1948

Bayrische Dörfer für Afrika
Die Bauern des kleinen Dörfchens Hunderdorf, nahe dem Städtchen Bogen im bayrischen Wald, sind des Lobes voll über Werner Greiert, einen Mann nahe der 50, mit kühlen, wachen Augen und einem gütig geschnittenen Mund. Sie grüßen ihn vertraut, wenn er ihnen, wie immer im blauen Trainingsanzug, begegnet. Sogar die Parteien sind sich in ihrem Wohlwollen einig.
Dabei ist Werner Greiert ein Dresdner, in ihren Augen also ein „Preiß“, ein „Zuag’roaster“. Vor einem Jahr kam er auf einem geliehenen Motorrad und mit einem Rucksack voll Hoffnungen in Hunderdorf an.
Heute stehen auf dem Gelände, das er dem Bauern abmietete, fünf ansehnliche Lehmbaubaracken. Auf der Wiese dahinter wird das Fundament für große, neue Fabrikanlagen gelegt.
Fast vierhundert Flüchtlinge, die zum Teil bisher der Gemeinde zur Last lagen, verdienen dort reichlich ihr Brot, und immer noch werden neue Mitarbeiter eingestellt. Das bedeutet viel für den Landkreis Bogen, in dem 12000 Flüchtlinge aus dem Sudetenland leben.
Werner Greiert ist vom Besitzer einer der bedeutendsten Berliner Gemäldegalerien zum erfolgreichen Spielzeugfabrikanten in Hunderdorf geworden. Dieser Weg führte durch tiefste Not, Werner Greiert spricht nicht gern davon.
Vor genau zehn Jahren war Werner Greiert als Tierfänger für den Dresdner Zoo am Viktoriasee in Ostafrika. Das war nur einmal so eine Idee ohne ernsten Hintergrund. Hier im bayrischen „Busch“ hat er sein wirkliches Lebenswerk gefunden, nachdem er in Berlin alles verloren und in Bischofsreut, ein paar Kilometer weiter, seine Familie wiedergetroffen hatte.
Ein paar Mark hatte der einstige Kompanieschreiber in der Tasche, als er in dem entlegenen Nest einzog. Ein paar Wochen später baute er mit einem Hilfsarbeiter, der heute sein Freund und Betriebsleiter ist, eine Bretterhütte, 4 mal 3 m. Dort begann mit einem geborgten Hobel und einem geschenkten Farbkasten die Fabrikation des „Bayrischen Dorfes“.
Zunächst wurde es auf kleine Tafeln gemalt, und von zweihundert Stück wanderten anfangs hundertachtzig in den Ofen, bis die eigene Kritik und die Abnehmer im Städtchen Freyung zufrieden waren.
Das „Bayrische Dorf“, das sind: neun zierliche Häuschen mit breiten Dächern und bunten Balkonen, dazu eine spitztürmige Kirche mit rotem Giebel, eine Spielzeugschachtel. Die Nachfrage wurde so groß, daß immer mehr Mitarbeiter eingestellt und ein Platz mit Bahnverbindung gesucht werden mußte. Dieser Ort war Hunderdorf, jetzt eine in großem Aufstieg befindliche Zentrale mit den Filialen Bischofsreut und Mitterfels.
Tausend „Bayrische Dörfer“ verlassen wöchentlich die Malsäle. Jetzt, im Januar, beginnt erst der Export nach Brasilien und Südafrika. Von dort sind große Bestellungen gekommen.
Die Spielzeugschachtel ist der Grundstein für geplante Kunst- und Möbelwerkstätten späterer Zeit. Greiert hat den Wolfsberg gekauft, dort wird im Frühjahr seine Werksiedlung mit hübschen Häusern und Heimgärten erstehen, als Denkmal für sein „Bayrisches Dorf“.
Quelle: DER SPIEGEL 1/1948 Seite 20


