1961# 11-12

Er wollte lieber verbluten
Riß der Hauptschlagader im Oberschenkel – Angst vor dem Krankenhaus
Hunderdorf.
Am Sonntag stießen an der Kreuzung der Orts- und Bahnhofstraße gegenüber dem Gemischtwarengeschäft Schwarz ein Auto und ein Motorrad zusammen. Beide Fahrzeuge waren vermutlich durch einen parkenden amerikanischen Straßenkreuzer an der Sicht befindet worden. Der deutsche Personenwagen hatte den Straßenkreuzer bereits auf 1 m überholt, als ein Motorradfahrer entgegenkam. Der PKW-Fahrer bremste. Der Kraftfahrer prallte gegen die rechte vordere Lampe des deutschen Personenautos. Bei diesem Sturz riß er sich die Hauptschlagader in den Weichteilen des rechten Oberschenkels auf. Das sofortige Angebot des PKW-Fahrers, ihn umgehend in ärztliche Behandlung zu bringen, lehnte der Schwerverletzte merkwürdigerweise ab. Trotzdem gelang es dem hilfsbereiten Autofahrer, ihn ins Bogener Krankenhaus zu schaffen. Nach ärztlicher Feststellung bestand nach der Behandlung keine Lebensgefahr mehr; jedoch wäre er in kürzester Zeit ohne Behandlung verblutet. Die Bogener Polizei hatte wegen der schweren Verletzung die letzten Ursachen des Unfalls bis Montag nicht klären können. Der Unfall hatte sich gegen 17 Uhr ereignet. Eine Blutentnahme wurde durchgeführt.
Quelle: Bogener Zeitung, 01.11.1961


Freihändig und ohne Licht
Hunderdorf.
Ein Siebzehnjähriger zeigte eine besondere „Artistik“, indem er auf seinem Radl ohne Licht und freihändig fuhr. Dabei fuhr er – es war kurz nach Mitternacht – der Polizeistreife in die Hände. Für die „Vorführung“ gibt es eine Anzeige wegen Übertretung der StVO.
Quelle: Bogener Zeitung,
01.11.1961


Mit einem Nachschlüssel in die Wohnung …
Hunderdorf.
Mit einem Nachschlüssel drang ein bisher unbekannter Täter in die Wohnung der Frau Maria Neubauer ein und entwendete verschiedene Haushaltsgegenstände. Hinweise zur Ermittlung des Täters nimmt die Polizei Bogen entgegen.
Quelle: Bogener Zeitung, 03.11.1961


Nach Gottes hl. Willen verschied am Donnerstag nach längerer Krankheit, versehen mit den heiligen Sterbesakramenten, mein lieber Gatte, Vater, Bruder, Großvater und Onkel
Herr Anton Grünseisl
Gastwirt und Schmiedemeister
im 86. Lebensjahr.
Meidendorf, Straubing, München-Gauting, Nößwarting, 2. November 1961.
In tiefer Trauer:
Maria Grüneisl,  Gattin
Emilie Huber, Tochter
Rosa Dorfner, Tochter, mit Familie
Centa Brunschweiger, Tochter , mit Familie
Lina Schirmer, Tochter, mit Familie
Loni Hahn, Tochter, mit Familie
Berta Schlecht, Tochter, mit Familie
Xaver Grüneisl, Bruder
nebst Enkelkindern und übriger Verwandtschaft.
Beerdigung in Windberg am Samstag 4. November, um 9.30 Uhr vom Leichenhaus aus.
Quelle: Bogener Zeitung, 03.11.1961


Der Oktober, ein Ereignis in ihrem Leben
Bogen.
Das Standesamt Bogen verezichente im  Oktober 19  Geburten, 11 Todesfälle und 3 Trauungen.
Geburten: Johann Maximilian Kern, Lintach (Gde. Hunderdorf) … Franz Xaver Bogner, Großlintach 121; Josef Bornschlegl, Bauernholz … Anton Häusler, Haselquanten 32 … Wolfgang Rupert Reipl, Thananger 101; Alfred Biendl, Thananger …
Gestorben sind: … Anna Cäcilie Wittmann, Hunderdorf (Lindfeld), 21 Jahre …
Quelle: Bogener Zeitung, 04.11.1961


Neue Visitenkarte der Firma Nolte
Hunderdorf.
Gar manche Passanten der Straße Hunderdorf-Steinburg mögen sich schon angesichts der großen Werkgebäude gefragt haben, was hier wohl erzeugt wird und wem dieses Werk gehört. Diesem Rätselraten der Fremden ist nun damit ein Ende gesetzt worden, daß die Firma auf die Südseite ihrer neuen und größten Werkhalle ihre Visitenkarte gesetzt hat. Dem Stand der Bauarbeiten nach dürfte diese Halle wohl noch in diesem Jahr in Betrieb genommen werden. Unser Bild zeigt die Südseite der 220 m langen Werkhalle.
Quelle: Bogener Zeitung, 04.11.1961


Hunderdorf. (Schwammerl wachsen noch) Als eine Seltenheit kann man es wohl bezeichnen, wenn zu Allerheiligen noch Schwammerl gefunden werden. Das milde Herbstwetter hat aber bis in diese Tage die Schwammerlsucher in Aktion gehalten. Nicht nur einzelne und gesunde Exemplare wurden noch gefunden, in Thannanger fand Frau Hainz sogar noch genügend Pilze für eine Mahlzeit.
Quelle: Bogener Zeitung, 04.11.1961


Aktion gegen die Ratten
Hunderdorf.
Wie uns Bürgermeister Reiner mitteilte, wird am kommenden Montag in der Gemeinde Hunderdorf durch einen Beauftragten des Landwirtschaftsamtes eine Rattenvergiftungsaktion durchgeführt. Diese Maßnahme erweist sich wegen der zunehmenden Rattenplage als unbedingt erforderlich und sie muß sich daher auf den ganzen Ortsbereich erstrecken. Alle Grundstücksbesitzer sind verpflichtet, die Bekämpfung auf ihrem Grund durchführen zu lassen. Die entstehenden Kosten werden auf die Anlieger umgelegt. Die Köder sind mit einem Spezialgift präpariert, so daß kein Schaden bei anderen Tieren zu befürchten ist. Nähere Anweisungen wird der dazu beauftragte Fachmann erteilen können. Meldungen am Montag vormittags in der Gemeindekanzlei.
Quelle: Bogener Zeitung, 06.11.1961


Das Rätselraten hat ein Ende gefunden
Viele haben sich schon an das Wort des Mühlhiasl von dem Haus erinnert, das nicht fertig werde, wenn sie in Hunderdorf an der Möbelfabrik Nolte vorbeifuhren. Wer nicht das Glück hatte, gerade einen Möbeltransportwagen zu sehen, der wußte nicht einmal, welches Werk sich hier befinde. Dieses Rätselraten hat nun, wie bereits kurz berichtet ein Ende gefunden.
Unser Bild zeigt die Südseite der 250 Meter langen Werkhalle.
Quelle: Bogener Zeitung, 06.11.1961


PKW beschädigt
Hunderdorf.
Am vergangenen Sonntag in der Zeit zwischen 23 und 24 Uhr wurde ein PKW, der vor dem Cafe´ Weinzierl abgestellt war, durch unachtsames Vorbei- und Rückwärtsfahren eines anderen Kraftfahrzeuges beschädigt. Hinweise zur Ermittlung des Schuldigen nimmt die Landpolizeistation Bogen entgegen. Auf Wunsch werden sie vertraulich behandelt.
Quelle: Bogener Zeitung, 08.11.1961


