straubing, Patin. Pf. Simon Zeitler.
3. Anna geb. 2.2.1862 +. Patin Juliana Kiefl Bäuerin in Stephansposching. Pf. Zeitler. Bekommt den Hof.
4. Franziska geb. 15.2.1865. Patin: Juliane Kiefl Bäuerin von Höhenrain
[zwischen den Zeilen eingefügt:] Verwitwete Griesbauer lebt als Privatier in Straubing.
bei Plattling. Vertreten durch die Hebamme.

Georg Prebeck starb als Ausnahmbauer 11.3.1890 an Lungenentzündung, 68 Jahre alt. Pf. Bartholomä Mitterer.

Dessen Ehefrau Anna Ertl starb 12.5.1924, an Marasmus, versehen, 93 Jahre alt. Erfreute sich in die letzten Jahre ihres Alters einer großen geistigen und körperlichen Gesundheit. Nur das Augenlicht ließ nach und zuletzt erblindete sie vollständig. An den Weltkrieg wollte dieselbe nicht glauben, trotzdem daß zwei ihrer Enkelsöhne an denselben teilnahmen und von zu Hause abwesend waren und als Soldaten in Urlaub aus dem Felde nach der Heimat zurückkehrten. Begraben wurde dieselbe von Pfarrer Simon Straßer.

14. Den Hof hatte die Tochter Juliana übernommen. Dieselbe heiratete 9.6.1886 den Franz Xaver Prebeck geb. 2.1.1859 in Innerhienthal ausserhalb Straubing des Michael Prebeck Privatiers in Straubing und der + Theres Fuhrmann Bauerstochter von Riedling. Zeugen: Georg Prebeck Ausnahmbauer von Pfelling und Michael Prebeck. Pfr. Krieger.

Kinder:
1. Franz Xaver geb. 4.4.1887. Patin: Franziska Prebeck led. Standes Bauerstochter von Pfelling. Pf. Krieger.
Heiratete 7.5.1911 die Bauerswitwe Philomena Beutelhauser in Hofdorf bei Dingolfing.
2. Franziska geb. 14.4.1888 + Wie vor.
3. Maximilian geb. 7.7.1889, Patin: wie vor. Pfarrprovisor Max Reger derzeit Seminarregens am Klerikalseminar in Regensburg. Bekommt den Hof.
4. Johann Ev. geb. 16.11.1890 + Pate: Johann Griesbauer Bauer v. Gänsdorf. Pf. Mitterer.
5. Anonymus geb. 4.10.1893 +
6. Anonymus geb. 7.10.1894. Von der Hebamme notgetauft. +
7. Anna geb. 18.3.1896 + Franziska Griesbauer Bäuerin von Gänsdorf. Pf. Mitterer.
8. Florian geb. 26.4.1898 + notgetauft von der Hebamme.
9. Anonymus 1.9.1901 +
10. Otto geb. 14.9.1904. Pate: Johann Griesbauer Bauer von Gänsdorf. Pf. Franz Xaver Ritzinger.

Heiratete 31.8.1927 Lidwina Fuschsteiner Wirtschaftspächter von Hermannsdorf. Getraut von Pf. Simon Straßer. Pachteten die Wirtschaft des Ignaz Petzenhauser in Pfelling. Haben sich Frühjahr 1928 in Parkstetten ein Anwesen erworben.

15. Den Hof übernahm der Sohn Maximilian. Derselbe heiratete 31.12.1920 die Bauerstochter Anna Kiefl von Albertskirchen. Trauzeugen: Xaver Prebeck Bauer von Pfelling, Vater und Josef Kiefl, Bauer von Albertskirchen, Bruder der Braut. Getraut von Sr. Gnaden dem Hochw. Domdekan Dr. Franz Xaver Kiefl von Regensburg, Onkel der Braut.

Kinder:
1. Max, geb. 30.6.1923 #. Pate: Michael Englram Bauer in Straßkirchen. Pf. Straßer
2. Karl Heinrich geb. 19.1.1926. Patin: Emilie Englram Bäuerin von Straßkirchen, geborene Kiefl Bauerstochter von Albertskirchen. Pf. Straßer.

Max und Anna Prebeck sind zur Zeit auf dem Oberhofe.
Die Eltern des Max Prebeck Xaver und Juliana Prebeck leben im Austrage bei ihrem Sohne.

Ergänzungen zu dem Besitzstande des Oberhofes.

Zu diesem Hofe gehörte im 12. Jahrhundert noch der Weinberg oberhalb des Hofes gelegen, welcher jedenfalls schon bei der Einwanderung also noch in keltisch romanischer Zeit bestand. Das Weinberghäuschen diente als Tagwerkerhäuschen. Der Weinberg wird in der Übergabeurkunde an das Kloster Gotteszell eigens genannt. Derselbe war dann ein Lehen desselben. Der Weinbau wurde jedenfalls bis zum dreißigjährigen Krieg von dem Kloster selbst gepflegt. Bildete einen wertvollen Bestandteil der Schenkung des Heinrich und der Mechtilde von Pfelling für das Waldkloster, das für die rituellen Bedürfnisse wohl zunächst auf die Erträgnisse dortselbst angewiesen war. Dieser Weinberg noch als solcher im Steuerkataster vom Jahre 1832 bezeichnet Flurnummer 352 ist 0,?6 Tgw. gros, später ging der Weinberg an den Nachbarhof Nr. 5 über (Siehe Geschichte des Weinberges in Pfelling).

Ferner gehörten zum Schlossgepäu die Waldungen am Steinberg mit der Burg cra 50 Tgw. Hievon verkaufte der Abt Wilhelm I. von Gotteszell an den Wirt Mathias Müller von Pfelling 10 Tgw. Nebst den unterhalb dieses Waldes gelegenen Pointen zu cra 6 Tagwerken um den Preis von 1500 fl.

Ferner wurden bei der Errichtung der Pfarrei. Welche um das Jahr 1125 zu setzen ist, vom Urmaierhof zur Bildung eines Widdums die beiden Äcker bei der Straßenbiegung unterhalb des Steinberges zu 1,66 Tgw. Abgetreten, welche Grundstücke sicherlich zum Urmaierhof gehörten. Was an sonstigen Grundstücken durch die Urmaier an die Kirche und an das Pfarrwiddum abgegeben mag wohl noch cra 10 Tgw ausgemacht haben.

So kam es, daß der ursprüngliche Haushof, zuletzt weniger Grundbesitz umfasset, als der Nebenhof Nr 5 (jetzt Iglberger), der wohl schon längst vor der Errichtung der Pfarrei vom ehemaligen Haupthofe abgetrennt wurde. Dass der ganze Güterkomplex einstens zusammengehörte, ersieht man daraus, daß in den Grundflächen der Haupt- und Nebenhof unmittelbar nebeneinander liegen. Der Platz für den etwa 1200 erbauten Pfarrhof und die Hoftaferne war sicherlich früher zum Garten oder Anger des Nachbarhofes des Urmaiers gehörig und aus der schmalen Fläche, gleichsam eingezwängt in den Hof des Nachbars ist aus dem alten Katasterblatte erkenntlich wie die Verhältnisse von Anfange an waren.

Als ein weiteres Kennzeichen des Oberhofes als einziger Urmaierhof von Pfelling mag der Umstand angeführt werden, daß er mit dem Nachbarhofe die grösste geschlossene Ackerfläche hat. Unmittelbar an der Nordseite desselben liegen die Plnr. 353 u. 354 zu 3,7 Tgw bezw. Zu 8,40 Tgw. An welche sich die Pfarrfelder zu 1,63 Tgw. anschliessen. Dieselben wurden sicherlich, wie schon vorhin erwähnt, vom Urmaier beziehungsweise später Burgherrn1105 zu Bildung eines Pfarrwiddums geschenkt. Der Weinberg wurde ebenfalls schon erwähnt. Dazu gehörte Plnr. 410? wie hinter dem Steinberge 4,75 Tgw. Sonst ist noch hervorzuheben der Sch?sselacker mit 5,6 Tgw. ?ich eine Breite kommt im Besitzstande vor.

Dann hatte der Oberhof mit den anderen 4 Bauern den Besitz über den cra 16 Tagwerk grossen Wört in der Donau. Es scheint derselbe eine allmende der Markgenossenschaft geblieben zu sein. 1290 kommt dieser Wört an das Kloster Gotteszell (Siehe Geschichte des Wörts in der Donau. Material aus dem Bayr. Staatsarchiv Landshut)

Sicherlich gehörte zum Urmaierhof beziehungsweise bildeten die Lehen des Grundherrn von Pfelling. Das Urfahr und die Fischersölde, welche ausdrücklich in der Bestätigungsurkunde des Herzogs Otto 1294 als Schenkung des Heinrich des Jüngeren und seiner Gemahlin Mechtildis von Pfelling an das Kloster Gotteszell aufgeführt sind.

Auch ein Bad war noch im 15. Jahrhundert und ein Badeacker liegt neben dem Oberhofe, derselbe gehört allerdings zum Nachbarhofe.

Kirchenherr über die Eigenkirche scheint der Urmaier auch gewesen zu sein. Denn in den Windberger Schenkungsurkunden verkauft Rapotto von Pfelling einen Teil der Dos der Margartenkriche an das neugegründete Kloster Windberg und entschädigt die Kirche mit Gütern aus seinem Eigenen.

Im Übrigen war ja die Kapelle eine Eigenkirche des Klosters geworden. Der Urmaier selbst und seine Bauern seit Tassilos Zeiten Niederaltaich grundbar geworden, wenn auch dieses Verhältniß nach der Zerstörung des Stiftes durch die Ungarneinfälle, wie wir schon vernommen, ein sehr gelockerte geworden sein muß.

Patronus der Pfarrkirche war und blieb bis zur Klosteraufhebung 1803 der Abt und Konvent von Niederaltaich. In dem Zwiespalt der Grafen von Bogen mit dem Kloster, namentlich durch die Gewalttätigkeiten Albrecht IV um 1150 mag es den Pfellinger Burgherrn als Vasallen der Grafen von Bogen schwer genug gefallen sein, mit ihrem Pfarrherrn den Äbten von Niederaltaich leidlich zusammen zu leben.

Nachdem Pfelling eine selbständige Pfarrei geworden, wurden Weltpriester vom Kloster aus präsentiert. Auf sie hatte der Urmaier und dessen Nachfolger keinen Einfluss. Dieselben waren nicht Patrone der Pfarrei.

Aus dem aufgeführten geschichtlichen Tatsachenmaterial dürfte zur Genüge erhellen, daß der Oberhof in Pfelling als Urmaierhof in des Wortes vollster Bedeutung anzusehen ist.

Ende.

Quellenmaterial. Mon. B. Band X. Monumenta Windbergensia. Tratitiones. Bayr. Hauptstaatsarchiv. Bayer. Staatsarchiv Landshut. Pfarrarchiv Pfelling.

 

Geschichte des sogenannten Mitterhofes (Iglbergerhofes ) der ehemaligen Hofmark Pfelling Hausnummer 5 u. 7

Verfasst von Pfarrer Simon Straßer von Pfelling 1928.

Neben dem Urmaierhof in Pfelling später der Wirtschaftshof der Pfellinger Hofmarksherrn, Obermaier‚ Oberhof in dem Saalbuch des Klosters Gotteszell genannt stand der zweitgrösste jetzt der grösste Hof, Mitterhof genannt, auf welchem seit Ende des dreissigjährigen Krieges ein und dieselbe Familie Namens Iglberger haust. Vermutlich gehörten die beiden Höfe bis zu dem Zeitpunkte, da die Urmaier sich auf dem Berge eine Burg erbauten und so in den niederen Dienstadel der Grafen von Bogen einrückten, ein und derselben Familie. Nun teilte der bisherige Urmaier mit seinem Bruder den gemeinsamen Besitz. Was sich daraus erschliessen lässt, daß die Grundstücke der beiden Höfe unmittelbar nebeneinander liegen und zwar in großen Flächen, wie dieselben sonst den Besitz des Urmaierhofes kennzeichnen. Diese Ausscheidung des Besitzes hat jedenfalls noch vor der Erhebung der Kirche Sct. Margareta, Eigenkirche des Klosters Niederaltaich stattgefunden also um Mitte des 12. Jahrhunderts.

Das Kloster Niederaltaich behielt sich nämlich vom dem Urmaierhof in Pfelling das eine Drittel des Grosszehents, welches sonst von fast allen Höfen der neuerrichteten Pfarrei dem von Abt und Convent zu Niederaltaich praesentierten Pfarrer von Pfelling zustand ganz für sich allein vor als Absent- oder Tafelgeld. Von dem Nebenhof aber dem Mitterhof hatte der Pfarrer das 1/3 von Gross und Kleinzehent. Wäre nun der Hof noch damals ein ganzes gewesen‚ so hätte eine solche Ausscheidung nicht statt gehabt.

Beschreibung des Besitzstandes dieses Hofes.

Nach der Steuerfassion vom Jahre 1808 ist der Iglbergerhof nachstehend beschrieben:

Name und Hausnummer des Besitzers: Hsnr 5(6) Beim Iglberger. Peter Iglberger.
Gegenstand des Besitzes: Der 1/1 Iglbergerhof.  b. 2 Gemeindeteile im Gemeindeberg, einem in der Au.

Dominikalverhältnisse: a. Vogtbar zum Landgerichte b. Erbberechtigt zum Rentamt Mitterfels c. Zehent 1/3 zum besagten Rentamte, 1/3 zur Pfarrei, 1/3 Sct. Johann.

Steuer: 8 fl. 45 kr 4 hl.
35 fl. 2kr.
Fuorage: 7 fl.
Vorspann: 1 fl. 15 kr.
Summa: 52 fl. 21 kr. 4 hl.
Eidliche Schätzung: 5425 fl. Fatierter Wert 1700 fl. Amtliches Gutachten: 7750 fl. Steuerkapitel 7750 fl. Neue Steuer 9 fl. 41 kr. 2 hl. Bem. Hat sehr grossen Naturaldienst.

Nach dem Bonitierungskataster der Steuergemeinde Pfelling vom Jahr 1831 setzt sich im einzelnen der Besitzstand dieses Hofes zusammen:
Äcker: 89,75 Tgw.
Wiesen: 25,62 Tgw.
Gärten: 1,46 Tgw.
Waldung: 35,80 Tgw.
Haus u. Hofraum: 1,60 Tgw.
Insgesamt: 133, 63 Tgw.
Zum Hofe gehörte ein Tagwerkhäuschen, das schon seit langem eingegangen. Grundbar war der Hof seit 1290 zum Kloster Gotteszell . Nach dem Saalbuche dieses Klosters im Hauptstaatsarchiv zu München aufbewahrt, aus der Wende des 14. u. 15 Jahrhunderts stammend, hatte der Mitterhof nachstehende Naturalabgaben an das Kloster Gotteszell zu leisten: 1 Schaff Korn, 6 Schaff Haber, 1 Schaff Weizen, 1 Schaff Gerste, 3 Metzen Erbsen, 6 Metzen Möhren, 100 Stück Eier, 6 Käse,10 Hühner, 4 Gänse und dazu noch, einen Geldzins von 6 Schilling Regensburger Pfennige.
Im übrigen scheint die Gilt gewechselt zu haben.

Abt Wilhelm II von Gotteszell kam 1750 mit seinen giltpflichtigen Bauern, nämlich mit Andreas Iglberger, Johann, Loibl Steghofbauer und Mathias Petzendorfer Nr.13‚ welche seit 6 Jahren 1739 mit 1744 an das Kloster nichts mehr geleistet hatten in Prozess. Andreas Iglberger, Ganzbauer, schuldete nach Straubinger Mässerei für diesen Zeitabschnitt: 1 Schaff Weizen, 18 Metzen Korn, 5 Schaff Gersten 1 Schaff Haber‚ 4 Schaff Erbsen, 9 Metzen Hanfkörner und 12 Gänse im Wertanschlage von 135 fl. Welche Summa ein Schuldkapital 5% Verzinsung bilden sollte. Nun hatte ihnen der Abt schon in Anbetracht der Kriegsjahre die Hälfte nachgelassen. Es würde sich also für diese Zeit die jährliche Leistung verdoppeln: 2 Schaff Weizen, 36 Metzen Korn, 10 Scheffel Gerste, 2 Schaff Haber, 9 Schaff Erbsen, 18 Metzen = 3 Schaff Hanfkörner und 24 Gänse.

Es muss sich der Korn und Gerstenbau also in der Hofmark gehoben haben. Auffallend ist die große Lieferung von Hanfkörnern. Hanf wird überhaupt jetzt nicht mehr angebaut.

Besitzer des Mitterhofes vor dem dreissigjährigen Kriege.

In den Traditionen des Klosters Oberaltaich Band XI. pag. 67 wird erwähnt, das Abt Wolfram 1184 – 1194 von Oberaltaich einen gewissen Rahewin von Pfoelingen gegen eine Abgabe von 14 Münzen oder Lieferung von Fischen in gleichen Werte auf Lebenszeit ein Lehen in Reibersdorf überträgt

Nun aber ist bei dem Hofe eine Rossweide in Reibersdorf von mehreren Tagwerken‚ welche erst der Vater des jetzigen Hofbesitzers zum grössten Teil verkauft‚ während ein geringer Teil noch bis zur Stunde zum Hofe gehört. Es scheint sich bei diesem alten Besitz um das erwähnte Lehen in Reibersdorf zu handeln. Das auch in früheren Jahren als Weide für die Fohlen benützt wurde, die zu diesem Zwecke nach Reibersdorf verbracht wurden.

Dieser Rachewinus von Pfelling müsste nach den sonstigen geschichtlichen Nachrichten vielleicht ein Bruder des Rapoto von Pfelling gewesen sein.
(Siehe Geschichte des Pfellinger Hofmarksherrn vom gleichen Verfasser)

1. Um die Mitte des 16 Jahrhunderts ist nach dem Prozessakte des Klosters Gotteszell mit den Ehrlischen Erben von Aspach um den sogenannten Wört in die Donau eine Familie Pabst auf dem Mitterhofe ansässig.

Am 14. Januar 1583 wird in dieser Sache der junge Sohn des Hofes vernommen. Hanns Pabst, lediger Geselle‚ haust mit seiner Mutter auf dem Hof in Pfelling. Sagt aus: Seine Mutter habe den 5. Teil am Wört. Er als junger Knecht, 20 Jahre alt, wisse nichts von der Angelegenheit mit dem Wört, habe auch von seiner Mutter nichts gehört, noch erfahren.

2. Nach dem Übergabeprotokolle des Pflegegerichtes Schwarzach der erledigten Pfarrei Pfelling an den neuen Pfarrer Johann Rechlin vom Jahre 1609 ist auf dem Oberhofe ein Andreas Pabst und auf dem Mitterhofe ein Thomas Pabst hausig. Es kommt gleichzeitig ein Simon Pabst vor, der 1627 vergantete. Ein Bartolomä Pabst hat 1630 die Ufersölde inne.

Es scheint gleichzeitig die Familie Pabst die ganze ober Hofmark Pfelling in Besitz gehabt zu haben. Die Familie scheint aus der Pfarrei Schwarzach gestammt zu haben.

Dieselbe muss um 1633 ausgestorben oder wirtschaftlich zu Grunde gegangen. Furchtbar litt ja die Bevölkerung des bayer. Vorwaldes unter dem 30. jährigen Krieges. Der Schwedenführer Berhard von Weimar hatte am 23. November 1633 Straubing eingenommen und eine wilde schwedische Reiterschar hatte sich im Kloster Oberaltaich einquartiert‚ dessen Abt Vitus Höser sich geflüchtet und unstet von einem Orte des bayer. Waldes zum andren gezogen war. Auf seinen Kopf hatten die Schweden eine Prämie ausgesetzt.

Das Kloster Oberaltaich und seine neue herrliche Kirche wurde in furchtbarer Weise geschändet, ebenso das Heiligtum auf dem Bogenberge.

Die Bevölkerung wurde auf das schauderhafteste misshandelt, geplündert und gebrandschatzt. Auch die Hofmark Pfelling litt, wie anderweitig erzählt, schrecklich unter dem ersten Feinde. Das halbe Dorf war noch 1648 öde.

Als endlich der schreckliche Krieg 1648 zu Ende ging, konnte wieder daran gegangen werden an den Wiederaufbau. Auch die Pest grassierte.

Manche Höfe kamen auf die Gant. Es wurde schwer für den Grundherrn einen geeigneten Maier zu finden und seine Lehenshöfe neu zu besetzen.

Auf dem Mitterhofe finden wir nach der Beendigung des dreissigjährigen Krieges die Familie Iglberger, welche aus Niederwinkling stammte.

Die Familie Iglberger seit 1650 auf dem Hofe.

  1. Adam und Margareta Iglberger. Sind in Pfelling nicht getraut.

Deren in Pfelling gebornen Kinder:
1. Eva get. 24.6. 1650. Patin Katharina des Blasius Schmidbauer Ehefrau. Getauft von Pfarrer Vitus Seyn von Oberwinkling zugleich Provisor der Pfarrei Pfelling.
2. Katharina get. 8.3.1652. Patin: Katharina Schmidbauer des Blasius Schmidbauer hinterlassene Witwe. P. Albert März.
3. Jakob get. 3.5.1654.Pate Bartholomä Petzendorfer von Pfelling. P. Albert.
4. Walburga get. 25.4.1658. Patin Katharina Petzendorfer des Bartholomä Petzendorfer Ehefrau. P. Albert
5. Mathias get. 3.10.1658 Pate Bartholomä Petzendorfer, P. Albert.
6. Simon get. 8.10.1662. Wie vor, starb 19.12.1735, 75 Jahre alt als Förg von Pfelling. Getauft von P. Maurus Faber.

Katharina Iglberger heiratete 26.10.1677 den Georg Wacker Bauer von Entau Anning.

Walburga Iglberger heiratete 31.5.1677 den Gregor Loibl Stegbauerssohn von Pfelling.

Der Vater des Adam Iglberger starb in Pfelling.

Am 8. März 1663 starb Mathias Iglberger zur Zeit Pfarrkind hier zu Pfelling über 70 Jahre alt im Hause seines Sohnes‚ dessen Leichnam an demselben Tage auf dem hiesigen Friedhof bestattet worden ist, nach dem er mir vorher gebeichtet. P. Hieronymus Bidler.

Adam Iglberger starb mit allen Sakramenten vorher versehen im 62. Lebensjahre. [17. Nov. 1975] P. Virgilius Ainhorn.

Margareta Iglberger starb unversehen im 69. Lebensjahre [5. Febr. 1976]. P. Virgilius.

2. Den Hof erhielt der Sohn Mathias. Derselbe verheiratete sich 13.2.1676 mit Elisabet, des Johann und der Eva Kerbl Bauer von Ittling. Zeugen: Andreas Müller Wirt von Pfelling Bartholomä Petzendorfer. Jakob Kerbl und Michael Stelzer beide aus der Pfarrei Ittling. P. Emmeram.

Kinder:
l. Afra get. 9.5.1678 P. Emmeram Soldan.
2. Andreas get. 6.4.1680 + P. Emeram
3. Vitus get. 5.6.1683. P. Basilius Monus.
4. Johann get.22. 6. 685. P. Basilius. Starb ledigen Standes, versehen 12.12.1727 44 Jahre alt. P. Antonius Vizz. Hinterliess von der ledigen Maria Haimerl von Kirchrot einen Knaben Namens Martin get. 11.11.1725. Pate: Mathias Allmer Schuster von Pfelling. P. Josef.
5. Maedardus get. 10.5.1687. Basilius. Starb ledigen Standes 26.4.1726, 36 Jahre alt, versehen. P. Antonius Vizz.
6. Andreas get. 16.3.1689. P. Franziskus Blatthiell. Übernimmt 1720 den Hof.
7. Dorothea get. 4.6.1692. P. Mathäus Huefnagl.
8. Georg get. 22.3.1695. P. Gregorius Beckh.
Die Patenschaft über diese Kinder führten Andreas und Katharina Förg Bauerseheleute von Ainbrach.

Von den Eltern der Kinder starb Elisabeth Iglberger 6.4.1720‚ versehen, 63 Jahre alt. P. Anton.

Mathias Iglberger verwitweter Bauer von Pfelling starb versehen 31.3.1728. 74 Jahre alt. P. Cölestin.

3. Andreas Iglberger‚ des Mathias Iglberger und der Elisabeth + verheiratete sich 9.5. 1721 mit Walburga des + Johann Pauer und der Magdalena Bauerseheleute von Strasskirchen. Zeugen: Wolfgang Krebl Bauer in Bogen.

Simon Iglbarger, Förg von Pfelling‚ Sebastian Weninger und Georg Ringlstätter, beide von Straßkirchen. P. Cölestin.

Kinder:
1. Johann get. 22.1.1722. Pate Johann Sagstetter Bauer von Unterwinkling. P. Cölestin.
2. Maria get. 1.2.1723. Patin: Ursula Sagstetter von Unterwinkling. P. Antonius Vizz.
3. Walburga .et. 6.1.1725. Patin wie vor. P. Cölestin.
4. Josef get. 24.2.1727. Pate: wie vor. P. Cölestin
5. Mathias get. 12.9.1728. Wie vor. P. Josef. +  9.1.1737, 9 Jahre alt. P. Gregor Amann.
6. Theres get. 8.8.1730. Patin wie vor. P. Honoratus. Heiratete 30.4.1754 den Mathias Prebeck, des Mathias Prebeck vom Oberhof. Auf dem Nebenhof des Stegbauernhofes. + 3.6.9.1782 an einer Fistel leidend, 53 Jahre alt.
7. Maria Ursula get. 23.4.1732 + Patin: wie vor. P. Honoratus.
8. Magdalena get. 29.5.1733. Patin: wie vor. P. Petrus Kästl. + 7Jahre alt 8.1.1740.
9. Anna Maria get. 21.2.1735. Patin: wie vor. Dominikus. + ledigen Standes 2.1.1780. Pf. Pflanzelt.
10. Ursula get. 16.8.1736 + Patin :wie vor. P. Honoratus.
11. Juliana get. 8.2.1740. Patin: wie vor. P. Honoratus.
12. Katharina get. 17.11.1742 + Wie vor. P. Cajetan Friedl.
Andreas Iglberger starb 12.1.1751. Er scheint das Amt eines Kirchenprobstes geführt zu haben. P. Cölestin hebt dessen hervorragenden Eifer und Fleiß hervor, mit welchem er während mehrerer Jahre hindurch der Kirche zum Nutzen war. Hervorzuheben das seltene gute Beispiel, welches er gab. Er entschlief fromm im Herrn in voller Ergebenheit und auf das beste vorbereitet mit allen hl. Sakramenten versehen, 72 Jahre alt.
Seine Witwe Walburga wirtschaftete vorerst auf dem Hofe noch weiter, den dann der Sohn Josef 1756 übernahm. Walburga Iglberger starb 21.11.1774. Pf. Pflanzelt.

4. Josef Iglberger verheiratete sich 2.6.1756 mit Katharina des Adam Sagstetter Bauers von Anning ehel. Tochter. Zeugen: Andreas Mayr Halbbauer, Peter Kuglmayr Schneider von Pfelling. Georg Streissl, Halbbauer und Mathias Carl, Halbbauer‚ beide von Anning. P.Godehard.

Der Ehebund war mit Kindern reich gesegnet.
1. Theres get. 13.10.1757. P. Godehard
2. Josef get.11.3.1760. Pf. Pflanzelt.
3. Katharina get. 24.10.1761. Pf. Pflanzelt.
4. Juliana get. 13.12.1763. Pf. Planzelt.
5. Wolfgang get. 14.8.1765. Pf. Planzelt.
6. Walburga get. 8.2.1767. Pf. Pflanzelt. Als zweijähriges Kind in einer Lache neben dem elterlichen Hause ertrunken.
7. Mathias get. 17.8.1771.
9. Johann Peter get. 18.6.1773. Pf. Pflanzelt.. Erhält den Hof.
10. Josef geb. 14.1.1776 +
11. Anna Maria get. 13.9.1777 und
12. Josef get. 13.9.1777 + Zwillinge.
13. Magdalena get. 2.11.1780
14. Josef get. 28.4.1779 .
15. Anna Maria get. 3.3.1782. Getauft von P. Andreas Frank aus dem Franziskanerkloster zu Straubing.

Die Patenschaft für die unter Nr 1 mit 15 mit Ausnahme von Nr.11 u.12. übernahm Eva und Wolfgang Staudinger Bauerseheleute von Hag.

Für die Zwillinge Anna Maria und Josef waren  Magdalena und Martin Liebl Bauerseheleute vom Metzgerhof Paten.

Die Mutter dieser Kinder Katharina Iglberger starb 29.3.1786 mit allen hl. Sakramenten versehen an dem Faulfieber nach 6tätgiger Krankheit 46 Jahre 5 Monate alt. Sicher eines besseren Looses und eines längeren Lebens wert bemerkt Josef Hofmann in der Sterbematrikel.

Der Witwer Josef Iglberger verheiratete sich wieder 30.6.1792 mit der Witwe Walburga, des Wolfgang Läschinger von Lauterbach. Zeugen: Jakob Müller, Wirt, Johann Mändl, Schullehrer, beide von Pfelling. Maria Mayr Bäuerin von hier und Walburga Groll Bäuerin von Hörndlhof. Pf. Andreas Stichauner.

Walburga Iglberger Bäuerin von hier starb mit allen Sterbesakramenten versehen 25.11.1795. Pf. Stichauner.

Zum drittenmal trat Josef Iglberger an den Traualtar13.11.1797 mit der Witwe des Josef Zellner Zimmermeister in Pfelling auf dem Weinberghäusl. Zeugen: Josef Sollinger, Förg, Johann Mändl und Peter Iglberger von hier. Pf. Stichauner.
Josef Iglberger, verheirateter Ausnahmbauer von Pfelling, starb 24.1.1810 83 Jahre alt. Pf. Georg Geiger.

Den Hof hatte der Sohn Peter erhalten.

6. Peter Iglberger, des Josef und der Katharina heiratete 14.10.1797 Anna des Wolfgang und der Magdalena deren Vater Andreas Fränkl, Bauer von Kagerhof, Pfarrei Steinach. Sollinger, Bauerseheleute von Grabmühl, Pfarrei Hunderdorf. Zeugen: Josef Iglberger und Johann Mändl von Pfelling. Wolfgang Sollinger von Grabmühl. Pf. Stichauner.

Kinder:
1. Katharina get.18.8.1798. Pf. Deml.
2. Anton get. 4.4.1800. Pf. Deml.
3. Magdalena geb. 29.7.1801 Pf. Deml.
4. Jakob 1.7.1803. Pf. Deml.
5. Theres geb. 12.9.1806. Pf. Deml.
6. Anna Maria geb. 27.11.1809. + Pf. Geiger.
7. Andreas geb. 27.10.1812. Pf. Geiger.
Die Patenschaft [zu allen Kindern] hatten Katharina und Anton Greinl, Bauerseheleute von Hofdorf übernommen.

Anna Iglberger, geborne Sollinger, starb an den Folgen einer Abortierung 12.1.1814. 36 Jahre alt. Pf. Geiger.

Der Witwer Peter Iglberger verheiratete sich wiederum 25.4.1814 mit der 51 Jahre alten ledigen Bauerstochter Anna Maria Waiblinger von Fembach. Zeuge: Wolfgang Müller, Wirt und Johann Mändl, beide von Pfelling. Pf. Georg Geiger. Anna Maria Iglberger geborne Waiblinger starb schon 7.12.1815. 51 Jahre alt an den Folgen einer organischen Verletztung und wurde am 10.12.1815 nach vorgenommener Untersuchung des Kgl. Landgerichtes Mitterfels von Pfarrprovisor Nikolaus Geiger beerdigt.

Zum drittenmal verheiratete sich Peter Iglberger 24.12.1819 mit der Schusterstochter Barbara Schaller von Waltersdorf gab. 30.11.1788, deren Eltern Johann Evangel. und Margareta geb. Schaller. Zeugen: Wolfgang Müller, Wirt von Pfelling und Josef Schreiber von Anning.

Kinder aus dritter Ehe:
1. Wolfgang geb. Pate Andreas Liebl, Bauer von Oberfreundorf. + Pf. Inkofer.
2. Barbara geb. 16.10.1821, heiratete den Josef Ringlstetter, Söldnerssohn von Öbling, von welchem sie ein ausserehel. Kind Josef geb. 11.4.1852, hatte. Pate: Maria Wurm, Wirtstochter von Mosdorf. Pf. Siegert.
3. Kreszenz geb. 24.4.1823. Pate: Andreas Liebl, Bauer von Metzgerhof. Math Kroiß.
4. Margareta geb. 8.2.1825. Pate wie vor, Idelphous Prommersberger Pfarrverweser.
5. Peter geb. 1.6.1827. Pate: wie vor. Pf. Aumayr. Heiratet 27.5. 1873 Anna Maria Wieser von Pfelling. Auf dem Weinberghäusl ansässig.
5. Rosina geb. 1.3.1829. Patin: Barbara Liebl vom Metzgerhof. Pf. Alois Hayder.

Peter Iglberger, Ausnahmbauer von Pfelling starb 8.6.1844 an dem Nervenfieber versehen, 71 Jahre alt. P. Georg Lang.

Iglberger Barbara geborne Schaller Austragsbäuerin starb 26.12.1868 an Altersschwäche, versehen 82 Jahre alt. Pf. Zeitler.

Den Hof übernahm der Sohn Andreas, dessen Mutter Anna, geborne Sollinger, war.

6. Andreas Iglberger heiratete 12.7.1835 Anna, des Franz Leiderer und der Anna, geborne Krebl, Bauerstochter von Muckenwinkel, geb. 7.10.1800. Zeugen: Jakob Muhr Bauer von Pfelling und Michael Hutterer Wagner. Pf. Michael Kettl.

Kinder:
1. Karolina geb. 17.4.1837. + Pate Michael Leiderer, Bauer von Breitenfeld bei Straubing. Pf. Georg Lang.
2. Anna geb. 15.4.1838. Patin: Katharina Leiderer. Pf. Lang.
3. Katharina, geb. 17.5.1839. Wie vor.
4. Peter geb. 31.5.1840 +
5. Ein totgebornes Mädchen. 16.7.1841.

Anna Iglberger, geborne Leiderer, starb im Wochenbett 16.7.1841, 35 Jahre alt, versehen an Schwäche infolge Geburt. Pf. Lang.

Der Witwer Andreas Iglberger verheiratete sich 24.5. mit Theres Altschäffl geboren 1.4.1808 als Tochter des Mathias Altschäffl, Bauer von Entau und der Theres, geborne Loibl, des Andreas Loibl, Steghofbauern und der Katharina Haimerl von Hörabach. Zeugen: Wolfgang Altschäffl, Bauer von Entau und Peter Iglberger, Ausnahmbauer. Pf. Georg Lang.

Kinder aus zweiter Ehe:
1. Andreas geb. 1.4.1843 +
2. Theres geb. 13.9.1844 +
Paten: Andreas und Katharina Maier, Bauer von Lohhof. Pf. Lang.

Theres Iglberger, geborne Altschäffl, starb im Wochenbette 20.9.1844, versehen. 36 ½ Jahre alt. Pf. Lang.

Zum drittenmal trat Andreas Iglberger an den Traualtar 7.1.1846 mit Jungfrau Katharina Streissl, des Michael und der Theres, geborne Sträussl, Gstettenbauer, Bauerstochter von Anning, geb. 22.4.1820 zu Anning.

Zeugen: Andreas Mayr, Bauer von Lohhof und Georg Schmauss, Brauer von Welchenberg. Getraut von H. Johann Baierl, Cooperator von Ruhmannsfelden.

Kinder aus dritter Ehe:
1. Andreas geb. 25.10.1848. Pate: Andreas Mayr, Bauer von Lohhof. Pf. Georg Lang.
Gest. ledigen Standes 13.2.1870 an Gicht und Typhus, 21 Jahre alt, versehen. Zeitler, Pf.
2. Katharina geb. 9.12.1850. + Katharina Mayr, Lohhofbäuerin. Pf .Zeitler.
3. Josef geb. 3 1.1851 + Pate: Andreas Mayr, Lohhofbauer, Pf. Siegert.
4.Josef geb. 6.2.1852 +
5. Anna Maria geb. 19.6.1823. Gest. 28.7.1872 an Abzehrung, versehen 19 Jahre alt. Pf. Zeitler.
6. Karolina geb. 20.9.1857 +
7. Jakob geb. 23.7.1857 +
8. Karolina geb. 20. 9. 1857 +
9. Rupert geb. 28.11.1858. Getauft von P. Ludwig von Metten.
10. Katharina geb. 21.5.1860. Pf. Zeitler
11. Josef geb. 19.11.1861. Pf. Zeitler
12. Xaver geb. 26 .11.1863, + Pf. Zeitler

Andreas Iglberger starb 23.1.1871, 59 Jahre alt, versehen an den Blattern und wurde am 24.7.1871 abends 6 Uhr von Cooperator Pongratz von Oberwinkling beerdigt.

Iglberger Katharina, geborne Gstettenbauer, Ausnahmbäuerin starb 1.12.1895 an Altersschwäche, 75 Jahre alt. Pf. Mitterer.

7. Den Hof erhielt der Sohn Rupert. Derselbe verheiratete sich 15.11.1886 mit Anna Rothammer, geb. 23.11.1865, des Xaver und der Walburga Rothammer, geb. Schötz, Bauerseheleute von Sollach. Zeugen: Xaver Rothammer, Bauer von Sollach und Johann Gerl, Bauer von Allersdorf. Pf. Krieger.

Kinder:
1. Anna geb. 1.11.1887. Patin: Magdalena Wurm Bäuerin von Berndorf. Pf. Josef Krieger.
2. Rupert geb. 1.1.1888. Pate: Anton Wurm Ökonom in Berndorf Pf. Krieger.
3. Katharina geb. 1.1.1890. Wie vor.
4. Magdalena geb. 23.3. 1892
5. Maria geb. 10.6. 1892.Wie vor. Heiratete 8.7.1922 Ignaz Kiefl, Bauer von Oberwinkling.
6. Rupert geb. 8.12.1893. Pate: Wie vor. Pf. Mitterer.
7. Magdalena geb. 28.3.1895.
8. Cäcilie 31.1.1898. Wie vor.
9. Anton geb. 4.9.1897. Wie vor.
10. Ida geb. 12.5.1899. Wie vor.

Iglberger Rupert, Hofbesitzer von Pfelling, starb 3.7.1914 an Lungenentzündung, versehen, 55 Jahre alt. Pf. Straßer.

Die Witwe führte als Witwe während der harten Kriegsjahre mit ihren Töchtern die Wirtschaft. Der einzige Sohn Rupert musste in den Krieg ziehen und geriet zuletzt in französische Gefangenschaft. Nach dessen glücklicher Heimkehr übergab die Witwe den Hof ihrem Sohn Rupert.

Anna Iglberger, Ausnahmshofbesitzerin, starb an den Folgen eines Schlaganfalles 8.3.1927, versehen, 62 Jahre alt. Pf. Straßer.

8. Rupert Iglberger heiratete 18.7.1922 die Bauerstochter Berta Stadler, geb.3.10.1901 zu Niederwinking. Deren Eltern: Andreas Stadler und Kreszenz, geborne Rötzer. Pf. Straßer.

Kind Rupert geb. 27.1.1925. Pate: Josef Wurm, Bauer von Schrolling. Pf. Straßer.

Ende.

Quellen. Traditiones Oberalt. Bayer. Staatarchiv Landshut. Pfarrarchiv Pfelling.

 

Geschichte der Hoftaferne in Pfelling a. / D. Hausnummer 9.

Verfasst von Pfarrer Simon Straßer von Pfelling 1928.

Noch bis zur Stunde kann man auf dem Schilde altbayerischer Wirtschaften die Aufschrift lesen Taferne des N. N. Gast- und Tafernwirtschaft ist heute noch die weitverbreitete Bezeichnung für ein Gasthaus, das im Besitze des Herbergs- und Schankrechtes ist. Indessen sind die Tafernen verhältnismäßig jungen Ursprunges. Das achte und neunte Jahrhundert kannte öffentliche Wirtshäuser nicht. In den Schenkungsurkunden der altbayerischen Klöster kommen unter den Pertinenzen wohl Kapellen, Mühlen vor, nie aber eine Taferne. In der Bestätigungsurkunde des Herzogs für das Kloster Gotteszell vom Jahre 1294 ist zwar die Schenkung der Hofmark Heinrichs von Pfelling und seiner Gemahlin Mechtildis von Rotteneck als Pertinenz der Weinberg und die Fischerei eigens aufgeführt. Eine taberna wird auch nicht genannt. Also bestand noch eine solche nicht und ist erst viel später entstanden.

Für die Errichtung öffentlicher Herbergen und Schenken war durchaus im Mittelalter und namentlich hier in Altbayern kein Bedürfnis.

Nach der Benediktinerregel hatten ja die Klöster die Verpflichtung der Hospitalität zu erfüllen. Und der Wanderer fand dortselbst gastliche Aufnahme. Musste ja doch der Gastbruder den Reisenden wie Christus den Herrn selbst empfangen. In Altbayern lagen dem Donaustrande entlang eine Reihe von Klöstern: Niederaltaich, Metten und Oberaltaich. Sämtliches von Passau nach Regenburg fahrendes Volk wird sich daher auf der rechten Seite des Flusses gehalten haben, wo es um Gotteslohn gastfreundliche Aufnahme fand.

Im übrigen waren die ersten Tafernen keine Bierhäuser, sondern verleitgabten Wein, der ja im Mittelalter das Getränk auch der Bauernschaft bildete. Bier aus Hafer bereitet braute sich jedes Hauswesen selbst.

Nun waren in Pfelling selbst und in Welchenberg Weinberge.

Wir dürfen annehmen daß die Hoftaferne in Pfelling auch zuerst eine Weinschenke war. Nachdem das Kloster Niederaltaich im zehnten Jahrhundert [Fehstelle] … gesegneten Wachau in Niederösterreich 40 Weinberge erworben, so daß es eigene Tafernen nach südländischem Muster im Klostergebiete errichtet wurden. Um 1243 weist das Salbuch des Klosters Niederaltaich den Besitz von einer Reihe von Tafernen auf, so Buchhofen bei Osterhofen, Schwarzach bei Hengersberg, Usterling und Oberhausen bei Landau. Das waren aber Weintafernen und keine Biertafernen.

So mag auch der Abt von Gotteszell als Grundherr der Hofmark Pfelling etwa um die Mitte des 14. Jahrhunderts den Tafernbetrieb in Pfelling gestattet haben.

Sonst war nach dem bayr .Landfrieden von 1244 der Ausschank von Wein und sonstigem Getränk auf Eh-Tafernen beschränkt. In der Verleihung des Hofmarkrechtes war aber auch das Tafernrecht inbegriffen.

Es scheint aber, daß das Tafernrecht mit dem ursprünglichem Bannrecht der Ortsherrschaft zusammenhing. Die Rechte der Ortsherrschaft waren aber von dem Pfellinger Burgherrn auf das Kloster Aldersbach bezw. später auf den Abt von Gotteszell hinübergegangen.

Es geht aus späteren Urkunden klar hervor, dass der Abt von Gotteszell in seiner Hofmark die ganze niedere Gerichtsbarkeit besaß, welch allerdings in seinem Namen der Bayr. Herzog und die Degenberger als Vögte des Klosters ausübten.

Die Taferne in Pfelling war eine Ehtaferne mit dem Rechte auf ausschließlichen Ausschank auf ein bestimmtes Gebiet und dem Bannrechte. So mussten in der Taferne alle Verhandlungen, die die Ausübung der niedern Gerichtsbarkeit mit sich brachte, wie Strafen, Verhör und Händel, Vormundschaftssachen, Steuer und dergleichen in loco Pfelling vom Pflegerichter in Schwarzach betätigt werden. Wie auch die Getränke nur von dorther bezogen werden durften. Nach Rechnungen vor und nach dem dreißigjährigen Kriege wurde der benötigte Messwein und Speisewein vom Wirte in Pfelling für die Pfarrkirche bezogen.

Das Wirtshaus muss aber sehr klein gewesen sein. Es hatte nur 1/8 Hoffuß. Der Wirt hatte von der Kirche einige Tagwerk Felder. Von seiner Taferne musste er an den Grundherrn den Abt von Gotteszell das Laudemium verabreichen.

Die Taferne in Pfelling war jedoch sicherlich nicht für die 6 Bauern der Hofmark und die der kleinen Ortschaften der Pfarrei als vielmehr sollte damit den Bedürfnissen der Fremden Rechnung getragen werden. Pfelling ist wegen seine sehr günstigen Terrainverhältnisse seit alter Zeit ein beliebter Landungsplatz für die Schifffahrer. Verkehrten doch auf der Donau die schwer beladenen Schleppschiffe; welche von Pferden gezogen wurden.

Der sogenannte Weinpfad führt auf dem rechten Ufer der Donau unmittelbar an der Taferne vorbei. Die Pferde wurden in Pfelling vom Hufschmid, der eigens an der Donau eine Hufbeschlagstelle hatte, beschlagen. Die Schiffsknechte mussten die Tiere abfüttern und tränken. Sie waren gezwungen, Stunden und halbe Tage lang hier in Pfelling zuzubringen und mit ihren Schiffen zu nächtigen. Es gab da immerhin für einen tüchtigen Wirt Verdienst, während der Sommermonate bis zur Einstellung des Schiffahrtsverkehres am Leonharditag (November). Jedenfalls verstand es auch der Wirt den rassigen Bayerwein mit Honig zu versüßen und so seine Gäste in heitere Stimmung zu versetzen.

Später kam dann das Klosterbier von Gotteszell bezw. Das Hofbrauhausbier von Schwarzach dazu.

Im Jahre 1548 hatte der Degenberger Hanns VI (1495-1541) das Recht erhalten, für den ganzen Bezirk des bayerischen Waldes allein Weißbier zu brauen. Mit dem Erlöschen des Geschlechtes der Degenberger durch Sigmund Hanns VIII ging der ganze Degenbergische Besitz in die Hände des bayer. Churfürsten über. Täglich gingen schwere Bierfuhrwerke auf der Straße Schwarzach Winkling Welchenberg über Pfelling auf der alten Straße die bei Pfelling unmittelbar durch das Dorf über das Mautbrücklein über die Donauwiesen nach Bogen sich hinzog – Bierstraße genannt, an der Taferne zu Pfelling vorüber und die Fuhrleute werden wohl kurze oder längere Rast in schattigen Wirtsgarten unter der alten Linde gemacht haben um sich und die matt gewordenen Rosse zu stärken. Auch die Wallfahrer nach dem hl Bogenberge, welche hier in Pfelling vom sogenannten Blick bei der Schmiede die hochgelegene Gnadenkirche zum erstenmale erblicken, mochten sich noch ehe sie sich zum Aufstiege rüsteten in Pfelling körperlich stärken und mit Musse den schönen Anblickt des dahinziehenden Stromes und in unmittelbarer Nähe hochragenden Heiligtumes der Gnadenmutter Maria zu genießen.

Im Jahre 1751 wurde die Straße nach Bogen hinter das Dorf Pfelling verlegt und die Bierfuhrwerke und sonstigen gingen nicht mehr auf die alte Dorfstrasse und an der Taferne vorbei. Der damalige Wirt Jakob Müller ebenso wenig die Grundherrschaft das Kloster Gotteszell und das churfürstliche Pfleggericht Schwarzach haben sicher die Bedeutung der Straßenverlegung für den Wirtschaftsbetrieb nicht erkannt, als 1788 die neuen Gebäude auf dem alten Bauplatz wiederum erstellt wurden und nicht rückwärts an die neue Bierstraße verlegt wurden.

Vielleicht konnte die Kundschaft, die nicht mehr zukehrte, wettgemacht werden mit den Wasserleuten, die gern hier zusprachen und ihre Schiffe u. Pferde beobachten konnten, da ja die Wirtschaft unmittelbar am Landungsplatze lag. Immerhin hatte die verlegte Landstraße nicht die Bedeutung als die Weltstraße der Donau.

Indessen sollte der Zeitpunkt kommen, wo auch die Schiffsfuhrwerke aufhörten und immer weniger wurden und die immer durstigen Wasserleute ausblieben. Im Jahre 1830 wurde die erste Donaudampfschiffahrtsgesellschaft gegründet und die schweren Schleppe beförderte nicht mehr die Pferdekraft sondern der Dampf. Der Leinpfad, welcher am linken Donauufer unmittelbar an Pfelling vorbeiführte verlor seine Bedeutung von Jahrzehnt zu Jahrzehnt immer mehr, bis er mit der Zunahme des Donauverkehres mit Dampfschiffen und zuletzt mit starken Motoren ganz und gar einging.

Zwar legten bei einbrechender Nachtzeit oder vom Nebel überrascht auch die Dampfschiffe vor einem Jahrzehnt noch sehr gerne an und es warfen oft gleich zwei und drei Dampfer mit ihren Schleppen in Pfelling Anker und die Mannschaft ging ans Land, um sich in der alten Taferne das Bayerische Bier munden zu lassen. Aber das waren doch nur vereinzelte Gäste, während doch in früherer Zeit tagtäglich auf die Einkehr der Wasserleute zu rechnen war.

Aber nicht bloß gewöhnliche Volk auch Herrschaften nahmen in früherer Zeit in der Hofmarkstaferne von Zeit zu Zeit Einkehr.

Der Herr Prälat des Zisterzienser Stiftes von Gotteszell hatte sehr oft in seiner Hofmark persönlich zu tun. Seine widerspenstigen Bauern machten es ihm gar bitter und er wurde mit ihnen in häufige Prozesse verwickelt. Aus den diesbezüglichen Akten, die im Staatarchiv in Landshut liegen, geht sattsam hervor, in welch langwierige Streitigkeiten die Äbte in Gotteszoll verwickelt waren. Aber nicht bloss bloß der Abt von Gotteszell, sondern auch der von Osterhofen‚ der von Metten und der von Niederaltaich, welche Lehenhöfe in der Pfarrei hatten, werden bei Übergaben, Verkäufen und dergleichen Anlässen mehr als einmal im Jahre in Pfelling zu tun gehabt haben. Der Abt von Niederaltaich war ja auch Patronatsherr der Kirche und der Pfarrei. Als dann 1642-1757 die Pfarrei von Pfelling von den Patres des Klosters Oberaltaich aus pastoriert wurde und der Abt Dominicus Nerger 1737-1758 wirklicher vom Abte von Niederaltaich präsentierter, vom Bischof von Regensburg investierter und vom churfürstlichen Pfleger von Schwarzach in Posess gesetzter Pfarrherr von Pfelling geworden war, machte die Verwaltung der Pfarrei odt genug die persönliche Anwesenheit des Abtes von Oberaltaich in Pfelling notwendig, zumal sich derselbe sehr um Kirche und Pfarrei besorgt zeigte. Zu solchen Verhandlungen hatte sich der Pflegerichter von Schwarzach persönlich in Pfelling einzufinden. Denn die Hofmark Pfelling besaß die niedere Gerichtsbarkeit und verbrieftes Recht hiezu wie aus den alten Reversen zur Genüge erhellt.

Nach der Bestätigungsurkunde der Stiftung des Pfellinger Hofmarksherrn Heinrich des Jüngeren von Pfelling vom Jahre 1294 hatte Herzog Otto das Kloster Gotteszell unter seinem persönlichen Schutz und Schirm genommen. Der diesbezügliche Passus der Bestätigungsurkunde lautet: Licet igitut praemissa donatis in nostrum et carissimorum fratrum (Stephani et Ludovici) videretur präjudicium vergere, qui in praescriptis possessionibus et juribus tanquam heredes legitimi ex pactis specialibus succedere debeamus, tamen devotionis morientis et divini cultus augmentum ibidem nostrum et praegenitorum nostrorum remedium attendere cupientes, de beneplacito et consensu praedictorum fratrum nostrorum Ludovici et Stefani eandem donationem cum omnibus suis clausulis factam  [Fehlstelle – eine Zeile]  rum testimonii appobamus, recipientes ex approbamus, recipientes ex nunc ipsum ocenobium omnibus possessionibus, juribus et reddibus supradictis ad nostrae defensionis gratiam specialem contraquam cinque violcetiam et injuriam invasorum et quorumlibet praesumtorum. In quorum omnium evidens testimonium atque robur praesen instrumentum sibi dedimus sigillis nostris communitum.

Datum et actum apud Landshut, anno Domini M. Ducentesimo quarto, in Dominica Laetare. Zu Deutsch: Mag nun auch vorgenannte Schenkung ein schwerwiegendes Judiz zu unserm und Unserer sehr teueren Brüder enthalten, die wir in vorbeschriebenen Besitzungen und Rechten gleichsam als die gesetzlichen Erben nach speciellen Verträgen nachfolgen sollten, so ist doch unser Bestreben die fromme Absicht des Sterbenden (Heinrich von Pfelling) und die Mehrung des Gottesdienstes dortselbst zu Unserm und Unser Vorfahren Seelenheil zu berücksichtigen. Nach Unser Gefallen und mit Zustimmung Unserer vorgenannten Überaus teueren Brüder Ludwig und Stefan bestätigen Wir voll und ganz diese Schenkung mit allen seinen gemachten Vorbehalten vorgenannten Kloster und billigen sie durch das Zeugnis gegenwärtigen Schriftstückes, indem wie von nun ab das Kloster selbst mit allen seinen Besitzungen, Rechten und Einkünften, wie sie oben angeführt sind, in Unsern besonderen gnädigen Schutz nehmen gegen jegliche Gewalttat oder gegen Unrecht von Seiten von Eindringlichen und jedweder vermessenen Leute. Zur Bestätigung und Bekräftigung für dieses Alles haben Wir gegenwärtige Urkunde mit Unseren Sigeln versehen gegeben.

Gegeben und verhandelt zu Landshut im Jahre des Herrn 1294, am Sonntag Laetare.

Damit also hatte der Bayer. Herzog für sich und seine Nachfolger die erforderliche Schutz- und Schirmherrschaft über die neugegründete Stiftung selbst übernommen.

Abt und Convent des Klosters Gotteszell verabsäumten nicht bei jedem Regierungswechsel sich ihre Rechte bestätigen zu lassen.

Ein besonderer Gönner war Kaiser Ludwig der Bayer (1314-1347). Derselbe bestätigte das Kloster Gotteszell aufs neue.

Es war der zweite Abt gewesen Heinrich (1334-1352) der von Kaiser Ludwig dem Bayern einen Freiheitsbrief über Steuerfreiheit und Gerichtsbarkeit gemäß der Ottonischen Handfeste  u.s.w. also die Immunität. Das Kloster brauchte diesen Schutz gegenüber den unruhigen ständig ihm zusetzenden Herrn und Rittern, unter welchen sich später die Herrn von Degenberg als das mächtigste Geschlecht im Bayer. Walde besonders in unrühmlicher Weise hervortaten.

Die Degenberger waren die Vogtherrn über die Hofmark Pfelling geworden. Wann das geschehen ist nicht bekannt. 1409 hatte von Friedrich von Ranzberg zu Gossersdorf den Edelsitz Frammelsberg käuflich erworben.

Nun war aber das gegen Ende des 14. Jahrhundert ausgestorbene Ministerialgeschlecht der ehemaligen Grafen von Bogen auf der rechten und linken Seite der Donau im Pfarrbezirke Pfelling mehrfach begütert gewesen. So hatte die Kirche Stefling als dos in Entau einen großen Hof den Petzendorferhof, dann war der Wackerhof Lehenshof der Frammelsberger 1233 dem Kloster Osterhofen übertragen worden. In Anning ebenfalls der Haupthof ehemals dem Frammelsberger Gerhoh. In Liepolding hatte der Degenberger den zweiten Hof mit Sölde wahrscheinlich auch ehemaliger Besitz der Frammelsberger. Die untere Hälfte von Entau gehörte zum Hofmarksgericht Degenberg. Der Degenberger hatte als Mitzehentherr fast von allen Gehöften der Pfarrei 1/3 des Zehents, welches Recht er wohl auch von den Frammelsbergern und den früheren Grafen von Bogen als Grundherrn mitüberkommen hatte. Zugleich scheint er das Vogteirecht über die Kirche und das Widdum innegehabt zu haben, das ihm entweder vom Abte von Niederaltaich als Patron der Pfarrei ausdrücklich übertragen oder daß er sich stillschweigend als Hauptgrundbesitzer in der fremden Pfarrei zugelegt hatte.

Diese Umstände brachten es vielleicht mit sich, daß die Degenberger bald besondere Günstlinge der Bayer. Herzoge in deren Namen die Vogteirechte in Pfelling ausübten mit ausdrücklicher oder stillschweigender Zustimmung des Abtei von Gotteszell des Grundherrn der Hofmark.

Indessen war dieses Vogteirecht von Seiten der Degenberger namentlich des Hanns IV (1451-1487). Dieser war das Haupt und die Seele des sogenannten Böcklerbundes. Er kam in Verdacht der Hussiterei und wurde excommuniziert, seine Burgen erobert und zerstört. Sein mächtiger Einfluß gänzlich gebrochen. Der Umstand bot dem Abte Stefan (1459-1474) willkommene Gelegenheit sich über den Degenberger zu beschweren und den Herzog zu bitten wieder selbstens die Vogtei über die Hofmark Pfelling zu nehmen. Diese Bitte fand natürlich um so willigeres Gehör, als ja der Hanns Gewolf noch in tiefster Ungnade sich befand.

Der Revers des Herzogs Allbrecht in Bayern umb die Hofmarch Pfelling Vogtei als Schutz und Schirmherr de anno 1469 hat folgenden Inhalt:

Von Gottes genaden Wür Albrecht Pfalzgrave bey Rhein, Herzog in ob und nidern Bayern Bekhennen un thun kunt als alniger Regenter, Fürst für Uns und unsere liebe Brüder, Erben und Nachkhommen, offentlich mit dem Briefe: Nachdem und das würdig Gotteshaus Gotteszell in unserm Landt, Fürstentumb und Herrschaften gelegen ist, auch Wür yber dasselbe Gotteshaus, alle seiner Güter und Leith Landfürst, obrigster Vogtherr und Schirmer seint, hat Uns der Würtig in Gott andächtig, unser Lieber, Geteuer, der Abt und Prälath mit samnt dem Convent des ietz gemelten Gotteshaus fürbracht. Wie das Er ain Hofmarch und Dorf, genannt Pfölling in Unserm Land und Fürstentumb ligent habe, das mit der Voggtey und andern bisher beschwert worden‚ anders dann vor alters Herkomen und bilig seye‚ und Uns darin als Landesfürsten, Vogteyherrn und Schirmer angerüfft, ihme und sein Gotteshaus gnediglich darin zufürsprechen, und solch beschwernus abzuschaffen‚ damit er und sein Gotteshaus bey altem und löblichen Herkommen des Endte zu Pflling beleibe. Und wann Wür aber aus fürstlicher Würdtigkeit und angebohrner gietigkeit‚ die Uns von Gott dem allerhöchsten verliehen ist‚ darzu von Jugent auf genaigt gewesen und noch sein‚ wo unsere Gottesheser, so von unsern Vorfordern erhoben und gestüft seint, die zu handthaben und in gueten wesen und würdten zu erhalten‚ dadurch der Gottesdienst gefirdert und geheisst. Werde, darumb zuvorderst Gott dem allmechtig zu Lob und Ehre, dem gotteshaus zu nuez und guet.

So haben Wür das benant unser Gotteshaus mit samt der Hofmarch und Dorff zu Pfelling als der Landesfürst und oberster Voggtherr in unser und unser Erben sondern Schutz und Schimb genommen‚ und nemen wissentlich in kraft dies briefs, wolen und mainen auch ernstlich, daß füran die benennet Hofmarch und Dorff Pfelling nicht wieter noch beschwert werde, noch Uns und Erben zu Voggtrecht geben sol, dan hernach geschrieben steet: Zum Ersten sol Uns das benannte Dorff jerlich geben: ain Schaff Habern und das antworten auf unseren caste gen Mitterfels und von 6 Pauern ainen unsern Richter oder wan Wür das befelen ir ieder ain Hennen und ain Pfenning Semel zu Sct Margaretentag und zu Weynachten zwo Hennen.

Wür und unsere Amtleith sollen und wollen die Armleith daselbst mit Scharwerch nit beschweren lassen, und ob unser Pflegerichter und Amtleith umb Verhandlung gegen dem arman Leithen zu schwer oder hart wollen sein, das soll bey ainen Abt und Prelathen zu Gotteszell besteen. Was auch das gotteshaus Armleith Irrung miteinander haben, und das einen Prelaten gebührt zuverhören und ihnen und seinem Richter zu richten als von alter herkommen ist im aigen oder im Gotteshaus, das mag Er und sein Richter hören und richten.

Wo ihme und sein Richter zu schwer würdte, darinnen sollen Wür Ihme und seinem Richter durch unsere Amtleith genedigen und gueten beystand schaffen zu thun. Wer aber sch, daß Wür und unser Erben das vorgenannten Gotteshaus an dem vorgenannten Dorff und Hofmarch Pfelling durch Uns oder unsere Amtleith ainigherlei beschwerung darüber theten und nit wieder abschaffen, so hat jeder Prelath und Abbt mit samt dem Convent ainen andern Voggt und Schirmherrn yber obgenannt Dorff Pfelling und Hofmarch zu nennen, wen sy wollen, ohne Uns, unser Erben und Nachkommen Irrung und hindernus.

Alles treulich und ungeverlich. Und deß zu wahren Urkund geben Wür ihme den Brief mit unserm anhangenten Insigl.

Gesigelt zu Straubing am Montag nach sct. Erhartstag des Jahrs als man zehlet von Christei unsers lieben Herrn Geburt vierzehnhundert und neun und sechzigsten Jahr.

Hanns der vierte von Degenberg musste wohl diesen Revers seines Herzoges Albrecht des vierten, den er nur als Federfuchser bezeichnete mehr als einen Nadelstich empfinden. Er brachte ihn um sein moralisches Ansehen. Als Vogt des Waldklosters erschien er jetzt abgetan.

Dazu lagen seine Burgen Altnussberg, Weissenstein und vor allem seine Stammburg Degenberg selbst in Trümmer. Letztere wurde geschleift und durfte nie mehr aufgebaut werden. Es gab wohl keinen Ritter, der mehr gedemütigt als er. Indes gewann er wieder die Gunst und Gnade seines früheren Gegners des Herzoges Albrecht des Weisen. 1473 versöhnte er sich mit Albrecht und 1477 sehen wir ihn schon wiederum als Rat des Herzogs Ludwig von Landshut und des Herzogs Albrecht von München fungieren.

Er starb 1487 mit Hinterlassung eines einzigen Sohnes Hanns V.

Dessen beim Tode des Vaters noch unmündiger Sohn Hanns VI 1495-1551 erhielt auch wieder die Voggtei über Dorff und Hofmark Pfelling, deren Verlust vielleicht weniger materillen Schaden als seine moralische Einbusse des Ansehens des in den Freiherrenstand versetzten alten Geschlechtes der Degenberger bedeutete. Die bezügliche Urkunde, welche eben für die Taferne in Pfelling von Bedeutung war soll hier zum Ausdrucke gelangen.

Reversbrief de anno 1507 von Johann Freyherrn zu Degenberg umb die Voggtey Pfelling.

Ich Johannes Freiherr zum Degenberg, Erbmeister in Bayern: Bekhene und thue kundt für mich und meine Erben und Nachkhomen offentlich mit dem briet, nachdem und meine Vorfordern löblichen gedächtnus Dorfs und Hofmarch Pfelling zu dem würdig Gotteshaus und Herrschaft Gotteszell erblich gehört, erbetten Voggt und Schutzherrn gewesen sein und sich ain Zeit Michael Abbt des gedachten Gotteshauses Gotteszell deß convent das selbe und Ihr Armleit in obangeregter Hofmarch Pfelling yber mich, mein Amtleith beschwert‚ anders dan vor alter herkhomen und billig sein solle und mich darennen dann meine Voreltern ein lange zeit obverschribner negst der endte gelegsamer Voggtey Beschutzherr gewesen sein. Mich und meinen Namen gern unverkheren wolten, sofern ich sye in Gotshaus und all ihre nachkhomen obbemeldter hofmarch Pfelling treulich in mein beschuz und schirm nemmen wollte‚ und yber altes löbl. herkhomen nicht beschweren, oder durch meine Amtleith vergonen zu bestehen ,und all Neuung auch beschwerung, so ihnen durch mein Anwalde bewisen und gethann abzuschaffen, damit Sy, ihr Gotteshaus und Armleith gestimter Hofmarch Pfelling bey alten und löbl. herkhomen bleiben, des Ich aber aus angeborner gietigkeit, so mein aus göttl. Gnade zurgegeben ist, und deß von Jugent auf geneigt gewesen und noch bin, wo ein Gotteshaus zu unbilligkheit und wider altes herkhomen beschwert ist werden in meinen herschaften nit gedulten hab mögen, ander Enten und herschaften, dari Ich nit zu bieten gehabt trumb mitleiden getragen, daß der Gottesdienst deßhalb gemindt und nit geheisst soll werden. Darumb schaden ist dem Gotteshaus zu nemben und Guet, so habe Ich die benannte Hofmarch und Dorf Pfelling als rechter Beschirmer, schuz und Voggtherr in Mein und meiner Erben sonder Schuz und Schirm genomb, und Mein wissentlich in craft dies briefs. Wil und Main auch ernstlich füren, daß benant Dorf und Hofmarch Pfelling nicht weiterbeschweren oder jemand beschweren lassen, noch mir und meinen Erben nicht nur Voggtrecht geben, darnach gesehrieben stehet:

Zum ersten soll mir das benant Dorf Pfelling jehrlich geben:

ein Schaff Habern und den antworten auf meinen casten zum Degenberg und von 6 Bauern einem meinen Pfleger oder wan ich das befilch ihr jeder ain gesotene Henn und Pfenbat Semel zu St. Margaretentag und zu Weinachten gestimbten 6 Pauern von Jedem 2 henen haben.

Ich und mein Amthleit solen und wollen dies Armleith in der Voggtey Pfelling mit keiner Scharwerkh beschweren‚ noch wider ihren Willen weither bieten, dan den Zehent sollen Sye ghen Degenberg fiehren.

Wie vor alter herkhomen, und obe die Hofmarkleith oder andere der endte straff verdienten, wie sich solches begab, sole duch mich als Voggtherrn oder meinen Pfleger nach gewohnlicher sachen, wie in dem Landgerichte beschehen möchte, gestafft werden. Ob ich aber oder mein Anwalt darinnen zu hart wolle sein, sollens demnach bey dem Prelathen, bestehen, darum auszusprechen nach gebührlicher Massen und Lust handeln in der Hofmarch gefallen.

Sollen daselbsten verhört und bethettigt werden‚ doch die zörung und costung Mein oder meiner Amtsleith sollen die ursachen erben und zahlen. Es solle auch der Prelath als Grundherr umb Grund und poden gietlich gerichtet haben, nach seinem gefallen, wie ihm lust.

Wannen aber dem fahl gerichtshandel, wie genannt, mechten werden, die die sollen an Meinem oder meiner Amtsleith ui bethethigt werden. Anders hat es keine crafft.

Der Steuer halber solo es dergestalten gehalten werden, wie es andere Herrn und Edelleith ind Nidland zu Bayern mit ihren Vogteien gebrauchen, soll und will ich auch thun. Wrde aber sach‚ daß Ich oder ihren erben dem genannten Dorf und Hofmarch Pfelling durch Uns oder unsern Anwalt ainicherlei beschwerung daryber beschah, und thäte die nit widerum abschaffen, so hat ein jeder Prelath und Abbte samt dem convent einen anderen Voggt und beschirmer ybor das Obgenannte Dorf und Hofmarch Pfelling zunemb, wanns sye wollen, ohne ihnen Meiner Erben und Nachkheimen Irrung und hindernus.

Alles gethreulich geschehen am Pfingsttag vor Dyonisii nach Christi Geburt im 1507 Jahre.

Diesem Reverse des Freyherrn von Degenberg Hanns VI lag sicherlich der erste Revers zu Grunde. Denn neue Zugestände wird der Vogtherr nicht den Pfellingern gemacht haben. Was im Reverse enthalten ist wohl die Summe jener Rechte und Pflichten, welche die Hofmark unter ihren früheren Grundherrn Heinrich dem Älteren und Jüngeren gehabt hat.

Auch der Revers des Herzoges Albrecht IV vom Jahre 1469 scheint als Vorlage gedient zu haben. Denn der Passus von der angebornen Gütigkeit u.s.w., dessen sich der Degenberger rühmend bedient, scheint daraus wortwörtlich abgeschrieben zu sein. Nimmt sich aber im Munde des jungen Freiherrn etwas lobrednerisch aus.

Hanns des V. Vater, verheiratet mit Ursula von Lobenstein, geborne von Töring starb 1495, da sein Sohn noch ein Kind war. Als Vormund wurde für ihn aufgestellt Seifried von Fraunberg zu Haidenburg und Georg Nothaft von Wernberg. 1510 wurde Hanns von Degenberg grossjährig und heiratete Magdalena, Tochter des Ritters von Aich. Er hielt seine Gemahlin lange … [Fehlstelle, es fehlt eine Zeile]

Auch scheint man dem jungen Freiherrn nur das Schöne und Gute aus der Familiengeschichte erzählt zu haben, sonst hätte er wissen müssen, daß sein Großvater gleichen Namens gar  ungietlich gegen die Gotteshäuser und namentlich gegen das Kloster Gotteszell verfahren ist. Was eben die Veranlassung war, daß sich der Abt und Convent und die Hofmarch Pfelling veranlasst sah, dem Herzog Albrecht IV von Bayern1469 die Vogtei mit allen ihren Rechten zu übertragen. Auch lag in dem Klosterarchiv zu Gotteszell eine Bulle des Papstes Sixtus IV. an den Abt Seyfried gerichtet. Dieselbe eröffnet die Klagen des Oberhauptes der Kirche und des Obersten Verwalters des Kirchengutes mit schweren Vorwürfen, die man zusammenfassen kann mit dem Vorwurf des reichen Mannes im Evangelium: Was höre ich von dir, daß du meine Güter verschwendest. Gib Rechenschaft von deiner Verwaltung, denn du kannst mein Verwalter nicht mehr sein.

Man findet die Sache so dargestellt, als ob der angedrohte Bann zunächst die Bedrücker des Klosters und vor allem gegen den alten Hanns von Degenberg gerichtet gewesen wäre. Das ist ganz und gar falsch. Der ganze Vorwurf der ungetreuen Verwaltung richtet sich an den Herrn Abt von Gotteszell als den Hauptschuldigen, der gegen die ausdrücklichen Bestimmungen des Kirchen- und Klostergutes gehandelt hatte. Mögen auch die Laien daran ihre Schuld tragen.

Hanns VI. erhielt vom Herzoge 1548 das Recht ganz allein im bayr. Walde Weißbier zu brauen. Damit wird auch für die Hoftaferne in Pfelling ein neuer Zeitabschnitt eingesetzt haben. Denn jedenfalls bezog dieselbe das Bier auch von der neuen Degenbergischen Brauerei. Für den nötigen Druck wird der Vogtherr von Pfelling schon gesorgt haben.

Zwar hatte am 3. September 1609 das Kloster Gotteszell durch den Churfürsten Maximilian das Recht erhalten, Bier selbst brauen zu dürfen und Tafernen zu errichten und das Gebräu in denselben auszuschenken.

Indessen ist nicht anzunehmen‚ dass die Klostertropfen von Gotteszell das Churfürstliche Hofbräuhaus in Schwarzach aus dem Felde geschlagen haben. Aus dem Umstande, daß der Hofkufner der Kinder des Wirtes Müller von Pfelling Pate gewesen ist, kann man annehmen, daß der Churfürstliche Verwalter in Scharzach auch das Bier in die Hofmark Pfelling geliefert habe.

lm Übrigen kam der Abt von Gotteszell mit dem neuen Vogtherrn dem Churfürsten von Bayern, welcher nach dem Absterben der Degenberger mit Siegmund Erbe der Degenbergerschen Herrschaft geworden in einen langwierigen Streit. Es scheint, daß der churfürstliche Pfleger die Rechte des Abtes als Grundherrn und dessen Rechte wie dieselben in dem Reverse von dem Jahre 1507 niedergelegt waren, nicht respektierte. Wegen der jurisdiction bei der Hofmark Pfelling entstand ein Streit, so sich vom 20. Oktober 1538 bis zum 1. Juli 1672 hinzog und bei dem das Kloster zuletzt den kürzeren gezogen hat. Wie aber die Kirchenrechnungen von den Jahren 1630,1640 1650 dartun, wurde zur Abhaltung der Kirchentagung immer noch der Pfleger von Schwarzach und sein Gerichtsschreiber in das Wirtshaus nach Pfelling beordert uni fand auch das Mahl für die Herrn, den Pfarrer und die beiden Kirchenpröbste in der Hoftaferne statt.