Landtagsabgeordneter Muhr sprach in Wiesenfelden und Loitzendorf
In gut besuchten Versammlungen in Wiesenfelden und Loitzendorf sprach Landtagsabgeordneter Muhr-Bogen (SPD) über die Themen Planwirtschaft, sowie Erfassung und Verstaatlichung der Großbetriebe. Seine Ausführungen über die derzeitige Ernährungskrise gipfelten in der Forderung nach sofortiger Berufung eines Ernährungsministers. Wörtlich führte er aus: „Wir erwarten die Erhaltung des gegenwärtigen Ernährungssatzes. Bei einer neuerlichen Kürzung der Ration ist das wirtschaftliche und politische Chaos unvermeidlich. Wir sind gegenjeden „Hunger-Nationalismus“ fordern aber unser Recht auf Leben!“ Landtagsabgeordneter Muhr bedauerte, daß gerade in dieser schicksalsschweren Zeit trotz absoluter Mehrheit der CSU Bayern eine schwache Regierung habe. Die Ausführungen fanden allgemeinen Beifall der Versammlungsteilnehmer.
Quelle: (Straubinger Tagblatt) Niederbayerische Nachrichten 30.01.1948


Steinburg. Veranstaltung zu Gunsten der Rußlandheimkehrer. Am vergangenen Sonntag hatte auf Anregung der Arbeiterwohlfahrt, Kreisverband Bogen, die Firma Werner Greiert, Hunderdorf, zu einem Gemeinschaftsabend in der Halle des Gastwirts Berger eingeladen. Der Ertrag in Höhe von 1724 RM wurde zugunsten des Heimkehrerhilfswerks der Arbeiterwohlfahrt als erste Hilfe für die Rußlandheimkehrer zur Verfügung gestellt. Der offizielle Teil der Veranstaltung wurde mit Darbietungen des Straubinger Radfahrvereins eröffnet, welcher mit seinen künstlerischen Vorführungen reichen Beifall erntete. Betriebsführer Werner Greiert begrüßte den anwesenden Landrat Dietl und betonte in einer längeren Ansprache besonders den Aufbauwillen der Flüchtlinge. Anschließend dankte die Kreisbeauftragte der Arbeiterwohlfahrt, Frau Ottilie Horl, Herrn Greiert für die Veranstaltung und gab eine kurze Darstellung der an die Heimkehrer bis jetzt verausgabten Geld- und Sachspenden. Zwei Kapellen sorgten im flotten Wechsel für Unterhaltung.
Quelle: (Straubinger Tagblatt) Niederbayerische Nachrichten 30.01.1948


Hunderdorf. Lieber verderben lassen, nur nicht abliefern. Anläßlich einer Hofdurchsuchung, die die Polizeibehörde Bogen zusammen mit der Bogener Polizei bei dem im Verdacht unlauterer Geschäfte stehenden Bauern Hafner in dem zu Hunderdorf gehörenden Weiler Sollach vornahm, konnte festgestellt werden, daß im Monat November Hafner eine Schwarzschlachtung getätigt hat. Ein Teil des aus dieser Schlachtung stammenden Fleisches (26 kg Surfleisch, 39 kg Rauchfleisch, 8 kg Dauerwurst und 83 Dosen Büchsenfleisch und -Wurst) konnten noch aufgefunden werden, teilweise allerdings in einem für den menschlichen Genuß ungeeigneten Zustand. Außerdem wurden noch in verschiedenen Verstecken, so z. B. unter dem Fußboden, 3 Zentner Mehl und 9 Säcke Weizen aufgefunden und beschlagnahmt. Verschiedene aufgefundene Mengen Mangelware, wie Nägel, Streichhölzer usw. lassen darauf schließen, daß ein Großteil des schwarzgeschlachteten Fleisches schon den „Kompensationsweg“ gegangen ist.
Quelle: (Straubinger Tagblatt) Niederbayerische Nachrichten 03.02.1948