Professor Fitz bietet dem Stottern Schach
Kurs für unmittelbare Stotterhilfe durch Bewegungstherapie und Atem- und Stimmsicherung in Windberg
Windberg.
Wer nur zum Ende des Stottererkurses ins Jugendheim kam, wie der Berichterstatter, der konnte einfach nicht glauben, daß er sich unter sprechgestörten Jugendlichen, darunter auch zwei verheiratete Frauen, befände. Kann es einen sicheren Beweis für den großartigen Erfolg gegeben, den der Leiter des Kurses, Professor Oskar Fitz, Wien hier wieder einmal mehr hatte?
Aufgab des Kurses war es, wie uns Prof. Fitz in einem Interview erklärte, die Sprechgestörten aus ihrer Enge und ihrer Not herauszuführen. Fitz wollte ihnen den Weg weisen zur Richtigstellung ihrer Sprechfunktionen. Die Kursteilnehmer sollen so aufgerichtet werden, daß sie sich mit Mut, Selbstvertrauen und Unbeirrbarkeit auch nach Beendigung des Kurses bemühen, die letzten Spuren ihres Sprechübels zu beseitigen. Fitz betonte, daß das Stottern keineswegs eine Folgeerscheinung fehlender Intelligenz ist, sondern daß vielmehr gerade die Stotterer oft hochintelligente Menschen sind, die aber wegend er gestörten Sprechweise häufig in den Verdacht kommen, geistige Defekte zu haben. Durch die völlig aus dem Gleichgewicht geratene Koordination von Haltung und Atmung, durch den Gebrauch der falschen Muskulatur beim Atmen und Sprechen kommt das Versagen beim flüssigen Sprechen zustande. Das Zwerchfell wird in seiner Tätigkeit arg behindert, der Rücken wird oben überdehnt und krumm, die Halskehle verzogen und die Rückenmuskulatur unten im Kreuz durch übermäßiges Spannen zu stark beansprucht. Das Stottern ist daher nicht anderes als ein falsches Zusammenspiel von im Grunde gesunden Organen. Es wird ausgelöst durch Schreck- und Angstzustände und wird gewohnheitsmäßig, wenn der Stotterer in entsprechende Sprechsituationen kommt. Daß dieser dauernde Mißerfolg im Sprechen schon sehr bald zu seelischen Beeinträchtigungen, Minderwertigkeitskomplexen führen muß, ist sicher. Die fehlende Atmung hat u. a. auch durch Stauungen eine mangelnde Durchblutung des Gehirn zur Folge und beeinträchtigt im Zusammenwirken mit dem sich durch fortwährende Mißerfolge mehr und mehr vergrößernden Minderwertigkeitskomplex die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Ein furchtbares Unrecht ist es, Stottererkinder in die Hilfsschule einzuweisen, wo sie bald als „geistig minderbemittelt“ und „schwachsinnig“ abgestempelt werden.
Es war für doe Lehrgangsteilnehmer eine große Überraschung, daß sie plötzlich mühelos vor allen anderen zählen konnten, wenn sie in federnde, rythmisch schwingende Bewegung ge bracht wurden. Das Gefühl für die bisher kaum oder gar nicht geübte „innere Spannkraft“ wurde dadurch sofort geweckt, daß jeder aufgefordert wurde, klar „Ja“ zu rufen. Dabei mußte er versuchen, drängenden Armen, die ihn in Höhe der Magengrube und der Flanken um den Leib gelegt wurden, mit Hilfe seinen gespannten Zwerchfells einen Gegenhalt zu bieten, um sich ausgleichend selbst zu befreien. Dieser „Kunstgriff“ gelang in fast allen Fällen auf Anhieb. Klang die Stimme des Stotterers zuerst sehr leise, gedämpft und gepreßt, so war man plötzlich überrascht, wie durch die Aktivierung der inneren Weitungs- und Spannkräfte die Stimme einen sehr viel klareren, helleren und wohltönenderen Klang bekam. Es war für alle Kursteilnehmer eine große Überraschung, wie voll ihre Stimmen durch die erzwungene Richtigstellung ihrer Körper und die Aktivierung der verkümmerten Weitungskräfte, verbunden mit federndem Hin- und Herschwingen des ganzen Körpers, klangen. Damit war schon ein großer Fortschritt zur Ermutigung erzielt worden.
Die Gymnastik war darauf angelegt, das Hohlkreuz durch Richtigstellen des Beckens zur geraden und hierzu die Sprungmuskulatur zu kräftigen. Das Zwerchfell mußte für die Beherrschung des Atems wieder funktionsfähig gemacht werden. Das geschah durch Übungen, wie Durcheinanderlaufen, ohne anzustoßen; große „Tafel“ mit beiden Händen abzuwischen; Zahlen und Namen ganz groß in die Luft schreiben; Zeihen von zwei anderen; Bodenrolle, Auf- und Abwippen von zwei mit Rücken auf Gesäß gegeneinandergestellte Partner; Abschleppen des Partners auf dem Rücken; aus der Hocke heraus weich die Knie nach vorne auf den Boden schieben; Niederknien und sich dann ohne Gebrauch der Hände rechts und links daneben setzen usw. Es wurde bei der Gymnastik Wert darauf gelegt, daß die Bewegung immer aus der Hüfte heraus erfolgte und besonders die zu wenig geübte Sprungmuskulatur trainiert wurde. Wo es immer ging, wurde bei diesen körperlichen Übungen lautes Sprechen und „Ja“-Rufen verlangt. Die Bedeutung des Trainings zeigte sich z. B. darin, daß jeder mühelos sprechen konnte, wenn er einen anderen als „Mehlsack“ auf dem Rücken herumtrug. In solcher Lage war nämlich gezwungen, alles richtig zu machen, sein Kreuz zu strecken, die Weitungskräfte an den Flanken, der Magengrube zu aktivieren.
Wie ein roter Faden zog sich durch den ganzen Kurs das Singen. Es wurde als „Königin der Atemübungen“ besonders gepflegt. Naturgemäß war das Singen, bei dem ja bekanntlich kaum ein Stotterer stottert, anfangs steif und für die meisten absolut ungewohnt und ungewöhnlich. Es wurde spürbar, welches Aschenbrödeldasein das Singen in den Schulen und besonders nach der Schulentlassung fristet. Das Lautsingen mit voller Stimmstärke war aber bald erreicht.  „Dier Strömung ist der Feind der Stimme“ sagt uns Oskar Fitz und bewies es mit einer vor dem geöffneten Mund gehaltenen Streichholzflamme, die auch bei stärksten wie beim leisesten Ton ruhig und ohne sich zu bewegen, weiterbrannte; denn Ton ist Schwingung, nicht Strömung. Es ergab sich die Erkenntnis, Daß der Sprechvorgang in dem Maße besser wurde, je klarer und asuberer die Stimme war. Wie sehr sich die lösende und freie Atmosphäre des ganzen Lehrganges auf den einzelnen auswirkte, zeigte sich wohl am deutlichsten beim Karli. Karli, ein zwölfjähriger Bub aus recht armseligen und trostlosen Familienverhältnissen, hatte nie eine Schule besucht. Als „debil mit Fragezeichen“ wollte man ihn fast wieder zurückschicken. Seine Lust am Lehrgang war sowieso nicht groß. Er schweig beharrlich und lief weg, wenn man ihn ansprechen wollte. Sein Gesichtsausdruck war stumm und beinahe starr zu nennen. Es war rührend, wie sich alle Kursteilnehmer  spontan gerade um diesen Buben bemühten. Und langsam, Tag um Tag mehr, kam in das ausdruckslose Gesicht ein eigenartig – inneres Leben: die Augen leuchteten, das Gesicht strahlte. Der Bub fing von sich aus an, Kontakt zu suchen und bald war klar, daß Karl dar kein Stotterer, sondern ein sogenannter „freiwilliger Schweiger“ war, der sich wegen des vielen Geschlagenwerdens gegen die Außenwelt abgeschlossen hatte. Die liebevolle Behandlung ließ ihn eine Wärme spüren, die er noch nie erlebt hatte und mehr und mehr zeigte er sich als normales Kind.
Aus den anfangs recht scheuen und stillen Kursteilnehmern war im Lauf der 10 Tage eine fröhliche, aufgeschlossene und sangesfrohe Gemeinschaft geworden, die ehre rzu laut als zu leise war. Sprechangst gab es nicht mehr. „Mit was will der Stotterer noch stottern, wenn man ihm die technischen Voraussetzungen dafür nimmt?“ meint Oskar Fitz. Klangen die Stimmen am Anfang hauchig – verpreßt, so waren si im Laufe der Woche hell und wohltönend geworden. Nun kommt es darauf an, das Begonnene zu Hause fortzusetzen. Es gilt nun, sich in der Umwelt sprechend durchzusetzen, die ihn bis jetzt als Stotterer kannte. Als sehr vorteilhaft hat sich die kursmäßige Behandlung erwiesen, weil jeder Fortschritt des einen den Ehrgeiz des anderen weckt. Der erstaunliche, ja verblüffende Erfolg dieses Stottererheilkurses war ein überzeugender Beweis für die Richtigkeit der von Prof. Fitz entwickelten Stottererhilfe durch Bewegungstherapie, Atem- und Stimmsicherung.
Neben dem Kloster Windberg verdient der Caritasverband besondere Anerkennung, daß er den Stotterern diesen Kurs ermöglichte, der für die meisten die Befreiung von einem lästigen Übel bedeutet.
Quelle: Bogener Zeitung, 08.11.1961


In Steinburg wird der Wald geboren
Steinburg.
Staat und Privatpersonen sind unentwegt bemüht, Einschlag und Aufforstung auszugleichen. Den schönsten Beweis hierzu bietet die Saatschule der Poschinger-Bray’schen Forstverwaltung Steinburg. Unter fachkundiger Anleitung der Forstbeamten des Barons Dr. v. Poschinger und seines Revierförsters Petzendorfer in Steinburg entstand im Auslauf des Perlbaches ein Pflanzgarten mit einer Fläche von fast einem Hektar. In der Saatschule wachsen über 200 000 Fichtensämlinge heran. Schonnach zwei Jahren können die ersten Pflanzen der Aufforstung dienen. Der Samen der Fichtensorten kommt aus den Klenkereien. Als vierjährige, verschulter Pflanzen kommen sie in die Freikultur. Gezogen werden hier auch Erlen, Rotbuchen und Roteichen, um später das gesunde Verhältnis eines Mischwaldes zu erhalten. Die jungen Waldpflanzen aus Steinburg werden in Zukunft die gesamten Waldungen der Irlbacher Forstreviere zu versorgen.
Nach vierzig Jahren findet die erste große Durchforstung statt, Stangen und Faserholz werden gewonnen. Hat der Wald ein Alter von 50 Jahren erreicht, gibt er schwaches Stamm- und Faserholz ab. Erst nach 60 Jahren bildet sich Stammholz. Längst wird das Jahr 2000 vorüber sein, wenn der Hundertjährige Bestand hiebreif ist, meint Förster Petzendorfer. Im nächsten Jahr wird der Platz von Laubholz, das mit Fichten und Tannen untersetzt wird, eingesäumt. Somit hat Steinburg wieder eine neue Sehenswürdigkeit erhalten.
Quelle: Bogener Zeitung, 09.11.1961


Hunderdorf. (Tischtennis) Am Samstag spielt der TTC Hunderdorf gegen den Tabellenführer Fa. Stufler-Straubing. Die Begegnung findet um 18 Uhr im Saale des Gasthauses Deschl in Windberg statt.
Quelle: Bogener Zeitung, 10.11.1961


Hunderdorf. (Vereinsabend der Trachtler) Morgen Samstag findet um 20 Uhr im Gasthaus Baier ein Vereinsabend statt. Es erfolgt eine Aussprache über die Anschaffung einer Volkstracht und über die Veranstaltungen des kommenden Jahres.
Quelle: Bogener Zeitung, 10.11.1961


Eine geschätzte Familie übersiedelte
Steinburg.
Am Wochenende verließ das Ehepaar Hermann und Franziska Riedl die Gemeinde Steinburg, um im Evangelischen Altersheim in Saal bei Kelheim ihren Lebensabend zu verbringen. – Steinburg war der Familie Riedl zur zweiten Heimat geworden. Aus ihrer angestammten Heimat Breslau im Jahre 1945 vertrieben, fanden die Eheleute in Steinburg nach wochenlanger Flucht Unterkunft. Mit Aufgeschlossenheit und Energie gewohnten sich die Eheleute an ihre neue Umgebung. Riedl konnte sich einer großen Wertschätzung innerhalb der Gemeinde erfreuen.
Quelle: Bogener Zeitung, 10.11.1961


Fatima-Feier in Heilig Kreuz
Windberg.
Am Montag ist wieder Fatimafeier in Heilig Kreuz. Nachmittags um 1.30 Uhr ist Prozession von der Pfarrkirche in Windberg nach Heilig Kreuz. Dabei wird wieder der hl. Kreuzweg gebetet. In Heilig Kreuz ist Predigt und Marienfeier. Abends um 7.30 Uhr ist in Heilig Kreuz Abendmesse als Gemeinschaftsmesse mit Predigt, wozu besonders auch die Jugend eingeladen ist.
Quelle: Bogener Zeitung, 11.11.1961


Was erwartet der VdK von der neuen Bundesregierung?
Apoig.
Am Sonntag um 15 Uhr findet im Gasthaus Sandbiller in Apoig die Herbstversammlung des VdK-Ortsverbandes Hunderdorf statt. Hierzu ergeht an alle Mitglieder höfliche Einladung. Tagesordnung: Bericht über die Tätigkeit der Vorstandschaft und die durchgeführten Veranstaltungen; Durchführung einer Faschingsveranstaltung; Ausflug im kommenden Jahr; Finanzlage des Ortsverbandes und Erholungsfürsorge; Aktuelles über die Kriegsopferversorgung und Rentenversicherung; „Was erwartet der VdK vom neuen Bundestag?“; Aussprache, Wünsche und Anträge.
Quelle: Bogener Zeitung, 11.11.1961


Gott, der Herr über Leben und Tod, holte nach längerem, schweren Leiden am Sonntag nachmittag unsere liebe Pflegemutter, Schwiegermutter, unsere liebe gute Oma, Tante und Patin
Frau
Theresia Baumgartner
Landwirtswitwe von Lintach
im Alter von 71 Jahren heim in ein besseres Reich.
Lintach, Bogen, München, Straubing, Furth, Grafenwiesen, 12. Nov. 1961
In tiefer Trauer:
Xaver Winklmeier, Pflegesohn, mit Fam.
Sofie Weber, Pflegetochter, mit Familie
und übrige Verwandtschaft
Gottesdienst und Beerdigung am Mittwoch, 15. November 1961, um 9 Uhr in Hunderdorf.
Quelle: Bogener Zeitung, 14.11.1961


