Inhalt
Grußworte
Geleitwort
Zur 900-Jahr-Feier der Gemeinde Hunderdorf und zur feierlichen Einweihung des neuen Schulzentrums darf ich im Namen des Landkreises und des Kreistages Straubing—Bogen die herzlichsten Grüße und Glückwünsche entbieten.
Die Gemeinde Hunderdorf kann mit berechtigtem Stolz auf eine ereignisreiche, bewegte geschichtliche Vergangenheit, die von den beiden Klöstern Windberg und Oberalteich entscheidend beeinflußt wurde, zurückblicken. Dank eines aufgeschlossenen Bürgermeisters, eines verantwortungsbewußten Gemeinderats und einer fleißigen, zielstrebigen Bevölkerung konnte sich die Gemeinde Hunderdorf in den letzten Jahren kontinuierlich zu einer der wirtschafts- und steuerkräftigsten Gemeinden des Landkreises Straubing—Bogen emporentwickeln.
Nicht nur die 900-Jahr-Feier, sondern auch die Einweihung des neuerbauten Schulzentrums stellt ein freudiges Ereignis für die gesamte Gemeinde dar. Damit hat Hunderdorf, als Metropole des Bogenbachtales, eine weitere bedeutende Einrichtung erhalten.
Der Gemeinde Hunderdorf wünsche ich für die Zukunft eine weiterhin erfolgreiche Entwicklung.
Hafner
Landrat
Grußwort
Zum Wohle unserer Kinder wurde dieses Schulhaus gebaut. Mögen alle Kinder .dieses Schulhauses als pflichtbewußte Bürger und von der Heimatliebe durchdrungene Menschen verlassen.
Die Ehrenbürgerurkunde überreiche ich heute Herrn Konrad Nolte. Als erster Ehrenbürger unserer Gemeinde ist er damit beurkundet. Sein Unternehmergeist und seine Tatkraft haben Hunderten von Menschen in ihrer Heimat eine Existenz gesichert. Ohne seinen Pioniergeist in schwerer Zeit wäre unsere Gemeinde klein und unscheinbar, wie sie es durch Jahrhunderte war.
Die Gegenwart lebt aus der Vergangenheit. Hunderdorf kann auf keine glorreiche Geschichte zurückblicken. Aus bescheidenen Anfängen hat es sich noch vor der Jahrtausendwende entwickelt. Es wurde zum Mittelpunkt der „bogenaua“.
Durch die Säkularisation wurden die Grenzen enger gesteckt. Das Gemeindeedikt von 1808 hat klare Grenzlinien gezogen. Die Pfarrei Hunderdorf umfaßt noch heute den größten Teil des einstigen Hunderendorf.
Bürgersinn und Väterbrauch haben die Menschen dieser schlichten und doch so schönen Landschaft zusammengehalten. Bürgerfleiß und Aufgeschlossenheit ist es zu verdanken, daß Hunderdorf aus seinen bescheidenen Anfängen zu unserer ansehnlichen Gemeinde geworden ist.
Härtenberger
1. Bürgermeister
Grußwort zur Einweihung des neuen Volksschulgebäudes
Bestand und Weiterentwicklung unserer Kultur hängen weitgehend von den Bemühungen ab, die wir auf dem Sektor der Bildung und Ausbildung investieren. Es ist das Ziel von Erziehung und Unterricht, die jungen Menschen so zu bilden, daß sie in unsere moderne, freiheitlich demokratische Gesellschaft integriert werden können und die Fähigkeiten zu aktiver Teilnahme an unserer Kultur erwerben.
In Erkenntnis dieser Bedeutung und aus der naturgemäßen Verpflichtung dem Kinde gegenüber errichtete die Gemeinde Hunderdorf ein modernes, in seiner Gesamtplanung und Ausstattung in die Zukunft weisendes Volksschulgebäude mit Turnhalle und Lehrschwimmbecken. Die heranwachsende Jugend unseres Schulverbandes besitzt damit eine vorbildliche Stätte der Bildung und Erziehung, die ihnen aber auch Frohsinn und Geborgenheit zu geben vermag. Es wäre nur zu wünschen, daß die jungen Menschen, die diese neue Schule besuchen, die ihnen gebotenen Möglichkeiten erkennen und ausnützen, damit mit Hilfe aller Lehrkräfte, denen sich hervorragende Arbeits- und Entfaltungsmöglichkeiten bieten, eine wahre Lebensstätte des Kindes entstehen möge.
Am 11. Juli 1974 erhält das neue Volksschulgebäude seine Weihe. Dieser Tag ist ein Markstein in der Schulgeschichte der Gemeinde Hunderdorf und des Schulverbandes.
Als Leiter der Verbandsschule Hunderdorf darf ich im Namen des gesamten Lehrkörpers und als Sprecher für unsere Schulkinder, der Gemeinde Hunderdorf, vor allem dem 1. Bürgermeister. Härtenberger und allen Persönlichkeiten, die sich tatkräftig für den Bau des Schulhauses eingesetzt haben, meinen herzlichsten Dank zum Ausdruck bringen.
Möge das neue Schulgebäude kommenden Generationen Zeugnis geben von der geistigen Aufgeschlossenheit und dem Fortschrittswillen der Gemeindebürger.
Czerwenka
Rektor der Verbandsschule Hunderdorf