Die Bürgermeisterwahlen im Landkreis Bogen
Acht Stichwahlen notwendig

Von den 45 zu wählenden Bürgermeistern im Landkreis Bogen wurden im ersten Wahlgang 37 gewählt; in 8 Fällen ist Stichwahl notwendig. Von den 37 gewählten Bürgermeistern sind 23 wiedergewählt und 14 neugewählt, 26 gehören der CSU an, 11 sind parteilos. – Es wurden gewählt: Albertsried: Kain (CSU); Ascha: Gigler (CSU); Bärnzell: Simmel (CSU); Bernried: Karl (CSU); Bogen: Wutz (CSU); Bogenberg; Grill (CSU); Dachsvberg: Feldmeier (CSU); Degernbach: Wallner (CSU); Elisabethszell: Stöger (parteilos); Englmar: (Spinlers (CSU); Falkenfels: Stichwahl; Gaishausen: Huschalter (CSU); Gittensdorf: Zollner (CSU); Gonnersdorf: Stichwahl; Haunkenzell: Sindl (CSU); Heilbrunn: Weber (parteilos); Hunderdorf: Reiner (parteilos); Irschenbach: Schmid (parteilos); Konzell: Schmucker (CSU); Landasberg: Kinzkofer (parteilos); Landorf: Aumer (CSU); Loitzendorf: Gruber (CSU); Mariaposching: Berger (parteilos); Mitterfels: Dietl (CSU); Neukirchen: Primbs (parteilos); Niederwinkling: Kammerl (CSU); Oberalteich: Landstorfer (CSU); Obermühlbach: Hintermeier (CSU); Perasdorf: Edenhofer (CSU); Pfelling: Geiger (CSU); Prünstfehlburg: Stichwahl; Rattenberg: Stichwahl; Rattiszell: Briendl (CSU); Saulburg: Wolf (parteilos); Schönstein: Sachs (CSU); Schwarzach: Hofmeister (parteilos); Siegersdorf: Schedlbauer (parteilos); Stallwang: Dobmeier (CSU); Steinburg: Stummhofer (CSU); Waltendorf: Nadler (CSU); Wiesenfelden: Heindl (CSU) Windberg: Amann (CSU); Zinzenzell: Stichwahl.
Quelle: (Straubinger Tagblatt) Niederbayerische Nachrichten 30.04.1948


Landratswahl im Kreis Bogen
Der neue Landrat: Regierungs-Angestellter X. Hafner

In seiner am Mittwoch stattgefundenen ersten Sitzung hatte sich der neugewählte Kreistag mit der Wahl des Landrats, seines Stellvertreters und des Kreisausschusses zu befassen. Nachdem der seitherige Landrat Dietl einer Wiederwahl ablehnend gegenüberstand, ging aus der geheimen Abstimmung als künftiger Landrat Regierungsangestellter Xaver Hafner mit 37 von 42 Stimmen hervor. Zuvor war mit 30 gegen 12 Stimmen der Beschluß gefasst worden, daß der Posten des Landrats künftighin nicht mehr hauptamtlich, sondern nur ehrenamtlich besetzt wird. In einer Erklärung betonte der neugewählte Landrat, daß er seine ganze Kraft dafür einsetzen werde, um dem Kreis Bogen zu dienen, und bat die Kreistagsmitglieder um Vertrauen und vor allem um gedeihliche Mitarbeit. Er gehöre keiner Partei an und bitte auch, nicht parteipolitisch, sondern staatsbürgerlich zu handeln zum Wohle der Gesamtheit. Als sein Stellvertreter wurde mit 29 Stimmen der bisherige Landrat Dietl (CSU) gewählt, während der von der SPD-Fraktion nominierte Kandidat, um dessen Wahl diese im Interesse einer vertrauensvollen Zusammenarbeit bat, nur 11 Stimmen auf sich vereinigen konnte. Für den achtköpfigen Kreisausschuß wurden von der CSU 6, von der SPD 2 Kandidaten nominiert. Dazu machte die SPD-Fraktion den Vorschlag, die CSU möchte sich mit 5 Sitzen begnügen, um als achtes Kreisausschußmitglied Abg. Noske (Deutscher Block) wählen zu können. Dadurch wären die Flüchtlinge und Ausgewiesenen mit drei Angehörigen und nicht nur mit 2 (SPD 1, CSU 1) im Kreisausschuß vertreten. Die Abstimmung hatte als Ergebnis die Wahl von sechs CSU-Mitgliedern und 2 SPD-Kreisräten als Kreisauschußmitglieder, während auf Noske (D. B.) nur 17 Stimmen entfielen.
Quelle: (Straubinger Tagblatt) Niederbayerische Nachrichten 04.06.1948