Die Zeit des Buches ist gekommen
Über 300 Bände in der Volksbücherei – Kein „Geschäft“
Hunderdorf.
 Vor fünf Jahren wurde die seit Kriegsende geschlossene Volksbücherei der Gemeinde wieder eröffnet. Wie in allen Büchereien war der Bestand nach dem Ausscheiden der nazistischen Lektüre ziemlich gemindert. Herr Dr. Teichmann, der Leiter der staatlichen Beratungsstelle für Volksbüchereien in Regensburg, setzte sich für die Wiedereröffnung der Bücherei ein und regte die Neuanschaffung von Büchern durch Zuschüsse aus verschiedenen Hilfsprogrammen an. Innerhalb von fünf Jahren konnte die Volksbücherei Hunderdorf um 100 Bände erweitert werden. Dazu kommen Leihbände aus Regensburg.
Während des Jahres ist der Lesehunger der verschiedenen Altersgruppen sehr unterschiedlich. Während die jüngere Generation das ganze Jahr hindurch Bücher ausleiht, mehren sich im Herbst und im Winter die älteren Leser. Konkurrenz erfährt die Volksbücherei durch die privaten Leihbüchereien des Ortes, doch trägt dies schließlich dazu bei, eine größere Bevölkerungsschicht zum Buch zu führen. Die Volksbücherei ist kein gewinnbringendes „Geschäft“. Aber schließlich soll ja nicht der Gemeindehaushalt den Nutzen aus der Bibliothek ziehen. Sondern der Leser. Der Ertrag der Bücherei wird daher wieder zum Ankauf neuer Werke verwendet. – Die Ausleihungen sind an jedem Sonntag von 10 bis 11 Uhr, doch können auch wochentags Bücher bei Lehrer Häusler abgegeben und angefordert werden.
Quelle: Bogener Zeitung, 15.11.1961


Fatimafeier in Hl. Kreuz
Windberg.
Obwohl das Wetter am Sonntagabend sehr zweifelhaft war und in der Nacht zum Montag ein furchtbarer Sturm über die Höhen zog. Fanden sich zur Fatimafeier am Nachmittag wieder zahlreiche Marienverehrer aus der Umgebung und aus weiterer Entfernung in Windberg und Hl. Kreuz ein. Von Straubing kam ein ganzer Omnibus mit Wallfahrern. H. Pater Prior Dr. Michael van der Hagen geleitete die Prozession von der Klosterkirche zur Einsiedelei in Hl. Kreuz. Auf dem Wege wurde der Kreuzweggebetet. In seiner Predigt erklärte P. Prior den Sinn und die Kraft des Rosenkranzgebetes. Es hilft den guten und den verirrten Menschen das Ziel, die ewige Heimat, erreichen. Die Feier endete mit einer sakramentalen Andacht. Am Abend war dann zum Abschluß des Fatimatages eine Gemeinschaftsmesse, die p. Englmar zelebrierte. In Anbetracht der Tatsache, daß sich das Jahr schon zum Winter neigt, haben sich außerordentlich viele Gläubige, einige sogar aus mehrstündiger Entfernung, ein deutliches Zeichen, daß sich die Fatimafeiern in Hl. Kreuz bereits eingebürgert haben.
Quelle: Bogener Zeitung, 15.11.1961


Hunderdorf. (Frau Theresia Baumgartner beerdigt) Gestern wurde die Landwirtswitwe Theresia Baumgartner aus Lintach zur letzten Ruhe gebettet. Seit Jahren war Frau Baumgartner durch ihre Krankheit ans Bett gefesselt. – Geduldig trug sie ihr Leiden. Ihre große Freude waren die Enkelkinder. Der Krieg hatte ihr den einzigen Sohn genommen. Vor drei Jahren verstarb ihr Mann. Ihr gütiges Mutterherz schenkte sie ihrem Pflegsohn und seiner Familie. Für ihn wurde gestern eine Mutter zu Grabe getragen. Viele Trauergäste geleiteten sie auf dem letzten Weg. Auch der VdK war mit einer Abordnung zur Beerdigung erscheinen. H. Geistl. Rat Kiermaier hielt die Grabrede. Er spendete der Verstorbenen die letzten kirchlichen Segnungen.
Quelle: Bogener Zeitung, 16.11.1961


Hunderdorf. (Sängertreffen) Am Samstag macht der Gesangverein Hunderdorf einen Gegenbesuch bei den Sängerfreunden in Degernbach. Ein Omnibus wird um 19.30 Uhr vor der Gastwirtschaft Baier alle aktiven und passiven Mitglieder aufnehmen, die der Einladung folgen wollen.
Quelle: Bogener Zeitung, 17.11.1961


Ein rüstiger 86jähriger
Hunderdorf.
Wenn man sagt, daß ein schicksalsschweres Leben hart und widerstandsfähig macht, dann kann man den heimatvertriebenen Schlesier Hermann Kugler als Beispiel ansehen. Nichts wurde ihm in seinem Leben geschenkt. Bescheidenheit, Anspruchslosigkeit und ein glückliches Zusammenleben mit seiner ebenfalls schon sehr betagten Ehefrau brachten ihm die Kraft, das Schicksal zu ertragen und am Leben noch Freude zu finden. Zu dem seltenen Fest wünschen wir dem Jubilar weiterhin Gesundheit und noch viele Lebensjahre.
Quelle: Bogener Zeitung, 18.11.1961


Die „Postmeisterin“ ist heimgegangen
Fräulein Gabriele Sturm verließ Mitterfels auf ihrer letzten Reise
Mitterfels.
Ohne Übertreibung kann man sagen: es gibt keinen Mitterfelser der heute lebenden Generation, vom Schulkind angefangen bis zu den Hochbetagten, der oder die nicht mit unserer „Postmeisterin“ Fräulein Gabriele Sturm in Kontakt gekommen wäre. Und noch weit darüber hinaus: Der Zustellbereich des Mitterfelser Postamtes umfaßt außer dem weit auseinanderliegenden Dorf 46 Ortschaften und Weiler im Gebiet der politischen Gemeinden Mitterfels und in Teilen der Gemeinden Oberalteich, Gaishausen, Dachsberg, Haselbach und Ascha. Und sie alle, die Bewohner dieser Weiler und Einöden, fanden immer wieder einmal den Weg nach Mitterfels, an den Schalter, wo Fräulein Sturm pflichtgetreu ihres Amtes waltete. Obwohl nicht mehr genau feststellbar – die Akten sind im Umsturzjahr 1945 in Verlust geraten – steht doch fest, daß die Geschichte der Mitterfelser Post bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts zurückreicht.
Am Mittwoch ist  Fräulein Sturm, nach vorausgegangenen wiederholten Krankenhausaufenthalt, von einem heimtückischen Leiden erlöst, in den Frieden Gottes eingegangen. Volle 35 Jahre stand die Verstorbene als verantwortliche Leiterin dem Mitterfelser Postamt vor; zu einer Zeit also, als noch die Postkutsche – leider auch heute der Vergangenheit angehörend – zum Idyll des Dorfes gehörte, in einer Zeit, wo auch bei den Ämtern von einem Achtstundentag noch lange nicht die Rede war. Was wir an Fräulein Sturm immer wieder bewundert und worum wir sie fast beneidet haben, war ihr ruhiges, stets gleichbleibend ausgeglichenes Wesen; sie war geradezu prädestiniert für ein dörfliches Postamt mit einer immer wieder einmal etwas unbeholfenen und manchmal auch etwas schwierigen „Kundschaft“. Wir haben es in all den Jahren, seit wir sie kannten, kaum einmal erlebt, daß sie, soweit es den bayerischen Raum betraf, ein Nachschlagebuch zur Hand nehmen mußte, wenn es eine unvollständige Ortsangabe richtigzustellen oder zu ergänzen gab; da war sie viel zu viel die bis ins Letzte in ihrem Heimatland bewanderte und verwurzelte Bayerin. Und in den komplizierten Rentenangelegenheiten der Neuzeit wußte sie den Unbeholfenen nicht minder mit Rat und Tat an die Hand zu gehen. All ihre Freiheit galt Gottes freier Natur, vor allem aber den Blumen, in deren Pflege Fräulein Sturm geradezu als Expertin im Dorfe galt und womit sie auch all die langen Jahre dem Postamt etwas von der „amtlichen“ Note zu nehmen verstand.
Feierlich, aber auch wehmutsvoll läuteten am Donnerstag gegen 13 Uhr die Glocken der Mitterfelser Pfarrkirche, als die Verewigte in ihre Heimat, Neustadt a. d. Donau, übergeführt wurde, wo sie heute Samstag, an ihrem 61. Geburtstag, die letzte Ruhestätte finden wird.
Quelle: Bogener Zeitung, 18.11.1961


Wer baut wo und was?
Aufstellung der eingereichten Baugesuche
Bogen:
Beim Landrastamt Bogen wurden folgende Baugesuche eingereicht: … Nolte-GmbH., Hunderdorf, Hochspannungsstation-Anbau; Georg Hastreiter, Hunderdorf, Umstellung des Backofens auf Ölfeuerung …
Quelle: Bogener Zeitung, 20.11.1961


Hunderdorf. (Gemeinderatssitzung) Heute findet um 19 Uhr in der Gemeindekanzlei eine Gemeinderatssitzung statt. Die Tagesordnung hat folgende Punkte zu verzeichnen: 1. Beitritt zu einem Wasserleitungszweckverband; 2. Erweiterung des bestehenden Bebauungsplanes; 3. Uebernahme des Weges zu den beantragten Neubauten an der Windberger Straße; 5. Verschiedenes.
Quelle: Bogener Zeitung, 20.11.1961


Gaishausen. (Nicht rechtzeitig den Wassergraben gereinigt) hat ein Landwirt, so daß beim Grundstücksangrenzer durch Rückstauung des Wassers Schaden entstand. Die Polizei schrieb eine Anzeige wegen Übertretung des Wassergesetzes aus.
Quelle: Bogener Zeitung, 21.11.1961