Geschichte von Hunderdorf
Woher kommt der Name Hunderdorf?
Diese Frage konnte bisher noch nicht eindeutig geklärt werden, da diesbezüglich keinerlei geschichtliche Quellen auffindbar waren. Folgende Auslegungen (Deutungen) kursierten bis dato im Volksmund:
Eine mündliche Überlieferung besagt, daß Hunderdorf seinen Namen einem auf Schloß Steinburg seßhaften Freiherrn von Hundt verdanke, der hier eine Jagdhütte erbaute, bei der sich seine Jagdknechte ansiedelten. Auf Schloß Steinburg gab es aber nie ein Geschlecht der Freiherrn von Hundt.
Auch die Deutung Hunderdorf — die Grafen von Bogen sollen hier ihre Hundemeute gehalten haben — ist sicherlich eine Legende.
Wesentlich glaubhafter jedoch erscheinen folgende Versionen: Professor Pater Fink, Metten, deutet den Namen mit Hinderdorf — das Dorf hinter dem 1. Höhenzug. Pater Fink hielt es für wahrscheinlich, daß Hunderdorf eine Gründung des Rodungsklosters Niederalteich ist. Zur damaligen Zeit bestand bereits der Hutterhof bei Bogen, der dem Kloster Niederalteich zugehörte, von dem aus gesehen die Ansiedlung Hunderdorf „hinter“ den ersten Höhenzügen des Vorwaldes gelegen ist und demnach die Bezeichnung „Hinderendorf“ erhielt.
Dem gegenüber ließe sich aus den schwer erklärbaren althochdeutschen Ausdrücken „heri“, „hunda“ (= Kriegsbeute) und „hundari“ (=- mit Gewalt besetztes Gebiet) ableiten, daß Hunderdorf einstmals von den eingedrungenen Bajuwaren in Besitz genommen wurde.
Die Verfasserin des „Heimatbuch der Gemeinde Hunderdorf“, Schwester Bonaventura Härtenberger, ist aufgrund ihrer Nachforschungen der Meinung, daß sich in unserem Raume, der „bogenaua“ (Bogenbachtal), und von dem aus, viele Siedlungen befanden. Das Dorf mit den hundert (= vieen) Villen (= Anwesen) hieß „hunderendorf“, woraus später der Name Hunderdorf entstand.
Ergänzend muß gesagt werden, daß die Nachforschungen über die Herkunft des Ortsnamens Hunderdorf als noch nicht abgeschlossen betrachtet werden müssen.
Ortsgeschichte
Bereits vor der Jahrtausendwende mußte allen Hinweisen nach eine Streusiedlung in der „bogenaua“ bestanden haben, die später den Namen Hunderdorf bekam. Die erste Erwähnung Hunderdorfs erfolgte in einer Schenkungsurkunde des Friedrich von Winneberg und Aschwin zu Zeitldorn, ausgestellt im Jahre 1065.
Eine Tochter des Aschwin war die nobilis domina Hazicaha. Sie übergibt dem Kloster Oberalteich 2 Mansen (Anwesen) in h-underdorf (Monumenta Boica Bd. 12, Seite 21). (Siehe Abbildung)
Ministerialen des Grafen von Winneberg hatten ihren Sitz in Hunderdorf. Von 1114-1137 waltete ein Quadalrich de Hunderdorf, ihm folgte ein Heinrich Albert de Hunderdorf und ein Marquardus de Prepositus de Hunderdorf, der seine Tätigkeit dem Kloster übergab.
Um 1150 schenkte die Domvögtin Livkardis dem Kloster Windberg einen Teil ihrer Güter in Hunderdorf.
Vermutlich hat das Vorhandensein der beiden Klöster Windberg und Oberalteich in unmittelbarer Nähe eine weitere Entwicklung des Ortes Hunderdorf verhindert.
Bereits im Jahre 1184 wurden 3 Höfe in Hunderdorf durch Papst Lucius III. als Besitz dem Kloster Oberalteich bestätigt.
1245 schenkte Mathilde von Gmunden einen Hof in Hunderdorf dem Kloster Windberg.
1274 bestätigte Papst Gregor X. 5 Höfe in Hunderdorf dem Kloster Oberalteich.
1295 erhält das Kloster Windberg von Bischof Konrad von Roteneck das Zehentrecht in Hunderdorf.
Durch diese Schenkungen kam ein Großteil des Gebietes von Hunderdorf unter die Grundherrschaft der Klöster Windberg und Oberalteich. Die Herren von Windberg hatten ihren Hof in Hunderdorf. Aber auch rings um Hunderdorf lagen die vielen Ministerialensitze (Ministeriale = unfreie Dienstleute im Hofdienst weltlicher oder geistlicher Fürsten). So wird 1114 ein Gezo de salaha (Sollach) bezeugt.
1126 ist ein Adelbrecht de Hovedorf unter den „militantes“ als Zeuge.
1126 ist Hagano de Gezhusen genannt.
1148 wird Albertus de Steineburg, ein Bruder des Hovedorfers bezeugt. Auch Stetten war Dienstmannensitz.
Hofdorf wird durch Schenkung Wirtschaftshof des Klosters Windberg. Durch die dominierende Stellung des Klosters Windberg wurde Hunderdorf für Jahrhunderte in die Bedeutungslosigkeit abgedrängt.

1359 erfolgte der erste nachweisbare Kirchenbau. Die Bedeutung der Pfarrei, die damals schon weit in den Wald hineinreichte, war zweifellos größer als die des Ortes. Erst 1497 finden sich die ältesten vorhandenen Akten von Hunderdorf in Form von Kaufbriefen. Sie liegen im Staatsarchiv in Landshut und stammen aus den Jahren 1497-1598.