In späterer Zeit hat sich aber der Pfleger nicht mehr an die Bestimmungen des Reverses gehalten. Pfarrer Josef Hofmann beschwert sich in dem von ihm 1788 angelegten Salbuche der Pfarrei Pfelling darüber, der zur Aufnahme der Kirchenrechnung an den Gerichtssitz nach Schwarzach citiert werde. Er berichtet in dem Abschnitte von den Kirchenrechnungen Nachstehendes: Die Kirchenrechnung wird gewöhnlich alle Jahre zu Schwarzach um die Zeit Michaeli gehalten. Die aber von Rechtswegen inloco Pfelling sollte vor sich gehen, den deswegen werden die zweien Herrn Beamten von der Kirche besoldet. Ein einziges mal war solche in meinem Hause zu Pfelling im Wirtshause. Doch weil die Zechschreine gar hart hieher gebracht werden, muss man es stillschweigend gelten lassen.

Als Grund warum sich also die Herrn in Schwarzach über die Hofmarksrechte hinwegsetzten, ist angegeben. Daß die Zechschreine‚ welche die Schuldurkunden der Stiftungen enthielten und den grösseren Baarschaftsbestandes schwer nach Pfelling gebracht werden könnten. Wenn man daran denkt welchen Umfang und welches Gewicht so eine alte bayrische und noch dazu mit Eisen und Bindern beschlagene Truhe hatte‚ findet man es begreiflich, daß auch der Wirt mit süssauerem Gesichte auf die Pflichtgäste verzichtete. Man hätte ihm bei einer Beschwerde höchstens erwidert. Herr Hofwirt, wenn du willst, daß wir nach Pfelling kommen‚ so bringe unentgeltlich die Kassen von Schwarzach nach loco Pfelling und wieder zurück. Übrigens dauerten diese Rechtsverhältnisse nicht mehr gar lange Zeit. 1803 wurde das Kloster Gotteszell aufgelöst. Die Rechte, welche dasselbe seit 1285 beziehungsweise 1294 in der ehemaligen Hofmark besaß gingen an die Bayer. Regierung über und alles was die Höfte und Lehen an den Abt von Gotteszell zu leisten gehabt, die Getreideabgaben, Gilten u.s.w. säckelte nun mehr das Rentamt Mitterfels ein. Hatte die Bauernschaft vielleicht geglaubt durch die Klosteraufhebung der lästigen Grundlasten los zu werden, so ging sie mit dieser Meinung sehr in die Irre. In dem Staate und seinen Vollzugsorganen, welche nunmehr diese Bezüge der früheren Herrschaft einhoben, erwuchs ihnen ein viel gestrengerer und rücksichtsloserer Grundherr als der Abt früher gewesen, den man doch vieles abzwacken konnte und der sich bei widrigen Naturereignissen wie die Hofmarksgeschichte dartut als mitleidig und nachsichtig erzeigt hatte. Die Bauernschaft musste es wohl überall fühlen, daß unter dem Krummstab besser zu leben gewesen als unter Vater Staat, der unbarmherzig bis zum letzten Heller auf seinem, allerdings sehr wohlfeiler Weise erworbenen Rechten, beharrte. Bis das Jahr1848 mit der Grundablösung und den Lasten, die auf Grund und Boden ruhten, aufräumte, insofern als diese fixiert und in Bodenzins umgewandelt wurde. Eine Last, die nun allerdings in andere Form das Volk drückte.

Ende des ersten Teiles.

Quellen: Mon. B. Band V 401. Alois Mitterwiser Heimatarbeit und Heimatforschung. Abhandlung H. Zeiss Zur Geschichte der Taferen in Altbayern Seite 203. Bayer. Staatsarchiv Landshut, Pf. Gotthart Oswald Geschichte der Degenberger. Pfarrarchiv Pfelling

 

Geschichte der Taferne der ehemaligen Hofmark Pfelling a / D. Hausnummer 9.
Das Wirtshaus. Zweiter Teil: Familiengeschichte.

Verfasst von Pfarrer Simon Straßer in Pfelling 1928.

Der Tafernwirt war wie die übrigen Gewerbetreibenden der Schmid auf die Erträgnisse seiner Ehehaften Taferne angewiesen .Die Schenke an der Dorfstraße neben dem Pfarrhofe dem Urfahr gegenüber war im 16. Jahrhundert noch ein ganz kleines Häuschen, wie alle übrigen aus Holz erstellt.

Ökonomie hatte der Wirt fast keine. Seine Taferne zählte nur wie die Schmiede 1/8 Hoffuß. Also nur einige Tagwerk Grundstücke.

Von der Pfarrkirche besaß der Wirt wohl schon seit langer Zeit drei Äcker Plnr. 205 zu 0;76 Tgw., Plnr. 224 zu 0,57 Tgw., Plnr. 327 zu 0,38 Tgw., also 1,71 Tgw., welche Gründe mit 2 ½ % Abstand und 5 % Anstand in Besitzveränderungsfällen als sogenanntes Laudenium pflichtig waren.

Der Grundherr des Wirtes der Abt Josef Michl von Gotteszell mochte wohl einsehen, daß sein Hofwirt in Pfelling vor allem eine warme Stube für seine Gäste notwendig habe und für dessen zahlreiche Familie eine Mehrung des Grund und Bodens. Mathias Müller erwarb vom Kloster Gotteszell 10 Tagwerk Wald hinter dem sogenannten Steinberg und die dazugehörigen Pointen an der Straße nach Anning Plnr. 413, 414 u. 415 und die Wiese zu 7,09 Tgw.

Welche Gründe nachdem der Pfarrer hieven allein den ganzen Zehent bezog, zum Haupthofe in Pfelling gehört habe werden und vom Abte als dem Grundherrn an den Wirt Müller um den Preis von 1500 fl .abgetreten wurde.

Bezüglich der zur Pfarrkirche gehörigen Äcker wird aus den Ablösungsverhandlungen vom Jahre1849 nachgeholt:

Laudemialbezüge der Pfarrkirche Pfelling deren Fixierung Kgl. Bayr. Landgericht Bogen. Lfde Nummer. Hausnummer 9. Wolfgang Wintermaier, Wirt. Fol. 40 Litera E. 3 Äcker Plnr. 205, 224, 327. Erberechtig grundbar. In Besitzveränderungsfällen mit 2 % Abstand und 5 % Anstand. Letztes Laudemium 16. Juli 1834 aus 242 fl. nach 7 ½ % = 10 fl. 39 kr. bezahlte Josef Geissl. Der jetzige Besitzer Wolfgang Wintermaier bezahlte das letzte Laudemium am 30.4.1845  mit 10 f1. 39 kr. Gilt = 2 f1.9 ½ kr.

Das Laudenium wurde berechnet: Nach dem 2fachen Handlohn 10 f1. 39 kr + 10 fl. 39 kr
= 10 fl. 39 kr. Also 10 f1. 39 kr. Fixum
9 f1. 19 1/2 kr. Beischlag
15 fl. 19 ½ kr. Äquivalent.

Nach der Fassionsliste vom Jahre 1806 ist die Taferne in Pfelling nachstehend beschrieben:

Name des Besitzers. Hausnumer 7. Beim Wirt, Wolfgang Müller, Nummer der Besitzung 5. Gegenstand des Besitzes: a Das 1/8 Wirtsgütl b. Gemeindeanteil bei der Esper. c. reale Wirtsgerechtigkeit.
Dominicalverhältnisse: a Vogtbar zum Landgerichte b. Erbrecht zum Rentamte Mitterfels. c. Zehent mit 1/3 dahin, 1/3 zur Pfarr, 1/3 zu Sct. Johann. Steuer: 7 fl. 28 fl. Fourage: 52 kr. 4 hl. Vorspannanlage: 9 kr. 3 h1.

Hausnummer 12. Nummer der Besitzung 6. Der ½ Wirtshof a, b u. c wie oben
Steuer: 7 fl.
28f1.
Fourage: 3 fl. 30 kr.
Vorspannanlage: 37 kr. 7 hl.
Zubaugutsrecognition: 5 fl. 15 kr. = 52 fl. 43 kr. 5 hl.

Nummer 7. Die Point an der untern Esper.
Dominicalverhältnisse a. wie vor. b. Leibrecht zum Gotteshause Pfelling. c. Zehentbar: wie das Hauptgut.

Nummer 8. 3 Äcker an der Bierstraße. Dominikalverhältnisse: a. Wie vor. b. Leibrecht zum Gotteshause Pfelling. Zehentbar: wie das Haupgut.

Das Wirtsgütl: Eidliche Schätzung 610 fl. Fatierter Wert 800 fl. Amtliche Gutachten 925 fl. Wert des Steuerkapitals: 875 fl. Neue Steuer: 1 fl. 5 kr.

Nr 6. der Wirtshof. Eidliche Schätzung 2300 fl. Fatierter Wert: 900 fl. Amtliche Gutachten: 3285 fl. Wert des Steuerkapitals: 3285 fl. Bemerkung Sehr hohen Naturaldienst. Neue Steuer: 4 fl. 6 kr 3 hl.

Nr.7 die Point. Eidliche Schätzung 280 fl. Fatierter Wert 100 fl. Amtliches Gutachten: 420 fl. Kapitalsteuerwert 420 fl. Neue Steuer: 31 kr 4 hl.

Nr 8 Kirchenäcker – Eidliche Schätzung: 180 fl. Fatierter Wert: 180 fl. Amtliche Schätzung 254 fl. Neue Steuer 18 kr. 6 hl.

Die gesammte neue Steuer des Wirtes betrug 6 f1. 2 kr. 2 hl.

Die Gründe des Wirtshofes stammen aus dem 1733 verganteten Siepauerhof, dem Nachbarhof der Taferne. Das war früher ein ganzer Hof gewesen und wurde verkleinert, wobei der Wirt einen Teil der Gründe erhielt.

Nach dem Steuerkataster vom Jahre 1832 gehörte zum Wirtsanwesen nachstehender Besitz: Äcker 14,46 Tgw., Wiesen: 2,68 Tgw., Gärten: 0,62 Tgw., Wald:11,68 Tgw., Haus- u. Hofraum: 0,42 Tgw. Insgesamt: 30 Tgw. 26.Tgw. 1833 erwarb der Wirt aus dem zertrümmerten Stegbauerngut‚ dem unteren Maierhof des früheren Klosters Gotteszell noch 9 Tgw. hinzu. Ebenso erhielt er aus dem verteilten Gemeindegrunde der Esper 0,66 Tgw. Von dem zertrümmerten Petzendorferhof Nr 13 kaufte er ebenfalls einen Acker zu 3,46 Tgw. Plnr 341.

Von diesen seinen Gründen hatte der Wirt den Zehent von den Kirchenäckern ganz an das Gotteshaus zu entrichten. Der Pfarrer hatte den ganzen Zehent von der Point in Unterhausen und von den Äckern unterhalb von Anning.

Von den. übrigen Grundstücken ging der Zehent in drei Teile für Pfarrer, den Degenbergern bezw. Churfürsten und nach Sct. Johann. Bei der Zehentablösung wurde das Zehentkapital für 3 Metzten Waizen, 3 Metz Korn, 3 Metzen Gerste, 1 Metzen Haber mit 7 fl. 30 kr., 5 fl. 30 kr., 4 fl. 30 kr. und 50 kr. veranschlagt, dazu der Grünzehent mit 2 fl. veranschlagt und das Ablösungskapital auf 366 fl. errechnet für die Pfarrpfründen.

Außerdem die Vergütung vom Staate bei Ablösung mi 40 fl. 40 kr.

Die beiden Mitzehentherrn, das Kapitel Sct. Johann in Regensburg und der Staat mögen um ein geringers weniger berechnet haben.

Besitzer der Hoftaferne in Pfelling.

Als erster Leheninhaber erschein in Urkunden ein gewisser Hanns Schittermayer in einem sehr interessanten Rechtsprozesse. Derselbe geriet nämlich in Spannung und Irrung mit dem Pfleger Balthasar Khirnleitner von Degenberg, weil dieser sich unterstanden, eine zeitlang alle Verhürre-, Handl auch Straffen, Kirchenrechnung, Vormundschaftssatzungen, Steuer und dergleichen Sachen, so sich in der Hofmarch Pfelling zutragen, von seiner vererbten Eh- und Hoftaferene hinein gegen Schwarzach zu ziehen, welches dem zwischen dem Gotteshaus zu Gotteszell als unwidersprechlicher Grundherrschaft und dem alten Herrn von Degenberg gegeneinander aufgerichtetem Reverse (Siehe Teil 1) durchaus zuwider und ihm bei seiner Tafern zu Pfelling ein merklicher Abbruch und Schmälerung wäre. Weiters beschwert sich der Wirt, daß er vom Pfleger mit dem Abschiedgeld beschwert werde.

Dann erhebt er gegen den Fürgen Kirchmayr von Pfelling und Georg Engelberger daselbst, weil sie ihn bei benanntem Pfleger und sonstens mit verletzlichen und spöttischen Worten verkleinert und injurirt hätten.

Dagegen bringt der Pfleger in seiner Widerklage vor: Er sei nicht gestänig, daß der Wirt wider die Eevers dermaßen, wie er geklagt beschwert worden. Auch zeigt er an wieder Wirt mit seinem bisher bewiesenen Trutz und Ungehorsam selbst zur Handlung Ursach gegeben.

Auch die wegen Beleidigung Angeklagten geboten wegen der angezeigten Schmach und Spottreden ihre Unschuld.

Nach genugsam gehaltenen Verhör und fleissiger Ersehung der Reversbriefe und Erwägung der Ursachen erließ der Vicedom von Straubing Georg von und zu Gumponberg, Freyherr, Erl. Marschall und Andere Räthen nachfolgen Abschiede: Nemlich und zu Ersten: Dieweil die obgemeldteten gegeneinander aufgerichteten Reverse yber die Vogtei Pfelling lautet, dero datum stet, am Pfingsttag vor Dionysi nach Christi unsers lieben herrn geburt 1507. Jahr, wie es mit haltung der Verhörrn, und abtätigkeit der händl und Straff‚ auch der Steuer gehalten werden lautet ist, so solle es bay demselben hinfären nach wie vor alter herkommen bleiben und alle hofmarkschen in der Taferne zu ….  Pfleger iederzeit verrichtet; doch kein Underthan zu ainiger zährung nit getrungen, noch damit wider die revers und alten gebrauch beschwert werden. Zum andern solle sich der Pfleger mit dem abschidgelt der Polizey durchaus gemessen halten und der Würth auch die Untertanen darwider noch mit yberflüssiger zöhrung nit beschweren.

Fürs dritte‚ soviel die injurien und Schmachreden, soll dieselb zwischen dem Würth auch dem fergen und Englberger hiermit durch Uns ex officio also daß Sye fürterhin ieder tail an seinen Ehren und leumden allerding unverlezlich und unausheblich sein, und einer gegen den andern bey schwerer Straff weder mit worten noch werk nit mehr anten sollen, genzlich aufgehebt sein.

Lezlich haben Wür dem Würth, dem Pfleger alle schuldige Gehorsambs zu laisten auferladen. Herentegegen solle der Pfleger auch guete Beschaidenheit brauchen und Ine wider die gebür und billigkeit nit beschweran.

Alles getreulich ohne Gegenrede dises Unsres Entschidts hat der Würt von Uns ainen recess begerht‚ den Wür ihme hiemit und hochernants unsern gnedig herrn hier anhangeten Secrete zustellen lassen und besche hie zu Straubing Freytags nach Ursula den 23. Monatstag octobris, als nach Christi unsers Lieb herrn und Seligmachers geburt zellet 1573 igst Jahr.

So hatte in diesem Falle einmal der Unter den Ober gestochen. Das Verhältnis des Wirtes zu dem Pflege und Schwarzach und seinen Unterbeamten wir jedenfalls auch in Zukunft ein gespanntes gewesen sein.

Denn der Herr Pfleger als Jurist wird es nicht angenehm empfunden haben, daß ihm der Oberrichter in Straubing darlegen musste: Recht bleibt Recht. Jedenfalls hatte der Wirt in diesem Prozesse seine Hinterleute den […] bezw. Den Administrator des Klosters Gotteszell Mathias Stoss berge[…] den Pfarrer von Pfelling Andreas Gogl samt den Kirchenpröbsten und Bauernschaft. Diese alle hatten ja ein Interesse daran, daß die ihre H[…] und Dorf betreffende Handfeste nicht ein wertloses Papier wurde, wie e[…] später unter der Churfürstlichen Regierung geschah.

1602 war der degenbergische Besitz mit dem Tode Sigmunds Freyherrn zu Degenberg an den Churfürsten nachmaligen Maximilian I. von Bayern […] (1198-1651). Derselbe betrachtete sich selbstverständlich als Rechtsnachfolger des Degenbergers in der Vogtey über Pfelling und Gotteszell und ward jedenfalls vom Abte stillschweigend als solcher anerkannt.

Der churfürstliche Pfleger Eyerl in Schwarzach scheint aber den Abt in Gotteszell entgegen dem Reverse vom Jahre 1507 vollständig ausgeschaltet zu haben und riss die niedere Gerichtsbarkeit ganz an sich. Es entstand dadurch ein Streit der sich wie schon oben erwähnt worden vom 29. Oktober 1638 bis 1.Juli 1672 hinzog.

Abt Christoph beschwerte sich über den Pfleger in Schwarzach. Er konnte und durfte nicht ruhig zusehen wie seine Kirche um ihr wohlverbrieften Rechte gebracht wurde und noch dazu von einer Seite, die verpflichtet ihn und sein Kloster zu schützen und zu schirmen.

Der Pfleger Eyerl weist aber die Beschwerde des Abtes als eine Unverschämtheit zurück. Sein Schreiben vom 12. März 1647 hat in Kürze nachstehenden Inhalt.

Das Kloster beansprucht die niedere Gerichtsbarkeit über Pfelling, welche der Pfleger in Schwarzach an sich genommen, nachdem derselbe 10 Jahre lang die ruhige possession der niederen Gerichtsbarkeit besessen‚ wolle derselbe dabei ruhig gelassen werden. So wolle die Mutwillige Klage des Prelaten in Gotteszell abgewiesen werden. Er bitte um Entschuldigung, daß wegen der unruhigen Kriegszeiten und andrere eingefallenen schwerer Amtsgeschäfte die beregte Duplik so lange unerledigt geblieben.

Schwarzach, 2. März 1647.
Churfürstlicher Pfleger und Kastner
gez.
Eyerl.

Abt Christoph beschwerte sich an die Hofkammer in München.

Der Streit zwischen dem Pfleger in Schwarzach und dem Kloster wegen der Vogtei dauert schon über 46 Jahre und ist während der langen Zeit der Akt verloren gegangen und ich müsste den Prozess de novo resummieren, wie ich auch vor guter Zeit mit meiner Duplik und Quadruplik eingelangt. Der Abt hat wiederholt bei der Regierung in Straubing um Entscheid angehalten. Er bitte die Regierung‚ nachdem der Prozess über 46 Jahre währt, die Sache vorzubescheiden. Gotteszell, 31. Januar 1650. […] Christph, Abt.

Auf diese Eingabe an die Hofkammer in München erging nachstehender Bescheid.

Die acta strittiger Sache zischen Euch und unserm Pflegegericht Schwarzach sind an die Regierung Straubing überschickt. Der Abt wolle sich dort um Vorbescheidung zu urgieren wissen.

München, 30 Juli 1650 –

Die Regierung in Straubing scheint in dieser Sache nichts getan zu haben. Der Abt richtet ein neues Schreiben an die Hofkammer.

Die Akten sind schon längst überschickt, nun dauert der Streit schon 47 Jahre. Er bittet die gnädige Bescheidung ergehen zu lassen.
Gotteszell 12. März 1651.

Eine nochmalige Wiederholung der Bitte vom 4. Juli 1651 scheint auch ohne Erfolg geblieben zu sein. Die Sache verlief im Sande. Ein Endurteil erging nicht. Nach dem Archivverzeichnis des Klosters Gotteszell vom Klosterrichters Scheich vom Jahre 1757 hat der Streit 1. Juli 1672 geendet. Hat das Kloster den kürzeren gezogen. Das heisst die Sache wird beim alten geblieben sein. Die niedere Gerichtsbarkeit über Pfelling ging dem Kloster dauernd verloren.

Der Wirt Schittermayr von Pfelling hatte seiner Zeit mehr Erfolg gehabt. Wie lange derselbe noch auf der Taferne war ist nicht bekannt.

Unter Nr .21 war im Klosterarchiv zu Gotteszell ein Heiratsbriefabschrift Johann Schittermayr Würth zu Pfelling betr. Vom Jahre 1576. Ist eine Beschreibung yber die Grundstuekh bey bemelter Tafehrne bey gebunden.

Der Wirt Schittermayer scheint also erst nach seinem Prozesse geheiratet zu haben, wenn es sich hier nicht um eine zweite Heirat handelt. Nachfolger der Wirtsfamilie Schittermayer scheint eine Familie Wacker gewesen zu sein, über welche geschichtliches Material vorliegt.

2. Michael Wacker. Demselben verkauft Abt Michael von Gotteszell den Wört in der Donau und dessen Schwager Abraham Mayr Wirt von Aiterhofen. (Siehe Geschichte des Wörts in der Donau, dem Kloster GotteszelI gehörig.) Die Urkunde hat folgenden Wortlaut:

Wür Michael aus göttlicher Fürsehung Abt des würdigen Gotteshauses und Klosters Gotteszell und er Convent daselbst bekhennen für Uns und unsere Nachkhomen öffentlich mit diesem brief‚ daß Wür von mehrer Verbesserung des Gottshauses nuz und Gelegenheit wegen Leibbedingnus verkhaufft und zu khaufen gegeben haben dem erbaren Michael Wacker Wirt zu Pfelling auch seinem Schwäher Abraham Mayr Hofwirts zu Aiterhofen ehelichem Söhnlein Namens Stephan Mayr, dessem aigen Leib, lebenslang und nit länger oder ferner: nämlich ob berührten Gotteshaus zugehörigen eigentümlichen Wörth in der Donau alldort zu Pfelling, anwandtlich um einhundert Gulden römischer Münz, die er allbereite zugestellt und bezahlt hat.

Demnach mag er nun bemeldten Wörth, so lange des Leibs Geding wahrt, inne haben, nuzniesen und gebrauchen und weillen vorbesagter sein Schwäher der mayr dies hundert Gulden Kaufgelt zu halben Tail bezahlt hat, allso solle ihme Wacker jederzeit den halben Tail des Wörths‚ so er ihn ferner behält haben lasen. Jedoch so dass gedachter Wacker jerlich und aines und über jedes Jahr besonders auf Michaeli neben andern Pfellingern, allhero reicht und vier pfund ain Schilling 18 Regenburger Pfennig, tut in Münz also zur rechten Gült 12 fl. Dessgleichen hat er Uns auf alle Jahr in bemeldten Wörth 10 Fuhren Kufner Zäune zu unsern Hofbinderwerk allhier ausschneiden zu lassen. Auch genüsst er der Wacker soll obbenannten Wörth aller Orten soviel wie möglich bei gueten wüdten erhalten, damit aus Verwahrlosung durchs Wasser nichts hinweg gerissen werde, nichts davon verkaufen, potzen, wechseln noch in anderwegs veränderen oder entziehen, darzu keine Umlag oder Steuer, was wür alle des verlassenen guets selber tun getreu, aufkhomen lasen und ober dies sein Leibrecht verkhaufen wolte oder müsse‚ soll er Uns und unsern Nachkhomen zuvor anbieten und vor anderen um ein ziemlich Pfenigkauf zustehen lassen. Da Wür aber nit zu Kaufen gedacht allso dann mag er wol einem andern, der Uns und unsern Nachkhomen gefällig ist. Doch allzeit gemeldtet mit unserm Wissen, sonst hat es keine Crafft. Wenn nun vorgedachtes Söhnlein Stefan Mayr mit Tod abgeht, so füllt der Wörth und Wöthswegen gestandene Leibrecht dem Kloster wiederum frei und ledig eigentümlich haimund zu. Allweilens auch Wacker sich gehorsmblich und specialiter alles hält, soller von seinem Leibrecht unvertrieben sein. Da er aber ain oder mehr Artikel übersehen und nicht hält, allso dann desselhen Wörths entsetzt werden.

Alles getreulich und ohne Gegenrede.

dessen zur wahren Urkund geben Wür diesen Erbrechbrief‚ welcher mit unser der Abtei und Convents hierin anhangenden Insigl gefertigt und befestigt worden ist. Doch demselben Uns und unser Nachkhomen auch dem Gotteshaus und Convent ohne Schaden.

Geschehen den 6.Monatstag februarii von der Geburt Christei hehlend im 1621 zigsten Jahr.

So war der Wörth in der Donau‚ dessen Nutzbringung machung dem Kloster nicht schon geringe Ungelegenheiten und langwierige Prozesse verursacht hatte einem Pfellinger Grunduntertan auf Leib übertragen worden, für welchen derselbe einigermassen auch von Vorteil sein konnte. Der Wirt hatte fast keine Gründe. Er brauchte vielleicht Heu für die Pferde, die in seiner Wirtschaft pausierten. Auch Holz‚ welches er damals noch nicht hatte, lieferte ihm die Insel. Freilich war die Herbeischaffung mit Unkosten verbunden, weil ja der Wörth ganz auf dem Pfelling entgegengesetztem Ufer lag und die Nützung auf dem Kahne herbeigeschafft werden musste .Eben desshalb liessen sich die Pfellinger nicht herbei den Wörth zu stiften und das Kloster war genötigt, diese Insel immer auswärtigen Interessanten zu kaufen zu geben.

Nach der Kirchenrechnung vom Jahre 1630 war der Wirt Michael Wacker mit Michael Allkofer Fischer von Pfelling auch Kirchenprobt gewesen.

1633 kamen die Schweden auch nach Pfelling, plünderten und brandschatzten den Ort. Auch der Wirt kam schwer zu Schaden. Er hatte von der Pfarrkirche 30 fl. ohne Aufrichtung entlehnt. Michael Wacker muss vor 1640 gestorben sein mit Hinterlassung einer einzigen noch unmündigen Tochter, über welche Matheus Wacker, Bauer von Entau und Sebastian Schemmerer, Bauer von Pfelling als Vormünder aufgestellt worden waren. Die Taferne wurde auf die Gant geschrieben.

Die hierauf bezüglichen Einträge in der Kirchenrechnung vom Jahre 1640 lauten: Michael Wackher geweeter würth zu Pfelling hat ohne aufrichtung entlehnt 30 fl. Wann dann ermelten Wackhers verlassene Tochter, deß vorhandten grossen schuldenlast willen auf die gandt geschriben, zudem umb all sein varende hab und gehabtes vermögen kham, dahero aniezo dessen hinterlassner Tochter verordten Vormundten von seiner noch ybrigen verlassenschaft solche haubtsach, wie hernach zu sehen haimb bezalt, zugleich auch hievon die ausstendigen Interessen entrichtet 6 fl.

in Einemben von abgelest anligenden gelt steht: Matheus wackher zu Endtau und Sebastian Schemmerer zu Pfelling als beide yber Michaeln wackher würth allda seelig hinderlassene Tochter verordnet Vormundter haben diejenigen 30 fl.‚ welche ersagter Michseln wackher vom Gottshauß ohne aufzeichnung in handen gehebt, haimbezalt. Id est 30fl.

3.Auf der verganteten Hoftaferen erscheint als vorübergehender Wirt Johann und Anna Schareisen oder Rohreisen wahrscheinlich aus Schwarzach.

Deren in Pfelling gebornen Kinder:
1. Georg geb. 8.2.1638. Pate: Georg Prinz Hauptmann und Wirt zu Frauen Posching. Pfarrer Gregor Hallwax.
2. Margarete geb. 6.10.1639. Patin: Margareta -Prinz. Pfarrer: Gregor Hallwax. Nach ihnen erhielt die Taferne in Pfelling vom Grundherrn, dem Abt Christoph von Gotteszell. Derselber geriet aber mit seinem neuen Andreas und Maria Müller, Wirte in Streit wegen der Abfahrt. Der Rechtshandel begann am15. Mai 1641 und endete erst 3. Februar 1651 zu Ungunsten des Klosters. Es wurde demselben nur der Anstand aus 500 fl. Wertschätzung des Anwesens mit 5 fl. zuerkannt. Die Berufung nicht mehr anerkannt, da das Kloster die fatalia hatte verstreichen lassen.

Die neuen Wirtsleute müssen kurz vor ihrem Aufzuge in Pfelling geheiratet haben. Sind aber in Pfelling nicht getraut. Die Wirtin war erst i8 Jahre alt als sie Andreas Muller die Hand zum Ehebunde reichte.

Deren in Pfelling gebornen Kinder sind:
1. Martin get. 5.11.1642. Pate: Caspar Plank von Endtau. P. Petrus Enste
2. Paul get. 24.1.1644. Pate :wie vor. P. Paul.
3. Caspar geb.24.1. 1647. Pate: wie vor. P. Albert März.
4. Apollonia get.21.9.1648.Patin: Apollonia Plankhin Bäuerin von Entau. P. Albert.
5. Adam geb. 29.10.1650. Pate: Caspar Plankh zu Endau. Pfarrer Vitus Sayn von Oberwinkling, damals Verweser der Pfarrei Pfelling.
6. Christoph get. 2.4.1652.Pate: Christoph Schwämmerl, Hofbauer von Lohamb. P. Albert
7. Wolfgang get. 15.10.1654. Pate: wie vor. P. Albert.
8. Christoph get. 18.8. 1656. Wie vor.
9. Katharina get.12.11.1658. Patin: Anna Schwaimlin von Lohaim. P. Albert.
10. Christoph get. 8.4.1662. Patin: an Stelle ihres Ehemanns Chritoph Schwaimerl Bauers von Lohaim, wegen Alters von 80 Jahren verhindert Anna Schwaimerlin. P. Hieronymus.

Maria Müller starb 20.1.1666 ungefähr 43 Jahre alt. Sie gab in Vereinigung der Hl. Mutter der Kirche und unter meinen Händen sehr fromm ihre Seele Gott zurück . Ihr Leib wurde am22. desselben begraben. Vorher war sie gestärkt mit dem Viaticum. Unter der Abbetung der Litanei bei der letzten Ölung trat sie, wie fromm anzunehmen ist, die Reise in den Himmel an. Eintrag des P. Hieronymus Bidler.

Zur Charakteristik des Wirtes Andreas Miller.

Mit diesem Manne war ein tüchtiger Geschäftsmann in die Hofmark Pfelling zugezogen, der sich alsbald des grössten Ansehens erfreute.

Schon 1642 ist Andreas Müller mit dem Förgen Paul Hayder Kirchenpropst und unterzeichnete das Bittgesuch der Gesamtgemeinde vom 10.5.1642 an den Abt Johann von Niederaltaich um einen Pater aus dem Kloster Oberaltaich zur Versehung der verwaisten Pfarrei. Er scheint auch dieses Amt eines Kirchenprobstes bis zu seinem Tode bekleidet zu haben.

Nach dem Tode seiner Ehefrau Maria blieb er im Witwerstande, obwohl niemand es ihm als Wirt hätte verübeln können, wenn er sich um eine Wirtin umgesehen hätte. Sonst hatten die Männer in der Pfarrei schnell wieder Ersatz gesucht für die verstorbene Hausfrau‚ wie die Trauungsmatrikel lehrt. Der Wirt blieb seinem ersten Weibe auch noch nach dem Tode treu. Jedenfalls führte ihm eine nahe Verwandte den Haushalt und vertrat Mutterstelle bei den noch unmündigen Kindern.

Andreas Miller scheint auch trotz seiner 10 Kinder und der kleinen Wirtsschenke ein mildtätiger Mann gewesen zu sein. Im Verzeichnisse der Wohltäter der Pfarrkirche (Die Patres vom Bogenberge, welche die Pfarrei Pfelling damals seelsorglich betreuten haben alle Gaben und Geber gewissenhaft aufgezeichnet) steht er an zweiter Stelle nach dem Hiendlhofbauern Gierl. Pater Emeram Soldan hatte ihm folgenden ehrenden Nachruf gewidmet in lateinischer Sprache. 1676 Secundum benefactorum locum obtinet Andreas Miller caupo Pfellingensis per ouius sumptus exstructum est Altare S. S. duodecim Apostulorum, et cum illud altere profanatum sit, et ut ibi possit celebrari missae emit altere portatile trium florenorum. Pro maiori etiam ornatu illius altaris orucifixi imagimem et candelabra emit. Die zweite Stelle unter den Wohltätern nimm der Wirt Andreas Miller von Pfelling ein. Auf dessen Kosten ist der Altar der 12 Apostel errichtet worden und da dieser Altar profaniert worden, kaufte er um drei Gulden ein altare portatile und zum grösseren Schmucke dieses Altares kaufte er auch noch ein Kreuz und 2 Leuchter.

Wiederum schenkte genannter Miler 8. Gulden zur Malung des Hauptaltares. Andreas Miller Schankwirt von Pfelling starb mit allen Sakramenten versehen 7. Juni 1682. Ein besondrer Wohltäter seiner Pfarrei und seiner Mutterkirche. P.Emeram Soldaa.

  1. Die Hoftaferne erhielt der 1656 geborne Sohn Christoph.

Derselbe verheiratete sieh 24.2.1686 mit Maria Drellinger, des Friederich Drellinger, gewesenen Fischers von Bogen und der Katharina, noch am Leben, eheliche Tochter. Zeugen auf Seite des Bräutigams Caspar Miller zu Aiterhofen, Georg Fux von Peutzkofen, Georg Kraus. Auf Seite der Braut: Herr Kammerer Michael Drellinger?, Andreas Wagner, Herr August in Aichinger, Senator, Bürger von Bogen.

Getraut würde das Brautpaar von P. Basilius Monus.

Kinder derselben:
1. Johann Andreas get. 23.11.1686. Pate: Johann Diermayr‚ Bürger von Bogen und Bräuer. P. Basilius Monus. Der Knabe starb 3 Jahre alt 1690.
2. Michael get. 13.9.1687. Pate wie vor. P. Peter Dickhart.
3. Josef get. 3.9.1688 + Pate: wie vor. P. Rupert Klruber.
4. Johann get. 8.1.1690. Pate: wie vor. P. Franziscus Blathiell. +
5. Franz get. 3.10.1692. Pate: Simon Sagstetter, Bauers von Albertskirchen. P. Gregorius Beckh.
6. Andreas get.10.11.1694. Pate: wie vor. P. Gregor.
7. Anna Maria get. 13.9.1696. Patin: Maria Sagstetterin, Bäuerin von Albertskirchen. P. Gregorius.+
8. Maria get. 19.1.1698. Patin: wie vor. P. Augustin Auer.
9. Simon get.18.1.1700. Pate: wie vor. P. Augustinus.
10. Margareta get. 21.4.1703. Patin: Margareta Sagstetterin von Albertskirchen. P. Augustin.
11. Elisabeth get. 23.10.1704. Patin:Katharina Albertskirchner von Waltendorf. P. Idelphons Hueber.
12. Matthäus get. 7.9.1706. Pate: Simon Sagstetter von Albertskirchen. P. Casparus Müller.

Anna Mühlerin

Maria Müller, Ehefrau des Chistoph Miller, Wirts von Pfelling, starb 15.3.1710, 50 Jahre alt, wiederholt versehen. P. Michael. Der Wirt Christoph Miller blieb Witwer. Wie sein Vater war auch er ein Wohltäter der armen Pfarrkirche. Er schenkte ein neues schwarzes Messgewand. 1708 gab er neuen Glocke s. Margaretae 4 fl. Vor seinem Absterben schenkte er wiederum 50 fl., wofür ein Messgewand angeschafft wurde.

Dann stiftete er zum Sct. Margaretengotteshaus zu Pfelling 3 Quatembermessen nach Mitteilungsschreiben des Churfürstlichen Pflegers, Castners und Preuamtscommissarius Jos. Valentin Anton Edler v. Kornmayr zu Horttenburg in Schwarzach vom 17.September 1733 an den P. Ignaz Oberhofer O.S.B. Prior auf dem Pogenberg und Pfarrern zu Pfelling. Das Stiftungskapital betrug 130 fl.

Simon Müller, lediger Wirtssohn, vermachte 1735 zur Herstellung einer Rohrdecke der ruinosen Kirche 100 fl. Das Vermächtnis kam jedoch nicht zur Auszahlung, da der Schuldner Englram, Bauer von Entau, vergantete.

Wohltun macht nicht arm und Kinderreichtun ist kein Unsegen. Das sehen wir bei Geistlichkeit und bei der in der ganzen Pfarrei angesehenen Wirtsfamilie bestätigt. Der Wirt Christoph Müller hatte auch die ganze Pfarrwiddum auf der Pacht und musste sich wirtschaflieh sehr gut gestanden haben, weil er auch den Nachbarhof Hausnummer 10, den Siepauernhof, der 1733 vergantete zur Wirtschaft brachte. Nach der Seelenbeschreibung, vom Jahre 1788 ist Anton Maushammer Taglöhner im Siepauerhofe, der damals zur Hoftaferne des Jakob Miller noch gehörte. (Siehe Geschichte des Siepauerhofes in der Hofmark Pfelling).

Nachdem im Jahre 1734 erfolgten Tode des Christoph Miller überkam dessen jüngster Sohn Mathias die Taferne.

7. Derselbe verheiratete sich 1735. Der Eintrag in der Trauungsmatrikel hat folgenden Wortlaut: Am 10. Januar 1735 wurde getraut der ehrbare Jüngling Mathias Miller, lediger Wirt in Pfelling, des Christoph Miller gewesenen Wirts daselbst und der Maria, seiner Ehefrau, beide seeligen Andenkens mit der schamhaften Anna Maria Loiblin, des Michael Loibl, Bräuers von Bogen, noch am Leben und der Anna Maria dessen Ehefrau, seeligen Gedächtnisses, eheliche ledige Tochter. Zeugen des Bräutigams: Wolfgang Krebl, Bräuers in Bogen‚ Josef Murrauer, Bäcker dortselbst, Thomas Bachauer, Förg von Hirmansdorf. Zeugen der Braut: Herr Johann Elias Lenhardt, Churfürstlicher Landt-Leithenant in Bogen. Herr Benedikt Bruckmiller, Gastgeber und Raths-Verwandter allda item Joseph Görhartinger, Schiffmeister und Bürger allda. P. Gotth.
Kinder:
1.Johann Jakob get, 18.8.1737. Pate: Johann Jakob Fernlintner von Schwarzach. P. Gregor Amann.
2. Johann Joseph get. 2.2.1740. + Pate: Jo. Jakob Fernlindner, Hoffschäffler in Schwarzach. P. Gregor Amann.
3. Johann Joseph get. 16.3.1741. Wie vor.
4. Anna Margareta get. 12.4.1742. Patin: Margarete Fernlindnerin, Hofschäfflerin in Schwarzach. P. Caietan.

Anna Maria Miller, Wirtin in Pfelling, starb 4.3.1744 mit allen hl. Sakramenten versehen, aufs Beste vorbereitet‚ im 26 Lebensjahre. P. Cajetan  Friedl,

Mathias Miller, verwitweter Wirt in Pfelling, verheiratete sich wieder 18.8.1744 mit der ledigen Maria Anna, des Josepf Millner, Wirts in Schwarzach und der Maria Anna +, dessen Ehefrau eheliche Tochter. Zeugen: Andreas Iglberger mit Jakob Rädlbeck Schiffer in Pfelling, Georg Pezendorfer in Entau und Mathias Dobler, Taglöhner in Pfelling. P. Cajetan.

Kinder aus zweiter Ehe:
1. Johann Wolfgang get. 29.10.1744. Pate: Johann Jakob Fernlintner, Hofkuffner in Schwarzach. P. Beda Ziegler.
2. Johann Nepomuk get. 10.4.1748. Pate: wie vor, P. Cajetan +.
3. Johann Nepomuk get. 11.5.1749. Pate: Jakob Strliner, Hofkuffner in Schwarzach. P. Cajetan. Gest. in Ittling und dort begraben.

Die Mutter starb nach der Geburt dieses Kindes. Am 12. May 1749 wurde sie der Erde übergeben. Anna Maria Millerin, Wirtin in Pfelling. Sie starb im Wochenbette unerwartet und unversehens. Allen Wöchnerinnen ein abschreckendes Beispiel hinterlassend, daß sie sich zuviel zutrauen und wenn sie auch bisher gesund sind, vorher sich stärken durch Beicht und Kommunion. Sie stand im 32 Lebensjahre. Der verwitwete Wirt verheirate sich zum drittenamle 17.1.1749 mit Anna Maria des Michael Selmayer, seligen Andenkens, gewesenen Liktors von Reisbach, hinterlassener Witwe. Zeugen: Christoph Elsperger, Bauer von Reith, Georg Bachbauer, Donauförg von Hirmansdorf‚ Andreas Iglberger, Bauer in Pfelling. Jakob Rädlböckh, Donauförg in Pfelling. P. Cajeten.

Kind:
Franz Xaver get. 24.8.1751. Pate: Johann Jakob Fernlintner, Hofkufner in Schwarzach. P. Petrus Damianus.

Indess starb auch die dritte Ehefrau. Am 8.3.1756 wurde zu Grabe getragen die tugendreiche Anna Maria Müllerin‚ Wirtin in Pfelling, mit allen hl. Sakramenten der Kirche versehen, in ihrem 30 Lebensjahre.

Mathias Müller trat zum viertenmale an den Traualtar mit Anna Maria Bidbaur, des Johann und der Margareta, Wirtseheleute von Vondröb in der Pfalz, ehel. ledige Tochter, beide noch am Leben.

Zeugen auf Seite des Bräutigams: Thoma Bachbauer. Bauer und Förg in Hörmansdorf und Jakob Radlböck, Donauförg in Pfelling. Auf Seite der Braut: Adam Sagstetter, Bauer in Anning und Georg Petzendorfer in Entau. P. Gotthard Seydl. Getraut 6.2.1758.

Von seiner vierte2n Ehefrau hatte der Wirt Mathias Müller keine Kinder. Er starb 4. Juli 1777, 71 Jahre alt. Pfarrer: Stefan Pflanzelt.

Der Wirt         Mathias Müller Kirchenpropst war ein vom Schicksal verfolgter Mann. Daß ihm seine drei ersten Ehefrauen in jungen Jahren dahinstarben, haben wir schon gehört. Aber auch sonst kam über seine Familie infolge verschiedener Ereignisse Unglück über Unglück.

Unglücksfälle des Wirtes Matthias Müller.

Aus der Geschichte der Pfarrei Pfelling Band V. „Die Pfarrei Pfelling unter den letzten Conventpriestern aus dem löblichen Kloster Oberaltaich und unter dem Hochwürdigsten Herrn Dominicus Perger seien hier in kurzem die die Wirtsfamilie Müller berührenden Tatsachen erwähnt.

Das Verhältnis der Wirtsfamilie Müller mit dem Vikare auf dem Bogenberg und den Patres, welche von dort aus die Pfarrei Pfelling seit 1642 mit kurzer Unterbrechung 1648-1651 seelsorglich betreuten, war wie aus den bisherigen Akten hervorgeht, nur das denkbar beste gewesen. Grossvater, Vater und Sohn waren die ersten und besten Freunde der Geistlichen gewesen. Die Hochwürdigen Herrn Patres sind voll des besten Lobes über die Wirtsfamilie und haben mit der Anerkennung in den Pfarrbüchern nicht gegeizt. Dieses Verhältnis sollte leider sehr getrübt werden. Abt Dominikus hatte mit dem Wirte Christoph Müller einen Pachtvertrag geschlossen, demzufolge das ganze Pfarrwiddum in Pfelling auf drei Jahre verpachtet wurde. 1736.

Als derselbe 1737 vom Abte Joskio Hamberger und seinem Convente als Pfarrer von Pfelling praesentiert worden war und zwar auf Lebenszeit und dem Rechte einen beliebigen Pater aus seinem Kloster mit der Vikarierung der Pfarrei Pfelling zu betreuen.

Wurde vor dem Pfleggerichte Schwarzach durch den Pflegskomissarius Dionys Haas mit dem Wirte Mathias Müller und dem bewaltigten P. Gregor Aman als Pfarrvikar unterm 5. Juli 1733 ein neuer Stiftsbrief abgefasst, demzufolge das ganze Pfarrwiddum cra 35 Tgw. um den Pachtschilling von jährlich 60 fl. auf 8 Jahre bis 1746 an den Wirt von Pfelling verpachtet wurde. Nach Ablauf der Pachtzeit kam es zu keiner Erneuerung und der P. Vikar Ämilian Hemauer nahm das Pfarrwiddum in eigene Regie für das Kloster. Schon Abt Dominikus war mit der langen Verpachtung nicht einverstanden gewesen und mit dessen Bedingungen und hatte vergeblich in Scharzach durch seinen Klosterrichter‚ wenn auch vergeblich protestiert. Das Pfarrwiddum ging in der Folge dem Wirtsanwesen dauernd verloren. Dadurch erlitt natürlich der Wirt einen schweren Schlag. Wenn er auch 1733 vom Abte von Gotteszelt den verganteten Nachbarhof, das Siepaueranwesen erhalten hatte. Dieser Hof war mit schweren Getreidediensten belastet, während er die lastenfreien Pfarrgründe bisher um eine kaum nennenswerte Pachtsumme innegehabt hatte. Dazu kam noch die für Pfelling harte Kriegszeit 1742 —1745, wo im sogenannten österreichischen Erbfolgekriege die Feinde das linke und rechte Donauufer während er Belagerung Straubings wiederholt besetzt hielten und der Bauernschaft in Pfelling furchtbaren Schaden verursachten. (Siehe Pfarrgeschichte.) Dem Wirte Mathias Müller, Kirchenprobst von Pfelling, wurde unter anderem die Kirchenkasse mit 20 fl. Inhalt von den feindlichen Tchechen geraubt. Für die Bezahlung wurde der Kirchenprobst haftbar gemacht.

Grosse Notlage des Wirtes Mathias Müller.

In welch misslichen Vermögensverhältnissen sich der Wirt befand‚ ergibt sich aus der Eingabe, die er 1751 an das Pflegegericht Schwarzach machen liess und in welcher er fussfällig bittet, es möchten ihm die rückständigen zwei Jahresinteressen zu 200 fl., welcher er von 200 fl. Schuldkapital zum Gotteshause Steffling schuldete, nachgelassen werden.

Ausserdem stellt er eine weitere Bitte: Es wollen ihm die 20 fl. Kirchzechenpropstrest zur Allergläubigen Seelenkapelle Pfelling, welche ihm die feindlichen Tschechen anno 1742, wie er jedesmalen eidlich beteuern könne in seiner Behausung zu Pfelling gewalttätig entrissen, gänzlich nachgelassen werden, zu dessen Ersatz er unter Bedrohung obrigkeitlicher Gerichtszwanges zu seiner äussersten Beschwerde immer hart angehalten worden sei.

Er begründet dies sein Gesuch damit, daß er durch den Krieg schon vorhin totaliter ruiniert, 1749 einen totalen Schauer erlitten und ihm selbiges Jahr auch durch die ungemeinen Wassergüsse all sein Wiesmath ausgefötzt‚ verderbt und die Fütterei durchgehens ruiniert worden.

Nicht desto weniger habe er erst heuer durch  grosse Missrätigkeit an Getreide zu leiden gehabt, wobei ihm noch überdies in diesen Jahren zwei kostbare Pferd umgestanden.

Der Pfleger Franz Peter Paur übergab das Bittgesuch 10.Januar 1751 dem Abte Dominikus Perger als zuständigen Pfarrherrn von Pfelling zur gutachterlichen Äusserung, welcher mit Zuziehung der Kirchenpröpste sich am 14. Januar 1751 sich dahin aussprach, es sei bei der Armut der Kirche Pfelling bei den häufigen Baufällen nicht bei diesem und dergleichen Fällen möglich einen Nachlaß zu gewähren.
Es hatten ja auch noch andre Schuldner in Pfelling um Nachlassung ihrer zur Kirchenkasse rückständigen Interessen gebeten.

Es war aber in der Tat niemand ärmer daran, als das Sct. Margaretengotteshaus in Pfelling selbst.

Dazu war noch ein andrer Umstand gekommen‚ der den Abt wenig günstig gestimmt sein liess, und das war dar leidige Holzprozeß gewesen, in welchen der Wirt mit dem Abte und den Prior auf dem Bogenberge P. Hemauer verwickelt gewesen war.

Die Differenz bestand schon seit 17467, da der Prior bei Übergabe des Pfarrwiddums geltend gemacht hatte, dass der Wald auf dem Steinberge und die darunter sich befindliche Point zum Pfarrwiddum gehört habe bezw. zur Kirche und von dem Wirte in widerrechtlicher Weise in Besitz genommen worden sei. Wie nun die Prozessverhandlungen ergaben war das nicht so. Der Wald hatte niemals der Pfründe noch der Kirche gehört, sondern dem Kloster Gotteszell. Er war ein Pertinenz des Stifters Heinrich des Jüngeren von Pfelling und gehörte zum Herrenhofe.

Abt Wilhelm II. von Gotteszell war als Zeuge vor das Pflegegericht Schwarzach geladen und sagte am 13. Februar 1748 wegen des strittigen Waldes nachfolgendes aus: Daß das Klosters Untertan Mathias Müller, Wirt zu Pfelling und nach Original aufgewiesener Dokumente bezeuge es sich; daß ein strittiges Holzwachs schon vor vielen Jahren dem Müllergeschlechte hafte und dem dermaligen Inhaber per 1500 fl. ist zugesprochen worden und derselbe ein Erbrecht erhalten. Damit war eigentlich der  Prozess zu Ungunsten des Abtes von Oberalteich als Pfarrers von Pfelling entschieden.

Die Folge des Verlust des Prozesses und die Tragung der nicht geringen Kosten brachte eine Spannung zwischen dem Prälaten und dem Erstrichter den Pfleger Paur zu Schwarzach mit sich, welche längere Jahre anhielt. Selbstverständlich auch mit dem Wirte als dem gewinnenden Teile.

Als darum die Pfarrfelder wiederum verachtet wurden, erhielt dieselben nicht mehr der Wirt sondern der Abt hatte dieselben laut Stiftbrief vom 20. März 1753 an den Georg Radlbeck, Donauförgen von Pfelling, um 50 fl. auf 12 Jahre verpachtet.

8. Die Taferne in Pfelling erhielt der erstgeborne Sohn des Matias Müller, geb. 18.8. 1737 mit Namen Jakob. Derselbe verheiratete sich 22.8.1780 mit Jungfrau Maria Cunigunde, des Peter Paur und der Eva Margareta‚ beide verstorben Wirtseheleute von Wondreb eheliche Tochter.

Zeugen sind einzutragen übersehen worden. Pf. Stefan Pflanzelt. Die Wirtin starb schon ohne Hinterlassung eines Kindes 13.2.1782, 42 Jahre alt, versehen.

Nun verheiratete sich Jakob Müller 10.9.1782 mit der 22 jährigen Katharina Sagstetter, des Josef und der Katharina Sagstetter, Bauerseheleute von Anning. Zeugen: Wolfgang Stettmayr, Brauer von Bogen. Josef Sagstetter Bauer von Anning. Josef Iglberger und Sigmund Schranz, Commenarius von Bogen. Pfarrer: Josef Hofmann.

Kinder:
1. Anna Maria get .27.10.1783 + Paton: Anna Maria Samer Schmidin von Breitenweinzier. Pfarrer: Hofmann.
2. Katharina geb. 2.11.1784. Patin: wie vor. Getauft von P. Angelus Wimmer aus dem Karmelitenconvente zu Straubing, z. Z. auf Aushilfe.
3.Wolfgang geb.19.10.1786. Pate: Jakob Samer Schmid von Breitenweinzir. Pfarrer: Josef Hofmann.
4. Jakob geb. 28.6.1788 + Pate: wie vor. Getauft wegen Erkrankung des Pfarrers Hofmann von P. Johannes Nepom. Freindorfer, Karmeliter aus Straubing.
5. Josef geb. 28.2.1792. + Pate: wie vor. Pfarrer Andreas Stichauner.

Jakob Müller baute im Jahre 1788 das jedenfalls sehr baufällige hölzerne Wirtshaus neu aus Ziegelsteinen auf, ebenso die Stallung.

1783 baute sich der Wirt eine Pferdestallung. Das benötigte Bauholz entnahm er aus der sogenannten Margaretenwaldung‚ welche vor 30 Jahren Ursache zu dem vorerwähnten Rechtsstreite gegeben hatte. Unter den Freunden des Wirtes‚ welche beim Aufladen des Bauholzes zusammenhalfen, befand sich auch die 25 jährige Maria Sagstetter, aussereheliche Tochter des Bauern Josef Sagstetter von Anning. Durch einen herabfallenden Baumstamm, der ihr die Eingeweide zerdrückte, wurde diese Person so schwer verletzt‚ daß dieselbe nach einer Stunde verschied. P. Scholiner von Welchenberg ging zufällig an der Unglücksstelle vorüber und hörte sie Beicht. Der Pfarrer Hofmann spendete ihr die letzte Ölung, kommunizieren konnte sie nicht mehr. Der Wirt Jakob Müller starb 9.10.1803 an der Lungensucht. 67 Jahre alt. Pfarrer: Josef Deml.

Die Wirtshaft überkam der Sohn Wolfgang. Derselbe heiratete 16.10.1810 Anna Maria Wolferseder, geb. 26.1.1785 zu Otzing, ehel. Tochter des Ignaz Wolferseder und der Anna, Hofbäuerin, Wirtseheleute von Otzing. Zeugen: Johann Mändl, Schullehrer und Josef Arndorfer, Schuhmacher von Pfelling. Pfarrer: Georg Geiger.
Kinder:
1. Wolfgang geb.13.7.1815. Pate: Josef Fruhstorfer Bauer von Allersdorf. Pfarrer: Georg Geiger.
2. Jakob geb. 15.7.1815. Pate: wievor. Nikolaus Geiger Pfarrprovisor.

Maria Müller, geborne Wolferseder starb an den Folgen der Geburt dieses Kindes‚30 Jahre 5 Monate alt. Nikolaus Geiger Provisor.

Wolfgang Müller verheiratete sich wiederum 23.10.1815 mit der 5.8.1792 gebornen ledigen Theres Bergmayr, des Blasius Bergmayr und der Anna Steinberger, Bauerseheleute von Straßkirchen. Zeugen: Benno Groll, Bauer von Hiendlhof und Peter Iglberger, Bauer von Pfelling. Nikolaus Geiger, Pfarrprovisor.

Kinder:
1. Andreas geb. 18.11.1816 + Pate: Josef Fruhstorfer, Bauer von Allersdorf. Pfarrer resig. Josef Deml.
2. Anna Maria geb. 3.11.1817. Patin: Anna Maria Fruhstorferin, Bäuerin von Allersdorf. Pfarrer: Joh. Ev. Inkofer.
3.Theres geb. 27.12.1818. Wie vor.
4. Franz Xaver geb. 2.6.1820. Wie vor.
5. Georg geb. 12.3.1822 + Pate: wie vor. Pfarrer Mathias Kroiß.
6. Michael geb. 4.10.1823. Wie vor.
7. Georg geb. 2.1.1825. Pate: wie vor. Idelphons Bromersberger Pfarrprovisor.
8. Johann Bapt. geb. 13.3.1826. Pate: wie vor. Pfarrer: Sebastian Aumayr, gestorben 1.2.1828.
9 Johanna geb.27.12.1827. Patin: Anna Maria Fruhstorferin, Bäuerin von Allersdorf. Pfarrer Alois Hayder.

Die Wirtfamilie Müller scheint bis anfangs des Frühjahres 1828 noch auf der Taferne gewesen zu sein. Von diesem Zeitpunkte an verschwindet dieselbe spurlos aus den Pfarrbüchern.

Fast zwei Jahrhunderte hatte dieselbe auf der Hoftaferne gehaust, angesehen bei Hoch und Nieder. Es scheint als ob mit Auflösung der Klosterherrschaft der Unsegen in die Pfarrei und auf die blühenden Bauernhöfe gekommen ist. Überall Auflösung und Zertrümmerung.

Den Nebenhof das Siepaueranwesen, welches der Wirt 1735 zu seiner Wirtschaft gezogen, erwarb 1626 Josef Schreiber früher auf dem Untren Maierhof‚ dann auf dem Klosterhofe von Oberaltaich Hausnummer 71 in Anning, welchener 1826 zertümmerte. Dessen Sohn Josef Schreiber übernahm dann die Sölde,  bei welcher 41,83 Tgw. Äcker verblieben, in dem er sich 1851 mit Anna Maria Sträussl, Bauertochter von Degernbach, verheiratete. (Siehe Geschichte des Steghofes und des Hofes Hausnummer 71 in Anning.)

Die Hofmarkstaferne mit 14,01 Tgw. Äcker kam nun in fremde Hände.

10. Nach dem Wirte Wolfgang Müller ist ein gewißer Georg Helmbrecht Wirt in Pfelling. Über welchen aber die Pfarrmatrikel keinen Eintrag enthalten.

11. Von ihm scheint ein gewisser Johann und Anna Schober das Wirtsanwesen erworben zu haben, welche aber alsbald dasselbe ihrem Sonne Johann übergaben.

12. Johann Schober, Wirt in Pfelling, geb. 21.10.1806 in Deggendorf heiratete 7.Oktober 1833 Anna Maria Schweiger, Bauerstochter von Entau, geb.1809 in Reibersdorf, des Peter Schweiger, Müllerssohn von Menach und der Susanna Wacker, Gütlerstochter von Reibersdorf. Zeugen: Josef Arndorfer, Schuhmacher in Pfelling und Lorenz Feldigl, Lehrer in Pfelling. Pfarrer: Michael Kettl.
Kinder:
1. Josef geb. 10.1. 1834. Patin: Anna Wacker, Bäuerin von Reibersdorf. Pfarrer Kettl.
2. Anna Maria geb. 1.4.1835. Der Vater ist Gutsbesitzer in Entau. Wie vor.
3. Franz Xaver geb. 21.11.1836. Pate: Michael Wacker, Bauer von Reibersdorf. Pfarrer Kettl. Angegeben, daß der Vater in Entau bei Josef Sagstetter in Aufenthalt ist und bemerkt, daß die Familie nach Ittling ausgewandert ist.

Johann Schober hatte also die Wirtschaft in Pfelling nur ein Jahr inne. Derselbe veräusserte dieselbe nach 1834.

12. An Josef und Anna Maria Geisel. Die neuen Wirtsleute müssen aus Innernzell Gerichts Grafenau zugewandert sein.

Deren in Pfelling gebornen Kinder:
1. Franz Josef geb. 8.12.1835. Patin: Magdalena Westermayr, Gerichtsdienersfrau von Mitterfels. Pfarrer: Kettl. Die Mutter war eine geborne Selenwagner.
2. Franz Xaver geb. 19.2.1838. Patin:wie vor. Pfarrer: Georg Lang.
3. Ludwig geb. 22.8.1840. Pate: Xaver Seelenwagner, Bauer in Reit Pfarrei Unterschwarzach. Pfarrer: Lang.
4. Anton geb. 22.7.1842. Wie vor.
5. Leopold geb. 7.8.1844. Wie vor.

Johann Schober veräusserte 30.7.1845 die Wirtschaft an Wolfgang Wintermayr von Liepolding.

13. Wintermayr Wolfgang war geb. 30.3.1819 als der Sohn des Josef Wintermayr und der Walburga, geborne Gstettenbauer, Bauerstochter von Anning. Halbbauereheleute von Liepolding auf Hausnummer 61 früher Klosterhof von Gotteszell.
Er verheiratete sich 11.8 1846 mit Franziska Kirschner, geb. 26.3.1826 zu Haidenkofen, des Lorenz Kischner und der Maria geb. Loibl Wirtseheleute von Atting. Zeugen: Lorenz Kirschner, Vater der Braut und Josef Wintermayr, Bauer von Liepolding. Pfarrer: Georg Lang.
Kinder:
1 .Josef geb. 13.7.1847. Pate Josef Wurm, Bauer von Berndorf. Pfarrer: Georg Lang.
2.u.3. Margareta und Magdalena Zwillinge geb. 13.7.1848 + Patin: Anna Wurm, Bäuerin von Berndorf. Pfarrer: Lang.
4. Anton geb. 26.6.1852 + Pate: wie vor. Pfarrer Leonhart Siegert.
5. Anna Maria geb. 4.1.1854. Patin: Magdalena Wurm, Bäuerin von Berndorf. Pfarrer: Siegert.
6. Franziska geb. 2.11.1849. Pate: Josef Wurm, Bauer von Berndorf. Pfarrer: Siegert.
7. Helena geb. 16.8.1855. + Patin: wie vor. Getauft von Peter Hauser, Cooperator von Oberwinkling.
8. Anton geb. 9.12.1856. Pate: wie vor. Pf. Siegert.
9. Ludwig geb. 9.2.1858. Wie vor.
10. Anna geb. 20.2.1860. Patin u. Pf. wie vor.

Der Wirt Wolfgang Wintermayr wurde 28. April 1860 Nachmittags 3 ½  Uhr von einem Baume erschlagen, 41 Jahre alt. Mit der letzten Ölung versehen. Pfarrer: Simon Zeitler. Die Witwe führte die Wirtschaft mit ihrem ältesten Sohne Josef weiter.

14. Josef Wintermayr verheiratete sich 26.11.1878 mit Anna Preböck, geb. 24 . Juli 1853 in Pfelling, ehel. Tochter des Johann Prebeck und_der Katharina, geborne Schreiber, Hausnummer 22. Zeugen: Johann und Georg Preböck, Bauern von Pfelling. Pfarrer: Simon Zeitler.

Kinder:
1. Josef geb. 25.10.1880. Pate: Josef Hiendl, Bauer von Haag. Pfarrer: Josef Krieger.
2. Otto geb. 28.11.1881. Wie vor.
3. Maria geb. 28.8.18?8. Wie vor. Heiratete 30.07.1907.

Josef Wintermayr starb 10.10.1883 an Lungenschwindsucht, 36 Jahre alt, versehen. Pfarrer: Krieger.

15. Die Witwe Anna Wintermayr geborne Prebeck heiratete 28.6.1888 den ledigen Michael Petzenhauser geb. 28.8.1853 des Josef Petzenhauser und der Anna geborne Lankes, Söldnerseheleute von Steinach. Zeugen: Prebeck Johann, Austragsbauer in Pfelling und Petzenhauser, Söldner in Oberparkstetten. Pfarrer: Josef Krieger.

Kinder aus zweiter Ehe:
1. Hermann geb. 2.4.1889. Pate: Josef Hiendl, Bauer in Haag. Pf. Krieger.
2. Anna geb. 22.7.1890. Pate: Josef Hiendl, Bauer in Haag. Pfarrer: Bartholomä Mitterer.
3. Michael geb. 27.1.1893 +. Wie vor.
4. Ignaz geb. 30.7.1891. Wie vor.
5. Gottfried geb. 16.10. 1894. Wie vor.

Sterbefälle in der Familie Petzenhauser.

1. Petzenhauser Michael, verheirateter Gastwirt von Pfelling, starb 18.12.1914 an einem Herzleiden, 61 Jahre alt‚ versehen. Pfarrer: Simon Straßer.
2. der Sohn Hermann fiel im Weltkriege 1914/18 von einer Maschinegewehrkugel durch den Kopf getroffen in den Kämpfen vor Verdun. Er stand 22 Monate an der Front. Friede seiner Seele! Ehre seinem Andenken. Dem Helden wurde nach seinem Tode das eiserne Kreuz in die Heimat nachgeschickt.
3. Der Sohn Gottfried ist gefallen 18.5.1916 von einem feindlichen Infanteriekugel getroffen. Er ist in Baucamps mit allen militärischen und kirchlichen Ehren begraben worden.
4. Die über den Verlust ihrer beiden Söhne untröstliche Mutter starb 18.3.1917, an Herzwassersucht, 64 Jahre alt‚ versehen. Pf. Straßer.
5. Die Tochter Anna‚ welche nach der Verheiratung ihres Bruders Ignaz nach Straubing verzogen war, starb 11.11.1921 an den Folgen einer schweren Unterleibsoperation in Pfelling und wurde auf dem heimatlichen Friedhofe zu Pfelling 16.11.1921 vom Ortspfarrer Simon Straßer beerdigt, 31 J. alt.

1. Das Wirtsanwesen erhielt der noch einzige Sohn Ignaz. Derselbe heiratete 10.6.1919 die ledige Katharina Füchsl, geb. 11.11.87 als Tochter des Johann Füchsl und Veronika, geborne Altschäffl, Taglöhnerseheleute von Oberwinkling. Zeugen: Josef Wiesmann, Wagnermeister und Alphons Heigl, Schuhmacher von Pfelling. Pfarre Simon Straßer.

Kinder:
1. Katharina geb. 28.10.1920. Patin: Maria Fischer, Ökonomsgattin von Bogen. Pf. Straßer.
2. Gottfried geb. 23.3.1922, Pate: Heinrich Fischer, Ökonom von Bogen. Pf. Straßer. 3. Hermann geb.23.4.1924 + Patin und Pf. Wie vor.
4. Maria geb. 1.3.1923. Wie vor.
4. Anna geb.25.4.1925. Wie vor.
5. u. 6. Ignaz und Hermann Zwillinge geb. 1.3.1926 + + Wie vor.

Die Eheleute Ignaz und Anna Petzenhauser haben derzeitig die Taferne inne.

Ende.

Quellen. Staatsarchiv Landshut, Archivalienverzeichnis Gotteszell. Pfarrarchiv Pfelling. 

 

Geschichte von Hausnummer 10 in Pfelling. Früher Siebauernhof genannt

Verfasst von Pfarrer Simon Straßer von Pfelling. 1928.

Besitzstand nach der Fassion vom Jahre 1808.

Ist im Besitze des Wirtes Wolfgang Müller von Pfelling und bildete den halben Wirtshof. (Siehe Geschichte der Hoftaferne Nr.9)

1826 erwarb den Hof Josef Schreiber auf dem Oberaltaicher Klosterhof Hsnr. 71 in Anning, früher Steghofbauer in Pfelling.

Nach dem Steuerkataster vom Jahre 1831 ist derselbe auf dem Hofe. Dieser umfasst nachfolgenden Besitzstand: Äcker: 4297 Tgw., Wiese 1,20 Tgw., Gärten 1,63 Tgw., Waldung 17,13 Tgw., Haus- u. Hofraum 0,39 Tgw., zusammen: 67,48 Tgw.

Zehentpflichtig war der Hof mit je 1/3 zur Pfarrei, nach Degenberg und nach Sct. Johann. Dagegen hatte der Pfarrer vom Garten den ganzen Zehent.

Grundbar erbrechtlich war der Hof seit 1290 zum Kloster Gotteszell.

Besitzer des Hofes.

1.  Als erster urkundlich nachweisbarer Maier erscheint ein gewisser Simon Papst. Dieser scheint der Familie Papst in Pfelling zu entstammen, welche nach dem Prozesse des Klosters Gotteszell um 1550 das ganze Obere Dorf Pfelling mit Gutsmaiern versah. (den Oberhof, den Mitterhof (später Iglberger und die Ufersölde) And. Papst erscheint in dem Übergabsprotokolle des Gerichtes mehrfach als Angrenzer der Pfründefelder.

Nach dem Archivalienverzeichnis des Klosters Gotteszell kommt 1627 ein Gantprozess des Bauern Sebastian Papst von Pfelling vor, welcher den Hof Hausnummer 10 vermutlich besessen hatte.

Durch den Schwedeneinfall im Jahre 1633 verödete das Dorf Pfelling

2. Als zweiter Gutsmaier auf dem Hofe erscheint ein gewisser Georg Schöfer. Georg Schöfer, ehel. Sohn des Andreas Schöfer von Irlbach und der Magdalena, legitime Tochter des Johann Stainer von Mitterfels. Zeugen auf Seite des Bräutigams: Georg Schranz von Oberwinkling und Pargkammer, Fischer von Irlbach. Auf Seite der Braut: Caspar Forster von Vendeldorf und Martin Zänkhel von Unterwinkling. P. Albert März.

3. Georg Schöfer starb schon 30.6.1646. Paul Zöller.

Die Witwe Magdalena Schöfer, geborne Stainer, heiratete 11.9.1646 den Sebastian Siebauer, des Martin Siebauer von Berg. Zeugen des Bräutigams: Wolfgang Fältel von Helfkham und Georg Fältel von Schwarzach. Auf Seiten der Braut: Georg Schranz von Oberwinkling u. Wolfgang Kayser von Lauterbach. P. Albert März.
Kinder:
1. Georg get. 10 8.1649. Pate Georg Bernhardt von Pfelling. P. Johann.
2. Simon get. 26.10.1652. Pate: Bartholmä Pezendorfer von Pfelling. P. Albert März.
3. Eva get. 26.2.1655. Patin Catharina, Ehefrau des Bartholomä Pezendorfer von Pfelling. P. Albert.
4. Bartholomä get. 13.8.1656. Pate: Bartholomä Pezendorfer. P. Albert.
5. Paul get. 25.1.1660. Wie vor.

Magdalena Siebauer starb 16.5.1677, versehen mit dem hl. Sakramente der Eucharistie. P. Emmeram Soldan.

Sebastian Siebauer, gewester Bauer in Pfelling, starb, vorher gebeichtet und kommuniziert, 16.10.1678. P. Emmeram Soldan.

  1. Den Hof erhielt der zweitgeborne Sohn Simon.

Simon des Sebastian Siebauers und der Magdalena, dessen schon verstorbenen Frau ehel. Sohn, heiratete 6.10.1677 Walburga, ehel. Tochter des Sebastian Loibl, Bauers in Pfelling (Steghof) und der Barabra, dessen schon verstorbener Ehefrau. Zeugschaft leisteten: Georg Siebauer, Bruder des Bräutigams und Johann Loibl aus der Pfarrei Waltendorf und Gregor Mayr, Bauer in Anning. P. Emmermam Soldan.

Deren Ehe blieb kinderlos.

Simon Siebauer starb an der ungarischen Krankheit nicht versehen, weil Pfarrer nicht gerufen worden war, 20.9.1680. P. Emmeram.

5. Den Hof scheint der Bruder Georg übernommen zu haben. Dessen Ehefrau hiess Ursula. Haben in Pfelling nicht geheiratet.

Kinder:
1. Markus nicht in Pfelling geboren.
2. Gregor get .17.5.1680. Pate: Thomas Murauer, Taglöhner in Pfelling. P. Emmeram Soldan.

Gregor Siebauer starb 14 Jahre alt mit der hl. Ölung versehen wegen Phrenie. P. Gregorius Amann.

Georg Siebauer, Bauer von Pfelling, starb 28.2.1690 cra 40 Jahre alt. P. Franziskus Plathiell, Ursula Siebauer, Witwe 28.2.1695 mit allen hl. Sakramenten versehen. P. Gregorius Beckh.

Da dessen Sohn Markus noch unmündig, scheint der Bruder Bartholomä den Hof vorläufig übernommen zu haben.

5. Bartholomä Siebauer, ehel. Sohn des Sebastian, vormaligen Bauers in Pfelling und der Magdalena, heiratete 6.5.1681 Eva, ehel. Tochter des Simon Emmer. Zeugen: Georg Siebauer und Mathias Loibl, Adam Nedl von Loham und Valentin Loichinger von Fraubiburg. P. Emmeram Soldan.

Kinder:
1. Mathias get. 7.6.1681. Pate: Mathias Iglberger. P. Emmeram.
2. Elisabeth get. 10.5.1683 Patin: Elisabeth Iglberger. Der Vater ist als Taglöhner angegeben. P. Basilius Monus.
3. Andreas get. 22.11.1685. Pate: Mathias Iglberger. P. Basilius.
4. Maria get. 5.11.1688. Patin: wie vor. P. Rupert Kleuber.
5. Martin get. 4.11.1691. Pate: wie vor. P. Mathäus Hufnagl.

Eva Siebauer starb 12.2.1692. Mit allen Sakramenten versehen. P. Mathäus. Bartholomä Siebauer war bloß Taglöhner auf dem Siebauerhofe.

6. Den Hof übernahm der Sohn Markus des Georg und der Ursula Siebauer.

Derselbe verheiratete sich 8.2.1693 mit Walburga, das Philipp Pogner und der Eva, Bauers von Berndorf, ehel. Tochter. Zeugen: Mathias Iglberger und Gregor Loibl von Pfelling, Nikolaus Wallner von Autsdorf und Wolfgang Stegbauer von Menach. P. Gregorius Beckh.

Kinder:
1. Johann get. 32?.10.1695. Pate: Johann Pezendorfer von Straßkirchen. P, Gregorius Beckh.
2. Maria get.19.3. 1698. Patin: Maria Loibl von Pfelling. P. Roman Subert. + ledig, 5.12.1728, 28 J. alt, versehen. P. Coelestin.
3. Johann get. 28.12.1700. Pate: Johann Loibl, Bachbauer in Pfelling. P. Roman Subert.
4. Margareta get 7.7.1703. Patin: Maria Loibl, Bäuerin von Pfelling. P. Josephus Mühler.