Hunderdorf. „Welt im Bild“ bei Greiert. Die im Verlag der amerikanischen Armee erscheinende Illustrierte „Heute“ bringt in ihrer neusten Ausgabe einen Bildbericht über die Holzwarenfabrik Werner Greiert. Für die nächste Woche haben sich die Kameramänner der Wochenschau „Welt im Bild“ zu Aufnahmen bei Herrn Greiert angemeldet.
Quelle: (Straubinger Tagblatt) Niederbayerische Nachrichten 04.06.1948


Wir gratulieren!
… Xaver Hirtreiter in Hunderdorf feiert am 21. Juni seinen 77. Geburtstag. – …
Quelle: (Straubinger Tagblatt) Niederbayerische Nachrichten 18.06.1948


Hunderdorf. Keine Ausstellungen bei Greiert. Auf einer Betriebsversammlung beschlossen auf Vorschlag des Betriebsrates die Arbeiter und Angestellten einstimmig, zur Vermeidung von Ausstellungen auf einen Bruchteil ihres Lohnes zu verzichten. Damit können fast hundert Betriebsangehörige weiterhin an ihrem Arbeitsplatz bleiben. Die Kündigungen waren notwendig geworden, weil der Firma die Lizenz zur Herstellung von Spielwaren nicht über den 30. Juni verlängert werden sollte. Gegen diesen Entscheid läuft neuerdings ein Einspruch der Betriebsleitung. Der inzwischen erfolgte Besuch der Landesstelle Holz gibt begründete Aussicht, daß die Lizenz auch weiterhin erteilt wird.
Quelle: (Straubinger Tagblatt) Niederbayerische Nachrichten 18.06.1948


Hunderdorf. Der erste „Deutsche-Mark-Kunde“ des Amtsgerichts Bogen war ein jüngerer Gastwirt aus der Nähe von Hunderdorf, der wehen „Schwarzfahrens“ auf der Strecke Mitterfels-Straubing und wegen Widerstands vor dem Gericht stand und ein sehr bitteres Gesicht machte, als er zu einer empfindlichen Geldstrafe, zahlbar in Deutscher Mark, verurteilt wurde.
Quelle: (Straubinger Tagblatt) Niederbayerische Nachrichten 29.06.1948


Windberg. Primiz. Am 4 Juli findet die Primizfeier des Prämonstratensers Bruno Stadler statt. Das Kloster, das Pfarramt und die Vereine sind bereits eifrig tätig, um eine würdige Feier vorzubereiten.
Quelle: (Straubinger Tagblatt) Niederbayerische Nachrichten 29.06.1948


Steinburg. Verlegung der Firma Weber. Der Betrieb zur Herstellung von Haus- und Straßenschuhen aus Stroh, Marianne Weber, will von Heimarbeit auf Betriebsarbeit übergehen. Da im Kreise Bogen geeignete Werksräume nicht zu beschaffen waren,  – bisher wurde due Ausgabe von Material und die Rückgabe der Fertigerzeugnisse in Tanzsälen in Steinburg, Schwarzach, Rattenberg, Perkam und Teisnach vorgenommen -, wird die Firma nach Teisnach übersiedeln, wo die benötigten Räume zur Verfügung stehen. Die Heimarbeit im Kreise Bogen und in Perkam können dann nichtmehr weiterbeschäftigt werden.
Quelle: (Straubinger Tagblatt) Niederbayerische Nachrichten 29.06.1948