Als während des 30jährigen Krieges die Schweden 1633 plündernd in unser Gebiet einfielen, soll ihnen im Pfarrhof von Hunderdorf außer Papier nichts in die Hände gefallen sein. Pest und Hungersnot gingen an Hunderdorf auch nicht spurlos vorüber.
Nach jahrhundertelanger Abhängigkeit vom Kloster Windberg strebte Hunderdorf Ende des 17. Jahrhunderts wieder die Eigenständigkeit an. In den Jahren 1680-1703 prozessierte Hunderdorf in dieser Sache mit dem Kloster Windberg. Aber erst 1803 wird Hunderdorf anläßlich der Säkularisation zur selbständigen Pfarrei erhoben.
(Ab 1808)
Geschichte der Gemeinde
Die Herrschaft Napoleons und die Säkularisation bedingten eine Neugliederung ‚des bayerischen Landes. Unter dem ersten Bayernkönig Max-Josef I. und seinem Minister Montgelas erfolgte in Bayern eine Gebietsreform, die eine Einteilung in die heutigen Regierungsbezirke und Landkreise bis 1972 (Landgerichte) beinhaltete. Ein Gemeindeedikt aus dem Jahre 1808 faßte die Streusiedlungen der „bogenaua“ zur Gemeinde Hunderdorf zusammen. Als 1. Vorsteher dieser neuentstandenen Gemeinde fungierte Josef Lerbl.
1812 und 1818 erschienen verbesserte Edikte. Mit weiteren 41 Gemeinden war Hunderdorf dem Landgericht Mitterfels unterstellt.
1838 kommt die Gemeinde Hunderdorf in den neuerrichteten Landkreis (Bezirksamt Bogen). Einen wichtigen Anschluß an das öffentliche Verkehrsnetz erhielt Hunderdorf mit der Eröffnung der Bahnlinie Straubing—Miltach im Jahre 1896. Bereits 1925 konnten die Bewohner Hunderdorfs von der Mühle in Apoig aus mit elektrischem Strom versorgt werden.
Einen bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung erfuhr unsere Gemeinde durch die Ansiedlung der Fa. Nolte im Jahre 1951. Da auf diese Weise eine Vielzahl neuer Arbeitsplätze geschaffen wurden, stieg zwangsläufig auch die Nachfrage nach einem festen Wohnsitz in Hunderdorf.
1953-54 wurden von der gemeinnützigen Baugenossenschaft zwei Siedlungen mit 72 Wohneinheiten erstellt.
Seit der Ansiedlung der Fa. Nolte hat Hunderdorf einen konstanten wirtschaftlichen Aufschwung zu verzeichnen, der sich im Ausbau des Straßenverkehrsnetzes, in der Erschließung neuer Baugebiete, im Ausbau der Wasserversorgung und Kanalisation, in der Errichtung eines Schulzentrums und nicht zuletzt im rapiden Anstieg der Bevölkerungsziffer auf rund 2000 Einwohner zeigte.
BÜRGERMEISTER UND GEMEINDERÄTE
am 11. 7. 1974
1. Bürgermeister: KARL HÄRTENBERGER
2. Bürgermeister: XAVER ANLEITNER
Gemeinderäte:
ALTSCHÄFFL JOHANN
AUMER XAVER
BAIER JOSEF
HAMBERGER JOHANN
HORNBERGER WILLI
NEUMEIER FRANZ
REINER XAVER
‚STECKLER JOSEF
SCHAUBECK JOHANN
PESCHKE GERHARD
WEINZIERL OTTO
Geschichte der Schule
Mit dem Erlaß einer Schulordnung um 1500 in Landshut begann für unseren Raum die Schulgeschichte. Trotz aller Bemühungen auf dem Bildungssektor setzte sich das Schulwesen nur allmählich durch.
Es dauerte immerhin beinahe 300 Jahre, bis Michael Fuchssteiner, als erster urkundlich genannt, den Posten eines Lehrers in Hunderdorf übernahm. Bereits 2 Jahre später setzte sein Sohn, Sebastian Fuchssteiner, die Arbeit des verstorbenen Vaters fort. Als Schulhaus diente das damalige Mesnerhaus, das 1808 als baufällig bezeichnet wurde. Als 1819 bereits 196 schulpflichtige Kinder zu unterrichten waren, mußte aufgrund des akuten Platzmangels 1820 ein neues Schulhaus gebaut werden. 1824 wurde dem Lehrer ein Schulgehilfe zugewiesen. 1854 wurde mit dem Bau des unteren Schulhauses (Knabenschulhaus) begonnen. Das obere Stockwerk (aus Holz) des 1. Schulhauses wurde 1855 auf das heutige Aman-Anwesen im Ortsteil Apoig als 1. Stock aufgesetzt. 1884 erbaute man das Mädchenschulhaus, das heutige Gemeindeamt, um Knaben und Mädchen getrennt unterrichten zu können.
Die ständig steigende Zahl der Schüler erforderte 1957 den Neubau der heutigen Grundschule. Am 17. Februar 1959 wurde das neue Schulhaus eingeweiht, das damals als modernstes Schulgebäude Niederbayerns galt. 1. Bürgermeister war zu dieser Zeit Karl Reiner. Besondere Verdienste um den Bau erwarb sich jedoch 2. Bgm. Oberlehrer Hermann Maier.
Mit Beginn der Schulreform in Bayern erfolgte 1968 die Gründung eines Schulverbandes mit dem Ziel einer vollausgebauten Verbandsschule.

(heutiges Gemeindeamt)
Ab 1969 wurde der Schulverband erweitert; er umfaßt jetzt die Gemeinden Hunderdorf, Steinburg, Gaishausen, Windberg, Neukirchen und Obermühlbach. Im Jahre 1970 wurde durch entschlossenes Handeln des 1. Bgm. Härtenberger und seines Gemeinderates mit dem Erweiterungsbau, der heute die Hauptschulklassen beherbergt, begonnen. Nach rund vierjähriger Bauzeit gehören zur neuen Schulanlage neben dem Grundschulgebäude der Hauptschultrakt mit den Fachräumen, eine Turnhalle und ein Lehrschwimmbecken, sowie ein Hartplatz. Bereits 1972 konnte der Unterricht in den neuen Klassenräumen aufgenommen werden. 1973 wurde die Turnhalle fertiggestellt, 1974 konnten das Lehrschwimmbecken und der Hartplatz in Betrieb genommen werden. An dieser Stelle muß Herrn

(heutiger Kindergarten)
Staatssekretär Alfred Dick, der sich in besonderer Weise für die Verwirklichung des Projektes verdient gemacht hat, der Dank der Gemeinde Hunderdorf ausgesprochen werden.
Auch Landrat Xaver Hafner ist aktiv für den Schulhausneubau eingetreten und ihm gebührt ebenfalls unser Dank.
Alle baulichen Neuerungen wurden durch eine ständig steigende Schülerzahl verursacht. Parallel dazu ergab sich eine ständige Vermehrung der Planstellen.
| Schuljahr | Schüler- zahlen |
Lehrer | Fach- lehrer |
| 1901/2 | 188 | 3 | 1 |
| 1933/34 | 240 | 4 | 1 |
| 1953/54 | 354 | 4 | 3 |
| 1958/59 | 290 | 7 | 2 |
| 1946/47 | 318 | 8 | 2 |
| Verbandsschule | |||
| 1968/69 | 536 | 13 | 4 |
| 1973/74 | 727 | 21 | 8 |