SPD steht zu ihrem Regierungsprogramm
Hunderdorfer SPD-Mitarbeiter haben zum Wahlerfolg beigetragen
Hunderdorf.
Das am 28. April verkündete Regierungsprogramm der SPD habe nach wie vor Gültigkeit, erklärte Kreisrat und SPD-Unterbezirksvorsitzender Hans Hofmarksrichter in einer Mitgliederversammlung im Gasthaus Sandbiller. Gemeinderat Fritz Schmettlach hob nach der Begrüßung die Verdienste der Hunderdorfer Mitarbeiter hervor, an der Spitze Gemeinderat und Organisationsleiter X. Aumer, die wesentlich zu dem positiven Wahlergebnis für die SPD beitrugen. Es konnten gegenüber der Bundestagswahl des Jahres 57 108 Wähler mehr gewonnen werden, was einer Zunahme von 12 Prozent auf 29,8 Prozent gleichkomme. Hunderdorf habe sich somit auch bei der Bundestagswahl als Hochburg der SPD erwiesen.
In weiteren Ausführungen befaßte sich Hofmarksrichter mit dem SPD-Regierungsprogramm, besonders mit der Lohnsteuer. Wenn ab 1. Januar die Lohnsteuerfreigrenze nicht auf 2400 DM jährlich erhöht werden könne, so sei dies Schuld eines Teils der Arbeitnehmerschaft und der Unselbständigen, die aus irgendwelchen Gründen der SPD nicht das Vertrauen schenken konnten. Durch diese Erhöhung der Lohnsteuerfreigrenze wollte die SPD erreichen, daß der gesamten Arbeitnehmerschaft, ohne Lohnerhöhung; ein zusätzliches Einkommen von jährlich 2540 DM zukomme. Höheres Einkommen für Arbeitnehmer durch Steuersenkung statt Lohnerhöhung, sei das Hauptargument der SPD gewesen; viele hätten das nicht erkannt. Als ein steuertechnisches Unding bezeichnete es Hofmarksrichter, daß man die Steuervergünstigungen von Arbeitnehmern streiche, wenn deren Kinder ein gewisses Alter erreicht hätten.
Die SPD sei seit Jahren für eine Steuerreform zu Gunsten der unteren Schichten eingetreten. Die Forderung der SPD auf Einführung eines Mindestgrenze von monatlich 225 DM für ein Ehepaar von 150 DM für eine Witwe, sei ebenfalls von der Arbeitnehmerschaft nicht in vollem Umfange erkannt worden. Drei Wochen Urlaub ab 1963 und vier Wochen ab 1965 für die gesamte Arbeitnehmerschaft sei ein weiteres Anliegen der SPD, dem in den nächsten vier Jahren besonderes Augenmerk geschenkt werden müsse. Nach eingehender Diskussion konnte Hofmarksrichter noch bekanntgeben, daß am Samstag um 15 Uhr in Hunderdorf im Gasthaus Sandbiller eine Kreiskonferenz der SPD stattfinde, zu der auch Bundestagsabgeordneter Walter Fritsch – Deggendorf erscheinen werde.
Quelle: Bogener Zeitung, 21.11.1961


Kinder sparten 1131 DM
Hunderdorf.
Bei der letzten Sparkassenleerung war ein leichter Rückgang der Schulsparer festzustellen. Während es bei der letzten Entleerung noch fast 50 Prozent aller Schulkinder waren, die eine Sparbüchse hatten, waren es diesmal nur noch 46 Prozent oder 128 Kinder. Auch der Durchschnittsbetrag ging um mehr als 50 Pfennig zurück. Vielleicht war der Eiskonsum in den heißen Spätsommerwochen schuld an diesem Rückgang.
Quelle: Bogener Zeitung, 22.11.1961


Hunderdorf. (Gefallenen-Ehrung) Nach einem Libera am Kriegerdenkmal werden am kommenden Sonntag die Gemeindevertreter aus Hunderdorf, Steinburg und Gaishausen der Gefallenen beider Weltkriege gedenken. Die Bevölkerung wird zu dieser Feierstunde eingeladen.
Quelle: Bogener Zeitung, 22.11.1961


Nach Gottes hl. Willen verscheid heute früh ½ 3 Uhr unsere geliebte Mutter, Schweigermutter, Großmutter, Schwester, Tante und Patin
Frau Kreszenz Edbauer
Landwirtswitwe von Meidendorf
nach kurzer Krankheit und Empfang der hl. Sterbesakramente im Alter von 83 Jahren.
Meidendorf. Staudach, Windberg, Weinberg, Degernbach, 21. 11. 1961
Der tieftrauernde Sohn
Anton Edbauer mit Familie
Josef Edbauer,Enkel
Katharina Lobmeier, Pflegetochter
und übrige Verwandte
Beerdigung am Donnerstag, 23. 11. 1961, vormittags 9.30 Uhr vom Leichenhaus in Windberg aus, anschließend Trauergottesdienst.
Quelle: Bogener Zeitung, 22.11.1961


Hunderdorfer Bebauungsplan wird erweitert
Wasser-Zweckverband wieder aktuell – Arbeiten zum Anschluß des Tiefbrunnens beginnen
Hunderdorf.
Fast, so schien es bei der Gemeinderatssitzung am Montagabend, werden die Probleme, die wegen der Entwicklung des Ortes auf die Gemeinde zukommen, den Gemeindevätern über den Kopf wachsen. Die Bautätigkeit im letzten Jahr war wieder überaus groß und viele Bauwillige warten nicht nur auf das kommende Frühjahr, sondern auch auf die Baugenehmigungen. Diese aber können in verschiedenen Fällen vom Kreisbauamt nicht mehr gegeben werden, da die nötigen Voraussetzungen wie Straße und Kanalisation fehlen. Dieser Zustand mußte in Hunderdorf unvermeidlich kommen, hat doch an mehreren Stellen gleichzeitig eine Bautätigkeit eingesetzt, die diese Voraussetzungen entbehrten. Allein die Hochfeld-Siedlung hat nunmehr eine Straße, doch in Starzenberg, gegenüber dem Bahnhof, an der Windberger Straße udnnun auch auf dem Gemeindegrundstück hinter der Sieldung der Baugenossenschaft fehlt in erster Linie ein Zufahrtsweg. Die Gemeinde befindet sich hier in einem Dilemma: einerseits will sie die Baulust nicht unterbinden und kann den Bauwilligen auch keinen Auftrag gegen an einem bestimmten Siedlungsgebiet allein zu bauen, andererseits ist es ihr auch kaum möglich, gleichzeitig an verschiedenen Stellen  des Ortes Baugelände zu erschließen, wenn dort zur Zeit nur einige ihr Wohnhaus erstellen und daher nur unausreichende Erschließungsgebühren für den notwendigen Straßen- und Kanalisationsbau eingehen. Im weiteren ist die dringend erforderliche Gesamtkanalisation und eine Kläranlage eine unvermeidbare Folge, ja Voraussetzung für eine weitere Siedlungstätigkeit überhaupt. Zunächst hat sich die Gemeinde entschlossen, den bisher bestehenden Bebauungsplan so zu erweitern, daß auch das Gelände an der Windberger Straße und zwischen der Bäckerei Schmidbauer und der Genossenschaftssiedlung in die Planung einbezogen wird. Der Auftrag wird bereits in den nächsten Tagen an einen Architekten vergeben.
Der vieldiskutierte und am Ende zurückgestellte Wasserzweckverband war auch einmal wieder Mittelpunkt einer längeren Aussprache. Im Frühjahr dieses Jahres war die Gründung des Verbandes an der Weigerung der Gemeinde Steinburg und Mitterfels gescheitert. Die Gründe hierfür waren das Einbringen des gesamten Vermögens dieser einzelnen Wasserverbände in den Zweckverband und dadurch auch die damit verbundenen zum Teil erheblichen Überschüsse aus den Wassergeldern, die stärkere Belastung durch ein höheres Wassergeld und die Hoffnung auf weitere Quellenerschließungen, um den Wasserbedarf auch in den Sommermonaten decken zu können. In Mitterfels haben sich diese Hoffnungen auf zusätzliche gute Quellen zerschlagen und man sieht sich dort daher auch genötigt, anderweitig Wasser zu beschaffen. Auch Haselbachbenötigt mehr Wasser und daher wird sich wohl für diese Gemeinden in nächster Zukunft der Anschluß an das Hunderdorfer Netz als unumgänglich erweisen. So wie Hunderdorf einstweilen einen Anschluß an den Tiefbrunnen durchführt und diese Kosten einstweilen durch ein Darlehen decken muß, wird wohl auch im kommenden Frühjahr durch die Gemeinde Mitterfels und Haselbach ein Anschluß an den Tiefbrunnen Hunderdorf erfolgen müssen. Wenn hier, wie in Hunderdorf, auch einstweilen die Gelder durch ein Darlehen beschafft werden müssen, so würden diese nach Gründung des Zweckverbandes in die gemeinsame Finanzierung der gesamten Wasserversorgung eingeplant werden. Es ist verständlich, daß ein solcher Zweckverband auch beim Landesamt für Wasserversorgung mehr Anklang findet, da ja hier, Tiefbrunnen und Pumpwerk sowie Aufbereitungsanlage eingeschlossen, ein solches Projekt für mehrere Gemeinden relativ billiger kommt, als der Ausbau dieser Anlage für einen Ort. Man darf schließlich nicht vergessen, daß in den Zeiten, wo die Quellen ausreichen, und diese werden ja auch später in diesem Verband bleiben, der Tiefbrunnen und die Anlage nicht in Betrieb genommen werden. Ausschlaggebend sind ja hier nur die Sommermonate, wo die Quellschüttungen gering sind und den Wasserbedarf in diesen Gemeinden nicht mehr aufbringen können. Die Gemeinde Hunderdorf ist daher bereit, einem solchen Wasserverband beizutreten, wenn Mitterfels und Haselbach denselben Beschluß fassen.
Die Notwendigkeit der baldigen Gründung eines solchen Verbandes zeigte sich auch bei den gegenwärtig vorbereitenden Arbeiten in Hunderdorf. Wenn hier schon in den nächsten Tagen die Rohre vom Tiefbrunnen bis zum Ortsnetz gelegt werden, so muß schon auf der ersten Strecke eine Leitung gelegt werden, die groß genug ist, daß man auch später den Hauptstrang nach Mitterfels anschließen kann.
Quelle: Bogener Zeitung, 23.11.1961


Zoo in der Schule
Hunderdorf.
Einen Anschauungsunterricht am lebenden Objekt erhielten die Kinder der hiesigen Schule, als der „rollende Zoo“ seine seltenen Tiere zeigte. Die drei Meter lange Riesenschlange, der fliegende Fuchs mit einer Flügelspannweite von 1,2 m, die junge Wildkatze aus Jugoslawien, der zutrauliche Baumstachler und ein kleiner Panther wurden viel bestaunt. Ein quicklebendiger Affe sorgte als Possenreißer für die Unterhaltung der Kleinen und ein Pardelroller sowie ein noch ungezähmter Moholi-Galago waren Vertreter südamerikanischer Baumbewohner.
Quelle: Bogener Zeitung, 24.11.1961


Wer baut wo und was?
Aufstellung der eingereichten Baugesuche
Bogen:
 Beim Landratsamt Bogen sind nachstehende Baugesuche eingereicht worden: … Firma Nolte G. m. b. H., Hunderdorf, Neubau einer Spanplatten-Kreibaumanlage …
Quelle: Bogener Zeitung, 25.11.1961


Fahre rechts, die Straße wird breiter
Steinburg.
Ein junger Isetta-Fahrer fuhr auf der Staatsstraße 2147 bei Steinburg in einer Kurve so weit auf die linke Straßenseite, daß ein entgegenkommender PKW in den Graben gedrängt wurde. Anzeige erfolgte.
Quelle: Bogener Zeitung, 27.11.1961