Zwei Jahre Lederfabrik Bogen
Die Tatsache, daß vor zwei Jahren am Tage des Hl. Bartholomäus, des Schutzpatrons der Gerber, der erste Spatenstich zu einem Werk getan wurde, das heute in seiner Größe und Ausdehnung der Landschaft und dem Nordwestteil des Marktes Bogen eine besondere Prägung verleiht, gab der Betriebsleitung und der fünfzig Mann starken Belegschaft der Firma Lederfabrik Bogen Gelegenheit, am Samstagvormittag sich zu einer Feierstunde in einer der großen Werkhallen zu versammeln. Herr Zapf, der Inhaber der Fabrik, ließ in seiner kurzen eröffnenden Ansprache nochmals all die Mühen und Sorgen der vergangenen zwei Jahre vor dem geistigen Auge der Versammelten vorüberziehen und schilderte die Entwicklung vom Sandgelände zu dem heute dastehenden Fabrikgebäude mit seinem weithin sichtbaren mächtigen Kamin. In herzlichen Worten stattete er der Belegschaft den Dank für die bisher geleistete Arbeit ab, dabei betonend, daß es nur Treue, die Anhänglichkeit und die Arbeitsfreudigkeit seiner Belegschaft gewesen seien, die es ihm ermöglichten, das Werk erstehen zu lassen. Der Tag solle aber nicht nur dem Rückblick, sondern auch dem Blick in die Zukunft gelten, und hier gelte die Bitte an seine Arbeiterschaft, ihn auch in seinem ferneren Planen und Arbeiten zu unterstützen. Die Glückwünsche des Landkreises überbrachte Landrat Hafner, die der Marktgemeinde Bürgermeister Wutz. Die Feier, an der auch ein Vertreter der Militärregierung teilnahm, fand ihren Abschluß mit einer opulenten Bewirtung der Betriebsangehörigen und der Gäste in der Gastwirtschaft Kammermeyer.
Quelle: (Straubinger Tagblatt) Niederbayerische Nachrichten 07.09.1948


Hunderdorf. Gemeindeversammlung. Bürgermeister Reiner sprach am vorletzten Sonntag in einer gut besuchten Versammlung im oberen Schulhaus über die Erneuerung der Friedhofsmauer. Für die Instandsetzung wurde ein Kostenanschlag von 6000 D.Mark aufgestellt. Ein weiterer dringender Fall ist der Bau einer Brücke auf der Straße nach Windberg, wo durch Hochwasser mehrere Anwesen stark gefährdet sind. Um diese Bauten durchzuführen, wäre eine Umlage nötig. Diese Anträge wurden abgelehnt, weil ein Umlage nicht tragbar sei.
Quelle: (Straubinger Tagblatt) Niederbayerische Nachrichten 07.09.1948


Hunderdorf. Gründung eines Sportvereins. Unter Beteiligung aller Bevölkerungsschichten wurde in der vergangenen Woche ein Sportverein gegründet. Zu Vorstandsmitgliedern wurden gewählt: 1. Vorstand Herr Hien, 2. Vorstand Bürgermeister Reiner, Kassier Herr Pollmann, außerdem die Herren Kaldonek und Meier, Trainer ist Herr Neidenbach. Der junge Verein, um dessen Gründung sich besonders Herr Grimm, Hofdorf, verdient gemacht hat, bestreitet am Kirchweihsonntag sein erstes Freundschaftsspiel gegen die Fußballmannschaft des SV Neukirchen.
Quelle: (Straubinger Tagblatt) Niederbayerische Nachrichten 21.10.1948


Schwarzschlachtung und schwerer Diebstahl
Das Bogener Amtsgericht verhandelte am Donnerstag vormittag den Bauern M. H. von Sollach wegen Schwarzschlachtung. Bei dem Angeklagten wurden anläßlich einer Haussuchung Fleischbestände gefunden, die aus einer Schwarzschlachtung vom November 1947 herrührten, bei der ein ca., zwei Zentner schweres Schwein „unter Ausschluß der Öffentlichkeit“ das Zeitliche segnete. Der Angeklagte gab an, diese Schlachtung durchgeführt zu haben, um seine Dienstboten und Taglöhner, die er zum Kartoffelklauben u. Dreschen beschäftigte, brotzeitmäßig zufriedenstellen zu können. Da darüber hinaus bei ihm aber noch eingeweckte und geräucherte Vorräte – zum Teil aus 1945 herrührend – im Gesamtgewicht von 150 kg vorgefunden wurden, da er des ferneren auch Mehl und Weizen in erheblichen Mengen und teilweise sogar verdorbenen Zustand aufgespeichert hatte, kam das Gericht zu dem Schluß, daß die Schwarzschlachtung zu Zwecken der Kompensation und des Schwarzhandels durchgeführt worden war, und verurteilte den angeklagten zu 5 Monaten Gefängnis mit bedingtem Straferlaß und einer Geldbuße in Höhe von 400 DM. …
Quelle: (Straubinger Tagblatt) Niederbayerische Nachrichten 06.11.1948