Lehrkräfte an der Verbandsschule Hunderdorf am 11. 7. 1974
Schulleiter: Czerwenka Alois, Rektor
Stellvertr. Schulleiter: Klar Kornel, Konrektor
Aigner Josef, Lehrer
Beck Gertraud, Oberlehrerin
Berger Hermann, Lehrer
Ehlers Blanka, Lehramtsanwärterin
Frankl Alfons, Lehramtsanwärter
Häusler Ludwig, Oberlehrer
Höfinger Franz, Lehrer
Holzapfel Waldfride, Lehrerin
Kalm Helmut, Lehrer
Kleikamp Anni, Oberlehrerin
Knockl Reinhard, Lehrer
Knockl Marianne, Lehrerin
Kohlbeck Anna, Oberlehrerin
Kohlbeck Josef, Oberlehrer
Pannermayr Ulrich, Lehrer
Ruppert Hans, Lehramtsanwärter
Speiseder Ingrid, Fachlehrerin
Stegbauer Waltraud, Fachlehrerin
Schnabl Johann, Lehramtsanwärter
Wabner Dietmar, Lehramtsanwärter
Weingärtner Gertrud, Oberlehrerin
Wittenzellner Ursula, Fachlehrerin
Walden Magnus, Lehrer
Kath. Religionslehrer
Geistl. Rat Georg Ruhs, Pfarrer v. Hunderdorf
Pater Rainer Rommens, Kaplan v. Hunderdorf
Pater Ephrem von Helvoirt, Pfarrer v. Windberg
Pater Englmar Holzer, Pfarrer v. Neukirchen
Reiner Stutz, Evang. Katechet



Geschichte der Pfarrei
Ausgehend von Irland setzte im 6. Jahrhundert durch iroschottische Mönche auch im Raume nördlich der Alpen eine Missionierungswelle ein. Langsam wandelten sich heidnische Feste in christliche, wurde heidnischen Bräuchen christlicher Sinn gegeben.
741 holte der bayer. Herzog Odilo Mönche ins Land, die von Altaha (Niederalteich) aus tief in den Wald zogen, rodeten und das Kreuz errichteten.
Sie werden es auch gewesen sein, die dem Christentum in der „bogenaua“ den Weg bereiteten.
Als die Mönche des hl. Norbert in Windberg einzogen, war Hunderdorf bereits ein eigenständiger Seelsorgebereich.
Hunderdorf als Gründung des Klosters Niederalteich ist wahrscheinlich von dort seelsorglich betreut worden und hatte möglicherweise schon eine Holzkirche.
Die Kirchenpatrone St. Nikolaus und St. Stephanus (2. Patron) weisen nämlich auf ein hohes Alter der Pfarrkirche hin, wohl schon ins 12. Jahrhundert. Der erste nachweisbare Kirchenbau stammt aus dem Jahre 1359.
Der bis in die dreißiger Jahre unseres Jahrhunderts hinein stehengebliebene Turm mit dem gotischen Treppengiebel stammte noch von diesem Kirchenbau. Leider wurde mit dem Bau der neuen Kirche (1936) dieser abgerissen und damit verschwand das bedeutendste gotische Bauwerk der Pfarrei.
Nach dem Diözesanregister hat Hunderdorf bereits 1438 einen Pfarrer und einen Pleban, dazu einen Benefiziaten in Steinburg. 1616 erhält das Kloster Windberg im Tausch gegen die Pfarrei Viechtach die bis dahin selbständige Pfarrei Hunderdorf samt der Filiale Neukirchen. (Neukirchen war Filiale von Hunderdorf, Pürgl war der Pfarrei zehentpflichtig, Steinburg, das Schloßbenefizium, gehörte ebenfalls Hunderdorf.)
Von 1563 ist ein Grabstein über der Türe der Seelenkapelle im alten Friedhof erhalten. Aus dem Jahre 1612 datiert das erste Taufbuch der Pfarrei Hunderdorf. Aus dem Jahre 1653 stammt die älteste Glocke mit der Inschrift: „Deo, Dei parae, Se patronis Stephano et Nikolav Hunderdorf“, die heute noch als Sterbeglocke dient und im Glockenturm der neuen Kirche hängt.
Wegen Baufälligkeit wird 1698 die Kirche nach langen Verhandlungen und Eingaben abgebrochen. Der aus dem Jahre 1359 stammende gotische Turm wird renoviert und ein barockes Kirchenschiff angebaut. Bereits am 17. 10. 1700 wurde die neue Kirche von Abt Franz Knod geweiht.
Die Kapelle in Hofdorf war ab der Säkularisation Nebenkirche von Hunderdorf und hatte früher einen eigenen Friedhof. Die Kapelle St. Georg in Gaishausen gehörte ebenfalls zur Pfarrei Hunderdorf. Nach der Neueinteilung des Landes nach der Säkularisation verblieben der Pfarrei Hunderdorf die Gemeinden Neukirchen, Gaishausen, Steinburg und Au.
Heute gehören zur Pfarrei Hunderdorf außer der Pfarrkirche noch die Nebenkirchen in Hofdorf, die beiden Schloßkapellen in Au und Steinburg, sowie die Kapellen in Sollach und Rammesberg.
Pfarrer Peter Blaim betreute bis 1817 die selbständige Pfarrei Hunderdorf. 1835 wurde anstelle des hölzernen Pfarrhofes ein Ziegelbau errichtet, der im Jahre 1963 unter Pfarrer Ruhs renoviert und modernisiert wurde. 1866 wurde Hunderdorf königliche Pfarrei. Segensreich wirkte Pfarrer Josef Luschner von 1843 bis 1870, der bei seinem Tode die Lusch’nersche Stiftung hinterließ, deren Zweck es war, daß arme Schulkinder in der Mittagspause ein Schulbrot bekamen.
1900 wurde der spätgotische Turm erhöht und ein schmiedeeisernes Kreuz aufgesetzt.
1907 trug sich Pfarrer Gruber mit dem Gedanken, die Kirche zu erweitern und Seitenschiffe anzubauen. Das Gesuch wurde von der Abgeordnetenkammer jedoch abgelehnt.
Im Jahre 1931 war es dann Pfarrer Friedrich Betthausen, der dann ernstlich an einen Kirchenneubau ging. Er gründete den Kirchenbauverein und schon am Josefstag 1935 konnte der erste Spatenstich gemacht werden. Die ganze Gemeinde beteiligte sich an den Hand- und Spanndiensten. Da wurde am 3. Oktober 1935 Pfarrer Betthausen vom Tode ereilt. Sein Nachfolger, Pfarrer Kiermaier, setzte das Werk unverzüglich fort und am Peter und Paulstag 1936 konnte die Weihe der Kirche durch Bischof Buchberger vorgenommen werden. Unermüdlich war Pfarrer Kiermaier in seiner Pfarrei tätig. 1950 wurde das Leichenhaus angelegt, 1959 der Kindergarten gegründet und 1961 der neue Friedhof geschaffen. 1962 verschied Geistlicher Rat Kiermaier.
Auch sein Nachfolger, Geistlicher Rat Georg Ruhs, widmete sich nach Kräften dem Ausbau des Pfarrzentrums. Neben der inneren und äußeren Renovierung des Gotteshauses verdankt ihm die Pfarrgemeinde auch den Bau der neuen Leichenhalle. Ein besonderes Anliegen war ihm der Ausbau des ehem. Pfarrstadels zum Jugendheim St. Wolfgang im Jahre 1966.
Kirche, Jugendheim und Pfarrhof, sowie die unmittelbare Nähe der neuen Verbandsschule und des Gemeindeamtes bilden heute den geistig-kulturellen Mittelpunkt der Gemeinde.