Ein Millionenheer von Toten mahnt zum Frieden
Libera und Krenzniederlegung am Kriegerdenkmal
Hunderdorf.
Zu einer Gedenkstunde für die Toten beider Weltkriege hatten sich am Sonntag nach dem Hauptgottesdienst die Gemeindevertreter von Hunderdorf, Steinburg und Gaishausen, der Kreisgeschäftsführer des VdK; Unger, Abordnungen der Feuerwehren Hunderdorf, Steinburg, Au und Gaishausen, sowie viele Einwohner der Gemeinde vor dem Ehrenmal der Gefallenen eingefunden. Nach einem Libera durch H. Pater Wolfgang gedachte Unger in seiner Ansprache der Toten und Vermißten beider Weltkriege. Ihr Tod und ihr Opfer bedeute für die Hinterbliebenen die Verpflichtung, den Frieden zu wahren. Das unendliche Leid, das durch die Kriege über unser Volk gekommen ist, das Millionenheer der Toten verlangt nicht nach Gedanken der Revanche und der Vergeltung; es fordert unser Opfer zur Erhaltung des Friedens. Ungleich gewaltiger noch als in der Vergangenheit wäre die Furie eines kommenden Krieges und unermeßlich die Not und das Elend dieser Welt. Möge daher auch allen Verantwortlichen dieser Welt das Gewissen schlagen und ihnen die Erkenntnis werden, daß nicht der Tod und Vernichtung den Weg der Menschheitsgeschichte begleiten dürfen.
Nach der Kranzniederlegung durch den VdK-Ortsverband Hunderdorf/Steinburg, die Bürgermeister Reiner, Berger und Gall senkten sich die Fahnen der beteiligten Vereine und die Kapelle Bugl intonierte die Weise vom „Guten Kameraden“. Der Kirchenchor und die Liedertafel wirkten bei der Gestaltung der Feier mit.
Quelle: Bogener Zeitung, 28.11.1961


SPD wird ihren Weg konsequent fortsetzen
Kreiskonferenz der SPD des Landkreises Bogen – Organisationsausschuß gebildet
Hunderdorf.
Kreisräte, Stadt- und Gemeinderäte der SPD des Landkreises Bogen sowie die Vorsitzenden und Delegierten der SPD-Ortsvereine waren zur Kreiskonferenz erschienen, zu der Unterbezirksvorsitzender und Kreisrat Hans Hofmarksrichter für den Samstag nachmittag ins Gasthaus Sandbiller in Hunderdorf eingeladen hatte. Unter den Anwesenden waren auch Bürgermeister Karl Reiner – Hunderdorf und Stadtrat Otto Wittmann – Straubing.
Hofmarksrichter unterzog das Gesamtwahlergebnis einer Prüfung und konnte dabei feststellen, daß die SPD rund 2 Millionen Wähler gewann und zusammen mit den Berliner Abgeordneten die stärkste Fraktion im Bundestag darstellt. Die im Regierungsprogramm des Kanzlerkandidaten Willy Brandt zusammengefaßte Ziele einer sozialdemokratisch geführten Regierung würden als Forderungen der SPD im vierten Bundestag die Grundlagen einer Opposition darstellen. Die Arbeitnehmerschaft werde dabei anschaulich die Erfahrung machen, daß ihre einzige und große Stütze die SPD als große soziale Volkspartei sei. Sie werde auch dann weniger als bisher dem Stimmfangmanöver anderer Parteien aufsitzen und sich auch allen Verwirrungs- und Zersetzungsabsichten der Kommunisten wiedersetzen.
Stadtrat Otto Wittmann führte aus, daß die SPD den von ihr eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen werde. Alle Spekulationen, die darauf hinauslaufen, sie in „innere Krisen“ zu drängen, würden daran scheitern, daß die SPD von dem soliden Fundament der 11,5 Millionen Wählerstimmen des vierten Bundestages als Ausgangsbasis über die Landesparlamente, zu den Gemeindevertretungen bis hinein in die Bevölkerung eine Operationsbasis habe, die es ihr erlaube, in wachsendem Maße Einfluß auf das tatsächliche Geschehen zu nehmen. Mit greifbaren Zielen vor Augen werde der weitere Kampf auf breiterer Grundlage leichter geführt werden können, als es in den früheren Stadien möglich gewesen war. Jeder könne sich selbst ausrechnen, was erreichbar sei, wenn er fernerhin nicht mehr zuwarte, sondern mitziehe.
Kreisrat Walter Ueckermann widmete der Mitarbeiterfrage im Landkreis für die SPD großen Raum. Es gelte, sich freizumachen von der Vorstellung, daß nur eine gewisse Schicht dazu prädestiniert sei, die Geschicke eines Landkreises zu leiten. Er vertrat die Auffassung, daß eine freie und offene Kritik an allen politischen Gegnern und durch alle politischen Parteien kein Unglück für die Demokratie darstelle.
Die Konferenz war weiter ausgefüllt mit der Bildung eines Organisationsausschusses, dem Kreisrat Diplom-Braumeister Walter Ueckermann als Vorsitzender vorsteht. Im stehen zur Seite Gemeinderat Xaver Aumer – Hunderdorf, Stadt- und Kreisrat Amtmann Georg Well – Bogen, Betriebsratsvorsitzender Ludwig Kapfenberger – Hunderdorf, Gemeinderat Josef Baumgartner – Konzell und Gemeinderat Matthias Krauskopf – Schwarzach.
Vorsitzender Hofmarksrichter sprach noch über die Vorbereitungen zur Landtagswahl und sprach allen Mitarbeitern Dank und Anerkennung aus für die Mitarbeit im Bundestagswahlkampf.
Quelle: Bogener Zeitung, 28.11.1961


Arbeiterwohlfahrt beschert Altbürger
Hunderdorf.
In der letzten Vorstandssitzung beschloß der Ausschuß der AW Hunderdorf, eine Weihnachtsbescherung unterstützungsbedürftiger Altbürger durchzuführen. Neben einem Mittagessen und einem Nachmittagskaffee sollten die ältesten Einwohner der Gemeinde auch Weihnachtsgebäck erhalten. Auch an den Bund der Kinderreichen will die AW einen Zuschuß für die Weihnachtsbescherung geben. Die Mittel für die Bescherung stammen aus den Spenden der Landessammlung und aus sonstigen Spenden. Als Termin für die Weihnachtsfeier für die Altbürger ist der 17. Dezember vorgesehen. Sie findet im Cafe´ Weinzierl statt.
Quelle: Bogener Zeitung, 29.11.1961


Fatimafeiern auch im Winter
Heilig Kreuz.
Auf vielseitigen Wunsch sollen die Fatimafeiern in Heilig Kreuz auch im Winter stattfinden. Die Patres von Windberg sind bei genügender Beteiligung gerne bereit, Predigten und Andachten zu halten. Die Muttergottes von Fatima sagte zu den Kindern, die Menschen sollten sich bekehren und Buße tun. Das wolle man auch im kleinen Bereich der Einsiedelei Heilig Kreuz so handhaben. Man habe für die Eltern, die Angehörigen und auch sonst für die Mitmenschen zu beten und wolle in diese Gebete auch die geknechteten Schwestern und Brüder im Osten mit einschließen. Es sei erbaulich, welch großes Vertrauen die Menschen oft mit nach Heilig Kreuz bringen. Straubinger Besucher und solche aus der Umgebung, die den Omnibus Laschinger benutzen, werden gebeten, sich zuvor bei deisem Omnibusunternehmen anzumelden. Es ist vorgekommen, daß 30 Fahrgäste Heilig Kreuz besuchen wollten, obwohl nur acht Anmeldungen vorlagen, so daß man die Fahrt schon absagen wollte.
Quelle: Bogener Zeitung, 29.11.1961


Neuer Ortsobmann wird gewählt
Hunderdorf.
Am Sonntag findet um 15 Uhr in der Gastwirtschaft Edbauer eine Versammlung des Bauernverbandes statt, in der Wimmer-Mariaposching zur Altersversorgung der Landwirte und zur Vermögensabgabe sprechen wird. Anschließend findet die Wahl eines neuen Ortsobmannes für Hunderdorf statt.
Quelle: Bogener Zeitung, 01.12.1961


Vom Standesamt Bogen
Geburten, Trauungen und Todesfälle im Novbr.
Bogen.
Das Standesamt Bogen verzeichnete im November 16 Geburten, 3 Eheschließungen und neun Todesfälle. – Geburten: … Johann Häusler – Hofdorf, Gde. Hunderdorf ; Roswitha Bruckmüller – Windberg; Therese Paukner – Hunderdorf; Anna Elisabeth Schroll – Stetten, Gde. Hunderdorf … Maximilian Höcherl – Grub, Gde. Gaishausen … Todesfälle: … Therese Paukner – Hunderdorf, 1 Tag; Angelika Högerle – Eglsee, Gde. Hunderdorf, 6 Monate …
Quelle: Bogener Zeitung, 05.12.1961


Kommt der Zweckverband zustande?
Hunderdorf.
Heute findet um 15 Uhr im Gasthaus Sandbiller eine Zusammenkunft der Gemeindevertretungen von Hunderdorf, Mitterfels und Haselbach statt, auf der erneut die Gründung eines Wasserzweckverbandes behandelt wird. Landrat Hafner und zuständige Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes werden ebenfalls anwesend sein. Mit einer Gründung des Verbandes darf gerechnet werden.
Quelle: Bogener Zeitung, 06.12.1961


Anschlußleitung zum Tiefbrunnen fast fertig
Ca. 1000 Meter Rohrleitung in Rekordzeit verlegt
Hunderdorf.
Knapp 14 Tage sind vergangen, seit die Firma Riepl (Regensburg) mit der Verlegung der Rohrleitung vom Tiefbrunnen zur Ortsleitung begonnen hat. Rund 400 Meter bis zur Wegkreuzung Lindfelder Straße – Hofdorfer Weg wurden mit Gußrohren von 200 mm Stärke versehen, während die übrigen 600 Meter zum Ortsstrang in der Nähe des Bahnhofs mit 150 mm starken Rohren ausgestattet wurden. Ein Löffelbagger der Firma hebt täglich rund 50 Meter aus. Im Anschluß daran werden sofort die schweren Gußrohre verlegt. Bis Weihnachten soll die Arbeit vollendet sein. Schwierig wird noch der Durchstich unter der Bahnlinie und die Unterquerung der Hauptstraße. Vom Tiefbrunnen ab hat man die ersten 400 Meter vorsorglich mit 200-mm-Rohren ausgestattet, damit man hier die Leitung nach Mitterfels anschließen kann, vorausgesetzt, daß der Wasserzweckverband zustande kommt.
Quelle: Bogener Zeitung, 06.12.1961


Windberg. (Versammlung) Am Freitag um 15 Uhr findet im Gasthaus Hilmer in Irenzfelden eine Aufklärungsversammlung des Bauernverbandes und die Neuwahl des Ortsobmanns statt. Die Bevölkerung ist dazu freundlich eingeladen.
Quelle: Bogener Zeitung, 07.12.1961 


Nach Gottes hl. Willen verschied am Dienstagabend unser lieber Vater, unser herzensguter Opa, Urgroßvater, Bruder und Onkel
Herr Max Köderl
im Alter von 86 Jahren selig im Herrn.
Hunderdorf, Straubing, Augsburg, den 6. Dezember 1961
Die tieftrauernden Hinterbliebenen
Gottesdienst und Beerdigung am Freitag, den 8. Dezember 1961, um 9.30 Uhr in Hunderdorf.
Quelle: Bogener Zeitung, 07.12.1961