Markus Siebauer starb versehen 19.4.1731, 53 Jahre alt. P. Honoratus. Seine Witwe Margareta führte die Wirtschaft weiter. Nach dem Zehenteinnahmeverzeichnis vom Jahre 1733 ist dieselbe noch auf dem Hofe. Die Familie Siebauer scheint verarmt zu sein. Es fand auch keines derselben eine Heirat. In den Pfarrbüchern kommt nichts mehr vor.

7. Der Abt von Gotteszell als Grundherr scheint den Hof dem Wirte Mathias Müller überlassen zu haben, für welchen der Hof eine grosse Bedeutung hatte als mit infolge der Differenz mit dem Prior von Bogenberg P. Hemauer die gepachteten Pfründegründe für die Taferne später verloren gingen. (Siehe Geschichte der Taferne.)

Der ehemalige Siebauerhof bildete nunmehr den halben Wirtshof. Bei der Wirtschaft selbst waren ja nur wenige Grundstücke bisher gewesen und diese gehörten der Pfarrkirche.

Nach der Seelenbeschreibung des Pfarrers Josef Hofmann vom Jahre 1788 ist auf dem Siebauerhofe der Taglöhner Anton Maushammer.

Dieser war noch 1771 Hirt von Pfelling. Seine Ehefrau hiess Anna, geborne Schaller.

Deren in Pfelling gebornen Kinder:
1. Josef get. 14.3.1771. Patin: Catharina Iglberger. Pf. Pflanzelt
2. Walburga get. 18.2.1776. Wie vor. Der Vater ist als Taglöhner aufgeführt.
3. Theres get. 3 4 1778. Wie vor.
4. Anna Maria, get. 21.11.1779. Wie vor.
5. Wendelin get. 20.10.1782. Patin: Wie vor. Pf. Hofmann. Die Mutter Anna Schaller, Tochter des Michael Schaller; Taglöhners von Oberaltaich.
6. Jakob get. 27.3.1785. + Pate: Josef Iglberger, Bauer von Pfelling. Pf. Josef Hofmann.
7. Thomas get. 21.12.1786, Wie vor. Vater ist Taglöhner in Anning. 1788 aber ist derselbe wie schon erwähnt wieder in Pfelling auf dem Siebauerhause. Maushammer Anton, Taglöhner von Pfelling, starb14.7 1801, versehen, 64 Jahre alt. Pf. Deml.

Josef Maushammer, Taglöhnerssohn, starb 21.1.1801, nach Empfang der Sakramente. Derselbe hatte am 3.1. in der Taferne ein Fass über die Stufen gerollt und wurde von demselben gedrückt und ganz verwundet. War cra 30 Jahre alt. Pf. Josef Deml.

Maushammer Anna, Taglöhnerin von Pfelling, starb am Schlaganfall 7.2.1799. Pf. Andreas Stichauner.

Maushammer Anton, Taglöhner, starb 14.7.1801, 64 Jahre alt. Pf. Deml.

8. Der letzte Inhaber der Taferne aus der Familie Müller Wolfgang scheint dann 1827 oder Anfangs 1828 den Wirtshof an Josef Schreiber, früheren Steghofbauern, seit 1817 auf dem Klosterhof von Oberaltaich, Hsnr. 68 in Anning, veräussert zu haben. (Siehe Geschichte dieser Hausnummern)

Josef Schreiber, Ausnahmbauer von Pfelling, Witwer starb 14.6.1854, 69 J. alt an Altersschwäche, versehen. Pfarrer: Leonhart Siegert.

Dessen Ehefrau Anna, geborne Läschinger, erst verheiratete Loibl, des Wolfgang Steghofbauers, starb als verheiratete Ausnahmbäuerin von Pfelling 20.11.1852 am Herzwassersucht, versehen, 71 Jahre alt. Pfarrer Siegert.

9. Den ehemaligen Wirtshof hatten sie ihrem Sohne Josef übergeben.

Josef Schreiber, geb. 20.8.1817 in Anning, des Josef Schreiber und der Anna Laschinger, heiratete 17.6.1851 die Bauerstochter Anna Maria Sträussl, des Adam Streissl und der Julia Hörlmeier von Degernbach, geb. 23.11.1813. Zeugen: Josef Schreiber und Andreas Streissl. Pf. Siegert.

Kinder:
1. Josef geb. 22.8.1855. + Pate: Josef Six, Bauer von Straßkirchen. Pf. Siegert.

10. Das Anwesen ging dann anfangs der Siebziger Jahre übe an Johann Prebeck, welcher zugleich Hausnummer 22 besaß.

Johann Prebeck, verwitweter Bauer in Pfelling, geb. 7.8.1844 in Pfelling, heiratete 12.6.1849 die ledige Katharina Schreiber, des Josef Schreiber u. der Anna Laschinger, geb. 4.5.1823 in Anning Nr 71. Zeugen Josef Schreiber und Jakob Prebeck. Pf Siegert.

(Über dessen Kinder. Siehe Geschichte der Hausnummer 22 in Pfelling)

Katharina Prebeck, geborne Schreiber (des Josef Schreiber und der Anna von Anning Nr 71) vulgo Schmidprebeckin, Bäuerin von Pfelling, starb 17.5.1884 an Herzwassersucht, 61 Jahre alt, versehen. Pfarrer Krieger

Johann Prebeck, verwitweter Ausnahmbauer starb 11.8.1899, an Wassersucht, 85 Jahre alt, versehen. Pfarrer: Friedl.

Die Prebeckischen Eheleute haben an der südlichen Wand der Pfarrkirche eine schwarze marmorne Gedenktafel.

11. Johann Ev. Prebeck übergab sein Anwesen Hausnummer 10 seinem Sohne Georg. Georg Prebeck, geb.17.4.1851 in Pfelling als Sohn des Johann Ev. Prebeck, Ausnahmbauer, und der Katharina geborne Schreiber, Bauerstochter von Pfelling, heiratete 5.5.1885 die ledige Rosina Bachl, geb. 24.1865 [?] zu Breitenweinzier, des Wolfgang Bachl, Ausnahmbauers von Breitenweinzier u. der Theres, geborne Ohnmüller, Müllerstochter von Ohnmühl. Zeugen: Johann Ev. Prebeck, Ausnahmbauer von Pfelling und Wolfgang Bachl, Ausnahmbauer von Breitenweinzier. Pfarrer Josef Krieger.

Kinder:
1. Rosina geb. 30.10.1885. Als Kind vom Georg Prebeck anerkannt, obwohl ein gewisser Josef Fruhstrofer, led. Bauerssohn von Fruhstorf bestimmt als natürlicher Vater genannt war. Patin: Theres Deschl. Bäuerin von Breitenweinzier. Pfarrer: Krieger. Bemerkt, daß er die Angaben über die Vaterschaft des Kindes selbst aus dem Munde des Georg Prebeck habe.
3. Georg geb. 8.7.1887. + Patin u. Pf. Wie vor.
4. Ludwig geb. 28.6 1888. + 1890.Wie vor.
5. Georg geb.24.4.1890. Wie vor.
6. Anton von Padua geb.10.6 1889. + Patin: wie vor. Max Reger, Provisor.
7. Anonymus geb. 16.1.1892. + notgetauft sub conditione si vivis von Pf. Mitterer.

12. Prebeck Georg veräusserte sein Anwesen 1893 an Wolfgang Probst.

Es scheinen aber vorher Gründe weggekauft worden zu sein. Hausnr .10 ist nur mehr eine Sölde.

Wolfgang Probst lediger Söldner in Pfelling, geb. 26.2.1867 als Sohn des Michael Probst, Söldners in Reibersdorf und der Theres Körbl heiratete 3.4.1894 Maria Kalm, geb. 27.4.1872 in Pfelling, des Josef Kalm, Söldners in Pfelling Nr. 25 Kirchensölde (Siehe deren Geschichte) und der Katharina, geb. Rainer von Moosbach. Zeugen: Wolfgang Körbl, Bauer von Oberaltaich und Josef Kalm. Pf. Bartholomäus Mitterer.

Kinder:
1. Anonymus geb. 9.9.1895 + notgetauft von der Hebamme.
2. Maria geb. 21.4.1897. Pate: Sebastian Probst, Söldner von Reibersdorf. Pf. Mitterer.
3. Franziska, geb. 3.1.1899. Patin: Franziska Probst, Söldnerin von Reibersdorf. Pf. Josef Friedl.
4. Josef geb. 4.3.1900. Pate: Sebastian Probst, Söldner von Reibersdorf. Pf. Friedl. + 1925 in München.
5. Sebastian geb.  23.7.1901. Wie vor. Ist nach Amerika ausgewandert.
6. Katharina geb. 28.10.1902. Patin u. Pf. Wie vor.
7. Wolfgang geb. 9.10.1904. + Pate: wie vor. Pf. Xaver Ritzinger.
8. Wolfgang geb. 15.6.1907. Wie vor.
9. Anna geb. 29.6.1910. Wie vor.
10. Mathilde geb. 14.4.1912. Pate: Sebastian Probst, Söldner von Reibersdorf. Pf. Simon Straßer.
11. Franz Xaver geb. 12.10.1913. Patin u Pf. Wie vor. + 26.3.1926, 13 Jahre alt, seit 3 Wochen bettlägerig an Tuberkulos der Wirbelsäule leidend. Versehen. Pf. Straßer.
12. Emilie geb. 27.8.1915. Wie vor.

Wolfgang und Maria Probst sind zur Zeit noch auf dem Anwesen Hausnummer 10 in Pfelling.

1. Maria Probst heiratet Xaver Geiger.

Ende!

Quellen. Staatsarchiv Landshut. Pfarrbücher der Pfarrei Pfelling.

 

Geschichte des Urfahrs und der dazugehörigen Sölde in der ehemaligen Hofmark Pfelling Hausnummer 11.

Verfasst von Pfarrer Simon Straßer von Pfelling 1928.

In Pfelling war nach einer Angabe des P. Wilhelm Fink, Geschichtsprofessors in Metten, seitz alter Zeit schon ein Flussübergang.

Alle Flüsse standen aber im Eigentume des Herzogs. Das Gelände bei Pfelling ist für die Übersetzung über die Donau sehr günstig. Einmal ist der Strom vollständig geschlossen und bildet keine Abwässer. Dann ist wegen des bis an das Ufer heranreichenden Steinberges und seiner sanften Abdachungen das linke Donauufer jederzeit auch bei stärkstem Hochwasser ein trockener Landungsplatz übrig wegen des aus Granit und Gneis bestehenden Untergrundes des Geländes vorhanden. Die Ansicht, daß schon zur Römerzeit Pfelling als Landeplatz für Militär und Kauffahrtschiffe wenigstens vorübergehend benutzt oder aufgesucht wurde, dürfte einen sehr stichhaltigen Grund haben.

Auch das rechte Donauufer ist ziemlich hoch und wird selbst  bei Hochwasser nur auf eine ganz kurze Strecke der Verbindungsstraße Irlbach-Ainbrach unter Wasser gesetzt. Sehr wahrscheinlich waren auch in früheren Jahrhunderten, wo die Waldflächen und die vielen Abwässerstellen die Wassermassen zurückhielten und nur langsam ablaufen ließen, die Überflutungen der Ufer nicht so stark, wie jetzt. So daß bei Pfelling selbst in Fällen, wo bei den flachen Ufern mit Übersetzungsstellen in Hermannsdorf, Irlbach und Posching für mehrere Wochen jeder Flussübergang gesperrt war, noch allein in Pfelling die Möglichkeit bestand, auf der Donau überzusetzen.

Das sogenannte Urfar diente hauptsächlich dem Vorherr der Hofmarksinsassen. Lag ja ein Teil der Wiesen unmittelbar auf dem rechten Ufer.

Auch der Pfarrer hatte 3 Tgw. Wiesen über der Donau, dann hatte die Kirche Pfelling von

Dos Grundstücke über der Donau, die allerdings von  allem Anfange an den Entauern wieder zu Lehen gegeben worden sind. Dann lag der sogenannte Wört in der Donau ganz nahe am gegenseitigen rechten Ufer. Diese Insel gehörte auch zur Hofmark Pfelling und stand in gemeinsamer Nutzung der 5 Bauern. Kurz und gut die ganze wie Wiesenfläche unmittelbar am rechten Donauufer soweit die Markung reichte, stand im Eigentume der Pfellinger. Das Heu musste also mit Kähnen übe die Donau gebracht werden durch den Fährmann von Pfelling.

Die Ortschaft Entau mit ihren ursprünglich12 Häusern zur Margaretenkapelle des Klosters Niederaltaich in Pfelling. 1125-1148 wurde ein eigentlicher Pfarrbezirk abgegrenzt, die Sct. Margaretenkapelle in Pfelling wurde zur wirklichen Pfarrkirche erhoben und nun mussten die Entauer zur Erfüllung ihrer religiösen Verpflichtungen, mir den Kindstaufen und ihren Toten über die Donau nach Pfelling. Das Urfar scheint im Eigentume des Urmaiers und ihrer Nachfolger der Hofmarksherrn von Pfelling gestanden zu sein und die Ufersölde war ein Lehen des Hofmarksherrn.

Im Jahre 1290 ging durch Schenkung des letzten Pfellingers Heinrich des Jüngern und seiner Gemahlin Mechthildis, geborne Gräfin von Rotteneck der Herrenhof und die ganze Hofmark an das Kloster Gotteszell über und der Förg in Pfelling wurde dem Abte grundbar, wie auch der Fischer, wenn auch der Fischer eigens in der Bestätigungsurkund der Schenkung des Pfellingers durch den Herzog Otto eigens genannt ist.
Doch waren Ufer und Fischerei in Pfelling getrennt und sind erst am Anfange des 19. Jahrhunderts in einer Hand vereinigt. Nach der Steuerfassion vom Jahre 1808 erscheint die Fischersölde mit der Ufersölde vereinigt. Josef Sollinger, Förg in Pfelling, muss dieselbe käuflich an sich gebracht haben (Siehe Geschichte der Fischersölde)

Der Pfellinger Hofmarksherr hatte aber nicht bloß das Ufer in Pfelling inne, sondern er hatte auch vom Kloster Oberaltaich das von Posching zu Lehen. Bei Steinkirchen unterhalb Wischelburg war ja eine Römerniederlesung und soll nach P. Wilhelm Fink eine steinerne Brücke über die Donau geführt haben und eine mit Prügel belegte Strasse über das Moos nach dem Walde geführt haben. Die Fähre bei Miaria Posching war, jedenfalls viel bedeutender und einträglicher als jene von Pfelling.

Einer Zusammenstellung der Güter und Rechte des Klosters Oberaltaich vom 13. Jahrhundert mon. Boi. XII 83, 84 heißt es: Pholingarius habet Dadum in Posching et unam Curiam in Alhartsdorf (allersdorf bei Bogen) . Der Pfellinger hat inne das Ufer in Posching und einen Hof in Alhartsdof. Die Nachbarfähre des Pfellingers war jene der Windberger in Hermannsdorf.

Das Prämonstratenserstift hatte zu seiner Fundierung erworben Ainbrach mit 2 Höfen und einer Kapelle, dann das Gut des Frammelsbergers in Hermannsdorf. Zum Verkehr mit diesen Gütern war eine Fähre notwendig.

Graf Albert III. von Bogen hatte 1194 nun dem Kloster Windberg die Vergünstigung verleihen, daß es auf eigenen Schiffen Heu und andere Bedürfnisse, wenn und sooft es wollte und die Notwendigkeit es erfordert übe die Donau fahren dürfte. (Siehe Boi. XIV. 35, 36 Num: XVIII.)

Mit dieser Fähre in Hermannsdorf geriet die des Abtes von Gotteszell in Pfelling in Streit.

Nach einer Entscheidung vom 5. Oktober 1594 durfte am Ufer zu Pfelling nur eine Zille, darauf allein ein Ross und Karrn aber kein Wagen geführt werden. Schwerere Fuhrwerke hatten also die Fähre in Hermannsdorf zu passieren.

Das war jedoch für die Pfellinger unleidlich, welche mit ihrem Heu und Vieh über die Donau zu setzen hatten. Die Fähre in Pfelling entsprach keineswegs den Ansprüchen der Pfarrangehörigen. Der Förg in Pfelling scheint sich nun aus eigener Machtvollkommenheit ein schwereres Fahrzeug angeschafft zu haben. Da aber kam es zwischen dem Förgen zu Hermannsdorf und jenem zu Pfelling beziehungsweise zwischen deren Grundherrn dem Abte von Windberg und den Prälaten zu Gotteszell (Wilhelm I. 1698-1716). Förg war Simon Iglberger in Pfelling. Der damalige Abt von Windberg hieß Franz Knodt zum Prozesse.

Vermöge gnädigsten Abschiedes vom 5. Dezember 1710 wurde der Streit dahin geschlichtet, daß ein Förg zu Pfelling ein Urfahrschiff 5-6 Schuech in der Braiten und in der Länge 6-7 Schoppen Clafter oder nach dem Werkschueh 7 Schueh haben und führen durfte.

Durch diese Entscheidung wurde immerhin das 1554 zugestandene Recht in etwas erweitert.

Es war das aber keine Seilfähre, sondern das Floss musste mittels Stangen geleitet werden. Da mag bei Schlechtem Winde allerdings das Fahrzeug weit vom geraden Kurs abgekommen zu sein und weiß Gott an welcher Stelle am Ufer gelandet. Seit Jahrhunderten ist die Fähre eine sogenannte Seilfähre und der Farm wird durch den Wasserauftrieb hin und her gezogen.

Wie schon erwähnt ist seit 1808 Fischerei und Urfar vereinigt.

Durch das Gewerbegesetz vom Jahre 1869 wurde die Fischerei Gerechtsame nicht berührt. Die Fähre unterliegt den Bestimmungen des bayer. Wassergesetzes vom 23. März 1907. Die Genehmigung erteilt das Bezirksamt.

Die Überwachung des Betriebes, Prüfung des Fährmannes, der Instandhaltung des Farmes nimmt das Flussbauamt vor.

Der derzeitige Förg Franz Schreiber hat die Fischerei seit dem Kriege schon an die Fischer der Stadt Straubing verpachtet. Die Fähre aber betreibt er selbst. Die Donau hat an der Überfahrstelle eine normale Breite von 180 mtr. und eine Tiefe von cra. 2,50 mtr. Der mittlere normale Wasserstand beträgt 130 cm über dem Nullpunkt, 310,5 Meter über Normal Null. Steigt die Donau cra. 3 Meter, so überschreitet sie das Flussbett.

Bei größtem Wasserstand erreicht sie die Stufe beim Eingang zum Garten des Pfarrhofes zu Pfelling, welche 315,488 mtr. über Normalnull liegt. Dann aber wird auch das rechte Ufer bis an den Wald hin überschwemmt. Ganz Entau ragt als Insel nur mehr aus dem Wassermeer hervor. Jeglicher Verkehr mit Pfelling, der Kirche und Schule ist auf ein bis zwei Wochen lahmgelegt. Es scheint zu warten, bis sich die Sintflut verlaufen hat. Das aber ist nur die eine Seite der sonst schönen Donau.

Im Winter sowie zweimal hintereinander, wenn die Nachttemperatur auf -8 °C. sinkt, tritt Treibeis auf. Die Fähre muss für den Farm gesperrt werden und der Verkehr durch die Eisschollen mit dem Kahne bewerkstelligt werden. Bei starkem Treibeis ist die Übersetzung des Stromes nicht ungefährlich. Denn der Fährmann muss sich durch die Eisplatten gleichsam hindurch schleichen, um nicht zu sagen stehlen und einen weiten Umweg machen.

Dann gibt es halt für kürzere oder längere Zeit Schul- und Kirchenferien. Bei scharfen Ostwinden wird das Wasser oft meterhoch aufgepeitscht, was für die Kinder eine Belustigung ist, wenn der Farm auf und nieder geschaukelt wird. Freilich fremde Leute, welche anderartiges Schauspiel nicht gewöhnt sind und wasserscheu, betreten mit Furcht und Zittern das gebrechliche Fahrzeug und sind froh, wenn sie heil am anderen Ufer dasselbe verlassen können.

  1. Besitzstand der Ufersölde.

Nach der Fassion vom Jahre 1808 hatte due Ufersölde nachstehende Besitzverhältnisse.

Fassionsnummer 3, Hausnummer 8. Beim Förgen: Josef Sollinger.

Gegenstand des Besitzes: a. die ¼ Förgensölde b. Gemeindeteil im Espen.

Dominikalverhältnisse: Vogtbar zum Landgerichte. Grundbar zum Rentamte Mitterfels. Zehentbar zur Pfarr Pfelling.

Die bisherigen Staatsauflagen.
Steuer: 7 fl. 17 kr 1 hl.
29 fl. 8 kr 4 hl.
Fourgae 1 fl 45 kr.
Vorspannanlage 18 kr 16 hl.
Summe: 38 fl. 38 kr 1 hl.

Eidliche Schätzung: 1140 fl. Fatierter Wert 800 fl.. Amtliches Gutachten: 1630 fl. Steuerkapital 1630 fl. Neue Steuer 12 fl. 55 kr. Bem. Zu hoch besteuert.

Es gehörten dazu 17,11 Tgw. Felder. In kleinen Parzellen im Unterdorfe liegend. Cr 11 ½ Tgw. Waren Rodungen am Hange des Steinberges und auf der Höhe gelegen. Schlechte Bonität. Dann gehörten dazu 25,45 Tgw. Waldungen auf der Nordseite des Steinberges. Der grösste Waldbesitz der Sölde könnte auffallen. Aber jedenfalls war dem Förgen dieser Wald vom Hofmarksherrn (Kloster Gotteszell) gegeben worden, weil ja der Förg zur Herstellung des Fuhrparkes viel Nutzholz brauchte. Denn die Kähne und der Farm, welche ja bei jeder Jahreszeit draussen liegen, halten immer nur wenige Jahre aus und müssen durch neue ersetzt werden.

Wie schon erwähnt kam vor 1808 die Fischersölde zum Förgenanwesen.

Nach dem Steuerkatatster vom Jahre 1831 umfasste nunmehr der gesamte Besitzstand des Förgenanwesens im einzelnen nachstehende Gründe:

Hausnummer 11. Andreas Schreiber, Förg. Äcker 31,24 Tgw., Wiesen 11,20 Tgw., Gärten: 0,13 Tgw., Waldungen: 36,25 Tgw., Haus- und Hofraum 0,38 Tgw. Im Ganzen: 39,20 Tgw. Zum Anwesen gehörte noch 1788 eine Nebensölde jetzt Hausnummer 12 das Krämeranwesen. Damals hauste darinnen Johann Kesslinger, Taglöhner.

Als erster urkundlich nachweisbarer Förg in Pfelling erscheint im Processacte des Kloster Gotteszell um den Wört in der Donau ein gewisser Holzmann Georg.

III. Inhaber der Ufersölde.

1. Als erster urkundlich nachweisbarer Förg in Pfelling erscheint im Prozessacte des Klosters Gotteszell um den Wört in der Donau ein gewisser Holzmann Georg. Diesem hatte der Abt Peter von Gotteszell 1542 den Wört angefailt um 60 fl. auf Leib. Nach Aussage des Peter Prunner der damals bei dem Förgen Holzmann in Pfelling diente, wollte aber Georg Holzmann den Wört nicht annehmen, weil er selbst ein alter Mann war und keine Kinder hatte.

Vernehmungsprotokoll des Gerichte Schwarzach 15.1.1583.

2. Als zweiter Förg ist nach demselben Prozessprotokolle 1583 ein gewisser Stefan Khürmaier Förg in Pfelling. Derselbe gibt an, daß er 49 Jahre alt sei, von Pfelling zu Haus, ziemlichen Vermögens und Grunduntertan des Herrn von Gotteszell.

3. Als dritter Inhaber der Ufersölde tritt in diesem Prozesse ein Stefan Khürmaier auf, von der Erlischen beklagten Partei gelden und Vetter des Gegenteils. Stefan Khürmaier, Förg zu Pfelling, 66 Jahre alt, der Gegenteil Vetter antwortet auf den 20. Artikel; Daß er vor 12 Jahren ungefähr von berührten Wolfgang Erl den vierten Teil im Wört um 218 Pf. und einen Taler Leutkauf gekauft. Weil aber von ihm keine Aufrichtung zu erlangen, sei der Kauf wieder zurückgegangen und habe er den Leutkauf dahinter gelassen. Was aber den Kauf mit anderen Artikel belangt, so habe er gleichwohl gehört, daß der Michael Pürkhel, Müller von der Aumühl, dazumal er noch in Schamwört gewesen, den vierten Teil im berührten Wört um berührte Summe von 200 fl. gekauft.

Demnach wäre genannter Stefan Khürmaier 1571 schon auf der Ufersölde gewesen. Erscheint der Nachfolger des obengenannten Georg Holzmann gewesen zu sein. Der Förg gleichen Namens muss aber ein Verwandter und nicht der Sohn des ersten Stefan Khürmaier gewesen sein, er ist ja 1583 auch erst schon 49 Jahre alt.

4. Nach der Kirchenrechnung vom Jahre 1590 ist ein gewisser Georg Waß, Förg in Pfelling und entrichtet die Gilt für einen Kirchenacker mit 1 fl. 15 kr. Unter ihm hatte wahrscheinlich der erste Prozess wegen des Ufers statt gefunden, von welchem im allgemeinen Teil dieser Abhandlung bereits die Rege war.

5. Dann scheint nach der Kirchenrechnung des Sct. Margaretengotteshauses zu Pfelling ein gewisser Caspar Mayr. Derselbe verporgt sich dem Michael Allkofer, Fischer zu Pfelling, laut Schuldporgschaftsbrief vom 4. Oktbr. 1625 für 50 fl. Schuldkapital. Dieser Caspar Mayr scheint bis 1629 das Urfahr in Pfelling inne gehabt zu haben.

6. Sein Nachfolger war Bartholomä Papst. Die Familie Papst hatten wie aus der Geschichte der Hausnummer 1, 5 und 10 hervorgeht, bis vor dem Schadensfall im Jahre 1633 etwa das ganze obere Dorf Pfelling in Besitz, und wie wir sehen auch die Ufersölde. Bartholomä Papst hatte lt. Rechnung vom Jahre 1630 das Schuldkapital seines Vorgängers Caspar Mayr übernommen, hat aber darumben bis dato dem Gottshaus khain Versicherung getan.

Ebenso hatte er von der Allergläubigen Seelenkapelle 36 fl. entlehnt u. entrichtet Michaeli 1630 den Zins mit 1 fl. 45 kr. Geliehen war ihm das Geld 1672 [? evtl 1627]worden. Hatte es aber erst laut aufgerichtetem Schuldbriefes datiert vom 4. Februarii 1632 mit Michaelen Allkofer, Vischers daselbst, welche an Paulussen Haidter in der Erkauffung der Sölden kommen. Zahlt davon die Gilt 1 fl. 46 kr. nach der Kirchenrechnung vom Jahre 1640.

Batholomä Papst muss 1638 verstorben sein und infolge des Schwedeneinfalles auch verdorben. Desgleichen auch der Vischer Michael Allkofer, welcher 1630 mit Michael Wacker, Wirt zu Pfelling, Kirchenprobst gewesen war. Über das Fischeranwesen wurde die Gant verhängt und das Kapital zu 35 fl. ging verloren. Bei vorgangener prioriterkanndtnuß zu Schwarzach, weil aber noch dazu der Förg (Barth. Pabst) gestorben und verdorben ist, obiger Hauptdach zu erhollen und Interesse einzubringen. Auch nihil.

  1. Die Förgensölde hatte Paulus Haider erkauft.

Paul Haider, Förg allhie, heiratete 7. Mai 1638 Catharina, des Andreen Schöffers, gewesten Pauers zu Ihrlbach, seligen Gedenkens, hinterlassener Witib. Zeugen: Martin Pezendorfer, Pauer von Entau, Sebastian Mayr von Allkofen, Wolf Sagstetter von Ihrlbach, Georg Schranz von Rieth. Getraut von Pfarrer Gregor Hallwax.

Kinder:
1. Magdalena get. 17.6.1944. Pate an Stelle seiner Ehefrau Wolfgang Allkofer von Allkofen. Pfarrer: Gregor Hallwax.
2. Dorothea get. 4.10.1646. Patin: Ursula Allkofer, des Wolfgang von Allkofen. P. Albert März.

Paul Haider hatte, wie es scheint, eine aussereheliche Tochter, von welcher die Mutter in der Trauungsmatrikel nicht angeben. Das auch nicht in Pfelling getauft worden mit Namen Walburga. Dieselbe heiratete 5.5.1657 Jakob Streissl, des Leonhart Streissl von Freundorf. Zeugen: Adam Pichlmayr, Peter Straß von Mitterbichel. Andreas Müller Georg Schranzen von Oberwinkling. P. Albert.

Paul Haider ist 1642 Kirchenprobst und hat die Bittschrift der Gesamtgemeinde Pfelling vom 10. Mai 1642 an den Abt Johann von Niederaltaich um Ablassung eines Geistlichen aus dem Kloster Oberaltaich für die verlassene Pfarrei Pfelling unterzeichnet.

Nach der Kirchenrechnung von 1640 hatte Paul Haider, Förg von Pfelling, vom Gotteshause etliche Äcker auf Laib gehabt, welche aber anheuer ermeldtem Gotteshaus wider heimgefallen, dahero verordnete Zechprobst Martin Pezendorfer von Entau und Martin Pürzinger, Zimmermeister von Pfelling, wegen solche mit khorn angepaute Äcker abgeschniden, hat sich hievon an khorn befundten 1 Schaff 15 Vierl, das Schaff nach 5 fl. verkaufft worden = 6+ fl. 45 kr.

Eben so hat Paul Haider die 100 fl. haimbezahlt, welche Matheuß Schneiderpaur von Lenzing ingehabt, darumben dem Gottshaus die Erbgerechtigkeit auf der Sölden verschrieben. Diese wurden hiehero per Einamb gesetzt, das ist 100 fl., Kirchenrechnung von 1640.

Am 8.3.1647 ist Catharina Haider noch Patin bei dem Kinde Walburga des Stefan und der Ursula Schmidbauer von Pfelling.

Am 20.3.1648 ist Paul Haider Pate beim Kinde Benedikt Schmidbauer. Ebenso am 6.10.1651 beim Knaben Simon Schmidbauer. Dann verschwindet die Familie Haider aus den Pfarrbüchern. Wahrscheinlich sind dieselben 1651 noch vor Dezember gestorben. 1648 Frühjahr bis 5. Dezember 1651 setzt die Sterbematrikel aus, weil die Patres von Oberaltaich die Pfarrei wegen des Schwedeneinfalles das Kloster verlassen hatten.

Die halbe Pfarrei Pfelling lag zuselben Zeit öde. Es war sehr schwer geworden nach drei Jahren endlich für die vergantete Fischersölde einen Mann aufzutreiben und auch das Urfar muss 1651 ohne Förgen gewesen sein. Der Pfarrer Vitus Seyn von Oberwinkling erwähnt in  seinem Schreiben an das Ordinariat Regensburg vom 14. März 1651, worin er um Enthebung von der Versehung der Pfarrei Pfelling nachsucht, des Umstandes, daß die Fähre in Pfelling abgeschafft, die Leute am linken Ufer (rechten) sich eine andere Pfarrei anschliessen und er gezwungen, das wenige Zehentgetreide ?, das die Pfarrei Pfelling halb öd liegt auf Umwegen in den Zehentstadel zu verbringen gezwungen sei.

9. Es scheint nun tatsächlich nach dem Förgen Paul Haider für einige Jahrzehnte kein eigener Förg in Pfelling mehr gewesen zu sein, sondern die Überfuhr versah der Adam Iglberger, seit 1650 auf dem sogenannten Mitterhof, dem Nebenhof des Urmaierhofes. Er muss auch die Sölde Hausnummer 11 in Bewirtschaftung genommen haben. Und das Ufer liess er jedenfalls auch von einem seiner Knechte besorgen. Am 9.4.1662 übernahm Adam Iglberger die Patenschaft für Georg, des Wolfgang Gislinger, eines Bettlers und dessen Ehefrau Babara und ist in das Taufbuch von Pater Hieronymus als Förg von Pfelling eingetragen.

10. Adam Iglberger hat die Ufersölden seiner Tochter Katharina get. 8.3.1652 [übergeben]. Diese heiratet nämlich 26.10.1676 den Georg Wacker von Anning, ehel. Sohn des Johann Wacker und der Katharina. (Hausnummer 71 in Anning, Oberaltaich grundbar.). Zeugen: Martin Wacker von Entau, und Andreas Müller, Wirt von Pfelling, Georg Gierl, Bauer am Hiendlhof und Bartholomä Pezendorfer von Pfelling. P. Virgilius Ainhorn.

Kinder:
1. Georg get. 1.4.1675. + Pate: Gallus Oberberger, Bauer in Welchenberg. P. Anselm Schöttl.
2. Katharina get. 18.4.1676. Wie vor.
3. Margareta get. 13.6.1678. Pate: Gallus Oberberger, Söldner von Welchenberg. P. Emmeram Soldan.
4. Michael get. 6.7.1680. Wie vor.
5. Gallus get. 21.7.1682. Wie vor. Ist auf dem Weinberghäusl später.

Georg Wacker, Bauer von Pfelling, starb im 40. Lebensjahre, vorher mit allen Sakramenten versehen, am 9.1.1684 am kalten Fieber.

Am 28. Januar 1684 folgte ihm an derselben Krankheit seine Ehefrau Katharina aus reiner Kleinmütigkeit, 27 Jahre alt, versehen. P. Basilius Monus.

11. Jetzt erhielt Simon geb. 8.10.1622 letzgebornes Kind des Adam und der Margareta Iglberger das Ufer.

Simon Iglberger heiratete 2.5.1684 Margareta Wurm, des Georg Wurm, Bauers von Sand und der Katharina, ehel. Tochter. Zeugen: Georg Iglberger von Unterwinkling und Gregor Loibl von Pfelling, Sebastian Wurm von Hofdorf und Jakob Krebl von Sandt. P. Basilius Monus.

Kinder:
1. Walburga get. 16.4.1686. Patin: Walburga Allkofer von Waltendorf. P. Basilius.
2. Vitus get. 12.6.1689. Pate: Sebastian Radlbeck, Fischer von Pfelling. P. Franziskus Blathiell.
3. Johann get. 9.6.1691. Pate: wie vor. P. Mathäus Huefnagl.
4. Magdalena get. 2.6.1696. Patin: Maria Radenpeck, Fischerin. P. Gregorius Beckh.
Magdalena heiratete den Lorenz Hochholzer, welcher das Ufer beanspruchte.
5. Georg get. 14.4.1698. Pate: wie vor. P. Roman Subart.
6. Josef get. 19.3.1701. Wie vor.
7. Martin get. 9.11.1704. Pate: wie vor. P. Idelphons Hueber.

Margarete Iglberger, geborne Wurm, Förgin von Pfelling, starb 20.4.1734, 38 Jahre alt, versehen. P. Honoratus.

Simon Iglberger starb 19.12.1735, versehen, 75 Jahre alt. P. Honoratus.

12. Das Ufer erhielt der Sohn des Martin Iglberger. Derselbe verheiratete sich 20.2.1730 mit Magdalena, des Gregor Wacker, Bauers von Entau und der Walburga ehel. Tochter. Zeugen: Gallus Wacker, Inwohner in Pfelling, Herr Franz Nik…? Prokurator in Mitterfels, und Bürger von Bogen, Herr Christoph Müller, Wirt in Pfelling. P. Honoratus.

Kinder:
1. Franz ausserehel. geboren 9.10.1728 in Entau. Pate: Franz Fischer, lediger Bauerssohn von Lohamb. P. Cölestin. + ledigen Standes, 8.8.1761. Pfarrer: Stefan Pflanzelt.
2. Josef get. 15.3.1730. Pate: Wie vor. P. Anselm. + 19.1.1738, 8 Jahre alt P. Gregor Amann.

Martin Iglberger, Förg von Pfelling, starb schon 22.12.1732 an Wassersucht, erst 31 Jahre alt, mit allen Sakramenten versehen. P. Godehart Seydl.

13. Das Ufert beanspruchte nun nach dem Tode des Martin Iglberger eine gewisser Lorenz Hochholzer, der mit Magdalena, einer Tochter des Simon Iglberger verheiratet war. Haben in Pfelling nicht geheiratet.

Deren in Pfelling geborne Kinder:
1. Johann Jakob get. 30.7.1725. + Vater Lorenz Hochholzer, ledigen Standes von Grubhof gebürtig. Mutter Madgalena Iglberger, ledigenStandes von Pfelling. Pate: Johann Schreiner, Bürger und Bierbrauer von Bogen. P. Marianus.
2. Johann Georg get. 8.1.1737, des Lorenz Hochholzer, Förg von Pfelling und der Magdalena. Pate: Johann Georg Obermayr, Bräuer von Bogen. P. Honoratus.

Nach dem Tode des Martin Iglberger scheint dessen Vater Simon Iglberger, Ausnahmsförg, für seine Schwiegertochter Magdalena, geborne Wacker von Entau, die Bedienung des Ufers übernommen zu haben. Derselbe starb als verwitweter Förg von Pfelling 19.12.1735, 75 Jahre alt. P. Honratus.

Nun entstand ein langwieriger Prozess zwischen dem Lorenz Hochholzer und dem Vater der Magdalena Iglberger, Georg Wacker, der das Ufer für seine verwitwete Tochter erhalten wissen wollte.

Prozeß um das Ufer in Pfelling.

Lorenz Hochholzer wollte das Ufer nicht abtreten. Er hatte kein Recht auf dieselbe. Er war kein Pfellinger. Ein unlauterer Mensch. Sein Weib verschwendet alles. Er ist ein unbemittelter Mensch. Dem Kloster feindlich gesinnt. Ist nicht im Besitze des Ufers gewesen. Er soll sich um eine andere Herberge umsehen. Er hat in seiner Beschwerde nicht Beleidigungen und Anzüglichkeiten erlaubt. So das Schreiben des Gerichtes Schwarzach. Pfleger: Johann Dionys Rankel vom 6 Juli 1737.

Schon vorher schon hatte das Gericht Schwarzach verfügt: Lorenz Hochholzer soll das Ufer abgeben an die verwitwete Magdalena Iglberger, deren Mann Simon früher Förg gewesen. Dafür soll ihn das Kloster wieder herauszahlen. Hochholzer weigert sich und ergreift Beschwerde zur Hofratskammer in München. Das Gericht Schwarzach liess dem Lorenz Hochholzer die Überfuhr abnehmen und ihn mit seinem Mobiliar auf die Straße setzen.

Der Grundherr, der Prälat von Gotteszell, hat schon dem Bräutigam der Iglbergerin das Ufer übergeben.

Comissions-Protokoll gehalten 22. Juli 1737.

Lorenz Hochholzer ist gewaltsam mit seinem Hab und Gut auf die Straße gesetzt worden. Es soll seine Fahrnis wieder hineingebracht werden. Er ist von der Grundherrschaft mit Einbringung verschiedener Laudemien traktiert worden. Hochholzer will vom Stritt anstehen und der Witwe das Ufer überlassen, wenn ihm 200 fl. Heiratsgut herausbezahlt und auch die Prozesskosten erstattet werden 150 fl., also zusammen 350 fl.

Es ist nicht geschehen. Worüber Hochholzer zum drittenmal beschwert. 7. August 1737.

Schreiben des Abtes Wilhelm von Gotteszell vom 16. August 1737.

Der neuen Grunduntertan Philipp Mayr auf dem Donauufer zu Pfelling ist ganz bestürzt nach Gotteszell gekommen, weil er binnen 24 Stunden das Ufer wieder räumen soll, gemäß Auftrages des Schwarzacher Gerichtes und dem Hochholzer wieder überlassen.
Ihm dem Abt als Grundherrn ist ein Befehl in dieser Sache nicht zugekommen. Wie der bekannt liederliche Hochholzer eine Effektivexcution erwirkt habe, ist ihm unbegreiflich. Nachdem er doch Vermeldten schon lange auf vermeldtes Ufer verzichtet und 300 Fl. empfangen habe.

Es ist auch die Genehmigung des jetzigen neuen Maiers dato 8. Februar ergangenen Rechtserkenntnis reguliert worden und der Magdalena Iglberger, nachdem sie einen anständigen Maier gestellt gnädigst das Ufer auserkannt worden. Und haben sich die Iglberger Erben ratione Vater- und Muttergut vertragen.

Es steht dem Grundherrn und keinem anderen Richter die Aufnahme des Maies zu. Es ist auch beim Gericht Schwarzach alles geschehen, was die gnädigste Eigentumserkenntniss enthält.

Von Hochholzer ist niemals ein Laudenium gefordert noch daß er Ungewissenheit vorgegeben zu Händen des Klosters gekommen.

Demnach er nichts zu erfordern. Es wäre consequenter und ungehört, wie der jetzige Uferbesitzer dem klaren Tenor der Erkenntniss und grundherrlichen Gerechtsame seines Erbrechtsufers entsetzt werden könnte und zu unwillkürlichem Schaden komme. Es ist deswegen mein höfliches und untertänig zuversichtliches Bitten, mein anvertrautes Kloster bei Aufnehmung des Maiers manutieren zu lassen und kein Praejudicum zu schaffen. Wogegen er in optima forma protestiere.
Gotteszell, 16. August 1737.
Wilhelmus, Abt.

Das Schwarzacher Gericht hat den Auftrag erteilt, daß sie im Förgenhause dem Hochholzer ohne anstand Platz räumen sollen und Hochholzer wieder einziehen lassen sollen. Er hat sich keines Ungehorsams schuldig gemacht. Es ist dem Hochholzer und seinem Advokaten der grösste Friede vom Amte vorgeschrieben. Er hat den Gerichtsbefehl vom 9. Februar effektuiert, ihn aber erst gestern einliefern lassen. Schwarzach beschwert sich über den groben Advokaten und muss ihm Satisfaktion geleistet werden. Es geschieht den Parteien grosses Unheil. Auch gegen den Ehemann der Iglberger ist es zu Vorwürfen gekommen und es kann leicht zu einer Extremität kommen.

Schwarzach, 16. August 1737.

Abt Wilhelm hat unterm 17. praes. 23. August 1737 einen Nachrichbefehl erhalten, demzufolge er auf dem Pfingsttag huius zur gütlichen Auseinandersetzung zwischen Hochholzer und Iglberger Commissionstagung eingesetzter Jemand mit Vollmacht abordnen möchte. Als Grundherr tangiert ihn den abt dieser Vergleich nicht, da es dem Hochholzer nicht um das Ufer zu thun, sondern darum, daß dem jetzigen Inhaber neuerdings ob per fas oder nefas neuerdings50 fl. abzufordern. Deshalb will er auch durch Abordnung eines Bevollmächtigten sich nicht in Unkosten stürzen. Der Abt beschwert sich, daß sein alleiniger Maier nicht anerkannt und ihm ein anderer obtruiert werden sollte. Er kann dem liederlichen Hochholzer keiner Zeit als Grunduntertan nehmen. Es wird Optim juris forma protestiert, daß der jetzige Inhaber des Ufers despossediert werde.
26. August 177.
Wilhelm Abt.

Vergleich der Parteien vom 28. August 1737.

Hochholzer restiert die injudicii anhängige Strittigkeit. Tritt das Ufer samt pertinecentiis an die Mayrischen Eheleute ab.

  1. Coram commissione müssen im beim Schwarzacher Gerichte 300 fl. deponiert und ausbezahlt werden.
  2. 30 fl. bei seinem Abstande vom Ufer. Die Mayrischen sollen in der Possession des Ufers nicht perturbiert werden. Auch im Einkommen des Ufergeldes kein Einhalt bezeigt werden.
  3. Beide Teile sind zufrieden und geloben mit Mund und Hand der Kommission remota omni exceptatione et obericte nachzuleben.

Erinnerung.

Philipp Mayr und dessen Eheweib fordern, daß nach Erlegung der 30 fl. Hochholzer gehalten sein solle, das Ufer sofort abzutreten.

Gchröger, als des Lorenz Hochholzer erbetener Beistand.

Koller als des Mayr und seines Eheweibes hiezu erbetener Beistand.

Damit war der Streit noch lange nicht erledigt.

Das Schwarzacher Gericht will dem Hochholzer die deponierte Summe von 300 fl. nicht ganz einschicken, weil er dieselbe verschwendet. Es ist also ein freches Lügen. 6 fl. 58 ½ kr. sind von der Summe zurückbehaltene Gerichtstaxen, also 293 fl. 3 ½ kr. wird ihm hinausgeschickt durch den Kanzleiboten in ein petschiertem Säckel. Das Geld soll angetragen werden, damit die Gemeinde Pfelling mit der Unterhaltung von Weib und Kind nicht beschwert werde.

Schwarzach, den 24. Sepbr. 1737.

Hochholzer beschwert sich über die 6 fl. 58 ½ kr., welche ihm zurückbehalten. Es müssen diese eingeschickt werden, weil er sonst den Vergleich nicht eingegangen hätte. Das Schwarzacher Gericht wird 18. Septb. Beauftragt, die Gerichtskosten einzuschicken.

Das Gericht Schwarzach richtete 28. Oktober 1737 an die Regierung ein Schreiben, daß der erbitterte Hochholzer nicht nachgibt und hat die einzige Absicht das Gericht zu belästigen. Die Regierung wolle dem rabiaten Menschen kein Gehör mehr geben. So verweigert er schuldige Gerichtsgebühren, auch die Innmannsteuer, wie anderes zugeben. Gleichsam als ob er unter einer anderen Gerichtsjurisdiction nicht mehr stehe als unter Regierung selbst.

  1. Oktober 1737.

Lorenz Hochholzer richtet an die Regierung die Bitte, das Schwarzacher Gericht wolle 6 fl. 58 kr. Unkosten durch einen Boten fordern lassen. 11. Oktbr. 1737. Gericht wird beauftragt mit H. Gebühr und Billigkeit zu verhandeln. Mussten tatsächlich zurückgegeben werden. 27. Oktbr. 1737.

Nachdem Hochholzer mit dem Gerichte Schwarzach fertig geworden, ging der Streit mit den Iglbergerschen Erben wieder an.

Hochholzer stellte neuerdings Klage gegen die Iglbergerschen Erben auf Herausgabe von 43 fl., welche er vorgestreckt.

Wird vom Schwarzacher Gericht abgewiesen, weil sie in der Vergleichssumme von 330 fl. schon enthalten. Er behauptet, daß der Vergleich nichts von diesen 43 fl. enthalte. 200 fl. seien sein Vatergut gewesen. Er hat die Lehenskosten aus seinem Säckel bestritten. 18. Oktb. 1737.

Das Gericht wird beauftragt, mit Hochholzer nach gebühr und Billigkeit zu verhandeln.

Jetzt geht es mit dem Kloster Gotteszell wieder los.

Streit des Hochholzer mit dem Kloster Gotteszell.

Es sei vom Grundherrn als Förg genommen worden. Er habe 6 fl. 20 kr. zum Klosterkasten bezahlt. Es seien noch 47 fl. 20 kr. Ausstand. Das Kloster ist verpflichtet, ihn schadlos zu halten. Er als armer Mann kann es nicht erhalten und ist mit Weib und Kind in höchster Not. Auch habe er für die Förgin 8 fl. 21 kr. Arrestgeld bezahlt. Das Kloster soll angehalten werden, 47 fl. 20 kr. ausserdem 8 fl. 21 kr. zu refundieren. 16. Juni 1739.

Unter 15. Juli 1739 bittet er die Regierung, den Abt anzuhalten, das Geld herauszuzahlen.

Der Abt hat glatt die Zahlung abgeschlagen. Hochholzer bittet einen peremptorischen Termin dem Abte zu setzen.
17. August 1739.
Lorenz Hochholzer, armer Innmann zu Schrolling.

Der Abt soll ratione Laudemii judicialiter eingestanden haben, zahlt demnach noch nicht.
27. Oktober 1739.

Hiegegen die Antwort des Abtes Wilhelm die Regierung.

Es ist nicht schuldig, einiges Laudemium zu restituieren, weil ja Hochholzer auf Befragen der Kommission ganz frei bekannt und bekennen musste, daß er mir und meinem Kloster ein Laudenium nicht geleistet. Es weiss weder der Abt, noch sein Kastner, noch der Amtmann von einer Bezahlung. Die jetzige Förgin hat die 8 fl. Arrestgeld selbst bezahlt. Die Regierung wird gebeten, den streitliegenden Hochholzer sein unbilliges Gesuch ernstlich zu verweisen.

  1. Oktober 1739.

Hochholzer behauptet, daß wahr ist, daß von der verliehenen Maierschaft beim Häusl und Ufer zu Pfelling, zum löblichen Kloster Gotteszell grundbar 41 fl. Laudemium im Wirtshause zu Pfelling vor ungefähr 3 Jahren dem alter Klosterrichter Brandher bar aufgezählt und erlegt worden sind. Dann selbiges jahr bei der Stiftszeit dem Prälaten selbst zu Gotteszell 9 fl. 30 kr. Also 3 fl. Stiftsgeld vom Ufer und Haus zu Pfelling und 6 fl. 30 kr. vom sogenannten Wört an der Donau entrichtet worden.
Item dem Pater Klosterkastner als er zur löblichen Regierung Straubing wegen einer Commissionsmaierschaften bestätigen gereist 1 Maxdor. Dann für die damalige Arrestantin Iglberger Witwe dem Gotteszeller Amtmann 8 fl., mithin 64 fl. 50 kr., welche er zu fordern habe. Sie auch widersprochen, daß er vor der Commission bekannt, daß er kein Laudemium erlegt. Er nennt als Zeuge Hans Karl, Schneider von Menach, Hofmarksgericht Oberaltaich, Johann N. allda, Andreas Iglberger, Bauer zu Pfelling, Magdalena Mayrin, Förgin zu Pfelling. Mit Vorbehalt zu seiner Zeit noch mehr Zeugen in dem Falle des Bedürfnisses zu dominieren.

Diesbezügliche Klage wird von Hochholzer eingereicht.

Der Abt, welchem ein Termin von 3 Wochen gestellt, bittet um Verlängerung, weil die Weihnachtsfeiertage bevorstehen. Der Hochholzer macht sich mit seiner Forderung höchst strafbar. Die Regierung will den Termin auf 6 Wochen verlängern. 18. Oktober 1739.

Der Abt widerspricht ein für allemal. Daß der Hochholzer bei seiner Übernahme des Ufers an Laudemium keinen Kreuzer bezahlt oder bezahlen können, weil solches von ihm nicht verlangt und dasselbe nicht 41 fl. ausmacht, sondern 100 fl. ausmachen würde. Darum hat auch sein Richter ein Laudemium nicht in seiner Rechnung gehabt. Wäre auch gar nicht befugt gewesen, etwas zu verlangen. Er habe nicht das mindeste Wissen. Es hätte gegebenen Falls die Brandischen Erben zu haften und wären zu belangen. Hätte er ihm etwa gleichwohl einige Brief- und Taxgelder gut gemacht, so hat nicht er, sondern der jetzige Förg Philipp Maier gut zu machen. Gemäss Extrakt vom 17. Jener 1739.

  1. Januar 1740.

Der Prozess mit dem Kloster scheint nicht zum Austrage gekommen zu sein. Nach Hofhaltungsbericht vom 14. März 1740 haben sich die beiden Teile miteinander verglichen, da die Appellation gefallen ist.

Aber mit der Förgenfamilie Mayr fing Hochholzer neuerdings einen Prozess an.

Er hatte gegen die Förgin Magdalena Mayr Klage gestellt wegen des Arrestgeldes. Die Beklagte sagt, daß ein solches gar nicht zu bezahlen gewesen, wenn es geschehen, sei es sein, des Hochholzers Sache gewesen.

Übrigens beschuldigen ihn die Erben Iglberger, daß er von der Erbschaftsmasse 100 fl. auf die Seute geräumt und nach Bogen gebracht, daß er viel von dem Inventar weggeschafft. Gemäss der Extrakte hat Hochholzer nichts zu fordern. Hochholzer wird mit seiner Klage abgewiesen.
Schwarzach 25. August 1739.

Damit verlassen wir die unerquicklichen Prozesse und kehren zur Familiengeschichte der Magdalena Iglberger zurück.

13. Am 9. Juli 1737 ist getraut worden Philipp Mayer, lediger Bauerssohn von Ittling mit Magdalena Iglbergerin, Witwe in Pfelling. Zeugen: Josef Hannbauer, Andreas Englram, Bauern in Entau. Andreas Iglberger, Bauer und Johann Millpauer, beide von Pfelling. P. Gregor Amann.

Kinder:
1. Johann Jakob get. 12.6.1738. Pate: Franz Fischer, Bauer von Loham. P. Gregor Amann.
2. Theres get. 7.10.1740 nach dem Tode des Vatersgeboren. Patin: Maria Fischer, Bäuerin von Loham. P. Gregor Amann.

Philipp Mayr, Förg in Pfelling, starb schon 3.7.1740, aufs beste vorbereitet nach Empfang der hl. Sakramente. P. Gregor Amann.

Pater Gregor Amann setzt ihm in der Sterbematrikel nachstehenden Nachruf: Philippus Mair Nauta ad ripam Danuby Pfellinganam 3. Juli anno 1740 portatur ad tumulum, qui optime dispositus, Sanctidsque Sakramentie Pyssime susceptie vectus est ad littus aeternitas 35 setatis suse anno.

14. Die Witwe Magdalena, geborne Wacker, trat zum drittenmale an den Traualtar 15.11.1740 mit dem ledigen Lorenz Prunner (Keine näheren Angaben über dessen Persönlichkeit abgegeben). Zeugen: Andreas Iglberger, Bauer in Pfelling, Johann Millpauer, Messner in Pfelling, Jakob Schemerer, Bauer in Pfelling, Mathias Allmer, Schuster in Pfelling. P. Gregor Amann.

Kind: Johann Andreas get. 15.11.1742. Nach dem Tode des Vaters geboren. Pate: Johann Millpauer, Schullehrer und Messner in Pfelling. P. Cajetan Friedl.

Am 15.5.1742 wurde begraben Lorenz Prunner, gewester Donauförg in Pfelling, mit allen Sakramenten versehen, im 38. Lebensjahre. P. Cajetan.

15. Die Witwe Amann nahm nun als vierten Ehemann 30.4.1743 den Fischersohn Jakob Radlbeck, get. 16.4.1718, also 25 Jahre alt. Während die Witwe Walburga? Prunner schon 47 Jahre zählte.

Am 30. April 1743 ist getraut worden der ledige Jakob Radlböckh, des Georg Radlböck, Fischers in Pfelling und der Dorothea, dessen Ehefrau, beide frommen Gedächtnisses ehel. Sohn mit Magdalena Prunnerin, Witwe und Donauförgin in Pfelling. Zeugen: Andreas Iglberger und Johann Millpauer, Schullehrer, beide von Pfelling. Ebenso Georg Loibl. Bauer in Pfelling und Josef Hambauer, Bauer von Entau. P. Cajetan Friedl.

Magdalena Radlbeck, Förgin von Pfelling, starb 17.3.1760. Pfarrer: Stefan Pflanzelt. Dieselbe war geboren 20.6.1707, also 53 Jahre alt geworden.

Kinder aus vierter Ehe mit Jakob Radlböck:
1. Maria get. 16.3.1744. Patin; Maria Fischerin, Bäuerin von Loham. P. Bernardus Maister.

16. Der Witwer Jakob Radlbeck heiratete 17.3.1761 mit Dispensation vom Hindernisse der Schwägerschaft vom zweiten Grade der ersten berührend die ledige Magdalena Hambauer von Entau. Die Trauung fand in Regensburg statt durch Pater Lorenz Schmelzer O. mendie. zu Sct. Ulrich. Zeugen: Sebastian Bauer, Innwohner und Schreiber in Regensburg und Thomas Radlböckh, Häusler in Pfelling.

Kinder:
1. Jakob get. 31.5.1763. Pate: Johann Peyerl, Bauer in Oberwinkling. Pfarrer: Pflanzelt.
2. Johann Peter get. 26.6.1664 + Wie vor.
3. Ursula get. 30.12.1765. Patin: Ursula Peyerlin, Bäuerin von Oberwinkling. Pfarrer: Pflanzelt.

Jakob Radlbeck, Förg in Pfelling, starb 29.7.1766. Pf. Pflanzelt. Er war 48 Jahre alt geworden.

17. Die Witwe Magdalena Radlbeck, geboren Hambauer, geb. 31.7.1738, heiratete 4.2.1767 den Georg Artmann, des Michael Artmann, Söldners und Überführer an der Donau in Irlbach und der Theres, dessen Eheweibes, beide noch am Leben, ehem. Sohn mit der Witwe Magdalena Radlböckhin. Zeugen: Michael Artmann und Josef Schwerböckh, beide Irlbach. Josef Iglberger und Johann Rauscher von hier. Pfarrer: Stfan Pflanzelt.

Kinder aus zweiter Ehe:
1. Magdalena get. 18.11.1767. Patin: Ursulan Peyerlin von Oberwinkling. Pfarrer: Pflanzelt.
2. Josef get. 23.2.1769. Pate: Johann Peyerl, Bauer von Oberwinkling. Pf. Pflanzelt.
3. Johann Georg get. 26.1.1770. Wie vor.
4.Mathäus get. 22.8.1771. + Wie vor.
5. Theres get. 5.4.1773. Wie vor.
6. Anna Maria get. 2.2.1775. Wie vor.
7. Josef get. 29.2.1776. + Wie vor.
8. Anna get. 18.6.1777. Wie vor.
9. Und 10. Johann u. Georg, Zwillinge, get, 3.11.1778. + + Pate u. Pf. wie vor.

Die Geburt dieser Kinder kostete der Mutter das Leben. Magdalena Artmann, Donauförgin starb 5.11.1778 im Wochenbette. Pf. Pflanzelt.

Georg Artmann blieb Witwer. Er wäre wohl nicht im Stande gewesen, mit den Einkünften des Ufers 9und den geringen Erträgnissen seiner Sölde mit schlechten Gründen die starkköpfige Familie fortzubringen, wenn ihm nicht Pfarrer Josef Hofmann 1782 das ganze Pfarrwiddum mit Ausnahme dreier Äcker in Anning und des vorderen Pfarrgartens auf 12 Jahre um den geringen Pachtschilling von 80 fl. verstiftet hätte.

Pfarrer Hofmann schildert den Förgen als einen ehrlichen und redlichen Mann, der die Feldwirtschaft in sehr gutem Stande hielt und pünktlich zahlte.

Georg Artmann fand einen traurigen Tod. Er geriet Nachts auf dem Heimweg von Bogen in die Donau. Sein Hut, seine Handschuhe und Maschen wurden beim Wassergestade gefunden und er selbst am zehnten Tage aus dem Wassergezogen und nach Hause gebracht.

Um die vielen Unkosten zu ersparen, hatte das Gericht Schwarzach nur wenig Augenschein nehmen lassen und ich musste, schreibt der Pfarrer Stichauner selben am Vorabend des hl. Christtages um drei Uhr Abends diesen und so dienstfertigen Mann, den ich auch liebte, weil er die Widdumsfelder so gut erhalten hat. Aus Erkenntlichkeit liess ich der Tochter Theres die letzten drei Stiftsjahre das Widdumsgut geniesen, obwohl das Pflegegericht Schwarzach den Stiftungsbrief als erloschen zu sein verlangte und auf einen neuen lauert.

Der Eintrag in die Sterbematrikel hat folgenden Wortlaut:

Am 15. Dezember 1793 fiel der ehrbare Georg Artmann, Söldner und Überführer dieser Ortschaft, nachts als er von dem Markte Bogen heimging, in den Donaufluss u d ertrank. Am zehnten Tage wurde er aufgefunden und vom Gerichtspersonal in Schwarzach besichtigt und musste an eben demselben Tage beerdigt werden. Er war ungefähr 53 Jahre alt.

  1. Die Tochter Theres übernahm das Ufer.

Am 23. Februar 1794 schlossen die Ehe: Josef Sollinger, des Wolfgang Sollinger, Bauers von Gronmühl und der Magdalena, beide noch am Leben, ehel. Sohn mit Theres Artmann des Georg Artmann, Söldners von hier und der Magdalena, dessen Eheweibes + + ehel. Tochter. Zeugen: Johann Mandl, Schullehrer und Jakob Müller, Wirt von hier, Josef Loibl von hier. Pfarrer: Andreas Stichauner.

Kinder:
1. Josef get. 30.12.1795. Pate: Benno Groll, Bauer in Entau. Pfarrer: Stichauner.
2. Franz get. 27.11.1796. + Wie vor.
3. Michael get. 22.9.1797. Wie vo.
4. Johann Bapt. get. 29.4.1800. +. Pate wie vor. Pfarrer: Josef Deml.
5. Walburga get. 1.6.1902. Patin: Walburga Groll, Bäuerin von Hiendlhof. Pfarrer: Josef Deml.
6. Lorenz get. 26.9.1804, +. Pate: wie vor, Pf. Deml.
7. Anna Maria get. 24.1.1806. + Patin: wie vor. Pf. Georg Geiger.
8. Wolfgang get. 15.8.1808. Wie vor, wurde 6 Jahre alt.
9. Georg get. 10.2.1811. + Wie vor,

Theres Sollinger, Förgin von Pfelling starb im Wochenbette 9.2.1811, 38 Jahre alt. Pf. Georg Geiger.

Johann Batp. Sollinger starb 18.1.1822, 21 Jahre alt an Wassersucht. Pfarrer: Mathias Kroiß.

Der Witwer Josef Sollinger geb. 1776 zu Grobmühle heiratete 25.1.1814 die ledige Anna Maria Loibl, geb. 26.1.1794, des Georg Loibl und der Theres Mayr, Halbbauer von Pfelling. Zeugen: Peter Iglberger, Bauer von Pfelling und Benno Groll, Bauer von Hiendlhof. Pf. Georg Geiger.

Kinder nicht vorhanden. Josef Sollinger starb nämlich schon 4.12.1815 an Brustwassersucht, 39 Jahre alt. Nikolaus Geiger, Pfarrprovisor.

18. Die Witwe Anna Maria Sollinger; geborne Loibl, verheiratete sich 26.2.1816 wieder mit Andreas Schreiber, derzeit Förg in Pfelling, des Josef Schreiber und der Anna Haimerl von Hörabach. Zeugen: Josef Schreiber, Halbbauer von Hörabach und Wolfgang Müller, Wirt zu Pfelling. Pf. Joh. Ev. Inkofer.

Kinder:
1. Johann Michael get. 23.7.1818. Pate: Benno Groll am Hiendlhof. Pf. Inkofer.
2. Wolfgang get. 2.8.1820. + Wie vor.
3. Peter get. 8.6.1822. Patin: Anna Hofmarksrichter. Pf. Mathias Kroiß.
4. Katharina get. 6.11.1821. Patin: Anna Loibl, Bäuerin von Allkofen. Pf. Mathias Kroiß.
5. Wolfgang get. 17.9.1824. Pate: Lorenz Hofmarksrichter, Bauer von Unterwinkling. Pf. Mathias Kroiß.
6. Franz Xaver get. 9.8.1828. + Pate: Wie vor. Pf. Alois Hayder.
7. Maria anna geb. 25.1.1830. + Wie vor.
8. Josef geb. 26.2.1831. Wie vor.
9. Katharina geb. 6.10.1832. Wie vor. + 30.12.1853, 20 Jahre alt, an Wassersucht. Pf. Leonhart Siegert, versehen.

Andreas Schreiber, Donauförg im Ausnahm, starb 9.4.1850 an Altersschwächer, versehen, 66 Jahre alt. Pf. Siegert.
Die Witwe Anna Maria Schreiber, Ausnahmförgin, wurde durch umwerfendes Fuhrwerkes in Osterhofen tötlich verwundet 3.5.1850 und starb in Osterhofen, 56 Jahre alt und wurde in Pfelling am 5. Mai 1850 beerdigt. Pf. Siegert. Ihre Förgensölde hatten dieselben schon 1847 ihrem Sohne Peter übergeben.

19. Peter Schreiber, Förgensohn in Pfelling, geb. 8.6.1823 zu Pfelling, des Andreas Schreiber und der Theres, geborne Loibl, heiratete 18.5.1847 Anna Radlbeck, geb. 16.4.1828 in Aicha, Pfarrei Waltendorf des Fanz Radlbeck und der Anna geborne Riedl, gewester Bauer der Zeit in Straßkirchen. Zeugen: Georg Weinzierl, Bauer von Öbling und Lorenz Hofmarksrichter, Bauer von Niederwinkling. Pfarrer Georg Lang.

Kinder:
1. Josef geb. 6.3.1848. Pate: Mathias Staudinger, Bauerssohn von Lenzing. Pf. Georg Lang.
2. Jakob geb. 19.3.1849. Wie vor.
3. und 4. Mathias und Franz geb. 18.8.1850, Zwillinge. + +. Wie vor. Pate. Pf. Siegert.
5. Mathias geb. 12.9.1854. + Wie vor.
6. Peter geb. 13.12.1855. Wie vor.
7. Jakob geb. 12.7.1851. Wie vor.
8. Franz Xaver geb. 5.2.1857. Wie vor.
9. Anna geb. 12.11.1858. Patin: Theres Staudinger, Bäuerin von Lenzing. Pf. Siegert.
10. Michael 12.9.1860. Pate: wie vor. Pf. Simon Zeitler.
11. Ludwig geb. 20.10.1861. Wie vor.
12. Anton geb. 14.6.1864. + Wie vor.

Anna Maria Schreiber, geborne Radlbeck, verheiratete Donauförgin von Pfelling, starb 28.4.1886 an Blutvergiftung infolge einer Operation, versehen, 58 Jahre alt. Pf. Josef Krieger. Peter Schreiber ist in Pfelling nicht gest.

  1. Das Ufer hatte der Sohn Franz übernommen.

Franz Schreiber, geb. 5.2.1857 in Pfelling, lediger Bauer und Donauförg in Pfelling, des Peter Schreiber und der Anna Radlbeck, Bauerstochter von Aicha, beide noch am Leben, heiratete 29.10.1884 die ledige Anna Maria Loichinger, Bauerstochter von Oppersdorf, geb. 10.7.1853, als ehel. Tochter des Johann Loichinger, Ausnahmbauers in Oppersdorf und der Anna Maria, geborne Hilmer, Söldnerstochter von Lindforst, beide noch am Leben. Zeugen: Peter Schreiber, Anwesensbesitzer in Pfelling und Johann Loichinger, Ausnahmsbauer von Oppersdorf. Pf. Josef Krieger.

Kinder:
1. Anna Maria geb. 3.9.1885. + . Patin: Theres Loichinger, Bäuerin von Oppersdorf. Pf. Krieger.
2. Franz geb. 1.11.1886. Pate: Johann Loichinger, Bauer in Oppersdorf.

Schreiber Franz, Donauförg starb 28.9.1896 an Wassersucht, 39 Jahre 4 Monate alt. Pfarrer: Bartholomä Mitterer.

Die Witwe Anna Maria Schreiber geb. Loichinger führte das Ufer fort, das sie erst 1918 ihrem Sohne Franz übergab.

  1. Franz Schreiber hatte sich 16.11.1909 in Schwarzach mit Rosina Schrollinger, Inwohnerstochter von Forstbach, verheiratet.

Deren Kinder:
1. Katharina geb. 6. Oktbr. 1908 in Schwarzach, vorehel.
2. Maria geb. 31.10.1910 in Pfelling. Patin: Sophie Weiß, Gütlerin in Otzing. Pf. Xaver Ritzinger.
3. Rosina geb. 20.1.1912. Patin: Karolina Schrollinger. Pf. Simon Straßer.
4. Sophie geb. 20.3.1913. Patin: Sophie Weiß, Taglöhnerin in Winzer. Pf. Wie vor.
5. Franz geb. 11.2.1914. Pate: Michael Heigl, Schuhmacherssohn von Pfelling. Pf. Straßer.
6. Michael geb. 21.9.1915. + Wie vor.
7. Alphons geb. 20.8.1918. Pate: Johann Hafner z. Z. Soldat. Pf. Straßer.
8. Anna geb. 22.4.1920. Patin: Karolina Hafner, Zimmermannsehefrau in Straßkirchen. Pf. Straßer.

Die Tochter Katharina Schreiber, geb. 6.10.1908 in Schwarzach verheiratete sich 17.4.1938 mit dem Überführer Bartholomä Müller, derzeit in Pfelling, geb. 1.6.1902 in Vilsbiburg, Sohn des Bartholomä Müller und der Rosina geb. Holzmaier, Taglöhnerseheleute in Vilsbiburg. Zeugen: Franz Schreiber u. Hermann Neimaier. Pf. Simon Straßer.

Die Förgenseheleute Franz Schreiber und Rosina, geborne Schrollinger, sind zur Zeit auf dem Uferanwesen in Pfelling.

Ende!

Quellen: Staastarchiv Landshut, Archivalienverzeichnis des Klosters Gotteszell. Pfarrarchiv Pfelling. Meteriolog. Station Pfelling. Normalpegelstation Pfelling.

 

Geschichte der Hausnummer 12. Das Krämeranwesen in Pfelling. Früher Nebengut zur Ufersölde Hsnr. 11

Verfasst von Pfarrer Simon Straßer von Pfelling 1928.

Zum Urfar der ehemaligen Hofmark Pfelling gehörte vor 1806 auch ein Nebenhaus mit einigen Tagwerk Gründen, wohl für den Uferknecht bestimmt. Nach der Fassion vom Jahre 1806 ist der Besitzstand nachstehender:

Fassionsnummer, Hausnummer, Name des Besitzers: Hsnr. 9. Beim Prebecken. Johann Bauer.

Gegenstände des Besitzes: a. Das 1/16 Prebeckgütl b. 1 Gemeindeteil: das Espenäckerl.

Dominkalverhältnisse: Vogtbar zum Landgerichte b. Grundbar zum Rentamte: Mitterfels. c. Zehentbar zur Pfarr.

Die bisherigen Staatsauflagen:
Steuer             30 kr.
2 fl.
Fourageanlage 16 kr. 2 hl.
Summe:           2 fl. 56 kr. 2 hl.

Resultat der letzten Veräusserung verkauft 1805 um 660 fl.

Eidliche Schätzung: 250 fl. Fatierter Wert: 250 fl. Amtliches Gutachten: 300 fl. Steuerkapital: 300 fl. Neue Besteuerung: 2 kr. 2 hl.

Gründe waren bei dem Anwesen: Plnr. 351 der Schneideracker Hang am Steinberge und Plnr. 285 der Baumgartenacker 1,30 Tgw. bzw. 1,63 Tgw. Zusammen 2 Tgw 93 Dez. Groß- und Grünzehent zum 10. Teil der Pfarrei Pfelling zehentpflichtig.

Aus dem Ausbruch vom Steghofe hatte dann der Besitzer Johann Pummer. sen. 5 Tgw 93 Dez. hinzugekauft und vom Schmid Hartmann den Hochstraßacker Plnr. 288 a zu 1,11 Tgw. Außerdem war beim Anwesen schon von jeher ein Kirchenacker Plnr. 272 zu 1 Tgw. Das Bruchackerl, von welchem das Laudenium zu entrichten war. Josef Pummer entrichtete dasselbe 7. Nov. 1832 aus 33 fl. Kauf mit 2 fl 28 ½ kr. nach 7 ½ hl. und der jetzige Besitzer Jos. Pummer i. J. 1843 aus 33 fl. Kauf 2 fl. 28 ½ kr. und Gilt zu 3 fl. 15 ½ kr. [Fehlstelle ½ Zeile] Kleinzehent 12 kr. Die Ablösesumme betrug 62 fl. 21 kr. 3 hl.

Nach dem einzelnen setzte sich der Grundbesitz mit den Zukäufen der Ufersölde nach dem Steuerkataster von dem Jahre 1831 zusammen: Hsnr. 12 Johann Pummer sen. Äcker: 9,34 Tgw., Wiesen: 1,03 Tgw., Waldung 1,1 Tagw. Haus und Hofraum: 0,17 Tgw. Zusammen: 11,70 Tgw.

Besitzer bezw. Inwohner der Ufersölde.

Nach der Seelenstandsbeschreibung vom Jahre 1788 waren als Inwohner in dem Nebenhause.

  1. als Taglöhner Johann Küsslinger.

Johann Kieslinger, ledig, des Johann, Gütlers in Ainfürst und der Maria, beide verstorben, heiratete Salomä Radlbeck, Fischerstochter aus Pfelling, des Georg Radlböck und der Dorothea, dessen Eheweibes, beide seligen Andenkens, ehel. Tichter. Zeugen: Johann Kieslinger, Söldner von Ainfürst, und Mathias Preböck, Bauer von Pfelling. Gregor Loibl und Paul Siebenhärl, Gütler von Liepolding. P. Godehart Seydl. Getraut 3. Sepbr. 1853.