bei der Weihe des St.-Wolfgang-Jugendheimes im Jahre 1966
Die evang. Kirchengemeinde
Hunderdorf war bis zum 2. Weltkrieg eine rein katholische Ortschaft. Mit den Evakuierten und Heimatvertriebenen kamen Angehörige der evang. Konfession in unsere Gemeinde. Die kirchliche Betreuung erfolgte zunächst von Straubing und Bogen aus. Die Gottesdienste wurden in der katholischen Pfarrkirche, in der Kapelle in Hofdorf und im Saal des Gasthofes Sandbiller gehalten. Diese ungünstigen Umstände veranlaßten die evang. Gemeinde zum Bau einer eigenen Kirche. Initiator des Kirchenbaues war vor allem Pfarrer Sommer aus Bogen.
Am 9. September 1963 wurde mit dem Bau begonnen und bereits am 22. September wurde der Grundstein gelegt. Am 22. Dezember 1963 wurde die Friedenskirche mit einer feierlichen Weihe ihrer Bestimmung übergeben. Kreisdekan Oberkirchenrat Koller nahm die Grundsteinlegung vor. Im Juni 1964 wurden neben der Kirche im 2. Bauabschnitt der Pfarrsaal und die Mesnerwohnung erstellt. Im 3. Bauabschnitt schließlich erhielt die Kirche einen Glockenturm.
Die architektonisch meisterhaft gelungene Kirchenanlage (Architekt Lichtblau, München) paßt sich harmonisch der Landschaft an und zählt heute zu den baulichen Schmuckstücken der Gemeinde.

Aus dem Kulturleben
Der Mühlhiasl

1795 saß auf der Klostermühle in Apoig ein Klostermüller Matthias Lang. Von 1789-1800 sind 8 Kinder von ihm verzeichnet. 1799 wurde von Abt Joachim von Windberg die Klostermühle an Matthias Lang verstiftet, der schon längere Zeit dort beschäftigt war. Die Summe, die er als Pacht zu zahlen hatte, wurde ihm armutshalber auf 75 fl herabgesetzt, die er in 5 Jahresraten abzahlen sollte. Nach 2 Jahren hatte er noch keinen Kreuzer bezahlt. Da der neugewählte Abt überall mit der Mißwirtschaft aufräumte, so kündigte er auch dem Hiasl die Klostermühle. 1801 bekam die Mühle ein Vetter des Hiasl. Vermutlich blieb der Hiasl vorerst bei seinem Vetter und zog dann als Mühlenrichter im Land herum. Das Sinnieren lag dem Hiasl ohnehin mehr als die Arbeit, und der Not daheim ging er genau so gern aus dem Wege wie der Plage. Gar zu gerne bettelte er auch an der Windberger Klosterpforte. Doch da war er nicht willkommen. Umso freundlicher wurde er im weiten Land aufgenommen. Seinen manchmal gruseligen und oft unglaublichen Prophezeiungen schenkte man gerne Gehör. Man erzählte sie weiter, ließ manches weg und fügte einiges hinzu.
Örtliche Ereignisse sagte der Hiasl genau voraus. So bezeichnete er u. a. die Stelle, an die der Hunderdorfer Bahnhof kommen soll, wenn der „eiserne Hund von der Donau heraufbellt“. Im Heimatbuch unserer Gemeinde sind ein Teil seiner Prophezeiungen zusammengetragen. Hinweise auf weitere Veröffentlichungen über den „Waldpropheten“ sind dort ebenfalls zu finden.
Vereinsleben
Das Vereinsleben in Hunderdorf hatte vor allem während der letzten Jahre einen starken Aufschwung zu verzeichnen.
Vereine mit großer Tradition sind die Freiwillige Feuerwehr und die Krieger- und Soldatenkameradschaft. Unter dem Motto „Gott zu Ehr‘, dem Nächsten zur Wehr“ wurde bereits 1872 die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Gemessen am Ausbildungsstand und der Ausrüstung der Löschgruppen zählt die Hunderdorfer Wehr zu den besten des Landkreises. Dies bestätigte die Verleihung des goldenen und silbernen Leistungsabzeichens an mehrere Gruppen.
Als derzeitiger Vorstand fungiert der 2. Bürgermeister Xaver Anleitner, als Kommandant Ferdinand Hartmannsgruber.

Im Jahre 1887 wurde von Joseph Kraus der Krieger- und Veteranenverein gegründet. Den Gefallenen des 1. Weltkrieges setzte die Gemeinde 1918 ein Denkmal.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Denkmal renoviert und mit einer Ehrentafel versehen, auf der die Namen der Kriegsopfer zu lesen sind. Besondere Verdienste um die Festigung der heutigen Krieger- und Soldatenkameradschaft hat sich Ehrenvorstand Leo Gaschler erworben. Der Verein pflegt seine Tradition heute unter dem Vorstand Alfons Pflügl.