Wer baut wo und was?
Bogen:
 Beim Landratsamt Bogen sind nachstehende Baugesuche eingereicht worden: … Bornschlegl Johann, Hofdorf, Gde. Hunderdorf, Neubau einer Stallung …
Quelle: Bogener Zeitung, 09.12.1961


Auch Kameradschaftspflege ist Rotkreuzdienst
Gelungene Nikolausfeier bei der Rotkreuzgruppe
Steinburg.
Die Rotkreuzgemeinschaft versammelte sich in der Brauerei Berger zu einem gemütlichen, familiären Kameradschaftsabend. Selbstverständlich durfte auch St. Nikolaus nicht fehlen. Gruppenführer Schröter durfte als Ehrengäste den Kreisgeschäftsführer Rudi Nowak, den jetzigen Gruppenbetreuer, Kolonnenführer Ludwig Niedermeier, Hunderdorf und den Ausbildungsleiter des RK-Kreisverbandes Rupert Niedermeier, Bogen, begrüßen. Der Nikolaus wußte so manches über die Helferinnen und Helfer zu erzählen. Aber das Gute überwog das weniger Schöne bei weitem, dementsprechend fiel auch die Bescherung aus. Nachdem sich St. Nikolaus verabschiedet hatte, dankte Bürgermeister Alfons Berger den Mitgliedern der Rotkreuzgruppe. Er lobte ihren großen Eifer im Dienste einer guten Sache und versprach, die Hilfe der Gemeinde im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten. R. Niedermeier zeigte zum Abschluß drei aufschlußreiche filme aus der Arbeit des Roten Kreuzes in Deutschland und in aller Welt.
Quelle: Bogener Zeitung, 09.12.1961


Max Köderl beerdigt
Hunderdorf.
Am Freitag wurde der Rentner Max Köderl zur letzten Ruhe gebettet. Seinem Leben, das 86 Jahre währte, war der Stempel der Arbeit und Entsagung aufgedrückt. Schon mit 12 Jahren lernte er die schwere Arbeit in den Tongruben und später in der Ziegelei kennen. Fast 50 Jahre führte er mit seiner Frau eine geborene Winter aus Steinburg eine gute Ehe. Der 1. Weltkrieg brachte ihm neben einer Verwundung auch ein schwee Gasvergiftung. 1953 kam er um sein Augenlicht, doch trug er dieses Schicksal mit Geduld und Demut. Erst die letzten Monate seines Lebens mußte der rührige Mann infolge seiner Altersschwäche im Bett verbringen, bis ihn am Dienstag der Herr zu sich nahm.
Quelle: Bogener Zeitung, 09.12.1961


Tiefbrunnen für Trinkwasserversorgung
Mitterfels und Haselbach erklären Beitritt zum Wasserzweckverband – Drei Millionen für Verbandanlage
Hunderdorf.
Nach mehreren erfolglosen Versuchen am Mittwoch in Hunderdorf von dem Gemeinden Hunderdorf. Mitterfels und Haselbach der Zusammenschluß zu einem Wasserzweckverband befürwortet. Dieser Plan wurde bereits im Januar dieses Jahres gefaßt, aber die Hoffnung der Mitterfelser auf zusätzliche Quellwasserbeschaffung ließen den Zweckverband bisher scheitern. Heute weiß man, daß nach einer erfolglosen Bohrung in Mitterfels für die Gemeinde und auch für Haselbach die einzige Möglichkeit einer zukunftssicheren Trinkwasserversorgung im Anschluß an einen Tiefbrunnen besteht. Die Projektierte Anlage wird nach vorläufigen Schätzungen auf rund drei Millionen Mark kommen. Den Wasserabnehmer innerhalb dieses Zweckverbandes aber wird die nicht mehr belasten, als der ausreichende Ausbau – und das ist in Mitterfels und Haselbach nicht einmal möglich – der eigenen Wasserversorgung.
Mit Spannung wurde die 3. Versammlung erwartet, auf der die Gründung des Wasserzweckverbandes endgültig beschlossen werden sollte. Landrat Hafner konnte dazu im Gasthaus Sandbiller Dipl. Ing. Stohr und Dipl. Geologen Dr. Söllner vom Landesamt für Wasserversorgung, Oberbaurat Füßl vom Wasserwirtschaftsamt Deggendorf, ORR Dr. Osthelder, sowie die Bürgermeister von Mitterfels, Oberalteich, Haselbach und Hunderdorf begrüßen. Landrat Hafner schilderte kurz die Situation des Kreises in der Wasserversorgung, die durch Quellwasser allein nichtmehr gedeckt werden kann. Das Ziel der Bestrebungen müsse eine Wasserbeschaffung auf lange Sicht sein. Aus finanziellen Gründen ist es heute nicht mehr vertretbar, örtliche Wasseranlagen zu schaffen, die schon in kurzer Zeit nicht mehr den Bedarf decken können. Die Wasserversorgung ist gegenwärtig eine der notwendigen Voraussetzungen für die wirtschaftliche Entwicklung des Landkreises hinsichtlich der Industrialisierung und des Fremdenverkehrs. Neben den natürlichen Quellschüttungen muß in Zeiten des Spitzenbedarfes das Wasser aus dem Tiefbrunnen die fehlende Wassermenge ersetzen. Daher sollen die Gemeinden durch eine Ringleitung verbunden werden. Der Zweckverband wird das bisherige Vermögen der Gemeinden hinsichtlich ihrer Wasseranlagen aufnehmen und zukünftig von einem gemeinsamen Vorstand der beteiligten Gemeinde verwaltet.
Dipl. Ing. Stohr vom Landesamt für Wasserversorgung wies darauf hin, daß die überwiegenden Versorgungsanlagen des Kreises auf Quellschüttungen aufgebaut sind. Das bedingt, daß im Frühjahr genügend Wasser da ist, im Herbst jedoch Wassermangel eintritt. In Mitterfels hat man bei den Quellen in Pfarrerberg im Mai noch sechs l-sec gemessen, im Dezember jedoch nur mehr 1,6 l-sec. Diese Schüttung ist nichtmehr ausbauwert. Man versuchte auch Oberflächenwasser aufzubereiten, doch auch dieser Plan ließ sich nicht durchführen. Sogar ein Brunnen wurde gebohrt, der aber ebenfalls eine zu geringe Schüttung ergab. Mit all diesen Bemühungen, unter denen die Tiefbohrung eine erhebliche Summe verschlang, wollte man die eigene Versorgung sichern und dem Zweckverband ausweichen. Nun muß man aber einsehen, daß es für Mitterfels keine andere Lösung gibt als den Wasserbezug aus Hunderdorf. Man hätte hier Zeit und Geld sparen können, wenn man bereist im Frühjahr dieses Jahres dem Verbundnetz zugestimmt hätte. Als Geologe schilderte Dr. Söllner den für Hunderdorf günstigen Umstand, daß hier von der Donau her eine nach Norden reichende Bucht aus tertiären Sanden und Tonen vorhanden ist, in deren Schichten sich Wasser befindet. Diese Bucht, die im wesentlichen dem Bogenbachtal über Bärndorf, Hunderdorf und Gaishausen folgt, bildet im ganzen Bayerwald eine der wenigen Ausnahmen und man darf diese Tatsache als einen glücklichen Umstand für Hunderdorf ansehen. Eine abschließende Lehmschicht gibt diesen ca. 60 bis 60 m tiefen Sedimentgesteinen auch nach oben hin ausgezeichnete Verhältnisse, da sie die Sande und Tone von jeder Oberflächenverunreinigung abschließen. Allerdings kann es dazu kommen, daß noch ein oder zwei weitere Tiefbrunnen gebaut werden müssen, da man bei der Schüttung von 8 l-sec des jetzigen Tiefbrunnens diese bei voller Auslastung des geplanten Verbundnetzes den ganzen Tag über beanspruchen müßte. Da man aber dadurch eine Verunreinigung des Wassers durch den starken Sog der Pumpe befürchtet und man außerdem die Pumpe nur mit billigem Nachtstrom betreiben will, wird es notwendig sein, noch einen weiteren oder sogar 3 Tiefbrunnen zu errichten. Eine endgültige Entscheidung kann jedoch erst nur nach einer weiteren Bohrung getroffen werden. Herr Stohr gab sodann ein Schätzung des Spitzentagesbedarfes an, der für Mitterfels und Haselbach auf ca. 420 cbm, Bei Hunderdorf und Hofdorf auf 320 cbm, bei Steinburg auf 90 cbm und Gaishausen, sowie Teile der Gemeinde Oberalteich auf 120 cbm geschätzt wird. Dazu ist unbedingt eine Schüttung von 10 l-sec. Notwendig. Damit ergibt sich die Notwendigkeit weiterer Brunnenbohrungen. Diese müssen allerdings vorfinanziert werden und können erst nach der Schüttungsfeststellung ins G esamtprojekt eingeplant werden. Wegen der starken Eisenhaltigkeit und der Sauerstoffarmut ist der Bau einer Aufbereitungsanlage erforderlich. Im weiteren muß zwischen Hunderdorf und Hoch ein Behälter mit einem Fassungsvermögen von 350 cbm entstehen, von dem aus ein Pumpwerk das Wasser nach Mitterfels hochdrückt. Der Mitterfelser Behälter muß auf 400 cbm erweitert werden.
Selbstverständlich kann es sich bei den Kosten, wie sie Herr Stohr ausführte, nur um eine grobe Schätzung des Projektes handeln: 3 Tiefbrunnen kosten 210 000 DM, Stromzuführung 150 000 DM, Hauptpumpwerk mit Enteisungsanlage 200 000 DM, Maschinenanlage im Haupt- und Hochpumpwerk 100 000 DM, Hochbehälter Hoch 150 000 DM, Hochbehälter Mitterfels 100 000 DM, ca. 32,5 km Rohrleitungen 1 625 000 DM, Entwurf- und Oberbauleitungsgebühren 50 000 DM, neue Anschlußleitungen 250 000 DM und einen Rückhalt von 140 000 DM. Damit ist mit einem Betrag von 3 Millionen Mark zu rechnen.
Die Finanzierung dieser Riesensumme dürfte wie folgt geschehen: Zunächst haben die beteiligten Gemeinden Eigenmittel aufzubringen, die sich aus den durch den Ausbau des Versorgungsnetzes ergebenden Neuanschlüssen errechnen. Die Neuanschließer werden dadurch mit 1 100 DM belastet, während die Altanschließer ebenfalls noch mit einem Betrag von ca. 300 DM rechnen müssen. Abweichungen von diesen Summen sind jedoch möglich. Außerdem muß ein Darlehen aufgenommen werden, das jedoch nur aus dem tatsächlich eingenommenen Wassergeld amortisiert werden kann. Da sich das Wassergeld etwa pro cbm auf 55 Pfennige berechnen lässt – die Grundgebühr fällt dabei ganz weg – dürfte etwa die Hälfte aus diesen Einnahmen für Wartung, Erneuerung und Rücklagen verwendet, die zweite Hälfte zur Verzinsung und Tilgung des Darlehens aufgebracht werden. Die Höhe der Eigenmittel und der Darlehen läßt sich nach grober Schätzung mit 1 – 1,3 Mill. DM angeben. Die Restsumme von nahezu 1,6 Millionen DM müßte durch Staatszuschuß aufgebracht werden. Daus ergibt sich, daß durch die Bildung des Zweckverbandes den beteiligen Gemeinden keine Nebenausgaben aus dem Steueraufkommen erwachsen und praktisch die gesamte Wasserversorgung durch die Anschlußgebühren und Wassergelder aufgebaut und erhalten werden kann. Es wird aber keine Nebeneinnahme aus den Wassergeldern mehr geben, die man bis jetzt noch immer gut gebrauchen konnte und unbedingt erhalten wollte.
Trotz der großen Kosten wird die Verbundanlage relativ billiger kommen, als ein Ausbau der Einzelversorgungsanlage. Ein hauptamtlicher Wasserwart, der mit Reparaturen und Anschlüssen betraut wird, muß der gesamten Anlage zugebilligt werden.
Oberbaurat Füßl vom Wasserwirtschaftsamt Deggendorf betonte nachdrücklich die Notwendigkeit einer großräumigen Anlage. Als letzte Möglichkeit müsse man sich die Wasserbeschaffung von Bogen her im Auge behalten, wenn wider Erwarten die neu zu bohrenden Brunnen in Hunderdorf nicht fündig genug sind. Allerdings würden sich dabei die Betriebskosten pro cbm Wasser von Bogennach Mitterfels auf ca. 40 Pfennig stellen. Damit käme das „Bogener Wasser“ ziemlich teuer. Auch im Hinblick auf das Bundeseuchengesetz ist die Wasserbeschaffung aus den Tiefbrunnen nur zu begrüßen, da man damit rechnen muß, daß nach einer gesundheitspolizeilichen Überprüfung manches Wasser nicht mehr den Anforderungen genügen dürfte.
Bei der folgenden Diskussion wurde eine Anfrage von Bürgermeister Hafner dahingehend beantwortet, daß der kommende Zweckverband nicht nur das Vermögen der bisherigen Wasseranlagen übernimmt, sondern auch die bestehenden Schulden bei diesen gemeindlichen Wasserverbänden übernommen werden. Bürgermeister Madl gab zu bedenken, daß die Anschlußgebühren mit 300 DM für Altanschließer zu hoch liegen, da diese bereits früher mit ihren Anschlußgebühren den Bau und Erhalt der Wasserleitungen finanzierten. Für Hunderdorf sprach sich 2. Bürgermeister Härtenberger für eine sofortige Einbeziehung der Wasserversorgung von Eglsee in den 1. Bauabschnitt aus, da hier unerträgliche Bedingungen herrschen und von der Gesundheitsbehörde bereits öfter Aufforderungen zur Abhilfe erfolgten. Im weiteren ist zu bedenken, daß bisher Hunderdorf allein bereits finanzielle Aufwendungen für den kommenden Zweckverband durch den Bau des Tiefbrunnens und der Hauptanschlußleitung hatte, daß aber bei Gründung des Zweckverbandes befürchtet werden muß, daß durch das Stimmenverhältnis des Vorstandes die dringlichsten Maßnahmen in Hunderdorf durch den größeren Stimmenanteil aus Mitterfels und Haselbach zuerst die Leitung nach Mitterfels und damit zwangsweise der Hochbehälter gebaut werden muß. Eine gütliche Einigung stellten jedoch die beteiligten Gemeinden in Aussicht. Landrat Hafnerversprach, sich für eine beiderseits befriedigende Lösung einzuschalten.
Die Abstimmung ergab schließlich eine Willenserklärung seitens der drei Gemeinden zur baldmöglichen Gründung eines Zweckverbandes mit einer sofortigen Versorgung der Gemeinden Mitterfels und Haselbach mit Wasser aus Hunderdorf. Die Gemeinde Steinburg, Gaishausen und Oberalteich sind vorerst noch nicht an dem Projekt beteiligt, obwohl die Planung auch die Versorgung dieser Gemeinden vorsieht. Bürgermeister Landstorfer gab keine Stellungnahme ab. Von den Gemeinden Gaishausen und Steinburg hatte man jedoch aus  den vorhergehenden Besprechungen die Versicherung, daß sie derzeit dem Zweckverband nicht beitreten wollen. Kommt nun auch für sie einmal die unvermeidliche Frage nach einem Wasserzuschuß, so müssen erst noch Vereinbarungen getroffen werden. Es kann jedoch auch hier durchaus möglich sein, daß man verpaßte Gelegenheiten nichtmehr ungeschehen machen kann. Landrat Hafner nannte die Entschließung der Gemeinden eine weitblickende Tat und eine großzügige Erfassung der gegenwärtigen Situation, die sich für die Zukunft nur gut auswirken kann. Man würde den Fortschritt der Entwicklung unserer Notstandsgebiete aufhalten, wenn man sich nicht den Erfordernissen der Lage anpassen würde.
Quelle: Bogener Zeitung, 09.12.1961