Maria Salome Radlböck war geboren 9.9.1722. Sie war eine Schwester des Johann Radlböck, 30.4.1743, die Witwe Walburga Prunner, Förgin von Pfelling, geborne Wacker von Entau geheiratet hatte und 1786 als Förg von Pfelling starb.

Kinder:
1. Johann get. 18.5.1753 ausserehel. des ledigen Johann Kieslinger im Dienste bei Mathias Pezendorfer, Bauern von Pfelling und der Salome Radlböck, ledig in Pfelling. Paten: Maria Siebenhärl, ledig, von Liepolding. P. Godehard Seydl.
2. Johann Jakob get. 7.7.1754. Vater Taglöhner. Wie vor.

Kieslinger Salome starb 26.2.1790 als Taglöhnerehefrau, mit allen Sterbsakramenten versehen, ein halbes Jahr an Alter und Erschöpfung krank. Sie ertrug unzählige Schmerzen und stand im 69. Lebensjahre. Sie ruhe in Frieden. Pfarrer: Andreas Stichauner.

Kieslinger Johann, verwitweter Taglöhner von Pfelling, starb 22.6.1793 an Wassersucht, versehen im 75. Lebensjahre. Pfarrer: Stichauner.

Dann war im Hause Nr. 12 der Taglöhner Quirin Barth, vormaliger Hirt in Pfelling (Siehe Geschichte des Hütterhauses in Pfelling).

Der Förg Josef Sollinger scheint nach der Klosteraufhebung seine Nebensölde an Johann Prebeck veräussert zu haben.

2. 1808 ist nach der Fassion ein gewisser Johann Bauer, von welchem nichts weiter bekannt ist, auf dem Prebeckhäusl, gewesen zu sein.

3. 1825 ist nach dem Zehentverzeichnisse Johann Pummer Besitzer des Prebeckhäusl. Er hatte von Georg Prebeck auf Hausnr. 22 zwei Äcker erkauft.

Johann Pummer, geb. 4.5.1780 zu Kleinau, des Mathias Pummer und der Anna Maria, Halbbauerssohn, Taglöhner und Häusler von Pfelling, heiratete 14.5.1805 Magdalena Hilmer, Taglöhnerin und Häuslerin von Rämelsberg, geb. 22.7.1780 zu Rämelsberg, des Wolfgang Hilmer und der Eva Wartner, ledige Halbbauerstochter. Zeugen: Johann Mändl, Schullehrer und Lorenz Wolf, Bauer von Menach. Pf. Josef Deml.

Johann Pummer scheint in Nebenhäuschen des Georg Prebeck Hausnr. 22 seine Wohnung gehabt zu haben. Erst 1818 ist er auf Hausnr. 9 – 12.

Kinder:
1. Andreas geb. 5.9.1805. + . Pate: Andreas Loichinger, Bauer von Ainbrach. Pf. Josef Deml.
2. Andreas geb. 12.11.807. Pate wie vor. Pf. Georg Geiger.
3. Josef geb. 16.9.1810. + Pate: wie vor. Deml, resign. Pf.
4. Michael geb. 10.9.1812. Wie vor.
5. Jakob geb. 25.7.1815. +. Pate: Wie vor. Nikolaus Geiger, Pfarrprov.
6. Josef geb. 14.7.1818. Pate wie vor. Pf. Inkofer.
7. Max geb. 12.10 1824. Pate wie vor. Pf. Mathias Kroiß.

Johann Pummer sen., Söldner, verheiratet von Pfelling starb 29.12.1842 am Gallenfieber, 64 Jahre alt, versehen. Pfarrer Georg Lang.

Magdalena Pummer verwitwete Ausnahmssöldnerin starb 22.10.1850, an Wassersucht, versehen 76 Jahre alt. Pf. Siegert.

3. Die Sölde übernahm der Sohn Josef. Derselbe heiratete 13.6.1843 die Katharina Prebeck, geb. 5.5.1821 zu Frammelsberg, Pfarrei Tegernbach, des Josef Prebeck und der Walburga, geborne Plötz, Halbbauer in Anning. Zeugen: Josef Prebeck, Halbbauer von Anning und Michael Pummer, Söldner von ? … Johann sen.

Josef Pummer erwarb 1843 den zertrümmerten Steighof Nr 55 in Entau (siehe die weitere Geschichte der Familie Pummer daselbst.)

An wen er seine Sölde in Pfelling zunächst veräusserte, ist nicht ersichtlich. 1853 ist darauf ein gewisser Georg Schreiber.

4. Dieser war geb. 25.3.1832 als der ausserehel. Sohn des Georg Schreiber, Söldnersohnes von Pfelling Hsnr. 16 und der Anna Bart, ledige Inwohnerstochter von Pfelling. Patin: Anna Maria Kerschl, Hüterin von Waltendorf. Pfarrer Alois Haider.

Georg Schreiber, Häusler in Pfelling, heiratete 25.8.1858 die Magdalena Buchner, geb. 8.1.1833, des Lorenz Buchner und der Anna Obermaier, Häusler von Breitenweinzier. Zeugen: Lorenz Buchner und Wolfgang Wintermayr, Wirt. Pf. Leonhard Siegert.

Kinder:
1.Theres geb. 25.9.1859. Patin: Johanna Pezendorfer, Bauerstochter von Entau. Pf. Siegert.
2. Anna geb. 25.7.1862. Patin: Therese Arndorfer, Schuhmacherin von Pfelling. Pf. Simon Zeitler.
3. Michael geb. 1.9.1865. + Pate: Michael Arndorfer, Schuhmacher, Pf. Zeitler.
4. Peter geb. 27.10.1867. Wie vor.
5. Anna Maria geb. 26.6.1870. + Pate und Pf. Wie vor.
6. Karolina geb. 21.12.1874. Pate: Lorenz Schötz, Zimmermann von Irlbach. Pf. Zeitler starb 11.2.1880, 5 ½ Jahre alt, an Diphterie. Pf. Josef Krieger.

5. Das Anwesen mit Krämerei überkam der Sohn Peter. Derselbe heiratete 23.1.1894 die Maria Bachmaier, Bauerstochter von Peutzkofen, geb. 29.4.1867 des Franz Bachmeier und der Katharina, geb. Hafner von Netzstuhl, Bauerseheleute von Peutzkofen. Zeugen: Franz Bachmeier, Söldner von Hörabach und Josef Schreiber, Krämer von Pfelling. Pfarrer: Bath. Mitterer.

Kinder:
1. Franziska Romana geb. 3.3.1895. Patin: Franziska Almer, Bäuerin von Hofweinzier. Pf. Mitterer.
2. Rupert geb. 11.4.1897. + Patin: Anna Schreiber, Schwester des Vaters, Pf. Mitterer.
3. Peter geb. 11.5.1898. Patin Anna Schreiber, Köchin in Regensburg. Pf. Josef Friedl.

Peter Schreiber, verheirateter Krämer von Pfelling, starb an Lungentuberkulose 11.5.1898. 30 Jahre 7 Monate alt. Pf. Friedl.

6. Die Krämerswitwe Maria Schreiber geborne Bachmeier heiratete 7.3.1899 den Schneidersohn Jakob Raab von Niederwinkling, geb. 3.5.1863, des Andreas Rab und der Therese, geb. Drexler von Waltendorf, beide verstorben. Zeugen: Franz Bachmeier, Bauer von Hörabach und Michael Heigl, Schuster von Pfelling. Pf. Griedl.

Kinder:
1. Maximilian geb. 11.10.1902. Pate: Franz Bachmeier, Söldner von Hörabach. Pf. Friedl.
2. Jakob geb. 29.4.1907. + Pate: wie vor. Pf. Franz Xaver Ritzinger.

7. Der Sohn aus zweiter Ehe übernahm 1927 das Anwesen mit der Krämerei. Derselbe heiratete 26.4.1927 die ledige Cäcilie Wolf, geb. 12.10.1902, des Johann Wolf und der Theres Walsberger, wiederverehelichte Ertl, Gütlerseheleute von Pfelling. Zeugen: Jakob Rab und Josef Ertl. Pfarrer: Simon Straßer.

Kinder:
1. Anonymus notget. 21.6.1926 unehel. +
2. Cäcilie geb. 29.11.1927. Patin: Lidwina Walsberger, Schreinerin von Pfelling. Pf. Straßer.

Jakob Raab und Cäcilie, geborne Wolf, sind zur Zeit auf dem Krämeranwesen.

Ende!

Quellen: Staatsarchiv Landshut. Pfarrbücher Pfelling.

 

Geschichte von Hausnummer 13 der ehemaligen Hofmark Pfelling a/ D. Der Petzendorferhof.

Verfasst von Pfarrer Simon Straßer von Pfelling 1928.

Dieser Hof ist unzweifelhaft einer der ersten, welcher gleich bei der Ansiedlung der Sippe des Volo entstand.

Nach der Steuerfassion vom Jahre 1808 ist der Besitzstand nachstehend beschrieben: Hausnummer, Namen des Besitzers: Beim Petzendorfer, Bartholomä Loibl.

Gegenstand des Besitzes: a. Der ½ Petzendorferhof. b. Gemeindeteil am Gemeindeberg Esper.

Dominikalverhältnisse: a. Vogtbar zum Landgerichte b. Grundbar zum Rentamt: Mitterfels c. Zehent: 1/3 zum Rentamt, 1/3 zur Pfarrei Pfelling u. 1/3 zu Sct. Johann. Vom Garten und Acker aber ganz zur Pfarr Pfelling.

Steuer:                        7 fl. 13 kr. 5 hl
28 fl. 54 kr. 4 hl
Fourage                       3 fl. 30 kr.
Vorspannanl.                          37 kr 4 hl.
Summa:                       40 fl. 45 kr. 5 hl.

Nach dem Steuerkataster vom Jahre 1832 gehörten zu diesem Hofe im einzelnen
Äcker              53,75 Tgw.
Wiesen            3,18 Tgw.
Gärten             1,90 Tgw.
Wald               19,29 Tgw.
H. u. Hofr.      0,42 Tgw.

Zusammen:     78,53 Tgw.

Der Wald hiess das Bärnlohholz.

Besitzer von Hausnummer 13.

Dieser Hofgehört unzweifelhaft zu den ursprünglich 5 Höfen, welche die spätere Hofmark Pfelling im wesentlichen ausmachten. Im oberen Dorfe von Pfelling. Dasselbe setzte sich zusammen: aus dem Urmaierhof jetzt Prebeckhof, aus dem Mitterhof, jetzt Iglberger, aus dem späteren sogenannten Siebauerhof jetzt Probst und aus dem Baumgartenhof Nr. 13 jetzt Schreiber. Im unteren Teile der Ortschaft lag dann das Stegbauerngut und der Bachbauer? Nr. 27 u. Nr. 22 eingegangen.

Der obere Teil des Dorfes war die Niederlassung des Sippenführers Pfolo und seiner nächsten Angehörigen, die sich die größten Feldflächen aufteilten. So bildete auch dieser Hof ein wirtschaftlich wohl arrondierte Hut? Mit Äckern von 3-10 Tagwerk. In Entau gehörte auch eine Wiese von 17,66 Tw. Flnr. 1888 dazu, an welcher Hausnummer 13 1/3 Anteil hatte.

741 kam Pfelling an das Kloster Niederaltaich. Die Bauernschaft wurde nunmehr statt an Herzog an das Kloster grundbar und musste dorthin seine herkömmlichen Naturaldienste leisten.

907 wurde durch den Ungarneinfall das Kloster Niederaltaich zerstört und es dauerte 100 Jahre bis es wieder kanonisch neu errichtet und mit Mönchen des hl. Benedikt besetzt wurde. Während dieser Zeit hatten sich die Urmaier von Pfelling wirtschaftlich unabhängig gemacht. Pfelling kam dann unter die Grafenherrschaft von Bogen beziehungsweise unter die frühen Urmaier von Pfelling, welche sich Anfangs des 12. Jahrhunderts zu Burgbesitzern und zu Hofmarksherrn emporgeschwungen hatten. So wurde die Bauernschaft denn Burgherrn untertänig und zinsbar.

In kirchenrechtlicher Beziehung blieb Pfelling beim Kloster Niederaltaich, dem die Kapelle Sct. Margareta von jeher gehört hatte. Diese Kapelle war ja im Eigentume des Klosters Niederaltaich geblieben und wurde von dem Mönchen von Niederaltaich auch weiter versehen, nachdem sich auch Pfelling in wirtschaftlicher Beziehung einen neuen Grundherrn gesucht.

Mit der Erhebung der Kapelle zu einer wirklichen Pfarrkirche cr. 1125 wurde dann das Band mit dem Kloster Niederaltaich dauernd fester wieder geknüpft und erweitert. Indem nun das Kloster 1/3 des Zehents bezog.

Das andere Drittel musste an den Grundherrn, wahrscheinlich den Grafen von Bogen oder an dessen Lehensträgern im Pfarrbezirke den Frammelsbergern und später an die Degenberger Herrschaft entrichtet werden.
Nachdem vielleicht um 1200 ein Weltpriester vom Abte und Convente von Niederaltaich dauernd präsentiert worden war, erhielt dieser ein Drittel des Zehents in der Pfarrei als Einkommen zugewiesen.

Das letzte Drittel musste schon vor allem Anfange an das Stift Sct. Johann in Regensburg geleistet werden. Auch der halbe Hof Nr. 13 hatte den Zehent in der angegebenen Teilung zu leisten. Nur von dem schönen 1,90 Tgw. großen Baumgarten und von der Point an der Donau hatte der Pfarrer allein den Zehent zu geniessen.

1. Die erste Erwähnung eines Besitzers von diesem Hofe geschieht in dem Salbuche des Klosters Gotteszell, zu welchem ganz Pfelling und auch dieser Hof seit 1290 grundbar geworden war. Es heißt um die Wende des 14. u. 15. Jahrhunderts: Beim Hiesl im Baumgarten. Der Besitzer hatte also den Taufnamen Mathias ohne weiteren Schreibnamen. Eine Taglöhnersfamilie Hisl kommt in der Zeit des dreißigjährigen Krieges vor. Möglich, daß deren Vorfahr einst auf dem Hofe sessbar gewesen sind.

2. Als erster mit vollen Namen urkundlich nachweisbarer Besitzer auf diesem Hofe kommt in dem Prozesse des Abtes von Gotteszell um den sogenannten Wört in der Donau vor, er heisst Andreas Petzendorfer und machte nach dem Gerichtsprotokolle des Pflegegerichts Schwarzach vom 14, Januar 1583 als Zeuge vernommen folgende Angaben: Andreas Petzendorfer, Bauer von Pfelling, 40 Jahre alt, 500 fl. reich, Grunduntertan, Stiefvater des jungen Ehrl. Er haust erst 6 Jahre und kann nicht sagen, wie es sich mit dem Verkaufe des Wört beschaffen gewesen.

Dieser Andreas Petzendorfer scheint der Vater des Sebastian Petzendorfer, Bauers von Entau, gewesen zu sein, der 1640 von dem Kirchkein Sct. Stefan in Steffling, das den Frammelsbergern gehörte den Hof Nr. 60 erkaufte.

10. Mai 1642 die Eingabe der Pfellinger Gesamtgemeinde um einen Pater aus dem Kloster Oberaltaich unterzeichnete 1664, 88 Jahre alt, in Pfelling im Hause seines Sohnes Mathias in Pfelling Nr. 13 verstarb. Derselbe wäre somit 1575 geboren. Er wird also als Sohn des Andreas Petzendorfer anzusprechen sein.

2. Dieser Sebastian Petzendorfer scheint eher den Hof in Entau, bekam davor noch auf dem Hofe Nr. 13 gehaust zu haben.

Er hatte zwei Söhne, Sebastian, welcher auf den Hof Nr. 60 in Entau kam u. Mathias, welcher den Hof in Pfelling erhielt.

3. Mathias Petzendorfer, des Sebastian und der Maria von Entau, heiratete 20.7.1944 Maria, des Otto Laister von Unterwinkling hinterlassene Tochter. Zeugen: Wolfgang Trostmayr von Haid, Erhart Khriesner von Aicha. Paul ? von Unterwinkling, Johann von Hundldorf.

Kinder:
1. Katharina get. 27.7.1645. Patin: Katharina des Christoph Kaltwein von Hittabach. P. Albert März.
2. Blasius get. 31.1.1647. Wie vor.
3. Maria get. 6.1.1651. Wie vor.

Über die Familie kommen in den Matrikeln keine weiteren Einträge vor.

3. Nach dem Brodgeldverzeichnisse vom Jahre 1695 ist auf dem Hofe Gregor Loibl, welcher 11.9.1706, 55 Hare alt, mit allen hl. Sakramenten versehen, starb. P. Caspar Müller. Ein Gregor Loibl, vom Steghof stammend, hatte den Nebenhof Nr. 26 inne. Er müsste also nach dem Mathias Petzendorfer, dessen Hof zunächst erhalten haben.

4. Auf ihn folgte Mathias und Barbara Petzendorfer. Dieselben sind nicht in Pfelling getraut, auch nicht geboren. Sind also von auswärts gekommen, Waren aber wahrscheinlich Verwandte.

Deren in Pfelling gebornen Kinder:
1. Maria get. 23.7.1708. Patin: Appollonia Mühlbauer, Schullehrerin von Pfelling. P. Idelphons Hueber.
2. Johann Georg get. 24.3.1710. Pate: Johann Millpauer, Schullehrer. P. Wolfgang.
3. Mathias get. 15.8.1713. Pate: wie vor. P. Wolfgang Finkl.
4. Johann Martin get. 10.10.1715. Pate: Wie vor. P. Idelphons Hueber.
5. Maria Elisabeth get. 16.11.1717. Patin: wie vor. P. Idelphons.
6. Maria Barbara get. 4.10.1722. Patin: Wie vor. P. Anton.
7. Johann Jakob get. 6.7.1723. Pate: wie vor. P. Wolfgang.

Barbara Petzendorfer starb versehen mit allen hl. Sakramenten 2.12.1732. P. Godehart Seydl.

Der Witwer Mathias Petzendorfer, Ausnahmbauer von Pfelling, verheiratete sich 7.1.1734 mit Maria, des Simon Streissl von Breitenweinzier und der Maria. Zeugen: Johann Millbauer, Schullehrer, Georg Stadler, Weber, Gregor Streissl, Bauer von Grubhof, Simon Streissl, Halbbauer von Liepolding. P. Godehart.

Kinder:
1. Maria get. 2.4.41734. Patin: Walburga Obermaier, Söldnerin von Hörabach. P. Honoratus.
2. Ursula get. 20.10.1736. Pate: Georg Obermaier, Bauer von Hörabach, P. Honoratus.

Mathias Petzendorfer starb 25.1.1743, 58 Jahre alt, versehen. P. Cajetan. Seine zweite Ehefrau Maria, geb. Streissl, starb 12.2.1763 mit allen Sakramenten versehen, 48 Jahre alt.

Von den Kindern erster Ehe starben Maria, ledig, 29.4.1743, versehen, 37 Jahre alt, Johann, ledig, 3.7.1743, 31 Jahre alt. Es war das Kriegsjahr, in welchem viele Sterbefälle in der Pfarrei vorkamen. Der Feindhatte längere Zeit die beiden Donauufer während der Belagerung der Stadt Straubing besetzt. Die Bevölkerung litt grosse Not? Es trat als Folge dir rote Ruhr auf. Diese scheint auch im Hause Petzendorfer grassiert zu haben.

Den Hof hatte Mathias Petzendorfer bereits 1734 an seinen Sohn Mathias übergeben.

5. Mathias Metzendorfer verheiratete sich 8.3.1734 mit Magdalena, des Johann Loibl und der + Maria, Bauerstochter von Pfelling (Bachbauer Nr. 22). Zeugen: Georg Petzendorfer, Bauer von Entau, Johann Millbauer, Schullehrer. Stefan Fischer, Bauer auf dem Hiendlhofe, Lorenz Loibl, Bauer von Allkofen. P. Godehart Seydl.

Kinder:
1. Vitus get. 29.4.1735. P. Josef.
2. Simon get. 12.10.1739. P. Gregor.
3. Johann Georg get. 12.4.1742. P. Cajetan.
4. Maria Anna get. 12.6.1744, P. Odilo Grässl.
5. Maria get. 13.3.1746 + P. Beda Ziegler.
6. Jakob. get. 12.7.1747. P. Cajetan.
7. Johann Bapt. get. 4.6.1750. P. Cajetan.
8. Johann Bapt. get. 24.5.1752. + P. Gregor.
9. Johann get. 29.5.1754. P. Godehart.
10. Mathias get. 12.5.1744. P. Odilo Gräßl. + 28.5.1752, 5 Jahre alt. P. Godehart.

Die Patenschaft bei diesen Kindern übernahm Vitus und Margareta Schwarzmüller, Bauerseheleute von Unterwinkling.

Mathias Petzendorfer starb 12.4.1764. Pfarrer Pflanzelt. Hatte einen Prozess mit dem Kloster Gotteszell. Magdalena, dessen Witwe 15.6.1774. Pf. Pflanzelt.

6. Der Sohn Vitus hatte den Hof übernommen. Derselbe heiratete 6.6.1764 Anna Maria des Johann + Andreas und der Anna Libl, Bauerseheleute von Hörabach. Zeugen: Mathias Amerling, Schmid von Pfelling, Vitus Schwarzmüller von Unterwinkling. Georg Petzendorfer, Häusler von Schwarzach und Johann Haimerl, Bauer von Hörabach. Pf. Stefan Pflanzelt.

Kinder:
1. Walburga get. 3.7.1765
2. Anna Maria get. 15.11.1766 +
3. Andreas get. 20.10.1770 + 19.2.1778. 7 Jahre alt.
4. Anna geb. 2.9.1772.
5. Walburga geb. 15.8.1773.
6. Theres geb. 14.10.1774.
7. u. 8. Walburga und Magdalena, Zwillinge geb. 2.4.1776. Walburga +.

Die Patenschaft bei diesen Kindern leistete Walburga Schreiber, Ehefrau des Josef Schreiber, Söldners von Pfelling. Getauft sind dieselben durch Pf. Pflanzelt.

Vitus Petzendorfer kommt in der Sterbematrikel nicht vor.

Anna Maria Petzendorfer, verwitwete Bäuerin von Pfelling, starb 14.10.1759, 58 Jahre alt. Pf. Deml.

7. Den Hof erhielt die Tochter. Dieselbe verheiratete sich 13.5.1794 mit Bartholomä Loibl, des Vitus und der Maria Loibl, Bauerseheleute von Allkofen. Zeugen: Josef Schreiber, Bauer von hier, Johann Sollinger und Josef Mändl, beide von Pfelling. Pf. Stichauner.

Kinder:
1. Johann get. 12.7.1795 +
2. Bartolomä get. 20.8.1796 +
3. Katharina get. 13.11.1797.
4. Therese get. 4.5.1799.
5. Anna Maria get. 8.1.1801.
6. Magdalena get. 22.7.1803.
7. Walburga get. 10.2.1805.
8. Katharina get. 11.5.1807.
9. Jakob geb. 4.7.1810. + 1815.

Die Patenschaft leistete Josef und Therese Hofmaister, Bauer von Breitenweinzier.

Anna Maria Loibl starb an Wassersucht 28.7.1830, 67 Jahre alt. Pf. Aloys Hayder. Bartholomä Loibl verwitweter Austragsbauer starb 16.6.1839?, 74 Jahre alt. Pf. Georg Lang.

8. Das Anwesen erhielt die Tochter Maria.

Josef Buchner, Bauer in Pfelling, des Georg Buchner, Bauers am Haushof und der Magdalena Sollinger, ledig geb. 7.11.1799, heiratete 27.11.1832 Anna Maria Loibl, Bauerstochter von Pfelling, des Bartholomä Loibl, Bauers allhier und der Maria Petzendorfer, ledig, geb. 8.1.1802. Zeugen: Andreas Liebl, Bauer am Metzgerhof und Bartholomä Loibl, Bauer allhier. Pf. Alois Haeyder.

Kinder:
1. Rupert geb. 23.9.1836. + Pf. Lang.
2. Augustin geb. 26.8.1837. Pf. Lang. + 12.3.1843, 6 ½ Jahre alt am gastrischen Fieber. Pf. Lang.
3. Josef geb. 1.9.1838. +
4. Josef geb. 1.9.1839. +
5. Josef geb. 14.11.1841. Heiratete 04.4.1873 als Bauer von Sophienhof Nr. 54 Aloisia Kandler, Wirtstochter von Waltendorf (siehe Geschichte des Hiendlhofes).

Die Patenschaft für genannte Kinder leisteten Lorenz und Anna Petzenhauser, Bauerseheleute von Irlbach.

Buchner Maria, geb. Loibl, starb infolge eines schweren Falles 13.3.1847, versehen. Pf. Lang.

Der Witwer Josef Buchner verheiratete sich wieder 8.2.1849 mit der Austragswitwe Magdalena Bogner von Haid, Pfarrei Oberwinkling. Dieselbe war eine geborne Wallner von Pischelberg, Pfarrei Degernbach.
Zeugen: Josef Prebeck und Johann Petzendorfer von Anning. Pf. Lang.

Buchner Josef verwitweter Ausnahmbauer von Pfelling starb 18.2.1877, versehen, 77 Jahre alt. Pf. Zeitler.

Seinen Hof in Pfelling hatte Josef Buchner an seinen Bruder Jakob übergeben.

Jakob Buchner war vorher in Oberwinkling und kaufte von seinem Bruder Josef den Hof in Pfelling.

9. Jakob Buchner, Wotwer, 42 Jahre alt, heiratete 8.1.1855 die Katharina Baumgartner , geb. 15.9.1828 aus Haid des Lorenz Baumgartner und der Katharina Gradl, Bauer von Haid.
Zeugen: Peter Schreiber, Förg von hier und Georg Sanftl, Taglöhner von Bogen. Pf. Siegert.
Kinder:
1. Josef geb. 30.5.1856. + Pf. Siegert.
2. Kreszenz geb. 14.8. 1859. Pf. Siegert.
3. Kreszenz geb. 27.3.1861 + Pf. Zeitler.
4. Ludwig geb. 16.8.1866. Pf. Zeitler.
5. Alois geb. 20.10.1868. + Pf. Zeitler.
6. Franziska geb. 6.3.1870. Pf. Zeitler.

Die Patenschaft über diese Kinder übernahmen: Josef und Magdalena Wurm, Bauerseheleute von Bärndorf.
Katharina Buchner, geborne Baumgartner, starb 26.2.1877 an Lungensucht, 49 ½ Jahre alt, versehen. Pf. Zeitler.

Des Jakob Buchner erste Ehefrau hiess Theres Stadler. Deren Sohn Johann geb. 24.6.1842 zu Oberwinkling, Bauerssohn von Pfelling, nun Bauer in Sandhof, Pfarrei Degernbach, heiratete 3.10.1869 in Degernbach die Barbara Streissl, Bauerstochter am Sandhof, geb. 13.11.842 des Johann Streissl und der Anna Maria Hafner. Getraut von Pf. Hof in Degernbach.

Jakob Buchner zertrümmerte sein Anwesen in Pfelling. Einen Teil der Felder kaufte der Schneider Jakob Heigl von Pfelling. Das Ausnahmshaus Nr. 13 ½ erwarb 1885 Michael Heigl, Schuhmacher in Pfelling.

10. Den früheren Petzendorferhof erkaufte Michael Knöferl von Moos, Pfarrei Oberwinkling. Derselbe übergab seinen Hof an seine Tochter Maria.

11. Johann Schreiber, geb. 8.12.1861 zu Lohholz, Pfarrei Oberwinkling, heiratete 16.2.1892 die ledige Maria Knöferl des Michael Knöferl, Bauers in Pfelling und der Theres, geborne Tremmel. Die Eltern des Bräutigams waren Josef Schreiber, Bauers von Niederwinkling und Katharina, geborne Waas.
Zeugen: Michael Knöferl, Bauer in Pfelling und Josef Schreiber, Ausnahmbauer in Niederwinkling. Pf. Bartholomä Mitterer.

Knöferl Theres, Ausnahmbäuerin von Pfelling, starb 20.10.1910 an Marasmus, 71 Jahre alt, versehen. Pf. Ritzinger.

Michael Knöferl, verwitweter Ausnahmbauer von Pfelling, starb 28.7.1911 an Wassersucht, 78 Jahre alt, versehen. Pf. Ritzinger.

Kinder des Johann Schreiber und der Maria Schreiber:
1. Johann Ev., geb. 4.2.1893. + Pate: Josef Schreiber, Bauer von Niederwinkling. Pf. Mitterer.
2. Anna geb. 14.12.1893. Patin: Anna Schreiber, Bäuerin von Niederwinkling. Pf. Mitterer.
3. Maria geb. 22.7.1895. Wie vor.
4. Michael geb. 31.8.1899. Patin: wie vor. Pf. Josef Friedl.
5. Johann geb. 8.5.1901. Wie vor.

Johann und Maria Schreiber haben zur Zeit noch den Hof Hausnr. 13 in Pfelling im Besitz.

Ende!

Quellen: Bayer. Staatsarchiv. Pfarrarchiv Pfelling.

 

Geschichte des Schusterhauses Hausnummer 14 in der ehemaligen Hofmark Pfelling.

Verfasst von Pfarrer Simon Straßer von Pfelling 1928.

Zu den Handwerkern der ehemaligen Hofmark Pfelling zählte auch ein Schuster. Derselbe hatte ein eigenes Leerhäuschen, das in der Mitte des Oberen und Unteren Dorfes Pfelling allein stehend befand.

Der Besitzstand war nach der Fassion vom Jahre 1808 nachstehend beschrieben: Fassionsnummer, Hausnummer und Name des Besitzers: Nr. 6 Hsnr. 11 (14), Beim Kuglmayr, Josef Arndorfer a. Das 1/16 Kuglmayrgütl b. Gemeindeteil am Gemeindeberg, der Hüttergarten.

Dominkalverhältnisse: a. Vogtbar zum Landgerichte, b. grundbar zum Rentamte Mitterfels, c. Zehentfrei.

Steuer             1 fl.
4 fl.
Fourage           26 kr 2 hl.
Summa:          5 fl. 26 kr. 2 hl.

Resultat der letzten Veräusserung:100 fl.
Eidliche Schätzung: 100 fl.
Amtliches Gutachten: 120 fl.
Steuerkapital: 120 fl.
Neue Steuer:1 fl.
Nach dem Steuerkataster vom Jahre 0831 gehörte zu Hausnummer 14 Schuster Bugl folgende Gründe: 2,81 Tgw. Äcker, 1,44 Tgw. Wiesen, 0,43 Tgw. Garten, 0,4 Tgw. Haus- u. Hofraum, 1,03 Tgw. Wald, zusammen: 5,85 Tgw.

Von 1,177 Tgw. hatte der Pfarrer allein den Groß u. Grünzehent, von dem Bachfeld Plnr 143 zu 0,31 Tgw. ging der Zehent in drei Teile.

Josef Bugl hatte aus dem Ausbruch des Stegbauern und Lehnerhofes 3,62 Tgw. verkauft mit dem alten Besitze machten die Felder 5,90 Tgw. aus. Auf dem Häuschen lasteten 4 kr. Brodgeld.

Der Getreidezehent betrug für den Pfarrer: einen Metzen Korn und einen Metzen Gerste. Für den Grünzehent mussten jährlich auf Michaeli 24 kr. entrichtet werden.

Besitzer des Schusterhäuschens in Pfelling.

Nach dem Salbuche des Klosters Gotteszell, im Hauptstaatsarchive zu München aufbewahrt‚ waren um die Wende des 14. und 15. Jahrhunderts in Pfelling an Handwerksleuten ansässig: ein Schmid‚ ein Schuster‚ ein Wagner‚ ein Wirt und ein Bader.

1. Als erster Schuster in Pfelling ist urkundlich nachweisbar ein gewisser Martin Straßmayer, welcher an die Pfarrkirche zu Pfelling einen ewigen Jahrtag gestiftet hatte. Die Kirchenrechnung vom Jahre 1630 hat hierüber folgenden Eintrag: Ausgaben für den Herrn Pfarrer und anderer Kirchendienern besöld und unterhaltung: Vom Matin Straßmayr, gewesten Schuemacher zu Pfelling gestifteten Jahrtag 34 kr. 2 hl.

Von Martin Straßmayr ihme Custer 4 kr. 2 hl. Das Jahrtagskapital betrug 100 fl, 1 fl. war für die Brodspende ausgesetzt.

2. Nachfolger des Martin Straßmayr scheint ein gewisser Peter Lengthaller gewesen zu sein, welcher nach der Kirchenrechnung vom Jahre 1630 vermöge Schuldbriefes vom Jahre 1628, 18. Jenner vom Margaretengotteshaus 50 fl. erhalten hatte. Wofür sich Jakob Stichen zu Entau und Hanns Langthaller, Schuster von Pogen sich verporgt hatten.

In der Rechnung vom Jahre 1640 heisst es wegen dieses Schuldkapitales‚ daß der Selbgelter Todts verschieden‚ sein gehebte Sölden vom Feinde in Asche gelegt‚ auch die Porgen in solch Verderben gerathen, also zu ersehen, waß am Hauptguet hergehen mag. Die Gilt bezahlt Simon Taschner‚ welcher des Selbgelters Sölden oder Branstatt inhendig mit 2 fl. 30 kr.

Dieser Simon Taschner hatte die Webersölde Hsnr. 19 inne und von Hanns Rumppl, Weber in Pfelling erworben. ( Siehe Geschichte der Webersölde Hsnr. 19)

Bernhard Hueber und Peter Lengthaller, beide Schuester in Pfelling hatten sich auch laut Briefs vom 4.Febrariy 1627 dem Weber und Custer Hanns Rumppl für ein Kapital von der Allergläubigen Seelenkapelle zu 42 fl verporgt. Welches Kapital, aus dem Vorher schon angegebenen Grund nach Rechnung vom Jahre 1650 für verloren anzusehen ist.

3. Nachfolger des Bernhard Huber und des Peter Lengthaller, beede Schuester in Pfelling war Georg Hueber und Anna.

Kinder:
1. get. 20.11.1637 mit Namen Katharina. Patin: Maria des Martin Pezendorfer, Pauers zu Entau Hausfrau. Pfarrer: Gregor Hallwax.
2. Maria get. 3.11.1642. Patin: Maria, Ehefrau des Michael Frühmayers, Taglöhners von Endtau. P. Petrus Einstein.
3. Michael get. 8.10.1645. Pate: Michael Frühmayer von Entau.

Georg Hueber, Schuester von Pfelling, starb 19.9.1669, im 67. Lebensjahre. In Vereinigung mit der hl. Mutter der Kirche gab derselbe seinen Geist Gott zurück und wurde am folgenden Tage im hiesigen Friedhofe begraben. Zwei Wochen vorher gestärkt durch den Empfang des hl. Sakramentes der Eucharistie. P. Ambrosius Rühler.

4. Wolfgang und Katharina Sturm, Schuster von Pfelling.

Kinder:
1. Michael get. 27.8.1655. Pate: Stefan Ruester, Müller von Waltersdorf. P. Albert März.
2. Walburga get. 19.3.1658. Patin: Maria des Stefan Riefels von Waltersdorf. P. Albert.

Wolfgang Sturm starb 24.1.1677 nicht mit den hl. Sakramenten versehen. 50 Jahre alt. P. Emmeram Soldan.

5. Nach dem Brodgeldverzeichnis vom Jahre 1693 ist ein gewisser Niklaus Breither auf dem Schusteranwesen.

Niklaus Breither, Schuster von Pfelling, starb 25.2.1694. P. Gregorius.

  1. Philipp Almer und Maria.

Deren in Pfelling gebornen Kinder:
1. Maria get. 24.5.1701. Patin: Maria Mayrhoferin von Hofweinzier. P. Roman Subert.
2. Mathäus get. 21.9.1702. Patin: Maria des Andreas Loibl, Bäuerin von Lenzing. P. Roman.

Es ist gleichzeitig noch ein zweiter Schuster in Pfelling:
Johann Schreiner und Margareta. Derselbe war zugleich Weber.

Kinder:
1. Josef get. 7.3.1704. Pate: Bartholomä Plaim, Bauer in Lohamb. P. Josefus Mühler.
2. Walburga get. 18.3.1710. Vater Weber. Pate: Michael Fruhstorfer, Bauer von Loham. P. Michael.

Über die Familie Schreiner siehe übrigens Geschichte der Ehersölde in Pfelling Hausnummer 19. Schreiner scheint nachdem er die Webersölde übernommen, das Schuhmacherhandwerk nicht mehr ausgeübt zu haben.

Maria Almer, Schuhmacherin von Pfelling, starb 31.3.1732, versehen, 67 Jahre alt. P. Cajetan.

Philipp Almer wurde begraben 6.10.1750 vom Fieber aufgezehrt konnte er nicht mehr kommunizieren, da er hiezu schon im Todeskampfe liegend gänzlich unfähig war. Er empfing die Absolution und die hl. Ölung. 86 Jahre alt. P. Cajetan.

Sein Sohn Mathias scheint auswärts geheiratet zu haben und beschäftigt gewesen zu sein, denn seine erste Ehefrau ist in Pfelling nicht gestorben.

Mathias Almer, verwitweter Schuster in Pfelling, heiratete 6.2.1741 Maria Härtlin, Taglöhnerstochter von Ruhmannsfelden.
Zeugen: Mathäus Miller, Wirt zu Pfelling. Johann Millpauer, Lehrer und Messner in Pfelling. Vitus Edenhofer, Taglöhner in Pfelling und Lorenz Prunner, Förg in Pfelling.

Kinder sind in der Matrikel nicht vorgetragen. Ebensowenig enthält die Sterbematrikel einen Eintrag.

8. 1747 ist Josef Carl und Anna Maria Schuster in Pfelling.

Deren in Pfelling gebornen Kinder:
1. Eva get. 22.12.1747. Patin: Eva Thirmayr, Leinwandstrickerin von Bogen.
2. Maria get. 21.3.1748. Patin: Walburga Preböckin, Bäuerin von Pfelling. P. Cajetan.
3. Mathias get. 25.10.1751. Pate: Mathias Prebeck, Bauer in Pfelling. P. Petrus Damianus.
4. Josef get. 7.7.1754. Pate: Mathias Preböck, Bauer in Pfelling. P. Godehard.
5. Walburga get. 13.5.1757. Patin: Walburga Preböck, Bäuerin von Pfelling. P. Godehard Seydl.

Josef Carl hatte in Pfelling geheiratet. Die Trauungsmatrikel enthält folgenden Eintrag: 7.2.1746 hat die Ehe geschlossen: Josef Carl Schuster, des Vitus Carl, Schusters in Hofweinzier und der Apollonia, ehel. Sohn mit Maria Walner Besten Matthias um Walner, gewesten Bauers von Autsdorf, und der Barbara, beide seligen Gedenkens, ehelich Tochter.

Zeugen: Johann Millpauer, Schulmeister und der Jakob Plötz, Schneider in Pfelling. P. Cajetan Friedl.

Joseph Carl, Schuster in Pfelling, starb 26.2.1760. Pf. Pflanzelt.

9. Die Witwe Maria Carl, geborene Walner, heiratete den Josef Groll. 29.10.17 65, ist getraut worden: Josef des Jakob Groll +, Schusters und Söldners in Niedermenach und der Barbara, noch am Leben, dessen Ehefrau ehel. Sohn mit der verwitweten Maria Carlin.
Zeugen: Georg Niermayr von Stibiger und Mathias Preböck, Bauer von hier. Wolfgang Mayrhofer, Messner und Peter Kuglmayr, Hochzeitslader. Pf. Pflanzelt.

Maria Groll, verwitwete Carl, starb 5.4.1767. Pf. Pflanzelt.

Josef Groll, verwitweter Schuster von hier, heiratete 11.5.1767 Magdalena, des Michael Nadler, Halbbauers von Unterperasdorf und der Maria, beide seligen Andenkens, dessen ehel. Tochter.
Zeugen: Wolfgang Mayrhofer, Messner um Josef Groll, Schuster. Pf. Pflanzelt.

Kinder:
1. Andreas get, 13 b.9.1768. Pate: Andreas Mayr, Halbbauer von hier. Pf. Pflanzelt.

10. Am 19.7.1774 ist getraut worden Nikolaus, des Matthias Arndorfer, Schuster in Irlbach und der Apollonia, beide seligen Andenkens, ehel. Sohn mit Maria, des Mathias Almer, Taglöhners in Schambach + und der Katherina, noch am Leben, ehel. Tochter.
Zeugen: Wolfgang Mayrhofer, Messner und Johann Arndorfer, Hochzeitslader von Schambach. Pf. Pflanzelt.

Kinder:
1. Get. 6.12.1775 + Pate: Simon Loibl, Häusler von Irlbach. Pf. Pflanzelt.
2. Josef get. 26.2.1777. Patin: Maria Loibl in Abwesenheit ihres Mannes von Irlbach.

Maria Arndorfer, geb Almer, starb 13.2.1838.

11. Nikolaus Arndorfer, Schusterssohn von Pfelling, heiratete 17.5.1796 Regina Lindner, des Andreas Lindner, Schmids von Schambach und der Anna, ehel. Tochter. Peter Iglberger, Bauerssohn und Mathias Altschäffl, Bauer von Entau. Auf Seite der Braut: Maria Iglberger und Theres Mandl, Schullehrerin. Pf. Andreas Stichauner.

Kinder:
1. Johann Georg get. 13.2.1797. Pate: Georg Six, Taglöhner  auf dem Hiendlhofe. Pf. Josef Deml.
2. Theres get. 13.6.1798. + Patin: Theres Six. Deml.
3. Anna Maria get. 12.3.1800. Wie vor.
4. Ursula geboren 18.9.1801. + Wie vor.

Nikolaus Arndorfer, Schuster von Pfelling, starb schon 10.11.1801, versehen, 25 Jahre alt, Deml, Pf.

12. Das Häuschen erhielt jetzt dessen Bruder Josef.

Josef Arndorfer war mit einer gewissen Maria Hart verheiratet gewesen. Nicht in Pfelling getraut.

Derselbe heiratete  17.2.1817 die Theres Niermayr, Halbbauerstochter von Stippich, geb. 25.8.1789 zu Stippich, des Mathias Nirmayr und der Anna Maria Zeilhofer zu Stippich, Landgerichts Mitterfels.
Zeugen: Bartolomä Loibl und Josef Schieß, beide von Pfelling. Pf. Inkofer.

Von seiner ersten Ehefrau Maria Hartl, Tagelöhnerin von Freundorf, hatte Josef Arndorfer nachstehende in Pfelling geborene Kinder:
1. Magdalena geb. 14.7.1807. Patin: Magdalena Sagstetter, Bäuerin von Pfelling. Pf. Georg Geiger.
2. Johann Michael geb. 20.6.1809. Pate: Michael Sagsteter, Bauer von Pfelling. Pf. Geiger.
3. Theres geb. 4.8.1810. Patin und Pf.: wie vor. Starb ledig an Frais im Kindbett 23.11.1826. Pf. Mathias Kroiß.
4. Josef geb. 23.4.1813. Wie vor
5. Peter geb. 19.5.1815. + Patin: wie vor. Nikolaus Geiger Pfarrprovisor.
6. Anna Maria geb. 27.12.1816. + Patin: wie vor. Pf. Inkofer.

Maria Arndorfer, verheiratete Schusterin von Pfelling, geborne Hartl starb 1.11.1817 an Stickkatarrh und Lungenbrand, 40 Jahre alt. Pf. Inkofer.

Von seiner zweiten Ehefrau Theres, geborne Niermayr hatte Josef Arndorfer noch nachfolgende Kinder:
1. Sebastian geb. 17.1.1818. Pate: Josef Georg Drechsler, Bauer von Waltendorf. Pf. Inkofer. Starb 9 Jahre alt 20.1.1827. Pf. Sebastian Aumayr.
2. Walburga geb. 31.3.1819. Patin: Walburga Drexler, Bäuerin von Waltendorf. Pf. Inkofer.
3. Josef Georg geb. 15.1.1821. Pate und Pf.: Wie vor.

Josef Arndorfer, verheirateter Schuster von Pfelling, starb 13.2.1838, an organischen Fehler des Herzen und der Harnwege, 61 Jahre alt, unversehen. Pf. Georg Lang.

Dessen Witwe heiratete einen gewissen Josef Bugl.

Josef Bugl, verwitweter Häusler und angehender Schuhmacher in Pfelling, des Lorenz Bugl, Halbbauer und der Anna, geborene Bayer, geb. 19.9.1802 zu Abseß, Pfarrei Schwarzach, heiratete 28.5.1838 die Theres Arndorfer, geborene Niermayr, verwitwete Schumacherin von Pfelling, des Mathias Niemayr und der Anna Maria Zeilhofer, Witwe des seligen Josef Arndorfer, geb. 25.8.1789 zur Stippich.
Zeugen: Josef Buchner, Bauer und Peter Hopfner, Schulprovisor zu Pfelling. Pf. Georg Lang.

Theres Bugl, verheiratete Schuhmacherin von Pfelling, starb 18.5.1857 an Lungensucht, 67 Jahre alt, versehen. Pf. Leonhard Siegert.

Josef Bugl, verwitweter Ausnahmschuhmacher von Pfelling, starb 20.11.1867 an Lungenentzündung, 64 Jahre 2 Monate alt, versehen. Pf. Simon Zeitler.

13. Das Häuschen hatte er seinen Stiefsohn eine Michael Arndorfer übergeben. Michael Arndorfer, Schumacher in Pfelling, des Josef Arndorfer und der Theres Bugl, geborne Niemayr, geb. 17.9.1829 heiratete 19.7.1853 Jungfrau Maria Schötz, Bauerstochter von Hunderdorf, des Michael Schötz und Theres Bayer, geb. 28. 11.1827.
Zeugen: Wolfgang Wintermayer und Josef Bugl. Pf. Siegert.

Kinder:
1. Alois, geb. 10.7.1854. Patin: Walburga Arndorfer, ledig, von Welchenberg. Pf. Siegert.
2. Katharina, geb. 16.11.1855. Patin: Walburga Arndorfer, Schusterstochter. Pf. Leonhard Siegert.
3. Michael geb. 26.8.1858. Wie vor.
4. Johann Bapt. geb. 2.5.1860 + Patin: wie vor. Pf. Simon Zeitler.
5. u. 6. Georg unter Katharina, Zwillinge

Maria Arndorfer, geborne Schötz, starb 6.4.1861 an Abzehrung, 33 ½ Jahre alt, versehen. Pf. Zeitler.

Michael Arndorfer, verwitweter Schuhmacher von Pfelling, heiratete 13.5.1862 die Theres Bielmaier, Bauerstochter von Bogen, früher in Berndorf, geb. 29.8.1837, des Michael Bielmaier und der Theres, geborne Buchner.
Zeugen: Josef Bugl, Ausnahmsschuster und Franz Heigl, Schneider. Pf. Zeitler.

Kinder:
1. u. 2. Georg + und Katharina geb. 15.4.1863. Patin: Bielmaier, ledige Schwester der Mutter. Pf. Zeitler.
3. Rosina geb. 20.6.1864. + Wie vor.
4. Kreszenz geb. 17.7.1865. + Wie vor
5. Theres geb. 9.8.1866. Wie vor.
6. Anna geb. 16.3.1868. Pate: Martin Strebl, Söldner von Niedermenach. Pf. Zeitler.
7. Johann Ev. geb. 30.8.1869. Wie vor.

Das Schusterhaus hatte 1871 Georg Prebeck, Besitzer von Hausnummer 10 u. 22 in Besitz. 1890 ist es im Besitz des Franz Xav. Prebeck, Bauers von Pfelling, Hsnr. 1. Arndorfer muss mit seiner Familie aus Pfelling verzogen sein.

Nach Angabe des alten Schusters Michael Heigl ist dieselbe Anfangs der Siebziger Jahre nach Amerika ausgewandert und Georg Prebeck hat von Michael Arndorfer das Schusterhäuschen erkauft.

Nach dem Wegzuge der Schusterfamilie Arndorfer waren noch zwei Schuster in der Hausnummer 14 wohnhaft, über welche die Pfarrbücher nichts enthalten.

Im Jahre 1881 heiratete der Schneidersohn Michael Heigl, der das Schusterhandwerk erlernt hatte, auf das Ausnahmhaus des alten Buchner von Pfelling Hausnummer 13 ½, das er käuflich an sich gebracht und seitdem üben die Heiglischen die Schusterei in Pfelling. (Siehe Geschichte des Schneiderhäuschens und von Hausnummer 13 ½).

Im alten Schusterhaus war der Vizemessner Josef Mandl wohnhaft, früher Taglöhner in Pfelling seit 1890.

Mandl Josef, Tagelöhner in Pfelling, des Martin Mandl und der Magdalena Voggenberger, Weberstochter von Haberkofen, Pfarrei Straßkirchen, geb. 8.3.1830, heiratete 2.6.1862 die Inwohnerstochter Theres Walsberger von Anning, des Mathias Walsberger und der Maria, geb. Kern, geb. Oktober 1833. Zeugen: Martin Mandl und Michael Roth von Anning. Pf. Zeitler.

 

Geschichte des Hüterhäuschens in der ehemaligen Hofmark Pfelling Nr. 15.

Verfasst von Pfarrer Simon Straßer von Pfelling 1928.

Wie in allen Landgemeinden, so war auch in der ehemaligen Hofmark Pfelling von jeher ein Dorfhirte. Demselben war das kleine Häuschen Nr. 15 in der Mitte zwischen dem oberen und unteren Teile der Ortschaft Pfelling als Wohnung eingeräumt. Es stellt dieses Häuschen mit seinen Strohdach den alten Typus eines ländlichen Wohnhauses noch in ursprüngliche Gestalt noch am besten dar. Das Hüterhaus stand im Eigentume der Weideberechtigten. Nach der Fassion von 1808 ist es nachstehend beschrieben: Besitzungen der Gemeinde: Hausnummer 13 (15) Gemeinde Pfelling: Das Hütthaus 1/32 Hof. Vogtbar zum Landgerichte Mitterfels, Eigentum der Gemeinde.

Steuer:                        8 kr. 4 hl.
34 kr.
Fourageanlage:           13 kr. 1 hl.
Summa:                      55 kr. 1 hl.

Eidl. Schätzung: 50 fl. Amtl. Gutachten: 60 fl. Nach dem Steuerkataster von Jahre 1831 gehörten dazu:
Hofraum                     0,63 Tgw.
Wiesen:                       1,63 Tgw.
Ödland:                      12,62 Tgw.
Summa:                      14,36 Tgw.

Diese Ödungen lagen zu beiden Seiten des Hörerbaches, der auch Hütterbach genannt wurde, von dem Gemeindeberg Mühle angefangen bis zum Steghofe. Dann an der Donau auf dem linken Ufer von Lenzing bis zum Brücklein beim Einfluss des Hörabaches in der Donau. Dann vom Wirtshaus an der ehemalige Straße nach Bogen bis zum Brücklein beim Einflusse des Liepoldingerbächleins in die Donau.

Diese Streifen waren wohl das Weideland, das den Hirten für die Gänse und Schweine zunächst zur Benutzung stand.

Die eigentliche Hutweide bildete die sogenannte Össpe. Die Espann war die Allmende, welche den einzelnen Weideberechtigten zur Nutzniesung zustand. Diese Gemeindeweide lag an der Straße von Espern nach Lenzing unterhalb des Hütterbaches und wurde Anfangs 1800 aufgeteilt an die Weidenutzungsberechtigten. Es sind das die im Gemeindeplane als Espenteile bezeichneten Felder. Dann stand dem Hüter bei der Dreifelderwirtschaft die Brache als Weideland zur Verfügung. Und außerdem war noch der Blumbesuch. Nach dem ersten Heuschnitte konnte das Vieh auf die Weide getrieben werden und musste sich jeder Wiesenbesitzer gefallen lassen, daß das Vieh auf sein Grundstück getrieben wurde nach Margreta.

So lag auf der Pfarrwiese: Margaretenwiese genannt dieses Servitut, welches der Pfarrer gegen eine jährliche Leistung von 30 kr. oder Lesung einer Messe ablöste.

Wegen dieses Blumbesuches geriet die Gemeinde Pfelling mit den Prior des Klosters Welchenberg im Streit 1701, weil sie vor dem Margaretentag ihr Huf- und Klauenvieh auf die Gründe des Klosters getrieben hatten. Der Prior hatte das Vieh pfänden lassen. Aber das Recht der Viehweidete konnte auch schon vor dem Margaretentage beansprucht werden, so wie eben die Heuernte beendet. Die Pfellinger mussten, wie es scheint, bei ihrem, wie es scheint,  von Alters hergebrachten Rechte belassen werden. Der Wiesenbesitzer wurde hiedurch schwer geschädigt, weil er eben Wiesenflächen, die einen öfteren Heuschnitt ergeben hätten, nicht ausnützen konnte. Die Kultur der Wiesenflächen wurde dadurch verhindert.

Hüterfamilien in der Gemeinde Pfelling.

1. Nach der Pfarrmatrikel, welche 1630 beginnt erscheint als erster Hüter Michael und Margaretha Pleigiesser. Die Familie scheint aus Welchenberg zu stammen.

Kind: Maria get. 6.12.1651. Patin: Maria Laschinger des Georg Laschinger von Einfürst. P. Albert März.

Michael Pleigiesser, Hirt dieses Ortes, starb 19.9.1669, durch Nachlässigkeit der Seinigen ohne Sakramentenempfang, ungefähr 60 Jahre alt. P. Hieronimus.

2. Markus Danzer get. 23.4.1643, des Georg und der Anna Danzer, Messnerseheleute von Pfelling. Pate: Michael Laschinger, Taglöhner von Pfelling. P. Petrus Einstein.

Markus Danzer heiratete 3.2.1672 Eva, des Wolfgang Reisszanger, Bauers aus der Pfarrei Lachstetten.
Zeugen: Georg Gierl, Bauer auf dem Hiendlhof, Sebastian Loibl, Bauer von Pfelling. P. Idelphons Fröschl.

Kind: Georg get. 8.5.1673. Pate: Georg Siepauer, Bauer von Pfelling. P. Idelphons Fröschl.

Eva Danzer, des Markus Danzer, Hüters von Pfelling, Ehefrau starb vorher versehen mit dem hl. Sakramente der Buße und der Eucharistie 6.3.16 85. P. Basilius Monus.

Markus Danzer, verwitweter Hirt von Pfelling, heiratete 13.8.1685 die ledige Maria Schuester des Wilhelm Schuester + von Viechtach und der Eva, noch am Leben, zu Strasskirchen, ehel. Tochter.
Zeugen: Georg Siepauer, Bauer von Pfelling und Mathias Iglberger von dort selbst. Sebastian Radenbeck, Fischer zu Pfelling und Johann Obermayr, Bauer zu Entau. P. Basilius Monus.

Kind: Margareta get. 28. 5.1686. Patin: Ursula Siebauer, Bäuerin von Pfelling. P. Basilius. Vater Markus als Taglöhner angegeben. + 20.6.1693, 7 Jahre alt.

Maria Danzerin, Hütterin von Pfelling, starb 29.7.1692. P. Gregor Beckh.

Markus Danzer, verwitweter Hirt von Pfelling, verheiratet es sich zum drittenmal 30.10.1692 mit Barbara, des Adam Zellner + und der Katherina, noch am Leben, zu Welchenberg, ehel. Tochter.
Zeugen: Jakob Streissl zu Pfelling, Michael Loibl, Wirt zu Welchenberg. Matthias Zenllner und Martin Harttmannsgruber, Hofmeister im Schloß. Beide  zu Welchenberg. P. Gregorius Beckh.

Kind: Johann get. 8.2.1696. Pate: Johann Loibl, Bauer in Pfelling. P. Gregor Beckh. Vater Taglöhner.

Die Familie Danzer verschwindet aus der Pfarrmatrikel und muss ausgewandert sein. Auch hatte Markus Danzer vorübergehende Jahre hindurch die Hütterstelle niedergelegt.

3. Sebastian und Elisabeth Reikofer, Hüterseheleute in Pfelling.

Kind: Barbara geb. 11.5.1690. Patin: Barbara Wacker von Entau. P. Franziskus Blathiell.

Sebastian Reihkofer, Inwohner von Pfelling starb 20.12.1692. Pater Gregor Beckh.

4. Es folgt eine gewisse Ursula Obermayr. Ursula Obermayr, verwitwete Hüterin von Pfelling starb versehen 4.4.1694. P. Gregor.

Dann scheint wieder Markus Danzer die Hüterstelle übernommen zu haben.

5. Es folgen dann Sebastian und Margareta Spelteneder um 1700 als Hüterseheleute von Pfelling.

Sebastian Spelteneder, des Georg und der + Walburga von Wischelburg hatte sich 7.11.1690 mit Margareta, des Bartolomä und der Regina Petzendorfer, Halbbauerseheleute von Pfelling, verheiratet.
Zeugen: Josef Spelteneder von Rottersdorf, Sebastian Rädenbeckh von Pfelling, Stefan Sturm von Anning, Paul Petzendorfer von Waltendorf. P. Rupert Kleuber.

Dieselben sind bis 1699 auf die der zum Petzendorferhof ursprünglich gehörigen Sölde Hausnummer 16 in Pfelling. Dann Inwohnersleute. 1704 Hütersleute von Pfelling. Beim zwölften Kinde Andreas geb. 1714 ist der Vater noch als Hirte von Pfelling angegeben, über die Familie Spelteneder siehe Geschichte von Hausnummer 16 in Pfelling.

6. Nach der Familie Spelteneder erscheint ein Hirte Pelz mit Namen. Maria Pelz, Hüterin von Pfelling, fromm im Herrn verstorben 20.11.1726, versehen mit allen hl. Sakramenten. Im Alter von 54 Jahren. P. Josefus.

7. Bartolomä Haffner, verwitweter Hirt in Pfelling, verheiratete sich 14.1.1726 mit Maria, des Jakob Bogner, Bauers zu Ainfürst und der Walburga, dessen Ehefrau, beide seligen Andenkens, ehel. Tochter.
Zeugen: Georg Radenbbpöckh, Fischer in Pfelling und Mathias Bogner, Hufschmied von da Thomas Bogner, Bauer zu Dörfling und Wolfgang Gütler von dort. P. Josef. Über diese Familie enthält die Matrikel keine weiteren Einträge.

8. Es folgt dann eine Hirtensfamilie Kämpl.

Der ledige Nikolaus Kämpl, des Matthias Kämpl, Hirte in Welchenberg, noch am Leben und der Maria +, ehel. Sohn heiratete Maria Fischl, ledig, des Vitus Fischl und der Katherina, dessen Ehefrau, noch am Leben, ehel. Tochter.
Zeugen: Johann Bommeder, Tagwerker von Entau, Johann Hartberger, auch Tagwerker von Entau. Getraut 6.2.1725. P. Cölestin.

Kind: Georg get. 21.4.1725. Pate: Wolfgang Obermayr, Söldner von Anning. P. Cölestin. Vater ist Hirte in Anning.

Maria Kämpl, Hirtin von Anning, starb 26 Jahre alt, mit allen Sakramenten versehen. 23.5.1725. P. Cölestin.

Der mit Witwer Nikolaus Kämpl in Pfelling verheiratete sich wieder 17.1.1726 mit Afra, des Johann Höpfel, Bauers von Schambach, noch am Leben und der Anna, dessen + Ehefrau, ehel. Tochter.
Zeugen: Wolfgang Obermayr, Bauer in Schambach, Hans Schreiner, Bauer in Schambach, Sebastian Strohmayr, Bauer zu Schambach und Peter Grötsch, Bauer von dort. P. Josef.

Nikolaus Kämpf scheint sich aber nur einige Jahre in Pfelling aufgehalten zu haben. Die Hüterstelle versah sein Vater Mathias Kämpl und Ursula. Kämpl Ursula, Hütterin in Pfelling, starb 18.7.1742, versehen, 66 Jahre alt. P. Cajetan Friedl.

Matthias Kämpl, Hirt von Pfelling, starb 9.2.1746, 76 Jahre alt mit allen hl. Sakramenten versehen. P. Cajetan.

9. Deren Tochter Ursula heiratete 1.5.1746 den Michael Schreiner, des Andreas und der Ursula, verstorbene Weberseheleute von Unterwinkling.
Zeugen: Matthias Petzendorfer, Halbbauer und Georg Sinhärl, beide von Pfelling. P. Cajetan.

Schreiner Michael, Hirte von Pfelling, starb 27.8.1748 nach Empfang der hl. Ölung, konnte vor Schwäche nicht mehr kommunizieren. P. Cajetan.

Demselben wurden nach seinem Tode ein Tochter geboren. Namens Katherina get. 29.9.1748. Patin: Dorothea Loibl, Halbbäuerin von Anning. P. Cajetan.

10. Die verwitwete Hirtin Ursula Schreiner, geborne Kämpf, verheiratete sich mit Peter Öller, ledig, des Georg Öller, Taglöhners in Seebach und der Maria, beide schon verstorben.
Zeugen: Preböckh, Bauer in Pfelling, Jakob Plötz, Schneider von da. Johann Millbauer, Messner und Peter Fritz, Häusler in Schambach. Getraut 20.4.1749. P. Cajetan.

Kind: Katharina ge. 23.10.1750. Patin: Dorothea Loibl, Halbbäuerin von Anning. P. Cajetan.

Weitere Einträge kommen nicht vor. Es folgt dann eine Familie Fischer.

11. Wolfgang Fischer, des Wolfgang Fischer, verwitweten Hirtens vom Sollach um der Maria, dessen Ehefrau, noch am Leben, mit der Witwe Anna Hierl.
Zeugen: Matthias Carl von Anning und Wolfgang Mayerhofer, Messner. Pf. Pflanzelt.

Anna Hierl war die Witwe des Thomas Hierl, Taglöhners von Entau. Hatte 25.?.1766 geheiratet.

Anna Fischer, Witwe des Wolfgang Fischer, der an verschiedenen Orten Hirt gewesen, starb in Pfelling, 10.11.1782, unversehen, vom Schlage getroffen. 76 Jahre alt. Diese scheint die Mutter des oben genannten Wolfgang Fischer gewesen zu sein. Pf. Pflanzelt.

12. Nach der Seelenbeschreibung von Jahre 1788 war eine Familie des Andreas Fischer als Hüter in Pfelling. Dieser scheint ein Sohn des alten Wolfgang Fischer aus erster Ehe gewesen zu sein. Weiteres kommt über die Familie Fischer in der Matrikel nicht vor.

Vor der Familie Fischer war noch ein Hüter mit Namen Steinbauer in Pfelling. Ein Sohn desselben Georg, Jüngling, starb 17.10.1771. Pf. Pflanzelt.

13. 1794 ist Quirin Bart Hüter in Pfelling. Derselbe war vorher Taglöhner im Nebenhäuschen der Ufersölde Hausnummer12, jetzt Krämeranwesen.

Quirin Bart, außerehel. Sohn des Franz Bart und der ledigen Magdalena Millner, zur Zeit in Welchenberg, heiratete 16.11.1784 Maria, des ledigen Michael Laschinger von Ainfürst und der Magdalena Radlbeck, deren Vater Georg Radlbeck war Fischer von hier, aussereheliche Tochter.
Zeugen: Josef Zellner, Häusler und Zimmermeister, Josef Iglberger, Bauer, beide von Pfelling, Michael Schteiner, Innwohner vom Espen und Benedikt Stadler, Bauer von Unterwinkling, Pfarrei Mariaposching. Pf. Josef Hofmann.

Getraut von P. Angelus Wimmer aus dem Karmeliterkloster in Straubing.

Kinder:
1. Anna Maria get. 20.3.17 85 + Pate: Johann Petzendorfer, Bauer von Entau. Pf. Hoffmann.
2. Johann Georg 26.3.1788. Pate: Bartholomä Mändl, Taglöhner in Pfelling. Pf. Hoffmann.
3. Johann get. 4.12.1789. Pate: wie vor. Pf. Stichauner.
4. Anna get. 6.4.1792. Patin: Maria Mandl. Stichauner Pf. Hat 25.3.1832 uneheliches Kind Anna, Vater Georg Schreiber, Söldnersohn von Pfelling. + als ledige Häuslerin 23.7.1858, an Wassersucht. 67 Jahre alt.
5. Magdalena get. 18.7.1794. Wie vor. Starb als ledige Innwohnerstochter am Wassersucht 23.2.1867, 72 Jahre 7 Monate alt. Hatte ein unehel. Kind Helena, geb. 8.5.1824. Vater Jakob Mauer, Taglöhnerssohn von Loitzendorf.
6. Bartholomä 7.7.1796 +
7. Theres get. 31.8.1797.
8. Walburga geb. 29.1.1801. Paten bei diesen Kindern: wie vor. Getauft von Pf. Deml.

Maria Bart, Hirtin von Pfelling, geborne Laschinger, starb 1.3.1801, versehen, 48 Jahre alt. Pf. Deml.

Der Witwer Quirin Bart heiratete bereits 14.4.1801 Barbara, des Andreas und der Anna Höfl, Innwohner von Schönbühl. Zeugen: Peter Iglberger, Michael Sagstetter und Vitus Prebeck. Pf. Deml.

Kinder:
1. Josef geb. 23.1.1802 + Pate: Bartholomä Mändl. Pf. Deml.
2. Johann Georg geb. 23.3.1803. Wie vor.
3. Katharina geb. 8.6.1806. Vater Tagelöhner in Pfelling. Patin: Anna Maria Rott von Welchenberg. Pf. Georg Geiger.
4. Anna Maria geb. 16.6.1810. Vater Hirt in Anning. + Patin: Anna Maria Rott, Häuslerin von Welchenberg. Deml resign. Pf.

Barbara Bart, Hüterin in Anning, starb 25.6.1810 an Brand, 46 Jahre alt. Pf. Georg Geiger.

Bart Quirin, Hüter von Anning, verheiratete sich zum drittenmale 15.9.1811 mit Magdalena Achtinger, Dienstmagd von Bogen.
Zeugen: Johann Mändl, Schullehrer und Josef Arndorfer, Schuster von Pfelling. Pf. Georg Geiger.

Magdalena Bart, Innwohner und Tagelöhnerin von Pfelling, starb 7.3.1829 an Brustkatharr, 64 Jahre alt. Pf. Alois Heyder.

Quirin Bart, Innwohner in dem Hüterhaus zu Pfelling, starb 5.1.1839, versehen, an Altersschwäche, 84 Jahre alt. Pf. Georg Lang.

Quirin Bart war wie es scheint bis 1806 in Pfelling Hirte. Nach ihm scheint ein gewisser Baumgartner Hüter gewesen zu sein.

14. Anna Maria Baumgartner, Hüterstöchterchen von Pfelling, ertrank in einem Wasserzuber 22.7.1810, 1 Jahr 2 Monate alt. Pf. Geiger.

Weiteres kommt in der Matrikel über diese Hüterfamilie nicht vor.

15. Die nächste Hütersfamilie, welche nach den Einträgen in die Pfarrbücher nachweisbar ist, hiess Schiessl.

16. Josef Schiessl, Tagelöhner in Pfelling, geb. zu Leimbühel 1772 des Mathias Schliessl und der Maria Eislerin, heiratete 7.1.1808 die Maria Radlböck, ledige Tagelöhnerin in Pfelling, geb. 1781 zu Oberwinkling, des Johann Radlböck und der Therese Holzleitner.
Zeugen: Josef Arndorfer, Schumacher und Johann Mändl, Schullehrer von Pfelling. Pf. Georg Geiger.

Kinder:
1. Anna Maria geb. 30.3.1808. + Patin: Maria Arndorfer, Schuhmacherin von Pfelling. Pf. Geiger.
2. Josef geb. 9.7.1812. Pate: Josef Arndorfer, Schuster von Pfelling. Pf. Geiger.
4. Anna Maria geb. 20.4.1815. Pate: Josef Arndorfer. Pfarrprov. Nikolaus Geiger.
5. Sebastian geb. 1.1.1819 + Pate: Wie vor. Pf. Inkofer.
6. Theres, Hüterstochter, geb. 11.10.1821. Patin: wie vor. Getauft von Pf. Kaspar Stelzer von Oberwinkling.

Josef Schiessl, Viehhirt von Pfelling, starb 30.4.1828 an Abzehrung, 54 Jahre alt. Pf. Sebastian Aumayr.

Maria Schiessl, dessen Witwe, Inwohnerin in Pfelling, starb 27.8.1863, versehen. 82 Jahre alt. Pf. Zeitler.

17. Es folgt nun eine Familie Liebl. Michael und Maria, geborne Kirnberger. Deren Kinder aber in Pfelling nicht geboren worden sind. Woher die Familie stammt ist nirgends ersichtlich.

18. Ein Sohn Josef, Hüterssohn und Soldat in Passau, starb 4.1.1844 an Brustentzündung, versehen, 25 Jahre alt. Pf. Georg Lang.
2. Barbara Liebl, Hüterstochter von Pfelling, gebar 17.9.1840 ein unehel. Kind Katharina mit Namen +. Patin: Katharina Liebl, led. Bauerstochter von Pfelling. Vater: angeblich Wolfgang Bartl, Inwohnerssohn vom Hofweinzier.

Ein Kind derselben Mutter, geboren 28.2.1842, Namens Notburga + Vater: Michael Häusler, Bauersohn von Hiltersried bei Waldmünchen. Ein drittes Kind Josef, geb. 2.8.1844 + geboren im Stalle ihres Dienstherrn, des Bauern Stettmayr von Ittling. Vater: Wolfgang Bart, Häuslerssohn vom Hofweinzier.

Ein viertes Kind Wolfgang, geb. 28.12.1850. Vater desselben: Wolfgang Gill, Inwohnerssohn von Aschenau.

Eine zweite Tochter dies Katharina. Auch diese brachte in die Gemeinde unehel. Kinder. Anna Maria geb. 31.3.1858.+. Partien: Anna Maria Kirmayr, led. Söldnerstochter von Pfelling. Pf. Siegert. Ein Kindsvater ist nicht angegeben. Ein weiteres uneheliches. Kind Theres, geb. 20.9.1859. Patin: Anna Stettmayr, led. Häuslerstochter von Perasdorf. Pf. Siegert.

Vater Wolfgang Wintermayr, Häuslerssohn von Stephling. Dieser heiratete, wie unten zu lesen, die Kindesmutter 1861.

Eine Tochter Maria  Liebl heiratete 1855 den Georg Schreiner. Sie unten.

Michael Liebl scheint bis 1850 die Hüterstelle in Pfelling innegehabt zu haben.

18. Auf Michael Liebl scheint ein gewisser Josef Bartl und Katharina geborne Frakl als Hirteneheleute in Pfelling gefolgt zu sein.

Kind Josef geb. 11.6.1850. Pate: Andreas Bielmayr, Zimmermann von Liepolding. Pf. Siegert.

19. Dann folgt ein Georg Schreiner. Dieser war Hirtenssohn von Pfelling, des Georg Schreiner und der Walburga Maushammer, geb. 5.10.1819 heiratete 17.4.1855 die ledige Hirtenstochter Maria Liebl, geb. 26.2.1814 des Michael Liebl und der Maria Kienberger.
Zeugen: Josef Hausladen und Martin. Pf. Sigert.

Kind: Wolfgang geb. 15.10.1856. Pate: Wolfgang Schreiner, Hirt vom Geltofing. Pf. Siegert.

Der Vater Wolfgang Schreiner war Taglöhner in Pfelling gewesen und starb als Häusler 9.5.1834 an Lungensucht, 57 Jahre alt.

Georg Schreiner scheint bald wieder aus Pfelling gezogen zu sein.

20. Es folgt als Hirt und Piendl Michael.

Michael Piendl, Hirt in Pfelling heiratete 6.3.1859 Katharina Liebl, Hirtenstochter von Pfelling, geboren 19.10.1816 zu Oberwinkling. Die Eltern des Michael Piendl hießen Josef Biendl, Schuster und Anna Laubmeier von Scheibelsgrub. Geboren war Michael Biendl zu Scheibelsgrub 15.9.1819.
Zeugen: Josef Buchner, Ausnahmbauer von hier und Georg Schreiber, Häusler von hier. Pf. Siegert.

21. Vor den Hirten Georg Schreiner war ein gewisser Michael Mühlbauer Hirt in Pfelling gewesen. Derselbe starb 11.3.1855 mit allen hl. Sakramenten versehen an Schlagfluss, 55 Jahre alt. Pf. Siegert.

22. Auf Michael Biendl folgte Wolfgang Wintermayr. Dieser angehender Inwohner und Hirt von Pfelling, 44 Jahre alt, des Wolfgang Wintermayr und der Anna Wurm, Häusler von Stefling, heiratete 12.3.1861 die ledige Hirtenstochter Barbara Liebl, geb. zu Welchenberg, 45 Jahre alt, des Michael Liebl, Inwohners von Welchenberg und der Anna Maria K?eirmaier.
Zeugen: Georg Schreiber, Häusler und Lehrer Tremmel. Pf. Zeitler.