Die Anliegen der Kriegsopfer und Hinterbliebenen vertritt der VDK Ortsverband Hunderdorf, der eine relativ hohe Mitgliederzahl aufweist. Kreisgeschäftsführer und 1. Vorstand Otto Unger hat sich in den vergangenen Jahren als uneigennütziger, aufopfernder Anwalt der Hinterbliebenen von Kriegsopfern erwiesen.
Mit Idealismus und Opfersinn pflegt der Heimat- und Volkstrachtenverein Hunderdorf heimatliches Volkstum und bemüht sich um Wiederbelebung alten Brauchtums. Er ist unter dem Namen „Die gemütlichen Perlbachtaler“ bekannt.
Heimatsinn und Traditionsverbundenheit des Vereins wurden u. a. durch die Errichtung der Waldkapelle im Jahre 1968 dokumentiert. Derzeitiger Vorstand ist Ernst Sacher.

Erst wenige Jahre ist der Bayerwaldverein alt und doch gehört er bereits zu den zahlenmäßig stärksten und aktivsten Vereinen unserer Gemeinde. Der erste internationale, vom Bayerwaldverein ausgerichtete Wandertag im Herbst 1973 war ein voller Erfolg. Die Gedenkmedaille zeigt die Mühle des heimatlichen Hellsehers und Waldpropheten Mühlhiasl. Vorstand ist derzeit Hans Glas.

Im Jahre 1966 wurde der Sportverein durch Oberlehrer Hermann Maier wiedergegründet. Heute umfaßt der Verein folgende Abteilungen: Fußball (3 Senioren-, 2 Jugend- und 1 Schülermannschaft, Ski-Club, Eisstock-Club, Frauenturnen und Tischtennis. Die 1. Mannschaft der Fußballabteilung konnte in ihrer Spielklasse durch ihre Beständigkeit einen Spitzenplatz einnehmen. Ein großes Sport- und Freizeitzentrum für Hunderdorf ist derzeit in Planung. Jetziger Vorstand ist Gerhard Peschke.
Der 1949 gegründete Gesangverein erreichte vor allem unter dem Dirigenten Rektor Franz Hösl eine Blütezeit. Die öffentlichen Konzerte und Aufführungen stellten immer wieder Höhepunkte im kulturellen Leben unserer Gemeinde dar. Derzeitiger Vorstand ist Martha Hofmann.
1958 wurde die Rot-Kreuz-Gruppe gegründet. Sie hält Kurse in Erster Hilfe und Häuslicher Krankenpflege. Viele Mitglieder widmen sich dem freiwilligen Hilfsdienst im Krankentransport. Auch mit der Betreuung von Altbürgern unserer Gemeinde bringen die Helfer und Helferinnen ihre caritative Einstellung zum Ausdruck. Sozialdienstleiterin Martha Hofmann und Zugführer Ludwig Niedermeier betreuen schon viele Jahre diese Gruppe.
Eine der jüngsten Vereine ist der Schützenverein Hunderdorf. Die Mitglieder pflegen hier neben der sportlichen Betätigung auch die Geselligkeit. Schützenkönig und Schützenliesl wurden jährlich neu ermittelt und vom Vorstand Hans Schönauer gekrönt.
Der Kindergarten
Die Errichtung eines Kindergartens war bereits in der Stiftung des Pfarrer Luschner vorgesehen.
Als Wegbereiter für die Verwirklichung des Luschner’schen Gedankens tat sich H. Geistl. Rat Kiermeier besonders hervor. Nach dem zweiten Weltkrieg sah der unermüdliche Seelsorger eine neue Chance für den Kindergartenbau, da sich durch die Errichtung eines neuen Schulhauses das alte Gebäude für die Unterbringung des Kindergartens anbot. Nachdem auf Anhieb 60 Kinder gemeldet wurden, konnten für deren Betreuung Franziskanerinnen aus dem Mutterhaus in Wien gewonnen werden.
Die kirchliche Weihe vollzog 1959 H. Domkapitular Grötsch von Regensburg. Unter der fürsorglichen Leitung der Schwester Adolphine erfüllt der Kindergarten heute nach wie vor seine pädagogischen Aufgaben.

Aus dem Wirtschaftsleben
Wirtschaftliche Entwicklung
Lag ursprünglich in wirtschaftlichen Belangen der Schwerpunkt vorwiegend auf landwirtschaftlicher Ebene, so entwickelte sich Hunderdorf in der Nachkriegszeit zur zweitgrößten Gemeinde des ehemaligen Landkreises Bogen infolge eines handwerklich-industriell geprägten wirtschaftlichen Aufschwungs.
Diese Entwicklung wird einerseits durch den planmäßigen Ausbau der Verkehrswege, andererseits durch die Ansiedlung neuer Handwerks- bzw. Industriebetriebe, doch insbesondere durch die Firma Nolte, begründet. Das allgemeine Streben nach wirtschaftlicher Sicherheit, gepaart mit viel Fleiß, haben wesentlichen Anteil am wirtschaftlichen Aufschwung der Gemeinde.
Diese Aufwärtsentwicklung findet ihren sichtbaren Niederschlag im statistischen Zahlenmaterial des Steueraufkommens von Hunderdorf. Die nachstehende Grafik soll das stetige Anwachsen veranschaulichen:

Der Holzreichtum, das große Reservoir von Arbeitskräften und die Bemühungen des Landrats Xaver Hafner haben den Möbelfabrikanten Nolte bewogen, hier ein Zweigwerk zu errichten. Im Oktober 1951 wurde mit dem Bau des „Produktenwerkes“ begonnen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten entstand nach und nach eine moderne Möbelfabrik.
Durch Schaffung von ca. 600 Arbeitsplätzen für Einheimische und Pendler bis zum heutigen Tag, erfuhr durch die Initiative des Herrn Konrad Nolte das wirtschaftliche Leben Hunderdorfs einen enormen Aufschwung.
Hand in Hand mit der wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung erfolgte eine merkliche Verbesserung der Lebensverhältnisse, ein Anstieg der Bautätigkeit und ein großzügiger Ausbau des Verkehrsnetzes; kurz, Hunderdorf fand den Weg aus einem armen, unterentwickelten Agrardorf zu einer entwicklungsfreudigen, neuzeitlichen Gemeinde.
Konrad Nolte, Ehrenbürger der Gde. Hunderdorf
Für Konrad Nolte war die Entscheidung, in Hunderdorf ein Werk zu errichten, sicher nicht einfach. Unser Gebiet war hinsichtlich des Aufbaues eines großen industriellen Betriebes in jeder Beziehung ein unbeschriebenes Blatt.
Um so mehr Faktoren mußten berücksichtigt und abgewogen werden.
Aber Weitblick, Initiative und Risikobereitschaft eines bedeutenden Unternehmers haben in unserer Gemeinde ein Werk entstehen lassen, dessen positive Auswirkungen seit über zwei Jahrzehnten unserem Gemeinwesen entscheidende Impulse geben.
In Würdigung der Verdienste um die Gemeinde faßte der Gemeinderat von Hunderdorf am 4. Februar 1974 folgenden Beschluß:
„Der Gemeinderat beschließt einstimmig, den Möbelfabrikanten, Herrn Konrad Nolte in Rheda, zum Ehrenbürger der Gemeinde Hunderdorf zu ernennen“.
Anerkennung und Dankbarkeit aller Gemeindebürger gegenüber Herrn Konrad Nolte finden mit der Verleihung des Ehrenbürgerrechtes ihren sichtbaren Ausdruck.

Ehrenbürger der Gemeinde Hunderdorf
Wasserversorgung Bogenbachtalgruppe
Zweckverband mit Sitz in Hunderdorf
„Wasserleitn“ gehörte bis 1952 zur alltäglichen Beschäftigung. Man war froh, wenn der Brunnen Wasser gab und hatte große Sorge, wenn er im Sommer eingetrocknet oder im Winter eingefroren war. 1952/53 wurde eine Wasserleitung von Windberg nach Hunderdorf gebaut.
Durch den wirtschaftlichen Aufschwung und den Bevölkerungszuwachs zeigte sich die Wasserversorgung jedoch bald als unzureichend.
1959 befaßte sich die Gemeinde mit der Gründung eines Zweckverbandes.
1961 wurde das Problem akut.
1962 erfolgte die Gründung des Verbandes. Im gleichen Jahr wurde der bereits gebohrte Tiefbrunnen angeschlossen. Ein 2. und 3. Tiefbrunnen wurden gebohrt.
1965 wurden das Maschinenhaus und die Aufbereitungsanlage in Betrieb genommen.

1966 konnte die gesamte Anlage eingeweiht werden. Damit war einer der ersten Wasserzweckverbände im Bayerischen Wald ins Leben gerufen.

1973 mußte der Brunnen IV gebohrt werden.
Heute versorgt die Gesamtanlage 1100 Haushalte in mehreren Gemeinden. Um den Mangel auszugleichen, der sich durch Wassermehrverbrauch ergab, wird von der Fernwasserversorgung „Bayer. Wald“ Wasser in den Hochbehälter Bonholz eingespeist.
Sämtliche Tiefbrunnen erbringen eine Leistung von ca. 30 1 pro Sekunde.
Dem Weitblick von Bürgermeister Karl Härtenberger ist es zuzuschreiben, daß dieser Zweckverband gegen größere Widerstände ins Leben gerufen wurde. Heute schlägt sich dieses energische Zupacken in einer gesicherten Wasserversorgung für 6 Gemeinden und in einem relativ günstigen Wasserpreis für alle Abnehmer nieder.
HUNDERDORF — GESTERN — HEUTE — MORGEN
Hunderdorf wird Kleinzentrum
Jahrhundertelang war Hunderdorf ein armes Agrardorf, das, im Schatten der Klöster stehend, kaum Entwicklungsmöglichkeiten wirtschaftlicher Art hatte.
Aus der Bedeutungslosigkeit wurde Hunderdorf erst durch die Industrieansiedlung herausgeführt. In den Jahren nach 1950 wurden Voraussetzungen geschaffen, die eine Weiterentwicklung der Gemeinde in naher Zukunft geradezu herausfordern.
Folgende Tatsachen mögen dies im einzelnen verdeutlichen:
1. Hunderdorf ist eine Gemeinde mit rund 2000 Einwohnern.
2. Zum Schulverband Hunderdorf gehören bereits die Gemeinden Windberg, Steinburg, Gaishausen, Neukirchen und Obermühlbach.
3. Hunderdorf hat derzeit bereits ca. 700 Arbeitsplätze in kleineren und größeren Betrieben aufzuweisen.
4. Nahezu 400 Einpendler haben derzeit ihren Arbeitsplatz in der Gemeinde.
5. In der Gemeinde sind alle erforderlichen Handwerksbetriebe, Einzelhandelsgeschäfte und Bankinstitute vorhanden.
6. Hunderdorf hat eine vollausgebaute Volksschule mit Grund- und Hauptschule, Turnhalle und Lehrschwimmbecken.
7. In der Grundversorgung kann Hunderdorf 13 Solleinrichtungen und 3 Kanneinrichtungen aufweisen.
8. Bahnhof ist vorhanden. Das bestehende Postamt wird in nächster Zeit eine Erweiterung und Modernisierung erfahren.
9. Der Zweckverband zur Wasserversorgung der Bogenbachtalgruppe mit Sitz in Hunderdorf versorgt mit 4 Tiefbrunnen den Hunderdorfer Einzugsbereich (Gaishausen, Windberg, Steinburg) bis hin nach Haselbach, Mitterfels und zum Teil Oberalteich.
10. Die Kanalisation befindet sich im Ausbau. Mit dem Bau der Kläranlage, die eine Kapazität von 4000 EGW aufweisen wird, wurde bereits begonnen.
11. Ein Baugebiet mit insgesamt 120 Bauparzellen ist bereits ausgewiesen, erschlossen und zum Großteil bebaut. Ein weiteres Baugebiet mit ca. 100 Bauparzellen ist vorgesehen.
12. Hunderdorf ist Sitz der kath. Pfarrgemeinde, zu der die Gemeinden Hunderdorf, Steinburg und Gaishausen gehören. Der evang. Gemeinde steht ein neuer Kirchenbau zur Verfügung.
13. Kindergarten und Jugendheim sind in Hunderdorf vorhanden und weisen eine starke Frequenz auf. Ein modernes Jugendzentrum in Windberg, das dem Kloster eingeschlossen ist, hat regionalen Charakter.
14. Für ein großzügiges Freizeit- und Erholungszentrum in Hunderdorf bestehen bereits Pläne. In ihm sind auch Sportanlagen vorgesehen, die den verschiedensten Sportarten gerecht werden.
Hunderdorf hat damit aufgrund seiner vorgebrachten Leistungen die Voraussetzungen für die Einstufung als Kleinzentrum erheblich überboten.
Bereits am 22. April 1969 hat die Bayer. Staatsregierung „Hunderdorf als Kleinzentrum“ in ihre Broschüre „Ein Programm für Bayern I“ aufgenommen.
Auch der Ausschuß für Raumplanung des Landkreises Straubing—Bogen hat in seiner Sitzung am 25. 3. 74 durch Beschluß Hunderdorf als Kleinzentrum vorgeschlagen.
Die Gemeinde Hunderdorf sieht durch diese Beschlüsse ihre jahrelange Aufbauarbeit anerkannt und bestätigt und die Erhebung zum Kleinzentrum gibt ihr die Sicherheit, diese kontinuierliche Entwicklung in der Zukunft fortsetzen zu können.