Heute Fatimafeier
Windberg.
Wie letztes Jahr wird auch dieses Jahr den Winter hindurch Heilig Kreuz an dem Dreizehnten je nach Witterung das Ziel der Fatimaverehrer sein. Die Feiern werden allerdings im kleineren Rahmen durchgeführt.
Unter der Leitung eines Karmelitenpaters aus Straubing hat sich für heuet wieder ein Omnibus angekündigt, der gegen 14 Uhr in Windberg eintrifft; die Teilnehmer werden von hier zu Andacht und Predigt auf den Kreuzberg Zeit hat, ist zu hoffen, daß sich recht viele Pilger aus der Umgebung um die Fatima-Maria scharen.
Quelle: Bogener Zeitung, 13.12.1961


Generalversammlung des TTC Hunderdorf
Hunderdorf.
Am Freitag findet die erste Generalversammlung des im September gegründeten Tischtennisvereins im Gasthaus Deschl in Windberg mit folgender Tagesordnung statt: 1. Rechenschaftsbericht des Vorstandes; 2. Neuwahlen; 3. Genehmigung der Satzung; 4. Aufstellung einer weiteren Mannschaft; 5. Verschiedenes. – Alle Freunde des Sports und besonders alle Mitglieder sind höflich eingeladen. Es wird um recht zahlreiche Beteiligung gebeten. Für die Interessenten aus Hunderdorf wird ein Omnibus eingesetzt, der um 19.15 Uhr vom Bahnhof Hunderdorf abfährt. – Beginn der Versammlung 19.30 Uhr.
Quelle: Bogener Zeitung, 14.12.1961


Impfung gegen Kinderlähmung
Steinburg.
Am Montag, findet von 8.15 bis 9 Uhr im Schulhaus Steinburg die dritte Einspritzung gegen die ansteckende Kinderlähmung statt. Das Staatl.  Gesundheitsamt Bogen weist darauf hin, daß alle Kinder, die im Frühjahr zwei Einspritzungen erhielten, sich an dieser letzten Impfung beteiligen müssen. Es werden dann auch die entsprechenden Impfscheine ausgestellt und verteilt. Die im Juli diesen Jahres aus der Volksschule entlassenen Impflinge wollen ihre Lehrherrn und Direktorate ersuchen, an der Impfung teilnehmen zu können. Die dritte Einspritzung ist unbedingt für einen anhaltenden Schutz notwendig und sie muß daher vorgenommen werden, auch wenn sie an einem anderen Zeitpunkt geschehen sollte. Aber auch hier ist man an die Termine des Gesundheitsamtes gebunden, so daß der festgesetzte Zeitpunkt für die Steinburger der günstigste ist.
Quelle: Bogener Zeitung, 14.12.1961


Windberg. (Vom Trachtenverein) Nächsten Samstag wieder Vereinsabend, zugleich letzter Meldetermin zur Weihnachtsfeier, welche nur für Mitglieder stattfindet.
Quelle: Bogener Zeitung, 14.12.1961


Es gibt Leute, die die Ratten schützen …
aus Scham
Hunderdorf.
In der Gemeinde wird gegenwärtig eine Aktion gegen die Ratten durchgeführt, der sich 26 Betriebe angeschlossen haben. Nicht weniger als anderthalb Zentner vergifteter Köder wurden ausgelegt. Aufwand und Kosten stehen in keinem Verhältnis zu dem ungeheuren Schaden, den die Tiere anrichten. Schon deshalb müßte die falsche Scham, einen Rattenbefall einzugestehen, endlich einmal verschwinden; denn keiner kann etwas dafür, wenn plötzlich Ratten da sind. Schämen aber muß sich derjenige, der nichts gegen die Schädlinge unternimmt und sie dadurch sogar fördert und seinen Mitmenschen schadet. Da loben wir uns die Offenheit eines bäuerlichen Bürgermeisters, der die Frage „Habt ihr Ratten?“ mit wissendem Augenzwinkern antwortete: „Nein, wir haben keine, aber die Ratten haben uns!“. Wenn Selbsterkenntnis tatsächlich der erste Schritt zur Besserung ist, so befand sich dieses Gemeindeoberhaupt auf dem Besten Wege bald das „rattenfreie Dorf“ proklamieren zu können.
Man erkennt eine erfolgreiche Rattenvertilgung daran, daß immer weniger von den ausgelegten Giftködern gefressen werden und die Fraßstellen schließlich ganz unberührt bleiben. Nicht selten tritt mehr oder weniger rasch nach einer erfolgreichen Vertilgung ein neuer Befall auf. Dabei handelt es sich um Ratten, die aus einem Wasserlauf, Schutthaufen oder unbehandelten Nachbaranwesen zulaufen. Aus diesem Grunde sollen die Anwesensbesitzer, Mieter oder Pächter im Interesse einer erfolgreichen Bekämpfung einen neuaufgestellten oder noch vorhandenen Befall vor Abschluß dieser Aktion umgehend in der Gemeindekanzlei zu melden.
Quelle: Bogener Zeitung, 15.12.1961


Hunderdorf. (Armbanduhr gefunden) Eine Armbanduhr wurde gefunden und kann bei Postschaffner Aumer – Apoig abgeholt werden.
Quelle: Bogener Zeitung, 15.12.1961


Katholiken müssen weltweit sein
Windberg.
Diesmal war es Pater Raimund vom Straubinger Carmel, der, zusammen mit dem Einsiedler von Heilig-Kreuz, eine Schar Beter zur Sühnewallfahrt auf den Kreuzberg führte. Als Carmelit zitierte er die Worte seiner Ordensstifterin, der großen Theresia von Spanien: „Die Welt steht in Flammen; es ist keine Zeit, Gitt um kleine, geringfügige Dinge zu bitten!“ Und beleuchtete von diesen Worten aus die Zeit und den Sinn der Fatimawallfahrt, der rein auf Gebet und Buße ausgerichtet ist. Er wies darauf hin, daß Katholiken weltweit zu sein und sich der Verantwortung der Brüder u. Schwestern im Osten und in den Missionsländern bewußt zu sein und dafür manches freiwillige Opfer zu bringen. Mit dem Wunsche für ein Jahr inneren und äußeren Friedens schloß der Geistliche seine zündende Ansprache. Der sakramentale Segen beendete die Feier.
Quelle: Bogener Zeitung, 15.12.1961