23. Es scheint dann einen gewisser Martin Bachl Hirt in Pfelling geworden zu sein. Dessen Ehefrau war Anna Maria Eberl, Häuslerstochter von Gunried.

Kind: Johann geb. 29.11.1868. Pate: Johann Meindl, Hüter von Loham. Pf. Zeitler.

24. Kerner Ludwig und Maria Geiger, Inwohnerstochter von Waking bei Roding, Hüterseheleute von Pfelling.

Kind: Ludwig geb. 1.12.1875. Pate: Ludwig Kerner, Hüter in Margkofen, Bruder des Kindsvaters. Pf. Zeitler.

Kerner scheint der letzte Hüter in Pfelling gewesen zu sein. Die Dreifelderwirtschaft hatte einen geordneten Felder- und Kleeplatzbau Platz gemacht. Die Weidewirtschaft hörte auf. Ein Hüter war nicht mehr notwendig.

Das Hüterhaus diente Innwohnern und Armenhäuslern zum Aufenthalte. Zur Zeit ist Michael Zellmer seit 1901 im Hüterhause, der dasselbe vor der Ortsgemeinde eigentümlich erworben hat.

Ende!

Quellen: Staatsarchiv Landshut. Pfarrarchiv Pfelling.

 

Geschichte der Sölde Hsnr. 16 der ehemal. Hofmark Pfelling.

Verfasst von Pfarrer ‘Simon Straßer von Pfelling 1927.

  1. Besitzstand.

Nach dem Häuser- und Rustikalsteuer Kataster vom Jahre 1808 lautet der Eintrag für diese Sölde: Nr. 7. Hsnr. 14. Beim Sinhändl, Josef Schreiber: Das ¼ Sinhändlgütl b. Gemeindeanteil beim Gemeindeberg in Espen.

Vogtbar zum Landgericht Mitterfels, grundbar zum Rentamt Mitterfels, zehentbar ganz zur Pfarr Pfelling.

Steuer:                        3 fl.
12 fl.
Fourageanlage                        1 fl. 45 kr.
Vorspannanlage          8 kr. 6 hl.
Summa:                       17 fl. 3 kr. 6 hl.

Eidliche Schätzung 770 fl., fatierter Wert 400 fl. Amtliches Gutachten 1100 fl. Steuerkapital: 1100 fl.  Neue Besteuerung 1 fl 22 kr. 4 hl.

Nach einer Zusammenstellung vom Jahre 1834 ist der Besitzstand dieser Sölde folgender. Hsnr. 16. Pummer jun.
1. Äcker                      8 Tgw. 9 Dezimal.
2. Wiesen                    1 Tgw. 48 Dezimal.
3. Gärten                     1 Tgw. 45 Dezimal.
4. Waldungen             11 Tgw. 11 Dezimal.
5. Haus u. Hofraum    1 Tgw. 6 Dezimal.
Summa:                       22 Tgw. 19 Dez.

Besitzer:

Als erster der geschichtlich nachweisbar ist, erscheint nach den Pfarrbüchern Gcorg und Katharina Bernhard.

Kinder.
1. Georg geb. 24.4.1638. Pate: Georg Pürzinger, Zimmermeister in Pfelling (+ 1653) Pfarrer: Gregor Hallwax.
2. Georg 24.4.1639. Vater als Innwohner bezeichnet. Wie vor.
3. Magdalena geb, 11.1.1641. Vater wieder als Söldner angegeben. Pate: Magdalena, des Sebastian Marhard, Mauerers in Pfelling, Ehefrau. Pfarrer Hallwax.
4. Sebastian geb. 19.5.1646. Pate Sebastian Markhard.
5. Adam geb.19.2.1650 des Georg Bernhardts und der Chatarina hinterlassener Witwe, nunmehr des Blasius Schmidbauers Hausfrau. Pate nicht angegeben. Getauft wahrscheinlich von Pfarrer Vitus Sayn von Oberwinkling, der vom 1.12.1649:14.6.1651 die Pfarrei Pfelling mitversah, nachdem die Patres in Oberaltaich vor dem Feinde (Schweden) das Kloster verlassen, ausser Landes geflüchtet und die Pfarrei Pfelling im Stiche gelassen hatten. Georg Bernhardt ist noch 10.8.1649 Pate beim Kinde Georg des Sebastian Sibauer und der Magdalena. Er muss noch 1649 verstorben sein.

2. Seine Witwe heiratete den Blasius Schmidbauer. Am 24.1.1650 ist Catharina Schmidbauer, verehelichte Bernhardt ,Patin beim Kind Eva des Adam und der Maria Bauer von Pfelling. Sebastian Schmidbauer und Katharina, Witwe des Georg Bernhardt, kommen in der Trauungsmatrikel zu Pfelling nicht vor. Dieselben werden wohl in Oberwinkling vom Pfarrer Vitus Sayn getraut worden sein.
Blasius Schmidbauer starb schon 2.1.1652. P. Albert März.

3. Dessen Witwe Katharina, vorehelich Georg Bernhardt, verheiratete sich 28.6.1652 mit Bartholomä Petzendorfer, des Leonhard Petzendorfer von Waltendorf.
Zeugen: Otto Riedl, Bauer von Loham, Johann Örl von Waltendorf, Andreas Müller, Stefan. Schmidbauer und Sebastion Siebauer. P. Albert März.

Kinder:
1. Margareta geb. 15.2.1653. Patin: Margareta, des Adam Iglberger, Bauer von Pfelling. P. Albert März.
2. Michael geb. 17.9.1654. Pate: Adam Iglberger. P. Albert März.
3. Lorenz geb. 20.7.1659. Pate: wie vor. P. Maurus Faber.

Bartholomä Petzendorfer ist 1660 in Anning. Er scheint auf seiner Sölde verdorben zu sein. Dieselbe muss in die Hände des Stefan und der Ursula Schmidbauer von Pfelling übergegangen zu sein.

4. Stefan und Ursula Schmidbauer, Taglöhnerseheleute von Pfelling, wahrscheinlich auf dem Petzendorferhof zu Pfelling Hsnr. 13.

Dieselben heirateten 19.9.1642. Stefan Schmidbauer war aus Haberkofen, seine Braut Ursula, des Wolfgang Ärnprunner aus Allersdorf.
Zeugen waren: Michael ?aier, Bauer von Entau. Georg Loibl von Niederwinkling. Pf. Hallwax.

Kinder des Stefan und der Ursula Schmidbauer:
1. ??? geb. 18.3.1842. Patin: Katharina, des Pail Hayder, Förg von Pfelling, ehefrau. P. Petrus ein.
2. ??? geb. 18,4,1645. Katharina Hayder Patin. P. Albert März.
3. Walburga geb. 8.3.1647. Wie vor.
4. Stefan ? geb. 10.2.1650. Patin: Katharina Hayder. Pfarrer: Vitus Sayn von Oberwinkling.
5. Simon geb. 6.10.1651. Paul Hayder Pate. P. Albert März.
6. Michael geb. 5.9.1653. Pate: Thomas Murrauer, Taglöhner in Pfelling. P. Albert.
7. Kaspar geb. 29.12.1655. Wie vor.
8. Thomas geb. 1.2.1660. Pate wie vor. P. Ambrosius Pühler.

Ursula Schmidbauer starb 2.11.1661 versehen mit den hl. Altarssakramenten und der Ölung.

Thomas Schmidbauer starb 12 Jahre alt 20.8.1674. P. Virgilius Ainhorn.

Der Witwer Stefan Schmidpauer heiratete10.1.1661 Jungfrau Ursula Murrer, des Wolfgang Murrer und der Magdalena Fischer von Pfelling.
Zeugen: Sebastian Schmidbauer, Bruder des Bräutigams, Bartholomä Petzendorfer, ?? Spalteneder und Adam Prunner von Looh.

Kinder aus zweiter Ehe:
1. Johann geb. 18.3.1665. Pate: Thomas ??. P. Hieronymus.
2. Walburga geb. 31.3.1666. Patin: Marg. Murrer. P. Hieronymus.

Stafan Schmidbauer starb im 60. Lebensjahr im eigenen Hause in Vereinigung mit seiner Mutter der Kirche gab er seinen Seele seinem Schöpfer zurück, vorher versehen 21.10.1669. P. Hieronymus.

Die Tochter Walburga geb. 1666 heiratete Nov. 1699 den ledigen Johann, des Vitus Fältl und der Barbara, Bauers von Hirrabach, beide schon verstorben.
Zeugen: Adam Streißl von Freindorf. Nikolaus Falkh von Haf, Gregor Loibl, Marcus Siebauer und Christoph Miller, alle drei in Pfelling. P. Roman?.

5. Die Sölde überkam wieder Bartholomä Petzendorfer, der sie schon früher 1652 – 1660 inne gehabt hatte.

Derselbe muss zwischen1660 – 1665 den Hof Hsr.13, auf welchem ein Mathias und Maria Petzendorfer seit 1644 hausten‚ erhalten haben‚ denn 19.2.1667 starb im Hause des Bartholomä Petzendorfer, Jungfrau Appolonia Hueber, Magd, gebürtig in Schwaben im Schwarzwald, versehen, 24 Jahre alt. P. Ambrosius Pöhler.

Bartholomä Petzendorfer erste Ehefrau Katharina, geb. Hauprunner, verwitwete Bernhard und Schmidbauer. Katarina war 21.2.1673 gestorben. P. Idelphons. Derselbe heiratete 25.9.1676 Regina, des Mathias Amann, Webers von Mitterfels, Pfarrei Kreuzkirchen.
Zeugen: Andreas Müller und  Adam Iglberger. Beide von Pfelling. P. Idelphons Fröschl.
Kinder aus zweiter Ehe:
1. Margareta geb. 19.7.1674. Patin: Margareta Iglberger, Bäuerin von Pfelling. P. Virgilius Ainhorn.
2. Magdalena geb. 27.6.1677. Patin: Magdalena Siebauer, Bäuerin von Pfelling. P. Emmeram Soldan.
3. Stefan geb. 25.5. 1679. Pate: Stefan Sturm, Söldner von Pfelling. P. Emmeram Soldan.

Von den Kindern des Bartholomä Petzendorger starb Lorenz geb. 1659 am Fieber‚ versehen 4.2.1684. P. Basilius Monus. Der Vater wird Taglöhner genannt. Magdalena geb. 1677 starb ledig 20.5.1724, 40 Jahre alt, ungef. P. Antonius.

Bartholomä Petzendorfer starb 20.2.1691. P. Mathäus Huefnagl.

Dessen Ehefrau Regina kommt in der Sterbematrikel nicht vor.

6. Die Tochter Margareta, 15.2.1653, heiratete 7.11.1691 Sebastian, des Georg Spelteneders von Wischelburg und der Walburga +.
Zeugen: Josef Spelteneder von Rottersdorf und Sebastian Radenböckh zu Pfelling, Stefan Sturm von Anning und Paul Pözendorfer von Waltendorf. P. Rupert Kleuber,

7. Sebastian Spelteneder und Margareta geb. Petzendorfer, des Bartholomä und der Katharina geb. Hauprunner, verwitwete Bernhard und des Blasius Schmidbauer.

Kinder des Sebastian und der Margareta Spelteneder.
1. Michael geb. 29.7.1693. Pate: Michael Eberl von Pfelling. P. Gregor.
2. Maria des Sebastian Spelteneder, Söldner geb. 10.9.1694. Patin: Maria Albertskirchner, Bäuerin in Pfelling. P. Gregor.
Gebar 4.4.1733 ein unehel. Kind namens Maria. Vater: Franz Fischer, lediger Bauerssohn von Loham. Patin: Maria Förg von Ainbrach. P. Godehard Sayn.
3. Apollonia geb. 28.12.1695. Patin: Maria Albertskirchner, verwitwete Bäuerin in Pfelling Hsnr. 22. P. Gregor. Verstarb 13 Jahre alt, Hirtenstochterm1709. P. Idelphons Fröschl.
4. Ursula geb. 28.9.1697. Patin: Walburga Loibl, des Gregor Loibl, Bauers. P. Pirminius Klain.
5. Barbara geb. 2.12.1700. Patin u. P.: wie vor.
Gebar 22.17.1724 ein unehel. Kind: Magdalena +. Paton: Elisabeth Robl von Espen. P. Cölestin. Vater des Kindes war Urlich Aichinger von Redenbach. Heiratete 1743 den Georg Siebenhärl von Liepolding und kommt auf Sölde Nr. 16 + 277. 1726. ??
6. Gregor geb. 22.4.1699. Vater als Inwohner angegeben. Pate: Gregor Loibl, Bauer. P. Roman Saydl.
7. Johann geb. 27.4.1704. Vater Hirt. Pate: Gregor Loibl, Bauer. P. Idelphons Hueber.
8. Michael geb. 26.8.1706. Pate wie vor. P. Caspar Miller.
9. Walburga geb. 11.9.1708. Patin: Walburga Loibl. P. P. Wolfgang Finkh.
10. Elisabeth geb. 22.2.1710. Vater Hirt. Patin: Walburga Loibl, Witwe. P. Michael.
11. Mathäus geb. 3.9.1712. Walburga Loiblin, Witwe. P. Wolfgang Finkh.
12. Andreas geb. 16.11.1714. Vater Hirt. Patin: Walburga Loibl, Witwe. P. Idelphons Hueber.

Sebastian und Margareta Spelteneder sind bald als Söldnerseheleute, dann Innwohner, dann als Hirt angegeben. 1708 ist in dem Verzeichnisse der zum Brodgeldverpflichteten Stefan Spelteneder mit 16 kr. Brodgeld vermerkt. Im Jahre 1726 stirbt in Pfelling Maria Pelz, Hüterin in Pfelling. Wann der Name Hirt in Pfelling aufgezogen ist, kann nicht festgestellt werden und sohin auch nicht, wann die Familie Spelteneder ihren Dienst aufgegeben haben. Sebastian und Marg. Spelteneder kommen in der Sterbematrikel nicht vor. Dieselben sind demnach aus dem Pfarrbezirke verzogen und die Sölde, welche schon zeitweise vorher der Familie Petzendorfer von Hsnr. 13 gewesen zu sein scheint, wird wohl bis zur Verheiratung der Barbara Spelteneder mit Georg Siebenhändl 1743 mit dem Haupthofe vereinigt gewesen sein.

8. Barbara Spelteneder heiratet 7.10.1743 den ledigen Georg, des Lorenz Siebenhändl +, Sattler, und der Katharina, noch am Leben, ehel. Sohn.
Zeugen: Michael Streißl, Söldner in Pfelling, Peter Edenhofer, Gütler in Liepolding, Paul Siebenhändl, Söldner in Liepolding und Johann Siebenhärl, Gütler in Liepolding. P. Cajetan Friedl.

Kinder:
Walburga geb. 10.11.1745. Patin: Walburga Deschlin, Bäuerin von Breitenweinzier. P. Beda Ziegler.

Georg Siebenhändl starb 14.1.1771. Pfarrer Stefan Pflanzelt. Das Anwesen hatte er 1765 seiner einzigen Tochter Walburga übergeben.

9. Diese heiratete 22 5.1765 Josef, des Wolfgang Schreiber, Halbbauers von Petzendorf und der Barbara, beide schon verstorben, ehel. Sohn.
Zeugen: Wolfgang Mayrhofer, Messner und Peter Kuglmayr, Hochzeitslader. Franz Simhärl, Taglöhner und Andreas Mayr, Halbbauer. Pfarrer.

Kinder:
1. Josef geb. 23.3.1766. Pate: Vitus Petzendorfer, Halbbauer von Pfelling, Pfarrer Stefan Pflanzelt.
2. Vitus geb. 8.4.1767. Wie vor. Gestorben ledigen Standes 8.1.1801.
3. Johann 18.6.1768. Wie vor.

Der älteste Sohn Josef heiratete 5.5.1801 Theres des Mathias Preböck, Bauers von Pfelling (Steghof) und kam auf die Kirchensölde Hsnr: 25. Die Sölde erhielt der jüngste Sohn Johann.

10. Derselbe heiratete 25.12.1793 Maria, des Gregor Loibl, Taglöhners hierorts und der Elisabeth Maria.
Zeugen: Georg Loibl und Andreas Mayr, Halbbauer. Auf Seiten der Braut: Josef Schreiber und Georg Artmann, Halbbauer hierorts. Der Vater ist als Häusler angegeben. Pfarrer: Andreas Stichauner.

Kinder:
1. Georg geb. 11.4.1795 des Johann Schreiber und der Magdalena (In der Trauungsmatrikel heisst dessen Ehefrau Maria Loibl), Söldnerseheleute. Im Taufbuche wird irrig Magdalena Schreiber als Tochter Andras Mayr, Halbbauers von Pfelling angegeben. Pate war: Georg Radenbeck. Pfarrer: Stefan Pflanzelt.

Georg Schreiber starb ledigen Standes 25.10.1815 an Lungensucht, Dr. Dachs von Schwarzach, 51 Jahre alt. Versehen: Pfarrer Georg Lang.

Die Ehefrau des Johann Schreiber, Magdalena geb. Loibl, starb 1.7.1,806 an Wassersucht, 52 Jahre alt, Pfarrer: Georg Geiger.

Die Mutter des Johann Schreiber, Walburga, starb 7.1.1805 am Schlagfluss, 60 Jahre alt. Pfarrer: Josef Deml. Der Vater Josef, verwitweter Ausnahmsöldner, starb 27.3.1815 an Altersschwäche‚ 80 Jahre alt. Nikolaus Geiger, Pfarrprovisor.

Der Witwer Johann Schreiber verheiratete sich 9.9.1806 mit Theres Wurm, Söldnerin von Schrolling, des Michael Wurm und der Barbara Pommerin.
Zeugen: Johann Mandl, Schullehrer und Josef Arndorfer, Schuhmacher. Pfarrer: Georg Geiger.

Kinder aus zweiter Ehe:
1. Peter geb. 27.6.1807. Pate: Johann Radelbeck von Aicha: Pfarrer: Georg Geiger.
2. Theres, geb. 17.9.1808. Patin: Katharina Radelbeck. Stellvertreterin deren Tochter Maria. Josef Deml, resig. Pfarrer.
3. Katharina geb. 5.6.-810. + Wie vor.
4. Lorenz geb. 5.8.1812. Pate wie vor. Pfarrer: Georg Geiger.
5. Susanna gab. 10.7.1814 + Wie vor.

Johann Schreiber starb 5.9.1818 und ist auf der Kirchensölde Nr.25, welche er gegen seine Sölde Nr 16 an seinen Schwager Josef umgetauscht zu haben scheint, an Abzehrung. Pfarrer: Johan Ev. Inkhofer.

Seine Witwe Theres starb an Altersschwäche, 70 Jahre alt, 5.10.1845, versehen. Pfarrer: Georg Lang.

Der Sohn Peter, des Johann Schreiber und der Theres Wurm, heiratet 26.12 .1842 Katharina Hartl von Hörabach und ist auf der Kirchensölde. (Siehe Geschichte der Kirchensölde zu Pfelling.)

10. Josef Schreiberar, in erster Ehe 5.5.1801 mit Theres Prebek verheiratet gewesen, von welcher er eine Tochter Magdalena, geb. 21.6.1802, und einen Sohn Johann Michael geb. 12.9.1805 + hatte.

In zweiter Ehe war Josef Schreiber seit 3.8.1810 mit Walburga Stieglmayr von Kohlwesen kinderlos verheiratet.

Josef Schreiber starb 29.3.1825 an Brand, versehen, 48 Jahre alt. Seb. Aumayr, Pfarrer. Walburga Schreiber, Ausnahmsöldnerin, Witwe starb 10.11.1828, 59 Jahre alt an Brustkatharr. Pfarrer Sebastian Aumayr.

Die Tochter Barbara aus erster Ehe erhielt die Sölde.

11. Dieselbe verheiratete sich 27.11.1826 mit dem Söldner Johann Pummer in Pfelling, des Johann Pummer, Häuslers und der Magdalena Holmer, ledig, geboren 19.2.1804 zu Rammersberg. Pfarrei Oberaltaich.
Zeugen: Johann Pummer; Vater, Martin Hingshammer, Lehrer. Pfarrer: Seb. Aumayr.

Kinder:
l. Michael geb. 22.8. 1832 + Pate: Josef Holmer, Söldner von Furt. Pfarrer: Alois Hayder.
2. Johann Ev. geb. 5.11.1833 + Pate: Josef Holmmer. Pfarrer: Michael Kettl.
3. Anna Maria geb. 8.8.1836.+ Pate: wie vor. Pfarrer: Georg Lang.
4. Katharina geb. 16.10.1838. Pate wie vor. Pfarrer: Lang Georg.

Johann Pummer starb 29.12.1842.an Gallenfieber, 64 Jahre alt, versehen. Pfarrer Georg Lang.

Magdalena Pummer, geborne Holmer, Ausnahmwitwe starb 22.10.1850 an Wassersucht, 76 Jahre alt, versehen. Pfarrer: Leonhart Siegert. Bei deren Tode war die 12jährige Tochter Katharina vorhanden. Dieselbe überkam die Sölde.

12. Dieselbe heiratete 24.11.1857 Josef Hafner, geb. 11.3.1827 in Aicha, des Johann Hafner und der ledigen Theres Streissl. Zeugen: Johann Pummer und Josef Hafner. Pfarrer: Leonhard Siegert.

Kinder:
1. Katharina geb.12.11.1858. Patin: Maria Sagstätter von Aicha. Pfarrer Siegert.
2. Johann Ev. geb. 21.11.1861. Patin: Walburga Arndorfer, Schuhmacherstochter von Pfelling. Pfarrer: Simon Zeitler.

Josef Hafner ist bei der Geburt des zweiten Kindes als Söldner angegeben. Er muss demnach seine Sölde Hsr.16 in Pfelling bald nach Verheiratung veräussert haben.

 

Geschichte von Hausnummer 17 in Pfelling.

Verfasst von Pfarrer Simon Straßer von Pfelling 1928.

Nach der Steuerfassion vom Jahre 1808 ist dasselbe wie folgt beschrieben: Hausnummer, Name des Besitzers: Nr. 15. (17) Beim Egglreiter, Josef Plank.

Gegenstand des Besitzes: Das 1/32 Egglreiterhäusl.
Dominikalverhältnisse: a. Vogtbar zum Landgerichte b. grundbar zum Rentamte: Mitterfels.

Steuer:                        17 kr. 1 hl.
1 fl. 8 kr. 4 hl.
Fouragen:                    13 kr.
Summa:                       1 fl. 38 kr. 6 hl.

Eidliche Schätzung 65 fl. Fatierter Wert: 80 fl. Steuerkapital: 80 fl. Neue Besteuerung: 6 kr. Bem. Das blosse, leere Haus ohne Grund.

Nach dem Steuerkataster vom Jahre 1832 gehörten zu dem Häuschen Hausnr. 17 Michael Hutterer, Wagner. Äcker Nichts. Waldung 18,27 Tgw., Haus- und Hofraum 0,07 Tgw., Zusammen: 8,34 Tgw.

Ausserdem gehörten Ausbruch aus dem Lehnerhof (früher Stegbauer) 3,83 Tgw. Zehentbar mit 1/3 zur Pfarrei. Wald und Feld muss erst der Wagner Mich. Hutterer zu dem Häuschen hinzugekauft haben.

Besitzer des Häuschen Nr. 17.

Dieses leere Häuschen war offenbar nur eines der Tagwerkerhäuschen der Hofmark Pfelling und scheint erst später erbaut worden zu sein. Bei den Taglöhnerfamilien, welche in der Pfarrmatrikel vorkommen, ist es meist bei den ungenauen Angaben nicht möglich, anzugeben, wo dieselben gewohnt haben.

Der erste aus dem Pfarrbüchern sicher nachweisbare Inhaber des Häuschens war ein gewisser Josef Ekklreiter, ledig, des Andreas, Bauer vom Untergrießbach, Pfarrei Kirchdorf und der Rosina, beide schon verstorben. Verheiratete sich 25.7.17 53 mit Katharina Wagner, Wirtstochter, Waltersdorf, des + Sebastian und der + Anna.
Zeugen: Matthias Müller, Wirt, Jakob Radlböck, beide von Pfelling. Johann Sibenhärl, Häusler und Georg Stadler, Weber von Pfelling. P. Godehart.

Kinder:
1. Theres get. 9.10.1754. Patin: Theres Groll, Bäuerin vom Hennlhof. P. Godehart.
2. Matthias get. 17.8.1775. Pate: Mathias Groll, Bauer im Hennlhof. P. Gothart.

Katherina Ecklreiter, Häuslerin allhier, wurde 9.11.1772 begraben. Pflanzelt. Josef Ecklreiter, Häusler von Pfelling starb 6.10. 1798 im Zeillern bei Furth nach Empfang der hl. Sakramente wurde dort begraben. Er war 67 Jahre alt. Der Sterbefall wurde am 10.?.1799 dem Pfarramte Pfelling mitgeteilt.

Das Häuschen hatte die Tochter Theres bekommen.

2. Am 21. Juli 1799 sind getraut Michael Plank, des Michael Plank, Taglöhners in Welchenberg und der Katherina, dessen Ehefrau, deren Vater war Georg Diepold, Taglöhner von dort, ehel. Sohn mit Theres, des Josef Ecklreiter und der Katharina, ehel. Tochter.
Zeugen: Josef Bachmayr, Taglöhner in Welchenberg und Johann Mändl, Schullehrer von hier.

Josef Plank, Zimmermann in Pfelling Hausnr. 17 verheirateter ? stab 20. Juli 183?, ? Jahre alt. Pfarrer Alois Hayder.

Juliana Plank, Ausnahmshäuslerin starb 17.6.1834, an Altersschwäche, 72 Jahre alt. Pfarrer Kettl. Der Name Juliana fraglich, die Ehefrau des Josef Plank ist hieß Theres.

Das Häuschen erwarb der Wagner Michel Hutterer. In den Salbuche des Klosters Gotteszell aus der Wende des 14. u. 15. Jahrhunderts stammend wird unter den in der Hofmark Pfelling ansässigen Handwerkern auch ein Wagner aufgeführt. In dem Pfarrmatrikeln kommt keine Wagnerfamilie vor. Es ist zu vermuten, daß die Zimmermänner, welche mehrere genannt sind, nebenbei auch Wagnerarbeiten verrichteten. Der erste Wagnermeister, welcher das Handwerk gelernt hatte, kam mit der Person des Michael Hutterer wieder nach Pfelling.

3. Michael Hutterer, Wagner in Pfelling Nr. 13, des Georg Hutterer und der Maria Hackl, geb. 10.9.1788 in Viechtach, heiratete 5.2.1822 die Schusterstochter Magdalena Nadler von Unterwinkling, geb. 3.6.1782, des Jakob Nadler und der Magdalena Faltl.
Zeugen: Mathias Staudinger, Bauer von Lenzing und Josef Arndorfer, Schuster von Pfelling. Pf. Kroiß.

Kinder:
1. Sebastian geboren. 16.1.1823. + Pate: Josef Grabmair, Söldner von Schwarzach. Vertreten durch Magdalena Heigl, Schneiderin von Pfelling. Pf. Mathias Kroiß.
2. Alois geb. 13.7.1824. Patin: Maria Grabmair, Söldnerin von Schwarzach. Pf. Lroiß. Gest. 24.4.1891 in Pfrombach bei Moosburg.
3. Anna Maria geb. 5.9.1826. Patin wie vor. Pf. Sebastian Aumayr.

Sterbefälle in der Familie Hutterer.
1. Anna Maria Hutterer, Ausnahmwagnerswitwe (Mutter des Michael) starb am Schlagflusse 15.4.1830, 75 Jahre alt. Pf. Alois Hayder.
2. Hutterer Michael, verwitweter Ausnahmwagner, starb 25.2.1854, versehen, 64 Jahre alt. Pf. Siegert.
3. Magdalena Hutterer, dessen Ehefrau war am 26.12.1853 an Altersschwäche, an Band der Urina, gestorben. 74 Jahre alt. Pf. Siegert.

Das Wagneranwesen übernahm der Sohn Alois.

4. Alois Hutterer, angehender Wagner von Pfelling, heiratete 10.12.1846 die Helena Altweck, Bauerstochter von Haidenkofen, Pfarrei Sünching, geb. dortselbst 4.6.1823, des Leonhart Altweck und der Theres Renner.
Zeugen: Michael Hutterer, Vater des Hochzeiters und Ignaz Handl, Schmid von hier. Pf. Georg Lang.

Kinder:
1. Alois geb. 15.12.1847 + Pate: Peter Marchner, Schmid von Öbling. Pf. Lang.
2. Helena geb. 10.12.1848. Patin: Maria Marchner, Schmidin von Öbling. Pf. Lang.
3. Anna geb. 6.5.1859. Patin: Anna Wagenbauer, Müllerin von Pfelling. Pf. Siegert.
4. Maria geb. 18.1.1852. Wie vor.
5. Susana geb. 30.6.1854. Wie vor.
6. Franziska geb. 23.9.1856. Wie vor. +
7. Franziska geb. 5.6.1858. Pate: Peter Schreiber, Söldner dahier. Pf. Siegert. Helena Hutterer, Wagnerstochter gebar war in ? ein uneheliches Kind Namens Katharina 16. 10.1868 get. von Stephan Huber, Cooperator von Stephansposching.

Die ganze Familie Hutterer wanderte nach Pfatter aus. Das Anwesen wurde an Josef Wiesmann, Wagner, veräussert anfangs der Siebziger Jahre.

5. Josef Wiemann und Franziska geborene Schwarzhuber von Bogen.

Deren noch in Pfelling geborenes Kind: Wolfgang geb. 11.9.1876. Patin: Maria Holzer, Binderswitwe von Bogen. Pf. Simon Zeitler.

Josef Wiesmann, Ausnahmwagner von Pfelling, starb 25.3.1908, 82 Jahre alt, an Altersschwäche, versehen. Pf. Franz Xav. Ritziger.

Franziska Wiesmann, verwitwete Ausnahmwagnerin von Pfelling, starb 20.3.1910 an Wassersucht, 72 Jahre alt, versehen. Pf. Ritzinger.

6. Das Wagneranwesen hatten Sie Ihrem Sohne Josef übergeben.

Josef Wiesmann geb. 10.7.1863 zu ?.., des Josef Wiesmann und der Franziska geb. Schwarzhuber von Bogen, heiratete 6.3.1894 die ledige Kreszenz Petzendorfer, Bauerstochter von Anning, geb. 26.11.1869, des Lorenz Petzendorfer, Bauers von Anning und der Katherina Krieger von Allersdorf.
Zeugen: Josef Wiesmann, Wagner in Pfelling und Lorenz Petzendorfer, Bauer von Anning. Pf. Mitterer.

Kinder:
1. Josef geb. 18.12.1894. + Pate: Georg Steininger, Söldner in Schambach. Pf. Mitterer.
2. Franziska geb. 10.2.1896. Patin: Franziska Steininger, Söldnerin von Schambach. Pf. Mitterer. Gest. 24.4.1905, 9 Jahre alt, an Lungenentzündung, versehen. Pf. Ritziger.
3. Sophie geb. 7.12.18 b A 27. Patin: wie vor. Frank Pfarrprovisor.
4. Josef geb. 28 2.1899. + Pate: Georg Steininger. Pf. Friedl.
5. Kreszenz geb. 25.3.1900. Patin: wie vor. Friedl Pf.
6. Katharina geb. 16.9.1901. + wie vor.
7. Maria geb. 19.12.1902. Wie vor.
8. Xaver geb. 17.11.1904. Pate wie vor. Pf. Ritzinger.
9. Josefa geb. 16.3.1906. Wie vor.
10. Rosa geb. 13.12.1908.+ Wie vor.
11. Rupert geb. 5.2.1910. Wie vor.
12. Anonymus 4.5.1911. totgeboren.
13. Rosina geb. 9.11.1913. Patin: wie vor. Pf. Straßer.

1909 tauschte Xaver Wiesmann sein Haus an den Güterhändler Fuchs von Straubing, der das Laussersche Anwesen Hausnummer 19 u. 20 erworben hatte, an diese um und verlegte seine Werkstätte auf Hausnummer 20 von Jakob Heigl, Schneider von Pfelling, neuerbaut. Hausnummer 19 ging ein.

7. Hausnummer 17 erwarb der Überführer Georg Fuchssteiner im Hermannsdorf. Dessen Ehefrau Franziska geborene Maier von Albertsrried.

Deren in Pfelling noch gebornen Kinder:
1. Gottfried geb. 11.1.1914. Pate: Johann Eidenschink, Waldaufseher in Sophienhof. Pf. Simon Straßer.
2. Mathilde geb. 20.3.1918. Patin: Anna Eidenschink, Försterin von Sophienhof. Pf. Straßer.

Georg Fuchssteiner veräussert sein Haus in Pfelling an die Musiker Anton ?rö?cher zur Zeit dasselbe noch inne hat.

Ende.

Quellen. Bayer. Staatsarchiv Landshut. Pfarrbücher von Pfelling.

 

Geschichte von Hausnummer 18 der ehemaligen Hofmark Pfelling.

Verfasst von Pfarrer Simon Straßer von Pfelling 1928.

Nach der Fassion vom Jahre 1908ist der Besitzstand dieses Häuschens nachstehend beschrieben:
Name des Besitzers Hausnr.16 (18) Beim Sinhärl, Anna Maria Rötzerin.
Gegenstand des Besitzes : a. Das 1/16 Sinhärlhäusl b. Gemeindeteil im Gemeindeberg in Esper.
Dominikalverhältnisse: a. Vogtbar zum Landgerichte b. grundbar zum Rentamte Mitterfels c. Zehentfrei.

Steuer:                        1 fl. 4 kr. 2 hl.
4 fl. 17 kr.
Fouraganl.                  26 kr.
Summa:                       5 fl. 47 kr. 4 hl.

Eidliche Schätzung:  250 fl. Fatierter Wert: 300 fl. Amtliches Gutachten :300 fl. Steuerkapital: 300 fl. Neue Steuer: 22 kr.2 hl.

Nach der Steuerfassion vom Jahre 1832 gehören zu dem Häuschen: Hausnr.18 Gruber Schreiner: Äcker: 3 Tgw. 86 Dez., Waldung 4,76 Tgw., Haus- u.Hofraum: 0,06 Tgw., Zusammen: 8,68 Tgw.

Nach der Grundablösung vom Jahre 1848 ist aber bei dem Häuschen nur mehr der Espenacker zu 0.55 Tgw. mit 10 Teilen Gross und Grünzehent zur Pfarrei pflichtig. Gruber scheint dazugekauft zu haben oder schon dessen Vorgänger Michael Wieser. Dieser veräusserte 1822 sein Häuschen Nr. 18 an den Schreiner Gruber. Zog die Gründe an seinem neuen Anwesen, das er sich auf der Anhöhe an dem Liepoldinger Kirchenwege erbaut hatte und das nun die Hausnummer 18 weiter führte, während das Schreinerhäuschen die Hausnummer 27 ½ erhielt. Wahrscheinlich von den Gründen des früheren Steghofes, die hinzugekauft worden waren. Bei dieser Hausnummer verblieben nur mehr: Hausnummer 27 ½ Haus u. Hofraum 0,06 Tgw. Gartens 0.19 Tgw. Espenacker: 0,60 und Holzteil Nr. 182 zu 0,96 Tgw. Zusammen 1,81 Tgw.

Besitzer des Häuschens Nr.18.

Dasselbe gehört jedenfalls zu den ältesten Häusern, weil es Anteil hatte an den unverteilten Gemeindegründen. Wer aber auf demselben in früheren Jahrhunderten ansässig gewesen, ist nicht sicher festzustellen, da aus den ungenauen Matrikelangaben nicht hervorgeht, wo die einzelnen Taglöhnerfamilien wohnhaft waren.

1. Als erster sicher gestellter Häusler erscheint Johann und Elisabeth Sibenhärl, letztere eine geborne Edenhofer. Dieser war der Sohn des Lorenz Sibenhärl von Liepolding, geb. 12.4.1721, der den Gotteszeller Klosterhof Nr. 61 innehatte und hatte sich 10.2.1743 dispensiert von dem dritten Grade der Blutsverwandtschaft mit Elisabeth Edenhofer, des Peter Edenhofer und der Ursula, Halbbauersehelaute von Liepolding Nr 63, verheiratet.

Nur auf Hausnummer 66, der Oberaltaicher Sölde zu Liepolding ansässig und dann 1753 nach Pfelling gezogen und hatte das Häuschen Nr 18 inne. (Über ihn und seine Familie siehe Geschichte von Hausnummer 61 u. 66 in Liepolding.). Siebenhärl muss wieder aus Pfelling verzogen sein. Denn es kommt in der Pfarrmatrikel nichts weiter über ihn und seine Familie vor.

2. 1760 hat ein gewisser Georg und Afra Kaiser auf dem Häuschen. Dieselben sind jedoch nicht in Pfelling getraut, also zugezogen. Auch sind keine Kinder dieses Ehepaares in Pfelling geboren. Dagegen enthält die Sterbematrikel über die Familienmitglieder nachstehende Einträge:
1. Georg des Johann und der Afra Kaiser, Häuslers in Pfelling, gest. 22.2.1760. Pf. Pflanzelt.
2. Johann, ledig, gest. 12.6.1767. Pf. Pfanzelt.
3. Johann Kaiser, Häusler und Taglöhner von Pfelling, gest. 28.7.1782 mit allen hl. Sterbsakramenten versehen, 78 Jahre alt. Pf. Hofmann.
4. Afra Kaiser, des Johann Kaiser, Taglöhners und Inwohners von Pfelling Ehefrau gest. 15.2.1783 an Wassersucht, mehrere Monate hindurch krank, mit allen hl. Sterbsakramenten versehen. 72 Jahre alt. Pf. Hofmann. Deren Tochter hatte den Schneider Benno Stempfl geheiratet.

3. Benno, des Georg Stempf1, Häuslers und Taglöhners von Alburg und der Margareta, beide verst., heiratete 13.11.1769 Maria, des Johann Kaiser und der Afra‚ beide nach am Leben, ehel. Tochter.
Zeugen: Simon Sommer von Frauenbrünnl. Andreas Stöttmer von Alburg, Johann Kaiser allhier, Josef Liebl von Penzenried. Pf. Pflanzelt.

Deren Ehe war kinderlos.

Benno Stempfl, Schneider, starb nach andächtigem Empfang der hl. Sterbsakramente 14.5.1758.

4. Die Schneiderswitwe Maria Stempfl, geborne Kaiser, heiratete 1.10.1798 den verwitweten Schneider Lorenz Eigenschink von Straßkirchen.
Zeugen: Jos. Schreiber, Quirin Part, Hirte und Johann Mändl, Schullehrer, alle von Pfelling. Pf. Josef Deml.

Eigenschink Lorenz, Schneider, starb plötzlichen Todes 10.5.1799 ungefähr 60 Jahre alt. Pf. Deml.
Maria Eigenschink, verwitwete Schneiderin, heiratete zum drittenmale 5.11.1799 den verwitweten Johann Retzer, Baer von Hayd.
Zeugen: Johann Iglberger, Josef Schreiber und Johann Mändl von Pfelling. Pf. Deml.

Johann Retzer kommt in der Sterbematrikel von Pfelling nicht vor. Er scheint auswärts gestorben zu sein. Seine Witwe Anna, geborne Kaiser, starb dagegen 17.1.1814 an Wassersucht, 65 Jahre alt. Pf. Georg Geiger.

5. Das Häuschen scheint dann Michael Wieser erkauft zu haben.

Michael Wieser, Mauerer zu Pfelling Nr 14, geb. 5.9.1788, des Franz Wieser und der Anna Hainz, heiratete 30.7.1822 die ledige Katharina Niemaier, geb. 25.11.1821 des Mathias Niemaier und der Katharina Zeidlhofer, ½Bauerstochter von Stippich.
Zeugen: Josef Arndorfer und Josef Heigl von Pfelling. Pf. Kroiß.
Kinder:
1. Anna geb.13.2.1824 + Patin: Anna Schmauß, Schlossbesitzerin von Welchenberg. Pf. Mathias Kroiß.
2. Gertrud geb.17.3.1825. Patin: wie vor. Idelphons Promersberger Pfarrprovisor.

Katharina Wieder, verheiratete Häuslerin von Pfelling starb als Kindsmutter an den Frieseln 22. 3.1825‚ 33 Jahre alt. Promersberger Prov.

Michael Wieser, Mauerer und Häusler von Pfelling Hsnr.14, der Katharina Niemaier zurückgelassener Witwer, heiratete 30.5.1825 die ledige Anna Sixt, geb. 18.5.1796 des Georg Sixt und der Anna Gmeinwieser, Inwohner von Irrensfelden.
Zeugen: Josef Arndorfer, Schuster von Pfelling und Martin Hingsamer, Schullehrer von hier. Pf. Sebastian Aumayr.

Kinder aus zweiter Ehe.
1. Anna geb.27.3.1826. Patin: wie vor. Pf. Seb. Aumayr.
2. Theres geb.28.9.1827. Patin: Anna Krieger, bürgerl. Bräuin von Straubing. Pfarrer Roman Raith von Oberwinkling.
3. Michael geb. 8.8.1829. Patin Wie vor. Alois Hayder Pf. Vater ist auf dem Vorderhörl Hsnr.73.
4. Walburga geb. 25.2.1831. Wie vor.
5. Theres geb. 1.10.1833. Wie vor.
6. Anna  Maria geb. 28.12.1835. Pate: Johann Krieger, Bräu von Straubing. Pf. Kettl.
7. Johann Bapt. geb. 14.10.1838. Pate: wie vor. Pf. Georg Lang.

Michael Wieser, verheirateter Mauerer von Pfelling starb 3.3.1848 an Wassersucht, 59 Jahre alt, versehen. Pf. Georg Lang.

Wieser Anna, Mauerertochter von Pfelling, Jungfrau starb 20.6.1867 an Abzehrung, 41 Jahre alt versehen. Pf. Zeitler.
Wieser Anna, geborne Sixt, verwitwete Söldnerin von Pfelling, starb an Herzwassersucht. 19.11.1870, 74 ½ Jahre alt, versehen. Pf. Zeitler.

(Über die übrigen Glieder der Familie Wieser, siehe Geschichte von Hsnr. 18 am Vorderhörl).

Michael Wieser muss das leere Häuschen Nr. 18 1829 an den Schreiner Gruber verkauft haben. Die Felder zog er an sein auf dem Vorderhörl neu erbautes Anwesen und erhielt dieses neue Anwesen die Hausnummer 18, während die bisherige Nr. in Pfelling die Bezeichnung 27 ½ bekam.

8. Josef Gruber, Schreiner in Pfelling, geb. 26.2.1790 des Leopold Gruber, Krammers in Mitterfels und der Elisabeth Hallwachs, heiratete 29.10.1827 die Anna Maria Schlehuber, unehel. der Maria Siebenhörl, Fischerstochter von Irlbach, Vater Mathias Schlehuber, lediger Wasenmeisterssohn von Irlbach, geb 5.8.1794.
Zeugen: Josef Arndorfer und Michael Wieser, beide von hier. Getraut im Auftrag des Pf. Alois Hayder von Caspar Stelzer resign. Pfarrer von Oberwinkling.

Kinder:
1. Theres geb. 7.11.1828. Patin: Theres Kastermaier, Schullehrerin von Irlbach. Pf. Aloys Hayder.
2. Jakob geb. 8.10.1830. Pate: Jakob Steinbeisser, Schneider in Welchenberg. Pf. Hayder.

Maria Gruber, verwitwete Schreinerin von Pfelling Nr.18 starb an Gicht 17.12.1858, 64 Jahre alt versehen. Pf. Leonhart Sigert.

Josef Gruber, verheirateter Schreiner von Pfelling, starb an Wassersucht ½ Jahr krank 7.12.1858, versehen, 38 Jahre alt. Pf. Siegert.

9. Die einzige Tochter Theres bekam das Häuschen. Dieselbe heiratete 22.11.1859 den Schreinermeister Johann Deidl von Ruhmannsfelden, geboren 1829, des + Kaspar Deidl und der Katherina Altmann.
Zeugen: Wolfgang Wintermaier, Wirt und Jakob Prebeck, Bauer von Pfelling. Pf. Zeitler.

Kinder hatte das Ehepaar nicht.

Johann Deidl, verheirateter Sehreiner von Pfelling, starb an Brustleiden, 1 Jahr lang krank, 9.6.1872, 43 Jahre alt, versehen. Pf. Zeitler.

10. Die Witwe Theres Deidl, geborne Gruber, heiratete 27.1.1873 Anton Stauber, geb.12.5.1895, des Anton Stauber Schreiner von Irlbach und der Kreszenz Haller. Zeugen: Josef Schreiber, Bauer von Pfelling und Anton Stauber, Schreiner von Irlbach. Pf. Zeitler.

Anton Stauber scheint gegen Ende der Siebziger Jahre sein Häuschen an einen gewissen Franz  Lederer veräussert zu haben.

11. 1890 ist nach der Seelenstandsbeschreibung ein gewisser Josef Gschwendtner auf dem Häuschen Viktualienhändler.

Derselbe war Inwohner in Pfelling. Seine Ehefrau hieß Anna Maria geborne Helmbrecht. Kind Maria geb. 12.7.1876. Kein Pate angegeben. Zeitler Pf.

Eine weitere Tochter hiess Katharina. Siehe unten.

Josef Gschwendtner, verheirateter Hausbesitzer in Pfelling, starb an Lungensucht 5.2.1891, 68 Jahre alt. Pf. Mitterer.

Dessen Ehefrau Maria ist in Pfelling nicht gestorben.

Johann Müller, Hausbesitzer in Pfelling, des Michael Müller, Söldners von Oberlindberg und der Katharina, geborne Krempl, geboren 15.6.1865, heiratete ?.2.1895 die ledige Hausbesitzerstochter Katharina Gschwendtner von Pfelling, geb. 11.11.1874 des Josef Gschwendtner und der Maria, geborne Helmbrecht.
Zeugen: Johann Helmprecht, Hausbesitzer und Michael Müller, Vater des Bräutigams.

Johann und Katharina Müller erbauten sich gegenüber Hausnummer 18 ein neues Haus aus Stein. Nr. 17 ½. Das alte Häuschen wurde niedergelegt.

Johann und Katharina Müller hatten keine Kinder. Sie adoptierten das Kind Maria Wagner, des Zimmermanns Josef Wagner und der Maria Gschwendner, Tochter des Josef Gschwendner und der Maria Helmprecht, Schwester der Katharina Müller, geborne Gschwendner, und übergaben ihr das Anwesen.

Maria Wagner, geb. 29.4.1899, der Maria Gschwendner später verehlichten Wagner, verheiratete sich 7.9.1827 mit Ludwig Amann, des Franz Amann, Zimmermanns und der Rosina, geborene Stahl von Moosdorf, geb. 28.6.1896. Zeugen: Johann Müller und Georg Amann. Pf. Straßer.

Die Amannschen Eheleute haben zur Zeit das Müllersche Anwesen Hsnr. 17 inne.

Helmbrecht Johann, Taglöhner in Pfelling ausserehel. Des Johann Brunner, Zimmermanns in Schwarzach und der Maria Helmbrecht, nun verehelichte Gschwendner, Viktualienhändlersehefrau in Pfelling, geb. 16.12.1861 zu Wimpassing, heiratete  25.6.1888 die Rosina Schreiner, Häuslerstochter von Kleinlintach, Pfarrei Hunderdorf, geb.18.10.1866 in Prackenbach, des Michael Schreiner, Häuslers in Kleinlintach und der Theres, geborne Muck, Häuslerstochter von Moosbach.
Zeugen: Josef Gschwendner, Viktualienhändler und Michael Schreiner. Pf. Krieger.

Kinder:
1. Ludwig geb. 30.12.1888. Pate: Ludwig Fuchs, Schuhmacher in Haid. Pf. Krieger.
2. Johann geb. 20.10.1890. Wie vor.
3. Anonymus geb. 2.5.1892 + Notgetauft.
4. Otto geb. 26.51894. Pate: Johann Pornschlegel von Gaishausen bei Hunderdorf s. c, Getauft von Pf. Krieger.
5. Rosina geb. 21.12.1896. Patin: Theres Bornschlegel, Häuslerin von Gaishausen. Pf. Mitterer.
6. Maria geb. 12.1.1898. Wie vor.
7. Anna geb. 18.6.1899. Patin: wie vor. Pf. Friedl.
7. Theres geb. 15.6.1900. Wie vor.
8. Josef geb. 24.1.1902. Wie vor.
9. Rupert geb.19.2.1904 + Wie vor.
10. Ida geb.11.9.1905. Patin: Theres Weinmann, Söldnerin von Gaishausen. Pf. Ritzinger.
11. Xaver geb. 11.7.1908. Pate: Josef Weinmann, Söldner in Gaishausen. Pf. Ritzinger.

Johann Helmprecht, Polizeidiener und Totengräber ist zur Zeit noch auf Hausnummer 27 ½.

Quellen: Staatsarchiv Landshut. Pfarrbücher Pfelling.

 

Geschichte des Weberhäusels, die eingegangene Hausnr. 19 in der ehemaligen Hofmark Pfelling a/D.

Verfasst von Pfarrer Simon Straßer 1928.

Wie überall in Bayerischen Landen, wo der Lein gedieh, der gutes Ackerland und gartenmässige Pflege verlangt, wurde auch in der Pfarrei Pfelling Flachs und Hanf gebaut und bezog der jeweilige Pfarrherr den Flachs u. Hanfzehent, welchen er mit seinen Zehentherrn den Degenbergern und dem Stift St. Johann in Regensburg zu teilen hatte. Von jedem Vierling, der angebaut wurde, sollte er 1 Pfund ausgehächelter Flachs oder Hanf gereicht werden. Nach den Aufschreibungen des Herrn Pfarrers Josef Hofmann von 1788 betrug das Sammelergebnis für den Pfarrer jährlich 15 Pfund Flachs und 10 Pfund Hanf. Nach den Ablöseverhandlungen vom Jahre 1848 wurden durchschnittlich für einen halben Hof zwei Pfund und für einen ganzen Hof drei Pfund Flachs in Anschlag gebracht, a Pfund = 12 kr.
Der Flachs lieferte dem Bauersmann den größten Teil seiner Kleidung und Wäsche, die hausgewebte Leinwand bildete den Stolz und Reichtum der Bäuerin und nicht den schlechtesten Bestand der Ausstattung für die heiratsfähige Tochter des Hauses.

Es waren in jedem Orte Weber, welche den gehächelten Flachs verarbeiteten. Die Weberei gehörte zu den wenigen Handwerksberufsklassen‚ welche wohl von allem Anfange auch in dem kleinsten Dorfe ihren Mann, wenn auch kümmerlich, namentlich während der Winterzeit nährte. Auch in der Hofmark Pfelling war von jeher ein Weber, dessen Häuschen im unteren Dorfe stand. Es war das die jetzt hingegangene Hausnummer 19 dem Schmidanwesen gegenüber gelegen.

Besitzstand des Weberanwesens.

Nach der Fassion vom Jahre 1808 hatte dasselbe nachstehenden Besitz.

Name des Besitzers: Hausnummer 17 Aufm Schatzgütl, Simon Brandl.
Gegenstand des Besitzes: a. Das 1/16 Schatzgütl b. Gemeindeteil im Gemeindeteil in der Esper c. Webergerechtigkeit.
Dominikalverhältnisse: a. Vogtbar zum Langgerichte b. Grundbar zum Rentamte Mitterfels c. Zehentbar ganz zur Pfarr Pfelling. Bisherige Staatsauflagen:

Steuer :                       1 fl. 8 kr. 1 hl.
1 fl. 32 kr. 4 hl.
Fouraganlage:             26 kr. 3 hl.
Summa:                       6 fl. 6 kr. 7 hl.

Eidliche Schätzung: 380 fl. fl. Fatierter Wert: 200 fl.
Amtliches Gutachten: 256 fl.
Steuerkapital: 456 fl.
Neue Steuer: 34 kr. 1 hl.

Nach dem Steuerfassion von Jahre 1831 gehörten im einzelnen zu den Gütchen: Hausnummer 19. Englberger Mathäus. Äcker: 3,48 Tgw., Wiesen: 0,39 Tgw., Gärten: 0,68 Tgw., Waldungen: 14,33 Tgw., Haus- und Hofraum: 0,09 Tgw., Zusammen: 18,97 Tgw. Das Holz war auf der Anhöhe nordöstlich vom Steinberg.

Besitzer der Webersölde.

Als erster Weber in Pfelling ist nach der Kirchenrechnung vom Jahre 1660 ein gewisser Hanns Rumppl, Weber und Custer = Messner von Pfelling, welcher vom Gotteshaus Sct. Margareta ein Schuldkapital von 70 fl. innehatte, vermöge aufgerichter Schuldtverschreibung datiert vom 20. Deezmber 1628. Darumben er sein Erbrechtssölden allda zu Pfelling mit consens des Grundherrn (des Abtes von Gotteszell) verschrieben. Gültzeit Martini. Ebenso verzünst derselbe nach Rechnung der Allergläubigen Seelenkapelle vom gleichen Jahre 42 fl. Haubtsach auf Weihnachten 1630 anno 1630 mit 2 fl. 6 kr.

Die Rechnung vom Jahre 1640 enthält folgenden Eintrag: Hanns Rumppel zu Pfelling ist schuldig vermöge briefs datiert 4. Febrari 1627, so er mit Bernherdten hueber und peters langthaller beeden Schuemachern zu Pfelling verporgt hauptsächlich 42 fl. daß Selbschuldners Sölden hat zwar Simon Taschner umb das hievor angefürte 70 fl. khürchengelt inhendtig. Derweillen dan beede Porgen gestorben und ihre gehebten haimsten vom Feindt in Asche gelegt worden‚ also ist weder am haubtguet noch Interessen vil zu hoffen, daher nihil. So die Rechnung der Allergläubigen Seelenkapell für 1640.

Die Kirchenrechnung hiegegen enthält nachfolgenden Eintrag:
Hannß Rumppel Weber und Custer zu Pfelling ist schuldig Caithal 70 fl. die er vermög aufgerichter Schuldverschreibung datiert den 20 Xbris 1618 dem Gottshaus auf seiner Erbechts Sölden zu Pfelling mit Consens des Grundherrn verschrieben‚ welche anjetzo Simon Taschner umb dieß haubtguet ansich gebracht, bezalt auch hievon die gilt 3f1. 30 kr:

Als Nachfolger des Hanns Rumppl, der durch den Schwedeneinfall im Jahre 1633 verarmt geworden zu sein erscheint demnach ein gewisser Simon Taschner. Nach der Kirchenrechnung vom Jahre 1650 schuldet Simon Taschner ob 70 fl. für 3 Jahre Zins = 10 fl. 30 kr. Dagegen heißt es in der Rechnung der Allergläubigen Seelenkapelle für 1650 in der Rubrik für verlohren gehaltenen aufliegenden Geldtes:

Hans Rummpl zu Pfelling hat dieser Capelle lauth briefs, den 4. February 1637 mit Bernhadten Hueber und Petter Lendthaller, beede Schuemachern zu Pfelling verporgt haubsächlich 42 fl., aber weill er selbstschuldner und Porgen gestorben und verdorben ganz fürverhöhren zu halten und Interesse davon zu verrechnen: Nihil.

Kinder des Simon Taschner und der Margareta zu Pfelling:
1. Bartholomä get. 14.8.1637. Pate: Georg Hofbeckh, Taglöhner zu undern Hag. Pfarrer: Gregor Hallwax.
2. Johann get. 13.11.1639. Pate: Johann Cellner hieter zu Welchenberg. Pfarrer: Gregor Hallwax.
3. Martin get. 4.2.1642. Pate: Johann pichallmair Bauer von Hag. Pfarrer: Gregor Hallwax. Vater Simon Taschner ist als Taglöhner in Pfelling angegeben. Von der Familie des Simon Taschner kommt in der Sterbematrikel niemand vor. Derselbe scheint aus Pfelling verzogen zu sein.

3. Auf der Webersölde ist 1661 ein gewisser Ulrich Stadler und dessen Ehefrau Wilburga. Dieselben haben aber in Pfelling nicht geheiratet.

Deren in Pfelling gebornen Kinder sind:
1.Wilburga get. 7.5.1641. Patin: Walburga Wolfens Allkhofers Pauers von Allkhofen Ehefrau. Pfarrer: Gregor Hallwax.
2. Wolfgang get. 17.1.1654. Pate: wie vor. P. Albert März.
3. Magdalena get. 20.6.1664. Patin: Walburga Allkhofer von Allkhofen. P. Albert März.

Martin Daschner, Knecht bei Johann Moniberger, starb 6.2.1680 ohne versehen worden zu sein. Dem Pfarrer trifft keine Schuld‚ weil er nicht verlangt worden war. P. Emmeram Soldan.

Simon Daschner, Söldner zu Pfelling, starb 15.5.1680, vorher kommuniziert. P. Emmeram Soldan.

Über Ulrich Stadler kommt in der Matrikel nichts mehr vor. Derselbe scheint die Webersölde an einen gewissen Johann Stadler übergeben zu haben, der wahrscheinlich ein Bruder von ihm war und muss aus Pfelling verzogen sein. Dessen Sohn Johann ist 1682 auf dem Weberanwesen.

4. Am 5. Februar 1682 sind ehelich verbunden worden: Johann Stadler, des Johann Stadler und der Catharina, dessen verstorbener Ehefrau und Maria, des Georg Ettenhofer und der Anna, ehel. Tochter.
Zeugen: Johann Stadler, Vater des Bräutigams und Jakob Dürlbeckh von Schwarzach, Georg Ettenhover, Vater der Braut und Andreas Bruder alle Bauern von Liebeting. P. Emmeram.

Kinder:
1. Lorenz get. 8.7.1685. Pate: Christoph Miller, Wirt von Pfelling. P. Basilius Monus.
2. Wolfgang get. 8.9.1687. Pate: Wolfgang Obermayr von Anning. P. Honoratus.
3. Michael get. 10.8.1691. Pate: wie vor. P. Mathäus Huefnagl.
4. Katharina get. 8.9.1695. Patin: Katharina Obermayr, Bäuerin von Anning. P. Gregorius Beckh.

5. Es folgt dann Jakob und Magdalena Past, Weberseheleute. Magdalena Past, Weberin von Pfelling starb 10.10 1695, versehen. P. Pirminius Klain.

Der verwitwete Weber Jakob Past in Pfelling verheiratete sich 11.6.1699 mit Maria, des Mathias Rosmayr, Schusters von Bogen + und der Magdalena, dessen Ehefrau, ehel. Tochter.
Zeugen: Mathias Hofmann, Weinzierl, Mathias Ederer, hieter, Hanns Hofmann, Schmid, Georg Perlloer, Saltierer und Hanna Jakob Prey, Schuster, alle von Bogen. P. Roman.

Kinder:
1. Mathias get. 18.2.1700. Pate: Sebastian Rosenstätter, Schneider in Pogen.
2. Maria get. 30.6.1701. Patin: Maria Rosenstätterin in Pogen. P. Roman Subert.
3. Andreas get. 15.11.1704. Pate Andreas Pogner, Bauer. P. Idelphonsus Hueber.

In zweiter Ehe war der Witwer Jakob Paast verheiratet 7.10.1698 mit Barbara, des Johann Wagner +, Bader von Steinburg und der Maria, dessen Ehefrau, ehel. Tochter.
Zeugen: Matthias Hofmann, Weinzierl, Sebastian Rosenstätter, Schneider, Johann Jakob Prey, Schuster, alle von Pogen und Caspar Härtl, Wirt von Steinburg. P. Roman Subert.
Barbara Paast starb schon an Frenesis erkrankt plötzlich 4.3.1699. P. Roman. Dritte Heirat des Jakob Paast: Siehe oben.
Bemerkung. Johann Stadler ertrank am 8.12.1702 in der Donau.

Am 21. Dezember 1699 wurde ihm noch ein Sohn geboren mit Namen Thomas. Pate Wolfgang Obermayr von Anning. Als Ehefrau ist Eva angegeben. Es scheint sich um den früheren Weber Johann Stadler zu handeln. Dessen Ehefrau war aber Maria Edenhofer. Entweder liegt ein falscher Name vor oder Johann Stadler hätte zum zweitenmale geheiratet. Die Matrikel aber enthält weder den Tod der Maria Stadler noch die Verheiratung des Johann Stadler mit einer gewissen Eva. Er müsste denn vorübergehend aus Pfelling verzogen gewesen sein. Der Pate des Kindes aber Wolfgang Obermayr von Anning hatte die Patenschaft der früheren Kinder übernommen gehabt. Auch ist nicht angegeben, welchen Stand der Johann Stadler hatte.

Jakob Paar war nach dem Brodgeldverzeichnisse 1708 noch auf der Webersölde. Er ist in Pfelling nicht gestorben.1715 ist wieder ein Stadler Weber in Pfelling.

6. Georg Stattler, des Caspar Stattler, Webers von Hofweinzier + und der Walburga, dessen Ehefrau ehel. Sohn, heiratete 18.9.1715 Katharina des Adam Streissl, Bauers in Pfelling und dessen Ehefrau Catharina, beide noch am Leben, ehel. Tochter.
Zeugen: Nikolaus Falkh, Bauer in Haag und Peter Amann, Müller zu Mittermühl, Sebastian Ardmer, Bauer in Pfelling, Mathias Iglberger, Bauer von dortselbst.

Kinder:
1. Elisabeth get. 12.1.1717. Patin: Elisabeth Petzendorfer von Entau. P. Idelphona Hueber.
2. Katharina get. 17.7.1718. Patin: Elisabeth Leutnerin, Böckhin in Irlbach. P. Antonius Vizz.
3. Johann get. 14.6.1720. Pate: Johann Leuthner, Bäcker in Irlbach. P. Cölestin.
4. Simon get. 21.10.1722. Pate Georg Prunner, Bauer in Pfelling. P. Anton.
5. Maria get. 24.3.1724. Patin: Margareta des Georg Prunner, Bauers von Pfelling Ehefrau. P. Cölestin.
6. Johann Georg get. 7.8.1725. Pate: Wie vor. P. Josefus.
7. Josef get. 5.3.1728. Pate: Georg Brunner, Bauer von Pfelling. P. Cölestin.
8. Johann Bartholomä get. 24.8. 1732 + Pate: Georg Prunner, Bauer von Pfelling. P. Honoratus.
9. Anna get. 13.2.1734. Parin: Catharina Prunnerin, Bäuerin von Pfelling. P. Godehard Seydl. Heiratet 7.1.1766 Wolfgang Schatz.

Katharina Stadler, Weberstochter starb ledig 24.5.1737, versehen und aufs beste vorbereitet eilte sie zum ewigen Bräutigam im 23. Lebensjahre. P. Gregor Amann.

Georg Stadler, Weber in Pfelling, wurde begraben 1.4.1747. Litt an Krebs im Gesichte und musste ein ganzes Jahr die bittersten Scherzen ertragen, starb mit allen hl. Sakramenten wiederholt versehen, im 65 Lebensjahre, P. Cajetan Friedl.

18.9.1747 starb der taubstumme Johann Stadler nach Empfang der hl. Ölung. P. Cajetan.

Katharina Stadler, verwitwete Weberin von Pfelling, starb 3.8.1758, wiederholt versehen. Im 75 Lebensjahre. P. Godehard Seydl.

Die Webersölde erhielt der Sohn Johann, geb. 7.8.1735.

7. Derselbe heiratete 8.2.1750 Anna, des Lorenz Wartner, Söldners von Scheibelsgrub + dessen Ehefrau Anna, noch am Leben.
Zeugen: Georg Petzendorfer, Bauer in Entau, Franz Sibenhärl, Georg Sibenhärl und Mathias Veigl, Schmid, dieser sowie die übrigen Bewohner von Pfelling. P. Cajetan.

Kinder:
1.Theres get. 10.10.1752. Patin: Walburga Ämerlin, Schmidin in Pfeling. P. Godehard Seydl.
2. Johan Bapt. get.17.6.1755. Pate: Georg Loibl, Söldner in Liepolting. P. Godehard.
3.Walburga get. 22.1.1762. Patin: Walburga des Georg Loibl, Söldners von Liepolding, Ehefrau. Pfarrer: Stefan Pflanzelt. Gest. 30.10.1773.
4. Anna get. 17.10.1765. Wie vor.

Anna Stadlerin, Söldnerin von Pfelling, starb 16.2.1802, versehen, 84 Jahre alt. Pfarrer Josef Deml.

Georg Stadler, Austragssöldner, starb 7.11.1821 an Entkräftung, 86 Jahre alt. Pfarrer: Georg Geiger.

Georg und Anna Stadler, geborne Wartner, hatten nach dem Tode des Michael Streissl auf Hausnummer 24 die Streisslsölde erhalten. Deren Tochter Thees, geb. 10.10.1752 hatte 10.7.1779 den Josef‘ Muhr, Halbbauerssohn von Rettenbach, geheiratet. (Siehe Geschichte von Hausnummer 24 in Pfelling).

8. Die Webersölde scheint Georg Stadler seinem Schwager Simon Schatz überlassen zu haben.

Simon‚ des Wolfgang Schatz, Söldners von Niederharthausen, Pfarrei Aiterhofen und der Gertrud, beide seligen Gedenkens, heiratete 7.1.1766 die Anna, des Georg Stadler, Inwohners und Webers von hier und der Katharina, beide schon verstorben, ehel. Tochter.
Zeugen: Andreas Wühr. Weber von Entau und Peter Kuglmayr, Schneider von hier. Georg Stadler, Weber dieses Orts und Wolfgang Mayrhofer, Messner.

Kinder scheint das Ehepaar nicht gehabt zu haben.

Anna Schatz, geborne Stadler, starb19.2.1779.

Der verwitwete Simon Schatz, Weber dieses Orts, verheiratete sich wieder 7.2.1780 mit Katharina, ehel. Tochter des Gregor LoiblSölders + (Kirchensölde) und der Maria, dessen Ehefrau, nicht am Leben.
Zeugen: Lorenz Loibl, Bauer und Georg Stadler, Söldner und Weber, beide von hier. Pfarrer: Stefan Pflanzelt.

Simon Schatz, Weber von hier, starb 1.8.1793, versehen, 52 Jahre alt. Stichauner.

9. Die Witwe Katharina Schatz, geborne Loibl, verheiratete sich wieder 5 10.1793 mit Simon, des Georg Prandl, Häuslers in Aiterhofen +.
Zeugen: Johann Mandl, Schullehrer und Anton Loibl, Häusler in Aiterhofen, Thomas Scholinger, Häusler von Welchenberg. Pfarrer Andreas Stichauner.

Kinder:
1. Theres geb. 20.12.1794 +. Patin: Katharina Prunner, Weberin und Krämerin von Welchenberg. Pf. Stichauner.
2. Katharina geb. 13.6.1797. Patin: Katharina Schreiner, Händlerin von Welchenberg. Pf. Josef Deml.

Katharina Prandl, verheiratete Ausnahmweberin von Pfelling, starb 28.12.1826, 72 Jahre alt. Pfarrer: Sebastian Aumayr. An Katharrh +.

Simon Prandl, verwitweter Ausnahmhäusler von Pfelling, starb 22.3.1833, an Lungenentzündung, 76 Jahre alt. Pfarrer: Michael Kettl.

Die Webersölde erhielt die Tochter Katharina.

10. Wolfgang Baumgruber, Weber und Häusler zu Pfelling, geboren 16.12.1785 zu Berndorf, Pfarrei Viechtach, des Josef Baumgruber und der Maria Anna heiratete 28.11.1825 die 1edige Weberstochter Katharina Brandl geb. 13.6.1797 zu Pfelling des Simon Brandl und der Katharina Loibl.
Zeugen: Josef Arndorfer und Martin Hingshammer. Pfarrer: Seb. Aumayr.

Kinder:
1. Johann Bapt. geb.14.5.1826. Pate: Georg Bachl, Häusler zu Waltendorf. Pf. Aumayr.
2. Katharina geb. 16.11.1827. Patin: Katharina Bachl, Häuslerin von Waltendorf. Pf. Aloys Hayder.
3. Sebastian geb. 7.12.1828. Pate: Georg Bachl, Häusler von Waltendorf. Pf. Alois Hayder.
4. Wolfgang geb. 11.8.1830. Wie vor.
5. Jakob geb. 17.6.1832 +1843. 20. 1. an Wassersucht, 10 ½ Jahre alt, versehen. Pf. Georg Lang.

Baumgruber Wolfgang, Hausnr.19, Weber von Pfelling, starb13.5.1833, an Brustentzündung, 38 Jahre alt. Pf. Michael Kettl.

Katharina Baumgruber, geb. Brandl, verwitwete Inwohnerin von Pfelling, starb 22.7.1846 an Wassersucht‚ nicht versehen wegen schnellen Todes, 50 Jahre alt, Pfarrer: Georg Lang.

Das Weberanwesen erwarb 1833 ein gewisser Mathias Engelberger, der seit 1831 auch Hausnummer 26 inne hatte‚ welche er 1839 an Philipp Preiß veräusserte und dann, wie es scheint, auf das Weberhäuschen zog.(Siehe über dessen Familienverhältnisse Geschichte von Hausnr 26 in Pfelling).

Katharina Englberger, verheiratete Inwohnerin von Pfelling, starb 28.5.1873, versehen, 66 Jahre alt, an Entkräftung und Wassersucht. Pf. Simon Zeitler.

Mathias Englberger ist nicht in Pfelling gestorben.

12. Nach dem Brodgeldverzeichnisse vom Jahre 1871 haben dann das frühere Weberanwesen die Heiglischen Kinder inne. Der Schneider Franz Heigl, Schneider von Pfelling, auf dem Nachbarhause Nr. 20 scheint es gekauft zu haben.

12. 1880 ist auf dem Anwesen der Zimmermann Georg Wührl.

Georg Wührl, geb.14.9.1856 zu Bogen, des Josef Wührl, Zimmerman und der Franziska, geborne Wanninger, Häuslerstochter von Oberalteich, heiratete 6. Juni 1880 die Elisabeth Kasperbauer, Schneiderstochter von Pfelling, geboren 12.4.1849 zu Pfelling, auserehel. des Anton Kasperbauer, Wirtssohn von Oberwinkling und der Margareta Heigl, Schneiderstochter von Pfelling.
Zeugen: Franz Seraph Heigl, Schneider in Pfelling und Leonhard Heigl, Gütler in Pfelling. Pf. Josef Krieger.

Kinder:
l. Ludwig geb.11.3.1882. + Pate: Johann Wührl, Schuhmacher von Bogen. Pf. Josef Krieger.
2. Johann geb. 12.8.1883. Patin: Maria Wührl, Köchin in Rosenheim. Pf. Krieger. 19.2.1922 mit Johann Nep. Lukas in March getraut.
3. Johann Nepom. Geb. 7.9.1884. Pate: Johann Heigl, Schulgehilfe in Achslach. Pf. Krieger. 31.12.1912 mit Anna Eckl in Bogenberg getraut.
4. Anonyma geb. 31.7.1885 notgetauft +.
5. Josef geb. 28.4.1887 + Wie vor.
6. Franz Xaver geb. 13.10.1888 + Pate: Johann Heigl, Schulgehilfe in Mitterkirchen, Bez.Amt Eggenfelden. Pf. Krieger.

Das Haus blieb im Eigentume des Jakob Heigl. Derselbe ist 1890 allein in dem Häuschen. Nach der Seelenstandsbeschreibung. Es muss also Wührl aus Pfelling verzogen sein.

1898 war ein gewisser Johann Bornschlegel und Maria, geborne Fleischmann, Gütlerstochter von Rosshaupten, Inwohner im Weberhäuschen.

Kind:
Margareta geb. 13.4.1898. Patin: Maria Bornschlegel, Fabrikarbeiterin in München, 8.1.1921 mit Jakob Schleifer, Hl. Geistkirche in München getraut. Getauft von Pf. Josef Friedl.

Auch eine gewisse Maria Retzer, geborne Thalhofer, Wasenmeisterstochter von Pfelling, hielt sich dort auf. 1898. Ihr Mann saß im Zuchthause und sein Weib gebar 30.10.1898 ein Kind Namens Johann. Taufpatin: Theres Englram von Aicha. Pf. Friedl.

Dann war ein gewisser Anton Thalhofer um dessen Ehefrau Maria, geborne Hochstraßer, Inwohnersleute im ehem. Weberhäuschen wohnhaft.

Deren in Pfelling geborne Kinder:
1. Maria geb. 24. 3.1903. Patin: Theres Hochstraßer, Inwohnerin in Münchshöfen. Pf. Friedl.
2. Anna geb. 21.5.1904. Patin: wie vor. Beneficiat: Jakob Lang von Bogen.
3. Anton geb. 22.12.1906 + Pate: Josef Hochstraßer, Hausbesitzer in Münchshöfen. Pf. Franz Xav. Ritzinger.
4. Georg geb. 21.1.1908. Pate: Georg Fuchssteiner, Donauförg von Hermansdorf. Pf. Ritzinger.