Staatssekretär Alfred Dick vom Bayer. Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen war am 17. Mai 1974 bei der Sitzung des Gemeinde rates im Gemeindeamt Hunderdorf anwesend. Zur Aussprache kamen die Themen: „Ausweisung Hunderdorfs als Kleinzentrum“, „Gebietsreform im Raum Hunderdorf — Neukirchen“, „Bahnübergänge in Hunderdorf“ und „Errichtung eines Freizeit- und Erholungszentrums in Hunderdorf“. Der Staatssekretär sicherte hierbei u. a. seine Unterstützung dem Bestreben der Gemeinde Hunderdorf, als Kleinzentrum ausgewiesen zu werden, zu.

v.1. n. r. Regierungsdirektor Dr. Voggenreiter, Regierungspräsident Dr. Riederer,
Staatssekretär Alfred Dich, Landrat Xaver Hafner, der Bayer. Ministerpräsident
Dr. h. c. Alfons Goppel, Landtagsabgeordneter Ingo Weiß, Roland Schäfer,
Betriebsleiter der Fa. Nolte, Georg Nolte jr., Bürgermeister Karl Härtenberger



„Bogenbachtalgruppe“
Gedanken zur Planung v. Architekt E. Gruber
Im Jahre 1967 schrieb die Gemeinde Hunderdorf einen beschränkten Wettbewerb zur Errichtung einer 13-klassigen Hauptschule mit Turnhalle aus.
Das Grundstück im Zentrum des alten Dorfkernes in unmittelbarer Nähe zur Kirche gelegen, erstreckt sich von Westen nach Osten und hat einen relativ schmalen Zuschnitt. Zu einer schwierigen Topographie kam noch hinzu, daß auf die vorhandene Grundschule, die im Jahre 1959 errichtet wurde, Rücksicht zu nehmen war.
Die Schulanlage gliedert sich in drei gestaffelte Baukörper, in deren Mittelpunkt die zweigeschossige Pausenhalle liegt. Sie ist als pädagogisches Zentrum gedacht, in dem auch kleinere Schulfeiern abgehalten werden können. Das Galeriegeschoß sowie einige Sitzstufen sollten diesen Mittelpunkt zu einem Raum mit mehrfacher Nutzung gestalten. Es sollte zugleich ein Raum der Begegnung werden, in dem alle Fäden zusammenlaufen.
Alle Normalklassen gliedern sich um diese Halle im Erdgeschoß und Obergeschoß. Die Verwaltung ist im Obergeschoß eingeplant, so daß von hier aus eine optimale Übersicht gewährleistet ist. Im Obergeschoß ist dem Galeriegeschoß noch eine Pausenterrasse vorgelagert, die den Pausenbetrieb zentralisieren sollte. Diese Dachterrasse ist mit dem Hauptpausenplatz im Erdgeschoß über eine Freitreppe verbunden. Neben dem Haupteingang liegt eine zentrale Garderobenanlage, in unmittelbarer Nähe führt ein überdachter Gang zur Turn- und Schwimmhalle. Sämtliche Fachklassen wie Physik, Chemie, Küche, Bücherei sind im Untergeschoß untergebracht.
Die Turnhalle mit einer Größe von 12 x 24 m liegt in unmittelbarer Nähe. Hier ist außer den Umkleide- und Waschräumen auch die Hausmeisterwohnung einbezogen.
Auf Grund der Erfordernisse wurde unter der Turnhalle ein Lehrschwimmbecken mit der Größe 8 x 16 2/3 m eingeplant.
Der Pausen- und Eingangshof wurde im nordwestlichen Bereich errichtet und an den bestehenden Pausenhof der Grundschule angeknüpft. Ein Allwetterplatz wurde in den nördlichen Bereich hinter die Turn- und Schwimmhalle gelegt, so daß das Grundstück maximal ausgenützt wurde.
Zur Gestaltung wäre zu sagen, daß man mit viel weißen Putz- und farbigen Holzflächen die Schule lebendig und freundlich gestalten wollte. Außerdem sollte diese plastische Architektur mit den unterbrochenen Fensterflächen Rücksicht nehmen auf die Kleinteiligkeit der umgebenden Bebauung.
Es muß hier erwähnt werden, daß aufgrund einer langen Planungs- und Bauzeit, bedingt durch finanzielle Schwierigkeiten, man mit neueren pädagogischen Erkenntnissen konfrontiert war, die bei der Ausführung weitgehendst Berücksichtigung fanden. Dieses Umdenken und Umplanen war nur durch eine gute Zusammenarbeit mit einem aufgeschlossenen Gemeinderat und Bürgermeister möglich.







