Fa. Walker bleibt in Steinburg
Im kommenden Frühjahr werden auf eigenem Grund Fabrikationsstätten errichtet
Steinburg.
Die Belegschaft der Firma R. G. Walker G.m.b.H. in Steinburg traf sich im festlich geschmückten Gastraum der Brauerei Berger, um die Arbeitsgemeinschaft in einer schlichten, gemeinsamen Feier noch mehr zu vertiefen und zu festigen. Als prominentester Gast erschien hierzu Direktor Werner Franz, begleitet von Meistern und Meisterinnen des Straubinger Betriebes, die als gute Bekannte begrüßt wurden. Arbeiten doch beide Betriebe Hand in Hand, denn der Straubinger Betrieb wird von Steinburg aus beliefert und betreut.
Der Nikolaus meinte, daß Weihnachten auch das Fest der Gemeinschaft ist, und daß gerade solche Weihnachtsfeiern dazu beitragen, das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb einer Arbeitsgemeinschaft zu festigen. Lob und Tadel trug er in Versen vor, die oft große Heiterkeit auslösten. Der Chefkontrolleur Kopf mußte sich allerhand Tadel ob seiner Strenge gefallen lassen, aber er nahm ihn sehr würdevoll entgegen. Der Nikolaus hatte aber auch einen großen Karton voller Geschenke mitgebracht, die nun verteilt wurden. Frohe Unterhaltung und Lieder, Vorträge und Gedichte ließen die Zeit sehr schnell verstreichen.
Bürgermeister Gastwirt Berger führte aus, daß heuer nun schon das dritte Weihnachten des Betriebes gefeiert werden könne und daß nun der Betrieb mit seiner Belegschaft schon ein Teil der Dorfgemeinschaft und der ganzen Gemeinde geworden sei. Es sei für alle ein Vorteil, eine Arbeitsstätte mit guter Verdienstmöglichkeit in der Nähe zu haben. Weiterhin gab er bekannt, daß die Firma nun endgültig in Steinburg bleiben werde und schon Grundstücke angekauft wurden, auf denen im kommenden Frühjahr der Betrieb eigene Fabrikationsräume errichten werde. Somit sei die Gewähr für Dauerarbeitsplätze gegeben.
Quelle: Bogener Zeitung, 21.12.1961


Bund der Kinderreichen und Arbeiterwohlfahrt bescherten Kinder
Hunderdorf.
Für nahezu 70 Kinder aus kinderreichen Familien gab es bereits am Samstagnachmittag weihnachtliche Vorfreuden, als etwas verfrüht, wie fast alle Vereine, in einer kleinen Feier durch den BdK und die AW Hunderdorf beschenkt wurden. Der Ortsvorstand des BdK, Procksch, konnte dazu auch H. Bürgermeister Reiner sowie den stellvertretenden Kreisvorsitzenden im BdK Hofmarksrichter begrüßen. Procksch gab seiner Hoffnung Ausdruck, daß durch diese kleine Feier den Kindern eine kleine Vorweihnachtsfreude bereitet wird und daß diese Spende gerade den Kindern zugute kommen solle, deren Eltern wegen ihrer großen Familien nicht immer in der Lage sind, eine so reichen Gabentisch vorzubereiten. Er dankte auch den Geschäftsleuten, der Arbeiterwohlfahrt für die Spenden und den freiwilligen Helferinnen. Einen besonderen Dank sprach H. Hofmarksrichter Frau Scheibenthaler, Frau Procksch und Frau Kalischko aus, die sich mit der Vorarbeit so viel Mühe gemacht hatten. Auch für die Spenden der Hunderdorfer Geschäftsleute und der AW fand der Dankesworte. Gerade für die kinderreiche Familie, deren wirtschaftliche Lage in unserem so reichen Lande immer noch recht unzufriedenstellend ist, sind solche Geschenke von großer Freude begleitet und dankbare und glückliche Kinderaugen lohnen leicht alle Mühe.
Quelle: Bogener Zeitung, 21.12.1961


Windberg. (Vom Trachtenverein) Am Samstag um 19 Uhr Weihnachtsfeier der Mitglieder im Stammlokal. Besondere Einladung erfolgt nicht.
Quelle: Bogener Zeitung, 22.12.1961


Bei Glatteis verboten und geboten
Hunderdorf.
 Die Gemeinde weist darauf hin, daß das Eislaufen auf dem Feuerwehrweiher verboten ist. Jeder Anlieger wird an die Streupflicht bei Glatteis und Schneeglätte erinnert. Bei starkem Schneefall ist für die Markierung der Wege mit Schneezeichen zu sorgen. Die Gehwege sind außerdem nach dem Schneefall zu räumen.
Quelle: Bogener Zeitung, 23.12.1961


Allen lieben Verwandten und Bekannten die Trauernachricht, daß heute nachmittag 4.15 mein lieber Gatte, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager, Onkel und Pate
Herr Josef Diewald
Landwirt in Biehl
infolge Unglücksfalles nach Empfang der Letzten hl. Ölung im Alter von 61 Jahren verscheiden ist.
Biehl, Irenzfelden, Gottesberg, Regensburg, Straubing, Obermühlbach, den 22. 12. 1961
In tiefer Trauer:
Anna Diewald, Gattin
Josef Diewald, Sohn, mit Familie
Therese Bugl, Schwester, mit Familie
Fanny Wagner, Schwester, mit Familie
und übrige Verwandtschaft
Am Stephanietag, 26. 12. 1961, vormittags 8.30 Beerdigung in Windberg; anschließend Trauergottesdienst.
Quelle: Bogener Zeitung, 23.12.1961


Nach Gottes hl. Willen verschied am Heiligen Abend unsere liebe Schwester, Schwägerin, Tante und Patin
Frau Johanna Wengel
im Alter von 74 Jahren selig im Herrn.
Hunderdorf, den 24. Dezember 1961
In tiefer Trauer:
Maria Fischer, Schwester
Familie Hartmannsgruber
und übrige Verwandtschaft
Beerdigung Donnerstag 14 Uhr in Hunderdorf.
Quelle: Bogener Zeitung, 27.12.1961


Verdiente Feuerwehrleute werden geehrt
Landrat Hafner und Kommandant Schneider aus Straubing zu Ehrenmitgliedern ernannt
Windberg.
Die FFW Windbergs ehrte am Mittwoch ihre verdienten, langjährigen Mitglieder. Der Saal im Gasthaus Deschl war festlich mit den Fahnen des Vereins geschmückt; an den Wänden hingen Symbole der Feuerwehr und Ehrenurkunden aus früheren Jahren, im Saal war ein großes Modellbild der Brandbekämpfung aufgestellt.
Ehrenmitglied Bernhard Mayer aus Bärndorf konnte im Namen des Vorstandes, Kreisbrandinspektor a. D. Georg Wagner eine große Zahl der aktiven Mitglieder begrüßen, unter ihnen Bürgermeister Kittenhofer, Kommandant Holmer und Stellvertreter Zitzelsberger. Besonders herzlich wurde ein stattliche Abordnung der Straubinger Feuerwehr begrüßt, die mit ihrem Kommandanten, Kreisbrandinspektor Karl Schneider erscheinen war. Nicht zuletzt begrüßte er auch Altkamerad u. 2. Bürgermeister Holzner aus Bogen und Ehrenmitglied Rosina Deschl.
In seinem Referat behandelte Mayer das Verhältnis der Ortsfeuerwehren zu den Werksfeuerwehren, deren Aufbau, Bedeutung und Einsatzwert. Die Werksfeuerwehren stellten einen wesentlichen Schutz der Arbeitsplätze dar. Anschließend würdigte er die Einsatzbereitschaft der Windberger Wehr.
Zur allgemeinen Freude erschien Landrat Hafner. Er würdigte den Idealismus der Feuerwehrleute, die ihre Freizeit opfern, um jederzeit zur Nachbarschaftshilfe bereit zu sein. Es seien durchwegs Männer, denen das Wohl der Heimat am Herzen liege. Weiterhin erläuterte der Landrat die Sorgen um die Bereitstellung von Löschwasser für die vielen verstreuten Siedlungen des Landkreises. Im nächsten Jahr werde der Kreis ein eigenes Tanklöschfahrzeug erhalten.
Höhepunkt der Kameradschaftsfeier war die Verleihung von Feuerwehrehrenzeichen. Im Namen der Bayer. Staatsregierung verlieh Landrat Hafner das Ehrenzeichen in Gold an das Ehrenmitglied Bernhard Mayer aus Bärndorf, der durch viele Vorträge und Hilfen aktiv seit 50 Jahren sich hohe Verdienste erwarb. Das Ehrenzeichen in Gold für 50jährige Mitgliedschaft erhielt auch Michael Altschäffl von Netzstuhl, der wegen Krankheit die Auszeichnung nur von einem Vertreter in Empfang nehmen lassen konnte. Das Ehrenzeichen in Bronze für 25 Jahre aktive Teilnahme erhielten Gemeinderat Johann Schmidbauer, Biehl; Johann Ellerbeck, Windberg; Gemeinderat Rupert Feldmeier, Meidendorf; Josef Kräh von Wassergraben und Johannes Schuster von Oberbucha. Für das Ehrenzeichen in Silber war Georg Kronfeldner, der Vater des Kreisbrandinspektors von Bogen vorgesehen, der vor wenigen Wochen verstarb. Zum Gedächtnis des verdienten Mitglieds erhoben sich alle Anwesenden zu den Klängen des Liedes vom guten Kameraden von  den Plätzen.
Mayer dankte im Namen aller Geehrten, besonders Landrat Hafner und dem gerade von langer und schwerer Krankheit genesenen Wagner.
Mit herzlichen Worten dankte der Straubinger Kommandant Karl Schneider, für die Einladung zu der Feier, der er mit seinen Kameraden gerne gefolgt sei. Aus den vielen Jahren der guten Zusammenarbeit sei ein enges Kameradschaftsverhältnis entstanden.
Erinnerungen an frühere Jahre weckte Bürgermeister Anton Kittenhofer, der alte Begebenheiten erzählte. Er dankte allen, die die stimmungsvolle Feier ermöglichten.
Eine besondere Überraschung verkündete Vorstand Wagner gegen Ende der Feier. Er gab die Ernennung von Landrat Hafner und Kommandant Schneider (Straubing) zu Ehrenmitgliedern bekannt. Landrat Hafner dankte für die Ehrung, die ihn besonders freue da ihm der Windberger Verein immer am Herzen gelegen sei.
Abschließend gratulierte Kommandant Holmer allen Geehrten und dankte Vorstan Wagner für die Gute Vorbereitung der Feier. Ehrenmitglied Meyer meinte: „Möge dieser Ehrentag der Windberger Feuerwehr allen Aktiven und vor allem die jungen Kameraden anspornen zu Mut, Tapferkeit und Pflichterfüllung“.
Die Mitglieder der Feuerwehr treffen sich am 6. Januar im Gasthaus Deschl um 14.30 Uhr zur Generalversammlung.
Quelle: Bogener Zeitung, 29.12.1961

Quelle: Bogener Zeitung, 30.12.1961

 

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