Glocken nach Hunderdorf
Bei der Firma Gugg wurden dieser Tage zwei Glocken im Gewichte von 33 und 20 Zentnern gegossen, die für die Kirche in Hunderdorf bestimmt sind. Zwei weitere Glocken für die gleiche Kirche sind noch in Arbeit. Das Hunderdorfer Geläute wird mit der durch den Krieg verschonten kleinen Glocke zusammen fünfstimmig werden. Gestern nachmittag wurden die beiden Glocken mit dem durch Tannengrün geschmückten Lastwagen nach Hunderdorf gebracht, wo um 15 Uhr die Einholung stattfand.
Quelle: (Straubinger Tagblatt) Niederbayerische Nachrichten 13.11.1948


Hunderdorf. Zusammenkunft der katholischen Elternvereinigung. Am Sonntag fand im Gasthaus Baier eine Zusammenkunft der Elternstatt. Pfarrer Kiermeier erläuterte Zweck und Ziel der Elternvereinigung und wies besonders auf gutes Zusammenarbeiten von Kirche, Schule und Elternhaus bei der Erziehung der Kinder hin. Anschließend meldete sich Schulleiter Schmid zur Diskussion, gab in großen Zügen Einblick in den vorgeschriebenen Lehrplan und betonte, nur durch gutes Zusammenarbeiten mit dem Elternhaus sei ein Erfolg gesichert. Die Zusammenkünfte sollen regelmäßig stattfinden und allen eine Aussprache zu ermöglichen. Zum Schluß führten die Kinder ein Singspiel und einige Volkstänze auf.
Quelle: (Straubinger Tagblatt) Niederbayerische Nachrichten 13.11.1948


Hunderdorf. Monatsversammlung des SV. Kürzlich fand im Gasthaus Sandbiller die Monatsversammlung statt. Vorsitzender Hien wies darauf hin, daß der junge Sportverein heute bereits eine große Zahl Anhänger aufweise. Der Sportplatz in der nähe des Bahnhofs ist genehmigt worden. Nach Verhandlungen mit der Militärregierung ist diese gerne bereit, eine Planiermaschine zur Herrichtung des Sportplatzes zu stellen. Bereits in den kommenden Tagen soll mit der Arbeit begonnen werden. Gastwirt Sandbiller stellte ein großes Stück Gelände dem Verein zur Verfügung.
Quelle: (Straubinger Tagblatt) Niederbayerische Nachrichten 13.11.1948


Hunderdorf. Zwei Glocken eingeholt. Die Pfarrgemeinde Hunderdorf holte am vergangenen Freitag zwei neue, bei der Fa. Gugg in Straubing gegossene Glocken ein, die mit zwei weiteren in Auftrag gegeben und der im Kriege verschonten kleinen Glocke das fünfstimmige Hunderdorfer Geläute wieder herstellen werden. H. H. Pfarrer Kiermeier sagte in seiner Ansprache, daß die große, 32 z schwere Glocke als Kriegergedächtnisglocke bestimmt ist. Ihr Kreuz solle das Kreuz auf den verlassenen und unbekannten Gräbern der Hunderdorfer Gefallenen sein. Die 20-Zentner-Glocke ist die Schutzpatronglocke und dem Hl. Josef und dem Pfarrpatron St. Nikolaus geweiht, deren Bild sie trägt. Ihre Inschrift lautet: Si Deus pro nobis, quis contra nos. Wenn Gott für uns, wer könnte dann gegen uns sein!
Quelle: (Straubinger Tagblatt) Niederbayerische Nachrichten 18.11.1948


Steinburg. Heimkehrer. Dieser Tage ist der Kriegsgefangene Josef Bielmeier aus russischer Gefangenschaft zurückgekehrt.
Quelle: (Straubinger Tagblatt) Niederbayerische Nachrichten 18.11.1948

 

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