Das Heiglische Anwesen Hausnummer 20 und die Webersölde hatten 1906 Alois Lausser, Söldner von Pfelling, in dem Besitze, welcher sich mit der Schneiderstochter Anna Heigl verheiratet hatte. (Siehe Geschichte von Hsnr. 20)

Im Jahre 1910 erwarb der Wagner Josef Wiesmann, bisher auf Hausnummer 17 das Laussersche Anwesen und das frühere Weberhäuschen ging ein und wurde niedergerissen.

Ende!

Quellen. Bayer. Staatsarchiv, Pfarrmatrikel von Pfelling.

 

Geschichte des Schneiderhäuschens in der ehemaligen Hofmark Pfelling Hausnummer 20.

Verfasst von Pfarrer Simon Straßer von Pfelling 1928.

Zu den wenigen Handwerksleuten in der ehemaligen Hofmark Pfelling zählte auch ein Schneider‚ der den Bauern ihr einfachen und schmucklosen Kleidungstücke anfertigte. Derselbe wohnte in einem eigenen Häuschen, welches nach der Fassion vom Jahre 1808 beschrieben ist.

Name des Besitzers: Hausnummer 18 (20) Beim Haigl.
Gegenstand des Besitzes: Das 1/16 Haiglhäusl b. Gemeindeanteil am Gemeindeberg.
Dominikalverhältnisse: a. Vogtbar zum Landgerichte, b. Grundbar zum Rentamte Mitterfels, c. Zehentfrei.

Steuer: 40 kr. 4 hl.
2 fl. 42 kr.
Fourageablage 26 kr. 2 hl.
Summa: 3 fl. 48 kr. 6 hl.

Resultat der letztenVeräusserung: 1801 erkauft um 650 fl.
Eidliche Schätzung: 250 fl.
Fatierter Wert: 250 fl.
Amtliches Gutachten: 300 fl.
Steuerkapital: 300 fl.
Neue Besteuerung: 22 kr. 4 hl.

Nach den Steuerkataster vom Jahre 1831 umfasste das Schneiderhäuschen nachstehenden Besitzstand im einzelnen:
Nr. 20 Heigl Schneider‚ Äcker 0,61 Tgw., Wiesen:1,71 Tgw., Gärten:1,06 Tgw., Haus und Hofraum: 0,06 Tgw., Zusammen 3,47 Tgw.

Plnr. 281 Fischerbaumacker zu 0,6 Tgw. war zu je 1/3 Zehentpflichtig an die drei Zehentherrn.

Später scheint zum Schneiderhäuschen noch hinzugekauft worden zu sein. Plnr. 38 der Gartenacker zu:0,44 Tgw. und Plnr.179 b der Gemeindebergacker zu 0,32 Tgw. Diese 0,76 Tgw. waren nach den Zehentablösverhandlungen vom Jahr 1848 mit Gross- und Grünzehent ganz zur Pfarrei Pfelling zehentpflichtig.

Besitzer des Schneiderhäuschens.

Dieses Häuschen scheint ursprünglich nur ein Tagwerkerhäuschen gewesen zu sein. Tagwerkerfamilien kommen in den Pfarrbüchern viele vor. Nur ist es unmöglich, bei der Nichtangabe der Wohnung, dieselben zu unterscheiden. Ein Schneider scheint dagegen in Pfelling erst um 1700 aufzutauchen. Vorher kommen in der Matrikel keine Schneiderfamilien vor. Möglich, daß solche auch schon früher ansässig gewesen und dann wieder aus dem Pfarrbezirk verzogen sind. Das Salbuch des Klosters Gotteszell, aufbewahrt im Hauptstaatsarchiv zu München, entstanden um die Wende des 14. und 15. Jahrhunderts enthält unter den dort angeführten in Pfelling ansässigen Handwerkern keinen Schneider noch.

1. Der erste in den Pfarrbüchern urkundlich nachweisbare Schneider hieß Jakob Wirbl, dessen Ehefrau Maria, haben in Pfelling nicht geheiratet.

Deren in Pfelling gebornen Kinder sind:
1. Mathias get. 29.8.1700. Pate: Josef Mayr, Bauer im Hienlhof. P. Roman.
2. Maria get. 11.10.1702. Patin: Maria Mayr, Hienlbäuerin. P. Roman Subert.
Gast. 20.8.1807, 4 Jahre alt. P. Caspar Mühler.
3. Magdalena get. 5.5.1704. Patin: Maria des Simon Mayr, Bauers im Hiendlhof. P. Idelphons Hueber.
4. Margareta get. 21.5.1706. Patin: Maria Mayerin vom Hönelhof. P. Caspar Müller.
5. Maria get. 18.11.1707. Patin: wie vor. P. Idelphons.
6. Andreas get. 28.10.1709. Patin: Maria Mayr in Abwesenheit des Mannes. P. Michael Maller.

Damit verschwindet die Familie Wirbl aus den Pfarrbüchern. Sie scheint aus Pfelling wieder verzogen zu sein. Eine Schneiderfamilie kommt erst mit Jakob Plötz 1746 wieder vor.

Jakob Plötz, Schneider von Pfelling, ist 7.2.1746 Trauzeuge.

Margareta Plötz, Schneiderin von Pfelling, wurde begraben 22.7.1746, 76 Jahre alt nach Empfang der hl. Kommunion, wenige Tage darauf plötzlich verschieden. Ohne hl. Ölung. P. Beda Ziegler.
Jakob Plötz, Schneider von hier, gest. 16.3.1764. Pf. Pflanzelt.

Die oben erwähnte Margarete Plötz scheint dessen Mutter gewesen zu sein. Plötz Jakob scheint sein Häuschen an einen gewissen Schneider Kuglmayr veräussert zu haben.

3. Johann Peter Kuglmayr, des Georg Kuglmayr, Bürgers und Schneiders von Falkenstein + und. der Maria, dessen Ehefrau, noch am Leben, ehel. Sohn heiratet 3.2.1749 die verwitwete Walburga Mühlbauer von Pfelling.
Zeugen: Georg Streissl, Söldner und Adam Sagstetter, Bauer von Anning, Peter Edenhofer, Gütler in Liepolding und Johann Loibl, Bauer in Pfelling. Pater. Cajetan Friedl.

Walburga Mühlbauer, geborne Loibl, Bauerstochter von Hörabach, war die Witwe des 4.8.1744 + Johann Jakob Mühlbauer, Schusters in Pfelling, einziger Sohn des Lehrers Johann Mühlbauer von Pfelling. Hatte 5.2.1741 die Walburga Loibl geheiratet.

Kinder:
1. Elisabeth get. 14.12.1749. Patin: Elisabeth Loibl, Bäuerin von Pfelling. P. Cajetan.
2. Magdalena get. 15.5.1751. Wie vor.
3. Elisabeth get. 7.6.1753. Patin: wie vor. P. Godehart.
4. Andreas get. 28.11.1755 Pate: Georg Loibl, Bauer von Pfelling. P. Godehard.
5. Michael Johann get. 12.9.1758. Pate: wie vor. Pflanzelt Prov. + 27.1.1768 9 Jahre alt.
6. Johann get. 22.12.1761. Wie vor.

Walburga Kuglmayr, Schneiderin von Pfelling, starb 21.8.1768. Pf. Pflanzelt.

Peter Kuglmayr, Schneider starb 2.9.1768. Pf. Pflanzelt.

Das Häuschen scheint die Tochter Elisabeth bekommen zu haben. Dieselbe heiratete 21.8.1788 den verwitweten Taglöhner Georg Aigner von Anning.
Zeugen: Johann Prindl, Bauer von Pfelling u. Johann Mändl, Schullehrer und Schreiner. Josef Loibl, Taglöhner und Häusler von Pfelling und Wolfgang Hilmer, Söldner von Anning. Pf. Josef Hofmann.

Kinder:
1. Josef get.7.10. 1790. + Pate: Josef Edenhofer in Breitenweinzier. Pf. Hofmann. Der Vater als Taglöhner von Pfelling angegeben.
2. Johann get. 29.3.1794. Wie vor. Vater Taglöhner in Liepolding.

Damit verschwinden die Kuglmayr aus den Pfarrbüchern.

Die Kuglmayrerschen Kinder scheinen überhaupt aus Pfelling weggekommen zu sein. Denn nach der Pfarrbeschreibung vom Jahre1788 ist die Hausnummer 20 gar nicht bewohnt.

Nach dem Tode des Schneiders Peter Kuglmayer zog mit Benno Stempfl aus Allburg ein neuer Schneider auf. Dieser heiratete 13.11.1769 die Taglöhnerstochter und Häuslerin Maria Kaiser Hsnr. 18. Benno Stempfl starb kinderlos 1789.

Die Witwe heiratete den verwitweten Schneider Lorenz Eidenschink von Straßkirchen. Dieser starb 1799. (Siehe Geschichte Hsnr. 18.)

In Pfelling scheint dann längere Zeit kein Schneider wohnhaft gewesen zu sein. Es war ein solcher in Entau.

Das frühere Kuglmayerrsche Schneiderhaus erwarb Josef Heigl von Welchenberg.

4. Josef Heigl, Häusler in Pfelling, des Josef Heigl und der Tochter Theres Hofmeister, geb. 1786 zu Welchenberg heiratete 19.1.1807 die Fischerstochter Katharina Lachmaier, Häuslerin zu Pfelling Nr. 23, des Georg Lachmayr und der Katharina Englram von Pfelling, geb. 13.9.1777.
Zeugen: Josef Ziselsberger, Bauer von Hag und Josef Mändl, Schullehrer in Pfelling. Pf. Deml.

Kind: Georg geb. 16.4.1808. Pate: Thomas Englram, Bauer von Entau. Vertreten durch dessen ledigen Bruder Georg Englram. Pf. Georg Geiger.

Katharina Heigl, geb. Lachmayr, Schneiderin von Pfelling, starb im Kindsbette 21.4.1808, 30 ½ Jahre alt. Pf. Geiger.

Der Witwer Josef Heigl heiratete 20.6. 1808 die Magdalena Erndl, geb. 2.5.1785 zu Breitenweinzier.
Zeugen: Josef Arndorfer, Schuhmacher und Johann Mändl, Schullehrer von Pfelling. Pf. Georg Geiger.

Kinder:
1. Jakob geb. 5.7.1809. Pate: Thomas Englram, Bauer von Entau. Pf. Geiger.
2. Johann Nepomuck geb. 16.3.1811. Pate: Wie vor. Josef Deml resign. Pfarrer von Pfelling. Gest. 16.3.1882 als I ) Gest. 16.3.1882 als lediger Schneider am Schlagfluß, 71 Jahre alt, versehen. Pf. Krieger.
3. Leonhart geb. 6.11.1813. Pate wie vor. Pf. Georg Geiger. Siehe über ihn unten.
4. Maria Anna geb. 15.11.1815. Patin: Anna Englram, Bäuerin von Entau. Pf. Niklas Geiger Pfarrprovisor. Dieselbe starb als Anwesensbesitzerin von Hsnummer 19, ledigen Standes 3.10.1880 am Schlagflusse im 65 Lebensjahre, versehen. Pf. Krieger.
5. Josef geb. 14.7.1818. Pate: wie vor. Pf. Sebastian Inkofer.
6. Maia Magdalena geb. 19.7.1820. Patin: wie vor. Pf. Inkofer. + 6 ½ Jahre, 27.12.1827. Pf. Aumayr.
7. Michael geb. 28.9.1822. Pate: wie vor. Pf. Kroiß.
8. Franz Sales geb. 4.11.1824. Wie vor.
9. Margaretha geb. 11.1.1827. Wie vor.

Sterbefälle in der Familie Heigl.

1. Heigl Theres, Mutter des Josef Heigl, Ausnahmschneiderin von Pfelling starb 27.2.1828, an Stickkatarrh, 75 Jahre alt. Pf. Aumayr.
2. Heigl Josef, verheirateter Schneidermeister von Pfelling ertrank in der Donau 23.6.1847 Nachmittags 3 Uhr, auf einem Salzschiffe beschäftigt. Wurde bei Reibersdorf aufgefunden, sein Leichnam hieher gebracht und am ? Juni in Pfelling beerdigt. Pf. Georg Lang.
3. Heigl Josef, lediger Schneidersohn von Pfelling starb 27.11.1847 am Nervenfieber, 29 Jahre alt, versehen. Pf. Lang.
4. Heigl Magdalena, geborne Erndl, Schneiderswitwe starb 1.2.1869 an Altersschwäche, 83 ¾ Jahre alt, versehen. Pf. Zeitler.
5. Franz Heigl, Schneider in Pfelling, des Josef Heigl und der Magdalena, geb. Erndl, geb. 5.11.1824, heiratete 5.11.1853 die Jungfrau Walburga Listl, Halbbauerstochter von Öd, Landgerichtes Mitterfels, geb. 7.6. 1826 des Sebstian Listl und der Theres Schmidbauer.
Zeugen: Michael Listl, Söldner von Rattiszell und Thomas Englram, Bauer von Entau. Pf. Leonhart Sigert.

Kinder:
1. Johanna geb. 10.5.1855. Pate: Georg Prebeck, Bauer von Pfelling. Pf. Siegert.
2. Jakob geb. 15.9.1855. Wie vor.
3. Michael geb. 15.9.1857. Wie vor.
4. Johann Bapt. geb. 29.4.1859. Patin: Anna Preböck, Bäuerin von Pfelling.
5. Franz Sales geb. 21.11.1860. Patin: wie vor. Pf. Zeitler.
6. Theres geb. 15.9.1862. Wie vor.
7. Georg geb. 6.1.1864. + Pate: Georg Prebeck. Pf. Zeitler.
8. Margareta geb. 13.4.1865. Wie vor. Heiratete 6. 6.1880 den Zimmermann Georg Wührl.
9. Anna geb. 23.1.1868. Wie vor. Heiratete in München 1905 den Alois Lauser.

Walburga Heigl, verheiratete Schneiderin von Pfelling, starb 5.2.1904, an Wassersucht, 77 Jahre alt, versehen. Pfarrer: Josef Friedl.

Heigl Franz ist nicht in Pfelling gestorben, sondern mit seinem Sohne Jakob 1906 aus der Pfarrei Pfelling verzogen.

Der Sohn Michael erlernte das Schuhmacherhandwerk. Derselbe heirate 26.6.1881die Helena Bauer, Weberstochter von Hunderdorf, des Franz Bauer +, Inwohners von Hunderdorf und der Walburga geborne Schütz von Lintach, geb. ?. 1861.
Zeugen: Franz von Sales, Schneidermeister und Georg Prebeck, Bauer von Pfelling. Pf. Krieger.

Michael erwarb sich die Hausnummer 13 ½, welche sich der Bauer Buchner, Besitzer von Hausnummer 13 auf seinem Gartengrunde erstellt hatte. Das Häuschen hatte keinen weiteren Grundbesitz. Was jetzt bei dem Anwesen ist, wurde erst durch den Schuhmacher Michael Heigl hinzugekauft.

Über die Schusterfamilie des Michael Heigl: siehe das weitere in der Geschichte von Nummer.13.

Das Schneiderhäuschen ging über auf den Sohn Jakob.

Derselbe kaufte zu den wenigen Gründen, die beim Anwesen waren aus dem Anwesen des Buchner‚ des Georg Prebeck soviel Gründe, dass er sich zwei Pferde halten konnte. Auch vereinigte er die beiden Hausnummern 19 u. 20 in eine Hand.

8. Jakob Heigl, Schneidermeister in Pfelling heiratete 10.2.1885 Katharina Liebl, Söldnerstochter von Welchenberg, geb. 8.11.1860 des Wolfgang Liebl und der Katharina, geborne Trumm, Bauerstochter von Wimpassing, Pfarrei Schwarzach.
Zeugen: Franz Sales Heigl, Ausnahmschneider von Pfelling und Michael Franz, Söldner von Welchenberg. Pf. Krieger.
Kinder:
1. Johanna geb.13.5.1887. + Patin: Karolina Liebl, ledige Halbbauerstochter von Welchenberg. Pf. Josef Krieger.
2. Anna geb. 21.7.1888. Wie vor.
3. Kar1 geb. 14.1.1890. Patin: wie vor. Pf. Mitterer.
4. Hermann geb 10.31891. + Wie vor.
5. Max geb. 18.9.1892. + Pate: Michael Heigl, Schuster von Pfelling. Pf. Mitterer.
6. Max geb. 26.5.1896. + Wie vor.
7. Margareta geb. 13.1898. + Patin: Karolina Liebl, Söldnerstochter von Welchenberg. Pf. Mitterer.
8. Jakob geb. 9.4.1899 + Pate: Michael Heigl, Schuster. Pf. Friedl.
9. Maria geb. 4.8.1900 + Pate: Michael Heigl. Pf. Friedl.
10. Mathilde geb. 4.1.1895 + Patin: Helena Heigl, Schusterin von Pfelling. Pf. Mitterer.
11. Maria geb. 1.12:1901. Wie vor.

Jakob Heigl verzog aus der Pfarrei. Dessen beide Anwesen hat 1906 Alois Lausser inne.

9. Alois Lausser war mit der Schneiderstochter Anna Heigl verheiratet. Nicht in Pfelling getraut.

Deren in Pfelling gebornen Kinder:
1. Anna geb. 21.7.1906. Patin: Theres Heiß, Hausbesitzerin in Milbertshofen. Pf. Franz Xav. Ritzinger.
2. Berta geb. 1.1.1908. Wie vor.
Lausser veräusserte sein neugebautes Anwesen an den Wagnermeister Josef Wiesmann, der bisher auf Hausnummer 17 ansässig gewesen war und nun seine Wagnerei dahin verlegte. (Siehe Hausnummer 17 in Pfelling)

Hausnummer 19 ging 1910 ein.

8. Die Webersölde scheint Georg Stadler seinem Schwager Simon Schatz überlassen zu haben.

Simon, des Wolfgang Schatz, Söldners vom Niederharthausen, Pfarrei Aiterhofen und der Gertrud, beide seligen Gedenkens, heiratete 17.1.1766 die Anna, des Georg Stadler, Inwohners und Webers von hier und der Katherina, beide schon verstorben, ehel. Tochter.

Zeugen: Andreas Wühr, Weber von Entau und Peter Kuglmayr, Schneider von hier. Georg Stadler, Weber, dieses Orts und Wolfgang Mayrhofer, Mesner.

Kinder scheint das Ehepaar nicht gehabt zu haben

Anna Schatz, geborne Stadler, starb 19.2.1779.

Der verwitwete Simon Schatz, Weber dieses Orts, verheiratete sich wieder 7.2.1780 mit Katharina, ehel. Tochter des Gregor Loibl, Söldners + (Kirchesölde) und der Maria, dessen Ehefrau, noch am Leben.

Zeugen: Loibl, Bauer und Georg Stadler, Söldner und Weber, beide von hier. Pfarrer: Stefan Pflanzelt.

Simon Schatz, Weber von hier, starb 1.8.1793, versehen, 52 Jahre alt. Stichauner.

9. Die Witwe Katherina Schatz, geborne Loibl, verheiratete sich wieder 5.10.1793 mit Simon, des Georg Prandl, Häuslers in Aiterhofen +

Zeugen: Johann Mandl, Schullehrer und Anton Loibl, Häusler in Aiterhofen, Thomas Scholiner, Häusler von Welchenberg. Pfarrer: Andreas Stichauner.

Kinder:
1. Theres geb. 20.12.1794 +. Patin: Katharina Prunner. Weberin und Krämerin von Welchenberg. Pf. Stichauner.
2. Katharina, geb. 13.6.1797. Patin: Katharina Schreiner, Händlerin von Welchenberg. Pf. Josef Deml.

Katharina Prandl, verheiratete Ausnahmweberin von Pfelling, starb 22.3.1833, 72 Jahre alt. Pfarrer: Sebastian Aumayr. An Katarrh  +

Simon Prandl, verwitweter Ausnahmhäusler von Pfelling, starb 22.3.1833, an Lungenentzündung, 76 Jahre alt. Pfarrer: Michael Kettl.

Die Webersölde erhielt die Tochter Katharina.

10. Wolfgang Baumgruber, Weber und Häusler zu Pfelling, geboren 16.12.1785 zum Berndorf, Pfarrei Viechtach, des Josef Baumgruber und der Maria Anna, heiratete 28.11.1825 die ledige Weberstochter Katharina Prandl, geb. 13.6.1797 zu Pfelling, des Simon Prandl und der Katharina Loibl.

Zeugen: Josef Arndorfer und Martin Hingshammer. Pfarrer: Seb. Aumayr.

Kinder:
1. Johann Bapt. geb. 14.5.1826. Pute: Georg Bachl, Häusler zu Waltendorf. Pf. Aumayr.
2. Katharina geb. 16.11.1827. Patin: Katharina Bachl, Häuslerin von Waltendorf. Pf. Alois Hayder.
3. Sebastian geb. 7.12.1828. Pate: Georg Bachl, Häusler von Waltendorf. Pf. Alois Hayder.
4. Jakob geb. 17.6.1832 + 20.1.1843 an Wassersucht, 10 Jahre alt, versehen. Pf. Georg Lang.

Baumgruber Wolfgang, Hausnr. 19, Weber von Pfelling, starb 13.5.1833, an Brustentzündung, 38 Jahre alt. Pf. Michael Kettl.

Katharina Baumgruber, geb. Brandl, verwitwete Inwohnerin von Pfelling, starb 22.7.1846 an Wassersucht, nicht versehen wegen schnellen Todes, 50 Jahre alt, Pfarrer: Georg Lang.

Das Weberanwesen erwarb 1833 ein gewisser Matthias Englberger, der seit 1831 auch Hausnummer 26 inne hatte, welche er 1839 am Philipp Preiß veräusserte und dann, wie es scheint, auf das Weberhäuschen zog. (Siehe über dessen Familienverhältnisse Geschichte von Hausnr. 26 in Pfelling).

Katharina Englberger, verheiratete Inwohnerin von Pfelling, starb 28.5.1873, versehen, 66 Jahre alt, an Entkräftung und Wassersucht. Pf. Simon Zeizler.

Matthias Englberger ist nicht in Pfelling gestorben.

12. Nach dem Brodgeldverzeichnisse von Jahre 1871 haben dann das frühere Weberanwesen die Heiglischen Kinder inne. Der Schneider Franz Heigl, Schneider in Pfelling auf dem Nachbarhaus Nr. 20 scheint es gekauft zu haben.

13. 1880 ist auf dem Anwesen der Zimmermann Georg Wührl.

Georg Wührl, geb. 14.9.1856 zu Bogen, des Josef Wührl, Zimmermann und der Franziska, geborne Wanninger, Häuslerstochter von Oberaltaich, heiratete 6. Juni 1880 die Elisabeth Kasperbauer, Schneiderstochter von Pfelling, geboren 12.4.1849 zu Pfelling, außerehel., des Anton Kasperbauer, Wirtssohn von Oberwinkling und der Margareta Heigl, Schneiderstochter von Pfelling.

Zeugen: Franz Seraph Heigl, Schneider in Pfelling und Leonhard Heigl, Gütler in Pfelling.
Pf. Josef Krieger.

Kinder:
1. Ludwig geb. 11.5.1882. + Pate: Johann Wührl, Schuhmacher von Bogen. Pf. Josef Krieger.
2. Johann geb. 12.8.1883. Patin: Maria Wührl, Köchin in Rosenheim. Pf. Krieger. 19.2.1922 mit Joh. Nep. Lukas in March getraut.
3. Johann Nepom. Geb. 7.9.1884. Pate: Johann Heigl, Schulgehilfe in Achsach. Pf. Krieger. 31.12.1912 mit Anna Eckl in Bogenberg getraut.
4. Anonymua geb. 31.7.1885 notgetauft +.
5. Josef geb. 28.4.1887 + Wie vor.
6. Franz Xaver geb. 13.10.1888 + Pate: Johann Heigl, Schulgehilfe in Mitterkirchen, Bez.Amt Eggenfelden. Pf. Krieger.

Das Haus blieb im Eigentume des Jakob Heigl. Derselbe ist 1890 allein in dem Häuschen. Nach der Seelenstandsbeschreibung. Es muss also Wührl aus Pfelling verzogen sein.

1898 war ein gewisser Johann Bornschlegel und Maria, geborne Fleischmann, Gütlerstochter von Roßhaupten, Inwohner im Weberhäuschen.
Kind:
Margareta geb. 13.4.1898. Patin: Maria Bornschlegel, Fabrikarbeiterin in München. 8.1.1921 mit Jakob Schleifer hl. Geistkirche in München getraut. Getauft von Pf. Josef Friedl.

Auch eine gewisse Maria Retzer geborne Thalhofer, Wasenmeisterstochter von Pfelling, hielt sich dort auf. 1898. Ihr Mann saß im Zuchthause und sein Weib gebar 30.10.1898 ein Kind Namens Johann. Taufpatin: Theres Englram von Aicha. Pf. Friedl.

Dann ein gewisser Anton Thalhofer und dessen Ehefrau Maria, geborne Hochstraßer, Inwohnerseheleute im ehem. Weberhäuschen wohnhaft.

Deren in Pfelling geborne Kinder:
1. Maria geb. 24.3.1903. Patin: Theres Hochstraßer, Inwohnerin von Münchshofen. Pf. Friedl.
2. Anna geb. 21. Mai 1904. Patin: wie vor. Benefiziat: Jakob Lang von Bogen.
3. Anton geb. 22.12.1906 + Pate: Josef Hochstraßer, Hausbesitzer in Münchshöfen. Pf. Franz Xav. Ritzinger.
4. Georg geb. 21.1.1908. Pate: Georg Fuchssteiner, Donauförg von Hermannsdorf. Pf. Ritzinger.

Das Heiglische Anwesen Hausnummer 20 und die Webersölde hatte 1906 Alois Lausser, Söldner von Pfelling in dem Besitze, welcher sich mit der Schneiderstochter Anna Heigl verheiratet hatte. (Siehe Geschichte von Hsnr. 20)

Im Jahre 1910 erwarb der Wagner Josef Weismann, bisher auf Hausnummer 17 das Laussersche Anwesen und das frühere Weberhäuschen ging ein und wurde niedergerissen.

Ende!

Quellen. Bayer. Staatsarchiv, Pfarrmatrikeln von Pfelling.

Geschichte der Dorfschmiede der ehemaligen Hofmark Pfelling a/ D.

Verfasst von Pfarrer Simon Strasser von Pfelling 1928.

Mein Handwerk, das ist gar zu schwer.
Die Hitz plagt mich gar so sehr.
Doch freut es mich, ein Schmied zu sein,
Für Eisen nehm ich Silber ein.

Auf den Höfen der alten Bajuvaren fertigten die Knechte selbst all die Geräte an, welche in der Wirtschaft notwendig waren. Auf die Schönheit der Form kam es hiebei weniger an. Allmählich erlangten dann einzelne eine gewisse Fertigkeit und arbeiteten dann auch für andere Leute ausser dem Frohnherrn. So bildete sich der Handwerker erst heraus. Doch waren die Handwerker für keine freien Männer, sondern Hörige. Denn der freie Bajuvare hätte für einen anderen nie und nimmer gearbeitet, weil er dadurch selbst seinen freien Stand verloren und in den Stand eines Hörigen herabgesunken wäre.

Das Schmiedhandwerk war von eines von jenen, das sich zuerst zu einer gewissen Vollkommenheit entwickelte und der Schmiedmeister errang sich so ein gewisses Ansehen in der Gemeinde.

Die Gründung einer Schmiede stand nicht jedermann zu. Die Schmiede zählte wie die Kirche, der Herzogshof zu den vielen öffentlichen Gebäuden = casar publicae. Nach der Lex Baiuvariorum IX2 spätestens im 8. Jahrhundert heißt das nicht jedermann zugängliche Gebäude, sondern öffentlich rechtliche Gebäude, als nicht Privatgebäude.

Überall ist die Schmiede mit Bannrechten ausgestattet, d. h. alle Dorfbewohner waren gebunden, nur über Dorfschmiede arbeiten zu lassen nicht etwa bei einem beliebigen anderen Meister. Für alle Arbeiten erhielt der Dorfschmied bestimmten Lohn in Naturalien.

Wie die Hoftaferne, die Mühle, so war auch die Schmiede eine Ehehaft, Welches Wort sich aus dem Altdeutschen, = Eh = Gesetz zusammensetzt. Ehehaft ist im Allgemeinen Gesetzmäßig. Also hier ein mit Bannrecht ausgestatteter Beruf.

Die Rechte, welche mit dem sogenannten Zwing und Bann in der Gemeinde in Zusammenhange standen, übte die Ortsherrschaft aus.

Die Ortshoheit lag ursprünglich beim Haupte der Sippe, welche eine Sippe gründete, dem Urmaier. Vom Urmaierhof aus entstand also die Schmiede.

Alsdann die Gemeinde erwuchs und sich häufig mit dem Urmaier auseinandersetzte, scheint auch die Schmide in den Besitz die Gemeinde übergegangen zu sein. Die Schmidstatt erscheint gewöhnlich als Gemeindeeigentum.

Aus dem Urmaier entstand dann der Burgherr. Die Ortsherrschaft ist die Fortsetzung des Urmaiers. Selten war es, dass der Ortsherr ausschliesslich den Schmied ernannte. An verschiedenen Orten, in welchem der Ortsherr ausschließlich den Schmied einsetzte, hatte die Gemeinde wenigstens ein Mitwirkungrecht. Dem Grundherren, d. h. jenem, welche die Bauerschafft gewisse Naturalienabgaben zu leisten hatte, hatte über den Schmied kein Recht. Hier in Pfelling fiel allerdings Grundherrschaft mit der Ortsherrschaft zusammen.

Als daher der Hofmarksherr Heinrich der Jüngere von Todes wegen seine Hofmark Pfelling mit den Urmaierhof und den darauf ruhenden Rechten an seine Stiftung, das Klosters Gotteszell schenkte, wurde das Kloster nicht bloß Grundherr, sondern nahm die auch die Ortsherrschaft. Erhielt damit die niedere Gerichtsbarkeit, die die Degenberger an sich brachten, wobei dem Hofmarksbewohner das Recht gewährt wurde, sich über den Vogt beim Abte zu beschweren. Die Schmiede in Pfelling wurde ein Lehen des Klosters.

In dem Salbuche des Klosters Gotteszell, das um die Wende des 14. u. 15. Jahrhunderts angelegt ist, wird die Dorfschmiede ausdrücklich genannt.

Die Schmiede liegt meist in der Nähe des Maierhofes (Urmaierschmiede). In Pfelling liegt aber die Schmiede in der Nähe des unteren Maierhofes, des Steghofes, wohl deshalb dorthin verlegt, weil im oberen Dorfe kein geeigneter Platz war. In dem dasselbe enge zusammengebaut. Wegen Feuersgefahr verlegte man die Schmiede die ausserhalb des Oberdorfes. Die Häuser waren ja alle aus Holz und mit Strom und Schindeldächern versehen.

Die Schmiede lag an der Straße, welche einerseits Schwarzach, dann Achslach und Gotteszell, dann Deggendorf und Metten mit Bogen, Mitterfels und Straubing verband. Denn die alte Straße führte nicht hinter dem Dorfe herum, sondern mitten durch das Dorf Pfelling hindurch.

Diese nicht unbedeutende Verbindungsstrasse war verhältnismäßig stark befahren, namentlich seit 1620, wo Hanns von Degenberg das Recht erhalten, für den ganzen bayerischen Wald das Weißbier zu brauen und nun gingen auf der Bierstrasse schwere Bierfuhrwerke hin und her, welche den kostbaren Stoff der späteren churfürstlichen Hofbrauerei bis nach München verfrachteten. Wie gar mancher Fuhrknecht wird auch der holprigen Strasse Pech gehabt haben. Wie manches Hufeisen ging verloren, wie mancher Reif wurde locker und der Fuhrmann war froh, wenn er an der Straße in die Dorfschmiede antraf und der geschäftige Meister und sein Geselle ihm den Schaden reparierte und die Weiterfahrt ermöglichte. Ein etwas längerer erzwungener Aufenthalt war auch für den Hoftafernwirt nicht von Nachteil. Unter der alten schattigen Linde mochte unterdessen, bis der Schaden ausgebessert, der Fuhrknecht oder auch der Herr Prälat von Gotteszell, der ja gar oft aus dem Walde nach Pfelling kutschierte, bei einer frischen Mass Hofbräuhausgetränk oder einer Flasche echten Baierweines, seinen Ärger über die schlechte grundlose Straße besänftigen.

So hatte denn ein Schmidmeister außer seiner Bauernschaft gar noch manch anderen Fremden zu befriedigen. Und an Verdienst und Brod wird es nicht gefehlt haben, so klein sonst der Bezirk war, der zu seiner ehehaften Schmiede pflichtig war.

Dazu stand dem Meister in Pfelling eine noch andere vielleicht noch ergibigere Erwerbsquelle offen und das war die Wasserstraße.

Auf der Donau verkehrten in früherer Zeit die Schiffszügen gezogen von ein Dutzend von Pferden. Der sogenannte Leinpfad führte auf dem linken Ufer der Donau an Pfelling vorüber. Dass dabei viele Hufeisen von Deggendorf her schon verloren gingen, ist leicht begreiflich. Der Schmied von Pfelling hatte eine eigene Hufbeschlagstätte am Donauufer, um dergleichen Schäden jederzeit bereitwilligst reparieren zu können.

Freilich mit Einteilung der Schiffszüge auf Leonhardi jeden Jahres wurde es mit der Arbeit wieder müsslicher.

Die Kohlenstatt.

Der Schmid brannte seine Kohlen selbst und es musste ihm, wie es scheint, das hiezu benötigte Holz aus dem Gemeindeholz am Gemeindeberge geliefert werden. Dieser Gemeindeberg wurde dann 1799 an die 22 Nutzungsberechtigten aufgeteilt. Die Kohlenmeierei stand am Fuße des Gemeindberges, Plannummer 162 der Pfarrpfründe zugehörig, heisst noch der Kohlestattacker.

Im übrigen war die Dorfschmiede nur ein Achtelhof.

Besitzstand der Dorfschmiede.

Nach der Fassion vom Jahre 1808 ist sie nachstehend beschrieben:

Name des Besitzers Hausnummer 19(21) Beim Schmid. Jakob Resl.

Gegenstand des Besitzest a. Das 1/8 Schmidgütl. b. Gemeindeteil am Gemeindeberg. Die Hochstraß, ein Ackerl bei der Leimgruben. Die Kohlstatt, ein Äckerl beim Aufeld. c. die reale Schmidgerechtigkeit.

Dominikalverhältnnisse: a. Vogtbar zum Landgerichte b. grundbar zum Rentamte Mitterfels. c. Zehnet über die Hälfte der Felder die Pfarr Pfelling ganz. Von der zweiten Hälfte das Rentamt Mitterfels 1/3 der Pfarrer von Pfelling und Sct. Johann .

Steuer:12 kr. 3 hl.
6 fl. 49 kr. 4hl.
Fourage: 52 kr. 11 hl.
9 kr. 3 hl.
Summa: 9 fl. 33 kr. 6 hl.

Eidliche Schätzung 250 fl. Fatierter Wert 300 fl.
Amtliches Gutachten 300 fl.
Neue Steuer: 22 kr. 4hl.

Ohne die Schmidgerechtigkeit in Anschlag zu bringen.

Die Gründe von welchen der Schmid an die Pfarrei den ganzen Grün- und Grosszehent zu leisten hatte, waren nur drei Äckerl von zusammen 0.95 Tgw. Von dem Grabenacker zu 0,91 Tgw. Pnr. 272 ging der Zehent in drei Teile.

Ausserdem hatte der Schmid von der Kirche noch einige Grundstücke auf Erbrecht, welche der Schmid Hartmann an Johann Gstettenbauer in Anning verkaufte. 1846. Das abgelöste Laudemium betrug 38 fl. 33 kr.-

Nach der Steuer Falls Ion von Jahre 1832 betrug der Besitzstand des Schmied Anwesens in einzelnen nachstehende Grundstücke puppen.

3,10 Tgw. Äcker
0,11 Tgw. Wiesen
0,27 Tgw. Gärten
1, 58 Tgw. Wald
0,08 Tgw. Haus- und Hofraum
zusammen 5,14 Tgw.

Darunter wie schon erwähnt 1,03 Tgw. Kirchenfelder.

Reihenfolge der Schmiede in Pfelling.

1. Der erste Schmied, der aus dem Pfarrbüchern urkundlich nachweisbar ist, hieß Christoph Schweikl, der 1637 mit Stefen Oberl von Anning Trauungszeuge bei Georg Bernhard, Söldner vom Pfelling Nr. 16.

2. Nach der Kirchenrechnung vom Jahre 1640 muss vorübergehend ein Schmied mit Namen Sebastian Löbel in Pfelling gewesen sein, der von der Allergläubigen Seelenkapelle 20 fl. entlehnt, wofür Matheus Schneider, Bauer von Lenzing, Porg war. Dieser Sebastian Loibl scheint im gleichen Jahre 1640 aus Pfelling verzogen zu sein, denn sein Schuldkapital hat an jetzo Christof Stäberger in handten, der auch die Gilt hievon mit 1 fl. entrichtete.

Es scheint dann zunächst kein eigener Schmied in Pfelling gewesen zu sein.

In der Kirchenrechnung vom Jahre 1640 kommen mehrere Schmidarbeiten vor, die der Schmied Christoph Rohreisen von Breitenweinzier angefertigt hatte. Christoph Schweikl, der allen Anschein nach von Pfelling fortgekommen war, erscheint dann wieder als Schmied von Pfelling.

Es heiraten zwei Söhne von ihm:
1. Am 6.6.1657 ist getraut worden Sebastian Schwaikhl, des Christoph Schwaikl von Pfelling, mit der Witwe des Johann Reger von Michaelsbuch. Zeugen: Bartolomä Petzendorfer und Caspar Haffenbradl. P. Albert März.

  1. Am 30.9.1640 ist getraut worden Bartholomä Schwaikhl, des Christoph Schwaikhl, mit der ledigen Katharina, des Georg Reittinger von Fischerdorf. Die Trauzeugen sind anzugeben vergessen worden. P. Albert März.

Kinder:
1. Mathias get. 3.9.1658. Pate: Georg Dingel, Weber in Pfelling. P. Albert.
2. Georg get. 18.4.1662. Pate: Georg Dingel. P. Hyronimus.

Über die Familie Schweikl kommen in der Matrikel keine weiteren Einträgen mehr vor. Dieselbe scheint aus Pfelling verzogen zu seinen Es folgten:

4. Georg und Barbara Pogner als Schmiedseheleute in Pfelling. Dieselben haben in Pfelling nicht geheiratet und sind auch keine Kinder derselben dort geboren. Sie übergaben die Schmiede an ihren Sohn Vitus.

5. Vitus, des Georg Pogner, Schmieds von Pfelling und dessen Ehefrau Barbara ehelicher Sohn, heiratete 30.9.1681 Appollonia, des Georg Ettenhofer und der Anna eheliche Tochter. Zeugen: Georg, Bruder des Bräutigams und Gregor ?uer in Pfelling, Georg, Vater der Braut und Andreas, Bruder der Braut. P. Emmeram Soldan.

Georg Pogner starb über 60 Jahre alt, 9.5.1685, versehen. P. Basilius Monus.

Kinder des Vitus Bogner und der Appolonia Ettenhofer:
Gregor get. 10.3.1683. Pate: Gregor Loibl, Bauern von Pfelling. P. Basilius Monus.

Appollonia Pogner, geborne Ettenhofer starb 29.3.1633, nicht versehen im Kindsbette. P. Basilius.

Der verwitwete Schmied Vitus Pogner heiratete 1.6.1683 die ledige Margareta, des Bartolomä Petzendorfer und der Katharina, Taglöhners von Pfelling Nr. 16. Zeugen: Christoph Müller, Wirt und Georg Siebauer, Bauer. Paul Petzendorfer, Verwandter der Braut und Michael Haidenpacher, alle aus der Pfarrei Pfelling. P. Basilius Monus.

Kinder aus zweiter Ehe:
1. Walburga get. 5.4.1684. P. Basilius Monus.
2. Gregor get. 30.10.1686. P. Basilius.
3. Mathäus get. 2.2.1688. P. Petrus Dickhart, Pfarrvikar von Pfelling.
4. Magdalena get. 5.5.1689. P. Franziskus Blathiell.
5. Johann get. 16.6.1692. P. Mathäus Hufnagl.
6. Christoph get. 7.25?.1694. P. Gregorius Beckh.
7. Michael get. 9.9.1685. P. Basilius.
8. Johann get. 23.6.1698. P. Romanus Subert.

Die Patenschaft über vorgenannte Kinder leisteten Gregor und Walburga, Bauerseheleute von Pfelling Nr. 26.

Die zweite Ehefrau des Vitus Bogner starb 20.2.1705, wohlversehen. P. Idelphons Hueber.

Der alte Schmied Vitus Bogner Staub 23.2.1709, 60 Jahre alt, unversehen, weil P. Idelphons zu spät gerufen worden war.

6. Der Sohn Matthias hatte die Schmiede übernommen. Derselbe heiratete 3.4.1708 Katharina, des Sebastian Radlbeck, Bauers und Fischers von Pfelling und der Maria. Zeugen: Markus Siebauer von Pfelling, Andreas Loibl, Bauer von Lenzing. Simon Iglberger, Bauer von Pfelling. Wolf Glender, Schmied von Wischlburg. P. Wolfgang Finkh.

Kinder:
1. Walburga get. 13.3.1714. Pate: Wolfgang Hauser, verwitweter Bauer von Allkofen. P. Idelphonsus.
2. Maria get. 15.5.1721. Patin: Maria Hauser, Bäuerin von Allkofen. P. Cölestin.

Mathias Bogner, Schmied in Pfelling, starb im 64. Lebensjahre, mit allen Sterbsakramenten versehen 9.11.1751. P. Cajetan Friedl.

Die Schmiede war an die erstgeborene Tochter des Vitus Bogner und der Margarete, geborne Petzendorfer übergegangen.

7. Walburga Bogner heiratete 13.2.1736 den Mathias Veigl, des Sebastian Veigl + und der Barbara, Schmieds von Neuern in Böhmen.

Zeugen: Jakob Klenderer, Halbbauer in Pfelling und Vitus Edenhofer, Taglöhners daselbst. Georg Radlböck, Fischer in Pfelling und Mathias Bogner, Vater der Braut. P. Godehart Seydl.

Kinder:
1. Michael get. 28.9.1737, Pate: Lorenz Loibl, Bauer von Allkofen. P. Gregorius.
2. Maria get. 9.11.1739. Patin: Maria Loibl, Bäuerin von Allkofen. P. Gregor.
3. Lorenz get. 12.9.1741. Wie vor.
4. Mathias get. 8.2.1744. Pate: Wie vor. P. Odilo Grässl.
5. Johann Bapt. get. 22.5.1745. Pate: wie vor. P. Beda Ziegler.
6. Simon get. 23.10.1747. Pate: wie vor. P. Cajetan.
7. Bartolomä get. 3.8.1749. Wie vor.

Mathias Veigl, Schmied von Pfelling, starb 24.11.1751, 58 Jahre alt, versehen. P. Godehart Seydl.

8. Die Witwe Walburga, geborne Bogner verheiratete sich wieder 2.5.1752 mit Mathias, des Mathias Ammering, Schmied in Wolferskofen + und der Euphrosina, noch am Leben. Zeugen: Jakob Radlböck, Förg und Andreas Mayr, Halbbauer, beide von Pfelling. Mathias Petzendorfer und Wolfgang Mayrhofer, Messner in Pfelling. P. Godehart.

Kinder aus zweiter Ehe:
1. Vitus get. 3.5.1752. Pate: Vitus Loibl, Bauer von Allkofen. P. Gregor Beck.
2. Andreas get. 28.11.1753. Pate: wie vor. P. Godehart.

Walburga Ammering, geborne Bogner, starb 17.10.1772. Pf. Johann Stefan Pflanzelt.

Der Witwer Mathias Ammering verheiratete sich wieder 18.1.1773 mit Maria, des Michael Gierl und der Maria, beide schon verstorben, Bauer von Schambach. Zeugen: Paul Prindl, Bauer im Schambach und Mathias Hauser, Bauer in Allkofen. Johann Arndorfer, Hochzeitlader und Georg Prindl, Bauer in Asam. Pf. Pflanzelt.

Die Ehe blieb kinderlos. Maria Ammering stand nach vielen geduldig ertragenen Schmerzen, am ganzen Leibe geschwollen, 11.7.1785, 50 Jahre alt, mit allen hl. Sakramenten versehen. Pf. Hoffmann.

Nach dem Tode seiner Ehefrau Maria trat der alte Schmied Mathias Ammering 3.8.1785 nochmals an den Traualtar mit Elisabeth Frank, Baderstochter von Aiterhofen. Zeugen: Lorenz Feigl, Inwohner von Oberwinkling, Lorenz Loibl, Bauer von Pfelling und Niklas Arndorfer, Schuster in Pfelling. Pf. Hofmann.

Mathias Ammering wurde auf einer Reise nach Arnsdorf von einer Krankheit plötzlich ergriffen und starb 8.8.1796, versehen und wurde in Arnsdorf begraben. Die Gottesdienste fanden in Pfelling statt.

Seine Witwe Elizabeth, geborne Frank, starb 1.12.1797, versehen. Pf. Deml.

9. Die Schmiede hatte der alte Mathias Ammering seinem Sohne Andreas, geb. 28.1.1752, aus dem zweiten Ehe mit Walburga Feigl, geborene Bogner übergeben.

Andreas Ammering heiratete 15.5.1786 Barbara, des Georg Krebl, Halbbauernvon Ascham, Pfarrei Ittling und der Anna, des Martin Geier, Bauers in Kessnach eheliche Tochter. Zeugen: Georg Geith, Schullehrer in Ittling und Johann Mandl, Schullehrer und Schreiner von hier. Georg Loibl, Söldner von Liepolding und Franz Krebl, Halbbauer in Asham. Pf. Johann Josef Hofmann.

Kinder:
1. Josef geb. 1781 vorhel. + 30.8.1793, 12 Jahre alt an der roten Ruhr. Pf. Hofmann.
2. Johann get. 29.8.1788. Pate: Johann Mandl, Schullehrer und Schreiner von Pfelling. Pf. Hofmann.
3. Sebastian get. 13.1.1792 +. Pate: wie vor. Pf. Andreas Stichauner.
4. Georg Johann get. 24.4.1793. Wie vor.

Andreas Ammering starb 25.11.17 93 an Faulfieber, 40 Jahre alt, versehen. Pf. Andreas Stichauner.

10. Die Witwe Barbara, geborne Krebl, des Andreas Ammering, heiratete einen gewissen Schmied Jakob Resl, geb. 1769, zu Gschwänd, des Jakob Thomas Resl und der Anna Maria Staudinger. Sind in Pfelling nicht getraut worden.

Deren in Pfelling geborenes Kind:
Rosalia geb. 27.1.1795 notgetauft +. Die Wöchnerin Barbara Resl folgte im Tode 13.3.1795, 40 Jahre alt, versehen, ihrem Kinde nach. Pf. Stichauner.

Der Witwer Jakob Resl verheiratete sich wieder mit der Schusterstochter Theres Sebauer von Oberwinkling. Pf. Deml. Sind in Pfelling nicht getraut.

Ihre in Pfelling gebornen Kinder:
1. Theres get. 24.4.17 96. Pf. Stichauner.
2. Michael get. 14.8.1798. Pf. Deml.
3. Anna Maria geb. 14.6.1801. Pf. Deml.

Die Patenschaft hatten Johann u. Theres Mändl, Lehrerseheleute übernommen.

Theres Resl, geborne Sebauer, starb 6.4.1806 an Lungensucht, 40 Jahre alt. Pr. Georg Geiger.

Jakob Resl verheiratete sich wiederum mit Anna Strohmayr, Tochter der Schmiedeheleute Ignaz und Maria Strohmayr von Fierlbach, geb. 11.1.1789 am 9.9.1806. Zeugen: Johann Mändl, Schullehrer und Josef Arndorfer, Schuhmacher von Pfelling. Pf. Georg Geiger.

Kind: Josef geb. 12.2.1808. Pate: Johann Mändl, Schullehrer. Pf. Geiger. Starb 5.1.1815, 7 Jahre alt, an Wassersucht. Pf. Geiger.

Die Mutter Anna Maria, geborne Strohmayr, starb im Kindsbette 16.2.1808, 29 Jahre alt. Pf. Geiger.

Zum drittenmale verheiratete sich der Schmied Jakob Resl 2.5.1808 mit der ?.2.1775 zu Anning gebornen Söldnerstochter Anna Hilner. Zeugen: Josef Grudorfer, Schumacher und Johann Mändl, Schullehrer in Pfelling. Pf. Geiger.

Kinder aus dritter Ehe:
1. Anna geb. 26.11.1804 +
2. Katharina geb. 16.9.1809 + 5 Jahre alt.
3. Anna geb. 17.12.1810.
4. Johann geb. 17.12.1812. + 16.1.1815.
5. Maria Susann geb. 19.11.1814.
6. Jakob geb. 28.8.1817. + 24.12.1876.
7. Josef geb. 21.12.1819.

Die Patenschaft bei den vier ersten Kindern übernahmen Johann und Maria Mändl, Lehrerseheleute, bei den drei letzten Kindern Josef und Anna Maria Dierl, Fischerseheleute von Furt.

Getauft wurden dieselben von Pfarrer Geiger und ab 1815 vom Pfarrer Inkofer.

Jakob Resl, Ausnahmsschmied von Pfelling, starb am Wassersucht, 1.2.1845, versehen, 76 Jahre alt. Pf. Georg Lang.

Dessen dritte Ehefrau Anna, geborne Hilmer, Austragsschmiedwitwe, starb 19.4.1846 an Altersschwäche, versehen, 73 Jahre alt. Pfarrer. Lang.

Anna Maria Resl, ledige Schmiedstochter, starb 6.12.1865, versehen, 65 Jahre alt. Pf. Zeitler.

Josef Resl, lediger Schmiedsohn, starb 12.2.1862 an Lungensucht und Abzehrung, versehen, 41 Jahre alt. Pf. Zeitler.

Jakob Resl, lediger Inwohner von Pfelling, geb. 21.8.1817 zu Pfelling, des Jakob Resl, Schmied und der Anna, geborne Hilmer, heiratete 24.12.1876, die ledige Anna Bruckmayer, geb. 19.4.1852 zu Plattling, Tochter der ledigen Inwohnerin Anna Bruckmayer. Zeugen: Josef Wiesmann, Wagner und Franz Schuhbauer, Mauerer von Pfelling. Pf. Zeitler.

11. Die Schmiede überkam die Tochter Anna. Diese verheiratete sich 8.7.1834 mit dem Schmiede Johann Ev. Hartmann, des Josef und der Anna, geborne Ziegler, Halbbauereheleute von Aholfing.

Zeugen waren: Michael Sailer, Müller und Johann Radlböck, Bauer von Anning. Pf. Kettl.

Kinder:
1.Josef geb. 20.4.1835. Pate: Josef Steinberger, Zimmermann von Bogen. Pf. Kettl.
2. Johann Bapt. 22.6.1837. Pate: Wie vor. Pf. Lang.
3. Anna geb. 27.5.1839. Wie vor.
4. Franz Xaver geb. 11.4.1842.+ Pate: wie vor. Pf. Lang.
5. Franz Xaver geb. 14.5.1844. Wie vor.

Hartmann veräußerte sein Schmiedeanwesen in Pfelling an einem gewissen Ignaz Handl, Schmidsohn von Sünching.

12. Ignaz Handl, angehender Schmied zu Pfelling, geb. 17.1.1810 in Geiselöring, des Johann Handl und der Elisabeth, geb. Kack, heiratete 12.1.1846 die Theres Altweck, geb. 11.3.1821 zu Haidenkofen, des Leonhard Altweck und der Barbara, geb. Renner, Bauer von Haidenkofen, Pfarrei Sünching.

Zeugen: Johann Handl, Schmied von Sünching und Kaspar Altweck, Bauer von Haidenkofen. Pf. Georg Lang.

Kinder:
1. Helena geb. 13.8.1846 +. Pate: Alois Hutterer, Wagner von Pfelling. Pf. Lang.
2. Helena geb. 13.4.1847. Patin: Helena Handl, Schmiedstochter von Sünching.

Ignatz Handl veräusserte seine Schmiede alsbald wieder an den Schmied Thomas Schmidhuber.

13. Thomas Schmidhuber, geb. 10.12.1818, des Thomas Schmidhuber und der Barbara Sedlmaier, lediger Schmied von Pfelling, heiratete 3.7.18 49 Walburga Elisabeth Buchdobler, Brunngräberstochter von Pfelling, geb. 18.11.1815, des Wolfgang Buchdobler und der Maria Zaglauner in Wald. Zeugen: Josef Buchner und Johann Prebeck. Pf. Siegert.

Kinder:
1. Heinrich geb. 22. Juni 1848. Legitimiert.

14. Heinrich Schmidhuber, lediger Schmiedsohn von Pfelling, heiratete 12.5.1870 die ledige Maria Piller, geb. 11.9.1846 des Josef Piller und der Anna Aigner, Austragswirt von Kalteck. Zeugen: Johann Prebeck und Josef Wiesmann, Wagner von Pfelling. Pf. Zeitler.

Kinder:
1. Heinrich geb. 9.2.1871 + 23.2.1875. Pate: Wolfgang Drechsler von Liepolding. Pf. Zeitler.
2. Wolfgang geb. 2.4.1874 + Wie vor.
3. Josef geb. 26.2.1876. Wie vor.
4. Heinrich geb. 2.12.1878.
5. Ludwig geb. 25.7.1881. Pate: Wie vor. Pf. Sebastian Kindl von Oberwinkling.
6. Anton von Padua geb.24.3.1884.+. Pate: wie vor. Pf. Krieger.
7. Rosalie geb. 2.5.1887? Patin: Rosalie Drechsler. Pf. Krieger.
8. Anna geb. 10.6.1891. + Patin: wie vor. Pf. Mitterer.

Schmiedhuber Thomas, Austragsschmied von Pfelling, starb 16.5.1891 an Altersschwäche, 73 Jahre alt. Pf. Mitterer.

Schmiedhuber Walburga war schon 21.11.1868 an Lungenleiden, 53 Jahre alt, gestorben. Pf. Zeitler.

Schmiedhuber Maria, Ehefrau des Heinrich Schmiedhuber, starb 23.3.1898, an Uterusverhärtung, 53 Jahre alt. Pf. Friedl.

Schmiedhuber Heinrich, Ausnahmsschmied von Pfelling starb 1.2.1925 an Herzschwäche, 77 Jahre alt. Versehen. Pf. Straßer. Derselbe war ein Mann der sich zum allen Ämtern gebrauchen liess. Ehre seinen Andenken in der Pfarrgemeinde Pfelling für immerdar.

15. Die Schmiede übernahm der Sohn Josef. Derselbe verheiratete sich 7.6.1905 mit Rosina Bachl, geb. 30.10.1885. Zeugen: Heinrich Schmiedhuber, Schmied von Pfelling und Wolfgang Bachl, Bauer vom Breitenweinzier. Pf. Ritzinger.

Kinder:
1. Rosa geb. 17.9.1905. Pate: Josef Deschl, Bauersohn von Breitenweinzier. Pf. Ritzinger.
2. Katharina geb. 22.12.1906. Patin: Katharina Oischinger, Bäuerin von Liepolding. Pf. Ritzinger. Tragt ins Kloster.
3. Josef geb. 15.1.1908 +. Pate: Xaver Oischinger von Liepolding. Pf. Ritzinger.
4. Maria geb. 24.11.1908. Wie vor.
5. Theres geb. 18.4.1910. Wie vor.
6. Josef geb. 10.3.1911. Wie vor.
7. Theres geb. 17.8.1913. Patin: wie vor. Pf. Strasser.
8. Berta geb. 18.4.1918. Wie vor.

Josef Schmiedhuber und Rosina, Schmiedmeisterseheleute haben derzeitig die Schmiede in Pfelling inne.

Ende!

Quellen: Deutsche Gaue: Die Dorfschmiede Band 27, Seite 34.
Bayer. Staatsarchiv Landshut.
Pfarrarchiv Pfelling.

 

Die Geschichte von Hausnummer 22 in Pfelling, jetzt eingegangen. Der sogenannte ehemalige Bachbauernhof.

Verfasst von Pfarrer Simon Strasser von Pfelling 1928.

Im unteren Teil der ehemaligen Hofmark Pfelling an der Straßenbiegung etwas erhöht vom Bachufer stand ein Hof, der Bachbauernhof genannt, bestehend aus dem Haupthofe und einer Nebensölde. Von 10,18 Tgw. hatte der Pfarrer allein den ganzen Zehent, dagegen von 11,24 Tgw. ging derselbe in drei Teile.

Nach der Fassion von Jahre 1808 wird der Hof beschrieben wie folgt:

Nummer des Besitzes 20. Beim Loibl, Georg Brebeck.

Gegenstand des Besitzes: a. Das ¾ Loiblgut. b. Gemeindeanteil im Gemeindeberg. Ein Teil hinterm Loiblstadel.

Dominikalverhältnisse: a. Vogtbar b. Grundbar zum Landgerichte bezw. Rentamte Mitterfels. c. Zehent. Über die Hälfte der Felder: die Pfarr Pfelling ganz, von der zweiten Hälfte das Rentamt Mitterfels 1/3, 1/3 für die Pfarr, 1/3 Sct. Johann.

Steuer: 6 fl. 6 kr.
24 fl. 24 kr.
Fourage 3 fl. 30 kr.
Vorspannanl. 37 kr. 4 hl.
Zu Beigütl Recognition: 1 fl 50 kr.
Summe: 36 fl. 27 kr. 4 hl.

Eidliche Schätzung: 1530 fl. Fatierter Wert: 900 fl. Amtliches Gutachten: 2180 fl. Steuerkapital: 2180 fl. Neue Besteuerung: 2 fl. 43 kr. 4 hl. Die Gründe des Zubaugütls können vom Hauptgute nicht mehr ausgeschieden werden.

Nach dem Steuerkataster von Jahre 1831 setzt sich der Besitz in einzelnen zusammen: Hausnummer 22 Johann Prebeck, Äcker: 21,94 Tgw., Wiesen: 2,78 Tgw., Gärten: 0,10 Tgw., Waldlungen: 32,83 Tgw., Haus- und Hofraum 0,29 Tgw., zusammen: 57,94 Tgw.

Die Waldlungen bestanden aus den Plnr. 409 zu 21,32 Tgw. Der ganze vordere Steinberg, welchen jetzt Klarl, Speditör in Bogen in Besitz hat, dann noch etwas 7 Tgw. bei Stegholz.

Besitzer des Bachbauernhofes.

Als erster urkundlich beglaubigter des zum Kloster Gotteszell seit 1290 grundbaren Hofes erscheint ein gewisser Achatius Eberl, er stiftete für sich und seine Ehefrau Margareta zum Sct. Margaretengotteshaus zu Pfelling einen Jahrtag mit Vigil und Libera mit Armenbrodspende, wofür ein zeitlich ? Pfarrer in Pfelling 34 kr. 3 hl. und für das Almosen 30 kr. ausgesetzt waren. Das unbekannte Stiftungskapital schein 50 fl. betragen zu haben.

Das Jahr der Stiftung ist nicht bekannt. Aber in der Rechnung vom Jahre 1630 kommt dieser Jahrtag mit zwei anderen als bereits seit längerer Zeit bestehende Stiftung vor. Die Stiftung durfte schon vor dem 30.jähr. Kriege gemacht worden sein.

2. Dann folgt ein Hans und Margareta Eberl. Von diesen ist in einem Prozessakte, welchen Johann Georg Loibl, Brauer im Markt Bogen mit der Gemeinde Bogen wegen der sogenannten Kammerau, einer Feld und Wiesenfläche von 1 ¼ Tgw. beim Buckel über dem Anninger Bächlein beim Einfluss in die Donau gelegen, auch Hermannacker genannt, dem Gerichte Schwarzach zu führen hatte, nachdem ihm die Gemeinde dieses Kamerallehen, das er 1761 käuflich an sich gebracht hatte, streitig gemacht hatte.

Im Berichte des Kanzlers und Lehenspropstes Strähl in Straubing vom 15. März 1763 heisst es: In dem nämlichen Kamerallehensbuch unter der Rubrik Mitterfels folgt fol. 34. Hanns Eberl von Pfelling hat als Lehensträger seiner Hausfrau Margareta die ¾ eines Tagwerk Wiesmath im Pfellinger Feld zum Lehen empfangen, davon zu Lehen Gilt bezahlt. Welch letzters Lehen jedoch vor mehr als 130 Jahren nicht mehr zur Belehnung bekommen und in der hiesigen Lebensmatrikel keine Spur vorhanden, so daß man viel Nachfragen über solch unbekannte gewesene Lehnsstücke gehalten.

Vor einigen Jahren erkundete man sich mehreres und es zeigte sich, daß Gelegenheit das Lehnsstücke fol. 33 besichtigt wurde. Es war eine öde Flur von ¾ Tagwerk, die völlig mit Hagedornen bewachsen gewesen. Ich nahm keinen Anstand solch öden Grund als das abgegangen Lehen fol. 34 zu halten, teils wegen der Anligenheit des ersten Lehen fol. 33. und teils wegen der zutreffende Grösse von ¾ Tagwerk. Habe solches dem Eingangs besagten Loibl, da er das fol. 33 auf der Gant an sich erkauft, zugleich anno 1761 mit zu Lehen mit dem Auftrage verliehen, daß er das öde Stück sobald als möglich wiederum auch zu Nutzen bringen soll. Loibl hat diesem Grund in einen nutzbaren Stand gebracht und mit Brein anbauen können.

Die Gemeinde Pfelling opponierte hingegen und sucht dem Loibl einem Prozess an den Hals zu werfen. Ich riet dem Loibel, da er wohl zehnmal mehr verstreiten würde als der Grund quaestiones wert sei, die Sache abzuschneiden. Das der Inhalt des Berichtes des Lehenspropstes Strähl soweit wie er das Lehen betrifft, das vor Zeiten der Hanns Eberl von Pfelling innegehabt hatte. Nachdem in dem Berichte angegeben, daß das Lehen seit 130 Jahren nicht mehr vergeben und der Bericht von Jahre 1763 stammt hätte demnach Hanns Eberl 1633 gelebt.

In dem gleichen Berichte genannte Sebastian Eberl von Anning, Lehensinhaber des Klosterhofes Oberaltaich Hausnummer 68, welcher nach dem Berichte des genannten Strähl vor Jahren den sogenannten Hermannsacker, neben dem Lehen des Hans Eberl von Pfelling zu Lehen trug, scheint ein Bruder des Pfellinger Eberls gewesen zu sein und starb 27.11.1616.

Seine Ehefrau hieß Ursula, welche sich 30.7.1647 mit dem Witwer Mathias Wirt von Hinterbuchberg wiederum verheiratete (Siehe Geschichte des Oberaltaicher Klosterhofes Hausnummer 68 im Anning.)

Über Hanns Eberl und seine Ehefrau enthalten die Pfarrbücher nichts. Sie scheinen vor Anlegung derselben bereits verstorben zu sein.

Im Jahre 1633 waren die Weimarschen Reiterhorden von Oberaltaich auch in das benachbarte Dorf Pfelling gekommen, hatten geraubt und geplündert und niedergebrannt. Der Eberlhof wird wohl das traurige Schicksal geteilt haben, wie die anderen. Der verödete. Noch 1648 schreibt Pfarrer Vitus Sayn von Oberwinkling, der die verlassene  mit Pfarrei Pfelling pastorierte, daß das halbe Dorf Pfelling noch öde liege und in der Kirchenrechnung vom Jahre 1650 ist erwähnt, daß noch die Hälfte der ehemals giltpflichtigen Häuser noch unbemeiert seien.

3. Wer nach dem Tode des Hanns Eberl den Bachbauerhof unmittelbar zu Lehen bekommen hat, ist nicht zu ermitteln. Vielleicht war derselbe eine Zeitlang mit dem unteren Maierhofe, dem Steghof, wirtschaftlich vereinigt und wurde von der Familie Loibl betreut, welche seit 1645 den Steghof vom Abte zu Gotteszell zu Lehen trug. Der Hof kam aber wieder an die Familie Eberl, welche auch im breiten Praitenweinzier Familienglieder hatte.

4. Michael Eberl und Maria aus Breitenweinzier. Dieselben sind nicht in Pfelling getraut.
Deren in Pfelling geborene Kinder:
1. Katharina get. 14.10.1687. Patin: Walburga Piller von Bogen. P. Rupert Kleuber.
2. Maria get. 30.12.1691. Patin: Maria Flur von Loham. P. Mathäus Huefnagel.
3. Eine ältere Tochter Elisabeth, nicht in Pfelling geboren, des Michael Eberl und der Maria, dessen Eheweibes aus Breitenweinzier, beide seligen Andenkens, heiratete 3.8.1707 den Schmiedsohn Mathias Pogner von Pfelling.
Zeugen: Peter Loibl aus Unterwinkling und Nikolaus Falkh von Hagg, Georg Roth von Hundeldorf und Gallus Alkofinger von Alkofen. P. Caspar Mühler.

Maria Eberl, geb. 30.12.1691, heiratete den verwitweten Michael Hainz von Rankam, Pfarrei Hunderdorf. Zeugen: Stefan Pielmair, Bauer von Ringlberg und Wolfgang Schwarzensteiner, Bauer von eben dort. Johann Loibl, Bauer von Pfelling und Baltasar Pielmair von Breitenweinzier. P. Idelphonsus.

Michael Eberl, Bauer in Pfelling zahlte der Natur den Tribut 30.8.1693. P. Gregorius Beckh.

5. Dessen Witwe Maria verheiratete sich wieder 9.2.1694 mit Jakob Albertskirchner von Hohenwieden, Degernbacher Pfarr, des Johann Albertskirchner, verstorbenen Bauers und der Barbara, noch am Leben, ehel. Sohn.
Zeugen: Thomas Albertskirchner von der Widn, Abraham Teschl vom Schwarzach, Mathias Iglberger von Pfelling und Vitus Eberl von Breitenweinzier. P. Gregorius Beckh.

Kind: Maria get. 16.1.1696 +. Pate: Sebastian Spalteneder, Taglöhner in Pfelling. P. Gregorius Beckh. Das Kind ist nach dem Tode des Vaters geboren.

Jakob Albertskirchner, Bauer von Pfelling starb nämlich schon 2.12.1695, vorher mit allen Sakramenten versehen. P. Gregorius Beck.

Maria Albertskirchner, vorverehel. Eberl, starb in Wochenbette 22.1.1696, vorher mit allen hl. Sakramente versehen. P. Gregorius Beckh.

Nun kam auf den Bachbauernhof ein neuer Maier.

6. Johann Loibl von Sandhof, gebürtig ehel. Sohn des Paul Loibl und der Margareta, dessen verst. Ehefrau heiratete 1. März 1696 Maria, des Bartholomä Bluemb auf dem Lohhof und der Ursula, dessen verst. Ehefrau ehel. Tochter, alle aus der Pfarrei Degernbach.

Zeugen waren: Gregor Loibl von Pfelling, Augustin Aumer von Edenhof und Vitus Eberl von Breitenweinzier, Georg Obermayr von Anning. Alle Bauern. P. Gregor.

Kinder:
1. Lorenz get. 3.8.1697. Pate: Markus Siebpauer, Bauer von Pfelling. P. Pirminius Klain.
2. Katharina get. 21.10.1698. Patin: Walburga Siebpauer, Bäuerin von Pfelling. P. Roman Subert.
3. Josef get. 9.3.1700. Pate: Wie vor. P. Roman Subert.
4. Gregor get. 10.2.1702. Wie vor.
5. Walburga get. 19.9.1705. Patin: wie vor. P. Idelphons Hueber.
6. Georg get. 14.3.1706. Pate: wie vor. P. Caspar Müller.
7. Martin get. 7.11.1709. Pate: Wie vor. P. Michael.
8. Gregor get. 11.3.1711. Wie vor. Ist 1749 auf der Pfellinger Kirchensölde.
9. Franziska get. 4.10.1712. Wie vor.
10. Magdalena get. 4.5.1714. Patin: Wie vor. P. Idelphons. Heiratete 8.3.1734 Mathias Pezendorfer, Bauerssohn von Pfelling, Hausnummer 13.
11. Margareta get. 19.7.1716. Wie vor.

Maria Loibl, geborne Bluemb, von Lohhof starb 25.10.1717 mit allen hl. Sakramenten versehen, im 40. Lebensjahre. P. Idelphons Hueber.

Der Bachbauer Johann Loibl blieb zunächst Witwer.

Aber am 9. Februar 1733 verheiratete er sich mit Rosina, des Georg Schemmerer, Bauers von Entau und der Eva, beide noch am Leben.

Zeugen: Andreas Pogner von Breitenweinzier und Johann Mühlbauer, Schulmeister in Pfelling. P. Godehard. Rosina Schemmerer ist im Taufbuch nicht eingetragen. Müsste nach dem Geburtszeit der anderen Schemmerischen Kinder 1703 geboren sein. Wäre also bei ihrer Verheiratung nur 30 Jahre alt gewesen, während Johann Loibl schon 67 Jahre zählte. Er wird als Gütler von Pfelling angegeben. Scheint also auf das Nebengütl gezogen zu sein, während wahrscheinlich seine Kinder das Hauptgut bewirtschafteten.

Der starb von Alter und Arbeit aufgezehrt 25.4.1738, versehen, 72 Jahre alt. P. Gregor Amann.

Es scheint das keines der Kinder des Johann Loibl das Bachbauerngut zu übernehmen im Stande war. Der Hof kam in fremde Hände.

7. Es erhielt denselben Andreas Mayr vom Lohhof.

Am 10.2.1743 sind getraut worden Andreas Mayr, des Michael Mayr, Bauers in Lohhof und der Elisabeth, dessen Ehefrau, beide noch am Leben, ehel. Sohn und Maria Streissl, des Thomas Streissl, Halbbauers von Pfelling, wo schon verstorben, Nr. 24 und der Margareta, dessen Ehefrau, noch am Leben, ehelich. Tochter. Zeugen: Jakob Millbauer, Schuster in Pfelling und der Wolfgang Edenhofer, Söllner in Liepolding. Georg Stadler, Weber in Pfelling um Michael Streissl, Söllner in Pfelling. Nr. 25. Kirchensölde. P. Gregor Amann.

Kinder:
1. Marie Rosina get. 8.1.1744. Patin: Maria Rosina Lechner, Bierbräuerin von Pogen. P. Odilo Gräßl.
Diese heiratete 13.10.1788 den Georg Loibl auf der Kirchensölde.
2. Johann Georg get. 31.3.1745. +. Pate: Johann Georg Lechner Bräuer in Bogen. In dessen Verhinderung hob das Kind Herr Gregor Amann, Senator von Bogen aus der Taufe. P. Beda Ziegler.
3. Andreas get. 3.8.1746. Wie vor. Starb ledigen Standes 11.4.1774. Pf. Pflanzelt.
4. Johann Nepomuk get. 16.5.1748. Pate: wie vor. P. Cajetan Friedl. Starb ledigen Standes 17.8.1800, 50 Jahre alt, versehen. Pf. Deml.
5. Andreas get. 29.4.1748. Wie vor.
6. Anna Maria get. 9.5.1752. Patin: Rosina Lechner, Bräuerin von Bogen. P. Gregor. Starb 30.7.1764. Pf. Pflanzelt.
7. Johann Michael get. 29.9.17 54. Pate: Georg Lechner, Bierbrauer von Bogen. In dessen Stellvertretung: Josef Wagner, Fischer in Markt Bogen. P. Godehard Saydl.
8. Jakob get. 28.6.1756. Pate: wie vor. P. Godehard.
9. Maria Rosina get. 30.3.1758. Patin: wie vor. P. Anselm, Cooperator von Bogenberg.

Maria Mayr, verheiratete Halbbäuerin von Pfelling, Hausfrau des Andreas Mayr, starb mit allen Sterbsakramenten versehen im 71. Lebensjahre, am ganzen Leibe geschwollen. Pf. Josef Hofmann.

Der alte Andreas Mayr trat noch in den Ehestand. Derselbe verheiratete sich 6.10.1788 mit der Witwe des Gregor Loibl, Söldners von Pfelling, Maria, deren Vater war Georg Fruhstorfer, Bauer in Oberbischlberg, Pfarrei Degernbach. Gregor Loibl hatte die Pfellinger Kirchensölde Nr. 25 inne gehabt.

Zeugen: Simon Schatz, Weber von hier. Georg Loibl, Söldner, Johann Mändl, Schullehrer und Mesner und die Josef Loibl, Häusler und Taglöhner von hier. Pf. Hofmann.

Am 13.10.1788 verheiratete sich dann Georg Loibl, der Sohn des Gregor und der Maria Loibl, nunmehr verehelichte Mayr, mit der Tochter des Andreas Mayr Rosina. So daß also die Mutter den Vater der Braut ihres Sohnes zur Ehe genommen.

Maria Mayr, die zweite Ehefrau des Andreas Mayr, geborne Fruhstorfer, erstverehelichte Loibl, starb 13.9.1793, mit allen hl. Sterbsakramenten versehen an der Ruhr, welche auch bei anderen wiederholt herrschte. Pf. Andreas Stichauner.

Andreas Mayr, verwitweter Halbbauer von Pfelling starb 8.1.1798. Pf. Deml Josef.

Den Bachbauernhof scheint keines der Kinder des Andreas Mayr haben übernehmen zu können.

Eine neue Zeit waren am Anbruche. Das Kloster Gotteszell ward 1803 aufgehoben, alle bisherigen Rechte des Grundherren gingen auf den Bayer. Fiskus über. Nun hatten die Bauernschaft ihre Gilten nicht mehr an dem Abt und das Kloster zu leisten, dafür aber erhielten sie im Rentamte in Mitterfels und dessen Beamten einen weit strengere und minder nachsichtigen Grundherrn. Das war vielleicht die schwerste Enttäuschung der Bauernschaft, welche sich von dem Klosterraube auch eine bessere Zukunft erhofft haben mochte. Den Bauchbauernhof scheint Jakob Preböck auf dem Oberhofe Hausnr. 1 für seinen Sohn Georg erworben zu haben..

8. Georg Prebeck, Bauerssohn und angehender Söldner, geb. 16.12.1775 zu Pfelling, des Jakob Prebeck und der Magdalena Loibl heiratete 17.4.1804 Anna Maria Muhr, Söldnertochter von Pfelling Nr. 24, des Josef Muhr und der Therese, geborne Stadler, geb. 24.2.1780. Zeugen: Josef Muhr, Söldner und Michael Sagstetter, Bauer in Pfelling. Pf. Josef Deml.

Kinder:
1. Johann Georg geb. 19.2.1805. Pate: Andreas Gill, Häusler von Eben. Vertreten durch seine Ehefrau Theres. Pf. Josef Deml.
2. Maria Theresia geb. 7.4.1806. +. Patin: Theres Gill, Gütlerin in Eben. Pf. Georg Geiger.
3. Jakob geb. 6.7.1808. Pate: wie vor. Georg Geiger Pf.
4. Anna Maria geb. 1.9.1811. Patin: wie vor. Deml Josef freires. Pfarrer in Pfelling.

Anna Maria Prebeck, verheiratete Halbbäuerin von Pfelling, starb 2.9.1811 an den Folgen der Geburt, 25 Jahre alt. Pf. Georg Geiger.

Der Witwer Georg Prebeck verheiratete sich wieder 10.2.1812 mit Theres Zellner, lediger Bauerstochter von Netzstuhl, Landgerichts Mitterfels, geb. 1788 zu Netzstuhl, des Thomas Zellner und der Theres Loibl.

Zeugen: Johann Mändl, Schullehrer und Josef Arndorfer, Schumacher von Pfelling. Pf. Georg Geiger.

Kinder aus zweiter Ehe:
1. Anna geb. 4.10.1812. + Patin: Anna Loibl, Bäuerin von Allkofen. Pf. Georg Geiger.
2. Johann Ev. geb. 10.11.1814. Patin: Andreas Loibl, Bauer von Allkofen. Pf. Geiger.
3. Maria geb. 29.11.18 21. Patin: wie vor. Pf. Kroiß.
4. Michael geb. 29.9.1819.  + 13.8.1829. Pate: wie vor. Getauft von Georg Schreiner, Pfarrer von Oberwinkling.

Prebeck Georg starb 10.6.1831 am der Wassersucht, 56 Jahre alt. Alois Hayder Pfarrer.

Theres Prebeck, geborene Zellner, Austragsbäuerin von Pfelling, starb 2.12.1844 an Lungenfäule, 67 Jahre alt, versehen. Pf. Georg Lang.

Das Anwesen hatte der Sohn Johann übernommen.

9. Johann Prebeck, ½Bauersohn und Besitzer des väterlichen Anwesens, am unteren Prebeckgute, geb. 10.11.1814 zu Pfelling, Sohn des Georg Prebeck und der Therese, geborne Zellner, heiratete 24. 7.1837 die Theres Geiger, Bauerstochter im elterlichen Hause zu Scheften, geboren 16.6.1812, des Georg Geiger, Bauers von Scheften, Pfarrei Parkstetten, und der Walburga, geborne Puchner. Zeugen: Karl der Große Kleiner, Schulprovisor und Josef Heigl, Schneider von Pfelling. Pf. J. Georg Lang.

Kinder:
1. Johann Ev. geb. 24.12.1838 + 7.12.1843. Pate: Wolfgang Wagner, Halbbauer vom Hofdorf, Pfarrei Hunderdorf. Pf. Georg Lang.
2. Anna Maria geb. 10.2.1841 + Patin: Anna Maria Wagner, Halbbäuerin vom Hofdorf. Pf. Lang.
3. Theres geb. 7.8.1845. Patin: Magdalena Petzendorfer, Bäuerin von Entau. Pf. Lang.

Theres Prebeck, geborne Geiger von Scheften, starb 22.12.1847, an Wassersucht, 35 ½ Jahre alt, versehen. Pf. Lang.

Der Witwer Johann Prebeck verheiratete sich weder 12.6.1849 mit Katharina Schreiber, geb. 4.5.1823 zu Pfelling, des Josef Schreiber und der Anna Laschinger (Früher Steghofbauer, dann in Anning auf dem Oberaltaicherhof Nr. 71). Zeugen: Jakob Prebeck und Josef Schreiber. Pf. Siegert.

Aus der Ehe des Johann Prebeck mit Katharina Schreiber entstammen nachfolgende Kinder:
1. Johann Bapt. geb. 24.1838? + Pate: Georg Petzendorfer, Bauer von Entau. Pfarrer: Leonhard Siegert. +
2. Anna geb. 12.7.1853. Patin: Magdalena Petzendorferin, Bäuerin von Entau.
3. Johann Bapt. geb. 10.7.1855 + 7.6.1860. Patin: wie vor. Pfarrer Sigert.
4. Georg geb. 27.4.1853. Pate und Pfarrer: Wie vor.
5. Helena geb. 14.5.1859 + Patin und Pf: wie vor.
6. Anna Maria geb. 15.9.1862. + Patin: wie vor. Pf. Zeitler.

Johann Schreiber hatte anfangs der siebziger Jahre auch das Anwesen Hausnummer 10, den früheren Siebauerhof, aus welchen seine zweite Frau Katharina Schreiber stammte, inne. Dieses Sölde übergab Johann Prebeck 1880? seinem Sohne Georg. (Siehe Geschichte von Hausnr. 10 in Pfelling).

Katherina Prebeck, geborene Schreiber, starb 17.5.1884 an Herzwassersucht, 61 Jahre alt, versehen. Pf. Krieger

Hausnummer 22 beim Schmidprebeck ging ein, wurde niedergerissen und mit Hausnummer 10 Georg Prebeck vereinigt. Ende der 80ziger Jahre.

Der Alte Johann Prebeck, verwitweter Ausnahmbauer, starb 10.8.1859 an Wassersucht, 85 Jahre alt, versehen. Pfarrer Josef Friedl.

Georg Prebeck verkaufte die zu Anwesen Hausnummer 22 früher gehörigen Felder. Ein großer Teil kam an Hausnummer 24, Muhr, jetzt Geiger in Pfelling und an kleinere Leute.

Ende.

Quellen: Staatsarchiv Landshut. Pfarrarchiv Pfelling.

 

Geschichte der Fischersölde der ehemaligen Hofmark Pfelling. Seit 1290 grundbar zum Kloster Gotteszell.

Verfasst von Pfarrer Simon Straßer von Pfelling 1928.

Zur ehemaligen Hofmark Pfelling gehört es seit der Einwanderungszeit des Sippenführers Pholo auch das innerhalb der Marchung gelegene Fischwasser auf der Donau. Wald, Weide und Gewässer waren ursprünglich in gemeinsamer Nutzung der unter Zwing und Bann stehende Markgenossen. Da natürlich die Fischerei bestimmte Kenntnisse erforderte, auch Handwerkszeug, so war die Fischerei einem bestimmten Manne zur Ausnutzung über tragen und so entstand die Fischersölde im unteren Teile der Niederlassung. Hausnummer 23 (eingegangen) Fischerei und Urfahr waren bis zum 19. Jahrhundert getrennt. Das Fischwasserrecht war durch die Marchgrenzen, welche sich nicht bloß auf dem rechten, sondern auch noch auf dem linken Donauufer hinzogen, beschränkt. Siehe das nähere aus dem Prozesse über das Fischwasserrecht unten.

Bis zum Jahre 1100 war der Fischfang noch frei, 100 Jahre später lesen wir schon von Schankungen durch den Herzog, der das Fischwasser als sogenanntes Regale in Anspruch nahm.

So werden in Pfelling die Urmaier und ihre Nachfolger, die Hofmarksherren, wie von allen übrigen Hofeingesessenen, die ihnen grundbar waren, auf vom Fischer Abgaben in natura, d.h. in einem gewissen Quantum von Fischen gefordert haben.

1290 ging dann dieses Recht auf das von Heinrich dem Jüngeren von Pfelling gestiftete Cisterzienserkloster Gotteszell über. Es wird Fischerei in ausdrücklich in der Bestätigungsurkunde des Herzogs Otto vom Jahres 1294 als Schenkung genannt.

Für das Kloster bildete die grundbare Fischersölde in Pfelling einen außerordentlich wertvolles Objekt, da der Orden sehr streng keinen Fleischgenuss gestattete und die fischreiche Donau den Brüdern im bayer. Waldkloster eine willkommene Abwechslung in der Küche lieferte. Denn die wenige Fische, welche die Teisnach lieferte, hätten nicht hingereicht, um die Gaumenlust des Herrn Prälaten in Gotteszell oder seiner hohen Gäste zufrieden zu stellen.

Besitzstand der Fischersölde.

Nach der Fassion von Jahre 1808, wo die Fischersölde schon der Ufersölde vereinigt war, umfasste dieselbe ¼ Hoffuß.

Hausnummer 21. Beim Förgen Josef Sollinger.

Gegenstand des Besitzes: a. Die Fischersölde ¼ Hof. b. Gemeindeteil. c. Die reale Fischergerechtigkeit.

Dominikanerverhältnisse: a. Vogtbar zum Landgerichte. b. Grundbar zum Rentamte. c. Zehentbar: 1/3 zum Rentamte, 1/3 zur Pfarrei Pfelling, 1/3 zu Sct. Johann.

Die bisherige Staatsauflagen:
Steuer:2 fl. 25 kr. 3 hl.
9 fl. 4 kr. 4 hl.
Fourage: 1 fl. 45 kr. 5 hl.
Vorspannanalge: 18 kr. 5 hl.

Eidliche Schätzung: 1200 fl.
Fatierter  Wert: 100 fl.
Amtliches Gutachten: 1715 fl.
Steuerkapital: 1715 fl.
Neue Besteuerung: 2 fl. 85 kr.

Ohne die Fischergerechtigkeit zu schätzen.

Es waren 13 Äcker, welche zur Fischersölde gehörten.

Nach dem Steuerkataster von Jahre 1831, wo die Sölde schon mit dem Uferanwesen vereinigt worden war, blieben bei der Hofstätte:

Nr. 23. Das Kastenberghäusl: 2,22 Tgw. Äcker, 2,35 Tgw. Wiesen 0,49 Tgw. Garten, 0,08 Tgw. Haus- und Hofraum. Im Ganzen 5,24 Tgw. Hinten im Garten, der Donau zu, war ein Weiher gewesen, in welchen der Fischer seine Fische aufbewahrte, derselbe ist trocken gelegt und zum Felde geschlagen.

Inhaber des Fischerlehens.

1. Als erster urkundlich nachweisbarer Fischer in Pfelling erscheint und 1515 ein gewisser Lukas. Dessen Familie wohl schon lange Zeit vorher in Pfelling ansässig gewesen. Von dieser Familie hören wir in dem Prozesse der wegen des Fischwasserrechtes zwischen dem von Gotteszell und Osterhofen entstanden war. Der Sachverhalt ergibt sich aus dem Abschiede des Herzog Ludwig in Bayern de anno 1515, welcher folgenden Wortlaut hat.

Spruchbrief von Herzog Ludwig in Bayern umb das Frischwasser auf der Donau zu Pfelling de anno 1515.

Wür, des Durchlauchtgigsten  und genedigen Herrn Herzog Ludwig in Bayern, Statthalter und Rete zu Straubing thun kundt offentlich mit dem brief gein allermenigeliche, Als sich zwischen dem erwürdigem in Gott Vattern Harrn Michael Abte zu Gotteszell als Grundherrn, Lukassen seines Fischers zu Pfelling aines und des Wüdtogen Prior und Convents Unser Lieberfrauenbrueder Klosterunterthanen Stefan Fischer zu Entau verschafft lassen, Vischers Brueders andertails, die Fischents und Fischerei Betreffent des Donauflusses, beim Valtor unterhalb Ainprach in der Thonau und innerhalb desselben Wasserstrombs am Augraben, darüber ein hilzerner Steg geet und zunechst beim prückhlein oberhalb Pfelling gelegen sich anfachent und zu Entau am Stettengraben, auch entgegenyber bey dem Rain zwischen dem bemelten Prelathen Grundte und ainen Hof gein Welchenberg gehörig, genannt Lenzing, sich andtente, ain zeitlang Irrung und Spann gehalten, also daß sich gedachter Stefan Fischer bemelts Wassers in rhueigen gebrauch, den erlich beybringen und beweisen möchte, auch des yber genuegsam Praescription und ersessung im inhaben zu sein, daß es zu fischen macht haben beriemt, daß ihme niemahls durch gedachten Prelathen, nachdem sein Fischer Lukas derenden auch zu fischen hette zuvor understanden bittend Ihme desselben nur entwenen, sondrn dabey genediglich bleiben zu lassen. So hat gedachter auch sein Fischer angezeigt, Stefan Fischer hette gleichwohl lange Jahre derenten gefischt und um sein mieung auf solchem Wasser zusambt dem seine, so sich von obgemelten underen Marchen etz ungefährlich gein Erlbach am Farm strecken sollte, gearbeitet. Das war aber allein mit hinterlassung und vergienstigung eines Prelathen zu Gotteszell und bemeltes seines Fischers, dem er Stefan darum in die Stüfft gegangen und dasselbe vergult, beschehen.

So ihme dan soch Wasser zu fischen weither nimmer verlassen worden, hette Er nichts weniger für und für gefischt. Ihme also des enden ain Gerechtigkeit schöpfen wollen, welches ihm dem Prelathen und seinem Gotteshaus unleitlich zu sehen. Dann Fischer daß kheinem Fueg, macht noch gewalt nie gehabt, allein was Ihme von ainem Prelathen und Sonderlichen von seinem Brueder Lukas aus bruederlicher Treu vergönnt worden.

Und auch bittent Ihme bey seines Gotteshaus Gründte und gerechtigkeit handt zu lassen. Nachdem Wür aber in sachen, wiewohl etwo vill unfruchtbare Weissung zu beederseit von den partheieh ward fürgenommen, nach genugsamer verhörrung In der thails notturft, brieflichen urkundt und es sich die Irrung beeden tsilen zu merklichen unkosten strecken u d verharren mögen bestunden, haben Wür sye nach billig gehalten, sye demyber einzubringen, daß sye der sachenalles, was auch ain tail von dem anderen in hangstem Stritt schaden empfangen und erlitten, zu recht gesprochen, wikürlich comitiert, gütlich beredt und überkhommen, was nur auch in dem allen, wie dan in Verhörr eingebracht waresprechn un d erkhenen dabye, wollten sye on alle fernere waigerung entlich bleibe.

Dam hat Uns der Prelath und Priors seinem Fischer zuegegebene bystand des custos im Closter allhier zuegesagt, Lujas und Stefan, die Fischer an stab belobt.

Demnach haben Wür menniglich in craft ihr der tail gethaner Gunst und verwilligung gesprochen und zwischen ir erteilt:

Menblich, daß mergedachter Stefan Fischer honfüran in ewigkeit obbenannten prelathen und seinem Fischer an mergemelten Fischwasser und Fischerei angeregte Marchung unbetriebt, ungeirt und ihnen die in vermöge Irer gerechtigkeit, so sye darumben bey handen haben, allein zu gebrauchen und zu geniessen folgen lassen. Auch derendten zu fischen nit unterstehen, sondern sich deß zur Stundt an nach ausgang dieses briefs genzlich und gar massen entschlagen.

Dagegen soll Lukas Fischer Ihme Stafan in seinem Fischwasser auch obangeregt, wiewohl daß Er es gethan hab nit gestanden werde, noch fürbracht: kein irrung noch Hinderung thun und anweden, anders bye dem Er füg und recht hat, in diesem fall betrieben, auch zufürkhomen khünftig unrat und Irrung soll der Prelath auf oder neben dem Rain obenangzaigt allda sich aintails die marchung entet winen markstain legen lassen, und aus beweglichen ursachen beeder Partheien in dem Streit erlitten schade gegen einander compensiert und aufhebgt: auch sye dero zum steten ewigend miteinander gericht, geaint vertragen und ainer dem andern daüber ferner nichts mehr schuldig sein. Dessen haben Wür beeden tailen zween gleichleutende vertragsbrief einer mit obgemeltes Unseres gnedigen herrn anhengenten Sekrets bekrefftigt.

Gebn zu Straubing am Erchtag nach St. Ulrichstag anno 151.

So wendete dieser für das Waldkloster und seine Brüder wichtige Prozess mit einem vollen Erfolge. Ungefähr 140 Jahre nachher sollte und wie Fischersölde in Pfelling und seine Gerechtigkeit ein zweiter Prozeß sich entspannen, wovon dann weiter unten die Rede sein wird.

Über die Persönlichkeiten der Streitparteien anno 1515 seien noch folgende kurze Angaben gemacht: Abt Michael war 1500-1532 Prälat zu Gotteszell, Abt des Prämonstratenserklosters war Stefan Wiesinger aus Osterhofen 1508-1544. Die denselben in Prozesse vertretende Prior ist nicht bekannt. Stefan Fischer, der Bruder des Fischers Lukas von Pfelling, war Maier auf dem Hörnhofe, welcher Hof seit 1125 zum Kloster Osterhofen zugehörte (Siehe übrigens die Geschichte des Hörnlhofes in Entau).

2. Der zweite Inhaber der Fischersölde zu Pfelling war zur Zeit des dreissigjährigen Krieges nach der Rechnung des Sct. Margaretengotteshauses vom Jahre 1630 mit den Wirte Michael Wacker von Pfelling Kirchenpropst. Nach der Rechnung vom Jahre 1640 sind beide Kirchenpröbste verstorben. Michael Allkhofer, Fischer in Pfelling, scheint 1639 verstorben zu sein. Nach seinem Tod kam die Fischersölde auf die Gant, wie so manch anderer Hof in Pfelling. Die Not war durch den Schwedeneinfall im Jahre 1633 herbeigeführt. Es gelang dem Abte von Gotteszell drei Jahre nicht einen Tauglichen Mann auf seine Fischersölde zu bringen.

3. Hans Pirchinger, früher Pfleger in Schwarzach, seit 1642 Hofmarksherr von Welchnberg, hatte die vergantete Fischersölde gekauft und wollte vom Abte Christoph von Gotteszell als Grunduntertan anerkannt sein.

Damit war aber der Abt begreiflicher Weise nicht einverstanden. Es kam zum Prozesse.

Das zur Vogtei (Schwarzach) zugehörige Söldnerhaus mit Fischwasser ist über 4 Jahre auf der Gant. Es ist kein Bauersmann zu bekommen gewest. Johann von Pirching hat das Haus gekauft und an den Abt von Gotteszell das Stift entrichtet. Jetzt aber will ihn der Abt nicht als Grunduntertan anerkennen und hat das Stiftsgeld nicht angenommen.
Johann von Pirching bittet den Kauf giltig sein zu lassen.
Schwarzach den 20. August 1643.

Entscheid der Regierung vom 4. Oktober 1643. Der Abt hat die schuldige Aufrichtung zu tun.

Antwort des Abtes Christoph vom 25. August 1646.

Er möchte in dieser Streitsache zu einen Ende gelangen. Er bitte, daß ihm der Pfleger in Schwarzach die ermangelnde Dublik unverweigerlich abfolgen lasse.

Befehl der Regierung: vom 7. September 1645 an Mathias Eyerl binnen 14 Tagen die Duplik zu überschreiben.

Endurteil: Johann von Pirching wurde mit dem gesuchten Einstandsrecht am 27. Oktober 1645 abgewiesen und ihm am 23. Mai 1646 das Fischwasser aberkannt, nachdem schon am 20. April 1645 das Kloster die Sölde und das Fischwasser auf der Gant um 550 fl. erkauft hatte.

So endete auch der zweite Prozess um die Fischerei zu Pfelling zu Gunsten des Waldklosters. Und die Gründe sind leicht ersichtlich, warum der Abt nicht von dem Hofmarksherrn von Welchenberg abhängig sein wollte.

Es bestand ja schließlich die Gefahr, daß der Pirchinger das erkaufte Anwesen zu seiner Hofmark zöge, jedenfalls wären die Brüder in der Ausnützung ihres alten Fischwasserrechtes von den adeligen Pirchinger abhängig geworden. Der unbeschränkte Rechtsgenuss der Fischerei auf der Donau zum Pfelling war für das Kloster Gotteszell aus dem schon eingangs dieser Abhandlung angegebene Gründen geradezu eine Lebensfrage.

Von jetzt an scheint das Kloster Gotteszell bis zu seiner Aufhebung im Jahre 1803 in ruhigen Besitze seines wohl erworbenen Rechts auf die Fischersölde geblieben zu sein.

4. Als neue Fischersleute erscheinen Wolfgang und Magdalena Murer. Deren Tochter Ursula heiratete 10.1.1663 den verwitweten Stefan Schmidbauer auf Hsnr. 16. Zeugen: Sebastian Schmidbauer und Bartholomä Pezendorfer, Georg Spelteneder und Adam Prunner von Loh. Pater. Halten. Magdalena Murer, Fischer Willen von Pfellen, war 25.4.1645 dar. P. Albert.

Die Fischerfamilie Radlbeck.

5. Mit Sebastian und Maria Radenbeck (Radlbeck) zog eine Familie in Pfelling auf, die für ein Jahrhundert dort auf der Fischersölde hauste. Woher die Familie eingewandert, ist nicht ersichtlich.

Sebastian Radlbeck hatte einen alten Vater mit Namen Johann, der 23.4.1717, 90 Jahre alt, in Pfelling verstorben. P. Idelphons. Als Fischer. Sebastian und Maria Radlbeck sind jedoch in Pfelling nicht getraut, so dass der alte Fischer Johann Radlbeck in seinem verheirateten Sohn in Pfelling aufgezogen zu sein scheint.

Deren im Pfelling gebornen Kinder:
1. Michael ge. 7.10.1679. + Pate: Andreas Steckhl von Wischelburg. P. Emmeram Soldan.
2. Catharina get. 1.5.1682. Patin: Catharina Mayerin. P. Emmeram.
3. Georg get. 5.10.1684. Pate: Georg Mayr, Bauer zu Entau. P. Basilius monus.
4. Maria get. 1.7.1688. P. Petrus Dickhart. Rupert Kleuber. Patin: Anna Mayerin von Straßkirchen.
5. Simon get. 16.3.1695. Pate: Simon Iglberger, Förg von Pfelling. P. Georgius Beckh.
6. Magdalena gekt. 29.2.1696. Patin: Margareta Iglbergerin, Förgin von Pfelling. P. Gregorius.

Die Tochter Maria heiratete 5.1.1716 den Lorenz Loibl auf den Kirchensölde zu Liepolding, die Mettenersölde Hsnr. 64 in Liepolding.

Sebastian Radlbeck kaufte 18. Januar als 1714 von Andreas Hofbauer um 330 fl. die Kirchensölde in Liepolding, Hausnr. 65 (Kögl).

Hatte aber die Sölde nur wenige Jahre inne. Erscheint wieder zu seinem Sohne Georg gezogen zu sein. Maria Radlbeck starb in Pfelling 24.3.1717, versehen, 70 Jahre alt. P. Idelphons.

6. Die Fischerei überkam der Sohn Georg, geb. 5.10.1684.

Derselbe verheiratete sich 20.2.1716 mit Dorothea, des Mathias Iglberger, Bauers von Pfelling und der Elisabeth, eheliche Tochter.

Zeugen des Bräutigams: Sebastian Artmann, Bauer in Pfelling und Stefan Klender, Schmied in Wischelburg. Zeugen der Braut: Andreas Fürg, Bauer von Ainbrach und Simon Iglberger, Bauer in Pfelling. P. Idelphons.

Deren Kinder:
1. Maria get. 9.8.1716. Patin: Anna Leiderer, Bäuerin von Anning, P. Idelphons Hueber.
2. Johann Jakob get. 26.4.1718. Pate: Jakob Leiderer, Bauer von Anning. P. Antonius.
3. Johann get. 17.10.1719. Pate: wie vor. P. Cölestin.
4. Georg get. 22.4.1721. Wie vor.
5. Maria Salome get. 9.9.1722. Patin: Salome Leiderer von Anning. P. Antonius Vizz.
6. Magdalena get. 25.6.1729. Patin: Salome Leiderer, Halbbäuerin von Anning. P. Josef.
7. Walburga get. 19.4.1729. + Patin: wie vor. P. Cölestin.
8. Johann get. 14.4.1731. Pate: Jakob Leiderer, Halbbauer von Anning. P. Honoratus.
9. Maria Anna get. 8.7.1733. Patin: wie vor. P. Godehart Seydl.

Georg Radlbeck, Fischer, starb 26.12.1742 mit allen Sterbsakramenten versehen im 58. Lebensjahre. P. Gregor Amann.

Seine Ehefrau Dorothea Radlböckh des Georg Radlböck +, Fischers von Pfelling Ehefrau, wurde versehen bloss mit der hl. Ölung am 8. Januar 1743 zur Erde bestattet.

Der Sohn Jakob heiratete 30.4.1743 die Witwe des Förgen Lorenz Prunner Magdalena. (Siehe Geschichte der Ufersölde zu Pfelling).

7. Die Fischersölde bekam der Sohn Georg. Derselbe heiratete 18.8.1743 die ledige Maria, des Blasius Gräzl, Fischers von Irlbach und der Elisabeth, dessen Ehefrau, beide noch am Leben, eheliche Tochter.

Zeugen: Johann Millpauer, Schullehrer und Messner, Mathias Pezendorfer, Bauer, beide von Pfelling und Mathias Feigl, Schmid von dort. P. Gregor Amann.

Kinder:
1. Maria get. 25.10.1744. Patin: Magdalena Pezendorfer, Halbbäuerin von Pfelling. P. Beda Ziegler.
2. Mathias get. 21.3.1746. Pate: Mathias Pezendorfer, Halbbauer von Pfelling. P. Beda.
3. Katharina get. 26.11.1747. Patin wie vor. P. Cajetan Friedl.
4. Johann Bapt. get. 19.8.1749. Wie vor.
5. Magdalena get. 17. 12.1751. Patin: wie vor. P. Basilius.
6. Jakob get. 23.7.1754. Pate: wie vor. P. Godehart Seydl.
7. Theres get. 21.10.1755. Wie vor.
8. Josef get. 13.12.1756. Pate: wie vor. P. Anselm Zächerl, Expositus in Bogenberg.
9. Jakob get. 8.5.1760. Parte: wie vor. Stefan Pflanzelt Pfarrprovisor.
10. Anna Maria get. 21.8.1763. Wie vor.
11. Margareta get. 18.7.1766. Wie vor

Maria Radlbeck, geborne Gräzl, Fischerin von Pfelling, starb 24.10.1770. Pf. Pflanzelt.

Der Witwer Georg Radlbeck heiratete 7.10.1771 Katherina, des Andreas Englram, Bauers von Pfelling, noch am Leben, und der Anna dessen + Ehefrau eheliche Tochter. Zeugen: Georg Artmann, Donauförg und Wolfgang Mayrhofer, Messner, Jakob Englram, Bauer in Entau und Andreas wie Wihr, Wirt von dortselbst.

Georg Radlbeck starb jedoch schon 27.3.1772. Pfarrer: Pflanzelt.

8. Die Witwe Katherina Radlbeck, geborne Englram, heiratete 7.1.1773 Georg Lochmair, des Jakob Lochmair, Söldners von Niederpiering und den Salome, beide seligen Andenkens. Zeugen: Jakob Englram, Bauer von Entau und Mathias Ämmerling, Schmied diesorts. Pfarrer: Pflanzelt.

Kinder:
1. Anna Maria get. 27.1.1774. Patin: Maria Wihr, Wirtin von Entau. Pf. Pflanzelt.
2. Andreas get. 15.11.1775. + wie vor.
3. Katharina get. 13.9.1777. Wie vor.
4. Josef get. 5.2.1781. Wie vor.
5. Johann Bapt. get. 23.6.1784 +. Wie vor.

Georg Lochmair, Fischer, starb 17.7.1795, 60 Jahre alt, mit allen Sterbsakramenten versehen. Pfarrer: Andreas Stichauner.

Seine Ehefrau Katherina, geborne Englram, verwitwete Fischerin 17.11.17 95, 50 Jahre alt, versehen mit allen Sterbsakramenten, Pfarrer Stichauner.

9. Die Sölde hatten Georg und Katherina Lochmaier ihrer Tochter Maria übergeben

Maria Lochmaier heiratete 14.5.1795 den Michael Dietl, des Michael Dietl, Häusler und Schuster vom Oberparkstetten und dessen Ehefrau Anna, beide noch am Leben, deren Vater Peter Giedlsperger, Söldner in Hartreit, ehelicher Sohn. Zeugen: Josef Iglberger, Bauer von hier, Josef Zellner, Häusler von hier, Johann Prindl, Bauer von hier. Pfarrer: Andreas Stichauner.

Kinder:
1. Theres get. 24.8.1795. Patin: Theres Resl, Schmiedin von hier. Pfarrer: Andreas Stichauner erkrankt, Johann Schütz, Pfarrer von Mariaposching.
2. Michael get. 14.8.1796 + Pate: Jakob Resl. Pfarrer: Josef Deml.
3. Anna Marie get. 15.2.1798. Patin: wie vor. Pfarrer: Josef Deml.

Maria Dietl, geborne Lochmair, Fischerin von Pfelling starb 30.1.1801 versehen cra. 25 Jahre alt. Pfarrer Josef Deml.

Der Witwer Michael Dietl verheiratet sich wieder 26.5.1801 Mitter Fischerstochter Anna Maria Amann, des Josef Amann, Fischers und Bürgers von Bogen und dessen Ehefrau Anna Maria, deren Vater war Melchior Häbinger von Friesham, ehel. Tochter Zeugen: Josef Iglberger und Jakob Resl von Pfelling und Simon Steinbeisser von Waltendorf. Pfarrer Josef Deml.

Kinder aus zweiter Ehe:
1. Theres get. 27.6.1802 + Patin: Theres Resl, Schmiedin von hier. Pf. Deml.
2. Michael geb. 18.8.1803. + Michael Resl, Schmied hier. Pf. Deml.
3. Anna geborene 11.5.1805. Wie vor.
4. Jakob geb. 4.6.1806. Pate: wie vor. Josef Deml, resign. Pfarrer von Pfelling.

1803 wurde das Kloster Gotteszell aufgehoben. Die Fischersölde wurde nun grundbar zum Rentamte Mitterfels. Die Fischerfamilie Dietl verschwindet aus den Pfarrbüchern. Nach der Fassion vom Jahre 1808 ist die Fischersölde in Pfelling mit der Ufersölde vereinigt. Der Förg Josef Sollinger muss dieselbe käuflich an sich gebracht haben und die Gründe zu seinem Anwesen Hausnummer 10 gezogen haben. (Siehe Geschichte des Urfars)

Bei der Hofstätte blieben lediglich 5,24 Tgw.

Dieselbe erwarb ein gewisser Lorenz Kästenberger.

Derselbe verheirateter Häusler in Pfelling starb 31.3.1839, 64 Jahre alt an Herzwassersucht, versehen. Pfarrer: Georg Lang

11. Auf ihn folgte ein gewisser Georg Miethanner‚ der das Häuschen 1840 erkaufte. Miethaner Georg, Austragsbauer vom Wintermayerhofe, Pfarrei Ascha, Witwer der Theres Heitzer, 58 Jahre alt, heiratete 26.1.1840 die Margareta Artmann, Weberstochter von Wetterfeld, Pfarrei Roding, ledig, geb. 22.6.1808, des Nikolaus Artmann und der Anna Maria Strozer. Zeugen: Andreas Schreiber, Förg von Pfelling und Peter Hopfner, Schulprovisor. Getraut unter Dispens von den 3 Verkündigungen. Pfarrer Georg Lang. Diese Leute hatten das Anwesen nur ein Jahr inne und veräußerten es an einen gewissen Michael Kronheller.

12. Michael Kronheller, angehender Häusler, geb. 31.8.1806 zu Haslach, Pfarrei Deggendorf, des Franz Kronheller und der Anna Maria Freuendorfer, verheiratete sich 18.10.1841 mit Elisabeth Schmid, Bauerstochter von Reinprechting, Pfarrei Deggendorf, geb. 12.6.1811 zu Raith, Pfarrei Schwarzach bei Hengersberg, des Georg Schmid und der Katharina Bruner.

Zeugen: Jakob Muhr, Bauer und Josef Stadler, Schulprovisor von Pfelling. Pfarrer: Georg Lang.

Kinder:
1. Xaver vorehelich, geb. 24.4.1840 in Reinprechting. Heiratete 22.12.1868 auf Hausnummer 26 in Pfelling.
2. Franziska geb. 23.2.1843. Patin: Maria Klarl, Bäuerin von Tausch?, Pfarrei Seebach. Pfarrer: Georg Lang.

Krammheller Michael, Ausnahmssöldner starb 25.1.1878, an Wassersucht, 73 Jahre alt‚ versehen. Pfarrer. Simon Zeitler.

Elisabeth Kramheller, Söldnerswitwe, starb 12.11.1884 , an Herzwassersucht, 73 Jahre alt, versehen. Josef Krieger, Pfarrer. Sie scheinen zu ihrem Sohne Xaver gezogen zu sein‚ der das frühere Loiblgut, Hausnummer 26 in Pfelling erkauft hatte, 1868.

Die frühere Hofstätte der Fischersölde ging ein. Das Häuschen wurde weggerissen. und die Gründe kamen an das Nachbaranwesen Geiger.

Ende.

Quellenangabe: Mon. Boic. Bd. V. 401. Archivalienverzeichnis des Klosters Gotteszell. von Klosterrichter Scheich 1757. Bayer. Staatsarchiv Landshut. Pfarrarchiv Pfelling.

 

Geschichte der ehemaligen Streisslsölde Hausnummer 24 in Pfelling.

Verfasst von Pfarrer Simon Straßer von Pfelling 1928.

Nach der Steuerfassion vom Jahre 1808 ist diese Sölde nachstehend beschrieben:

Name des Besitzers: Beim Streisslsöldner Jakob Muhr HsNr. 22

Gegenstand des Besitzes: a. Die ¼ Streisslsölde. b. Gemeindeteil im Gemeindeberg. in der Esper.

Dominikalverhältnisse: a. Vogtbar zum Landgerichte. b. Erbrecht zum Rentamt in Mitterfels. c. Zehent: 1/3 ebendahin, 1/3 zur Pfarr Pfelling, 1/3 nach Sct. Johann in Regensburg.

Steuer: 2 fl. 31 kr. 2 hl
10 fl. 5 kr.
Fourage: 1 fl. 45 kr.
Vorspannanlage: 18 kr. 6 hl.
Summer: 14 fl. 40 kr.

Eidliche Schätzung: 1260 fl.
Fatierter Wert: 1000 fl..
Amtliches Gutachten: 1800 fl.
Neue Steuer: 2 fl. 15 kr.

Nach dem Steuerkataster von Jahre 1832 setzt sich der Besitz in einzelnen zusammen:
1. Äcker: 41,27 Tgw.
2. Wiesen:11,48 Tgw.
3. Gärten: 0,63 Tgw.
4. Wald: 17,13 Tgw.
5. Haus- und Hofraum: 0,31 Tgw.
Zusammen: 70,82 Tgw.

Bei der Sölde waren ursprünglich bloß: 18,88 Tgw. Aus den zertrümmerten Stegbauernhof kamen 18, 65 Tgw. Ausbruch hinzu.

Vom Aufeld Plnr. 73 zu ?,18 Tgw. hatte der Pfarrer den Groß- und Grünzehent allein zu beanspruchen. Der Wald lag gegen Bernloh zu.

Besitzer der Sölde.

Die Sölde war seit 1290-1803 zum Kloster Gotteszell grundbar.

Über die Besitzer vor dem 30.jährigen Kriege kann urkundlich nichts festgestellt werden.

1. Als erster in dem Pfarrbüchern vorkommender Besitzer erscheint ein gewisser Jakob Streissl. Dieser, des Leonhard Streissl aus Freundorf, heiratete 5.5.1657 die ledige Walburga Hayder, Förgenstochter von Pfelling.

Zeugen: Adam Pichelmayr, Peter Streissl von Mitterbiehel, Andreas Millpauer? Georg Schranzen von Oberwinkling. P. Albert März.

Kinder:
1. Simon get. 5.10.1661. Pate: Adam Valkh von Hirrabach. P. Ambrosius Pühler.
2. Ursula get. 9.10.1664. Patin: Barbara Valkh von Hirabach. P. Hieronimus.
3. Adam get. 25.8.1658. Pate: Adam Falkh. P. Albert. Heiratet 26.4.1684 die Stegbauerntochter Katharina Loibl. Ist auf der Kirchensölde.
4. Maria get. 2.2.1670. Patin: Barbara Valkhin von Hirrbach, Pfarrei Welchenberg. P. Hieronimus.
5. Thomas get. 29.12.1671. Pate: Adam Volkk, Tablöhner von Hirrabach. P. Hieronimus.
6. Bartolomä ge. 24.8.1674. Pate: wie vor. P. Virgilius Ainhorn.
7. Sebastian get. 10.11.1677. Pate: wie vor. P. Emmeram Soldan.

Jakob Streissl, Bauer in Pfelling, starb 30.1.1694, versehen. P. Gregorius.

Walburga Streissl, Witwe, starb 2.6.1709, cra. 77 Jahre alt, mit allen Sakramenten versehen. P. Idelphons Hueber.

Die Sölde hatte der Sohn Thomas erhalten.

2. Thomas Streissl verheiratete sich 21.7.1689 Mit Margareta, des Johann Groß von Praitenweinzier und der Elisabeth ehel. Tochter.

Zeugen: Georg Streissl von Dirnhaid, Adam Streissl von Freyndorf, Simon Wikh von Hoffdorf und Johann Wikh von Mendorf. P. Roman.

Händler:
1. Barbara get. 28.11.1700. Patin: Katharina Sibenhärl von Liepolding. P. Pirminius Klain.
2. Andreas get. 24.11.1702. Pate: Lorenz Sibenhärl von Liepolding. P. Pirminius. Kommt 1729 auf die Kirchensölde.
3. Magdalena get. 30.7.1704. Patin: wie vor. P. Idelphons Hueber.
4. Katharina get. 7.10.1706. Patin: wie vor. P. Kaspar Mühler.
5. Lorenz get. 10.8.1709. Pate: wie vor. P. Michael.
6. Mathäus get. 15.9.1713. Pate: wie vor. P. Josefus.
7. Lorenz get. 7.6.1715. Wie vor.
8. Maria get. 9.8.1717. Patin: wie vor. P. Benno.
9. Walburga get. 23.3.1719. Patin: wie vor. P. Anton Fizz.

Thomas Streissl starb 15.5.1719, versehen, im 45. Lebensjahre. . Antonius.

4. Die Witwe Margareta Streissl heiratete 7.2.1720 Jakob Glender, ehel. Sohn des Wolfgang und Glender, Schmied in Wischelburg + und der Magdalena, noch am Leben, derzeitig Baumann in Pfelling.

Zeugen: Urban Bergman von Läfferkoven, Casper Steuer von Wischlbutg. Mathias Pezendorfer von Pfelling, Bartolomä Streissl von Ihrbach. P. Cölestin.

Jakob Klender, Halbbauer von Pfelling, starb 20.6.1742, mit allen hl. Sakramenten versehen, in 61. Lebensjahre. P. Cajetan Friedl.

Margareta Klender, geborene Groß, verwitwete Streissl, starb 3.4.1747 mit allen Sakramenten versehen, im 68. Lebensjahre. P. Cajetan.

5. Die Sölde erhielt nun Michael Streissl, der Enkel des Jakob Streissl, der bisher die Kirchensölde Hausnr. 25 innegehabt.

Michael Streissl starb 28.6.1774, 81 Jahre alt. Söldner und Witwer von Pfelling. Pf. Pflanzelt.

6. Die Sölde hatte der Weber und Häusler Georg Stadler über, welcher 18.9.1715 Katharina, des Adam Streissl und der Katharina, Kirchensöldner in Pfelling, geheiratet hatte.

7. Josef Muhr, des Wolfgang Muhr, Halbbauers in Rettenbach + und der ? dessen Ehefrau, noch am Leben, ehel. Sohn heiratete 12.10.1779 Theres, des Georg Stadler, Söldners und Webers und der Anna, beide noch am Leben, ehel. Tochter. Zeugen: Georg Stadler und Benno Stempl, Weber und Schuster hier. Pf. Stefan Pflanzelt.

Kinder:
1. Anna Maria get. 24.2.1780. Patin: die ledige Kunigunda Pau ? Vondreb. Pf. Pflanzelt. Heiratete 17.4.1804 den Georg ?reb? auf Hausnr. 1.
2. Johann Jakob get. 5.7.1781. Patin: Kunigunda Miller, Wirtin in Pfelling. Pf. Pflanzelt.

Theres Muhr, verheiratete Ausnahmssöldnerin, starb 26.3.1811, 58 Jahre alt am Katarrh. Pf. Josef Deml.

Der Austragsöldner Josef Muhr, geboren zu Rettenbach 1747, des Wolfgang und der Anna Maria Geiger, heiratete 25.8.1811 die Anna Maria Wagner, Taglöhnerin auf dem Hiendlhof, geb. 1754 zu Pfelling, Witwe des Georg Wagner,des Andreas Wägner und der Anna Maria Hartbergerin. Zeugen: Johann Mändl, Schullehrer und Josef Arndorfer, Schumacher in Pfelling. Pf. Georg Geiger.

Josef Muhr starb 19.7.1823 am Schlaganfall, 81 Jahre alt. Pf. Mathias Klain. Seine Witwe Anna Maria starb 9.7.1832, an Wassersucht, 79 Jahre alt. Pf. Alois Hayder.

Die Sölde hatte schon 1807 der Sohn Johann Jakob übernommen.

8. Jakob Muhr verheiratete sich 19.2.1807 mit Walburga Klendauer, Söldnerstochter von Wischelburg, des Stefan Klendauer und der Maria Ringlstetter. Zeugen: Josef Arndorfer, Schumacher um Johann Mändl, Schullehrer von Pfelling. Pf. Georg Geiger.

Kinder:
1. Josef geb. 7.1.1808. Pate: Josef Holzapfel, Häusler von Welchenberg. Pf. Georg Geiger.
2. Walburga geb. 31.8.1809. Patin: Walburga Holzapfel, Häuslerin von Welchenberg. Deml Josef Freires. Pfarrer von Pfelling.
3. Jakob geb. 26.8.1811. Pate und Pf. Wie unter Nr. 1.

Jakob Muhr, verheirateter Ausnahmbauer, starb am 18.12.1846 an Lungenröhrenschwindsucht, versehen, 66 Jahre alt. Pf. Georg Lang.

Walburga Muhr, geb. Klendauer, Ausnahmsöldnerin, starb 20.5.1849 an Altersschwäche, 79 Jahre alt, versehen. Pf. Georg Lang.

8. Die Sölde hatte die Tochter Walburga übernommen.

Jakob Prebeck, Bauersohn, angehender Muhrbauer, geb. 6.6.1815 zu Pfelling als Sohn des Jakob Prebeck und der Maria, geborne Streissl (Hausnr. 1) verheiratete sich 26.7.1842 mit Jungfrau Walburga Muhr ½Bauerstochter und Besitzerin des väterlichen Anwesens, geb. 31.8.1809, des Jakob Muhr und der Walburga Klendauer. Zeugen: Jakob Muhr und Jakob Prebeck, Bauer von hier. Pf. Georg Lang.

Kind: Jakob geb. 17.7.1844. + Pate: Josef Six, Bauer von Heilmerhof bei Degernbach. Pf. Georg Lang.

Jakob Prebeck hatte sonst keine Kinder. Er veräusserte seinen Hof an Josef Geiger und zog nach Straubing.

9. Josef Geiger, Bauer in Pfelling, geb. 30. 12.1850 zu Oberparkstetten, des Michael Geiger und der Theres, geborne Prebeck, heiratete 10.10.1876 die Maria Deschl, Bauerstochter von Breitenweinzier, geb. 20.4.1855 zu Breitenweinzier, ehel. Tochter des Wolfgang Bachl und der Theres, geborene Ohnmüller.

Zeugen: Jakob Prebeck, Bauer in Pfelling und Wolfgang Bachl, Bauer von Breitenweinzier. Pf. Simon Zeitler.

Kinder:
1. Maria geb. 19.8.1877. Patin: Theres Deschl, Schwester der Kindsmutter. Cooperator Pongratz von Oberwingkling.
2. Theres geb. 28.9.1878. Patin: Theres Deschl, Bäuerin von Breitenweinzier. Pf. Simon Zeitler. 5.2.1922 mit Josef Schr?ter in Zwiesel getraut.
3. Rosina geb. 2.10.1879. + Patin: wie vor. Pf. Josef Krieger.
4. Josef geb. 9.5.1881. Pate: Rupert Deschl, Bauer von Breitenweinzier. Pf. Krieger.
5. Rupert geb. 31.3.18 82. Patin: Theres Deschl. Pf. Krieger.
6. Ludwig geboren. 15.3.18 83. + Parte und Pfarrer. Wie vor.
7. Ludwig geb. 10.9.1884. Wie vor. +
8. Helena geb. 4.9.1886. Wie vor.
9. Anton geb. 20.2.1888. + Patin: Theres Deschl, Bauerswitwe von Breitenweinzier. Pf. Krieger.
10. Michael geb. 27.9.1889. Patin: wie vor. Pf. Bartholomä Mitterer. Priester 3.4.1915. Zur Zeit Benefiziumsprovisor in Wernberg i. Oberpfalz.
11. Otto geb. 2.10. 1800. Wie vor. 18.6.1919 mit Elisabeth Auredrik in Hohenpeissenberg getraut.
12. Anna geb. 21.4.1892. Wie vor.
13. Franz Xaver geb. 11.9.1894. Wie vor

Geiger Maria, Bäuerin von Pfelling, starb 13.7.19 06 am Herzenlähmung, 51 ½ Jahre alt. Pf. Xaver Ritzinger.

Josef Geiger, Ausnahmbauer, starb 2.4.1917, an Schlaganfall, 67 Jahre alt, versehen. Pf. Simon Straßer.

Das Anwesen hatte derselbe 1907 an seinen Sohn Rupert übergeben.

10. Rupert Geiger heiratete in 19.7.1907 Anna Nadler, geb. 28. 6.1884, Tochter des Josef Nadler und der Anna, geb. Wagner, Bauerseheleute von Abseß.

Zeugen: Josef Geiger und Josef Nadler, Väter. Pf. Ritzinger

Kinder:
1. Rupert geb. 12.9. 1908. + Pate: Johann Sichelstiel, Bauer von Entau. Pf. Ritzinger.
2. Robert geb. 17.9.1900. Pate: Wie vor. Tiberius Burger, Aushilfspriester.
3. Sophie geb. 21.8.1912. Pate: wie vor. Pf. Straßer.

Rupert und Anna Geiger sind zurzeit noch auf dem Anwesen.

Ende!

Quellen: Staatsarchiv Landshut. Pfarrerbücher Pfelling.

 

Geschichte der Kirchensölde in Pfelling Hausnummer 25.

Verfasst von Pfarrers Simon Strasser 1928.

Zur Pfarrkirche Sankt Margaretha in Pfelling gehörten zwei grundbare und laudemiumpflichtige Sölden. Die eine Hausnr. 65 in Liepolding und die andere Hausnummer 25 in Pfelling. Diese Sölde gehörte allen Anscheine nach zu den unteren Haupthofe, dem sogenannten Steghofe und wurde, jedenfalls mit Bewilligung des Grundherren von Pfelling cra 1125 als Dos für die zur Pfarrkirche erhobene Kapelle gegeben. 1148 wird das Sct Margaretengotteshaus erstmalig dem Kloster von Niederalteich als Pfarrkirche vom Papst Eugen III., bestätigt.

Besitzstand der Kirchensölde nach der Fassion vom Jahre 1808.

Name des Besitzers Hausnummer 23/25: Beim Loibl, Johann Schreiber.
Gegenstand: a. Der ¼ Hof Loiblsölde b. Gemeindeteilen in Gemeindeberg, das Mösl, das Aufeld.
Dominikalverhältnisse: a. Vogtbar zum Landgerichte Mitterfels b. Grundbar zur Pfarrkirche Pfelling c. Zehentbar mit 10, 20 Tgw. ganzem Groß- und Grüntzehent, mit 1/3 von 1,73 Tgw., 1/3 Degenberg, 1/3 Sct. Johann.
Ablösungskapital: 12 fl. 40 kr. bezw. 3 fl. 54 kr. für den Grünzehent, nach der Ablösung vom Jahre 1855.
Laudemiumfixation: Theres Schreiner, jetzt Peter Schreiber Hsnr. 25. Besitzt die ¼ Loiblsölde, welche erbberechtigt zur Pfarrkirche grundbar ist. Letztes Laudemium i. J. 1794 aus 394 fl. Wert nach 7 ½ % mit 29 fl. 33 kr. Laudemium. Jetzt Peter Schreiber vorletztes Laudemium am 13. Juli 1842 aus 400 fl. Wert nach 7 ½ % mit 30 fl. Gilt 3 fl. 36 kr. 7 hl.

Somit zum einfachen Handlohn 52 fl. 36 kr.
zum Äquivalent 79 fl. 36 kr.
Die Jahresgilt betrug 1848 1 fl. 29 kr. 3 hl.

Über die Grundabtretung von dieser Sölde an die Mühle (siehe Geschichte Hsnr. 27 1/3.)

Bisherige Staatsauflage:
Steuer: 1 fl. 36 kr.
6 fl. 24 kr.
Fourage: 1 fl. 45 kr.
Vorspannanlage: 18 kr. 6 hl.
Summa: 10 fl. 36 kr.

Fatierter Wert: 300 fl.
Eidliche Schätzung: 770 fl.
Amtliches Gutachten: 1100 fl.
Steuerkapital: 1100 fl.
Neue Steuer: 1 fl. 22 kr. 4 hl.

Im Einzelnen setzte sich der Besitz nach dem Steuerkataster von 1831 noch zusammen: Nr. 25. Theres Schreiber: Äcker: 7,93 Tgw., Wiesen: 3,16Tgw., Gärten: 0,87 Tgw., Wald: 1,08 Tgw., Haus- u. Hofraum: 0,19 Tgw. Zusammen:13,23 Tgw.

Die Hofstätte befand sich an Bachbiegung zuunterst auf der rechten Seite unterhalb der Streisslsölde, jetzt Geiger Hsnr. 24.

Lebensinhaber:

Als erster Besitzer, der urkundlich nachweisbar ist, erscheint ein gewisser Wolfgang Rottpauer. Derselbe verkauft Kirchensölde 1589 an Andreas Papst, Besitzer des Oberhofes Hausnr. 1, früherer Urmaierhof, Herrenhof in Pfelling und dieser zahlt nach der Kirchenrechnung vom Jahr 1590 Abfahrt und Zustand mit 26 fl. und die Gilt mit 1 fl. 3 kr. 5 hl.

2. Um 1645 erscheint auf dem Steghofe als neuer Maier Sebastian und Barbara Loibl. Dieser scheint auch die Kirchensölde inne gehabt zu haben. Der Stegbauer Sebastian Loibl starb 30.12.1683.

3. Seine Tochter Katharina, geb. 23.8.1662 erhielt nun die Kirchensölde. Dieselbe heiratete 26.4.1684 dem Jüngling Adam Streissl, des Jakob und der Walburga, ehel. Sohn (Söldner auf Hsnr. 24 Nachbar).

Zeugen: Johann Streissl von Degernbach, Adam Streissl von Herrenfreuendorf. Auf Seiten der Braut: Johann Loibl von Waltendorf, Gregor und Mathias Loibl (Brüder) von Pfelling. P. Basilius Monus.

Kinder:
1. Maria ge. 31.1.1685. Patin: Catharina Wacker von Entau.
2. Andreas get. 16.6.1686. Pate: Andreas Wacker, Söldner von Entau. P. Emmeram Soldan.
Heiratete 2.7.1717 die Witwe des Blasius Heigl, Walburga von …[Fehlstelle]
3. Katharina get. 8.8.1689. Patin: Catharina, Ehefrau des Andreas Wacker von Entau. P. Franziskus Blatthiell.
Heiratete 18.9.1715 den Georg Stadler, Leineweber von Pfelling.
4. Simon get. 2.10.1687. Pate: Andreas Wacker von Entau. P. Petrus Dieckhart, praes. Pfarrer von Pfelling.
Heiratete 2.7.1717 die Witwe des Vitus Peudl + 10.1.1721, 40 Jahre alt, Kirchensöldner von Liepolding Nr. 65 (siehe Geschichte dieser Hausnummer).
6. Michael get. 17.9.1691. Pate: Andreas Wacker, Taglöhner von Entau. P. Mathäus Hufnagl. + 28.6.1774, 82 Jahre alt. Söldner und Witwer. Pfarrer Pflanzelt.
7. Appolonia get. 9.1.1694. Patin: Katharina Wagner von Entau. P. Gregor Beda?
8. Margareta get 7.5.1696. Wie vor.

Katharina Streissl, geborne Loibl, Stegbauerstochter, starb 22.10.1731 mit allen Sakramenten versehen, 62 Jahre alt. P. Honoratus.

Adam Streissl wurde beerdigt 13.12.1732, mit allen Sakramenten versehen, vom Schlage getroffen, im 82. Lebensjahre. P. Godehart Seydl.

4. Die Kirchensölde erhielt der Sohn Michael. Derselbe heiratete 2.6.1773, Anna Weinfurtner, des Georg Weinfurtner, Bauers von Reibersdorf, seligen Andenkens und der Agatha, dessen Eheweibes, noch am Leben, ehel. Tochter.
Zeugen: Jakob Klender, Halbbauer in Pfelling und Johann Loibl, Stegbauer von dort. Peter Arthmann, Bauer in Alburg und Simon Wacker, Bauer in Sarching. P. Godehart Seydl.

Kinder:
1. Mathias get. 25.8.1734. + Pate: Jakob Bernhart, Inwohner von Welchenberg. P. Ignaz Oberhofer, Prior auf den Bogenberge.
2. Walburga get. 23.2.1736. Patin: Walburga Bernhart, Häusler in Welchenberg. P. Honoratus.

Anna Streissl starb 25.2.1736, versehen, im Wochenbette, im 35. Lebensjahre. P. Honoratus.

Streissl Michael erhielt 1747 nach dem Tode der Margareta Klender, erste Ehefrau des Thomas Streissl, seines Bruders auf der Sölde Hsnr. 24, diese und veräusserte die Kirchensölde an Georg Loibl, einen Sohn des Johann Loibl und der Maria auf Hausnr. 22 in Pfelling. (Siehe Geschichte von Hsnr. 22 und 24)

5. Gregor Loibl (in dem Taufbuche fälschlich Georg) geboren 11.3.1711 als 8.Kind des Johann Loibl und der Maria Blüml vom Lohhof war in erster Ehe mit einer unbekannten Person verheiratet und hatte von ihr einen Sohn mit Namen Georg. Seine zweite Ehefrau hieß Maria. Sie sind in Pfelling nicht getraut.

Deren in Pfelling geborenen Kinder sind:
1.Maria get. 16.5.1749. Patin: Walburga Obermayr, Söldnerin von Hörabach. P. Jachimus Paridus.
2. Magdalena get. 9.1.1752. Patin: Walburga, des Michael Obermayr, Bauers von Hörabach. P. Gregorius.
3. Katharina get. 7.7.1754. Patin: wie vor. P. Godehart Seydl.
4. Rosina get. 4.10.1756. Wie vor.
5. Maria Anna get. 11.1.1758. Wie vor.
7. Jakob get. 8.4.1760 + Pate: Michael Obermayr, Söldner von Hörabach. Pfarrer: Stefan Pflanzelt.
8. Anna get. 2.5.1763. + Patin: wie vor. Pf. Pflanzelt.
9. Barbara get. 14.9.1764. Wie vor.

Gregor Loibl muss schon beim Antritt des seiner Sölde in grosse Notlage gekommen sein, wegen der Kriegszeit. Er hatte von der Pfarrkirche Pfelling ein Schuldkapital vom 130 fl. aufgenommen, dazu 1 fl. 38 kr. Grundgilt zu leisten. Er hatte 1749 einen totalen Schauer erlitten. Er ist für 3 Jahre den Zins mit 19 fl. 30 kr., dann für 2 Jahre das Grundgeld mit 3 fl. 16 kr. schuldig geblieben und hat beim Pflegegerichte Schwarzach 1750 um Nachlass eingegeben. Der Abt Dominikus Perger von Oberalteich und wirklicher Pfarrer von Pfelling kann dies bei der Armut der Kirche zu Pfelling nicht begutachten. Schreiben vom 4.1.1750.

Gregor Loibl starb 23.1.1772, 61 Jahre alt. Pfarrer: Stefan Pflanzelt. Dessen Witwe Maria heiratete noch 6.10.1788? den Witwer Andreas Mayr auf der Bachbauernsölde Nr. 2. Zeugen: Simon Schatz, Häusler, Georg Loibl, Söldner, Johann Mändl, Josef Loibl, Häusler und Taglöhner von Pfelling. Pfarrer Josef Hofmann.

6. Die Kirchensölde erhielt der Sohn des Gregor Leuten aus erster Ehe. Derselbe verheiratete sich 13.10.1788 mit Rosina, des Andreas Mayr Halbauers von hier und der Maria, dessen schon verstorbenen Ehefrau, deren Vater war Thomas Streissl in Pfelling. (Die Braut geb. 30.5.1756).

Zeugen: Lorenz Loibl, Bauer 27. Simon Schatz, Weber und Häusler, Johann Mändl, Schullehrer und Schreiner in Pfelling. Anton Loibl, Häusler und Taglöhner in Aiterhofen. Pfarrer: Josef Hofmann.

Kinder:
1. Michael get. 13.9.1790. Pate: Johann Prindl, Bauer von hier. Pfarrer: Andreas Stichauner. +
2. Theres get. 19.7.1798. + Patin: Magdalena Prindl, Bäuerin von hier. Pfarrer: Josef Deml.

Rosina Loibl, geb. Mayr, starb 11.11.1800, versehen, 43 Jahre alt. Pf. Deml.

Georg Loibl starb versehen 3.1.1801. Ein Alter desselben ist nicht angegeben. Pfarrer: Deml.

7. Die Kirchensölde kommt nun in die Hände eines gewissen Josef Schreiber. Dieser war der Sohn des Josef Schreiber und der Walburga Siebenhärl, Söldnerstochter von Pfelling auf Hsnr. 16. Dessen Vater stammt aus Petzendorf. Derselbe heiratete 5.5.1801 Theres, des Matthias Prebeck und der Theres Iglberger, Bauer von hier (Hsnr. 26 Nebenhof vom Steghof).

Zeugen: Vitus ?böck, Josef Schreiber und Quirin Part, alle von Pfelling. Pf. Deml.

Kinder:
1. Magdalena geb. 21.6.1802. Patin: Magdalena Schreiber, Söldnerin. Pf. Deml. Heiratete 27.11.1826 Johann Pummer, Söldner von Pfelling.
2. Johann Michael geb. 12.9.1805. + Pate: Johann Schreiber, Söldner von Pfelling. Pf. Georg Geiger.

Theres Schreiber, geborne Prebeck starb 25.10.1809 an Abzehrung, 42 Jahre alt. Georg Geiger Ortspfarrer.

Der Witwer Josef Schreiber verheiratete sich 11.3.1810 wiederum mit der ledigen Walburga Stieglmayr, Bauerstochter von Kohlwessen, geb. 3.11.? die ehel. Tochter des Johann Stieglmayr und der Anna geb. Englberger.

Zeugen: Johann Mändl, Schullehrer und Johann Schneider, Söldner zu Pfelling. Pf. Georg Geiger. Die zweite Ehe blieb kinderlos.

Josef Schreiber starb 29.3.1825 an Brand, versehen, 48 Jahre alt. Pf. Amayr.

Walburga Schreiber, Witwe des Josef Schreiber, starb als Ausnahmsöldnerin von Hausnummer 16 am 2.11.1828 an Brustkatarrh, 59 Jahre alt. Pf. Sebastian Aumayr.

7. Johann Schreiber erstmals verehelicht mit Magdalena Loibl, des Gregor Loibl, war ein Bruder des Josef Schreiber auf der Kirchensölde und auch selbst die Sölde Hsnr. 16 inne. In zweiter Ehe 9.9.1806 war er mit Theres Wurm von Schrolling verheiratet.

Johann Schreiber muss cra 1818 die Kirchensölde aufgegeben und mit seinem Bruder Johann das Anwesen Nr. 6 eingetauscht haben.

Johann Schreiber starb 5.9.1818 an Abzehrung, 30 Jahre alt. Pf. Sebastian Johann Ev. Inkofer. Seine Witwe Theres ist auf dem Kirchensölde.

7. Diese erhält der Sohn Peter, geb. 27.6.1807. Derselbe heiratete 26.12.? die Söldnersochter Katharina Hartl und von Höslbach, Expositur Bernried, geb. 18.11.1800 in Höslbach als ehel. Tochter des Michael Hartl und der Magdalena Laschinger. Zeugen: Jakob Muhr, Ausnahmbauer und Johann Prebeck, Halbbauer von Pfelling. Pf. Georg Lang.

Kind: Alois geb. 5.7.1843. + Pate: Josef Hainz, Söldner von Hörabach. Pf. Georg Lang.

Theres Schreiber, Witwe des Johann Schreiber, Mutter des Peter, starb 5.9.1845?, an Altersschwäche, 70 Jahre alt, versehen. Pf. Georg Lang.

Peter Schreiner muss 1855 noch auf der Kirchensölde gewesen sein. Die zu derselben gehörigen Gründe mit Ausnahme des Gartens und des hierzugehören 87 Dez. großen Ackers und veräussert und es blieb nur mehr ein Leerhäusl, welches einen gewisser Kalm 1866 erkaufte.

8. Josef Kalm, geb. 8.3.1831 zu Breitenweinzier, des Josef Kalm und der Maria Schötz, Söldner, heiratete 9. Juni 1866, die Katharina Rainer, geb. 25.3.1831, Dienstmagd in Mosbach-Viechtach, ausserehel. des Florian Rainer, ledigen Knechtes um der Walburga Marchl.

Zeugen: Josef Kalm, Vater und Ludwig Baier, Schulprovisor. Pf. Zeitler.

Kinder:
1. Maria geb. 19.2.1876. + Patin: Maria Kalm, Gütlerin von Breitenweinzier. Pf. Zeitler.
2. Maria geb. 8.4.1877?. Wie vor.

9. Josef Kalm hatte die frühere Kirchensölde bis 1892 [oder 1888] inne. Er veräusserte das Häuschen an ? [Vitus Menacher, durchgestrichen].

Er selbst zog zu seiner Tochter Maria, welche den Wolfgang Propst von Reibersdorf 24.8.1889 geheiratete, der von Georg Prebeck Hausnummer 10 in Pfelling den früheren Siebauerhof erworben hatte. (Siehe Geschichte dieses Anwesens)

Die Ehefrau des Josef Kalm, geborne Rainer, Austragssöldnerin, starb 15.8.1903, an Gedärmentzündung, 72 Jahre 5 Monate alt, versehen. Pfarrer: Josef Friedl.

Josef Kalm, verwitweter Austragssöldner, starb 28.9.1913, an Altersschwäche, versehen im Hause seiner Tochter Nr. 10. Pfarrer: Simon Straßer.

10. Andreas und Theres.

Kinder:
1. Theres heiratete den Vitus Menacher.
2. Franziska unehel. Kind namens Alois geb. 13.1.1895. Patin: Theres Menacher, Häuslersehefrau. Pfarrer: Mitterer.
3. Rosina.+ 2. Juni 1898, ledige Inwohnerstochter, an Lungenschwindsucht, 32 Jahre alt. Pf. Friedl.

Andreas Peinkofer, verheirateter Austragsgütler verunglückte im Steinbruch, beide Arme und Füsse abgeschlagen. Starb 23.1.1901, 7 ½ Uhr abends, versehen, 72 Jahre alt. Pf. Friedl.

Dessen Ehefrau Theres, Häuslerswitwe starb 25. 12.1913, an Altersschwäche, 78 Jahre alt, versehen. Pf. Straßer.

11. Vitus Menacher und Theres geborne Peinkofer, Gütlerstochter von Pfelling. Haben Pfelling nicht geheiratet.

Deren im Pfelling geborne Kinder:
1. Anna? geb. 16.2.1900. + Pate: Josef Steininger, Häusler von Berg bei Metten. Pf. Fried.
2. Anna geb. 13.6.1901.  + Patin: Katharina Kollmer, Inwohnerin im Hirthause. Pf. Friedl.
3. Max geb. 8.10.1902.  + Patin: Theres Steininger, Hausbesitzerin von B? Pfarrer: Friedl. Mutter Theres geb. Peinkofer, als Häuslerstochter von Haderstadl bei Chammünster angegeben. Lang, Benefiziat von Bogen
4. Bertha geb. 10. Mai 1896. Patin: Rosina Painkofer, zur Zeit Magd in Pfelling. Pf. Mitterer.
5. Josef geb. 3.11.1898. + Pate: Josef Steininger, Gütler in Berg. Pf. Friedl.
6. Josef geb. 16.2.1900. Wie vor. +
7. Anna geb. 19.6.1901. Patin: Katharina Kollmer, Inwohnerin von Pfelling. Pf. Friedl.
8. Max geb. 8.10.1902. Patin: Therese Steininger. Getauft von Jakob Lang, Benefiziat von Bogen. Ist Geistesschwach.
9. Josef geb. 10.3.1904. + Pate: Josef Steininger von Berg. Pf. Friedl.

Nicht in Pfelling geboren:
1. Ludwig geb. 18.8.1888 in Lilienthal. Heiratete 1.12.12.1914 Kriegsehe Margareta Wutzlhofer z. Z. in Pfelling, Tochter des Robert Wutzhofer der Theres, geborne Hausladen, Gütlerseheleute von Hornsdorf.

Zeugen: Menacher Vitus und Michael. Pf. Straßer.

Deren im Pfelling geborene Kinder:
1. Cäcilie geb. 25.2.1915. Patin: Cäcilie Wutzlhofer von Hornsdorf. Pf. Straßer.
2. und 3. Friedrich und Karl, Zwillinge geb. 19.12.1919. Pate: Karl Menacher, Bruder des Kindesvaters.+ +
4. Friedrich geb. 27.12.1918?. + Patin: Cäcilie Gierl, Ökonomensgattin in Straubing. Pf. Straßer.
5. In Straubing geboren: Ludwig 26.12.1918. Patin: Cäcilie Gierl.
6. Josef geb. 24.2.1918. Pate: Xaver Wutzlhofer von Hornsorf.

Ludwig Menacher, Maurer und dessen Familie befinden sich zur Zeit in Pfelling im Hause des Vitus Menacher.

Der Sohn Karl Menacher, geb. 22. Septbr. 1891 in Hammermühle, Pfarrei Gotteszell, heiratete 16. Juni 1925 Maria Wartner, geb. 27.12.190? in Lintach, des Georg Wartner und der Karolina geborne Fuchs, Inwohnerseheleute in Hunderdorf. Zeugen: Ludwig Gmeinwieser und Jakob Heigl. Pf. Straßer. Dieselben sind nach der Trauung verzogen.

Vitus und Theres Menacher, Mauererseheleute sind zur Zeit noch auf der ehemaligen Kirchensölde. Doch hat derselbe das jedenfalls ganz morsche Haus weggerissen und sich ein neues Haus aus Backsteinen erstellt, schon Anfangs der neunziger Jahre.

Ende!

Quellen: Bayer. Staatsarchiv. Pfarrarchiv Pfelling.

 

Geschichte von Hausnummer 23, der ehemaligen Hofmark Pfelling, genannt das eineinhalbe Bachbauerngut, Nebensölde zum Steghof in Pfelling.

Verfasst von Pfarrer Simon Straßer von Pfelling 1928.

Wie bei allen grösseren Höfen ein oder zwei Sölden gehörten, in welcher Brüder des Maiers ihre Unterkunft und Versorgung fanden, so war auch beim unteren Maierhof in Pfelling ein Nebengut.

Beschreibung desselben, nach der Fassion von 1808.

Name des Besitzers Hausnummer: Hausnummer 24(26) Beim Bachbauern, Veit Prebeck.
Nummer der Besitzung: 22.
Gegenstand des Besitzes: a. Das ½ Bachbauerngut b. Gemeindeanteil im Gemeindeberg, auf der Kohlstatt auf dem Wirtspointacker, auf der Leimgruben.
Dominikalverhältnisse: a. Vogtbar zum Landgerichte b. Grundbar zum Rentamte Mitterfels c. Zehent 1/3 zum Rentamte, 1/3 zur Pfarr Pfelling, 1/3 Sct. Johann.
Bisherige Staatsauflagen:
Steuer 3 fl. 42 kr. 6 hl.
14 gl. 4 kr.
Fourage 3 fl. 30 kr.
Vorspannanlage: 37 kr. 14 hl.
Summa: 22 fl. 31 kr. 20 hl.
Eidliche Schätzung: 2200 fl.
Fatierter Wert: 1000 fl.
Amtliches Gutachten: 3145 fl.
Steuerkapital: 3145 fl.
Neue Steuerleistung: 1 fl. 22 kr. 4 hl.

Im einzelnen setzte sich dieser Besitzstand nach dem Steuerkatatster vom Jahre 1831 zusammen: Äcker: 12,07 Tgw., Gärten: 1 Tgw. 34 Dez., Waldungen: 2 Tgw. 28 Dez., Haus- und Hofraum: 0,32 Tgw. = 16,01 Tgw.

Die Hofstätte stand nach der Bachbiegung, wo jetzt das Anwesen des Josef Wolf sich befindet. Der Stadl aber am Platz, wo das Anwesen des Hanns Riedl steht.

Besitzer der Sölde.

1. Sebastian und Barbara Leuten, welche cra 1644 das Hauptgut vom Kloster Gotteszell zu Lehen erhalten hatten, werden auch zugleich den Nebenhof übernommen haben, wenn derselbe überhaupt damals schon bestand.

2. Die Maierleute hatten einen Sohn Gregor, geb. 10.3.1634. Dieser scheint mit seiner Familie auf der Nebensölde zuerst gezogen zu sein.

Gregor Loibl heiratete nämlich 31.5.1677 Walburga, des Adam und der Margareta Iglberger, beide schon verstorben. Zeugen: Johann Loibl, Bauer von Waltendorf u. Michael Loibl, Bauer von Lenzing. Johann Kherbl, Bauer von ?anst und Georg Iglberger, Bauer vom Unterwinkling. P. Emmeram Soldan.

Kinder:
1. Walburga get. 10.4.17787. + Patin: Barbara Mayer, Bäuerin zu Entau auf dem Hiendlhof. P. Emmeram.
2. Maria get. 13.3.1684 des Gregor Loibl, Bauers von Pfelling und der Walburga. Patin: wie vor. P. Basilius Monus.
3. Barbara get. 6.4.1686. Wie vor.

Georg Loibl, Bauer in Pfelling, starb ein Jahr nach seinem Bruder Johann, der den Haupthof übernommen hatte, 55 Jahre alt, 11.9.1706, versehen. P. Caspar Müller.

Nach dem Brodgeltverzeichniss vom Jahre 1708 ist auf der Sölde ein gewisser Hans Fältl und dessen Ehefrau Walburga.

Faltl Hanns scheint vorher Taglöhner auf dem Steghofe gewesen zu sein.

Kinder, die in Pfelling geboren sind:
1. Andreas get. 5.11.1701 des Johann und der Walburga Fältl, Taglöhner in Pfelling. Pate: Michael Siebenhärl von Hirrabach. P. Pirminius Klain.
2. Maria get. 17.5.1706. Patin: Eva Sibenhärl von Hirrabach. P. Caspar Müller. Im Übrigen kommen über die Familie keine weiteren Einträge in dem Pfarrbüchern vor.

4. Am 11.1.1739 wurde getraut Georg Fältl, lediger Bauerssohn von Mariaposching mit Theres Loibl, Witwe in Pfelling (woher diese stammt und mit welchen Loibl zuvor verheiratet, geht aus den Matrikeln nicht hervor). Zeugen: Johann Loibl, Bauer, Mathias Pözendorfer, Bauer, Mathias Veigl.

Kinder des Georg Fältl und der Theres, verwitwete Loibl:
1. Katarina get. 7.11.1739. Patin: Maria Loibl, Bäuerin in Allkofen. P. Gregor Amann.
2. Anna Maria Margareta get. 1.6.1742 + Patin: wie vor. P. Cölestin Friedl.
3. Jakob get. 15.7.1745. Pate: Lorenz Loibl, Bauer zu Allkofen. P. Beda Ziegler.
4. Maria Eva get. 17.11.1746. Patin: wie vor. P. Cajetan.

Fältl Theres, Halbbäuerin in Pfelling starb nach Empfang aller hl. Sakramente am 21.3.1749. P. Cajetan.
Georg Fältl starb 22.1.1750, 55 Jahre alt, versehen. P. Cajetan.

5. Nun kam der Nebenhof des Stegbauern an Mathias Prebeck vom Oberhofe Hausnummer 1 in Pfelling abstammend.

Matthias Preböck, ledig des Mathias Preböck, Bauers von Pfelling und der Maria, dessen Ehefrau, beide noch am Leben, verheiratete sich 30.4.1754 mit der tugendreichen Theres des achtbaren Andreas Iglberger, Bauers in Pfelling, seligen Andenkens und der Walburga, dessen Ehefrau, noch am Leben, ehel. Tochter.

Zeugen auf der Seite des Bräutigams: Paul Sibenhärl und Wolfgang Edenhofer, beide aus Liepolding. Auf Seite der Braut: Georg Sibenhärl und Josef Zellner, beide aus Pfelling. P. Godehard Seydl.

Kinder:
1. Maria get. 21.8.1757. Pate: Vitus Loibl, Bauer in Allkofen, an Stelle seiner Ehefrau Namens Maris. P. Godehard Seydl.
2. Johann Michael get. 28. 9.1759. Pate: Vitus Loibl, Bauer in Allkofen. Stefan Pflanzelt Pfarrprovisor.
3. Georg get. 25.3.1762. + Pate: wie vor in Abwesenheit Maria Loibl von Allkofen. Pfarrer Stefan Pflanzelt.
4. Vitus getauft 29.4.1763. Pate: Vitus Loibl, in dessen legaler Verhinderung dessen Ehefrau. Pfarrer: Pflanzelt.
5. Stefan get. 25. 12.1764. + Wie vor.
6. Theres get. 6.12.1767. Patin: Maria Loibl, Bäuerin von Allkofen. Pfarrer Pflanzelt.

Maria Theresia Preböckin, Halbbäuerin und Gärtnerin? von Pfelling starb 6. Septbr. 1783, mit allen Sakramenten den Sterbenden versehen, ungefähr 52 Jahre alt, an den Winden und an einer ? leidend. Pfarrer: Josef Hoffmann.

Matthias Preböck, Halbbauer dieses Ortes starb hier mit allen Sakramente versehen 19.9.1791 Nachmittags 3 Uhr und wurde um 21. dieses Monats beerdigt, in seinem 65. Lebensjahre an Wassersucht. Pfarrer Andreas Stichauner.

Maria Preböck, des Halbbauern Matthias und dessen Ehefrau Theres seligen Andenkens ehel. Tochter starb mit allen hl. Sterbsakramenten versehen, am 29. November 1754 und 7 Uhr Morgens und wurde am 1. Dezember begraben. Sie litt am tödlichen und ansteckenden Faulfieber, im 33. Jahre beendete sie ihr Leben. Pfarrer: Andreas Stichauner.

Stefan Röhl Beck, Halbbauersohn, ledig, starb Dienstag 28. Juni 1808 Abends 5 Uhr und wurde am 30. Juni Pfelling beerdigt, an Lungensucht, 42 Jahre alt. Pfarrer: Georg Geiger.

6. Die Sölde erhielt der Sohn Vitus. Derselbe heiratete 3.3.1794 Anna Maria Trumm, des Martin Trumm, Bauer im Strähberg und der Magdalena, deren Vater Georg Hollmer, Bauer vom Gumpersberg.

Zeugen: Josef Iglberger, Bauer in Pfelling, Josef Sollinger, Söldner von hier, Johann Mändl, Schullehrer.

Kinder:
1. Theres get. 5.10.1796. + Patin: Maria Anna Petzendorfer, Bäuerin von Entau. Pfarrer: Andreas Stichauner.
2. Mathias get. 25.2.1798. Pate: Lorenz Pezendorfer, Bauer von Entau. Pf. Stichauner.
3. Anna get. 15.8.1801. Patin: wie vor, Pfarrer: Josef Deml.
4. Josef get. 14.12.1803. Wie vor.
5. Theres geb. 27.7.1805. Wie vor. +
6. Theres geb. 30.9.1807. Patin: wie vor. Pfarrer: Georg Geiger.

Vitus Prebeck scheint 1817 für seinen Sohn Mathias den Haupthof erworben zu haben, welchen derselbe 1822 übernahm (siehe Geschichte des Steghofes.)

Vitus Prebeck ist bei der Trauung seines Sohnes Mathias 1822 noch Zeuge. Da weder er, noch seine Ehefrau Anna Maria im Sterberegister nicht vorkommen, scheint er vermutlich nach dem Tode seines Sohnes Mathias und der Zertrümmerung des Steghofes, ausgewandert zu sein.

7. Die Nebensölde hat nach dem Zehentregister 1825 ein gewisser Josef Weber inne, über dessen Familie in den Pfarrbüchern nichts vorkommt.

8. Dann folgte Mathias Englberger und Katherina geborne Loibl, dieselben scheinen von auswärts zugezogen zu sein. Waren 1831 schon auf der Sölde, weil nach dem Brodgeldverzeichnisse Mathias Englberger das Reichnis von 4 kr. entrichtet.

Deren in Pfelling gebornen Kinder:
1. Johann Bapt. geb. 18.5.1836. Pate: Josef Wintermayer, Bauern von Liepolding. Pfarrer Georg Lang.
2. Katharina geb. 6.9.1837. + Wie vor.
3. Michael geb. 8.9.1838. + Wie vor.
4. Michael geb. 27.8.1839. + Wie vor.
5. Mathäus geb. 14.8.1841. Wie vor.
6. Magdalena geb. 13.3.1843. + Patin: Magdalena Wintermayer, Bäuerin von Liepolding. Pf. Lang
7. Theres geb. 6.7.18 44. Wie vor.
8. Wolfgang geb. 1.6.1846. Wie vor.
9. Peter geb. 29.5.1849. + Pate: wie vor. Pf. Leonhart Siegert. Vater ist Häusler in Pfelling Nr. 19. (Frühere Webersölde).

Englberger Katharina, verheiratete Inwohnerin von Pfelling, starb 10.9.1873, versehen, 66 Jahre alt, an Entkräftung und Wassersucht. Pf. Simon Zeitler. Deren Ehemann Mathias ist nicht in Pfelling gestorben.

Mathias Englberger hatte 1838 die Stegbauernsölde an einem gewissen Philipp Preiß veräussert, er selbst die Webersölde erworben (Siehe Hsnr. 19 in Pfelling).

8. Philipp Preis, angehender Söldner von Pfelling, geb. 29. Juli 1803 zu Schmiddorf, Pfarrei Kirchdorf bei Vilshofen, des Josef Preis und der Theres, geborne Frehler, Bauer in Schmiddorf, heiratete 13. 15 1839 die led. Maria Heissenhuber, geb. 10.5.1803 zu Haarbach bei Osterhofen, des Josef Heissenhuber und Gertraud, geborne Schrattenberger, Bauer zu Haarbach. Zeugen: Josef Preis, Vater des Bräutigams und Peter Hopfner, Schulprovisor. Pfarrer: Georg Lang.

Kinder:
1. Katharina geb. 17.7.1840. Patin: Katharina Wagner, Schmiedin von Schmiddorf, vertreten durch die Hebamme Maria Fuchs. Lang Pf.
2. Anna Maria geb. 21.5.1843. + wie vor.

Philipp Preis veräusserte sein Anwesen an einem gewissen Xaver Krammheller.

7. Xaver Krammheller, angehender Gütler in Pfelling, geb. 24.3.1840 zur Reiperting (Deggendorf) des Michael Krammheller und der Elisabeth, geb. Schmid, heiratete 22.12.1868 Anna Leidl, geb. 16.5.1843 zu Obergumpenried, des Josef Leidl und der Anna Maria Seiler, Bauerstochter von Viechtach. Zeugen: Michael Krammheller und Alois Pummer, Müller. Pfarrer.: Simon Zeitler.

Deren Ehe blieb kinderlos.

Anna Krammheller, verheiratete Söldnerin von Pfelling, starb 24.1.1891, an Wassersucht, 47 Jahre alt. Pfarrer: Bartolomä Mitterer.

8. Xaver Krammheller veräusserte die Sölde an Peter und Theres Riedl. Deren in Pfelling geborne Tochter Sophie, geb. 22.3.1895. Patin: Katherina Gilch, Bäuerin von Lauterbach. Pf. Mitterer. Heiratete 29.5.1918 im Waltendorf den Jakob Sagstetter.

Der nicht in Pfelling geborne Sohn Hanns hatte das Anwesen übernommen.

9. Hanns Riedl, geb. 10.7.1888 des Peter Riedl und der Theres, geborne Schleinkofer, Söldnereheleute zu Pfelling, heiratete 11. Mai 1910 die Jungfrau Maria Graf, des Martin Graf und der Katherina, geborne Wintermaier, Söldnereheleute von Schopühl bei Mitterfels, geb. 17.5.1885. Zeugen: Peter Riedl, Vater des Bräutigams und Johann Edenhofer, Bauer von Stegholz. Pfarrer: Xaver Ritzinger.

Kinder:
1. Johann geb. 29.3.1912. + Patin: Sophie Riedl. Pf. Straßer.
2. Johann Bapt. geb. 12.4.1913. Wie vor. +
3. Alois geb. 20.5.1914. Wie vor. +
4. Johann geb. 8.12.1918. Pate: Jakob Sagstetter, Inwohner in Pfelling. Pf. Wie vor. +
5. Josef geb. 27.?.1920. Wie vor.
6. Johann Bapt. geb. 29.12.1921. Wie vor.
7. Maria geb. 28.3.1927. Patin: Sophie Sagstetter, Wagnersehefrau von Bernried. Pf. Wie vor.

Johann Riedl machte den Weltkrieg mit, wurde an der französischen Front schwer verwundet und verlor den rechten Arm vollständig.

Theres Riedl, verheiratete Austragssöldnerin von Pfelling, starb wiederholt versehen am Brustkrebs 25.4.1922. Pf. Straßer. Sie wurde 64 Jahre alt.

Peter Riedl, verwitweter Austragsöldner von Pfelling, starb 1.1.1924.
Derselbe war am Neujahrstage beim Pfarrgottesdienst. Zu Hause kaum angekommen ward er vom Schlage tödlich berührt. Der herbeigeeilte Priester erteilte demselben sub conditione die Absolution und letzte Ölung. Pfarrer: Simon Straßer.

Johann und Maria Riedl bewirtschaften zur Zeit das Anwesen.

Ende.

Quellen: Bayer. Staatsarchiv Landshut. Pfarrarchiv Pfelling.

 

Geschichte des sogenannten Steghofes, des Unteren Maierhofes der ehemaligen Hofmark Pfelling a/D. Hsnr. 27.

Verfasst von Pfarrer Simon Strasser von Pfelling 1928,

Altgeschichtliches.

Die Sippe des Pfolo hatte bei Besitzergreifung des fruchtbaren Streifens Landes auf dem linken Donauufer, zwischen dem Steinberge A und dem Welchenberge in der Hauptsache nach gelegen, an zwei Punkten sich niedergelassen.

Der Sippenführer und seine nächste Verwandtschaft unmittelbar an der Donau selbst östlich vom Steinberge. Diese Gehöfte mit Kirche, Wirtshaus, Pfarrhaus, Mesnerhaus und dem Urfahr bildeten seit dem 12. Jahrhundert das obere Dorf Pfelling.

Getrennt von diesen entstand am Horbache = Sumpfbach auch Hüterbach genannt, eine zweite Niederlassung: das Untere Dorf, bestehend aus dem Steghofe mit seinen Nebenhofe der Kirchensölde, einer weiteren Sölde, der Dorfschmiede, der Fischersölde, den Weberhäuschen, dem Schneider- und Schusterhäuschen zu beiden Seiten des Baches und der Dorfstraße Welchenberg nach Bogen gelegen

Wie der Herrenhof der Urmaierhof mit seinem Schlosse und seinen Nebenhöfen, so ging auch das untere Pfelling, dessen Höfe und Lehen den in den Ritterstand versetzten Pfellinger Burgherrn grundbar waren, durch die Schenkung Heinrich des Jüngeren von Pfelling von Todes wegen 1290 an das Kloster Gotteszellen über. Der Haupthof, der Steghof, wird in den Salbüchern der untere Maierhof genannt, wobei der Obere Maier als Urmaier mit dem Rechte von Zwing und Bann anzusehen ist. Der untere Maier aber nichts anders ist, als der vom Kloster als Grundherr bestellte Bauer, dem der Hof auf Leib später als Erblehen übertragen worden war. Dieser Hof umfasste nach der Steuerfassion von Jahre 1806, wo derselbe noch unaufgeteilt war, nachstehenden Besitzstand.

Name des Besitzers, Hausnummer: Hausnummer 25 (27) Aufm Steghofe. Wolfgang Loibl.
Gegenstand des Besitzes: a. Der 1/1 Steghof b. Gemeindeteil am Gemeindeberge.
Dominikalverhältnisse: Vogtbar zum Landgerichte Mitterfels. Grundbar zum Rentamte Mitterfels. Zehent: 1/3 zum Rentamte. 1/3 zur Pfarr Pfelling. 1/3 Sct. Johann.

Bisherige Staatsauflagen:
Steuer: 7fl 45 kr. 6 hl.
31 fl. 3 kr.
Fourage:7 fl.
Vorspannanlage: 1fl. 15 kr.
Summa:47 fl. 3 kr. 6 hl.

Eidliche Schätzung: 4200 fl.
Fatierter Wert: 1000 fl.
Amtliches Gutachten: 7500 fl.
Steuerkapital: 7500 fl.
Neue Steuer: 9 fl. 22 kr. 4 hl..

In einzelnen gehörten zu diesen Hofe nach dem Steuerkataster von Jahre 1832 48,23 Tgw. Äcker, 4,74 Tgw. Wiesen, 0,58 Tgw. Gärten, 15,26 Tgw. Wald, 0,53 Tgw. Haus- und Hofraum. Im Ganzen: 70,14 Tgw.

Gutsmaier auf dem Steghofe:

1. Als erster in Urkunden nachweisbarer Lehensinhaber erscheint ein gewisser Andreas Schuster. Derselbe wird in dem Prozesse des Klosters Gotteszell gegen die Ehrlischen wegen des strittigen Wörts in der Donau vor dem Pfleggericht Schwarzach 14. Januar 1583 vernommen. Machte folgende Angaben: Andreas Schuster, Bauer zu Pfelling und zu Hause, 40 Jahre alt, 30 fl. Vermögen, Grunduntertan von Gotteszell. Ist erst bei 9 Jahren hergekommen, kann aber den Kauf des Wörts nichts sagen.

Daß der Verfasser kaum sich irrt in der Person des Hofinhabers ergibt sich daraus, dass sämtliche 5 Großbauern wegen des Wörts einvernommen, weil jeder 1/5 des Wörtes früher zur Nutzung gehabt und besagter Andreas Schuster wohl der 5. Nutzungsberechtigte war.

Weiteres ist über den Andreas Schuster nicht bekannt.

Ebenso wenig konnte in dem Pfarrmatrikel eine Familie auf dem Steghofe vor, noch auch Zeugen bei Trauungen oder Taufpaten in der Zeit von 1633-45.

1633 waren die Schweden von Oberaltaich aus auch in Pfelling eingefallen, plünderten und brandschatzten das Dorf (Siehe Pfarrgeschichte.) Möglich, dass dieser Hof nachdem noch 1648 die Ortschaft halb öde lag, längere Zeit überhaupt unbemaiert geblieben ist.

2. Als zweiter urkundliche nachgewiesener Lehensinhaber erscheint 1645 ein gewisser Sebastian und Barbara Loibl. Dieselben scheinen aus der Pfarrei Winkling eingewandert zu sein. Sind in Pfelling nicht getraut.

Deren in Pfelling geborne Kinder:
1. u. 2. Johann und Katharina get. 9.3.1645. Paten: Johann und Katharina Wagner, Bauerseheleute von Änning. P. Albert März.
3. Johann get. 1.3.1646. Pate u. P. wie vor.+
4. Adam get. 17.5.1747. Wie vor.
5. Walburga get. 5.2.1650. Patin: Wie vor. Pfarrer Vitus Sayn von Oberwinkling.
6. Mathias get. 2.2.1652. Pate wie vor. P. Albert März.
7. Gregor get. 7.5.1654. Wie vor.
8. Vitus get. 4.6.1656. Wie vor.
9. Katharina get. 23.8.1663. P. Hieronimus. Derselbe wurde nachts 11 Uhr zur Wöchnerin gerufen. Das Kind sollte nach dem Willen der Eltern den Namen Maria erhalten. Bekam aber den Namen der Patin der Katharina Wacker.

Zur Familiengeschichte diese Kinder:

1. Walburga Loibl heiratete 6.2.1679 Mathias, des Adam Prunner, Bauers in Loh und der Appolonia. Zeugen auf Seite des Bräutigams: Lorenz Proller, Wirt in Wischelburg. Peter Schwarzmiller, Bauer in Loh. Auf der Seite der Braut: Gregor Loibl, Bruder der Braut und Michael Loibl, Bauer in Lenzing. P. Emmeram Soldan.

Gregor Loibl heiratete 31.5.1677 Walburga, des Adam und den Margareta Iglberger, beide schon verstorben. Zeugen des Bräutigams: Johann Loibl, Bauer in Waltendorf, Michael Loibl, Bauer von Lenzing. Zeugen auf Seite der Braut: Johann Kherbl, Bauer von Sandt und Georg Iglberger, Bauer von Unterwinkling. P. Emmeram.

3. Mathias Loibl heiratete 3.6.1680 Maria, des Georg und der Katharina Hartmannsgruber, vormals Bauers in Heidldorf. Zeugen: Sebastian Loibl von Pfelling, und Johann Loibl von Waltendorf. Auf Seiten der Braut: Der Wirt von Pfelling und N. Hartmannsgruber, Bruder der Braut von Khäpfelberg. P. Emmeram.

4. Katharina Loibl heiratete Adam, des Jakob und der Walburga Streissl (Nr. 24). Zeugen: Johann Streissl von Degernbach und Adam Streissl von Herrenfreundorf. Gregor Loibl, Bauer von Pfelling und Mathias Loibl. Johann Loibl von Waltendorf. P. Basilius Monus.

5. Der Sohn Vitus blieb unverheiratet. Derselbe starb 27.9.1711, mit allen Sakramenten versehen, cra 52 Jahre alt. P. Michael.

Die Mutter Barbara Loibl, Bäuerin von Pfelling, war schon 28.11.1675, 55 Jahre alt, versehen, gestorben. P. Virgilius Ainhorn.

Der Vater Sebastian Loibl starb 30.12.1683, mit allen Sakramenten versehen, cra 60 Jahre alt. P. Basilius Monus.

Den Steghof erhielt zufolge Erbrechtskaufbrief von 20.10.1692 der erstgeborne Sohn Johann.

3. Johann Loibl, des Sebastian Loibl und der Barbara, beide verstorben, Bauer vom Pfelling, heiratete 24.11.1692 Catharina, des Martin Grießbekhen zu Breitenweinzier, Bauers und der Agatha, dessen Ehefrau ehel. Tochter. Zeugen waren: Michael Loibl, Bauer auf dem Lenzhof, Andreas Loibl von Waltendorf. Paul Sporner von Braitenweinzier und Michael Eberl von Pfelling. P. Gregorius Bekh.

Kinder:
1. Georg get. 25.10.1693. + Pate: Georg Mühler, Bauer von Entau. P. Gregor Bekh.
2. Georg get. 2.4.1695. Wie vor.
3. Eva get. 26.11.1697. + Patin: Katharina Millerin, Bäuerin von Entau. P. Augustinus Auer.
4. Wolfgang get. 28.10.1700. Pate: Georg Schemmerer, Bauer von Entau. P. Romanus Subert.
5. Johann get. 20.4.1703. Wie vor.

Johann Loibl muss vor 1705 gestorben sein und zwar auswärts, weil er in der Sterbematrikel nicht vorkommt. 1708 ist nach dem Brodgeldverzeichnis ein gewisser Sebastian Arthmer auf dem Steghofe, welchen die verwitwete Katherina Loibl geheiratet hatte. Die Trauung fand indessen nicht in Pfelling statt.

1. Nikolaus get. 31.12.1706. Pate: Georg Schemmerer. P. Caspar Müller. +
2. Kaspar get. 25.12.1707. Pate wie vor. P. Idelphond Hueber.

Kinder aus zweiter Ehe:
1. Josef get. 5.1.1710. Pate: Georg Schemmerer, Bauer von Entau. P. Michael. +
2. Sebastian u. Catherina get. 23.4.1712. Kind namens Peter +. Wie vor.

Katharina Artmann, verwitwete Loibl, starb 1713 aber nicht in Pfelling.

Es fand eine Übergabe an den neuen Gutsmaier statt, welche im beifolgenden Briefprotokoll niedergelegt ist: Briefprotokoll des kaiserlichen Pflegegerichtes Schwarzach, Hofmark Stefansposching und Pitzenfels de anno 1713.

Katharina Alhmer, des Sebastian Alhmer, Bauer zu Pfelling, ist gestorben. Sie hat drei eheliche Kinder hinterlassen: Georg, 18 Jahre alt, Wolfgang 14 Jahre alt und Hanns 11 Jahre alt, deren Vormünder Mathias Pezendorfer und Wolf Fruhstorfer zu Breitenweizier.

Der jüngste Sohn Hans soll den Erbrechtshof, welcher Inhalts Kaufbrief vom 20. Oktober 1692 zum Kloster Gotteszell grundbar und gehörig, nach erlangter Volljährigkeit übernehmen. Der Hof soll an dessen Stiefvater, Sebastian Alhmer von Pfelling, auf Verlangen der Freunde des Adam Streissl zu Pfelling und des Georg Streissl von Freunddorf und in specie des Vormundes Mathessen Pezendorfer auf gewisse Jahre verstiftet werden, bis der jüngste Sohn Hans vogtbar geworden. Der jüngste Sohn ist schuldig alle Schulden die wissentlichen und nicht wissenden ohne der übrigen Erben Entgelt zu bezahlen.

Er hat an die beiden Brüder das unterm 7. Oktober 1705 vorgezeigte väterliche Vermögen zu teilen. Georg erhält 366 fl. 40 kr. Wolfgang 366 fl. 40 kr. in Summa 733 fl. 20 kr. Die Summe soll auch von heit auch gleich bezahlt sein oder ordentlich verzinst werden. Von Bruder Wolfgang Anteil sollen dem derzeitigen Gutsbesitzer 200 fl. bis Micheli ohne Zins liegen bleiben. Nach dieser Zeit gleich den anderen bar verzinst werden.

Die Kosten der Aufrichtung des Vertrages, die Zahlung des Ab- und Anstandes an das Kloster Gotteszell hat der übernehmende Hans allein zu tragen.

Geschehen 21. März 1713.

Zeugen: Lorenz Wündtreich, Gerichtsprotokollschreiber,
Gregor Eberl, Branddweinbrenner in Schwarzach.

Zwei Stiftsbriefe.

Auf Antrag der Vormünder Pezendorfer, Bauer von Pfelling und Wolfgang Fruhstorfer von Breitenweinzier, wird der Hof auf 12 Jahre ans Sebastian Alhmer zu Pfelling verstiftet und überlassen, von Jacobi 1713 – Jakobi 1725 nach dem Inventar vom 16. März 1703 mit samt allen Baumannsfahrnissen.

Derselbe ist verbunden dem Stift verfallende Steuer, dann Anlage und andere vorfallende Bauten zu übernehmen, ebenfalls den ans Kloster Gotteszell jährlich zu entrichtenden Getreidedienst, Stiften und Gilten ohne Entgelt des verstifteten Pflegekindes unverweigerlich zu entrichten und zu zahlen. Ebenso muß er den beiden Brüdern das väterliche und mütterliche Erbteil heimbezahlen oder verzinsen. Sollten die beiden Söhne Georg und Wolfgang während der 12 Jahre sich verheiraten, so muß er nicht bloß die 200 fl. väterlichen, sondern auch die übrigen 166 fl. 40 kr. mütterlichen Erbteils, welche aus gemachter Ursache keine Interessen tragen par herschiessen und bezahlen. Nicht weniger den jüngeren Loiblsohn Hans bis derselbe das 14. Lebensjahr erreicht hat mit Nothdurft, Kost und Kleidung unterhalten, nach christkatholischen Gebrauch aufziehen.

Dann hat Sebastian Alhmer den nicht verstifteten ganzen Erbrechtshof, sowohl zu Dorf als Feld, item Haus und Stadel, nichts ausgenommen baulich in guten Zustand zu unterhalten und nach Abfluß des Stiftszeit samt Allem dem Hans Loibl zu übergeben. Verbesserungen, welche während der Zeit gemacht, müssen nach den Urteil von Schätzleuten vergütet werden. Für Abschwendungen hat Sebastian Alhmer gut zu stehen.

Die Vormünder beziehungsweise ihr Pflegesohn ist verbunden nach Abzug dessen bei seinem verstorbenen Eheweibe Katharina ehelich erworbenen drei Söhnen Kaspar, Josef und Peter zu einem mütterlichen Erbteil miteinander gleich 300 fl. hinauszubezahlen. Übrigens auch im Falle er Ahlmer an den Loibl zwei Söhnen erblichen Portionen der 733 fl. 30 kr. unter den 12 paktierten Jahren viel oder weniger abführen würde, muss ihm ein solches nach dessen Abzugs, jedoch fristenweise mit 100 fl., doch ohne Interessen ersetzt und bonifiziert werden. Es geschehe dann, daß mit einer der anderen Zahlenfrist nicht zugehalten werden könnte, also dann die Interessen zu verrechnen wären. Mit welcher Frist der 100 fl. ein Jahr nach Abzug der Anfang gemacht werden muss. Überdies noch weiter Auftrag und Bedingnis, daß er Alhmer im letzten Jahren die Hälfte bezahlen und nicht weniger alles bedürftige Holz bei der Herberge lassen soll.

Dem Solches, was hievon nommen und geschrieben worden, in Allem wahr, fest und stets zu halten beiderseits gerichtlich angelobt worden.

Actum et testes, ut supra.

Schuldbekenntniß pr. 200 fl.

Mathias Pezendorfer von Pfelling und Wolfgang Freundorfen zu Breitenweinzier als über Katharina, Sebastian Alhmer zu Pfelling Eheweib selig nachgelassene zwei Söhne namens Georg und Wolfgang obrigkeitlich gesetzten Vormünder erscheinen heute dato vor Gericht und bekennen von Sebastian Arhtmann, Bauer zu Pfelling restige 200 fl. väterliches Erbteil, so selber vermöge aufgerichteten Vertrages dato 21. März 1713 den Pflegesöhnen Namens Georg zu bezahlen schuldig sei par und ohne Abgang empfangen zu haben.

So auf der Teile beschehenes Erbitten der künftigen mehreren Sicherheit willen dem Gerichtsprotokolle also einzuverleiben gebeten worden.

Actum, den 21. Februar 1714.

Zeugen: Hans Loibl von Pfelling und Balthasar Pichelmair zu Breitenweinzier.

Verheiratungen des Sebastian Alhmer.

1. Am 19. September 1705 ist getraut worden der ehrbare Jüngling Sebastian Ardmer, des Johann Ardmer, Bauers von Mariaposching, seligen Andenkens und der Maria, dessen Eheweibes, sel. Andenkens, ehel. Sohn mit der Katharina, Witwe in Pfelling. Zeugen des Bräutigams: Sebastian Reidlbäckh, Fischer in Pfelling und Thomas Streissl, Bauern von Pfelling. Zeugen der Braut: Andreas Loibl, Bauer auf dem Lenzhof und Grot Schemmerer von Entau. P. Roman.

Kinder des Sebastian Arthmer und der Katharina voreheliche Loibl.
Katharina Arthmer starb 1713.

2. Der verwitwete Bauer Sebastian Arthmer verheiratete sich wieder 12.1.1714 mit Eva, des Wolfgang Obermair und der Magdalena, Bauers in Anning (Klostersölde Oberaltaich Nr. 70). Zeugen: Georg Schemmerer, Bauer in Entau und Mathias Pezendorfer, Bauer in Pfelling. Peter Obermair, Bauer in Ränkam und Mathias … Müller in Waltersdorf. P. Idelphons Hueber.

Eva Arthmer nahm einen schrecklichen Tod. Sie wurde von Räubern überfallen und schwer verwundet, starb ohne die heiligen Sakramente empfangen zu haben 8.6.1718, 27 Jahre alt. P. Idelphons Hueber. Kinder hatte sich keine.

3. Zum drittenmale trat Sebastian Arthmer bereits 11.7.1718 an den Traualtar mit Maria, des Johann Obermayr + Bauers von Entau und der Walburga +, dessen Eheweibes. Zeugen: Lorenz Pezendorfer von Entau, Georg Schemmerer von Entau, Mathias Iglberger von Pfelling und Stefan Fischer auf dem Hiendlhof.

Kinder aus dritter Ehe:
1. Georg get. 10.10.1719. Pate: Georg Schemmerer, Bauer von Entau. P. Idelphons.
2. Maria get. 2.2.1721. Patin: Eva Schemmerer, Päuerin von Entau. P. Cölestin.
3. Thomas get. 14. 12.1723. Pate: wie vor. P. Cölestin.

5. Die Familie des Sebastian Arthmer oder Arthmann verschwindet aus dem Pfarrbüchern. Der Sohn Hans des Johann Loibl und der Katharina geborne Griesneck zweitverehelichte Artmer hatte nach Ablauf des Stiftszeit den Erbrechtshof gemäss der Bestimmungen selbst übernommen.

Hans Loibl geb. 20.4.1703 heiratete am 25. Juni 1725 Maria, des Mathias Bayerl und der Walburga, beide noch am Leben, Bauers von Rottenmann, ehel. Tochter. Zeugen: Georg Schemmerer, Pauer von Entau, Andreas Iglberger, Bauer von Pfelling. Georg Zierer, Pauer von Stepfansposching. Georg Bayerl, Pauer von Irlbach. P. Cölestin.

Kinder:
1. Maria get. 7.1.1726. Patin: Maria Fischer, Bäuerin auf dem Hiendlhofe. P. Josephus.
2. Georg get. 11.2.1727. Pate: Georg Pezendorfer, Bauer von Entau. P. Cölestin.
3.Maria get 2.3.1731. Pate: Georg Pezendorfer, Bauer in Entau. P. Honoratus.  + 2.2.1739, 15 Jahre alt, versehen. P. Gregor Amann.
4. Johann Jakob get. 7.7.1735 Pate: wie vor. P. Joseph. + 24.3.1747. 12 Jahre alt.
5. Johann get. 24.3.1733. Pate: wie vor. P. Godehardus Seydl.
6. Anna getauft. 2.7.1737. Pate: Georg Pezendorfer, Bauer von Entau. P. Gregor Amann. + ledigen Standes  16.9.1806, 70 Jahre alt, an Abzehrung. Pfarrer: Georg Geiger.
7. Lorenz get. 1.7.1739. Wie vor.
8. Martin get. 14.10.1741. Pate: wie vor. P. Idelphonsus.
9. Bartolomä get. 7.8.1743. Pate: wie vor. P. Cajetan Friedl.

Maria Loibl geborne Bayerl, Stegbäuerin, starb 19.3.1746 im 40. Lebensjahr mit allen hl. Sterbesakramenten versehen. P. Cajetan Friedl.

Der verwitwete Stögbauer Johann Loibl verheiratete sich wieder 29. 1.1748 mit Magdalena Hitziger des Wolfgang Hitzinger, Bauers von Parkstötten und der Elisabeth, dessen Ehefrau, beide seligen Andenkens, ehel. Tochter. Zeugen: Matthias Prebekh, Bauer in Pfelling, Jakob Rädlböckh, Donauförg daselbst, Andreas Mayr und Mathias Pezendorfer, bei den Bauern daselbst. P. Cajetan.

Kinder aus dieser Ehe waren nicht vorhanden.

Johann Loibl wurde beerdigt 21.3.1753, mit allen hl. Sterbsakramenten gestärkt, an Stickkatarrh leidend, im 49. Lebensjahr. P. Godehard Seydl.

Magdalena Loibl, des Johann Loibl, Stegbauerns von Pfelling Ehefrau, war 23. März 1751 wiederholt versehen in ihrem 27. Lebensjahr gestorben. P. Cajetan.

6. Den Hof überkam der Sohn Johann. Dieser heiratete 11.1.1752 Maria Hofmeister, des Michael Hoffmeister, Bauers von Lautterbach und der Walburga dessen Ehefrau, beide seligen Andenkens, ledige ehel. Tochter. Zeugen: Mathias Pezendorfer, Bauer in Pfelling und Georg Pezendorfer, Bauer in Entau ebenso Andreas Mayr, Halbbauer diesorts und Wolfgang Mayrhofer, Schulmeister und Messner in Pfelling. P. Godehard Seydl.

Deren Ehe scheint kinderlos geblieben zu sein. Johann Loibl muss sein Erbrecht auf dem Stegbauernhof an einem gewissen Johann und Maria Rauscher veräussert und aus der Pfarrei fortgezogen sein.

7. Als vorübergehend auf dem Steghofe hausten Johann und Maria Rauscher. Woher dieselben stammten erhellt nirgens. Dieselben scheinen schon ältere kinderlose Leute gewesen zu sein.

Johann Rauscher starb 2.10.1772. Pfarrer Pflanzelt.

Maria Rauscher starb 2.10.1773. Pfarrer: Pflanzelt.

Maria Rauscher, Witwe des Johann Rauscher, gewesten ganzen Bauers zu Pfelling, stiftete laut Briefprotokolles des Pfleggerichts Schwarzach vom 9. August 1773 zur Pfarrkirche in Pfelling einen ewige Jahrtag mit Vigil und Libera mit einem Kapital von 100 fl.

8. Nach dem Tode der Rauscherischen kam der Steghof wieder an die Familie Loibl, den der Bruder des Johann Loibl, Lorenz, überkam.

Derselbe heiratet 26.1.1773 die Bauerstochter Katharina Haimerl, des Johann und der Anna Haimerl von Hörabach. Zeugen: Josef Iglberger, Bauer dieses Orts und Georg Artman, Donauförg. Pfarrer: Pflanzelt.

Kinder:
1. Johann get. 30.4.1774. Pate: Jakob Mayr, Donauförg in Irlbach. Pf. Pflanzelt. +
2. Theres get. 2.10.1776. Patin: Regina Mayr, Donauförgin in Irlbach. Pfarrer: Pflanzelt. Heiratete 18.10.1796 den Matthias Altschäffl, Bauerssohn von Entau.
3. Anna get. 24.7.1781. Wie vor. Pf. Josef Hofmann.
4. Jakob geb. 3.12.1783. Pate und Pf. Wie vor.
5. Anna Maria get. 19.10.1786. Patin: wie vor. Pfarrer: Josef Hofmann.

Katherina Loibl, geborne Haimerl, starb 8.2.1801, 56 Jahre alt. Pf. Jos. Deml.

Lorenz Loibl, Stegbauern von Pfelling, starb 21.1.1802, versehen, 63 Jahre alt. Pfarrer: Josef Deml.

8. Den Hof hatte derselbe kurz vorher seinem Sohn Wolfgang übergeben. Wolfgang Loibl, des Lorenz Loibl, Bauers von hier und seiner Ehefrau, Katharina, deren Vater Johann Haimerl, Bauer in Höhabach, ehel. Sohn heiratete 24.11.1802 Katharina des Mathias Altschäffl, Bauers in Entau und dessen Ehefrau Catharina, deren Vater war Josef Pogner, Bauer vom Breitenweinzier, ehel. Tochter. Zeugen: Mathias Altschäffl, Bauer in Entau und Lorenz Loibl und Johann Mändl von Pfelling. Pfarrer Josef Demel.

Kind: Andreas gekauft. 13.11.1802.+ Karte: Andreas meiden Power von Lohhof. Pfarrer: Josef Demel.

Die Mutter Katharina, geborne Altschäffl starb in Kindesbette 16.11.1802 nach andächtigem Empfang der hl. Sakramente, 28 Jahre alt. Pfarrer: Josef Deml.

Der Witwer Wolfgang Loibl verheiratete sich wieder 2.10.1803 mit Anna Maria Läschinger, geb. 20. Februar 1782 zu Reibersdorf, ehel. Tochter des Johann Läschinger und der Anna Maria Stegbaur, Bauerstochter von Reibersdorf. Zeugen: Johann Mändl, Schullehrer und Jakob Resl, Schmied in Pfelling. Pfarrer: Josef Deml.

Kinder:
1. Wolfgang geb. 6.1.1806. Patin: Katharina Mayer, Bäuerin von Lohhof. Pfarrer: Georg Geiger.
2. Jakob geb. 25.7.1807. Pate: Andreas Mayr, Bauer vom Lohhof. Pfarrer: Georg Geiger.
3. Johann Georg geb. 24.4.18 09 + Wie vor.
4. Wolfgang geb. 5.5.1813, nach dem Tode des Vaters geboren. + Wie vor.

Wolfgang Loibl starb 10.10.1812 an Brustwassersucht, 34 Jahre alt. Pfarrer: Georg Geiger.

Er war das letzte Glied aus der Familie Loibl, welche von 1645 bis 1812, also über ein und einhalb Jahrhundert mit geringer Unterbrechung auf dem Steghofe zu Pfelling gehaust hatte.

9. Die Witwe Anna, geborne Läschinger, heiratete 21.7.1813 den Bauern Josef Schreiber von Ottenberg, geb. 20.2. 1782 zu Reibersdorf, dessen Eltern Jakob Schreiber und Anna Maria Streisslin. Zeugen: Josef Arndorfer und Johann Mändl, Schullehrer in Pfelling. Pfarrer: Georg Geiger.

Kinder:
1. Anna geb. 14.5.1815. Patin: Katharina Mayr, Bäuerin von Lohhof. Nikolaus Geiger Provisor.
2. Josef geb. 20.8.1817 in Anning. Patin wie vor. Pfarrer: Johann Ev. Inkofer. Heiratet 17.8. Anna Maria Streissl von Degenberg. Ist auf Hausnummer 10, dem früheren Siepauernhof, welche Sölde sein Vater nachdem er 1826 den früheren Klosterhof Hausnummer 71 in Anning zertrümmert hatte, erwarb. (Siehe Geschichte von Hausnummer 10 in Pfelling).

10. Den Steghof erwarb Mathias Prebeck, dessen Familie seit 1748 die Nebensölde Hausnummer 26, welche vom Steghofe abgetrennt worden war, inne hatte (siehe Geschichte dieser Hausnummer).

Mathias Preböck, Bauer in Pfelling, geb. 25. 2.1798 als ehel. Sohn des Vitus Preböck und der Maria Trumm (auf der Loiblsölde) heiratete Anna Reicheneder geb. 16.5.1796 als ehel. Tochter des Josef Reicheneder und der Katharina, geborne Hochberger, ½ Bauer in Irlbach.

Zeugen: Vitus Preböck, sein Vater und Josef Reicheneder von Irlbach. Pfarrer: Kroiß. Getraut 8. Januar 1822.

Kinder:
1. Magdalena geb. 25. 3.1825. + Patin: Magdalena Förg, Bäuerin von Ainbrach. Pfarrer: Sebastian Aumayr.
2. Anna Maria geb. 12.1.18 27. + Wie vor.
3. Ein notgetauftes Mädchen, Frühgeburt, geb. 20.9.1828. +
4. Mathias geb. 19.12.1827. + Pate: Georg Förg, Bauer von Ainbrach. Pfarrer: Aumayr.
5. Veronika geb. 28.1.1830. Patin: Wie vor. Pfarrer Aloiys Hayder.
6. Anna Maria 14.1.1832. Wie vor.
7. Josef geb. 8.3.1824. + Pate: Georg Förg, Bauer von Ainbrach. Pfarrer: Mathias Kroiß.

Mathias Prebeck, Bauer von Pfelling, starb an Faulfieber 1.6.1832, 34 Jahre alt. Pfarrer: Aloys Hayder.

Nach dem Tode des Matthias Preböck ging der einst so blühende untere Maierhof in Trümmer. Derselbe wurde 1833 bis auf die Hofstätte, bei welcher nur mehr 8,91 Tagwerk Felder verblieben, vollständig aufgelöst.

11. Die kleine Sölde erwarb Josef Lehner um 1900 fl.

Die Zertrümmerung die Stegbauerngutes 1833.

Aus dem Lehnerhofe erworben nachstehende Hausnummern Feldgründe.
1. Hsnr. 1. Jakob Prebeck, Bauer in Pfelling 3,53 Tgw.
2. Hsnr. 9. Wolfgang Wintermayr, Wird in Pfelling 9,66 Tgw.
3. Hsnr. 12. Josef Pummer, Söldner in Pfelling 7,04 Tgw.
4. Hsnr. 14. Josef Bugl, Schumacher von Pfelling 3,82 Tgw. B
5. Hsnr. 17. Alois Hutterer, Wagner zu Pfelling 2,83 b Tgw.
6. Hsnr.24. Jakob Prebeck (ehedem Muhr) Halbbauer Pfelling 18,65 Tgw.
7. Hsnr. 25. Peter Schreiber, Söldner zu Pfelling. 1,73 Tgw.
8. Hsnr. 27 1/3 Michael Mühlbauer, Müller zu Pfelling 2,66 Tgw.
9. Hsnr. 28. Matthias Staudinger, Bauer zu Lenzing. 0,65 Tgw.
10. Hsnr. 30. Michael Reiner, Häusler in Espen. 2,79 Tgw.
11. Hsnr. 57. Andreas Spranger, Bauer in Hag.10,09 Tgw.
12. Hsnr. 59. Jakob Lipp, Söldner in Stegholz. 5,03 Tgw.
Zusammen 68,48 Tgw.

Bei der Hofstätte, welche Josef Lehner behielt, verblieben lediglich 8,91 Tgw. Äcker. Der Steghof hatte also vor seiner Zertrümmerung 77,39 Tgw. Äcker. 1833, als ihn Josef Lehner übernahm, waren bei demselben wie in der Besitzstandsliste an Anfange dieser Abhandlung angegeben, 48 Tgw. 23 Dezimal verblieben. Lehner zertrümmerte wiederum, aber so gründlich, daß er selbst nur mehr ein notiger Kleingütler wurde.

Lehner Josef war bis 1858 auf dem zerstückelten Steghofe. Von ihm erwarb die kleine Sölde Andreas und Anna Maria Pillmeyr, Zimmermann, bisher auf Hausnummer 62 in Liepolding. Josef Lehner scheint nach Lindforst verzogen zu sein. Er ist 7.8.1854 Taufpate beim Kinde Maria, des Andreas Pillmaier, Söldners und Zimmermanns von Pfelling. Pillmayer kam nach Entau auf eine der Neukolonien.

Sein Anwesen in Pfelling scheint er an einen gewissen Josef Graf verkauft zu haben.

Josef Graf, angehender von Pfelling, ledig, 36 Jahre alt, des Martin Graf, Söldners von Mitterfels und der Katharina Wartner, vorderehelichte ?, heiratete 16.1.1866 die ledige Theres Grill, geb. 17.11.1836, des Michael Grill, Ausnahmsöldners von Bogen und der Anna Maria, geborne Rauscher. Zeugen: Michael Grill, Vater der Braut und Johann Wartner, Häusler in Pfelling. Pfarrer: Simon Zeitler

Theres Graf, verheiratete Söldnerin von Pfelling starb 1.8.1884 an Herzschlag infolge Wasser sucht, unversehen, 48 Jahre 8 Monate alt. Pfarrer: Josef Krieger

Graf Johann, deren, wie es scheint vorehelicher einziger Sohn, stand 29.4.1897 an Lungenentzündung, 53 Jahre alt. Pfarrer Mitterer.

Josef Graf, verwitweter Söldner, starb 24.10.1903, an Atrophie, 72 Jahre alt, versehen. Pfarrer: Josef Friedl.

13. Das Anwesen kaufte Xaver Prebeck, Bauer von Pfelling, Hsnr. 1.

14. Derselbe veräusserte dasselbe weiter an Peter Gmeinwieser von Welchenberg. 1905.

Gmeinwieser Peter, verwitweter Gütler von Pfelling, starb 4.5.1919, an Altersschwäche, 77 Jahre alt, versehen. Pfarrer: Simon Straßer.

Dessen Sohn Ludwig, der das Anwesen erhalten sollte, machte den Weltkrieg mit. War seit der Flandernschacht vermisst.

Ehre seinem Andenken, ewige Ruhe seiner Seele!

15. Das Anwesen ging nun in die Hand seines zweiten Sohnes Ludwig über. Ludwig Gmeinwieser, geb. am 27. August 1897 in Welchenberg, als Sohn des Peter Gmeinwieser und der Theres, geborne Ring, heiratete am 19.1.1921 Katharina Gegenfurtner, Gütlerstochter von Ottenberg, geb. 29.5.1899 in Schwarzach als Tochter des Josef Gegenfurtner und der Maria, geborne Jobst, Gütlerseheleute von Ottenberg.

Zeugen: Josef Gegenfurtner und Josef Gemeinwieser. Pfarrer: Simon Straßer.

Kinder:
1. Katharina geb. 21.10.1921. Patin: Juliana Wagner, Gütlerin von Hörabach. Pfarrer: Straßer. + 11.2.1927, 5 ½ Jahre alt, mit der hl. Ölung versehen. Pfarrer Straßer.
2. Frida geb. 11.1.1934. Patin: Maria Wagner, Gütlerin von Vorbühl. Pfarrer: Straßer.
3. Johann Ev. geb. 29.10.1925. + Pate: Johann Wagner, Gütler in Aicha. Pfarrer: Straßer.
4. Ludwig geb. 5.4.1928. +Frühgeburt. Pate: Wie vor. Pf. Straßer.

Ludwig und Katharina Gmeinwieser sind zur Zeit noch auf der Hofstätte des einst so blühenden Steghofes.

Ende!

Quellen: Bayer. Staatsarchiv in Landshut. Pfarrarchiv Pfelling.

 

Geschichte der Mühle zu Pfelling Hausnummer 27 1/3, zum Stegbauernhof gehörig.

Verfasst von Pfarrer Simon Straßer von Pfelling 1928.

In der Bestätigungsurkunde der Schenkung Heinrichs des Jüngeren und seiner Gemahlin Mechthildis, geborne Gräfin von Rotteneck, vom Jahre 1294 ist zwar der Weinberg und die Fischerei eigens erwähnt als Pertinenz des ehemaligen Urmaierhofes, des nachmaligen Herrenhofes Hsnr. 1.

Dagegen wird eine Mühle, wie es sonst regelmäßig bei derartigen Gutsübertragungen, wenn eine solche vorhanden war, in der Hofmark Pfelling nicht erwähnt.

Um doch muss später eine solche Mühle vorhanden gewesen sein vor dem dreißigjährigen Kriege.

Zur Pfarpfründe Pfelling gehört seit 1225 ungefähr die jetzige Pnr. 217 0,96 Tgw. groß, auf dem Verbindungswege nach Hörabach gelegen, welchen Acker „Kumpfmühlacker“ genannt ist. In dem Übergabeprotokolle des Pflegegerichtes Schwarzach an den neuen Pfarrer Johann Rechlin vom Jahre 1609 wird dieser Acker nachstehend beschrieben:

Im dritten Veldt nennt man oft die Praitenwies zue, darinnen  8 Äckerle. Der erste Ackher liegt auf die Kumpfmühl zue, stoßt mit dem anderen Orb? auf Niklasen Titlteys Äcker zue bei 40 Pifang.

Daraus ergibt sich mit Gewissheit, daß in Pfelling damals noch eine Mühle in Betrieb war. Der Name Kumpfmühle leitet sich von dem mittelhochdeutschen Wort „kumpf“ = Gefäß ab. Eine Kumpfmühle ist eine oberschlächtige dem Mühle mit Kumpfen (siehe Mondschein die Ortsnamen des Bezirkes Bogen, Jahresbericht des hist. Vereines für Straubing u. Umgebung, 6. Jahrgang 1905, Seite 26). Diese Mühle wurde getrieben von dem kleinen Hörabach = Sumpfbach, der in Hörabach entspringt und sich unterhalb Pfelling in die Donau ergiesst. Die Mühle stand wohl früher auf den nämlichen Platze, wo das jetzige frühere Mühlenanwesen sich befindet, am Fuße des Gemeindeberg des an der Distriktstrasse Welchenberg : Bogen.

Indessen scheint die alte Mühle keine Gemeindemühle gewesen zu sein, sondern eine Eigenmühle, welche zum unteren Maierhofe gehörte, dem Steghof, auf dessen Grund und Boden sie stand.

Diese Mühle scheint beim Schwedeneinfalle 1633 untergegangen zu sein. In dem Pfarrbüchern, welche 1633 einsetzten kommt keine Müllersfamilie vor.

Mathias Pebeck, ein Sohn des Mathias Prebeck auf dem Oberhofe, dem ehemaligen Urmaierhof, welcher 1754 die Theres Iglberger geheiratet und den Nebenhof zum Steghof Hausnummer 26 erworben, stellte 1765 an die kurfürstliche Regierung ein Gesuch um Erbauung einer eingängigen Mühle in Pfelling. Wurde aber 21. August 1765 abgewiesen.

Derselbe starb 1791.

Mathias Prebeck, ein Enkel obengenannten, überkam von seinem Vater Vitus Prebeck 1822 dem Haupthof, den Steghof. Dieser scheint nun die Mühle erbaut zu haben. Derselbe starb 1.6.1832, 34 Jahre alt, an Faulfieber. Seine Witwe Anna Maria, geborne Reicheneder, Bauerstochter von Irlbach, verheiratete sich wieder mit Johann Bapt. Bachl, Bauersohn von Drudendorf, 29.10.1832. War aber bloß ein Jahr auf dem Steghofe. 1834 wurde derselbe zertrümmert und die Mühle Hausnummer 27 1/3 erkaufte 18034 ein gewisser Michael Sailer. Derselbe schuldete lt. Obligation vom 3.September 1832, Hypothekenfolio 83, die zu dem Simon Iglbergerschen und Martin Straßmaierschen Jahrtage legierten Kapitalien zu 200 fl. mit 10 fl. Jahreszins. Sailer Michael scheint bis 1840 auf der Pfellinger Mühle gewesen zu sein

Kinder des Michael Sailer und der Maria, geborne Maier, Mesnerstochter von Deggendorf, welche in Pfelling geboren sind:
1. Anna Maria geb. 6.12.1830. Patin: Elisabeth Münchsdorfer, Hutmacherin von Deggendorf. Pfarrer: Alois Hayder.
2. Josef geb. 5.2.1834. + Patin: wie vor. Pfarrer Kettl.

2. Der Nachfolger des Michael Sailer scheint ein gewisser Josef Stegmaier gewesen zu sein. Über dessen Familie enthalten die Pfarrbücher nichts. Derselbe hat vom dem Kirchensöldner Peter Schreiber auf Hausnummer 25 die Plnr. 231, die Hörabacherwiese und Plnr. 233, das Mooswiesl zu 1,59 Tgw. erkauft, erbberechtigt grundbar zur Pfarrkirche Pfelling und am 23. Mai 1845 nach 150 fl. Schätzung mit 7 ½ % = 11 fl. 15 kr. das Laudemium erstanden?

Bei der Mühle, welche ja zu Hausnummer 27, dem Steghof gehört hatte, waren keine Gründe dabei, außer den 0,72 Tagwerk, welche der Mueller Stegmair von der Kirchensölde, wie wir schon gehört, erkauft hatte, gehörten lediglich noch Plnr. 214, die drei Steinäcker zu 2,04 Tw. und der Hütterbachacker zu 0,62 Tw. dazu,welche Gründe schon Seiler aus dem Ausbruch des Steghofes 1834 erworben. Nach dem Zegentablösungsregister von Jahre 184? hatte der Müller Michael Mühlbauer lediglich 3,38 Tgw. Felder. Dazu waren noch Plnr. 206 der Kohlstattacker mit 0,43 Tgw. neben dem Hause später von Hausnummer 27 ½ Lehnerhofzertrümmerung gekommen und von Hausnummer 5 Iglberger der Kumpfmühlacker Plnr. 206 zu 0,71 Tgw. erworben

Der Müller Stegmaier hatte also bloß die Wiesen von der Kirchensölde zu 1,59 Tagwerk und 4,09 Tgw. Feld. Dieser geringe Grundbesitz war wohl die Hauptursache, warum die Müller immer so schnell wechselten. Der kleine Mühlbezirk nährte natürlich nicht den Mann und seine Familie.

3. Vom Stegmair Josef erwarb ein gewisser Michael Mühlbauer die Mühle und bezahlte am 13. Dezember 1847 mit 11 fl. 15 kr. das Laudemium für die zur ehemaligen zur Kirchensölde gehörigen Gründe.

4. Von Michael Mühlbauer erkaufte bereits wieder 1847 das Anwesen der Posthalter Eisenhofer von Frontenhausen, welche aber die Mühle dem Josef Wagenbauer von Oberalteich um cra 4000 fl. zu kaufen gab.

Am 25. Oktober 1849 haben Wagenbauer und Lorenz Grötzinger im Namen und Auftrag des Posthalters Eisenhofer von Frontenhausen als ersten Käufer das Laudemium mit 11 fl. 15 kr. Fixum und 5,37 ½ kr. Beischlag mit 16 fl. 52 ½ kr. Äquivalent abgelöst und gleich bezahlt.

5. Über Michael Mühlbauer und dessen Familie enthalten die Pfarrbücher keine Einträge. 1855 ist derselbe noch auf der Mühle.

Um 1855 erwarb von Josef Lehner der Zimmermann Andreas Pillmayr und Maria, geb. Laumer, bisher Häusler auf Nr. 62 in Liepolding das zertrümmerte Anwesen Nr. 27, Hofstätte des früheren Stegbauernhofes in Pfelling und wie es scheint auch die Mühle Nr. 27 1/3, denn derselbe wird in den Ablösungsverzeichnis mit der Gilt auf den Gründen der Kirchensölde mit einem Betrage von 8 kr. 2 hl. ablösbar, als Müller von Pfelling geführt. (Siehe Geschichte von Hausnr. 62 in Liepolding und Hsnr. 27 in Pfelling)

6. Von ihm scheint Alois Pummer die Mühle gekauft zu haben.

Alois Pummer, Mühlenbesitzer in Pfelling, geb. 29. 12.1840 in Niederwinkling, als Sohn des Andreas Pummer, Söldner und der Therese Kastenberger, heiratete 22. April 1868 die Franziska Kramheller, geb. 25.2.1843 in Reiberting, des Michael Kramheller und der Elisabeth, geborne Schmidt, Häusler in Pfelling (Nr. 23 frühere Fischersölde). Zeugen: Michael Kramheller, Gütler und Martin Mandl, Inwohner von Pfelling. Pfarrer: Simon Zeitler.

Kinder:
1. Alois geb. 20.8.1868. + Pate: Johann Pummer, Bruder des Kindsvaters, Krämer von Unterwinkling. Pfarrer: Zeitler.
2. Maximilian geb. 5.2.1870. Patin: Anna Pummer, Krämerswitwe von Unterwinkling. Pfarrer: Zeitler.

7. Die Mühle erwarb 1875 Michael Bauer.

Michael Bauer, Müller von Plattling, geb. 12.2.1845 zu Weinberg bei Neslbach, des Michael Bauer, Gütlers in Weinberg und der Maria Gruber, heiratete 15. März 1875 die ledige Theres Lösl, geboren 23. Mai 1848 im Haardorf, des Josef Lösl, Gütlers im Haardorf und der Theres Loibl.

Zeugen: Die Väter der Brautleute. Pfarrer Zeitler.

Kinder:
1. Michael geb. 29.7.1875. + Patin: Maria Loibl, ledige Schwester der Kindsmutter. Pfarrer Zeitler.
2. Michael geb. 22.4.1877. Wie vor.
3. Karl geb. 5.2.1878. Wie vor.
4. Theres geb. 14.6.1880. Patin wie vor.
5. Franziska geb. 6.2.1886. Patin Franziska ?

Michael Bauer, verheirateter Müller von Pfelling, starb 23.8.1890 Abends 7 Uhr an Lungensucht, 54 Jahre alt. Pfarrer: Bartholomä Mitterer.

8. Die Müllerswitwe Theres Bauer, geborne Loisl, heiratete 3. Juli 1892 den Müller Josef Oischinger, geb. 19.12.1827, Witwer, des Wolfgang Oischinger, Söldners in Irnmühle, Pfarrei Schwarzach und der Theres, geborne Wagner. Zeugen: Xaver Prebeck, Bauer in Pfelling und Wolfgang Drechsler, Bauer von Liepolding. Pfarrer: Mitterer.

9. Josef Oischinger muss die Mühle 1895 an einem gewissen Xaver Schießl veräußert haben. Über diesen und seine Familie enthalten die Pfarrbücher keine Angaben.

10. Von diesem erwarb die Mühle ein gewisser Christoph Steinauer und Maria, geborne Ketzer von Grossau, Bez. Viechtach, Söldnertochter im Jahre 1898

Deren in Pfelling geborene Kinder:
1. Johann geb. 16.6.1899. Pate: Michael Vogl, Bauer von Blöselberg, Pfarrei Viechtach. Pfarrer: Josef Friedl.
2. Kreszenz geb. 28.6.1900. Wie vor.

10. Christoph Steinbauer verkaufte die Mühle 1901 an Josef Müller und Katharina, geborne Windbauer, Müllerseheleute.

11. Dieselben übergaben ihr Anwesen an ihren Sohn Josef.

12. Josef Müller, geb. 3.4.1880, heiratete am 23. Septbr. 1908 Maria Stegbauer, geb. 26.4.1885, Söldnertochter von Muckenwinkel, des Josef Stegbauer und der Barbara, geborne Greil. Zeugen: Josef Müller, Vater und Jakob Riedl von Hagengrub. Pfarrer: Xaver Ritzinger.

Kinder:
1. Josef geboren. 6.6.1909, notgetauft nach der Geburt +
2. Maria geb. 22.12.1910. Patin: Theres Drechsler. Tiberius Burger, Aushilfspriester. Der Vater ist nicht mehr Müller, sondern Söldner.
3. Josef geb. 14.3.1912. Pate: Josef Drechsler, Söldner von Irn. Pfarrer Simon Straßer.
4. Ludwig geb. 24. 10.1913. Paten: Josef und Theres Drechsler von Irn. Pfarrer: Straßer.

Josef Müller machte dem Weltkrieg 1914-18 mit. Er ist zur Zeit auf dem Anwesen. Das Mühlwerk wurde von ihm 1908 stillgelegt und weggerissen. Der Mühlbach, welcher vom Hörabach am Rande des Gemeindeberges zugeleitet war, ist noch sichtbar. Der Pfellinger Müller vermalte auch Brein (Hirse), welcher in früherer Zeit gebaut wurde, weshalb auch ein jeweiliger Pfarrer den Breinzehent erhielt.

Ende!

Quellen: Mon. Boic. Bd. V. 40. Staatsarchiv Landshut. Pfarrbücher von Pfelling.

 

Geschichte des Petzendorferhofes in Entau.

Der erste große Hof im unteren Teile der Ortschaft Entau an dem Sträßchen, das von Irlbach über Entau nach Ainbrach führt, heißt der Petzendorfer. Er ist schon seit mehr als vier Jahrhunderten im Besitze ein und derselben Familie. Die beiden Höfe im unteren Entau gehörten sicherlich von jeher den Pfellinger Hofmarksherrn und wurden 1285 von dem Ritter Heinrich und seine Gemahlin Mechthildis zur Stiftung des Klosters Gotteszell geschenkt. Denn deren Besitzer kommen 1585 als Klosteruntertanen von Gotteszellen im Prozeßakte des Wörths in der Donau bei Entau vor, wie sie auch dem Gerichte Degenberg unterstanden. Die Degenberger waren nämlich die Vögte der ehemaligen Hofmark Pfelling.

Zu diesen Hofe gehörte nach den Besitzliste von Jahre 1832 1,04 Tgw. Gebäude, Garten, 85,99 Tgw. Feld, 34,35 Tgw. Wiesen, 4,61 Tgw. Holz, und ein Weiher hinter dem Hause zu 0,58 Tgw. also ein Grundbesitz von126,57 Tgw.. Zehentpflichtig war der Hof mit 1/3 zur Pfarrei Pfelling, mit 1/3 zum Stifte Sct. Johann in Regensburg, und 1/3 zur Herrschaft Degenberg. Außerdem lastete auf dem Hofgute ein Pfenniggilt zur Pfarrkirche Pfelling, welche mit 3 fl. 40 kr. veranschlagt worden ist.

Der erste Besitzer, welcher urkundlich nachweisbar ist, hieß Lienhart Albrechtskirchner. Er wird von Pflegegerichte Schwarzach in Prozesse des Abtes von Gotteszellen gegen die Ehrlischen von Asbach wegen Herausgabe des Wörts in der Donau unterhalb Entau vernommen 1582. Und es heißt im Prozessprotokoll also: Lienhart Albertskirchner von Entau Degenberger Herrschaft bei 35 Jahre alt, 100 fl. reich. Ihm ist vor 4 Jahren ein Roß in die Donau gefallen, und gepfändet worden und ins Landgericht Mitterfels gegen Posching gebracht worden, welches von Gotteszell jederzeit für unrecht gehalten.

Lienhart Albertskirchner, Kirchenpropst von Pfelling starb nach einer Bemerkung in der Kirchenrechnung im Jahre 1589.

1. Sebastian Petzendorfer starb 1663, 88 Jahre alt im Hause seines Sohnes.

2. Sebastian Petzendorfer unterzeichnete am 10. Mai 1642 das Bittgesuch der Pfellinger Gesamtgemeinde an den Abt Johann von Niederalteich um einen Pater aus dem Kloster Oberalteich zur Verwesung der Pfarrei Pfelling. Von ihm ist ein unehelicher Sohn Namens Mathäus u. seiner Magd Appolonia am 20. März 1643 ins Taufbuch eingetragen.

Die Pfarrmatrikel hat für diese Jahre keine Einträge, da die Pfarrei Pfelling wegen Flucht der Oberalteicher Klosterherren von Winkling aus versehen wurde. Auch herrschte die Pest.

Mathias Ehefrau hieß Maria, hinterlassene Tochter des Otto Laister vom Unterwinkling, getraut am 20. Juli 1644. Sebastian Petzendorfer starb um 28. September 1677, seine Witwe 1693.

Deren Kinder:
1. Georg geb. 24. April 1652
2. Elisabeth geb. 23. September 1653
3. Mathias geb. 24. Feber 1655
4. Lorenz geb. 6. August 1656.
Deren Paten waren Georg und Elisabeth Birrel auf dem Hiendlhofe.
5. Katharina geb. 4. Januar 1658.
6. Johann geb. 17. Juni 1659.
7. Maria geb. 8. Juli 1660.
8. Wolfgang geb. 11. Oktober 1663. +

3. Lorenz Petzendorfer heiratete am 9. Febr. 1682 Salome Dünyls.

Kinder: Mathias geb. 16. Januar 1683, Christina geb. 9. August 1684, Ursula geb. 15. September 1685, Maria geb. 16. März 1687, Eva geb. 9. Dzbr. 1688, heiratet 1714 Urban Fischer von Gänsdorf, Walburga geb. 15. März 1690. Georg u. Gregor geb. 6. März 1693, Elisabeth geb. 26. Septbr 1695. Georg geb. 4. April 1697. Deren Vater starb am 17. April 1726, die Mutter, 17. Januar 1716, 59 Jahre alt. Lorenz Petzendorfer wurde 70 Jahre alt.

Mathias Petzendorfer heiratet mit päpstlicher Dispens Ursula Loibl, des Georg unter Barbara Loibl, Bauerseheleute von Pfelling, 23. Januar 1708.

4. Georg Petzendorfer heiratete am 5. Februar 1719 Walburga Fürg von Hundldorf, gest. 1736, 36 Jahre alt.

Kinder: Maria geb. 5. Februar 1719. Maria Katharina geb. 22. Febr. 1720. Christina geb. 2. März 1721. Georg geb. 17. April 1726, Johann geb. 17. April 1728. Patenschaft bei diesen 5 Kindern übernahm Katharina und Georg Ehrl, Bauerseheleute von Petzendorf. Das fünfte Kind mit Namen Simon geb. 1736 starb. Der Witwer Georg Petzendorfer verheiratete sich am 26. Nov. 1737 mit der ledigen Eva Schmidtbauer von Kirchmatting. Mit ihr erzeugte er noch einen Sohn Jakob geb. 20. Juli 1741. Petzendorfer Georg starb 1794, 98 Jahre alt, seine zweite Ehefrau Eva …. [Fehlstelle]

vermählt mit Maria Petzenhauser von Irlbach, welche 86 Jahre alt am 1. Febr. 1783 ihm im Tode vorausging. Das väterliche Anwesen übernahm der Sohn

5. Johann Petzendorfer, welcher sich am 28. Septbr. 1759 mit Anna Grüber von Strasskirchen verheiratete.

Kinde aus deren Ehe:
1. Anna Maria geb. 8. Febr. 1763
2. Anna geb. 26. Jan. 1764
3. Georg geb. 28. Febr. 1765.
4. Laurentius geb. 28. Juli 1766.
5. Magdalena geb. 6. Juli 1768.
6. Theresia geb. 6. Aug. 1772, gestorben.
7. Franz geb. 2. Oktbr. 1770. Dieser heiratet 15. April 1806 die Wirtstochter Katharina Wühr von Entau.

Johann Petzendorfer starb 75 Jahre alt, 18. Jan. 1803, seine Ehefrau am 15. Juli 1794.

6. Petzendorfer Lorenz verheiratete sich am 9. Febr. 1795 mit der Bauerstochter Anna Fruhstorfer von Allersdorf.

Kinder:
1. Maria geb. 9. Febr. 1796.
2. Johannes Ev. geb. 29. Dezbr. 1796.
3. Lorenz geb. 7. Aug. 1798.
4. Mathäus geb. 2. Septbr. 1799.
5. Anna Maria geb. 21. Jan. 1801. +
6. Anna geb, 10. Apr. 1802.
7. Walburga geb. 20. Jan. 1804.
8. Johann Georg geb. 27. Febr. 1805.

Petzendorfer Lorenz starb am 25. Jan. 1829, 62 Jahre alt, an Lungensucht. Seine Ehefrau, am 19. Jan. 1830, 65 Jahre alt an Katarrhfieber.

6. Johann Georg Petzendorfer heiratete 18. Januar 1832 die Bauerstochter Magdalena Stern vom Berghan bei Deggendorf.

Kinder:
1. Sebastian geb. 22. Mai 1833. +
2. Kreszenz geb. 8. April 1834. +
3. Johann geb. 25. Mai 1836.
4. Wolfgang, geb. 29. Oktbr. 1838.
5. Georg geb. 30. Apr. 1841. +
6. Anna Maria geb. 12. März 1843.
7. Sebastian geb. 31. Mai 1845.

Johann Petzendorfer starb am 23. August 1878, 73 ½ Jahre alt und Altersschwäche. Seine Ehefrau Magdalena ging ihm am 21. Dezember 1864, 67 ½ Jahre alt im Tode voraus. Sie starb an einem Gehirnleiden.

1. Josef geb. 24. März 1875. +
2. Franz geb. 8. Dezbr. 1876. +
3. Hermann geb. 7. Jan. 1878.
4. Sebastian geb. 27. Dez. 1879. +
5. Sebastian geb. 24. Mai 1881.
6. Helena geb. 5. Sept. 1882. +
7. Maria geb. 5. Dez. 1884.
8. Georg geb. 25. März 1886. +
9. Johann Bapt. geb. 29. Mai 1887. +
10. Rupert geb. 19. Sept. 1888.
11. Josef geb. 5. Febr. 1890.
12. Helena geb. 14. Juni 1891. +
13. Eduard geb. 13. Okt. 1892.

Deren Vater starb an Cholerine am 7. Aug. 1904, 59 Jahre alt. Die Mutter am 19. November 1917, 68 Jahre alt in Ainbrach im Hause ihrer Tochter Maria Müller am Herzwassersucht und wurde im heimatlichen Friedhofe zu Pfelling zur Erde bestattet.

Josef Petzendorfer geb. 5. Feb. 1890, Reservist beim 21. Infanterieregiment, starb 26 Jahre alt bei Doncier im Weltkriege 1914-1918 den Heldentod fürs deutsche Vaterland. Ehre seinem Andenken.

8. Herrmann Petzendorfer heiratet 10. Oktober 1908 die Bauerstochter Karolina Ott von Sand bei Ittling.

Kinder:
1. Theres geb. 1. Oktbr. 1909. +
2. Ludwig geb. 2.11.1910. +
3. Max geb. 16. Septbr. 1911.
4. Sophie geb. 15. März 1913.
5. Ludwig geb. 5. Aug. 1916. +
6. Hermann geb. 31. Dez. 1914.
7. Karolina geb. 29. Nov. 1917. +
8. Karolina geb. 22. Mai 1919 nach dem Tode des Vaters.

Petzendorfer Hermann starb am 6. Jan. 1919 an Herzschlag 39 Jahre 11 Monate alt.

Seine Witwe Karolina heiratete am 15. Juli 1919 den ledigen … [Fehlstelle].

Stiftungen und Schenkungen der Petzendorferischen Familie an das Pfarrgotteshaus zu Pfelling.

1. Sebastian Petzendorfer schenkt vor seinem Tode 1677 an die Kirche 5 fl. zur Errichtung eines dritten Altars. Eintrag des Pater Emmeram Soldan von Bogenberg.

2. Dessen Witwe Maria, gest. 1693 schenkt der Kirche ebenfalls 5 fl. Nach dem Eintrage des P. Gregor Beck.

3.  Petzendorfer Georg, Bauer von Entau, stiftete 1783 für sich und seine gesamte Freundschaft mit 100 fl. Kapital einen Jahrtag, welches Stiftungskapital verloren gegangen. Es wurden nämlich noch mit weiteren 100 fl. des Streisslischen Jahrtages von dem Pflegegericht Schwarzach an den Freiherrn Buchsteeter von Falkenfels gegen Schein vom 29. Nov. 1783 hingeliehen. Der Edelmann zahlte aber der armen Kirche keine Interessen, so daß die Schuld 1828 auf 330 fl. angelaufen war. Das Schloß Falkenfels brannte ab und der Gutsherr kam auf die Gant. Die Kirche erhielt nichts.

4. Mathäus Petzendorfer, Ausnahmsöldner von Schambach, stiftete 1868 für seine Eltern Lorenz und Anna Petzendorfer von Entau, seinen beiden Schwestern und für sich nach seinem Ableben einem Jahrtag mit 110 fl. Außerdem stiftete derselbe noch mit 142 fl. 1868 vier Quatembermessen.

5. Sebastian Petzendorfer, Bauer von Entau, stiftete mit einem Kapital von 620 M 1879 einem Jahrtag für seine verstorbenen Eltern Georg und Magdalena, Ausnahmsbauerseheleute von Entau, nebst vier hl. Quatembermessen.

6.  Die Bauerstochter Maria Petzendorfer von Entau stiftete 1910 mit einem Kapital von 500 M für ihr Seelenheil einem Jahrtag und außerdem mit 800 M vier Quatembermessen.

 

Tabellen

Tabelle zu Das Kirchenhäusl

Tabelle zu Mesner & Schulhaus 1

Tabelle zu Mesner & Schulhaus 2

Tabelle zu HsNr 1

Tabelle zu Mitterhof Iglberger

Links

Link zu Bayernatlas, der historischen Darstellung des Dorfes Pfelling

Aus alten Zeitungen und Druckwerken

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